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Pflanzenwelt => Arboretum => Thema gestartet von: graugrün am 11. Juni 2010, 11:15:59
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Im frühen Herbst letzten Jahres pflanzte ich einen Acer p. Orange Dream. Nach dem strengen Winter war ich schon total froh, dass er im Gegensatz zu anderen neu gepflanzten Gehölzen praktisch ohne Einbußen wieder ausgetrieben hat.
Kaum war er voll belaubt, zeigen sich jetzt schwarze Flecken auf den Blättern. Siehe Foto. Er steht in voller Sonne, verbrennen kann der ja nicht, oder?
Danke schonmal für Eure Tips
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Doch, der hat einen heftigen Sonnenbrand.
Dagegen kannst du jetzt wenig tun, außer eine Schattierung davorzusetzen, und stets darauf achten, dass er genug Wasser hat, ohne ihn zu ersäufen.
Im Herbst würde ich ihn an eine andere Stelle verpflanzen, die ab den Mittagsstunden zumindest Halbschatten bietet.
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Oha, so empfindlich sind die??
Ich hatte es schon befürchtet, ach Mann, das ist schade, hat er mir doch so gut gefallen an der Stelle..........
Ich werd ihn umpflanzen.
Weisst Du etwas vergleichbares von Habitus und Blattfarbe für einen Wegrand?
LG
graugrün
Wasser hat er immerhin genug. Und in dem vorbeigehenden neu angelegten Weg ist eine Drainage eingearbeitet. Also Staunässe an der Stelle ausgeschlossen.
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Das Laub sieht mir außerdem auch chlorotisch aus.
Kannst du etwas zum Boden sagen?
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ja, da könntest du recht haben.
es ist ein muschelkalkboden. lehmig. tendenz teilweise sogar staunass, daher haben wir den pflanzstandort von den acer eigentlich sehr sorgfältig ausgewählt, wo keine nässe ist, haben sicherheitshalber noch die drainage eingelegt und den boden an der stelle mit kompost und lavagranulat und mutterboden aufgebessert.
aber kalkboden löst ja schon diese chlorose aus, ich sehs ja schon an der ulmus parvifolia, die tendiert hier auch dazu.
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Hallo graugrün,
an Sonnenbrand mag ich nicht glauben. Ich habe diesen Ahorn seit mehreren Jahren im Kübel. Er hat bei mir noch nie Sonnenbrandsymptome gezeigt obwohl er auf dem Sitzplatz die volle Mittagssonne bekommt.
"Schwarze Flecken" auf den Blättern sind meiner Meinung auch nicht typische Anzeichen für Sonnenbrand. Da hast du eher braune, nekrotische Blattränder bzw. abgestorbene Flecken auf dem Laub.
Kannst Du vielleicht ein Macro von einem Blatt und einer Triebspitze mit typischen Schäden einstellen?
LG
troll
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hallo troll,
grad erst gesehen. vermutlich ists heut schon zu finster. mal sehen, ob sich noch was machen lässt. moment.........
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et voilà!
(bin allerdings nicht so der makro-profi :-[ )
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und noch eins
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und hier noch das letzte, jetzt ists wirklich zu dunkel
lg
graugrün
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Das sieht mir nicht nach Sonnenbrand aus, da nur einzelne Blätter bzw. Blattabschnitte betroffen sind.
Normalerweise haben die sonnenexponierten Blätter komplett braune Blattspitzen und/oder -ränder, die sich einrollen. Wenn von oben beregnet wird vielleicht auch zusätzlich bei größblättrigen Sorten abgegrenzte Nekrosen durch den Lupeneffekt.
Aber frag mich nicht, was das jetzt wirklich ist. Ich sehe auch nur, dass die Pflanze nicht gesund ist.
Ich versuche mal nachzulesen.
LG
troll
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das wär ja schade, wenns jetzt irgendne schlimme krankheit wäre!!
aber super, dass du mal nachliest, hoffentlich können wirs noch identifizieren, was da los ist.
lg
graugrün
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"Orange Dream" ist zu empfindlich für Phyto auf einem Lehmboden. Bei mir hat er sich verabschiedet, der Dissectum Garnet (veredelt) gedeiht dagegen gut.
Volle Sonne kann er normalerweise gut ab.
Eine Alternative wäre ein schlitzlaubiger gelber Holunder wie Sutherlands Gold, der kommt mit meinem Lehmboden gut zurecht und ist gut schnittverträglich.
Schöne rote Früchte hat er im Herbst auch
LG Lisa
PS. Torf wäre als Bodenverbesserung besser gewesen, aber obs wirklich was genützt hätte... Kompost ist oft aufgekalkt.
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Nach Phytophtora Pilz sieht mit das Schadbild irgendwie auch nicht aus. Da kommen nach dem Winter in der Regel zunächst einige Zweige nicht wieder und irgendwann stirbt die ganze Pflanze ab.
flammeri hat jedoch Recht mit Torf als Bodenverbesserung. Ich vermute inzwischen auch, dass es am Boden liegt.Sicher weiß ich es aber auch nicht.
Ich habe in dem Buch von PIRC etwas über einen Schwarzfleckenpilz gelesen. Aber ob es das nun ist, kann ich Dir auch nicht sagen.
LG
troll
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@troll13:
das stimmt, das typische Schadbild sieht anders aus.
Die Blätter/Zweige hängen schlapp rum. Irgendein Nährstoff fehlt hier wahrscheinlich.
Ich glaube nur nicht, daß man an diesem Standort mit dem Acer glücklich wird,
auch wenn er sehr schön ist...
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Nach einer Pilzkrankheit sieht das für mich nicht aus, sondern nach einer schweren Störung/Mangelernährung, wie sie auf ungeeigneten Standorten bzw. Böden auftritt.
Kann noch verstärkt werden, wenn es im Frühjahr kühl und nass ist, und durch einen vollsonnigen Standort.
In Summe deutet das Aussehen daraufhin, dass das Gehölz an diesem Standort und in diesem Boden nicht seine eigentliche Schönheit entwickeln wird.
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tja,
dann bleibt mir zusammenfassend wohl nur, mich von dem Acer zu trennen, denn wenn er trotz großzügigem Pflanzloch schon nach einem halben Jahr solche Schäden hat, dann wirds auf keinem Platz in meinem Garten was. :(
Kurioserweise hat er sowas von gesund durchgetrieben, dass ich mir schon die Schulter klopfte bezüglich der guten Vorbereitung und dann kamen praktisch von heut auf morgen diese Schäden. Das liess mich ja dann auch auf Sonnenbrand tippen, denn es war an dem ersten extrem heissen Tag in diesem Jahr.
Hm, ratlos bin ich grad....
Trotzdem danke für Eure Einschätzung.
LG
graugrün
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Ist jetzt wirklich kein günstiger Standort für Deinen Ahorn.
Obwohl, wenn ich mir Deine Bodenvorbereitung durchlese, kann es da nicht sein, daß du zuviel des guten getan hast und er jetzt zu trocken steht?
Schau doch mal ob er wirklich genug Bodenfeuchte hat oder ob Du ihm durch Drainage und Granulat zu trocken gestellt hast.
Was mich wundert, ist das wohl anscheinend nicht die ganze Pflanze, sondern wohl nur ein Ast befallen ist. Ich meinen im Hintergrund nur gesunde Äste/Laub zu sehen, oder täuscht das Bild?
Das könnte bedeuten, das er, was höchst selten passiert, einen Milbenbefall hat. Der Befall entsteht in Trockenheitsperioden bei ungünstigen Standortbedingungen und ähnelt sehr stark dem Schadbild von Trockenschäden. Wie auf Deinen Fotos.
Wenn es tatsächlich nur ein Ast ist, wo das Laub so aussieht und es nicht schlimmer wird, würde ich ihn ruhig nochmal bis nächstes Frühjahr dort stehen lassen und schauen wie er dann austreibt.
Beobachte mal, ob Du ihm nicht doch das Wasser abgedreht hast ;)