garten-pur
Pflanzenwelt => Gemüsebeet => Thema gestartet von: SemiBoes am 02. Januar 2009, 16:47:16
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Hallo!
Ich wollte mal fragen, ob jemand von euch Erfahrungen (und auch Bezugsorte) von Pilzzuchten im Keller hat. Hab nämlich einen gemauerten Keller mit Lehmboden (kalt, feucht) zur Verfügung, der müsste sich doch für Champignons u.ä. eignen, oder?
lg, Dani
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ich hab mir ein fertiges champignon zuchtset gekauft. die kommen wohl demnächst aus dem boden hoffe ich. ist relativ einfach, aber auch nicht grade billig.
zur selbst-anlage habe ich aber leider keine erfahrungen :-[
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Ich habe früher mal jeden Sommer im finsteren Keller eigene Champignons gezogen. Das geimpfte Substrat bestellte ich im Frühling beim Lagerhaus (Raiffeisen), die es aus einer Pilzzuchtanstalt in Niederösterreich bezogen.
Bis auf ein Jahr hatte ich immer sehr guten Erfolg und konnte den ganzen Sommer hindurch ernten.
Soviel ich mich erinnern kann, wäre die idealste Dauertemperatur zwischen 11 und 18° und man muss das Substrat immer leicht feucht halten.
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Shiitake habe ich auf fertigen Blöcken immer in einem ungeheizten Flur gezogen, das geht ganz gut. Sie brauchen etwas Licht.
Den Block nach dem Aufstellen regelmässig besprühen. Nach der ersten Ernte den Block zwei, drei Wochen ruhen lassen, und nicht mehr besprühen. Dann über Nacht oder länger unter Wasser tauchen, dann geht alles wieder von vorn los. Kann man nicht viel falsch machen, die verzeihen viel.
Etwas schwieriger sind Nameko, die brauchen viel höhere Luftfeuchtigkeit und niedrigere Temperaturen. Aber keine Ruhephase wie die Shiitake.
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Hallo!
Danke für die Antworten.
Vor allem, dass man den Champignon-Ansatz im Lagerhaus bestellen kann. Das ist ja sehr praktisch. Ich vermeide ja wos geht Lieferkosten. ;D
Also brauchens die eh eher "warm". Im Sommer komme ich sicher auf diese Temperaturen im Keller. Jetzt ist es halt knapp übern Gefrierpunkt (so 5°C).
Für den Sommer hatte ich auch mal vor einen angeimpften Strohballen zu versuchen. Habe einen Spalt zwischen Hausmauer und Hecke zum Bach hin. Alles richtung Norden. Also eh finster, kalt und feucht. Da kann man so nicht wirklich viel Hübsches draus machen, also eben sinnvoll nutzen, hab ich mir gedacht.
Dann schaun ma mal.
Allerdings muss ich offensichtlich damit sowieso noch auf den Sommer warten. ::)
lg, Dani
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Hallo Dani, bei uns ging das aber nur bei einem bestimmten Lagerhaus! Musst dich erst erkundigen. Jetzt bekämst du die Anzuchtpackung auch wahrscheinlich noch gar nicht. Die wurde immer erst im April ausgeliefert!
Das soll dann nicht zu lange dauern, bis es auf die geforderten Temperaturen kommt, sonst klappt das nicht! Das eine Mal, wo ´s bei mir schief ging, war es zu lange kalt!
LG Lisl
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Hallo!
Danke für die Info...also wohl lieber später bestellen?
Ich hoffe, dass es sich für dieses Jahr jetzt mit der Kälte austobt und dann endlich a Ruh ist...
lg, Dani
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http://www.pilzshop.de/Fertigkulturen-f ... r::72.html und
http://www.pilzzucht.eu/
Vielleicht findest Du hier etwas. Liebe Grüsse von believe ;)
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Hallo!
Sehe ich das richtig; wachsen die Shiitakes auf einer Art Stämmchen? Das würde meinen Geschmack ja ganz gut treffen, und ich könnte meine Suche nach Austernseitlingen ja erstmal einstellen.
Und sagt mal, von was für Kellern reden wir hier denn eigentlich? Von den kühlen, ohne Fenstern oder von den wärmeren mit kleinen Fenstern?
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Shiitake wachsen besonders gut auf Eiche. Bekannte von mir haben es mal im schattigen Wäldchen hinter dem Haus ausprobiert, sie konnten sich zur Erntezeit vor Pilzen kaum retten. Mehr zur Kultur von Shiitake hier.
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Hallo!
Danke für die Links! Ich muss das unbedingt dieses Jahr probieren. Leider ist meine Eiche grad hüfthoch...ich glaub, die hat noch keine Freude mit Pilzbefall.
Ich rede hier von meinem feuchten Keller unterm Stadl. Mein Haus ist rel. alt und hat keinen Keller, weil wir direkt neben einem Bach sind. Früher haben die Leutz halt noch mitgedacht. ::)
Jedenfalls wird der fast jedes Jahr bei Hochwasser so 10cm unter Wasser gesetzt. Sehr uriges Teil mit Tonnengewölbe. Fenster hat er aber schon, also 100% dunkel ists net.
Gefällt mir am ganzen Haus fast am besten. ;D Wenn jetzt auch noch Champignons drinnen wachsen...
lg, Dani
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Dag!
Aber Pilzzbrut für eine Haussorte auf'm Stamm, für unter-, und wenn's unbedingt sein muß, bis € 10,- gibt's nich' - Schade!
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Hallo Jörg,
damit das Substrat schnell durchwachsen wird, brauchst du mögl. viel Brutmaterial. Sonst machen sich alle möglichen anderen Pilze breit, bevor der gewünschte Kulturpilz sich durchsetzen kann. Deswegen halte ich auch nichts von Impfdübeln.
Körner- und Strohbrut kannst du selber vermehren. Habe ich auch schon gemacht.
Du musst nur mögl. steril arbeiten, damit sich keine Schadpilze (z.B. verschiedne Schimmelarten) einschleichen.
Ich habe dazu kleingeschnittenes Stroh verwendet.
Dieses habe ich in einem großen Topf voll Wasser gekocht (zum Einweichen und gleichzeitig zum Abtöten vorhanderen Pilssporen und Bakterien).
Dann habe ich das Wasser abgegossen und das Stroh um geschlossenen Topf (damit keine neuen Sporen reinkommen) abkühlen lassen.
Das noch warme Stroh (nicht zu heiß, sonst stirbt die Brut ab) habe ich zusammen mit gekaufter Pilzbrut (Pilzbrut gut im Stroh verteilen) in eine ausgekochte Plastiktüte gepackt und, so gut es ging, verdichtet. (Hände vorher gut waschen oder noch besser: Abgekochte Gummihandschuhe verwenden).
Die Plastiktüte nicht luchtdicht verschließen aber so umknicken, dass nur minimaler Luftaustausch stattfindet, und mögl. Lichtdicht (z.B. in einem Karton) in eine nicht zu kalte und nicht zu warme Ecke stellen. (Habe den Karton einfach unters Bett gestellt.)
Nach einigen Tagen bis Wochen ist das Stroh durchwachsen und du kannst es verwenden wie gekaufte Pilzbrut.
Wenn du dein Zuchsubstrat, egal ob Holz oder Stroh oder sonstwas, vor dem Impfen abkochst, wächst der Kulturpilz leichter ein und du hast einen besseren Ertrag, weil weniger Fremdpilze vorhanden sind.
LG,
Manfred
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Hallo!
Ah Danke!
Mach ich so!
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Wir haben auch schon einmal Shitake auf einen Holzstamm geimpft. Ist leider nichts daraus geworden, hat sich nichts getan. Nicht einmal der kleinste Pilz. Dafür wuchsen im Blumenbeet eine Menge unbekannter Schwammerl die mit Shitake gar nichts gemein hatten. War Schade, hat ja auch was gekostet.
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Hallo!
Hui, das ist aber auch hart - da ist diese blöde Wartezeit endlich um, und dann tauchen diese Mistviecher nicht auf!
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Hallo!
Seht mal! Das kommt mir gerade sehr praktisch vor... Bild
bildlink nachtraeglich repariert ;)
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Hallo!
Schaut interessant aus, kennt das schon wer?
lg, Dani
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Diese Substratblöcke? Die gibt es schon lange. Hab weiter oben schon mal darüber geschrieben.
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Hallo!
Is' halt sehr praktisch; So ohne lange Wartezeit und ohne Risiko das nichts wächst...
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...und schön isses!
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Hab früher mal mit Strohballen und Holzstämmchen experimentiert. Bei den Shiitake hat es einmal fast 2 Jahre gebraucht bis ich den ersten Pilz fand. Die sind ziemlich zäh und durchsetzungsfähig. War nie eine große Ernte auf einmal hat aber dann noch 3 oder 4 Jahre Pilze gegeben. Die Schnecken haben allerdings manchmal die kleinsten Knubbel vorher ausgefressen.
Kulturträuschlinge (Braunkappen) waren dagegen viel erfolgreicher. Ich hab die sogar in Kettenkultur gehalten. Also nach der ersten Ernte einen neuen eingeweichten Strohballen direkt daneben gelegt. Das hat zweimal geklappt dann war ich einmal zu spät dran und das Myzel war schon zu schwach um noch einzuwachsen.
Meinen letzten Versuch hab ich besonders schlau angefangen (Gartentrottel) und wegen der Schnecken einen neuen Ansatz auf dem Kiesweg ums Haus gemacht. Das Myzel wuchs hervorragend aber kein einziger Pilz. Jahre später hab ich dann in einem neuen Kulturbuch gelesen, dass bei den Träuschlingen das Myzel in den Boden einwachsen muß um zu fruchten. :P
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Wo gibts denn eigentlich Baumstammstücke:- Im Baumarkt?
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Übrigenz, schweben mir Zitronen- oder Austernseitlinge auf einem Baumstammstück vor...
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Baumstammstücke gibt's auf dem Land beim Bauern, einfach mal fragen.
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Zwei gleichzeitig im gleichen Stamm wird schwierig. Pilze kämpfen chemisch gegeneinander. Nimm lieber 2 Stämme nebeneinander. Das Holz sollte nicht älter als 3 Monate sein, sonst kann schon ein anderer Pilz sich angesiedelt haben. Allerdings ist bei mir auf einem am Boden liegenden Eichenast letztes Jahr der Austernpilz gewachsen. Den hab ich vor ein paar Jahren das letzte mal im Garten gehabt.
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Übrigenz, schweben mir Zitronen- oder Austernseitlinge auf einem Baumstammstück vor...
;)
Aber Vielen Dank für die Tips, vor allem der mit der "Kettenmedothe" gefällt mir gut!
Dank auch dir Staudo!
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Ich wollte kein eigenes Thema beginnen, drum frag ich mal hier nach: ;)
Bei Kie......l gibts Champignons zur Selbstzucht zu kaufen. Ich wollte mal fragen ob da einer von euch schon Erfahrungen damit hat und vor allem wie die schmecken.
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Hallo,
ich habe auch gleich noch eine Frage zur Pilzzucht.
Gibt es Probleme mit schlechten Gerüchen?
Ich hätte Platz in einem Abstellraum im Haus. Ist das
vertretbar, oder stinkt es?
Gruß Martin
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Herzlich willkommen bei garten-pur Martin! :)
Ich hoffe Cimi oder Lisl werden von ihren Erfahrungen in Bezug auf den Geruch berichten.
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Hallo Martin, ich habe nur Erfahrung mit selbst gezogenen Champignons. Das strohige Substrat riecht walderdeähnlich - etwas moderig, aber nicht unangenehm! Ich hatte meine Pilzzucht (Plastiksack mit anfangs geschätzten 60 l Inhalt) im Keller, könnte mir das in diesem Ausmaß aber auch in einem Abstellraum vorstellen, soferne du diesen gut verdunkeln kannst.
Wie das mit anderen Pilzen ist, kann ich dir leider nicht sagen!
LG Lisl
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Hallo Lisl,
danke für deine Antwort! Bei "etwas modrig" bekomme vermutlich Ärger mit der Innenrevision ;-) Eine weitere Möglichkeit wäre der Heizungskeller, dort ist die Luft aber im Winter sehr trocken und es ist warm (gut 20°). Ich denke ich werde es trotzdem lieber dort versuchen.
Gruß, Martin
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Gern geschehen, martinbrauer! Wenn du nicht Alleinherrscher über den Abstellraum bist, ist es vielleicht besser im Heizungskeller ::) !
Die erste Zeit riecht das Ganze etwas mehr .... Gerade da kannst noch nichts vorweisen, das eventuell empfindlichere Mitbewohner besänftigen würde, da es einige Wochen dauert, bis die erste Ernte ansteht ;)!
Erkundige dich besser beim Verkäufer der Pilzbrut, wie warm und wie trocken es sein darf! Die werden dir sicher gut Auskunft drüber geben, wenn sie öfter an dich verkaufen wollen!
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Ich hab das auch einmal gemacht. Als die Ernte losging konnten wir uns vor lauter Pilzen nicht mehr retten.
Danach hingen sie uns zum Hals heraus. ::)
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Wir hatten vor Jahren 2-3 mal Champignonballen.
Einmal im warmen Keller. Das wurde nix. Nur jede Menge Fliegen.
Im kälteren (10-15°) klappte es aber sehr gut. Da gab es etlich kg Pilze.
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Wir hatten vor Jahren 2-3 mal Champignonballen.
Einmal im warmen Keller. Das wurde nix. Nur jede Menge Fliegen.
Im kälteren (10-15°) klappte es aber sehr gut. Da gab es etlich kg Pilze.
Hört sich gut an, werd das mal versuchen.
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Hallo, kann hier bitte mal jemand eine Art Anleitung geben, wie man Champingons selber ziehen kann?
Ich habe mir zu Weihnachten ein Starterset gewünscht und bin nun gespannt. Einiges habe ich auch schon gelesen, aber so ganz einleuchtend ist es nicht.
Ich stelle mir vor, daß in dem Starterset Pilzmycel und Boden(Substrat) ist. Bei geeigneten Temperaturen schütte ich das zusammen und nach einiger Zeit kann ich ernten.
Nun möchte ich diese Kultur aber weiterführen und so lange wie möglich Pilze ernten. Dazu muß ich sicherlich Mycel und Substrat selber ziehen und zusammengeben.
Ich denke, daß ich von der Starterkultur Mycel selber nachziehen kann und das Substrat kann man sich besorgen.
Soweit meine Vorstellungen.
Welches Substrat nehme ich? Kann ich sterilen Kompost aus dem Kompostwerk nehmen? Oder muß ich Stroh mit Heißwasser sterilisieren? Eventuell Pferdemist?
Wann teile ich das Mycel für die Weiterkultur?
Viele Fragen, die ein Prakatiker mit einem Erfahrungsbericht beantworten kann. Von großem Interesse ist für mich, wie ich die Pilzzucht fortführen kann, nachdem das Starterset aufgebraucht ist.
Euer Apfelfreund
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Hallo Apfelfreund,
du wirst sicher eine genaue Anleitung bekommen, wenn du dein Set geliefert kriegst! Bei mir war das jedenfalls damals so!
Ich bekam das Substrat (strohiger abgelagerter mit dem Mycel geimpfter Pferdemist) in einem großen Plastiksack, in einem kleineren extra die Deckerde (eine ziemlich trockene schwarze feinkrümelige "Erde").
Nach dem Aufstellen der Kultur musste man das Substrat glätten und den Großteil der Deckerde drauf verteilen - einen kleinen Rest behielt man zum späteren Bedecken der Stellen, an denen man geerntet hatte, zurück.
Nachher musste (mit Gefühl!) mit warmem Wasser angegossen werden. Nach einigen Wochen - während welcher man immer die Feuchtigkeit kontrollieren und gegebenenfalls wieder drüberbrausen musste, zeigten sich die ersten Schwammerl. Das Ernten muss vorsichtig geschehen. Es dürfen keine Pilzreste im Boden bleiben. Die würden sofort faulen und womöglich alles verderben!
Nach dem Ernten deckt man das in der Deckerde entstandene Loch wieder zu.
Mit dem Weiterkultivieren hatte ich keinen Erfolg!
LG Lisl