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Pflanzenwelt => Arboretum => Thema gestartet von: Petra 2 am 26. Oktober 2004, 09:00:12
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Hallo und guten Tag zusammen.
Bin neu in Eurem Forum und brauche noch viel Zeit, um all die interessanten Beiträge nachzulesen.
Zur Zeit bin auf der Suche nach Informationen über die Pflege von Olivenbäumen. Aber nicht für Kübelpflanzen, sondern für echte Bäume in der Natur.
Kann mir hier jemand Tipps geben, z.B. diverse Literatur (Pflege, Schnitt usw.) ? Oder kennt sich jemand generell aus und kann mir ein paar Hinweise geben ?
Vielen Dank schon mal.
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Hallo Petra 2 !
Erst einmal herzlich willkommen ! Bin auch ziemlich neu hier und freue mich, endlich mal einen Beitrag leisten zu koennen ;) .
Um Deine Frage beantworten zu koennen, muesste ich wissen, wie gross bzw. alt der Olivenbaum ist und in welchem Klima er ausgepflanzt ist.
Normalerweise halten Olivenbaeume Frost knapp unter dem 0-Grad-Punkt aus. Geschnitten werden sie im zeitigen Fruehjahr (den inneren Bereich dabei frei von Aestchen schneiden), so im Juni wenig giessen (erst wieder nach dem Fruchtansatz anfangen). Nachwachsende Triebe (an Wurzelbereich und Hauptaesten/Gabelungen) ganzjaehrig regelmaessig enternen (sie nehmen zu viel Kraft weg). Ansonsten ist der Olivenbaum ziemlich pflegeleicht.
Ich hoffe, ich konnte Dir ein wenig helfen.
Lieben Gruss aus Andalusien
alegria
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hallo petra 2, da schließe ich mich mal gleich an
ich habe einen großen im topf und jedes jahr wieder die frage wo überwintert der? den meine holzhütte ist zu warm(niedrig energiehaus) bei meinen eltern steht er so dunkel das er im frühjahr immer ohne blätter ankommt!
habe mir schon überlegt ihn draußen einzupflanzen und mit planen abzudecken?
kann man sowas machen, oder geht er auch über den boden kaputt?
liebe grüße renate :)
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hallo renate,
deine frage ist wohl am ehesten dort beantwortet:
überwinterung und frosttolleranz von olea europaea
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Hallo Alegria, vielen Dank für Deine Info.
Wir haben uns letztes Jahr ein Grundstück in Kroatien/Istrien (also Mittelmeerklima) gekauft, auf dem u.a. auch viele, viele Olivenbäume stehen. Wie alt die sind, kann ich leider nicht sagen, aber sie haben bestimmt schon einige Jährchen auf dem Buckel.
Gepflegt wurde diese Bäume in den letzten 10 jahren sicher nicht mehr. Um so mehr reizt es mich nun, die Bäume wieder zum Leben zu erwecken. Der Zustand insgesamt ist noch gut, aber eben alles etwas verwildert.
Fachliteratur oder Informationen im Internet gibt es so gut wie gar nicht, meist nur über Kübelpflanzen. Das nützt mir natürlich nichts.
Aber Deine Hinweise waren schon sehr hilfreich für mich, hauptsächlich ging es mir auch um den Zeitpunktes des Verschnittes.
Liebe Grüße von Petra aus dem Schwarzwald
(hier ist es natürlich schon etwas ungemütlicher als in Andalusien)
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Hallo Petra 2,
Kroatien also ! Ja, dann kannst Du sie am besten so ab Mitte/Ende Januar schneiden. Schau, dass sie nicht zu hoch werden (also lieber ordentlich ein Stueck einkuerzen), sondern mehr in die Breite gehen. Fruechte gedeihen auch gerne an kleinen, verhakelten Aestchen (ist halt laestig bei der Ernte, aber man kann sie ruhig stehen lassen). Also, flach halten, breit und innen frei (kurz und buendig gesagt ;) ). Sehr beliebt war es frueher, 3 Staemme zu ziehen. Wir haben mittlerweile die meisten Baeume auf 1 Stamm reduziert (auf Anraten unserer spanischer Nachbarn; die Ernte soll dann besser sein). Vielleicht findest Du ja auch vor Ort Nachbarn, die Dir noch Tips geben koennen (geht auch mit "Haenden und Fuessen" bzw. vormachen).
Viel Erfolg wuensche ich Dir !
Lieben Gruss
alegria
PS: ach ja, und alles, was senkrecht nach oben will, rigoros wegnehmen !
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warum denn. alegria? wegen ernte?
reagiert sie auf sowas nicht mit verstärktem höhenwachstum, oder ist es so gedacht, ohnehin jährlich "drannzubleiben"?
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Ich habe auch noch gestöbert. Hochinteressant das Thema! :D
Die Baumpflege ist nicht allzu schwierig, aber viel Kraft und eine gut funktionierende Kettensäge sind unerläßlich.
Aber nichts ist besser, als mit diesem Holz und diesem Öl an einem Sommerabend zu grillen oder im Winter die gerade geernteten Maronen (Eßkastanien) am offenen Olivenholzfeuer im Kamin zu backen
Beispiel eines gestutzten, älteren Olivenbaumes
http://www.cilento-nationalpark.de/frucht/oli.html
Die besten Tipps bekommt man wohl von biologischen Olivenbauern. Aber je nach Region gibts unterschiedliche Methoden.
http://www.naturkost.de/schrotundkorn/2002/sk0207l1.htm
Goldene Regel. Weniger ist mehr: Die Olivenbäume in der Mani werden traditionell sehr stark beschnitten. Auf diese Weise konzentrieren sie ihre Kraft auf weniger Früchte. Nur drei Liter Öl liefert ein Baum in der Mani, aber dafür besonders gutes. In anderen Regionen können es zehn und mehr sein. Es muss genug Luft und Licht in den Baum, erklärt Fotis, der von der Leiter heruntergeklettert ist und nach einer halben Stunde den ersten Baum fertig hat. Das Beschneiden ist eine Kunst für sich. Eine goldene Regel lautet: "Stell dir im Geiste die Summe aller Äste vor, sie dürfen zusammengenommen nicht dicker sein als der Stamm."
http://www.maroulia.de/olivenoel-olivenernte.htm
In unserer Gegend erfolgt der Baumschnitt zusammen mit der Ernte. Volltragende Äste werden geschnitten, die restlichen Oliven werden mit Stöcken von den Bäumen geschlagen
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Hallo Bernhard,
laut unserer Nachbarn erhoeht dies die Ernte. Klar, sie wachsen auch staerker, aber deshalb werden sie im Fruehjahr auch immer relativ stark geschnitten, um sie in "Form" zu halten (es ist ein absolutes muss, jedes Jahr !). Im Maerz/April kommt ja auch schon die Bluete, und danach konzentriert sich der Baum auf selbige. Und die Pflanze wird auch kraeftiger und widerstandsfaehiger, wenn nur 1 Stamm vorhanden ist (man sieht's ja auch an den Uralt-Baeumen, die haben auch nur 1 Stamm).
Tja, das mit der Ernte scheint zu stimmen, denn letztes Jahr hatten wir den doppelten Ertrag gegenueber vorherigen Jahren... :D - dafuer ist dieses Jahr so gut wie nix drauf (der Frost im Maerz hat alles zunichte gemacht) :(
LG
alegria
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wow Ismene !
Zur Kettensaege moechte ich sagen, dass eine kleine, gebogene Handsaege viel viel besser ist ! (vor allem fuer Frau ;D )
Ja, und natuerlich wird das Holz auch im Kamin verwertet (aber eher im folgenden Winter, wenn es getrocknet ist...Maronen muessen aber nicht sein, man kann auch vor dem Kamin Fleisch grillen ;D )
Zur Ausbeute kann ich sagen, dass bei uns auf 5 kg Oliven etwa 1 l Oel extra virgen kommt (wir haben verschiedene Arten, die einen geben mehr Oel ab (ganz winzige Oliven), die anderen weniger (groessere)). Und das mit Luft und Licht kann ich bestaetigen (deshalb auch innen immer frei halten).
Tja, und "zusammen mit der Ernte" ist manchmal nicht zu umgehen ;D . Vor allem, wenn man ein Zwerg ist wie ich. Da nuetzt auch keine Kinderharke am langen Stil mehr - abreissen ist dann angesagt (kicher)...
Und nach der Ernte muss man erstmal wieder Kraft sammeln - deshalb erst so etwa 4 Wochen spaeter der Schnitt ;)
LG
alegria
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Die Methoden scheinen sehr unterschiedlich zu sein und sind möglicherweise von der Sorte (es dürfte verschiedene Olivensorten geben), dem Ernteziel (Öl- oder Tafelolive) und dem Klima abhängig. Last not least wohl auch von der Tradition.
In der Toskana (Umgebung von Siena) sind nahezu alle Olivenbäume dreistämmig gezogen. Altbäume gibt es nur sehr wenige, da sie einem katastrophalen Frost in den 80er Jahren zum Opfer fielen.
Zwischen den Baumreihen wird der Boden offen und unkrautfrei gehalten und gepflügt. Ein Olivenbauer erklärte mir , dass auch kräftig gedüngt wird.
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@ Hortulanus
Ja, es gibt verschiedene Sorten. Die ergiebigste fuer feinstes Oel ist hier bei uns die "Lechin", klein, schrumpelig geerntet und voll mit dem besten Oel !
Ich glaube, jeder einzelne Anbauer "schwoert" auf seine Art, die Baeume zu pflegen.
Die Baeume werden in versetzten Reihen zueinander gepflanzt, um ggf. auch mit dem Traktor pfluegen zu koennen. Um die Staemme wird ein kleiner Rundgraben gezogen, der das Wasser dort haelt, wo es hinsoll. Tunlichst sollte man vermeiden, die empfindlichen Wurzeln beim pfluegen zu beschaedigen.
Viele Bauern gehen mittlerweile zur oekologischen Duengung ueber, weil sie dann das Oel teurer verkaufen koennen. Hier bei uns hat sich mittlerweile eine Oelmuehle auf dieses Produkt spezialisiert (mit regelmaessigen Bodenkontrollen wird die Einhaltung geprueft).
Ich selbst bevorzuge mein eigenes Oel, da ich weiss, dass es absolut frei von Chemikalien ist und lediglich ab und an mit Pferdemist geduengt wurde (Papier ist schliesslich geduldig ;) ). Um auch wirklich mein eigenes Oel zurueckzubekommen, fahre ich sogar extra ein paar KM weiter zur Muehle meines Vertrauens...
LG
alegria
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Vielen Dank für alle Infos. Da stecken ja schon mal jede Menge Informationen drin :) Ich habe ja noch soooo viele Fragen, auch zu anderen Pflanzen. Prima ! ;)
Hier bei den Olivenbäumen ist auch von Düngen die Rede - mit was düngt man denn am besten ?
LG Petra
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Schöner Thread :).
Gut finde ich den Hinweis, sich auch die Olivenhaine vor Ort genau anzusehen. Vom Sehen kann man sicher einiges lernen (manchmal auch, wie man es nicht machen sollte). Und durch Fragen bekommt man gleich Kontakt ;).
Düngen mit Pferdemist (siehe Post von unserer algerischen Olivenkönigin Alegria (wo ich sonst eher Oliven und Sangria bei Allegro moderato kenne ;)) klingt gut. Sollte sicher aber schon etwas "ausgetrocknet" sein. Romantischer ist natürlich echter Eselsdung...
Ansonsten auch von mir ein herzliches Willkommen!
Grüße
Iris
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Da in der Toskana kaum noch Viehhaltung anzutreffen ist (Ausnahme Maremma), vermute ich dort den Einsatz von chemischem Dünger oder allenfalls Trester. Kenne aber dessen Düngewirkung nicht.
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@ Petra 2
Kenne als Duenger leider nur Pferdemist.... :-\
@ Iris
mich als Olivenkoenigin zu bezeichnen - also nee ;D - habe doch nur 95 Baeume..... (kicher, kicher....). Nee, mal ehrlich, war Ende 1999 der totale Laie auf dem Gebiet, aber nette einheimische Nachbarn haben wirklich super geholfen ! (uebrigens, nicht Algerien sonder Andalusien ;) ) Sangria ist hier uebringens nicht so angesagt, eher "Tinto de Verano" mit ensprechenden Tapas.... :D
Mit Eselsmist kann ich leider nicht aufwarten, habe nur Pferde..... :-\ und klar muss der erst "abgelagert" sein.... (obwohl - bei der Trockenheit hier wuerde frischer auch nichts ausmachen....)
@ Hortulanus
Trester hoert sich alternativ doch super an ! Kenne aber die "Nebenwirkungen" auch nicht..... ;D
Denke, irgendeinen biologischen Duenger werden die Bauenr in der Toskana aber auch benutzen (hoffentlich)- bin da leider aber ueberfragt.
Was sind uebrigens "Maremma" - eine Schafart ??
LG aus dem (noch) sonnigen Andalusien
alegria
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Hey, aufwachen Hortu. Komm raus aus deiner Toscana. Wir sind schon in Krotatien ;D.
Naja, aber jemand, der Algerien mit Andalusien... nee also wirklich ::). Muss an deinem Synonym liegen, Alegria ;).
Grüße
Iris
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@ Iris
was alegria auf algerisch heisst, weiss ich nicht, spanisch bedeutet es Freude, Froehlichkeit, Heiterkeit, Entzuecken, Jubel etc....... ;D
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Hey, aufwachen Hortu. Komm raus aus deiner Toscana. Wir sind schon in Krotatien ;D.
Glubsch? Dachte, es geht um Diskussionbeiträge zu Oliven schlechthin und nicht speziell zu der kroatischen Variante. Wie auch immer.
@ Alegria
Maremma ist ein Landschaftsgebiet in Meeresnähe (Westküste, Südliche Toskana, Grosseto und Umgebung), War wohl früher mal sumpfig und Malaria-verseucht. Dient jetzt der Viehhaltung. Spezielle Kuhrassen (Maremma-Kühe = Zebu-Einkreuzungen) liefern hervorragend schmeckende Milch + Butter. Ansonsten Macchia-Wälder und viele Wildschweine.
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Ja sicher. Aber du meldetest Bedenken an, wegen tierischem Dingens, äh Dung in Toscana und so.... und da meinte ich,... ach, ist ja auch egal. Hauptsache, du hast dich ausgeschlafen ;D.
Iris
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Hey, aufwachen Hortu. Komm raus aus deiner Toscana. Wir sind schon in Krotatien ;D.
Dachte, es geht um Diskussionbeiträge zu Oliven schlechthin und nicht speziell zu der kroatischen Variante. Wie auch immer.
Soviel mir bekannt ist, gibt es "Varianten" in dem Sinne gar nicht, da die Baeume von Griechenland aus ihren Siegeszug in die Mittelmeerlaender gestartet haben :-\
Eine "einheitliche Behandlung" duerfte demzufolge moeglich sein ;)
LG
alegria
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Mit Sicherheit dürfte es unterschiedliche Oliven-Sorten geben. Wie alle Gewächse, die intensiv wirtschaftlich genutzt werden, dürfte auch die Olive züchterisch bearbeitet worden sein.
Allein schon die unterschiedliche Form/Größe der Früchte scheint mir ein Hinweis auf diverse Arten/Sorten. Auch ist der Geschmack des Olivenöls bekanntlich sehr unterschiedlich, was wohl nicht nur auf Klima und Bodenbeschaffenheit zurückzuführen ist, sondern auch auf Zuchtsorten. Ob diese alle gleiche Standortansprüche haben, kann wohl nur ein Olivenbauer beantworten.
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Je öfter man in den Mittelmeerraum reist, desto mehr Olivensorten scheint man kennenzulernen. Jedenfalls kann man durch konsequentes Einnehmen von Olivenöl nicht nur sehr alt werden, sondern hat keinerlei Verdauungsprobleme mehr. Wir kochen fast alles mit diesem fantastischen Öl, aber es sollte Kaltgepresstes sein und ganz wichtig: Einmal gepresst! Wir bringen es uns entweder in 5- l-Kanistern aus kleinen Bergdörfern direkt von Kreta mit (dort ist es etwa um die Hälfte billiger als bei uns) oder aus kontrollierten Anbaugebieten im Bioladen. Das kretische Olivenöl schmeckt nussig. Ich benutze es sogar im Sommer zum Einreiben auf die Haut. Wen dieses Thema näher interessiert, dem kann ich einen Buchtitel durchgeben!
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Ohne Olivenöl läuft bei mir auch nichts in der küche. auch nur kaltgepresst und bio. ich geh keinesfalls sparsam damit um und vertilge es in rauhen mengen. dick wird man davon ja nicht 8)
auch eingelegte oliven sind ein muss. am liebsten mag ich die grünen mit knoblauch gefüllt, aber in letzter zeit auch mehr und mehr schwarze
olivenbaum hab ich keinen, aber es ist trotzdem eine der wichtigsten früchte für mich ;)
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Mal ein kurzes ot: Ich hatte noch nie ein Olivenöl, was mir geschmeckt hat. Egal, wie teuer oder extra virgin. ::)
Welches schmeckt denn wirklich gut, was es hier auch zu kaufen gibt?
LG Silvia
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Cimi, pass auf, Olivenöl ist sogar außerordentlich kalorienreich! Wenn wir ein Omelett in der Früh aßen, was in Olivenöl gebacken wurde, drei Scheiben Weißbrot, Schafkäse und Schwarztee dazu, da brauchte ich bis abends um 18.00 nichts mehr, trotz Bergwanderungen!
Schwarze Oliven sind mir die liebsten. Zum Durchprobieren sind die türkischen Geschäfte ideal, die haben die beste Auswahl. Heuer konnten wir die ganz kleinen Oliven genießen, wo kaum Fruchtfleisch dran ist.
Leider nimmt der Kult um den Ölbaum schon wieder groteske Ausmaße an! Es werden in Gartencentern vermehrt alte Exemplare mit knorrigen Stämmen zu horrenden Preisen angeboten, die aus alten Olivenhainen stammen. Das wäre ja noch zu verschmerzen, aber der Transport nach Mitteleurope in das andere Klima und die Überlebensfrage dieser doch schon alten Bäume macht einem wieder Gedanken über die Sinnhaftigkeit dieser Modewelle! Außerdem haben wir an der Südküste Kretas riesige Olivenbaumkulturen gesehen, die in einer Region standen, wo es viel zu trocken ist und die künstlich mit wertvollem Grundwasser bewässert werden. Dies sind meiner Meinung wiederum fragwürdige EU-Projekte!
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Silvia
Nicht jedes Öl schmeckt gleich gut, da gibt es große Unterschiede. Nach verschiedenen Artikeln und Büchern scheint das beste und geschmackigste Olivenöl aus Mittelitalien zu kommen. Ich bin jedoch auf das kretische Olivenöl versessen, was noch nicht industriell hergestellt wurde und in den oberen Bergregionen um die Lefka Ori gewonnen wird.
Olivenöl ist für viele Leute gewöhnungsbedürftig, mir ist es schon fast zum Lebenselexir geworden! Mit einem Griechischen Salat könnte ich es löffelweise vertilgen.
Beim Braten jedoch ist es mit Vorsicht zu genießen! Es darf sich nämlich nicht über 300 Grad erhitzen. Hier lieber Sonnenblumenöl verwenden. Oder wie bei Auberginenbraten richtig in Olivenöl tränken.
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Aber wir sind vom Thema abgekommen. Ein Olivenbaum kann man problemlos kühl und hell überwintern, wobei er im Winterquartier jedoch nie ganz austrocknen sollte (Mittelmeerpflanze!!). Wenn der Strauch zu groß wird, dann kann er wie eine Kopfweide beschnitten werden. Überwinterungstemperatur ähnlich dem Oleander.
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Es ist schon ein Genuss, allein in Italien die diversen Öle zu probieren. Das Beste soll von der Ligurischen Küste stammen.
In Frankfurt gibt es die Kleinmarkthalle, ein Mekka für Feinschmecker. Dort kann man sich durch die unterschiedlichsten Provenienzen durchprobieren.. Auf ein Stück Weißbrot geträufelt: eine Delikatesse.
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Ein kleiner "Nachteil" hat bestes Olivenöl allerdings, das darf trotz aller Euphorie nicht verschwiegen werden. Es zählt nicht gerade zu den billigsten Konsumgütern!
Aber wollten wir uns nicht sowieso abgewöhnen, ausgerechnet bei den Lebensmitteln immer zum allerallerbilligsten Industriefutter zu greifen, das ja nichts kosten darf!
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Cimi, pass auf, Olivenöl ist sogar außerordentlich kalorienreich!
Weiß ich doch ;) .....solange man nicht über den hunger isst, legt es sich auch nicht an 8)
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Wenn man 36.500 Tage lang täglich einen Löffel Olivenöl zu sich nimmt, wird man mit Sicherheit 100 Jahre alt ;D
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Welches schmeckt denn wirklich gut, was es hier auch zu kaufen gibt?
Silvia gehe mal zu dem Händler wo Du auch den wein für das Treffen gekauft hast. Die haben eine große auswahl an Olivenölen. Achte auf einen niedrigen Säuregehalt. Du kannst sie dort meistens probieren.
Ich schwöre auch auf kretisches Olivenöl. :P
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Außerdem haben wir an der Südküste Kretas riesige Olivenbaumkulturen gesehen, die in einer Region standen, wo es viel zu trocken ist und die künstlich mit wertvollem Grundwasser bewässert werden. Dies sind meiner Meinung wiederum fragwürdige EU-Projekte!
Überhaupt werden in Kreta viele - auch offensichtlich recht alte - Olivenkulturen künstlich bewässert. Wenn man da vorbeifährt, überall stehen "Christbäume" mit dutzenden Ventilen, teilweise Wasseruhren, und zu jedem Baum führen endlose schwarze Schläuche.
Oliven sind wenigstens halbwegs autochthon, aber die viiiiel höher subventionierten Bananenkulturen find ich viel bedenklicher...
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Ich schwöre auch auf kretisches Olivenöl. :P
Alle Kreter lügen!
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Mit Sicherheit dürfte es unterschiedliche Oliven-Sorten geben. Wie alle Gewächse, die intensiv wirtschaftlich genutzt werden, dürfte auch die Olive züchterisch bearbeitet worden sein.
Allein schon die unterschiedliche Form/Größe der Früchte scheint mir ein Hinweis auf diverse Arten/Sorten. Auch ist der Geschmack des Olivenöls bekanntlich sehr unterschiedlich, was wohl nicht nur auf Klima und Bodenbeschaffenheit zurückzuführen ist, sondern auch auf Zuchtsorten. Ob diese alle gleiche Standortansprüche haben, kann wohl nur ein Olivenbauer beantworten.
ja, hast Du denn nicht die Antworten 5 und 11 gelesen ? ;)
... und die Sonne bzw. Zeit, die man die Frucht auf dem Baum belaesst, erledigt den Geschmack.
Die Ernten von Ende November ergeben bei meinen Oliven immer ein herberes Oel als das von der Ernte Mitte Dezember.
Und uebrigens, die Italiener kaufen in Massen Olivenoel aus unserer Region zum Verfeinern ihres eigenen Oels ;D
Ich verwende uebrigens mein Oel auch fuer die Friteuse (aber max. 170 Grad erhitzt) - herrlich leckere Pommes z.B. !!!
LG
alegria
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Alle Kreter lügen!
Nicht, das jemand glaubt Hortulanus hätte Vorurteile...
Alle Kreter lügen! ;)
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Etwas präziser:
Das Paradoxon des Kreters Epimenides (Ἐπιμενίδης) lautet:
Alle Kreter sind Lügner.
Argumentationen dienten insbesondere in der Tradition des antiken Griechenlands häufig als Mittel sozialer Auseinandersetzungen und verschafften demjenigen, der dieses Mittel geschickt einzusetzen wusste, hohes Ansehen (z.B. Sokrates). Da Epimenides, der selber Kreter war, seinem eigenen Volk die Glaubwürdigkeit abstreitet, schädigt er damit natürlich auch seinen eigenen sozialen und argumentativen Status. In diesem Sinn wurde und wird der Satz als paradox empfunden.
Dementsprechend wurde die Aussage auch gegen die Kreter verwendet. In der Bibel schreibt Paulus in Titus 1,12:
Es hat einer von ihnen gesagt, ihr eigener Prophet:
"Die Kreter sind immer Lügner, böse Tiere und faule Bäuche"
Dies Zeugnis ist wahr.
Paradoxie ist ein vieldeutiger Begriff. Eine echte Antinomie (Selbstwiderspruch) ist die Aussage jedoch nicht. Um das zu zeigen, muss man den in der natürlichen Sprache ungenauen Begriff des Lügners präzisieren:
Wenn ein Lügner jemand ist, der manchmal lügt (gewöhnlicher Sprachgebrauch):
Dann ergibt sich offensichtlich kein Widerspruch, gleichgültig ob man die Aussage des Epimenides als falsch oder wahr bewertet.
Wenn ein Lügner jemand ist, der immer lügt (d.h. jede seiner Aussagen ist falsch):
Wird die Aussage als wahr angenommen, ist sie ihrem Inhalt nach, da sie von einem Kreter stammt, falsch. Damit ergibt sich ein Widerspruch.
Wird die Aussage als falsch angenommen, gilt nicht, dass alle Kreter bei jeder Aussage lügen. Dann gibt es also mindestens einen Kreter, der manchmal die Wahrheit sagt. Das muss aber nicht Epimenides sein. Und selbst wenn er es ist, kann er ja diesmal lügen. Damit ergibt sich kein Widerspruch.
Die Aussage ist damit möglicherweise falsch, aber kein Selbstwiderspruch.
Wenn man die Aussage zuspitzt auf: Ich bin ein Lügner (lüge immer), ergibt sich weiter kein Widerspruch. Die Aussage ist gelogen. Damit lüge ich nicht immer. Aber eben doch manchmal. Wie z.B. bei der fraglichen Aussage.
Um endlich eine Antinomie zu erzeugen, muss man die Aussage weiter verschärfen zu: Diese Aussage ist gelogen. Wobei sich "diese" auf die Aussage des Satzes bezieht, in dem das Wort steht. Das ist dann das Paradox des Eubulides.
Mathematisch ist das aber kein Problem. Dort kann man beweisen, daß zwar die Aussage selbst, nicht aber deren Wahrheitsgehalt in der Theoriesprache der Logik ausgedrückt werden kann. Somit ist die Aussage weder wahr noch falsch.
aus: http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Paradoxon_des_Epimenides.html
Außerdem mag ich kein Olivenöl. Olivenöl ist bestenfalls gut für Seife. 8)
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des is ma zu kompliziert :-[
(http://www.mainzelahr.de/smile/traurig/ktoe.gif)
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Zu den Olivenarten (abgesehen von den "wilden" Oliven, Oleaster):
In Europa werden verschiedene Arten angebaut. An manchen Bäumen wachsen Speiseoliven, an anderen Oliven, die zu Öl verarbeitet werden. Dazu zählen zum Beispiel die spanische Sorte « Picual » oder die griechische Sorte « Koroneiki ». Französische « Picholineoliven » hingegen sind Speiseoliven. Die Sorte « Galega » aus Portugal dient sowohl als Tafelolive, als auch zur Ölproduktion.
Sicher nur eine unvollständige Betrachtung...
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Des is wos für Mathematiklehrer, die sich zu viel Gedanken über "wahre und unwahre Aussagen" machen. Man kann kaum glauben, dass unter den antiken Kretern solche Phantasten wandelten. Aber zur Zeiten der Hellenischen Blüte war die kretische, sprich minoische Hochkultur schon längst verflossen. Warum wohl?
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Zu viel Olivenöl? ::)
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Dänicken meint, die Außerirdischen
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uebrigens, habe mal nachgelesen: alleine in Spanien gibt es 262 verschiedene Olivenarten (siehe http://www.alandalus.net/el_olivo/variedades/var.html ) :D
LG
alegria
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Aber zur Zeiten der Hellenischen Blüte war die kretische, sprich minoische Hochkultur schon längst verflossen. Warum wohl?
Wegen des großen Vulkanausbruchs auf Santorin zerstörten Druckwellen und die nachfolgende Flutwelle große Teile Kretas....
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Nix Genaues weiß man nicht.
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Bis auf die zu unterschiedlichen Daten und die nicht durch Flut zerstörten minoischen Paläste und Städte könnte es fast stimmen...
Nach der Rede diverser wahrscheinlich kompetenter Ausgräber wurde die minoische Kultur durch - möglicherweise proto-mykenische - Eindringlinge vernichtet. Ich red leicht, ich war heuer dort, und hab mit ein paar Kapazitäten geredet 8)
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:D jasso....na ist ja schon so lang her ....... ::)!
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Man weiss es wirklich nicht! Ich dachte auch immer die Version mit Santorin, doch die neueren Fakten sprechen für ein schweres Erdbeben! Bei diesem Erdbeben sollten die vielen Kerzen in Knossos, die ausschließlich zur Beleuchtung im Palast verwendet wurden, umgefallen sein und so ein riesiges Inferno verursacht haben. Brandmale an den Grundfesten des Palastes konnten wir letzte Woche noch ansehen!
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Um auf das eigentliche Thema zurückzukommen:
Ich kann mir schon sehr gut vorstellen, dass es unterschiedliche Methoden der Olivenbaumpflege (Schnitt, Verjüngung, Düngung) gibt, einfach auf Grund von Traditionen und selbstverständlich mit Rücksicht auf den Boden.
Wir haben Ähnliches bei dem Wein. Die Erziehung von Rebstöcken weicht bei den einzelnen Weinbauregionen selbst in Deutschland signifikant von einander ab. Auch in den südlichen Ländern gibt es gewiss regionale Erziehungskulturen.
Wenn es in Istrien eine traditionelle Olivenbaumkultur gibt, werden auch dort probate Methoden bekannt sein.
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Vielen Dank für Eure vielen Informationen.
Ich werde mich nun mal im zeitigen Frühjahr an ein paar "Versuchsobjekten" austoben.
Viele Grüße Petra
P.S. Kennt vielleicht noch jemand diverse Literatur hierüber (bzw. alles, was mit Oliven und -bäumen zu tun hat) ?