garten-pur

Pflanzenwelt => Arboretum => Thema gestartet von: realp am 15. Juli 2010, 14:05:39

Titel: Fragen zum Schmetterlingsstrauch
Beitrag von: realp am 15. Juli 2010, 14:05:39
Habe letztes Jahr eine buddeleia davidii 'Black knight' gepflanzt. Letztes Jahr waren die Blüten so wie sie sein sollten: schwarzviolett. Dieses Jahr sind sie nur noch ein kräftiges violett. Was ist passiert und kann man da was machen ?
Derselbe Busch steht an vollsonniger Stelle und säuft und säuft und säuft. Mindestens 2mal pro Tag bei dieser Hitze braucht er 10 Liter Wasser. Ist das normal ? Ich dachte bd's sollten nicht gegossen werden.
Für Ratschläge seid bedankt !
Titel: Re:Fragen zum Schmetterlingsstrauch
Beitrag von: Eveline am 15. Juli 2010, 14:26:08
realp, mir geht`s auch so. ich glaube auch, daß die blütenfarbe bei meinem "black knight" heller ist als letztes jahr beim kauf. benötigt viel wasser.

bin gespannt, was die ursache ist.

und kein einziger schmetterling drauf :(
Titel: Re:Fragen zum Schmetterlingsstrauch
Beitrag von: Tara am 15. Juli 2010, 14:42:47
Ich hatte "Black Knight" im Pferdegarten. Beim Einpflanzen gewässert, danach nie wieder. Stand auf Lehm.
Titel: Re:Fragen zum Schmetterlingsstrauch
Beitrag von: Treasure-Jo am 15. Juli 2010, 14:51:54
...auch ein Schmetterlingsstrauch braucht Wasser, insbesondere bei dieser Hitze.

Allerdings muss man nach einer gewissen Einwuchszeit (besser gesagt nach dem "Ein- oder Tiefwurzeln) in aller Regel nicht mehr wässern (siehe Bahndämme)

Wie schnell sich die Pflanze selbst mit Wasser versorgen kann, hängt vom Wurzelwachstum in die Tiefe ab: Wie schnell die Wurzeln in die Tiefe wachsen, hängt vom Boden, vom Alter der Pflanze beim Einpflanzen (je jünger, je besser), vom Substrat der Pflanze (Torf ist problematisch), von der (Art der) Durchwurzelung des Ballens ab (hoffentlich keine Drehwurzeln oder starker Wurzelfilz), von der Art und Häufigkeit des Wässerns ab (weniger häufig, aber durchdringend (Tiefen-)wässern, mulchen!) und sicher noch von anderen Faktoren....

Titel: Re:Fragen zum Schmetterlingsstrauch
Beitrag von: Eveline am 15. Juli 2010, 15:04:18
meiner hatte starken wurzelfilz, ich habe ihn aber letztes jahr beim pflanzen so gut es ging auseinandergerissen (ziemlich grob) und einiges auch entfernt. also der strauch kümmert nicht dahin, sondern ist jetzt ca 2 m hoch, viele blüten :D
und läßt bei dieser hitze die blätter hängen. ich werde mal den wasserschlauch dazulegen, dann wird er nicht so leiden :)

aber was sagst du zur veränderten blütenfarbe ?
Titel: Re:Fragen zum Schmetterlingsstrauch
Beitrag von: Treasure-Jo am 15. Juli 2010, 15:18:37
...Wurzelfilz aufreissen: hervorragend, das hilft.

Blätter sind schlapp: schlappen lassen !!!. Der Strauch leidet nicht, sondern schützt sich gegen Sonneneinstrahlung; nicht gleich wässern, beim ersten Schlappen. Wassermangel zwingt die Wurzeln, in die Tiefe zu wachsen.

Besser 40 l auf einmal als 4x 10l (das wenige Wasser dringt meist nicht in tiefe Schichten , d.h. tiefer als 20cm ein, die Pflanze bildet dann nur oberflächliche Wurzeln aus, die obere Schicht trocknet schnell wieder aus, Teufelskreis!)

Tja, zur Farbe habe ich kaum eine Idee. Evtl. Nährstoffversorgung, Mangel an spez. Spurenelementen, pH-Wert des Bodens, alles möglich.
Titel: Re:Fragen zum Schmetterlingsstrauch
Beitrag von: purlinda am 15. Juli 2010, 15:54:25
Vielleicht ist es ein Ausbleichen durch sehr viel Sonne? Oder gibts das bei denen nicht?
Titel: Re:Fragen zum Schmetterlingsstrauch
Beitrag von: Staudo am 15. Juli 2010, 16:21:48
Die Blütenfarbe vieler Pflanzen ist bei kühleren Temperaturen deutlich kräftiger, leuchtender und dunkler als bei höheren. Ob das bei Buddleia auch so ist, weiß ich nicht. Vorstellbar wäre es.
Titel: Re:Fragen zum Schmetterlingsstrauch
Beitrag von: wollemia am 15. Juli 2010, 16:22:44
ich glaube auch, daß die blütenfarbe bei meinem "black knight" heller ist als letztes jahr beim kauf.
Die Blütenfarbe könnte von der Bodenbeschaffenheit abhängen (pH-Wert, Nährstoffversorgung) und vom Witterungsverlauf. Bei manchen Magnolien wird beschrieben, dass die Blütenfarbe je nach Verlauf des Winters unterschiedlich intensiv sein kann. Bei Buddleja davidii mit Blüten am einjährigen Holz wäre es analog vermutlich eher die Witterung im Frühjahr/Frühsommer zur Zeit der Blüteninduktion.

Zitat
und kein einziger schmetterling drauf :(

OT: Für den Bestand an Schmetterlingen hat Sommerflieder keine besopndere Bedeutung: Damit sich Schmetterlinge einstellen, müssen die Raupen vorher geeignete Futterpflanzen vorgefunden haben. Im Unterschied zu den erwachsenen Schmetterlingen, die fast jede Nektarquelle annehmen, sind viele Raupen sehr stark auf bestimmte Futterpflanzen spezialisiert. Das sind oft "Unkräuter", die in Gärten nicht gepflanzt werden und auch außerhalb in der freien Landschaft immer mehr zurückgegangen sind.
Da nützen dann auch Buddleja im Garten nichts. Dort finden sich dann vor allem die alljährlichen Zuwanderer aus Südeuropa ein, vorausgesetzt, die haben auf dem langen Weg genug Futterquellen.
Titel: Re:Fragen zum Schmetterlingsstrauch
Beitrag von: Eveline am 15. Juli 2010, 16:53:53
OT:
ja wollémia, vielen dank.
ich hatte mich schon ein wenig mit schmetterlingen befaßt und etliche raupenfutterpflanzen gesetzt und eine ecke mit urtica stehen lassen. aber eben auch nektarpflanzen.
vielleicht stellt sich der erfolg noch ein.

die schmetterlingssträucher ("black knight" und "pink sensation") habe ich für die insekten gesetzt :D mir persönlich gefallen sie ja nicht so gut :-X
Titel: Re:Fragen zum Schmetterlingsstrauch
Beitrag von: Eveline am 16. Juli 2010, 11:05:59
...Wurzelfilz aufreissen: hervorragend, das hilft.

Blätter sind schlapp: schlappen lassen !!!. Der Strauch leidet nicht, sondern schützt sich gegen Sonneneinstrahlung; nicht gleich wässern, beim ersten Schlappen. Wassermangel zwingt die Wurzeln, in die Tiefe zu wachsen.

Besser 40 l auf einmal als 4x 10l (das wenige Wasser dringt meist nicht in tiefe Schichten , d.h. tiefer als 20cm ein, die Pflanze bildet dann nur oberflächliche Wurzeln aus, die obere Schicht trocknet schnell wieder aus, Teufelskreis!)

Tja, zur Farbe habe ich kaum eine Idee. Evtl. Nährstoffversorgung, Mangel an spez. Spurenelementen, pH-Wert des Bodens, alles möglich.

jo, danke für die genaue erklärung des richtigen gießens. ich werde das in zukunft beherzigen :)
Titel: Re:Fragen zum Schmetterlingsstrauch
Beitrag von: realp am 16. Juli 2010, 19:06:48
Danke T-Jo ! Habe den black knight mal gestern abend dursten lassen und siehe da!
heute morgen standen alle Blätter aufrecht. Werde jetzt weniger giessen , damit er lernt sich selber zu versorgen.
Titel: Re: Fragen zum Schmetterlingsstrauch
Beitrag von: Weidenkatz am 02. August 2018, 10:48:18
Im eigenen Garten und im Projektgarten stehen inzwischen einige buddlejas.
Sorten weiß ich leider nicht - Farben: Helllila, Pink, Dunkellila und Weiß.
Alle stehen in recht verdichteten Böden. Die dieses Jahr jung gepflanzten haben zum Start Pflanzerde bekommen.
In der Hitze gießen wir allesamt alle 2- 3 Tage sehr intensiv(!).  Dennoch bekommen einige nun gelbe Blätter.
Getade las ich von der Buddleja als " klimafitte(r)" Pflanze und frage mich nun, ob wir wohl zuviel gegossen haben? ???
Titel: Re: Fragen zum Schmetterlingsstrauch
Beitrag von: Secret Garden am 02. August 2018, 11:23:16
Meine Buddleja gieße ich nicht, das Wasser bekommen bedürftigere Pflanzen. ;) Ich habe gedacht, da die ja im Bahndammschotter wachsen, sind sie trockenheitstauglich. Meine hat aber jetzt untenrum auch gelbes Laub.
Titel: Re: Fragen zum Schmetterlingsstrauch
Beitrag von: Albizia am 02. August 2018, 11:35:19
Meine drei verschiedenfarbenen Sommerflieder sind einige Jahre alt und ich hatte sie aus Stecklingen selbst gezogen. Außer im Auspflanzjahr habe ich sie nie gegossen, auch in diesem trockenen Sommer nicht. Das Laub blieb bisher immer grün, gelegentlich schlappte es nur leicht. Jedoch scheint es mir, dass sie dazu neigen, bei dieser Hitze viel schneller zu verblühen. Sie sitzen in ziemlich schweren Lehm.

Leider neigen Zwei von ihnen dazu, regelmäßig zur Hauptblütezeit wegen der schweren Last ihrer Blüten Schlagseite zu bekommen und fast gänzlich "umzukippen", wenn es stärker stürmt. Da sie vor einem höheren Gartenhaus bzw. vor einem hohen Holzlattenzaun stehen, ist die Wuchrichtung zur stärker besonnten Richtung fast schon logisch. Sie werden aber nicht komplett entwurzelt, sondern ein Teil der dicken Wurzeln schaut nur bis an die Oberfläche. Aber selbst da versorgen sie sich noch mit hinreichend Wasser (jedenfalls bisher), anscheinend sitzen genug Faserwurzeln noch in der Tiefe, um sie zu versorgen. Sie lassen sich dann durchaus auch wieder aufrichten und abstützen. Rückschnitt erfolgt jeden Vorfrühling.

Titel: Re: Fragen zum Schmetterlingsstrauch
Beitrag von: robinie am 02. August 2018, 13:03:05

Die Beobachtung, dass sich dieses Jahr – in krassem Gegensatz zu den Vorjahren - fast keine Schmetterlinge einfinden, habe ich auch gemacht. Das gilt nicht nur für den Schmetterlingsflieder, sondern auch für den Wasserdost. In den Vorjahren gab es eine Vielzahl verschiedener Schmetterlinge, diesen Sommer habe ich nur ganz vereinzelt einen Kohlweißling und ab und zu einen kleinen Fuchs gesehen. Am Umfeld hier, auch am möglichen Futterpflanzenangebot, hat sich nichts verändert.  Was mag dann die Ursache sein?
Titel: Re: Fragen zum Schmetterlingsstrauch
Beitrag von: Cryptomeria am 02. August 2018, 13:49:30
Bei uns reduzieren viele Pflanzen  aufgrund der Hitze + Trockenheit ihre Aktivitäten auf das Allernötigste, nämlich das Überleben. Sie werfen Blätter ab, stellen das Wachstum ein usw. Warum sollen die Buddleias nicht auch bei den Blüten sparen. Viele vertrocknen vielleicht oder sind zu klein ausgebildet  oder bilden keinen Nektar. Dass da evtl. weniger zu holen ist für Insekten könnte ich mir gut vorstellen.
Eine Vermutung oder Überlegung.
VG Wolfgang
Titel: Re: Fragen zum Schmetterlingsstrauch
Beitrag von: robinie am 02. August 2018, 14:00:57
Einleuchtende Überlegung - danke! In die Richtung hatte ich noch gar nicht gedacht.
Titel: Re: Fragen zum Schmetterlingsstrauch
Beitrag von: Nox am 02. August 2018, 19:20:57
Am besten wachsen immer die, welche sich selber ausgesät haben. Das liegt an der Pfahlwurzel. Sämlinge investieren zunächst einmal in Tiefgang, bevor sie in die Höhe schiessen (nach einigen Jahren).
Wie bei anderen Gehölzen mit Pfahlwurzeln hat es der Schmetterlingsflieder schwer mit dem Anwachsen, also bitte Geduld.
Titel: Re: Fragen zum Schmetterlingsstrauch
Beitrag von: robinie am 03. August 2018, 10:32:09
Ich muss nochmal auf das Ausbleiben der Schmetterlinge hier zurückkommen: wenn es tatsächlich an Hitze und Trockenheit läge, müssten doch Viele hier das Fehlen von Schmetterlinge beklagen. Wenn ich mir  den
Schmetterlings-Thread anschaue, habe ich nicht diesen Eindruck.
Hat denn jemand noch eine andere Erklärung?
Titel: Re: Fragen zum Schmetterlingsstrauch
Beitrag von: hymenocallis am 03. August 2018, 10:38:02
Hier stehen die drei Buddlejas auf reinem Schotterboden und werden nicht extra gegossen - sie profitieren ein wenig von den Einzeltropfern der Staudenbewässerung in der Nähe. Aber hier wachsen sie wild am Feldrain und versamen sich wie verrückt auch an den trockensten Stellen. Heuer leiden sie unter den dauernden Gewittergüssen, sie brechen ab, weil sich die Dolden so vollsaugen und schwer werden.
Ich würde nur neu gepflanzte Exemplare die ersten Wochen ein wenig gießen, wenn es richtig heiß und trocken ist.
Titel: Re: Fragen zum Schmetterlingsstrauch
Beitrag von: Secret Garden am 03. August 2018, 11:00:57
Ich muss nochmal auf das Ausbleiben der Schmetterlinge hier zurückkommen

Meine Buddleja ist ein Sämling aus dem Garten meiner Eltern und hat sich bisher sehr robust gezeigt. Allerdings beobachte ich auch immer weniger Schmetterlinge. Es gibt im Umfeld nach wie vor verwilderte Flächen mit Massen Brennnesseln, heimischen Wildgehölzen usw. und keine intensive Landwirtschaft.

Einen einzigen kleinen Fuchs habe ich gesehen, eine Art von der es früher hier im Sommer wimmelte. Im elterlichen Garten das gleiche Bild. Wenige Falter an mehreren Schmetterlingsfliedern, wo es noch vor zehn Jahren üppige Vielfalt und herrliches Geflatter gab. Das gleiche gilt auch für die Lieblingsstauden der Schmetterlinge, an Sonnenhüten, -bräuten, Astern usw., hauptsächlich Kohlweißlinge, ein paar Tagpfauenaugen. Eine Erklärung habe ich nicht. :-\
Titel: Re: Fragen zum Schmetterlingsstrauch
Beitrag von: Nox am 03. August 2018, 21:11:20
Als Kind habe ich noch viele Raupen an Brennesseln beobachtet, und auch mal welche gesammelt und gefüttert, bis sich sich verpuppten und schlüpften.

Aber jetzt ? Bei meinen Hühnern stehen Tuffs von Brennesseln, beim Kompost, in wüst-wilden Ecken, aber seit Jahren habe ich keine einzige Raupe mehr an Brennesseln gesehen. Auch seltsam.
Titel: Re:Fragen zum Schmetterlingsstrauch
Beitrag von: lonicera 66 am 04. August 2018, 14:08:31


die schmetterlingssträucher ("black knight" und "pink sensation") habe ich für die insekten gesetzt  :D mir persönlich gefallen sie ja nicht so gut  :-X

ich meine mal gelesen zu haben, daß diese hochgezüchteten Sorten keinen Nektar produzieren.

Mein Black Kninght ist auch in drei verschiedenen Gärten mit unterschiedlichen Böden immer ausgeblichen.
Einzig einer im Kübel im Schatten blieb dunkel.
Titel: Re: Fragen zum Schmetterlingsstrauch
Beitrag von: Jule69 am 04. August 2018, 20:42:25
Bei mir sind die Schmetterlingsbäume sehr gut besucht gewesen, deutlich besser wie letztes Jahr...wir haben uns drüber gefreut und direkt nach der ersten Blüte hab ich versucht, so viel wie möglich zurückzuschneiden, um eine weitere Blüte möglich zu machen, überwiegend hat das hier auch geklappt. An die hohen Teile bin ich allerdings nicht dran gekommen und bei der Hitze war ein Leitereinsatz nicht möglich...aber vielleicht hat es sich ja für das nächste Jahr schon rumgesprochen  ;D
Titel: Re: Fragen zum Schmetterlingsstrauch
Beitrag von: fyvie am 04. August 2018, 21:17:53
Als Kind habe ich noch viele Raupen an Brennesseln beobachtet, und auch mal welche gesammelt und gefüttert, bis sich sich verpuppten und schlüpften.

Aber jetzt ? Bei meinen Hühnern stehen Tuffs von Brennesseln, beim Kompost, in wüst-wilden Ecken, aber seit Jahren habe ich keine einzige Raupe mehr an Brennesseln gesehen. Auch seltsam.

OT
Vor kurzem habe ich gelesen, dass die Falter erst ab einer zusammenhängenden Brennnesselfläche von mindestens 4 m2 zur Eiablage kommen, man vermutet, dass sonst für die Menge der entstehenden Raupen nicht genug Futter vorhanden wäre...
Dies kann ich hier vor Ort bestätigen. Auf den größeren Flächen finden sich regelmäßig Raupen, auf einzelnen mehr oder weniger großen Horsten keine.

OT Ende