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Garten- und Umwelt => Atelier => Thema gestartet von: klaudia am 06. November 2008, 23:30:42

Titel: Unordentliche Böschung
Beitrag von: klaudia am 06. November 2008, 23:30:42
Hallo,
ich weiß nicht was ich falsch gemacht habe. :'(
Ich hab vor ca. 1 - 2 Jahren die mächtige Lehmböschung (ca. 3 m hoch und 20 meter lang) bepflanzt.
Mit Bodendeckern (Contoneaster, The Fary Bodendeckerrosen, usw.) dazwischen Sträucher. Wächst alles gut, nur:
ES SIEHT SCHRECKLICH UNORDENRLICH AUS!!!!
Die Contoneaster wachsen senkrecht in die Höhe (keine Spur von Bodendecker) genauso die Rosen.
Was hab ich falsch gemacht? Wie kann ich´s ändern?
lg
Titel: Re:Unordentliche Böschung
Beitrag von: pearl am 07. November 2008, 00:30:26
genau und zwischen den Bodendeckerrosen und dem störrischen Kriechmispelzeug kann man noch nicht mal vernünftig Unkraut ziehen. So ein Mist!
Titel: Re:Unordentliche Böschung
Beitrag von: Crispa † am 07. November 2008, 04:24:25
Bodendeckerrosen decken zu wenig ab da wird Unkraut immer durchkommen. Das heißt, unter den Rosen ist es zu hell da kann Unkraut noch wachsen. Unkraut jäten in Bodendeckerrosen ist nicht gerade angenehm und an einem Hang besonders schwierig.

Beim Coteneaster ist es im Anfang ähnlich. Er bildet aber in einigen Jahren, sofern er nicht immer zurückgeschnitten wird, dicke Polster die den Boden abdecken. Allerdings werden auch seine Langtriebe in deine Rosen wachsen und mit der Zeit auch diese überwuchern. Ebenso wird sich der Coteneaster in den Sträuchern hochziehen.

Da muß ich schon sagen, deine Hangbepflanzung ist sehr pflegeintensiv und schlecht in den Griff zu bekommen.

Stell mal mehrere Fotos ein evtl kann man dir dann zu einer Veränderung raten.
Titel: Re:Unordentliche Böschung
Beitrag von: Susanne am 07. November 2008, 10:17:01
Zitat
Bodendeckerrosen decken zu wenig ab

Das ist so nicht ganz zutreffend. Unter dem Begriff "Bodendeckerrosen" werden Rosen mit unterschiedlichster Wuchsform vertickert - leider mit erschreckender Einseitigkeit "The Fairy", die sich meiner Ansicht nach überhaupt nicht zur Bodendeckung eignet.

Es gibt durchaus flach liegend und dicht wachsende Bodendeckerrosen, die, wenn sie nach der Pflanzung dick gemulcht werden, es auch schaffen, innerhalb von zwei Jahren eine Fläche vollständig und dicht zu bedecken. In manchen Katalogen sind diese Rosen deutlich mit einem entsprechenden Symbol gekennzeichnet.

Titel: Re:Unordentliche Böschung
Beitrag von: fars am 07. November 2008, 10:58:44
Ich stimme Crispa hinsichtlich der Problematik bei flächendeckenden Hangbepflanzungen voll zu.

Ich würde wegen des nicht leicht zu bewältigenden Pflegeaufwands darauf verzichten. Statt dessen: Hang terrassieren (möglichst durch Feldsteine oder kleine Natursteinmauern) und die so gewonnenen Beete vielfältig bepflanzen (Stauden und Gehölze). Der guten Erreichbarkeit halber würde ich diagonal zum Hang einen Weg anlegen.
Titel: Re:Unordentliche Böschung
Beitrag von: Crispa † am 07. November 2008, 11:10:13
Hallo Susanne,

leider kann ich dir auch nicht ganz zustimmen. Mit The Fairy hast du vollkommen recht die deckt überhaupt nicht ab und wenn man dann mal endlich an das Unkraut ran will und sie zurückschneidet dauert es zwei Jahre bis die Pflanzung wieder einigermaßen aussieht und dann ist das Unkraut auch wieder da trotz Mulchen.

Ich bevorzuge eigentlich die Sorte Heidetraum in großen Flächen welche dicht wächst und ein sehr schönes Laub hat. Aber auch da kommt immer hohes Unkraut durch (Brennessel, Knoblauchrauke, Hasenlattich) welches sich äußerst schlecht entfernen läßt.

Welche Sorte kannst du denn als Bodendecker empfehlen? Und welchen Pflegeaufwand hat man pro Jahr? Ich hätte auch noch einige Hänge zu bepflanzen. Insbesondere würde ich mich gern von der Sorte The Fairy trennen wo ich wieder mal was gegen 35 m² Unkraut unternehmen muß. Neupflanzung ist manchmal einfacher als jäten.

 
Titel: Re:Unordentliche Böschung
Beitrag von: invivo am 07. November 2008, 11:39:06
Unsere dichteste Bodendeckerrose ist Alpenglühen . Sie überwächst hier sogar Vinca minor, bleibt (bislang) sehr flach und überlagert ihre eigenen Triebe ständig mit einer neuen Schicht aus dicht belaubten Zweigen.
Titel: Re:Unordentliche Böschung
Beitrag von: Susanne am 07. November 2008, 13:49:12
Zitat
Welche Sorte kannst du denn als Bodendecker empfehlen? Und welchen Pflegeaufwand hat man pro Jahr?

Bassino macht hier dicht, ebenso einige der langarmigen Bodendecker-Rosen, die Kordes früher im Angebot hatte, Heideröslein usw.
In deiner Klimazone sind vermutlich die niedrigen Rugosas wegen ihrer Winterhärte besser geeignet.

Zum Pflegeaufwand kann ich dir nicht viel sagen - das hängt zu sehr von der jeweiligen Standortqualität und dem Unkrautbestand ab.
Wenn man zwanzig Jahre lang Ackerwinde auf der Böschung hatte, dann kann man nicht erwarten, daß eine Rose das Problem beseitigt.
Gründliche Bodenvorbereitung, sorgfältige Pflanzung und eine wirklich dicke Mulchschicht würden in jedem Fall den Pflegeaufwand erheblich senken.

Titel: Re:Unordentliche Böschung
Beitrag von: invivo am 07. November 2008, 14:17:13
Wer es genau wissen will.

@ klaudia: ohne Bilder ... :-\
Titel: Re:Unordentliche Böschung
Beitrag von: pearl am 07. November 2008, 21:48:14
Ich stimme Crispa hinsichtlich der Problematik bei flächendeckenden Hangbepflanzungen voll zu.

Ich würde wegen des nicht leicht zu bewältigenden Pflegeaufwands darauf verzichten. Statt dessen: Hang terrassieren (möglichst durch Feldsteine oder kleine Natursteinmauern) und die so gewonnenen Beete vielfältig bepflanzen (Stauden und Gehölze). Der guten Erreichbarkeit halber würde ich diagonal zum Hang einen Weg anlegen.

das ist das vernünftigste. Und macht auf lange Sicht die meiste Freude und viel Spaß. Nur, ...
Titel: Re:Unordentliche Böschung
Beitrag von: klaudia am 11. November 2008, 22:38:54
...ich weiss, ohne Bilder ist es schwer, aber es wird schon so früh dunkel und so ein Nachtfoto ist auch nicht aufschlußreich ::)
Ich dacht ursprünglich so ein bepflanzter Hang ist wesentlich günstiger als eine Steinwand. Tja, inzwischen hab ich schon so viel reingesteckt, dass sich eine Trockenmauer auch schon ausgegangen wäre. :o
Deswegen will ich´s auch noch etwas länger versuchen, ehe ich einen Bagger anrücken lasse und alles wegbaggert, dass ich so mühevoll und teuer geschaffen habe.
Dass die Rose "The Fairy" keine wirkliche Bodendeckerrose ist, hab ich auch schon festgestellt. Aber ich bin auch mit der Vinca minor nicht ganz zurfrieden. Die wächst bei mir wirklich sehr langsam. Ich glaub in den fast 2 Jahren ist sie grad mal 3 cm gewachsen.
Bilder folgen am Wochenende.
lg
Titel: Re:Unordentliche Böschung
Beitrag von: freitagsfish am 11. November 2008, 22:46:47
klaudia schrieb von einem "lehmigen" hang. könnte das das problem sein? wenn vinca minor so schwer in die gänge kommt?
Titel: Re:Unordentliche Böschung
Beitrag von: pearl am 12. November 2008, 02:11:46
ich würde erst dann sagen, dass die Erde das Problem ist, wenn Efeu nicht wächst.

Kriechmispel, The Fairy und Vinca. Solch eine Kombination habe ich noch nie irgendwo erfolgreich gesehen. Im Verkauf schon. Massenhaft.

Es ist hier die Frage ob das Ziel eine ordentliche Böschung ist oder eine schön gelöste Problemzone. Die im Grunde keine ist, sondern nach der manche Gärtner lechzen. Gertrude Jekyll zum Beispiel.

Eine ordentliche Böschung erreicht man mit Kriechmispel nach ein paar Jahren. Nimmt man noch andere immergrüne Sträucher dazu, wie aufrecht wachsende Mispel und verpasst allem einen Schnitt mit der STIHL, dann ist es definitiv ordentlich. Dazwischen ein paar Monolithe aus Buntsandstein und das ganze sieht sehr pseudojapanisch aus. Oder ja-panisch.

Das ist keine Idee von mir, sondern das kann man an den steilen Hängen vor den Häusern hier im Nachbarort gut sehen.

Titel: Re:Unordentliche Böschung
Beitrag von: Crispa † am 12. November 2008, 03:21:59
Pearl hast vollkommen recht auch mit Coteneaster bekommt man derartige Hänge ordentlich. Das Vinka braucht man ja garnicht entfernen. Einfach Coteneaster dazwischenpflanzen. Dann einige Gehölze dazwischen welche sich gut vom Coteneaster abheben und mit diesem klar kommen und sich durchsetzen und einige große Steine und fertig. Es können ja auch Laubgehölze sein. Das Laub wird vom Coteneaster geschluckt.

Der Pflegeaufwand erstreckt sich auf jährliches Schneiden des Coteneasters, hierbei sollte man nicht so zimperlich sein lieber mehr als zu wenig, und nach einigen Jahren zurückschneiden der Gehölze.

Man sollte immer bedenken, dass nicht alle so gartenbegeistert sind wie wir und einfach nur Ruhe und Erholung im Garten finden wollen.
Titel: Re:Unordentliche Böschung
Beitrag von: pearl am 13. November 2008, 01:08:26
das ist ja unsere eigentliche Leistung, als Gärtner, dass wir uns mit der Zeit in andere richtig gut hineindenken können.
Titel: Re:Unordentliche Böschung
Beitrag von: fars am 13. November 2008, 05:54:51
Cotoneaster kann die unschöne Eigenschaft haben, partiell abzusterben. Muss nicht gerade Feuerbrand sein. Braun mit Grün verträgt sich zwar, ist aber nicht hangfreundlich.

Manche dieser Einkaufscentren haben doch so eine absolut pflegeleichte Hangbegrünung, die auch noch blüht. Niedrige Weigelien?

Warum nicht Calluna und oder Erica, gemischt mit Cytisus oder klein bleibenden Coniferen bzw. ganz einfach: Hedera?
Titel: Re:Unordentliche Böschung
Beitrag von: pearl am 13. November 2008, 22:32:34
Das mit den immergrünen Kriechmispeln funktioniert hier sehr gut. Ohne braune Stellen. Die hiesige Landbevölkerung ist durchaus für das praktische und es muss unter allen Umständen funktionieren.
Titel: Re:Unordentliche Böschung
Beitrag von: carabea am 14. November 2008, 20:51:55
Hast Du die Cotoneaster denn geschnitten oder einfach wachsen lassen?

"Willig lässt sich die Zwergmispel in Form schneiden. Wo sie als Rasenersatz dienen soll, kappt man 2 oder 3 mal im Jahr (Mai bis August) die Spitzen, damit sich die Pflanzen noch intensiver verzweigen können und immer dichter zusammen wachsen. Spätes Stutzen tut den Pflanzen nicht gut, da die neuen Triebe sehr anfällig für harte Fröste sind.
Pflege
Cotoneaster akzeptiert saure bis alkalische, bevorzugt aber kalkhaltige, durchlässige Böden." Quelle: bodendecker.de

Ich habe übrigens gerade gelesen, dass es Cotoneaster-Arten gibt, die 2 Meter hoch werden können...evtl. hast Du ja eine dieser Sorten erwischt. meine sog. Kissen-Astern waren diesen Herbst gut 1,50m hoch

Wie wäre es mit Lonicera nitida? Ich sehe sie in unserer Gegend oft als Dauerbegrüner. Sie sieht auf jeden Fall ordentlich aus, wird aber ungeschnitten durchaus 100 bis 150 cm hoch.