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Pflanzenwelt => Arboretum => Thema gestartet von: lttp am 14. Dezember 2008, 11:48:10

Titel: Gehölze für das neue Klima
Beitrag von: lttp am 14. Dezember 2008, 11:48:10
Jetzt möchte ich einmal einen Thread zu einem Thema beginnen, das mich seit kurzem beschäftigt. Die Experten sagen ja den Klimawandel voraus und erst vor einigen Tagen habe ich eine Prognose für die Lausitz von der BTU Cottbus gelesen. :'( Also fast wüstenartige Verhältnisse bei heißen und sehr trockenen Sommern.

Dazu die Frage: Welche Gehölze sind diesem Klima gewachsen? Dabei spielen ja nicht nur die hohen Temperaturen und geringen Niederschlagsmengen im Sommer, sondern auch die milderen, aber dafür vermutlich regenreichen Winter eine Rolle.

Wenn die Moderatoren nichts dagegen haben, würde auch gerne fruchttragende Gehölze mit einbeziehen, damit nicht ein ähnlicher Thread im Obst-Forum gestartet werden muss.

Ich bin mal gespannt. :D

Titel: Re:Gehölze für das neue Klima
Beitrag von: lttp am 14. Dezember 2008, 11:58:03
Dann mache ich mal den Anfang. ;D

Geweihbaum (Gymnocladus), Walnuss (Juglans regia), Felsenbirnen (Amalanchier).

Magnolien werden ja oft als hitzeverträglich bezeichnet, was mich besonders freut, aber ausgeprägte Trockenheit vertragen sie auch nicht. Hitzeunverträglich sind wohl M. sieboldii und x wiesneri.

Mandeln und Aprikosen.

Keine Vorschläge, wie man schon jetzt bepflanzen kann, ohne in 20-30 Jahren noch einmal von vorne anfangen zu müssen? ???
Titel: Re:Gehölze für das neue Klima
Beitrag von: bristlecone am 14. Dezember 2008, 12:53:37
Mit den genannten Bedingungen dürften solche Gehölze gut zurechtkommen, die man heute in Gebieten mit sommerlicher Trockenheit und nicht zu großer Winterkälte findet. Celtis orientalis, Fraxinus ornus, Ostrya carpinifolia, Quercus cerris und Q. pubescens aus dem südlichen Mitteleuropa, Buchsbaum, südosteuropäische Lindenarten, diverse Obstgehölze und Prunusarten aus Südosteuropa und Westasien, unter den Nadelbäumen z. B. Schwarzkiefern und die "vielgeliebte" Leylandzypresse, um ein paar Beispiele zu nennen.
 
Titel: Re:Gehölze für das neue Klima
Beitrag von: fars am 14. Dezember 2008, 12:57:55
Castanea, Ailanthus, Betula, Cercis, Gleditsia, Ilex, Robinia, Calluna, Cotoneaster, Elaeagnus, Erica, Genista, Helianthemum, Hibiscus, Kerria, Ligustrum, Physiocarpus, Rosa, Juniperus, Cupressus, Pinus.
Titel: Re:Gehölze für das neue Klima
Beitrag von: lttp am 14. Dezember 2008, 13:06:59
Danke für die Antworten!

Ailanthus muss nicht unbedingt sein, hatte ich schon mal. ;D Aber gut zurechtgekommen sind sie wirklich auch mit den heißesten Sommern.

Ilex klappt? Ich dachte, die wollen etwas Luftfeuchtigkeit.

Wie ist es mit Prunus, ich liebäugele mit P. serrula und mackii. Die Mahagoniekirsche mag es bestimmt nicht so heiß, oder?

Wie sieht es mit anderen Eichen aus? Ich liebäugele ja mit Q. palustris 'Green Dwarf', ist sicher keine gute Wahl. Quercus pontica vielleicht?

Alles was man ab und zu gießen müsste ist ja OK, aber alles was mehr Feuchtigkeit braucht oder keine Hitze verträgt, wird dann wohl kaum noch durchzubringen sein :-\
Titel: Re:Gehölze für das neue Klima
Beitrag von: lttp am 14. Dezember 2008, 13:17:32
Sophora japonica? Am liebsten die pendula :P

Vertragen alle Cercis solch ein Klima, auch C. canadensis? 'Forest Pansy' finde ich toll.

Hab noch was gefunden (pdf)

http://www.frankfurt.de/sixcms/media.php/738/klam_stadt.pdf
Titel: Re:Gehölze für das neue Klima
Beitrag von: Damax am 17. Dezember 2008, 20:35:09
  na, dann pflanz mal drauflos, und wenn Du mit der langen Liste
fertig bist, dann hast ja schon einiges an Erfahrung angesammelt -
gratuliere +
  ciao damax
Titel: Re:Gehölze für das neue Klima
Beitrag von: lttp am 18. Dezember 2008, 05:22:24
Na, die ganze Liste will ich nun nicht ausprobieren. ;D Aber ich hab so Favoriten, z. B. Catalpa speciosa, Sophora japonica, Cercis. Von Pinus nigra die Säulenformen.

Da Quercus palustris wohl auch geeignet ist, probier ich vielleicht auch die Sorte Green Dwarf.

Mir geht es vor allem darum, dass eine Pflanzung, wenn sich die Vorhersagen bewahrheiten sollten, auch ohne stundenlanges tägliches Wässern gesund und ausdauernd ist.
Titel: Re:Gehölze für das neue Klima
Beitrag von: fars am 18. Dezember 2008, 07:19:27
Dazu muss sie aber erst einmal richtig verwurzelt sein. Dass kann bei einigen Gehölzen, insbesondere wenn sie Containerware sind, etliche Jahre dauern.
Titel: Re:Gehölze für das neue Klima
Beitrag von: Staudo am 18. Dezember 2008, 07:32:55
Da Quercus palustris wohl auch geeignet ist, probier ich vielleicht auch die Sorte Green Dwarf.

Hier standen zwei rund hundertjährige Sumpfeichen. Also keine Angst. Sämlinge gibt es auch einige wenige.

(Übrigens hat eine der großen Sumpfeichen in den siebziger Jahren den Hühnerstall meines Großvaters platt gemacht, das aber nur so als Randnotiz.)
Titel: Re:Gehölze für das neue Klima
Beitrag von: fars am 18. Dezember 2008, 07:34:54
Also eine hühnermordenden Sumpfeiche.
Hatten wir hier noch nicht.
Gab's dann damals Hühnerbuletten?
Titel: Re:Gehölze für das neue Klima
Beitrag von: Staudo am 18. Dezember 2008, 07:36:31
Wir sollen nicht in den Fachthreads rumalbern. Das gibt Kritik.

Die zweite Sumpfeiche hat übrigens zwanzig Jahre länger gehalten und ist in den neuziger Jahren abgestorben.
Titel: Re:Gehölze für das neue Klima
Beitrag von: lttp am 18. Dezember 2008, 07:51:21
Dazu muss sie aber erst einmal richtig verwurzelt sein. Dass kann bei einigen Gehölzen, insbesondere wenn sie Containerware sind, etliche Jahre dauern.

Da hast du sicher Recht, fars. Mir geht es vor allen Dingen um die ausgewachsenen Gehölze. Junge Pflanzen zu wässern ist sicher nicht das Problem. Aber wenn ausgewachsene Gehölze nicht mit Trockenheit oder Hitze zurechtkommen...

Ich habe das Gefühl, dass man bei uns immer häufiger abgestorbene Bäume im besten Baumalter sieht. Also weder Zwerge noch alte Veteranen. Ich nehme an, dass das zumindest schon zum Teil auf die extremen Hitze- und Trockenperioden der letzten Jahre zurückzuführen ist.

Jetzt kann ich noch Gehölze pflanzen, in der Hoffnung diese groß werden zu sehen. Wenn ich in 20 oder 30 Jahren wegen Fehlentscheidungen viel ersetzen muss, sieht das schon anders aus. Der Sinn dieses Threads ist es, vorausschauend zu planen. Natürlich mit der Einschränkung, dass es keine absolute Sicherheit gibt und es oft anders kommt als man denkt... :-\

Für Vorschläge und Anregungen bin ich weiter dankbar :D
Titel: Re:Gehölze für das neue Klima
Beitrag von: tomir am 18. Dezember 2008, 09:07:56
Ich habe das Gefühl, dass man bei uns immer häufiger abgestorbene Bäume im besten Baumalter sieht. Also weder Zwerge noch alte Veteranen. Ich nehme an, dass das zumindest schon zum Teil auf die extremen Hitze- und Trockenperioden der letzten Jahre zurückzuführen ist.


Ich glaube eher das liegt an der grossflächigen Grundwasserabsenkung in deiner Region für den Braukohleabbau durch die Laubag.

Die genannten Bäume wachsen alle schon im Dresdener Raum (Stadtbäume)- wenn es wärmer werden sollte, sollten die auch in der freien Landschaft kein Problem sein - zumindest kommen die meisten mit recht schwierigen Verhältnissen zurecht.

lg tomir
Titel: Re:Gehölze für das neue Klima
Beitrag von: lttp am 18. Dezember 2008, 10:05:30
Ich glaube eher das liegt an der grossflächigen Grundwasserabsenkung in deiner Region für den Braukohleabbau durch die Laubag.

Die genannten Bäume wachsen alle schon im Dresdener Raum (Stadtbäume)- wenn es wärmer werden sollte, sollten die auch in der freien Landschaft kein Problem sein - zumindest kommen die meisten mit recht schwierigen Verhältnissen zurecht.

lg tomir


Hallo tomir,

ich habe mich vielleicht missverständlich ausgedrückt. Mit den abgestorbenen Bäumen meinte ich eher einheimische Arten und vielleicht auch Ziergehölze, aber nicht in erster Linie die aus der Liste.

Mit der Grundwasserabsenkung hast du natürlich recht. Wir haben aber noch Grundwasser, weil wir nicht direkt im oder am Abbaugebiet liegen.
Wir hatten jetzt aber mehrere Jahre hintereinander lang anhaltende Trockenperioden, während es im restlichen Deutschland auch hin und wieder oder auch häufiger mal geregnet hat.

Viele Grüße

tob
Titel: Re: Gehölze für das neue Klima
Beitrag von: Conni am 09. September 2018, 15:10:30
Ich hol den Thread mal aus der Versenkung ...

In den letzten Wochen hatte ich immer wieder die Bäume in der Stadt im Blick: Welche sahen nach der ewig langen Dürre noch gut aus, welche hatten besonders gelitten. Die Sophora japonica, von denen es in Dresden sehr viele gibt, sahen mit am unbeeindrucktesten, am frischsten, am vitalsten aus.

Eine Sophora stand bei mir schon sehr lange auf der Wunschliste, nun ist mir letzte Woche ganz unerwartet eine zugelaufen.  :D Den vorgesehenen Platz habe ich drei Tage lang bewässert, nun steht sie unfern der Walnuss, die schon sehr morsch ist und deren Tage wahrscheinlich gezählt sind.

(https://forum.garten-pur.de/galerie/albums/userpics/15920/tg_180909_3.jpg)

Und weil das Bäumchen aus Uebigau kam, habe ich dafür gesorgt, dass auch an der neu bepflanzten Stelle wieder Schneeglöckchen kommen.

(https://forum.garten-pur.de/galerie/albums/userpics/15920/tg_180909_1.jpg)

So sieht die Fläche im zeitigen Frühjahr aus:

(https://forum.garten-pur.de/galerie/albums/userpics/15920/tg_170306_2.jpg)

Danke, Staudo, ich freu mich sehr!  :D

Titel: Re: Gehölze für das neue Klima
Beitrag von: neo am 09. September 2018, 15:40:21
So sieht die Fläche im zeitigen Frühjahr aus:
Herbst und Winter könnten sich ein bisschen beeilen. ;)
Im kommenden Jahr könntest du dem kleinen Baum ja einen Bewässerungssack spendieren, die wurden durch den Sommer im Forum erwähnt.

Feldahorn kann auch gut mit Trockenheit und wurde noch nicht erwähnt (glaub ich).

Titel: Re: Gehölze für das neue Klima
Beitrag von: Staudo am 10. September 2018, 21:38:51
 ;)
Titel: Re: Gehölze für das neue Klima
Beitrag von: RosaRot am 21. Februar 2020, 16:30:49
Aus aktuellem Anlass hole ich den Thread mal wieder hervor.
Eine Nachbarin hat heute die Baumkletterer da, die ihr das Totholz (Kiefern, Pilz)  und die Sturmschäden entfernen (noch lebende Kiefern). Wir haben uns gleich die Karte geben lassen, einiges Totholz können wir selber fällen, die Riesenstämme ehr nicht...
Nun zur Frage: die Kletterer brachten der Nachbarin eine Liste von Gehölzen mit die sie zur Neupflanzung empfahlen. Besonders empfahlen sie, als Nadelgehölz,  Pinus wallichiana. Nun stammt die aus dem Himalaja.
Kommt die mit Hitze, armem Boden, Dürre und heftigem Wind zurecht?

Generell möchte ich hier keine Bäume pflanzen, die zu hoch werden. Die empfohlenen Libanonzedern oder Mammutbäume kommen überhaupt nicht in Frage...
Empfohlen wurde auch Magnolia kobus?
Nachbarin wohnt in einem Zwischental, Problem bei ihr nicht Dauerwind wie hier sondern unerwartet heftige Fallwinde, die sich dort verfingen und eine riesige Kiefer direkt neben dem Haus abknickten.
Titel: Re: Gehölze für das neue Klima
Beitrag von: Gartenplaner am 21. Februar 2020, 16:48:49
Mammutbäume vertragen keine Trockenheit - sind aber wohl extrem sturmsicher.
Titel: Re: Gehölze für das neue Klima
Beitrag von: Jule69 am 21. Februar 2020, 16:55:54
Ein sehr interessantes, aktuelles Thema...nur dass wir noch keinen Baumkletterer gefunden haben, der Zeit hat...Unsere vier Monster müssen weg, so viel ist sicher. Dadurch wird der Garten leider noch sonniger, was mich wiederum in Schwierigkeiten bringt. Zudem soll hinter dem Grundstück ein großes Areal bebaut werden, super...wir wohnen auf Fels, den Lärm hattten wir schon mehrmals...beim Bau des Krankenhauses, beim Bau des großen Hauses hinter unserem Grundstück...ich freu mich  :-X
(https://up.picr.de/37917421ei.jpg)
Was ersatzweise da mal gepflanzt werden soll, zur Zeit bin ich so was von unschlüssig...
Titel: Re: Gehölze für das neue Klima
Beitrag von: Gartenplaner am 21. Februar 2020, 17:16:05
Ui, das ist dann aber auch ruckzuck gegangen  :o
Wie lang ist denn die Wiese?
Wenn das vom Platz ausreicht, braucht man sie ja nur hinfallen lassen.
Kannst ja bald Junebug engagieren  ;D
Titel: Re: Gehölze für das neue Klima
Beitrag von: Jule69 am 21. Februar 2020, 17:21:06
Laut GGs Schätzung würden sie kurz vor dem Beet landen..sagt er  :-X...
Ich hab dem Vermieter jetzt noch mal Adressen geschickt, auf Junebugs Kletterer wird er sicher nicht zugreifen..Anfahrtkosten...
Titel: Re: Gehölze für das neue Klima
Beitrag von: Bristlecone am 21. Februar 2020, 20:36:26
Aus aktuellem Anlass hole ich den Thread mal wieder hervor.
Eine Nachbarin hat heute die Baumkletterer da, die ihr das Totholz (Kiefern, Pilz)  und die Sturmschäden entfernen (noch lebende Kiefern). Wir haben uns gleich die Karte geben lassen, einiges Totholz können wir selber fällen, die Riesenstämme ehr nicht...
Nun zur Frage: die Kletterer brachten der Nachbarin eine Liste von Gehölzen mit die sie zur Neupflanzung empfahlen. Besonders empfahlen sie, als Nadelgehölz,  Pinus wallichiana. Nun stammt die aus dem Himalaja.
Kommt die mit Hitze, armem Boden, Dürre und heftigem Wind zurecht?

Generell möchte ich hier keine Bäume pflanzen, die zu hoch werden. Die empfohlenen Libanonzedern oder Mammutbäume kommen überhaupt nicht in Frage...
Empfohlen wurde auch Magnolia kobus?
Nachbarin wohnt in einem Zwischental, Problem bei ihr nicht Dauerwind wie hier sondern unerwartet heftige Fallwinde, die sich dort verfingen und eine riesige Kiefer direkt neben dem Haus abknickten.

Mammutbäume sind sehr windfest und werden kaum einmal als ganzes vom Sturm geworfen. Kronenschäden sind aber möglich.
Aber sie benötigen ganzjährig eine gute Wasserversorgung auf nicht staunassen Boden. Das wird an dem Standort nichts.

Wenn eine Libanonzeder am vorgesehenen Standort zu hoch wird, scheidet eine Tränenkiefer auch aus - die wird eher noch höher als eine Libanonzeder.
Vom Standort her wäre sie a priori nicht ungeeignet, allerdings könnte die Frosthärte in strengen Wintern kritisch sein. Die Pflanze muss nicht gleich eingehen, kann aber zurückfrieren. Bärtels gibt als WHZ 7a an.

Wenn es eine nicht so groß werdende Kiefer sein darf, würde ich mal in Richtung Pinus cembra überlegen. Die Zirbelkiefer erreicht zwar ausgewachsen auch 15 - 20 m Höhe, sie wächst aber eher langsam.
Oder Pinus aristata oder Pinus longaeva. Die kommen mit Trockenheit zurecht - allerdings dauert es ewig, bis daraus mal mehr als ein halbwegs großer Strauch geworden ist.
Oder Pinus heldreichii (P. leucodermis), die Panzerkiefer. Wuchs ähnlich wie eine Schwarzkiefer, aber dichter, kompakter, und langsamer. Als älterer Baum mit schöner Rinde. Die wäre auf jeden Fall für trockene Böden (auch auf Kalk), Lufttrockenheit und Hitze geeignet.

Ein weiterer Nadelbaum, der mit Boden- und Lufttrockenheit recht gut zurechtkommt, ist Abies numidica, eine Tanne aus Nordafrika (und am Naturstandort vom Aussterben bedroht). Man findet bei uns meist die Sorte 'Glauca' mit sehr dekorativen bläulichen Nadeln. Erinnert an die Spanische Tanne (A. pinsapo), ist aber anspruchsloser und winterhärter.
Aus unerfindlichen Gründen leider (zu) selten gepflanzt.