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Garten- und Umwelt => Gartenküche => Thema gestartet von: Equisetum am 01. Dezember 2004, 21:42:23
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Am letzten Wochenende habe ich die Mispeln geerntet. Sie ließen sich gut pflücken.
es waren 148 Stück => 3.850 gr => 26 gr/Stück. Die Früchte waren zwischen 2,5 und 5 cm groß.
Viele waren geplatzt. Der Reifezustand war sehr unterschiedlich, zwischen ganz fest und sehr weich. Die weichen waren in der Überzahl, erkennbar an der dunkleren Farbe.
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Im www habe ich nur ein Rezept gefunden. Wer kennt noch welche?
ZUTATEN
- 1 kg Mispeln
- 200 ml Wasser
- 100 g Zucker
- Gelierzucker (anpassen)
- 5-10 g Zitronensäure pro Liter
- Ggf. Pektin
ZUBEREITUNG
Mispel vierteln, den Blütenansatz wegschneiden, mit wenig Wasser und etwas Zucker langsam und lange köcheln - nicht kochen !!! (1 bis 2 Stunden), bis alles sehr weich ist. In ein Geliertuch geben und über Nacht abtropfen lassen. Früher machte man das mit einem sauberen Kuchentuch und einem umgedrehten Kuchenstuhl - Tuch wurde an die Stuhlbeine gebunden und unten der Saft in einem Gefäß gesammelt. Den gewonnenen Saft mit Zucker zur Gelierprobe einkochen - dann mit Zitronensäure nach Geschmack abschmecken. Ich mag gerne etwas mehr Zitronensäure. Pektinzugabe nicht nötig - bei überreifen Früchten kann ein wenig Pektin nicht schaden. Heiß in Gläser füllen und verschließen. Hält Geschmack und Konsitenz Jahre.
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Super Ernte !!!! 8)
Welche Farbe bekommt das Gelee, Equisetum?
LG Lisl
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Das putzen hat ca. 1,5 Stunden in Anspruch genommen.
Am Ende hatte ich 1 kg Abfall.
Während des köchelns war häufiges Umrühren angesagt, ca. 2 Stunden.
Die Konsistenz war sehr breiig-teigig.
Nach einer Nacht im Tuch war gerade mal der Boden der Schüssel bedeckt. Also habe ich angefangen, den Brei portionsweise zu entsaften: eine tennisballgroße Menge - mehr bringt nix, da man bei größeren Mengen viel mehr Kraft aufbringen muß - ins Tuch, zusammengedreht und gedrückt, was das Zeug hält. Nix für Leute mit wenig Kraft in den Händen!
Nach einer weiteren Stunde harter Arbeit das Ergebnis: 0,6 Liter Sirup aus knapp 3 Kg Fruchtmasse, versetzt mit 0,6 Liter Wasser und 300 gr Zucker. Na bravo, das hat sich ja richtig gelohnt!
Geliert habe ichs noch nicht. Eins ist aber jetzt schon klar: Mispelgelee ist etwas absolut exklusives. Ich kann überhaupt nicht verstehen, wieso unsere Altvorderen dazu übergegangen sind, so profane Früchte wie Äpfel oder Birnen diesem Juwel unter den Obstarten vorzuziehen. :-\
Die Mispeln als auch das Sirup schmecken übrigens so ähnlich wie überreife Birnen.
Die Überreste haben starke Ähnlichkeit mit dem Inhalt einer Elefantenwindel.
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::) auweia !!!! ist wohl ähnlich mühsam wie mit Hagebutten , wenn man diese nicht vor dem Kochen putzt und entkernt (auch eine pickige Heidenarbeit für ein bisserl Marmelade.....)
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Ha, Lisl, damit hast Du jetzt nicht gerechnet, was?
Die Farbe wird wohl ein helles gelbbraun werden.
Photo folgt.
Ein paar Samen habe ich übrigbehalten, natürlich nicht mitgekocht.
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Ich schätze, du willst dir eine Mispelallee anlegen ;)! Bis die mal tragen, hast du sicher genug Zeit für solche Fleißaufgaben :P!
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Bei der Wuchsform von Mispeln kann ich dann auf den Knieen drunter her rutschen. Ach nöö!
Jetzt kannst Du selber schauen, wie die Farbe ist.
Ich habe dem Sirup noch ca. 100 ml Wasser zugefügt, um das Gefäß auszuspülen und um auf 750 ml zu ergänzen. Dann 400 gr Gelierzucker 2:1 dazugefügt und nach dem Kochen den Saft einer ganzen Zitrone (75 ml) anstelle der Zitronensäure. Immerhin sind sechs 200 ml-Gläser dabei herausgekommen. Entschädigt mich aber noch nicht wirklich für die Arbeit.
Der Geschmack, der vorher auch schon neben Birne etwas saures, herbes enthielt, ist jetzt ziemlich ausgewogen, weder zu sauer, noch zu süß. Mehr kann ich noch nicht sagen, habe nur von der Gelierprobe genascht.
Vielleicht dürfen die Früchte für das Rezept noch nicht so weich sein? Steht leider nicht dabei. Ob ich im nächsten Jahr doch noch mal ...?
Equisetum
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Inhalt einer Elefantenwindel.
:o ;D *schreiweg* (Erfahrung von Studentenjobs?)
Toll, diese Fotostory!! :D
Danke Equilein!
Die Mispeln als auch das Sirup schmecken übrigens so ähnlich wie überreife Birnen.
Können die andern da zustimmen oder gibt es noch andere Geschmacksempfindungen.
Ich habe sie leider noch nie gegessen. *schluchz*
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Ja, Danke Equisetum für Deinen Bericht mit Bildern! :D
Bei der exklusiven Menge hätte ich aber in kleinere Gläser gefüllt. ;)
Von der "Elefantenwindel" habe ich immer noch Bauchschmerzen... ;D
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Hab grade gestern eine vom baum gepflückt - meine geschmacksdefinition: etwas säuerliches apfelmus ;)
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Vielen Dank für den Bericht, bei der Windel habe ich fast unterm Tisch gelegen, dann werde ich meine 3 Mispeln in der Anlage wohl am Strauch lassen.
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8) ... jetzt sag ich nichts mehr ;) !!!! Wenn das dann nur halb so köstlich schmeckt, wie es aussieht .... 8) !!!!!
LG Lisl
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...Können die andern da zustimmen oder gibt es noch andere Geschmacksempfindungen.
Ich habe sie leider noch nie gegessen. *schluchz*
sie haben mich nicht überzeugt :-X.
lg, brigitte
aber die bäume sind schön, die blüten sollens auch sein. seh ich aber erst im frühjahr (no na).
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Die Konsistenz ist so wie beschrieben, aber der Geschmack hat schon was, finde ich. Irgendwie besonders, schwer zu beschreiben.
Da gibt es auch noch diese grösseren orangen Mispeln mit den grossen schwarzen Kernen, sehen ähnlich wie Marillen aus. Die gibt es in südlichen Ländern. Kennt ihr die?
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die die ich bekommen habe, einmal allerdings nur, waren mehlig, leicht süsslich und sonst geschmacklos. das passt nicht zu feders beschreibung von hat schon was oder cimis apfelmus. sind die vielleicht wochenlang herumgelegen irgendwo? und waren drum geschmacklos? habt ihr da erfahrungen?
lg, brigitte
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Maria,du meinst aber nicht Kakifrüchte? Ich habe bei denen in Südtirol nur kleine flache Kerne und in den riesigen , die man jetzt bei uns in den Obstabteilungen bekommt (...mmmmh, die schmecken !!!), ist kein einziger Kern!
LG Lisl
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Nein, Feder meint wohl diese hier.
Kommen meist aus Italien oder Spanien und schmecken eher besser als "germanicus".
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Meint ihr die Loquat? (Eriobotrya japonica)
Köstlicher Geschmack, orange Früchte, drei grössere, runde Kerne drin. Leider ist sie bei uns nicht winterhart, gehört in die Kategorie Oleander, Lorbeer etc.
Ich hab ein Bäumchen, weil die Blüten soooo gut duften und auch das Blatt wunderschön ist. Die Pflanze hab ich jetzt den dritten Winter, Früchte hatte ich noch nie.
Bild wird nachgeliefert.
Von unserer Mispel hab ich die Früchte am Liebsten frisch vom Baum.
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So, hier ist ein Bild. :D
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Eine echte Zierde ist diesjährig unsere Mispel. Die Früchte sehen so gut aus, dass wir uns spontan entschlossen, einen dreiviertel Eimer voll zu pflücken um nochmals einen Versuch mit Marmelade oder Gelee zu wagen.
Ein brauchbares Rezept haben wir zwar immer noch nicht, trotz intensivem Suchen. Das Vorbereiten der Früchte, Entfernen der Blüten, vierteln und mit wenig Wasser 30 Minuten weich kochen, ging überraschend schnell. Nun stehen wir hier mit ca. zwei Liter Saft und einem kleinen Eimer voll gekochter Früchte, die auf Weiterverarbeitung warten. Der Geschmack kann uns von beidem bisher nicht begeistern. Nun hat unsere anfängliche Spontanität einen argen Dämpfer bekommen, und das wenig überzeugende Ergebnis aus den Vorjahren kam uns wieder in Erinnerung.
Wer hat Tipps für die Weiterverarbeitung zur absoluten Gaumenfreude?
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In der Zwischenzeit sind das Gelee und die Marmelade gekocht!
Und so haben wir es gemacht:
Gelee
Ein Liter Saft und ein kg Gelierzucker 1:1 wurden ganz normal zu Gelee verarbeitet.
Das Gelee hat eine ansprechende Farbe (ähnlich wie Quitten- und Apfelgelee). Der Geschmack ist herbsüß. Für unseren Geschmack nicht der absolute Renner, aber wir mögen es.
Marmelade
zunächst starteten wir den Versuch, die gekochten Früchte durch ein Sieb zu streichen. Das war absolute Schwerstarbeit und ist nicht empfehlenswert. Deshalb zogen wir von den gekochten Früchten die Schale von den Stielenden her ab, was verhältnismäßig leicht ging. Gleichzeitig entfernten wir die harten Kerne. Die Fruchtmasse zerkleinerten wir kurz mit dem Pürrierstab. Aus 650 g Fruchtmasse, 350 g Saft und 1 kg Gelierzucker 1:1 bereiteten wir die Marmelade.
Die Farbe ist ähnlich der Quittenmarmelade. Die Marmelade ist, bedingt durch das Fruchtfleisch, wesentlich herber und trifft nicht ganz unseren Geschmack. Der Arbeitsaufwand, gemessen am Ergebnis, ist zu hoch.
In Zukunft werden wir die Mispeln wieder den Drosseln überlassen und hin und wieder eine kleine Menge Gelee davon zubereiten, es sei denn wir finden ein besseres Rezept. Wir haben festgestellt, dass die Ernte vor dem Frost für die Farbe von Gelee und Marmelade von Vorteil ist. Der Gerbstoffanteil macht sich dadurch allerdings sehr stark bemerkbar.
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Mit einem Gelee- oder Marmeladenrezept kann ich nicht dienen.
Ich verwende unsere Mispeln gern in der Füllung für den Gänsebraten. Dort entwickeln sie ein angenehm säuerlich-herbes Aroma.
Dieses Jahr könnte ich aber wohl mehrere Gänse damit füllen...
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Wie wäre es denn mit Mispelwein? Im letzten Jahr habe ich ihn zum ersten Mal versucht und bin begeistert.
Das Rezept dafür ist aus England. Dort wird er wohl häufiger hergestellt.
Die Farbe des Weins ist ein dunkles Gold und er schmeckt wie eine Mischung aus Honig, Apfel und Traube.
Natürlich ist die Herstellung schon etwas aufwendiger, aber ich finde, daß es sich gelohnt hat.
Dann kann man aus vollreifen Mispeln auch noch Likör herstellen. Auch der ist lecker und in einem Ort hier in der Nähe eine Spezialität.
Ich mache ihn so: 10 - 15 reife Mispeln leicht zerdrücken, 1 Flasche guten Korn, 1 Paket braunen Kandis, 1 Vanillestange ( längs aufschneiden). Alles in ein Glasgefäß füllen, warm und hell mindestens 6 Wochen stehen lassen, dann die Früchte heraus filtern. Genießen.
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Ich mache ihn so: 10 - 15 reife Mispeln leicht zerdrücken, 1 Flasche guten Korn, 1 Paket braunen Kandis, 1 Vanillestange ( längs aufschneiden). Alles in ein Glasgefäß füllen, warm und hell mindestens 6 Wochen stehen lassen, dann die Früchte heraus filtern. Genießen.
1 Flasche = 0,7 l ???
1 Paket = 500 g ???
Rezept hört sich sehr lecker an - meist nehme ich 250 g Kandis auf 0,7 - 1,0 l Korn, je nach Frucht, wenn ich Likör mache, deshalb frage ich nach den Mengen
Stephanie
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Ups, wie hast du die Mispeln behandelt zum Weinmachen?
Da bin ich sehr neugierig. Habe kürzlich einen Mispelbaum bekommen, sogar eine Sorte und verplane schon die Ernte, die da noch kommen muss.
danke, LAndfrau
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Ich mache ihn so: 10 - 15 reife Mispeln leicht zerdrücken, 1 Flasche guten Korn, 1 Paket braunen Kandis, 1 Vanillestange ( längs aufschneiden). Alles in ein Glasgefäß füllen, warm und hell mindestens 6 Wochen stehen lassen, dann die Früchte heraus filtern. Genießen.
1 Flasche = 0,7 l ???
1 Paket = 500 g ???
Rezept hört sich sehr lecker an - meist nehme ich 250 g Kandis auf 0,7 - 1,0 l Korn, je nach Frucht, wenn ich Likör mache, deshalb frage ich nach den Mengen
In meinem Paket Kandis waren nur 250 g .
ups
Stephanie
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Mispelwein
rund 3,6 kg vollreife Früchte
450 g Rosinen/Trauben
1,1 kg Zucker
1 Packung konzentrierter Traubensaft
4,4 L Wasser
4 Tab. Nährsalz, Antigel ( nach Beipackzettel ) , Hefe mit höherer Alkoholtoleranz ( z.B. Steinberger)
Früchte zerkleinern und 1,5 L kochendes Wasser zugeben. Wenn das Gemisch abgekühlt ist Antigel (guter Schluck) Abdecken und eine Woche stehen lassen, täglich umrühren, abseihen und in einen Ballon füllen, dann Hefe, Zucker und Traubenkonzentrat zugeben. Vergären, trinken, genießen
Mispeln enthalten viel Pektin, das kann Trübungen hervorrufen. Vermutlich wirst Du also Antigel brauchen.