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Pflanzenwelt => Gemüsebeet => Thema gestartet von: susanne22 am 03. Mai 2009, 10:22:19
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Eine Pflanze, die im neuen Garten ein bisserl im Weg steht. Ich bin mir nicht sicher - könnte das Meerrettich sein?
Wenn ja, darf er nämlich überleben, die nächsten Ostern kommen ja bestimmt ;)
Ich hatte einen solchen noch nie - wann ist der erntereif, wie erkanne ich das? Und muss ich die Blüten ausbrechen?
(http://www.bilder-hochladen.net/files/ad1m-6.jpg)
Titel aktualisiert
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Ja
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Danke dir!
Wann ist der erntereif, wie erkenne ich das? Und muss ich die Blüten ausbrechen?
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Wenn du die Wurzel überhaupt rausbekommst. Gewöhnlich pflanzt man ihn schräg und erntet ihn Jährlich. Dabei setzt man die Seitenwurzeln als neue fürs nächste Jahr. Wenn man ihn stehen lässt kriegt man ihn nicht mehr aus dem Boden. Du findest sicher im Gemüsethread was darüber. Die Blüte ist nicht so spektakulär. Kannst sie gleich ausbrechen, Samen hatte meiner nie.
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Jährlich .. im Frühjahr, im Sommer, im Herbst?
Dann werde ich ihn am besten jetzt mal ausbuddeln, bevor die Blüten aufgehen.
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Herbst ist gewöhnlich Erntezeit.
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Ist aber kaum umzubringen.
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Danke!
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Da ich sonst keinen anderen Faden über Meerettich im Gemüsebeet gefunden habe, nehme ich diesen und benenn ihn einfach nur, auch für zukünftige Fragen zu Meerrettich um. Ich hoffe, das ist ok.
Wie lange bzw. in welcher Zeit läßt sich Meerettich ernten? Am besten Herbst/ Winter klar, aber geht das auch ganzjährig, oder ist er geschmacklich am besten, so lange er gerade nicht am Wachsen ist, bzw. laublos ist?
Ich kann mir vorstellen, daß man ihn jetzt gerade noch ernten kann, aber er bekommt schon wieder die ersten Ansätze von Laubspitzen. Wie sieht das dann in 2 Monaten aus? Schmeckt er da noch oder auch meinetwegen im Sommer geerntet und frisch verwendet aus dem Beet?
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Ne, ist nicht umzubringen. Ich hatte meinen stehen lassen vorletzten Herbst, weil die Wurzeln eher Würzelchen waren. Im darauffolgenden Herbst hab ich die Dinger kaum aus der Erde bekommen, vorallem die kleinen brachen überall ab.
Nun hab ich es überall ::)
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Bei uns gab es soeben frisch geriebenen Meerrettich. Der macht die Atemwege frei und die Augen rot.
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Da mein Mann auch ganz verrückt ist nach Meerrettich, grab ich demnächst einen aus Oma's Garten aus, um ihn bei uns anzusiedeln. Wäre auch an Infos bezüglich Ernte interessiert.
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Einen Esslöffel frisch geriebenen Meerrettich, 2 Esslöffel steif geschlagene Sahne und einen Esslöffel fein geraspter süss/sauer Apfel zusammenrühren! Herrlich, selbst auch ohne Fisch! ;D :D
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schmeckt auch gut auf kaltem Braten :D
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Dankeschön, für euere interessanten Infos. :-*
Ne, ist nicht umzubringen.
;) Das weiß ich, danke dir, Bienchen, der überlebt auch harte Winter und wird mehr und mehr und mehr.
Aber mich würde darüberhinaus interessieren, ob er im Alter an Qualität verliert, wenn man ihn erst nach der Erntezeit im folgenden Sommer frisch erntet oder ob er, wenn er die Kraft in die Blätter steckt, zu dieser Zeit dann vielleicht überaltert, holzig oder strohig schmeckt, wie z. B. so manches Wurzelgemüse.
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Hallo,
also im Sommer schmeckt er eher lasch bis wässrig. Am besten schmeckt er im Winter wenn er keine Blätter mehr hat.
Mehrjährige Wurzeln können holzig werden, haben dann aber auch immer jüngere Seitentriebe welche dann verwendet werden können. Ich verjünge nicht sondern ernte " unvollständig" und das schon seit nehreren Jahren.
Gruss
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Danke Zuschauer. :)
Die Mutter meiner Freundin, eine alte Dame und frühere Landwirtin, von der ich meine Fechser hatte, hat in ihrem Gemüsegarten auch den Meerrettich auf einem festen Platz und sticht bei Bedarf auch nur vom äußeren Rand einer über 1 qm großen Meerrettich-Fläche etwas ab.
Sie verjüngt auch nicht, da sie sagt, dann wäre er irgendwann überall dort, wo er jemals gelegen hat. Selbst ein kleines abgerissenes vergessenes Seitenwürzelchen triebe wieder aus.
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In der hintersten Ecke meines Zweitgartens stehe Meerrettich. Ich wollte diesen Herbst davon ernten, aber ich konnte nur seltsam zerbröselnde Wurzeln herausholen. Wahrscheinlich habe ich uralte Teile erwischt, und die guten Fechser sind irgendwo anders oder stecken sehr tief drin. Tief gegraben habe ich nicht, es ist der ehemalige Schuttplatz des Grundstücks. ::)
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Tief gegraben habe ich nicht, es ist der ehemalige Schuttplatz des Grundstücks. ::)
Das scheint hier die gängige Kulturform zu sein, meinen erbte ich auch mit umliegendem Schuttplatz. ;D
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Vermulich landeten Pflanzenteile irgendwann einmal zusammen mit anderen Abfällen in einer Gartenecke.
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Ja und der Meerrettich liebt magere Böden. Da wächst er wie der Teufel. und ist schärfer als der aus fettem Boden. Bei mir fällt immer der Ampferkäfer drüber her und frißt die Blätter. Aber es gibt trotzdem noch genug Stangen für uns.
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Ganz interessant eine Beschreibung des Heimatforschers Martin Barth aus Baiersdorf bei Erlangen, wo noch in den 1980er Jahren Kren angebaut wurde:
"Wenn Ende Februar die Frostperiode zu Ende geht, wird die Miete aufgedeckt, in der die Krenfechser überwintert wurden. Im April werden sie in die vorbereiteten Ackerbeete gelegt, mit dem Kopf gegen Sonnenaufgang, leicht nach oben sich neigend. Anfang Mai zeigen sich einige Kopftriebe. Nun beginnt das Köpfen: Jeder Fechser wird zur Hälfte freigelegt, die Triebe abgebrochen, und nur der kräftigste Trieb bleibt stehen. Nun kann der Kren wachsen. Dazwischen wird, auch in Handarbeit, der Boden gelockert [...] und für ausreichende Bewässerung gesorgt. Im August beginnt die nächste mühevolle Arbeit: [...] Der inzwischen zur kräftigen Stange gewachsene Fechser wird zu zwei Dritteln freigelegt und mit einem Messer abgeschabt, um alle seitlich angetriebenen Wurzeln zu entfernen. Diese dürfen nur am 'Hinterteil' wachsen. [...] Im Oktober [...] wird der Boden gelockert, die Kren-Stangen werden rausgezogen, das `Kräuteri' wird abgebrochen [...]. Danach wird die Ernte verladen und zunächst in der Scheune [...] gelagert. Nun beginnt die Heimarbeit. Die an der Kren-Stange befindlichen Wurzeln - `sprich Fechser' - bilden fürs kommende Jahr die neuen Setzlinge. Diese werden ausgebrochen und nach Qualität sortiert. Die Kren-Stange wird geputzt und anschließend bis zum Verkauf gelagert. Mit dem Einlegen in die Miete zum Überwintern schließt sich ein jährlicher Arbeitskreis."
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Im Spreewald wird immer noch in großem Stil Meerrettich angebaut.
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In Baiersdorf auch noch, aber bei weitem nicht mehr so viel wie früher einmal.
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Ganz interessant eine Beschreibung des Heimatforschers Martin Barth aus Baiersdorf bei Erlangen, wo noch in den 1980er Jahren Kren angebaut wurde:......
Die Beschreibung des Anbaues hört sich ja sehr interessant, aber auch nicht gerade eben einfach an.
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Ich kann mir nicht vorstellen, dass heute immer noch so ein Aufwand betrieben werden kann.
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meerettich kannte ich im alten garten als unkraut, das man immer wieder mal durch ernte etwas eindaemmt ;)
ich hatte dort aber recht lehmigen boden.
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Hi,
so kenne ich es auch - für den Privatgebrauch ist es auch völlig ok so.
Wenn man aber verkaufsfähige Wurzeln will, muß man wohl doch extra anpflanzen und das ist richtig Aufwand. Soweit ich weiß, auch heute noch mit jeder Menge Handarbeit.
lg wanda
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Die Mutter meiner Freundin, eine alte Dame und frühere Landwirtin, von der ich meine Fechser hatte, hat in ihrem Gemüsegarten auch den Meerrettich auf einem festen Platz und sticht bei Bedarf auch nur vom äußeren Rand einer über 1 qm großen Meerrettich-Fläche etwas ab.
Und nun bin ich auf Reisen und bei ihr einen Tag zu Besuch, und soll für eine Bekannte etwas abstechen und mitnehmen. Der Boden ist allerdings Frost-Beton. :-\
Keine Chance, jetzt in die Tiefe vorzustoßen, oder gibt es einen Trick?
Nein, Fön und 100 m Verlängerungskabel kommt nicht! in Frage. ;)
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Falls hier bis Mai der Boden aufgetaut sein sollte, kannst Du Dir gern von meinem Monster was abstechen.
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Ja!!!! :D
(Das tröstet auch die Freundin!)