garten-pur
Pflanzenwelt => Gemüsebeet => Thema gestartet von: fisalis am 30. November 2004, 10:28:49
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Ist ja mein erstes Grünkohljahr, und ich bin schon recht zufrieden damit. Allerdings wurden die Pflanzen nicht wie auf der Samentüte versprochen 60 bis 80, sondern lediglich etwa 50 cm hoch. Nach den ersten Frösten habe ich aber bereits (von unten nach oben!) erste Blätter geerntet, und die waren auch sehr lecker. Neben kräftigen habe ich aber auch einige sehr mickrige Pflanzen mit dünnem Hauptstängel und hohem Blattansatz. Gedüngt habe ich allerdings nicht viel, ein paar mal Kompost, das wars. Wär schön, wenn ihr hier mal eure Erfahrungen und Tipps mit bzw. zu dieser faszinierenden Pflanze abgeben könntet. Nach wie vor reizt es mich natürlich, die "Nordpalme" zu ziehen, eine sehr hohe Grünkohlart.
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bei mir haben sie den vorigen winter überstanden, z.t. ganz abgenagt von anderen grünkohlliebhabern, und sind heuer bestens wiedergekommen. gehen jetzt in den zweiten winter, ich nehme an nächstes jahr werden sie blühen, dann nehme ich samen. habe den samen von www.reinsaat.com, sie gibt im katalog an wer ihrer vertragsbauern die samen vermehrt hat, und auch infos zu boden und klimalage der vermehrer. alle demeter etc.
lg, brigitte
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Das heisst also, dass die mehrjährig sind? Muss man da bei der Ernte etwas beachten, also ev. nur wenige Blätter nehmen? Wär natürlich toll, wenn die im nächsten Winter nochmals was hergäben.
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die paar bei mir ja, treiben auch aus dem leeren stammerl, vor allem wenns flach liegt (himmel wie heisst das doch bloss, haben ja viele stauden, und die Jekyll hats gezielt eingesetzt für langandauernde blühperioden..). wirst eh sehen, was sie bei dir tun. erzähl dann!
lg, brigitte
kannst den ganzen sommer auch schon ernten!
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Gruenkohl im Sommer?! Ist der nicht sehr herbe? Hierzulande
wird Frost als Vorbedingung fuer den Genuss angesehen.
Leider kommt er hier auch fast ausschliesslich klassisch mit
Schmalz als Bratfett und gewaltigen Kassler-/Schweinebauch- und
Spezialwurstmengen. Das kann keiner im Sommer essen- und mach einer
nicht einmal im Winter...
Gruesse aus dem Kohlnorden
Cornelia
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Jau, Grünkohl ist DAS Winteressen.
Mit Kartoffelwürfeln, Schweineschmalz, durchwachsenem Speck, ein paar Schwartenstücke und vor allem "Mettwöskes", die ein Großteil ihres Fetts ausgeschwitzt haben müssen.
Mit etwas Senf abschmecken. Dazu Bier und als "Nachtisch" einen Klaren.
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Bei MSG steht, dass man die Blätter von oben nach unten :o pflücken soll...wird wohl ein Verschreiber sein, oder? Ausserdem steht dort noch, man solle sie im Herbst anhäufeln. Hab ich natürlich nicht gemacht, ob ich nun deshalb einige mit Stäben stützen muss?
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'Grünkohl mit Pinkel '
isst man bei uns.Das ist lecker!!
Auch ganz ohne Speck und Schmalz uns so'n fiesen Kram.Aber ne Pinkel muß sein und Hafergrütze auch.Mag ich auch im Sommer.Obwohl,das ist ein Verstoß gegen sämtliche Regeln.Eigentlich darf das erst ab Buß- und Bettag.
Fisalis,ist das nicht eher ungewöhnlich,dass jemand in der Schweitz Grünkohl isst??
LG Felizia
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Doch, in der Tat, hier in der Schweiz ist Grünkohl so was wie exotisch. Genau darum musste ich ihn ja sofort haben ;D. Sein Ursprung soll allerdings weder in Bremen noch in Oldenburg, sondern in Griechenland liegen, und auch die Römer sollen ihn gekannt haben, brachte es doch, wer den krausen Kohl anbaute, oft zu Wohlstand. Gelesen hab ich dann noch von den Kohlkönigen, bezeichnenderweise war ja auch der Helmut schon mal ein solcher.
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Was ist denn bitte Pinkel?!
Ich habe leider manchmal Grünkohl mit Pinkelgeruch daran, wenn Kater sich einbilden, die schönen Stauden markieren zu müssen. >:(
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Hier:
www.juergen-klose.de/pinkel.htm
Ist allerdings etwas gewöhnungsbedürftig und recht fett.
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Eine weitere "Delikatesse" ist die Brägenwurst. Kommt wohl eher aus dem Raum Hannover. Mein Fall ist sie nicht, aber es soll Mitmenschen geben, für die Grün- oder Braunkohl ohne sie nicht denkbar ist.
www.cooking-club.de/rezepte/ glxlxglsllvvasy-020121143016.html
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ja,was ist eigentlich Pinkel???
Kein Katzenpipi jedenfalls,sondern eine Wurst,die aus Grütze und Fleisch besteht.
Was ist jetzt Grütze?Getreide,oder?
Hier wird ein ganzer Kult getrieben um Kohlfahrten und Kohlkönige usw.
Bin aber kein Insider und kenne die Sitten und Gebräuche zum Glück kaum.
Man geht mit einem Wägelchen und einem Haufen Menschen los.In dem Wägelchen befindet sich Hochprozentiges.Um den Hals hat man einen Eierbecher hängen.Unterwegs wird geboßelt oder Besengeworfen,bis man am Lokal ankommt.Die Stimmung ist schon sehr gestiegen.Jetzt gibt es gehaltvollen Grünkohl mit Speck und Schmalz und Kochwurst und Pinkel.Wer am meisten frisst und säuft wird Kohlkönig.....oder so....
Schauder.... der arme Grünkohl
LG Felizia
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Hoffe, wir werden jetzt wegen der vielen kulinarischen (na ja, wenn so fette Würste überhaupt unter diesen Begriff fallen) Anmerkungen nicht in die Gartenküche verschoben. Interessieren tut mich nämlich v.a. der Anbau. Anhäufeln oder nicht, von unten nach oben oder von oben nach unten, mehrjährig, ihr versteht schon ;).
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anbauen tu ich ihn im frühjahr; hatte ihn im kalten kasten und dann ab ins beet. und durch seine standhaftigkeit hat er mir den anbauplan torpediert. ein bisserl halt. nero d'italia war bei mir übrigens nicht so erfolgreich!
lg, brigitte
die sorte ist auch recht resistent gegen das fliegenzeugs und die raupen. was mich nicht wundert, die blätter sind gröber wie pak choi etc.
lg, brigitte
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Danke Hortu,schmeckt jedenfalls besser als sich das vom Rezept her vorstellen lässt :-\.
Fisalis, ernten von unten nach oben.Angehäufelt habe ich den Kohl noch nie,kann aber nicht schaden.Ist vielleicht 'ne gute Idee.
Im Frühjahr treibt er noch mal frisch und zart aus.Und es soll eigentlich der Frost einmal drüber gegangen sein vor der Ernte.
Ach ,Grünkohl mit Orangen ist auch bestimmt lecker.Aber wo ist das Rezept geblieben????
Möchte jemand Pinkel haben?
Felizia
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Hier noch eine kurze Zusammenfassung zum Anbau: click!
Weitere Felderfahrungen würden mich aber schon noch interessieren.
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Aha, so ist das mit dem oder der Pinkel. Gibt ja auch feine Pinkel, aber die scheinen hier nicht gemeint. :-X
Ich habe jedes Jahr Grünkohl im Garten. Er wird im Juni gesät, und im Juli gepflanzt, als Folgekultur nach Erbsen, die Stickstoff sammeln.
Das Anhäufeln erhöht die Standfestigkeit und Wurzelbildung, das mache ich, wenn die Pflanzen schon etwas gewachsen sind.
Ich finde die Pflanzen wunderschön, sie sehen für mich nach Urwald aus. Am besten gefällt mir, dass das Gemüse auch härteste Fröste übersteht, er hat bei mir schon längere Frostperioden mit bis zu -20° ausgehalten, auch Schnee haut den Grünkohl nicht um.
Ich liebe es, im tiefsten Winter frisches Gemüse zu ernten, und auch meine Kaninchen sind ganz wild darauf.
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Hier noch eine kurze Zusammenfassung zum Anbau: click!
der halbhohe grüne krause ist der, den ich anbaue. ich häufle nicht an, drum fallt er wohl auch um. aber wie eingangs erwähnt, er macht dann diese triebe die niederliegende hauptachse nach oben. auch nicht schlecht.
lg, brigitte
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Grünkohl (boerenkool) ist das niederländische Nationalgericht. Immer durcheinander mit Kartoffeln gestampft, Speck und Rookworst (geräuchterte Fleischwurst). Ganz tradionell wird eine Vertiefung im Boerenkool-Berg geschaffen und dort hinein Soße gegossen.
Hab letztens zum ersten Mal in meinem Leben Grünkohl zubereitet und er war noch etwas roh/hart, :-[ weil ich zu wenig Wasser genommen hatte. Gemüse unter Wasser ist mir suspekt, oder wie kriegt man ihn noch weich? ???
Bei Dreschflegel gibts die Ostfriesische Palme ;D
alte, bis 1,80 m hohe Landsorte, winterhart, untere Blätter ab Mitte September als Tierfutter, obere bilden eine feinkrause Rosette zum Essen.
Zu den Bitterstoffen im Grünkohl
wird Frost als Vorbedingung fuer den Genuss angesehen.
Nicht unbedingt, hängt von der Sorte ab, einige vertragen auch kaum Frost. Und einige Sorten sollen gar nicht so viele Bitterstoffe haben.
Aber ich finde, dass Grünkohl und Frost gut zusammenpassen, und will ihn demnächst mit Maronen probieren.
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Also ich erinnere mich, dass meine Oma immer sagte: "Es muss in den Grünkohl hineingefroren haben, dann ist er am besten."
Geeignete Flüssigkeiten: Frischer Grünkohl braucht kaum welche, wenn man zunächst Zwiebel in Schweineschmalz angehen lässt und dann darin behutsam dünstet. ... ok, zur Not zwischendurch auch etwas Wasser.
Man kann auch gleichzeitig eine Gans (oder eine Gänsebrust oder zwei Gänsekeulen) im Ofen braten, und ab und an etwas vom Gänsefett zum Grünkohl geben .... hhhmmmm!
Winteressen-Grüße
Thomas
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Ich kaufe mir im Sommer immer ein paar Jungpflanzen, die ich als Nachfrucht pflanze.
Als richtiger Barbar köpfe ich jedesmal die ganze Pflanze, das liegt aber daran, daß ich meist im letzten Tageslicht in den Garten komme und ich dann keine Lust habe,gemütlich Blätter zu rupfen.
In diesem Jahr ist der Gk besonders schön geworden, wahrscheinlich, weil der Herbst recht sonnig war.
Grünkohl mit Pinkel habe ich auch kürzlich probiert, die rheinische Variante, nämlich mit Kartoffeln untereinander gekocht und Kassler o.ä. dazu schmeckt mir besser.
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Die Bitterkeit des Grünkohls bekommt man weg, wenn man ihn vorher blanchiert und das Wasser wegkippt, er ist dann auch nicht mehr so voluminös und passt besser in den Topf.
Mit dem Frost ist wohl eine Glaubensfrage, manche tun ihn auch einfach in das Gefrierfach.
Suse
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Im oben zitierten Link wird allerdings beschrieben, dass sich ein Teil der im Kohl enthaltenen Stärke unter Frosteinfluss in Zucker umwandelt, auch beim Rosenkohl. Das Phönomen habe ich übrigens auch schon bei Topinambur (und Stachys) festgestellt: die vor dem Frost geernteten sind regelmässig fad, die danach süsslich.
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Ich habe nicht den Eindruck, dass Grünkohl nach dem Durchfrieren süsser wird, allerdings aber weniger herb im Geschmack. Auch scheint mir, dass man ihn dann nicht mehr solange kochen muss, bis er halbwegs weich wird.
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Grünkohl wird schneller gar, wenn man ihn durch den Fleischwolf dreht. Allerdings schmeckt er erst richtig gut, wenn er stundenlang auf kleiner Hitze mit etwas Gänseschmalz und Fleisch vor sich hin geschmurgelt hat. Wer der fleischlosen nouvelle cuisine anhängt, wird vielleicht mit einem anderen Rezept ähnlche Geschmackserlebnisse hinkriegen.
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Und wie bei Wirsing mit etwas Kümmel würzen! Aber der Frost ist unabdingbar wichtig, ganz so wie es Fisalis beschrieb.
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Angeregt durch diesen Thread konnte ich heute einen Riesen-Stein in Schwiegermutters Brett deponieren.
Dafür war allerdíngs nicht mehr als Noname-Gefriergrünkohl notwendig, jedoch (natürlich durch mich 8)) gekonnt zubereitet.
Der war kein bißchen bitter, im Gegenteil eher etwas süß.
Bei nächster Gelegenheit besorge ich mal frischen. Der wird dann auch mit Kümmel gewürzt.
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Das Grünkohljahr neigt sich nun seinem Ende zu: Die Samenschoten werden braun und das Saatgut fürs nächste Jahr kann geerntet werden. Derweil wachsen die ersten Jungpflanzen bereits auf den wenigen noch bzw. wieder verfügbaren Lücken auf dem Beet. Sieben kräftige Pflanzen sind ausreichend für zwei Personen, die nach dem ersten Frost etwa einmal wöchentlich ein paar Blätter ernten. Ursprünglich wollte ich es dieses Jahr mit der hohen Sorte (Palme) versuchen, es hiess dann aber überall, die sei mühsamer.
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...Die Samenschoten werden braun und das Saatgut fürs nächste Jahr kann geerntet werden....
schon? ich wohn zu weit im norden :-\
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@ fisalis,
der palmkohl, (toskanischer kohl, schwarzkohl, cavolo nero)
ist - zumindest bei mir- auch nicht schwerer zu ziehen als der grünkohl. er ist nur nicht ganz so sibirientauglich wie der grüne.
aber -10 celsiuus hält er schon aus. die pflanze ist äußerst dekorativ und schmeckt auch gut.
ich habe meinen mitte mai gesät und vor ein paar tagen ausgepflanzt.
gruß
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Ich glaub, Fisalis meint die Ostfriesische Palme.
Wie kriegt ihr das bei der Samengewinnung hin, das sich nicht alle Brassica-Sorten der Umgebung mit einkreuzen? ???
LG Susanne
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Dann versuch ich die Palme nächstes Jahr doch gerne.
Brassica-Einkreuzungen? :o Hmmm, daran habe ich noch gar nicht gedacht. Ist ja auch meine erste Samenernte, muss ich erst mal wieder aussäen, um zu schaun, was da rauskommt.
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Nachdem der andere Thread in die Küche verbannt wurde, machen wir zum Anbau halt hier weiter:
Grad Grünkohl eignet sich sehr gut zum Anbau in diesen Schneckenkragen aus Blech. Dieses Jahr liessen die Schnecken meine heissgeliebten Setzlinge nämlich ganz und gar nicht in Ruhe. Erst als die Kragen montiert wurden, besserte sich die Situation. einige Setzlinge waren allerdings in einem so erbärmlichen zustand, dass sich sich nur - aber immerhin (sind toughe Kerle) - langsam erholt haben und noch heute etwas klein sind. Nächstes Jahr werden sie von allem Anfang an geschützt.
Ich habe ziemlich Samen geerntet von den Vorjährigen und werde nun mal eine Probeaussaat machen. Wie kann man da unerwünschte Einkreuzungen erkennen?
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hat zur selben zeit überhaupt außer diesen noch ein kohlgewächs in der nähe geblüht? wenn nicht, wird ´s wohl nicht so gefährlich gewesen sein mit dem verkreuzen.
mein roter baumkohl war der einzige blühende kohl weit und breit. da fürchte ich auch nicht um seine reinheit.
lg lisl
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Na ja, Brassica ist ja eine ausufernd umfangreiche Familie, aber stimmt, wenn ich das richtig sehe, ist der Grünkohl der einzige Vertreter in meinem Garten. Aber die Nachbarn...