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Garten- und Umwelt => Tiere im Garten => Thema gestartet von: Tara am 03. April 2010, 16:10:03
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Ich habe vorhin auf dem Nachhauseweg sechs Kanada-Gänse auf einem Acker gesehen. Schade, daß so viel Verkehr war und ich nicht stehenbleiben konnte, um ihnen zuzusehen. Ich habe sie zum ersten Mal gesehen, kannte sie bisher nur aus Büchern. Wunderschöne Tiere! Gibt's bei einem von Euch Brutpaare?
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Die ist mittlerweile häufig. Nicht so wie Stockenten ;D aber...
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Echt? Ich habe sie heute zum ersten Mal gesehen und bin sehr beeindruckt. :)
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Besonders häufig sieht man sie in großen Parks und an Seen. Sie lieben menschliche Gesellschaft.
Die ältesten Populationen sind um Hamburg und bei München aus den 50 ern. Wo größere Wasserflächen sind und fütternde Menschen solltest Du ein paar finden.
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Danke, axel. Mir haben sie trotzdem den Tag ganz wunderbar verschönt. :D
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Ich freu mich auch wenn ich sie sehe. Auch wenn mein Artenschützerego grummelt. Ein Freund von mir hat einige die jedes Jahr Junge führen. Tolle Eltern.
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Es gibt Teiche in Städten und Dörfern, wo Kanadagänse dauerhaft vorkommen und sogar brüten. Dabei handelt es sich um ehemalige Durchzügler, die sich im milden Klima Mittel- und vor allem Westeuropas pudelwohl fühlen und sich deshalb dort niedergelassen haben.
Das gleiche gilt für Graugänse und schwarze Schwäne. Neulich habe ich einen Dorfteich gesehen, wo sogar eine ausgebüxte Laufente (!) zwischen allerlei Stockerpeln umherstolzierte.
War gleich gefärbt (Farbschlag wildfarben), aber eben auf "hochbeinig" gezüchtet. Fragt mich nicht, wie die dahin gekommen ist - denn sie sind flugunfähig!
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Ich wohne nur 500 m vom Rhein weg. Momentan sind die wilden flachen Rheinauen außerhalb von Orten auch alle vollkommen überflutet, was viele Wasservögel, mehr in die etwas höhergelegenen Rheinanlagen der Orte treibt. Hier mal ein aktuelles Hochwasserbild.
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Auch eine hier überwinternde Kanadagans hat es jetzt mehr aus der überfluteten Rheinaue in Richtung Ort getrieben.
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Scheu war sie nicht, aber sie hat, wenn sie sich nicht gerade putzte, wie hier auf dem Foto, ohne Unterlaß gerufen.
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Fragt mich nicht, wie die dahin gekommen ist - denn sie sind flugunfähig!
Unsere Laufenten können sehr wohl fliegen, nicht unglaublich weit, aber auf Haushöhe schaffen sie es, wenn sie wollen. Meist sind sie aber zu faul und laufen lieber ;) .
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Hier werden sie zum Problem.
Im Botanischen Garten scheinen sie langsam die Enten zu verdrängen. Es hat dort nur wenige Jahre gedauert bis sie sich von einzelnen exotisch wirkenden Vögeln zu einer großen Schar vermehrt haben.
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Hier noch ein Kanadagansfoto. Hübsch sind sie. Da hat Tara recht.
Ob sie allerdings, wie Tara fragte, hier im Frühjahr (am Rhein) auch brüten, ist anzunehmen.
Direkt in der Nähe ist eine unzugängliche unbewohnte Rheininsel, die Naturschutzgebiet ist. Dort brüten viele Vögel. Aktuell ist sie allerdings volkommen überflutet.
Auch Kraniche und selten auch Störche machen auf der Durchreise dort kurz manchmal Pausenstation.
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Nach meiner Information handelt es sich bei den Kanadagänsen ursprünglich weitgehend um Flüchtlinge oder ausgesetzte aus menschlicher Haltung. Bei den schwarzen Schwänen bin ich mir da ganz sicher. Australien ist wohl etwas weit ab um sich bis hierher zu verfliegen.
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Ja, die ersten Kanadagänse wurden aus Nordamerika bereits im 17. Jahrhundert nach England eingeführt. Im 20. Jhd. brachten Skandinavier sie in ihre Region, von wo aus sie sich dann zunehmend südlicher verbreiteten. Sie sind Neozoen. Nachzulesen im unteren Teil dieses links.
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Ja, die Kanadier vermehren sich sehr stark bei uns. Wenn sie allerdings am Phoenix- See zum Problem werden, muss man sich bei diesem künstlichen Tümpel auch nicht wundern: http://www.phoenixdortmund.de/de/fakten/phoenixsee.jsp
Vielleicht hätten sie dort besser ein paar gelbe Plastikenten angesiedelt ;D

kanada06.jpg
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@albizia
Ist das Foto vom Altrheinarm in X.-B.? Irgendwie kommt mir der Anblick total bekannt vor.
Kanadagänse sind am unteren Niederrhein auf der rechten Rheinseite als Brutvögel schon länger bekannt. Rechtsrheinisch habe ich sie 2008 brütend in einer Kiesgrube gesehen. Oder eher waren sie schon fertig damit: Zwei Alttiere mit Gösseln, die es überhapt nicht nett fanden, dass ich ihnen nahe kam.
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Tolles Foto, Schlafmützchen! :)
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@albizia
Ist das Foto vom Altrheinarm in X.-B.? Irgendwie kommt mir der Anblick total bekannt vor.
Nein, ist im Mittelrheintal Nähe Koblenz.
Ich finde dein Foto auch sehr schön, Schlafmützchen!
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Ja, die Kanadier vermehren sich sehr stark bei uns. Wenn sie allerdings am Phoenix- See zum Problem werden, muss man sich bei diesem künstlichen Tümpel auch nicht wundern: http://www.phoenixdortmund.de/de/fakten/phoenixsee.jsp
Vielleicht hätten sie dort besser ein paar gelbe Plastikenten angesiedelt ;D
Der Phoenixsee ist ein ziemlich großer Tümpel ich weiß also nicht, warum man sich dort mehr wundern sollte als an anderen Gewässern. Die Kanadagänse sind dort ebensowenig angesiedelt worden wie anderswo.
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Dieser "See" wurde einzig dazu geschaffen, ein neu entstehendes Wohn- und Geschäftsviertel attraktiver zu machen und den Wert der Immobilien am Wasser zu steigern. Der nur 3m tiefe See ist noch nicht vollständig geflutet und wird auf Belastung mit Gänsekot entsprechend reagieren. Zudem werden die dortigen Anwohner der teuren Grundstücke nicht sehr erfreut sein, wenn sie täglich in Känsekot treten.
Wenn diese von Menschen geschaffene "Natur" gestört wird, dann muss man den Gänsen eben mit der Flinte drohen..... ::)

kanada04.jpg
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Bei uns in der Gegend Brüten mittlerweile auch einige Paare, und eine größere Gruppe scheint hier auch zu überwintern. Sie fliegen häufiger bei uns hinterm Haus über die Felder. Hatte auch schon mal ein Paar im Garten, muss mal schauen ob ich die Bilder wieder finde, sind recht imposante Vögel.
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Dieser "See" wurde einzig dazu geschaffen, ein neu entstehendes Wohn- und Geschäftsviertel attraktiver zu machen und den Wert der Immobilien am Wasser zu steigern.
Vor allem wurde der See geschaffen um ein ehemaliges Stahlwerksgelände wieder brauchbar zu machen und das ist gut so. Dieser See ist nicht unnatürlicher als der Teich im Botanischen Garten, der auch von einer unglaublich schnell zunehmenden Population von Kanadagänsen bevölkert wird. Ich habe den Eindruck, dass dort die Enten stark auf dem Rückzug sind.
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Es gibt Teiche in Städten und Dörfern, wo Kanadagänse dauerhaft vorkommen und sogar brüten. Dabei handelt es sich um ehemalige Durchzügler, die sich im milden Klima Mittel- und vor allem Westeuropas pudelwohl fühlen und sich deshalb dort niedergelassen haben.
Neinties ,auf dem Durchzug von Kanada nach wo sind sie hier geblieben ?
Gänse lernen die Zugrouten von ihren Eltern . Elternlos aufwachsende Gänse haben zwar das Bedürfnis zu wandern aber kennen den Weg nicht und fliegen daher im Herbst und Frühjahr in der Gegend herum . Nachzulesen im Rahmen der Wiederansiedelung von Graugänsen am Dümmer , z.B. und selbst Hollywood weiss darum und hat "Amy und die Wildgänse" draus gemacht . In der vergangenen Woche waren hier auch verschiedene Gänseschwärme unterwegs , die flogen jeden Tag in eine andere Richtung .
Kanadagänse gibt es in mehreren Unterarten und die in Europa vorkommenden sind ein entsprechender Mix , Mischehen mit Graugänsen gibt's auch .
Schwarze Schwäne haben den Südhemisphären -Rhytmus auch nach Generationen ( wie Emus auch ) und brüten im Winterhalbjahr . Ohne menschliche Hilfe etablieren sich hier keine Populationen weil die Küken erfrieren / verhungern .
Laufenten als flugunfähig zu bezeichnen .....