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Pflanzenwelt => Gemüsebeet => Thema gestartet von: PerliJet am 20. Mai 2008, 15:07:57
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Tomaten dank Salzwasser gesünder
von Doreen Brumme
Pisa, Italien, April 2008.
Italienische Forscher der Universität von Pisa haben Kirschtomaten mit Salzwasser gegossen und festgestellt, dass die kleinen Früchtchen anschließend nicht nur besser schmecken, sondern auch gehaltvoller sind.
Demnach wurde das Gießwasser für die Tomaten mit zwölf Prozent Meerwasser angereichert. Die Wissenschaftler berichten, dass die insgesamt zwar kleineren Kirschtomaten mehr sogenannte Antioxidantien (auch als Radikalfänger bezeichnet) enthielten. Antioxidantien fangen Freie Radikale im Körper, die zum Beispiel beim Stoffwechsel entstehen, und verhindern so Zellschäden. Man schreibt ihnen generell eine schützende Wirkung vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen und vor Krebs zu.
Die Forscher vermuten, dass der erhöhte Gehalt an Radikalfängern salzwasserbewässerter Tomaten gegenüber herkömmlich gegossenen Pflanzen aus einer Art Selbstschutz her rührt: Die „gesalzenen“ Tomaten schützen sich demzufolge möglicherweise vor dem „Stress“, den das Salz ihnen bereitet, indem sie mehr Antioxidantien bilden. Die Studie wurde im „Journal of Agriculture and Food Chemistry“ publiziert.
Hat das schon jemand ausprobiert?
Werde es mal mit 5 Pflanzen versuchen. :)
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Wie willst Du denn testen, ob mehr Antioxidantien in den Tomaten sind? "Besser schmecken" ist immer so....naja, eine Geschmackssache halt ;)
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Woher nimmst du das Meerwasser bzw. wie viel Meersalz nimmst du auf eine 5-Liter-Kanne?
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Der Geschmack hängt erst mal von der Sonne ab.
In Italien mag da mit Salzwasser noch was rauszuholen sein, aber im schattigen Germanistan bin ich skeptisch.
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@callis :
Ich hab mal im Internet nachgeschaut:
Meersalz kostet ca. 5€/1kg. Am Anfang werde ich wohl ca. 20g auf 5L geben und anschließend nach und nach steigern.
Werde anschließend mal beobachten welche Tomatenpflanze sich besser entwickelt und ob eine Geschmacksänderung auftritt. :)
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Äh - die Römer haben die karthagischen Felder mit Salz bestreut um sie unfruchtbar zu machen... Ob ich echt Salz im Garten verteilen würde weiß ich eher nicht.
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Meersalz kostet ca. 5€/1kg. Am Anfang werde ich wohl ca. 20g auf 5L geben und anschließend nach und nach steigern.
Kaufst Du Meersalz in der Apotheke? Ich zahle etwa einen Euro fürs Kilo.
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es gibt auch meersalz für ein paar cent das kilo. das kommt sogar aus prähistorischen meeren und müßte eigentlich viel teurer sein als das salz von modernen, verdreckten meeren. das nur so nebenbei.
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Die Studie wurde im „Journal of Agriculture and Food Chemistry“ publiziert.
Könntest Du die Quelle etwas genauer angeben?
LG
Uwe
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Hallo zusammen,
hier die Quelle! Habe den Artikel aus Neugier mal gesucht, leider ist mein Englisch nicht das beste...
Gruß
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Die armen Regenwürmer :o
Ich denke nicht daß das auf Dauer dem Bodenleben gut tut.
Bestimmt ging es in diesem Test um Tomaten in Gewächshäusern die in Steinwolle wachsen und "am Tropf" ernährt wurden ::)
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...Ich denke nicht daß das auf Dauer dem Bodenleben gut tut...
sicher nicht. wenn ich boden möglichst lange unfruchtbar und leblos machen wollte, würde ich salz draufstreuen.
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w. cobbett empfiehlt allerdings in seinem buch "the english gardener" die zugabe von salz zum kompost ("the cheapest manure of all"), man müsse nur auf das richtige mischungsverhältnis achten.
das buch ist im übrigen sehr zu empfehlen, britisch schräg, schon die seitenlangen anweisungen zum thema kohl sind lesenswert.
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Gelten Salzwüsten eigentlich als Tomatenanbaugebiete? Oder wie ist es mit dem Mittelstreifen der Autobahnen?
Bei solchen Tipps wäre ich äußerst vorsichtig. Was sollen Chloridionen nützen?
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Ohne Chloridionen würdest Du Dich sicher unwohl fühlen. ;)
Im pflanzlichen Organismus sind sie zumindest an den osmotischen Prozessen beteiligt. Erst die Menge macht das Gift.
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Na klar. ;) Ohne Salz geht es nicht.
Allerdings sind die allermeisten Kulturpflanzen eher salzempfindlich, weshalb es chloridarme Dünger gibt.
Wenn Tomaten im Laborversuch positive Reaktionen zeigen, wäre ich im Garten immer noch sehr, sehr vorsichtig. Chloridmangel dürfte im Garten nicht auftreten.
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es gibt auch meersalz für ein paar cent das kilo. das kommt sogar aus prähistorischen meeren und müßte eigentlich viel teurer sein als das salz von modernen, verdreckten meeren. das nur so nebenbei.
:o
... und er hat sogar Recht.
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Was dankbar auf leichte Salzgaben reagiert, ist Sellerie, der ursprünglich eine Küstenpflanze war.
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Die Erklärung mit dem Stressen der Pflanzen, die dann mehr Schutzstoffe bilden, leuchtet mir ein. Ähnlich ist es ja damit, dass Tomaten süsser werden, wenn man sie in der Reife dursten lässt.
Dass allerdings "gesund" mit "möglichst viel inhaltsstoffe" gleixhgesetzt wird, scheint mir ein Denkfehler der analytisch-chemischen Sichtweise zu sein.