garten-pur
Pflanzenwelt => Arboretum => Thema gestartet von: Katrin am 22. November 2009, 18:13:57
-
Mein Freund hat gestern in einem Auwald einen etwa 2m hohen Strauch gefunden und einen Ast davon mitgenommen. Er sah vom Wuchs her wie ein Kaktus (?) aus, also ein Stamm, seitliche Äste und wenig verzweigt.
Hat jemand eine Idee? Das Abstehende sind weiche Ästchen.
LG, Katrin
-
Eine Ulme mit Korkleisten an den Zweigen.
-
Eher tippe ich auf einen (Feld-)Ahorn.
-
Dann müssten die Knospen aber gegenständig angeordnet sein. Soweit zu erkennen, sind sie aber wechselständig wie für Ulmen zu erwarten.
P.S. Wir hatten hier schon einmal eine Diskussion um einen Strauch mit Korkflügeln an den Zweigen.
-
= Ulmus carpinifolia
schreibt damax
-
Danke für eure Antworten. Ulme würde vom Habitat her gut passen (gibt es dort wirklich zahlreich).
Wie muss ich mir als Lai-in diese Korkleiste nun vorstellen? Es war in der Nähe kein anderer solcher Baum zu sehen, aber dieser eine war vollständig mit Kork 'überzogen'. Was löst so eine Entwicklung aus, warum passiert sowas?
LG und danke, Katrin (bin auch über Links froh, habe nur noch nie von so etwas gehört oder gesehen!)
-
aber dieser eine war vollständig mit Kork 'überzogen'. Was löst so eine Entwicklung aus, warum passiert sowas?
Die Bildung solcher Korkleisten bei Ulmen ist ein natürlicher Vorgang und wird nicht durch irgendwelche Erreger oder Verletzungen ausgelöst. Es ist also kein Anzeichen irgendeiner Schädigung.
Auch andere Gehölze bilden solche Korkleisten, unter den einheimischen der schon genannte Feldahorn, unter den Gartengehölzen am bekanntesten dürfte Euonymus alatus sein, der Korkflügel-Spindelbaum. Auch unser heimisches Pfaffenhütchen (Euonymus alatus) bildet solche Korkleisten, allerdings nur in geringerem Maße.
Warum das passiert? Du meinst in dem Sinne, wozu das gut sein soll? Keine Ahnung, ich weiß keinen Grund. Ebensowenig wie ich keinen Grund weiß, warum Hainbuchen gesägte und Rotbuchen ganzrandige Blätter haben. Oder die Blätter der Stieleiche kürzere Blattstiele als die der Traubeneiche haben.
-
wahrscheinlich eine Feld-Ulme:
"Seine (Die des Baumes) Zweige bilden oft auffallende Korkleisten aus"
http://de.wikipedia.org/wiki/Feldulme
Zum Sinn solcher Korkleisten fällt mir jetzt spontan nichts ein. 8)
-
Sie sind schön und machen den Baum interessant. Die Korkleisten haben einer kleinen Ulme im benachbarten Park das Leben gerettet. 8)
-
Zum Sinn solcher Korkleisten fällt mir jetzt spontan nichts ein. 8)
OT: Vielleicht der, das wir uns darüber den Kopf zerbrechen? Sollen wir zur weiteren Beratung ins Gartencafe umziehen? ;D /OT
Vielleicht sind das wirklich "Launen", sprich zufällig entstandene Ausbildungen, die evolutiv keinen Vorteil (mehr?) bieten, aber auch nicht schaden (mal abgesehen von dem bißchen Energie, die die Bildung solcher Korkleisten kostet).
Oder wir (beide und vielleicht auch andere) kennen den Grund noch nicht.
-
Warum muß irgendwas unbedingt einen "Sinn" haben?
-
Weil die Natur kaum sinnlose Sachen kennt. Die kosten nur Energie.
-
Nochmal OT
Deshalb hat sie auch keine "Gartenmenschen" hervorgebracht. ;D ;)
/OT
Duckundweg.
-
Gartenmenschen sind widernatürlich.
-
Ich habs jetzt nicht so philosophisch gemeint (also, husch, husch, in die Unterwelt mit euch!), sondern ganz pragmatisch, weil ich bisher nur Ulmen kannte, die keine Korkleisten haben und wenn nun diese eine eine solche ausbildet, dachte ich, man könnte die Gründe dafür wissen.
Mit warum meinte ich, wodurch diese Entwicklung, die scheinbar nicht alle Ulmen betrifft, ausgelöst wird. Aber wenn das ohnehin 'normal' ist und öfters mal passiert, hat bristlecone die Antwort eh schon gegeben, danke!
Wieder was dazugelernt, ich habe sowas noch nie irgendwo gesehen.
-
Hier und hier steht etwas zur Korkleistenbildung (beim zweiten Link runterscrollen oder Suchfunktion nutzen).
wikipedia erwähnt die Korkleisten bei der Ulme.