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Pflanzenwelt => Kräuter, Duft- und Aromapflanzen => Thema gestartet von: moos am 26. August 2011, 20:17:31
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Hallo Experten,
wie weit schneidet Ihr euren Lavendel zurück? Nur die Blütenstände oder bis ins Holz?
LG
Gunda
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Hi, ich fühle mich zwar nicht als Experte, aber antworte jetzt trotzdem mal.
Ich schneide jetzt nur die Blütenstände zurück und schneide ihn hart im Frühjahr, wenn der Neuaustrieb kommt.
Wenn man Lavendel nicht hart schneidet wird er ziemlich stakelig und nicht schön buschig.
Grüße Astrid
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So mache ich es auch. Wenn viele L. beieinanderstehen, lasse ich den einen oder andern höher wachsen, das gefällt mir besser.
An wirklich geeigneten Plätzen kann man ihn auch einfach wachsen lassen, im Nachbardorf ist einer, der etwa 1m hoch ist.
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...so kann man es sicher auch machen.
Der ideale Zeitpunkt für den Schnitt ist unmittelbar nach der Blüte, also in der regel Ende Juli bis Mitte/Énde August, je nach Art und Sorte. Damit die Lavendelbüsche kompakt bleiben schneidet man nicht nur die Blüten ab, sondern auch einen Teil der Zweige. Wichtig ist dabei, dass unterhalb sich der Schnittstelle noch grüne Blattansätze befinden.
Mein Staudengärtner sagte mir neulich, dass man Lavendula angustifolia (aber keine Hybriden davon!) sogar bis tief ins alte Holz zurückschneiden kann.
Auf keinen Fall schneidet man Lavendel im Spätherbst oder gar im Frühwinter zurück.
Auf sehr magerem, trockenen Boden bleibt Lavendel von selbst kompakt. Ein Schnitt ist kaum erforderlich.
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Astrid, ich schneide auch wie du, nach der Blüte nur die Blütenstängel, im folgenden Frühjahr bis ins letztjährig gewachsene Holz.
Wenn man Lavendel nicht hart schneidet wird er ziemlich stakelig und nicht schön buschig.
Vorsicht vor zu hart:
Ich habe bei einem im neuen Garten übernommenen Lavendel, der jahrelang gar nicht geschnitten wurde, im Frühjahr zu hart, = zu tief, anscheinend ins mehrjährige Altholz gesäbelt. Das hat ihn dann sein Leben gekostet. :-[
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...ja, siehe oben
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Ja. ;)
Ich hatte das vor dem Tiefschneiden auch schon gewußt.
Aber dummerweise hatte sich einerseits der Lavendel schräg fast über die gesamte Breite von 3 Treppenstufen gelegt, man kam kaum noch an ihm vorbei in den Garten.
Andererseits aber: manche Fehler muß man wider besseren Wissens anscheinend doch selber machen. Das nennt sich dann: vielleicht klappt es ja dohoch. ::)
Hinterher weiß man dann genau, was man vorher auch schon wußte... ;)
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In Frühjahr schneide ich den Lavendel bis ins Holz zurück, im Sommer lass ich ihn stehen wie er ist. Wenn ich Lust habe, werden die Blüten abgeschnitten, aber eher nicht........
Wird der Lavendel zu spät im Jahr bis ins Holz geschnitten, ist die Gefahr höher, dass er den Winter nicht überlebt :-\
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Ich hatte über vier (?) Jahre einige Lavendebüsche ungeschnitten in einem sehr trockenen, vollsonnigen Beet. Sie blieben von sich aus sehr schön kompakt, bekamen aber auch einen ordentlichen Umfang.
Im Frühjahr mussten sie raus und der Einfachheit halber habe ich sie nahezu bodeneben abgeschnitten, es war nur noch altes, laubloses Holz übrig. Ich rechnete nicht wirklich damit, dass sie das überstehen und hatte sie nur im Garten eingeschlagen.
Gerade vorgestern sind sie wieder in ein Beet gezogen - sie haben nämlich wieder sehr üppig ausgetrieben! :D
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Danke für eure vielen hilfreichen Antworten :)
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btw...mittlerweile habe ich mir angewöhnt den lavendel so oft als irgenmöglich zu schneiden, in form zu bringen etc etc...aber eben auch nie mehr im herbst, sondern lieber im frühjahr...da mir oft "die traute" zum harte schnitt im frühjahr fehlt, gleiche ich es durch quasi ständigen schnitt wieder aus...es funktioniert
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Ja. ;)
(....)
Andererseits aber: manche Fehler muß man wider besseren Wissens anscheinend doch selber machen. Das nennt sich dann: vielleicht klappt es ja dohoch. ::)
Hinterher weiß man dann genau, was man vorher auch schon wußte... ;)
@Albizia,
ja das ist ein wahres Wort. Man muss manches selbst mal erfahren haben. Man muss nicht jeden blöden Anfängerfehler machen, aber zu Wagnissen und Experimenten - wider VERMEINTLICH besseres Wissen - sollte sich jeder abenteuerlustige und innovative Gärtner immer wieder hinreißen lassen. Dabei zahlt man zwar auch viel Lehrgeld, aber man kommt auch nicht selten zu neuen überraschenden, wundervollen Erkenntnissen.
LG
Jo
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ja, definitiv:
bei mir im garten brauchte lavendel immer ewig um sich zu etablieren: schattig, feuchter schwerer boden, großes gedränge in der nachbarschaft....einige lavendelpflanzen habe ich im versuch, sie "richtig" zu scheniden, quasi tot geschnipelt...andere ließ ich vergessen mit einem einzigen trieb halt wachsen, wie sie wollten (nach dem moto: stirb alleine udn in frieden, armes viech)...ud siehe da: aus diesem einen trieb haben sich dann ganze drei totgeglaubte lavendelpflanzen zu herrlichen sträuchern entwickelt, die sich dann auch wunderbar in form udn buschiger schneiden ließen....ein traum in meinem garten bis die harten beiden winter in den letzten beiden jahren kamen :'( :'( :'( :'( :'(
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@ roro, du hasts wirklich nicht leicht! Wenn ich in der Lotterie gewinne kaufe ich einen grossen Garten für dich!!!!! ;D ;D :D ;)
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;)
aber nur, wenn ich mein kleines schattiges hinterhofgärtchen behalten darf 8)...nur eben...so ein mediterranes kraüter-duftgärtlein mit allerlei verschiedenen thymian und thymianpolstern über steinig sandigen beeten.... und rosen...lavendel und verbene, und zitronenkraut
rosmarin
santolini viridis
griechischer bergtee
und
und
und
(schmacht)
:D
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Schaumermal, aber wenn du jemals hier erscheinst mit einem Arm Lavendel im Arm, jage ich dich vom Hof!!!!!!! ;D ;D ;D
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@rorobonn,
man könnte Lavendel in einem kleinen Schotterbeet, welches nur 1-2 m2 groß sein muss, pflanzen. Dazu sollte die schwere Gartenerde 30cm tief mit ca. 80% Sand und Schotter (Körnung 0-30 mm) gemischt werden. Dann haben mediterrane oder nässeempfindliche Pflanzen die allerbesten Voraussetzungen zu gedeihen und sich Art-typisch zu entwickeln.
Selbiges habe ich in meinem Garten auch gemacht, um neben Lavendel auch Cistus und andere südliche Sonnenkinder zu pflanzen.
LG
Jo
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du hast völlig recht: da gibt es immer einiges an möglichkeiten
ich selber befinde mich dann aber immer in einem merkwürdigen zwiespalt, wo ich eine grenze ziehe zwischen "lieben pflanzen möglichst gute lebensbedingungen bieten " und "dem garten meinen wilen aufzwinegn" bzw "nicht auf das hören, was dergarten selber "will" und sagt", wenn du weißt, was ich mit diesem komisch anmutenden satz sagen will??
ich kann nicht sagen, dass ich da immer sehr konsequent oder einheitlich in meinen entscheidungen bin...manchmal habe ich gute erfahrungen udn schöne neue erkennnisse gewonnen, wenn ich mehr auf den garten und die vorhandenen gegebenheiten geachtet habe (duftender schattengarten), mitunter herrliche freude an gestalterisch hart an der grenze zu "mit gewalt in eine richtung, die ich will" zwingend ghabt, wenn pflanzen, die ich mag, aber eigentlich nicht in meinen gaten gehören, dort einen platz bekommen, wo sie dann doch sich etablieren (duftpelargonien, salbei, lavendel, thymian)...langfristig bin ich aber immer öfter der meinung: den garten einfach "machen lassen": anbieten, aber nicht zwingen...versuchen, aber nicht traurig sein, wenn es nicht klappt: ich finde immer, der garten zeigt einem schon immer ein wenig selber, was möglich ist...und das übersteht dann auch immeran besten plötzliche extreme, wie überraschende winter u.oä.
zu naiv-philososphisch?? 8) ::)
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Schaumermal, aber wenn du jemals hier erscheinst mit einem Arm Lavendel im Arm, jage ich dich vom Hof!!!!!!! ;D ;D ;D
wie?? magt du keine mitbringsel?????
;D
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(man, heute bin ich aber wieder mal meister des ot) 8) ::)
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Keinen Lavendel und keinen Mumienrosen!!!!! Sonst alles! So, nun sind wir wieder beim Lavendelthema. ;D ;D
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@Rorobonn,
"den Garten machen lassen". Ja, klingt toll.
Entscheidungen des Gärtners und Gestalters sind dennoch immer wieder gefragt:
Gebe ich mich mit mickernden, kränkelnden Pflanzen zufrieden?
Oder: verzichte ich darauf bestimmte Pflanzen in meinen Garten zu holen?
Oder: schaffe ich bessere Bedingungen für die Pflanzen?
Ich bin kein Verfechter der antiauthoritären Erziehung im Garten, die gestaltende Hand ist gefragt im Einklang mit der Natur und dem Eigencharakter des Gartens und natürlich mit einem gesunden Schuss Laissez faire.
Das ist meine Philosophie. :D :D :D
Liebe Grüße
Jo
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..dann haben wir dieselbe gartenphilosophie :D :D
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Man muss manches selbst mal erfahren haben. Man muss nicht jeden blöden Anfängerfehler machen, aber zu Wagnissen und Experimenten - wider VERMEINTLICH besseres Wissen - sollte sich jeder abenteuerlustige und innovative Gärtner immer wieder hinreißen lassen. Dabei zahlt man zwar auch viel Lehrgeld, aber man kommt auch nicht selten zu neuen überraschenden, wundervollen Erkenntnissen.
Stimmt genau!