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Garten- und Umwelt => Atelier => Thema gestartet von: max. am 07. März 2009, 19:18:57
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bei mir haben - zum ersten mal in vielen jahren- eine reihe regentonnen frostrisse erlitten. es handelt sich um die herrlichen grünen 400-liter baumarkttonnen aus polyethylen.
die risse sind am boden, z.t. mehrfach vorhanden.
1.frage: kann man die reparieren?
2.frage: wenn ja- wie? klebeband?
schweißen mit heißlufgebläse?
oder sonstwie?
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wasser findet immer einen weg - hau die kaputten tonnen weg und investiere lieber gleich in neue. :-\
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Wenn die Risse nur am Boden sind, kannst du mit "Regenrinnenkleber" (für Plasteregenrinnen, Baumarkt) eine Plasteplatte von innen flächig auf den Boden aufkleben.
Ich würde mich aber eher Zwergo anschließen...besser du steckst die grüne in die gelbe Tonne.
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hatte auch auch mal. habe ich mit mehreren tuben superglue, sekundenkleber wunderbar wieder hinbekommen. mit klebeband von innen in form gebracht und in die risse den sekundenkleber einlaufen lassen.
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das ist dann auch billiger als eine neue tonne?
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400l tonnen kosten doch entschieden mehr als ein paar tuben kleber.
transport noch garnicht eingerechnet.
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keine ahnung - deswegen frage ich ja... :-[
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sekundenkleber gibts oft in so billigläden 3 tübchen für einen euro.
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ah! ich dachte an irgendeinen mega-hightech-super-luxus-spezialkleber, die tube zu 30 euronen, oder so etwas... ::)
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Und das hält echt dauerhaft auch mit 400 l Wasser drin? ???
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seit drei jahren. allerdings leere ich meine tonnen jetzt vor dem winter aus.
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ich dachte bisher, polyethylen ließe sich nicht verkleben.
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Es lässt sich auch schweißen.
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mit einem heißluftgebläse etwa? und als "schweißdraht" braucht man wohl einen streifen polyethylen- oder nicht?
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Genauso. Ein Installateur für Sanitär o.ä. müsste ein solches Gerät haben.
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muß man die kontaktflächen irgendwie vorbehandeln?
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Sauber und vor allem trocken müssen sie sein. Dann die Risskanten mit einem Messer etwas anschrägen (ähnlich einer Fase), damit eine Art Kehlnaht entstehen kann; das ist die sicherste Verbindung. Also möglichst nicht nur obendrauf, sondern auch etwas "dazwischen" - deshalb die Kehle.
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Ich schließe mich Thüringer an. Schweißen ist die einzige sinnvolle und lang anhaltende Möglichkeit, Polyethylen zu fügen, d.h. zu verbinden.
Polyethylen (PE) und auch Polypropylen (PP) lassen sich aus Prinzip nicht kleben, egal welchen Kleber man verwendet, da die speziellen Oberflächeneigenschaften dieser Kunststoffe dies prinzipiell verhindern.
Es gibt einen Trick, wie man dies trotzdem machen kann, aber der ist privat kaum möglich. Es gibt ein spezielles Ätzmittel, mit dem man für die Dauer einiger Minuten die Oberfläche von PE "aktivieren" kann. Auch eine spezielle Strahlenaktivierung ist möglich. Kurz nach der "Aktivierung" kann man mit einigen ausgewählten Klebstoffen PE kleben. Nach kurzer Zeit (Minuten) geht der Aktivierungseffekt jedoch wieder verloren. In Baumärkten gibt es Klebesets, die aus einem Aktivatorstift (Filzstiftprinzip) und Sekundenkleber bestehen. Ich habe diese mal getestet, aber der Aktivatorstift war fast ausgetrocknet und für geborstene Regentonnen bräuchte man eine riesige Anzahl solcher recht teuren Sets. Bevor man eine größere Fläche mit diesem Stiften aktiviert hat, ist im Anfangsgebiet die Aktivierung wieder verloren gegangen, da diese wie gesagt, nur wenige Minuten anhält. Zudem ist dieses Ätzmittel recht gesundheitsschädlich.
Klebeverbindungen mit Sekundenkleber ohne Aktivierung halten nicht fest und nicht lange - sind also zwecklos. Dazu kommt noch, dass Klebeverbindungen nur funktionieren, wenn diese flächig angelegt sind und nicht durch Schubspannungen belastet werden. Das gilt für alle zu klebenden Materialien und Klebstoffe.
Man kann also prinzipiell keine Stirnflächen von gerissenen Fässern kleben, egal aus welchem Material diese sind.
Eine richtige Klebeverbindung wäre, wenn man großflächig einen relativ breiten Streifen von beiden Seiten auf die Rißregion klebt.
Im konkreten Fall bleiben trotzdem das Materialproblem und die Belastung der Klebeverbindung durch Schubspannungen durch den Wasserdruck.
Schweißen von PE geht recht gut, da PE ein Thermoplast ist. Es gibt dafür spezielle Düsen für Heißluftgeräte und für Gasbrenner sowie Schweißdrähte. Bei den Schweißdrähten darauf achten, keine PVC-Drähte zu nehmen - nur PE-Drähte, denn auch PVC kann geschweißt werden.
Es empfiehlt sich sehr, das Kunststoffschweißen zu trainieren, bevor Du Dich an Deine Tonnen wagst und sich von Installateuren oder aus Fachliteratur Know How zu besorgen, sonst ist die Gefahr groß, dass es schief geht. Zu wenig Wärme und die Schmelzverbindung kommt nicht zustande bzw. hält nicht und zuviel Wärme und das Material der Tonnen wird zu weich und biegt bzw, schrumpelt sich weg. Es gehört auch etwas Übung dazu, eine gleichmäßige, dichte und saubere Schweißnaht zu schaffen.
Wenn man einen Bekannten mit diesem Beruf und den erforderlichen Erfahrungen hat, dann ist es billiger, diesen mit einer kleinen Anerkennung dazu zu bewegen die Tonnen zu schweißen, als sich eine eigene Ausrüstung zu kaufen und viel Zeit für das Anlernen zu verlieren.
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ja hallo und so.
Ja,PE kann man schweißen,wie auch PVC.ABER PE ist nicht PE.
Es gibt verschiedene Sorten.Verschiedene kann man nur klebeb.Einfachstes ist mit Dachrinnenkleber..Richtig aufrauhen und was drüber kleben.Mit Heißkleber gehts auch.Aber am besten vormärmen und wie schin gesagt V- Kehle schneiden und rein das Zeug.Hat bei mit gehalten.
Frank
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danke für die bisherigen informationen.
@dietmar,
genug geborstene tonnen zum trainieren hätte ich ja - genau gesagt: 10 stück. bei der zehnten kann ich´s dann...
...Es gibt dafür spezielle Düsen für Heißluftgeräte und für Gasbrenner sowie Schweißdrähte. Bei den Schweißdrähten darauf achten, keine PVC-Drähte zu nehmen - nur PE-Drähte, denn auch PVC kann geschweißt werden....
1.das bedeutet wohl, daß die baumarkt-billiggeräte mit zwei heizstufen ungeeignet sind. oder?
2.gasbrenner? sind das flammenlose mit katalysator oder was?
3.gibt es tatsächlich pe-schweißdraht zu kaufen? auch im baumarkt? ich dachte, ich müßte mir den selber basteln, etwa aus einem regentonnendeckel.
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PE und PP werden am besten geschweißt, und das setzt schon ein bisserl Routine voraus, daß es auch hält.
Wie bei normalem Schweißen - irgendwie zusammempappen kanns bald jemand. Gut ist anders....
Bist Du sicher, daß es PE ist, nicht PP?
Kleben geht durchaus, Risse allerdings werden kaum geklebt, da wird eventuell flächig ein Streifen drübergeklebt. Wers kann, kann z.B. mit einer Flamme aktivieren, auch hier ist "Gewußt wie" extrem wichtig.
(Heißluft-)Schweißgeräte kann man manchmal von Fußbodenlegern ausborgen, die PVC-Beläge verschweißen, aber, wie oben schon wo erwähnt, KEINE PVC-Schweißdrähte verwenden.
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Frank, die Regentonnen bestehen aus PE-HD, also sog. Hart-PE (Hohe Dichte), dem Farb-Batch und UV-Stabilisator zugesetzt wurde; das lässt sich problemlos schweißen, wenn man es (handwerklich) halbwegs kann. Die Heißkleber-Variante habe ich an Wassertonnen noch nicht probiert.
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das schweißen klingt ja ziemlich aufwendig - zumal lubuli offenbar durchaus erfolgreich geklebt hat (was auch immer für ein kunststoffmaterial)... was kostet denn wohl so eine tonne, dass der aufwand auch gerechtfertigt wäre?
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@günther,
...Bist Du sicher, daß es PE ist, nicht PP?...
noch nicht mal das - ich habe es nur deshalb vermutet, weil ich gelesen habe, daß polyethylen für regentonnen benutzt wird.
was wäre, wenn es sich um pp (polypropylen?) handelte?
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max., die Gasbrenner sind nicht flammenlos; sie werden mit Butan oder Propan betrieben; ein Gerät habe ich auch schon mal mit Wasserstoff in Aktion gesehen.
PE-HD hat eine Schmelztemperatur um die 130°C; das schafft ein Heißluftgerät problemlos. Hast Du nicht einen Bekannten, der so ein Gerät hat und mit Dir wenigstens einen Crash-Kurs machen kann?
Auf den Tonnen muss ein Recycling-Zeichen sein, das mit PE gekennzeichnet ist. PP entfällt allein schon aus Kostengründen. Die Tonnen sind 100%ig aus PE-HD.
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sind das die stinknormalen handgehaltenen gasbrenner? sowas hab ich ja. und verbrennt das plastik denn nicht, wenn man so etwas benutzt? zusatzfrage: reicht denn ein zweistufiges billigheißluftgerä#t aus dem baumarkt dafür aus? nachteil: ich müßte die zehn tonnen nach hause karren. kein strom im garten.
das technische traue ich mir zu. ich kann passabel elektroschweißen.
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Wegen gleicher Befürchtungen habe ich mich nie an die Gasbrenner getraut; irgendwo habe ich noch einen liegen. Die Temperatur ist ja deutlich höher als bei Heißluft, so dass man schlechter dosieren kann.
Schweiß-Bedarf an Regenwassertonnen hatte ich bisher nicht, weil in den letzten Jahren nur eine einzige Tonne gerissen ist, und in der liegen die Polster für die Gartenstühle - dafür reicht sie alle Male.
Für Reparaturen an verlegten PE-Wasserrohren habe ich mir vor Jahren ein Gerät aus unserer Firma geliehen; das war ein Profi-Gerät. Keine Ahnung, wie lange die Heizpatronen bei Billiggeräten halten.
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Also - Dachrinnen sind gewöhnlich nicht aus PE, sondern aus PVC. PVC kann man kleben - PE und PP praktisch nicht.
Polypropylen und Polyethylen sind chemisch praktisch dasselbe, aber PP hat längere Ketten und fühlt sich nicht so wachsartig an. Für Erzeugnisse mit höheren Belastungen wird eher PP genommen, da etwas fester, härter und temperaturbeständiger.
PE-HD bedeutet Polyethylen höherer Dichte (high density). Das unterscheidet sich in seinen Eigenschaften kaum von Polyethylen niederer Dichte (PE-LD - low density), im Prinzip in erster Linie durch verschiedene Herstellungsverfahren. PE-LD ist stärker vernetzt und deshalb etwas fester als PE-HD. Es gibt noch weitere PE-Unterarten, die sich meist durch Kettenlänge und Vernetzungsgrad bzw. Kristallisationsgrad unterscheiden. Das meiste PE in Deutschland ist meines Wissens nach PE-HD.
Ich habe schon Schweißdrähte im Baumarkt gesehen, z.B. bei Hornbach. Dort gab es Schweißdrähte für PVC, PE und PP. Niemals einen anderen Schweißdraht nehmen!
Ich möchte darauf hinweisen, dass PVC ein sehr problematischer Kunststoff ist, da aus mehreren Gründen gesundheitsschädlich und krebserregend. Deshalb ist PVC seit vielen Jahrzehnten in den USA grundsätzlich verboten.
In Deutschland ist PVC für alle Anwendungen verboten, wo Kontakt mit Lebensmittel, Trinkwasser, Schleimhäuten und Haut, also eigentlich auch für Spielsachen. Neben den bekannten Weichmachern sind insbesondere die Monomere sehr krebserregend. Die Monomere sind die nicht polymerisierten Grundbausteine des PVC, die immer im PVC enthalten sind, denn die Polymerisation des PVC ist eine Gleichgewichtsreaktion, d.h. diese Reaktion ist nie vollständig. Diese Monomere sorgen für die undurchsichtige rotbraune Naturfarbe des PVC, die aber oft durch Farbpigmente verändert wird, z.B. hellgrau für Regenrinnen und -rohre. Durch diese beiden Farbe ist PVC leicht erkennbar, da ich keine anderen Kunststoffe kenne, die so gefärbt werden (aus gutem Grund!).
Das Gesetz ist das eine - die Praxis eine andere. So werden in Deutschland z.B. Trinkhalme und Joghurt- bzw. Margarinebecher teilweise aus PVC hergestellt - obwohl eigentlich verboten. Deshalb lieber mal auf die Unterseite des Bechers sehen. Der Gesetzgeber fordert die Kennzeichnung des Kunststoffes durch eine Prägung. Wenn dort ein PP steht, ist der Kunststoff lebensmittelhygienisch ungefährlich. Bei PVC sollte man die Finger davon lassen. Auch Fußbodenbelag ist oft aus PVC, weil der Gesetzgeber davon ausgeht, dass man nicht barfuß darauf läuft - was insbesondere bei kleinen Kindern unrealistisch ist.
Es gibt nur eine speziell hergestellt Art von PVC ohne die krebserregenden Monomere und ohne Weichmacher, denn diese sind ohne Monomere nicht erforderlich. Dieses monomerfreie PVC erkennt man daran, dass dieses glasklar und auch eingefärbt klar und durchsichtig ist.
Wer also auch nur ansatzweise gesundheitsbewußt ist, hütet sich vor allen Arten PVC und Erzeugnissen daraus außer dem seltenen durchsichtigen PVC. Monomerfreies PVC hat übrigens die Konsistenz von neuen Benzinschläuchen - also recht elastisch, eher noch elastischer.
PVC in Dachrinnen- und Rohren ist auf den ersten Blick relativ ungefährlich, wenn man das Regenwasser nicht trinkt, zur Bewässerung nutzt oder die Wäsche damit wäscht. Trinkwasserrohre aus PVC sind dagegen sehr gesundheitsschädlich und eigentlich dürfte es keine geben, es sei denn Abwasserrohre, Regenrohre usw. werden zweckentfremdet. Aber letztlich gelangen die Monomere und Weichmacher auch über das Abwasser in großen Mengen in die Umwelt, da bei der Abwasserklärung kaum entfernbar.
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OT:
PVC wird sogar in der Medizintechnik eingesetzt, soviel ich weiß, sind z.B. Blutbeutel aus PVC. Es kommt halt SEHR auf die Qualität an....
Das Monomer, Vinylchlorid, ist ein farbloses Gas.
Hart-PVC ist auch weichmacherfrei.
Ganz so einfach ists mit dem "bösen" PVC auch wieder nicht.
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@günther
Hart-PVC ist zwar weichmacherfrei, enthält aber trotzdem hochgiftige und krebserregende Monomere. In Presse und Fernsehen ist immer nur von den Weichmachern die Rede, aber praktisch nie von den Monomeren, obwohl diese mindestens genau so gefährlich sind, eher noch gefährlicher.
Ich hatte ja die Ausnahme des monomerfreien PVC erwähnt und wie man dieses erkennt. Alle anderen Aussagen oder Versprechungen der Produzenten zum PVC kannst Du unter Ulk verbuchen.
Es gibt meines Wissens nach nur eine einzige unverzichtbare Anwendung von PVC und das ist im Chemikalienschutz (Chemieanlagen u.ä.). Bei allen anderen Anwendungen ist PVC ohne weiteres durch andere Kunststoffe ohne große Mehrkosten zu ersetzen.
Aber PVC ist nun mal in der Herstellung sehr billig und man braucht dazu nicht unbedingt Erdöl, sondern kann es unkompliziert mittels Kohlechemie herstellen. Deshalb ist PVC auch so in China und anderen erdölarmen Ländern verbreitet. Und bei Massenanwendungen wie Regenrinnen- und rohre, Fußbodenbelag usw. macht sich der Preisvorteil stark bemerkbar. Und China ist bekanntlich der BiWa-Produzent der Welt und da kommt es um billig um jeden Preis an.
Ansonsten denke ich, dass meine Beiträge zum PVC lang genug waren und um alle Sonderfälle zu erwähnen, müsste man ein ganzes Buch schreiben.
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Hart-PVC ist zwar weichmacherfrei, enthält aber trotzdem hochgiftige und krebserregende Monomere. In Presse und Fernsehen ist immer nur von den Weichmachern die Rede, aber praktisch nie von den Monomeren, obwohl diese mindestens genau so gefährlich sind, eher noch gefährlicher.
Wir sind zwar OT, aber das kann man nicht so stehenlassen.
Ich will hier weder der Verwendung von PVC das Wort reden noch dem Gegenteil.
Bei PVC, das Weichmacher enthält, sind in der Regel die derjenige Bestandteil, auf den man achten muss. Vor nicht allzu langer Zeit gab es da erhebliche Debatten über bestimmte Weichmacher, die aus Blutbeuteln ins Blut übergingen.
Vinylchlorid zählt zu den Stoffen, die eindeutig krebserzeugend sind, und zwar führt der Stoff beim Menschen erwiesenermaßen zu Leberkrebs.
Wie groß ist das Risiko? Dazu ein paar statistische Aussagen über die Größenordnung:
Wie ist eine Belastung von Roh- und Trinkwasser mit Vinylchlorid und 1,2-cis-Dichlorethen zu bewerten? (pdf).
Zitat daraus: "Eine solche gesundheitlich akzeptable Höchstkonzentration für VC [im Trinkwasser] beträgt 0,5 Mikrogramm/l und entspricht laut WHO (1993) bei lebenslanger Exposition einem Zusatzrisiko von 1:1.000.000, an Leberkrebs zu erkranken."
Anders ausgedrückt: Wenn eine Million Menschen ihr Leben lang jeden Tag etwa 2 l Wasser trinken, das diese Konzentration an Vinylchlorid enthält, dann geht rechnerisch ein Todesfall durch Leberkrebs statistisch auf das Konto dieser Belastung.
Was die Luft angeht: Hier ist statistisch damit zu rechnen, dass einer von 1 Million Menschen, die ihr Leben lang ständig Luft eingeatmet haben, die 1 Mikrogramm/m³ Vinylchlorid enthielt, an Leberkrebs stirbt.
In westeuropäischen Ländern liegt die Konzentration von VC in Luft durchschnittlich zwischen 0,1 und 0,5 Mikrogramm/m³. Auch in Innenräumen kommen nicht dauerhaft höhere Werte als diese vor.
Für einen gewöhnlichen Verbraucher, der mit PVC umgeht, ist das Krebsrisiko durch Vinylchlorid also recht gering.
Bei Arbeitern, die gewerblich regelmäßig immer wieder höhere Vinylchloridkonzentrationen einatmen (gesetzlich sind da heutzutage um etwa das Tausendfach höhere Konzentrationen zulässig als die genannten 0,1 - 0,5 Mikrogramm/m³), kann das anders aussehen.
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@bristlecone
"Die Dosis macht das Gift". Dies stimmt für die Chemikalien zu, die die Leber abbauen kann. Es gibt aber auch Chemikalien, die die Leber nicht abbauen kann und die sich oft lebenslang im Körper von Mensch, Tier und Pflanzen aufkonzentrieren und die z.T. in jeder Konzentration, also auch in extrem niedrigen krebserregend sind. Neben der direkten Exposition kommt also der Giftaufnahme über die Nahrungskette eine immer größere Bedeutung zu, z.B. bei Quecksilber schon die dominierende.
Zu solchen Stoffen, die quasi in jeder Dosis gefährlich sind, zählen z.B. Plutonium, Vinylchlorid u.a..
Die von Dir zitierte Quelle sagt schon im ersten Satz, dass der in Deutschland seit Jahrzehnten gültige Grenzwert von 2 Mikrogramm/l willkührlich gewählt wurde, weil damals die Nachweisgrenze der Messverfahren so war. Heute liegt die Nachweisgrenze bei ca. 0,5 Mikrogramm/l und deshalb soll der deutsche Grenzwert mittelfristig auf diesen Wert angepasst werden. Deutschland hat aber noch lange nicht den von Dir zitierten Grenzwert gesetzlich festgeschrieben!
Der WHO-Grenzwert wurde, soviel ich weiß, aus ebendiesen Grund der Nachweisbarkeit gewählt, d.h. er ist kein gesundheitsmäßig begründeter Grenzwert (woher soll der auch kommen?), sondern ein juristisch begründeter Grenzwert, denn man muss irgendeinen Wert festlegen, bei dessen Überschreitung der Staat Sanktionen verhängen kann. Ich bin sehr skeptisch, dass die WHO als Beamtenapperat dazu in der Lage sein soll, bessere Messmethoden und ein aussagefähigeres Gesundheitsrisiko zum Vinylchlorid treffen zu können als der auf diesem Gebiet wissenschaftlich und technisch führende Mitgliedsstaat.
Die USA, mit Ausnahme einiger Bundesstaaten, z.B. Kalifornien, ist nicht gerade als sehr sensibel in ihrer Umweltgesetzgebung bekannt, eher als sehr rückständig und trotzdem ist PVC seit vielen Jahrzehnten verboten - aus guten Gründen.
Das Verbot des PVC ruht nach meinem Wissen auf mindestens 3 Säulen:
1. dem Vinylchlorid als Restmonomer
2. den in vielen Anwendungsfällen erforderlichen Weichmachern
3. dem Freisetzen von hoch toxischen Gasen im Brandfall
Mittlerweile sterben in den Industriestaaten mehr Menschen durch diese toxischen Gase bei der Verbrennung oder Verschwelung von chlorierten und fluorierten Kunststoffen als durch die Brandeinwirkung selbst.
Neben diesen klassischen Giftwirkungen haben einige Chemikalien auch langfristige und ökosystemübergreifende Wirkungen. Dies ist mittlerweile für viele künstliche Aromen und Konservierungsmittel bekannt, die neben weiteren Ursachen für die schnelle Ausbreitung von Allergien und Asthma, aber auch für Magen- und Darmkarzinome verantwortlich gemacht werden, ohne dass direkte Beweise dafür vorliegen - aber viele indirekte Beweise. Damit können diese nicht verboten werden. Andere Chemikalien wie z.B. einige Pflanzenschutzmittel und auch einige Weichmacher des PVC haben hormonähnliche Wirkungen und werden dafür verantwortlich gemacht, dass sich die Qualität des Spermas (nicht nur die des Menschen) in den letzten Jahrzehnten rapide verschlechtert hat. Wenn man diese Tendenz fortschreibt, dann ist absehbar, dass in einigen Jahrzehnten die Reproduktionsfähigkeit der westlichen Industriestaaten nicht mehr gegeben ist, weil der Anteil unfruchtbarer Männer zu hoch wird. Schon jetzt steigt der Anteil ungewollt kinderloser Paare immer mehr an und eine Ursache davon ist die Erwähnte.
Warum wird PVC in Deutschland und Europa nicht verboten? Aus industriehistorischen Gründen spielt die Produktion und Verarbeitung von PVC hier eine viel größere Rolle als damals in den USA. Ein sofortiger Ausstieg würde sich so auswirken, als ob inklusive aller indirekten Auswirkungen ein Hauptindustriezweig geschliffen werden würde - mit Hunderttausenden Arbeitslosen in Europa und gigantischen wirtschaftlichen Auswirkungen. Infolgedessen kann man nur mit Hilfe eines langfristigen Ausstiegsprogramms einen Wirtschaftsschock vermeiden. Aber man muss damit einmal beginnen.
Bei der PVC-Problematik spielen mittlerweile auch geopolitische und Globalisierungsgesichtspunkte eine große Rolle. Ein isolierter Ausstieg Deutschlands und Europas ist durch die internationale wirtschaftliche Verflechtung kaum möglich und bei der Abwägung verschiedener Dilemmas der Menschheit wiegt eine Einbindung Chinas in die Weltwirtschaft und die Weltpolitik schwerer als die PVC-Problematik, denn andere Bedrohungen der Menschheit wiegen noch schwerer. Also greift hier die Staatsräson.
Stell Dir mal vor, wie viele Menschen in eine Gesundheitsstatistik einbezogen werden müssten, um eine Aussage 1:1000000 Wahrscheinlichkeit seriös treffen zu können. Das müsste praktisch die gesamte Bevölkerung Deutschlands sein - aber eine derartige penible Massenuntersuchung auf Gesundheitsschädigungen hat nie stattgefunden und wäre unbezahlbar. Eine solche Aussage ist also wissenschaftlich völlig unhaltbar. Es ist nur eine Hochrechnung der wenigen bekannten und eindeutig beweisbaren direkten Auswirkungen auf die Gesamtbevölkerung. Da aber praktisch nahezu 100 % der Bevölkerung nicht auf diese Zusammenhänge untersucht wurden, ist die Dunkelziffer und damit die reale Gefährdung absolut nicht kalkulierbar - weder nach oben noch nach unten. Die besten Ergebnisse liegen noch bei Screeninguntersuchungen mit Zellkulturen und schnelllebigen Modelltieren vor, aber diese wurden bestimmt nicht für diese statistische Gefährdung herangezogen.
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Eben weil es für Vinylchlorid als mutagenen und kanzerogenen Stoff keine unbedenkliche Schwelle gibt, gibt es ja Risikoabschätzungen.
Da man nach Deinem Statement zu VC als Laie der Meinung sein könnte, Vinylchlorid sei eine erhebliche Gefahr für Leib und Leben, wenn man als Verbraucher damit bloß in Berührung kommt, habe ich versucht, dem interessierten Laien ein wenig zu verdeutlichen, dass das nun wirklich nicht der Fall ist.
Dass die Leber Vinylchlorid nicht abbauen kann, ist schlichtweg Blödsinn. Gerade dadurch, dass sie es tut, wird nämlich der Stoff erst so gefährlich: Die Leber produziert dabei erst ein Stoffwechselprodukt, dass das Ergbut schädigt und krebserzeugend ist. Auch zu anderen Punkten gäbe es inhaltlich Einiges zu sagen.
Deine Antwort bestätigt mich aber darin, dass wir OT sind und das hier nicht weiter hier diskutieren sollten.
Lass uns also beim Thema "Wie repariere ich eine Regentonne aus PE?" zurückkehren.
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Wie geht es eigentlich Deinen Regenwassertonnen, max.?
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vier davon habe ich mithilfe eines heißluftgebläses "schweißen" können. das waren die mit den einfachen frakturen. bei den tonnen mit mehrfachbrüchen ist mir das nicht gelungen. die intakten teile haben sich beim erwärmen in alle richtungen verzogen. die schweißnähte sind nach dem erkalten wieder gerissen.
übrigens waren die gekauften pe-schweißdrähte untauglich. ihr schmelzpunkt lag deutlich höher als die der tonnen. ich habe mir dann aus einem tonnendeckel selbst schweiß"drähte" gebastelt. das hat dann funktioniert.
es ist aber deutlich schwerer und unangenehmer als elektroschweißen von stahl.
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Ist doch ein Erfolg. Prima! Vor dem nächsten Winter weißt du nun, was Du garantiert machen musst/nicht vergessen darfst.
Je öfter das verwendete PE recycelt wurde, um so mehr verändert sich der Schmelzindex und auch die -temperatur, und wenn dann der Schweißdraht aus Originalmaterial war, kann das passieren.