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Pflanzenwelt => Arboretum => Thema gestartet von: pearl am 20. November 2008, 23:37:49

Titel: Schleppe tragende Gehölze ...
Beitrag von: pearl am 20. November 2008, 23:37:49
... sind genau die, die als hübsche Blütengehölze für Hecken billig in Baumärkten zu haben sind und die man überall antrifft. Auch wenn man einen neuen Garten bezieht.

So eine verwahrloste Hecke mit Bauernjasmin , Philadelphus, fanden wir vor 2 Jahren hier vor. Die Seite mit rotrindigem panaschiertem Hartriegel, Cornus alba 'Sibirica' und Forsythie konnten wir im ersten Winter bearbeiten.

Der Hartriegel muss jedes Jahr um 1/3 an der Basis zurückgenommen werden. Dabei entfernt man mehrjähriges Holz, das eine stumpf schwarze Farbe hat. So geschnittene Hartriegel haben einen hübschen roten Strubbelkopf. Eine Zierde im Winter. Ohne Coiffeur sah das Ding bei uns verheerend aus. Nix mit roten Zweigen, gar nichts.

Die Forsythie war so ungehalten, dass sie aus langen Trieben, die Schleppen gebildet hatten, die über den Boden schleiften, schon neue Pflanzen produzierte. Freiwillige Absenker oder so. Auch die Forsythie macht mir nur Freude, wenn sie leicht gebogene Zweige hat, die mit Blüten von einem freundlichen hellen Gelb besetzt sind. Solche Triebe sind unverzweigt. Alles was verzweigt ist, das ist älteres Holz und muss ab.

Durch Renovierungsarbeiten an der Hausfassade waren Umräumarbeiten notwendig und Platz musste geschaffen werden für meine Aurikel. So ein Theater!

Deshalb mussten wir blöderweise im Herbst vor dem Laubfall die beiden mächtigen Bauernjasmine endlich schneiden. In dieses Dickicht vorzudringen war gar nicht einfach. Die Astschere von Felco hat auch nicht alles geschafft. Aber mit Hilfe zweir Halbstarker konnten wir einen Platz von 10 qm freihauen.

Kleinere Gehölze, die im Untergrund kümmerten wurden Bodeneben abgeschnitten. Der freie Platz mit den Aurikeltischen sieht jetzt so aus:

(https://lh3.googleusercontent.com/-yCYNIC0TFSQ/Ut_0djvdSaI/AAAAAAAAEFM/ez9myZt5xIk/s144/Philadelphus%2520und%2520viel%2520Platz%2520unter%2520dem%2520Philadelphus%2520DSCN4977%2520-%2520Kopie.JPG)

da, wo kein Rasen zu sehen ist, da war der Überhang der Philadelphus Sträucher.



Titel: Re:Schleppe tragende Gehölze
Beitrag von: pearl am 20. November 2008, 23:41:54
der linke Philadelphus ist fertig geschnitten. Nur die aufrechten Triebe, an denen im Folgejahr Blüten erscheinen werden und die helle Rinde haben sind am Strauch geblieben.

Was sich hinter der Wand aus Bauernjasmin verbarg, das ist jetzt auch zu sehen, leider. Der Strauch wird das aber demnächst wieder wett machen.

(https://lh6.googleusercontent.com/-sQeviP-Y3zc/Ut_0a6dzglI/AAAAAAAAEFE/qozv-uAKDQ0/s144/Philadelphus%2520Schnittbild%2520DSCN4978%2520-%2520Kopie.JPG)
Titel: Re:Schleppe tragende Gehölze
Beitrag von: zwerggarten am 20. November 2008, 23:44:08
sehr gut. :)
Titel: Re:Schleppe tragende Gehölze
Beitrag von: pearl am 20. November 2008, 23:45:35
der zweite Philadelphus zeigt noch einige überhängende Äste, die entfernt werden müssen.

(https://lh6.googleusercontent.com/-oC2aevfg-4Q/Ut_0kJJairI/AAAAAAAAEFk/JGxuI-gI2HM/s144/Philadelphus%2520%25C3%25BCberh%25C3%25A4ngende%2520und%2520n%25C3%25A4chstes%2520Jahr%2520Schleppe%2520bildende%2520Zweige%2520DSCN4981%2520-%2520Kopie.JPG)

fertig geschnitten sieht das so aus:

(https://lh5.googleusercontent.com/-JmPOp1icTbQ/Ut_0fDP1QDI/AAAAAAAAEFU/aUEYwoX63sA/s144/Philadelphus%2520der%2520zweite%2520ist%2520noch%2520nicht%2520fertig%2520DSCN4979%2520-%2520Kopie%2520%25282%2529.JPG)

da war mehr Einsatz als nur die Astschere von Felco nötig. Zwei starke junge Männer haben mir geholfen das wirre Zeug abzutransportieren.
Titel: Re:Schleppe tragende Gehölze
Beitrag von: zwerggarten am 20. November 2008, 23:57:45
wächst sich dieser eine zwergig wachsende philadelphus auch so aus? ??? muss ich gleich mal aus dem beet hacken, bevor es zu spät ist. :-X
Titel: Re:Schleppe tragende Gehölze
Beitrag von: pearl am 21. November 2008, 00:09:56
Sorten wie 'Dame Blanche' werden mit einer Höhe von 1 m angegeben. Rechnet man das doppelte, dann kommt man vermutlich zu der voraussichtlichen Endhöhe.

Allerdings ist es wie mit den Rosen. Wer sich an den in Katalogen angegebenen Höhen orientiert ist angeschmiert. Oder freut sich, dass er eine Schling- oder Kletterrose hat. Bis John Scarman kam und erklärte, dass man jede Rose zu einer Kletterrose machen könne. Hatten wir uns auch schon gedacht. Nur nicht so gut benannt.

Die von Baumschulen genannten Höhen setzen einen fachkundigen Schnitt voraus.
Titel: Re:Schleppe tragende Gehölze
Beitrag von: zwerggarten am 21. November 2008, 00:13:43
ja - notfalls auf-den-stock-setzen... 8)
Titel: Re:Schleppe tragende Gehölze
Beitrag von: pearl am 21. November 2008, 00:37:12
was einer Katastrophe gleichkommt. Ein Gewirr von Ästen. Ein Haufen Quirle. Kann man nur in der Küche wirklich brauchenn sag ich immer.
Titel: Re:Schleppe tragende Gehölze
Beitrag von: Crispa † am 21. November 2008, 01:32:30
Einen Philadelphus coronarius als Herzwurzler auf den Stock setzen führt zu Besenwuchs. Das sind hunderte dünner Triebe an der Basis welche allesamt nicht richtig wachsen. So wie Pearl den Philadelphus geschnitten hat ist die einzige Art wieder zu einem vernünftigen Busch zu kommen.Die Schnittstellen verwachsen mit der Zeit

Sorten wie Philadelphus Hybride 'Dame Blanche' haben ein ganz anderes Wuchsverhalten. Bei denen kann man alle Jahre einige alte Zweige, welche auch nicht so stark werden, an der Basis rausschneiden und die neuen Triebe in der Höhe kappen, sodass er eine Höhe von ca. 1,50 m behält.
Titel: Re:Schleppe tragende Gehölze
Beitrag von: pearl am 21. November 2008, 03:39:18
diese Schleppe tragenden Gehölze behandelt man am besten so. Mehrjährige Triebe an der Basis herausnehmen. Aber immer sachte und lieber regelmäßig.

Titel: Re:Schleppe tragende Gehölze
Beitrag von: fars am 21. November 2008, 10:30:13
Schleppe tragende Gehölze gibt es viele. Auch ein Apfelbaum kann sich dazu entwickeln, wenn man ihn nicht beschneidet. Hier gibt es etliche auf den Streuobstwiesen, deren Zweige fast bis zum Bodenreichen. Sauerkirsche erst recht.

Hollunder entwickelt sie auch so. Sommerflieder dito. Ebenso einige Cotoneaster-Arten/Sorten, Chaenomeles, Deutzia, Weigelia, Ilex, Rubus, Rhododendron etc. p.p.

Sie alle benötigen, wenn sie keinen freien Stand haben, früher oder später einen Korrekturschnitt.

Was also soll mit diesem Thread angesprochen werden?
Titel: Re:Schleppe tragende Gehölze
Beitrag von: pearl am 21. November 2008, 18:03:22
Nix da, Philadelphus gehört von Zeit zu Zeit ausgelichtet oder radikal gekürzt.

Meine Ph.usse hatten im Laufe vieler Jahre eine 5 m hohe Wand gebildet. Sah bezaubernd aus bis..., ja bis ein Sturm sie umwehte und unter ihr alles platt machte.

Auch meine ich, dass Ph. reicher blüht, wenn er regelmäßig beschnitten wird. Die Neutriebe allerdings erst im folgenden Jahr.

um solche Wände geht es hier. Bezaubernd, wenn man Platz hat. Jeden Mai hatten wir eine weiße Gischt, die vom Berg und Wald zu uns herunter rauschte und sich in unseren Garten zu ergießen schien. Toll.

In einem Landschaftsgarten würde ich es so lassen. Auf den Seitenstreifen an Autobahnen und Zubringerstraßen finde ich Massen von Forsythien auch sehr schön. Zu ihrer Zeit.

Aber sonst kann nur vor ahnungslosem Übermut gewarnt werden.

Gerade das entzückend einfach scheinende, leicht und unkompliziert aussehende, diese preiswerten und das ganze Jahr blühenden Lösungen sind mit der meisten Arbeit verbunden.

Was wir an Schnittgut von den beiden "romantischen" Bauernjasminen hatten waren bestimmt 100 Kubikmeter. Die muss man erst mal bewältigen oder wegschaffen und solche Arbeit muss man mögen.

Es gibt auch kostbarere, schönere, besser unterpflanzbarere und weniger arbeitsaufwändige Gehölze. Die haben kahle Füße. Aber das ist ein anderes Thema.
Titel: Re:Schleppe tragende Gehölze
Beitrag von: fars am 21. November 2008, 19:28:03
Manche Gehölze schleppen sich aber auch nur so dahin.
Dazu gehört meine Exochorda x macrantha "The Bride", der ich so manches Mal zurufen möchte: "Bauch rein, Brust raus!!" - Wenn man das bei einer Dame mal so frank und frei sagen darf.
Titel: Re:Schleppe tragende Gehölze
Beitrag von: pearl am 21. November 2008, 19:38:37
vor dem Schnitt sah es im Sommer so aus. Selbst den Hostas war der Aufdringliche Bauernjasmin unangenehm.

(https://lh4.googleusercontent.com/-Tv7I0zYZgaw/Ut_0iHGAp1I/AAAAAAAAEFc/J-r4VWTJvXs/s144/Philadelphus%2520vor%2520dem%2520Schnitt%25202008%2520DSCN4026.JPG)
Titel: Re:Schleppe tragende Gehölze
Beitrag von: fars am 21. November 2008, 19:40:26
Die Aufdringlichkeit ist aber kaum zu erkennen.
Titel: Re:Schleppe tragende Gehölze
Beitrag von: callis am 21. November 2008, 19:58:46
Da muss ich auch sagen, dass meiner da viel wilder wächst.
Titel: Re:Schleppe tragende Gehölze
Beitrag von: pearl am 21. November 2008, 21:40:20
zugegebenermaßen sieht es auf dem Bild alles recht nett und zierlich aus. Wenn man allerdings weiß welche Dimensionen die Hosta haben. Und um welche Sorten es da geht. Nun, ich kenne eigentlich keine, die größer wäre als 'Blue Angel'.
Titel: Re:Schleppe tragende Gehölze
Beitrag von: fars am 21. November 2008, 22:01:27
Wir wissen nicht.
Titel: Re:Schleppe tragende Gehölze
Beitrag von: pearl am 24. November 2008, 14:43:07
Die Aufdringlichkeit ist aber kaum zu erkennen.

sie ist von dieser Sorte:
Hinderlicher kann hingegen der Regen ableitende Überhang der Zweige sein, ...

das ist es, was meine Hostas nicht mögen. Der Laubfall ist auch ziemlich lästig, weil von der Sorte, der übel an den Hostablättern klebt

Zitat
... so dass am Fuß des Strauches die Bodentrockenheit zu groß wird.

das werde ich mir zu nutze machen und dort meine Sammlung Töpfe, die ich vor zu viel Nässe im Sommer schützen möchte, unterbringen.
Titel: Re:Schleppe tragende Gehölze
Beitrag von: daphne am 24. November 2008, 16:34:49
Einen Philadelphus coronarius als Herzwurzler auf den Stock setzen führt zu Besenwuchs. Das sind hunderte dünner Triebe an der Basis welche allesamt nicht richtig wachsen. So wie Pearl den Philadelphus geschnitten hat ist die einzige Art wieder zu einem vernünftigen Busch zu kommen.Die Schnittstellen verwachsen mit der Zeit

ich weiß nicht, ob ich das richtig erkannt habe ???
schneidet man den coronarius um 2/3 zurück und lässt Seitenzweige stehen? Gilt das auch für 'Virginal' u.ä.?
Titel: Re:Schleppe tragende Gehölze
Beitrag von: pearl am 24. November 2008, 16:42:31
man schneidet nie um 2/3 zurück!

Sieh mal was ich gemacht habe. Ganz oben. Dort sind die Triebe abgeleitet.

Ableitung kommt in diesem Fall nicht aus der Mathematik, sondern bezieht sich darauf, dass man einen Ast dort abschneidet, wo ein Seitenast entspringt.

Bei meinem Philadelphus coronarius bedeutet das, dass ich altes Holz, das wegen der schweren Blüten, die es getragen hat, überhängt und eben die Schleppe bildet, dass ich das entferne. Neue Triebe, die straff aufrecht emporwachsen, noch nie geblüht haben es aber im Folgejahr tun werden und bei denen die Rinde sehr hell ist, die lasse ich stehen.

Auf keinen Fall stummel ich solche mit Knospenanlagen versehenen unverzweigten Äste! Das bedeutet ich lasse sie in der ganzen Länge stehen. Genau wie bei Forsythien. Da schneidet man auch nicht genau das ab, was im nächsten Jahr sicher und überreich blüht.

Schleppe tragenden Gehölzen darf man keine Frisur verpassen. Formschnitt an Forsythie und Philadelphus ist widersinnig. Zur Blütezeit sieht es doof aus und den Rest des Jahres sowieso und im Winter erst recht.
Titel: Re:Schleppe tragende Gehölze
Beitrag von: Staudo am 24. November 2008, 16:45:27
Ich nenne diese letztgenannte Schnittmethode „Autobahnschnitt“, weil er an der BAB offensichtlich als höhere Gartenkunst gilt.
Titel: Re:Schleppe tragende Gehölze
Beitrag von: fars am 24. November 2008, 17:09:54
Auch hier erlaube ich mir einen Widerspruch ("Ich bin der Geist, der stets verneint").

Man kann Ph.c. durchaus beherzt "auf den Stock setzen", was keineswegs Besenwuchs bedeuten muss, sondern lange gerade, zunächst nicht blühfähige Triebe provoziert. Offenbar kommt es auf den Boden an, wie der Strauch reagiert.

Problematisch, wie mir scheint, ist ein halbherziger Schnitt, wenn er eingedämmt werden muss. Um den "Autobahnschnitt" aufzugreifen, also mit der Kettensäge o.ä. in welcher Höhe auch immer über ihn hinwegzudüsen, ergibt fatale halblange, überhängende Triebe, die den Strauch sozusagen kopflastig machen. Gnade der Himmel, bei stärkerem Schneefall!!
Titel: Re:Schleppe tragende Gehölze
Beitrag von: Crispa † am 24. November 2008, 18:50:53


Sieh mal was ich gemacht habe. Ganz oben. Dort sind die Triebe abgeleitet.

Ableitung kommt in diesem Fall nicht aus der Mathematik, sondern bezieht sich darauf, dass man einen Ast dort abschneidet, wo ein Seitenast entspringt.

Bei meinem Philadelphus coronarius bedeutet das, dass ich altes Holz, das wegen der schweren Blüten, die es getragen hat, überhängt und eben die Schleppe bildet, dass ich das entferne. Neue Triebe, die straff aufrecht emporwachsen, noch nie geblüht haben es aber im Folgejahr tun werden und bei denen die Rinde sehr hell ist, die lasse ich stehen.

Auf keinen Fall stummel ich solche mit Knospenanlagen versehenen unverzweigten Äste! Das bedeutet ich lasse sie in der ganzen Länge stehen. Genau wie bei Forsythien. Da schneidet man auch nicht genau das ab, was im nächsten Jahr sicher und überreich blüht.


Grob überschlagen habe ich mindestens 25 - 30 Philadelphus corinarius auf meinen Grundstück stehen, welche zu unterschiedlichen Zeiten gepflanzt wurden. Vier von ihnen sind über hundert Jahre alt. Alle sind je nach Pflegezustand und Standort sehr unterschiedlich im Wuchs. Teilweise sind sie ca 6 - 7 m hoch, einer hat eine riesige 3-4 m breite Schleppe, unter der ein 1,00 m breiter Weg drunter durch führt, den man aufrecht begehen kann. Zwei an der Basis etwa 1,50 m breite Exemplare hat man vor meiner gärtnerischen Zeit aus Unkenntnis auf den Stock gesetzt. Von diesem Schnitt haben sie sich bisher noch nicht erholt, obwohl er über 15 Jahre zurückliegt, und zeigen immer noch Besenwuchs. Ein altes Exemplar habe ich eigenhändig gerodet, dessen Herzwurzel noch im Garten liegt. Insbesondere mißfallen mir die besenwüchsigen Exemplare, da gerade diese solitär stehen. Diesen widme ich schon länger, ohne großen Erfolg, meine besondere Aufmerksamkeit.

Als einzig richtige Maßnahme kann ich nur den im oberen Zitat von pearl angeführten Schnitt befürworten. Allerdings bereitet er, gerade bei älteren Exemplaren, viel Arbeit und Zeitaufwand. Foto, soweit möglich, werde ich zu einem späteren Zeitpunkt mal einstellen.
Titel: Re:Schleppe tragende Gehölze
Beitrag von: bristlecone am 24. November 2008, 19:06:54
Hier stehen ein paar Philadelphus an der Nordgrenze zum Nachbarn, halbschattig und unter Druck einer großen Eibe.
Leider hat jetzt ein Mitbewohner die Sträucher in Brusthöhe nach Hausmeisterart gekappt! Ich muss ihn mal fragen, was er sich vorstellt, wie die Sträucher denn und werden sollen. Aber ich kann mir die Antwort schon denken.
In diesem Fall wird jetzt nur noch infrage kommen, die Sträucher auf den Stock zu setzen und die nächsten Jahre neu aufzubauen.
Oder sie gleich zu roden: Freiwillige vor.
Titel: Re:Schleppe tragende Gehölze
Beitrag von: Crispa † am 24. November 2008, 19:44:40
Hallo bristlecone,

ich würde es heute sogar wagen so einen fehlgeschnittenen Philadelphus auf den Stock zu setzen. Allerdigs würde ich gleich im ersten Jahr nur einige wenige Triebe wachsen lassen und nach meiner Schätzung 80% der Austriebe entfernen. Diese Maßnahme muß dann mehrere Jahre weiter fortgeführt werden damit kein Besenwuchs entsteht.

Es kann jedoch auch sein, dass sich durch diese Schnittmaßnahme nur einige wenige neue Basistriebe bilden. Wenn das geschieht hast du gewonnen und man kann zu einem späteren Zeitpunkt die jetzt abgeschnittenen Altäste gänzlich entfernen. Aber ob der Nachbar auch so denkt bezweifele ich.

Das Roden eines Philadelphus ist nicht allzu schwer. Als Herzwurzler hat er zwar viele aber garnicht mal so starke Wurzeln. Einseitig angefangen kann man die Herzwurzel gut unterstechen. Ein Foto welches ich einstellen werde wird es zeigen. Viele Gartenbesucher sind immer sehr erstaunt über diese Herzwurzel welche ich sonst auch noch nie gesehen habe. Diese Herzwurzel in Einzelteilen auszuroden, was wohl meistens versucht wird, ist ein heilloses Unterfangen.
Titel: Re:Schleppe tragende Gehölze
Beitrag von: pearl am 24. November 2008, 19:48:17
Autobahnrasur oder Hausmeisterschnitt das sind doch Termini, die in die Gärtnersprache eingehen werden!

Auf den Stock setzten tut man ja in der Regel Bäume. Eiche, Hainbuche.

Bei Philadelphus, so habe ich vor Jahren einmal in einem Schnittkurs gelernt, ist es notwendig altes Holz an der Basis zu entfernen. Dass das eine grottenmäßige Fummelei ist und mit normalem Wekzeug gar nicht zu bewerkstelligen ist ein ander Ding. Dazu brauch man eben die besagte schmale und kräftige Säge von Silky. Die ich noch nicht habe.

Besen und Quirle bilden Gehölze - an Weiden kann man das vortrefflich studieren - deren Scheitelmeristeme, die sich immer an der Schwerkraft orientieren, abrupt und total entfernt werden und der ganze Saftdruck im Frühjahr nicht entgegen der Schwerkraft in die Höhe steigen kann, sondern Umwege machen muss. Dann "spritzt" es aus allen "undichten" Stellen raus.

Wenn man dem Gehölz dagegen die obersten Scheitelmeristeme lässt, eine vernünftige Anzahl davon, dann klappt das mit dem Entfernen alten Holzes an der Basis. Voraussetzung dafür ist, dass man keine Äste stummelt. Und auch sonst Gefühl für die Sache mitbringt. Aber das haben wir ja.
Titel: Re:Schleppe tragende Gehölze
Beitrag von: bristlecone am 24. November 2008, 19:49:51
... so einen fehlgeschnittenen Philadelphus auf den Stock zu setzen. Allerdigs würde ich gleich im ersten Jahr nur einige wenige Triebe wachsen lassen und nach meiner Schätzung 80% der Austriebe entfernen. Diese Maßnahme muß dann mehrere Jahre weiter fortgeführt werden damit kein Besenwuchs entsteht.
Genau das werde ich tun. Wenn die Pflanze erstmal für einige Jahre nicht mehr blüht, ist das zu verschmerzen, sie steht nicht an exponierter Stelle. Sie sollte aber einen einigermaßen ansehnlichen Wuchs ausbilden.

@pearl: Im konkreten Fall: zu spät, jetzt haben wir den Besen.
Titel: Re:Schleppe tragende Gehölze
Beitrag von: pearl am 24. November 2008, 20:06:08
jetzt haben wir den Salat.

Das war der zweite Tip in meinem Schnittkurs. Wenn es einmal dazu gekommen ist, dann muss man das Gehölz regelmäßig begleiten und das bedeutet immer wieder behutsam auslichten und zurücknehmen bis sich ein Gleichgewicht eingestellt hat.

Worin das besteht und ob der Gärtner auf der Leiter damit gemeint ist, das ist möglicherweise die Frage. Oder auch nicht.
Titel: Re:Schleppe tragende Gehölze
Beitrag von: Crispa † am 24. November 2008, 20:09:47
Ich spreche aber immer von älteren über 15 Jahre alten Exemplaren. Seit Übernahme des Gartens wurden von mir keine Philadelphus mehr gepflanzt und die Sämlinge wurden stets entfernt. Bei jüngeren Exemplaren kann man diese Herzwurzel kaum erkennen, es ist mehr ein Herzchen. Aber die von pearl gezeigten Philadelphus haben bestimmt schon eine welche man als solche ansprechen kann.
Titel: Re:Schleppe tragende Gehölze
Beitrag von: freitagsfish am 24. November 2008, 20:12:46
schnelle frage an der seite: würdet ihr kolkwitzia auch unter schleppe tragend einordnen. ich verstand: im alter schon. oder?
Titel: Re:Schleppe tragende Gehölze
Beitrag von: pearl am 24. November 2008, 20:14:16
im Grunde alles was im Baumarkt billig zu haben ist oder in den 50er Jahren auf Kinderspielplätze gepflanzt wurde.

Ja! Deutzie auch.
Titel: Re:Schleppe tragende Gehölze
Beitrag von: freitagsfish am 24. November 2008, 20:15:24
hey hey, pearl, mach' meine kolkwitzia nicht an! die ist vom baumschuler! (na gut, sie war sehr günstig, aber dafür kann ich nix, das liegt an der gegend, wo ich sie kaufte und mein garten ist.)
 ;)
Titel: Re:Schleppe tragende Gehölze
Beitrag von: pearl am 24. November 2008, 20:42:59
is aber so. Diese Kategorie Gehölze lässt sich leicht vermehren. Das isses. Kann ich nix dafür, wirklich nicht.
Titel: Re:Schleppe tragende Gehölze
Beitrag von: freitagsfish am 24. November 2008, 20:43:58
 ::) ;)
Titel: Re:Schleppe tragende Gehölze
Beitrag von: Staudo am 24. November 2008, 20:45:06
Vitalität und gute Vermehrbarkeit sind auch bei Sträuchern keine Schande!
Titel: Re:Schleppe tragende Gehölze
Beitrag von: Crispa † am 24. November 2008, 20:45:23
Direkt außerhalb meines Grundstückes auf einer öffentlichen Wiese stehen zwei mächtige noch nie beschnittenen Kolkwitzien. (Ich hoffe dabei bleibt es auch.) Die zeigen wenig Überhang.

Dagen meine Deutzie muß immer geschnitten werden. Sie hat stets starken Überhang. Aber irgendwie läßt sie sich besser in Form bringen als ein Philadelphus und wächst straffer aufwärts.
Titel: Re:Schleppe tragende Gehölze
Beitrag von: Crispa † am 24. November 2008, 21:08:43
Aber warum muß es denn immer Philadelphus coronarius sein, gibt es doch ca. 75 weitere Arten dieser Gattung. Hinzu kommen noch die Sorten und Kreuzungen insbesondere die vielen Hybriden von Lemoine. Ein weites unübersehbares Betätigungsfeld wo kaum noch jemand durchsteigt. Oder sollte ich mich da irren?
Titel: Re:Schleppe tragende Gehölze
Beitrag von: zwerggarten am 24. November 2008, 21:25:52
warum kann die kolkwitzie nicht duften? dann fände ich sie noch schöner unter all diesen etwas banalen bekannteren ziergehölzen!

und warum kann eine forsythie nicht in gelbtönen changieren, einen attraktiven farbverlauf haben? von primelgelb zu weiß oder andersrum zu indischgelb? stattdessen grell plastik chromgelb - irgendwie schade. immerhin gibt es eine sehr hübsche, zart weißbuntblättrige form mit nicht zu gelben blüten und etwas angedunkelten neutrieben - die mag ich!
Titel: Re:Schleppe tragende Gehölze
Beitrag von: fars am 24. November 2008, 21:53:21
Meine Kolkwitzie hängt und schleppt. Und wie!
Titel: Re:Schleppe tragende Gehölze
Beitrag von: zwerggarten am 24. November 2008, 21:54:37
wie lieblich! ;)
Titel: Re:Schleppe tragende Gehölze
Beitrag von: Lizzy am 25. November 2008, 10:05:57
Jetzt bräuchte ich mal Hilfe..... :-\
Eigentlich stand der Philadelphus coronarius sowie der Philadephus microphyllus auf meiner Wunschliste für die Beflanzung unseres Vorgartens im nächsten Jahr. Ich möchte nämlich eine Art Wildobsthecke oder Sichtschutz zur Strassenseite mit Cornus mas " Shan " und Amelanchier " Prince William ". Dazwischen wollte ich einige Winterblüher wie Hamamelis und Winterjasmin sowie Frühjahrsblüher wie z.B. Schneeforsythie, Kor. Duftschneeball und spanischen Ginster pflanzen.
Wenn ich jetzt diesen Thread lese und Pearls Bilder von ihrem Philadelphus sehe, kommen mir Zweifel, ob ich da nicht einen riesen Fehler mache. Ich habe nämlich auch nicht besonders viel Platz.... ::)
Gibt es evtl. eine kleinere Form des Philadelphus ? Oder kann ich auch den ausladenden coronarius durch Schneiden so erziehen, dass er nicht so wuchert ?
Titel: Re:Schleppe tragende Gehölze
Beitrag von: fars am 25. November 2008, 10:12:56
Ja, es gibt durchaus kleiner bleibende Ph.-Sorten, die einem nicht so aus dem Ruder laufen. Schau mal hier:

http://www.eggert-baumschulen.de/

Meine Meinung: Hamamelis sollte man nicht in eine Hecke pflanzen. Dazu ist der Strauch zu schade. Bei seinem "vasenförmigen" Aufbau benötigt dieser Strauch einen freien Stand.
Titel: Re:Schleppe tragende Gehölze
Beitrag von: Susanne am 25. November 2008, 10:25:23


Mein Philadelphus microphyllus steht im Kübel und wird dort nicht höher/breiter als 80 cm...
Es ist schon ein gewaltiger Unterschied zu Philadelphus coronaria.
Es gibt einige sehr schöne Arten und Sorten, die sich gesittet im Mittelmaß bewegen, zum Beispiel Philadelphus purpurascens. Der ist aber leider nicht leicht zu bekommen...

Titel: Re:Schleppe tragende Gehölze
Beitrag von: Lizzy am 25. November 2008, 10:28:58
Ok.... den Philadelphus coronarius lasse ich lieber weg.... habe es jetzt gesehen, es gibt ja schon Sorten die nur 1,20 m hoch werden.
Bin ich froh diesen Thread gelesen zu haben ! :-*
Danke für den Tipp... (auch für die Hamamelis )
Titel: Re:Schleppe tragende Gehölze
Beitrag von: pearl am 25. November 2008, 12:59:49

Ich möchte nämlich eine Art
Wildobsthecke oder
Sichtschutz zur Strassenseite mit
Cornus mas " Shan " und
Amelanchier " Prince William ". Dazwischen wollte ich einige Winterblüher wie
Hamamelis und
Winterjasmin sowie Frühjahrsblüher wie z.B.
Schneeforsythie,
Kor. Duftschneeball und
spanischen Ginster pflanzen.

und du hast nicht viel Platz und es ist der Vorgarten.

- Wildobsthecke - ein ausladendes Ding. Gut als Feldgehölz
- Sichtschutz - wird meist mit Thuja erreicht. Ideal wäre
- Eibe. Amerikaner nehmen zur Straßenseite gerne
- Ilex in sehr rotfrüchtigen Sorten.

- Cornus mas, Kornelkirsche - wird verwendet und kommt gut als Frühblüher in der offenen Landschaft
- Amelanchier, Felsenbirne - ist ein edles Gewächs und am besten als Solitär und ungeschnitten. Kategorie: Gehölze mit kahlen Füßen.
- Winterblüher - fast alle Kategorie: Gehölze mit kahlen Füßen.
- Chimonanthus praecox, Winterblüte, ist sehr zu empfehlen. Gerade im Eingangsbereich! Allerdings kein Sichtschutz und er kann sehr groß werden.
- Hamamelis können steil aufrecht, aber auch ausladend trichterförmig wachsen. Sie sind unbedingt in waldähnlichen Situationen an andere Gehölze gebunden.
- Schneeforsythie, Abeliophyllum distychum , eignet sich überhaupt nicht als Heckenpflanze. Ihr Wuchs erinnert an Ginster. Sie ist am schönsten in einer Stein- oder Felsgartensituation wo sie malerisch überhängen kann.
- Winterjasmin ist ebenso. Am besten auf der Krone einer Trockenmauer.

Du siehst, dass du dir eine schöne Mischung zusammengestellt hast.

Wenn du etwas freien Platz vor dem Haus hast, dann könnte dort einer von den Winterblühern stehen, oder eine kleine Gruppe Hamamelis oder eine Felsenbirne. Den Sichtschutz zur Straße hin kann ich mir mit einer Ilexhecke entlang der Grundstücksgrenze gut vorstellen.
Titel: Re:Schleppe tragende Gehölze
Beitrag von: fars am 25. November 2008, 13:02:25
Sie sind unbedingt in waldähnlichen Situationen an andere Gehölze gebunden.

Wer sagt das?
Muss ich jetzt etwa meine 3 schönen großen und sehr blühfreudigen Sträucher roden?
Titel: Re:Schleppe tragende Gehölze
Beitrag von: pearl am 25. November 2008, 13:38:20
ach was!, fars!
Titel: Re:Schleppe tragende Gehölze
Beitrag von: Lizzy am 25. November 2008, 14:15:22
Also dann habe ich mich wohl mit meiner " Wildobsthecke" etwas falsch ausgedrückt...
Der Vorgarten soll zur Strassenseite hin mit Sträuchern zugepflanzt werden, ich habe gerade gemessen, es ist eine Länge auf etwa 10 Meter. Pro Gehölz habe ich einen Pflanzabstand von ca. 1,50m eingeplant. Am oberen Kopfende des Grundstücks ist eine Gerade von ca. 4m übrig, der an eine Trockenmauer grenzt. oberhalb der Trockenmauer sind noch Beete, wo ich Kräuter gepflanzt habe, da kann ich keine Sträucher mehr pflanzen, weil sie mir sonst das Licht wegnehmen.

Die Sache mit Cornus mas macht mich noch ganz wahnsinnig. Ich will die unbedingt haben, weiss aber, dass die riesig werden können. Habe gelesen, dass die neuen veredelten Sorten etwas kleiner im Wuchs bleiben. Ich hätte gerne die Cornus mas " Jolico " aber angeblich braucht die einen Befruchter und neuerdings soll der Wert der Früchte in Frage gestellt werden das sie angeblich nicht die erhoffte Vollfruchtigkeit erreichen, ( was das auch immer heissen soll ).
Auf die kurze Seite wollte ich 2x Aronia melanocarpa ( Hugin und Nero ) und auf die Ecke Viburnum " Eskimo ". Auf die lange Seite von 10 m soll kommen :
Spanischer Ginster, Amelanchier " Prince William ", Abeliophyllum distichum, und auf die Ecke eine Hamamelis.
Dann habe ich noch eine jap. Teehortensie, die ich auch noch unterbringen muss und den Viburnum carlesii, aber die bleiben ja mit 1,20 m ziemlich klein......
Titel: Re:Schleppe tragende Gehölze
Beitrag von: pearl am 25. November 2008, 14:27:39
na dann!

fars, mit dem Hinweis zur Gehölznähe von Hamamelis meinte ich den heimatlichen Standort. Ich finde es immer am schönsten, wenn Pflanzen ähnlich ihrer Herkunft benachbart werden. Gärtnerisch macht das auch am wenigsten Arbeit.

Amelanchier, die Felsenbirne kann ich mir am ehesten in Gebäudenähe oder in Beziehung zu Gebäuden vorstellen. Sie ist vom Wuchs im Winter und im Sommer wesentlich attraktiver und ausdrucksvoller als die Hamamelis, die wir so im öffentlichen Raum sehen.

Was auch daran liegt, dass Hamamelis langsam wachsen.

Einzeln stehende Rhododendren im Vorgarten auf kurzem Rasen wirken genauso unglücklich wie Hamamelis mit demselben.
Titel: Re:Schleppe tragende Gehölze
Beitrag von: Crispa † am 25. November 2008, 14:50:13
Hallo Conni,

so richtig kann ich mir zwar keine Vorstellung von deinem Vorgarten machen aber ich glaube du pflanzt deine Gehölze zu dicht. Ein Abstand von 1,5 m je Gehölz wird 2 - 3 Jahre gut gehen aber dann wird es reichlich eng, zumal du dir einige schöne aber auch recht groß werdende Gehölze ausgesucht hast. Damit man dich besser beraten kann, wären einige Fotos angebracht. Evtl kannst du ja auch eine kleine Skizze einscannen aus der man Abstände Haus/Grenze, Eingang usw erkennen kann.
Titel: Re:Schleppe tragende Gehölze
Beitrag von: pearl am 25. November 2008, 14:52:42
daraus könnte Conni L. dann auch ein schönes eigenes Thema machen.
Titel: Re:Schleppe tragende Gehölze
Beitrag von: fars am 25. November 2008, 14:54:59
Ich muss dir heftigst widersprechen, pearl.

Hamamelis sehen insbesondere als ältere Gehölze atemberaubend schön als Solitäre aus - mitten auf dem Rasen, an der Terrasse, am Hauseinagng - da sie in jüngeren Jahren einen recht ebenmäßigen Wuchs, später dann durchaus bizarre Strukturen annehmen können.

Was den Rhodie angeht, so stimme ich dir zu. Aber viele Pflanzen sehen isoliert gesetzt und insbesondere in unseren berühchtigten Vorgärten zum Erbarmen aus. Auch gibt es Gewächse, die nur gesellig gepflanzt wirken (Calluna, Erica und eben auch Rhododendren).

Auch dem heren Anspruch, möglichst nur so zu pflanzen, wie am natürlichen Standort, kann ich nicht folgen. Die wenigsten Gärten bieten diese Möglichkeit. Muss auch nicht sein. Man kann mit Pflanzen ebenso spielen, wie mit anderen Dekorationsdingen. Eine Hortensien-Allee zum Hauseingang ist wunderhübsch. Ein Cornus florida oder kousa ebenfalls als Solitär gepflanzt (typische Waldpflanze) ebenso.

Mich würde eher stören, wenn besondere Schönheiten hinsichtlich Habitus, Blüten oder Duft irgendwo hineingequetscht werden und sich dann nicht richtig entfalten können.

So finde ich es z.B. unpassend, Viburnum carlesii nicht freistehend aufwachsen zu lassen. Man nimmt dem Strauch viel von seiner Schönheit (muss aber gegen seine Läusesucht kämpfen) und bringt sich um zu viele seiner Blüten.
Titel: Re:Schleppe tragende Gehölze
Beitrag von: pearl am 25. November 2008, 15:00:30
fars, ich stimme dir in jedem einzeln Punkt zu und möchte manche deiner Punkte außerdem noch besonders unterstreichen!

Dafür könnte ich jetzt den Partner fred aufmachen mit dem Thema Gehölze mit kahlen Füßen. Dafür fehlen mir aber Fotos von meinen Hamamelis - die ich aus freiem Stand gerettet habe und die jetzt heimat- und standortgerecht unterhalb einer Trockenmauer und vor einem sonnigen Gehölzrand aus einer uralten Eiche und ziemlich alten Haselbüschen stehen.
Titel: Re:Schleppe tragende Gehölze
Beitrag von: sarastro am 25. November 2008, 15:22:57
Hamamelis benötigen unheimlich viel Platz. Sie wachsen drei bis viermal so breit wie hoch. Darum sollten sie gleich von Anfang an behutsam pinziert werden, damit sie nicht so sparrig wachsen.

Ich verstand nie, warum Rhododendron oft derart ineinandergepfercht werden. Wie malerisch wirkt ein Rhodo als Unterholz oder überhaupt freistehend, wenn die Rinde mehr zur Geltung kommt.

Natur im Garten kopieren gelingt im Übrigen selten und hat auch nicht allzu viel Berechtigung. Aber in Anlehnung an manche Vergesellschaftung..... macht es schon Sinn.
Titel: Re:Schleppe tragende Gehölze
Beitrag von: Iris am 02. Dezember 2008, 21:48:06
- Sichtschutz - wird meist mit Thuja erreicht. Ideal wäre
- Eibe. Amerikaner nehmen zur Straßenseite gerne
- Ilex in sehr rotfrüchtigen Sorten.
Ich weiß nicht, ob Taxus ideal wäre. Es kommt auch auf die äußeren Bedingungen an. Taxus verträgt extrem viel, aber in der Vollsonne z.B. fände ich ihn nicht ideal.

Conni, aus einigen Beiträgen hast du schon etwas kritische Stimmen zu der Auswahl deiner Gehölze für eine Hecke und zu den Pflanzabständen gehört. Ich möchte mich da anschließen. Hamamelis wäre in einer Hecke meines Erachtens nur schön vorstellbar, wenn es sich um eine Fläche von mehreren Hektar handelte oder die Hamamelis langfristig z.B. wesentlich kleinere Gehölze überkronen würde, z.B. quasi über einer wolkenförmigen Buchs-Eiben-Ilex oder sonstewas-Hecke stehen würde und somit aber optisch eigentlich nicht als Heckengehölz auftreten würde. Hamamelis ist als Heckengehölz eigentlich unvorstellbar!

Ebenso Abeliophyllum distichum, zumal ihr Wuchsverhalten wesentlich zarter ist als das der übrigen geplanten Gehölze. Sie würde schon nach kurzer Zeit zu sehr von den Nachbarn beschattet und auch optisch bedrängt...

Die wenigsten Gärten bieten diese Möglichkeit [so zu pflanzen, wie am natürlichen Standort]. Muss auch nicht sein. Man kann mit Pflanzen ebenso spielen, wie mit anderen Dekorationsdingen.

Ja!
NEIN! Man kann mit Pflanzen zwar spielen und auch viel experimentieren. Im Gegensatz zu anderen Dekorationsdingen ist ein langfristig schöner Garten aber nicht allein eine Frage des Geschmacks. Pflanzen wachsen nunmal und sehen beim Kauf schon allein deswegen anders aus als nach einigen Jahren. Für die meisten Menschen ist die Abnutzungserscheinung ihres Stoffsofas besser vorhersehbar als das Wuchsverhalten der Pflanzen, die sie irgendwo gesehen, in diesem Zustand für hübsch befunden und gekauft haben. Eine Planung mit Dekorationsdingen ist also in keiner Weise mit einer Planung mit lebendigen Pflanzen zu vergleichen.

Etwas schleppende Grüße von Iris
Titel: Re:Schleppe tragende Gehölze
Beitrag von: zwerggarten am 02. Dezember 2008, 22:16:40
was schleppt denn etwas - das hast du doch sehr beschwingt und treffend formuliert? ;)
Titel: Re:Schleppe tragende Gehölze
Beitrag von: Lizzy am 02. Dezember 2008, 22:42:22
Hallo Iris,
Mit der Hecke hatte ich mich auch etwas unpassend ausgedrückt !
Ich habe ca. 14 Meter Vorgartenrand wenn ich dass mal so nennen darf und suche einige Kleinsträucher, mit denen ich die Grenze bepflanzen möchte.
Ich bin ein Fan von Früh-und Winterblühenden Sträuchern, sowie von Duft - und Wildobststräuchern.
Momentan habe ich folgende Auswahlgetroffen :
Auf die 4m Seite kommt Viburnum "Eskimo" und Philadelphus microphyllus.
Auf die lange 10 Meter Seite soll kommen :
Cornus mas aurea oder variegata oder wenn ich sie bekomme eine Cornus mas nana. Daneben von mir aus eine Amelanchier ovalis pumila ( soll in der Endhöhe nur 1,50 hoch werden, ebenso die Cornus mas variegata ) obwohl ich ja eigentlich die Prince William möchte, aber mal sehen... und zum Abschluss, an die Ecke die Hamamelis "Jelena", die muss ich einfach haben....
Als Bestäuber setze ich mir noch eine kleinbleibende Cornus mas und Amelanchier in den Kübel neben den Vorgarten auf die Einfahrt. So habe ichs eigenlich geplant....
Ach ja, die Abeliophyllum distichum, wenn denn noch Platz sein sollte.
Ich achte halt darauf, dass es sich um Kleinsträucher bzw. kleinbleibende Variationen handelt.
Gut, die Hamamelis allerdings........ 8)
Titel: Re:Schleppe tragende Gehölze
Beitrag von: Crispa † am 03. Dezember 2008, 01:54:26
von Cornus mas "Variegata" hatte ich mir auch etwas mehr versprochen als ich ihn vor 8 Jahren gekauft und gepflanzt habe. Eigentlich sollte er nur etwas größer werden und so pflanzte ich ihn auf mein Staudenbeet bevor er seinen endgültigen Standort bekommen sollte. Wie es aussieht wird dies wohl für immer sein Standort sein denn über 50 - 70 cm Höhe/Breite ist er noch nicht hinausgekommen und er sieht gut in der Gesellschaft von Hemerocallis und Pfinstrosen aus.

Hier im Forum gibt es einen Thread der die Kleinwüchsigkeit dieses Cornus behandelt. In meinen Augen ist es ein Kandidat der vom Wuchsverhalten auch in einen Steingarten passt. Auf meinen Staudenbeeten sind noch weitere Gehölze geparkt deren zwergenhaften Wuchs ich vorher garnicht kannte.
Titel: Re:Schleppe tragende Gehölze
Beitrag von: fars am 03. Dezember 2008, 07:44:35

Die wenigsten Gärten bieten diese Möglichkeit [so zu pflanzen, wie am natürlichen Standort]. Muss auch nicht sein. Man kann mit Pflanzen ebenso spielen, wie mit anderen Dekorationsdingen.

Ja!
NEIN! Man kann mit Pflanzen zwar spielen und auch viel experimentieren. Im Gegensatz zu anderen Dekorationsdingen ist ein langfristig schöner Garten aber nicht allein eine Frage des Geschmacks.

Nun, deine Betonung liegt auf langfristig . Und dann ist es eine Selbstverständlichkeit, bei dem Gartenarrangement die Altersstruktur der Gehölze zu berücksichtigen. So sollte es zumindest sein. Aber das verhindert doch nicht das Dekorationsspiel?

Doch viele (oder vielleicht inzwischen die meisten?) Gärten werden nicht unter dem Aspekt der Langfristigkeit geplant. Die heute erforderliche Mobilität bringt einen zunehmend häufigeren Wohnortwechsel mit sich. Ich meine mich erinnern zu können, dass die Engländer im Laufe ihres Lebens mindestens 6-mal ihre Häuser wechseln (statistisch betrachtet). So weit sind wir noch nicht. Aber auch ich habe meinen zweiten Garten. Und in meinem jetzigen interessieren mich die Gehölzstrukturen in, sagen wir mal, 20-25 Jahren keinen Deut.

Wer heute eine Thuja pflanzt, denkt nicht daran, dass diese eines Tages ein riesiger und wunderschöner Baum sein wird (meine Thujen beweisen gerade jetzt, in diesem Moment, mit ihren unter der Schneelast schleppenden Zweigen ihren besonderen Winterreiz). Wer seinen Garten schnell füllig haben will, nimmt auf künftigen Platzbedarf wenig Rücksicht. Warum auch, die Natur hält es ja auch nicht anders.

Aber es gibt eben doch Gehölze, die man umkreisen können muss. Deren Schönheit sich nur dann entwickeln kann, wenn sie freien Stand haben, weshalb sie von allen Seiten bewundert werden sollten. Aber der Natur ist auch das völlig piepegal. Insofern sind Hinweise auf den ursprünglichen Naturstandort nur bedingt hilfreich.

Nein, ich für meinen Teil bleibe dabei, dass jeder nach eigenem Gusto mit seinem Garten spielen sollte. Wenn ich jedem Gesträuch seinen optimalen Platzbedarf zuweisen wollte (von den klimatischen und bodenstrukturellen Bedingungen ganz zu schweigen) müsste ich gewiss über die Hälfte wieder entfernen. Kommt nicht in die Tüte!

Titel: Re:Schleppe tragende Gehölze
Beitrag von: daphne am 03. Dezember 2008, 10:08:30
hallo conni,
also wenn du den Cornus mas unbedingt willst, kannst du ihn doch auch jederzeit schneiden. Er ist sehr schnittverträglich - blüht dann allerdings weniger!
Titel: Re:Schleppe tragende Gehölze
Beitrag von: Lizzy am 03. Dezember 2008, 10:55:13
von Cornus mas "Variegata" hatte ich mir auch etwas mehr versprochen als ich ihn vor 8 Jahren gekauft und gepflanzt habe. Eigentlich sollte er nur etwas größer werden und so pflanzte ich ihn auf mein Staudenbeet bevor er seinen endgültigen Standort bekommen sollte. Wie es aussieht wird dies wohl für immer sein Standort sein denn über 50 - 70 cm Höhe/Breite ist er noch nicht hinausgekommen und er sieht gut in der Gesellschaft von Hemerocallis und Pfinstrosen aus.

Hier im Forum gibt es einen Thread der die Kleinwüchsigkeit dieses Cornus behandelt. In meinen Augen ist es ein Kandidat der vom Wuchsverhalten auch in einen Steingarten passt. Auf meinen Staudenbeeten sind noch weitere Gehölze geparkt deren zwergenhaften Wuchs ich vorher garnicht kannte.

Bekommt dein Cornus mas variegata Früchte ? Du sagst 8 Jahre alt und nur 70 cm hoch ? Das ist ja unglaublich....
Was hast du dann noch für Zwerggehölze.... Ich denke jetzt muss doch bald mal ein eigener Thread her.
Titel: Re:Schleppe tragende Gehölze
Beitrag von: Lizzy am 03. Dezember 2008, 11:17:47
hallo conni,
also wenn du den Cornus mas unbedingt willst, kannst du ihn doch auch jederzeit schneiden. Er ist sehr schnittverträglich - blüht dann allerdings weniger!
ich sag mal wenn alle Stricke reissen, ja da hast du recht....
Titel: Re:Schleppe tragende Gehölze
Beitrag von: Crispa † am 03. Dezember 2008, 19:55:58
 So nun habe ich ein Foto von der Herzwurzel eines Philadelphus coronarius gemacht. Ich schätze ihn auf ca. 20 Jahre. Ihn auszugraben war gar nicht so schwer da ich ihn von Anfang an unterstochen habe. So ließen sich die einzelnen Wurzeln leicht abtrennen und die Herzwurzel insgesamt roden.

Wie man erkennt hatte er nur wenige starke Triebe, ca. 15 - 20 Stück, welche an verschiedenen Stellen aus der Herzwurzel kamen.

Es ist leicht nach zu vollziehen dass, wenn man die starken Äste an der Herzwurzel abtrennt, diese an allen Stellen austreibt (schlafende Augen). Es entsteht ein sogenannter Besenwuchs den man tunlichst vermeiden sollte.


Titel: Re:Schleppe tragende Gehölze
Beitrag von: Lizzy am 03. Dezember 2008, 20:43:34
Was machst du mit der Wurzel, trocknest du die... sieht bestimmt nicht schlecht aus !
Titel: Re:Schleppe tragende Gehölze
Beitrag von: Crispa † am 03. Dezember 2008, 21:00:23
Hallo Conni,

Von solchen Wurzeln, Stuken, und verwachsenen Stämmen habe ich einiges irgendwo im Garten liegen. Ich habe mir beim fotografieren auch schon überlegt, dass ich sie mal an einem trockenen Ort lagere wo zB auch ein sehr knorriger hohler Sambucusstamm von ca 40 cm Durchmesser lagert. Ich liebe derartige Teile und entsorge so etwas eigentlich nie.
Titel: Re:Schleppe tragende Gehölze
Beitrag von: pearl am 05. Dezember 2008, 16:09:25
Crispa, keine Ahnung was ich am tollsten finden soll. Deine Herzwurzel, deine Beetkante oder dein Feinkieselbelag auf dem Weg!

Sowas hab ich noch nie gesehen!

Die Herzwurzel zeigt sehr gut was ein Strauch eigentlich ist. Ein Gewächs, das keinen Stamm ausbildet. Das Dauerhafte ist, das ist dieses Wurzelding.

Aus dem treiben immer neue Äste. Zweige. Die altern allerdings. Und bilden eben keinen dauerhaften Stamm. Mehrjährige Äste sterben bei dieser Kategorie Gehölz ab. Deshalb kann man bei diesen Sträuchern jedes Jahr überalterte Triebe auslichten. Macht man das zu radikal, dann bildet sich ein wirrer Schopf aus schwachen Ästen. Sowas muss man jahrelang regelmäßig bearbeiten wenn man überhaupt wieder einen vernünftigen Strauch haben will.

Was nicht immer gelingt, wie Crispa erklärt hat.

Die andere Kategorie Gehölz, die Strauch werden will, reguliert ihr Wachstum nicht an der Basis, sondern bildet an Verzweigungen nach kurzem Triebwachstum mehrere Scheitelmeristeme aus. Diese Seitenknospen überwachsen die ursprüngliche Hauptachse, die das Wachstum völlig einstellt. Diese Sträucher haben kahle Füße.
Titel: Re:Schleppe tragende Gehölze
Beitrag von: Crispa † am 08. Dezember 2008, 05:20:50
Gibt es denn wohl noch weitere Gehölze mit einer Herzwurzel?

Corylus avellana hat ja keine Herzwurzel treibt aber auch so fies von unten aus. Ebenso einige Weiden
Titel: Re:Schleppe tragende Gehölze
Beitrag von: fars am 08. Dezember 2008, 05:57:35
Fagus sylvatica, Acer pseudoplatanus, Carpinus betulus, Alnus glutinosa, Vitis vinifera, Pseudotsuga menziesii, Quercus rubra, Cedrus atlantica, Cedrus libani...
Titel: Re:Schleppe tragende Gehölze
Beitrag von: Crispa † am 08. Dezember 2008, 06:56:00
Fars die haben aber alle keine Herzwurzel sondern treiben seitlich aus dem Stamm aus.

Ich meinte echte Herzwurzler eben wie Philadelphus.
Titel: Re:Schleppe tragende Gehölze
Beitrag von: fars am 08. Dezember 2008, 07:52:15
Was ist denn eine "echte" Herzwurzel?
Meinst du etwa Pflanzen mit basalem Austrieb?
Titel: Re:Schleppe tragende Gehölze
Beitrag von: Crispa † am 08. Dezember 2008, 08:13:24
Schau dir mal die Wurzel in Post # 63 an. Wenn man von dieser Wurzel alle Äste abschneidet treiben aus allen schlafenden Augen auf dieser Wurzel neue Triebe. Das fürt dann zu einem Besenwuchs. Schau mal was pearl dazu schreibt. Ich kenne im Moment kein Gehölz welches das ebenso tut, wohl aber Stauden.
Titel: Re:Schleppe tragende Gehölze
Beitrag von: bristlecone am 08. Dezember 2008, 08:37:06
Crispa, was Du vermutlich meinst, kenne ich unter dem Begriff "Xylopodium". Pearl hat beschrieben, was darunter zu verstehen ist. So ein Gehölzaufbau ist charakteristisch für Sträucher, die von der Basis her immer wieder neue Triebe bilden, während die ältesten Triebe absterben. So entsteht aus einem immer dicker werdenden Wurzelfuß ein vielästiger Strauch, aber kein ein- oder wenigstämmiger Baum.
Beispiele wären Viburnum lantana und V. opulus, Lonicera xylosteum und L. nigra, Corylus avellana, auch Berberis vulgaris, um ein paar einheimische zu nennen.
Natürlich ist das kein strenges Entweder-Oder: Es gibt Gehölze, die sehr gut aus der Basis regenerieren können, normalerweise aber nur einige starke Triebe ausbilden und damit eher baumförmig wachsen. Umgekehrt gibt es Sträucher, die unter entsprechenden Bedingungen oder mit dem entsprechenden Schnitt auch mal baumartig mit einem ausgeprägten Hauptstamm wachsen, etwa Haselnuss oder Holunder.
Titel: Re:Schleppe tragende Gehölze
Beitrag von: fars am 08. Dezember 2008, 09:52:07
...und Baumarten, die z.B. durch Wildverbiss aus der Wurzel besenartig austreiben (Fagus sylvatica beispielsweise)
Titel: Re:Schleppe tragende Gehölze
Beitrag von: Crispa † am 08. Dezember 2008, 14:51:27
Crispa, was Du vermutlich meinst, kenne ich unter dem Begriff "Xylopodium". Pearl hat beschrieben, was darunter zu verstehen ist.

Vielen Dank, genau das meinte ich. Mit dem Begriff "Xylopodium" bin ich weitergekommen.
Titel: Re:Schleppe tragende Gehölze
Beitrag von: pearl am 22. Januar 2014, 16:57:31
Einen Philadelphus coronarius als Herzwurzler auf den Stock setzen führt zu Besenwuchs. Das sind hunderte dünner Triebe an der Basis welche allesamt nicht richtig wachsen. So wie Pearl den Philadelphus geschnitten hat ist die einzige Art wieder zu einem vernünftigen Busch zu kommen.Die Schnittstellen verwachsen mit der Zeit


dies hier ist ein jüngeres Exemplar von Philadelphus. Er wurde noch nie geschnitten, denn in den ersten Jahren gibt es diese Langtriebe, die erwünscht sind. Erst, wenn die beginnen zu altern und unter der Last der Verzweigungen und Blütenfülle beginnen sich zu neigen, dann ist es notwendig sie an der Basis zu entfernen.

(https://lh4.googleusercontent.com/-co43kvtbYTc/Ut_jlXR7K1I/AAAAAAAAEEw/K4pe9hQM8L4/s144/DSCN6863.JPG)

links ist der Philadelphus, rechts Lonicera x purpusii.

was ich eingangs über die alte Philadelphus-Hecke beschrieben habe, kann ich noch mal wiederholen.

Sämtliche überhängenden Äste habe ich bis auf einen näher an der Basis entspringenden Trieb abgeleitet. Einige sehr alte Triebe konnte ich ganz rausnehmen, alles verquer gewachsene auch. Das machte ich jedes Jahr so.
Titel: Re:Schleppe tragende Gehölze ...
Beitrag von: mifasola am 22. Januar 2014, 17:21:44
Pearl, bezieht sich das irgendwie hierdrauf http://forum.garten-pur.de/Atelier-26/ableiten_-Ableitung-48641_75A.htm (#82 bzw. #84) ?
Titel: Re:Schleppe tragende Gehölze ...
Beitrag von: pearl am 22. Januar 2014, 17:26:26
ja, sicher, hier kannst du nachlesen, was Crispa meinte und ich beschrieben habe über den Schnitt einer vernachlässigten Philadelphus-Hecke. Ich suche mal nach den Bildern und füge sie vielleicht über Picasa ein.
Titel: Re:Schleppe tragende Gehölze ...
Beitrag von: mifasola am 22. Januar 2014, 17:36:44
Danke, das ist lieb, musst du aber nicht.
Noch mehr Äste bodeneben rausnehmen geht nicht. Oben verstümmeln ist doof, auch klar. Überhängen tut nix, alles aufrecht. Also fasse ich die Hecke jetzt nicht weiter an und schaue, was im Frühjahr/Sommer passiert.
Oben blühen und unten kahl würde ich halt nicht so toll finden. Aber die Hecke hat jetzt jede Menge Platz und Luft und Licht für neue Triebe, also soll sie. (Und füttern werde ich sie auch.)
Titel: Re:Schleppe tragende Gehölze ...
Beitrag von: pearl am 22. Januar 2014, 17:41:37
gleich kommen die Bilder, laden gerade hoch. Die Langtriebe, die drohen überzuhängen und einen enormen Raum einnehmen können sind auch zu sehen. Wie ich das Zeug gebändigt habe ebenfalls.
Titel: Re:Schleppe tragende Gehölze ...
Beitrag von: mifasola am 22. Januar 2014, 17:43:13
"Zeug" ist ein gutes Wort... ::)
Titel: Re:Schleppe tragende Gehölze ...
Beitrag von: pearl am 22. Januar 2014, 17:49:22
die Ausgangslage:

(https://lh4.googleusercontent.com/-Tv7I0zYZgaw/Ut_0iHGAp1I/AAAAAAAAEFc/J-r4VWTJvXs/s144/Philadelphus%2520vor%2520dem%2520Schnitt%25202008%2520DSCN4026.JPG)

die Schleppen ragen weit in den Gartenraum hinein und beschatten zunehmend die Hosta-Kultur. Eigentlich sieht man von denen gar nichts mehr.
Titel: Re:Schleppe tragende Gehölze ...
Beitrag von: pearl am 22. Januar 2014, 17:51:04
hier die Langtriebe, die in der nächsten Saison voll mit Blüten sind und schwer überhängen werden.

(https://lh6.googleusercontent.com/-oC2aevfg-4Q/Ut_0kJJairI/AAAAAAAAEFk/JGxuI-gI2HM/s144/Philadelphus%2520%25C3%25BCberh%25C3%25A4ngende%2520und%2520n%25C3%25A4chstes%2520Jahr%2520Schleppe%2520bildende%2520Zweige%2520DSCN4981%2520-%2520Kopie.JPG)
Titel: Re:Schleppe tragende Gehölze ...
Beitrag von: pearl am 22. Januar 2014, 17:54:43
der Schnitt

[td](https://lh5.googleusercontent.com/-JmPOp1icTbQ/Ut_0fDP1QDI/AAAAAAAAEFU/aUEYwoX63sA/s144/Philadelphus%2520der%2520zweite%2520ist%2520noch%2520nicht%2520fertig%2520DSCN4979%2520-%2520Kopie%2520%25282%2529.JPG)[/td][td](https://lh6.googleusercontent.com/-sQeviP-Y3zc/Ut_0a6dzglI/AAAAAAAAEFE/qozv-uAKDQ0/s144/Philadelphus%2520Schnittbild%2520DSCN4978%2520-%2520Kopie.JPG)[/td][/table]

dabei habe ich alte Äste ganz rausgenommen und so viel an den mehrjährigen Trieben gelassen, dass die Wuchsdynamik des nächsten Jahres nicht so eine Masse an überhängenden dünnen Trieben erzeugt.
Titel: Re:Schleppe tragende Gehölze ...
Beitrag von: pearl am 22. Januar 2014, 17:57:11
das gibt viel Raum unter den Gehölzen und überhaupt ein Zugang zu dem hinteren Gartenteil. Ein kontinuierlicher Rückschnitt in der Art ist jedes Jahr notwendig.

(https://lh3.googleusercontent.com/-yCYNIC0TFSQ/Ut_0djvdSaI/AAAAAAAAEFM/ez9myZt5xIk/s144/Philadelphus%2520und%2520viel%2520Platz%2520unter%2520dem%2520Philadelphus%2520DSCN4977%2520-%2520Kopie.JPG)

ganz unten im Bild taucht etwas Grasnarbe auf. Die gesamte unbegraste Fläche ist von der Philadelphus Schleppe bedeckt gewesen.
Titel: Re:Schleppe tragende Gehölze ...
Beitrag von: Pewe am 22. Januar 2014, 18:04:42
Sehr schön anschaulich. :D Werde ich mal versuchen. Ein Kibitz dankt.
Titel: Re:Schleppe tragende Gehölze ...
Beitrag von: mifasola am 22. Januar 2014, 18:08:41
Ok, unten rum sieht es hier inzwischen ähnlich aus (was mich beruhigt ;)). Vielleicht kann ich morgen mal ein Foto von dem eigentlichen Problem oben machen, dessen Ursache das jahrelange Köpfen ist - je nach Schnee...
Merci schonmal!

Edit: Ach, ich kriege die Teile einfach nicht so aufs Bild, dass anschaulich wird, über was ich nachdenke... :( Ich werde die Hecke jetzt lassen, wie sie ist, demnächst ordentlich düngen und wässern und mich überraschen lassen. Und wenn die Hecke brav ist, ist sie bald alle vermurksten Stengel los.
Titel: Re:Schleppe tragende Gehölze ...
Beitrag von: pearl am 12. Juni 2014, 14:20:22
um zu veranschaulichen, was ich mit Schleppe tragen meine und womit man mit einem Bauernjasmin, Philadelphus coronarius, rechnen muss. Bilder von Heute.

[td](https://lh4.googleusercontent.com/-nbNL3On71-c/U5mYay03R7I/AAAAAAAAFbc/0LW4k7tQzDM/s144/DSCN8117.JPG)[/td][td](https://lh3.googleusercontent.com/-0_tA-SB3XDs/U5mYb6QmRDI/AAAAAAAAFb0/4Pcl4LYZCHQ/s144/DSCN8118.JPG)[/td][td](https://lh5.googleusercontent.com/-pGmdxop8pME/U5mYjuxNHNI/AAAAAAAAFbo/sSyS-E66dSs/s144/DSCN8120.JPG)[/td][/table]

Die Bilder sehen harmloser aus als es ist. Das Teil steigt auf 3 m Höhe und schlägt auf 3 m Länge aus. Im Wiesengarten überflügelt ein Exemplar einen alten Apfelbaum. Einen großen alten Apfelbaum.
Titel: Re:Schleppe tragende Gehölze ...
Beitrag von: pearl am 12. Juni 2014, 14:21:48
es ging hier darum.

gestern hat der Mann Motorgesenst und der Geranium phaeum Rasen ist niedergemacht: "du willst doch die Töpfe sehen."

Heute wollte der Mann die Hosta in den Töpfen sehen und einen schattigen Tunnel unter dem Gebüsch haben: "du brauchst doch nur die alten Äste von unten abschneiden."

Ja, unter dem Philadelphus ist jetzt ein schöner schattiger Tunnel, es gibt 3 Kubikmeter Schnittmaterial, die Felco Astschere liegt immer noch im Garten und Blue Angel, Eleganz und Frances William sieht man jetzt ebenso wie den schönen Austrieb der Taglilien.
Titel: Re:Schleppe tragende Gehölze ...
Beitrag von: oile am 12. Juni 2014, 17:26:08
Schöner Tunnel!
Titel: Re:Schleppe tragende Gehölze ...
Beitrag von: riesenweib am 13. Juni 2014, 13:58:33
find ich auch
Titel: Re: Schleppe tragende Gehölze ...
Beitrag von: Staudo am 30. Juli 2017, 14:22:20
Ich hole dieses alte Thema aus der Versenkung. Zur Ausgangslage: Unser Hof ist zur Straße offen und nach hinten führt ein rund 120 Meter langer und vier Meter breiter, schnurgerader Rasenweg in den Park, der sich dort optisch noch einige Dutzend Meter fortsetzt. Auf diesem Rasenweg steht unter einer am Rand stehenden Kastanie eine Sitzgarnitur, an der wir gern sitzen. Von der Straße aus sind wir gut zu sehen. Andererseits kann man die lange Achse vom Park aus zwischen unseren beiden Gebäuden hindurch auf Nachbars Haus sehen. Beides finde ich nicht so recht befriedigend. Zwischen die beiden Häuser möchte ich einen groß und üppig werdenden Strauch pflanzen, der zum einen Sichtschutz von der Straße gibt, zum anderen die Sicht aus Richtung Park abschließt und Nachbars Haus etwas verdeckt. Vom Wuchs wäre ein Philadelphus ideal. Der ist bis unten rund und blüht obendrein überreich. Allerdings wäre mir an so einer prominenten Stelle etwas Besonderes lieber. Was wäre denkbar? Rund wachsend, Endhöhe bei 3-4 Meter, möglichst über einen langen Zeitraum attraktiv, Herbstfärbung wäre toll, üppige Blüte auch. Der Standort ist etwas zugig und -20°C gibt es auch alle paar Jahre mal.
Titel: Re: Schleppe tragende Gehölze ...
Beitrag von: Kenobi † am 30. Juli 2017, 14:49:08
Heptacodium miconioides.

Wenns a bissl höher werden darf, wäre Koehlreuteria paniculata mein Favorit. Vor allem auf Sandböden.
Titel: Re: Schleppe tragende Gehölze ...
Beitrag von: Sternrenette am 30. Juli 2017, 14:55:35
Ganz klasse ist eine hängende Bluthasel - oder -Buche?

Wächst in der Stadt am Stadion, müßte ich nochmal gucken. Ich meine es ist eine Hasel. Man könnte drunter sitzen wie unter einem bodenlangen Schirm.
Titel: Re: Schleppe tragende Gehölze ...
Beitrag von: Staudo am 30. Juli 2017, 15:03:24
Schon geht das Gemäkel los:

Koehlreuteria paniculata

Wird ein Baum und hat dann die Beine frei.

Ganz klasse ist eine hängende Bluthasel - oder -Buche?

Für eine Blutbuche reicht der Platz nicht. Außerdem wollen wir uns nicht darunter setzen.

Heptacodium miconioides.

Es gibt durchaus Fotos im Internet, auf denen der Strauch vom Habitus passt. Nur der deutsche Name ist gar so bescheuert.
Titel: Re: Schleppe tragende Gehölze ...
Beitrag von: Sternrenette am 30. Juli 2017, 15:11:46
Ich denke eben nicht, daß es eine Buche ist, sie ist seit meiner Jugend um 30 Jahre gewachsen, aber nicht so groß wie es eine Buche wäre.
Titel: Re: Schleppe tragende Gehölze ...
Beitrag von: troll13 am 30. Juli 2017, 15:32:18
Immer diese eierlegenden Wollmilchsäue. :-X ;)

Wäre Physocarpus 'Diabolo' ein Vorschlag in die richtige Richtung?
Titel: Re: Schleppe tragende Gehölze ...
Beitrag von: oile am 30. Juli 2017, 15:35:15
Acer ginnala?
Titel: Re: Schleppe tragende Gehölze ...
Beitrag von: Rüttelplatte am 30. Juli 2017, 15:36:13
Oder Kolkwitzia amabilis 'Pink Cloud'
Titel: Re: Schleppe tragende Gehölze ...
Beitrag von: YElektra am 30. Juli 2017, 15:38:33
Amelanchier lamarckii 'Ballerina'?
Titel: Re: Schleppe tragende Gehölze ...
Beitrag von: Staudo am 30. Juli 2017, 15:45:13
Immer diese eierlegenden Wollmilchsäue. :-X ;)

Eine sehr groß werdende und sonnenverträgliche Hortensie wäre auch denkbar.  ;)


Die Idee gefällt mir. Welche Sorte wird sehr groß, ist halbwegs sonnenverträglich und blüht auch nach strengen Wintern?
Titel: Re: Schleppe tragende Gehölze ...
Beitrag von: Sternrenette am 30. Juli 2017, 15:49:56
Ich hatte gedacht ein Trauergehölz wäre gefragt.

Flieder? Da gibts sehr schöne alte Sorten.
Titel: Re: Schleppe tragende Gehölze ...
Beitrag von: Waldschrat am 30. Juli 2017, 15:53:04
Wie wäre es mit einem immergrünen Viburnum, z.B. dieser

Esveld z.B. ist immer etwas zurückhaltend mit der Größenangabe. In echt wird das Zeug meist höher.
Titel: Re: Schleppe tragende Gehölze ...
Beitrag von: Henki am 30. Juli 2017, 15:57:20
Eine sehr groß werdende und sonnenverträgliche Hortensie wäre auch denkbar.  ;)


Die Idee gefällt mir. Welche Sorte wird sehr groß, ist halbwegs sonnenverträglich und blüht auch nach strengen Wintern?

Hydrangea paniculata 'Limelight':

Meine größte misst mehr als 2 m - in der Höhe wie in der Breite. ;)

Eine weitere ist nicht weit von diesen Maßen entfernt - ungedüngt und auf trockenem Standplatz. Du holst da mit Blaukorn und Wasser sicher mehr raus. ;)
Titel: Re: Schleppe tragende Gehölze ...
Beitrag von: Staudo am 30. Juli 2017, 15:59:48
Ich danke Euch. Hydrangea 'Limlight'!  ;)
Titel: Re: Schleppe tragende Gehölze ...
Beitrag von: Antonia am 30. Juli 2017, 16:06:23
noch ein paar Ideen (falls die Limelight noch nicht endgültig ist):
Cotinus coggygria grün oder rot // Sambucus Black Lace // Zierapfel in Buschform // Lonicera x purpusii (wäre wohl mein Favorit, ich liebe ihren Duft)
Titel: Re: Schleppe tragende Gehölze ...
Beitrag von: Wühlmaus am 30. Juli 2017, 16:39:03
Ich seh das Thema erst jetzt und würde auch noch zwei Gehölze in den Ring werfen 8)

- Hydrangea paniculata ´Early Sensation`
- Cornus controversa.  Den fände ich auf solch einem freien Platz am allerschönsten :D
Titel: Re: Schleppe tragende Gehölze ...
Beitrag von: Staudo am 30. Juli 2017, 16:53:50
Eine Schleppe trägt er aber wirklich nicht und ist daher als Sichtschutz ungeeignet.  ;)
Titel: Re: Schleppe tragende Gehölze ...
Beitrag von: Wühlmaus am 30. Juli 2017, 17:03:15
Aber er macht doch schon bodennah wunderbare Etagen und die sind zumindest bei meinem (leider nicht frei stehenden) Exemplar recht dicht :)
Titel: Re: Schleppe tragende Gehölze ...
Beitrag von: neo am 30. Juli 2017, 17:05:36
Nur aus Interesse gefragt @troll: Eine der am höchsten wachsenden H.paniculata wäre z.B. `Levana`?
Ich sag`noch die Strauchkastanie/ Aesculus parviflora, obwohl mir persönliche Erfahrungen (noch) fehlen.
Titel: Re: Schleppe tragende Gehölze ...
Beitrag von: Henki am 30. Juli 2017, 17:27:42
Ich mächte noch Viburnum plicatum 'Mariesii' in den Ring werfen.
Titel: Re: Schleppe tragende Gehölze ...
Beitrag von: KerstinF am 30. Juli 2017, 17:32:06
Von mir kommt noch:
Corylus avellana Red Majestic - Blut-Korkenzieherhasel (den hätte ich selber gerne).
Ansonsten wie weiter oben schon mal genannt:  Cotinus coggygria Royal Purple.
Titel: Re: Schleppe tragende Gehölze ...
Beitrag von: Malvegil am 30. Juli 2017, 17:37:17
Ist Viburnum opulus schon genannt worden? Ist zwar nichts besonderes, aber schnellwachsend, blütenschön und herbstgefärbt.
Titel: Re: Schleppe tragende Gehölze ...
Beitrag von: Kenobi † am 30. Juli 2017, 20:53:24
Nur der deutsche Name ist gar so bescheuert.
Ich kann mir vorstellen, dass er eine direkte Übersetzung aus dem Chinesischen ist. Die reden dort so...
Titel: Re: Schleppe tragende Gehölze ...
Beitrag von: troll13 am 30. Juli 2017, 21:10:43
Immer diese eierlegenden Wollmilchsäue. :-X ;)

Eine sehr groß werdende und sonnenverträgliche Hortensie wäre auch denkbar.  ;)


Die Idee gefällt mir. Welche Sorte wird sehr groß, ist halbwegs sonnenverträglich und blüht auch nach strengen Wintern?

Wenn es eine Hortensie werden soll, würde ich weder 'Limelight' noch 'Early Sensation' empfehlen. Die wachsen  zu langsam bzw. werden nicht breit und hoch genug.

'Levana' kenne ich aus eigener Erfahrung nicht aber 'Kyushu' ist ähnlich und wächst auch ohne viel Schnitt zu einem hohen Strauch heran. 'Vanille Fraise' ist starkwüchsig und ausladend, muss in den ersten Jahren jedoch geschnitten werden, damit sie wirklich auch Höhe erreicht und nicht nur "breit" wird.

Unkompliziert sind die unbekannten Hydrangea heteromalla. Für diesen Zweck würde ich 'Krista' empfehlen, die nach meiner Erfahrung nicht nur rasch Höhe gewinnt, sondern auch relativ dicht wird.

Foto von einer etwa 10 Jahre alten Pflanze kann ich nachreichen.
Titel: Re: Schleppe tragende Gehölze ...
Beitrag von: YElektra am 30. Juli 2017, 23:34:15
Nur der deutsche Name ist gar so bescheuert.
Ich kann mir vorstellen, dass er eine direkte Übersetzung aus dem Chinesischen ist. Die reden dort so...

Die wörtliche Übersetzung wäre Sieben-Söhne-Blume. :) Nimmt mich wunder, wie der Himmel in den deutschen Namen gerutscht ist.
Titel: Re: Schleppe tragende Gehölze ...
Beitrag von: pearl am 31. Juli 2017, 00:07:35
Ich mächte noch Viburnum plicatum 'Mariesii' in den Ring werfen.

genau das wollte ich auch gerade einwerfen. Viburnum plicatum 'Lanarth' ist mehr so Bodendecke in den Anfangsjahren, aber 'Mariesii' könnte etwas schneller Höhe gewinnen.

Die Viburnums sind genausowenig wie Hydrangea paniculata 'Limelight' Schleppe tragend, übrigens. 'Kyushu' wäre bei den Rispenhortensien meine erste Wahl.

Schleppe tragen Forsythien, Philadelphus und Deutzien ... Deutzia magnifica scheint mir zur Fragestellung perfekt zu passen.
Titel: Re: Schleppe tragende Gehölze ...
Beitrag von: Henki am 31. Juli 2017, 06:11:39
Ich habe noch ein älteres Foto gefunden (2015), inzwischen ist er deutlich gewachsen.
Titel: Re: Schleppe tragende Gehölze ...
Beitrag von: pearl am 31. Juli 2017, 09:38:06
der sieht doch super aus!
Titel: Re: Schleppe tragende Gehölze ...
Beitrag von: Kenobi † am 31. Juli 2017, 21:32:54
Die wörtliche Übersetzung wäre Sieben-Söhne-Blume. :) Nimmt mich wunder, wie der Himmel in den deutschen Namen gerutscht ist.

Das verleiht dem Strauch doch gleich eine göttliche Aura. Ein Grund mehr, dass er in Uebigau Fuß fasst.
Titel: Re: Schleppe tragende Gehölze ...
Beitrag von: hymenocallis am 26. März 2018, 13:37:50
Es werden 4 Blütensträucher mit überhängendem Wuchs gesucht - Höhe bis 3-5 m, Durchmesser inkl. Schleppe auch in dem Rahmen.
Im Thema selbst hab ich jetzt nicht wirklich viel dazu gefunden - Philadelphus ist wohl zu wüchsig für das Szenario, ansonsten wurden noch Forsythie, Weigelie, Kolkwitzie, Deutzie und Sommerflieder genannt.

Zwei Plätze sind vollsonnig, da sind Sommerflieder eine gute Wahl, aber gibt es nicht auch andere Blütensträucher, die damit gut zu recht kommen - z. B. eine Tamariske? Die beiden anderen Pflanzplätze liegen im Schatten von Bäumen/halbschattig über den Tageslauf - einer liegt zusätzlich in den Ausläufern eines großen Moorbeetes - was wäre denn dort gut geeignet, wenn man nicht unbedingt die o.a. Allerweltssträucher pflanzen möchte?

Vielen Dank im voraus für Eure Tipps und Erfahrungsberichte.
Titel: Re: Schleppe tragende Gehölze ...
Beitrag von: enaira am 26. März 2018, 14:05:17
Kolkwitzie kann ich uneingeschränkt empfehlen. Sie braucht aber etwas, bis sie überhängt.

Philadelphus: Da gibt es inzwischen so viele Sorten, auch weniger stark wüchsig....

Sommerflieder: Da denke ich bei überhängend eher an Buddleja alternifolia.
Titel: Re: Schleppe tragende Gehölze ...
Beitrag von: Nova Liz am 26. März 2018, 14:06:44
Spiraea nipponica 'Snowmound'.
Titel: Re: Schleppe tragende Gehölze ...
Beitrag von: Staudo am 26. März 2018, 14:07:22
Physiocarpus mit rotem oder gelbem Laub.
Titel: Re: Schleppe tragende Gehölze ...
Beitrag von: hymenocallis am 26. März 2018, 14:54:07
Spiraea nipponica 'Snowmound'.
.
Hübsch - bleibt aber lt. Baumschule Horstmann viel niedrig (130 -220 cm).  :-\
Titel: Re: Schleppe tragende Gehölze ...
Beitrag von: hymenocallis am 26. März 2018, 14:55:29
Physiocarpus mit rotem oder gelbem Laub.
Die gibt es hier häufig, auch größere ältere Exemplare und ich hab noch nie einen gesehen, der irgendwie überhängt, die wachsen alle recht straff aufrecht und breit. Meinst Du spezielle Sorten?
Titel: Re: Schleppe tragende Gehölze ...
Beitrag von: Staudo am 26. März 2018, 15:16:01
Ich kenne es durchaus so, dass ältere Zweige überhängen.
Titel: Re: Schleppe tragende Gehölze ...
Beitrag von: Nova Liz am 26. März 2018, 15:48:25
Syringa josikaea,etwa 3m,überhängende Blütenrispen.
Titel: Re: Schleppe tragende Gehölze ...
Beitrag von: mifasola am 26. März 2018, 15:52:54
Philadelphus inodorus grandiflorus passt von der Höhe her, ältere Triebe hängen schön malerisch über. Kann problemlos halbschattig stehen.

Edit: Gerade nochmal mit meinen Eltern gesprochen, in deren Garten das Teil steht. Ist vier Meter hoch und macht keine anstalten, höher werden zu wollen.
Titel: Re: Schleppe tragende Gehölze ...
Beitrag von: hymenocallis am 26. März 2018, 20:46:06
Danke für die weiteren Tipps - ich schau mir die Pflanzen gleich näher an.