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Pflanzenwelt => Arboretum => Thema gestartet von: Toffeeholix am 20. Februar 2011, 13:52:28
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Hallo,
ich möchte als Windschutz gegen die Winter-Westwinde einen an den Garten angrenzenden Streifen bepflanzen, circa 60 Schritte mal 35.
Das Gelände ist zur Nord/Ostecke abfallend mit einem Teich.
Im Winter läuft das gesamte Stück fast zu einem Viertel voll.
An den Längsseiten schließen sich dünne Streifen mit Mirabellen, Ahorn, Eschen, Holunder, Esskastanien und Ebereschen an, außerdem auf der Westseite einige Haselnüsse und Hartriegel.
Die Bäume stehen seit 20 Jahren und sind untenrum ziemlich kahl.
Die Schneewehen in diesem Winter im Garten demonstrierten auch den fehlenden Schutz
Wegen der Ahörner nutzen wir das Stück nicht mehr, da wir zeitweise Pensionsponys beherbergen.
Nach der Aufstellung für nasse und überschwemmte Böden von v.Ehren sind als Nadelhölzer geeignet Thuja occidentalis , Metasequoia glyptostroboides und Taxodium distichum, dazu einige Pinus und Picea-Sorten.
Hat jemand Erfahrung mit Thuja an nassen Standorten?
Ich hoffe auf Eure Erfahrungen.
Dazwischen würde ich gern ein paar Laubbäume setzen wie Traubenkirschen (Prunus padus).
Geht das oder gehen die Thuja ein, wenn die Laubbäume höher werden?
Der Boden ist sandiger Lehm.
Die ausgewachsenen Rotbuchen und Hainbuchen haben hier kein einziges Blatt mehr, von den Ligusterbüschen immerhin noch zwei, die in einer sehr geschützten Ecke stehen.
Die beiden großen Kirschlorbeerbüsche hatten in den letzten Wintern keine Schäden, die große Mahonie im Winter 2009/2010 schon.
Der Winter hat uns hier übrigens voll im Griff, in der Sonne an der Hauswand ist die Temperatur auf stolze 1° minus angestiegen
Ciao Anne
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Die Frage ist wie lange das Stück überschwemmt ist?
Vermute das die Thuja einige Zeit wachsen werden und sich dann verabschieden. Nasse Füße mögen immergrüne Gehölze genausowenig wie Laubgehölze.
Gemischte Hecken habe ich noch nie gesehen. Ich kenne nur Hecken bei denen davor oder dahinter Laubgehölze gepflanzt wurden.
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Die Frage ist wie lange das Stück überschwemmt ist?
Das im Winter überschwemmte Viertel will ich freilassen.
Gemischte Hecken habe ich noch nie gesehen. Ich kenne nur Hecken bei denen davor oder dahinter Laubgehölze gepflanzt wurden.
Also sollte man einen Fichten/Laubmischwald als Vorbild nehmen? gibt es sowas?
Ich hab noch nie ausgewachsene Thujas gesehen. Ich befürchte ja, dass sie freistehen müssen, um sich zu entfalten.
Ciao Anne
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Thuja hat überhaupt kein Problem mit nassen Böden, im Gegenteil. Als Charakterart der sumpfigen, staunassen Bruchwälder Nordamerikas entspricht dies sogar am ehesten ihrem natürlichen Habitat.
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Prinzipiell vetragen nur die folgenden Immergrünen zeitweise Überschwemmungen:
Picea sitchensis
Thuja occidentalis in Sorten
Thuja plicata
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Hallo Anne,
wenn Du eine Sorte suchst, die rasch wächst und von innen nicht so schnell braun wird, schau mal nach Thuja plicata 'Exelsa'.
Als einzeln stehende Thuja, die Schutz bieten soll, ist sie ideal.
Schön ist auch Thujopsis dolobrata mit sehr viel gröberen Nadeln als eine Thuja. Ich weiß jedoch nicht wie viel Nässe sie an den Füssen verträgt.
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Picea sitchensis ist aber eher was für nassen Sand als für schweren Lehm.
Auch Picea mariana (Schwarzfichte) wächst auf versumpften Böden, vielleicht auch Picea glauca, wenn´s nicht dauernass ist.
Was ist mit Pinus silvestris? Die wächst immerhin auch noch im Randgehänge von Hochmooren und geht im kontinentaleren Klima sogar auf die Moorfläche selbst.
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..."Der Boden ist sandiger Lehm." na dann hoffe ich mal, dass der Sand in der Mehrheit ist. ;D
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Naja, Picea und Thuja sind ja nicht gerade sehr windfest.
Wenn es in erster Linie um Windschutz gehen soll, Platz genug vorhanden ist, würde ich Cupressoparis leylandii nehmen.
Ansonsten den Strauchbestand mal radikal zurückschneiden damit er sich wieder von unten bestockt.
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Tja, die Windfestigkeit...
Wie gut und tief Fichten und Thuja wurzeln, hängt auch vom Boden ab.
Es ist nicht so, dass Fichten automatisch Flachwurzler sind - nur werden sie meist auf Standorte gesetzt, wo ihnen gar nichts anderes übrig bleibt. Die tiefgründigeren Standorte bleiben oft "besseren" Gehölzen vorbehalten.
Cupressocyparis als Windschutz in Zone 7a - das könnte in strengen Wintern Schäden geben.
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Wir hatten in 7a Westseite und Nordseite Cupressoparis stehen. Das war kein Problem. Die gelben jedoch 'Castlewellan Gold' hatten da schon Frostschaden.
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Cupressocyparis als Windschutz in Zone 7a - das könnte in strengen Wintern Schäden geben.
v.Ehren führt die unter trockenheitsverträglich.
Mehr Lehm als Sand, außerdem stellenweise noch purer Lehm als Aushub vom Vertiefen des Teichs
Ist die Thuja plicata genauso winterhart wie die occidentalis?
Was würdet ihr als Pflanzabstand nehmen für die Thujas? 2-3 Meter? Für die Plicatas noch mehr? Ich könnte mir schon vorstellen, versetzt ein paar Gruppen zu bilden und dazwischen ein paar Laubbäume.
Ciao Anne
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Thuja plicata ist hier in 7b genauso hart wie Thuja occidentalis.
Bei dem Pflanzabstand kommt es darauf an wie groß Deine Fläche ist und was Du dazwischen pflanzen willst.
Für 'Excelsa' würde ich persönlich eher 4-5 als 3 Meter Abstand wählen. Die Sorte wächst schnell in die Höhe und Breite, wenn Du sie nicht schneidest.
Hast Du neben Traubenkirsche vielleicht auch an die eine oder andere schwächer wachsende Birke (Betula albosinensis, B. ermanii, B. pendula 'Purpurea' oder B. utlis) gedacht. Die werden viel zu wenig gepflanzt.
Sorbus wegen Fruchtansatz hast Du ja schon. Dazu Viburnum opulus, Ilex aquifolium Sorten, Physiocarpus 'Diabolo' und einige der vielen Cornus alba und sanguinea Sorten als strauchigen Unterwuchs.
Das könnte eine standortgerechte Pflanzung sein, die das ganze Jahr etwas hermacht.
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Mich wundert, dass Hilliers bei Koniferen für feuchte Lagen keine Thujen aufführt. Seid ihr sicher, dass diese Arten sehr gut dort zurecht kommen?
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Thuja ist sicher kein Taxodium. Nicht dauerhaft überschwemmte, feuchte Böden müssten sie eigentlich tolerieren.
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Du schreibst "müsste". Hast du entsprechende Erfahrungen?
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Man kann Bäume auch auf kleine Hügel pflanzen. Dazu stellt man den Ballen einfach auf den Boden und füllt rundherum Erde an.
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Und bei nächsten etwas stärkeren Wind fallen sie um?
Wenn es kein größerer Hügel ist, dürften die 30-50 cm keinen wesentlichen Unterschied machen.
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Ja.... in der Baumschule sind einige Ackerstücke an einem Bachlauf mit Thujen bepflanzt, die sehr grundwassernah sind.
Die Pflanzen wachsen dort zufriedenstellend. Ich würde jedoch auch keinen Lebensbaum pflanzen, wenn zu erwarten ist, dass er mehrere Wochen im Jahr im Wasser steht.
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Das kommt darauf an. In unserer Niederung pflanze ich Bäume sehr oft in solche Hügelchen. Die trocknen relativ schnell wieder ab und 30 cm können bei feuchtem Untergrund viel sein.
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Mir fällt dazu auch noch ein Forststandort ein, auf dem ein um 1900 innovativer Forstmann mit Namen Erdmann neben vielen anderen untypischen Forstbäumen auch Thuja occidentalis aufgepflanzt hat.
Der Boden ist lehmig, feucht bis nass und die Thujas sind inzwischen zu mächtigen Exemplaren herangewachsen.
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Das passt schon: "Thuja occidentalis grows naturally in wet forests, being particularly abundant in coniferous swamps ...."
und Zitat (!)
"It commonly grows in cool, moist, nutrient-rich sites, on mostly calcareous soils that are neutral or nearly so -- lakes and river shores, uplands, cliffs, and talus, at 0-600 (-900) meters elevation. Although it grows best on well-drained sites, it may be dominant in swamps. In cultivation, it grows in a wide variety of soils."
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Danke! Das erhellt.
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Die Thuja plicata Excelsa sind Flachwurzler.
Könnte es passieren, dass bei Sturm die gesamte Baumscheibe rausgerissen wird?
Ich hab da so Bilder von umgekippten Fichten (?) vor Augen.
Kriegen würd ich die hierzulande immerhin in Vaale bei Eggert , Containerware 40/60 oder 60/80.
Da hüpft dann immer soviel Ungeplantes in den Einkaufswagen, wenn man denn schon mal da ist. Schlimm, schlimm
Ciao Anne
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Ich habe mir noch einmal deinen Eingangsbeitrag durchgelesen. So ganz klar ist mir der Standort noch nicht.
Warum ist der Standort nass? Ist der Teich ein von Grundwasser gespeister Naturteich? Gibt es Quellen oder hast Du im Untergrund eine Sperrschicht, die ein schnelles Versickern von Oberflächenwasser verhindert und damit für einen saisonal wechselnden Grundwasserstand sorgt?
Ich vermute, in beiden Fällen werden ohnehin nur relativ flach wurzelnde Gehölze gedeihen, die entweder mit wechselndem oder dauerhaft hohem Grundwaserstand zurechtkommen. Fagus sylvatica und Carpinus betulus bilden übrigens auch nicht unbedingt ein sehr tief gehendes Wurzelsystem aus.
Eine vielfältige Mischpflanzung verschiedener immergrüner und laubabwerfender Gehölze dürfte auch die die Windanfälligkeit verringern.
Warum dann keine Thujas?
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Tupelobäume(Nyssa) sind zwar nicht immergrün kommen aber mit nassen Standorten gut zurecht.
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Ich habe mir noch einmal deinen Eingangsbeitrag durchgelesen. So ganz klar ist mir der Standort noch nicht.
Warum ist der Standort nass? Ist der Teich ein von Grundwasser gespeister Naturteich? Gibt es Quellen oder hast Du im Untergrund eine Sperrschicht, die ein schnelles Versickern von Oberflächenwasser verhindert und damit für einen saisonal wechselnden Grundwasserstand sorgt?
Der Oberboden besteht aus einer 18 Meter dicken Lehmschicht, sagt der Brunnenbauer. Jede Senke ist nach Regen ein Teich, solange, bis der Wind ihn austrocknet.
Diese Stelle ist nun mal der tiefste Punkt in der westlichen Umgebung des Bauernhofes.
Unsere Vorgänger bekamen damals vom Kreis die Auflage, diese Stelle zu vertiefen, als Auffangbecken für das Oberflächenwasser der einen Scheune und eventueller Sickersäfte des Misthaufens.
Wir sind hier nicht an die Kanalisation angeschlossen, wie man sich denken kann.
Eine Mischung von Laubbäumen und Thujas könnte ich mir auch vorstellen.
Was war noch mal der Vorteil von den Plicatas, dass sie so schnell wachsen?
Ciao Anne
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Mit dem Boden kommt Thuja occidentalis besser zurecht als Thuja plicata.
Eine Mischung von Laubbäumen und Thujas könnte ich mir auch vorstellen.
Unsere einheimische Stieleiche dürfte dort gut gedeihen. Sie verträgt solche Lehmböden, die auch mal überschwemmt sein dürfen, allerdings keine ununterbrochen nassen Füße.
Und schau mal unter Hartholzaue, dort wirst du noch mehr einheimische sommergrüne Gehölze finden.
Ein in Nordamerika heimischer sommergrüner Laubbaum für solche Standorte wäre der Amberbaum (Liquidambar styraciflua).
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Hallo Anne,
soweit ich es richtig verstanden habe, suchst Du immergrüne Bäume. Damit fallen die sehr feuchtigkeitsliebenden Metasequoia glyptostroboides und Taxodium distichum weg. Beide sind laubabwerfend und keine Nadelbäume, auch wenn es so aussieht. Ansonsten sind beide ganz tolle Bäume und sehr zu empfehlen.
Zu immergrün und feuchtigkeitsliebend fällt mir im Moment leider auch nichts ein.
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Na ja, da muss ich doch heftig widersprechen.
Natürlich sind Metasequoia und Taxodium Nadelbäume, nur sind sie nicht immergrün.
Aber 2 sehr schöne Bäume auf feuchtem/nassen Standort. Taxodium kann man sogar ins Wasser pflanzen. Allerdings nicht so schnellwüchsig wie Metasequoia.
Viele Grüße
Wolfgang
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Danke für alle eure Tipps. Hartholzaue ist ergiebig beim Googeln
Wir haben ja noch eine weitere nasse Senke in unserer Aufforstung, wo bisher nur Erlen, Weiden, Flatterulmen und ein Taxodium wachsen.
Eschen haben hier leider die Zurücksterbkrankheit. Von unseren Alten sieht nur noch einer einigermaßen gesund aus. Die meisten haben ihre hier schon gefällt.
Was mir noch fehlt, sind andersfarbige Hartriegel. Ich hab nur den normalen dunkelroten, davon aber Unmengen
Und was ist mit Sequoia sempervirens?
Davon hab ich noch ein paar getopfte, die ersten haben jetzt draußen 2 Winter hintereinander gut überstanden, stehen aber nicht in einem nassen Frostloch.
Ciao Anne
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Und was ist mit Sequoia sempervirens?
Davon hab ich noch ein paar getopfte, die ersten haben jetzt draußen 2 Winter hintereinander gut überstanden, stehen aber nicht in einem nassen Frostloch.
Das bleibt ein Wagnis. Die Art liebt zwar hohe Luftfeuchtigkeit, am besten häufigen Nebel, aber der Boden ist sicher nicht optimal.
Außerdem liebt diese Baumart Waldlage und nicht so sehr Einzelstellung.
In windexponierten Lagen, zumal noch in Frostlöchern, wirst du mit Schäden rechnen müssen.
Allerdings besitzt der Baum ein recht hohes Ausschlagvermögen und kann sich aus aus älterem Holz regenerieren.
Mit etwas Glück wird die Art lange durchhalten. Aber ein Baum, der womöglich selbst Windschutz gibt, wird das kaum werden.
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Wollemias Antwort zu Sequoia ist nichts mehr hinzuzufügen.
Hartriegel: Es gibt die sehr schönen hellroten, allerdings sehr ähnlichen Cornus sanguinea ' Midwinter Fire' und 'Winter Beauty', außerdem die gelben Cornus stolonifera ' Flamiramea'. Ein schöner passender Kontrast dazu ist die gespenstisch weiß wirkende Salix irrorata. allerdings immer mal zurückschneiden, die jungen Zweige sind noch auffälliger.
Etwas dunkler rot als Sibirica ist Spaethii.
Viele Grüße
Wolfgang