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Garten- und Umwelt => Tiere im Garten => Thema gestartet von: neinties am 27. Juni 2010, 01:23:42

Titel: Überraschung: zahmer junger Hase im Garten und totes Geschwisterchen im Beet
Beitrag von: neinties am 27. Juni 2010, 01:23:42
Ich glaube ich hatte schon mal erwähnt, dass sich hier seit dem letzten Sommer ein stattlicher Feldhase in den Gärten herumtreibt, den ich mehrfach zu Gesicht bekam - es ist definitiv kein wildes Karnickel. Das Tier ist etwa einen halben Meter groß, sehr schlank und hat auffallend kräftige Hinterläufe und lange Ohren. Er schlägt auch typische Haken beim Laufen (normalerweise bewegt er sich aber in sehr gemäßigtem Tempo fort) und lebt nicht in einem Erdbau. ???

Der Hase wohnt auf den Grundstücken hier direkt an der Bundesstraße - futtert hier, schläft auch hier, hat hier seine Verstecke und weiß, wo er Nahrung findet. Zeitweise sehe ich ihn täglich oder sogar mehrfach am Tag. Im letzten Jahr war auch ab und zu ein zweiter Feldhase zu entdecken.

Dabei war ich eigentlich der Meinung, Feldhasen seien überaus scheue und geräuschempfindliche Wildtiere, die den Menschen dank ihres scharfen Geruchssinns sofort wittern können und daher generell meiden. Schließlich ist der Mensch seit Urzeiten der natürliche Feind des Hasen. ::)

Vor ein paar Tagen habe ich endlich mal ein Foto von ihm gemacht. Es ist zwar auf Abstand fotografiert und daher nicht besonders scharf, aber ich will damit ja auch keinen Fotowettbewerb gewinnen, sondern nur zeigen, dass es sich wirklich nicht um ein Wildkaninchen handelt, wie bestimmt so mancher nun vermuten wird. Ich hätte zwar desöfteren bereits die Möglichkeit gehabt, ihn von dichtem vor die Linse zu bekommen - schließlich zeigt er keinerlei Scheu - aber die Kamera war zu keinem Zeitpunkt wirklich griffbereit.

Nun stellte sich aber neulich morgen heraus dass es auch gar kein Hase ist, sondern vielmehr eine Häsin! Denn vor einiger Zeit hat sie wohl geworfen und das Ergebnis hoppelt flink durch unseren Garten :D

Aufgrund der geringen Größe und des putzigen Äußeren dachte ich zunächst an ein verwildertes Wildkaninchen oder einen ausgebüxten Haus-Verwandten. Die Knopfäuglein sahen auch anfangs schwarz aus, in der Sonne ist aber ein brauner Rand deutlich sichtbar.

Ich habe mich in einigen Landwirtschaftszeitungen über die Verhaltensweise und Unterscheidungsmerkmale von Hase und Kaninchen schlau gemacht: Es ist ein junger Hase!

Die Häsin wirft zwei bis drei Kinder, die sie 3 Wochen lang lose versorgt. Sprich: Morgens (wenn der alte Hase hier auftaucht) säugt sie ihre kleinen, tagsüber ist der Nachwuchs auf sich gestellt. Die Säuglingssterblichkeit bei Hasenkindern ist ungewöhnlich hoch (vermutlich auch durch den oft sehr kalten Sommer im Norden - wir hatten bisher oft nicht einmal 20 Grad ), und so verwundert es auch nicht, dass wir beim Umgraben unter einer Pflanze ein totes Hasenbaby entdeckten. :(

Unser "Kleiner" hatte also ein Geschwisterchen. Ers selbst hüppelt putzmunter durch unsere Grünanlagen und nascht an Blumenblättern herum, zeigt überhaupt kein Fluchtverhalten, sitzt sogar draußen bei uns am Kaffeetisch. Er sieht gut entwickelt und kerngesund aus (sein Fell glänzt), nur einige Blumen sind ihm zu hoch, da kann er nicht drüber hinweg springen. :o

Zum Nachmittag hin sucht er eine Stelle bei uns im Beet zwischen Pflanzen auf, wo er sich eine kleine Mulde eingerichtet hat (kein Erdbau mit unterirdischen Gängen oder Tunnelsystem!). Dort kuschelt er sich ein und verbleibt da bis zum Abend. Während er schläft, hat er die Augen offen und die Ohren angewinkelt. Er ist also immer auf Empfang und in Bereitschaft, um notfalls flüchten zu können. Wenn es dämmert ist er verschwunden. Gestern habe ich ihn nicht gesehen, heute verbrachte er den gesamten Nachmittag schlafend bei uns.

Kann mir jemand erklären was da vor sich geht? Die Tiere sehen weder verwahrlost noch tollwütig aus. Wie kommt es, dass sie so die Nähe des Menschen suchen? Ist das eine Folge des Klimawandels?

Warum ist ein gesunder, kräftig gebauter Junghase ohne äußere Verletzungen gestorben? Und wie groß ist die Chance, dass der kleine Puschel überlebt? Er ist so süß, wir haben ihn richtig in unser Herz geschlossen. Er würde sich sogar von uns streicheln oder füttern lassen. Nur wissen wir nicht so wirklich, wie wir ihm helfen können. Wenn er noch Muttermilch bekommt, wäre es nicht sinnvoll, ihm Grünzeug oder Wasser zu geben.

Wir haben hier jede Menge natürliche Feinde des Hasen, neben einigen schießwütigen Jägern und aggressiven Hundehaltern auch nervige unerzogene Kinder, Hauskatzen, verwilderte Katzen, 2 Waldkäuze , einen Baummarder und neuerdings auch Elstern und etliche Krähen, die es vorher bei uns nie gab.

Was frisst so ein Hase? Kann man die halbzahmen Tiere handzahm machen und als Haustier halten, was auf Zuruf reagiert? Wie kann ich den Kleinen hier ansiedeln? Wenn er hier aufwächst und alles Lebensnotwendige vorfindet, gibt es für ihn doch keinen Grund, sich eine andere Heimat zu suchen.

Wer kann mir helfen? Wie kann ich dem Kleinen seine Vorbehalte, die er sicher uns gegenüber hat, ganz nehmen? Ich meine, so ein Hase ist ja schon ein großes Tier, das viel Freiheit, Platz und Auslauf benötigt. Ist es üblich, dass Hasen sich so verhalten oder stammen sie vielleicht aus Haustierhaltung und sind nur abgehauen? Hat jemand von euch ebenfalls zahme Hasen im Garten? :-\
Titel: Re:Überraschung: zahmer junger Hase im Garten und totes Geschwisterchen im Beet
Beitrag von: neinties am 27. Juni 2010, 01:24:37
Hier der kleine wie er sich in seine Sasse geschmiegt hat. Er lässt sich bereitwillig von uns bestaunen und fotografieren. ;)

Leider habe ich den Eindruck, dass er sich oft langweilt oder einsam ist. Soll ich ihm eine Partnerin aus der Zoohandlung (Hauskaninchen) besorgen?
Titel: Re:Überraschung: zahmer junger Hase im Garten und totes Geschwisterchen im Beet
Beitrag von: Klio am 27. Juni 2010, 02:11:40
Hallo Neinties!

Ich kann mir nicht vorstellen, daß es Feldhasen in der Zoohandlung gibt. :)

Auf einem der Stadtfriedhöfe hier gibt es auch Hasen - mindestens 2, die habe ich gestern erst gesehen. In der Anlage stehen viele alte Bäume, Gebüsch und Unterholz gibt es zwar weniger aber den Hasen scheint es gut zu gehen. Ich treffe sie oft, besonders scheu sind sie nicht (Fluchtdistanz ca. 1/2m) - aber anfassen lassen sich die Tiere nicht. Jungtiere sind mir aber auch noch nie begegnet. Keine Ahnung, wie die Hasen ursprünglich auf das Gelände gekommen sind, das ist dicht bebautes Gebiet. ???

Wenn es den Langohren bei Dir gefällt - umso besser, nicht? :D

Lg Klio
Titel: Re:Überraschung: zahmer junger Hase im Garten und totes Geschwisterchen im Beet
Beitrag von: neinties am 27. Juni 2010, 02:22:55
Hallo,

ich denke schon dass der kleine Frechdachs sich streicheln lassen würde, wenn man ihn mit frischem Grünzeug lockt.

Aber da er erst wenige Wochen alt ist, möchte ich das Risiko nicht eingehen, dass seine Mutter ihn verlässt, weil er nach Mensch riecht.

Ich bin mir sicher, dass er noch gesäugt wird.
Titel: Re:Überraschung: zahmer junger Hase im Garten und totes Geschwisterchen im Beet
Beitrag von: Klio am 27. Juni 2010, 02:30:49
"Meine" Friedhofshasen sind ja ausgewachsen, da ist die Streichelverlockung nicht so groß. Sie schauen jedenfalls nicht mager aus, oft sehe ich sie auch den Grabschmuck plündern. ::)

In Deinem Garten bzw. in der Umgebung gibts offenbar genug zu futtern; vielleicht bleibt der Hase ja bei euch. :)
Titel: Re:Überraschung: zahmer junger Hase im Garten und totes Geschwisterchen im Beet
Beitrag von: usch am 27. Juni 2010, 11:34:29
Die Hasen suchen die Nähe des Menschen bzw. eingezäunte Grundstücke, weil sie wissen, dass sie dort vor Hunden sicher sind.
Die kleinen Hasen flüchten nicht, weil ihr Instinkt sie dazu bringt reglos zu verharren, bis man sie berührt oder fast darauf tritt.
Sie fressen zeimlich bald, zufüttern ist unnötig.

Hasen leben, außer zur Paarungszeit alleine. Der Kleine braucht keinen Partner, schon gar kein Hauskaninchen, das völlig andere Ansprüche hat als er.

Genieß die Zeit mit den Tieren. Wenn Du Glück hast, bleiben sie und ihre Nachkommen viele Jahre in Deinem Garten.

LG usch
Titel: Re:Überraschung: zahmer junger Hase im Garten und totes Geschwisterchen im Beet
Beitrag von: Windsbraut am 27. Juni 2010, 11:52:21
Dem Kommentar von usch ist kaum etwas hinzuzufügen.

Neinties, du hast dich doch auch schon gut informiert - sei also nicht unsicher - was da bei euch passiert, ist absolut natürlich! Ein junger Hase sitzt immer einsam herum, das ist normal.

Und zähmen lassen sich Hasen nicht - soweit ich weiß, ist das ein weiterer sehr großer Unterschied zu Kaninchen. Ich denke, das, was ihr bei euch erlebt, ist die größtmögliche Annäherung zum Menschen. Freut euch! Wer kann schon aus nächster Nähe einen jungen Feldhasen aufwachsen sehen.......
Titel: Re:Überraschung: zahmer junger Hase im Garten und totes Geschwisterchen im Beet
Beitrag von: neinties am 27. Juni 2010, 13:38:56
Nachdem uns das Muckerhäschen beim Essen im Garten heute Mittag wieder Gesellschaft geleistet hat (er knabbert an Clematis, Rittersporn u.a. Grünzeug herum und es scheint ihm auch zu schmecken) hat er sich nun wieder in seine Sasse zurückgezogen und döst da vor sich hin, wie jeden Tag. :D

Was ich nicht begreife - zwei Nachbarn, deren Grundstücke unmittelbar an unser grenzen, haben riesige Köter. Die eine Töle rennt ständig ohne Aufsicht durch die komplette Ortschaft und wildert durch die Gärten. Es scheint die Besitzer einen Dreck zu scheren. Zwar richtet er keinen nenneswerten Schaden an, aber unangenehm ist mir das trotzdem, wenn bei der Gartenarbeit plötzlich ein riesiges Tier neben mir steht was in etwa die Größe eines ausgewachsenen Bären hat . :o

Ich habe diese unverantwortlichen Hundehalter mehrfach darauf angesprochen, dass ich es nicht wünsche, dass ihr Heimtier frei herumläuft. In der Gemeindesatzung ist das klar geregelt - Hunde gehören an die Leine! Zumal jeder der sich ein Tier anschafft, auch verpflichtet ist, sich um das Tier zu sorgen! Es interessiert sie einfach nicht - man bekommt Ausflüchte zu hören oder noch patzige Antworten.

Auch sind alle Grundstücke hier alles andere als eingezäunt, es gibt maximal lose Hecken.

Wir haben den kleinen Klopfer wirklich lieb gewonnen! Ich habe Angst, dass der kleine Opfer des wildernden Haushundes werden könnte.

Außerdem haben sich in den letzten Wochen extrem viele Krähen hier angesiedelt, die es zuvor nicht bei uns gab. Auch ein Kolkrabe sitzt seit heute hier und krächzt laut. Könnten diese Tiere dem kleinen Hoppler zum Verhängnis werden?
Titel: Re:Überraschung: zahmer junger Hase im Garten und totes Geschwisterchen im Beet
Beitrag von: Staudo am 27. Juni 2010, 13:43:35
Der Kolkrabe schon ...
Titel: Re:Überraschung: zahmer junger Hase im Garten und totes Geschwisterchen im Beet
Beitrag von: neinties am 27. Juni 2010, 13:46:57
Wie sieht es mit Katzen aus? Von denen haben wir hier eine ganze Menge.

Gehören einem dritten Nachbarn, der auch einen Hund hält - dieser ist aber eingezäunt, die Katzen aber eben nicht.

Das sind halbverwilderte Hauskatzen die durch den Ort streunen und jede Menge Singvögel erbeuten. >:(

Ich habe in einer Landzeitung und auch bei Wikipedia gelesen dass junge Häslein oftmals Opfer von Katzen werden :(
Titel: Re:Überraschung: zahmer junger Hase im Garten und totes Geschwisterchen im Beet
Beitrag von: Cryptomeria am 27. Juni 2010, 14:56:41
Hallo neinties,

der Hund, wenn er noch genügend Jagdtrieb hat, stellt eine Gefahr für den Hasen da. Er wird ihn in seinem Jagdeifer packen und damit verletzen. Allerdings findet der Hund meist den Junghasen nicht mit seiner Nase, sondern stößt nur ein zufällig auf ihn. Wenn der Hase also irgendwo im hohen Gras sitzt, ist er relativ sicher. Nun ist es bei dir etwas anderes. Der Hund folgt möglicherweise einer Menschenspur und stößt vielleicht auf den Junghasen.

Bei Hauskatzen ist das so: Einige sind starke Jäger, andere interessiert sogar die Maus kaum. An den Junghasen gehen nur stark ausgehungerte , große Tiere. Bei uns im Umkreis werden z.B. alle Katzen gefüttert. Da würde ich überhaupt keine Gefahr sehen. Habt ihr große ausgehungerte Kater umherstreifen, stellt das auch eine Gefahr dar. Aber bei uns gibt es viel mehr Füchse, vor allem jetzt mit Jungtieren, die auch in die Gärten kommen, ( Letzte Woche hat ein Jungfuchs beim Nachbarn einen Schuh vor der Haustür entwendet), als ausgehungerte Kater. Ebenso Krähen, Rotmilane ,Marder,Iltis,Wildschweine.

Ich will damit sagen, einen Unfall mit dem netten Feldhasen kannst du leider nicht ganz ausschließen. Freu dich jeden Tag, wenn du ihn siehst und hoffe, dass er noch lange glücklich lebt. Lasse ihn möglichst ohne Duftspur in seinem Versteck. Je undurchdringlicher , desto besser.

Viel Erfolg

Wolfgang
Titel: Re:Überraschung: zahmer junger Hase im Garten und totes Geschwisterchen im Beet
Beitrag von: Amur am 27. Juni 2010, 17:08:13
So ist es. Katzen, Hunde, Marder, Krähen und Kolkraben neben nächtlich rumschleichenden Füchsen sind die Gefahren.
Du kannst kaum einen goldenen Käfig um das Häschen bauen.
Dinge die Hund, Fuchs und Katz anlocken (Reste vom Grillen z. Bsp.) vermeiden und hoffen. Falls du Rasen hast, lass eine höhere Wiese draus werden, dann hat er bessere Deckung. Auch im Garten die Stauden eher weniger runterschneiden sondern hochlassen, das hilft etwas gegen die "Luftwaffe" (Krähen und Raben). Denn letztendlich gibts für den kleinen nur eins: nicht gesehen werden.

Titel: Re:Überraschung: zahmer junger Hase im Garten und totes Geschwisterchen im Beet
Beitrag von: Gänselieschen am 28. Juni 2010, 10:05:22
Hallo,

aus meiner Sicht kümmern sich Katzen nicht um Kaninchen - dann also auch nicht um Hasen.

Das mit dem großen Hund würde mich auch sehr nerven. Aber ein rumlaufender Hund ist nicht gleich ein wildernder Hund. Der geht vielleicht auch nur spazieren...

Bei uns ist das leider auch so - wer einen Zaun will - der muss ihn setzen. Nix mehr mit Verantwortung für rechts oder links. Tut im Grunde ja auch nicht überall not. Aber ich denke, wenn Hunde herumstreunen gelten noch andere Bestimmungen. Wenn ich den Zaun offen lasse, läuft auch immer mal ein Hund, der grad ausgeführt wird mit rein, Herrchen tut dann auch immer so, als wäre es ja meine Schuld - könnte ja zumachen. Nur dass bei uns, alles Wald, Leinenzwang besteht. Das vergessen viele Hundehalter gerne. Der tut doch nix....

Ansonsten finde ich das mit dem Häschen sehr toll. :) :)

L.G.
Titel: Re:Überraschung: zahmer junger Hase im Garten und totes Geschwisterchen im Beet
Beitrag von: Staudo am 28. Juni 2010, 10:10:38
Ich habe den Katzen endgültig die Freundschaft gekündigt, als die Hauskatze meiner Eltern einen der seltenen Junghasen anschleppte ...
Titel: Re:Überraschung: zahmer junger Hase im Garten und totes Geschwisterchen im Beet
Beitrag von: neinties am 28. Juni 2010, 13:57:50
aus meiner Sicht kümmern sich Katzen nicht um Kaninchen - dann also auch nicht um Hasen.


Ach, wirklich nicht? Na, dann. ;D

Ich dachte nach dem Betrachten der folgenden Bilder schon, ich müsste mir ernsthafte Sorgen um den kleinen Hüpfer machen. ::)

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/a/a1/Feral-kitten-eating-adult-cottontail-rabbit.jpg

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/a/a5/Gretel_with_rabbit.jpg

Das erste ist wohlgemerkt ein ausgewachsenes Tier !!!
Titel: Re:Überraschung: zahmer junger Hase im Garten und totes Geschwisterchen im Beet
Beitrag von: Eva am 28. Juni 2010, 14:17:12
Unsere Katze, die wir hatten als ich noch ein kleines Kind war hat auch regelmäßig halbwüchsige Kaninchen aus dem Friedhof gebracht, vor allem wenn sie gerade Junge hatte und sich offenbar nicht lang mit einzelnen Mäusen abgeben wollte sondern gleich was ordentliches zu Futtern nach Hause bringen. Die war nicht groß aber eine halbwilde, die uns bestenfalls geduldet hat als Futtergeber.
Titel: Re:Überraschung: zahmer junger Hase im Garten und totes Geschwisterchen im Beet
Beitrag von: Knusperhäuschen am 28. Juni 2010, 14:23:05
Bei meiner Großmutter brachte eine alte, erfahrene Katze (klein, ihr fehlte sogar eine Pfote) trotz guter Fütterung früher auch Hasen und Fasane, manchmal passten diese Jagdbeuten nichtmal durch das Katzenloch in der Tennentür und landeten dann auch schon mal im Kochtopf.

Aber Neinties hat doch gerade irgendwo beschrieben, dass sie den Marder unter der Nachbarhecke mit einem Stock geärgert hat, dann dürfte sich das mit dem Junghasen wahrscheinlich ziemlich schnell "erledigen".

edit: Opa hat früher auch mehrfach versucht, Junghasen im Stallkaninchenstall großzuziehen. Meist ist das gescheitert, weil der Fluchttrieb der Tiere einfach so groß ist, dass sie sich später, wenn sie sich erschrecken und flüchten wollen, oft verletzen, wenn sie eingesperrt hin und herspringen.
Wildkaninchen kann man hingegen gut mit der Flasche aufziehen, ich hatte zwei, der mehr als 10 Jahre alt wurden und zahm im Wohnzimmer herumturnten und auch im Katzengeschirr gingen.

Aber dein Hase ist ja nicht vewaist, es gibt keinen Grund, irgendwie einzugreifen, nicht anfassen. Junghasen sitzen immer starr bei Gefahr in der Sasse um nicht aufzufallen. Du kannst nur hoffen, dass sie Mutter ihn weiter versorgt und er nicht einem Beutegreifer zum Opfer fällt. Das wäre aber z.B. bei Marder, Wiesel, Hermelin oder Fuchs der Lauf der Natur.
Titel: Re:Überraschung: zahmer junger Hase im Garten und totes Geschwisterchen im Beet
Beitrag von: Gänselieschen am 29. Juni 2010, 08:55:25
 :-\, dann waren meine Katzen wohl bislang Ausnahmen, noch niemals nicht ein hasenähnliches Beutetier, Eichhörnchen waren das Größte. Die Freundin meiner Tochter brachte immer mal ihr Kaninchen zum Spielen mit, das haben die Miezen wirklich regelrecht links liegen gelassen. Absolut uninteressant.

War wohl eine unzulässige Verallgemeinerung.

Dann viel Glück für Deinen kleinen Hasen.

L.G.
Titel: Re:Überraschung: zahmer junger Hase im Garten und totes Geschwisterchen im Beet
Beitrag von: Amur am 29. Juni 2010, 12:54:42
Bei Katzen gibts solche und solche.
Einige machen um Ratten einen großen Bogen, andere gehen sie an.
Je nach Charakter eben.
Titel: Re:Überraschung: zahmer junger Hase im Garten und totes Geschwisterchen im Beet
Beitrag von: thegardener am 30. Juni 2010, 23:22:39
neinties , was treibt Dich dazu einen Hasen als Haustier halten zu wollen ? Und warum sollte ein Wildtier jemals auf Zuruf kommen ? Diese Ansprüche würden eher die Dir so verhassten Hunde oder eine sehr menschenbezogene Katze erfüllen .
 Hasenaufzucht scheitert oft schon an der ungeeigneten Nahrung , Hasen ernähren sich nun mal primär von Wildkräutern und nicht von schnödem Gras . Solltest Du mal berufstätig werden wird Dir kaum genug Zeit bleiben den ganzen Tag nach der artgemäßen Bandbreite von Kräutern zu suchen .
Hir am Berliner Stadtrand suchen Hasen die Nähe der Menschen und siedeln sich auf den Fabrikgeländen an , dort sind sie sicherer vor Beutegreifern als im offenen Feld . Gerade in einem als Hundeauslauf genutzten Gebiet hat die Hasenpopulation deutlich zugenommen , primär werden nämlich die Beutegreifer gestört und die Hasen kommen ungeschoren davon.
Um die Hasen loszuwerden solltest Du weiter für eine konsequente Einzäunung plädieren . Eingepfercht in einen Garten werden sie schnell sterben . Bei Tieren mit so großen Streifgebieten wie Hasen sie benutzen sollte klar sein das sie in der Natur nie mit ihrem Kot in Berührung kommen . Dauernder Kontakt mit den Ausscheidungen , wie in Gehegen unvermeidlich , führt dann schnell zu Infektionen . Nicht umsonst werden Hasen nicht in Zoos gehalten.
Titel: Re:Überraschung: zahmer junger Hase im Garten und totes Geschwisterchen im Beet
Beitrag von: usch am 01. Juli 2010, 01:38:17
Die Faszination für Tiere und Tierschutz ergibt sich durch kennenlernen. Ich interessiere mich deshalb so für Tiere und Tierschutz, weil ich als Kind immer wieder Wildtiere großgepäppelt habe, darunter auch einige Hasen.
Das geht prima, viel besser als Karnickel groß ziehen. Sie fressen auch Gras (gemischt mit Klee, Löwenzahn, Kräutern usw., Wiese halt) sowie Möhren, Äpfel und trockenes Brot.
Sie sind alle pumperlgesund großgeworden, ehrlicherweise damals noch mit der schnöden Absicht sie als Hasenbraten zu verwerten. (Heute würde ich sie auswildern).
Mehrere sind aber entkommen, weil sie, im Gegensatz zu Kaninchen den Stall nicht als sichere Höhle, sondern als unerträgliche Beengung empfinden. In Freigehegen rasen sie in der Regel wie irre am Zaun entlang (Vielleicht ist das der Grund, warum sie nicht in Zoos gehalten werden, es sieht sch.... aus).
Die nur noch halbwilden Hasen blieben im Feld auf Zuruf sitzen und ließen mich bis auf einen Meter herankommen, bevor sie gemütlich davonhoppelten. Ein Bussard hörte nach seiner Auswilderung noch jahrelang auf den bescheuerten Namen "Hansi" und kam angeflogen.

Ich finde man sollte die Tiere in seinem Garten genießen. Wenn sie sich entscheiden, auf Zuruf zu kommen, ist das etwas Wunderbares. Und wenn man überlegt, wie man den Garten für sie lebenswerter machen kann, auch.

LG usch
Titel: Re:Überraschung: zahmer junger Hase im Garten und totes Geschwisterchen im Beet
Beitrag von: neinties am 01. Juli 2010, 14:07:31
Der Baby Hase war heute wieder da und ließ sich aus einem Meter Abstand bereitwillig von meiner Kamera einfangen! :D

Es ist zwar so, dass er sich nach wie vor ständig in der Nachbarschaft herumtreibt und ich den Mümmelmann auch jeden Tag mindestens einmal zu Gesicht bekomme. Aber in den letzten Tagen hat er nicht mehr zum Schlafen seine Sasse aufgesucht.

Daher vermute ich, dass der Hoppler wahrscheinlich an anderer Stelle im Garten eine Alternativ-Sasse eingerichtet hat, die sich vielleicht an einem Ort befindet, der besser geschützt ist, und wo es nicht so turbulent zugeht.

Auf jeden Fall hat es sich das Hüpferchen heute eine halbe Stunde lang auf meinem Wäscheplatz bequem gemacht und da vor sich hingemüffelt. Die grünen Spitzen des durch die Hitze leider größtenteils vertrockneten Rasens sowie der Klee schienen ihm sehr zu munden. ;D

Heißt wohl nicht umsonst Hasenklee. ::)
Titel: Re:Überraschung: zahmer junger Hase im Garten und totes Geschwisterchen im Beet
Beitrag von: neinties am 01. Juli 2010, 14:07:57
Der Pelzträger ist wirklich sehr fotogen. :o
Titel: Re:Überraschung: zahmer junger Hase im Garten und totes Geschwisterchen im Beet
Beitrag von: neinties am 01. Juli 2010, 14:08:25
Und wer hätte ahnen können, dass ein Hasen-Baby sogar Buxus mag? ;)
Titel: Re:Überraschung: zahmer junger Hase im Garten und totes Geschwisterchen im Beet
Beitrag von: Gänselieschen am 01. Juli 2010, 14:53:03
Schöne Fotos :), da hast Du wirklich Glück, so etwas vor der Haustür beobachten zu können.

L.G.