garten-pur
Garten- und Umwelt => Atelier => Thema gestartet von: Paulownia am 29. September 2010, 18:58:25
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Hat hier wer schon Beete angelegt, die bewusst auf Eigendynamik ausgerichtet waren.
Ich verstehe jetzt darunter Beete, wo die Pflanzensorten so gewählt werden, das man so gut wie nicht eingreifen muss, aber durch Selbstaussaat und Wüchsigkeit ein Gleichgewicht der Pflanzung bleibt. Sich das Bild stetig verändert ohne große Eingriffe. So in etwa wie ein Ausschnitt aus der Natur.
Wie hält Ihr es da mit der Selbstaussaat? Unterbindet Ihr die wegen evtl. Sortenreinheit?
Welche Pflanzenkombis habt Ihr da zusammengestellt?
Wie oft müsst Ihr regulierend eingreifen?
Ich hoffe ich habe mich verständlich ausgedrückt :-\
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absolut verständlich, ich gärtnere praktisch nur so. ;) ;D
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...ja klar, auf fast allen meinen Kiesbeeten und in vielen Gehölzrandbeeten ist Dynamik nicht nur gestattet, sondern geradezu erwünscht. Das heißt allerdings nicht, dass niemals kleinere Eingriffe bzw. Korrekturen stattfinden. Ohne diese Eingriffe würde letztlich eine allzu große Veränderung, oft eine Reduzierung der Artenzusammensetzung stattfinden. Oder es würden durch Sukzession langsam aber sicher Gehölzsämlinge die Oberhand in den Staudenbeeten gewinnen. Die Kunst ist es, die anfänfängliche Staudenzusammensetzung so zu wählen, dass auf der einen Seite eine spannende und gewünschte Dynamik stattfindet, dass sich aber mit der Zeit ein gewisses Gleichgewicht einstellt, welches dann wirklich nur kleinere Eingriffe erfordert, um diese (dynamische) Gleichgewicht zu halten.
Außerdem sollte die Dynamik nicht zu einem unattraktiven Zustand des Beetes führen, was eigentlich selbstredend ist, für jeden Gartengestalter.
Es ist sehr hilfreich, wenn man über die "dynamischen" Eigenschaften der Pflanzen, z.B. Selbstaussaat, Ausläuferbildung usw. und wenn man die Wachstumstrategie(n) einer Pflanze entweder erahnt oder diese kennt. In diesem Zusammenhang sollte man sich Klarheit über den Standort verschaffen, ob dieser Standort bestimmte Stressfaktoren wie Lichtmangel (Gehölz, Gehölzrand), oder Trockenheit (Sandboden, geringe Niederschläge) oder Nährstoffmangel aufweist. An diese Stressfaktoren angepasste Pflanzen sind im Vorteil und werden sich "dynamisch" gegen weniger angepasste Pflanzen durchsetzten. Auf einem fruchtbaren, sonnigen Lehmbeet ohne relevante Stressfaktoren werden sich dagegen die konkurrenzstarken Pflanzen gegen die konkurrenzschwachen Arten durchsetzen.
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Ich nutze das auch.
In sechs Jahren habe ich ein grosses Asternbeet von der (von einem Landschaftsarchitekt für gut befundenen) Flächenpflanzung in eine überschäumende Asternzuckertorte verwandelt - nur durch Sämlingtolerierung und -sortierung. ;D
Demnächst gibt es Fotos. 8)
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bei Pflanzungen mit Eigendynamik ist Kreatives Jäten angesagt.
Diesen Herbst bei mir mit der Grabegabel. Verbascum nigrum und Centaurea nigra kann man nur so in Schach halten. Pflanzen, die einfach unsinnig sind, waren und immer sein werden, wie Wermut, mussten auch weichen.
Vieles muss umziehen und einige ungewöhnliche Pflegeeingriffe haben sich sehr bewährt. Die 2 qm Schneefelberich werden auf 4 qm aufgestockt, nachdem alles andere an dem Platz verworfen wurde. Der Schneefelberich ist an der Stelle ohne Bewässerung und daher in den vorigen Jahren zur Blütezeit mit braunem Laub gewesen.
Die Pflegemaßnahme war zufällig und ist hervorragend geeignet um Schneefelberich auch auf trockeneren Flächen haben zu können. Im Mai wird er gemäht. Um die Flächen zu erweitern wird mit Rasenschnitt dick gemulcht.
Es ist eine Sache der Erfahrung. Diese Art zu Gärtnern kann nicht theoretisch begonnen werden, sondern ist eine Sache zwischen dem Gelände, dem Boden, den Pflanzen und dem Gärtner. Es kann nur durch Ausprobieren und Beobachten gelernt werden.
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Ich setze vor allem in trockenen Schattenbeeten auf Eigendynamik. Dort bin ich froh um alles, was ohne zutun wächst und wenn sich diese Pflanzen dann aussäen, passen sie meistens auch gerade an diese Stellen. Geranium sang. `Max Frei´ ist so ein Kandidat (ich glaube zu erinnern, dass das Aussäverhalten dieser Sorte in der Staudensichtung angekreidet wurde - ich finde es prima) oder diverse niedrige Lamiümer und natürlich Meconopsis cambrica. Letzteren jäte ich aber schon mal, sonst wird er zu penetrant.
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auf die asternzuckertorte bin ich gespannt. bitte, nicht vergessen :D
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mame, das mit den Geranium sanguineum und bei mir mit Dianthus gratianopolitanus ist ein spezielles Vergnügen. Wenn man im Herbst große Mengen davon jäten und auf den Kompost kippen kann.
Dankbar bin ich für große selbständige Bestände an Günsel, auch purpurlaubigem und weiß blühendem. Verschiedene Schwingel dürfen gelegentlich wachsen und natürlich Walderdbeeren in den Quartieren mit Hochstauden.
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Es ist eine Sache der Erfahrung. Diese Art zu Gärtnern kann nicht theoretisch begonnen werden, sondern ist eine Sache zwischen dem Gelände, dem Boden, den Pflanzen und dem Gärtner. Es kann nur durch Ausprobieren und Beobachten gelernt werden.
Da gebe ich Dir völlig recht Pearl, manches Ding braucht gut Weile und vor allem Dingen viel Gefühl wenn ich es denn begreifen möchte. ;)
Außerdem sollte die Dynamik nicht zu einem unattraktiven Zustand des Beetes führen, was eigentlich selbstredend ist, für jeden Gartengestalter.
Da bleibt natürlich die Frage, was versteht man unter unattraktiv.
Jede Pflanze, aber auch jedes Landschaftsbild hat ihren Höhepunkt im Jahr. Mitunter kann es den Rest des Jahres weniger attraktiv, im herkömmlichen Sinne aussehen.
Als Beispiel, ein Wald mit Buschwindröschen. Im Frühjahr eine Augenweide, im Sommer unattraktiv? Nein nur eine kühle Ruhe für das Auge
Ich bin durch den Thread von Gartenlady über die Anlage von Oudolf zu diesem Thema gekommen.
Ich meine dass er mit seiner Bepflanzung viel Eigendynamik beabsichtigt hat. Dass so etwas zu einem gewissen Zeitpunkt durchaus mal unattraktiv aussehen kann finde ich natürlich.
Wobei ich jetzt nicht Gartenladys Ansicht, dass die Pflanzung umgekippt sei, kritisieren möchte.
Es hat mich zum Nachdenken angeregt, ob ich das auch so empfinde.
@Dunkleborus,
Deine Pflanzung klingt interessant, gerade weil der Hermannshof schreibt, dass Sämlinge zwecks Sortenreinheit entfernt werden sollten. Ob er das nun auch bei Astern meint, weiß ich nicht. Vielleicht hast Du ja Fotos von Vorher/Nachher
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im Hermannshof ist man immer begeistert über neue Sämlinge, die großartige neue Eigenschaften haben, wie Aster novae-angliae 'Nachtauge' oder Monarda 'Pummel' ...
In Sichtungsquartieren haben Sämlinge allerdings gar nichts zu suchen! Dort werden sie nicht geduldet und diese Flächen sind auch nicht für die Öffentlichkeit zugänglich.
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Wenn man eine Sorte erhalten möchte, sind Sämlinge natürlich ein Jäticht.
Mir kommt es hier auf die Optik an, und die gefällt mir einfach besser so, als wenn arenweise die gleiche Pflanze wächst.
Da wir kein Produktionsbetrieb sind, ist es kein Problem.
Und ich will mir ja auch meinen Arbeitstag interessant gestalten. 8)
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2003, im Juni gepflanzt, Foto vom 13. 10. des gleichen Jahres.
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En Détail.
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Nochmal.
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Das ist Anfang 2006. Nur die ericoides/lateriflorus/diffusigen haben sich ausgesät.
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Dito.
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2008, in der Zwischenzeit habe ich ziemlich viele winzigweisse aussortiert, ein paar schöne Sämlinge zur Blütezeit etikettiert und im Frühling umgepflanzt.
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Von vorn Das Foto sollte ich jedes Jahr machen, aber ich komm ja zu nix.
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:-[
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2009, inzwischen werden die Sämlinge farbiger und interessanter. Aber sie sind eher pastellig.
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A. cordifolius 'Little Carlow' gibt hübsche Bastarde.
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:D
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Dienstag, die Vollblüte kommt näher.
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Hellblauviolette Zuckertorte! :D
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Und morgen wird die Blüte richtig losgehen. :D :D :D
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denk dir bitte alle deine klatschenden grünen Smilies! So finde ich, sollten Astern verwendet werden! Saaagenhaft! :D
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(http://www.cosgan.de/images/midi/verschiedene/f040.gif)
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gewaltig !!!
ich glaub, ich werde wirklich noch zum asternfan.
:D
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Dunkleborus,
das ist einfach Klasse. So stelle ich mir das auch vor.
Eigentlich ist es so genial einfach, aber wiederum so genial schwierig es umzusetzen.
Ist Dir super gut gelungen.
Wie sieht es im Winter/zeitigen Frühjar aus? Habt ihr Blumenzwiebeln in dem Beet?
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Oh, danke!
Das Asternmeer ist aus der Not geboren, weil wegen der Didaktik keine Gräser ins Beet sollen - und da hab ich halt feinlaubige Astern genommen.
Zur Dynamik: Im Herbst 2003 wurden jede Menge Zwiebeln in warmen Tönen gesetzt. Ein paar Winterlinge waren schon da.
Der Boden ist sehr schwer, deshalb haben sich die meisten Krokonten schnell verabschiedet, die Mäuse haben auch geholfen.
Narzissen vermehren sich ungeheuerlich, Winterlinge auch, aber auch die meisten Tulpen. Ein paar verschwinden mit der Zeit, dafür buttere ich jedes Jahr irgendwelche speziellen Sorten rein. Und die farblich passenden Frühlingsflorwegwerftulpen.
Die Winterlinge fangen hier normalerweise im Februar an, die letzten Tulpen blühen im Mai.
Und in den Aster dumosus habe ich seit Kurzem Triteleia laxa gesetzt, die im Juni blühen und die Asternfläche aufmotzen. Den letzten Winter hatten sie keine Probleme.
Danach ist das Beet einige Wochen lang ein Schandfleck. Im Sommer ist es vor allem grün, mit ein paar Echinops, Echinacea und Liatris.
März 2004: Ein paar Winterlinge...
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Wahrscheinlich April, gleiches Jahr. Man sieht, dass die Tulpen erst im Herbst gepflanzt wurden.
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Ein paar Jahre später, 2009, Ende März, schätze ich.
Narzissen ohne Enden
'Rip van Winkle' war eine Fehllieferung, hat sich aber zum Publikumsliebling entwickelt.
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Etwas später:
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Jetzt kommt 2010, hier die frohversamenden Winterlinge:
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Im April ist es dann ziemlich üppig, Tulipa silvestris hat sich breitgemacht.
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Bunt.
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Und en face.
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Klasse. Wieviel Zwiebeln bzw. Astern kommen denn so auf den qm? Ich glaub, ich brauch Winterlinge. ::)
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Schwierig. Das Beet hat knapp 600 m2, glaube ich.
Startdosis waren etwa 9800 Zwiebeln, ein grosser Teil davon Krokus.
Die Winterlinge versamen sich stark.
Wir haben schweren Boden, und ich achte darauf, dass die Zwiebeln im Frühling ordentlich zu futtern haben.
Astern waren es je nach Sorte 5 - 7 pro m2.
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...
Startdosis waren etwa 9800 Zwiebeln
:o :o :o Ich fall um
Wieviel Monate braucht mann/frau zum Pflanzen?
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Mein Chef hats überlebt... ;D Der Buchhalter auch.
Nach zwei Tagen war alles drin. Ein Lehrling war dabei.
Das ging so: Erst auf der ganzen Fläche die grossen hochschmeissen, wo sie landeten, wurden sie verbuddelt.
Danachdas gleiche Prozedere mit Krokussen und anderen kleinen Tulpen.
Oft kamen 2 - 5 ins gleiche Loch, und auf oben/unten gucht eh keiner.
Trompetennarzissen und Kaiserkronen hatten wir gottseidank nur ein paar Dutzend.
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Öhm - der Buchhalter hat auch gepflanzt :o
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Öhm - der Buchhalter hat auch gepflanzt :o
*kreiiisch!* ;D
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Mein Chef hats überlebt... ;D Der Buchhalter auch.
Nach zwei Tagen war alles drin. Ein Lehrling war dabei.
Das ging so: Erst auf der ganzen Fläche die grossen hochschmeissen, wo sie landeten, wurden sie verbuddelt.
Danachdas gleiche Prozedere mit Krokussen und anderen kleinen Tulpen.
Oft kamen 2 - 5 ins gleiche Loch, und auf oben/unten gucht eh keiner.
Trompetennarzissen und Kaiserkronen hatten wir gottseidank nur ein paar Dutzend.
Die Technik muss ich mir merken. ;D
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Es sieht dann recht natürlich aus. :D
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Schade, ich hab mit meinen schlappen 470 schon ordentlich angefangen und nu muss ich so weitermachen. Das nächste Mal werde ich auch werfen. :D
(Endlich habe ich eine Verwendung für die sauteure Topcat-Falle, hier leider aber fangtechnische eine absolute Niete, gefunden. Damit lassen sich wunderbar und ohne Bücken mit Rücken Pflanzlöcher bohren) 8)
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waldschrat, doch hoffentlich mit dem lochstecher und nicht mit der falle, oder ?
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Ich lach mich schlapp ;D Klar mit dem Lochstecher. ;D
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Lochstecher? Japanisches Gartenmesser!
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dunkleborus, wie würdest du denn dann die falle benennen?
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So:
die sauteure Topcat-Falle
8)
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zerkugelnder smily mit auf-den-boden-klatsch-hand
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Schwierig. Das Beet hat knapp 600 m2, glaube ich.
Startdosis waren etwa 9800 Zwiebeln,
Na da bin ich ja beruhigt. Ich habe für meine schlappen 12qm 100 Stck geordert ;).
Die Blumenzwiebeln ins Beet zu werfen ist eine gute Sache. Das hatte ich auch immerso gehandhabt, aber bei meinem Gefälle funktioniert das leider gar nicht mehr.Die kullern alle Hangabwärts.
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An den steileren Stellen musste ich auch improvisieren. 8)
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wie darf man sich das vorstellen? ;D
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ogottogott, tippst du schnell!
Gaaanz sachte werfen, von unten.
Eine Schicht Kompost hilft beim Liegenbleiben - und beim Zwiebelnfinden sowieso.
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;D Rasenschnitt würde auf dem Hand von Paulownia garantiert liegen bleiben. Jedenfalls habe ich das heute gedacht, als ich ihn verteilt habe.
Die Eigendynamik meiner Pflanzquartiere - Beete haben keine Eigendynamik, da bleibt alles am Platz und drum rum sieht man die Erde, schön gehackt - hat mir ein wenig Kopfzerbrechen bereitet.
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Meine Beete werden nicht gehackt.
Die haben Firewall... ;D
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du hast keine Beete! ;) ;D
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Die definiere ich so.
Als Dame darf man das. 8) 8) 8)
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Die definiere ich so.
Als Dame darf man das. 8) 8) 8)
genau, die hacken ja auch nicht! 8) 8) 8) 8)
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Eben. Und die lassen die Pflanzen auch mal ein bisschen Dynamik entwickeln. Ist dann ja auch weniger Arbeit. 8) Da werden sogar vorsätzlich kurzlebige Streuner ins Beet (sic!) gepflanzt.
Wilder Aktionismus ist nicht ladylike.
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dämlich aber ist: immer alles blühend, aber gefälligst üppig und zwar sofort!
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Mir scheint, das hatten wir schon des öfteren.
was ist denn nun der Unterschied zwischen Quartieren und Beeten?
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eben dieser.
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Ja dann ist alles klar. Die dämlichen haben Beete, die nichtdämlichen Quartiere, nur meistens nennen sie sie auch Beete (bis auf einige ganz wenige Ausnahmen).
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Oile,
da habe ich doch erst einen ganz heissen Tip bekommen. Meine Beete die wie Quatiere aussehen, nenn ich jetzt einfach Sichtungsbeet ;D.
Das kommt immer gut an und keiner kann sich über die mislungene Gestaltung beklagen, ist eben ein Sichtungbeet 8)
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Und ich dachte immer, Quartiere wären Beete, wo Pflanzen zu Vergleichs- und Vermehrungszwecken nebeneinandergepflanzt werden und Sämlinge sowie Spontanvegetation konsequent weggeharkt werden, damit es zu keiner Vermischung oder Verwirrung kommt.
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Und ich dachte immer, Quartiere wären Beete, wo Pflanzen zu Vergleichs- und Vermehrungszwecken nebeneinandergepflanzt werden und Sämlinge sowie Spontanvegetation konsequent weggeharkt werden, damit es zu keiner Vermischung oder Verwirrung kommt.
...ich hatte aber gerade das untrügliche Gefühl, dass hier Quartiere für sehr viel Verwirrung und Vermischung sorgten !!! ;D
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;D tja, das kann nur dem passieren, der zwischen Beet und Freifläche und Gehölzrand und Steingarten und und und nicht unterscheiden muss. Und dem es nicht notwendig erscheint, darüber hinaus noch sowas wie Hang oder Felsgarten oder Sichtungsbeete oder Dickicht oder Bach oder zwerggarten oder Topfkulturen und eben Quartiere zu erfinden. ;D
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in letzteren aufgeführten Sachen finden wir diese Pflanzungen mit Eigendynamik.
Heute musste ich der Eigendynamik scharf ins Auge sehen.
Irgendwann wird es notwendig werden mehrere eingewachsene Wieseniris"horste" von einem Bestand Krausem Rainfarn und Buntem Zwergbambus zu trennen und aus der Fläche mit Schwefelblütiger Elfenblume rauszuhalten.
Pflanzungen mit Eigendynamik erfordern gelegentlich schwereres Gerät.
Eingewachsene Himalaya-Wolfsmilch ist nicht ohne weiteres zu versetzen und auch der gefühlte 30 kg schwere Hirschzungen Horst war heute eine nicht geringe Aufgabe.
... erfordern häufig großen körperlichen Einsatz.
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Also für mich sind Quartiere Flächen wo Pflanzen in der Warteschleife stehen, bis sie zum Auspflanzen kommen.
Beete, eine Pflanzung die keine Vermischung duldet und Sichtungsbeete wo ich beobachten kann wie sich die Pflanzen unter-, gegeneinander verhalten.
Aber eigentlich kann es ja jeder sehen wie er es möchte.
Für den Lernenden in punkto Beet mit Eigendynamik wäre demnach diese Fläche für mich immer ein Sichtungsbeet. Wahrscheinlich ist bei so einer Gestaltung, wobei man ja eigentlich Eigendynamik nicht gestalten kann, dieses Beet jahrelang ein Sichtungsbeet
Wie auch immer, aber es scheint, dass Beete mit Eigendynamik nicht unbedingt weniger Pflege bedeutet, sondern mehr Überlegungen in Richtung auf den Naturstandorten und Verträglichkeiten untereinander.
Wann tritt die Art in der Natur horstig auf, wann verstreut usw. Ein schwieriges Unterfangen.
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...genau genommen gibt es keine Pflanzung ohne (Eigen-)Dynamik.
Selbst die jahreszeitlich begingten Veränderungen von Pflanzen bzw. Beeten wird als (Eigen-)Dynamik bezeichnet. Selbstverständlich ist, dass jede Pflanze wächst, größer wird, und sich somit ihr Aussehen, der Platzbedarf und der Bezug zu benachbarten Pflanzen mehr oder weniger stark verändert.
Im engeren Sinne reden wir hier wohl über folgende dynamischen Phänomene:
1. Konkurrenzstarke Pflanzen verdrängen durch vegetatives Wachstum andere, konkurrenzschwächere Pflanzen. (letztlich Sukzession: Gehölze verdrängen Stauden bzw. Gräser verdrängen Stauden)
2. Stresstolerante Pflanzen setzen sich gegen weniger Stress-angepasste Pflanzen durch.
3. Ruderalpflanzen besiedeln freie, offene Flächen.
4. Pflanzen vermehren sich sehr stark durch Selbstaussaat. (häufig Pflanzen mit starkem Ruderalcharakter, dabei viele "Unkräuter")
5. Pflanzen verändern durch ihr Wachstum den Standort. (Licht, Nährstoffe, Wasser)
6. Langlebige Pflanzen überleben kurzlebige.
Wenn man sich also nach 2 oder mehr Jahren fragt, wieso hat sich mein Beet (oder Quartier) so stark gewandelt, wird man mind. auf eines, aber meist auf mehrere dieser o. g. Phänomene stossen. Wenn man analysiert, welche Pflanzen die Oberhand gewonnen haben und welche Pflanzen auf der Strecke geblieben sind, wird in der Regel eines oder zwei dieser dynamischen Phänomene die Hauptursache für die starke Dynamik (sprich Veränderung) in dem jeweiligen Beet verantwortlich sein. Im Grunde kann man die Dynamik eines Beetes planen bzw. vorhersehen, wenn man die Strategien (Konkurrenzstärke, Stresstoleranz, Ruderalcharakter, Standortansprüche) der verwendeten Pflanzen einschätzen kann und wenn man alle Standortcharakteristika (Boden, Klima, Nährstoffe...) richtig zu beurteilen weiß.
Die Dynamik ist in weiten Teilen genauso vorhersehbar (sicher nicht exakt, dazu gibt es zu viele Variable, u. a. das Wetter!) wie folgendes (sehr vereinfachte!) Experiment in der Fauna:
Man nehme ein Löwengehege und gebe einige Rehe hinein. Der Ausgang dieses Experiments liegt auf der Hand.
Gleiches gilt für ein Beet, wo die Löwen für konkurrenzstarke Pflanzen stehen (Gräser, Gehölze, "wuchernde Stauden) und die Rehe für konkurrenzschwache Stauden.
Mich würde sehr interssieren, ob und wie jemand diese Dynamik bewußt in seiner Beetplanung berücksichtigt. (...und wie gut die Vorausplanung der Dynamik funktioniert hat). Nicht zuletzt muss ungewollte und vor allem unerwünschte Dynamik mit Pflegemaßnahmen korrigiert werden. Reduzierte oder gezielte Dynamik erspart Pflegeaufwand.
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P.S.: Für alle, die das mit der "Dynamik" schon immer mal genauer wissen wollten. Hier ein sehr gut verständlicher Artikel dazu.
Insbesondere für Danilo von Fach-Interesse !? ;)
...und hier befasst sich eine Diplomarbeit damit, die Dynamik zu nutzen.
"Dynamik nutzen"
@Pearl,
Du kennst die sehr nette und kompetente Dame!
Gruß
Jo
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Tolle Links :).
Es ist doch immer wieder Klasse, daß einige die Zeit haben das Netz intensiv zu durchsuchen. So manche gute Seite würde ich nicht kennen.
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Tolle Links :).
Es ist doch immer wieder Klasse, daß einige die Zeit haben das Netz intensiv zu durchsuchen. So manche gute Seite würde ich nicht kennen.
Freut mich, dass Du damit etwas anfangen konntest.
...einmal das Netz zu durchkämmen und dabei alle Literatur zu einem Thema zusammenzutragen (geht sehr schnell !), diese Literatur zu selektieren und studieren (das braucht Zeit) bringt am Ende mehr und ist effektiver und damit zeitsparender als unzählige misslungene "Experimente" im Garten (ohne die es natürlich auch nicht geht). ;)
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Och Jo,
meine misslungenen "Experimente" im Garten finde ich jetzt auch gar nicht so übel und es lernt ungemein. ;)
Wenn ich mir das jetzt so richtig überlege, habe ich nur Experimente im Garten. Aber so ein Hang verlangt dir schon Einiges ab. ;D
Die Diplomarbeit von Fine Molz habe ich mir gerade durchgelesen. wirklich sehr informativ.
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aber ich würde wirklich von den Grundlagen ausgehen, bevor ich neuere Arbeiten ...
Also für mich sind Quartiere Flächen wo Pflanzen in der Warteschleife stehen, bis sie zum Auspflanzen kommen.
Beete, eine Pflanzung die keine Vermischung duldet und Sichtungsbeete wo ich beobachten kann wie sich die Pflanzen unter-, gegeneinander verhalten.
Aber eigentlich kann es ja jeder sehen wie er es möchte.
Für den Lernenden in punkto Beet mit Eigendynamik wäre demnach diese Fläche für mich immer ein Sichtungsbeet. Wahrscheinlich ist bei so einer Gestaltung, wobei man ja eigentlich Eigendynamik nicht gestalten kann, dieses Beet jahrelang ein Sichtungsbeet
Wie auch immer, aber es scheint, dass Beete mit Eigendynamik nicht unbedingt weniger Pflege bedeutet, sondern mehr Überlegungen in Richtung auf den Naturstandorten und Verträglichkeiten untereinander.
Wann tritt die Art in der Natur horstig auf, wann verstreut usw. Ein schwieriges Unterfangen.
In guten Katalogen findet man hinter jeder Pflanze ein Kürzel, das die Verwendung in Lebensbereichen nach Standort benennt. Beete und Beetstauden sind nicht das, was Eigendynamik entwickeln kann. Definitionsgemäß, wenn man sich an diesem System nach Hansen und Stahl orientiert. Im Hermannshof tut man das noch.
Beetstauden stehen auf vorbereiteten Pflanzflächen. Der Boden ist aufgeschlossen und mit verschiedenen Zuschlagstoffen aufgewertet. Es wird eine intensive Pflege praktiziert. Aufbinden, Zurückschneiden, regelmäßiges Düngen, Schneiden, Hacken, Jäten und vor allem Wässern! Vermieden wird peinlichst Ausläufer treibendes, sich heftig versamendes und wild wucherndes Zeug. Horstig wachsendes wird punktgenau gepäppelt. Rittersporn, Dahlien ...
So etwas habe ich nicht. In keinem meiner Gärten. Eigentlich habe ich auch keine Gärten, sondern Grabeland. Mit Wiesen, Freiflächen, Gehölzsäumen, Felsgarten, Bach ...
Standorte, an denen ich die ursprüngliche Vegetation nicht vollständig entferne, sondern nur unerwünschtes, wie Brombeeren, Brennesseln, Hahnenfuß, Löwenzahn ...
Die bepflanzten Flächen sind für mich inzwischen von ursprünglichen Quartieren - sie dienten Anfangs der Unterbringung im Exil - zu reifen Pflanzungen geworden. Die ursprüngliche Einteilung in Abschnitte von jeweils 2 x 2 m ist noch vorhanden. Inzwischen gibt es davon 45, ihre Größe hat zugenommen und sie sind miteinander verwoben.
Beete würde im Augenblick wirklich keiner mehr dazu sagen. Aus dem Stadium sind wir raus. Gewachsen. ;) ;D
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Sehr interessanter älterer Thread, wie ich finde.
Standorte, an denen ich die ursprüngliche Vegetation nicht vollständig entferne, sondern nur unerwünschtes, wie Brombeeren, Brennesseln, Hahnenfuß, Löwenzahn ...
... und diese Herangehensweise interessiert mich ganz besonders. Hast Du davon irgendwo Bilder veröffentlicht, Pearl?
In manchen Teilbereichen "meines" Parks bin ich minimalinvasiv vorgegangen, einfach so ohne konkretes Ziel vor Augen. Alles was hässlich war, kam weg (Brombeere, Brennessel, Hasenlattich, Lamium) - der Rest blieb stehen und der Eigendynamik überlassen. Heute bin ich geplättet, wie ansprechend das Ergebnis aussieht (Bilder gibt's morgen). Inzwischen denke ich daran, die Flächen durch behutsame Zupflanzung noch etwas aufzupäppeln.
Hat noch jemand Erfahrungen damit, Gartenbereiche aus dem Angebot der Natur heraus zu entwickeln? Und hat er/sie auch noch Bilder davon?
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klar habe ich Bilder. In der Galerie. Da kannst du dich nach diesen Bildern weiterhangeln.

George 3

Schwefelglanz 27_ Februar 2011

Veratrum nigrum 2011
Im Laufe des Jahres werde ich meine Bilder dann in Picasa einstellen.
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Sehr schöne Bilder ! :D :D :D
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wenn ich selber mal genau hinschaue, stimmt. ;D Bei Schwefelglanz ist das Bild vom letzten Jahr sogar ein großer Trost. :-\
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Sind die bei Dir auch erfroren?
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es hat sie kurz vor dem Durchbrechen erwischt. Jetzt haben sie eine Haube aus Matsch. Das, was weiter austreibt scheint noch unversehrt zu sein.
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Bei mir hat es einige wenige normale erwischt und den ganzen Tuff 'Schwefelglanz'. Vielleicht sind die etwas empfindlicher?
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sie sind an der sonnigsten Stelle in Deutschland aufgetaucht. Möglicherweise hat sie das geprägt. ;)
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Eigentlich habe ich auch keine Gärten, sondern Grabeland. Mit Wiesen, Freiflächen, Gehölzsäumen, Felsgarten, Bach ...
Standorte, an denen ich die ursprüngliche Vegetation nicht vollständig entferne, sondern nur unerwünschtes, wie Brombeeren, Brennesseln, Hahnenfuß, Löwenzahn ...
Pearl,
was Du beschreibst klingt sehr interessant. Erinnert mich an die verwilderten Schrebergärten in denen ich als Kind gespielt habe (die mein Schönheitsempfinden sicher mit geprägt haben). Auch wenn Dynamik dort andersherum verlief.
Habe Deine Galeriebilder beguckt. Hast Du auch Bilder vom "Großen und Ganzen" ? Würde mich sehr interessieren!
So wie Du es beschreibst würde ich es auch nicht als Quartier benennen sondern als Naturstandort mit Eingriffen (o.ä.) Mit Quartier assoziiere ich auch eher Anzuchtbeet, Mutterpflanzenquartier, sowas in der Art zumindest. (Quartier als lebensbereich kommt bei Hansen nicht vor ;) )
Ich selbst bin nie auf die Idee gekonmmen meine ... anders als Beete zu bezeichnen.
Pearl du würdest sie wahrscheinlich auch Beete nennen. Aber trotzden gibt es darin eine gewisse Dynamik. Astern, Herbstanemonen, Monarden machen Ausläufer, Akeleinen, Vexiernelken, Echinacea, Spornblumen, Primeln, Verbenen, Nasella, Achnatherum, Wolfsmilch etc. pp. dürfen sich aussamen. Ich jäte nur selektiv und hacke nicht.
Meine Ausgangssituation ist ein seit 80Jahren bis auf den letzten qm intensiv genutzter Garten in städtischer Situation. Du hast, wie mir scheint Wildwuchsflächen übernommen, in die Du nun teilweise eingreifst.
Zwei sehr unterschiedliche Situationen, mit denen man unterschiedlich umgeht. Erzähl gern mehr über Deine!
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na ja, ich habe eben von allem etwas, nur eben keine Beete. Denn diese verlangen eine Eingriffsgärtnerei, zu der ich keine Neigung habe.
Quartiere sind Flächen, die bestimmte Gattungen oder Themenpflanzen aufnehmen, die sind tatsächlich genau so wie sie heißen und von Rasenwegen umgeben. Es sind Freiflächen. F1 bis F2 so bis hs. Da ist dann schon - 2005 mit Pflug und Fräse - die meiste Wiese entfernt, was die Wiese natürlich nicht einsieht. ;) ;D
Andere Standorte sind dann in besonderen Lebensbereichen entstanden. Alles klassisch nach Hansen. Südlicher Waldrand, Wald, Wasserrand, Felsgarten. Auf diese Standorte beziehe ich mich hier, wenn ich sage, dass ich dort einige indigene Pflanzen gelassen habe.
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Hier noch die angekündigten Bilder.
Natürlich habe ich mal wieder versäumt, ein "vorher"-Bild zu machen. Die aspektbildende Pflanze war die Brombeere.
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Von Ende April bis Anfang Juli wechseln sich Oxalis acetosella, Galium odoratum und eine Stellaria-Art ab. Wie gesagt, es ist nichts gepflanzt oder gesät.
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Stellenweise vermischt mit Sämlingen von Geranium endressii (werden an dem Standort nicht zu dominant), Geranium robertianum, Tussilago farfara. Der Farn müsste Dryopteris filix-mas sein.
Das Bild ist vom Juli.
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So langsam kommt bei mir aber der Wunsch auf, meine Strategie vorsichtig zu ändern und doch noch etwas dazuzupflanzen, was zum Naturcharakter passt und im Herbst Akzente setzt. Gibt es Vorschläge?
das Bild ist vom Oktober.
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@ Pearl
Was sind denn bei Dir die "Ureinwohner", die Du gewähren lässt; gegen die sich Deine Pflanzenschätze behaupten können müssen?
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Das interessiert mich auch, da ich eine Ecke des Gartens möglichst übernehmen möchte. Ein wenig habe ich schon getan, aber der Efeu und das Immergrün am Boden (das mir gefällt), macht mich ratlos, inwieweit ich pflanzen kann. Auch habe ich grosse Ligustersämlinge, eine alte grosse Eibe und eine alte grosse Thuje, sowie eine Mauer als Begrenzung. Alleine eine Ghislaine de Feligonde ist schon geplant, beim Rest muss ich noch roden und Ordnung schaffen. Ein Farn steht auch dort, davon will ich mehr.
Im Bild habe ich schon ein wenig rumgekritzelt ...

schattenecke_0001.jpg
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So langsam kommt bei mir aber der Wunsch auf, meine Strategie vorsichtig zu ändern und doch noch etwas dazuzupflanzen, was zum Naturcharakter passt und im Herbst Akzente setzt. Gibt es Vorschläge?
Kommt mir spontan ein Pfaffenhütchen in den Sinn.
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Martina,
Wegen dem Immergrün würde ich mir keine Sorgen machen, da kann man größere Sachen problemlos hineinpflanzen. Das Efeu dürfte ein Dauerproblem bleiben, wenn man es nicht von Anfang an herausnimmt. Wenn die Thuja nicht zu nah steht und den Boden verfilzt und austrocknet, dürfte sie auch nicht stören.
Nach meiner Erfahrung ist es gerade in diesen schattigen Ecken relativ (!) leicht, Neues zu Pflanzen, ohne die vorhandene Vegetation komplett zu entfernen.
Ist es für die Rose hell genug?
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Rosana,
Gute Idee, dann kommt noch etwas Herbstfärbung rein. Euonymus planipes lässt mit dem Kahlfuß auch noch genug Platz für die Bodenvegetation. :D
Fällt noch wem etwas staudiges für den Herbst ein?
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Gillenia ginge eventuell, die hat eine schöne Herbstfärbung. Außerdem Strobilanthes, Hakonechloa macra in Grün (schöne Herbstfarbe!) und vielleicht eine robuste Hosta? Die würde im Herbst Akzente setzen. Ich würde eine grüne Wildart nehmen, das stört auch den Charakter der Ecke nicht.
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maculatum,
ich würde gerne weitere, teils schon vorhandene Pflanzen an der Stelle integrieren: eine kleinblättrige Hosta, Purpurglöckchen, ev. Akeleien und Helleboren, Schneeglöckchen, Glockenblumen ... den Efeu würde ich versuchen, im Zaum zu halten, und für die Stauden ein ordentliches Pflanzloch - ich hoffe, das funktioniert so.
Der Rose sollte es hell genug sein, die bestehende Brombeere und das Ligustergestrüpp dahinter muss ich noch entfernen. Eine komplette Schattenecke ist es ohnehin nicht, eher "gehölzrandartig".
Wo im einzelnen die neuen Pflanzen hinsollen, finde ich derzeit schwierig, zu entscheiden. Noch gibts keinen zündenden Funken.
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Maculata
Als Herbstfärber könntest du es mit Osmunda regalis versuchen, wenn Dein Boden halbwegs feucht ist. (bei mir wächst er in Kompostverbessertem Sandboden). Für den Winter vielleicht ein immergrüner Farn, zb. Polypodium vulgare .
Hast Du Buschwindröschen? Lungenkraut? Lerchensporn? Salomonssiegel? Viola reichenbachiana? (alles Pflanzen die aus dem Wald zu mir gefunden haben ;) )
Du könntest auch versuchen Kolonien von Vaccinium myrtillus anzusiedeln. Mit genug Sonne färben die auch schön!
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Es sind Freiflächen. F1 bis F2 so bis hs. Da ist dann schon - 2005 mit Pflug und Fräse - die meiste Wiese entfernt, was die Wiese natürlich nicht einsieht. ;) ;D
:) :) :) 8)
kann ich mir vorstellen !
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@ Pearl
Was sind denn bei Dir die "Ureinwohner", die Du gewähren lässt; gegen die sich Deine Pflanzenschätze behaupten können müssen?
ach so allerhand, von dem ich im Laufe des Jahres dann immer zuverlässig berichte. ;) ;D
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Fällt noch wem etwas staudiges für den Herbst ein?
Lunaria rediviva blüht und duftet relativ lange im Frühling, die Samenstände sind von Spätherbst bis in den spätwinter sehr schön, wenn sich darin die Sonne fängt.
Und sie sät sich aus. Hier steht sie in kalkhaltigem, schwerem Boden.
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Wunderbare Anregungen, Danke! :D
Katrin, Du hast mit Hakonechlora und Gillenia Volltreffer gelandet. Auf jeden Fall für den Sommeraspekt. Mal sehen, ob sich diese bräunlich - gelblich herbstfärbenden Stauden dann vom fallenden Buchenlaub absetzen können. Strobilanthes kenne ich noch nicht. Kannst Du mir da eine Art nennen? Dazu werde ich auch erst mal mein zweibändiges Expertengremium aus Jelitto / Schacht / Simon et al. befragen ;)
Sandfrauchen, Frühling und Frühsommer sind bei mir ja schon gut abgedeckt, obwohl ein richtig bunter Frühlingswald natürlich etwas tolles ist. Aber irgendwas sagt mir, dass ich an dieser Stelle so minimal wie möglich eingreifen sollte. Heidelbeere hab ich natürlicherweise auch schon hier. z.T. als Insel im Rasen.
Dunkelborus, noch ein sehr guter Vorschlag.
Im Herbst zeig ich Bilder mit Hakonechlora, Gillenia und Lunaria! :D :D :D
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Bei mir hat Eigendynamik: Schöllkraut (gefüllt und ungefüllt) im Frühjahr, ein orangefarbener Mohn, komme grad nicht auf den Namen, im Sommer bis Herbst, Klatschmohn, Veilchen (Duftveilchen, Hundsveilchen, Pfingstveilchen), Gänseblümchen, Fingerkraut (ein niedriges gelbes), Habichtskraut, einfache Margariten, Geranium pyrenaicum weiß und lila, der blöde kleine gelbe Klee natürlich auch..., Hundszunge, Natternkopf, wilde lila Scabiosen, und noch einiges andere - kurz der Garten wäre auch ohne mein Zutun immer voller Blüten...meistens reduziere ich die wilden Pflanzen in den Beeten etwas, außerhalb davon selten.
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ich würde gerne weitere, teils schon vorhandene Pflanzen an der Stelle integrieren: eine kleinblättrige Hosta, Purpurglöckchen, ev. Akeleien und Helleboren, Schneeglöckchen, Glockenblumen ... den Efeu würde ich versuchen, im Zaum zu halten, und für die Stauden ein ordentliches Pflanzloch - ich hoffe, das funktioniert so.
Den Efeu im Zaum zu halten, wird ein ewiger Aufwand sein. Gut verträglich mit Efeu sind eigentlich nur Gehölze. Wenn Du eine Mauer an der Grundstüchsgrenze hast, hast Du aber sehr gute Chancen, ihn loszuwerden.
Wo im einzelnen die neuen Pflanzen hinsollen, finde ich derzeit schwierig, zu entscheiden. Noch gibts keinen zündenden Funken.
Mein Tipp: Nicht so zaghaft! Mit dem Immergrün hast Du schon mal einen ganz guten Bodendecker, der zwar viel Unkraut fernhält, aber auch kleine Stauden beeinträchtigt. Warum unbedingt kleine Hosta? Mit einer großen hast Du dort keine Konkurrenzprobleme. Die Rose wird der Haupthingucker an der hellsten Stelle, drum herum könnte ich mir in dieser Situation noch weiße Astrantia vorstellen, oder eben Deine Heuchera. Als Gegengewicht zur Rose auf der anderen Seite die große Hosta mit Blattfarben nach Belieben, dann fehlt nur noch etwas, was den Hintergrund dicht macht - z.B. eben Glockenblumen wie Campanula latifolia var. macrantha - vielleicht ergänzt mit einem schönen Waldgeisbart wie Aruncus 'Horatio'. In dem Gerüst kannst Du dann die Helleboren, Schneeglöckchen und Akeleien nach Herzenslust verteilen. Denen musst du eventuell etwas helfen gegen die Vinca.
War das hilfreich? :D
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War das hilfreich? :D
:D Sehr!!!! :-*
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Je naturnaher ein Garten ausgelegt und interpretiert wird, desto mehr lasse ich Eigendynamik zu. In einem Prachtstaudenbeet gestatte ich zwar den gefüllten Akeleien, dass sie ein wenig herumvagabundieren, nicht aber zwischen Rhododendren. Da sträubt sich bei mir das Gefieder. Dort dürfen andere Stauden, z.B. Farne sich ausbreiten. Ein Garten ist auch ein Stück persönliche Ästhetik, nicht kopierte Natur, aber auch nicht Kraut und Rüben durcheinander. Wenn man ihm die volle Dynamik zugesteht, hat das Endresultat nach vielen Jahren nicht mehr viel mit einem Garten zu tun. Aber das ist eine Ansichtssache. Ich bin für Natur pur, aber nicht im Garten. Dieser sollte nicht abgeschleckt sein, aber man sollte ihn und seine Pflanzen zumindest im Griff haben.
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"Garten ist auch ein Stück persönliche Ästhetik, nicht kopierte Natur, aber auch nicht Kraut und Rüben durcheinander."
Da stimme ich 100% zu! ;)
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"persönliche Ästhetik" ist für mich keine mehr, wenn sie sich irgendeinem anderen - ob überliefertem oder hergelaufenen - Geschmack anpasst. Allein diese Wortbildung ist nicht mehr im Wortsinn persönlich oder bezieht sich nicht mehr auf eine Persönlichkeit, wenn sie sich auf einen Garten bezieht, der den Leuten - wem auch immer - gefallen will.
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Das verführt mich zu der Frage ob Geschmack nicht immer in gewisser Weise "hergelaufen oder überliefert" ist - denn: wodurch wird persönlicher Geschmack gebildet? Doch wohl durch das was man als Kind erlebt und gesehen hat (mit der Muttermilch aufgesogen) und durch das was man sonst später gesehen und erlebt, gelernt, gelesen und für sich als wichtig empfunden hat.
Und all das was man sich so angeeignet hat im Leben ist in gewissem Sinn durch den Geschmack vorhergehender Generationen geprägt, egal ob Biedermeier oder Klassische Moderne, Foerster oder Derek Jarman, um beim Garten zu bleiben.
Was ist daran so schlimm, wenn ein Garten gefallen will? Genau dies könnte ja für manchen ein erstrebenswertes Ziel sein und zu einem schönen Ergebnis führen?
Vorgärten z.B. sind ja in der Regel nicht nur für einen selber gemacht sondern auch dafür, dass der Vorübergehende etwas anzuschauen hat.
Kurz, mir ist nicht ganz klar, was Du mit Deinem Satz sagen willst, Pearl.
Wenn ich ihn so verstehe, dass ein Garten, so der Besitzer seelenlos Moden abkupfert oder abkupfern lässt um ihn zu gestalten, unpersönlich wirkt, stimme ich Dir zu.
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Kurz, mir ist nicht ganz klar, was Du mit Deinem Satz sagen willst, Pearl.
...Mir auch nicht
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"persönliche Ästhetik" ist für mich keine mehr, wenn sie sich irgendeinem anderen - ob überliefertem oder hergelaufenen - Geschmack anpasst. Allein diese Wortbildung ist nicht mehr im Wortsinn persönlich oder bezieht sich nicht mehr auf eine Persönlichkeit, wenn sie sich auf einen Garten bezieht, der den Leuten - wem auch immer - gefallen will.
Ich versteh das auch nicht. Wenn ich nicht davon ausginge, dass ich Gestaltungen schön finde, die andere grundsätzlich auch schön finden könnten, wäre das m.E. ein ziemlich solipsistisches Konzept, an Autismus grenzend.
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Hey Leute, man muß die Perle nicht immer verstehen :-X 8)
... Ein Garten ist auch ein Stück persönliche Ästhetik ....
Wieso "auch"??? Wieso nur "ein Stück"???
Ein Garten hat gefälligst ausschließlich die persönliche Ästhetik seines Gärtners widerzuspiegeln, sonst ist es lediglich ein Plagiat oder eine Anbiederung.
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;D wenn einem nicht völlig schnurz wäre, was andere von dem halten, was man da so alles tut - im Garten wie im Leben, dann wäre man ziemlich kindisch oder in den Arsch gekniffen.
Denn was andere von dem halten, was man tut, ist sehr von Moden, Stimmungen, Wilkür, Zufall, falscher Auswahl, Neid, Missgunst, Dünkel, ... abhängig.
Man wäre ein sehr zu bedauerndes Wesen. Außerdem hätte man von Pflanzen und Blumen nichts gelernt. Die wachsen auch nur so und blühen vor sich hin, ob sie beklatscht werden oder nicht. ;) ;D
Hier geht es um "Eigendynamik". Das ist weit ab vom Mainstream und da sei dann auch möglich eine Motivation zur Gartenarbeit zu benennen, die ganz bestimmt nicht diejenige ist, die viele teilen. ;D
Mir ist im übrigen jeder Garten, der von mir schön gefunden werden will, viel zu anstrengend. Eine Gärtnerin, die die Hände in die Hüften - etwas sehr breite Hüften - stemmt und mich herausfordernd anglotzt und mich triumphierend fragt: "Und?" ist mir in unangenehmer Erinnerung. Ich finde in solchen Situationen keine Worte. ;D
Bin aber auch dankbar, dass solche Worte in meinem Garten völlig überflüssig sind. ;) ;D Zur Erleichterung meiner guten Gartenfreunde. ;) :D
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Hey Leute, man muß die Perle nicht immer verstehen :-X 8)
Müssen muss man sicher nicht, aber nett wäre es schon, zu verstehen, was jemand meint.... ;)
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;D wenn einem nicht völlig schnurz wäre, was andere von dem halten, was man da so alles tut - im Garten wie im Leben, dann wäre man ziemlich kindisch oder in den Arsch gekniffen.
Denn was andere von dem halten, was man tut, ist sehr von Moden, Stimmungen, Wilkür, Zufall, falscher Auswahl, Neid, Missgunst, Dünkel, Missgunst ... abhängig.
Man wäre ein sehr zu bedauerndes Wesen. Außerdem hätte man von Pflanzen und Blumen nichts gelernt. Die wachsen auch nur so und blühen vor sich hin, ob sie beklatscht werden oder nicht. ;) ;D
Hier geht es um "Eigendynamik". Das ist weit ab vom Mainstream und da sei dann auch möglich eine Motivation zur Gartenarbeit zu benennen, die ganz bestimmt nicht diejenige ist, die viele teilen. ;D
Mir ist im übrigen jeder Garten, der von mir schön gefunden werden will, viel zu anstrengend. Eine Gärtnerin, die die Hände in die Hüften - etwas sehr breite Hüften - stemmt und mich herausfordernd anglotzt und mich triumphierend fragt: "Und?" ist mir in unangenehmer Erinnerung. Ich finde in solchen Situationen keine Worte. ;D
Bin aber auch dankbar, dass solche Worte in meinem Garten völlig überflüssig sind. ;) ;D Zur Erleichterung meiner guten Gartenfreunde. ;) :D
Ich stelle mir gerade einen Garten vor, der sich in Pose schmeißt um von Dir schön gefunden zu werden... ;D sehr erheiternd die Vorstellung.
Eine breithüftig glotzende Gärtnerin ist auch eine sehr schöne Vorstellung...
Ich muss gestehen, das es mich freut, wenn Besucher sich zum Garten äußern. Das kommt tatsächlich vor obwohl dieser Garten nun wirklich und ausschließlich mein(unser) eigener Spaß ist und keineswegs dafür angelegt ist herumgezeigt zu werden. Es gibt durchaus Menschen, mit denen ich Stunden herumwandeln und herumwundern kann...und das mache ich auch in anderen Gärten gern: herumgehen, schauen.
Und so kindisch, dass es mir bei ein paar Leuten nicht so ganz egal ist, was sie von mir denken, bin ich durchaus auch...als einen persönlichen Fehler sehe ich dies nicht.
Zurück zur Eigendynamik: das ist ein spannendes Feld.
Die Verbindung eines "Chaos" mit den Ideen eigener Gestaltung. Beim Zurückschneiden verfrorener Pflanzenreste vorhin habe ich schon wieder die Durchsetzungskraft der Wilden bewundert (die sind natürlich nicht zerfroren) und überlegt, wo ich sie im Zaume halten muss und wo ich ihnen freie Bahn lassen kann.
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Hey Leute, man muß die Perle nicht immer verstehen :-X 8)
... Ein Garten ist auch ein Stück persönliche Ästhetik ....
Wieso "auch"??? Wieso nur "ein Stück"???
Ein Garten hat gefälligst ausschließlich die persönliche Ästhetik seines Gärtners widerzuspiegeln, sonst ist es lediglich ein Plagiat oder eine Anbiederung.
Mich stört die Einengung zu "ausschließlich!
Was das betrifft: Sehr idealistische?, in jedem Fall unrealistische, illusorische, geradezu unsinnige Vorstellung! Es gibt unzählige große Künstler, ob Maler oder Musiker, die keine rein persönliche Ästhetik entwickelt haben. Wie soll das auch gehen! Wir leben doch nicht einzeln auf Inseln. Ästhetik entwickelt sich auch aus dem, was man um sich herum wahrnimmt. War denn der "zweite" Impressionist schon ein Plagiator, weil er den ersten kopiert hat. Sicher nicht. Wir modifizieren, erfinden im Garten, aber wir kopieren, zitieren auch. Das ist noch lange keine Anbiederung oder ein Plagiat.
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Eine Gärtnerin, die die Hände in die Hüften - etwas sehr breite Hüften - stemmt und mich herausfordernd anglotzt und mich triumphierend fragt: "Und?" ist mir in unangenehmer Erinnerung
Aber wie gehst du dann sicher, ohne es dieser liebenswürdigen Frau gleichzutun, nicht etwas geschaffen zu haben, dass nicht doch - wenn auch aus Versehen, aber das wissen ja die Betrachter nicht - den Mainstream getroffen hat? Ich stelle mir das anstrengend vor.
(... oder hast du bloß keine breiten Hüften und schaust stumm fragend?)
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ich muss mich immer wundern wie konservativ die Gartenszene ist. Immer die gleichen Wiederholungen.
Hinter "persönlicher Ästhetik" muss doch eine Person stehen, die eine Persönlichkeit sich zu eigen nennt.
Die hat doch nur derjenige, der nicht hinter anderen herrennt.
Und emanzipiert ist eine künstlerische Persönlichkeit doch auch nur dann, wenn sie nicht für den Markt oder Mäzen oder den Publikumsgeschmack schafft.
Wie sonst wären dann neue Ausdrucksformen in Musik und Bildender Kunst entstanden. Gut, die werden heute nachgeäfft und vervielfältigt, aber der Beginn war doch aus einem inneren Impuls heraus und ganz gegen die Erwartungen von außen.
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ich muss mich immer wundern wie konservativ die Gartenszene ist. Immer die gleichen Wiederholungen.
Hinter "persönlicher Ästhetik" muss doch eine Person stehen, die eine Persönlichkeit sich zu eigen nennt.
Die hat doch nur derjenige, der nicht hinter anderen herrennt.
Und emanzipiert ist eine künstlerische Persönlichkeit doch auch nur dann, wenn sie nicht für den Markt oder Mäzen oder den Publikumsgeschmack schafft.
Wie sonst wären dann neue Ausdrucksformen in Musik und Bildender Kunst entstanden. Gut, die werden heute nachgeäfft und vervielfältigt, aber der Beginn war doch aus einem inneren Impuls heraus und ganz gegen die Erwartungen von außen.
Hat DAS jemand bestritten??? Mir geht es darum, dass es wohl kaum eine AUSSCHLIESSLICH persönliche Ästhetik geben kann. Wir Menschen, auch große Künstler zitieren immer auch bereits dagewesenens oder beziehen sich darauf.
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Ich denke, es ist nicht so einfach zu trennen. Ich sehe oft Fotos (hier im Forum, in Zeitschriften, Büchern... - ich kaufe sie auch genaus deswegen) und denke: "Oh, wie genial, genau DAS pflanze ich jetzt auch!". Aber dann ändere ich die Sorte der jeweiligen Staude, ich ändere die Anzahl, ich ändere die Anordnung, ergänze, lasse weg, etwas ist ausverkauft, etwas gefällt mir besser, die Schnecken fressen eins, eins wird mir dazugeschenkt,... und dann habe ich da eben ein Beet, das eigentlich als Plagiat angefangen hat, aber dann doch sehr meins geworden ist. Ist das jetzt einfallslos?
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@Katrin,
genau das meine ich. Das ist eben nicht einfallslos. Du hast etwas neues, persönliches aus einem schonmaldagewesen entwickelt, aber durchaus auch bekanntes einbezogen.
LG
Jo
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... Ist das jetzt einfallslos?
Nein, überhaupz gar nicht !!
Jaja, Jo + Katrin, schon klar,. was ihr meint.
Sagen wir "persönliche Handschrift" dazu.
Katrin hat's ja grad beschrieben, wie's so läuft.
... und außerdem mischt "der Garten" ja noch kräftig mit - womit wir wieder bei der "Eigendynamik" wären.
Diese "Eigendynamik" kann übrigens auch eine "Richtung weisen" ... oft nicht die schlechteste ;)
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Ja, danke Potz :D :D :D
Kehren wir zum eigentlichen Thema zurück. ;)
Im Idealfall entwickelt der Garten (und sein Besitzer) seine unnachahmliche, authentische und ganz persönliche Handschrift ganz eigendynamisch.
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Ach schön - sind ja richtig spannende Diskussionen hier! :D
Ich habe in meinem eigenen Bekanntenkreis komischerweise kaum Leute, die "die Schätze" in meinem Garten überhaupt erkennen und höre mir dann oft nur die Sätze mit "ist aber viel Arbeit" an. ::) ;)
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Das ist ein ganz typischer Satz, den ich auch kenne. Oft verbirgt sich dahinter Unwissenheit, wie Du schon bemerkt hast, aber auch ein gewisses Desinteresses an der Lust im Garten zu wirken, die man sich für sich selber überhaupt nicht vorstellen kann.
Da ist ein Garten eben tatsächlich nur Arbeit und nicht ein kreatives Spiel mit der Natur in allen ihren Varianten.
So weiß ich immer sehr schnell, mit was für einer Art Mensch ich zu tun habe...
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So hart würde ich da gar nicht formulieren. Die Interessen sind halt anders gelagert.
Aber ich bin schon sehr froh, wenn ich mit Begeisterung jemand von der Vermehrungsfreudigkeit meines Podophyllum 'Spotty Dotty' oder meiner neu entdeckten Liebe für die Hühner erzählen kann ohne dass ich wie ein Allien angeschaut werde. ;D
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Neue Sichtweisen, neue Trends (man muss dieses Wort nicht mit "Verkaufsstrategie" übersetzen), Zeitgeist bis hin zu Kunstepochen, werden nicht von einzelnen Personen erschaffen sondern im Zusammenwirken von ähnlich denkenden Menschen die sich gegenseitig inspirieren. Neue Sichtweisen kommen nicht aus dem Nichts sondern von dem was vorher war.
Insofern denke ich, man sollte sich umschauen was um einen herum passiert, sich anregen zu lassen bedeutet nicht, dass man hinterher rennt.
Wenn Eigendynamik im Garten z.Zt. in vieler Leute Münder ist, regt es dazu an sich zu fragen, wie man im eigenen Garten damit umgehen will.
Ich vertraue eigentlich darauf, dass aufgeschlossene Gärtner ihren jeweiligen Weg finden, ihn verändern, ihn weiter gehen.
Die jenigen Gartenbesitzer die stur nach Schema-F rummachen sind mir einfach nur egal.
@ Nina und RosaRot das sind die "Ist aber viel Arbeit"-Sager 8)
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Ich denke, es ist nicht so einfach zu trennen. Ich sehe oft Fotos (hier im Forum, in Zeitschriften, Büchern... - ich kaufe sie auch genaus deswegen) und denke: "Oh, wie genial, genau DAS pflanze ich jetzt auch!". Aber dann ändere ich die Sorte der jeweiligen Staude, ich ändere die Anzahl, ich ändere die Anordnung, ergänze, lasse weg, etwas ist ausverkauft, etwas gefällt mir besser, die Schnecken fressen eins, eins wird mir dazugeschenkt,... und dann habe ich da eben ein Beet, das eigentlich als Plagiat angefangen hat, aber dann doch sehr meins geworden ist. Ist das jetzt einfallslos?
Einfallslos oder ehrenrührig...?
Mein Garten besteht nur aus Versatzstücken "geklauter" Gartenbilder. und ich bekenne mich dazu! ;D
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seltsame Missverständnisse. Aber wie Nina sagt, ein interessanter Verlauf dieser Diskussion.
Wir machen das, was ich benannt habe, doch auch mit der Sprache. Die Worte haben wir gehört und sprechen sie nach, aber was raus kommt ist unverwechselbar.
trolls Garten kenne ich und er ist in keinem Fall irgendetwas "geklautes". Möglich, dass da noch sehr viele verschiedene idealtypische Gartenbilder da sind. Möglicherweise wird daraus noch mehr eine Einheit. Sicher wird es das. Garten und Gärtner sind Bestandteil eines Reifeprozesses.
Aber es ist etwas ganz individuelles in trolls Garten.
Und es ist dort eben nicht so, dass ich von nach Aufmerksamkeit heischenden Stylings belästigt wurde. Keine funktionslosen antikisierenden Bauten und auch kein wahrnehmbares Verlangen von trolls Seite von mir hören zu wollen, dass er einen "schönen Garten" hätte.
Statt dessen ein ausführlicher fruchtbarer Austausch! Und am Tag vorher ein total euphorischer Wallu. Die Korrektheit in Person zerschmilzt vor leidenschaftlicher Begeisterung.
Sowas muss man erst mal ins Werk setzten können.
Warum gelingt das? Weil man sich nach einem inneren Plan richtet und man würde alles verderben, wenn man danach ginge irgendjemanden Hergelaufenen beeindrucken zu wollen oder einem irgendwie imaginären Geschmack treffen zu wollen.
Wieviel Dynamik man einem Garten gewährt ist von so vielen Faktoren abhängig. Jeder Garten ist geliehen. Es gibt im Leben von Gärtnern Krisen und Krankheiten. Das schafft sehr viel Dynamik im Garten.
Das kann man nur zulassen, wenn man down to earth ist und sich mit der Zeit ein großes Wissen über Pflanzen und Lebensräume, Lebensgemeinschaften und Klima, Techniken und Geschicklichkeiten angeeignet hat. Und beobachten wird man lernen.
Wenn alles gut läuft, dann wird man mit den Jahren und der Erfahrung einen reifen Garten haben. Der wird mit einem zusammen altern. Das geht nur, wenn man früh so klug war die richtigen Gehölze an die richtige Stelle zu setzen. Dann werden die pflegeleichtesten Pflanzungen entstehen, die es gibt. Waldsäume und Wald.
Es gibt noch ein paar alte Landschaftsparks, wie das Fürstenlager in Bensheim Auerbach, da kann man gut sehen, dass aus Dynamik Reife werden kann. So wie bei allen Lebewesen.
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wahrscheinlich habe ich schon zu viele Gärten gesehen. ;)
Bei einem für künstlerische Zwecke repräsentativen Garten hatte ich beim ersten Besuch sofort an rote Schuhe gedacht. Begleitet von einem Gefühl der Beklemmung und der Vorstellung unglaublichen Angestrengtseins. In diesem Garten ist Dynamik nur von der Gärtnerin erzeugt. Unzufriedenheit gefolgt von Umgestaltung. Obwohl der Garten absolut und perfekt ist. Mit der Gärtnerin kann man aber leider nicht über Pflanzen fachsimpeln und Erfahrungen austauschen.
Bei einem aus familiären und beruflichen Gründen sehr eigendynamischen Garten, den ich auch häufiger besucht habe, ist das Erfahrungen austauschen unendlich viel fruchtbarer und der Garten gibt enorm viel mehr her an Besonderheiten und noch nie Gesehenem. Zumal das Gesehene dann auch mit Namen benannt werden kann.
Da fällt es mir leicht mich jederzeit für Dynamik zu begeistern und ich schätze natürliche Prozesse im Garten mehr als Kontrolle, Normen und Stereotype.
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OT !!! Eigendynamik im Forum
@Perle,
"tiefsinnige", interessante Beiträge von Dir, zu so später Stunde (wie immer ;) ). Wenn wir Dich nicht hätten!!! :D :-* :D
Diese vermaledeite Kommunikationsform! Ultra-knappe E-Statements, dahingeworfene, schnellgetippte Sätze müssen doch fast zwangsläufig zu Mißverständnissen führen. Oder? Gesichtsausdruck, Gestik, Stimmlage, persönliche "Schwingungen" und Stimmungen kommen hier allenfalls zwischen den Zeilen rüber. Dann aber dicke. Die Gefühlslage ist aber für unser gegenseitiges Verständnis oft ausschlaggebend. Aber selbst von Angesicht zu Angesicht gibt es immer noch genügend Mißverständnisse. Ihr seid verheiratet? Ok, dann brauche ich das icht weiter zu erläutern. ;)
Wenn es hier nicht gerade einzig und allein um eine höchst spezielle, rationale botanische Sachfrage geht, schwingen immer auch persönliche Emotionen mit. Insbesondere dann wenn es um die persönliche Meinung geht, bei Themen wie Ästhetik, Geschmack !!! (Reizthema per se), Gartenphilosphien, also bei fast alln Themen. ;) Dann muss es ja zwangsläufig knistern und knacken. Dann schlagen die Gefühle hohe Wellen :'(, man erhitzt sich :-[, erregt sich, entrüstet sich :o >:( und beruhigt sich zum Glück wieder . :D Das macht oft den Spaß hier im Forum aus, aber manchmal auch den Ärger.
Viel Spaß beim Erhitzen. ;D
LG
Jo
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So kurz nach dem Frühstück fällt mir dazu nicht mehr ein, als das Pearl vermutlich unter den vielen Gärten, die sie schon besucht hat, eine ganze Reihe " übel verkitschter" gesehen hat. Die Beiträge verwundern mich demzufolge nicht mehr ganz so.
Selbst kenne ich nur Gärtner und Gärten, in denen man interessante Gespräche mit den Gärtnern hat und sich wohl und am Platze fühlt.
Und in genau einen solchen Garten besuche ich jetzt gleich innerhalb einer andersartigen dienstlichen Mission...ich freue mich darauf!
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Mein Garten passt sicherlich nicht in diesen Thread, weil ich versuche auf begrenzter Fläche viele Pflanzen nach meiner Vorstellung von "Garten" unterzubringen. Das verlangt immer wieder Eingriffe, die langfristige Eigendynamik verhindern.
Die Bilder, die ich dabei im Kopf entwickle, sind jedoch aus dem Besuch anderer Gärten und aus dem Betrachten von Fotos in Büchern usw. "geklaut". Wenn ich es denn in Worte fassen müsste, ist es vielleicht eine krude Mixtur aus Gertrude Jekyll, Beth Chatto und Piet Oudolf "für Arme".
Die Neu- und Umgestaltung von Beeten (Das sind sie bei mir!) erfolgt jedoch relativ spontan mit einer recht groben Grundidee aus Pflanzen, die in Töpfen herumstehen und im Garten untergebracht werden sollen und dem, was ich hier teilen kann oder dort umpflanzen umpflanzen könnte. Daraus entwickelt sich dann vielleicht auch so etwas wie Eigendynamik. Für mich bedeutet es jedoch eher "Versuch und Irrtum".
Das einzige "Beet", dass in diesen Thread wirklich passt, hat keine Erde und wächst nur in Pflasterfugen. Es besteht aus Ligularia dentata, Tellima grandiflora, Aquilegia und Ochroleuca lutea, die sich im Laufe der Jahre selbst angesiedelt haben. Hier entferne ich nur unerwünschte Beikräuter und hoffe noch auf die spontane Ansiedlung von Alchemilla und einem Geranium die sich in der Nähe schon ausgsät haben aber bis zu dieser Stelle noch nicht vorgedrungen sind. (Leider finde ich das Foto nicht mehr, dass ich vor längerer Zeit hier einmal eingestellt habe)
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Ein Beispiel für Eigendynamik zeigt das folgende Foto, das einen Teil eines Beetes mit verschiedenen Iris (eine meiner Süchte) und Mohnen zeigt. Neben den Mohnen und den Iris haben sich dort Geranium pyrenaicum in weiß und lila angesiedelt, dazu kommen Akeleien und später im Jahr einjähriger Rittersporn. Einige Bereiche hat Buglossoides purpurocaerulea unterwandert. Außerdem haben sich verschiedene Allium dort angesiedelt und vermehrt.
Das Beet sieht also keineswegs mehr so aus wie ursprünglich angelegt.
Die Zuwanderer lassen sich auch nicht unbedingt dezimieren (ich versuchte das vor Jahren mal in einem Anfall von Purismus)- mittlerweile läuft es auf das Halten eines gewissen Gleichgewichtes hinaus. Dazu habe ich noch den Hang solche ornamentalen Dinger wie z.B. Wiesen-Bocksbart usw. stehen zu lassen...

Eigendynamik im Irisbeet
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Hab das Foto inzwischen gefunden.. im Thread: Lig. dent. 'Britt-Marie Crawford' # 4. :D (Und es ist "Pseudofumaria". :P (warum müssen die immer Pflanzen umbennen. Bei mir gehören sie immer noch zu Corydalis. >:()
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Das ist wunderschön. :D
So etwas kenne ich aus dem Garten einer leider viel zu früh verstorbenen Gartenfeundin. Bei ihr war es auch eine wandernde Papaver Sorte, kombiniert mit Horsten von Iris sibirica und vielem anderem. Hier prägte Rainfarn den Spätsommeraspekt.
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So jetzt habe ich Dein Ligularienfoto gesucht und gefunden, denen scheint es da gut zu gefallen, ich versuch mal ob es mit dem Verlinken klapp, damit man es hier auch sehen kann:
Trolls Pflaster
Von C. ochroleuca kann man nie genug haben, ist eigentlich immer hübsch und passt sich gut an. Mich wundert, dass es sich noch nicht in meinem Schöllkrauthang angesiedelt hat, das müßte auch nett aussehen. vielleicht sollte ich dies mal provozieren...
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Warum trachten eigentlich so viele Pflanzenliebhaber danach, immer die neuesten Staudenzüchtungen ausprobieren zu wollen, die jedoch wesentlich mehr Pflege benötigen? Diese werden dann meist in Beete mit viel Eigendynamik (sprich Sukzession) gepflanzt, wo nach Jahren zwangsläufig der Schwächere den Geist aufgibt, in diesem Falle meistens die nicht erprobten, pflegeintensiven Beetsorten?
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... in der Praxis:
Mein Projekt habe ich kurz vorgestellt und @ maculatum (danke nochmal) hat meine vagen Vorstellung ziemlich gut getroffen.
Ich habe leider festgestellt, dass der Efeu ziemlich gut im Boden verwurzelt ist. Wie bekomme ich ihn am besten weg? Ich würde so gut es geht rupfen, und Wurzeln versuchen, zu entfernen ... ist das ok?
Gesetzt den Fall, ich habe das Stück dann relativ efeufrei - der Boden drunter erscheint mir nicht wirklich humos, sondern eher mager und knochenhart. In meinen Vorstellungen würde ich versuchen, erstmals eine Mulchschicht aufzubauen, um allmählich humoseren Boden zu bekommen. Macht das Sinn?
Es ist unglaublich schwierig, dieses Stück zu bearbeiten, die fest eingewurzelten Liguster und Co machen das nochmals heftiger.
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Knochenharten Boden habe ich zur Zeit auch. Bei mir liegt's aber daran, dass er noch gefroren ist. ;D Ich nehme an, das hast Du bei Dir sicher ausgeschlossen... ?
Wenn etwas Efeu drin bleibt, ist das kein Problem. Der gibt bei ständigem gründlichen Jäten bald (ca. 2 Jahre?) auf, sofern er Konkurrenz hat.
Besteht das Problem mit dem Boden aus hartem Wurzelfilz oder liegt es wirklich an der Bodenstruktur? Im Extremfall können wir die Eigendynamik dann erst mal vergessen. Mit mulchen ist da nicht viel zu machen...
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;) Den Frost hab ich ausgeschlossen. Es ist eher so, dass durch das längs- und querwurzeln des Efeus und den rund um die Sträucher befindlichen Wurzelfilz gefühlt die ganze Oberfläche "dicht" ist.
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Dieses Problem kenne ich. Richtig humoser Boden ist bei mir noch nie entstanden, aber - wenn du gleich pflanzen willst, aufrauen/graben - Mulchen hat bei mir immer gut geholfen, aber ja nicht zu zaghaft. Ideal wäre, so eine Fläche mindestens ein Jahr lang mit Laub, Häcksel, Kompost,... zu mulchen da hinein dann zu pflanzen. So lange hatte ich bisher nie Geduld, knorbs hat gute Erfolge mit dieser Methode.
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Kathrin, Deine Antwort kommt mir gerade recht. Ich glaube, ich werde diesen Plan auch nach und nach umsetzen, ich habe ohnehin genug Baustellen, dass ich ein wenig auf den einsetzenden Erfolg warten kann. Alleine diese Fläche vernünftig pflanzbereit zu machen, wird dauern.
Ein bisschen "Sorgen" macht mir der Standort der Rispenhortensie, sie sollte eigentlich den tiefsten Schatten bekommen - der ist auf meinem Foto auf der linken Seite nicht gegeben, dort ist Osten. Ich werde den Platz während des Jahresverlaufs auch ein bisschen in der Richtung beobachten. Sie ist eigentlich mein "Waldgeissbart" ;).
Als erstes versuche ich, die Ghislaine zu pflanzen, die habe ich ja schon, hoffe, sie hat getopft und eingesenkt überlebt. Dort tummeln sich leider noch Liguster und Brombeere. Ganz hinten (hinter der Rose, ganz beim Zaun) wären mir die Campanula "Sarastro" am liebsten, die bekommen von der Nachbarseite auch genug Licht, nur dort ist der Efeu am dichtesten (und auch eigentlich ganz hübsch so bisher).
Mulchen werde ich, wo es möglich ist, mit den letzten Kompostresten und Gehölzhäcksel. Mal sehen wie es läuft. Mit Düngergaben wie Pferdeäpfel möchte ich da noch nicht ran. Eine kleine Stelle habe ich ja ein Jahr lang mit einem Zweighaufen/Komposthaufen abgedeckt gehabt, ich bin gespannt, wie sich der Boden da drunter entwickelt hat.
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Ich werde die Eigendynamik beschleunigen und einen Minibagger einsetzen. Danach das wenige, was bereits feststeht, pflanzen den Rest so gut es geht bearbeiten, Wurzeln aussortieren etc und mulchen und den Platz dann nochmal auf mich wirken lassen. Was vom Efeu senkrecht hochwächst und überlebt hat, darf bleiben.