garten-pur
Garten- und Umwelt => Naturfotografie => Thema gestartet von: Thomas am 19. Mai 2008, 20:48:16
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Ergänzung: Hier ist der 'alte' Making of ... Thread.
Liebe Fotofreunde,
sicher hat sich jeder von uns angesichts eines beeindruckenden Fotos schon mal gefragt: Wie macht man so etwas eigentlich?
Hier in diesem Thread sollen solche Fragen eine Antwort finden (so weit das geht).
Dieser Thread wendet sich dabei an etwas fortgeschrittenere Fotografen. D.h. Fragen zu den Grundlagen möchte ich euch bitten, z.B. hier zu stellen.
Ich stelle mir das in diesem Making of-Thread so vor, dass man z.B. ein Foto, das man in einem anderen Thread gesehen hat, hier zitiert und dazu seine Fragestellung formuliert. Dann erklärt am besten der geneigte Fotograf, wie das geht, ersatzweise kann ich es versuchen, und oft werden auch andere Mitglieder in der Lage sein, eine verständliche Antwort zu geben.
Ich nehme mal ein paar Fotos von mir als Beispiel:
Wie macht man diese weichen, farbigen Hintergründe?
Und wie kommen die Blautöne zustande?
Antwort folgt ... ;)
Liebe Grüße
Thomas
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Unscharfe Hintergründe entstehen, wenn die Schärfe auf einem Motiv im Vordergrund liegt und die Tiefenschärfe gering ist, d.h. die Blende weit offen.
Aber damit erzielt man nicht den Effekt solcher Fotos. Dazu muss man eine lange Brennweite (= ein Tele) nehmen, und wenn das Hauptmotiv eine Nahaufnahme oder gar ein Makro ist, dann muss es ein Makro-Teleobjektiv sein wie z.B. das Micro-Nikkor 200 mm, oder ein normales Tele (Festbrennweite ist besser als Telezoom) mit Zwischenringen.
Ein solches Objektiv bringt so wenig Tiefenschärfe mit, dass die Hintergründe wunderbar weich verlaufen.
Hier ein Testszenario:
- Eine dSLR, hier meine Nikon D 300
- Dazu mein uraltes Nikkor 200 mm (nicht mal Autofokus)
- Und zwei Zwischenringe, zusammen 42 mm Auszugsverlängerung
Damit kann ich dann in einem Entfernungsbereich von ca. 1 bis 2 m scharf stellen.
Belichtung mit Blendenvorwahl / Zeitautomatik, Unterbelichtung um eine bis 1,5 Blendenstufen.
Nach der Aufnahme dezente Tonwertkorrektur (über Ebenen und 'Bild berechnen', geht etwas weniger 'schön' auch über die normale Tonwertkorrektur), dann neue Ebene, Luminanz, scharfzeichnen, letzteres etwas abblassen (nach Sichtkontrolle: 60 bis 80%):
Die Hintergründe spielen eine bildprägende Rolle: Hier halfen mir unser schön grüner Acer shirasawanm aureum, ein Rhodo (orange) und zwei Azaleen (pink), naja, und eine Sprühflasche zauberte mir die netten Tropfen.
Die Gräser und die Kuckuckslichtnelke standen auf einem Tisch, ich saß in der entsprechenden Entfernung davor und habe mit aufgestützter Kamera fotografiert (Stativ wäre natürlich besser gewesen).
Bei diesen 6 Fotos habe ich den Weißabgleich auf Tageslicht gestellt.
Wenn man ihn auf Automatik belässt, dann kommen bei solchen grenzwertigen Fotos u.U. Farbverschiebungen zustande wie sie mein mittleres und das rechte Kleefoto im Eöffnungspost zeigen.
Liebe Grüße
Thomas
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Danke! Ein Thread nach meinem Geschmack.
Würde sich doch auch gut im Portal machen.
Deine Artikel dort finde ich übrigens sehr gut und hilfreich.
Liebe Grüße
Laurie
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Tolle Idee Thomas und Klasse Bilder für den Einstieg.
Die Gräserserie gefällt mir besonders :D
Gruß Birgit
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Thomas, du legst dich aber arg ins Zeug. Tolle Bilder :D
Ich möchte Laurie beipflichten. Auch ich finde diesen Thread äußerst interessant.
Zur Bildbearbeitung möchte ich noch anfügen, dass ich leider immer noch nicht mit Ebenen arbeite. Die automatische Tonwertkorrektur wende ich allerdings auch nicht an. Meist bearbeite ich ein Foto mit den Gradationskurven und anschließend mit "Unscharf maskieren".
Seit ich den neuen Bildschirm habe, fallen die zu hellen Ränder bei einer zu harten Schärfung viel besser auf. Bei etlichen Fotowettbewerben ist sogar ein ungeschärftes Bild vonnöten.
Manchmal genügt aber auch schon eine leichte Anhebung des Kontrastes.
Leider habe ich immer noch kein Makro-Teleobjektiv.
LG Evi
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Unterbelichtung um eine bis 1,5 Blendenstufen.
Thomas, das mit dem Weißabgleich ist ein guter Tip!!!
Mir fällt auf, dass Du oft unterbelichtest - warum? Wird es dramatischer ?
LG, Carola
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Freut mich, wenn das euch was bringt!
Ich hatte das mit den Zwischenringen und meinem uralten 200er schon lange vor, musste auch erstmal dies und das ausprobieren, aber jetzt hat's endlich gepasst. Viel einfacher ist das, wenn man ein Teleobjektiv mit Makrobereich hat. - Vorsicht bei einfacheren Tele- oder gar Universalzooms: Die müssen schon ziemlich gut sein, um mit Zwischenringen nicht total abzufallen.
@Evi: Automatische Tonwertkorrektur darf man gar nicht benutzen, ich meinte schon die manuelle. - Und zum Scharfzeichnen : Fällt denn mein Scharfzeichnen auf? - Ich wende es nur an, weil ich das Scharfzeichnen der Kamera abgeschaltet habe. Nahezu jede mir bekannte Digitalkamera schärft automatisch mehr oder weniger stark nach. Bei den besseren bzw. professonelleren Modellen kann man das abschalten. Auch Farbtonkorrekturen und was es sonst noch gibt habe ich ganz defensiv eingestellt. D.h. ich fotografiere relativ weich und generell weitgehend unverfremdet, die Bilder direkt aus der Kamera erscheinen eher etwas flau (dafür ist die Nikon D 300 übrigens berühmt / berüchtigt), haben dafür aber eine große Detailfülle. Um den Durchschnittsbereich der meisten Digitalfotos zu erreichen, muss ich zumindest ein wenig nachbearbeiten.
@Carola: Unterbelichtung erstens, weil zu hell belichtete Bildpartien verloren sind, da holst du keine Zeichnung mehr raus. Umgekehrt lassen sich aus Schattenpartien immer noch Details herausholen. Zweitens in diesem Falle, weil bei den meisten Fotos hell vor dunkel steht, und ich möchte eben in den hellen Bereichen unbedingt Zeichnung. Alternativ hätte ich selektiv messen können, aber dafür war ich zu faul ::)
Generell muss ich mal anmerken, dass ich in diesen ganzen Bereichen noch lange nicht sicher bin, ich teste und probiere immer noch, aber ich finde, das macht bisweilen Spaß :D
Liebe Grüße
Thomas
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Nachtrag - 180 mm Telemakroobjektive
Die folgenden Telemakro-Festbrennweiten ermöglichen einen Abbildungsmaßstab bis 1:1.
Canon EF 180mm 1:3.5L Macro USM
Dieses Objektiv bei Amazon
AF Micro-NIKKOR 200 mm 1:4D IF-ED
Bei Amazon nicht erhältlich.
Sigma 180mm F3,5 EX DG APO MAKRO
Sigma 180mm 3,5 EX APO Macro DG Objektiv für Canon
Sigma 180mm 3,5 EX APO DG Objektiv für Nikon D
Tamron SP AF 180mm F/3,5 Di LD[IF] MACRO 1:1
Tamron AF 180mm 3,5 Di LD Macro 1:1 SP digitales Objektiv für Canon
Tamron AF 180mm 3,5 Di LD Macro 1:1 SP digitales Objektiv Nikon (nicht D40/D40x/D60)
Ein Vergleichstest (den ich selbst allerdings nicht beurteilen kann) ist hier zu finden.
Liebe Grüße
Thomas
Ergänzung: Das Tamron-Objektiv für Sony / Minolta
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Lieber Thomas,
wollte noch ein Mißverständnis klären.
Dein Scharfzeichnen fällt auf meinem Bildschirm überhaupt nicht auf, du hast es sehr dezent gemacht. Aber an MEINEN alten Bildern fällt es mir auf. Seit ich den neuen Bildschirm habe, schärfe ich entweder gar nicht mehr oder dezenter. Also, mein Beitrag hat sich auf mich bezogen.
LG Evi
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Aber an MEINEN alten Bildern fällt es mir auf.
Das liegt daran, das die Bilder für ein anderes Ausgabemedium geschärft wurden. Die Schärfe wurde also für den alten Monitor optimal eingestellt. Der neue Monitor stellt ein neues und anderes Ausgabemedium dar, deswegen werden jetzt auch die Bilder entsprechend anders optimiert und geschärft.
@Evi: Automatische Tonwertkorrektur darf man gar nicht benutzen ...
:) ich würde eher sagen, die ist mit Vorsicht zu genießen...
die Bilder direkt aus der Kamera erscheinen eher etwas flau (dafür ist die Nikon D 300 übrigens berühmt / berüchtigt)
Das habe ich nicht gewusst. Das ist aber ein Zeichen dafür, das die RAWs mehr linear entwickelt werden, dadurch haben sie auch "eine große Detailfülle", was sehr positiv ist.
... Unterbelichtung erstens, weil zu hell belichtete Bildpartien verloren sind, da holst du keine Zeichnung mehr raus
Fotografieren in RAW ist eine bessere Alternative, weil unter- und überbelichtete Bereiche weisen immer auch Farbverfälschungen auf.
Anmerkung:
Die Posts zum Thema RAW findet ihr im entsprechenden Thread wieder.
Thomas
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Ich wurde damit überrascht, dass mein Photoshop keine NEF/RAW-Formate lesen kann (erst ab PS-CS).
Ungeduldig wollte ich meine ersten Ergebnisse anschauen, und dann das. Habe mir dann eine Betaversion von Capture runtergeladen, doch das dauert alles so ewig! Und vor allem das Umwandeln in Jpg.
Nun fotografiere ich erst mal nur mehr mit Jpg.
Nach der Aufnahme dezente Tonwertkorrektur (über Ebenen und 'Bild berechnen', geht etwas weniger 'schön' auch über die normale Tonwertkorrektur), dann neue Ebene, Luminanz, scharfzeichnen, letzteres etwas abblassen (nach Sichtkontrolle: 60 bis 80%):
Ich finde bei meinem PS7 keinen Befehl 'Bild berechnen', auch nicht bei den Ebenen.
Mich würden deine Bearbeitungsschritte in PS sehr interessieren, denn mit Tonwertkorrektur, aber auch mit Gradiationsstufen bin ich eher unzufrieden, so dass ich die Bearbeitung bis jetzt komplett gelassen habe.
Obwohl die Originalfarben aus der Kamera mich tw. auch etwas erschreckten und so eine Bearbeitung in Helligkeit, Schärfe und Farbe manchmal nötig wäre :-\
Liebe Grüße
Laurie
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Deine Fotos sind prima geworden, ich schließe mich allerdings der Kritik von Birgit an, dass die Philadelphusblüten heller sein könnten. Geht ganz leicht mit Photoshop 7 , das habe ich auch.
Mit Einstellungsebene:
Menu "Ebene", dort "neue Einstellungsebene"
nunTonwertkorrektur wählen, aber als Modus nicht die default-Einstellung "Normal" sondern in der langen Liste "Luminanz" wählen. Jetzt kannst Du einstellen ohne dass die Farben verfälscht werden.
oder mit Bildberechnung:
"Bildberechnung" findest Du unter dem Menu "Bild".
Hier wählst Du "negativ multiplizieren" zum Aufhellen, "multiplizieren" zum Abdunkeln.
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Danke Gartenlady für deine Erleuterungen!
Hat prima geklappt.
Jetzt will ich noch herausfinden, wie ihr mit Photoshop nachschärft - vor allem, wenn der Hintergrund ruhig unscharf bleiben kann... ;)
Da werden wahrscheinlich Masken oder mehrere Ebenen vonnöten sein, oder gibts eine einfache Methode?
Liebe Grüße
Laurie
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Wenn der Hintergrund unscharf ist, macht das Schärfen über "unscharf maskieren" nichts, wo man nichts schärfen kann, wird auch nicht geschärft.
Sonst könntest Du noch das Scharfzeichnen Werkzeug aus der Werkzeugleiste verwenden und dort anwenden wo es scharf werden soll.
Oder Du wählst zu schärfenden Stellen aus und verwendest dann "Unscharf maskieren".
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Ergänzung:
Dieser Post bezieht sich im ersten Absatz auf einige Posts, die ich in einen eigenen Thread gestellt habe.
Aufgeben gilt überhaupt nicht. :P 8) 8)
Und was Gartenlady sagt, ist genau richtig: Man darf nicht zu viel 'draufkriegen' wollen. Man muss Perspektiven, Kombinationen, Räume entdecken. Geht möglicherweise in einem fremden Garten leichter als im eigenen, denn den 'sieht' man ganz anders - so empfinde ich das zumindest.
Mich würde das making-of der letzten drei Fotos interessieren.
Gerne. Das Besondere ist eigentlich nur die Optik, die ich mir kürzlich endlich geleistet habe: Tamron 180 mm Makro, hier an meiner Nikon D 300. Aufgestützt aus der Hand fotografiert, extrem nah dran. Dabei mit der Blende bzw. Tiefenschärfe gespielt, durch Abblendtaste kontrolliert (bzw., da das Sucherbild beim stärkeren Abblenden zu dunkel wird, einfach Serien mit verschiedenen Blenden geschossen). Allerdings habe ich schon versucht, die verschiedenen Formen, Unschärfen, Farbverteilungen unter Sucherkontrolle irgendwie spannend zu komponieren.
Hier Links zu diesem fantastischen Objektiv:
Tamron SP AF 180mm F/3,5 Di LD[IF] MACRO 1:1
Tamron AF 180mm 3,5 Di LD Macro 1:1 SP digitales Objektiv für Canon
Tamron AF 180mm 3,5 Di LD Macro 1:1 SP digitales Objektiv Nikon (nicht D40/D40x/D60)
Übrigens sind das NEFs, die ich da aufgenommen habe. B.R. hat recht: da lässt sich viel herausholen. Und bei so einer Optik an so einer Kamera sollte man kein bisschen Schärfe verschenken 8)
Liebe Grüße
Thomas
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Das Ergebnis ist wirklich ganz wunderbar. Mich würde jetzt noch interessieren wie die Wirklichkeit aussieht, es scheinen ja sehr viele Salvienblüten zu sein, die die Salviarauschkomposition ergeben.
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Ein super Bild, und ein sehr interessanter Beitrag von Donauwalzer:
(http://forum.garten-pur.de/galerie/albums/userpics/12234/thumb_kings1-3.jpg)
Hier das Originalbild:
(http://forum.garten-pur.de/galerie/albums/userpics/12234/thumb_CIMG3871_Bildgr%F6%DFe%20%E4ndern.jpg)
Und hier die Erklärung:
Ich finde es auch ganz toll - Zauberwald ist die passende Bezeichnung - und würde gerne wissen, wie Du es gemacht hast.
Naja, es ist nicht so richtig professionell gemacht wie ich es gerne hätte, denn ich hab ja keine Kamera, die RAW-Formate machen kann (nur eine Kompaktkamera), aber ich habe eine altes Foto genommen und dieses mit verschiedenen "Belichtungszeiten" abgespeichert. Dann mit einer HDR Software ein HDR Bild erzeugt - dann im Tonemapping dieser Software an den Reglern herumgespielt bis mir das Ergebnis zugesagt hat.
Als nächstes werde ich versuchen mit Stativ tatsächliche Belichtungsreihen zu machen und sehen was dann rauskommt, wenn ich ein hdr Bild erzeuge. Und dann sehe ich weiter.... eine Kamera, die RAW kann wär halt nicht schlecht. ;D
PS: die Software heisst Photomatrix Pro - ist ganz einfach und idiotensicher ;D ;D
Liebe Grüße
Thomas
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Ich finde das Originalfoto auch sehr gut, donauwalzer hat es etwas beschnitten, was der Atmosphäre gut tut. Auch ohne HDR ist es ein sehr schönes Foto.
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Auch ohne HDR ist es ein sehr schönes Foto.
Ohne HDR ist es noch ein Foto. Mit HDR gehört es zum Computerarts Bereich.
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... Ohne HDR ist es noch ein Foto. Mit HDR gehört es zum Computerarts Bereich.
Hmm ... ich finde, wenn HDR ohne Übertreibung eingesetzt wird, muss es noch nicht ComputerArts sein. Denn auch manche Bearbeitungen in PS und Co. verändern ja den Kontrastumfang.
Das ist aber sicher ein Grenzbereich, und ich selbst setze HDR nur sehr selten und wenn, dann eher behutsam ein. Es gibt übrigens einen Thread zu HDR.
Liebe Grüße
Thomas
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Auch ohne HDR ist es ein sehr schönes Foto.
Ohne HDR ist es noch ein Foto. Mit HDR gehört es zum Computerarts Bereich.
Tut leid, aber da bin ich nicht ganz Deiner Meinung. Schon in den Zeiten des analogen Fotos habe ich Fotos nachbearbeitet, zwar damals nur SW, denn das konnte ich selbst entwickeln, aber das Prinzip ist das gleiche.
Ich hätte auch damals zu meinen Architekturfotos, die nachbelichtet, abgewachelt etc. wurden nicht Art/ Kunst gesagt.
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HDR, die zur Unterstützung der Bildelemente dient, wie Kontrastbearbeitung, etc, ist für mich ein Mittel der BEA, dient HDR der Verfremdung ist es eher Computer Art.
Fotografen haben immer zu allen Zeiten Bilder "bearbeitet.
Ist aber eine müßige Diskussion, die immer wieder Fotografen hitzig diskutieren lassen ;).
Jeder wie er will.
Hier geht es wohl mehr darum, zu zeigen, wie man welche Effekte erreicht und nicht zu beurteilen, ob das noch "legitim" ist.
Ich nutze HDR bei meiner Bonsaifotografie, wenn Bäume/Beistellpflanzen recht tief angelegt sind.
Es wird so eine bessere Dreidimensionalität erreicht.
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Im Thread Oktober - Bilder 2008 habe ich dieses Foto (und ein paar ähnliche) gepostet:
Damit die windbewegten Blätter verwischen, muss man lange belichten. Dazu reicht es bei normalem Tageslicht meist nicht aus, die Blende ganz zu zu machen (22 oder mehr) und die niedrigste ISO-Zahl einzustellen (200 oder weniger), denn damit kommt man vielleicht nur auf 1/4 Sekunde Belichtungszeit.
Richtig schön unscharfe Blätter erhält man aber erst bei Belichtungszeiten von ein paar Sekunden.
Das geht mit Graufiltern (hier Näheres zu Graufiltern).
Bei den Herbststurm-Fotos habe ich mit meinem 64fach und 512fach Graufilter(n) gearbeitet. So ergaben sich Belichtungszeiten von 8 bis 30 Sekunden bei Blenden um die 8 bzw. 11.
Man muss mit den Belichtungszeiten experimentieren, bis ein guter Bildeindruck entsteht ... man weiß ja nie, welche Windböen gerade in die Belichtungszeit fallen, wenn man abdrückt. - Es sollte auch nicht zu lange belichtet werden, denn dann erkennt man in den verwischten Partien gar nichts mehr.
Natürlich muss die Kamera auf einem sehr stabilen Stativ stehen, wenn es so stürmt. Auslösen per Selbstauslöser oder Fernauslöser, bei SLR Spiegel hochklappen.
Für die Bildwirkung ist entscheidend, dass es im Bild hinreichend viele scharfe Partien gibt, die dem Auge Halt bieten (im Beispiel Baumstämme, Tisch und Stühle, Hecke, Landschaft in der Ferne).
Alle Einstellungen muss man vornehmen, bevor die Graufilter drauf sind. Denn mit denen vor der Linse sieht man nichts mehr.
Liebe Grüße
Thomas