garten-pur
Pflanzenwelt => Stauden => Thema gestartet von: amarant am 01. März 2009, 13:28:20
-
Als ich gestern meine Lavatera olbia und mein Geranium psilo. "Patricia" abgedeckt habe war ich sehr erstaunt und hab mich narrisch gefreut, daß die beiden diesen Winter überlebt haben. Meine Freude hat allerdings nicht lange gedauert. Ziemlich basisnah ist an Teilen beider Pflanzen dichter Schimmel zu sehen und die Triebe sind teilweise matschig. :-\
Gehn sie jetzt doch noch kaputt?
Silvia
-
Das ist Botrytis (Grauschimmel). Lass da ordentlich Luft ran, dann verschwindet er wieder. Es kann sein, dass die Pflanze geschädigt ist, muss aber nicht sein.
-
Danke Dir Staudo!
Na dann schaun mer mal!
LG Silvia
-
das beste gegen Grauschimmel und andere üble Burschen ist Schmelzwasser, das zweitbeste ist die Pflanzen mit Sand oder irgendwas mineralischem beschütten. Erfolgreich war bei meinen Agapanthus im Wintergarten auch Holzasche.
-
Sand müsste ich mir erst besorgen, aber das mit der Holzasche versuch ich doch sofort. ;D
-
halt, halt! Die Holzasche ist nur dann nützlich, wenn kein Niederschlag sie verklebt. Es ist dann eine zähe Pampe!
Mein Vorschlag galt für den Agapanthus im Winterquartier! Im niederschlagsfreien Wintergarten!
-
Ok, vielen Dank. Bei uns ist zur Zeit aber trocken, da werd ich doch mal ein Esllöffelchen voll probieren. ;)
Danke Silvia
-
@amarant
Ich bezweifle die Wirksamkeit der vorgeschlagenen Methoden. Grauschimmel geht auch meist nicht von allein weg, es sei denn, es handelt sich um sehr robusten Pflanzensorten. Da Grauschimmel auch ein Schwächeparasit ist, sucht er sich vorwiegend Pflanzen mit schwacher Konstitution und das sind jetzt praktisch alle, denn die meisten Pflanzen haben jetzt ihren "Kreislauf" auf Schongang (Winterpause) und können sich deshalb nicht wehren.
Wenn es Grauschimmel ist, dann gibt es folgende Behandlungsmöglichkeiten:
1. Spezielle Grauschimmelpräparate wie z.B. Switch. Diese gibt es aber kaum frei zu kaufen, aber wenn Du einen Bekannten mit Weinberg hast, hilft der bestimmt.
2. In Gartencentern gibt es ein Spritzmittel gegen Grauschimmel an Erdbeeren. Grauschimmel = Botrytis (allerdings gibt es mehrere Unterarten bzw. Stämme). Dieses Mittel ist allerdings nicht so wirksam wie Switch, da es im freien Handel keine stark wirkenden Präparate gibt..
3. Zum Desinfizieren von Edelreis (gegen Grauschimmel und ähnliche winteraktive pilzliche Erreger) wird u. a. Sulfachin = Hydroxychinolinsulfat in 0,02 % iger Lösung verwendet. Sulfachin ist ein seit Jahrzehnten bewährtes Gurgelmittel in Tablettenform (kleine gelbe Tabletten) und gibt es in vielen Hausapotheken. Ansonsten mal in der nächsten Apotheke fragen - nicht allzu teuer und m.E. recht wirksam und Bio. Achtung: Auf Inhaltsstoff achten! Es gibt Nachahmerpräparate gleichen Namens ohne diese Wirkstoffe und ohne diese Wirkung.
Alle diese Mittel helfen allerdings nur, wenn Du schnell handelst, die Pflanzen noch nicht zu sehr geschädigt sind und es sich wirklich um Botrytis handelt. Sulfachin hilft auch gegen andere pilzliche und bakterielle Erreger, allerdings nur als Kontaktmittel und nicht systemisch, d.h. das Mittel wird von der Pflanze nur nach langer Einweichzeit oberflächlich aufgenommen und wirkt sonst nur an der Blattoberfläche. Systemische Mittel helfen in der Vegetationsruhe ohnehin kaum, da dazu ein aktiver Stoffwechsel der Pflanze erforderlich ist.
Alle diese Mittel nicht überkonzentrieren (schadet oft den Pflanzen) und dafür lieber in Abständen mehrmals spritzen bzw. sprühen.
-
amarant, hör nicht auf Dietmar, ;) bei einzelnen Stauden ist es einfach eine nicht verhältnismäßige Sache irgendein Fungizid zu verwenden.
Sowieso müsstest du alle befallenen Teile der Pflanzen entfernen und dann alles besprühen. Für Gärtner mit großen Kulturen ist das natürlich notwendig, aber doch nicht für unsere paar Pflänzchen.
-
Also bei meinen Fleischfressenden Pflanzen hat Holzasche meist! gut geholfen. Die sind ja im Winterquartier besonders anfällig.
-
das beste gegen Grauschimmel und andere üble Burschen ist Schmelzwasser
Was ist an Schmelzwasser so besonders gut?
-
wir unterscheiden hier zwei Dinge. Einmal Pflanzen im Wintergarten oder im Gewächshaus ohne irgendwelche Niederschläge. Dort sind die Pflanzen sehr anfällig für Pilzinfektionen weil sämtliche Faktoren fehlen, die unsere heimischen Pflanzen dagegen schützen. Besonders im Herbst nach dem Einräumen ist die Luftfeuchtigkeit hoch und in den Kübeln hat sich die Erde voll Wasser gesogen. Das schafft ein ideales Klima für Pilze. Dagegen hilft zweierlei. Einmal das dicke Bepudern der Pflanzen mit mineralischen Materialien. Zweitens, die Erde in den Kübeln mit dicker Mulchschicht aus gerbsäurehaltigem Laubhumus oder Splitt oder Gesteinsmehl bedecken.
Das dritte ist, dass sämtliche welken Pflanzenbestandteile sorgfältig entfernt werden. Die Zipfgäs sind zum Beispiel im Frühjahr alle sehr beschäftigt Primeln zu putzen.
Pflanzen, die man im Freiland abgedeckt hat sind den gesund erhaltenden Witterungseinflüssen in unserem Klima auch entzogen. Ideal wäre die Abdeckung mit lichtdurchlässigem Vlies. Oder mit Schüttung aus trockenem Laub oder das lockere Abdecken mit Fichtenästen.
Ist das Mallheur einmal passiert - ich decke deshalb nicht mehr ab, sondern riskiere lieber Verluste durch Frost - dann hilft es bei Temperaturen über 0° C mit mineralischen Stoffen, die aber auf keinen Fall dick zusammen pappen können, dick zu bepudern und darauf zu hoffen, dass das Schmelzwasser und der eiskalte Niederschlag im März die lästigen Mikroorganismen weg wäscht.
Wenn es heißt durchlässiger Boden, dann ist genau das gemeint. Einige Pflanzen sind genau auf so etwas eingerichtet. Sie brauchen Nässe aber einen durchlässigen Boden. Und wenn es heißt, keine stehende Nässe, dann ist genau gemeint, dass aller Niederschlag, der durchrauscht ok ist. Aber sobald die Verhältnisse stehendem Wasser und feuchten Substraten mit möglichst warmen Temperaturen entsprechen, in dem sich besonders Pilze wohl fühlen, dann gibt es Pflanzen, die dem nicht gewachsen sind, weil sie einen Schutzmechanismus für diesen Fall nicht geerbt haben.
Mediterrane Pflanzen richten sich auf ganz andere Dinge ein und haben in ganz andere Schutzmechanismen investiert.
-
Das kann ich alles nachvollziehen, ist ja auch logisch. Entscheidend ist also das durchrauschende Wasser, egal ob Regen oder Schmelzwasser ;D.
-
bei Schmelzwasser ist die niedrige Temperatur noch effektvoll.
Lauwarmer Regen bringt im Mai die Botrytis an Pfingstrosen zum gedeihen.
Das Schmelzwasser hat auch noch eine Triggerfunktion. Für Crocus ist das das Signal mit der Blüte zu beginnen. Es gibt Pflanzenhormone, die reagieren auf solche Reize.
-
Das Schmelzwasser hat auch noch eine Triggerfunktion. Für Crocus ist das das Signal mit der Blüte zu beginnen. Es gibt Pflanzenhormone, die reagieren auf solche Reize.
Interessant. Ich meine mich zu erinnern, dass meine Krokusse auch schon ohne vorherige Schneeschmelze zu blühen begannen. Vielleicht können die aber nicht lesen. Soll bei Pflanzen ja ab und an vorkommen.
-
Hm. Ich hatte heute den Eindruck, dass meine Krokusse zu blühen beginnen, wenn sie endlich mal die Sonne bescheint. Mit Schmelzwasserwar ja hier eher nichts. Regen schon eher. Sonne war auch nicht und bis gestern kein Krokus zu sehen. Heute schieben sie heraus, da kann man zusehen, so schnell geht es (Garten früh, mittags und nachmittags mehrfach abgeschritten und Wachstumsfortschritt kontrolliert... ::))
-
das ist immer wieder seltsam, mir ist es völlig klar, dass es nicht nur ein einziges Signal gibt, warum Pflanzen irgendetwas tun. Dass es viele verschiedene Reize sind, die irgendetwas in Bewegung bringen, aber nun, wenn die Idee schlecht war, dann lassen wir sie eben fallen. ;)
Jedenfalls haben wir heute in einem Garten in Darmstadt die Frage erörtert, ob es sinnvoll sei eine Pflanzung aus Cyclamen coum und eine Sammlung von Schneeglöckchen über den Winter abzudecken. Die großen geschlossenen Cyclamen coum Bestände an anderen Stellen im Garten sind im Winter mit Vlies abgedeckt und stehen unter einer Kiefer. Die Blätter bilden eine geschlossene Decke und die Blüte ist äußerst üppig.
Aber ob den Schneeglöckchen eine Abdeckung mit Vlies über den Winter behagt, das war die Frage.
-
das ist immer wieder seltsam, mir ist es völlig klar, dass es nicht nur ein einziges Signal gibt, warum Pflanzen irgendetwas tun. Dass es viele verschiedene Reize sind, die irgendetwas in Bewegung bringen, aber nun, wenn die Idee schlecht war, dann lassen wir sie eben fallen.
deine idee ist auf keinen fall schlecht, pearl!
angeblich reagieren pflanzen auch auf schall und die schwingungen der darüber fliegenden vögel! so soll z.b. vogelgesang im frühling ein wichtiges signal für sie sein, "aufzuwachen" (ist er das nicht für uns auch in gewisser weise ;) ?)!
(das, versuche damit und vieles andere höchst erstaunliche steht im Buch "Die Geheimnisse der guten Erde" v. P.Tompkins/Christopher Bird zu lesen)
lg lisl
-
brennnessel, sehr interessant! Möglicherweise stoße ich auf mehr Berichte über den Austrieb von Frühjahrsblühern und kann meine eigene Beobachtung in meinem Garten damit ergänzen.
-
das mit dem Schmelzwasser scheint ja einige aufzuregen und zu beschäftigen.
-
Mich regt Schmelzwasser auch auf. Davon bekommen meine Schuhe Schimmelflecken 8)
-
An und für sich ist die Schmelzwasser-Idee äußerst logisch.
Es gibt ja aber immer mehr Gegenden, wo ein richtiges Schmelzwasser fehlt oder nur sehr gering ist. Dennoch blühen die Frühblüher, Schneeglöckchen und Crocus üppig wie immer. Cyclamen coum haben hier noch nie wirklich üppig geblüht - blühen aber jedes Jahr. Da finde ich die Abdeckungsidee interessant!
-
umgesetzt ist sie äußerst erfolgreich. Ein mehrere qm großer Bestand an coum und ein noch größerer Bestand an hederifolium hatte makelloses Laub und bildete einen geschlossenen Laubteppich.
-
Ich frag mich doch nun wirklich an , wo unser Schmelzwasser herkommen soll. Ja ,das Meiste aus der Schweiz, ;D ;D ;D ;) aber das juckt meine Frühjahrsblüher herzlich wenig....... Ich denke , dass eine gewisse Lichtintensität da viel mehr eine Rolle spielt.
In Erinnerung habe ich da die vielen wilden Krokusse auf Bergwiesen. Gestern der letzte Flecken Schnee weggeschmolzen nach 2 Tagen sind sie da! Helllila soweit das Auge reicht! Die stehen unter der dicken Schneedecke geradezu in Hab -Acht- Stellungs. Selbst auf den Wegen und in den Karrenspuren. 8) 8)
-
Die stehen unter der dicken Schneedecke geradezu in Hab -Acht- Stellungs.
genau das!
-
Klar, in den Bergen. :D Wir haben aber keinen Schnee, also kein Schmelzwasser. Was bringt meine Krokusse dann plötzlich zum Blühen ausser der Sonne? ;D ;) gestern noch 3 Hälmchen; bei einem Tag Sonne der komplette Krokus 8)
-
das ist mein Fehler! irisfool. Ich hatte das nur am Rande angemerkt gehabt, als Beispiel und jetzt hat jemand sich aufgemacht das zum Thema zu machen. Eigentlich ging es darum, dass Pflanzen im Freiland nicht so extrem von Pilzen befallen sind wie unter Glas oder unter Abdeckmaterial.
Im Grunde ist jedem klar warum.
Der ursprüngliche Fragesteller ist auch zufrieden, dass er seine Stauden möglicherweise noch retten kann. Das ist die Hauptsache. ;)
-
Kann es nicht mit stehender Luft zu machen haben, dass sich Schimmelspuren zeigen ? Ich habe gemerkt dass bei den vor ein paar Wochen gekauften Helleboren, die ich zuerst in's GH stellte auf einer schiefergrau anemonblütigen Pflanze an einem Stängel ein Botrytis Schimmel breit machte, den Blütenstengel hab ich dann auch verloren. Erst überlegte ich mir ob ich ein Botrytismittel spritzen soll, hab mich aber entschlossen alle in's Freiland zu setzten trotz Kälte und siehe da die Pflanze hat sich erholt und treibt nun Blätter, der andere Stiel ist noch dran und gibt hoffentlich Saat ;) und der Rest der gekauften Schätzchen hat keine keinerlei Schimmelanwandlungen und hat den krassen Übergang prima akzeptiert. Also, ich würde raten: lüften, lüften, lüften! ;)
-
Lüften ist wohl wirklich das Geheimnis! Ich habe im Herbst nichts abgeschnitten, so dass jetzt alle möglichen Blütenstängel quer übereinanderliegen. Sobald der Schnee weg ist, werde ich diese Stängel dann entfernen, denn sobald es "warm" wird, gibt es darunter Schimmel. Genauso bei den Hellis: Die neu gekauften stehen in einem Plastiggewächshaus, und bei jeder Gelegenheit wird aufgemacht. Nur keine "Badzimmerwärme"!