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Garten- und Umwelt => Tiere im Garten => Thema gestartet von: fisalis am 08. November 2004, 14:22:51

Titel: Frettchen
Beitrag von: fisalis am 08. November 2004, 14:22:51
Obwohl ausserhalb der EU, vollziehen die Eidgenossen EU-Recht ganz artig. So gibts denn seit kurzem den Tierpass, der zusammen mit dem Mikrochip Hund und Katze eine Art tierische Personenfreizügigkeit verleiht...tja, und als drittes Tier für Pass- und Chippflicht ist im Gesetz das Frettchen vorgesehen, offenbar eine domestizierte Form des Iltis, die in einigen Ländern der EU als Haustier angeblich sehr populär sein soll. Hmm. Hat wer von euch schon mal ein Frettchen gesehen oder hält allenfalls gar selbst eins oder mehrere? Was mich v.a. interessiert: Was für eine Beziehung kann Mensch zu einem Frettchen aufbauen? Wie zu einer Katze, oder wie zu einem Kaninchen?
Titel: Re:Frettchen
Beitrag von: Ismene am 08. November 2004, 16:43:45
Zitat
Hat wer von euch schon mal ein Frettchen gesehen oder hält allenfalls gar selbst eins oder mehrere?

Gesehen im Bus hier in Holland. Ich find sie riechen etwas streng, aber es gibt wohl kaum ein Haustier, das erfinderischer, verspielter und intelligenter ist.
Voraussetzung Halter:
- Nimm 2, denn du bist kein ebenbürtiger Spielpartner. Spiele beginnen erstmal mit einem kräftigen Biss.
- Keinen Putzfimmel, denn sie werden nie 100% stubenrein.Oft legen sie am Eingang "was"ab, um zu demonstrieren, dass sie die Wohnung beherrschen.
- Ordentlich sein und viele abschließbare Schubladen ;D
Sie können sehr eigensinnig sein (Zeichen von Intelligenz!) und wenn sie einen/Katze/Hund nicht mögen, dann kann man nicht viel dran machen.

Das ist mir jetzt so hängengeblieben, weil ich gestern noch auf einer Webseite landete.

Traurig ist, dass diese Tiere unüberlegt angeschafft werden und total viele schnell in Tierheimen landen. >:(
Es gibt sogar schon viele Auffangstationen nur für Frettchen in D und NL.

Ich mag generell Marder, Iltisse und Wiesel und würd schon ganz gern G'schichten aus erster Hand lesen.
 

 
Titel: Re:Frettchen
Beitrag von: Anne am 08. November 2004, 22:08:21
Zitat
G'schichten aus erster Hand lesen

Kannst du haben - die Kurzform wäre: uns stinkt's.

Es ist eigentlich egal, für welches Tier sich jemand entscheidet, Hund, Katze, Fisch, Vogel, Ratte ... - entscheidend ist der Umgang bzw. Haltung.

Wir haben Mieter, die z.Zt. Frettchen halten. Z. Zt., weil sie hatten schon Ratten, Katzen (die letzte haben die Schwie-els geerbt) und jetzt Frettchen. In Natura gesehen haben wir sie auch: hübsche Tiere mit empfindsamen und intelligenten Augen. Und hier beginnt eigentlich das Problem: sie markieren ihr Revier (ich weiß, machen viele Tiere) und brauchen einen Spielpartner - gerne auch einen Menschen - wollen gefordert werden. Was aber anscheinend sehr wichtíg ist, jedes Tier braucht seinen Freiraum, es ist nicht viel H40 x B100 x T60, aber ein Weibchen mit weniger Platz frißt halt seine Jungen.

Ich weiß nicht, wie ich es empfinden soll, wenn die Viecherl in ihren Gurten und Leinen Gassi geführt werden. Ihre freilebenden Familienmitglieder haben den letzten Kater getötet.

Und nicht zu vergessen: der Spruch "stinken wie ein Iltis" ist nicht gelogen. Aber wenn du die "Markierungen" liegen läßt, (die Bollerl auf der Türschwelle) hast eh schon verloren.

Was-willst-denn-jetzt-genau-wissen-hab-ja-schon-gegoogelt-Grüße,
Anne
Titel: Re:Frettchen
Beitrag von: Katrin am 08. November 2004, 22:13:17
Der Bruder einer Freundin hatte ein Frettchen (weiß nicht, ob er das noch gibt) und er hielt es nachts im Käfig und tagsüber lief es herum. Es war ein nettes, freundliches Tier - ich würde sagen, von der Aktivität her wie eine große, kräftige Ratte ;) und überall rauf und rein und runter... aber wirklich ein nettes Viecherl! Aber ich würde trotzdem keines haben wollen, weil ich zuviel Angst hätte, es liefe weg - ich glaube kaum, dass ein Frettchen wieder zurückkommt, wenn es erstmal weiß, wie es draußen so zugeht...
Titel: Re:Frettchen
Beitrag von: cimicifuga am 08. November 2004, 22:18:13
Machen die diese Markierungen auch noch, wenn sie kastriert sind? Kater machen das ja auch meist nur in "urmännlichem" zustand ;D
Titel: Re:Frettchen
Beitrag von: Anne am 08. November 2004, 22:26:43
Tut mir leid, hab die Bollerl nicht näher untersucht.

Unsichere Grüße,
anne
Titel: Re:Frettchen
Beitrag von: cimicifuga am 08. November 2004, 22:29:44
welche bollerl meinst du denn anne? 8)
Titel: Re:Frettchen
Beitrag von: Ismene am 08. November 2004, 22:35:14
Zitat
(die letzte haben die Schwie-els geerbt)

 ??? ich steh aufm Schlauch

Zitat
aber ein Weibchen mit weniger Platz frißt halt seine Jungen.
:o Sicher? Haben sie das erzählt? Die Mutter hatte gar keinen Auslauf?
Zitat
Ihre freilebenden Familienmitglieder haben den letzten Kater getötet
.
Wie soll das denn gehen? Eine Horde Frettchen, die nicht genug zu essen hatte? Freilebend heißt doch wohl nicht, dass die draußen rumlaufen?!

Ganz dumme Frage: Wenn Ihr das als Nachbarn mitbekommt, benachrichtigt ihr dann nicht den Tierschutz?



Titel: Re:Frettchen
Beitrag von: cimicifuga am 08. November 2004, 22:36:21
Zitat
(die letzte haben die Schwie-els geerbt)

 ??? ich steh aufm Schlauch


Schwiegereltern?
Titel: Re:Frettchen
Beitrag von: Eva am 08. November 2004, 22:45:33
Ich finde, von der Beziehung zu Ihren Menschen sind Frettchen mit Hund und Katze nicht wirklich zu vergleichen, eher mit K-Ninchen und Meerschweinchen. Sie sind sehr hübsch, und meistens nicht wirklich artgerecht gehalten. Zur artgerechten Haltung gehört streng genommen auch, dass sie nicht kastriert werden, weil die ganzen Sexualhormon-abhängigen Düfte wohl nötig sind für ein erfülltes soziales Leben der Frettchen. Zumindest das deutsche Tierschutzgesetz sieht das auch so.
Titel: Re:Frettchen
Beitrag von: Katrin am 08. November 2004, 22:46:58
Kater bringen ihre Nachkommenschaft manchmal auch um, das hat dann nicht einmal etwas mit Platz zu tun. Und hier gibt es Marder, die köpfen erwachsene Katzen. Ich denke, wenn eine Katze ein Frettchen in die Enge treibt dann geht es der Katze an die Gurgel. Das ist normale Verteidigung, würde ich sagen. Dass ein Frettchen ausdrücklich auf Katzenjagd geht, das glaube ich nicht...
Titel: Re:Frettchen
Beitrag von: fisalis am 09. November 2004, 08:16:18
Danke für eure Antworten. Hier in der Schweiz brauchts eine Halterbewilligung für Frettchen, d.h. ein Beamter sollte (!) vorab die Haltungsverhältnisse untersuchen. Nach dem, was ich hier gelesen und ergoogelt habe, ist es mir eigentlich ein Rätsel, warum jemand statt einer Katze ein Frettchen hat, und noch rätselhafter, warum ausgerechnet für das Frettchen ein Reisepapier erforderlich ist. Von einem richtigen Haustier kann ja nun wirklich nicht gesprochen werden.
Titel: Re:Frettchen
Beitrag von: Hortulanus am 09. November 2004, 08:33:48
Frettchen werden werden doch auch (oder in erster Linie?) von Jägern für die Jagd auf Kaninchen gehalten. Im Gegensatz zu Mardern lassen sie sich recht gut zähmen, sind aber dennoch aus den bereits erwähnten Gründen als Haus-/Stubentier nicht geeignet. Der Spruch "Stinkt wie ein Frettchen" kommt ja nicht von ungefähr.

In England (wo sonst?) gab es mal perverse "Frettchenwettbewerbe". Dazu wurden in Wales, glaube ich, Frettchen in die Hose von Männern gesperrt (oben und untern zugebunden). Wer es am längsten aushielt, hatte gewonnen.
Titel: Re:Frettchen
Beitrag von: fisalis am 09. November 2004, 08:52:51
Demnach gabs zwei Sieger, je ein Mann und ein Frettchen??

Ist denn nun aber das Frettchen ein domestizierter Iltis oder eine auch in der Nautr vorkommende, eigene Marderart?
Titel: Re:Frettchen
Beitrag von: Hortulanus am 09. November 2004, 08:59:05
Je nun, sie sind wohl eine Iltis-Art und Albinos. Ob sich das aber vererbt, weiß ich nicht. Iltisse zählen aber auch zu der Marder-Familie (wie übrigens der Dachs auch).
Titel: Re:Frettchen
Beitrag von: Anne am 10. November 2004, 21:46:42
OT: Schwie-els sind Schwiegereltern. Ich liebe Abkürzungen, die neue Worte hervorbringen, so wie Luma, Straba.OT

Frettchen sind die domestizierte Form der Iltisse. Sie wurden und werden u.a. zur Kaninchen- oder Rattenjagd abgerichtet. Obwohl der Begriff "abrichten" heißt, sind sie nicht vergleichbar mit dem Hund - Katze schließe ich da aus wegen des Abrichtens. Sie brauchen sowohl einen Menschen als Bezugsperson als auch einen Artgenossen.Ihre freilebenden Familienmitglieder sind die Marder. Obwohl so nah verwandt, sind Frettchen freilebend nicht überlebendfähig. Deswegen bei Spaziergängen die Laufleine.

Die Haltung ist nicht nur wegen der Nachbarn schwierig - ihr kennt alle den Ausspruch: stinken wie ein Ilts. Sie werden nie stubenrein, und Plätze, an denen sie sich verewigt haben, sollten zumindest mit Essig behandelt werden, um einer gleichen Verwertung vorzubeugen.

Der "typische" Geruch kommt von der Stinkdrüse, die lt. Tierschutzgesetz nicht entfernt werden darf. Diese Drüse produziert auch die "Duftstoffe", die für das Sozialleben der Frettchen wichtig sind.

Liebe Grüße,
Anne
Titel: Re:Frettchen
Beitrag von: Anne am 10. November 2004, 22:10:21
So, und jetzt kommt das Problem der Fortpflanzung bei Frettchen: es gibt ancheinend verschiedene Unterarten (erkennbar über das Fell?), die bei einer Fortpflanzung Gen-Fehler produzieren, z.b. Taubheit. Deswegen ist die Zucht bei Frettchen (zumindest bei Neulings-Besitzern) nicht gern gesehen. Nachdem bei einem Wurf auch 16 Babys auftreten können, und bei einem durchschnittlichen Wurf mit 3 qm gerechnet wird, wird der Platzbedarf bei einem Wurf sehr leicht unterschätzt. Es kann - wie in einem Zoo - zu Streßsituationen bei dem Muttertier kommen, wo der Nachwuchs aufgefressen wird.

Frettchen leben normalerweise in Käfigen und benötigen mindestens 2-Mal pro Tag Auslauf - in der Wohnung, natürlich frettchensicher gemacht, nachdem die Kerle überall den Rüssel drinhaben. Optimal wäre eine Volière für den Tag, zum Graben und Rumrennen, und ein Wohnungsaufenthalt für die Nacht.

Kurze-Infos-zu -Frettchen-Grüße
Hat-auch-wer-nen-Hund??-Grüße
Anne