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Pflanzenwelt => Arboretum => Thema gestartet von: Bergfrosch am 13. September 2004, 08:54:22

Titel: Optimale Bepflanzung zur Hangbefestigung
Beitrag von: Bergfrosch am 13. September 2004, 08:54:22
Guten Tag allerseits!

In meinem Garten befindet sich einer steiler Abhang, welchen ich neu beflanzen möchte. Welche Bäume/Sträucher eignen sich am besten um das Abrutschen des Hangs zu verhindern? Es handelt sich um einen Schattenhang.

Danke für die Hinweise
Titel: Re:Optimale Bepflanzung zur Hangbefestigung
Beitrag von: bernhard am 13. September 2004, 08:59:49
hallo bergfrosch,

herzlich willkommen hier bei uns!
über welche fläche sprechen wir den hier?
Titel: Re:Optimale Bepflanzung zur Hangbefestigung
Beitrag von: Bergfrosch am 13. September 2004, 09:25:32
Hallo Bernhard

Die Fläche ist nicht besonders gross. Ich schätze mal 60 m2. Allerdings will ich zur Zeit nicht alles neu bepflanzen. Hier noch einige Infos:

- Das Grundstück befindet sich auf 800 Meter über Meereshöhe.
- Der zu befplanzende Abhang ist Teil eines Bach-Tobels, welches (auf dem hangabwärts liegenden Nachbargrundstück) bewaldet ist. Der Bach führt immer Wasser.
- Der besagte Hang war einst mit lauter Rottannen bepflanzt. Vor ca. 15 Jahren habe ich aber begonnen, diese teilweise zu fällen, da sie zu eng gesetzt wurden und da mir diese Monokultur nicht passte. Anstelle der Tannen habe ich dann verschiedene Sträucher gepflanzt. Letzten Samstag habe ich die zweitletzte Tanne gefällt. Diese war ziemlich gross (ca. 20 m hoch) und hinterlässt nun ein grosses "Loch". Ich such eine passende Bepflanzung für dieses "Loch".

Gruss

Bergfrosch
Titel: Re:Optimale Bepflanzung zur Hangbefestigung
Beitrag von: Silvia am 13. September 2004, 09:35:47
Hallo Bergfrosch, herzlich willkommen! :)

Müssen es nur Gehölze sein?

Sonst - an so einer feuchten Stelle wachsen bestimmt Farne und Rodgersien sehr gut. Auch Hostas könnte ich mir gut vorstellen. Und Primeln und Narzissen werden dort im Frühjahr für Farbe sorgen. Nur mir Gehölzen dauert es sicher eine Weile, bis der Boden zusammenhält.

LG Silvia



Titel: Re:Optimale Bepflanzung zur Hangbefestigung
Beitrag von: Bergfrosch am 13. September 2004, 09:43:16
Hallo Silvia

Eigentlich sind Gehölze nicht zwingend. Allerdings ist das Gefälle ziemlich gross, und ich dachte, dass Gehölze die stärksten und längsten Wurzeln haben. Zudem sind sie pflegeleicht, was aufgrund der Steilheit ein Vorteil ist. Es stimmt natürlich, dass sie langsamer wachsen, alleredings verroten die Wurzeln der gefällten Tanne auch nicht von einem Tag auf den anderen. Ideal wären daher Gehölze, welche schnell wachsen und ein grosses Wurzelwerk ausbilden.

Gruss

Bergfrosch
Titel: Re:Optimale Bepflanzung zur Hangbefestigung
Beitrag von: Iris am 13. September 2004, 09:52:27
Und wie hoch sollen die Gehölze werden? Welche Vorlieben hast du? Soll es blühen?

Prinzipiell finde ich Ausläufertreibendes zur Hangbefestigung recht vorteilhaft. Aber bei kleinen Flächen kann das schnell in die Hose gehen...

Wie wäre es mit Rosa rugosa bzw. einer Sorte? Wenn es nicht zu schattig ist.

Iris
Titel: Re:Optimale Bepflanzung zur Hangbefestigung
Beitrag von: Bergfrosch am 13. September 2004, 10:01:07
Hallo Iris

Ich möchte keine einheitliche Höhe. Ich stelle mir aber am Rand eher Büsche (Höhe 0.5-2 m) und im innern höhere Büsche bzw. Bäume vor. Ich möchte es möglichst vielfältig und naturnah. Wenn etwas zu hoch wird, fälle ich halt wieder... Blühen soll es nicht unbedingt. Der Hang befindet sich am unteren Ende des Grundstücks und grenzt an das bewaldete Nachbargrundstück. Er ist daher kaum einsehbar.

Zur Zeit gibt es auf dem Hang noch zwei Bäume:

- 1 Rottane
- 1 Birke

Gruss Bergfrosch

Titel: Re:Optimale Bepflanzung zur Hangbefestigung
Beitrag von: Hortulanus am 13. September 2004, 10:19:39
Kann es sein, Bergfrosch, dass du vor einiger Zeit eine gleiche Anfrage schon einmal in einem anderen Forum gestellt hast? ???
Titel: Re:Optimale Bepflanzung zur Hangbefestigung
Beitrag von: knorbs am 13. September 2004, 10:27:22
'Wolliger Schneeball' (V. lantana) und der 'Gemeine Schneeball' (V. opulus [...] können auch der Hangbefestigung dienen.
(quelle): bio-gaertner

prunus padus (Gewöhnliche Traubenkirsche); gut geeignet zur Böschungs- und Hangbefestigung, frische bis nasse, nährstoffreiche und vorzugsweise basenreiche Lehmböden (quelle: hier)

im zusammenhang mit hangbefestigung wird auch z.b. erwähnt:

amelanchier lamarckii (felsenbirne, aus den früchten läßt sich eine super gute marmelade machen!)
cornus mas
haselnuss (corylus avellana)
Euonymus europaeus Pfaffenhütchen

schau mal in diese pdf-file der tu berlin, Fachgebiet Landschaftsökologie
Freilandpflanzenkunde und –verwendung und gib in der suchfunktion "hangbefestigung" ein

Freilandpflanzenkunde und –verwendung

norbert
Titel: Re:Optimale Bepflanzung zur Hangbefestigung
Beitrag von: knorbs am 13. September 2004, 10:36:35
@hortu

machen doch viele ;) ...entscheidend wird für bergfrosch sein, wo die für ihn tauglichere info herkommt.

norbert
Titel: Re:Optimale Bepflanzung zur Hangbefestigung
Beitrag von: Bergfrosch am 13. September 2004, 10:38:50
@knorbs

Vielen Dank für die Infos. Werde die Links checken!

@Hortulanus

Nein. Aber könntest Du mir denLink geben, dann würde ich schauen, was da herausgekommen ist.

Gruss

Bergfrosch
Titel: Re:Optimale Bepflanzung zur Hangbefestigung
Beitrag von: Hortulanus am 13. September 2004, 10:47:47
Leider weiß ich nicht mehr, in welchem Forum. Es ging aber um eine sehr ähnliche Fallgestaltung mit einer Fülle von Anregungen.
Titel: Re:Optimale Bepflanzung zur Hangbefestigung
Beitrag von: Nina am 13. September 2004, 10:59:37
Habe was zur Hangbefestigung gefunden. Dort ist Rosa arvensis empfohlen worden.
Titel: Re:Optimale Bepflanzung zur Hangbefestigung
Beitrag von: Querkopf am 13. September 2004, 12:49:45
Auf dass die in Ninas Link formulierte Laien-Erfahrung noch ein wenig durch Profi-"Autorität" ;) gestützt werde:

www.stmlf-design2.bayern.de/lwg/landespflege/info/rosen.html - da gibt's u.a. ein eindrucksvolles Bild mit Rosa arvensis am Hang.

Aber, es wurde schon gesagt, selbst die schnellsten Wachser unter den Gehölzen brauchen ein Jahr, eher zwei, um sich eine ordentliche Startbasis zu verschaffen. Und du sprachst davon, dein Hang sei steil - dann würde ich an deiner Stelle erstmal staudige Bodendecker setzen, die fix & kräftig loswuchern. Gleich sofort, egal was, egal wie's aussieht. Einfach als Erste Hilfe, damit dir eventuelle Starkregen nicht den halben Hang wegspülen. Wenn du für solch ein Provisorium fllach wurzelnde Oberflächenkriecher wählst - Hornkraut fällt mir spontan ein, auch Vinca minor, gibt sicher noch bessere Ideen - dann hast du später, wenn die Gehölze in den Startlöchern stehen, kein Problem, den Zwischenbewuchs wieder rauszurupfen. Bloß nix für provisorische Zwecke nehmen, was tiefer in den Erdboden reinmarschiert; denn das wird man nachher kaum wieder los.

Sollte es mit der Steilheit und der Wegspül-Gefahr doch nicht so arg sein, kannst du dir natürlich jegliche Zwischenbepflanzung sparen und in Ruhe auf die Gehölze warten. Was die bessere und angenehmere Lösung wäre... :)

Schöne Grüße
Querkopf
Titel: Re:Optimale Bepflanzung zur Hangbefestigung
Beitrag von: Querkopf am 13. September 2004, 13:13:51
Nachtrag: R. scabriuscula ist in puncto Schnellwüchsigkeit am Hang auch nicht von schlechten Eltern.

Und ich erinnere mich dunkel an einen Gehölz-Thread hier, in dem von Ausläufer treibenden Cornus-Arten die Rede war - guck doch mal in die Suchfunktion.

Kleinere Salix-Arten sind sicher auch eine Möglichkeit.

Schöne Grüße
Querkopf
Titel: Re:Optimale Bepflanzung zur Hangbefestigung
Beitrag von: Günther am 13. September 2004, 13:22:19
Besteht eventuell auch die Gefahr von Unterspülungen?
Wenn der Hang nicht begangen werden wird, kann man nach alter Autobahnböschungssitte mal mit einem Maschenzaun mechanisch sichern und dann nach Lust & Laune möglichst ausläufertreibende Gewächse setzen. Dazu bieten sich manche Weiden, etliche Wildrosenarten, für Leichtsinnige sogar Brombeeren an. Auch Schlehen breiten sich gut aus.
Titel: Re:Optimale Bepflanzung zur Hangbefestigung
Beitrag von: Bergfrosch am 13. September 2004, 13:33:07
Wegen dem wegspülen: Habe vor kleine Terassen aus einzelnen Holzstämmen anzulegen. Darin können dann auch die neuen Gehölze gepflanzt werden.

Die Idee mit dem Maschendraht finde ich gut. Kann man da normalen Draht verwenden, der auch für die Zäune verwendet wird? Muss man dabei etwas beachten? Einfach das Geflecht mit U-Eisen auf den Boden fixieren?

Von Brombeeren kann ich ein Lied singen... auf der andren Seite des Grundstücks kämpfe ich gegen den Brombereneinfall aus dem Wald... schrecklich. Rücke ihnen jeweils mit der Motorsense zu Leibe. Sehr anstrengend - da auch dort sehr steil - und mit geringem Erfolg...
Titel: Re:Optimale Bepflanzung zur Hangbefestigung
Beitrag von: Hortulanus am 13. September 2004, 13:34:16
Völlig problemlos, immergrün und bezaubernd mit seinem Fruchtschmuck wäre Cotoneaster. Mit dieser Art könnte man sogar variieren: Bodendecker und aufrecht wachsende Sträucher mit zum Teil grazilem Wuchs.

Eine völig andere Lösung wäre die Anlage eines separaten Gartenteils. Auch wenn der Abhang nicht einsehbar ist, ließe er sich möglicherweise doch für einen Ziergarten-Teil nutzen. Ich selbst hatte in meinem früheren Garten auch einen Hang, in den ich diagonal eine Natursteintreppe verlegen ließ. Auf beiden Seiten waren dann Pflanzensammlungen angelegt, die man auf der Treppe durchschreiten konnte.
Titel: Re:Optimale Bepflanzung zur Hangbefestigung
Beitrag von: kap-horn am 13. September 2004, 13:38:54
Zur Unterpflanzung kann ich dir Waldsteinia geoides? - die horstige Art mit kleinen hellgelben Blüten - empfehlen. Wintergrün, trockenheits- und schattenverträglich - und ein mörderisches Wurzelsystem. Habe vor kurzem welche umgepflanzt. Ächz!
Karin
Titel: Re:Optimale Bepflanzung zur Hangbefestigung
Beitrag von: bernhard am 13. September 2004, 13:48:01
nun, das hängt sicher davon ab, wielviel man sich "kümmern" mag und wie viel man "investieren" mag. für den ziergartenfall findest du hier sicherlich schon viele threads mit zahlreichen anregungen (zb hier ein cornus-thread mit preziosen aus diesem bereich). die meisten davon wäre für einen "wilden" hang wohl zu teuer.

für den fall, dass es dir wirklich nur um den bewuchs geht und du nicht - so wie ich oder hortu - gerne durch deine sammlung von gehölzen wandern magst, kommen noch andere hartriegel wie cornus alba oder cornus stolonifera frage. auch bei den ahornen gibts günstige und hübsche beispiele, die in deinem fall passen, wie zb acer ginnala.

Zitat
Völlig problemlos, immergrün und bezaubernd mit seinem Fruchtschmuck wäre Cotoneaster. Mit dieser Art könnte man sogar variieren: Bodendecker und aufrecht wachsende Sträucher mit zum Teil grazilem Wuchs.

in der tat oft unterschätzt und wegen dem abc-gärtner-ruf in die falsche schublade gesteckt. da gibts schätze! wie zb der wunderschöne c. bullatus, der vom insektenbeflug im vergleich zu anderen cotoneaster nochmal die latte höher legt. allerdings sollte man bei c. die extreme anfälligkeit für feuerbrand nicht vergessen. vor allem bei flächiger pflanzung. die kann dann plötzlich hinüber sein. in manchen gebieten darf man ihn auch nimmer pflanzen. er wird bei uns sogar als "zeigerpflanze" für feuerbrand speziell beobachtet.

Zitat
kämpfe ich gegen den Brombereneinfall aus dem Wald... schrecklich.
;D ;D ;D

ach ja: auf einen sambucus würde ich auch nicht verzichten!

Titel: Re:Optimale Bepflanzung zur Hangbefestigung
Beitrag von: Günther am 13. September 2004, 14:20:38
Man kann ganz ordinären billigen Maschendrahtzaun verwenden, vor allem, wenn der Hang später kaum begangen wird. Im Extremfall verrostet das Ganze nach vielen Jahren und bis dahin ist der Hang schon fest genug. Luxusmenschen nehmen beschichteten und verzinkten Gitterdraht dazu und glauben, ihn später mal entfernen zu können - nur geht dann der Bewuchs mit ;D
Eine weiter unbeliebte Methode für Böschungen: Reynoutria/Fallopia. Sehr gute Insektenweide ;D
Titel: Re:Optimale Bepflanzung zur Hangbefestigung
Beitrag von: Iris am 13. September 2004, 23:06:22
Eine seltenere, edle Böschungsbepflanzung ist die ausläufertreibende Aesculus parviflora. Auch eine Bienenweide. Und bekommt keine Miniermotten!
Wächst aber anständig flott nach vorne!
Davor könnte man mit Rodgersia aesculifolia einen Spass machen und das Blatt aufgreifen. Oder den gleichen Spass mit Sambucus und Rodgersia sambucifolia ;D.

Alberne Grüße
Iris