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Pflanzenwelt => Kräuter, Duft- und Aromapflanzen => Thema gestartet von: thegardener am 20. Januar 2009, 18:16:27

Titel: Beinwell- Salbe
Beitrag von: thegardener am 20. Januar 2009, 18:16:27
In meinen Landzeiten gab es für die Pferde selbstgemachte Beinwellsalbe für kleinere Blessuren. Ich kann mich nur nicht mehr an die Rezeptur erinnern :-[ .
Freunde möchten die Salbe für ihren Hund herstellen und die üppigen Beinwellbestände damit verarbeiten .
Hundi ist durch Verbände nicht zu beeindrucken und sämtliche Versuche mit Kompressen Beinwellmatsche an Hundis Bein zu bringen enden in kreativer Wandgestaltung ( Verband zerlegt und geschüttelt spritzt auch an Altbaudecken.. ) oder sonstigen neuen Verwendungsmöglichkeiten ....

Hat jemand eine Rezeptur die nicht zu lecker ist ?
 
Gänsefett oder Schweineschmalz würden zwar die Kreativität der Kleinen mächtig ankurbeln aber das ist nicht soo das Ziel.
Danke !
Titel: Re:Beinwell- Salbe
Beitrag von: thogoer am 20. Januar 2009, 18:22:57
In meinen Landzeiten gab es für die Pferde selbstgemachte Beinwellsalbe für kleinere Blessuren. Ich kann mich nur nicht mehr an die Rezeptur erinnern :-[ .
Freunde möchten die Salbe für ihren Hund herstellen und die üppigen Beinwellbestände damit verarbeiten .
Hundi ist durch Verbände nicht zu beeindrucken und sämtliche Versuche mit Kompressen Beinwellmatsche an Hundis Bein zu bringen enden in kreativer Wandgestaltung ( Verband zerlegt und geschüttelt spritzt auch an Altbaudecken.. ) oder sonstigen neuen Verwendungsmöglichkeiten ....

Hat jemand eine Rezeptur die nicht zu lecker ist ?
 
Gänsefett oder Schweineschmalz würden zwar die Kreativität der Kleinen mächtig ankurbeln aber das ist nicht soo das Ziel.
Danke !
Die rezeptur die ich verwende: Olivenöl, Wollfett, Bienenwachs mit ein paar tropfen Lavendelöl klingt auch nicht sehr unfreundlich? Vieleicht können sie ihm eine Halskrause zumindest zeitweise anziehen.
Titel: Re:Beinwell- Salbe
Beitrag von: rorobonn † am 20. Januar 2009, 18:24:02
blätter und wurzeln sind sich in den eigenschaften wohlähnlich, wobei die wurzel hauptsächlich als tonikum für lunge udn schleimhaut wohl verwendung findet, während die blätter entzündungshemmend, also wundheilend sind

hildegard von bingen ließ zusammen mit sellerie und zitwer beinwellgegen risse des bauchfells anwenden ;)
Titel: Re:Beinwell- Salbe
Beitrag von: thegardener am 20. Januar 2009, 18:25:18
Da reicht schon Lavendelöl , da braucht sie keine Krause mehr ;D . Superidee , danke für den Tipp ! Ist im Mixer verrühren okay oder wird das zu warm ?
Titel: Re:Beinwell- Salbe
Beitrag von: rorobonn † am 20. Januar 2009, 18:26:42
bei wunden (eitrig, schlecht heilend), arthritis,muskelschmerzen, schwellungen und quetschungen

man bereite einen brei aus zerstossenen blättern (frisch oder getrocknet) für einen auftrag vor
oder umschläge mit einem aufguss aus 2 teelöffeln des getrockneten krautes und 0,25 l wasser (parallel dazu 2-3x tgl eine tasse beinwelltee trinken)

Titel: Re:Beinwell- Salbe
Beitrag von: rorobonn † am 20. Januar 2009, 18:29:18
oder
70g wurzel,
30g blätter
- zusammen 10min in 1l wasser kochen

aus dem abgeseihten aufguss umschläge
Titel: Re:Beinwell- Salbe
Beitrag von: thegardener am 20. Januar 2009, 18:30:58
roro, das ist das Problem : Nix Matsche auftragen , junger Windhund mutiert zum Aal und kann nie nicht still halten . Ist halt ein Hüppelmors ::) . Also muß Salbe her ;D
Titel: Re:Beinwell- Salbe
Beitrag von: rorobonn † am 20. Januar 2009, 18:32:47
Da reicht schon Lavendelöl , da braucht sie keine Krause mehr ;D . Superidee , danke für den Tipp ! Ist im Mixer verrühren okay oder wird das zu warm ?
grins, ich denke, mixer ist ok...las eben bei hilde noichmal, das man da sellerie und doppelt soviel beinwell in wein kochte und nach dem kochen abseihte..in den wein gab man etwas zitwerwurzel (curcuma zedoaria), honig und soviel zucker wie sellerie...dies ließ man leicht aufsieden, "gieße ihn zur läuterung durch ein säckchen und trinke ihn nach dem essen und zur nacht und tue dies häufig" ;D

die abgeseihten wurzeln legte man warm auf die kranke stelle
Titel: Re:Beinwell- Salbe
Beitrag von: rorobonn † am 20. Januar 2009, 18:36:50
hm, also alles, was ich hier gerade nochmals lese, läuft auf das trinken eines beinwellsudes hinaus...oder eben pflaster aus dem brei ::)
Titel: Re:Beinwell- Salbe
Beitrag von: Biotekt am 20. Januar 2009, 18:47:43
In meinen Landzeiten gab es für die Pferde selbstgemachte Beinwellsalbe für kleinere Blessuren.

Meines Wissens aber nicht für offene Wunden....
 
Zitat
Gänsefett oder Schweineschmalz würden zwar die Kreativität der Kleinen mächtig ankurbeln aber das ist nicht soo das Ziel.


Wenn du was schmieriges herstellen willst, nimm Vaseline als Träger. Glaube kaum, das die Hunden schmeckt....
Titel: Re:Beinwell- Salbe
Beitrag von: Cim am 20. Januar 2009, 19:26:56
meine Mutter stellt Beinwell Salbe "tonnenweise" her.
Als Basis nimmt sie Melkfett, schmilzt das vordichtig und gibt den ganzen Beinwell "Bickbermus" rein, läßt es gut durchziehen und filtert es anschließend durch.

Das Zeug reissen ihr die Leue aus den Händen. Damit es nicht schmeckt, vielleicht was Ballistol Öl rein ???

LG Cim
Titel: Re:Beinwell- Salbe
Beitrag von: Garten-anna am 21. Januar 2009, 10:21:16
Hallo Cim
was ist Bickbermus?
LG Anna
Titel: Re:Beinwell- Salbe
Beitrag von: thegardener am 21. Januar 2009, 19:16:53
Bickbermus
Das würde ich mal als Matsche bezeichnen, also zermörserter Beinwell . Ich denke, Lavendelöl als Abschreckung wirkt gut . Ballistol lecken meine Hunde ab, der Hund um den es geht ist noch eigentümlicher . Aber alles was gut riecht wie Lavendel - ist bäh für sie ::) .
Danke!
Titel: Re:Beinwell- Salbe
Beitrag von: Cim am 21. Januar 2009, 21:01:06
Bickbermus
Das würde ich mal als Matsche bezeichnen, also zermörserter Beinwell . Ich denke, Lavendelöl als Abschreckung wirkt gut . Ballistol lecken meine Hunde ab, der Hund um den es geht ist noch eigentümlicher . Aber alles was gut riecht wie Lavendel - ist bäh für sie ::) .
Danke!

prima, fast gut übersetzt. Zermatscht muß er nicht unbedingt sein. Kleingeschnitten reicht auch. Lavendel beruhigt ja auch, das riecht bestimmt gut ;)


Ach und zum Thema "offene Wunden", die Salbe wird oft für "offene Beine" empfohlen. Ich wäre jedoch vorsichtig, bei selbstgemachter Salbe, die sollte dann auf jeden Fall nicht verunreinigt sein.

Es gibt eine Geschichte zum Beinwell...(hab ich die nicht schon mal erzählt?)
Beim Kochen einer Suppe mit Beinwell hat jemand einmal entdeckt, dass sich das Fleisch verändert, sehniger wird und "zieht". Daraufhin wurde die Erfahrung gemacht, das Beinwell die Wundheilung förderte, weil er das Fleisch zusammenklebte...

Ob das so richtig ist, kann ich nicht beurteilen, da ich nicht weiß, wie der Wahrheitsgehalt dieser geschichte ist.

Nicht umsonst trug er auch den namen Beinbruchwurzel oder Heilwurzel.

Titel: Re:Beinwell- Salbe
Beitrag von: noobersch am 21. Januar 2009, 21:16:19
Mit fetten, vor allem parafinölhaltigen Salbengrundlagen, wie Vaseline und Melkfett auf offenen Wunden wäre ich vorsichtig. Deshalb ist auch immer von diesem "leckeren" Beinwellbrei in den alten Hidegard- Rezepten die Rede.
Titel: Re:Beinwell- Salbe
Beitrag von: Sabrent am 21. Januar 2009, 21:24:48
Was ist eigentlich dran an der Warnung vor "innerlicher" Anwendung (Leberschäden) und bei offenen Wunden?
Würde vermutlich dann auch auf Hunde zutreffen.
Titel: Re:Beinwell- Salbe
Beitrag von: Cim am 21. Januar 2009, 21:30:55
Was ist eigentlich dran an der Warnung vor "innerlicher" Anwendung (Leberschäden) und bei offenen Wunden?
Würde vermutlich dann auch auf Hunde zutreffen.

Ich persönlich wende Beinwell nicht innerlich an, da er krebserregende Stoffe enthält, die die Leber schädigen und/oder Leberkrebs verursachen sollen. Ab welches Dosierung diese Wirkung auftreten soll ist umstritten. bei umstrittenen Sachen bin ich vorsichtig. Trotzdem werden oft die schönen Blüten als Salatbeigabe oder ähnliches bedenkenlos empfohlen. Vermutlich ist es unschädlich, geringe mengen hin und wieder zu sich zu nehmen. Passiv Rauschen ist vermutlich schädigender. Aus meiner Sicht ist es eher persönliche Ermessenssache.
Beinwellsalbe äußerlich wird auch bedenenlos in Apotheken verkauft.
Titel: Re:Beinwell- Salbe
Beitrag von: Sabrent am 21. Januar 2009, 21:52:06
Danke. Muss ich mir als Aktiv-Raucher also keine Gedanken machen. ;)
Titel: Re:Beinwell- Salbe
Beitrag von: noobersch am 21. Januar 2009, 22:16:30
Habe mein "schlaues Buch" zu Rate gezogen:
Beinwell enthält Alantonin. Dieses wirkt durchblutungsfördernd, steigert zudem die Wundsekretion. Gerb- und Rosmarinsäure spielen eine untergeordnete Rolle.
Aber Beinwell enthält auch Pyrrolizidinalkaloide. Sie wirken leberschädigend und stehen auch unter Verdacht krebserregend zu sein.
Daher sollte Beinwell nur äußerlich und bei intakter Haut angewendet werden!
Symphytum officinale, der lateinische Name des Beinwells, deutet auf die altertümliche Anwendungs- bzw Wirkungsweise hin, nämlich zur Heilung von Knochenbrüchen.
Titel: Re:Beinwell- Salbe
Beitrag von: rorobonn † am 22. Januar 2009, 09:23:30
etwas überrascht habe ich nocheinmal geblätter. im phytomagister. basisband (Kaufhold) werden Pyrolizidinalalkaloide (intermedin, acetylintermedin, acetyllycopsamin. lycopsamin,symphytin, echimidin) nur als bestandteile der wurzel erwähnt...nicht beim blatt/kraut

zur nebenwirkung der wurzel steht dort:
als droge an ratten verabreicht haben pyrrolizidinalalkaloide der droge sich "als hepatoxisch, kanzerogen und mutagen erwiesen...deshalb als potentiell genotoxisches kanzerogen für den Menschen einzustufen." (BA Nr. 138 v. 27.7.1990)
laut wichtl ist das genetische risiko...im vergleich ihrer toxischen potenz nur von untergeordneter bedeutung zu sein.

das buch richtet sich nach erkenntnissen bis 1994: ist also ggf überholt 2009
Titel: Re:Beinwell- Salbe
Beitrag von: amarant am 22. Januar 2009, 10:10:00
Muß ich doch auch noch meinen Senf dazu geben:

40 gr. Beinwellwurzel - am besten geerntet im Frühjahr oder späten Herbst
12 EL Sonnenblumenöl
od. Olivenöl
60 gr. Palmfett - gibts als Cremana im Supermarkt zu kaufen,
  (od. anderes festes Fett)
20 gr. Bienenwachs - aus der Apotheke
3-4 Tr. äth. Lavendelöl
od. Teebaumöl

Beinwellwurzel in kleine Stücke schneiden und in ein Glasgefäß geben. Danach das Öl darüber geben. Das Ganze zugedeckt 3 - 4 Tage an einem möglichst warmen Ort (wenn möglich an der Sonne) ziehen lassen. Nun Palmfett und Bienenwachs bei mäßiger Hitze in einem kleinen Töpfchen schmelzen lassen. Das Öl mit den Wurzelstücken dazugeben und kurz mit erwärmen. Die Masse abkühlen lassen bis sie fest ist. Das Ganze noch 3x wiederholen. Danach die Salbe durch ein Tuch in ein Schraubverschlußglas filtern und im Kühlschrank aufbewahren.

Auch meines Wissens soll Beinwell nicht innerlich eingenommen werden!

LG Silvia
Titel: Re:Beinwell- Salbe
Beitrag von: rorobonn † am 22. Januar 2009, 11:42:59
wichtig- so scheint es- ist die unterscheidung zwischen wurzel und blatt/kraut ;)

darreichungsform der wurzel: aufguss, abkochung, milchabkochung, pulver, paste, breiauflagen und arzneiwein

darreichungsform des kraut:
aufguss, pulver, paste und breiauflage

also ist die innerliche anwendung weder in der geschichte, der heilkunde und in der praxis kaum zu leugnen ;)

auszug aus "PhytoMagister. Modernes und traditionelles Wissen der Pflanzenheilkunde. basisband: die 60 wichtigsten heilpflanzen(kaufhold)

im impressum wird aber auch darauf hingewiesen worden, dass die historischen anwendungsgebiete, beyschreibungen, dosierungen etc nicht unbedingt dem heutigen standart entsprechen: es ist eine historische dokumentation