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Speakers Corner => Das grüne Brett => Thema gestartet von: leonora am 14. September 2010, 19:14:52

Titel: Granitmehl gesucht
Beitrag von: leonora am 14. September 2010, 19:14:52
Wer kann mir 1-2 kg Granitmehl verkaufen bzw. mir sagen, wo ich es online beziehen kann? Mein Baustoffhändler am Ort führt alle möglichen Gesteinssorten, aber kein Granitmehl. Normale Baumärkte sowieso nicht. Steinbrüche gibt es hier auch keine, wo ich fragen könnte. Mir gehen langsam die Ideen aus ???

LG
Leo
Titel: Re:Granitmehl gesucht
Beitrag von: pearl am 14. September 2010, 21:06:46
Dioritmehl gibt es in Heppenheim bei Röhrig - ob die einen Versand haben? Glaube ich kaum.
Titel: Re:Granitmehl gesucht
Beitrag von: partisanengärtner am 14. September 2010, 21:11:11
Pflasterverleger haben manchmal sowas als Abfall vom Steinschneiden.
Wenn Dir irgendjemand sagen kann wo in deiner Gegend gerade Granitpflaster verlegt wird hast Du eine Chance.
Titel: Re:Granitmehl gesucht
Beitrag von: andreasNB am 14. September 2010, 21:52:22
Muß es Gesteinsmehl sein oder tut es auch Brechsand ?
Hier gibt es z.B. ein "Filiale" der Firma Eurovia, wo bei der Aufbereitung von Granitschotter zu Splitt/verschiedenen Körnungen dieser anfällt und relativ günstig bezogen werden kann.

Ansonsten bemühe mal ne Suchmaschine mit den Suchbegriffen "Urgesteinsmehl" (siehe obigen wiki-Link) und "Granit".
Dann stößt Du z.B. auf irinas-shop.

Titel: Re:Granitmehl gesucht
Beitrag von: leonora am 15. September 2010, 07:41:28
Heppenheim bei Röhrig - ob die einen Versand haben? Glaube ich kaum.

Glaube ich auch nicht, und 6 Stunden Autofahrt für 2 kg Granitmehl... ich weiß nicht. Trotzdem Dankeschön.

Pflasterverleger haben manchmal sowas als Abfall vom Steinschneiden.
Wenn Dir irgendjemand sagen kann wo in deiner Gegend gerade Granitpflaster verlegt wird hast Du eine Chance.

Die in meiner Gegend sind, habe ich schon angefragt. In der Regel verlegen die aber nicht nur Granit und wenn sie die Steinreste zusammenkehren, ist da meist ein Mix drin von sauer bis alkalisch. Ist mir in dem Fall zu heikel, trotzdem vielen Dank.

Muß es Gesteinsmehl sein oder tut es auch Brechsand?

Es muss reiner Granit sein und so fein vermahlen wie irgend möglich.

irina

Super, das klingt vielversprechend. Ich frage noch mal nach, ob wirklich garantiert nur Granit drin ist und nichts Kalkhaltiges. Und dann kann die Bestellung raus gehen :D . Vielen Dank auch an dich.

LG
Leo
Titel: Re:Granitmehl gesucht
Beitrag von: knorbs am 15. September 2010, 07:49:03
neugierige frage: für welche pflanze soll denn das spezialsubstrat sein?
Titel: Re:Granitmehl gesucht
Beitrag von: leonora am 15. September 2010, 08:30:34
 ;D

Ich will den schweren Boden in der Rhododendron-Ecke verbessern. Jetzt kommen da Eichenlaub, Tannennadeln und eben Granitmehl mit rein.

LG
Leo
Titel: Re:Granitmehl gesucht
Beitrag von: Günther am 15. September 2010, 08:33:00
Warum nicht Quarzsand, feinste Qualitaet?
Titel: Re:Granitmehl gesucht
Beitrag von: partisanengärtner am 15. September 2010, 08:37:19
Tannennadeln sind nicht sauer, wenn du das erreichen willst (Geben guten Humus, ist sicher nicht falsch). Nimm für diesen Zweck lieber Fichtennadeln, die bauen sich langsamer ab und reagieren sauer.
Titel: Re:Granitmehl gesucht
Beitrag von: knorbs am 15. September 2010, 08:50:38
was ist "schwerer" boden? verdichteter humusboden? toniger humusboden? du willst die verbesserung (luftiger?) nur mittels aufstreuen oder oberflächlich einarbeiten erreichen? dafür brauchst du doch den beschaffungsaufwand für granitmehl nicht betreiben. nimm groben quarzsand + handelsübliche rhodoerde 8)
Titel: Re:Granitmehl gesucht
Beitrag von: leonora am 15. September 2010, 08:52:26
Warum nicht Quarzsand, feinste Qualitaet?

Ich bin kein Mineraloge und kein Chemiker, kann also nur das nachbeten, was mir empfohlen wurde. Quarzsand, sagte man mir, habe eine neutrale Bodenreaktion, Granitmehl eine saure. Und sauer möchte ich ja.

Tannennadeln sind nicht sauer, wenn du das erreichen willst (Geben guten Humus, ist sicher nicht falsch). Nimm für diesen Zweck lieber Fichtennadeln, die bauen sich langsamer ab und reagieren sauer.

Ja, du hast Recht. Ich glaube auch, die Blautanne, von der die Nadeln kommen, ist in Wahrheit eine Blaufichte. Habe jetzt leider kein Foto da, vielleicht sollte ich sie bei Gelegenheit mal hier bestimmen lassen ;) .

LG
Leo
Titel: Re:Granitmehl gesucht
Beitrag von: leonora am 15. September 2010, 09:01:04
was ist "schwerer" boden? verdichteter humusboden? toniger humusboden? du willst die verbesserung (luftiger?) nur mittels aufstreuen oder oberflächlich einarbeiten erreichen? dafür brauchst du doch den beschaffungsaufwand für granitmehl nicht betreiben. nimm groben quarzsand + handelsübliche rhodoerde 8)

Der Boden ist ziemlich lehmig und verdichtet, würde ich sagen. Bei Regen reiner Schlamm und bei Trockenheit ziemlich betonhart mit aufgerissener Kruste. Ich muss da schon richtig was einarbeiten, aufstreuen reicht nicht, denke ich. Die Rhododendren stehen da auch noch nicht, die sollen da erst hin.

Wenn ich da jetzt sowieso schon rumgraben muss, will ich es auch von Anfang an optimal machen. Klar, wenn ich partout kein Granitmehl bekomme, kommt eben Quarzsand mit rein. Und Rhododendrenerde kommt sowieso schon mit dazu.

Muss zugeben, ich mische aber auch ganz gern selber Substrate zusammen ;D .

LG
Leo
Titel: Re:Granitmehl gesucht
Beitrag von: wollemia am 15. September 2010, 09:04:43
Wenn ein Boden basisch reagiert, ist das auf den Gehalt an Kalk (Kalziumkarbonat) zurückzuführen.
Den pH-Wert des Bodens abzusenken, d. h. den Boden anzusäuern, dazu müsste man den Kalk aus dem Boden entfernen. Das geht durch Einbringen von Säure oder von Stoffen, die im Boden Säure bilden.

Am wirkungsvollsten ist da Schwefel, der im Boden durch Bakterien zu Schwefelsäure wird. Die reagiert mit dem Kalk zu neutralem Gips und Kohlensäure, die aus dem Boden entweicht.

Soweit die Theorie - praktisch ist das mit vertretbarem Aufwand nicht möglich, da die Mengen an Schwefel, die man bräuchte, viel zu groß wären.
Es sei denn, man hätte bereits sehr kalkarmen Boden, z. B. in Gebieten mit Rohhumusauflage auf Urgesteinsböden. Dann braucht man allerdings auch keine "Ansäuerung" mehr zu betreiben.

Billiger und einfacher wäre auf nicht zu großer Fläche da ein Bodenaustausch.

Was man tun kann und was in der Regel genügt, ist, den Boden durchlässig, humusreich und locker zu machen, z. B. durch scharfen Sand und Humuszugabe. Nadeln von Koniferen können da gerne mit dazu, auf den Boden-pH-Wert haben die aber wenig Einfluss.
Das ist für viele Pflanzen viel wichtiger als ein perfekter pH-Wert. Wenn du nicht gerade einen Garten auf ausgesprochenem Kalkboden hast (Muschelkalk oder so etwas), genügt das für die allermeisten Pflanzen vollkommen.

Das erreicht man aber nicht durch Einarbeiten von Granitstaub.
Titel: Re:Granitmehl gesucht
Beitrag von: wollemia am 15. September 2010, 09:07:43
Der Boden ist ziemlich lehmig und verdichtet, würde ich sagen. Bei Regen reiner Schlamm und bei Trockenheit ziemlich betonhart mit aufgerissener Kruste.

Ein humusarmer, offenbar recht tonhaltiger, verdichteter Boden, der zu Staunässe neigt, ist für Rhododendren so ziemlich das Ungeeignetste, was es gibt.
Da wirst du entweder wirklich den Boden großflächig austauschen müssen oder größeren Aufwand zur Bodenverbesserung treiben müssen.

Ein ehrlicher Rat: Pflanz' dort etwas Anderes als ausgerechnet Rhododendron.
Titel: Re:Granitmehl gesucht
Beitrag von: zwerggarten am 15. September 2010, 09:09:37
bei granit- oder sonstigen steinmehlen muss ich sofort an zement oder bentonit denken... mit "mehl" wäre mir die gefahr zu groß, den boden endgültig in einen betonartigen zustand zu versetzen. ::)

aber wahrscheinlich suchst du sowieso eher etwas mit griesiger korngröße?
Titel: Re:Granitmehl gesucht
Beitrag von: leonora am 15. September 2010, 09:23:03
Ein ehrlicher Rat: Pflanz' dort etwas Anderes als ausgerechnet Rhododendron.

Danke für deine Offenheit. In so einem vernachlässigten Boden wächst aber eigentlich überhaupt nichts Vernünftiges. Ich werde so oder so eine Bodenverbesserung vornehmen müssen. Den Rhododendron überdenke ich noch mal, hoffe aber noch auf eine Lösung.


aber wahrscheinlich suchst du sowieso eher etwas mit griesiger korngröße?

Ja, man müsse sich das eher wie Sand vorstellen, hat man mir zumindest gesagt.

LG
Leo
Titel: Re:Granitmehl gesucht
Beitrag von: wollemia am 15. September 2010, 09:29:38
Grobkörniger Sand wäre dann besser geeignet, billiger und leichter zu beschaffen als "Granitmehl".

In so einem "vernachläsigten" Boden wirst du mit einer Bodenverbesserung, d. h. in erster Linie Maßnahmen zur Auflockerung, in jedem Fall mit nahezu jedem "herkömmlichen" Gehölz besser und schneller Erfolge erzielen als ausgerechnet mit Rhododendren.

Titel: Re:Granitmehl gesucht
Beitrag von: knorbs am 15. September 2010, 09:29:39
ich mische auch gerne meine substrate, aber das aufwand-nutzen-verhältnis muss passen. da die pflanzfläche ja mehrere qm groß ist + granitsand in deiner gegend nicht zu beschaffen ist, kommst du selbst mit einem 50 kg sack nicht weit. die beschaffungskosten wären unverhältnismäßig hoch. grober quarzsand ist neutral, die bodensäuerung erfolgt über die rhodoerde + andere zuschlagsstoffe, wie z.b. kiefernnadeln. du kannst für die lockerung des lehmigen ausgangsbodens jedes mineralische material verwenden, dass sich nicht ph-erhöhend auswirkt, also inert ist. bei solchen verhältnissen würde ich eher versuchen auf die ausgangsschicht aufzubauen als mühsam einzuarbeiten. hast du denn schon geprüft, ob der in deinem ausgangsboden vorhandene ton, der für die lehmige konsistenz veranwortlich ist, auch keinen kalk enthält? wenn kalk enthalten wäre, wird's eh schwer einen guten rhodoboden zu erhalten.

edit: meine vorschreiber waren schneller...genau darum geht's was wollemia geschrieben hat.
Titel: Re:Granitmehl gesucht
Beitrag von: Günther am 15. September 2010, 09:38:55
Warum nicht Quarzsand, feinste Qualitaet?

Ich bin kein Mineraloge und kein Chemiker, kann also nur das nachbeten, was mir empfohlen wurde. Quarzsand, sagte man mir, habe eine neutrale Bodenreaktion, Granitmehl eine saure. Und sauer möchte ich ja.


Quarz ist fast inert, laienhaft: Kieselsäureanhydrid.
Granit liefert beim Verwittern auch keine Säure (-n), sondern diverse Alkalien und Tonmineralien, als Rückstand Quarz.
Granit gilt im mineralogischen Sinne (bedingt) als "sauer" (hoher Quarzanteil), das hat aber mit der Bodenreaktion faktisch nix zu tun.
Titel: Re:Granitmehl gesucht
Beitrag von: Dunkleborus am 15. September 2010, 09:55:38
Bei deinem Boden würde ich eine Schicht Kies und darauf ein geeignetes Substrat für Rhodos häufen. Sie brauchen gute Drainsage bei genügend Niederschlag.
Den ursprünglichen Boden würde ich nicht verwenden.


Edith dankt Herrn Z.
;D
Titel: Re:Granitmehl gesucht
Beitrag von: Rieke am 15. September 2010, 10:12:46
Granit besteht aus "Feldspat, Quarz und Glimmer, die vergeß ich nimmer". Der Quarzanteil verwittert zu Quarzsand, Glimmer und Feldspäte zu Tonmineralien. Ton ist in Deinem Boden ja schon vorhanden. So, wie Du es beschreibst, tut es schlichter Quarzsand auch zur Bodenverbesserung.

Daß Granitböden relativ sauer sind, liegt vereinfacht daran, daß durch die Nährstoffarmut organische Substanzen nicht so gut abgebaut werden und sich als organische Säuren anreichern.
Titel: Re:Granitmehl gesucht
Beitrag von: pearl am 15. September 2010, 12:41:56
Es ist ja richtig, dass auf Böden über Granit und Sandstein Rhododendren und Hortensien sehr gut gedeihen, wie man in Schottland, in der Bretagne und im Rotsandstein-Odenwald sehen kann. Der hohe Anteil an Quarz im Granit - Heppenheim und Heidelberg entlang der Bergstraße - ebenso wie der Quarz im Sandstein mit hohem Eisenanteil im Roten Sandstein - im Odenwald und im Unteren Neckartal - machen diese Böden für die Kultur von Rhododendren hervorragend geeignet.

Baumartige Exemplare in Anlagen und an der Uferstraße in Heidelberg quasi funkensprühende Farbkaskaden, die im Mai den Hang unterhalb des Philosophenwegs runterrauschen. In meinem Garten im Neckartal werden die Hortensien wie in der Bretagne ohne irgendeine Anstrengung türkisfarben:



Hortensien weiß blau


In der Rheinebene sieht es anders aus. Die fruchtbaren Silikatböden bringen hervorragenden Spargel und wunderbare Salate, aber dort wachsen Rhododendren überhaupt nicht und das Zeug ist auf Empfehlung der Baumschulen nur mit Hilfe von dicken Teichfolien und künstlichem Substat zu halten. Wachsen tun sie dort, aber prächtig und riesenhaft werden sie da nicht, denn vorher beginnen die Folien undicht zu werden und die Rhododendren reagieren sofort mit gelben Blättern und kümmern um dann ganz auszufallen.

Ein Beutelchen Granitsand hilft wenig, wenn man einen ungeeigneten Boden hat. Eine Bodenprobe auf den pH zu testen und sich in der Gegend umzuschauen hilft vielleicht fürs erste und Ortsansässige seriöse Baumschulen besuchen wird die Entscheidung gegen Rhododendren leichter machen, eventuell.

Eine Alternative ist natürlich die Kultur im Kübel. Das gelingt bei sehr vielen Sorten hervorragend.


Titel: Re:Granitmehl gesucht
Beitrag von: leonora am 15. September 2010, 13:29:29
@pearl

Ein besonderes Dankeschön für diesen letzten Beitrag :D . Zumindest bestärkt es mich, dass ich mir nicht alles verkehrt angelesen habe. Und noch was Schönes, eine kurze Anfrage bei Fa. Rö***ig bestätigt, dass sie sich auch mit Ameisenverkehr abgeben und an Privatpersonen versenden :D . Die Preise weiß ich aber noch nicht.

Kübelhaltung ging mir auch durch den Kopf, damit ich nicht ganz auf Rhododendren verzichten muss, solange die Gartensituation ist, wie sie ist. Das dauert halt, der Vorbesitzer hat jahrzehntelang immer nur Kunstdünger geschmissen und sonst nichts am Boden gemacht. Aber für die Kübel kann ich mir ja schon mal ein paar Säckchen Granit von Rö***ig schicken lassen 8) .

@all

Dank an Euch alle, ihr seid ein echt hilfsbereites Forum.

LG
Leo
Titel: Re:Granitmehl gesucht
Beitrag von: pearl am 15. September 2010, 14:04:53
dieses Granitmehl hole ich mir auch regelmäßig und !topfe! darin Sachen wie Lewisien. Die sind total häppie darüber. :D

Der Granitsplitt sieht super als Mulch aus, übrigens.
Titel: Re:Granitmehl gesucht
Beitrag von: zwerggarten am 15. September 2010, 14:26:57
leonora, berichte bitte zum porto und dazu, was genau du bestellst und was dann kommt, am besten mit bild, nach pearls hinweis mit dem mulch finde ich das ausgesprochen interessant. 8)

dennoch weigert sich mein kopf, für offenbar (fein)splittartiges den begriff "mehl" zu verarbeiten. ;)
Titel: Re:Granitmehl gesucht
Beitrag von: pearl am 15. September 2010, 17:46:16
zwerggarten, das Zeug wird in alle Größen runtergebrochen und die feinste Körnung heißt eben Mehl. Bei mir steht meist fein gekörnter Splitt und grob gekörnter Splitt rum. Brauch man immer. Aussaaten bedecke ich gerne mit Granitmehl um Algen, Moos und Schimmel zu verhindern. Fein gekörnter Splitt kommt ins Substrat, grob gekörnter als Mulch auf die Kübel um Moos ...
Titel: Re:Granitmehl gesucht
Beitrag von: zwerggarten am 15. September 2010, 18:50:17
danke, sehr anschaulich und verlockend.

allein, büke ich ein brot aus diesem mehl und äße ich davon - die redewendung "auf granit beißen" wäre nie berechtigter gewesen... ;)
Titel: Re:Granitmehl gesucht
Beitrag von: martina 2 am 15. September 2010, 19:15:55
Ich häng mich hier mit einer Frage an, die mich schon länger beschäftigt, vielleicht weiß ja jemand eine Antwort: Macht es Sinn, in Urgesteins(Granit-)boden Granitmehl aufzubringen?
Titel: Re:Granitmehl gesucht
Beitrag von: Günther am 15. September 2010, 19:24:41
Fuer den Verkaeufer: Ja.
Fuer Dich: Kaum.
Wenn die Verwitterungsschicht dick genug ist, hast Du ausreichend Spurenelemente und Tonmineralien. Solltest Du einen zu geringen Tonanteil im Boden haben, faehrst Du mit Bentonit besser.
Falls Du auf das "Ur-" Wert legst, wende Dich vertrauensvoll an esoterische Kreise.
Titel: Re:Granitmehl gesucht
Beitrag von: pearl am 15. September 2010, 19:57:11
 ;D

um solche Böden nährstoffreicher zu machen würde ich mir eine 60 l Bauwanne voll Lehm vom nächsten Acker holen. Und mir das zur Gewohnheit machen. Außerdem alles an Humus und Kehricht und Kaminasche und Katzenstreu ... zusammenkratzen, was ich bekommen kann.

nicht lachen, außnahmsweise mal nicht. Das ist das, was ich zu tun pflege. Alles, bis auf Katzenstreu aus Ermangelung einer Katze.
Titel: Re:Granitmehl gesucht
Beitrag von: fars am 15. September 2010, 20:16:18
Lehm im Garten ist nicht optimal.
Titel: Re:Granitmehl gesucht
Beitrag von: leonora am 15. September 2010, 20:17:50
 ;D

Bevor wir noch zu Woodoo oder Schlimmerem abdriften, mir ging es nicht um "Ur"-Gesteinsmehl. Es ist ganz normaler, vermahlener Granit, der in verschiedenen Körnungen angeboten wird. Normalerweise produziert die Firma den für die Baubranche, aber im Garten lässt er sich eben auch einsetzen, wie pearl ja bereits beschrieben hat. Freundlicherweise schickt die Firma mir einen kleinen Sack, obwohl sie es normalerweise mit Endabnehmern aus einer ganz anderen Liga zu tun hat.

Ich hänge hier mal die Produktbeschreibung an, in der Hoffnung, das läuft nicht unter Spam. Granoflour grau und rot sind reine Granite, die anderen Färbungen sind lt. Hersteller Mischungen unterschiedlicher Gesteinsarten. Und das sind die zugehörigen chemischen Analysewerte. Nicht wirklich esoterisch.

Morgen kann ich dann Genaues zum Preis sagen. Porto wird vermutlich teuer, Granit wiegt schon was ;).

LG
Leo
Titel: Re:Granitmehl gesucht
Beitrag von: fars am 15. September 2010, 20:23:11
Für den normalen Gartenboden wäre mir die Körnung zu klein. Für den Steingarten oder für Minibiotope hingegen halte ich diese Art von gekörntem Granit für sehr interessant.
Titel: Re:Granitmehl gesucht
Beitrag von: partisanengärtner am 15. September 2010, 20:25:15
Eine billige und leicht anzuwendende Testmöglichkeit wäre Essigessenz. Ich versetze den Lehm mit Essigessenz. Wenns schäumt ist da was alkalisch und kann auch Kalk sein, wenn nicht ist auf jeden Fall kein Kalk drin. ;)
Gilt natürlich für staubfeine Lösung.

Im Fichtelgebirge hab ich eine Stelle wo ich stark verwitterten Granit mitnehme hat mir jemand für Kakteen empfohlen ist aber auch sonst als Zuschlag gut. Du hast mich dran erinnert, da hol ich mir heuer was.
Titel: Re:Granitmehl gesucht
Beitrag von: fars am 15. September 2010, 20:28:41
Ja, Lehm hat ein ziemliche Bandbreite. Optimal, mit ausreichend Sand versetzt, ist Lös, wie hier in der Wetterau. Eine der fruchtbarsten Gegenden Deutschlands.
Titel: Re:Granitmehl gesucht
Beitrag von: Günther am 15. September 2010, 20:33:02
MUSS es Granit sein?
Was spricht z.B. gegen Basalt?
Der gilt zwar mineralogisch als "basisch" (weil kein freier Quarz drin ist), wird abder Deinen Boden kaum alkalisch machen. Die Feldspäte drin liefern reichlich Tonmineralien....
Basaltsand/-splitt ist auch handelsüblich, und Böden auf Basalt sind m.W. recht fruchtbar.
Titel: Re:Granitmehl gesucht
Beitrag von: leonora am 15. September 2010, 20:48:52
Stimmt, Basalt gibts als schwarzen Fugensand in jedem Baumarkt. Jetzt, wo ich endlich einen Anbieter gefunden habe, möchte ich es trotzdem mal mit Granit probieren. Vom großflächigen Einsatz habe ich mich ohnehin bereits verabschiedet, dafür fehlt es dem Gartenboden zu viel an allem Möglichen. Es wird mit dem Granit wohl wirklich auf eine reine "Biotop"-Lösung hinauslaufen. Eigentlich ist Granit ja etwas Stinknormales, zumindest dort, wo pearl und axel wohnen. Bloß, dass ich halt in einer Kiesgegend lebe ;) .

LG
Leo
Titel: Re:Granitmehl gesucht
Beitrag von: Dietmar am 15. September 2010, 21:45:00
Ich möchte darauf hinweisen, das es in der Eifel mehrere Steinbrüche gibt, die nährstoffreiche Lava abbauen, brechen und in verschiedenen Körnungen verkaufen, darunter eine einzige Firma auch Lavamehl und feinen Lavasand. Wenn es um Spurenelemente geht, ist Mehl immer drastisch besser, da infolge der größeren Oberfläche eines Mehles mehr Spurenelemente freigesetzt werden. Bei groberen Fraktionen ist die Zersetzung der Lava im Boden kaum merklich. Die anderen Steinbrüche in der Eifel liefern nur grobere Fraktionen als Schotter für den Straßenbau und als Zier-"kies" oder Streugut.

Man kann das Lavamehl in Säcken kaufen, aber das ist recht teuer, etwa wie Urgesteinsmehl. Eine LKW-Ladung ist billiger, wenn es nicht zu weit zu transportieren ist.

Leider habe ich alle Links und mails gelöscht, da die betreffende Firma nicht bis nach Dresden liefern wollte. Also müsst Ihr selbst mal googeln. Wenn ich mich richtig erinnere, dann stand auf dem Datenblatt auch die chem. Zusammensetzung.

Es gibt nichts fruchtbareres als gut verwitterte (braune) Lavaböden.

Achtung: Schwarze glasartige Lava bzw. schwarzer Lavasand eignen sich nicht, da die Minerale durch den glasartigen Überzug dauerhaft fixiert sind. Aber die Lava aus der Eifel ist nicht verglast.
Titel: Re:Granitmehl gesucht
Beitrag von: pearl am 16. September 2010, 02:06:21
der link von leonora öffnet zwei Pdf Dateien, die nur das Granulat zeigen. die Analysen sind interessant. Vorwiegend Quarz, Siliziumdioxid, Spuren von kalk, Calciumoxid, und Olivin! Ein Kristall, das wir nach der Flurneuordnung in den Weinbergen von Schriesheim im Schotter gefunden hatten. Assoziiert mit Porphyr. Jetzt wissen wir was das ist. Toll! :D

Ich habe dagegen von den jeweiligen Ausgangsstoffen gesprochen, die durch den ersten Bruch des Gesteins entstehen wie sie aus der Steinmühle kommen. Bei Röhrig.

Wenn man bei denen im Verkaufsraum steht, neben Straßenbauern und Häuslebauern, kann man in Schaukästen das ganze "Zuschlagmaterial" betrachten und in Holzkisten wühlen, bis man die richtige Körnung und Größe gefunden hat. ;D

Es gibt überall im Land Steinbrüche. Sehr gelechzt habe ich auf der Schwäbischen Alb nach Material aus einem Kalksteinwerk. Aber wir sind dort nie zu Geschäftszeiten vorbeigekommen und mein Verlangen wurde immer größer. Jetzt hat auch das örtliche Kieswerk eine kleine Auswahl an Steinen.
Titel: Re:Granitmehl gesucht
Beitrag von: zwerggarten am 16. September 2010, 02:25:23
das tönt hier in berlin wie sirenengesang... ::) charybdis, verschlinge mich! :o
Titel: Re:Granitmehl gesucht
Beitrag von: Günther am 16. September 2010, 08:06:46
der link von leonora öffnet zwei Pdf Dateien, die nur das Granulat zeigen. die Analysen sind interessant. Vorwiegend Quarz, Siliziumdioxid, Spuren von kalk, Calciumoxid, und Olivin! Ein Kristall, das wir nach der Flurneuordnung in den Weinbergen von Schriesheim im Schotter gefunden hatten. Assoziiert mit Granit. Jetzt wissen wir was das ist. Toll! :D


Naja.
Daß Quarz im Gestein ist, dürfte ja nicht ganz überraschend sein. Kalk im üblichen Sprachgebrauch ist nicht drinnen, das Calcium, angegeben als Calciumoxid, liegt in silikatischer Bindung vor.
Und Granit im eigentlichen Sinne ist das Gestein auch nicht....
Titel: Re:Granitmehl gesucht
Beitrag von: Knusperhäuschen am 16. September 2010, 08:17:31
Achtung:

"Granit" ist nicht Granit!

Die im Pdf analysierten Gesteine unterschiedlicher Färbung darf man wohl höchstens unter der "Baustoff"-Handelsbezeichnung allesamt als "Granit" bezeichnen. Vor allem die dunkleren Gesteine stehen in einem Diagramm bezüglich des Quarzanteils eher am entgegengesetzten Ende (ultrabasisch), als der Granit (sauer) am anderen Ende.

Die mineralische Zusammensetzung entspricht bei den dunklen Gesteinen dann eher dem, was hier am häufigsten als "Urgesteinsmehl", gemahlener Basalt, (der Name ist Blödsinn, gerade Basalt ist hier bei uns oft sehr jung, Granit hingegen ist oft in erdgeschichtlicher Sicht um Potenzen älter) verkauft wird.

In Granit ist kein Olivin, wer den sucht, sollte sich im Basalt umsehen.

Aber wir sind ja hier nicht in der Vorlesung Mineralogie I ;) !
Titel: Re:Granitmehl gesucht
Beitrag von: Knusperhäuschen am 16. September 2010, 08:18:26
oh, Günther hat´s auch schon genannt :D
Titel: Re:Granitmehl gesucht
Beitrag von: leonora am 16. September 2010, 10:07:53
@Günther

Nur Granoflour grau und rot sind reine Granite (wenn auch unterschiedliche), die anderen Färbungen sind lt. Hersteller Mischungen unterschiedlicher Gesteinsarten. Siehe auch Post #31. Ich habe gestern bei der Firma explizit nach reinen Graniten gefragt und diese Antwort bekommen.

LG
Leo
Titel: Re:Granitmehl gesucht
Beitrag von: Günther am 16. September 2010, 10:12:01
Nach den Unterlagen aus dem link gibts als Basismaterial Granodiorit grau und Gneis rot.
Granit müßte also zugekauftes Material sein.
Titel: Re:Granitmehl gesucht
Beitrag von: leonora am 16. September 2010, 10:54:00
Ich wollte ja noch die Preise nachliefern. Der Preis für 25 kg Granoflour grau 0-0,2 mm ist 18,90 EUR, 25 kg Granoflour rot 0,1-0,3 mm kosten 14,60 EUR, jeweils zzgl. MwSt.. Paketporto ist bei 25 kg 10 EUR, ebenfalls zzgl. MwSt.. Weitere Preise habe ich nicht erfragt.

Wenn man in einer Granitgegend wohnt, kommt man natürlich billiger dran, aber nicht jeder kann überall direkt nebenan wohnen und in sofern geht der Preis für mich in Ordnung.

Werde mich jetzt aus diesem Thread ausklinken. Habe einen Anbieter gefunden für das, was ich suchte, und viele wertvolle Ratschläge en passant erhalten. Danke nochmals an alle, die sich beteiligt haben :) .

LG
Leo
Titel: Re:Granitmehl gesucht
Beitrag von: pearl am 16. September 2010, 13:48:04
Dioritmehl gibt es in Heppenheim bei Röhrig - ob die einen Versand haben? Glaube ich kaum.

Aus dem Steinbruch in Heppenheim hole ich mir eimerweise das gebrochene Gestein, wie es dort abgebaut wird. Verschiedene Korngrößen an Splitt liegen dort als große Haufen rum und einzelne Haufen sind von Betonwänden in Fächer aufgeteilt. Man muss mit dem eigenen PKW zwischen Caterpilars durchwimmeln um an den begehrten Haufen zu kommen. Spannend.

In der Wiegezone für die LKW holt man sich die Rechnung. Klettert einen Turm hoch, kommt in einen Raum voller Monitore, der aussieht wie eine Zentrale der Flugüberwachung. Und bekommt eine Rechnung über 5 € nochwas für einen 20 l Eimer Split. Damit geht man in den Bungalow des Verkaufsbereiches und der Verwaltung und bezahlt.

Beim Kieswerk Krieger am Neckar kostet ein Eimer Rheinkieselspitt 0,50 €.

In Schriesheim wurde übrigens Schotter verwendet, der aus dem Porphyrwerk in Dossenheim kommt. Vermutlich haben sie das Heppenheimer Gestein nicht verwendet. Es kommt ja aus einem anderen Bundesland.
Titel: Re:Granitmehl gesucht
Beitrag von: Knusperhäuschen am 16. September 2010, 14:08:26
wieso tut dir das leid, pearl ??? ?
Olivin ist wirklich schön, mancherorts wird Schmuck draus gemacht, aber im Granit wird man den nun wirklich nicht finden. Allerdings oft im Schotter, der aus Basaltwerken stammt. Ich hab auch schon manches Mal drin herumgepult.

Der Granodiorit aus dem Bruch in Sonderbach ist schon o.k., Leonora, ist mineralisch einem Granit schon ganz nah. Anderswo gibt es zwar eine Tonne für den Preis, aber die verschicken auch keine Kleinmengen.

Ich war mal auf einer Exkursion in dem Bruch, ist schon viele Jahre her, später haben wir ganz in der Nähe gewohnt, ist da nicht auch dieser Händler mit den vielen, vielen Grabsteinen? ;D
Titel: Re:Granitmehl gesucht
Beitrag von: Knusperhäuschen am 16. September 2010, 14:40:48
Ja, der Dossenheimer Quarzporphyr ist ein Rhyolith, das Ergussäquivalent zum Granit (das flüssige Zeugs hat unter Tage Zeit gehabt, einige große Quarz- und Feldspatkristalle auszubilden, erst dann ist es an die Oberfläche gelangt und der Rest ist feinkristallin auskristallisiert), er hat nahezu die gleiche mineralische Zusammensetzung, wie Granit. Die Dossenheimer Brüche sind aber nicht mehr aktiv, theoretisch könnte man den Quarzporphyr auch in Leonoras Sinne verwenden.
Titel: Re:Granitmehl gesucht
Beitrag von: Günther am 16. September 2010, 14:59:53
Und weiter OT:
Bei all diesen Gesteinen darf man nicht vergessen, daß die Grenzen fließend und eigentlich willkürlich sind.
Eine scharfe Grenze hie Granit - hie Granodiorit z.B. läßt sich eigentlich nicht ziehen, es sei denn, man nimmt formale Kriterien SEHR strenge.
Mir gefällts immer, wenn die Gelehrten streiten, was so ein obskures Handstück eigentlich ist....