garten-pur

Pflanzenwelt => Arboretum => Thema gestartet von: Konterkater am 16. Oktober 2010, 15:28:15

Titel: Neue Baumreihe geplant - mit offenen Fragen
Beitrag von: Konterkater am 16. Oktober 2010, 15:28:15
Einen guten Samstag wünsche ich allen Leserinnen und Lesern,

die Nordwestseite in unserem Garten ist nach der Fällung der Cox Orange und einem Birnenbaum sehr viel heller geworden. Hier habe ich langfristig geplant, weiteren Bäumen eine neue Chance zu geben.

Diese Nordwestseite ist 25 Meter breit. Am Zaun befindet sich über die gesamte Strecke eine stachelige Brombeerhecke, die wirklich leckere Beeren zuverlässig seit dreißig Jahren hervorzaubert.

Auf der anderen Seite befindet sich eine 50 Meter breite und vielleicht 200 Meter breite Wiese, die als Pferdeweide genutzt wird.

Der Westpunkt unseres Gartens, also die linke Ecke der Nordwestseite, ist der tiefste Punkt in unserem Garten. Wenn es hier länger regnet, kann das Wasser sich bis über den Boden stauen - den Brombeeren macht das nix aus. In 100 Meter Entfernung in westlicher Richtung gibt es einen kleinen Bach. Nach Norden in Richtung Bergisches Land gibt es einen ganz leichten natürlichen Anstieg.

Am Westpunkt befindet sich weiterhin eine Gasleitung im Boden.

Fünf Meter vor dem Westpunkt befindet sich noch ein Unterlagen-Apfelbaum, den ich als Pollenspender stehen lassen möchte. 15 Meter vor dem Westpunkt ist eine Sandbirke, 5 Meter vor der Birke steht eine ausgewachsene Tanne, die viel Schatten spendet.

Die neuen Bäume sollen einen zusätzlichen Windschutz bewirken, und den sehr feuchten und sauren Boden trocknen. Weiterhin dürfen sie den Brombeeren das Licht nicht völlig wegnehmen.

Wegen der Gasleitung benötige ich in 5 Meter Entfernung einen Tiefwurzler. Hier dachte ich an eine Stileiche - so weit wie möglich in die Westecke.

An der Nordseite soll ein 40 Meter - Großbaum in vielleicht hundert Jahren stehen - möglichst weit in der Nordecke - vielleicht eine Sämlings-Blutbuche?

Dazwischen sollen Bäume stehen, die möglichst den Boden trockener machen.

An der Westseite ist wegen der Tanne sehr viel Schatten, an der Nordseite ist es sehr sonnig.

Mein Favorit für diese Herausforderung sind zur Zeit zwei oder drei Rotahorne (Red sunset). Sie sollen ein weitreichendes Wurzelsystem haben und weiterhin den Hummeln und den Bienen im März wertvolle Nahrung anbieten.

Der Boden ist sauer (pH~5,7), sehr feucht und sehr nährstoffreich.



Meine noch offenen Fragen:

Titel: Re:Neue Baumreihe geplant - mit offenen Fragen
Beitrag von: Garten Prinz am 16. Oktober 2010, 16:38:42
Die abgefallenen Blätter von Acer rubrum sind sehr giftig/toxisch für Pferden. Wenn du Pferden hat, sollte du diese Acer nicht pflanzen.

Sehe:

http://en.wikipedia.org/wiki/Acer_rubrum

Titel: Re:Neue Baumreihe geplant - mit offenen Fragen
Beitrag von: Konterkater am 16. Oktober 2010, 17:44:47
Danke Garten Prinz,

ich hätte nicht gedacht, daß ein Dreizeiler mich eventuell so zum Umdenken zwingen kann.

Auf der anderen Seite der Brombeerhecke halten sich drei Ackerpferde auf. Sie verfügen über ein sehr großes Weideland. Die oben angegebene Wiese ist nur ein Teil der gesamten Weidefläche.

Allerdings wäre die Gefahr gegeben, daß überwachsende Zweige und das abfallende Laub ein Risiko darstellen.

Aber ich habe gerade eben gelesen, daß Pferde wissen, was sie fressen dürfen und was nicht, und daß sie giftige Blätter meiden - nicht nur Ahornblätter, sondern auch die der Walnuß und der Rotbuchen.

Ich werde wohl über dieses Thema noch einiges recherchieren müssen.

Eine der für mich großen Vorteile der hübschen Rotahorne ist es, daß sie weitläufig Wurzeln bilden. Nach den Angaben von Helmut Pirc können Rotahorne bis zu 25 Meter vom Stamm entfernt noch Wurzelausläufer bilden. Darauf zu verzichten würde mir sehr schwer fallen.

Titel: Re:Neue Baumreihe geplant - mit offenen Fragen
Beitrag von: Paulownia am 16. Oktober 2010, 18:40:33
Aber ich habe gerade eben gelesen, daß Pferde wissen, was sie fressen dürfen und was nicht, und daß sie giftige Blätter meiden - nicht nur Ahornblätter, sondern auch die der Walnuß und der Rotbuchen.

Das ist richtig, wenn das Futterangebot ausreichend und der Instinkt nicht verkümmert ist.
Bei Deinen beiden Ackergäulen nehme ich durchaus Beides an. Sind ja keine verzärtelten Reitstallpferde.
Das Einzige wo ich vorsichtiger wäre, wäre Eibe und Thuja.

Nochmal zur Beruhigung:
Meine standen schon auf Weiden mit Sumpfschachtelhalm, Sumpfdotterblume und diesen Herbst konnte ich auf der Weide die Herbstzeitlose bewundern. Ringsrum von Pferden schön freigefressen.
An einer anderen Weide stand am Zaun ein wunderschöner Goldregen. Da standen meine Pferde ca. 10 Jahre und keiner hat davon gefressen.
Holunder ist auch nicht gerade verträglich, aber zur Fliegenzeit lieben die Pferde es ihre Köpfe tief in das Gebüsch zu stecken. Anfressen tun sie ihn nicht.

Also mit Ahorn, Walnuss und Co mach Dir da mal keine Gedanken.

Titel: Re:Neue Baumreihe geplant - mit offenen Fragen
Beitrag von: Konterkater am 16. Oktober 2010, 19:17:42
Danke schön Paulownia,

ich hatte mich bereits gewundert, warum in dem Buch "Ahorne" von Helmut Pirc kein Warnhinweis beim Rotahorn in Bezug auf Pferde stand.

Ich habe mittlerweile gelesen, daß der Rotahorn besonders giftig für Pferde ist und daß Teile dieses Baumes auf gar keinen Fall verfüttert werden dürfen.

Aber - wie Du ja geschildert hast - die Pferde wissen ja, was sie schlabbern dürfen und was nicht.

Und damit wäre ich wieder beruhigt bei meinen Ausgangsfragen:

• Gibt es Erfahrungen mit den angesprochenen Bäumen in positiver oder negativer Richtung?
• Wie weit sollte ich die Rotahorne voneinander pflanzen?
• Würde es die Brombeeren stören, in der Nähe auf einmal so viele Wurzelwesen zu haben?
• Würde der Boden so viel trockener werden, daß zum Beispiel die Apfelsorte Rubinola sich in der Nähe sehr wohl fühlen würde?
• Ist ein Unterlagen-Apfelbaum wirklich ein guter Pollenspender?


Titel: Re:Neue Baumreihe geplant - mit offenen Fragen
Beitrag von: Zuccalmaglio am 16. Oktober 2010, 20:04:15
konterkater,
nachdem ich deine Angaben auf einem Blatt skizziert hatte, gab es erst mal so etwas wie eine räumliche Vorstellung...

Zu den Eichen, Buchen, Ahornen kann ich dir nichts sagen, außer daß ich mit den giftigen Ahörnern doch vorsichtig wäre. Für den Fall, daß die Pferde nicht dir, sondern dem Nachbarn gehören. Ich will keinen vorauseilenden Gehorsam postulieren, aber manchmal wirkt ein Verzicht präventiv...

Mir scheint das alles im Wortsinn eine Menge Holz, was du da auf die 25m - Linie von Ecke West nach Ecke Nord bringen willst. Zusätzlich zum Bestand.

Ob die geplanten Bäume genug Sogwirkung haben, um den Boden signifikant abzutrocknen weiß ich nicht.
Wenn ja, bringt das dem Apfel zwar evtl. weniger Wasser bzw. Staunässe, dafür aber bei den genannten Baumarten (Buche, Eiche) in jedem Fall auch zu starke Konkurenz (Wurzelraum, evtl. Licht). Über die Wüchsigkeit von Acer rubrum weiß ich aber nichts.

Was meinst du mit Unterlagen-Apfel? Eine durchgetriebene Unterlage oder einen aufgegangenen Sämling aus z.B. liegen gebliebenen Äpfeln?
Über die Befruchtungseignung der Typenunterlagen (M-Reihe)weiß ich nichts. Da sie überwigend schwach bis mitteltsark wachsen, sind sie wohl eher diploid veranlagt und taugen als Befruchter.
Bei einem Sämling ist alles möglich.

Titel: Re:Neue Baumreihe geplant - mit offenen Fragen
Beitrag von: Paulownia am 16. Oktober 2010, 20:07:15
Der Acer rubrum kann 15-20m hoch werden und ca 12 m breit. Von daher ergibt sich der Pflanzabstand schon von alleine, wenn sie einzeln sehen sollen.
Sie haben Herzwurzeln und einen hohen Feinwurzelanteil im Oberboden.
Für Dene feuchte Stelle sind sie zu gebrauchen. Sie tolerieren aber auch etws trockeneren Boden.
Den Brombeeren macht das nicht viel und zu Deinem Apfel kann ich dir nichts sagen.
Titel: Re:Neue Baumreihe geplant - mit offenen Fragen
Beitrag von: ManuimGarten am 16. Oktober 2010, 20:12:45
Zu den spezifischen Fragen kann ich auch nichts beitragen.
Aber bei einem nassen Boden fällt mir automatisch Weide ein. Sie liebt feuchten Boden, zieht sicher Wasser raus, und eine romantische Hängeweide mit Brombeerwall drunter und einer Pferdekoppel dahinter - das würde sogar Rosamunde Pilcher gefallen. ;)
Titel: Re:Neue Baumreihe geplant - mit offenen Fragen
Beitrag von: Paulownia am 16. Oktober 2010, 20:15:29
Ach ja, an die habe ich auch gleich gedacht, als ich die Geländebeschreibung las.
Täte nicht nur Rosamunde begeistern :)
Titel: Re:Neue Baumreihe geplant - mit offenen Fragen
Beitrag von: Konterkater am 16. Oktober 2010, 22:07:20
Wow, die Skizze war schon hilfreich für eine Bewertung und es hat mich gefreut, daß die Skizze gezeichnet worden ist.


***************

Der Unterlagenapfelbaum entstand dadurch, daß Kaninchen die veredelte Pflanze aufgefressen haben. Der Baum ist ein Halbstamm, die Äpfel sind grün und sehr lange haltbar. Daß der Baum gesund ist, wie es sich für einen wurzelechten Baum gehört, brauche ich wohl nicht zu erwähnen. Die Äpfel können gegessen werden und der Apfelsaft ist schmackhaft.

***************

Die Pferde gehören dem Nachbarn. Die Blätter des Rotahorns sind für Pferde bei Verzehr von 700g Laubblättern giftig. Also ein oder zwei Blätter, die zufällig mit Brombeeren oder Gras gefressen werden, dürften wohl nicht viel ausmachen, wenn Bestandteile der Laubblätter wirklich die roten Blutkörperchen der Pferde zerstören können - das wäre ähnlich wie beim Blutspenden - vorübergehend dämpfend.

Die Rotahorne sind also weiterhin Bestandteile meines Planes, auch wegen der Funktion als Bienenweide im März. Daß der Pollen giftig ist wie beim Goldregen, darüber habe ich bislang nix herausgefunden. Goldregen würde ich auf jeden Fall auf den Index setzen.

Die Rotahorne sollen eine Art Wand bilden, also nicht einzeln stehen. Es würde mich freuen, wenn ein Forumsmitglied so eine Rotahornwand bereits hat. Wie eng dürfen Rotahorne zusammen stehen, so daß der Stamm nicht schief wächst?

Weiterhin mag ich die Eiche und die Buche in der schlanken Version, die sich eher ausbildet, wenn die Bäume nicht als Solitärbäume aufwachsen.

Eine Hängeweide gab es in unserem Garten bis vor zwei Jahren. Schönes bizarr-romantisches Gewächs, bei mir steht sie aber nicht an erster Stelle.

Links im Westen brauche ich unbedingt einen Tiefwurzler, wegen der Gasleitung. Und die Stieleiche ist ein nützlicher Baum. Das würde auch mein ökologisches Gewissen beruhigen, indem ich dem Ökosystem einen besonders wertvollen Baum spende, wenn ich mich schon gleichzeitig für zwei oder drei amerikanische Bäume entscheide. In der Mitte könnten ja auch einheimische und für Vögel sehr interessante Ebereschen stehen.

Die Sämlings-Blutbuche in der Nordecke könnte auch durch eine Sommerlinde ersetzt werden oder durch einen anderen Großbaum.
Titel: Re:Neue Baumreihe geplant - mit offenen Fragen
Beitrag von: ManuimGarten am 16. Oktober 2010, 22:15:34
Eiche... Buche.... das werden riiieeesige Bäume.? Die kenne ich aus Wäldern, aber nicht aus normalen Gärten.
Hier sind die Gärten ca. 15m breit, da füllt z.B. ein Walnußbaum (in der Mitte gepflanzt) den Garten in der Breite aus. Somit ist bei 25m breitem Garten grad mal Platz für 2 Großbäume....
Titel: Re:Neue Baumreihe geplant - mit offenen Fragen
Beitrag von: Konterkater am 16. Oktober 2010, 22:24:08
An der Südecke steht bereits eine ausgewachsene und vielleicht hundert Jahre alte Stieleiche - zusammen mit zwei anderen Großbäumen auf dem Nachbargrundstück - Pflanzabstand: rund 100 Centimeter.

Eine majästätische ausgewachsene Blutbuche steht in der Nähe des Solinger Hauptbahnhofs zusammen mit anderen Bäumen in einem Mini-Wäldchen, da stehen vier Großbäume auf engem Raum beieinander. Die Blutbuche selber ist dabei ein eindruckensvoller Baum; schade nur, daß es so lange dauert, bis eine Buche so eindrucksvoll wird.

So nebenbei zur Vervollständigung der Skizze: Die Gasleitung verläuft in Ost-West-Richtung.
Titel: Re:Neue Baumreihe geplant - mit offenen Fragen
Beitrag von: Paulownia am 17. Oktober 2010, 09:18:30
Wie eng dürfen Rotahorne zusammen stehen, so daß der Stamm nicht schief wächst?

Wir hatten im alten Garten 2 100jährige Linden stehen. Die sind als junge Bäume mit ca. 2m Abstand gepflanzt worden. Beide hatten einen geraden Stamm und haben sich gleichmäßig entwickelt.
Ich denke wenn Du sie mit gleichem Alter kaufst, und pflanzt dürfte das bei dem Ahorn auch kein Problem sein.
Titel: Re:Neue Baumreihe geplant - mit offenen Fragen
Beitrag von: Zuccalmaglio am 17. Oktober 2010, 10:39:38
Man korrigiere mich, wenn es falsch ist. "Sämlingsblutbuchen" gibt es doch nicht, oder?
Ich dachte, die Blutbuchen sind eine Varietät, die nur vegetativ durch Veredlung zu erhalten ist.
Oder spaltet sie evtl. frei nach Mendel auf, so daß wenigstens ein Teil der Sämlinge rotlaubig sind?
Titel: Re:Neue Baumreihe geplant - mit offenen Fragen
Beitrag von: Garten Prinz am 17. Oktober 2010, 13:12:29
Ein Teil der Sämlingen von Fagus sylvatica Purpurea is rot. In Holland werden die viel gebraucht für Hecken.

Ausgesuchte Sorten von der Blutbuche wie Riversii , Brathay Purple und Swat Margret werden veredelt auf Unterlagen von Fagus sylvatica oder Fagus sylvatica purpurea.



Titel: Re:Neue Baumreihe geplant - mit offenen Fragen
Beitrag von: Konterkater am 17. Oktober 2010, 13:13:30
Man korrigiere mich, wenn es falsch ist. "Sämlingsblutbuchen" gibt es doch nicht, oder?
Ich dachte, die Blutbuchen sind eine Varietät, die nur vegetativ durch Veredlung zu erhalten sind.
Oder spaltet sie evtl. frei nach Mendel auf, so daß wenigstens ein Teil der Sämlinge rotlaubig sind?

Nach Helmut Pirc ist der Begriff Sämlings-Blutbuche eine "Sammelbezeichnung für alle aus Samen gezogenen Blutbuchen, Wuchs wie die Art, Blätter im Austrieb dunkelrot, oft auch nur braunrot, im Sommer oft vergrünend."

Und hier könntest Du eine Sämlings-Blutbuche bestellen:

 http://www.eggert-baumschulen.de/products/Laubgehoelze/deutsch-botanisch/R/Fagus-sylvatica-purpurea.html
Titel: Re:Neue Baumreihe geplant - mit offenen Fragen
Beitrag von: Konterkater am 17. Oktober 2010, 13:18:54
Wir hatten im alten Garten 2 100jährige Linden stehen. Die sind als junge Bäume mit ca. 2m Abstand gepflanzt worden.

Eine Frage an eine ehemalige Lindenbesitzerin:

Was mich von der Linde ein wenig abhält ist die Tatsache, daß sie zu dem Zeitpunkt blüht, wenn die Brombeeren blühen.

Einmal ganz davon abgesehen, daß ich das nicht mehr erleben würde, aber ich will es halt möglichst gut machen.

Wenn die Linden blühen, interessieren sich die Bienen und Hummeln dann überhaupt noch für andere Blüten, die auch in der Gegend sind?
Titel: Re:Neue Baumreihe geplant - mit offenen Fragen
Beitrag von: Staudo am 17. Oktober 2010, 13:31:01
Na klar. Angebot schafft Nachfrage. ;)
Titel: Re:Neue Baumreihe geplant - mit offenen Fragen
Beitrag von: Sabrent am 17. Oktober 2010, 14:18:44
Unsere Hauptstraße heißt zwar "Bahnhofstraße", müsste aber "Lindenallee" heißen, denn sie ist von alten Linden besäumt, und zur Blüte ist hier ein einziges Brummen zu vernehmen. Die Anwohner haben deshalb aber keinerlei Probleme in ihren Gärten/Vorgärten, was die Brummer anbelangt. Ebensowenig gibt es Bestäubungsprobleme in unserem Garten wegen der über 100jährigen Linde direkt neben dem Haus; vermutlich sind die Lindenblüten nur eine kurzzeitige Ergänzung des Angebotes.
Titel: Re:Neue Baumreihe geplant - mit offenen Fragen
Beitrag von: Konterkater am 17. Oktober 2010, 14:57:13
Richtig, Linden bereichern nur für einen bestimmten Zeitraum das Nahrungsangebot.

Was ist aber genau während der Blütezeit? Genau zu diesem Zeitpunkt, wenn Linden blühen, blühen unsere Brombeeren, die im Moment gut beflogen werden zu dieser Zeit.

Und die Linden sollen in ihrer Blütezeit solch starke Anlockdüfte freisetzen, daß die Bienen geradezu fixiert sein sollen auf die Linde, die obendrein noch ein großer Baum ist; eine Sommerlinde kann sicherlich ganze Bienenvölker versorgen.

Hätten die Blüten der Brombeeren unter und vor allem 10 Meter westlich neben der Linde eine Chance auf Beachtung?

Staudo sagt ja, gibt es noch weitere Meinungen dazu? Es würde mich freuen.



Titel: Re:Neue Baumreihe geplant - mit offenen Fragen
Beitrag von: Sabrent am 17. Oktober 2010, 16:32:59
Tut mir Leid, ich habe nichts Obstiges, was zur gleichen Zeit blüht. Der Garten beginnt ca. 20 m entfernt von der Linde, und hier ist z.B. der Lavendel dann nicht entvölkert - zumindest soviel konnte ich beobachten.
Titel: Re:Neue Baumreihe geplant - mit offenen Fragen
Beitrag von: Paulownia am 17. Oktober 2010, 17:31:47
Das Beispiel mit den 2 Linden hatte ich jetzt nur wegen den 'geraden Stamm', nachdem Du ja gefragt hast, angebracht. Ich wollte jetzt keine empfehlen, da Du Dich, wie es sich für mich anhört, eh schon für eine Baumart entschieden hast. ;)

Zum Bienenmagnetismus kann ich jetzt auch nichts sagen und Brombeeren standen bei uns nicht. Bin zwar keine Biene, aber ich denke die nehmen schon das breite Angebot. Bestäubungsprobleme hatten wir jedenfalls bei keiner Pflanze.
Titel: Re:Neue Baumreihe geplant - mit offenen Fragen
Beitrag von: Konterkater am 17. Oktober 2010, 19:11:05
Danke für Eure Einschätzungen.

Es ist richtig, zur Zeit denke ich, daß ich mich im Hinblick auf die Baumart schon entschieden habe - mit Ausnahme der Nordecke (Sämlings-Blutbuche oder Sommerlinde).

Nur die Zahl der Rotahorne (zwei oder drei) ist noch offen, da ich möchte, daß die weitreichenden Ahornwurzeln vor allem im Süden ihr Glück versuchen, um dort den Boden zu trocknen, wenn sie merken, daß im Osten und im Westen schon einiges los ist, im Süden aber noch nahezu alles frei für die Durchwurzelung ist.

Auf der anderen Seite möchte ich natürlich, daß es allen Bäumen gut geht und daß insbesondere die Herbstfärbung der Rotahorne voll zur Geltung kommt im September, wenn sehr viele Gartenarbeiten anfallen.
Titel: Re:Neue Baumreihe geplant - mit offenen Fragen
Beitrag von: Danilo am 17. Oktober 2010, 21:21:18
Konterkater, das Linden"problem" läßt sich ganz einfach lösen, da die Lindenarten gestaffelte Blütezeiten haben und es für Dich vermutlich keine Rolle spielt, welche Art Du pflanzt, da alle ähnliche Ansprüche haben und auch vom Habitus von Laien kaum zu unterscheiden sind. Allerdings müßtest Du dann noch rausfinden, welche Art in puncto Blütezeit für Dich geeignet wäre, bzw. wie sich witterungsabhängig die Hauptblütezeit der Brombeeren relativ zu der der Linden verschiebt, um zu vermeiden, daß die Linde am Ende doch noch ihre Blütezeit in die der Brombeeren legt.
Wie Staudo sehe auch ich die Linden nicht als Konkurrenz, sondern als Bereicherung für ihr Umfeld. Zumindest meine eigenen Linden werden ohnehin deutlich stärker von Hummeln als von Bienenarten besucht. Meine Brombeeren hab ich diesbezüglich noch nicht beobachtet, da könnts genau andersrum sein, denn die Rosaceae werden hier wiederum eher von Bienen frequentiert, würde sich also ergänzen.

Und zur Herbstfärbung: Linden erscheinen mir als würdige Partner für rotfärbende Ahorne :D

(http://i619.photobucket.com/albums/tt277/roflol/th_Tilia.jpg)