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Pflanzenwelt => Obst-Forum => Thema gestartet von: Sursulapitschi am 15. Oktober 2011, 10:31:57

Titel: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Sursulapitschi am 15. Oktober 2011, 10:31:57
Hallo Obstexperten,

ich liebäugele schon länger mit dem Gedanken, mich mal an der Veredlung von Obstbäumen zu versuchen. Bei meinem ältesten Apfelsämling, der dieses Jahr zum ersten Mal geblüht hat, habe ich es noch aufgeschoben: Der größte der 3 Äpfel (ca golfballgroß, verkrüppelt & grün) fiel mir bei der gestrigen Inspektion plötzlich in die Hand. Obwohl wenig appetitlich aussehend, wurde er verköstigt und erwies sich als gar nicht so unlecker :D

Aber da stehen noch andere Apfelsämlinge und vor allem eine wild aufgelaufene (Vogel?-)Kirsche, die inzwischen wohl so 3-4m hoch ist. Auch die hat dieses Jahr zum ersten Mal geblüht, aber nix angesetzt. Bevor sie das Haus überragt, würde ich gerne das Veredeln an ihr üben.
Frage: muß ich dazu alle Äste stark zurechtstutzen oder ist es auch möglich, den Wuchs halbwegs zu erhalten und nur die für die Edelreiser bestimmten Äste zu kürzen?

Das gleiche Problem gilt für den nicht tragenden Pflaumenbaum einer Bekannten: Sie wäre wenig begeistert, müßte man den schon Schatten spendenden Baum auf dem Stamm zurücksäbeln...

Was meint ihr?

LG,
Sursula
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Apfelfreund am 16. Oktober 2011, 12:08:58
Grundsätzlich kannst Du sogar mehrere Sorten auf einen Baum setzen, also mehrere Apfelsorten auf einen Apfelbaum. Schneide zur Obstbaumblüte die Äste zurück. Wenn die Äste besenstieldick sind, ist es am einfachsten. Schneide dir die Wunschreiser im Januar und lagere sie feucht und dunkel in feuchtem Kies, z.B. in einer Sandkiste der Kinder ein. Es müssen unbedingt Reiser sein, die 2011 gewachsen sind.

Im Mai zur Obstblüte säbelst Du die Äste von der Unterlage ab und schiebst die mit einem Schnitt dann angespitzten Edelreiser hinter die Rinde der Unterlage. Hierzu schneidest Du einen senkrechten Schnitt in die Rinde. Dort schiebst Du dann das Edelreis rein. Verschließe alles mit Wachs luftdicht, auch das Edelreis an der geschnittenen Spitze. Nach 2-6 Wochen treibt das Edelreis aus.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Sursulapitschi am 16. Oktober 2011, 12:38:57
Hallo Apfelfreund,

danke für Deine Antwort.

Ja, das mit den mehreren Arten hatte ich auch vor. Muß ich dafür aber wirklich alle Äste zurückschneiden, oder kann ich auch nur ein oder zwei kappen, um dort zu veredeln? Vermindern andere nicht zurückgeschnittene Äste die Anwachschancen?

Ich würde für den Fall, daß es mit meinen ersten Versuchen nicht klappt, gerne noch etwas annähernd baumähnliches da stehen haben und nicht nur einen Baumstumpf. Umso mehr bei dem Pflaumenbaum meiner Bekannten...

LG,
Sursula
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: A-String am 16. Oktober 2011, 12:40:44
Stark zurechtstutzen ist natürlich relativ, also ich würde nicht weniger stutzen als bis Besenstieldicke, allerdings auf keinen Fall zu stark!
Es ist immer besser (und bringt auch Übung, bzw. sind Fehler nicht so schlimm), wenn man viele Reiser an einem Baum veredelt als wenn man extremes "Abwerfen" mit Zugästen und nur ein paar Kopulationen etc. praktiziert.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Sursulapitschi am 16. Oktober 2011, 12:54:19
A-StrinG, da geht es schon los: was sind denn Zugäste? Ich hab durchaus schon ein wenig analoge & digitale Literatur gesichtet, aber das sagt mir nichts...

Ich hatte ja ursprünglich an Kopulationen (also zwei etwa bleistiftdünne Teile miteinander "verschmelzen" lassen) gedacht. Wenn ich die Äste auf Besenstieldicke zurückschneiden soll, wäre das ja wohl dann Pfropfen? Ist das für den Anfänger erfolgversprechender?
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Apfelfreund am 16. Oktober 2011, 13:09:46
Wenn Dein Baum besenstieldicke Äste hat, ist das schon sehr erfolgversprechend, wenn Du hinter die Rinde pfropfst. Ich würde auch nicht alle Äste abwerfen, aus den Gründen, die Astring anführt und auch, um Mißerfolge besser verkraften zu können.
Mit Zugast ist gemeint, daß der Ast, den Du absägst, noch unter der Veredelungsstelle einen Abzweiger hat. Dieser zieht den Saft in den Stummel, den Du abgesägt hast, hinein, und sorgt bei Mißerfolg noch dafür, daß der Baum dort weiterwachsen kann. Bei Erfolg würde ich den Zugast dann aber im Herbst oder nächsten Winter entfernen, damit die gesamte Kraft dann in die Veredelung geht.

Außerdem kannst Du ja noch bleistiftdicke Äste kopulieren, ich habe damit aber bei großen Bäumen wenig Erfolg.
Wichtig ist, daß Du die Wunden absolut luftdicht verschließt, damit das Edelreis nicht austrocknet!!!!!
Ist der Ast, den Du abwirfst dicker als ein Besenstiel, solltest Du dort zwei oder drei Edelreiser hinter die Rinde pfropfen damit die große Wunde des Baumes besser verheilt. Von den gelungenen Veredelungen an dieser Stelle wirst Du dann ein oder zwei Jahre später nur eine Veredlung belassen.

Hier nochmal eine Zusammenfassung

Wenn Du Äpfel, Birnen oder Pflaumen auf einen vorhandenen Baum draufpfropfen willst, schneidest Du im Jan/Anfang Februar einjährige Reiser von der Wunschsorte. Diese lagerst Du bis Ende April/Anfang Mai kühl, frostfrei und feucht, aber nicht naß. Die Reiser dürfen auf keinen Fall austreiben. Zur Blüte schneidest Du von dem Baum, wo Du draufpfropfen willst(Unterlage) einen etwa Besenstiel dicken Ast oder auch etwas dicker, ab. Dann nimmst Du die Reiser und führst einen absolut geraden Kopulationsschnitt durch. Die Schnittfläche soll etwa 2cm lang sein, so als ob Du das Edelreis anspitzen willst. Dann schneidest Du die Rinde der Unterlage ein. Drücke hierzu die Klinge senkrecht zur abgesägten Schnittfläche in die Rinde und bewege die Klinge, nachdem du ein Klicken beim Durchtrennen der Rinde gehört hast, etwas seitwärts. So löst Du die Rinde vom Holz.
Jetzt brauchst Du nur noch das Edelreis unter die Rinde zu schieben, bis die Schnittfläche des Edelreises fast vollständig hinter der Rinde verschwunden ist. Binde mit einem Gummiband die Rinde der Unterlage einigermaßen fest auf das Edelreis. Jetzt musst Du unbedingt alle Schnittflächen mit einem Kaltwachs luftdicht verschließen. Das ist sehr wichtig!! Sonst trocknet die Verbindungstelle ein und kann nicht zusammenwachsen. Nach 2 bis 6 Wochen sollten die Edelreiser austreiben.

Am wichtigsten ist zusammengefasst
Edelreiser dürfen bei der Veredelung noch nicht austreiben Der Kopulationsschnitt muß unbedingt gerade sein, damit die Flächen bündig aneinander liegen.
Die Wunden luftdicht verschließen, auch das obere Ende des Edelreises!!!!
Veredelungszeitpunkt erst wenn die Bäume blühen oder noch etwas später, so drückt der Saft direkt in das Edelreis und es ist keine Zeit zum Austrocknen.

Okulationen auf große Bäume klappen (bei mir) schlecht, wenn dann nur auf ein oder zweijährigem Holz.

Nochmal:

Unternehme alles, was ein Austrocknen nach der Veredelung verhindert: spät veredeln, nicht ausgetriebene Edelreiser, das ist oft schwierig, je länger man wartet, um so besser die Unterlage, aber um so schlechter das Edelreis. Wenn Du genug Platz hast, probiere ruhig auch ein frisch geschnittenes Edelreis zu veredeln, dann nehme aber den unteren Teil des Edelreises, an der Spitze sind sie weiter ausgetrieben.

Unbedingt gerader Kopulationsschnitt, übe es vorher an Weidenreisern!!! Und halte die Schnittfläche an eine Fensterscheibe oder ähnlichem, um zu sehen, wie plan der Schnitt ist!!!

Unbedingt gut verschmieren das Ganze mit einem Kaltwachs, nicht mit Wundverschlußmittel, das reißt nämlich und dann trocknet es darunter aus!!!

Handstramm mit Gummiband verbinden.

Gut ist, wenn das Veredelungsmesser superscharf ist, nehme am besten eine Klinge, die nur von einer Seite angeschliffen ist.

Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Sursulapitschi am 17. Oktober 2011, 12:46:46
Danke Apfelfreund! Es geht doch nichts über praktische Erfahrungen.

An richtig ausgewachsenen Obstbäumen kann ich mich eh nicht versuchen, hier gibt's nur junges Gemüse (den Fremd-Pflaumenbaum laß ich sicherheitshalber doch erstmal in Ruhe). Wobei die in Frage kommenden Apfelsämlinge noch recht klein (Stammdurchmesser unter Besenstieldicke) sind. Die Kirsche ist schon recht groß (ja, ich weiß, die werden riesig...), aber besenstieldicke Äste hat sie auch noch nicht, dafür einen Stamm & Haupttrieb, der schon deutlich mehr als besenstieldick ist und wie gesagt ca. 3-4 m hoch. Sollte der auf Dauer erhalten bleiben?
 
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Mediterraneus am 17. Oktober 2011, 13:10:42
Apfelfreund hat ja schon alles beschrieben.
Nur noch so als Anmerkung:

Apfel und Birne lassen sich leichter veredeln als Steinobst. Das klappt bei mir nicht so.
Apfel und Birne jedoch verzeihen so einiges.
Man kann da auch sofort im März/April die Reiser schneiden und gleich veredeln, in einem Arbeitsgang.
Bei Pflaume geht das nicht!

Du kannst auch 2 gleichdicke Reiser aufeinanderveredeln (Bei kleinen Sämlingen).
Unterteil mit Wurzel schräg abschneiden, Edelreis schräg abschneiden, so dass beide Flächen gleich groß sind. Aufeinanderpressen, verbinden, mit Wachs einschmieren.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Sursulapitschi am 17. Oktober 2011, 13:24:59
OK, dann werde ich diverse Versuche an der Kirsche starten, um meine Chancen, daß überhaupt was angeht, steigen - andernfalls müßte der Baum sowieso weichen, Vogelkirschen dürfen gerne in den umliegenden Wäldern wachsen, aber nicht hier!

Birnensämlinge sind aus meinem Kompost leider noch nie erstanden, also fallen die erstmal flach. Dafür tobe ich mich bei den Äpfeln aus...

Die Reiser werde ich wohl im Winter bei einer Freundin schneiden & dann lagern. Hier vor Ort wüßte ich nicht, wo Bäume mit leckeren Sorten stehen.

Bis dahin sollte ich mich wohl im Messerschleifen üben...
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Mediterraneus am 17. Oktober 2011, 13:27:53
Achtung auf den Daumen! Mein erster Reiseranschnitt ging schief ;)
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Sursulapitschi am 17. Oktober 2011, 13:30:12
Schief... aber hoffentlich nicht ganz durch ?
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Mediterraneus am 17. Oktober 2011, 13:33:41
Schief... aber hoffentlich nicht ganz durch ?

Nein, kein Kopulationsschnitt am Daumen ;)
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Sursulapitschi am 17. Oktober 2011, 13:35:55
na dann ist ja gut - andernfalls hättest Du ja mal ein kleines medizinisches Experiment starten können: so mit Gegenzunge, Bast und Kaltwachs...
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Mediterraneus am 17. Oktober 2011, 13:37:17
na dann ist ja gut - andernfalls hättest Du ja mal ein kleines medizinisches Experiment starten können: so mit Gegenzunge, Bast und Kaltwachs...

Na wenn, dann eine andere Sorte von Daumen ;D
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Sursulapitschi am 17. Oktober 2011, 13:43:22
Öh, da komm ich nicht mehr mit. ???
Ich denk, ich muß jetzt erstmal etwas Hirnnahrung tanken...
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: dmks am 17. Oktober 2011, 13:56:56
Kleiner Tip - bevor harte (und vielleicht auch noch die wenigen von einer Wunschsorte verfügbaren) Obstreiser zwischen die Finger -lach, und das Messer IN die Finger kommt - erstmal üben! Mit Lindentrieben geht das gut, die sind butterweich! Erstmal ein paarhundert Scheiben schneiden. Wenn die Schnitte gut sind dann steigern auf Pappel und wenn auch die sicher sitzen dann Obstreiser, eventuell auch erstmal von unwichtigen Herkünften. Reiser zuschneiden und anschneiden - üben üben üben
Wenns an die echten Veredlungsreiser geht muß die Schnitttechnik sitzen ;)
Der Schnitt an der Unterlage ist eigentlich unproblematisch beim Pfropfen, bei der Kopulation ja entsprechend dem Reis.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: brennnessel am 17. Oktober 2011, 16:02:00
Kirschenbäume Veredeln gelingt manchmal nicht so leicht wie das von Apfelbäumen, wenn man die Reiser zu spät schneidet oder nicht wirklich gut aufbewahrt.
(nicht, dass du gleich die Flinte ins Korn wirfst, weil das vielleicht nicht auf Anhieb klappte ;) !)
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Sursulapitschi am 17. Oktober 2011, 22:38:16
na, da wird mir der Winter wohl nicht lang werden vor lauter Messerschleifen und Linden-Schnipseln. ;)

Vor den kapriziösen Steinfrüchten wurde ich ja schon gewarnt, ich werde also bei Mißerfolg die Flinte allenfalls vorübergehend (so für ein Jahr, bis zur nächsten Verredelungszeit) ins Korn werfen. Rosenokulieren probiere ich auch schon 2-3 Jahre in Folge, dieses Jahr hat es eventuell zum ersten Mal funktioniert - Grobmotoriker brauchen halt manchmal ein paar mehr Anläufe...
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Mediterraneus am 18. Oktober 2011, 07:12:33
na, da wird mir der Winter wohl nicht lang werden vor lauter Messerschleifen und Linden-Schnipseln. ;)

Vor den kapriziösen Steinfrüchten wurde ich ja schon gewarnt, ich werde also bei Mißerfolg die Flinte allenfalls vorübergehend (so für ein Jahr, bis zur nächsten Verredelungszeit) ins Korn werfen. Rosenokulieren probiere ich auch schon 2-3 Jahre in Folge, dieses Jahr hat es eventuell zum ersten Mal funktioniert - Grobmotoriker brauchen halt manchmal ein paar mehr Anläufe...

Die Abfälle kannste dann als Hackschnitzel für Heizungen verhökern :-X

Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: dmks am 19. Oktober 2011, 15:40:25
Bei nicht gewachsenen Reiserveredlungen jeweils einen Trieb gehen lassen (von der Unterlage) und im nächsten Jahr okulieren! ;) Wenn der Austrieb sehr stark ist gehts schon im selben Jahr
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Sursulapitschi am 20. Oktober 2011, 16:38:18
wie, meine wertvollen Erzeugnisse als Brennmaterial verhökern? Ich dachte eher an eine ganz innovative Verwurstung zu "Terra Sursula", da bekomm ich bestimmt mehr für... ;)

@ dmks: Danke für den Tip!
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: JörgHSK am 15. November 2011, 11:06:32
Bei Kirschen früh genug veredeln, am besten schon im Februar, später drückt der saft und die Reiser werden vom Saftstrom "erschlagen". Ich habs selber erlebt. Die im März veredelten sind alle nicht angegangen.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: uliginosa am 22. November 2011, 10:41:21
Sehr interessanter Thread!
Apfelfreund, v.a. dir vielen Dank für die ausführliche Beschreibung! :-*

Gute Idee auch, das Schneiden zu erst üben und nicht mit zitternden Fingern am einzelnen Edelreis anzufangen. ::)

Veredelungen funktionieren ja auch auf anderen Arten. GG hat schon Quitte auf Weißdorn und auf Vogelbeere veredelt.

Um das Austrocknen zu verhindern kann auch das Überstülpen von Plastiktüten helfen. *

Jörg, sollen denn dann auch Pflaumen eher früh veredelt werden? Die gehören ja auch zur Gattung Prunus, wie die Kirschen.

*Edit: die Tüte hilft, wenn der junge Austrieb unter Wind und Trockenheit leidet.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Apfelfreund am 01. April 2012, 10:14:37
Die Veredelungszeit beginnt, hier sind einige nützliche Tipps im Thread zu finden.

Apfelfreund
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Christina am 01. April 2012, 11:18:03
Danke fürs Hochholen. Ich habe es mir aufmerksam durchgelesenes ist alles sehr anschaulich beschrieben. Die Rindenprfopfung habe ich zwar schon durchgeführt, ich will aber nochmals meine Aprikose auf Pfirsich veredeln.

Hoffentlich war mein Anschnitt der Edelreiser gerade genug. Messer war superscharf, geübt hatte ich auch, trotzdem hatte ich den Eindruck, daß ein paar winzige Hubbel am Anschnitt waren.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Sursulapitschi am 01. April 2012, 11:55:20
Bei meinen Kirschversuchen sahen die Schnittflächen auch nicht ganz lehrbuchmäßig aus. Ich geh jetzt fast täglich nach den Veredlungen sehen, wegen mangelnder Aufmerksamkeit sollen die Reiser jedenfalls nicht verdorren. Besonders ermutigend ist es allerdings nicht, daß an der Kirsche bis auf die Reiser so ziemlich alles austreibt...

Die nächsten Tage will ich mich an den Äpfeln versuchen, hoffentlich sind die Reiser im Kühlschrank noch benutzbar.

Wie ist das eigentlich: Letzte Nacht hatten wir leichten Frost, tagsüber sind die Temperaturen deutlich über Null. Reicht leichter Nachtfrost, um frische Verredlungsversuche zu vereiteln?
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Elro am 01. April 2012, 14:07:46
Kirschveredelung ist mir noch nie gelungen.

Dieses Jahr habe ich nur nachveredelt, also das was letztes Jahr nicht anwuchs, nochmals versucht.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: hml am 01. April 2012, 16:42:42
Hallo,
beim Rindenpfropfen ist die gerade Schnittführung am Reis nicht so entscheidend, da ja an der Unterlage überall Kambium frei liegt. Das Problem liegt fast immer an den Reisern. vor allem bei Kirschen. Deshalb Ende Dezember schneiden und dann kühl lagern (Kühlschrank ist evtl. zu trocken), vielleicht eingraben, vor dem veredeln 4-8 Stunden in Wasser stellen. Angetriebene Reiser, wenn auch nur schwach, wegwerfen, ist zu schade für die Zeit. Sauber mit Trimona verstreichen nicht vergessen auch nicht die Reisspitze. Mit leichtem Frost hatte ich noch nie Probleme.
Gruß
HML
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Elro am 01. April 2012, 20:13:46
Stimmt, es liegt an den Reisern. Nur wenn man die Reiser bekommt, weiß man halt nicht wann sie geschnitten wurden.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Sursulapitschi am 11. April 2012, 23:15:02
Reichlich spät habe ich heute meine ersten Veredlungsversuche an einem Apfelsämling gemacht. Die Reiser (im Kühlschrank in feuchtem Zeitungspapier gelagert - Austrocknen war da nicht das Problem, eher Schimmel) sahen noch recht knackig aus und waren noch nicht ausgetrieben. Anders als bei den Kirschen hat sich am Apfelsämling auch die Rinde gut gelöst.

Einige der Kirschenreiser sehen inzwischen recht dürr aus, einige wirken noch unentschlossen.

Trotz des nicht optimalen Ausgangsmaterials würde ich nicht von Zeitverschwendung sprechen: Wenn auch die Aussichten auf Erfolg mau sind, habe ich doch zumindest ein bißchen Praxis geschnuppert (und gelernt: Baumwachs klebt fies in den Haaren...).

LG,
Sursula
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Felix am 12. April 2012, 18:46:48
Servus Veredelungsfreunde,

ich habe soeben die Veredelungssaison 2012 abgeschlossen (hoffentlich ;))
Veredelt wurden japanische Pflaumen, Pfirsiche, Nektarinen und Aprikosen per Chip Veredelung auf die Unterlagen Brompton, Adesoto, MIR 29c und GF 677.

Wenn es jemand interessiert, stelle ich gerne einige Bilder ein. Chip Veredelungen gelingen auch Anfängern sehr gut. Hierbei sollte man auf gut bewurzelte Unterlagen zurückgreifen und Medifilm verwenden. Medifilm ist quasi eine Frischhaltefolie und sorgt dafür, dass der Chip nicht vertrocknet.

Beste Grüße

Felix

PS: Spaßeshalber habe ich auch einige Veredelungen mit der Veredelungszange vorgenommen. Ob das was geworden ist... ???
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Apfelfreund am 12. April 2012, 20:40:49
Veredelt wurden japanische Pflaumen, Pfirsiche, Nektarinen und Aprikosen per Chip Veredelung auf die Unterlagen Brompton, Adesoto, MIR 29c und GF 677.

Beste Grüße

Felix


Was für Japanische Pflaumen hast Du denn? Sind das so richtig großfrüchtige?
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Elro am 12. April 2012, 20:46:35
Wenn es jemand interessiert, stelle ich gerne einige Bilder ein.
Ja bitte zeige ein paar Bilder.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: graugrün am 14. April 2012, 07:48:20
Wie seht Ihr die Chancen für eine Veredelung von Pfirsisch / Nektarine auf Zwetschge?
Hat jemand Tips?
LG
graugrün
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: hml am 14. April 2012, 08:23:02
Reiserveredlung klappt bei Pfirsich und Nektarine kaum, es geht nur okulieren im Sommer. Die Verträglichkeit ist unterschiedlich, St.Julien A und Brompton sind Standardunterlagen für Pfirsiche. Die neuerdings bei Zwetschgen viel verwendete Wangenheim geht hingegen nicht.
Grüße
HML
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: graugrün am 14. April 2012, 17:52:24
Hm, das hört sich ja nicht so vielversprechend an.
Es ist halt so, dass auf einer geeigneten Stelle ein passabler recht junger Zwetschenbaum wächst, wir aber wirklich schon Zwetschgen, Mirabellen etc.pp genug hier haben. Um nicht zu sagen, eine jährlich nicht zu bewältigende Erntemenge. (Die Bäume waren schon vor uns da :))
Pfirsische, Nektarinen und so gibt es hier hingegen noch überhaupt gar nicht.
Es ist uns wohl mal gelungen, eine Aprikose zu veredeln (weiss aber nicht mehr, welche Unterlage das damals war - auf jeden Fall aber auch etwas, was schon hier war), aber sie hat nicht lange durchgehalten, wenngleich auch ein paar Jahre sehr feine Aprikosen getragen.
 :'( Vermutlich war der Versuch damals schon zum Scheitern verurteilt....
Daher möchte ich doch bevor wir einen neuen Versuch wagen, sichergehen, dass es wenigstens eine Chance fürs Anwachsen und fürs Durchhalten gibt.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: hml am 14. April 2012, 21:45:16
Halt, Aprikose geht auf Zwetschge und kann auch reiserveredelt werden. Dass Aprikosen plötzlich absterben ist leider nie auszuschließen, man nennt es Schlagtreffen, weil es auch sehr plötzlich geschieht.
Grüße HML
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: lumusan am 25. April 2012, 08:37:48
Hallo,

Mir geht es ähnlich wie Sursulapitschi, ich habe bei mir im Garten einen wild aufgegangenen Kirschenbaum, den ich nun schon das dritte Jahr in folge mit meinen Veredelungsversuchen vergewaltige. Die zwei vergangenen Jahre hatte ich mit Rindenpfropfen probiert, dieses Jahr mit Kopulation.

Nun sieht es doch tatsächlich so aus, als ob zumindest einer der veredelten Äste angehen möchte!! *freu*

Meine Frage ist jetzt, ob ich den recht starken Zugast, der noch dran ist, heuer noch abschneiden soll (im Herbst vielleicht?) oder erste nächstes Jahr?
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Sursulapitschi am 27. Mai 2012, 13:59:55
Ich hol den thread mal aus aktuellem Anlaß wieder hoch. Lumusans Frage kann ich zwar nicht beantworten (aber jemand anders doch bestimmt?), aber verkünden:

Zwei meiner 4 Apfelbaumveredlungen schlagen aus! :D
Leider weiß ich nicht mehr, welche ich wie veredelt hatte (ich meine 2x Kopulation und 2x Rindenpfropfen) - kann man das später an der "Verwachsungsstelle" eventuell erkennen?

Wie auch immer, ich freu mich total und rate allen Zögerern, es einfach mal mit der Obstbaumveredlung zu versuchen (vielleicht nicht gerade mit der Kirsche starten, das hat bei mir wie zu erwarten nicht funktioniert).

LG,
Sursula
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Apfelfreund am 19. August 2012, 18:48:55
Wie sieht es eigentlich mit Okulationen aus? Ich habe mal in vitale Bäume von etwa 10-15 Jahren hineinokuliert. Und zwar in Äste, die diesjährig, vorjährig oder noch ein Jahr älter sind.

Wie sind meine Erfolgsaussichten?

Ich habe in der Vergangenheit bereits direkt auf Unterlagen, die ich im Frühjahr oder Winter von der Baumschule bekommen habe erfolgreich okuliert. In einen Baum, der etwa 20 Jahre alt ist, habe ich nie Erfolg gehabt. Vielleicht ist der Baum auch schwer umzuveredeln.

Also, wie sind meine Erfolgsaussichten? Habe diesmal in einen Boskop Alkmene und in einen Stahls Winterprinz Ananasrenette hineinokuliert.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Apfelfreund am 25. August 2012, 23:01:10
Bin ich der einzige, der in große Bäume hineinokuliert? ???
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Sursulapitschi am 04. September 2012, 14:29:14
Ja, wo mögen sie sein, die Profis, die gerne auch mal dutzende Sorten auf einen ausgewachsenen Baum veredeln (das schwebt mir für die Zukunft auch vor) - handelt es sich da vielleicht im eine aussterbende Gattung?

Ich will mich heute an meinen zweiten Veredlungsversuch an meinem Vogelkirschbäumchen (ist auch schon ein paar Meter hoch...) machen. Diesmal per Okulation, bin gespannt, ob das besser hinhaut als das Pfropfen vor ein paar Monaten.
 
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: pinat am 04. September 2012, 15:04:26

Also, wie sind meine Erfolgsaussichten? Habe diesmal in einen Boskop Alkmene und in einen Stahls Winterprinz Ananasrenette hineinokuliert.

Ich habe das vorletztes Jahr bei Birne praktiziert (Okulation in einjährigen Trieb), Baum steht seit 15 Jahren im Garten, die ehemalige Okulation hat sich inzwischen zu einem schönen Trieb entwickelt. Ich habe auch schon die Jahre davor immer wieder mal einzelne Okulationen an dieser Birne durchgeführt. Solange der Baum wüchsig ist, spielt das Alter nicht die entscheidende Rolle.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Apfelfreund am 16. September 2012, 19:52:24

Also, wie sind meine Erfolgsaussichten? Habe diesmal in einen Boskop Alkmene und in einen Stahls Winterprinz Ananasrenette hineinokuliert.

Ich habe das vorletztes Jahr bei Birne praktiziert (Okulation in einjährigen Trieb), Baum steht seit 15 Jahren im Garten, die ehemalige Okulation hat sich inzwischen zu einem schönen Trieb entwickelt. Ich habe auch schon die Jahre davor immer wieder mal einzelne Okulationen an dieser Birne durchgeführt. Solange der Baum wüchsig ist, spielt das Alter nicht die entscheidende Rolle.

Pinat, ich danke Dir für die Antwort!! Jetzt bin ich optimistisch, daß die Okulationen gelungen sind bzw gelingen werden!!
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Apfelfreund am 16. September 2012, 19:58:01
Ich möchte gleich eine neue Frage loswerden:
In der Regel veredelt man Unterlagen etwa 10 cm über dem Boden. Bei Typenunterlagen sagt man, daß so das Wachstum am stärksten ist. Umgekehrt, je höher man bei Typenunterlagen veredelt, um so schwächer wird das Wachstum.

Wie ist das aber mit Sämlingsunterlagen, wie Grahams Jubiläum und Bittenfelder? Wenn man von diesen Unterlagen welche mit 2m Höhe bekommen kann und man in 1,80 m Höhe veredelt, wird das einen Einfluß auf die Wuchsstärke haben? In der Regel verwendet man einen Stammbildner, aber warum nimmt man nicht diese Sämlingsunterlagen her und veredelt diese gleich in 1,80m Höhe?
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Starking007 am 16. September 2012, 20:45:16
Ich seh das so:
Typenunterlagen sind meist schwächer als die Edelsorte,
es würde länger dauern und einen unschönen Stamm ergeben,
bis die gewünschte Höhe erreicht ist.

Sämlinge, Bittenfelder, A2 etc. ist wüchsig, macht einen besseren Stamm
als viele Edelsorten.
Da ist es natürlich praktisch gleich auf Hochstamm zu veredeln.

Allerdings geht es natürlich sehr schnell eine starkwachsende Unterlage
auf 30cm Höhe zu bringen und dann auf 10cm zu veredeln.
Dünge- und Bewässerungskünstler bringen aber ne wüchsige Unterlage
in einem Jahr auf 2 Meter.
Das hört sich extrem an, gibt aber schöne gerade und glatte Stämme.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Apfelfreund am 17. September 2012, 05:33:09
Allerdings geht es natürlich sehr schnell eine starkwachsende Unterlage
auf 30cm Höhe zu bringen und dann auf 10cm zu veredeln.

Ja, aber da nimmt man eine Zwischenveredelung, Jakob 'Fischer o.ä.für einen geraden Stamm.
Warum aber nicht die Unterlage auf 2m wachsen lassen und dann erst die Edelsorte drauf veredeln? So könnte man sich einen Verarbeitungsschritt sparen.

Apfelfreund
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Mediterraneus am 17. September 2012, 07:28:56
Veredelungen werden ja in der hand vorgenommen. Man nimmt die Wurzel in die Hand, veredelt bequem und pflanzt wieder ein. Oder lieg ich da falsch?
Bei Veredelungen in 1,8 m Höhe müsste der Baumschuler ja für jede Veredelung auf ne Leiter steigen.
Privat bei dir zuhause kannst du das natürlich machen.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Apfelfreund am 17. September 2012, 17:56:21
Ich bin immerhin 2m groß. ;D

Im Ernst, für mich zu Hause wäre es schön, wenn ich große Unterlagen veredeln könnte, so würde ich mir ein Jahr der Anzucht sparen. Mein kleiner Garten gibt es nicht her, jede Menge Unterlagen mit Zwischenveredelungen vorzuhalten. Am besten eine große Unterlage günstig einkaufen und direkt auf 1 oder noch besser 1,80m Höhe veredeln. Dann in den Ketchupeimer zur Anzucht und im Herbst die Sorte weitergeben. Gerne gebe ich für eine hohe/lange Unterlage einen Euro mehr aus, wenn ich mir ein Jahr der Anzucht spare. Da ich auch keine 2000 Veredelungen mache, sondern höchstens 50, ist das umständliche Händeln größerer Unterlagen auch kein Problem für mich.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: allgaeu am 17. September 2012, 19:48:14
Bin ich der einzige, der in große Bäume hineinokuliert? ???

Beim Veredeln muss man unterscheiden zwischen der professionellen Veredelung in der Baumschule auf 1 jährige Unterlagen (meist Kopulation) und dem Veredeln von älteren Bäumen.

Steinobst wie Kirschen, Pfirsiche Aprikose oder auch Pflaumen sind im Freiland schwer zu veredeln.

1. Altes Holz verwächst bei Steinobst gelinde gesagt miserabel.
2. Für ein gutes Verwachsen (Kallusbildung) werden warme Temperaturen benötigt. Wo haben wir im März schon Nachttemperaturen von 15 Grad plus über Wochen.
3. Die Edelreiser schlagen bei Steinobst extrem schnell aus. Meist viel früher als der schlechte Anwachsprozess von Statten geht. Somit verungert das Edelreis vor es angewachsen ist.

Die Baumschule kann im Februar nach der Kopulation die veredelten Pflanzen im Gewächshaus bei optimaler Temperatur kultivieren. Das ist ein riesen Unterschied.

Nachdem mir eine Chipveredelung bei der extrem frühen japanischen Pflaume (Angeleno) Mitte August ausgetrieben hat, dachte ich dass dieser grüne Winzling den Winter nicht überlebt. Obwohl kaum verholzt und Temperaturen von unter 20 Grad schlugen im Frühjahr alle Augen aus.

Dieses Jahr hab ich Ende Mai 3 weitere J. Pflaumen und eine späte Kirschpflaume auf den selben Baum veredelt (grün auf grün). Jede Veredelung ist angewachsen. Die Triebe haben bereits über 1,5 Meter.

Tipps: Einige Tage vor dem Veredeln die Edelreiser pinzieren. Auf gute Wasser und Nährstoffversorgung achten. Der Unterlagenbaum sollte vorher gut zurückgeschnitten worden sein. Nicht vor einer Hitzeperiode veredeln.

Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: hargrand am 22. September 2012, 14:46:00
 :D :D :D

ich kann endlich den Kopulationsschnitt :D :)

ich hatte immer falsch angesetzt, war ja klar dass mir der Schnitt dann nicht gelingt :P
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Mediterraneus am 25. September 2012, 11:29:49
Gratulation!

Ich kann ihn immer noch nicht. Hab aber schon öfters erfolgreich veredelt. Bin immer wieder überrascht ;D
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: hargrand am 25. September 2012, 14:19:33
 ;D
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Sursulapitschi am 27. September 2012, 15:52:05
Hallo,

ich hab mal wieder eine Frage: Hat jemand von Euch schon mal Ende September erfolgreich einen Apfel veredelt und wenn ja, mit welcher Methode? Ja, ich weiß - nicht der beste Zeitpunkt - aber es handelt sich um Mitbringselreiser aus dem Urlaub und so heißt es jetzt oder nie...
Ich tendiere zur Chip-Okulation (wieder vollkommen neu für mich) - gibt es Gegenstimmen?

LG,
Sursula
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: hml am 27. September 2012, 16:31:41
Hallo,
ist die einzige Möglichkeit die ich sehe. Möglichst mit Veredlungsband verbinden.
Gruß hml
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Sursulapitschi am 27. September 2012, 16:42:09
danke hml, dann werd ich mein Glück mal versuchen...
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: brennnessel am 30. September 2012, 09:18:52
#53:
Zitat
Hat jemand von Euch schon mal Ende September erfolgreich einen Apfel veredelt und wenn ja, mit welcher Methode?

Habe das meine hiesigen Gartenfreunde beim Gartenstammtisch gefragt und bekam von zwei Spezialisten die Antwort, dass ihnen das auch jetzt noch gut gelingen würde. Einer meinte jedoch, du solltest - wenn dir ein Anwachsen sehr wichtig ist und du keine Möglichkeit zur Wiederholung hast - zur Sicherheit ein Bäumchen getopft im GH überwintern, falls dir das möglich ist - kommt natürlich auch auf deinen Standort an und wie frostgefährdet du wohnst! Okulieren wäre ebenso möglich wie Reiserveredelung.....
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Mediterraneus am 30. September 2012, 09:47:27
Das ist ja interessant, dass man jetzt noch okulieren kann.

Wenn ich das richtig verstehe, ist die einzige Schwierigkeit ein eventuelles Erfrieren im Winter?

Kann ich jetzt auch noch zwei gleichdicke Reiser aufeinanderkopulieren? Wie hoch sind da die Anwachschancen?



Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: brennnessel am 30. September 2012, 10:52:03
Sie redeten davon, dass die größere Gefahr wäre, dass die noch empfindlichen Triebe im Frühjahr erfrieren könnten. Ich werde nachfragen - oder besser wäre, den einen Fachmann dazu zu bringen, öfter ins Forum zu schauen ;) !
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Mediterraneus am 30. September 2012, 11:02:02
Vor dem Winter treibt ja eh nix mehr aus. Man wird dann erst im Frühjahr sehen, ob sich an der Veredelung was tut.

Schwierig wird nur sein, jetzt noch schnell an ein Edelreis zu kommen :-\

Ja wo sind sie nur, die Obstveredelungsprofis ;D
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Apfelfreund am 01. Oktober 2012, 09:19:33
Ich lese hier öfter von Schwierigkeiten mit dem Kopulationsschnitt. Geht mir genauso. Dann habe ich eine Veredelungszange gekauft und ich habe bei den Handveredelungen auf einjährige Unterlagen 100% Erfolg im Frühjahr. Übrigens auch bei Pflaumen. Ich habe bisher am ersten Aprilwochenende veredelt. Unterlagen in Ketchupeimer mit Pflanzerde und dann ab in das Gewächshaus.

Diese habe ich:

http://www.gartenpaul.de/gartenpaul-veredelungszangen/fiskars-okuliermesser---gartenpaul-veredelungszange/a-203/

Als Veredelungswachs verwende ich Rebenwachs.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Apfelfreund am 01. Oktober 2012, 09:23:03
Das habe ich auch schon mal über Veredelungen in den Baum geschrieben:


Wenn Du Äpfel, Birnen oder Pflaumen auf einen vorhandenen Baum draufpfropfen willst, schneidest Du im Jan/Anfang Februar einjährige Reiser von der Wunschsorte. Diese lagerst Du bis Ende April/Anfang Mai kühl, frostfrei und feucht, aber nicht naß. Die Reiser dürfen auf keinen Fall austreiben. Zur Blüte schneidest Du von dem Baum, wo Du draufpfropfen willst(Unterlage) einen etwa Besenstiel dicken Ast oder auch etwas dicker, ab. Dann nimmst Du die Reiser und führst einen absolut geraden Kopulationsschnitt durch. Die Schnittfläche soll etwa 2cm lang sein, so als ob Du das Edelreis anspitzen willst. Dann schneidest Du die Rinde der Unterlage ein. Drücke hierzu die Klinge senkrecht zur abgesägten Schnittfläche in die Rinde und bewege die Klinge, nachdem du ein Klicken beim Durchtrennen der Rinde gehört hast, etwas seitwärts. So löst Du die Rinde vom Holz.
Jetzt brauchst Du nur noch das Edelreis unter die Rinde zu schieben, bis die Schnittfläche des Edelreises fast vollständig hinter der Rinde verschwunden ist. Binde mit einem Gummiband die Rinde der Unterlage einigermaßen fest auf das Edelreis. Jetzt musst Du unbedingt alle Schnittflächen mit einem Kaltwachs luftdicht verschließen. Das ist sehr wichtig!! Sonst trocknet die Verbindungstelle ein und kann nicht zusammenwachsen. Nach 2 bis 6 Wochen sollten die Edelreiser austreiben.

Am wichtigsten ist zusammengefasst
Edelreiser dürfen bei der Veredelung noch nicht austreiben Der Kopulationsschnitt muß unbedingt gerade sein, damit die Flächen bündig aneinander liegen.
Die Wunden luftdicht verschließen, auch das obere Ende des Edelreises!!!!
Veredelungszeitpunkt erst wenn die Bäume blühen oder noch etwas später, so drückt der Saft direkt in das Edelreis und es ist keine Zeit zum Austrocknen.

Okulationen auf große Bäume klappen (bei mir) schlecht, wenn dann nur auf ein oder zweijährigem Holz.

Nochmal:

Unternehme alles, was ein Austrocknen nach der Veredelung verhindert: spät veredeln, nicht ausgetriebene Edelreiser, das ist oft schwierig, je länger man wartet, um so besser die Unterlage, aber um so schlechter das Edelreis. Wenn Du genug Platz hast, probiere ruhig auch ein frisch geschnittenes Edelreis zu veredeln, dann nehme aber den unteren Teil des Edelreises, an der Spitze sind sie weiter ausgetrieben.

Unbedingt gerader Kopulationsschnitt, übe es vorher an Weidenreisern!!! Und halte die Schnittfläche an eine Fensterscheibe oder ähnlichem, um zu sehen, wie plan der Schnitt ist!!!

Unbedingt gut verschmieren das Ganze mit einem Kaltwachs, nicht mit Wundverschlußmittel, das reißt nämlich und dann trocknet es darunter aus!!!

Handstramm mit Gummiband verbinden.

Gut ist, wenn das Veredelungsmesser superscharf ist, nehme am besten eine Klinge, die nur von einer Seite angeschliffen ist.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Sursulapitschi am 01. Oktober 2012, 15:15:01
Oh, hier hat sich ja noch einiges getan... :D

Danke für die diversen Tips (und brennessel speziell dafür, daß sie die Frage an eine offline-Expertenrunde weitergeleitet hat).

Ein Gewächshaus habe ich leider nicht, aber ich hoffe die Verluste durch widrige Witterungsbedingungen durch die Unmenge an Chip-Okulationen, an denen ich mich versuchtt habe, auszugleichen... Wenn ich gewußt hätte, daß Kopulation auch in Frage kommt, hätte ich mich wohl vorrangig daran versucht, nachdem alle 4 ( :D) Veredlungen aus dem Frühjahr angewachsen sind - nicht zuletzt dank Apfelfreunds Erläuterungen. Auf Anschaffungen wie Veredelungszangen verzichte ich aber vorerst, da ich nicht vorhabe (dazu fehlt auch der Platz) die Veredelei im großen Stil zu betreiben. Fürs erste reichen für mich ein scharfes Messer, Bast und Baumwachs...

LG,
Sursula
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: hargrand am 12. Oktober 2012, 17:30:23
@Apfelfreund:

heute wurde mir die Gartenpaul-Veredelungszange geliefert :D :) ;D 8)

bin gespannt wie es klappt, habe auch vor Aprikose und Walnuss zu veredeln :D
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Apfelfreund am 13. Oktober 2012, 09:41:35
@Apfelfreund:

heute wurde mir die Gartenpaul-Veredelungszange geliefert :D :) ;D 8)

bin gespannt wie es klappt, habe auch vor Aprikose und Walnuss zu veredeln :D

Hey, wirklich klasse!!
Welches Veredelungswachs willst Du nehmen? Es ist wichtig, das die Veredelungsstelle und die Schnittfläche am Edelreis oben absolut luftdicht verschlossen wird. Sonst verdunstet Wasser und die Rinde kann nicht mehr zusammenwachsen!!

Von den Aprikosen und Walnußveredelungen mußt Du unbedingt berichten, diese sollen nämlich besonders schwer sein.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: hargrand am 13. Oktober 2012, 10:02:47
Ich werde das erste mal veredeln, also ich bin gespannt wie ein Bogen ;D

Wenn mir meine erste Veredelung mit 15 gelingen würde, das wäre doch mal was :D
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Apfelfreund am 04. November 2012, 20:32:39
Bei der Handveredelung auf Unterlagen im Winter setzt man die Veredelung in der Regel 10-20 cm über dem Boden an. Das Edelreis hat dann 3-5 Augen. Würde auch eine Veredelung gelingen, wenn man das Edelreis 50-60 cm lang läßt? Hat das schon mal jemand so gemacht? Treibt dann das Edelreis auch an der Spitze aus? So hätte man doch schon einen halben Meter gewonnen!! 8) Und wie ist dann der Zuwachs im Laufe des Jahres?
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Sursulapitschi am 07. Januar 2013, 23:21:12
Mit Maxi-Edelreisern scheint wohl niemand Erfahrung zu haben. Ich könnte mir vorstellen, daß das nicht so gut klappt, weil so ein langes Edelreis ja wohl auch mehr "Futter" braucht, das wegen der erst zu bildenden Gewebeverbindung vielleicht nicht in ausreichender Menge von Unterlage geliefert werden kann. Ich lasse mich aber gerne eines Besseren belehren, die Idee an sich ist schon sehr reizvoll!

Als echte Adeptin habe ich gerade eine ganz andere Frage: ich habe ja zum Verbinden Naturbast verwendet, bei dem ich davon ausgehe, daß er verrottet, bevor er die Zweige abschnüren kann. Drumherum habe ich üppig Baumwachs geschmiert, der die inzwischen angewachsenen Reiser immer noch krustig umgibt. Muß ich den entfernen, oder bröselt der irgendwann von selber ab?

Inzwischen juckts mich wieder in den Fingern, gerne würde ich mich nochmal ans Apfelveredeln machen oder mich sogar erneut an der Kirsche versuchen (ob bei der die Sommerokulation geklappt hat, kann ich ja noch nicht sagen...), weiß nur nicht recht, woher die Edelreiser nehmen. Vielleicht schneidet ja jemand von Euch zur Zeit seine Obstbäumer und kann etwas für mich abzweigen? Gegen Porto oder auch im Tausch gegen Allerlei (keine Edelreiser, fang ja mit Obst erst an) wie z.B. Erdbeere Königin Luise, Moosrose Nuits de Young, dunkelblaue Bartiris oder andere Stauden oder Sämereien aus eigenenr Ernte (v.a. Blumen & Gemüse) - ich seh schon, das gehört eher ans Grüne Brett - aber ob dort die Obstler lesen...?

LG,
Sursula
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Apfelfreund am 08. Januar 2013, 20:30:01
Naturbast schnürt ein!!
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Sursulapitschi am 09. Januar 2013, 15:58:00
oha - gut zu wissen. Sonst nehme ich den ja nur zum Anbinden, und da hält er nie übermäßig lange. Da muß ich mal sehen, wie ich Baumwachs und Bast abkriege, ohne die Zweige zu beschädigen...
Danke!
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Apfelfreund am 09. Januar 2013, 21:01:28
Ein scharfes Messer hilft!! :D
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: partisanengärtner am 09. Januar 2013, 21:20:49
Ein zart geführter Schnitt längs des Astes gezogen hilft. Die kleine Wunde die entsteht verwächst problemlos.
Mehr brauchts nicht nach meiner Erfahrung.
Sollte die Veredelung etwas geringelt ausehen ist das meiner Erfahrung schnell wieder weg.
Am Anfang habe ich noch den Knoten abgeschnitten und den Bast abgezogen. Sehe aber jetzt keine Unterschiede.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Sursulapitschi am 10. Januar 2013, 23:23:39
danke Axel, diese Nachricht beruhigt mich ungemein - dann werd' ich mal das Messer wetzen...
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: ThaiGer am 11. Januar 2013, 15:23:24
Hallo, so sehen meine Veredlungsstellen aus (fuer etwa 4-6Wochen). Das sind uebrigens 2 Mangosorten:
(http://i1293.photobucket.com/albums/b600/ThaiGer1/farmers%20pictures/SAM_0369vegetativepropagation_zpsa655684e.jpg)[/img]
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: partisanengärtner am 11. Januar 2013, 15:45:45
Sieht eher aus wie Abmoosen. Welche Funktion hat der Plasikbeutel?
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: ThaiGer am 11. Januar 2013, 17:04:17
Hallo, was nicht zu sehen ist:ca.20cm oberhalb des Plastebeutels ist der Ast schraeg durchtrennt und nicht versiegelt, nur mit Erde gegen sofortiges Trocknen bestrichen (90%Luftfeuchte), die grossen Blaetter gehoeren nicht zu dem Ast. Von rechts unten kommt der "alte" Mango. Ich habe ein 20cm langes und fingerdickes Aststueck einer anderen Mangosorte diagonal(oval) angeschnitten und unter die Rinde des "alten" Mangos gesteckt, E uropa M eisterschaft-bokashi mit Erde feucht gemischt in Plastefolie gefuellt, um die Wunde gelegt und verschnuert. Jetzt kann ich abwarten. Da beide Sorten "gute" Mangos sind, kann ich entscheiden. Entweder ich trenne nach einer gewissen Zeit den Ast unterhalb des Beutels durch und habe so einen neuen bewurzelten Stock, also nur nie Wurzelkraft des "alten" Mangos ausgenutzt. Oder aber, und das geschieht haeufig, treibt der alte Mango unterhalb der schraegen Schnittstelle neu aus. Dann muss ich schnell handeln. 10cm unter bem Beutel, also noch etwa 10cm ueber dem Erdboden treibe ich eine 1/3 tiefe Kerbe in den alten Ast, der Naehrstoff-etc.-Strom wird unterbrochen. Der Plastebeutel wird entfernt, die neu gebildeten Wurzeln zu einem Strang verflochten-sie sind dann ca.20-30cm lang-und in das Erdreich gebracht. Spaeter dann, wenn genuegend neue Sprosse geschossen sind, die ersten Aeste sich bilden, kann man den restlichen Stumpf (die 20cm ueber der ehemaligen Beutelstelle) abtrennen. Wie auch immer, die Erfahrung hat gezeigt, dass das eine praktikable Art zu Veredeln/Verjuengen/Vermehren ist. Gruesse ThaiGer.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Tara am 11. Januar 2013, 17:09:47
Thaiger, ich habe nichts gegen EM, aber diese aufdringliche Werbung mit "Europameisterschaft" - das machst Du nun zum dritten oder vierten Mal so - mag mir nicht gefallen. Kannst Du nicht einfach "EM" schreiben, bitte?
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: partisanengärtner am 11. Januar 2013, 17:21:10
Da schließe ich mich unbedingt an. Das dient Deiner Sache eher nicht, da wird nur polarisiert.
Scheint also eine Kombination zwischen Abmoosen und Veredeln zu sein.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: ThaiGer am 11. Januar 2013, 17:41:49
Das mit dem EM habe ich nur wegen 1od.2 Mitgliedern gemacht, die das Kuezel in diesem Forum nicht sehen wollten!
Ja, ich nutze die Wurzeln einer anderen, nicht der Mutterpflanze um entweder eine andere Art schnell zu bewurzeln oder zwei( od.mehrere, was ich aber fuer ueberfluessig halte) verschiedene Arten durch nur eine Wurzel versorgen zu lassen. ThaiGer.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Tara am 11. Januar 2013, 17:43:57
Das mit dem EM habe ich nur wegen 1od.2 Mitgliedern gemacht, die das Kuezel in diesem Forum nicht sehen wollten!

Drum hast Du's auch gefettet, nicht? 8)
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: ThaiGer am 11. Januar 2013, 17:56:07
neuer thread?- Das war wirklich meine Auswegmethode. Ich mache keine Werbung und werde es auch nicht tun, ihr seht das halt nur mit den Augen des Kritikers - so, wie ich am Anfang im Forum aufgenommen wurde: schon wieder so ein EMler...! Hatte meine, vielleicht unpassende Konsequenz gezogen.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Tara am 11. Januar 2013, 18:00:16
Du mußt schon verzeihen, wenn bei Deiner sehr ins Auge springenden "Auswegmethode" an Werbung gedacht wird, zumal Du ja der örtliche Händler bist. :-\
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: inSekt am 11. Januar 2013, 18:02:31
Aber wenn ich´s wollte, würde ich mir es sicher nicht in Thailand bestellen :-X ;D
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: ThaiGer am 11. Januar 2013, 18:08:45
...genau. Und Ich wuerde ja auch nicht auf die Idee kommen, es in Deutschland verkaufen zu wollen. Und jetzt, glaube ich ist's besser vom Thema zu gehen.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Tara am 11. Januar 2013, 18:09:43
 8)
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: inSekt am 11. Januar 2013, 18:10:37
 ;D
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: partisanengärtner am 11. Januar 2013, 18:56:55
Wenn ich in einem kleinen Garten nur Platz für einen Baum habe und auch keine Lust einen Zentner einer Sorte zu haben ist ein Mehrfruchtbaum durchaus eine sehr intelligente Lösung. Vor allem bei Äpfeln und Birnen. Mangos gibts ja nicht ganz soviele Sorten.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: ThaiGer am 11. Januar 2013, 20:25:15
...natuerlich kann man mehrere Sorten auf 1 Stamm setzen und durchaus bei kl.Gaerten sinnvoll. Aber es soll auch wirklich sinnvoll sein. 2 verschiedene citrus Fruechte an einem Stamm aber mit 2 Wurzeln ist auch eine bei mir gaengige Methode der Veredelung. 1-2 Jahre und dann kann man selektieren bevor eingepflazt/verkauft wird. Ich halte mich daran eine Art-zwei/drei Sorten, aber keine verschiedenen Familien. Besonders schoen sehen 3 farbige bourganville aus.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Mediterraneus am 22. August 2013, 14:17:14
Hab die Woche okuliert. Mirabelle auf Toptaste (Zwetschge) und auch einen Apfelbaum.

T-Schnitt, Rinde gelöst, Auge aus Edelsorte ausgeschnitten, Blattstiel drangelassen, Blatt abgeschnitten. Das Auge mit Blattstiel in den T-Schnitt geschoben, mit Naturbast festgebunden.
Schön und gut. Ging erstaunlich (fast schon zuu) gut. Jetzt hab ich gelesen, dass man beim ausgeschnittenen Auge aus der Edelsorte das innere Holz raustrennen soll, so dass man nur Auge und Kambium hat. Ist das nicht zu weich, um es einschieben zu können?
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: tomkyf am 22. August 2013, 14:21:45
da sieht man wieder,versuch macht klug.... habe ich aber auch gelesen das man das machen soll mit dem holz abtrennen. bis jetzt hab ich auch nur im frühjahr veredelt,dieses jahr war es ja echt knapp mit der zeit, vom frost gleich in den sommer. konnte einen sehr guten sämling noch erhalten. der hatte voriges jahr sehr schöne früchte,die sich bis juni gehalten haben. eine tolle sorte,noch ohne namen... :-) und nicht angemeldet
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: hml am 22. August 2013, 14:42:17
Ich war letztes Jahr bei einem Okulationskurs an der Uni Weihenstephan, dort wurde auch empfohlen das Holz heraus zu nehmen, wenn man das Schildchen leicht biegt, geht es ganz gut. Außerdem keine Finger aufs Kambium und Augen die herunter fallen nicht mehr nehmen.
Gruß
hml
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: hargrand am 22. August 2013, 17:17:57
Ich habe auch das Holz gelöst, ging gut rein :)

Habe heute mal gespickelt bei einer Hargrand, sie scheint angewachsen zu sein :D
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: hargrand am 22. August 2013, 17:38:36
 :D Ich sehe gerade unser Apfelfreund hat eine eigene Seite! :)

schaut sie euch mal an ;)
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: b-hoernchen am 22. August 2013, 21:54:03
Hab die Woche okuliert. Mirabelle auf Toptaste (Zwetschge) und auch einen Apfelbaum.

T-Schnitt, Rinde gelöst, Auge aus Edelsorte ausgeschnitten, Blattstiel drangelassen, Blatt abgeschnitten. Das Auge mit Blattstiel in den T-Schnitt geschoben, mit Naturbast festgebunden.
Schön und gut. Ging erstaunlich (fast schon zuu) gut. Jetzt hab ich gelesen, dass man beim ausgeschnittenen Auge aus der Edelsorte das innere Holz raustrennen soll, so dass man nur Auge und Kambium hat. Ist das nicht zu weich, um es einschieben zu können?

Sag mal bitte, wo du den T-Schnitt an der Unterlage machst.
Ist das egal, oder machst du den T-Schnitt durch das Auge einer Unterlage, so dass das hineinokulierte Auge über dem der Unterlage zu sitzen kommt?
Mit fällt auch auf, dass die Augen der Unterlage quasi "in Reihe" sitzen, wenn man den Trieb der Länge nach betrachtet.
Ist es nun egal, wenn ein "neues" Auge an beliebiger Stelle eingesetzt wird?

Ich würde mich gerne mit Aprikose auf Myrobalane versuchen.
Da brauch ich sicher auch Wachs. Hier wurden schon verschiedene Präparate genannt - Baumwachs, Rebenwachs, "Trimona" - bevor ich eins bestelle, welches wäre denn das beste zum Veredeln?
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Mediterraneus am 23. August 2013, 07:53:13
Ich hab in einen bestehenden Baum (3Jahre alt) hineinokuliert.

Ich habe das untere Viertel von Seitenästen direkt aus dem Stamm genommen, die waren etwa 1 bis 1,5 cm dick. Auf Augen hab ich nicht geachtet. Ich hab mir ein glattes Stück am Zweig gesucht, also wo die Rinde schön frei ist und wo man schön Platz hat zum Aufschneiden.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: hargrand am 23. August 2013, 08:30:35
am besten löst sich die Rinde übrigens an dies- und einjährigen Trieben.

Aprikose auf Myrobalane hab ich letze Woche gemacht, sieht gut aus 8) :D
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Mediterraneus am 29. August 2013, 09:11:52
Hab einen alten Mirabellenbaum entdeckt, der wohl die Metzer Mirabelle ist. Leider hatte der Baum kaum noch richtigen Neutrieb, so dass ich nur kurzes diesjähriges Fruchtholz schneiden konnte. Dort gibt es für die für die Okulation nicht ein Auge mit einer Knospe zum Ausschneiden, sondern es sind immer 3 Knospen in einem Auge (ich nehme an, Blütenknospen).
Ich hab jetzt notgedrungen solche Augen veredelt. Geht das gut?
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Mediterraneus am 30. August 2013, 21:14:55
"Nänzi"- Mirabelle auf Zwetschge. 1,5 Wochen nach der Veredelung.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Mediterraneus am 30. August 2013, 21:16:37
"Roter Bellefleur" auf "Edelborsdorfer". Auch anderthalb Wochen alt. Die Blattstiele sehen noch saftig aus. Ein gutes Zeichen?
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: b-hoernchen am 30. August 2013, 21:34:59
Ich möchte jetzt auch diese superleckere, schwarze Brennkirsche auf meine Bäume veredeln.
Der Stamm (Unterlage) meiner Kordia ist gut daumendick, so 2 - 3 Zentimeter, kann man da noch hineinokulieren oder sollte ich eher die mickrigen Zweige der winzigen Krone nehmen?

Noch schwieriger wird's bei meiner Schneider's späten Knorpel, die ist ein richtiger Baum: Okulieren am Stamm oder viele, viele Okulationen an den Ästen?

Gibt's da eine Altersgrenze des Stammabschnitts oder der Triebe, in die man okuliert?

Und dann wäre da auch noch Sauerkirsche "Morellenfeuer" von Aldi, ein noch zarter Setzling.
Müsste doch auch gehen - Süßkirsche auf Sauerkirsche?
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Isatis blau am 30. August 2013, 21:40:19
Sind solche Okulationen winterhart?

Kann man die Bäume ungeschützt draußen lassen und wachsen sie dann im nächsten Jahr?
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: hargrand am 31. August 2013, 22:57:28
ich denke schon dass die Winterhart sind ;) :)

Okulationen funktionieren in dies und einjährigem Holz am besten. Je älter desto schlechter löst die Rinde.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Urmele am 01. September 2013, 08:06:34
Letztes Jahr hab ich für viel Geld einen Aprimira-Spindelbusch in einer renommierten Baumschule gekauft.
Hat dieses Jahr auch schon die ersten Früchte dran die jetzt reif werden. Es ist eine gelbe Zwetschge die schlecht vom Stein löst, Aprimira ist es nach Fruchtform und Farbe nicht >:(

Würde die gerne umveredeln, geht das, dass ich einfach in die Mittelachse ein Auge (oder besser mehrere?) okuliere?
Wie geht man, falls die Augen anwachsen, nächstes Jahr weiter vor? Die Mitte über dem Auge einfach abschneiden?
Wie lange habe ich noch Zeit? Oder ist es dieses Jahr schon zu spät?
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Apfelfreund am 01. September 2013, 15:07:20
Also, die Zeit zu okulieren ist der August. Zumindest bei Apfel und Birne. Man nimmt diesjährige Zweige und trennt aus dem mittleren verholzten Bereich die Augen heraus. HIerzu schneidet man am besten in Richtung der Astspitze das Auge heraus. Dann muß man den Holzspan herausziehen. Wenn der Schnitt erfolgt ist, kann man das Edelreis abkniocken und so den Holzspan greifen und herausziehen. Den T Schnitt macht man an ein oder zwei eventuell auch an dreijährigen Trieben. Wenn die Rinde nicht löst, gelingt die Veredelung nicht. Beim Hineinschieben des Auges muß es so richtig saftig sein und flutschen...
Verbinden kann man die Okulation am besten und einfachsten mit OSV Verschlüssen. Ist die Rinde des AUges im März noch saftig und grün und nicht schwarz und vertrocknet ist die Okulation gelungen. Dann schneidet man den Zweig oberhalb der Veredelung ab, damit die ganze Kraft des Safttriebes in das AUge geht.

Genauso müßte es auch mit Kirschen und Pflaumen/Mirabellen gehen. Bei Pfirsichen soll das Chippen besser sein.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Urmele am 01. September 2013, 19:22:25
Danke! Bin ich wohl schon zu spät.
Vielleicht versuch ich es ja noch, ist ja nichts kaputt wenn sie nicht anwachsen.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: b-hoernchen am 01. September 2013, 21:29:49
Ich arbeite mal mit einer Rasierklinge, mangels "richtigem" Werkzeug.

Bei meinem Kordia-Stamm löst sich die Rinde nur sehr schwer, bei der "Morellenfeuer" eigentlich gar nicht. Sind wohl schon zu alt
Für meine Versuche Brennkirschen darauf zu veredeln muss ich mir wohl andere Opfer suchen.
Dafür löst sich die Rinde um so leichter bei den Myrobalanen-Schösslingen.
Allerdings sind die Aprikosen-Knospen in den Blattachseln winzig.

Na ja, mehr als schiefgehen kann's nicht. Wenn die Bäumchen nur meine Schnittversuche überleben... .
Macht das eigentlich etwas, wenn's am Tag nach dem Okulieren regnet?
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Mediterraneus am 02. September 2013, 08:08:43
Letztes Jahr hab ich für viel Geld einen Aprimira-Spindelbusch in einer renommierten Baumschule gekauft.
Hat dieses Jahr auch schon die ersten Früchte dran die jetzt reif werden. Es ist eine gelbe Zwetschge die schlecht vom Stein löst, Aprimira ist es nach Fruchtform und Farbe nicht >:(

Würde die gerne umveredeln, geht das, dass ich einfach in die Mittelachse ein Auge (oder besser mehrere?) okuliere?
Wie geht man, falls die Augen anwachsen, nächstes Jahr weiter vor? Die Mitte über dem Auge einfach abschneiden?
Wie lange habe ich noch Zeit? Oder ist es dieses Jahr schon zu spät?

Aprimira ist eher eine ovale Mirabelle. Lass dich von den Beschreibungen von wegen Aprikosenkreuzung nicht blenden. Allerdings länglich zwetschgenförmig ist sie eher nicht.
Mein Aprimirabäumchen hatte nur eine wurmige Frucht, so dass ich sie nicht richtig kosten konnte. Der Baum wächst auffällig schwach und dicht bei mir.

Vielleicht ist sie es ja doch?

Augenveredelung kannst du trotzdem versuchen, das Auge weiß ja nicht, den wievielten wir heute haben. Hauptsache die Rinde löst noch, das tut sie bei mir. Am besten, du wässerst das Bäumchen einen Tag vorher kräftig.
Musst ja nicht alle Äste umveredeln. Dann hast du 2 Sorten drauf.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Urmele am 02. September 2013, 14:12:30
Gute Idee, die Rinde löst noch gut.

Auf den Quatsch mit der Mirabelle-Aprikose bin ich nicht reingefallen, aber ich hab sie in Veitshöchheim gekostet, deshalb wollte ich sie haben.
Nicht das weiche Matschzeug was da jetzt am Baum hängt :-X
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Mediterraneus am 05. September 2013, 13:18:19
Bei meiner Mirabellenokulation sind die Blattstiele immer noch grün. Einer ist abgefallen, die Abbruchstelle ist grün.

Auch der Apfel hat noch saftig grüne Blattstiele.

Kann ich mir Hoffnung machen? :D
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Apfelfreund am 05. September 2013, 20:02:51
Wie sieht denn das ausgeschnittene Auge aus? Wenn dort die Rinde noch frisch und nicht schwarz und vertrocknet aussieht, wird es schon klappen.

Der Nachteil beim Okulieren ist, daß man den Erfolg wirklich sicher erst im nääääääääächsten Früjahr sieht...
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: landfogt am 06. September 2013, 15:12:29
sorry wenn ich hier so reinplatze,aber ich habe da was,womit ich nicht gerechnet hätte ;D
war gestern abend auf dem weg zu einem promologen der bei mir um dei ecke wohnt.wußte aber den weg nicht genau,also habe ich gefragt.kurz um habe ich einen mann angesprochen.als der erführ,daß ich mit obst bäumen zu tun habe,zeigte er mir einen apfelbaum bei ihm im garten,der 3 aufgepfropfte birnenreiser drauf hatte,die bereitz trugen ???
wusste nicht daß so etwas möglich ist!
hat hier jemand so etwas auch bzw schon gesehen?
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Mediterraneus am 07. September 2013, 09:34:18
Knospen und Rinde sehen noch saftig aus, viel kann ich nicht sehen, da ja das meiste in der Rindentasche steckt, die umwickelt (mit Baumwachs verschmiert) ist.

Landfogt: ich habe mal ein Apfelreis auf einen Birnbaum veredelt. Das Reis ist angewachsen, aber dann nach einem Jahr oder so plötzlich abgestorben.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: landfogt am 07. September 2013, 14:10:21
danke medi,für deine erfahrung ;)
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Deviant Green am 07. September 2013, 15:42:59
sorry wenn ich hier so reinplatze,aber ich habe da was,womit ich nicht gerechnet hätte ;D
war gestern abend auf dem weg zu einem promologen der bei mir um dei ecke wohnt.wußte aber den weg nicht genau,also habe ich gefragt.kurz um habe ich einen mann angesprochen.als der erführ,daß ich mit obst bäumen zu tun habe,zeigte er mir einen apfelbaum bei ihm im garten,der 3 aufgepfropfte birnenreiser drauf hatte,die bereitz trugen ???
wusste nicht daß so etwas möglich ist!
hat hier jemand so etwas auch bzw schon gesehen?

Der Ast wird nach zwei bis drei Jahren abgestoßen.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: landfogt am 08. September 2013, 12:57:08
die wurden nicht abgestoßen 8)
schätze die reiser sind mindestens 5 jahre am "apfelbaum" :-*
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Deviant Green am 10. September 2013, 22:11:35
die wurden nicht abgestoßen 8)
schätze die reiser sind mindestens 5 jahre am "apfelbaum" :-*

Die Gattungen sind unverträglich, ich weiss aber nicht wie lange es maximal dauern kann, bis sie sich abstossen. Vielleicht weiss das jemand hier?
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: mime7 am 11. September 2013, 09:10:33
die wurden nicht abgestoßen 8)
schätze die reiser sind mindestens 5 jahre am "apfelbaum" :-*

Hallo,
handelt es sich denn wirklich um einen Apfelbaum? Wenn du es schon in Anführungszeichen schreibst....

Möglicherweise hat da jemand Birnen auf einen Nashi-baum veredelt. Dessen Früchte sehen ja wirklich eher wie Äpfel aus.

Gruss
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: b-hoernchen am 16. September 2013, 22:50:08
Darf ich mich mit einer weiteren Obstveredelungsfrage anhängen?

Ich plane mit einem Obstauern zwei phänomenale Äpfel durch Reiser zu vermehren - einen Zitronenapfel und eine "alten Gravensteiner".
Nun ist der Obstbauer ein junger Bursch, der eigenen Angaben zufolge auch noch "neu" beim Veredeln ist. Aber er sagt, er könne MM111 Unterlagen bekommen - wurzelnackt.

Kann man auf die im Herbst bezogenen Unterlagen gleich im Winter/Frühjahr veredeln?
Müssen die nicht mindestens 1 Jahr eingewachsen sein?

Ich frag, weil es ja auch die Möglichkeiten gäbe, über Versandbaumschulen veredeln zu lassen. Wobei man denen die Reiser schicken muss und ich weiß nicht, ob das mit dem Postversand im Jnauar/Februar so glatt geht.
Was ist, wenn die Reiser beim Transport zu warm werden, die Winterruhe unterbrechen, oder wenn es doch stark frieren sollte?
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Elro am 16. September 2013, 23:05:03
Kann man gleich veredeln.
Ich habe oft in der Baumschule im Dezember Unterlagen bestellt und im Januar dort abgeholt um sie dann im März zu veredeln.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Urmele am 17. September 2013, 08:58:36
Tochter hat im Rahmen ihrer Ausbildung letzten Januar 3 Topaz auf wurzelnackte MM111 veredelt und anschließend durfte sie die mitnehmen.
Hat dort gelernt dass man "genau so" und um diese Zeit veredelt. Die Stämmchen hatten einen Wachsüberzug von oben bis unten.
Nachdem die "Bäumchen" noch drei Tage in einer Plastiktüte im Auto lagen wurden sie mir überreicht.
Habe sie dann getopft und in der Garage aufgestellt. Im März kamen sie dann ins Freie. Sind alle drei an-und kräftig weitergewachsen. Tochter ist stolz wie Bolle und will sich drei Hochstämme daraus ziehen.

Wenn das kein typischer Anfängererfolg war müsste es auch bei Dir funktionieren.
 
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: landfogt am 17. September 2013, 13:05:01
nochmal zur aufveredelten birne am apfelbaum:
es ist also sicher ein apfelbaum ;)
falls euch der nahme friedrich renner was sagt-der hat sich dieses mysterium ebenfalls schon angeschaut und fotografiert!
habe mit ihm auch darüber gesprochen!er meinte auch,daß sowas nicht all zu oft vorkommt ;D
es ist aber nichts unmöglich!
so gibt es bei mir in der nähe z.b. eine eiche die mit einer buche so eng verwachsen ist,daß sich sogar das holz "vermischt" hat :o
somit sind die 2 verschiedenen hölzer untrennbar miteinander verwachsen,was es normalerweise auch nicht geben kann ;)
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Apfelfreund am 20. September 2013, 18:43:10
sorry wenn ich hier so reinplatze,aber ich habe da was,womit ich nicht gerechnet hätte ;D
war gestern abend auf dem weg zu einem promologen der bei mir um dei ecke wohnt.wußte aber den weg nicht genau,also habe ich gefragt.kurz um habe ich einen mann angesprochen.als der erführ,daß ich mit obst bäumen zu tun habe,zeigte er mir einen apfelbaum bei ihm im garten,der 3 aufgepfropfte birnenreiser drauf hatte,die bereitz trugen ???
wusste nicht daß so etwas möglich ist!
hat hier jemand so etwas auch bzw schon gesehen?

Über Bilder würden wir uns alle sehr freuen!!
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: landfogt am 20. September 2013, 20:49:39
habs mit dem einstellen von bildern nicht so :-[
ich versuch mal wenn ich zeit habe eins zu machen.
der man ist etwas "schwierig"!
83 jahre,ehemaliger soldat,sehr kernig und barsch!
da muss man einen guten tag erwischen ;D
an dem tag als ich den kennengelernt habe,war er wohl sehr gut drauf,so meinte jedenenfalls der ebenfalls über 80 jährige promologe den ich eigentlich gesucht habe ;D
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Apfelfreund am 23. September 2013, 20:25:08

83 jahre,ehemaliger soldat,sehr kernig und barsch!
Sag doch einfach, Du möchtest ein paar Fotos schießen...

Wenn es mit dem Reinstellen nicht klappt, ich freue mich auch über PM. Email auch über WWW.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: landfogt am 25. September 2013, 18:58:05
ich versuche es nochmal!
aber versprechen kann ich nichts!


Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Mediterraneus am 27. September 2013, 21:03:15
Mirabelle auf Zwetschge. Seit fast 6 Wochen veredelt. Blattstiel ist noch saftig. Gutes Zeichen?
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Mediterraneus am 27. September 2013, 21:04:49
Beim Apfel bin ich mir nicht so sicher. Hier sind fast alle Blattstiele abgefallen, nur dieser ist noch etwas grün.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Mediterraneus am 27. September 2013, 21:05:55
Die Knospen sehen noch grün aus. Hier ist der Blattstiel abgefallen.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Elro am 28. September 2013, 01:28:36
Normal heißt es, daß wenn der Blattstiel abfällt ist das Reis angewachsen. Das würde dann heißen, daß da wo jetzt noch der Blattstiel dran ist das Auge nicht angewachsen ist.
Genaues weiß man dann im Frühjahr.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: b-hoernchen am 03. Oktober 2013, 22:16:15
ich hab im August ein paar Wurzelausläufer meiner Süßkirsche mit Brennkirsche vom Bauern okuliert.
Wannn sollte man die Ausläufer frühestens "abnabeln" und eigenständig einpflanzen?
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: landfogt am 06. Oktober 2013, 13:23:03
habe da noch eine frage über das veredeln!!
beim "anplatten" müssen da beide parteien einjahrige triebe sein,oder braucht man einen mehrjährigen gleichdicken trieb?
sonst hätte ich ja 2 "zug-augen" ???
will im frühjahr auf einen ca 6 cm dicken hochstamm (sämlimg) mehrere sorten vor dem pflanzen aufveredeln und die bereits vorhandenen äste nutzen!unter der rinde geht da nicht immer,da die äste noch zu dünn sind!
wer kann mich aufklähren?
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: hargrand am 06. Januar 2014, 10:29:23
 :D

Pfirsich:
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: hargrand am 06. Januar 2014, 10:32:50
 :)

Quitte auf Eberesche

(sorry ohne Blitz wurde es einfach nicht scharf)
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: willi2000 am 06. Januar 2014, 19:30:53
Moin Leute,
hat jemand von euch dieses Jahr Edelreiser geschnitten? Ging das bei der warmen Witterung überhaupt? Macht es überhaupt noch Sinn, da z.B. bei Birnen die Knospen schon angeschwollen sind?

Gruss
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Mediterraneus am 25. Februar 2014, 13:06:11
Meine oben gezeigten (#125 bis #127) im Herbst okulierten Augen bei Mirabelle und Apfel sehen ganz ok aus. Zumindest nicht tot.

Kann ich den Zweig jetzt direkt über dem Auge kappen?
Oder Stummel stehen lassen?
Oder noch warten?
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: JörgHSK am 26. Februar 2014, 09:46:23
nein nicht direkt über dem Auge!

 Einen Zapfen stehenlassen, dieser trocknet hinterher ein, und wird im Sommer entfernt. Diesen Zapfen kann man ganz gut zum Anbinden und leiten/formen des Jungtriebes nutzen. Du willst den Jungtrieb ja nicht im 90° Winkel abstehen lassen, oder? Im Sommer wenn der Zapfen abgeschnitten wird ist der Jungtrieb in der richtigen Richtung, und wächst dann auch von allein so weiter.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Mediterraneus am 26. Februar 2014, 10:00:36
Der Zapfen darf dann aber kein Auge mehr haben, da das oberste Auge als erstes austreibt, oder?
Oder wie lang soll ich den Zapfen lassen?
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: mime7 am 26. Februar 2014, 12:53:54
hallo,
ich lass meist 20 cm.
In meinem Veredlungsbuch werden 30cm empfohlen.

Weitere Augen sollten da keine mehr dran sein, wenn doch sollten diese entfernt werden.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Mediterraneus am 26. Februar 2014, 12:58:35
Danke.
Dann mach ich das vielleicht gleich heut abend.

Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: carot am 26. Februar 2014, 15:06:05
Ist das der derzeitige Mitteltrieb, den Du kappen willst? Dann würde ich erst auf den Austrieb der Knospe warten und im Sommer ganz kappen. Jetzt würde ich den Mitteltrieb erstmal nur stark zurückschneiden aber noch Knospen für den Austrieb belassen.

So mache ich es immer und habe noch keine schlechten Erfahrungen gemacht. Der Grund ist, noch ein paar Zugaugen zu belassen um den Baum nicht zu stark zu schocken.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Mediterraneus am 26. Februar 2014, 15:10:53
Nein, es ist nicht der Haupttrieb, bzw sind noch weitere unveredelte Zweige dran.

Den Apfel hab ich ziemlich oben (2.te Sorte) veredelt, ist ein Hochstamm, aber noch jung.

Die Mirabelle ist auch in einen jungen Zwetschgenbaum reinveredelt.
Wenn ich nicht zurückschneide, habe ich die Befürchtung, dass meine veredelten Augen gar nicht austreiben, weil sie teilweise weiter unten am Zweig sind.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: carot am 26. Februar 2014, 17:00:54
Dann würde ich auch jetzt schon auf Zapfen zurückschneiden.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: schwarze Tulpe am 28. Februar 2014, 19:15:05
Möchte das Veredeln lernen, alle Techniken.
Welches Werkzeug brauche ich? Geht ein scharfes Küchenmesser? Oder Teppichmesser? Bin bisher nicht der Messerfreak. Brauche einen Tipp. Gutes Werkzeug muss sein. Auch ein Daumenschoner? Oder?

Welche Veredlungszange kann ich kaufen? Hier gab es mal einen Hinweis, aber die Firma hat neue Verkaufsbezeichnungen. Die Preise liegen zwischen 29 - 69 Euro. Die teuerste Zange hat bei Amazon schlechte Bewertungen.
Womit arbeitet ihr?

Der Frühling rückt näher, ich muss üben, üben, üben. Aber wie und womit?
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: landfogt am 04. März 2014, 21:21:33
ich schneide meine reiser und veredle sie dann gleich auf den baum.auser die,die ich vom tausch bekomme!
äpfel und Birnen sind da sehr unkompliziert!
ich denke aber beim steinobst wird es eher schwierig.habe 4 Wildlinge (Zwetschge mit ca 2-3cm durchmesser)mit Emma lepperman unter der rinde veredelt.da bin ich mal gespannt!
werde es aber auch noch mit derm spaltpfropfen versuchen.soll wohl hier besser sein.letztes jahr sind die etwa mausohr grossen blätter welk geworden und die reiser abgestorben ::)
mal abwarten ;D
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Mediterraneus am 06. März 2014, 07:57:54
ich schneide meine reiser und veredle sie dann gleich auf den baum.auser die,die ich vom tausch bekomme!
äpfel und Birnen sind da sehr unkompliziert!

Das mach ich auch so.
Hast du jetzt schon hinter die Rinde veredelt? Löst die Rinde schon?
Hab gestern Reiser von Apfel geschnitten und will die Spitze eines älteren Baumes umveredeln.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: carot am 06. März 2014, 08:11:05
Beim Steinobst ist es wichtig, dass sich die Reiser noch in absoluter Winterruhe befinden. Anderenfalls leidet die Erfolgsquote sehr. Deshalb schneide ich da die Reiser schon im Dezember/Januar und lager sie dann. Bei Apfel mache ich es auch so, dass die geschnittenen Reiser gleich benutzt werden.

Am Wochenende werde ich ein paar Nachveredelungen an einem meiner Apfelbäume vornehmen. Habs zwar noch nicht getestet aber ich bin ziemlich sicher, dass die Rinde schon löst. Vor 2 Wochen habe ich die letzten Schnittmaßnahmen vorgenommen und da waren die Knospen schon geschwollen.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Mediterraneus am 06. März 2014, 08:34:08
Gut, danke. Dann werd ich morgen mal loslegen.

Eigentlich hasse ich veredeln, ich brauch da immer am besten 3 Hände. >:(
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: JörgHSK am 06. März 2014, 09:17:41
die Frage zu den Messern, ja scharfe Küchenmesser gehen auch sicherlich, sie haben aber nicht die erforderliche Standhaftigkeit, den Schliff, was besonders einige Veredelungsarten anbetrifft die mit dickeren Reisern oder hartem(Pflaume) Holz arbeiten.

Ausser die Okulationen, welche nur höchst selten hier geglückt sind, habe ich schon so ziemlich alles ausprobiert und mit Erfolg.

Kopulation mit Gegenzunge klappt immer, auch bei +/- ungenauem Schnitt, gut wenn der Schnitt sehr lang ist.

Geißfüße gehen hier auch meistens an..

beim Anplatten klappts auch, allerdings brechen diese leicht aus...

gute Erfahrungen habe ich mit Spaltpfropfen gemacht, die Dinger halten extrem fest.

Das Sattelpfropfen möchte ich gern mal ausprobieren...

Die hier an anderer Stelle so hochgelobte Hausveredelung habe ich bei einer Aprikose im Topf probiert, sie steht hier im Haus und treibt bereits.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: hargrand am 06. März 2014, 09:29:17
Bitte Bilder!
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: schwarze Tulpe am 07. März 2014, 10:28:44
Zweifache Veredelung

Gestern sah ich die Obstbäume, die L.dl anbot, holte sie aus der Verpackung und staunte, alle Bäumchen - Apfel, Birne, Pflaume, Kirsche, Pfirsich - waren zweifach veredelt. Das habe ich bei einem Discounterangebot erstmalig erlebt. Unvorstellbar, wie die Pflanzen dann noch so billig verkauft werden können. Meine eigenen Obstbäume haben nur eine einzige Veredelung. Warum?

Wann wird doppelt veredelt?

Geht es um eine Unverträglichkeit zwischen Wurzelunterlage und Steckling, dass ein Zwischenstamm eingesetzt wird?

Warum arbeitet man nicht mit einer passenden Wurzelunterlage?

Ist die doppelte Veredelung eine stufenweise Erleichterung für die Pflanze um sich auf das neue Edelreis einzustellen?

Was ist besser für die Fruchtbarkeit der Obstbäume, eine einfache oder zweifache Veredelung?

Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: hargrand am 07. März 2014, 10:42:07
Ich glaube das nicht.

Ich denke eher dass die Bäume alle gekappt wurden und das dann wie eine Okulationsstelle aussieht.

Kannst du Bilder zeigen?
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: b-hoernchen am 08. März 2014, 19:32:34
Dürfte ich mich mit einer Frage zur Kirschokulation einklinken?

Habe letztes Jahr u.a. eine Brennkirsche in den Stamm meiner Kordia (unterhalb der regulären) Veredelungsstelle hineinokuliert und es sieht so aus, als wäre das Auge nicht vertrocknet.

Jetzt lese ich hier im Forum, man soll oberhalb der Okulationsstelle kappen und alle Augen oberhalb entfernen.

Ich möchte aber meine Kordia schon eine Kordia bleiben lassen, nur einen Seitenast mit der Brennkirsche aus der Kordia (bzw. der Unterlage) wachsen lassen.

Wie sind da eure Erfahrungen? Geht das?


Viele Grüße
Thomas
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: landfogt am 08. März 2014, 21:50:05
hab heute auch unter der rinde veredelt!!
geht schon die letzten 2 Wochen super mit dem rindenlösen!
nur mit meiner Emma leppermann unter der rinde bin ich gespannt,da das mit der absoluten Winterruhe dieses jahr etwas schwierig was bzw ist :-\
will morge noch die president pflaume mit spaltpfropfen am jungsamling versuchen.,
werde von 2 Forums Mitglieder morgen unterstützt ;D
stimmt doch Felix,oder ;)
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: hargrand am 09. März 2014, 12:27:23
 8) ;D jap war sehr interessant!! ;) :D

Werde berichten ob die reiser anwachsen !
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: schwarze Tulpe am 09. März 2014, 13:10:45
Super, wie gerne hätte ich bei der Veredelung den Meistern dieser Kunst zugeschaut.


@Hagrand - keine Aufnahme, hatte mir nur einige Pflanzen angeschaut. Es sah aus wie eine doppelte Veredelung, einmal sogar mit den Veredlungsgummis. Vielleicht mit Brille nicht? Im Gartencenter meines Vertrauens erfuhr ich, dass man in Osteuropa viel häufiger doppelte Veredelungen macht.
Hat denn sonst keiner einen Blick auf diese Obstbäume geworfen? Verständlich, es fehlte die Sortenangabe.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Elro am 09. März 2014, 13:11:00
8) ;D jap war sehr interessant!! ;) :D
Und habt Ihr das Ganze mit Bildern festgehalten?
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: hargrand am 09. März 2014, 14:26:11
Nö, leider nicht.

@b-hoernchen:

aber wieso hast du denn so weit unten veredelt?
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Elro am 09. März 2014, 18:12:53
Meine Sauerkirschokulationen vom letzten Sommer sind teils von Maden befallen worden. Heute bei einen Kontrollgang habe ich Sägemehl entdeckt und nachgeschaut. An zwei nicht angewachsenen Augen waren rund vier Maden :(
Aber dafür treiben drei andere super aus :D
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: hargrand am 09. März 2014, 19:20:32
 :D schön!
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: mime7 am 10. März 2014, 10:40:16

Habe letztes Jahr u.a. eine Brennkirsche in den Stamm meiner Kordia (unterhalb der regulären) Veredelungsstelle hineinokuliert und es sieht so aus, als wäre das Auge nicht vertrocknet.

Jetzt lese ich hier im Forum, man soll oberhalb der Okulationsstelle kappen und alle Augen oberhalb entfernen.
...
Wie sind da eure Erfahrungen? Geht das?
hallo,
ich habe zu Anfang meiner Veredelungsbemühungen probehalber mal Kordia-Augen in die Stämme dreier Wildkirschen einokuliert und danch die Bäume nie geschnitten. Die Augen sind angewachsen und sehen top aus- auch noch Jahre später. Ausgetrieben hat da keine.

Deswegen hab ich denn die ernsthaften Kirschveredlungen alle mittels Kopulation durchgeführt. Die haben auch dann ausgetrieben, wenn sie etwas unterhalb anderer Äste waren.
Aufgrund dieser Erfahrungen würde ich bei Kirschen nicht mehr okulieren.

gruss
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: b-hoernchen am 10. März 2014, 10:40:20
@b-hoernchen:

aber wieso hast du denn so weit unten veredelt?

Hab gar nicht weit unten veredelt - die Kordia ist etwa auf Höhe Nasenspitze veredelt, und etwas drunter im Stamm habe ich zwei Knospen Brennkirsche reinokuliert - die scheinen noch "da" zu sein.

Eine weitere Okulation weiter "oben", in der "Kordia-Krone" ist vertrocknet; ich kann mich erinnern, das war unheimlich zäh in diesen kleinen Ästchen der Krone (ist ja erst Ende 2011 gepflanzt worden) die Rinde zu lösen.

Wie meint ihr geht das - einen Ast (oder zwei Äste) Brennkirsche aus dem Stamm rauswachsen zu lassen und die Krone darüber zu lassen?
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: hargrand am 10. März 2014, 20:02:24
Das wird schwierig, denke ich.

Ich habe heute Josephine von Mecheln veredelt, dazu noch zwei Kirschen :D

alles mit Spaltpfropfen, hoffentlich wächsts an :D

Die Reiser der Kirschen zeigten schon grüne Spitzen, aber das hat meine Dönnisens gelbe im Herbst schon...
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Christina am 10. März 2014, 20:14:02
Eine kleine Zwischenfrage:

Ich soll bei Freunden auf einen ziemlich alten Birnbaum eine gute Birnensorte aufpfropfen. Die Reiser gibt es berteits, geht das bei Birne genausogut wie bei Äpfeln?
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: landfogt am 10. März 2014, 20:45:51
danke für die Blumen schwarze tulpe aber bin ich noch kein meister im veredeln,da ich es dieses jahr zum 2ten mal erst mache ;D
zugegeben,es ist mir beim ersten mal(2013)recht gut gelungen.meine Kernobst Veredelungen unter der rinde sind bis auf eine alle angegangen.das mit den Obstbäumen und alten sorten mache ich schon seit gut 20 jahren.
und ja,die Birnen gehen genau so "einfach" wie die äpfel ;)
wichtigste punkte:gerage Schnittfläche am reis,gut festpressen mit dem bast(strammes verbinden gleicht auch mal eine "Unebenheit"am reis aus)und gründliches verstreichen mit wachs.in jeden Hohlraum und absolut sauber um das eingesteckte reis versiegeln.genau so das reis ende,damit keine Flüssigkeit verdunsten kann!!
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: schwarze Tulpe am 10. März 2014, 21:22:31
Danke für den Bericht, landfogt. Er macht mir Mut. Ich bin bald mit dem 1. Versuch dran.

Noch läuft alles im Kopf ab, schon kommt eine Frage: Wenn es so wichtig ist, dass die Veredelungsstelle luftdicht abgeschlossen werden muss, um ein Austrocknen zu vermeiden, ja... warum setzt man nicht z.B. feuchtes Moos zur Sicherheit drum herum, oder ein anderes feuchtighaltendes Material?

Darf ich noch fragen, mit welchen Geräten du arbeitest? Welches Messer etc..

Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Elro am 10. März 2014, 23:17:55
Ich soll bei Freunden auf einen ziemlich alten Birnbaum eine gute Birnensorte aufpfropfen.
Normal geht es genauso gut wie Apfel aber ich habe festgestellt, daß bei Birne oft schon in jungen Jahren die Rinde borkig ist. Das war bei meiner Gellerts Butterbirne schon nach fünf Jahren. Ich hatte nur an einer Seite noch glatte Rinde zum pfropfen.

Ist die Rinde zu borkig bricht die Rinde ist Stücke. Gerade wenn ich lese, daß der Baum schon ziemlich alt ist, denke ich, daß es schwierig werden könnte.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: b-hoernchen am 12. März 2014, 22:07:39
Hab ich das richtig gelesen, dass man Steinobst auch jetzt im Frühjahr okulieren kann?

Der Bauer oben am Berg will demnächst einen seiner großen Kirschbäume fällen - sollte ich mir da ein Reis mit Augen sichern?
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: landfogt am 13. März 2014, 21:14:36
durch das verschliessen der Schnittflächen hält sich die eigene Feuchtigkeit(saft)!!
fremde feuchtigkeitszufuhr durch feuchtes moos....,unterstützt das faulen und die Bildung von Hohlräumen unter der rinde,in welche sich Pilze und Ungeziefer einnisten können.infektionen verhinden das verwachsen der beiden veredelungspartner!außerdem wird in diesem fall dein moos irgenwann trocken,dann wieder feucht.das sind keine konstanten Bedingungen.
als Werkzeug verwende ich das Okuliermesser um die rinde zu lössen und die hippe um das reis anzuspitzen.
grosser Vorteil der hippe beim schneiden:man rutscht nicht mit dem messer aus dem reis bevor der schnitt zuende ist,da die hippe eine gebogene klinge hat.
um die Ebenheit deiner Schnittfläche zu kontrolieren,kannst du die Schnittfläche mit deinem finger auf ein stück Glasscheibe drücken und von unten schauen ;)
es muss auch nicht unbedingt ein schnitt sein,man kann,gerade am spitzen ende noch mal nachschneiden,wenn es da von der dicke her noch fehlen sollte!
ganz wichtig ist auch daß du die Schnittfläche nicht mit Hand oder finger berührts.gelangt das fett deiner haut auf die fläche,wächst es dadurch nicht an!!

wünsche viel erfolg ;)
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: hargrand am 13. März 2014, 21:39:33
Ich habe heute noch ein paar Kirschen spaltveredelt, ging super wie ich finde :D

aber ich muss sagen ich hab Bedenken, denn die Reiser zeigen schon leichte grünfärbung der Knospen..
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Unter Lage am 13. März 2014, 22:10:14
Hab dieses Jahr das erste mal veredelt. Verschiedenste Sorten (Roter Boskop, Rote Sternrenette, Pflaume Empress, Unika, Süßkirsche aus dem Garten meiner Eltern, Gellerts Butterbirne,...)

Ich habe einen Teil vor etwa drei Wochen veredelt, den anderen Teil vor einer. Die, die ich vor drei Wochen veredelt habe, treiben schon "etwas" aus. Die Veredelungen stehen alle draußen im Garten.

Wann kann ich eigentlich sicher sein, dass das Reis tatsächlich angewachsen ist? Und muss ich Angst haben, dass der Wetterumschwung am Wochenende den Erfolg vereiteln könnte?
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: schwarze Tulpe am 15. März 2014, 16:11:57
Muss ich Veredelungsband nehmen?
Wie lange ist die Haltbarkeit? Wenn es sich an der Luft nach wenigen Monaten zersetzt, wie lange ist eine Lagerung im Haus möglich?
Nur kleine Mengen kaufen?

Im Internet fand ich Erfahrungsberichte mit Teflonband, die Veredelung klappte immer. Hier liegt noch eine Rolle Teflonband. Wer hat das schon ausprobiert?

Das Band soll das Austrocknen verhindern. Also habe ich Streifen von Klarsichtfolie geschnitten und probehalber um ein Holz gewickelt. Es ist dehnbar, verschließt gut. Spricht was gegen diese Folie?
Sie wird sich auch im Sonnenlicht nicht so schnell auflösen, also öffne ich nach geglückter Veredelung selbst den Verband.

Kritik erwünscht, ebenso gute Hinweise und Links.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Mediterraneus am 15. März 2014, 16:24:19
Ich hab heut in der Spitze eines alten Boskoop-Hochstammes eine andere Sorte reinveredelt (Winterrambour).
Uiui, war hoch und Wind hat geblasen. Ob das was wird. Ich hasse veredeln, meine Hände reichen da immer nie.

Ich hab Kunstbast genommen, der ist sehr stabil und damit kann man nicht so optimale Schnitte am Reis ausgleichen, indem man sehr fest wickelt. Man muss ihn halt aufschneiden, wenn das Reis angewachsen ist, sonst wächst er ein.

Einen Ast hab ich mit Spaltpfropfen probiert. Mann war das ein Pfusch. Ich hoffe jetzt mal... :-\
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: schwarze Tulpe am 15. März 2014, 16:41:18
Mutig bei dem Wind, hier flog schon ein Gartenstuhl durchs Land.

Kunstbast habe ich nicht griffbereit, ist der dehnbar? Außerdem Baumwachs geschmiert?

Spaltpfropf erscheint mir interessant. Auf Bildern wachsen die Edelreiser da gerade weiter und haben keine abknickenden Wuchsrichtungen.

Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Mediterraneus am 15. März 2014, 16:49:21
Kunstbast ist nicht dehnbar, damit kann man das Reis richtig reinpressen.

Das gespaltene Reis schlitzt nur ein, wenn man das Edelreis reinschiebt. Irgendwas hab ich falsch gemacht.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: schwarze Tulpe am 15. März 2014, 17:08:56
Neuen Versuch starten. :D
Hier ist ein Link von Schacht, der Beitrag scheint gut, die Veredelungsbänder sind teuer. Vielleicht kannste mit der Anleitung arbeiten?

http://www.schacht.de/pdf/Veredelungsleitfaden.pdf

Das Wetter ist doch gut fürs Veredeln.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Mediterraneus am 15. März 2014, 17:11:49
Es waren nicht mehr Zweige zum Veredeln vorhanden. Zudem hab ich keine gescheiten Edelreiser mehr.

Entweder es klappt jetzt, oder in ein paar Jahren, wenn wieder Holz nachgewachsen ist.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Klartraum am 15. März 2014, 17:42:20
Hallo Mediterraneus!
Erstmal Glückwunsch zu der stürmischen Umveredelung an Deinem Boskoop!
Ich habe einen Hibiskus Hochstamm, den ich gerne "umveredeln" würde, jedenfalls teils, da er leider gefüllt blühend ist, und wir Bienen und Hummeln eigentlich nicht leer ausgehen lassen wollten.
Wäre es jetzt noch möglich, einfach wie bei Deinem Apfelbaum vorzugehen?
(Also, gilt pfropfen bei allen Pflanzen?)
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Mediterraneus am 15. März 2014, 18:28:19
Im Prinzip ist dein Hibiskus ja schon mal veredelt worden. Was sollte also dagegensprechen, es erneut zu versuchen.
Allerdings bin ich kein Veredelungsfachmann, ich probiere ja selber.
Vielleicht meldet sich hier ja ein Profi zu Wort, wie und wann man Hibiscus veredelt.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: schwarze Tulpe am 15. März 2014, 19:40:42
« Antwort #170 am: Heute um 16:11:57 » Hat jemand noch Ideen zum Veredelungsband?

Auf der Suche nach Baumwachs stand ich vor der Entscheidung, Dose oder flüssiges Wachs. Da fand ich im WWW Hinweise zum Selbstherstellen von Baumwachs. Als ich nach Fichtenwachs suchte, erschrak ich beim Preis.
Aber beim nächsten Spaziergang kann ich doch einige Harzgallen abkratzen, und wenn der Förster auch seinen Sonntagsspaziergang macht, bitte ich ihn schnell um Erlaubnis.

200 g Harz langsam erhitzen, Borken dabei rausfischen
40 ml Weingeist zugießen und erkaltet in Gläser oder Dosen abfüllen.
Kleinere Mengen sind auch möglich.

Das wäre doch eine Alternative... oder? :D

Was ist mit Wollwachs als Baumwachs? Damit haben wir doch mal Wollwindelhosen gefettet. :P Wasser ist dem Lanolin entzogen, aber es hat die Fähigkeit Wasser zu speichern, es trocknet und bricht nicht. Kriegt einer den Dreh zum Abschluss bei Veredelung?
Wäre das eine Alternative? Hier steht noch ein fast voller Topf. Eine wachsähnliche Substanz, die ziemlich eigen riecht >:( und mal verwertet werden will.
http://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Wollwachs

Noch eine Idee. Hier lagern noch Bio-Hartwachse aus meiner Möbel-Schreiner-Zeit. Biowachse für Holz müssten doch auch baumkompatibel sein?
Oder fehlt mir heute die Sonne? :)
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Mediterraneus am 15. März 2014, 19:44:08
Kauf dir doch einfach ein Döschen mit Baumwachs für 7 Euro oder so. Oder auch einfach Wundverschlussmittel in der Pinseltube.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: schwarze Tulpe am 15. März 2014, 19:48:50
flüssiges oder festes Baumwachs?
Irgendwie traue ich dem Zeug nicht, wer weiß, was da alles reingemischt ist? Mein Forschen im WWW hinterlässt ein flaues Gefühl. So ähnlich wie beim Baumbalsam, der immer seltener angewendet wird.
Ich bin kein Chemiker.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Mediterraneus am 15. März 2014, 19:55:30
Ich hab heute billiges Wundverschlussmittel vom Aldi genommen.

Besser ist aber so ne Blechdose mit streichfestem Baumwachs auf Bienenwachsbasis. Das ist bei Kälte hart und muss etwas erwärmt werden.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: hargrand am 15. März 2014, 20:13:43
Medi, das kalt"flüssige" Baumwachs ist einfach mist zum veredeln. und sackteuer.

Ich hab mir jetzt nen Eimer Lac-Balsam geholt, das funktioniert wunderbar
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: schwarze Tulpe am 15. März 2014, 20:13:45
Lac Balsam liegt hier, lese aber immer wieder, es soll nicht für Veredelungen genommen werden. Inhaltsangaben fehlen. Toll!
Die Firma sagt, es soll bei Veredelungen über das Veredelungsband geschmiert werden.
Es geht also nur um Abdichtung. Da kann ich auch Silikon nehmen, oder?

So, Aldi hat es auch, habe ich nicht bemerkt. Und schon Erfahrung mit dem Mittel?
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: b-hoernchen am 15. März 2014, 20:20:21
Ein Bauer hat mir gesagt, die "Landmann-Rezeptur" wäre eine Mischung aus Fichtenharz und Bienwachs.
Ich denke einfach mal zusammen schmelzen und umrühren.

Fragt mich jetzt nicht nach den Gewichtsanteilen, das wird wohl auf die Konsistenz ankommen, die man erreichen will.

Ich hab mir Neudorff Baumwachs gekauft. Echtes Bienenwachs ist wohl teurer und dürfte naturrein nur direkt über den Imker zu beziehen sein.

Achtung! Bienenwachskerzen dürfen "aus reinem Bienenwachs" heißen, auch wenn das Bienenwachs mit Stearin verschnitten is (ähnlich wie unsere "reine Butter" aus der Tafelbutter mit Margarine verschnitten ist, wegen der Streichfähigkeit).
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: landfogt am 15. März 2014, 20:22:36
nein kein silikon nehmen,auch wenn du noch was zuhause rumstehen hast ;D
lackbalsam ist das beste zum veredeln!!!!!!
nur nicht das von neudorff.ist viel zu wässrig.hab einen eimer kekauft und nach dem ersten versuch aus wut weggeschmissen.absoluter mist das zeug,auch wenn die Firma sonst gute Sachen erzeugt!
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: schwarze Tulpe am 15. März 2014, 20:39:06
Moment, warum das teure Lac Balsam auf die Rinde und Folie geschmiert werden soll, erschließt sich mir nicht. Weder die Borke noch das Veredelungsband sind lebendiges Baummaterial. Warum dann kein anderes Klebemittel, das abdichtet?

Sicher war mein Silikon vorhin als Witz gedacht, aber jetzt denke ich, es ist gar nicht schlecht. Vielleicht gibt es noch ein besseres Dichtungsmittel.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: landfogt am 15. März 2014, 20:52:10
also wenn 15 euro für 0,5liter für dich teuer ist?
silikon ist ein Industrie Produkt und kann lebendes gewebe beschädigen oder sogar zum absterben deines baumes führen!!
silikone die im z.b. im tiermedizinischen Bereich eingesetzt werden(ordhopädie)sind spetziell für diese Verwendung hergestellt!auch da nimmt man kein handels übliches silikon.
deswegen gibt es baum wachs und der gleichen ;)
sonst würde jeder silikon oder anders nehmen,was dazu führen würde,daß es kein Baumwachs mehr gibt ;D
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Elro am 15. März 2014, 20:56:03
Manche Obstgehölze reagieren nicht so gut auf Lac-Balsam.
Ich hatte es auch schon zum veredeln genommen und festgestellt, daß das Wundgewebe zu Wucherungen neigt. Ich hatte das mal vor Jahren geschrieben und gezeigt als ich meine Nashi umveredelt hatte.
Ich kann den Beitrag nicht mehr über die Suche im Forum finden, darum hier nochmal das Bild aus 2007.
Heute sieht man davon nix mehr, alles verwachsen aber damals hatte ich schon einen Schreck bekommen.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: schwarze Tulpe am 15. März 2014, 20:57:10
Richtig, aber die Anwendung von Lac Balsam schreibt das Auftragen auf totes Material vor.
Würde die Veredelungsstelle direkt bestrichen, sähe es anders aus.
Die Anwendung von Lac Balsam ist nicht so.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Elro am 15. März 2014, 21:01:32
Richtig, aber die Anwendung von Lac Balsam schreibt das Auftragen auf totes Material vor.
Wenn etwas tot ist brauche ich nix mehr zu bestreichen sonders sollte es roden ;)
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: landfogt am 16. März 2014, 17:37:11
ich verwende lackbalsam schon seit 20 jahren und habe noch nie Probleme damit gehabt.
aber selbst verständlich darf jeder das ran schmieren was er für das beste erachtet ;)
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: schwarze Tulpe am 16. März 2014, 20:08:07
Ich finde die Inhaltsstoffe nicht, auf der Packung steht nichts drauf. Warum? Ich fand eine Zulassung im Internet, aber keine Inhaltsstoffe. Dafür wird Lac in einigen Foren total abgelehnt. Das macht mich auch stutzig.

Ich lerne das Veredeln ja erst, aber wenn ich gut abbinde und nur auf das Veredelungsband und die Borke schmiere, ist es eh egal, was ich nehme. Alles ist giftig.
Übrigens hörte ich, dass jemand bei Lidl einen Obstbaum aus dem jetzigen Angebot gekauft hat, da war die Veredelungsstelle noch mit einem Streifen Haushaltsfolie umwickelt. Ich nehme auch Haushaltsfolie, sie ist wunderbar dehnbar und immer vorhanden. Das mache ich nicht aus Verbundenheit mit Lidl. Das mache ich aus Überzeugung für vereinfachtes Arbeiten.

Mir fällt noch Holzleim ein, müsste auch gehen, und ich darf ihn berühren, was bei Lac vermieden werden soll.

Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Apfelfreund am 16. März 2014, 20:44:08
Lacbalsam kann man verwenden, hat aber den Nachteil schnell rissig zu werden und dann trocknet es doch wieder an der Veredelungsstelle. Also dann oft kontrollieren und nachstreichen. Ich bevorzuge Rebenwachs bei Handveredelungen und kaltverstreichbares von Schacht zum Veredeln hinter die Rinde.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: schwarze Tulpe am 16. März 2014, 22:33:11
Es gab im letzten Jahr einen Thread Obstbaumveredelung mit Bienenwachs
http://forum.garten-pur.de/Obst-Forum-25/Obstbaumveredelung-mit-Bien-50037_msg2010322A.htm

Hat jemand experimentiert?


Und weil ich von den Mitteln nicht überzeugt bin, suchte ich im WWW weiter, kam zu einer Tabelle über die Zulassungszeiten für Pflanzenschutzmittel. Da finde ich Baumwachs von Schacht u.a. mit dem Zulassungsende: 31.12.2013, Aufbrauchen bis:30.06.2015

http://gartenbau.pflanzenschutz-information.de/Apps/WebObjects/PSInfoGarten.woa/1/wo/cYPtgjyCnetdQSeZCKtKJ0/16.11.38.1.0.0.1.1.3.1.0.2.1.1.0.1.1.0.1.2.1.1.17.1

Ist das Zeug so gefährlich?
Ich kenne das Prozedere der Zulassung nicht. Stellt die Firma einfach einen Verlängerungsantrag? Aber dann bräuchte die Zulassung nicht abzulaufen.

Mir ist das Zeug alles so suspekt.

Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Mediterraneus am 17. März 2014, 07:24:01
dann nimm halt Nivea oder Melkfett ::)
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Urmele am 17. März 2014, 18:07:13
Wenn man überlegt wie wenig man braucht um die Veredelungsstelle zu versiegeln sind diese schweren Bedenken schon ein wenig an den Haaren herbeigezogen, oder nicht?

Aber wer schon Skrupel hat Bäume überhaupt zu veredeln weil sie sich dann nicht mehr ihrer Natur gemäß entfalten können... ::)
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Apfelfreund am 17. März 2014, 18:25:43
Dinge die in Deutschland frei verkäuflich sind, sollte man nicht als supergefährlich einstufen, jedenfalls nicht gefährlicher als Zigaretten, die einige täglich in größeren Mengen konsumieren.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Elro am 17. März 2014, 19:22:39
dann nimm halt Nivea oder Melkfett ::)
Fett verhindert das anwachsen. Man soll ja auch nicht mit den Fingern an die Schnittstelle fassen.
Ich könnte mir vorstellen, daß das Fett dazwischen rutscht.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: landfogt am 17. März 2014, 20:44:59
mit Schweineschmalz oder patex geht es bestimmt auch ;D ;D ;D
das ist mir zu hoch echt ;D ;D
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: hargrand am 17. März 2014, 20:58:31
 ;D ;D
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Mediterraneus am 24. März 2014, 11:14:37
Ich hab letzte Woche Apfel umveredelt. Hab Kunstbast genommen, da ich durch ziemlich festes Binden schlechte Kopulationsschnitte auszugleichen versuche.
Nun muss der Bast schnellstmöglich nach dem Anwachsen des Reises entfernt werden.
Da die Veredelung oben in der Krone ist, kann ich da nicht jedesmal nachschauen.
Wie lange dauert es denn, bis ein Reis richtig angewachsen ist und der Bast durchtrennt werden kann?
Wenn das Reis austreibt, ist es dann schon festgewachsen?
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: carot am 24. März 2014, 14:38:13
Der Austrieb kann noch aus den Reserven des Edelreisers erfolgen. Er bedeutet also nicht zwingend einen Anwachserfolg.

Ohne Sichtkontrolle würde ich die Wicklung 6 Wochen dran lassen. Die Gefahr der Einschnürung empfinde ich nicht als so schwerwiegend wie die Gefahr des Aufbrechens der Veredelungsstelle. Eine geringe Einschnürung verwächst sich wieder.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Mediterraneus am 24. März 2014, 14:44:22
Ja, denke ich auch.
Ich wollte nur einen groben zeitlichen Richtwert. 6 Wochen klingt plausibel.
Dann stell ich Mitte Mai mal die Leiter an.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: landfogt am 25. März 2014, 21:00:06
ich habe mein naturbast ende mai entfernt.an einigen pfropfköpfen war das bast schon "geplatzt"!
sieht auch nicht so toll aus,wenn überall die fetzen runterhängen ;D
manchmal hat es aber schon leicht geschnürt,trotz naturbast!hält manchmal besser als man denkt ;)
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: b-hoernchen am 26. März 2014, 08:36:46
Ende letzter Woche kamen endlich meine MM111 Unterlagen.

Meint ihr es macht noch Sinn, Reiser zu schneiden?
Ich hätte da so einen Schönen aus Wiltshire im Auge...
 - und der Schweizer Winterglockenapfel, den ich 2011 als Hochstamm gekauft habe würde wahrscheinlich jetzt auf MM111 gepfropft eher fruchten als das Original.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: carot am 26. März 2014, 08:42:59
Schau Dir den Knospenstatus der Bäume mit den Sorten an. Wenn die Knospen noch geschlossen sind, ist es kein Problem. Nimm ggf. Reiser von der Nordseite des Baumes. Apfel ist da sowieso nicht ganz so heikel wie Steinobst.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: landfogt am 27. März 2014, 21:54:20
habe heute reiser von blumenbachs Butterbirne geschnitten und gleich aufveredelt.geht noch gut.bei uns auf jedernfall,auch wenn die augen schon etwas ich will mal sagen"besser zu sehen sind" ;)
solange es kein Steinobst ist!
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Mediterraneus am 28. März 2014, 07:29:17
Blumenbachs hab ich auch auf einen Wildling gepfuscht. War das ein Gepfriemel. Gleichdick auf Gleichdick veredeln kann ich einfach nicht! :P Wenn das was wird, ist Birnenveredelung wirklich idiotensicher 8)
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: landfogt am 29. März 2014, 20:48:16
ich habe die blumenbachs unter der rinde auf einem gerade mal 2 cm dicken Wildling veredelt.das war vor 3 Wochen und die augen schwellen schon sehr stark.für mich sind Birnen am leichtesten zum verdeln,weil sie einfach super anwachsen!
allerdings ist bei der Birne am Sämling immer eine kopfveredelung zum empfehlen,da die sonst total krum und verdreht in die höhe wachsen!
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Mediterraneus am 04. April 2014, 10:33:53
Ich wär schon froh, sie würde wenigstens krumm anwachsen ;)
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: hargrand am 08. April 2014, 06:53:45
Muss ich eigentlich die knospen unter der veredelungsstelle alle abstreifen?

Oder kann ich die noch beruhigt dranlassen?
Wär mir lieber. Meine veredelungen treiben noch nicht aus aber die Bäume an sich haben schon Blätter.

Bitte um schnelle Antwort :-*
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: hargrand am 08. April 2014, 06:55:21
Achso ich habe spaltgepfropft und die Äste unterhalb treiben auf der ganzen Länge
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: pinat am 08. April 2014, 07:03:15
Nicht abstreifen, die Knospen sollen den Saftstrom aufrecht erhalten.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: hargrand am 08. April 2014, 08:27:28
 :D gut danke
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Mediterraneus am 08. April 2014, 13:53:31
Beim Apfel bin ich mir nicht so sicher. Hier sind fast alle Blattstiele abgefallen, nur dieser ist noch etwas grün.

Apfel ist nix geworden. Man muss also das Schildchen bei der Augenveredelung entfernen.

Mirabelle ist etwa die Hälfte angewachsen. Blöderweise die an der Spitze nicht. Da hab ich die Schildchen auch drangelassen.

Man lernt dazu :-\
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Mediterraneus am 12. April 2014, 20:02:47
Hmmm, vielleicht doch an der Baumspitze. Das totgeglaubte Mirabellenknöspchen regt sich :D
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: b-hoernchen am 12. April 2014, 23:15:09
Meine Kirschokulationen vom letzten Jahr sind allesamt nichts geworden.
Ich hatte sie mit der Rasierklinge geschnitten und auch den T-Schnitt mit der Rasierklinge gemacht.

Bei Apfel habe ich Spaltpfropfung (ebenfalls mit Rasierklinge, ergibt welligen Schnitt) hinter die Rinde der Unterlage probiert. Die Unterlagen sind aber sehr dünn. jetzt treiben die Unterlagen aus, aber die Pfropfreiser trocknen immer mehr ein.

Ich hatt mich schon so sehr auf den Schönen aus Wiltshire gefreut!

Nur eine Schrägschnittpfopfung (gleichdick auf gleichdickes Zweiglein der Pfropfunterlage) von Schweizer Winterglockenapfel auf MM111 steht noch im Saft. Mal schauen, was dabei heraus kommt.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: hargrand am 12. April 2014, 23:23:41
Meine Veredelungen treiben allesamt noch nicht aus.

Die Äpfel zeigen keinerlei anzeichen von Austrieb, die Kirschen etwas aber stimmt, die Josephinen treiben schon stark :D

Denkt ihr das wird noch was? die Unterlagen haben schon 5cm lange Austriebe
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rosen-Kater am 12. April 2014, 23:35:52
Meine Kischpflaumen-okulation sind schon am wachsen, von drei sind zwei angewachsen, alle auf einen Stamm ;D
Habe mal ne Frage, was kann man so alles auf Pfirsichsämlinge veredeln? Habe hier drei von 2013 die Kk haben und zum weg werfen zu schade sind. ::)
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: dmks am 16. April 2014, 22:27:33
Hm... hab auf Pfirsichsämlinge bisher nur Pfirsich veredelt - alles andere macht ja sonst eigentlich wenig Sinn. KK-resistentere oder auch großfrüchtige Sorten, rotlaubige. Oder einfach mal den leckeren vom Nachbarn im Sommer in die Seitenäste okuliert. 8)
 
Aber wenn sie nunmal schon da sind wärs denkbar Aprikose zu versuchen - könnt mir vorstellen daß das klappen kann.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: landfogt am 18. April 2014, 13:14:30
3 meiner 4 Emma leppermann die ich auf dünnen(ca2-3 cm Durchmesser)zwetschgensämlingen unter der rinde veredelt habe,wachen bereits prächig.und das trotz dem warmen winter im bezug auf das reiser schneiden!
die hälfte meiner äpfel und Birnen Veredelungen,ebenfalls unter der rinde,beginnen zu treiben.der rest,unter anderem der elstar lassen sich etwas mehr zeit.liegt wohl auch etwas an der sorte denn beim elstar war es letztes jahr auch so,daß der der letzte war wo zu wachsen begonnen hat ;)
auch mein dünner Birnen Sämling wo ich die williams Christ Birne unter der rinde veredelt habe,treibt schon.
habe gestern noch die converence Birne auf einen nur 2cm dicken Sämling unter der rinde veredelt.das reis war etwa 4mm dick.da bin ich mal gespannt ;)
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: landfogt am 18. April 2014, 13:37:34
ach ja, mein total rasierter alter bittenfelder Sämling bekommt die ersten triebknospen um die Schnittflächen herum.habe Fotos gemacht und werde sie(wenn ichs hinbekomme)hier einstellen.aber erst wenn mann das wachsen der äste besser sieht!
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: landfogt am 27. April 2014, 09:05:36
so gut wie alle meine Veredelungen beginnen zu treiben.auch 3 meiner 4 Emma leppermann pflaumen wachsen schon prächtig.juhu :D
die williams auf Sämling,sowie die auf alten bäumen veredelten sorten sind auch schon fast alle am wachsen.der elstar ist die einzige sorte,die mal wieder noch etwas auf sich warten lässt ;D
hoffe bei euch ist es auch gut gelaufen mit dem veredeln!!!

gruss heiko
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: hargrand am 27. April 2014, 11:18:07
Die Äpfel treiben immer noch nicht. :( Sind aber auch nicht vertrocknet.
Bei den Kirschen bin ich noch gespannt, gleiches bei der Josephine.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: partisanengärtner am 27. April 2014, 11:26:23
Gestern habe ich meine Veredelungen bei einem Freund kontrolliert.
Bei der Kirsche hatte ich nur kurze dünne Fruchttriebe zur Verfügung.
War eine Notmaßnahme und die Dame die die Reiser geschnitten hatte war völlig unbeleckt was Reiser erkennen betrifft.
Trotzdem sind einige der 2-3 mm starken Veredelungen am Leben einige werden sogar grün. Bin gespannt was das dann wird. Vermutlich blühen die erst mal. 8)
Äpfel sind alle schon am Austreiben.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Sursulapitschi am 27. April 2014, 12:05:32
Nach vielen vergeblichen Versuchen habe ich meinem vogelgesäten Kirschbaum doch radikal gestutzt (was scheußlich aussieht) und ihm eine letzte Chance gegeben, Mittel der Wahl dieses Mal Geißfußpfropfen. Und siehe da, eines der diversen Reiser treibt tatsächlich aus - kein überwältigender Erfolg, aber mein erster auf dieser Baustelle, also bleibt der Baum erst mal...

Deutlich besser war die Quote bei zwei etwa2-jährigen getopften Kirschsämlingen - 100%! Geht doch! :D
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: hargrand am 27. April 2014, 12:09:36
wo hattest du die sämlinge stehen?
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Sursulapitschi am 27. April 2014, 12:13:09
Den ganzen Winter (der hier sehr unwinterlich war) draußen, auf der Nordseite des Hauses.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: hargrand am 27. April 2014, 12:19:27
und nach dem veredeln?;)
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Sursulapitschi am 27. April 2014, 12:24:52
naja, seit dem Veredeln stehen sie eben da (vor dem Veredeln hatte ich sie noch ungetopft im Gemüsebeet geparkt). Langsam könnte ich sie wohl mal ein bißchen sonniger stellen.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: landfogt am 28. April 2014, 21:08:10
die Veredelungen die ich als letztes gemacht habe,also vor etwa 2 Wochen,sind natürlich noch nicht am treiben.die ontario reiser habe ich mit bereits treibenden knospen,direckt vom baum ab veredelt!sogar die wachsen weiter 8)
in etwa 2 Wochen so denke ich,werde ich auch von den anderen Veredelungen erfahren ob sie angewachsen sind.manche reiser blühen sogar!
schaun wir mal!
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Mediterraneus am 30. April 2014, 10:38:59
Blumenbachs hab ich auch auf einen Wildling gepfuscht. War das ein Gepfriemel. Gleichdick auf Gleichdick veredeln kann ich einfach nicht! :P Wenn das was wird, ist Birnenveredelung wirklich idiotensicher 8)

Die Knospen schwellen ;D. Sahen lange tot aus. DAS hätt ich nicht gedacht!

(Ich hoffe, das ist nicht letztes Aufbäumen vor dem Verrrecken)
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Mediterraneus am 30. April 2014, 10:44:08
Und jetzt zur Kirsche.

Reiserveredelung kann man bei Kirschen doch auch im Sommer machen, oder?

Auf meine Burlat muss unbedingt noch eine Brennkirsche.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: landfogt am 30. April 2014, 12:05:18
da kann ich die dolleseppler sehr empfehlen 8)
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Mediterraneus am 30. April 2014, 12:36:29
Die war angedacht. :D

Geht das im Sommer? Oder doch wie übliches Steinobst im Frühjahr.
Ich hab ja als Kind mal eine Kirsche im Sommer veredelt. Weiß aber nimmer genau, wann. Ich weiß nur noch, dass ich vom Edelreis die Blätter abgemacht hab und dann mit Geißfuß veredelt hab. Hat irgendwie geklappt.

Dann müsst ich mir nur noch ein Reis besorgen.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: landfogt am 30. April 2014, 22:30:10
wenn du welche brauchst,sage mir bescheid ;)
bei meinem Nachbarn stehen 2 alte Exemplare.die sind außerdem sehr robust,was Schrotschuss und Monilia betrift.zusätzlich jedes jahr hoher ertrag mit kleineren aber sehr süssen früchten die mein nachbar zur marmeladenherstellung (xelz im schwäbischen ;D) nimmt.
veredeln würde ich die aber im frühjahr.das reis im Januar schneiden!

Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: carot am 01. Mai 2014, 11:04:31
Probiert habe ich es noch nicht aber nach Deiner Schilderung Medi vermute ich, dass Dir damals eine Reiserveredelung mit schlafenden Augen (am Reiser) gelungen ist. Hier würde man klassischerweise ja okulieren. Es gibt dafür aber auch Methoden der Reiserveredelung, meist aber für tropische Pflanzen. Ich würde auch bei den in unseren Breiten klassischen Methoden bleiben, also Reiserveredelung im Frühjahr und Augenveredelung im Sommer.

Wenn mir mal wieder ein Sämling über den Weg läuft, werde ich Deine Methode einfach mal ausprobieren :) .
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Mediterraneus am 02. Mai 2014, 10:32:03
Landfogt, ich komme gerne auf dein Angebot zurück. Danke! Hier bekommt man die nämlich nicht leicht bei.

Carot, irgendwo hab ich mal was von Johanniveredelung gehört. Da gibt's aber nur so historische Texte dazu.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: landfogt am 17. Mai 2014, 21:06:26
na was machen eure Veredelungen?
ein paar schwächeln bei mir noch.manche sind kurz vor dem austrieb oder bereits aufgegangen!
die anderen wachsen bereits schon!
3 reiser haben maus ohr grosse blätter und haben still stand ::)
meine Emma leppermann Veredelungen sind schon gut 15 cm gewachsen!
an einem reis sind die augen abgefallen(vertrocknet) aber die rinde ist noch richtig grün anzuschauen!
was meint ihr dazu?wird das noch was?
wie ist es euch ergangen?

gruss heiko
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Mediterraneus am 20. Mai 2014, 20:05:02
Hier auch so. Einige Reiser haben wenige Blättchen gebildet und verharren.

Manche sind ausgetrieben und wachsen.

Nur der Winterrambur auf Boskoop ist nicht ausgetrieben. Da wurden alle drei Reiser gar nix.

Wann soll ich den Kunstbast durchschneiden ohne dass was einschnürt?
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Ayamo am 22. Mai 2014, 00:40:41
Bast aufschneiden nach ca. 1-2 Monaten, je nach Wachstum. Ist aber nicht dramatisch, wenn´s mal 2-3 Wochen länger dran bleibt, verwächst sich wieder.

Meine (wenigen) sind alle angewachsen, einziger Schönheitsfehler ist ein Adersleber Kalvill, da ist nur eine Seite des Pfropfkopfes garniert.
Der Berlepsch wächst auch gut - Danke, Landfogt :)
(Der Zugast ist nicht so nah dran wie´s aussieht ...)
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: landfogt am 25. Mai 2014, 18:18:07
ca 80%meiner Veredelungen sind angewachsen.alle reiser vom martini,danke ebenfalls ayamo ;D
der manga super ist leider nichts geworden und der aport verharrt noch!
wichtig ist,die nicht angewachsenen reiser zu entfernen und die tote rinde bis auf das gesunde wegzuschneiden wegen der fäulniss!warten wirs mal ab was der rest der reiser noch macht!
ein vergessenses reis im boden ist auch angewachsen ;D
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: landfogt am 14. Juni 2014, 21:03:28
ich war so stolz auf meine Emma leppermann Veredelungen die bis vor kurzem schon gut 40 cm gewachsen waren.doch dann kam der sturm und hat alle Veredelungen abgerissen :'(
so eine sch.... >:(
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: hargrand am 14. Juni 2014, 21:12:27
ach mist. :'(

Meine Josephinen sind angewachsen! :D
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Elro am 14. Juni 2014, 21:19:07
Ich habe dieses Jahr nur zwei Veredelungen gemacht, einmal Purpurroter Zwiebelapfel und Zabergäu Renette.
Der Purpurroter Zwiebelapfel ist extrem gut angewachsen, mehr als ich auf dem Pfropkopf gebrauchen kann, die Zabergäu Renette ist auch angewachsen aber mit nur einem Reis. Das reicht aber auch.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rosen-Kater am 08. Juli 2014, 23:09:52
Ich habe da mal eine Frage...
Ich habe hier 3 Pfirsichsämlinge von 2013 rumstehen, da diese drei von fünf (einer tot) jetzt schon Kk haben und ich hier noch 3 Aprokosen Sämlinge (auch von 2013) habe, dachte ich, ich könnte die Pfirsiche als Unterlage nutzen. (da die Aprokosen eh bischen geschnitten werden müssen, wird es auch Material zum veredeln geben)

Meine Frage ist: wann ist die richtige Zeit Pfirsiche/Aprikosen zu Okulieren?
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: hargrand am 03. August 2014, 11:30:43
Mir ist doch tatsächlcih eine Veredelung Williams auf Weißdorn "gelungen" ;D

sie treibt gerade ein zweites mal durch. mal sehen wie lang sies macht
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Bumblebee am 06. August 2014, 10:08:58
Ich verstehe zwar gar nichts davon, finde es aber klasse, drücke Daumen und verfolge die Sache gespannt weiter. :D
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: landfogt am 06. August 2014, 21:16:47
habe bei den Veredelungen irgendwie das gefühl gehabt,daß manche bäume sich besser zum aufpfropfen eignen,sprich daß die reiser an einigen bäumen besser anwachsen als bei anderen!
auf einem jakob fischer sind alle meine Veredelungen angewachsen.auf einem zitronenapfel hingegen,sind weniger angewachsen!gibt es hierbei tatsächlich unterschiede??
der klarapfel zum beispiel,ist bei mir in 2 jahren veredelungs versuchen,nicht einmal angewachsen!
wachsen manche sorten besser an als andere??
gibt es da unterschiede,oder bilde ich mir da was ein??
was meint ihr?
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: b-hoernchen am 20. Januar 2015, 20:18:27
Heute habe ich Birnenreiser bekommen, schöne, kräftige, mindestens bleistiftstarke Dinger.
Meine Quittenunterlage, gekauft letztes Jahr (1 Jahr im Garten kultiviert), hat aber nur streichholzdünne Triebe gemacht. Kann ich die einjährigen Reisertriebe auch am zwei- oder dreijährigen Holz der Unterlage anwachsen lassen?

Würdet ihr mit Schrägschnitt oder mit "U"-Schnitt (habe eine Veredelungszange, die einen U-förmigen Schnitt macht), kopulieren? Und wenn "U" - die U-förmige Vertiefung an der Unterlage oder am Edelreis?
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: dmks am 20. Januar 2015, 20:33:12
Das Reis in jedem Fall mit kompletten Schrägschnitt (Kopulationsschnitt)
Die Unterlage kann auch mehrjähriges Holz haben, wichtig ist daß das Kambium aufeinander passt. Mit der Zange kenn ich mich nicht aus, mit dem Messer aber ist sowohl kompletter Schnitt (wie Reis) als auch Anschnitt möglich.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Elro am 20. Januar 2015, 23:07:07
Würdet ihr mit Schrägschnitt oder mit "U"-Schnitt (habe eine Veredelungszange, die einen U-förmigen Schnitt macht), kopulieren? Und wenn "U" - die U-förmige Vertiefung an der Unterlage oder am Edelreis?
Meine Zange macht einen Omegaschnitt. Dazu sollte der Trieb etwas stärker sein sonst knicken die dünnen Außenkanten ab und halten nicht. Das Reis sollte stabil eingeklemmt sein und schon fest halten bevor verbunden wird.
Ich habe meist bei der Unterlage die Vertiefung gemacht.

Wenn die Triebe zu schwach oder zu ungleich stark sind lieber mit dem Messer einen Schrägschnitt machen. Der lange Schrägschnitt kann man besser verbinden als bei einen instabilen dünnen Trieb mit Omegaschnitt.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Wild Obst am 21. Januar 2015, 18:43:32
Heute habe ich Birnenreiser bekommen, schöne, kräftige, mindestens bleistiftstarke Dinger.
Meine Quittenunterlage, gekauft letztes Jahr (1 Jahr im Garten kultiviert), hat aber nur streichholzdünne Triebe gemacht. Kann ich die einjährigen Reisertriebe auch am zwei- oder dreijährigen Holz der Unterlage anwachsen lassen?

Man kan problemlos auf mehrjähriges Holz veredeln, nichts anderem macht man ja zum Beispiel beim Umpfropfen von Bäumen mit Rindenpfropfen. Manche Leute machen Pfropfköpfe mit 10 cm Durchmesser (und entsprechend altem Holz an der Pfropfstelle) und es wächst problemlos an. Allerding verheilen so riesige Wunden sehr schlecht.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: b-hoernchen am 22. Januar 2015, 10:40:50
Danke für eure Antworten.
 
Auch die "Nicht-Bosc's-Flaschenbirne" (Clapp's Liebling) im Garten wäre ein guter Kandidat - schöne dicke Triebe, würden zu den frischen Birnenreisern in der Stärke gut passen.

Die Quitte und zwei MM111 Unterlagen habe ich ausgegraben und eingetopft. Die möchte ich jetzt im Haus schnell zum Treiben bringen, damit ich bald pfropfen kann - ich misstraue meinen Fähigkeiten, die Reiser länger frisch zu halten (sind derzeit im Garten unter einem Stein gelagert, also nicht gerade frostfrei). Am Baum herrscht derzeit ja auch Frost. - Was haltet ihr davon?

Überhaupt, wie macht ihr die Reiser sauber, wenn ihr sie aus der Erde holt? Reicht abwaschen mit kaltem Wasser? Eventuell über Nacht in eine Vase mit Wasser stellen?

Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Wild Obst am 22. Januar 2015, 16:01:50
Die Quitte und zwei MM111 Unterlagen habe ich ausgegraben und eingetopft. Die möchte ich jetzt im Haus schnell zum Treiben bringen, damit ich bald pfropfen kann - ich misstraue meinen Fähigkeiten, die Reiser länger frisch zu halten (sind derzeit im Garten unter einem Stein gelagert, also nicht gerade frostfrei). Am Baum herrscht derzeit ja auch Frost. - Was haltet ihr davon?

Überhaupt, wie macht ihr die Reiser sauber, wenn ihr sie aus der Erde holt? Reicht abwaschen mit kaltem Wasser? Eventuell über Nacht in eine Vase mit Wasser stellen?

Die Reiser müssen nicht steril sein. Ich habe meine Reiser oft nicht gewaschen (Lagerung Kühlschrank) oder nur mit einem Tuch den größsten dreck abgewischt (Lagerung in Moos gewickelt in der Erde). Kurz mit Wasser spülen sollte auch reichen. Wichtig ist in dem fall nur, dass man die Schnittstellen dann nicht anfasst und verdreckt.

Meine Erfahrungen mit Veredlungen in der Wohnung sind ambivalent, natürlich entgeht man potentiellen Lagerschäden, aber die hohe Temperatur reizt auch das Edelreis zu einem schnellen Austrieb, was dann die Zeit zum Verwachsen begrenzt.
Bei meinen Veredlungen sind zwar viele Veredlungen in der Wohnung angewachsen, aber sie waren später nicht so wüchsig und kräftig wie Freilandveredlungen.

Ich denke ein Wintergarten mit ca 0-10 (vll. 15)°C is besser als Zimmertemperatur.

Aber das ist nur meine Erfahrung, wenn jemand andere Erfahrungen Berichte hat, wäre ich interessiert.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Ayamo am 22. Januar 2015, 16:57:49
Ich denke ein Wintergarten mit ca 0-10 (vll. 15)°C is besser als Zimmertemperatur.

Auf jeden Fall, weil das Licht im Wohnzimmer nicht zur Wärme im Zimmer passt. Die Baumschulen bringen ihre Handveredelungen nach der Arbeit auch wieder in einen kühlen frostfreien Ort.

Ich habe meine Reiser bislang immer in feuchten Sandhaufen gelagert, vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt (Nordseite einer Mauer), mit Karnickeldraht umwickelt (gg Mäuse). Da waren sie noch im April nicht angetrieben, ob´s frostfrei war, möchte ich nicht beschwören, jedenfalls um die Null.

Wie wildobst schon sagte: Reinigen mit klarem Wasser, dann nicht mit Fingern bedatschen. Wässern ist unnötig! wenn sie schon ausgetrocknet sind, bringt´s das auch nicht mehr, so ein Reis ist ja kein Schwamm.
Sind dann zu >90% angewachsen.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: dmks am 22. Januar 2015, 20:36:32
Hab sie vor ein paar Jahren als es zu strenger Frost war (Barfrost im Dezember, dann Schnee) sogar gut zwei Monate im Schneehaufen vergraben!
Später dann, als es wieder ging in den Boden.
Bei 25 Veredelungen (Apfel) sind 24 sauber angewachsen!
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Chica am 22. Januar 2015, 20:50:11
Er sagt es, glaubt mir, bei ihm wächst alles an :o :o . 3 Reiser in 3 verschiedenen Veredelungsmethoden im letzten Winter an meinen Nichtspilling gebastelt (was für eine Spielfreude :D ) sind inzwischen 3 lange Triebe geworden- unklar!
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: dmks am 22. Januar 2015, 20:56:50
...ist nur Handwerk ;) und harte Lehrjahre :P
Mal ehrlich, ausreichend Übung und sauberes Arbeiten - und jeder kann Freude haben daran!
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Horst-Kevin am 25. Januar 2015, 08:44:14
Hi!

Bei mir soll es dieses Jahr das erste mal so richtig losgehen. Hatte letztes Jahr eine Okulation Aronia auf Eberesche versucht, wart aber zu spät. Habe diese dann jetzt nochmal per Pfropfen in den Spalt versucht. Aber mangels Kenntnis den ganzen Trieb, etwa 15-20cm dran gelassen statt nur drei bis vier Augen.

Habe mir das Jahr über Wildtriebe und Wurzelausläufer gesammelt und bestelle mir evtl noch paar Unterlagen. Reiser bekomme ich größtenteils aus dem Forum.

Es gab ja wilde Diskussionen um das Verstreichmittel. Ein ehemaliger Kollege während der Ausbildung der mal Baumschuler war meinte, man könnte auch Honig zum Verstreichen nehmen, da dieser antiseptisch wirkt. Schonmal davon gehört?

Würde man mit Frischhaltefolie umwickeln, müsste man dann auch verstreichen?

Bei folgendem Video scheint die Dame nicht zu verstreichen und angeblich hat sie eine sehr hohe Erfolgsquote :D

http://youtube.com/watch?v=ltxyuBYo5wo
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: b-hoernchen am 25. Januar 2015, 13:52:24
Ayamo, dmks und Wild Obst, soweit schon mal vielen Dank für eure Infos!

Was ich mich noch frage:

Die Veredelungszange arbeitet, wenn ich es recht sehe, nach dem Prinzip des Weihnachtsplätzchenstechers, "drückt" also mit einem scharfen Blech aus Reis und Unterlage ein entsprechendes Stück heraus.

Mir kommt es so vor, als würde das Reis dabei ziemlich gequetscht. Kann, soll man das "Stechblech" irgendwie schärfen?

Oder ist doch der "ziehende" Schnitt mit der Hippe besser?

Ich frage, weil von den Versuchen mit der Veredelungszange bisher kein einziges Reis angewachsen ist. Einen gewissen Erfolg hatte ich bisher nur mit geschnittenen Reisern. Das habe ich versuchsweise mal mit der Rasierklinge gemacht, was natürlich sehr suboptimal ist. Eine gute Hippe kostet gleich mal so viel wie zwei, drei Bäume... .
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: grafenburger am 25. Januar 2015, 14:47:43
Die Tinas kannst du aber auch noch deinen Ur-ur-enkeln vererben,wenn sich nicht eins,wie bei mir durch ein Loch in der Arbeitshose verabschiedet.
Die Grossbetriebe für Rebveredlung arbeiten eigentlich nur mit einer Omegaschnittmaschine und da funzt es ja eigentlich.
Vielleicht hast du ja keinen Kontakt von Kambium zu Kambium erreicht,oder dieses wurde durch Quetschung zerstört.
Das A+O sind scharfe Messer und qualitativ gutes Werkzeug.
Billig rächt sich schnell.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: grafenburger am 25. Januar 2015, 14:59:08
Die Dame wendet eine Kopulation mit Gegenzungen an(Mach ich seit Jahren auch so bei noch dünnen Ästchen oder Sämlingen).
Zudem verwendet sie breite Gummistrips und hat da eben Übung.Wenn die richtig aufgebracht sind braucht sie kein Wachs.
Ich verwende im übrigen Bast,weil der von selbst verwittert und als Wachs das gute,alte "Trimona".
Von Lacbalsam rate ich ab,weil es anscheinend komplett "zumacht",sich Feuchtigkeit staut und alles faulen kann.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Starking007 am 25. Januar 2015, 15:02:38
"....Frischhaltefolie umwickeln, müsste man dann auch verstreichen?"
Mach ich schon lang so.
Nix verstreichen, keine Gegenzungen.
Mit am Wichtigsten ist Geschwindigkeit, je langsamer desto schlechter.
Eine Veredelung dauert wenige Sekunden!
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Elro am 25. Januar 2015, 15:05:58
Ich frage, weil von den Versuchen mit der Veredelungszange bisher kein einziges Reis angewachsen ist.

Das könnte ich jetzt nicht behaupten, bei mir ist mit der Zange nahezu alles zu 100% angewachsen, mit Messer nur ca. 80%, was auch nicht wenig ist. Für meine Spielereien reicht das dicke ;)

Bei der Zange ist wichtig, wie ich zuvor schon geschrieben habe, daß die Reiser eine ausreichende Stärke haben. Nur diese halten zusammengesetzt richtig fest zusammen. Ein Puzzelteil mit ganz wenig Außenkante würde auch ausreißen.
Darum nehme ich für die Arbeit mit der Zange nur kräftige Reiser.
Dünnere Reiser verwende ich meist eher zum propfen oder mit dem Messer per Kopulationschnitt mit Gegenzunge.

Sehr wichtig ist, daß die Rindenstücke(zumindest auf einer Seite) genau teffen. Wie soll sonst das Kambium dafür sorgen anzuwachsen?
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: grafenburger am 25. Januar 2015, 15:14:53
Bei Steinobst habe ich nur mit Kopulation keine so gute Erfahrungen gemacht,wie mit Gegenzunge.2008 waren bei 400 Kirschveredlungen mit Gegenzunge nur 5 ausgefallen!
Die Verwachsungsfläche verdoppelt sich ja dabei,ausserdem hat man nach dem Zusammenstecken eine Hand frei.
Zügiges Arbeiten ist na klar unerlässlich.
Wenn die Reiser mal braun werden wirds schwierig.
Beim Rindenpropfen an dickeren Ästen habe ich zum Binden mit "Panzertape" gute Erfahrungen gemacht.Da erübrigt sichs Wachs auch.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Elro am 25. Januar 2015, 15:45:35
Steinobst ist immer etwas heikler.
Teils kann es sogar schon an den Reisern liegen, oft sind sie schon zu weit.
Sauerkirschen hatte ich im August okuliert, klappte auch sehr gut.
Einer Zwetschgenunterlage St. Julien A hatte ich 2013 ein Edelreis der Sorte Haroma mit der Veredelungszange verpaßt. Ist so gut angewachsen, daß nicht nur ein 1,50m hoher Austrieb mit Seitenverzweigungen entstand, nein ich konnte sogar letztes Jahr, also nur ein Jahr nach der Veredelung 5 Früchte ernten :D
Jetzt habe ich nur das Problem wohin mit dem Baum, Garten ist voll und ich hatte nur zum Spaß veredelt und weil ein Bekannter mir das Reis in die Hand drückte mit den Worten: das wäre die beste Zwetschge und die muß man haben ;D
So ein prima Baum braucht einen Platz, hat er sich verdient, nur wohin ::)
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Wild Obst am 26. Januar 2015, 09:38:26
Es gab ja wilde Diskussionen um das Verstreichmittel. Ein ehemaliger Kollege während der Ausbildung der mal Baumschuler war meinte, man könnte auch Honig zum Verstreichen nehmen, da dieser antiseptisch wirkt. Schonmal davon gehört?

Würde man mit Frischhaltefolie umwickeln, müsste man dann auch verstreichen?

Bei folgendem Video scheint die Dame nicht zu verstreichen und angeblich hat sie eine sehr hohe Erfolgsquote :D

http://youtube.com/watch?v=ltxyuBYo5wo

@Horst-Kevin
Von Honig würde ich abraten:
1. Honig ist wasserlöslich. Nach dem Ersten Regen bzw sobald die Unterlage austreibt, ist der Honig restlos weg.
2. Honig ist begehrtes Futter für Bienen und Co --> der Honig ist weg, sobald es einmal warm war. Aber auch größere Tiere essen den gerne --> Honig weg und eventuell auch noch die Reiser umgebogen/abgebrochen, sonst irgendwie beschädigt.
3. Honig ist fast immer zumindest zähflüssig und fließt selbst ohne Regen in ein paar Tagen davon.

Im Video verwendet die Dame Parafilm. Das ist ein sehr elatischer, nach dem Ausdehnen an sich selbst haftendender Kunststoffilm. Die damit verbundenen Veredlungen müssen nicht verstrichen werden. Parafilm gibt es in großen 10 cmx50 m Rollen im Laborbedarf, aber es gibt auch speziell zum Veredeln in handlich vorgeschnittenen Stückchen (2-3cm auf 4-7cm). Diese Veredlungsversion kenne ich unter dem Namen Buddytape.
Beides ist nicht dauerhaft UV-stabil und zersetzt sich in sonniger Lage in ein paar Monaten so weit, dass es von alleine abfällt. Dadurch, und weil es elastisch ist und sich dehnt, muss man nicht unbedingt wie bei Bast die Verbände nach ein paar Wochen durchschneiden, wenn das Dickenwachstum einsetzt.

@b-hoernchen
Ich habe keine Veredlungszange, aber natürlich müssen die Stanzen darin scharf sein und soviel ich weiß, kann man die auch ausbauen und nachschleifen. Außerdem funktionieren diese Veredlungszangen nur bei den optimalen Unterlagen und Edelreisdurchmessern wirklich gut.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: dmks am 26. Januar 2015, 21:45:05
Hinweis zur Verstreicherei ;)
Bei luftdichtem Verband braucht zwar die Veredlungsstelle keinen weiteren Verschluß - aber die obere Schnittfläche des Reises!!! Sonst trocknet es von oben aus 8)
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: grafenburger am 27. Januar 2015, 22:54:10
Wenn ich eine besonders wichtige Veredlung mache(nur sehr wenig,oder altes Material),streiche ich auch das komplette Reis mit ein!
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: dmks am 27. Januar 2015, 23:09:37
ja, das ist sehr zu empfehlen! Besonders bei "Hungerreisern" von vergreisten Bäumen.
Was nimmst Du dabei zum verstreichen?
(ich nehm' Latex-Bindemittel, die Augen treiben problemlos durch)
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Wild Obst am 27. Januar 2015, 23:30:57
Ich nehme da gerne Parafilm/Buddytape, wenn das ganze Reis gegen Verdunstung geschützt werden soll. Es geht schneller als verstreichen und ist nicht so eine Sauerei, wenn man es ausversehen danach noch berührt, wie wenn man Veredlungswachs, LacBalsam oder ähnliches verwendet.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Horst-Kevin am 28. Januar 2015, 15:56:45
Ich habe soeben ein Angebot für M26 Unterlagen bekommen. Überall steht, dass diese aber einen Stützpfahl benötigen. Das würde ich aber gerne vermeiden. Was sagt ihr dazu? Hätte lieber M111 oder M25. Aber die haben sie nicht.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Horst-Kevin am 28. Januar 2015, 16:06:53
Noch ne andere (doofe) Frage: Ginge auch Vogelkirsche als Unterlage für Pflaume/Zwetschge?
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Mediterraneus am 28. Januar 2015, 16:08:51
Nein
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Ayamo am 28. Januar 2015, 17:02:50
Hier schon versucht?
Über Anrufe von Privatkunden sind sie vielleicht nicht so glücklich, aber eine Bestellung per Email (wenn du schon weißt, was du brauchst) kann man versuchen. Sie schließen es ja nicht ausdrücklich aus. Aber vielleicht musst du einen Zehnerpack abnehmen...
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: obst am 28. Januar 2015, 17:24:18
Ich habe soeben ein Angebot für M26 Unterlagen bekommen. Überall steht, dass diese aber einen Stützpfahl benötigen. Das würde ich aber gerne vermeiden. Was sagt ihr dazu? Hätte lieber M111 oder M25. Aber die haben sie nicht.

Die Baumschule Ritthaler hat sowohl M111 als auch M25 als Unterlage im Angebot.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Horst-Kevin am 28. Januar 2015, 17:37:47
Mein Favorit wäre Ritthaler gewesen. Ich habe allerdings eine Mitstudentin, die aus einem Baumschulbetrieb kommt. Die verkaufen eigentlich keine Unterlagen, aber mir würden sie 5 x M26 für 10€ geben und das ohne Versand, da sie mir die einfach mitbringen kann. Da hab ich jetzt zugesagt.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Elro am 28. Januar 2015, 19:15:40
Bei mir steht M26 ohne Pfahl in schwerem Lehmboden.
Bisher habe ich immer gehört, daß M26 die einzige schwache Unterlage wäre die ohne lebenslangem Stützpfahl stehen kann. Klar, die ersten drei Jahre ist ein Pfahl nötig aber später?
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Horst-Kevin am 28. Januar 2015, 19:19:10
Das beruhigt mich etwas ;)

In fast allen Beschreibungen stand dass eine Stütze nötig sei. Nur bei einer Seite stand, das es auch ohne ginge. Aber man soll ja nicht nur das lesen, was man 'hören' will.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: b-hoernchen am 28. Januar 2015, 20:00:45
Hab' jetzt versucht meine Winterveredelungen zu machen, mit Zange (U-förmiger Schnitt).

Leuts, wie macht ihr das bloß, ein 3 - 4 mm schwaches Reis festbinden, ohne dass es immer wieder runterfällt?
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Sternrenette am 28. Januar 2015, 20:11:35
Zu zweit, drum nehm ich zum Veredelungskurs meinen Nachbarn mit: Er kriegt den glatten Schnitt hin, ich die Wicklung vom Veredelungsgummi...
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Hessenapfel am 28. Januar 2015, 21:50:32
Kann mir jemand sagen ob ich Spilling aus Edelreis auf Pflaumen-Wildlingsunterlage veredeln kann per Kopulation und wann der beste Zeitpunkt hierzu ist (Februar ? März ?) ?
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Elro am 28. Januar 2015, 22:30:05
Hab' jetzt versucht meine Winterveredelungen zu machen, mit Zange (U-förmiger Schnitt).

Leuts, wie macht ihr das bloß, ein 3 - 4 mm schwaches Reis festbinden, ohne dass es immer wieder runterfällt?
Ich hatte doch schon mehrfach geschrieben, daß die Reiser für die Zange stabil sein müßten. Alles was unter bleistiftstärke ist kann man vergessen, die halten nicht. ca. 7-10mm wären ideal.

Dünnere Reiser gehen eher mit dem Messer per Kopulationsschnitt und zwar ein sehr langer Schnitt damit viel Fläche da ist zu verbinden.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: dmks am 28. Januar 2015, 22:48:59
Kann mir jemand sagen ob ich Spilling aus Edelreis auf Pflaumen-Wildlingsunterlage veredeln kann per Kopulation und wann der beste Zeitpunkt hierzu ist (Februar ? März ?) ?

ja, geht - hab auf diverse Bauernpflaumen veredelt und dann hauptsächlich auf Prunus cerasifera (Wildlinge und Typen)
Unterschiede gab es deutlich bei verschiedenen Herkünften der Reiser. Bei den Unterlagen kaum.
Also Fazit ist: Wenn der Spilling willig ist zum verwachsen, dann tut er das auch auf den verschiedenen Unterlagen. Andere Vertreter tun sich dagegen schwerer (meine Erfahrung)
Zeitpunkt ist günstig wenn die Unterlage beginnt zu treiben. Die Reiser solange im Erdeinschlag (komplett vergraben) lagern. Kopulation geht gut, sogar Pfropfen hat schon geklappt (maximal daumendicke Unterlage)
Auch Okulation im Sommer.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: b-hoernchen am 30. Januar 2015, 11:12:11
Wollte hier :
http://shop.wundersgartenwelt.de/Unterlagen
Unterlagen bestellen - aber keine Reaktion.

Weiß jemand, ob der shop noch funktioniert?

Wäre schon toll, die haben MM111 und Pyrodwarf... .
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: mime7 am 30. Januar 2015, 11:47:27
Ich hab da letztes Jahr was bestellt, unter anderem auch MM111.
Gab auch keinerlei Reaktion auf Rückfragen per Mail oder telefonisch.
Ich hab dann die Unterlagen nochmal woanders bestellt und die Bestellung bei Wundersgartenwelt dann per Mail storniert.
Letztendlich hat auch Wundersgartenwelt noch geliefert.
Die von Wundersgartenwelt waren übrigens wunderbar, deutlich stärker als die aus der anderen Quelle. Deswegen, und weil es mir zu blöd war, die wieder zurückzusenden, hab ich sie dann auch behalten, zumal das ja kein grosser Betrag war.
Deshalb hab ich jetzt doppelt so viel Unterlagen wie ich eigentlich wollte und somit eine kleine Baumschule hinterm Haus.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: b-hoernchen am 30. Januar 2015, 20:26:21
Letztes Jahr hatte ich auch MM111 bestellt und geliefert wurde im März.
Das waren wirklich gute, kräftige Unterlagen mit reichlich Wurzeln.

Schade, dass jetzt niemand dort auf meine Anfrage antwortet. Die Webseite hat anscheinend auch einen Bips. Kann keine Unterlagen online bestellen.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Horst-Kevin am 30. Januar 2015, 21:25:55
Die Seite funktioniert bei mir garnicht. Wenn ich was anklicke heißt es, die Suche ergab keine Treffer. Scheint auch sonst seit langer Zeit nichtmehr gepflegt worden zu sein.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Hessenapfel am 30. Januar 2015, 21:40:59
Wo bestellt ihr / man am besten die Veredelungsunterlagen für Äpfel ?
Kenne mich nicht wirklich aus - suche gute Tipps wo man welche per Online und Versand beziehen kann.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Sternrenette am 30. Januar 2015, 22:14:21
Ritthaler hat eine große Auswahl.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: grafenburger am 30. Januar 2015, 22:53:50
Es gibt in Deutschland etliche Baumschulen,die sich auf die Anzucht von Unterlagen spezialisiert haben.Die geben vielleicht auch Kleinmengen (pro Sorte 25 Stück) ab.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Elro am 31. Januar 2015, 00:52:10
Die meisten meiner Unterlagen habe ich von da:

http://www.meinlebensraum.com/

Leider kein Versand.
Ich habe dort meine Wünsche im Nov. telefonisch geäußert und bekam meist kurz vor Weihnachten Rückmeldung, daß die Reiser abholbereit wären. Alles in kleinen Mengen, oft nur einzelne Unterlagen und die zum sehr günstigen Preis.
Das letzte mal hatte ich vor drei Jahren dort bestellt, ob sie immer noch Unterlagen abgeben weiß ich nicht.

Aber es lohnt sich einfach mal in kleineren Baumschulen nachzufragen.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: andreasNB am 05. Februar 2015, 13:06:18
Hab die Tage mal ein bißchen an Weide den Kopulationsschnitt geübt - aber noch lange keine 1000 Schnitte wie dmks in 2011 mal meinte ;D

Ein einseitig geschliffenes älteres Kopuliermesser habe ich hier. Scharf ist es, wenn auch nicht "OberarmHaar-scharf".

Dieses Youtube-Video - so ab Minute 2:30 - fand ich ganz informativ was die Schnittführung und Griffe angeht.
Gibt es denn noch einen Trick wie ich einen wirklich geraden Schnitt hinbekomme ?
1000x die falschen Griffe/Handhaltung verwendet, macht es ja nicht besser :-X
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: dmks am 05. Februar 2015, 13:35:05
Hab ich gesagt? :D Naja, wir haben ganze Bündel von Weide und Pappel zur Übung in Scheibchen schneiden müssen...

Zum Video - Eigentlich gut zu sehen: Erst Messer und Daumen am Reis anlegen, leicht drücken und dann erst gerade (parallel) durchziehen. Wichtig: Das Messer und der Daumen bewegen sich zueinander nicht, soll heißen es gibt nur einen leichten Druck der Klinge auf die Daumenkuppe, keine Längsbewegung des Messers (dadurch schneidet es nur das Reis, zu dessen Längsrichtung sich das Messer ja bewegt und nicht den Daumen)
Trick für Anfänger: Das Pflaster! Es gibt ein bißchen Pollster und nimmt einem die Angst sich zu schneiden! (Spruch meines Meisters "jaja, die einen kleben 'nen Pflaster vorher....die anderen eben hinterher")
Der Profi klebt häufig übrigens auch (im Video zu sehen) da bei der Menge der Veredlungen mit der Zeit und durch die vielen kleinen Druckschnitte die Haut auf dem Daumen abnutzt, und weil auch ihm mal was schiefgeht 8) Dann ist mit 'nem Schnitt im Daumen echt schwer Geldverdienen.

Achja - Tip zwei: Je schärfer das Messer um so geringer das Verletzungsrisiko! Weil der Druck viel geringer ist.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: b-hoernchen am 05. Februar 2015, 18:03:31
Danke andreasNB für den link auf das video!

Ich hab' mir letztes Jahr in einem Anfall von Begeisterung die teure Veredlungszange gekauft und jetzt stellt sich heraus, dass meine Unterlagen oder Reiser zu schwach sind, um ausreichende Verbindungsfläche zu schaffen.

Ob's vorerst mal ein Teppichmesser tät'? Will jetzt nicht gleich wieder einen Fuffziger ausgeben... .
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Sandbiene am 05. Februar 2015, 21:49:03
Ich habe vor knapp zwei Jahren meine erste Veredelung mit meinem schärfsten Küchenmesser durchgeführt, erfolgreich. :-[ :D
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: dmks am 05. Februar 2015, 21:58:39
upps - die Sandbiene war schneller :D

@b-hoernchen:
Ganz ehrlich - mir sträuben sich die Haare bei dem Gedanken ;D Aber! ...meine allererste Veredlung hab ich mit einem "Messer" gemacht, das ich heut nichtmal mehr geringfügig irgendwie dafür brauchbar halten würde ;D
...und das Ding ist tatsächlich angewachsen :P
Also - eine echte Meinung dazu später, ich hab grad kein Teppichmesser im Haus - hol' mir morgen aber eins und probiere das mal aus. 8)

Ansonsten ;) ich weiß ja nicht wie alt Du bist...
Doch mal so gesehen - für ein paarhundert Veredlungen im Jahr hält mein "neues" Messer schon fast 20 Jahre Da sind das dann pro Jahr 2,50... Für ein wirklich schönes Hobby nicht viel :D
(in aktiveren Zeiten im Akkord waren es auch zwei bis drei Jahre die ein Messer durchhält, da sind je nach Veredlungsart aber auch weit mehr als die tausend Schnitte am Tag fällig...)
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: b-hoernchen am 06. Februar 2015, 13:43:30
Na ja, so viele Veredelungen wie du an einem Tag machst, werde ich in meinem ganzen Leben nicht mehr machen... .
Letztendlich gebe ich dann für Messer, Wachs und Unterlagen dreimal so viel aus wie für die fertigen Bäume.

Eigentlich wäre der Grund für die Veredlungen nur, dass ich einige Bäume, die ich noch "machen" möchte, nicht auf mittelstarken Unterlagen bekomme und damit wenig Chancen sehe, den Ertrag noch zu erleben.

Der Teppichschneider wäre halt einseitig scharf geschliffen und lässt sich praktisch an den vorgesehenen Stellen abbrechen, um gleich wieder eine scharfe, unbenutzte Schneide zu haben.

Schade übrigens, dass Wundersgartenwelt auch auf Anfrage nicht reagiert. Oder weiß jemand sonst eine Bezugsquelle für Pyrodwarf (oder OHF-) Unterlagen? Also jemanden, der auch Kleinanfragen beantwortet?
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: dmks am 06. Februar 2015, 18:17:16
Baumschule oder Allround-Gärtner in Deiner Nähe ;)
Also hier in der Gegend jedenfalls kennt man sich 'in der Branche' und tauscht auch mal Kleinmengen für gute Kunden... Und ganz ehrlich ;)auch für handelsübliche Gärtnermeister sind grade die kleinen Bastler immer interessant! Weil manche Sorten (gerade Regionalsorten) eigentlich nur über Euch Enthusiasten gesichert werden :)

Also Mut und Chef fragen!
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Horst-Kevin am 08. Februar 2015, 16:43:58
So. Reiser sind im Kühlschrank, M26 im Beet eingeschlagen und Schacht Baumwachs angekommen. Jetzt nurnoch warten bis die Unterlagen treiben.

Hab mal mit meinem Opinel an Apfeltrieben geübt. So schwer hab ich mir das nicht vorgestellt x/ hab schon überlegt die Reiser mit einem scharfen Kochmesser durchzuhacken :D

Das Baumwachs scheint mir sehr zäh zu sein. Müsste man wohl ein bisschen vorwärmen
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Sternrenette am 08. Februar 2015, 16:46:06
An Weidenzweigen üben, Lederhandschuhe dazu anziehen. Dann traut man sich beherzter schneiden.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Wild Obst am 09. Februar 2015, 18:42:16
Am besten erst mit "weichen" Trieben wie Linden und Weiden üben. Haselnuss ist auch noch recht einfach zu schneiden.
Das erlaubt einem am Anfang sich auf den richtigen Schnitt zu konzentrieren und ermüdet nicht so.

Wenn es mit dem Schnitt dann richtig klappt, würde ich ein paar Probeschnitte mit "harten" Apfel, Birnen oder Quittenreisern machen damit man sich an die festeren Triebe und den höheren Kraftaufwand gewöhnt und nicht die paar wenigen Edelreiser, die man sich mühsam besorgt hat, versaut.

Man kann es aber natürlich auch gleich auf die "harte" Tour machen.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Mediterraneus am 10. Februar 2015, 15:09:08
... Lederhandschuhe dazu anziehen.....

Ja. Blut versaut jede Veredelung. Ich spreche aus Erfahrung 8)

Ich kann den Schnitt immer noch nicht richtig. Trotzdem sind schon viele Veredelungen angewachsen.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Horst-Kevin am 10. Februar 2015, 16:05:14
Danke für die Tipps! Ich werde sie beherzigen!

Wann kann man sagen, dass eine Veredelung funktioniert hat?

Habe ja Aronia auf Eberesche gespaltpfropft. Allerdings recht tölpelhaft, ohne richtig zu verstreichen (nur Honig), und auch oben das Edelreis oben nicht abgeschnitten, also mit 4-5 Augen und Terminalknospe. Hatte eigentlich vor, das Ganze abzuschneiden und neu zu machen, wenn die Eberesche treibt. Heute habe ich aber gesehen, dass sich beim Edelreis die Knospen schon gut weiterentwickelt haben und evtl bald aufgehen könnten. Hat das was zu bedeuten?

Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Horst-Kevin am 10. Februar 2015, 16:05:39
Hier noch ein Bild von der Veredelungsstelle
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: hargrand am 10. Februar 2015, 16:44:14
Vergiss es.
Das Holz ist ausgetrocknet
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Sternrenette am 10. Februar 2015, 18:10:50
Mediterraneus, das läßt mich als Anfänger hoffen! Wenn wenigstens die Hälfte meiner 8 Bäumchen anwachsen würde, wäre ich schon glücklich.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Wild Obst am 10. Februar 2015, 18:16:41
Hier noch ein Bild von der Veredelungsstelle

Ich sehe da nichts verstrichenes, das wird nichts mehr.
Wie schon gesagt, Honig ist kein Wundverschlussmittel!
Den Honig etweder essen oder den Bienen lassen.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Horst-Kevin am 10. Februar 2015, 18:25:57
Habe mittlerweile Schacht Baumwachs ;). Das kommt mir allerdings sehr zäh vor.

Werde es dann nochmal mit zwei Reisern im Spalt versuchen. Soll ich die innenliegenden Seiten der Reiser anschrägen oder einfach lassen? Hatte etwas derartiges gelesen. Müssen die Reiser den ganzen Spalt füllen?
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Wild Obst am 10. Februar 2015, 18:29:50
Habe mittlerweile Schacht Baumwachs ;). Das kommt mir allerdings sehr zäh vor.

Werde es dann nochmal mit zwei Reisern im Spalt versuchen. Soll ich die innenliegenden Seiten der Reiser anschrägen oder einfach lassen? Hatte etwas derartiges gelesen. Müssen die Reiser den ganzen Spalt füllen?

Die Reiser müssen den Spalt in der Länge ganz füllen, in der Breite nicht.
In der Breite, da müssen vor allem das Kambium von Unterlage und Edelreis auf/aneinanderliegen.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: b-hoernchen am 25. Februar 2015, 13:05:09
Soll man bei den Reisern die Triebspitze kappen?

Ich hab von einem alten Baum einen so kurzen Trieb als Reis gewonnen, dass ich den am liebsten ganz lassen würde.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Elro am 25. Februar 2015, 14:20:33
Ich habe auch schon bei kurzen Reisern die Triebspitze dran gelassen, funktioniert auch.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: dmks am 25. Februar 2015, 20:32:31
prinzipiell ja.

...aber 8)
erstens ist der Austrieb für eine Kronenbildung echt ungünstig (Quirlbildung) und die Spitzen sind im allgemeinen nicht wirklich gut versorgt - mit Reservestoffen-
Zur Sorten- oder Notrettung aber ist alles geeignet!!!

Hab schon echte "Murkel" veredelt - auf einen überflüssigen Wildling oder einfach einen Bestandsbaum der Obstwiese - um dann im nächsten oder übernächsten Jahr die daraus entstehenden Reiser auf die endgültige Unterlage zu setzen ;)

Also, wenn nix anderes da ist kann man es immer versuchen!
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Wild Obst am 25. Februar 2015, 20:36:50
@b-hoernchen:
Bei ganz (schwachen und) kurzen Reisern würde ich das fast als besser einschätzen als noch eine weitere Wunde durch das Kappen zuzufügen.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: b-hoernchen am 26. Februar 2015, 20:29:49
Danke für die Auskunft.
Dann lass ich die Triebspitze vorerst dran und kappe vielleicht nachdem - und sofern überhaupt - das Reis angewächst.

Sowieso fraglich - unbekannte Birnensorte auf Quitte. Hab leider im Moment keine bessere Unterlage.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: landfogt am 26. Februar 2015, 21:18:29
@horst-kevin:
an deiner stelle würde ich es mit unter der rinde veredeln versuchen!
dies ist meines erachtens wesentlich einfacher ;)
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Elro am 26. Februar 2015, 21:49:54
Sowieso fraglich - unbekannte Birnensorte auf Quitte. Hab leider im Moment keine bessere Unterlage.
Das Problem habe ich gerade auch, vier Quittenunterlagen aber nicht jede Birne verträgt das. Meist braucht es eine Zwischenveredelung mit Gellerts Butterbirne. Blöd, das hätte ich letztes Jahr machen können.

Ob alles auf einmal auch geht?
Ich kann ja nicht so kleine Scheibchen dazwischen setzen wie die Profis, hm.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: hargrand am 26. Februar 2015, 22:00:57
Das Problem hab ich grad auch.

Einfach probieren ;)
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Wild Obst am 27. Februar 2015, 08:55:34
@horst-kevin:
an deiner stelle würde ich es mit unter der rinde veredeln versuchen!
dies ist meines erachtens wesentlich einfacher ;)


Das stimmt, wenn man die Reiser so lange lagern kann!
Schwache, grenzwertige Reiser lagern sich auch oft nicht so gut.

Aber Rindenpfropfen ist eigentlich die allereinfachste Veredlungsmethode, dabei kann man eigentlich fast nichts falsch machen. Es ist auch schonendr für die Unterlage.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Wild Obst am 27. Februar 2015, 09:00:27
Sowieso fraglich - unbekannte Birnensorte auf Quitte. Hab leider im Moment keine bessere Unterlage.
Das Problem habe ich gerade auch, vier Quittenunterlagen aber nicht jede Birne verträgt das. Meist braucht es eine Zwischenveredelung mit Gellerts Butterbirne. Blöd, das hätte ich letztes Jahr machen können.

Ob alles auf einmal auch geht?
Ich kann ja nicht so kleine Scheibchen dazwischen setzen wie die Profis, hm.

Ich habe schon gleichzeitig Gellerts auf Quitte und andere Birnen dann auf das Gellertsreis veredelt. Am Ende waren vielleicht 3-5cm Gellerts übrig, mit Kopulationsschnitten an jedem Ende.
Hat in meinem Fall 100% funktioniert, waren aber auch nur 2 von 2 Veredlungen, damit kann man jetzt keine Statistik machen...
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Horst-Kevin am 27. Februar 2015, 11:53:02
Rindenpropfen ( also propfen hinter die Rinde?) - hab ich mich noch nicht genau mit beschäftigt. Da muss ich mich mal schlau machen. Wird da zu den selben Zeiten veredelt wie beim kopulieren?
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: carot am 27. Februar 2015, 12:00:46
Kopulieren kann man schon früher im Jahr, da dafür die Rinde nicht lösen muss. Beim Rindenpfropfen muss die Rinde lösen, d.h. der Saftfluss muss begonnen haben. Das ist meist erst im Verlaufe des März oder Anfang April der Fall. Bis dahin müssen die Reiser aber gut gelagert werden, damit diese in Winterruhe bleiben.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Elro am 27. Februar 2015, 23:37:19
Ich habe schon gleichzeitig Gellerts auf Quitte und andere Birnen dann auf das Gellertsreis veredelt. Am Ende waren vielleicht 3-5cm Gellerts übrig, mit Kopulationsschnitten an jedem Ende.
OK, dann versuche ich es mit der Doppelveredelung.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Wild Obst am 28. Februar 2015, 06:39:40
Rindenpropfen ( also propfen hinter die Rinde?) - hab ich mich noch nicht genau mit beschäftigt. Da muss ich mich mal schlau machen. Wird da zu den selben Zeiten veredelt wie beim kopulieren?

Rindenpfropfen ist hier http://www.veredeln.info/grundlagen/rindenpfropfen/ recht gut erklärt.
MIt Beschreibung und Bildern.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Elro am 28. Februar 2015, 13:14:49
So, jetzt habe ich zweimal mit knapp 2,5cm Gellerts als Zwischenveredelung Birne veredelt, einmal ein Test ohne Zwischenveredelung und einmal an einen Trieb direkt am Birnbaum.

Jetzt heißt es abwarten.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: landfogt am 01. März 2015, 15:37:39
ich lagere meine reiser im garten und stecke sie ein wenig in die erde.eine etwas schattige stelle ist obtimal.reiser können auch der länge nach etwas in die erde gegraben werden!da halten die in feuchter erde bis ende mai ;)
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Horst-Kevin am 02. März 2015, 19:38:19
Danke für den Tipp, Wildobst!

Auf dieser Seite war auch die Rede von Elektrikerklebeband (Isolierband) zum Verbinden. Das würde auch das Verstreichen, zumindest der Veredelungsstelle, ersparen.

Ich wollte mich im Laufe dieser/nächster Woche an die Kopulation von Apfel und Pflaume wagen. Ok, oder noch zu früh?
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Sternrenette am 02. März 2015, 19:41:58
Wir hatten vor 2 Wochen Veredlungskurs, allerdings hauptsächlich wegen der Kirschen, die erhalten werden sollten. Meine Apfelbäumchen stehen seither im Wassereimer rum...

Es geht wohl auch mit Klebeband und Frischhaltefolie, ja, da waren ein paar Leute dabei, die damit schon Erfolg hatten.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Horst-Kevin am 02. März 2015, 19:43:59
Was machen die Apfelbäume im Wassereimer? Sind sie schon veredelt?
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Wild Obst am 02. März 2015, 19:46:28
Ich habe das mit verschiedenen Klebebändern auch schon ausprobiert.

Am besten sind diese sehr flexiblen, nach dem Dehnen selbstklebenden Bänder. Die anderen (zB. die bunten) lösen sich manchmal, wenn die Sonne zu stark draufknallt oder das Band schon älter ist.
Ich nehme es inzwischen hauptsächlich für Rindenpfropfungen oder beim Anplatten, bzw wenn der Durchmesser der Unterlage zu groß für Veredlungsgummis ist.

Verstreichen entfällt dann, aber nur wenn das Klebeband überlappt! und die Spitze des Edelreises muss immernoch verstrichen werden, bzw beim Spalt oder Rindenpfropfen die Schnittfläche der Unterlage.

Bei Kopulatione geht es auch, aber das arbeite ich auch sehr gerne mit Veredlungsgummis. Da gilt übrigens das selbe zum Verstreichen.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Sternrenette am 02. März 2015, 19:47:04
Ja, die stehen da rum, weil der Boden draußen bis vor kurzem noch hart gefroren war, sonst stünden sie jetzt im Gemüsebeet.

Ich hab 8 Bäumchen veredelt, mit drei verschiedenen Sorten (rote Sternrenette, ein wunderschön rosa blühender grüner Boskoop, und rheinischer Bohnapfel). Und nein, mein Garten ist nicht so groß, daß....
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Wild Obst am 02. März 2015, 19:51:29
Ich habe im Keller auch noch rund 30 Handveredlungen eingeschlagen, Pflaumen, Aprikosen, ein paar Äpfel, Birnen und Quitten sowie Silberlinden und Blumeneschen.

In der Mörtelwanne in Perlit.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Horst-Kevin am 02. März 2015, 19:54:00
Wann werden die ausgepflanzt, Wildobst?
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Wild Obst am 02. März 2015, 21:56:28
Wann werden die ausgepflanzt, Wildobst?

In ein, zwei Wochen, mal schauen wann ich Zeit habe. Ich muss auch erst noch in meiner "Baumschule" Platz schaffen bzw. sie um zwei drei m² erweitern.

Und vorher die Wühlmäuse bekämpfen, aber das ist ein anderes Thema.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Horst-Kevin am 09. März 2015, 18:17:16
Bei meinen M26 Unterlagen sind auch welche dabei die zwei etwa gleichstarke Triebe haben. Wäre es ein Versuch wert, auf beide zu kopulieren und sich dann später für einen zu entscheiden oder einen Mehrsortenbaum zu ziehen, oder komme ich dann in die Gefahr, dass die Unterlage zu schwach ist beide zu versorgen geschweige denn einen Mehrsortenbaum?
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: b-hoernchen am 10. März 2015, 21:11:33
Ich hab' auf meine Unterlagen (unterschiedlliche: M26, MM111, Bittenfelder und selbst ausgesäte Apfelsämlinge; Quitte A) bis zu drei Reiser veredelt, nütze jeden vom Durchmesser her halbwegs passenden Vorsprung. Weiß nicht, ob das so richtig ist, aber ich bin froh, wenn e i n e s davon anwächst.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: dmks am 10. März 2015, 22:02:12
Die Variante zweitriebiger Unterlagen ist für Anfänger (oder zur Sortenrettung) recht effektiv ;)

Der schwere Moment ist es sich später für einen der beiden zu entscheiden....


Achso - zweistämmig geht auch auf M 26 - dann hast Du die Früchte sozusagen "auf Augenhöhe" :D Aber ich würde es nur bei sehr kleinen Gärten empfehlen.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Wild Obst am 10. März 2015, 22:55:40
Ich sehe das wie b-hoernchen und dmks.

Es geht auf jeden Fall und wenn es klappt hast du ja die Wahl ob du einen "Duobaum" erziehen willst oder dich für einen einzelnen entscheidest.
So eine M26 Unterlage kann im Normalfall (guter Boden usw) durchaus zwei Stämme versorgen.

Ich habe in einigen Baumschulen auch schon solche "Duobäume" auf schwachwüchsiger Unterlage gesehen. Natürlich ausschließlich "besonders gute Bestäuberkombinationen" und "besonders gut für kleine Gärten" usw. Für der Preis von zwei Bäumen!
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: dmks am 10. März 2015, 23:07:28
 ;D verkauft sich gut (besonders in jetzt hier nicht namentlich genannten bunten Katalogen)
Macht später oft eine Menge Probleme durch Konkurrenz oder unterschiedliche Wuchsstärken...
Es ist halt eigentlich eine Notlösung wenn nur ein Baum Platz hat.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Elro am 10. März 2015, 23:12:32
Ich habe zwei Spindelbäume mit mehreren Sorten auf M9. Das funktioniert auch, schwierig wird es nur mit dem Schnitt, da muß man genau aufpassen was man wegschneidet.
Leider mußte ich feststellen, daß Äste mit einem Etikett gerne absterben obwohl nix einschneidet. Ähnliches habe ich auch bei Rosen festgestellt. Läßt man da das Schild an einem Trieb ist dieser spätestens nach drei Jahren abgestorben.

Hier also meine blöde Frage:
Wie kann man Äste markieren ohne den Baum zu schädigen?
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Sandbiene am 10. März 2015, 23:16:03
 ???
Meine Mutter hat die Zweige der Spalierbäume immer mit halbierten Hühnerringen an den Spanndraht befestigt. Leider hat es nicht immer mit dem rechtzeitigen Entfernen geklappt. Sprich, einige Ringe waren in jetzt dicke Äste eingewachsen. Selbst das haben die Äste überlebt.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: dmks am 10. März 2015, 23:16:28
Latex farbig

Bei stärkeren Ästen Aluminiumnägel
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Elro am 10. März 2015, 23:25:53
Echte Latexfarbe oder Dispersionsfarbe?
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: dmks am 10. März 2015, 23:30:19
nö, so ganz normal "Latex Bunt"
Gibt's im Baumarkt, ist völlig neutral auf der Rinde (gemischt mit Latex Bindemittel haben wir es zur besseren Erkennbarkeit bei Nachveredelungen als Wundverschluss benutzt) und hält einige Jahre.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Elro am 11. März 2015, 00:00:34
Super, danke für den Tip :D
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: b-hoernchen am 11. März 2015, 12:33:22
Mal 'ne Frage zur Veredelungszange:
Mein Eindruck ist, dass meine (noch recht neue) Zange ziemlich ruppige V-Schnitte stanzt.
Wie schärft man bitte das "Stanzblech"? Schärft man das überhaupt?
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: b-hoernchen am 11. März 2015, 13:25:14
Ich habe das mit verschiedenen Klebebändern auch schon ausprobiert.

Am besten sind diese sehr flexiblen, nach dem Dehnen selbstklebenden Bänder. Die anderen (zB. die bunten) lösen sich manchmal, wenn die Sonne zu stark draufknallt oder das Band schon älter ist.
Ich nehme es inzwischen hauptsächlich für Rindenpfropfungen oder beim Anplatten, bzw wenn der Durchmesser der Unterlage zu groß für Veredlungsgummis ist.

Verstreichen entfällt dann, aber nur wenn das Klebeband überlappt! und die Spitze des Edelreises muss immernoch verstrichen werden, bzw beim Spalt oder Rindenpfropfen die Schnittfläche der Unterlage.

Hmm - wie machst du das bitte mit den Bändern? Die ersetzen doch den Bast?
Ich versuche mir vorzustellen, wie du die Spitze des Edelreises bzw. den Spalt verstreichen willst. Ich muss zuserst mein Band/den Bast drumrum wickeln, damit das Edelreis fixiert ist; dann schmiere ich das flüssige Wachs darauf. Aber wie kommt das auf den Rindenspalt? Ideal wäre es wohl, erst zu verstreichen und dann erst das Band/den Bast drumrum zu wickeln.
Hast du da einen Trick?
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Mediterraneus am 11. März 2015, 13:27:05
Ich liebe ja Veredeln eher gar nicht. 2 linke Hände, ständig dieses Gepfriemel und Bangen, obs anwächst. :-\

Jetzt hab ich 2 (nur zwei :-\ ) Reiser vom Weißen Winterkalvill bekommen, die müssen jetzt veredelt werden.

Wie ist der vom Wuchs nochmal? Eher stark oder eher schwach. Ich möchte ihn eigentlich zu Edelborsdorfer und Roter Bellefleur dazuveredeln. Als 3-Sorten-Hochstamm.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Wild Obst am 11. März 2015, 19:08:33
Hmm - wie machst du das bitte mit den Bändern? Die ersetzen doch den Bast?

Genau. Statt Bast einfach das Klebeband schräg ansetzen und nach einer Wicklung muss man das Klebebandende auch nicht mehr halten.

Ich versuche mir vorzustellen, wie du die Spitze des Edelreises bzw. den Spalt verstreichen willst. Ich muss zuserst mein Band/den Bast drumrum wickeln, damit das Edelreis fixiert ist; dann schmiere ich das flüssige Wachs darauf. Aber wie kommt das auf den Rindenspalt? Ideal wäre es wohl, erst zu verstreichen und dann erst das Band/den Bast drumrum zu wickeln.
Hast du da einen Trick?

Die Spitze ist kein Problem, ich gehe da einfach mit der Tube Lac Balsam dran und alles ist dicht.

Was du genau mit Rindenspalt meinst, ist mir nicht ganz klar.
Die Kopfwunde der Unterlage muss man bein Spalt oder Rindenpfropfen natürlich noch verstreichen. Das mache ich nach dem Verbinden und gehe dabei ein bisschen über die Kante auf das Klebeband mit darauf. und die Edelreiser hoch. Sicher ist sicher.

Bei einer Kopulation hingegen oder beim Spaltpfropfen/Geißfuß/Anplatten usw solange die Unterlage nur nicht zu dick ist bzw. nur ein Edelreis eingesetzt wird, kann man mit den Klebebändern die gesamte Veredlungstelle verbinden. Dann sind alle Schnittstellen gut abgedeckt und nichts braucht verstrichen zu werden. Man muss nur die Klebebandwicklungen überlappen lassen, dann ersetzt das Klebeband ja das Wundverschlussmittel, was ja auch nur eine dichte Schicht darstellt, die vor Austrocknung schützt.

Beantwortet das deine Frage, b-hoernchen?
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: b-hoernchen am 11. März 2015, 22:28:19
Die Spitze ist kein Problem, ich gehe da einfach mit der Tube Lac Balsam dran und alles ist dicht.
Wenn ich ein Reis in einen Rindenspalt stecke, also Unterlage kappe, Rinde der Unterlage längs einritze und abhebe um ein abgeschrägtes Reis darunterzuschieben:
Mit Spitze des Edelreises meinst du nicht die abgeschrägte Spitze des Reises, die auf die Unterlage kommt, sondern den "oberen Teil"? Ich hatte mir vorgestellt, du würdest auf den untersten abgeschrägten Teil auch noch ein Tröpfchen Wachs (ich hoffe, es muss kein Lac Balsam sein?) drauftun, weil ja der Rindenspalt immer etwas größer als das Reis ausfällt?
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Wild Obst am 12. März 2015, 19:08:47
An das zugeschnittene Ende (das basale Ende, welches Kontakt zur Unterlage hat) des Edelreises kommt kein Wachs/ Lac Balsam.

Das würde ja das Verwachsen verhindern, weil es eine trennende Schicht bildet. Wenn da noch ein Spalt bleibt, nach dem man das Reis eingeschoben hat, muss man straff genug verbinden, damit alles Kontakt zueinander hat und keine Luft dazwischen ist.

Auch wenn man mit Bast verbindet, an das untere, basale Ende des Edelreises trägt man höchstens äußerlich irgendwelche Wundverschlussmittel auf.

Wenn ich Wundverschlussmittel verwenden muss, bevorzuge ich Lac Balsam gegenüber Wachs. Es lässt sich viel einfacher verstreichen und ist bei Sonnenschein innerhalb von einer Stunde soweit abgebunden, dass es keine "Sauerei" mehr macht, wenn man die Veredlungsstelle noch einmal berührt. Außerdem macht es eine stabile, dichte und elastische Schicht.

Veredlungswachs (zumindest das, dass ich einmal hatte, an den Namen erinnere ich mich nicht mehr) bleibt ewig klebrig, wird trotzdem irgendwie unter Umwelteinwirkung rissig und klebt an allem besser als an der Unterlage.

Für Handveredlungen bin ich auch mit normalem Bienenwachs oder Paraffin ganz zufrieden, solange man die fertigen Veredlungen einfach eintauchen kann und viele davon macht, lohnt es sich wirklich von der Zeit her. Bei Freilandveredlungen mit fest eingewachsenen Unterlagen ist das aber ein unmögliches Gefummel das Wachs warm und flüssig zu halten und auch noch dicht auf die Veredlungsstelle zu bekommen.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: b-hoernchen am 12. März 2015, 20:16:14
Danke für die Klärung!

Auch dass offenbar Paraffinwachs geht, finde ich ganz nützlich. Ich hab' schon meine dritte Portion Veredelungswachs gekauft und die chose wird teurer, als wenn ich mir vier, fünf fertige Bäume gekauft hätte.Ich muss dann nicht soviel Geld für teures Wachs ausgeben, wenn dann meine Versuche sowieso nichts werden.

Heute sind die Unterlagen gekommen.
(Statt der gewünschten St. Julien A habe ich die böse St. Julien INRA 2 bekommen, aber Steinobstveredlungen werden bei mir eh nix).
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: landfogt am 12. März 2015, 21:12:56
@medi:

der weise winterkalvill wächst bei mir nur mittelstark auch wenn er oft als starkwachsend bezeichnet wird.bei gravenburger ist es ebenfalls so.der hohe ertrag bremst eben etwas das Wachstum.
bei meiner 2 und 3 jährigen veredelung ist es identisch!gute Fruchtholz Bildung ab dem dritten jahr.auch der edelborsdorfer ist vom Wachstum ähnlich.habe übrigens aus England(national fruit collection) ein zusätzliches reis erhalten.es ist ebenfalls identisch zu meinen anderen 3 bezugs quellen!das heißt ich habe 4 "verschiedene" edelborsdorfer und so wie es aussieht handelt es sich um den gleichen apfel.die englische Bezugsquelle gilt eigentlich als sehr sicher!
der rote bellefleur ist bei mir bisher eher langsam gewachsen und treibt erst aus,wenn die 2 anderen sorten schon verblüht sind ;)
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Starking007 am 12. März 2015, 21:16:00
"...Veredelungswachs gekauft und die chose wird teurer.."

tja, ich veredele mit 1,50€ seit Jahren.

Haushaltsfolie, wie hier schon beschrieben, und sonst nix.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: landfogt am 12. März 2015, 21:55:57
bin mit dem lackbalsam immere gut gefahren beim veredeln!
ich warte dieses jahr bis die bäume austreiben mit dem veredeln.
dadurch erhöht sich die anwachsrate.das habe ich von einem profi der dies schon mehrere jahre so macht.das reist wächst so viel schneller an!
natürlich veredele ich beim Steinobst etwas früher ;)
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Horst-Kevin am 13. März 2015, 07:40:59
Könnte man dann auch einfach eine brennende Kerze nehmen und das Wachs auf die entsprechenden Stellen tropfen lassen? Gingen dann auch normale Kerzen oder muss es Bienenwachs sein?
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Mediterraneus am 13. März 2015, 07:58:40
@medi:

der weise winterkalvill wächst bei mir nur mittelstark auch wenn er oft als starkwachsend bezeichnet wird.bei gravenburger ist es ebenfalls so.der hohe ertrag bremst eben etwas das Wachstum.
bei meiner 2 und 3 jährigen veredelung ist es identisch!gute Fruchtholz Bildung ab dem dritten jahr.auch der edelborsdorfer ist vom Wachstum ähnlich.habe übrigens aus England(national fruit collection) ein zusätzliches reis erhalten.es ist ebenfalls identisch zu meinen anderen 3 bezugs quellen!das heißt ich habe 4 "verschiedene" edelborsdorfer und so wie es aussieht handelt es sich um den gleichen apfel.die englische Bezugsquelle gilt eigentlich als sehr sicher!
der rote bellefleur ist bei mir bisher eher langsam gewachsen und treibt erst aus,wenn die 2 anderen sorten schon verblüht sind ;)

Danke für die Info.
Mein Edelborsdorfer stammt ursprünglich mal von naturwuchs, und die hatten ihre frischen Veredelungen von einer Heidelberger Bio-Baumschule (Wetzel).
Der Edelborsdorfer ist also der Hauptbaum, an dessen Spitze ist jetzt der "Rote Bellefleur" aufveredelt (seit letzes Jahr)
Der "Weiße Winterkalvill" müsste also auf einen Leitast aufveredelt werden. Ich probiers einfach, für einen kompletten Baum hab ich keinen Platz mehr.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Wild Obst am 13. März 2015, 13:30:48
Könnte man dann auch einfach eine brennende Kerze nehmen und das Wachs auf die entsprechenden Stellen tropfen lassen? Gingen dann auch normale Kerzen oder muss es Bienenwachs sein?

Wie ich schon gescrieben hatte, es geht jedes (Kerzen)wachs, ob nun Paraffin oder Bienenwachs, ist egal.

Mit einer brennenden Kerze einfach Wachs auf die Veredlung tropfen lassen, halte ich für sehr umständlich und langwierig.

In den Fällen in denen ich Wachs verwendet habe, habe ich in einem Topf eine ganze Menge Wachs geschmolzen und die fertig verbundenen Veredlungen in das flüssige Wachs getaucht.
So bildet sich eine durchgehende, dichte Schicht.

Wenn man nur Tropfen von eine Kerze hat, klappt das sicher nicht, zumindest nicht so gut, und dauert dazu noch ewig. Würde ich nicht machen.

Dann eher noch die Kerze einschmelzen und versuchen mit einem Pinsel das flüssige Wachs aufzutragen, aber das ist auch nicht einfach.

Wachs taugt eigentlich nur etwas, wenn man die Veredlungen eintauchen kann.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Mediterraneus am 13. März 2015, 18:58:40
So, es ist vollbracht. Ich hatte nur ein Reis vom Winterkalvill zur Verfügung, das andere war irgendwie weg >:(

Also aus einem Reis zwei Veredelungen hinter die Rinde (sie löste schon) gemacht. Pfusch, wie immer. Hoffe, das wird was :-\

Dann hab ich noch 2 Wurzelschosser eines alten Apfelbaumes ausgegraben und in der Hand veredelt (zwei unbekannte, aber leckere Apfelsorten von alten Bäumen), dann gleich wieder zur Beobachtung in den Gemüsegarten gesetzt. Auch gepfuscht, wie immer 8)

Ich hab halt sehr fest verbunden, hoffe, das macht den Pfusch wieder wett ::)
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Elro am 13. März 2015, 19:34:28
Mancher Pfusch wächst besser an als manche sorgfältige Veredelung ;) Viel Erfolg.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Horst-Kevin am 13. März 2015, 19:37:14
Mag nicht mal jemand Bilder von seinen Veredelungen hier einstellen? Mediterraneus?
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Mediterraneus am 14. März 2015, 08:47:48
Mancher Pfusch wächst besser an als manche sorgfältige Veredelung ;) Viel Erfolg.

Danke :D
Warum meinst du, dass es bei mir sonst (oft) klappt ;D Allerdings nur bei Apfel und Birne, die verzeihen so einige Fehler.
Ich habe aber vor, mal einen Kurs zu machen, damit ich das vielleicht mal richtig lerne.

@H-K:Auf dem Foto käme nicht viel rüber, ich mach vielleicht heute nochmal eins


Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Horst-Kevin am 14. März 2015, 11:10:56
Da meine Pflaumenunterlagen teils schon am Austreiben waren habe ich sie heute veredelt. Von den 5 Reisern waren auch schon 3 am treiben, also noch 2 brauchbar. Habe dann bei einem hinter die Rinde gepfropft, auch wenn die Lösbarkeit der Rinde hätte besser sein können. Und bei dem anderen habe ich Geißfußpropfen probiert. Verbunden habe ich mit Isolierband und mit Kerzenwachs den Rest abgedichtet. Alles eher gepfuscht. Wenn davon was angeht.... Halleluja :D
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: dmks am 14. März 2015, 19:03:17
In meinem Nacken stellen sich die Haare auf... ::)
Viel Glück!!!
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Elro am 14. März 2015, 19:18:38
Jetzt haben wir in den Faden so viel diskutiert und eigentlich auch viel gelernt und dann sowas.

Aber mal sehen, vielleicht klappt auch dieser Obermurks was, viel Glück.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: carot am 14. März 2015, 19:21:41
Übung macht den Meister. Ich drücke die Daumen.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Horst-Kevin am 14. März 2015, 19:29:46
Theorie und Praxis... Was soll ich sagen :-\ :-[
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Elro am 14. März 2015, 19:54:13
Also ich hätte Angst die Rinde und die Augen mit dem heißen Kerzenwachs zu verbrühen.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: nuss am 15. März 2015, 07:27:32
gestern war ich an einen Kirschbaum mit umveredeln beschäftigt.

Hier Fotos von den letztjährgen Veredelungen

(http://www.bilder-upload.eu/thumb/04e449-1426400961.jpg)
(http://www.bilder-upload.eu/thumb/b67731-1426401123.jpg)
(http://www.bilder-upload.eu/thumb/6cabc2-1426401203.jpg)
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Mediterraneus am 15. März 2015, 09:12:39
Also ich hätte Angst die Rinde und die Augen mit dem heißen Kerzenwachs zu verbrühen.

Ich leistete mir den Luxus, ein Eimerchen mit Wundverschluss zu kaufen. Das hält jetzt schon das dritte Jahr und wenns nicht eintrocknet, die nächsten 10 auch noch.

Die Kerzen spar ich mir für die Laterne draußen in der Weihnachtszeit auf 8)
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Mediterraneus am 15. März 2015, 09:14:35
gestern war ich an einen Kirschbaum mit umveredeln beschäftigt.

Hier Fotos von den letztjährgen Veredelungen

(http://www.bilder-upload.eu/thumb/04e449-1426400961.jpg)
(http://www.bilder-upload.eu/thumb/b67731-1426401123.jpg)
(http://www.bilder-upload.eu/thumb/6cabc2-1426401203.jpg)

Das sieht gut aus. Wann hast du veredelt und mit welcher Methode? Geißfuß?
An meine Kirsche müsste ich auch noch ran, trau mich aber nicht :-\

Wenn ich jetzt ein Reis frisch schneide, wie hoch wären die Chancen?
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: landfogt am 15. März 2015, 13:13:33
kommt darauf an!
wenn die knospen schon leicht dicker geworden sind würde ich es nicht mehr machen.
kirschen sind ja bekanntlich die schwierigste obstart zum veredeln und sollten bei völliger Winterruhe geschnitten werden.
es sei den du kommst von der alb,da geht es jetzt noch 8)
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Elro am 15. März 2015, 14:03:07
Kirschen sind besser im Ende Juli/Anfang August über Okulation zu veredeln.
Ich habe vor zwei Jahren das erste mal Sauerkirschen veredelt, es sind alle 8 Veredelungen angewachsen. Leider muß ein blödes Vieh Eier abgelegt haben, zwei Augen trieben letztes Jahr nicht mehr aus, es war eine weiße Made im Auge. Die anderen sechs Augen haben aber sehr gut ausgetrieben.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Mediterraneus am 15. März 2015, 16:31:12
Das wollte ich jetzt nicht hören :-\ ;)
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: lord waldemoor am 15. März 2015, 16:56:26
wird wohl die okuliermade gewesen sein das blöde vieh, oder gibts die nur bei rosen?
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: landfogt am 16. März 2015, 19:25:04
habe heute beim veredeln gesehen,daß bei uns die kirschen auch schon zu weit sind,um noch reiser zu schneiden :P
fange mal mit den "normaleren" äpfeln wie jamba,super manga,gew.luiken,luiken....an.
wenn die bäume dann etwas weiter sind,kommen meine Kalville,bellefleure und andere Seltenheiten,wo ich sehr hoffe,daß die anwachsen.die reiser waren Schweine teuer.
aber was will man machen.
wenigstens habe ich die bekommen können ;)
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: hargrand am 16. März 2015, 19:32:19
Heute habe ich zwei weißdorne mit konstantinopler apfelquitte veredelt.
Seitlich angeplattet.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: b-hoernchen am 16. März 2015, 19:36:31
Kirschen sind besser im Ende Juli/Anfang August über Okulation zu veredeln.
...

Meine eigene Erfolgsquote mit Okulieren: Exakt 0,0 % !
Warum kann Veredeln nur so frustrierend sein?!

Es muss auch anders gehen, irgendwie... .
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: landfogt am 16. März 2015, 19:42:18
gut,ich denke okulieren ist auch eine der schwierigsten veredelungs arten.
habe diese jahr auch schon einige Kopulationen durchgeführt.
bisher wurde von mir nur das unter der rinde veredeln angewand.
die veredelungsschnitte gehen einem immer leichter von der Hand.ich veredele aber auch immer viel im frühling.dadurch habe ich auch eine gewisse Übung,was aber nicht heißt,daß alles gelingt!
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Wild Obst am 16. März 2015, 22:18:00
Meine eigene Erfolgsquote mit Okulieren: Exakt 0,0 % !
Warum kann Veredeln nur so frustrierend sein?!

Es muss auch anders gehen, irgendwie... .

Ich habe bei Okulationen auch sehr wechselhafte Erfolgsquoten. Zusätzlich du dem, dass ich es manchmal garnicht versucht habe, weil die Unterlagenrinde nicht (noch nicht oder nicht mehr) gelöst hat. Ich habe leider nicht immer Zeit und dann ist es manchmal zu früh oder zu spät.
Okulationen sind meiner Meinung nach oft vom Timing abhängig. Und auch wenn man sich Reiser, die man nicht selbst hat, schicken lässt, ist es meiner Erfahrung nach im Sommer seltener, dass die Reiser noch zu gebrauchen sind.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Elro am 16. März 2015, 23:04:23
gut,ich denke okulieren ist auch eine der schwierigsten veredelungs arten.
Das dachte ich auch immer.
Bei einem Sommerschnittkurs wurde aber eher das Gegenteil behauptet.
Es hieß okulieren klappt auch mit einem normalen Küchenmesser und die Anwachsrate ist deswegen so hoch weil großflächig Kambium auf Kambium trifft, mag der Schnitt des Auges noch so wellig sein, durch gutes verbinden zieht sich alles glatt, das geht nicht bei anderen Veredelungsarten.
Beim Kopulationschnitt trifft eben nur ein feiner dünner Streifen Kambium auf die Fläche, sollte also schwieriger sein, daß das Reis anwächst.

Ich denke mal das wichtigste ist, daß die Rinde sich gut löst.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: dmks am 17. März 2015, 08:18:10
Das ist ganz wichtig! Bei schlecht lösender Rinde brauchts ganz viel Übung wenn das was werden soll.

Weiter: Beim Auslösen des Holzes (Edelreis) darauf achten daß das eigentliche Auge nicht mit ausgelöst wird! Günstig ist wenn sich das Holz als "Gabel" auslöst.

Und bitte sauber - also die Unterlage vorher mit einem Tuch abwischen, damit kein Schmutz in die Veredlung kommt.

Und zu dann noch luftdicht (!) verbinden; und nach vier Wochen lösen.

Dann ist Okulation wirklich einfach und sehr hohe Erfolgsquote :D
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Mediterraneus am 17. März 2015, 14:31:42
Gehen eigentlich ältere Äste beim Apfelbaum auch veredeln mit verbessertem Rindenpfropfen?
Dort ist doch die Rinde ziemlich dick, so dass sich ein Reis schlecht einfügen lässt. Oder?
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Elro am 17. März 2015, 18:27:53
Was meinst Du mir alt?
Ich habe schon Äste mit 10cm Durchmesser gepfropft, dann allerdings vier Reiser eingeschoben damit die Schnittfläche schnell überwallt. Die Rinde kann da schon 0,5cm stark sein, also kräftig einschneiden.
Die Rinde sollte nicht borkig sein sonst bricht sie aus.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Wild Obst am 17. März 2015, 20:13:19
Im Prinzip gehen alle Durchmesser.

Alte Äste haben eine tendenziell dicke Rinde. Wenn die Rinde zu dick ist, ist der Widerstand gegen das Lösen sehr hoch und sie bricht leichter, das stimmt.
Ich sehe bei alten Ästen jedoch zusätzlich das Problem, dass wegen der großen Durchmesser der Propfkopf nicht mehr richtig verwächst und das Holz anfängt zu faulen.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: dmks am 17. März 2015, 21:03:14
Alternative bei Stärken ab 10cm:

Baum auf die geplante Veredlungshöhe absetzen (zukünftige Zugäste ebenfalls) und dann nach zwei bis drei Jahren die sich bildeneden Austriebe umveredeln.
Der Schnitt am Ast verwächst meist deutlich besser als wenn er ein Pfropfkopf geworden wäre, und die - dann daumenstarken - Austriebe veredeln sich sehr leicht.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Mediterraneus am 18. März 2015, 08:09:19
Was meinst Du mir alt?
...borkig ...

Ja, borkig. Das fiel mir nicht ein. Mein Boskoop ist leider sehr borkig :(

Muss mal schauen gehen, ob ich geeignete Ästchen finde. Aber vielleicht erst nächstes Jahr. So langsam ist es mir momentan nämlich zu wenig lange hell für die vielen geplanten Arbeiten.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Horst-Kevin am 18. März 2015, 11:09:26
Noch ne Frage zum Propfen hinter die Rinde: Hebt man die komplette Rinde mit Kambium (grün) ab, sodass das Holz zu sehen ist, oder nur die Borke, sodass das Kambium noch am Holz anliegt? Habe diesbezüglich keine eindeutigen Infos gefunden.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Elro am 18. März 2015, 13:33:20
Normal ist das Kambium die feuchte Schicht hinter der Rinde und am Holz. Nur die Borke abheben bringt nix. Wenn die Rinde sich richtig löst merkt man das sehr schnell, geht fast ab wie beim Kartoffel schälen ;D
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: carot am 18. März 2015, 14:42:05
Beim Abheben der sich lösenden Rinde zerreisst die Kambiumschicht. Sie befindet sich dann flächig auf dem Holz und auch auf der abgelösten Rinde. Deshalb macht es auch Sinn, das Kambium des Reisers sowohl mit dem Holz als auch mit der abgelösten Rinde in Kontakt zu bringen.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: strohblume am 18. März 2015, 16:31:12
Hallo eine ganz andere Sache.....Meine Winterhandveredlungen habe ich vor14Tagen in 3l Töpfe gesetzt und geschützt unter einem Dach raus gestellt.Ist das soweit richtig? Wann kann man Erfolg oder Mißerfolg der Veredlungen sehen?
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Wild Obst am 18. März 2015, 18:29:23
Den Erfolg der Veredlungen siehst du daran, dass das Edelreis einen richtigen Trieb macht (also mehr als nur ein paar Blätter schiebt).
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: strohblume am 18. März 2015, 18:42:05
Hallo wildobst Kann den jungen Pflanzen Frost noch was anhaben schließlich ist die Veredelung noch nicht verwachsen?
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Wild Obst am 18. März 2015, 19:07:54
Ich glaube nicht, dass den Pflanzen/Veredlungen der Frost etwas antut.

Ich habe auch im Freiland schon vor einigen Wochen veredelt und auch die letzten Jahre schon im Februar. Das meiste ist problemlos angewachsen.

Zum Test habe ich auch einmal schon im Dezember veredelt. Hat auch funktioniert.

Frost ist also meiner Erfahrung nach (zumindest beim üblichen Obst) definitiv kein Problem.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: landfogt am 18. März 2015, 20:36:50
ich habe auch schon die letzten 14 tage begonnen unter der rinde zu veredeln.
manche Profis sagen die anwachsrate könne man auf 100 Prozent erhöhen,indem man erst mit der Obstbaum blüte veredelt.mehr saft heißt schnelleres anwachsen.
mit meinen seltenen sorten von denen ich nur jeweils ein reis habe,warte ich bis anfang/mitte April!
die rinde hat sich heute gut lösen lassen.ich habe hauptsächlich meine bestehenden sorten weiter vermehrt.nur 6 sorten habe ich frisch auf veredelt.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Wild Obst am 18. März 2015, 20:41:03
Bei mir löst die Rinde noch nicht (zumindest nicht bei Quitten und Äpfeln), wo ich gerne ein paar Umveredlungen machen würde.
Aber meiner Meinung nach ist es absolut unnötig mit dem Rindenpfropfen bis zur Blüte zu warten. Die Rinde löst, sobald man an den Knospen den beginnenden Austrieb sehn kann.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: landfogt am 18. März 2015, 20:48:58
ich selber denke auch das es nicht nötig ist länger zu warten!man wird aber vorsichtig ::)
das einzigste was mir aufgefallen ist, wenn ich mit Balsam arbeite ist das die versiegelte veredelung 24 stunden trocken und frostfrei sein muss!
ich hatte Probleme mit dem anwachsen,da wasser in die veredelung eingedrungen ist.es waren nur ein paar aber da ist die rinde richtig gefault.wie ist es bei dir?
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Wild Obst am 18. März 2015, 20:54:57
Ich hatte da auch mal kleinere Probleme, weil es überraschen geregnet hat.
Nachverstreichen am nächsten Tag hat die meisten Veredlungen gerettet.

Bei warmem Wetter ist der Lac Balsam aber oft schon nach 1 Stunde zumindest oberflächlich so ausgehärtet, dass Regen dem nichts mehr anhaben kann.

Bei Kopulationen und ähnlich dünnem, das man ja meist früher macht als zB Rindenpfropfen, nehme ich aber unter anderem deshalb gerne Isolierband bzw. Parafilm zum Verbinden, weil dann das Verstreichen gleich mit erledigt ist.

Bei empfindlichen Veredlungen wickle ich auch oft das ganze Edelreis in 1 Lage Parafilm, als Verdunstungsschutz.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: landfogt am 18. März 2015, 21:07:43
einen kleinen unterschied mit dem rindenlösen im bezug auf fortschreiten den frühlings gibt es schon.
wenn der baum voll im saft flutscht natürlich die rinde enorm gut ab.nur ob das so wichtig ist im bezug auf das anwachsen.gelöst ist gelöst oder?
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: landfogt am 18. März 2015, 21:30:07
ich bin da altmodisch.
zum verbinden nehme ich bast!
das platzt von alleine und wächst nicht ein ;)
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Wild Obst am 19. März 2015, 18:38:54
ich bin da altmodisch.
zum verbinden nehme ich bast!
das platzt von alleine und wächst nicht ein ;)

Gerade mit Bast habe ich im Bezug auf Einwachsen und Abschnüren schlechte Erfahrungen gemacht, deshalb habe ich nach Alternativen gesucht und vielen ausprobiert.

Isolierband und Parafilm sind in der Hinsicht meine Favoriten, spezielle Veredlungsgummibänder (nicht so einfach zu besorgen) sind in sonniger Lage auch OK. Im Schatten zersetzen sie sich nicht schnell genug und schneiden auch ein.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: dreichl am 19. März 2015, 19:31:13
Hallo, eine Frage zum Geißfussveredeln auf Sauerkirsche: die Unterlage hat einen Durchmesser von 10cm, die Rinde eine Dicke von 5mm. Der ausgeschnittene Keil in der Unterlage wird praktisch dann ja mindestens 7mm tief. Mein Edelreis ist 5-7mm stark.
- wie soll da Kambium auf Kambium treffen?
- wie binde ich den Geissfuß fest, wenn der schon ganz im Unterlagen-Keil verschwindet?
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Elro am 19. März 2015, 19:48:25
Warum veredelst Du nicht hinter der Rinde(pfropfen)?
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: b-hoernchen am 20. März 2015, 11:17:46
Isolierband und Parafilm sind in der Hinsicht meine Favoriten... .

Ich hab' den Eindruck, mein Edelreis drückt's beim festen Umwickeln mit Isolierband wieder aus dem V-Ausschnitt (gemacht mit Zange) der Unterlange wieder raus.

Kann man das verhindern? Spezielle Wickelungstechnik? Etwa von oben (Reis) nach unten (Unterlage)? Ich habe von unten nach oben und umgekehrt probiert, bin aber mit beidem nicht glücklich.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: carot am 20. März 2015, 11:52:56
Ich vermute das Problem liegt daran, dass der V-Schnitt mit der Zange relativ kurz ausfällt und der Winkel deshalb nicht so spitz ist.

Ich mache die Schnitte mit dem Messer. Um das Rutschen beim Spaltpfropfen zu verhindern, wickel ich von oben nach unten. Hatte bisher keinerlei Probleme damit.

Vielleicht hast Du auch etwas zuviel Zug auf das Tape gebracht. Ich versuche aber eigentlich auch so fest wie möglich zu umwickeln.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Mediterraneus am 20. März 2015, 11:56:01
Vielleicht kann mans mit ner Schelle festschrauben? ;)

Gestern hab ich die Kirsche veredelt. OMG! Falscher Zeitpunkt, Reiser frisch geschnitten, Ast ist abgeschlitzt, musste ihn zu tief abschneiden, kurz oberhalb einer Gabel. Ein Reis ist beim Reinstecken geschlitzt, also wieder raus, neues Reis rein.
Bei 2 Reisern hab ich Knospen abgebrochen, weil sie so schwer einschieben gingen.
Zum Schluss hab ich alles mit Wundverschluss zugekleistert. Jetzt siehts wieder besser aus 8)

Naja, wie war das mit dem Pfusch, Elro? ;D

Foto kommt später.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: dreichl am 20. März 2015, 18:33:38
Warum veredelst Du nicht hinter der Rinde(pfropfen)?
Weil die Anwachsrate da bei Sauerkirsche wohl gering ist.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Elro am 20. März 2015, 19:54:20
Warum veredelst Du nicht hinter der Rinde(pfropfen)?
Weil die Anwachsrate da bei Sauerkirsche wohl gering ist.
Ist sie mit der anderen Methode erfolgreicher?
Ich würde okulieren im Sommer, hat bei mir sehr gut geklappt.
Jetzt könnest du Chippen.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Elro am 20. März 2015, 19:54:58
Naja, wie war das mit dem Pfusch, Elro? ;D

Foto kommt später.
Die Bilder will ich sehen ;D
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Mediterraneus am 20. März 2015, 20:54:05
Hier die Kirsche
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Mediterraneus am 20. März 2015, 20:55:05
Und hier der Weiße Winterkalvill
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Elro am 20. März 2015, 21:53:55
Auf den ersten Blick sieht es nicht so schlimm aus ;)
Hast Du auch oben alle Reiser gut verstrichen? Keine vergessen?
Dann hilft nur noch abwarten...
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Mediterraneus am 20. März 2015, 21:56:44
Ich war so sauer (bei der Kirsche), dass ich ALLES dick mit Wundverschluss zugekleistert hab. Nur die Knospen gucken noch raus >:(
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Wild Obst am 21. März 2015, 17:35:37
Sieht nicht nach Pfusch aus, würde ich sagen.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: dmks am 21. März 2015, 19:39:02
Goethe hat das so ausgedrückt:

"Heinrich, mir graust vor Dir"...
 ;D
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: landfogt am 21. März 2015, 20:00:39
sieht gut aus!
bei mir ist es auch so.verstreiche auch mit lack balsam ;)
wenn die veredelungs schnitte gut sind,kann eigentlich nichts schief gehen.
vorrausgesetzt das Balsam ist vor einem möglichen regen bzw. frost ausgehärtet!
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: b-hoernchen am 24. März 2015, 11:05:53
Leute, kann das sein, dass Veredelungszangen mit geöltem Stanzwerkzeug ausgeliefert werden?

Habe gestern das erste Mal meine Zange auseinander gebaut und mir war so, als wären fettige/ölige Teile hergegangen.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Wild Obst am 24. März 2015, 12:07:36
Kann schon sein, die Verkäufer/Hersteller wollen ja nicht, dass das Teil bei denen im Lager rostet.
Ich habe keine, kann es also nicht bestimmt sagen.

Ich würde bei allen schneidenden Teilen alles Öl/Fett abputzen, damit es beim Schneiden der Reiser nicht auf die Schnittflächen geschmiert wird.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: b-hoernchen am 24. März 2015, 19:25:55
Das war's dann wohl mit dem Veredeln.
Wieder mal nur Frust geholt, aber das erklärt, warum bisher mit der Veredelungszange nichts angewachsen ist.

Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Mediterraneus am 25. März 2015, 07:37:48
Ich hab gestern auch nochmal was veredelt. Einen Rheinischen Winterrambour (oder zumindest sowas in der Richtung) an einen älteren Baum in die obere Krone. Die Rinde löst momentan gut.

Jetzt gehen mir langsam die Äste aus, bzw. ich darf keine weiteren Bäume mehr "verstümmeln".
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: southwest am 25. März 2015, 20:32:54
Hallo zusammen,
Ich habe dieses Jahr zum ersten Mal versucht eine Apfel und eine Birnensorte auf jeweils geeignete schwachwuechsige Unterlagen zu veredeln mit Medifilm.Ganze 4 versuche habe ich stehen.Da die Ungeduld so gross ist habe ich zwei Veredelungen zeitweise ins Haus geholt.Mitte Januar war der Veredelungszeitpunkt.Insgesamt sehen die Reiser bei allen vier versuchen noch nicht vertrocknet aus, hab sogar nochmal oben die Spitze angeschnitten und neues Wundverschlussmittel draufgemacht um mich zu vergewissern dass sie noch grün sind. Wie lange dauert es wenn die Unterlage schon treibt bis das Reis austreibt? Beim Apfel tut sich bislang nur bei der Unterlage etwas.Eine der Birnen (Sorte unbekannt aber unglaublich lecker) treibt am Reis schon aus, allerdings kann ich nur drei Blütenknospen ??? !!!mit Blättern erkennen aber keinen Trieb. Da das Reis recht kurz ist kann man trotzdem davon ausgehen dass von irgendwo noch ein trieb kommt? Ich stelle bald mal ein Bild ein wenn ich es verkleinern kann.Vielen Dank vorab :)
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Mediterraneus am 26. März 2015, 15:09:42
Du hast dann wohl ein mehrjähriges Reis aufgepfropft, wenn Blüten kommen. Wusste gar nicht, dass das auch geht.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: landfogt am 26. März 2015, 20:43:17
nein,das muss nicht sein!!!
bei sehr fruchtbaren sorten kommt es sehr häufig vor,daß auch einjährige augen,blütenknospen werden.zb James grive ist so ein Kandidat.
einfach blühen lassen.meistens fallen die sowiso ab und wenn nicht was machts ;)
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: landfogt am 26. März 2015, 20:44:51
und ja mit kopulieren kann man auch mehrjahrige "zweige"aufveredeln.habe das gestern auch erst erfahren und dabei zugeschaut ;)
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Sternrenette am 26. März 2015, 20:47:12
Das macht man wohl in Notfällen, wenn ein vergreister Baum keine einjährigen Triebe mehr hat und man auch keine Äste absägen kann, um im nächsten Jahr Triebe zu kriegen (zum Beispiel weil einem der Baum nicht gehört...).
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: southwest am 26. März 2015, 22:54:35
Ganz genau das ist bei mir auch der Fall. Der Birnbaum ist schon sehr alt und hatte in greifbarer Höhe keinen schönen einjährigen Trieb.Auf eine Wanderung nimmt man ja auch keine Leiter mit:)Ich mach ein Bild wenns blüht, 80kb sind für ein Foto aber recht wenig.Hab gesehen einige benutzen Fotos hochladen net, wie geht das, dasves hier verlinkt bzw sichtbar ist?
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: southwest am 26. März 2015, 23:23:33
Also nun doch schon ein versuch. Links und rechts treibt die quitte, nur oben die knospen sind vom reis. Geht sicher bei tageslicht besser...
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Mediterraneus am 27. März 2015, 07:53:03
Ich glaube, ich würde die Blütenknospen vorsichtig wegmachen und nur die Blättchen lassen.

Hast du eine Zwischenveredelung gemacht, wegen möglicher Unverträglichkeit mit Quitte?
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: southwest am 27. März 2015, 23:01:09
Hmm ich glaube auch da die Blüten sicher einiges an Energie kosten.Danke für den Tipp.Zwischenveredelung habe ich nicht gemacht.Ich bin mir bewusst dass es zur Unvertaeglichkeit kommen kann.Da es meine ersten Versuche sind muss noch Erfahrung sammeln.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: dmks am 28. März 2015, 19:54:35
Blütenreiser hab ich auch manchmal - gerade bei "Rettung" von irgendwelchen Altbäumen.
Definitiv die Blüten entfernen! Sobald unter den Knospen der Blütenstiel auszumachen ist. Danach treibt das Holzauge (ist als Nebenauge angelegt) aus.
Die Unterlagentriebe entfernen oder auf zwei bis drei Blätter pinzieren (einkürzen)
Sie dienen dann der Versorgung der pflanze, da das Reis einige Zeit braucht um Blätter zu bilden.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Hessenapfel am 04. April 2015, 19:20:41
Kurze Frage an alle experten.
Habe im frühen Februar ein Edelreis von Königin viktoria pflaume per kopulation auf einen pflaumenwildling veredelt. Das Ergebnis stand bisher wg kaltem Wetter im keller. Jetzt treibt die Unterlage Knospen aus, ebenso das Edelweiß oberhalb der kopulationsstelle. Kann mir jemand sagen wann ich weiß das die kopulationsveredelung gelungen is und beides wirklich zusammengewachsen ist ? Wann kann ich das veredelungsgummi und wundkleber ablösen ?
Dank euch !!!
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: hargrand am 04. April 2015, 20:04:27
Ich denke das ist erst sicher wenn das reis einen kräftigen trieb macht.

Ich habe heuer 51 Veredelungen gemacht. 8)
2 Quitten ließ ivh unveredelt, da ich letztes Jahr schon Früchte von meiner Quitte a bekam. Eigentlich selbst eine gute Sorte. :D
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Mediterraneus am 04. April 2015, 20:26:30
.... Jetzt treibt die Unterlage Knospen aus, ebenso das Edelweiß oberhalb der kopulationsstelle. Kann mir jemand sagen wann ich weiß das die kopulationsveredelung gelungen is und beides wirklich zusammengewachsen ist ? ...

Wenn das Edelweiß blüht 8) ;D
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Wild Obst am 05. April 2015, 18:42:24
wann ich weiß das die kopulationsveredelung gelungen is und beides wirklich zusammengewachsen ist ? Wann kann ich das veredelungsgummi und wundkleber ablösen ?
Dank euch !!!

1. Wenn das Edelreis einen richtigen Trieb, mehr als ein paar Blättchen, macht.
2. Ich würde erst einmal nichts ablösen, höchstens aufschneiden. Und zwar sobald das Dickenwachstum einsetzt und das Gummi sonst die Veredlungsstelle "strangulieren" würde.
Beim sofortigen Entfernen des Verbands verliert die Veredlung auf ein Mal alle mechanische Stabilisierung, wenn der Verband einfach nur aufgeschnitten wird, schützt und stabilisiert er die Veredlung auch weiterhin ein bisschen.

Erst im Sommer/Herbst würde ich die Verbandsreste entfernen.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: landfogt am 13. April 2015, 21:58:29
ich suche noch reiser vom knebusch.hat den jemand?
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Horst-Kevin am 14. April 2015, 08:37:29
Kann ich leider nicht mit dienen.

Habe das Isolierband an Sorbus a./Aronia aufgeschnitten und dann ganz entfernt als ich gesehen habe das eine Stelle zu faulen schien. Habe an die freie Stelle Baumwachs geschmiert.

Desweiteren sollte ich bei einer Bekannten dem Weißdorn mit Rotdorn veredeln. Als ich gestern kam sah ich dass sie nur mehrjährige Reiser mit kurzen einjährigen Trieben hatte. Habe dann einen mehrjährigen hinter die Rinde geschoben. Bin mal gespannt was das gibt. Zur Not wird in ein paar Monaten nochmal okuliert
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: nuss am 14. April 2015, 11:02:13
vor 8 Wochen habe ich auch einen Weißdorn veredelt.

(http://www.fotos-hochladen.net/uploads/jd500086bpugahk2eo.jpg)

In der Nachbarschaft war eine Reihe von Weißdorn mit großen gelben Früchten;
Eigentlich wollte ich schon länger eine Kopie anziehen.
Im Winter wurden alle Bäume bodeneben abgeschnitten, nach längerer Suche
fand ich noch einen brauchbaren Zweig.
Nach meinen Empfinden hat der Austrieb im warmen Zimmer ziemlich lange gedauert.

Nun hoffe ich das das Pflänzchen überlebt.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: strohblume am 16. April 2015, 18:31:41
 Hallo Heute eine Zwetschge auf Schlehe veredelt, ich hatte keine andere Unterlage zur Hand und noch eine Pflaue auf Blutpflaume . Könnten diese Dinge fkt. was hätten dann die Unterlagen für einen Einfluß?
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Wild Obst am 16. April 2015, 18:41:51
Hallo Heute eine Zwetschge auf Schlehe veredelt, ich hatte keine andere Unterlage zur Hand und noch eine Pflaue auf Blutpflaume . Könnten diese Dinge fkt. was hätten dann die Unterlagen für einen Einfluß?

Schlehen können scheinbar mit Erfolg als Unterlage für Pflaumen, Pfirsiche &Co verwendet werden, siehe die Berichte http://www.greffer.net/discussion/viewtopic.php?f=16&t=4577&hilit=prunellier (prunellier = französisch Schlehe).

Als Unterlage sorgen Schlehen wohl für eine reduzierte Wuchskraft.
ABER sie haben die lästige Eigenart teilweise enorm viele Wurzelausläufer zu treiben, die wiederum auch noch dornig sind.

Wegen dieser späteren Unannehmlichkeiten sind Schlehen meiner Meinung nach nicht sehr gut als Unterlage geeignet, eher als "trojanisches Pferd" als Geschenk für ungeliebte Verwandte.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Horst-Kevin am 20. April 2015, 13:27:08
Hat jemand Erfahrung mit der Höhe der Veredelung?

Da ich nur eine begrenzte Auswahl an Reisern hatte, musste ich die meisten Äpfel Recht hoch veredeln, ca in 40-50cm Höhe. Ich meine, dass normalerweise tiefer veredelt wird. Ich habe desweiteren gelesen, dass die Höhe der Veredlung einen Einfluss auf die Wüchsigkeit der Bäume hat. Wer hat dazu Erfahrungen?

Nich ne Frage: Wie alt darf der Trieb auf den veredelt wird sein? Ich befürchte ich werde einige Äpfel nachveredeln müssen.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Elro am 20. April 2015, 13:47:15
Hat jemand Erfahrung mit der Höhe der Veredelung?

Da ich nur eine begrenzte Auswahl an Reisern hatte, musste ich die meisten Äpfel Recht hoch veredeln, ca in 40-50cm Höhe.
Das ist kein Problem, mache ich absichtlich öfters mal so. Meist regiert die Sorte dann noch etwas schwachwüchsiger.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Horst-Kevin am 20. April 2015, 13:53:14
Ok, danke für die Antwort.

Meine zweite Frage bezieht sich auf das Okulieren.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Elro am 20. April 2015, 13:59:47
Okuliert habe ich noch nicht so viel. Meine Versuche waren auf 5cm starken Ästen einer Sauerkirsche und das hat prima funktioniert.
Wichtig ist, daß die Rinde gut löst und nicht borkig ist weil sie sonst bricht.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Hessenapfel am 01. Mai 2015, 11:46:42
Hallo zusammen.
Nachdem ich dieses Jahr erstmalig per Kopulation veredelt habe eine Frage zur Weiterbehandlung der Veredelungen.
Die meisten Veredelungen treiben unterhalb an der Unterlage sowie auch am aufgesetzten Edelreis Blätter aus. Wie muss ich diese behandeln ? Alles wachsen lassen, oder die treibenden Blätter am Teil der Unterlage entfernen damit der Trieb und die Blätter auf dem anwachsenden Edelreis das Wachstum bekommen statt die Unterlage?
Danke euch für Tipps....
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Mediterraneus am 01. Mai 2015, 11:47:58
Die gepfuschte Kirsche. Reiser ab und gleich druff.

Little unsharp 8)
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Mediterraneus am 01. Mai 2015, 11:49:16
Irgendwie lässt es mich jetzt hoffen, es könnte vielleicht doch klappen. Oder zu früh gefreut?
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Mediterraneus am 01. Mai 2015, 11:51:17
Vielleicht kann mans mit ner Schelle festschrauben? ;)

Gestern hab ich die Kirsche veredelt. OMG! Falscher Zeitpunkt, Reiser frisch geschnitten, Ast ist abgeschlitzt, musste ihn zu tief abschneiden, kurz oberhalb einer Gabel. Ein Reis ist beim Reinstecken geschlitzt, also wieder raus, neues Reis rein.
Bei 2 Reisern hab ich Knospen abgebrochen, weil sie so schwer einschieben gingen.
Zum Schluss hab ich alles mit Wundverschluss zugekleistert. Jetzt siehts wieder besser aus 8)

Naja, wie war das mit dem Pfusch, Elro? ;D

Foto kommt später.

hier noch schnell die Geschichte und Zeitpunkt dazu.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: dreichl am 01. Mai 2015, 12:03:13
Irgendwie lässt es mich jetzt hoffen, es könnte vielleicht doch klappen. Oder zu früh gefreut?

Sieht doch kräftig grün aus und wesentlich besser als bei mir :'( Die Veredelungen meiner Sauerkirsche stehen mit trockenen Knospen da, der Rest blüht mittlerweile. Ich habe es fast befürchtet, dass die dicke Rinde Probleme macht.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: b-hoernchen am 01. Mai 2015, 12:31:16
Vielleicht kann mans mit ner Schelle festschrauben? ;)

Manche Leute nehmen Elektrokabel, um Reiser unter der Rinde anzupressen .
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: callodensis am 01. Mai 2015, 12:43:50
Vielleicht kann mans mit ner Schelle festschrauben? ;)

Manche Leute nehmen Elektrokabel, um Reiser unter der Rinde anzupressen .
Festnageln geht auch (1 Nagel pro Reis). Ich habs bei Äpfeln so gemacht, klappte problemlos.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Mediterraneus am 02. Mai 2015, 09:53:16
Vielleicht könnte man auch mit dem Akkuschrauber...... 8)


Hier mal mein Edelborsdorfer, als einjährige Veredelung gepflanzt im März 2002. War keine 30 cm hoch.

Er blüht erstmalig richtig üppig (die unteren Zweige)

Ein Ast ist von unserem heimischen "Goldparmäne" vor einigen Jahren umveredelt worden, blüht auch.

Die Spitze wurde letztes Jahr mit "Rotem Bellefleur" umveredelt. Der ist noch kaum ausgetrieben, treibt sehr spät.

Ein Seitenast diesen März mit "Weißer Winterkalvill", da weiß ich noch nicht, ob sie anwächst. Bin gespannt :D

Vielleicht passt das auch besser in die Rubrik "Mehrsortenbaum".
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: landfogt am 02. Mai 2015, 21:31:35
bin mal gespannt was für einen edelborsdorfer du hast ::)
da bin ich bei den meinen auch gespannt.vor allem auf das reis von England(national fruit collection)!
wir werden sehen ;)

 
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Mediterraneus am 03. Mai 2015, 10:45:40
Wir werden alle einen anderen haben :-X
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: landfogt am 04. Mai 2015, 22:18:47
die experten sind sich da selbst nicht sicher,da keine oder nur sehr wenige Erfahrungswerte über die sehr alte sorte noch vorhanden sind.
oft ist es der spät blühende taffetapfel ::)
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: b-hoernchen am 11. Mai 2015, 12:38:12
Hab' eine Fehllieferung von 2012 (gekauft wurde "Rubinette Rosso", ist aber was anderes, ein ganz fader moderner Apfel) an einem Seitentrieb, der kurz oberhalb der Veredlungsstelle rauskam, umveredelt auf Zabergäu.

Jetzt möchte ich den Hauptstamm mit der ursprünglichen Sorte entfernen, ohne den Baum zu killen. Den Durchmesser des Stamms und des umveredelten Seitenzweigs zeigen die Bilder. Der Hauptstamm, hatte letztes Jahr etwa 2,5 m Höhe erreicht, im Moment ist er etwa auf ca. 1,5m gekürzt.

Wie mache ich weiter - kontrollierter Rückbau oder Radikalkur und den Stamm auf einmal absägen? Und wann ist die beste Zeit dazu?

LG
b-hoernchen

(http://www.bilder-hochladen.net/files/thumbs/lrtv-1-0593.jpg)

(http://www.bilder-hochladen.net/files/thumbs/lrtv-2-9c98.jpg)

Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: obst am 11. Mai 2015, 14:03:14
Ich würde den alten Baum stark einkürzen, den kurzen neuen Trieb vorsichtig am alten Stamm anbinden, damit er gerade wächst und dann im Sommer, wenn der kleine neue Baum etwas weiter gewachsen ist, den alten Stamm entfernen. Ob das die richtige Behandlung ist, weiss ich aber auch nicht.

Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: b-hoernchen am 11. Mai 2015, 19:44:04
Hallo obst, danke schön für deine Einschätzung. Gekürzt ist der Baum schon, aber ich könnte natürlich noch mehr wegnehmen.
Was den Rest angeht:
Zu welchem Zeitpunkt kann der Baum einen starken Rückschnitt am leichtesten verkraften?
Wäre da nicht der Winter der richtige Zeitpunkt?
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: landfogt am 11. Mai 2015, 21:21:22
schneide am untersten ast den gesammten gipfel runter und schiebe 2 reiser deiner gewünschten sorte unter die rinde!
habe ich letztes jahr bei einem von mir im wald ausgegrabenen Wildling mit ca 4-5cm stamm Durchmesser auch gemacht.2reiser vom krügers dickstiel hab ich aufveredelt.die wachsen wunder bar und selbst wenns nichts werden sollte,der treibt wie verrückt nach ;)
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: b-hoernchen am 11. Mai 2015, 21:37:41
Vielleicht kann jemand was dazu sagen, zu welchem Zeitpunkt ein Apfelbaum den stärksten Rückschnitt verträgt?
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Wild Obst am 11. Mai 2015, 21:39:46
Vielleicht kann jemand was dazu sagen, zu welchem Zeitpunkt ein Apfelbaum den stärksten Rückschnitt verträgt?

Schnitte werden während der Vegetationsperiode am besten vertragen.
Und Apfelbäume vertragen sehr viel.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Horst-Kevin am 13. Mai 2015, 08:06:01
So... 4 von 9 Veredelungen scheinen was zu werden. Nicht die beste Rate aber ein Anfang :D Die 5. gelungene Veredelung ist leider durch Unachtsamkeit meinerseits wieder abgefallen -.-


Was anderes: Ich habe im Garten einen Pfirsisch/Nektarine stehen. Wurde als Kern gepflanzt. Ist entweder was aus dem Supermarkt oder aus dem Ausland. Jedenfalls hat das komplette Bäumchen schon jetzt gekräuselte Blätter. Würde es Sinn ergeben den Baum als Unterlage für eine andere Sorte zu nehmen oder besser ganz weg und was Neues gepflanzt?

Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Sternrenette am 13. Mai 2015, 08:53:25
Soweit ich bisher gehört habe, kräuseln auch "resistente" Sorten. Ich würde das Bäumchen weiterwachsen lassen und schauen, wie die Früchte sind.
Titel: Re:Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: cydorian am 13. Mai 2015, 09:09:53
Klar kannst du den als Unterlage verwenden. Die Kräuselkrankheit ist nicht von der Unterlage abhängig. Pfirsich steht ohnehin oft auf arteigener Unterlage, z.B. "Rubira". Und die Sämlingspflanzen meines Kernechten wachsen auf üblem Boden ganz hervorragend.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Hekerui am 02. Oktober 2015, 20:14:04
Ich hab mal ne Frage zum weiteren Vorgehen: meine erste eigene Okulation hat geklappt, und ich weiß auch schon wohin das Bäumchen ausgepflanzt werden soll, aber soll ich das Auspflanzen jetzt schon machen oder doch besser bis zum Frühjahr warten? Es handelt sich um eine essbare Vogelbeere, unbekannte Sorte mit großen Beeren, auf Sämling im Topf. Die Okulation sieht auch etwas monströs aus ist aber glaub ich gesund.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Hekerui am 02. Oktober 2015, 20:15:20
Noch ein anderes Bild, im oberen Schnitt drin hat sich auch schon fast die Wunde verschlossen.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: dmks am 02. Oktober 2015, 20:21:25
Im zeitigen Frühjahr (Feb - März) oberhalb der Okulation abschneiden ("abwerfen")
Der aus dem Edelauge entstehende Trieb wird dann zur Krone bzw Stamm erzogen.
Auf welcher Höhe befindet sich die Veredlung?
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Hekerui am 02. Oktober 2015, 20:29:37
Die Höhe liegt so bei 13-14 cm über der Topferde.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: dmks am 02. Oktober 2015, 21:24:08
Dann im ersten Jahr den Stamm aufbauen - also einfach nach oben durchtreiben lassen und ca. einmal wöchentlich die unter der Veredlung entstehenden Wildtriebe entfernen.
So entsteht im ersten Jahr ein einzelner gerader Trieb, der im darauffolgenden Frühjahr dann vier bis sechs Augen oberhalb der gewünschten Stammhöhe gekappt wird. Diese Augen bilden die Kronentriebe. Die darunter entstehenden Austriebe werden wieder entfernt (einfach bei Austrieb abstreifen)
Sollte der Stamm noch zu kurz sein, ca. ein Drittel einkürzen und mit dem obersten Auge nochmals verfahren wie mit dem Veredlungsauge. Die Krone dann halt ein Jahr später... ;)


PS - die Frage nach der Höhe: Es ist ja auch möglich auf einen bereits bestehenden Wildtrieb in der gewünschten Kronenhöhe ein oder mehrere Augen einzusetzen. 8)
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Wild Obst am 04. Oktober 2015, 11:37:05
Ich hab mal ne Frage zum weiteren Vorgehen: meine erste eigene Okulation hat geklappt, und ich weiß auch schon wohin das Bäumchen ausgepflanzt werden soll, aber soll ich das Auspflanzen jetzt schon machen oder doch besser bis zum Frühjahr warten? Es handelt sich um eine essbare Vogelbeere, unbekannte Sorte mit großen Beeren, auf Sämling im Topf. Die Okulation sieht auch etwas monströs aus ist aber glaub ich gesund.

Auspflanzen würde ich jetzt gleich, nicht erst im Frühjahr. Allerdings brauchst du, wenn es im Außenbereich ist, einen guten Verbiss- und Fegeschutz, Rehe lieben unter anderen Bäumen insbesondere auch Vogelbeeren.

Wegen dem Schnitt würde ich es genauso machen wie dmks beschrieben hat, im Frühjahr die Unterlage abwerfen, in den folgenden Jahren Stamm und Krone erziehen.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Hekerui am 04. Oktober 2015, 19:42:17
Vielen Dank für die Ratschläge! Meinst du ich sollte nochmal etwas um die Stelle binden, falls ich jetzt auspflanze? Es sieht fest aus und müsste verwachsen sein, aber ich würde mich schon sehr ärgern, wenn das Auge doch noch ausbricht durch Wind oder was auch immer.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Wild Obst am 04. Oktober 2015, 22:34:23
Ich würde da nichts mehr verbinden. Ein Wind, der stark genug ist um eine angewachsene Okulation abzureißen nimmt vorher wahrscheinlich das ganze Bäumchen samt Stützpfahl mit.

Meiner Meinung nach muss man die Veredlung höchstens noch vor Wildverbiss oder sonstigen Wildschaden schützen.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Hekerui am 05. Oktober 2015, 23:06:05
Danke. Ich hab mir das zu Herzen genommen und das Auspflanzen schon vorbereitet.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Sursulapitschi am 14. Oktober 2015, 17:21:04
Hallo,

keine Frage diesmal, dafür eine Erfolgsmeldung: Habe heute den allerersten Apfel aus eigener Produktion verputzt  :) : einen Kardinal Bea - danke nochmal dem edlen Reiserspender dmks!!!

LG,
Sursula
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: tomato joe am 14. Oktober 2015, 17:29:50
Sursula, nicht aufessen bevor du uns ein Bild davon gezeigt hast!  :P
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Bergischer Apfel am 01. November 2015, 22:20:35
Hallo ihr Veredler,
ich habe dieses Jahr 6 Okulationen versucht, bei den ersten 4 habe ich versucht unseren Riesenboiken zu vermehren, da habe ich aber falsch verbunden, sodass keines angewachsen ist. Dann war an meinem im Frühling geplanzten Säulenapfel ein Ästchen das ich so nicht wollte, also habe ich mir gedacht, warum nicht nochtmal okulieren ausprobieren ob es nicht doch am Schnitt lag. Okuliert habe ich auf einen diesjährigen Trieb an einem vor 3 Jahren gepflanzten roten Boskoop Halbstamm.

Ich gehe davon aus das sie angewachsen sind weil sie noch nicht eingetrocknet und schwarz sind, aber müsste da nicht mehr Wundkallus sein? Und können sie so den Winter überstehen? Bild im Anhang.

LG Thorben
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Bergischer Apfel am 07. November 2015, 16:18:59
Habe noch eine Frage: Wenn ich jetzt von einer Sorte nur sehr dünne Edelreider habe, kann ich die dann trotzdem im Winter schneiden und dann per Rindenpfropfen, Anplatten oder Spaltpfopfen auf einen "zweijährigen verpflanzten Abriss" veredeln?

Zweites Bild im Anhang:).
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Bergischer Apfel am 07. November 2015, 16:19:39
Drittes Bild:
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: partisanengärtner am 07. November 2015, 16:46:10
Sieht gut aus. Unten erwähnte Methode könnte man noch zur Sicherheit machen aber ich persönlich würde es so lassen.

Wenn ich nur sehr dünne Reiser finde, schneide ich noch ein gutes Stück vom Vorjahrestrieb mit damit die nicht so leicht im Lager vertrocknen. Die Anwachsrate ist nicht ganz so gut wie bei stärkeren Reisern.

Wenn man aber Übung hat, nur zwei Augen ode gar eines nimmt (vertrocknen dann nicht so leicht) oder das dünne Zweiglein vielleicht mit Veredelungswachs schützt, sollte das keinen Unterschied mehr machen.
Mein Vater hat meist noch einen starken Zweig drüber gebunden damit nicht eine neugierige Meise alles zunichte macht.
Das mit dem Wachs hab ich auch bei schon angetriebenen Zweigen für die Knospen verwendet. Hat auch geklappt.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Wild Obst am 07. November 2015, 18:03:50
Habe noch eine Frage: Wenn ich jetzt von einer Sorte nur sehr dünne Edelreider habe, kann ich die dann trotzdem im Winter schneiden und dann per Rindenpfropfen, Anplatten oder Spaltpfopfen auf einen "zweijährigen verpflanzten Abriss" veredeln?

Wenn es sehr dünne Reiser sind, würde ich versuchen, möglichst früh zu veredeln, also eher kein Rindenpfropfen. Ich würde Anplatten empfehlen, weil Spaltpfropfen recht "brutal" ist, da es die Unterlage sehr stark verwundet und viele freie Schnittstellen lässt.
Ich würde auch die Reiser mit Veredlungswachs oder einer Lage Parafilm vor Austrocknung schützen.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: b-hoernchen am 07. November 2015, 18:14:31
Was ist bitte jetzt der Unterschied zwischen "Anplatten" und "Rindenpfropfen"?
Ich dachte ein Reis mit stark abgeschrägter Schnittfläche in einen Spalt hinter der Rinde eines abgeschnitten Zweigs/Asts zu setzen (und dann mit drumgewickelten Elektrokabel o. ä. starken Anpressdruck auszuüben , wäre - je nu, jetzt bin ich unsicher?
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Bergischer Apfel am 07. November 2015, 18:34:53
Hallo,
so wie ich das verstanden habe ist einmal der Unterschied in der Zeit, also Anplatten kann man früher machen. Beim Rindenpfopfen muss sich die Rinde lösen, beim Anplatten hingegen wird ein Stück Rinde weg geschnitten, und das Edelreis dann an diese Stelle gedrückt, mit einer Gegenzunge an der Unterlage zum besseren halten. Habe ich das richtig verstanden? Angewendet habe ich noch keine Art der Veredlung (erfolgreich), ich schätze ich werde mal fröhlich rumexperimentieren (wenn ich genug Unterlagen/Reiser habe) bzw. Anplatten bei den dünnen bestmöglich probieren.

LG Thorben
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Sternrenette am 07. November 2015, 18:38:51
Gartenbauverein - Veredelungskurs besuchen. Praxis ist besser als jede Theorie.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: b-hoernchen am 07. November 2015, 18:50:33
Nervt dich meine Frage?
Klingt irgendwie so, als solle man hier nicht darüber reden
Heute abend wird jedenfalls niemand mehr einen Veredelungskurs absolvieren.

Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Bergischer Apfel am 07. November 2015, 18:54:05
Hallo,
wir haben hier keinen Gartenbauverein der Veredlungskurse anbietet, und eine Örtliche Pomologin weiß noch nicht ob diesen Winter einer gemacht wird.

LG Thorben
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Sternrenette am 07. November 2015, 18:56:00
Nein, ich hatte Deine Frage nicht gelesen. Ich vermute, dass heute Abend auch nicht veredelt wird. Ich persönlich habe alles mögliche übers Veredeln gelesen, es hat nie geklappt, aber nach dem Kurs schon. Und wie  :D

Daher mein Tipp mit dem Kurs - mir hats geholfen  ;)
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Sternrenette am 07. November 2015, 18:59:06
Hier bietet das die nächstobere Einheit im Kreis an, die Gartenbauvereine selbst auch eher nicht. Da nur je ca 20 Teilnehmer im Februar und im Sommer kommen ist die Nachfrage für einzelne Vereine vermutlich zu gering.

Gestern in "unser Land" haben sie noch gesagt, dass Triesdorf solche Kurse anbietet und man da auch ganz seltene Reiser kriegt - aber nur im Kurs.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: partisanengärtner am 07. November 2015, 19:02:19
Ich gebe im März einen Kurs bei unserem Kleingartenverein. Ist wohl zu weit weg.
Aber Youtube hat  ganz gute Anleitungen. Allerdings bitte mehrere ansehen und dann mit Weidenzweigen üben.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Wild Obst am 07. November 2015, 19:24:49
Was ist bitte jetzt der Unterschied zwischen "Anplatten" und "Rindenpfropfen"?
Ich dachte ein Reis mit stark abgeschrägter Schnittfläche in einen Spalt hinter der Rinde eines abgeschnitten Zweigs/Asts zu setzen (und dann mit drumgewickelten Elektrokabel o. ä. starken Anpressdruck auszuüben , wäre - je nu, jetzt bin ich unsicher?

Wie schon Bergischer Apfel gesagt hat, muss beim Rindenpfropfen die Rinde der Unterlage gelöst werden, z.B.:
Rindenpfropfen
Deswegen habe ich bei dünnen Edelreisern, die während der Lagerung leichter austrocknen, davon abgeraten, weil man dafür länger warten muss.
Anplatten ist praktisch wie eine Veredlung durch Kopulation mit verschiedenen Durchmessern von Edelreis und Unterlage (Edelreis ist sehr viel dünner als die Unterlage), zB hier:
Anplatten
 Angeplattet werden kann auch schon früher, wenn sich die Unterlagenrinde noch nicht lösen lässt. Darum muss das Edelreis nicht so lange gelagert werden, was bei empfindlichen Arten (zB. Kirsche, Birne, Quitte) oder suboptimalen Edelreisern (zu dünn etc...) von Vorteil ist.

Und Elektrokabel würde ich nie nehmen. Wenn schon keine Gummibänder oder Natur/Kunst-bast, dann Elektrikerklebeband. Wie kann man mit einem Kabel so verbinden, dass auf die Veredlung gleichmäßig und flächig Druck ausgeübt wird? Für Unterlagen <2cm nehme ich am liebsten Gummibänder.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Sternrenette am 07. November 2015, 19:30:02
Ich hab im Februar ein dünnes Reis an die Unterlage angeplattet. Es ist problemlos angewachsen, hat aber als spätestes ausgetrieben.

Edith: wichtiger Tipp meines Kollegen: Geduld, auf keinen Fall nachgucken, sondern warten. Er hat mit Ungeduld etliche Veredlungen kaputtgemacht, die noch was geworden wären.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Wild Obst am 07. November 2015, 19:36:25
Kurse zum Veredeln sind sicher gut zum lernen, aber wichtig ist eher, zu verstehen, was warum gemacht wird.

Und wer noch keine Übung im Umgang mit Messern hat, sollte wie Partisanengärtner erwähnt hat, mit Weiden und ähnlichem erst einmal üben, bis der Schnitt richtig klappt.

Viel anlesen und kritisch hinterfragen bringt manchmal auch mehr als ein Veredlungskurs. Aber Übung macht den Veredler!

Weitere und auch sehr spezielle Infos gibt es auf französisch hier bei greffer.net.
oder lange nicht so ausführlich auf deutsch zB. hier bei veredeln.info oder bei vielen anderen Links, die man mit der üblichen Suchmaschine leicht findet. Auf deutsch gibt es leider noch keine Seite, die sich mit greffer.net messen kann.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: partisanengärtner am 07. November 2015, 19:37:43
Bei dünnen Reisern mach ich lieber Geißfußveredelung. Maximaler Kontakt und halt nur ein oder zwei Augen. Da kann man im Winter schon mal üben. ;)
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Wild Obst am 07. November 2015, 19:42:56
Ich finde Geißfußveredlungen von der Schnittführung her sehr aufwändig. Ich schaffe das kaum so richtig und deswegen (meine persönliche Meinung und Erfahrung) würde ich nicht dazu raten. Anplatten, kopulation und Rindenpfropfen sind viel einfacher in der Ausführung und haben, richtig gemacht, auch nicht weniger Kambiumkontaktfläche als Geißfüße.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: partisanengärtner am 07. November 2015, 19:48:07
Braucht viel Übung hält aber bei dünnem Reis genauso stabil wie Kopulation mit Gegenzug. Die Kopulation geht natürlich nur bei gleicher Stärke der Unterlage und verwächst am schönsten. Abgesehen von Okulieren und Chippen.
Aber die letzten beiden Methoden beherrsche ich im wesentlichen nur theoretisch. :P

Wenn ich gute Reiser habe unbedingt die Kopulation außer beim Umveredeln, das ist dann zuuu viel Arbeit. Aber ich kenne einen der das versucht hat.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Bergischer Apfel am 07. November 2015, 19:49:59
Ich habe schon fleißig mit meinem einseitig geschliffenen Okuliermesser geübt, damit habe ich sehr grade Kopulierschnittte hinbekommen, zumindest nach meinem Augenmaß:). Den Schnitt an der Unterlage kann man ja nicht so gut drinnen üben.

PS: Was sagen denn die anderen zu meinen Okulationen, sollten die nicht noch mehr verwachsen sein?

Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: partisanengärtner am 07. November 2015, 19:55:21
Finde ich nicht. Aber diese Form der Veredelung habe ich noch nicht oft gesehen. Mal sehen was die anderen sagen.
Mein Freund Uwe hat ein geniales Hilfsmittel erfunden um die Kopulationsschnitte exakt zu machen.
Ich werde ihn mal fragen ob ich seine noch nicht patentierte Erfindung trotzdem veröffentlichen darf. ;)
Keine Ahnung ob er das patentieren noch vor hat.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Wild Obst am 07. November 2015, 19:57:03
PS: Was sagen denn die anderen zu meinen Okulationen, sollten die nicht noch mehr verwachsen sein?

Ich finde, die sehen ganz OK aus.  Vielleicht sind sie etwas ungewöhnlich "breit".
Wenn du testen willst, kannst du die Rinde der Okulate etwas ankratzen. Wenn es unter der Rinde grün ist, ist die Okulation vermutlich angewachsen.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: partisanengärtner am 07. November 2015, 19:58:46
Drinnen üben geht schon. Dafür besorgst Du Dir einen größeren Ast vom Kompostplatz an dem du quasi die Unterlagenenden befestigst. Aber erst mal einfach üben indem Du den Zweig senkrecht hältst und versuchst es so zu schneiden. Ich mach es mit einem ziehenden Schnitt auf mich zu, Daumen auf der Innenseite.
Mein Vater hat immer ein Pflaster auf den Daumen geklebt. Funktioniert gut vor dem Schnitt, da spart man es sich eventuell später ;)
Muß man sich halt reindenken wie das mit dem eingewachsenen Baum draußen ist.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: partisanengärtner am 07. November 2015, 20:15:42
Also Uwe schickt mir ein Foto, falls er es vergessen sollte mach ich kommende Woche eins. Dann kann sich jeder mit ein wenig Geschick so ein Teil bauen.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Wild Obst am 07. November 2015, 20:22:30
Also Uwe schickt mir ein Foto, falls er es vergessen sollte mach ich kommende Woche eins. Dann kann sich jeder mit ein wenig Geschick so ein Teil bauen.
Jetzt bin ich gespannt wie das aussieht.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: partisanengärtner am 07. November 2015, 21:10:19
Hier ist es.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: partisanengärtner am 07. November 2015, 21:10:57
von hinten
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: partisanengärtner am 07. November 2015, 21:11:21
offen
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: partisanengärtner am 07. November 2015, 21:12:18
Die Beschreibung Uwes Veredelungswerkzeug.
Erster Schritt Entsprechendes Hartholzstück absägen. Mit langem Holzbohrer am Besten auf einem Bohrständer zentrales Loch bohren. Vielleicht erst ablängen, dann mal Loch bohren und dann zusägen. ;)
Danach mittig zum Loch teilen zwei Löcher auf jeder Seite Bohren bohren Haltestifte einschlagen oder einschrauben. Eventuell kann man noch das ganze mit Leder auskleiden das schont das Reis vielleicht noch besser.

Buchenholz oder anderes Hartholz, 3 x 3 cm Umfang, Gesamtlänge 18 cm
Länge Schräge 11 cm
Bohrungen sollten im Grundholz  von 6,8,10, 12 mm erfolgen, (also 4 Stück für versch. Stärken),
Runde Aushebung kurz vor Ende sind für halten Ast mit dem Daumen, wichtig vorne unten:
Auskerbung für Auge vom Reiser
 
Zurechtschleifen geht sehr schön auf einer Bandschleife, aber da hat man schnell auch ein wenig vom Finger weggenommen.  8)Blutet scheußlich und wenn man zu fest drückt ist man schnell auf dem Knochen.
Das sollte ein geübter machen oder eben die langsame Methode auf einem Stück Schleifpapier.


Ich habe mir bei solche Arbeiten anfangs den Daumen und einen Zeigefinger zweimal inklusive etwas Fleisch manikürt. Ist da ich vorsichtig bin(oder einfach Glück hatte) ist es rückstandslos verheilt.

Passiert leicht bei so kleinen Teilen. Das das Stück Meterweit fliegt und mit Wucht aufprallt wenn es verkantet sollte man auch im Auge behalten. Sonst geht sowas vielleicht auch in das selbe. Nicht in Flugrichtung aufhalten wenn jemand an der Bandschleife arbeitet. :P
Aber Kettensäge ist schlimmer 8)
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Sternrenette am 07. November 2015, 21:17:02
Cool  :D

Ich hab mir Leberhandschuhe gekauft. Das klappt besser als Pflaster. Man traut sich kräftiger zu schneiden, dann wird der Schnitt glatter.

Zum Geissfussveredeln fehlt mir die Kraft in der Hand.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: partisanengärtner am 07. November 2015, 21:20:10
Beim Geißfuß spaltete ich öfter mal die Unterlage. Zuviel Kraft ist auch nicht gut.
Ein richtig scharfes Messer hilft.
Beim Pflaster hat man mehr Gefühl in der Resthand. Aber ein Handschuh ist allemal besser als ein nackter Daumen.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: partisanengärtner am 07. November 2015, 21:26:44
Ach ja einen Handschuh oder Pflaster braucht man nach der Herstellung nicht mehr dafür.

Hiermit ist Uwes Entwicklung veröffentlicht. Darauf kann also keiner mehr ein Patent einreichen. ;)
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Wild Obst am 07. November 2015, 22:05:29
Die Beschreibung Uwes Veredelungswerkzeug.

Sieht gut aus!
Die Kerbe ist wohl dafür gedacht, dass man das Reis mit einem Finger während dem Schneiden fixieren kann? Damit bekommt man vermutlich recht leicht einen konstanten Schnittwinkel.
Ich muss mir so etwas einmal machen und ausprobieren.

Wobei ich inzwischen das freihändige Zuschneiden auch zu schätzen weiß. Man ist etwas flexibler, vor allem bei unterschiedlicher Dicke von Edelreis und Unterlage kann man mit dem Schnittwinkel das ein wenig ausgleichen, so dass beide Schnitte gleich lang werden. 
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: partisanengärtner am 08. November 2015, 00:08:45
Das ist die Daumenmulde für genau den Zweck.
Ich mach das auch weiter freihand aber für den Anfänger oder große Stückzahlen ist sowas schon toll.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Sternrenette am 08. November 2015, 11:15:35
Veredelungsleitfaden Veitshöchheim

Veredelungskurse Arche Noah
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Hekerui am 06. Mai 2016, 21:23:08
Ein Update für meine erste Okulation, danke nochmal für die Ratschläge:
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Bergischer Apfel am 02. Juni 2016, 17:11:43
Hallo,
wie sollte ich eigendlich die überschüssigen Triebe bei einer Veredelung wegschneiden? Oder reißen? Oder einfach nur einkürzen? Oder soll ich sie einfach beim nächsten Winterschnitt zurechtschneiden?

LG Thorben
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Sternrenette am 02. Juni 2016, 17:41:41
Ich hab sie abgeschnitten, da macht man am wenigsten kaputt. Heuer hab ich aber an den frischen Veredlungen noch nichts gemacht. Ich warte noch ein bisschen. Manche treiben jetzt erst aus.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Bergischer Apfel am 02. Juni 2016, 21:56:45
Hallo,
hier mal ein paar Bilder von grade, ein paar verschiedene Veredelungsarten, die ich so ausprobiert habe:

Jeweils 2 dünne Reiser an eine Unterlage angeplattet, bei der ersten hat nur eins gepackt, ich habe auch noch mehr dünne Reiser veredelt, einzeln:
(http://fs5.directupload.net/images/160602/7xqfcpas.jpg)
(http://fs5.directupload.net/images/160602/buyti4lh.jpg)

Altes Fruchtholz, von alten Bäumen, nur die ersten beiden sind 3 Jähriges von einem jüngerem Baum der allerdings 2014 fast nicht gewachsen ist/Wachstumsprobleme hatte, ich dachte er stirbt. Er treibt dieses Jahr aber extrem stark und hat auch super angesetzt. Die anderen Reiser sind von sehr alten Bäumen die ich gefunden habe, das letzte hat bestimmt schon 8 jahre auf dem Buckel, den Apfel habe ich schweren Herzens abgeknipst, es hat aber auch am längsten gebraucht, das vorletzte wollte auch nicht mehr nach dem blühen wachsen da habe ich alle Unterlagentriebe abgeknipst und schon wächst es (alle haben geblüht) :
(http://fs5.directupload.net/images/160602/ghj79v9t.jpg)
(http://fs5.directupload.net/images/160602/46f4zcmu.jpg)
(http://fs5.directupload.net/images/160602/j9qfzn57.jpg)
(http://fs5.directupload.net/images/160602/ofyqugpl.jpg)
(http://fs5.directupload.net/images/160602/znogoglj.jpg)

Spaltpfropfen, einmal auf dem Veredlungskurs gemahct, bei der fahrt ist das Reis dann in die Mitte gerutscht, wächst aber trotzdem gut, das zweite ist eine Variante die ich hier im Forum gesehen habe, weiß aber nicht woher, einseitiger Kopulationsschnitt und auf der anderen Seite die Spitze etwas angeschnitten, der Schnitt war aber wesentlich länger, die alte Rinde ist schon sehr nach oben gedrückt worden:
(http://fs5.directupload.net/images/160602/kp4wips8.jpg)
(http://fs5.directupload.net/images/160602/u87d8vyb.jpg)
(http://fs5.directupload.net/images/160602/v49y7t65.jpg)

Und noch die Veredelung mit dem dicksten Reis, der Ast ist von einem geretteten Baum aus Leer, Mitte April geschnitten und veredelt, war aber nicht ganz so leicht so ein dickes Reis zuzuschneiden:
(http://fs5.directupload.net/images/160602/ohuggccb.jpg)

LG Thorben
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Sternrenette am 02. Juni 2016, 22:08:15
Hey super  :D

Spaltpfropfen, bei 2 Bäumchen probiert, hat überhaupt gar nicht geklappt. Ich lasse das aber noch, da manche Veredlungen erst vor wenigen Tagen Lebenszeichen haben erkennen lassen.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Wild Obst am 03. Juni 2016, 09:06:14
Sehen recht gut aus, deine Veredlungen. Und das es auch, zumindest beim Apfel, mit Fruchtholz so gut klappt, hätte ich nicht gedacht und habe ich deshalb auch noch nie ausprobiert.

Ich werde es mir merken, für den Fall, dass ich einmal einen Baum "retten" muss.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Hessenapfel am 23. Juni 2016, 22:19:59
Mal eine Frage in die Runde.
Wie sind Eure diesjährigen Kopulationsveredelungen ?
Ich habe rd. 7-8 Birnen und ebenso viele Äpfel Kopulations-veredelt. Edelreiser waren super gut, ebenso auch die Unterlagen.
Nun wachsen die Veredelungen kaum an, allesamt.
Es scheint zwar geklappt zu haben, denn grüne Spitzen treiben alle, aber es setzt seit 4-6 Wochen kein Längenwachstum ein, quaso kompletter Stillstand nach Austrieb.
Die Veredelungen standen getopft draussen, haben demnach sehr viel Regen bekommen.
Woran könnte das so gut wie ausbleibende Wachstum liegen - zu viel Wasser ?
Wie sind Eure Erfahrungen in diesem Jahr?

Zudem gehen mir einige Veredelungen (3-4 von 30) aus dem Vorjahr aktuell ein (auch Kopulation). Ich finde dies sehr erstaunlich, denn die Stelle an der die Verwachsung im Vorjahr stattfand ist plötzlich trocken und das ehemalige Edelreis bricht quasi dort vertrocknet von der Unterlage ab, obwohl im letzten Jahr rund 40 cm Längenwachstum des Edelreises stattfand.
Kann mir hierzu jemand Infos geben, denn ich finde es sehr verwunderlich, dass die Veredelungen die vor wenigen Wochen noch vital waren an der vorjährigen Veredelungsstelle plötzlich vertrocknen.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: dmks am 23. Juni 2016, 22:35:49
Für das erste Problem: fehlendes Wachstum: Jetzt eine zusätzliche Düngergabe, Stickstoffbetont und Wasser! Höchste Zeit. Die treiben dann jetzt nochmal richtig durch (Johannistrieb)

Zweites.... Schwieriger, weil Ferndiagnose. Ein häufig auftretendes Problem mit diesem Verlauf sind Infektionen der Veredlungsstelle - durch nicht regelmäßig desinfiziertes Werkzeug oder Berührung der Schnittflächen mit den Fingern.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Monti am 09. Juli 2016, 18:28:42
Ich habe dieses Jahr einen Haufen Sämlinge von Zwetschgen usw. auch von Äpfeln.
Um möglichst schnell zu sehen, was bei raus kommt, ist mir der Gedanke gekommen, von den Sämlingen ein Auge auf eine Unterlage bzw. einen anderen Baum zu veredeln. Die Sämlinge sind natürlich noch etwas dünn. Hat das schon mal jemand probiert? Oder sind die aussichten auf Erfolg eher gering? Zumal man gefahr läuft, dass der restliche Sämling auch eingeht, wenn ich ihm ein Auge raus schneide...
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: invicta am 09. Juli 2016, 20:01:39
Mich würde das auch interessieren ob
Ich habe dieses Jahr einen Haufen Sämlinge von Zwetschgen usw. auch von Äpfeln.
Um möglichst schnell zu sehen, was bei raus kommt, ist mir der Gedanke gekommen, von den Sämlingen ein Auge auf eine Unterlage bzw. einen anderen Baum zu veredeln. Die Sämlinge sind natürlich noch etwas dünn. Hat das schon mal jemand probiert? Oder sind die aussichten auf Erfolg eher gering? Zumal man gefahr läuft, dass der restliche Sämling auch eingeht, wenn ich ihm ein Auge raus schneide...

Das würde mich auch interessieren habe einen Apfel, einen Pfirsich und eine Kirsche, den Pfirsich werde ich so bald die Augen ausgereift sind mal testen der ist aber schon größer (2 Jahre). Die anderen Versuche ich mangels Unterlage mit Anplatten im Winter, wenn niemand eine bessere Ide hat.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Bergischer Apfel am 09. Juli 2016, 23:44:23
Hallo,
ich denke wenn du noch was vom Sämling übrig lässt wird er wohl nicht eingehen. Ich wollte mir im Winter M9 bestellen und kopulieren aber okulieren, warum nicht:).

LG Thorben
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Monti am 12. Juli 2016, 22:31:09
Also haupsache es bleibt noch ein Auge am Sämling übrig? Dann werd ich das mal testen, denke ich. Danke!
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: b-hoernchen am 15. Juli 2016, 12:56:10
Es scheint zwar geklappt zu haben, denn grüne Spitzen treiben alle, aber es setzt seit 4-6 Wochen kein Längenwachstum ein, quaso kompletter Stillstand nach Austrieb.
Die Veredelungen standen getopft draussen, haben demnach sehr viel Regen bekommen.
Woran könnte das so gut wie ausbleibende Wachstum liegen - zu viel Wasser ?
Wie sind Eure Erfahrungen in diesem Jahr?

Zudem gehen mir einige Veredelungen (3-4 von 30) aus dem Vorjahr aktuell ein (auch Kopulation). Ich finde dies sehr erstaunlich, denn die Stelle an der die Verwachsung im Vorjahr stattfand ist plötzlich trocken und das ehemalige Edelreis bricht quasi dort vertrocknet von der Unterlage ab, obwohl im letzten Jahr rund 40 cm Längenwachstum des Edelreises stattfand.

Wenn die draussen stehen, spült der Regen die Nährstoffe aus und die Pflanzen wachsen nicht mehr. Schwierig im Topf die Balance mit der Düngung zu halten - geht am ehesten mit Langzeitdünger (Osmocote). Dehalb pflanze ich so bald wie möglich raus in den Garten in lockeren, umgegrabenen und leicht vorgedüngten Gartenboden.

Wenn die Veredlungen absterben, kann's an den Wurzeln liegen. Grab' mal die Pflanzen aus und schau nach. Bodenschädlinge? Oder stehen die auch noch im Topf? Dann kann über Winter die Wurzel erfroren sein.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: celosia am 23. Juli 2016, 12:20:03
Es gehört hier vermutlich nicht rein, aber weiß hier jemand, wie ich Mispeln dazu bringe, Früchte zu treiben? Ich habe einmal gehört, dass man sie veredeln muss, sonst wird das nichts, aber ich bin mir nicht sicher.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Wild Obst am 23. Juli 2016, 19:04:19
Ich nehme an, dass du die leicht aus Samen zu vermehrende, im Laden teilweise auch falsch als "Mispeln" verkaufte japanischen Wollmispeln meinst. Die überleben in Mitteleuropa maximal und da sie im Herbst blühen und recht frostempfindlich sind, werden die bei uns kaum Früchte ansetzen. Die Wollmispel ist +- immergrün und die Blätter sind sehr stark behaart und sehr groß, ca 15-30 cm lang. Außerdem sind die Blätter recht fest bzw steif.

Wenn du die "richtige Mispel", Mespilus germanica, meinst, dann musst du einfach 5-10 Jahre warten, dann blüht und fruchtet die sicherlich und reichlich. Die Blätter der richtigen Mispel sind deutlich kleiner, vielleicht bis 20 cm Länge, weicher und nur leicht behaart.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: celosia am 26. Juli 2016, 21:15:56
Vielen Dank für die Antwort! Nein, wir haben vor Jahren in der Türkei einmal diese leckeren Mispeln gegessen, die Kerne daheim eingesetzt und es wurden tatsächlich so etwas wie kleine Bäume daraus. Einer hat bis jetzt überlebt. Leider trug das Bäumchen noch nie Früchte, daher meine Frage. Aber dann muss ich mich wohl einfach noch gedulden. Danke! :)
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: floXIII am 19. Dezember 2016, 17:35:16
Ne kurze Frage:

Ich habe im Freien (Nordseite) einen schönen Lagerplatz für die Äpfel, da der Ort gut isoliert ist, schwanken die Temperaturen auch nicht sonderlich.
Ums kurz zu fassen: Kann ich die Edelreiser gemeinsam mit Äpfel lagern? Oder fördert das Ethylen der Äpfel möglicherweise einen vorzeitigen Austrieb der Edelreiser?
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Wild Obst am 19. Dezember 2016, 18:21:54
Ich habe in Erinnerung, irgendwo gelesen zu haben, das man Obst/Äpfel und Reiser nicht zusammen lagern sollte. Ich finde die Quelle gerade nicht mehr, aber ich meine gelesen zu haben, dass das Ethylen der Äpfel zu einem früheren Austrieb bzw zu allgemein erhöhter Aktivität und damit schnellerer Alterung der Reiser führt.

Aber, luftdicht in einer Tüte verpackt, sollte das den Reisern egal sein, egal wie viel die Äpfel darum herum an Ethylen ausgasen.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: thuja thujon am 19. Dezember 2016, 22:18:37
Ethylen diffundiert durch eine Plastiktüte innerhalb kürzester Zeit durch.
Etwas länger braucht CO2 durch Plastikgetränkeflaschen, aber im Sommer macht man deshalb ab und an auch mal eine etwas fahle Flasche auf, wenn sie schon länger rumgestanden hat.

Wären Zigarrenhülsen aus Blech eine Option? Ansonsten eher Kühlschrank.

Zuschmieren mit Wundverschluss am offenen Ende der Reiser kurz nach dem schneiden nicht vergessen.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 19. Dezember 2016, 23:55:22
Abgesehen davon, dass der Gasaustausch sehr sehr gering ist und es somit keinen Grund gibt keine Tüte zu nehmen, muss man bedenken, dass das CO2 aus einer PET-Flasche heraus getrieben wird, weil in der Flasche ein Überdruck herrscht. Das größere Problem wäre die Tütenöffnung. :o Wenn dir dennoch das Material wichtiger erscheint als die Tütenöffnung, dann rate ich dir mehrere Tüten zugleich zu nehmen (Zwei Tüten -> noch kleinerer Gasaustausch). Viel hilft viel. ;)

Eine Kunststoff-Dose wäre auch eine Alternative bzw eine Ergenzung. Das alles führt aber zu Schwirigkeiten bei der Kontrolle der Reiser in Bezug auf Schimmel.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: floXIII am 20. Dezember 2016, 07:58:17
Danke für die Antworten.

Die ersten Reiser hab ich ja erst gestern dort verstaut (sind in Zeitungspapier eingewickelt und in einem Gefrierbeutel verpackt). Ich such dann mal einen anderen Ort für die Reiser. Oder ich nehm die Äpfel raus, mal schauen  ;D
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: thuja thujon am 20. Dezember 2016, 08:23:17
Auch wenn der Gasaustausch sehr gering ist, Ethylen brauchts nicht viel. Ethylen löst sich leider gut im Plastik, so wie der Plastikmüll im Meer auch die unpolaren und fetten Schadstoffe aus dem Wasser rauszieht.

Alufolie nimmt man oft um etwas gasdicht einzupacken, einfach gut falten an den Ecken. Als Feuchtigkeitspuffer vielleicht in Zeitungspapier eingewickelt lassen.

Ansonsten wachsen die Reiser bestimmt auch ohne Speziallager an, ich würde den Effekt nicht überbewerten, die müssen ja nicht bis April liegen.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 20. Dezember 2016, 15:10:24
Ja, man braucht nicht viel Ethylen um einen hormonellen Effekt zu erreichen. Ja, manche Kunststoffe können Ethylen adsorbieren und dies wäre bei unserer Diskussion ein Vorteil, da die Stoffe gebunden wären. PE-Kunstoffe (Polyethylen) wären ein großer Fehler, da das Monomer (Baustein des Kunststoffes; Aus Monomeren werden Polymere) Ethylen ist. Da eine chemische Reaktion real stöchiometrisch nie aufgeht (vor allem bei Low-tec-Produkten), Kann dieser Kunststoff Ethylen imitieren. Dies wäre für uns das schlimmste was passieren kann.

Äpfel produzieren wenig Ethylen in ein (halb)-offenes System. Die hierdurch geringe Konzentration im Kühlschrank schwankt, da der Schrank auch geöffnet wird und nie zu 100 % Luftdicht ist.

Der Gasaustausch der Kunststoffe ist, wie schon gesagt, sehr gering. Und dieser Austausch ist im Kühlschrank noch geringer, als ob der Kunstzoff in reinem Ethylen-milieu wäre. Durch doppelte oder mehrere Kunststoffschichten wird dieser Effekt weiter verringert. Aber dennoch halte ich die Tütenöffnung für das weit aus größere Problem.

Von Metallschachteln oder Folien halte ich gar nichts. Die Metallschicht hält Gase sehr gut ab, das stimmt aber die Metallöffnungen sind sehr sehr schwer luftdicht ab zu schließen. wer einmal einen Siphon ausgetauscht hat, wird wissen wovon ich rede. ;D
Solche Metallöffnungen sind nur mit Lot oder Schweißnaht abzudichten. Wachs wäre auch eine Alternative. Wer von euch mal versucht hat eine Metallnaht wasserdicht zu machen, wird wissen dass das nicht so einfach ist.

Also unterm Strich kann ich nur Raten, dass man die Kirche im Dorf lassen sollte.
Kunststofffolien sind ausreichend, vor allem im Hobbybereich. Da gibt es bei der Veredelung selbst mehr Schwierigkeiten, als wir sie hier uns herbei reden.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Wild Obst am 20. Dezember 2016, 15:54:41
Ethylen diffundiert durch eine Plastiktüte innerhalb kürzester Zeit durch.

Dazu habe ich keine Erfahrung. Allerdings sollte die Konzentration an Ethylen, das durch die Tüte diffundieren kann, sehr gering sein, wenn das ganze Apfellager etwas belüftet ist. Deswegen sehe ich da trotzdem eher keine Probleme.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 20. Dezember 2016, 16:51:13
Richtig, Kunststoffe sind Wasserdicht und das Wassermolekül ist klein (Ist nur die halbe Wahrheit -> Polarität). Wieso soll das nicht für den Hobbygebrauch reichen? Hier wird Halbwissen unnötig aufgeblasen. Wie die berühmte Mücke ;D
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: thuja thujon am 20. Dezember 2016, 18:44:06
Mir gehts nicht um Halbwissen aufblasen. Die Durchlässigkeit von Kunststoffen wird nur unterschätzt. Man meint es wäre dicht gegen alles, ist es aber nicht. Deswegen auch die Mineralölrückstände in plastikverpackten Lebensmitteln in Kartonverkaufshülle (Reis, Cornflakes usw). Ethylen ist im Prinzip nichts anderes als die langkettigeren Mineralöle. Als Chemielaborant bekommt man solche Themen ja öfters mal mit, gerade wenn einem die Kunststofforschung nicht ganz neu ist und man quasi im Bau gegenüber hockt.
Hier im Link mal eine grobe Info zu Durchlässigkeiten von Lebensmittelverpackungen.
http://wiki.polymerservice-merseburg.de/index.php/Barriere-Kunststoffe

Zu Ethylen und PE lässt sich natürlich nichts verlinkbares finden, weil sich keiner für Ethylen interessiert. PE ist ähnlich durchlässig für Ethylen wie Silikon für CO2. Das desodorieren, also Monomer entfernen, sollte bei PE ganz gut klappen, ich glaube nicht, das relevante Mengen im Kunststoff verbleiben.

Aber ich bin ganz bei euch, man sollte das Problem nicht unnötig aufblasen oder es zu einem machen, wo eigentlich garkeins ist. Männer finden für jede Lösung ein Problem, schon klar...
Ich sage nur, die empfohlene Plastiktüte ist kein Schutz. Wenn was für den Kopf und das Gewissen gemacht werden soll, dann eben in Alufolie einwickeln oder viel einfacher, in ein großes  Einmachglas stecken.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 20. Dezember 2016, 20:56:45
Als studierter Chemiker muss ich dir wieder widersprechen. ;D

1. Ethylen (gasförmig) ist das kleinste Alken und somit gar nicht vergleichbar mit längerkettigen Mineralölen (Mischung aus sehr unterschiedlichen Stoffen)

2. Die Verunreinigungen der Lebensmittel beruht auf das wiederverwendete Altpapier (Farben, Lacke usw), aus denen die Schachteln bestehen. D.h. Reis im Karton ist höher belastet als  in Kunststoff. Schlage dazu die entsprechenden Tests von Öko-Test und Stiftung Warentest nach.

3. Dein Bericht befasst sich mit Kunststoffen und deren Sauersstoff- und Wasserdiffusionseigenschaft. Dort wird nichts von Ethylen direkt gesprochen. Es wird berichtet, dass Polyethylenvinylalkohol die beste Dichtigkeit besitzt und dass die Eigennschaften der EVOHs mit dem, in der Matrix sitzenden Ethylen, sich verändert. Der Bericht zeigt also auf dass Kunststofffolien  nicht zu 100% dicht sind (in Bezug auf Wasser und Sauerstoff). Das hat hier auch keiner Behauptet. Eine Dicke des Materials spielt sicher auch eine Rolle.

4. Der Bericht befasst sich, wie schon gesagt, auf die Dichtigkeit von Kurstofffolien auf Sauerstoff und Wasser, unter dem Gesichtspunkt, dass Sauerstoff und Wasser in einer größeren Konzentration vorliegt. Ein,zwei oder drei Äpfel können keine größere Konzentration von Ethylen in einem Kühlschrank produzieren. Somit sinkt der Entropische Druck für eine Diffusion. Eine mit CO2 befüllte PET-Flasche muss also einen anderen entropischen Druck aushalten, als eine PET-Flasche, in der nur ca. 3% CO2 ist. Du vergleicht hier zwei ganz unterschiedliche Situationen.


Zu Ethylen und PE lässt sich natürlich nichts verlinkbares finden, weil sich keiner für Ethylen interessiert. PE ist ähnlich durchlässig für Ethylen wie Silikon für CO2. Das desodorieren, also Monomer entfernen, sollte bei PE ganz gut klappen, ich glaube nicht, das relevante Mengen im Kunststoff verbleiben.
 

Nur weil PE aus Ethylen aufgebaut ist, kann man nicht daraus schließen, dass es für das Monomer durchlässig ist. Da wäre ich vorsichtiger. Für die Industrie ist es nicht wichtig wie viel Monomere im PE verbleiben, da das Monomer keinen Einfluss auf das Polymer ausübt. Es ist nur eine Kostenfrage. Monomere, auch solche die noch als Weichmacher im Polymer verbleiben, werden immer heraus emittiert.

http://ecobine.de/glossar/de/baustoffe/Polyethylen.pdf

Als Laborant sollte dir doch klar sein, dass keine Reaktion zu 100% stöchiometrisch abläuft. Die Ausgangsstoffe können
z.B. nicht stöchiometrisch vorhanden sein. Mit einer Fortlaufenden Reaktion sinkt die Konzentration der Ausgangsstoffe und somit die Reaktivität der gleichen. Das führt zwangsläufig zu Restbeständen der Ausgangsstoffen. Oder hast du mal einen Versuch gemacht, wo du 100% ausbeute hattest? Ich noch nicht. ;D

Man verwendet doch auch die Kunstoffe je nach Eigenschaften. Labortische sind mit Teflon überzogen und nicht mit HDPE. Wenn sie so undicht wären, fände man sie weniger im Labor.

Puste doch mal eine Tüte auf und verschließe das Ende der Tüte. Überziehe den Knoten mit Wachs. Du wirst lange Freude an dem Ding haben.

Oder verschweiße ein Kilo Äpfel dicht in eine Tüte und lege verschiedeness Obst und Gemüse auf diesen Sack. Dazu kannst du noch eine Vergleichgruppe erstellen. Ich denke nicht, dass du einen Unterschied erkennen wirst.

Alufolie kannst du nicht Luftdicht verschließen. Dann kannst du die Edelreiser auch nur so in den Kühlschrank legen.

Ich verbleibe mit netten Grüßen
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: thuja thujon am 20. Dezember 2016, 21:20:20
Punkt 1 gebe ich dir recht, Punkt 2 ist klar, danke für die Ergänzung. Ich behauptete nicht, es käme vom PE.

Punkt 3 die mehrlagigen Folien von zB Fleischverpackungen sind auch nur unwesentlich dünner als ein PE-Gefrierbeutel. Wir reden nicht von Eimern.

Monomere: KW zu KW ist halt ziemlich ähnlich, da ist kein Ester, Amid oder sonstwas polares bzw nix Fluor etc. Ähnlches löst sich in ähnlichem.
Vom Isotopenlabor kenne ich noch die Aussage, Teflonteile (Küken usw) bekommt man nie wieder saubergemessen, gehen nach Benutzung ins Endlager.
Also ein bisschen Extraktion Fest-flüssig oder gasförmig ist immer da, egal wie unwahrscheinlich. Diuron und andere Backstein-PSM wirken auch, obwohl sie so gut wie unlöslich in Wasser sind. In den Mengen, bei denen auch Hormone eine Rolle spielen (nM), sieht die Welt halt doch oft etwas anders als gewohnt aus.

Der Punkt mit dem Kühlschrank ist aber gut. Bis jetzt dachte ich, Flo hat einen Raum im Norden irgendwo, wo er Äpfel lagert und dort die Reiser dazupacken will. Meine Gartenlaube müffelt aktuell sehr nach reifen Äpfeln, Fenster ist geschlossen. Von so einer Situation bin ich ausgegangen.

Wenn die Reiser in den Kühlschrank mit Äpfeln sollen, ist die Frage/Antwort belanglos.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: cydorian am 20. Dezember 2016, 22:11:13
Ergebnisse und praktische Wirkung sind relevant. Probierts doch einfach aus. Ein paar Reiser bei Äpfeln lagern, Andere ohne. Berichte werden hier erwartet :-)
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: thuja thujon am 20. Dezember 2016, 22:23:37
3 Wochen in der Gaskammer (kleine Gartenlaube mit ca. 10kg Äpfeln) in Gefrierbeuteln gelagert, Anwachsergebnissse waren nicht sonderlich anders als in anderen Jahren. Manche besser und manche schlechter. Waren nie die gleichen Sorten und Schnittzeitpunkte und Pfropftermine, die Kontrolle fehlte sowieso, deswegen keinerlei Vergleiche möglich. Ein Jahr drauf mit einem völlig anderen Frühjahr war das Resultat der 2-3 wöchigen Lagerung genau das selbe.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 20. Dezember 2016, 22:24:00
Messinstrumente sind heute feiner als Hormone wirken können. Dass Kunststoffteile weggeschmissen werden, da sie Verunreinigt sind, liegt auch daran, dass die Messinstrumente das Messen können und somit das Ergebnis beeinflussen kann. Das brauchen aber keine biologisch relevanten Mengen zu sein. wie du es schon gesagt hast.

Zu Punkt 3: nehme einfach drei statt einer Tüte und der Effekt ist bei weitem kaum messbar. Wieso eine Rakete erfinden, wenn ich mit Fahrrad zum Aldi komme?

Das mit dem Kühlschrank gehe ich von aus. Ein Apfel Lager wäre komplexer. Aber Das halte ich immer noch nicht für ein Totschlag-argument. Äpfel werden gekühlt in eine CO2 Milieu gelagert.(? kann auch ein anderes Gas sein).
Das verringert die interzelluläre Aktivität und somit die Ethylen-produktion.

Dann schmeißt man das ganze Zeug zusätzlich in einen verschließbaren Eimer und alles ist OK.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 20. Dezember 2016, 22:25:43
Ergebnisse und praktische Wirkung sind relevant. Probierts doch einfach aus. Ein paar Reiser bei Äpfeln lagern, Andere ohne. Berichte werden hier erwartet :-)
Wir diskutieren ob Kunststoff Ethylen abdichtet. Das es schlecht wirkt wussten wir und haben es geglaubt
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: thuja thujon am 20. Dezember 2016, 22:27:23
Und persönliche Erfahrungen sind nun mal keine Ergebnisse von Versuchen, sondern Glaube.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 20. Dezember 2016, 22:28:08
eine Probe ist keine probe ;D
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: cydorian am 20. Dezember 2016, 22:33:27
Man kann auch Details der Kernfusionsprozesse in der Sonne diskutieren. Mit Sicherheit interessant. Relevant bleibt in einem Obstforum trotzdem Besonnung, Wärmebedürfnis von Obstpflanzen, Sonnenbrandprobleme an Obst etc. :-)

Zitat
Anwachsergebnissse waren nicht sonderlich anders als in anderen Jahren.

Die Tatsache, dass etwas angewachsen ist trotz Lagerung bei ethylenproduzierendem Obst ist auch schon ein kleines Ergebnis. Es kann also durchaus klappen. Um über eine Mauer zu kommen, reicht eine einzige Leiter...
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: thuja thujon am 20. Dezember 2016, 22:37:39
Und manchmal guckt man dann trotzdem in die Röhre:

(http://up.picr.de/27775525cd.jpg)

Ich möchte nix für gut heissen, was hinterher Probleme machen kann.
Lieber einmal zuviel drüber gesprochen. Entmutigen lassen muss sich deswegen keiner.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 20. Dezember 2016, 22:50:13
Wie schon gesagt, eine Messung ist keine Messung. Dein Ergebnis ist kein Wissenschaftlicher Beweis. Allemal ein Indiz auf ein Theorem ;D

Man kann auch Details der Kernfusionsprozesse in der Sonne diskutieren. Mit Sicherheit interessant. Relevant bleibt in einem Obstforum trotzdem Besonnung, Wärmebedürfnis von Obstpflanzen, Sonnenbrandprobleme an Obst etc. :-)

Unsere Diskussion blieb bei dem Thema Pflanzen. Pflanzen pflanzt man auch in Tontöpfen. Ist dann eine Diskussion über Ton nicht gerechtfertigt?

Wird das Loch unterhalb der Veredelung nicht problematisch werden?
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: thuja thujon am 20. Dezember 2016, 23:12:27
Das mit dem Loch wird sich noch rausstellen.
Vorerst lebt der Trieb noch und kann bei Gelegenheit auf eine vernünftige Unterlage statt Zwischenparkbaum gepfropft werden.

Ich denke, ich werde das Loch noch eine Weile beobachten. Ich stells mir nicht wirklich kritisch vor. Solche Wunden sind weniger schlimm als einen Seitenast abzuschneiden.
Risswunden verheilen deutlich besser und der Saftfluss im restlichen Holz wird weniger gestört. Bei Steinobst bedeutet dieser Umstand weniger Gummifluss, Apfel ist diesbezüglich zum Glück deutlich weniger empfindlich.

Bei der Situation auf dem Foto sehe ich das Hauptproblem, dass die Verbindungsfläche von Unterlage zu Reis zu klein ist. Damit ist sie bruchgefährdet und kann vom Wuchs nicht voll ausgeschöpft werden.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 21. Dezember 2016, 00:09:58
Das musst du sauber halten. Da gehen gern Kellerasseln usw rein und dann kann es zum Problem werden. Die Windfestigkeit wird auch nicht die beste sein. Ich würde den Ast später fixieren.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: thuja thujon am 21. Dezember 2016, 08:17:37
Ich vermute, dass das Loch in 2 Jahren zu ist. Ist ja nicht groß. Wenn Kellerasseln oder Waldschaben reinknötteln sollten, dann finde ich das nicht weiter schlimm.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: floXIII am 21. Dezember 2016, 09:15:21
Da hab ich ja ne schöne Diskussion angestoßen.  ;D
Finde sie aber durchaus zum Thread-Thema passend. Die Lagerung der Reiser gehört ja auch zum Veredelungsprozess irgendwie dazu.

Da es kurz erwähnt wurde, bei mir ging es wirklich um ein geschlossenen "Lager". Und man kann die reifen Äpfel sehr gut richen, deshalb auch die Nachfrag hier im Forum.
Zur Sicherheit hab ich die Reiser jetzt einfach woanders gelagert und damit wäre das Problem, sofern es eins ist/wäre, auch erledigt.

Aber nochmals danke für die ganzen Antworten, ich finds durchaus sehr informativ und interessant  :)
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 21. Dezember 2016, 14:44:39
Hier zu Lagerung und Co.

https://www.youtube.com/watch?v=DB8C_vbECkk

Ja es nicht schlimm wenn eine Kellerassel ihre Notdurft macht, aber sowas kann zu Fäulnis führen. Das meinte ich.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: floXIII am 21. Dezember 2016, 19:45:39
Hier zu Lagerung und Co.

https://www.youtube.com/watch?v=DB8C_vbECkk
Danke, dieses Video kenne ich bereits. Werde dieses Jahr die Reiser wie im Video beschrieben lagern, mal sehen wies damit klappt (abgesehen vom Kühlschrank).
Wobei ich die Reiser letztes Jahr ganz anders in sehr feuchtem Sand und mit Küchenpapier umwickelt gelagert hatte. Da sind mir auch alle Reiser angewachsen. Mit dem Sand ists halt etwas umständlicher, deshalb versuche ich es dieses mal wie im Video beschrieben (in trockenes Zeitungspapier gewickelt und in einem Gefrierbeutel eingewickelt).

Bei der Lagerung gibts wahrscheinlich auch viele Wege die nach Rom führen  ;)
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Monti am 21. Dezember 2016, 21:10:20
Ich hatte dieses Jahr mal Kischreiser im Obst- und Kartoffelkeller vergessen. Irgendwann im Frühsommer war ihnen die warterei dann wohl doch zu dumm und haben langsam ausgetrieben. Aufgepfropfte Reiser sind gut angewachsen. Ebenso vom Apfel. Allerdings Lagerten auch nicht gar so viele Äpfel im Keller.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 21. Dezember 2016, 21:50:12
ImVideo wurde das erklärt. Kirsche hat eine Uhr. Sie treibt immer irgendwann aus. Selbst in der Gefriertruhe.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: floXIII am 24. Dezember 2016, 14:55:22
Schneidet ihr eure Edelreiser eigentlich nach dem Mondkalender?
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Sternrenette am 24. Dezember 2016, 15:25:48
Möglicherweise. Ich muß mal die Mondphasen vom vorigen Winter checken.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 24. Dezember 2016, 15:40:12
Für Steinobst bleibt nicht mehr viel Zeit. Da ist wohl das Wetter wichtiger.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: dmks am 24. Dezember 2016, 17:48:57
Schneidet ihr eure Edelreiser eigentlich nach dem Mondkalender?

Nein, und ich habe weder abhängig vom Reiserschnittdatum oder Veredlungstag jemals irgendwelche Unterschiede im Anwuchsergebnis festgestellt.
Das betrifft ein paar Tausend Veredlungen im Winter - und in früheren Jahren ca. 40.000 Okulate im Sommer. Jeweils über einen Zeitraum von etwa zwei Monaten.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: thuja thujon am 24. Dezember 2016, 18:56:50
Wenn die Okulierungen alle soweit angewachsen sind, im Herbst nochmals verpflanzt wurden, danach die Blätter langsam einziehen konnten, wann ist der beste Zeitpunkt zum abwerfen?
In der Winterruhe, beim Saft steigen, beim Knospenschwellen, Beginn Austrieb?

Ist das noch richtig, Zapfen stehen lassen, ein Auge über der Okulierungsstelle und kurz unter dem darauf folgenden Auge den Schnitt ansetzen? Über der Okulierung ringeln oder nicht? Kurz wachsen lassen, dann anbinden, wenn der Trieb stabil genug ist Zapfen abwerfen?
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: floXIII am 25. Dezember 2016, 08:44:27
Nein, und ich habe weder abhängig vom Reiserschnittdatum oder Veredlungstag jemals irgendwelche Unterschiede im Anwuchsergebnis festgestellt.
Das betrifft ein paar Tausend Veredlungen im Winter - und in früheren Jahren ca. 40.000 Okulate im Sommer. Jeweils über einen Zeitraum von etwa zwei Monaten.

Im Grunde glaub ich auch nicht sorecht daran, aber ab und zu hält man sich halt doch dran  ;D
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: dmks am 25. Dezember 2016, 10:48:40
Wenn die Okulierungen alle soweit angewachsen sind, im Herbst nochmals verpflanzt wurden, danach die Blätter langsam einziehen konnten, wann ist der beste Zeitpunkt zum abwerfen?
In der Winterruhe, beim Saft steigen, beim Knospenschwellen, Beginn Austrieb?

Ist das noch richtig, Zapfen stehen lassen, ein Auge über der Okulierungsstelle und kurz unter dem darauf folgenden Auge den Schnitt ansetzen? Über der Okulierung ringeln oder nicht? Kurz wachsen lassen, dann anbinden, wenn der Trieb stabil genug ist Zapfen abwerfen?

Ich werfe im Feb/März direkt über dem T-Schnitt. Treibt dann im April aus.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: dmks am 25. Dezember 2016, 10:52:11
und wächst...Mai:
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: dmks am 25. Dezember 2016, 11:06:02
..September :)
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: invicta am 27. Dezember 2016, 19:32:54
Ich versuche mich 2017 das erste mal an Pfirsich und Kirsche und habe schon echt bammel das mir die Reiser austreiben. Vorallem da ich noch garnicht nachgemessen habe wie alt es dort wirklich ist. Jezt habe ich mir überlegt, ich könnte doch nächste Woche oder so bereits veredeln. Zwei Standorte mit hoher Luftfeuchtigkeit und 5-10°C bzw. 10-15°C + Fenster hätte ich. Würden die nicht anwachsen hätte ich im März wenn die restlichen im Lager nicht austreiben doch nochmal die Möglichkeit.

Oder ist es einfach viel zu früh weil die ünterlage durch die kurze Winterruhe Probeme bekommt?
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Sternrenette am 27. Dezember 2016, 19:36:09
Einfach machen ;)
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: dmks am 27. Dezember 2016, 19:54:44
Ab Weihnachten (Sonnenwende am 21. ist der Knackpunkt) geht alles.
Ich würde aber möglichst kalt (frostfrei) stellen, da sonst bei zu zeitigem Austriebdie Gefahr des Vergeilens bis zum Auspflanzen/Ausstellen besteht.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: invicta am 28. Dezember 2016, 14:01:24
Na dann werde ich dies mal versuchen.

Sollte ich die Unterlagen vorher eventuell ins warme Haus holen damit die vorher schon in Saft kommen?
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Sternrenette am 28. Dezember 2016, 14:03:21
Nein, das würde ich nicht tun. Der Winter ist noch lang...
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: invicta am 28. Dezember 2016, 15:03:50
Soll ich die in dem Fall irgend wie vorm ausdrocknen schützen eventull gleich mit so einem Wundverschlussmittel oder soll ich mir ein Rebwachs besorgen?
Vielleicht reicht ja auch Frischhaltefolie?
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Sternrenette am 28. Dezember 2016, 15:10:57
Unterlage oder Reiser? Beides wird beim Veredeln frisch angeschnitten.

Du brauchst spezielles Veredelungswachs!
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: flobob am 28. Dezember 2016, 15:22:23
Soll ich die in dem Fall irgend wie vorm ausdrocknen schützen eventull gleich mit so einem Wundverschlussmittel oder soll ich mir ein Rebwachs besorgen?
Vielleicht reicht ja auch Frischhaltefolie?

ich benutzte eine spezielle dehnbare folie und danach binde ich die teile fest mit einem plastikband zusammen.
Die spitze kommt in wachs
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: invicta am 28. Dezember 2016, 16:44:05
Das Reis ohne Veredlungsstelle, also die Rinde und die 3 Augen.

Bei Pfirsich sollen die ja so schnell vertrocknen.

Bei Kernobst und bei Pflaumen versorge ich nur den Oberenteil bei der Veredlungsstelle nehme ich Malerkreppoder so Gummibänder, extra versorgen tue ich die Veredlungsstelle nimmer.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: b-hoernchen am 28. Dezember 2016, 19:46:09
Sollte ich die Unterlagen vorher eventuell ins warme Haus holen damit die vorher schon in Saft kommen?

So hat es bei mir mit der Pfirsichveredleung geklappt, nachdem ich vorher nur Misserfolge hatte.
Ich habe die Brompton-Unterlage getopft (10 l Container) in einem relativ kühlen (ca. 10 - 18°C) Raum vorgetrieben und dann ganz normal mit einem Edelreis kopuliert.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Sternrenette am 28. Dezember 2016, 19:48:53
Selbstverständlich wird die Veredelungsstelle abgedichtet, da darf niemals nicht Wasser eindringen!

Ich hätte im Frühjahr sofort veredeln sollen - also die Reiser nicht lagern. Der Erfolg wäre sicher besser gewesen.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: invicta am 28. Dezember 2016, 20:26:28
Sollte ich die Unterlagen vorher eventuell ins warme Haus holen damit die vorher schon in Saft kommen?

So hat es bei mir mit der Pfirsichveredleung geklappt, nachdem ich vorher nur Misserfolge hatte.
Ich habe die Brompton-Unterlage getopft (10 l Container) in einem relativ kühlen (ca. 10 - 18°C) Raum vorgetrieben und dann ganz normal mit einem Edelreis kopuliert.

Wie lange lässt du die vortreiben, bis die Knospen grün sind oder einfach ne Woche?
Und wann machst du das bzw. in welchem Monat?
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: floXIII am 29. Dezember 2016, 11:33:12
Kann man eigentlich Granatäpfel ganz normal mittels Kopulation veredeln? Wir haben bereits einen Baum am Haus stehen, die Früchte sind aber eher klein. Ein Bekannter hat dagegen eine sehr großfruchtige Sorte.
Könnte ich diese auf den bestehenden Baum dazuveredeln?  Hat damit schon jemand Erfahrungen gemacht?
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Wild Obst am 29. Dezember 2016, 13:25:38
Ich habe noch nie Granatäpfel veredelt, aber es soll gehen:
greffer.net

Ich habe Granatäpfel bisher nur aus Stecklingen und Steckhölzern gezogen. Das einzige Problem könnte sein, dass Granatäpfel eher buschig wachsen und die Unterlage immer wieder neue Triebe unterhalb der Veredlungsstelle machen könnte. Darauf müsste man aufpassen. Sonst sehe ich da keine größeren Probleme.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: floXIII am 29. Dezember 2016, 17:27:52
Ich werds einfach mal versuchen, dann sieht man ja obs geht oder vielleicht doch nicht  ;)
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: floXIII am 04. Januar 2017, 17:11:12
Mal ne andere Frage:
Was macht ihr im Jahr nach der Veredelung mit dem Neuaustrieb (bei mir betrifft es vor allem Veredelungen in schon mehrjährige Bäumen rein, Mehrsortenbäume)?
Schneidet ihr die Austriebe am Edelreis zurück? Nur bei langen Neutrieben oder auch wenn diese nur 5-10cm lang gewachsen sind?

Falls die Edelreiser bereits Blüten ansetzen, nehme ich mal an, werden keine Früchte geduldet, da durch das zusätzliche Gewicht die Veredelungsstelle brechen könnte?
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Wild Obst am 04. Januar 2017, 17:31:21
Mal ne andere Frage:
Was macht ihr im Jahr nach der Veredelung mit dem Neuaustrieb (bei mir betrifft es vor allem Veredelungen in schon mehrjährige Bäumen rein)?

Bei Umveredlungen von älteren Bäumen sollten die Reiser doch alle recht gut austreiben, weil die mehrjährige Unterlage viel Reserven und Wurzeln hat. Ich schneide die im folgenden Frühjahr durchaus zurück, vor allem wenn ich mehrere Reiser, z.B. beim Rindenpfropfen, eingesetzt habe. Tendenziell versuche ich da wegen der Mechanik das obere Reis zur Astverlängerung zu erziehen, die anderen Reiser kürze ich stark ein oder ich leite auf flache Triebe ab. In 2-4 (oder mehr, wann der Pfropfkopf +- überwallt ist), sollte man diese dann komplett wegschneiden oder maximal einen als Fruchtast lassen.

Früchte würde ich an 1jährigen Veredlungen nicht lassen und auch schwach ausgetriebene Veredlungen kann man gut zurückschneiden. Aber es wäre auf jeden Fall gut, herauszufinden warum die Veredlungen so wenig gewachsen sind.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: b-hoernchen am 04. Januar 2017, 17:41:21

"... Brompton Unterlage vortreiben..."
Wie lange lässt du die vortreiben, bis die Knospen grün sind oder einfach ne Woche?
Und wann machst du das bzw. in welchem Monat?
Nach einer Woche ist noch gar nix passiert. Jetzt ist es höchste Zeit die Unterlage zu topfen und ins Haus zu holen. Im Februar siehst du, wenn du Glück hast, die Knospen schwellen und kannst dann pfropfen, sonst im März.

Zum Reiserschneiden ist's bei Pfirsich jetzt aber höchst Zeit, wenn du das noch nicht gemacht hast! Du weißt doch - Steinobstreiser schneidet man am besten noch im Herbst/zu Winteranfang.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: dmks am 04. Januar 2017, 19:21:14
Mal ne andere Frage:
Was macht ihr im Jahr nach der Veredelung mit dem Neuaustrieb (bei mir betrifft es vor allem Veredelungen in schon mehrjährige Bäumen rein, Mehrsortenbäume)?
Schneidet ihr die Austriebe am Edelreis zurück? Nur bei langen Neutrieben oder auch wenn diese nur 5-10cm lang gewachsen sind?

Im ersten Jahr nach der Veredlung schneide ich bei älteren Bäumen nochmals sehr kurz, um erstmal die Basis zu stabilisieren. Dadurch erfolgt auch ein entsprechend starker Austrieb. Im darauffolgenden Jahr wird dann der Schnitt etwas länger angelegt, und erste Gerüstäste geformt. (Foto) Es handelt sich hier aber auch um einen sehr alten und dennoch vitalen Baum. Auch wurden im ersten Jahr nur die stärksten Zugäste entfernt, und hier im zweiten Jahr dann der Rest.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: dmks am 04. Januar 2017, 19:24:47
Achso, Zustand dann nochmals 3 Jahre später (Ertragsbeginn):
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: dmks am 04. Januar 2017, 19:32:49
Auch nicht verzweifeln, wenn das Reis im ersten Jahr in die "Falsche Richtung" treibt. Durch den starken Rückschnitt kann ein eventuell nur schwacher Trieb aus dem obersten Auge trotzdem wieder als Leittrieb gesetzt werden wenn der darunterliegende (stärkere Trieb) jetzt entfernt wird. Sollte das gewollte Auge garnicht ausgetrieben haben und nur das zweite oder dritte- dann läßt sich die Richtung entsprechend ändern(so kurz wie möglich 'auf Auslage' schneiden. Der kleine Zickzack verwächst sich innerhalb der ersten paar Jahre vollständig. Um so kürzer, um so schneller ;) Nur nicht zimperlich sein
Mit den Aststellungen (und überzähligen Reisern) verfahre ich dann im Prinzip wie von Wild Obst beschrieben. Auch wenn hier noch doppelte Äste zu sehen sind - solange der Platz ausreicht lege ich gern ein paar Äste mehr an - und entscheide dann später bzw. besteht in den ersten Jahren ja noch das Risiko des Ausbrechens oder einer Rindenkrankheit.
Noch ein zweiter, zeitgleich veredelter und fotografierter Baum:
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: floXIII am 04. Januar 2017, 20:03:08
Danke, dann weiß ich ja Bescheid  :)

Meine Veredelungen sind zum Teil deshalb so wenig gewachsen, weil sie einfach auf geeignet dicke Äste (per Kopulation) veredelt wurden. Das waren dann entsprechend meist sehr untergeordnete Triebe. Da ging die meiste Kraft des Baumes in andere Astbereiche. Was aber nicht schlimm war, es waren meine ersten Veredelungsversuche und war überrascht wie viele dennoch angewachsen sind.
Und nicht alle sind so wenig gewachsen. Im Durchschnitt warens wohl so um die 20-25 cm.

Zumindest ist das mal mein Erklärungversuch, vielleicht sind dennoch einige einfach auch schlecht angewachsen. Kann auch sein  ;D
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Waldgärtner am 06. Februar 2017, 10:50:38
Hat jemand Erfahrungen mit Süßkirschensorten auf Sauerkirschbäumen?
Ich meine gelesen zu haben, dass das zwar geht, wegen dem ungleichen Wachstum aber nicht empfohlen wird.
Aber auf einem untergeordneten Ast aufgepfropft sollte sich so ein Süßkirschenreis doch im Wachstum einigermaßen zurück halten, oder?

Zurückschneiden geht ja notfalls immer.
Scheint mir besser, als jedes Jahr die Hälfte der Sauerkirschen vergammeln zu lassen.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Wild Obst am 06. Februar 2017, 11:20:21
Ich habe leider keine Erfahrungen mit Süß- auf Sauerkirschen, nur umgekehrt. Ich würde sagen, dass es in beiden Richtungen als süßsauerer Mehrsortenbaum eher nicht klappt, weil der Wuchs einfach zu unterschiedlich ist. Natürlich kann man mit Schnitt einiges korrigieren.

Komplett umveredelt mit Süßkirschensorten könnte es vielleicht eher klappen, genauso wie ein komplett sauerer Baum auf Süßer Unterlage.

Allerdings meine ich mich an irgendetwas zu erinnern wie dass es zwischen Süß- und Sauerkirschen ähnliche, aber weniger ausgeprägte, (Un)verträglichkeiten gibt wie bei Birnen und Quitten, also Sauer auf Süß geht mehr oder weniger gut, Süß auf Sauer eher nicht. Aber da bin ich mir nicht mehr sicher.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: thuja thujon am 06. Februar 2017, 23:28:42
Ich kann leider nix zur Süßsauerkirschenproblematik sagen, außer das untergeordnete Äste auch schnell zur Konkurrenz werden können. 

Ich will hier noch schnell ein paar Bilder zeigen, bevors verloren geht.

Parafilm zum okulieren, so richtig Druck kann man nicht damit ausüben, um die Rindenflügel gut anzudrücken.
Nach einer Woche unter freiem Himmel war das Parafilm bereits aufgeplatzt.
Die 10 Augen scheinen aber soweit alle angewachsen zu sein.
Die Fotos sind von Anfang September.

(http://up.picr.de/28244062gb.jpg)

(http://up.picr.de/28244063xz.jpg)

(http://up.picr.de/28244064se.jpg)

Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Waldgärtner am 07. Februar 2017, 11:01:05
Danke schonmal für euer Einschätzungen bzgl. Süß- auf Sauerkirsche.
Letztlich kommt es wohl auf einen Versuch an.
Mal sehen, ob ich die Zeit dafür finde.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 11. Februar 2017, 16:35:01
Hi, ich schmeiße meine Frage mal hier rein. Ich habe mal einen rotfleischigen Zierapfel auf einen größeren Apfelsämling dran veredelt. Leider war der Edelreis nicht der größte, so das man ihn eher als Kurztrieb bezeichnen müsste.

Ich habe ihn einfach unter die Rinde, mittig an einem älteren Ast veredelt. Die Veredelung ist ca. drei Jahre alt und so klein wie Nils Holgersson (ca. 7cm).

Nein, ich möchte nicht schon wieder das Frage-Fass öffnen, wieso die Veredelung nicht wachsen will. Ich möchte wissen ob der Reis ordentlich angewachsen ist. Was meint ihr? Ist der Reis gut angewachsen?

veredelung1

Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Sternrenette am 11. Februar 2017, 17:27:15
Ja, und schneid den Ast kurz drüber ab, dann wächst das besser.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Obstundgemüse am 12. Februar 2017, 13:26:42
Hallo,
Ich würde gerne einige Birnbäume veredeln, wobei ich mir unsicher bin, wann der richtige Zeitpunkt dafür ist. Konnte man jetzt schon veredeln? Die Edelreiser müssen wohl spätestens jetzt geschnitten werden, richtig?
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Wild Obst am 12. Februar 2017, 14:32:48
Ich würde auf jeden Fall so bald wie möglich die Reiser schneiden.

Der Veredlungszeitpunkt hängt allerdings davon ab, welche Methode zu zum Veredeln verwenden willst. Und die Hängt wider davon ab, welche Birnbäume du veredeln willst. Junge Sämlinge per Kopulation kannst du gleich jetzt schon veredeln, ältere Bäume würde ich durch Rindenpfropfen veredeln, dafür muss aber die Rinde der umzuveredelnden Bäume lösen, was erst mit oder kurz vor dem Austrieb gegeben ist.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Obstundgemüse am 12. Februar 2017, 17:25:32
Vielen Dank für die schnelle Antwort!
Die Edelreiser sind geschnitten, werden im Kühlschrank aufbewahrt und warten nur noch darauf, dass die Unterlagen ankommen, um durch Kopulation mit diesen verbunden zu werden.
 
Bei der Edelsorte handelt es sich um eine wohl schon ältere Sorte, die hohe Ähnlichkeit mit Conference aufweist, aber für mich die am besten schmeckenste und aromatischste Birne ist, die ich kenne. Sobald das Anwachsen erkennbar sein wird, werde ich natürlich hier berichten und falls mehr Veredelungen klappen als ich brauche, werde ich bestimmt welche abgeben.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Elro am 12. Februar 2017, 18:55:54
Auf was für Unterlagen willst Du veredeln?
Viele Birnen brauchen eine Zwischenveredelung weil sie mit der Unterlage nicht gut verträglich sind.

Ich hatte letztes Jahr versucht die Edelsorten und die Zwischenveredelung in einem Aufwasch zu machen, ist leider nicht angewachsen. Nächster Versuch dieses Jahr nur die Zwischenveredelung auf die Unterlage und wenn angewachsen nächstes Jahr die gewünschte Sorte.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Obstundgemüse am 12. Februar 2017, 19:57:32
Bei den bestellten Unterlagen handelt es sich um Kirchensaller Mostbirnen und versuchsweise auch 2 Quitten Typ A. Somit dürfte die Verträglichkeit eigendlich kein Problem sein, oder?
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: b-hoernchen am 12. Februar 2017, 20:01:37
Bei der Kirchensaller keine Probleme mit Birnen, weil gleiche Art.
Quitte A ist für viele Birnensorten unverträglich, dann muss zwischenveredelt werden, üblicherweise mit Gellerts Butterbirne, welche mit Quitte gut verträglich ist.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Wild Obst am 12. Februar 2017, 20:11:48
Wegen der Zwischenveredlung, ich habe schon 3 mal jeweils Quitte A, Gellerts, Edelsorte in einem Aufwasch veredelt, jeweils als Kopulation mit Gegenzungen. Hast gut funktioniert. Von der Gellerts habe ich ein ca. 20 cm langes Reis genommen, zuerst oben die Edelsorte aufveredelt (komplett mit Verbinden usw) und dann die Reiserkombi auf die Quitte. Das Gellertsstück ist schließlich nur noch etwa 10 cm lang gewesen, was reicht, dass bei den Schnitten für die zweite Veredlung Gellerts auf Quitte kein Zug auf die erste Veredlungsstelle kommt, was die Schnitte verrutschen könnte und vielleicht zu einem Misserfolg führt.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: dmks am 12. Februar 2017, 20:17:40
Bei der Kirchensaller keine Probleme mit Birnen, weil gleiche Art.
Quitte A ist für viele Birnensorten unverträglich, dann muss zwischenveredelt werden, üblicherweise mit Gellerts Butterbirne, welche mit Quitte gut verträglich ist.
Bei Reiserveredelungen heißt das erstmal die 'Gellerts' aufzusetzen und dann im nächsten Frühjahr darauf die unverträgliche Sorte. Oder im Sommer Okulation mit Zwischenscheibe = Nicolieren.. Der Zeitrahmen bis zum fertigen Baum bleibt der selbe.
Mit doppelter Reiserveredlung hab ich selbst keine Erfahrung...einfach noch nie probiert.

Noch ist ja aber nicht gesagt, daß es eine Unverträglichkeit gibt. Ich würde (da die Reiser jetzt vorhanden) beide Unterlagentypen veredeln und mit dem Ergebnis leben ;) Eventuelle Fehlschläge lassen sich später auf zurückgeschnittener und neu ausgetriebener Unterlage im Sommer 2018 nochmals verwenden (Nicolieren)
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Obstundgemüse am 15. Februar 2017, 12:33:18
Vielen Dank für die Einschätzung der Verträglichkeit. Damit sind meine ersten Fragen geklärt, jedoch haben sich neue Ergeben:
1. Auf welcher Höhe kann veredelt werden?
2. Wie muss eine frische Veredelung gelagert/gepflanzt sein? Verträgt sie schon Frost und Sonne und kann schon gepflanzt werden oder sollte sie kühl, eher dunkel und frostfrei aufbewahrt werden?

Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Sternrenette am 15. Februar 2017, 12:43:31
1. 30 cm (mehr geht auch, kürzer wirds bei verunglückten Schnitten von selber)

2. Ja, verträgt Frost
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Obstundgemüse am 15. Februar 2017, 13:02:00
Also kann ich veredeln und anschließend sofort pflanzen- das erleichtert einiges :D
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: flobob am 15. Februar 2017, 13:53:44
Also kann ich veredeln und anschließend sofort pflanzen- das erleichtert einiges :D

ich habe bereits veredelt und getopft. Die Pflanzen stehen jetzt hell in einer scheune. Dort gibt es nie minusgrade
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: dmks am 15. Februar 2017, 20:54:48
Hier schon mal das Thema ähnlich behandelt ;):
http://forum.garten-pur.de/index.php/topic,57646.msg2808128.html#msg2808128
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Obstundgemüse am 16. Februar 2017, 12:17:45
Vielen Dank für die vielen Antworten. Damit sind meine Fragen hinreichend geklärt und ich werde vom Ergebnis berichten, sobald es soweit ist.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Obstundgemüse am 27. Februar 2017, 20:53:12
So, heute habe ich nun 10 Birnen mit medifilm veredelt, davon zwei auf Quitte A. Nun hoffe ich, dass sie schnell anwachsen.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: thuja thujon am 27. Februar 2017, 21:51:57
Dumme Frage: ist Medifilm stabiler als Parafilm oder ist das mehr oder weniger eins?
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 27. Februar 2017, 22:29:10
Letztes Jahr hatte ich Medifilm als Werbegeschenk zum Veredeln geschenkt bekommen. Heuer habe ich Parafilm gekauft. Die Dehnbarkeit ist gleich. immer ungefähr das dreifache. Bis auf das Format, wie die beiden zugeschnitten sind und dem Preis, gibt es nach mir keinen Unterschied. Dabei ist Parafilm größer zugeschnitten aber günstiger. Beide sind an sich selbst klebend und dichten auch ab -> Parafilm im Labor zum abdichten von Petrischalen. Ich meine, dass Medifilm ein wenig dünner ist, ich kann aber mich jetzt auch irren.

Nach Wiki soll die Parafilmfolie 0,127 mm dick sein. Vielleicht kann jemand die Dicke von Parafilm messen. Darüber konnte ich nichts finden.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Wild Obst am 27. Februar 2017, 23:04:18
Ich hab mir mal aus Frankreich etwas Ähnliches wie Parafilm beschafft. Es ist sehr geschickt, weil es nur 2,5-3 cm breit ist und in der Länge auf der Rolle schon fertige Abreißstellen wie Klo- oder Küchenpapier hat und man dadurch mit einer Hand ein Stück direkt von der Rolle abreißen.

Das spart viel Zeit und lästige Werkzeugwechsel bzw. Veredlungswerkzeug-zur Seite-leg-Aktionen.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 28. Februar 2017, 02:42:17
Das hört sich nach Medifilm an.
Das gibt es in 3cm*7cm und 3cm*5cm Stücken, die über Sollbruchstellen miteinander verbunden sind und wie Küchenpapier aufgerollt sind. Vom Material her nichts anderes wie Parafilm.

Dabei ist Medifilm für die Veredelung zurecht geschnitten und Parafilm für den Laboreinsatz.

Medifilm:
https://www.google.de/search?q=medifilm+folie&source=lnms&tbm=isch&sa=X&ved=0ahUKEwilhJr807HSAhUJCZoKHRLhApMQ_AUICSgC&biw=1280&bih=590

Parafilm:
https://www.google.de/search?q=medifilm+folie&source=lnms&tbm=isch&sa=X&ved=0ahUKEwilhJr807HSAhUJCZoKHRLhApMQ_AUICSgC&biw=1280&bih=590#tbm=isch&q=parafilm&*
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: thuja thujon am 28. Februar 2017, 08:01:28
Parafilm kenne ich, nutzen es im Labor hauptsächlich zum zusätzlichen abdichten/umwicklen der Deckel von luftempfindlichen Substanzen.
Medifilm hatte ich noch nie in den Händen. Ich finde Parafilm ehrlich gesgat zu dünn und instabil zum veredeln. Wenn Medifilm tendenziell noch dünner ist, scheidets für mich eher aus.

Ich hatte mal 3 Rollen grünes Floristenband aus dem %verkauf im Baumarkt mitgenommen. Das ist vielelicht 100% dehnbar, aber deutlich stabiler, damit lässt sich mehr Druck ausüben. Selbstklebend ists auch, aber nicht ganz so gut wie Parafilm.

https://www.google.de/search?q=medifilm+folie&source=lnms&tbm=isch&sa=X&ved=0ahUKEwilhJr807HSAhUJCZoKHRLhApMQ_AUICSgC&biw=1280&bih=590#tbm=isch&q=floristen+band&*
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Wild Obst am 28. Februar 2017, 09:09:50
Obwohl es so dünn ist, habe ich mit "Medifilm", in Frankreicht unter dem Namen "Buddy-Tape" gekauft, recht gute Erfahrungen als Verbandmaterial gemacht.

Ich verwende es jedoch auch hauptsächlich um dünne, oder aus anderen Gründen empfindliche, Reiser vor dem Austrocknen zu schützen. Vor allem bei Veredlungen von Aprikose, Mandel und Pfirsich hat es sich bewährt, die Reiser damit komplett einlagig einzuwickeln. Auch bei Kirschen oder leicht angetriebenen Reisern nehme ich das gerne zu diesem Zweck.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Waldgärtner am 28. Februar 2017, 10:19:29
Ich habe dieses Jahr verschiedene Verbandmaterialien (Krepband, Medifilm, Buddy-Tape, Isolierband, Veredelungsgummis) "getestet".
Also ausprobiert, mit was ich am besten klarkomme.
Verbinden kann ich prinzipiell mit allen, aber am einfachsten von der Handhabung war für mich Buddy-Tape/Medifilm – kA, wo jetzt genau die Unterschiede sind. Die Medifilm hatten noch eine Art Trägerfolie, Buddytape nicht.
Den Großteil meiner Veredelungen habe ich dementsprechend damit verbunden.
Da ich mit Gegenzunge veredle, hält das (nach meiner Einschätzung) sehr gut.
Bei einer Kopulation ohne Gegenzunge geben die Gummis aber definitiv eine bessere Stabilität.

Über Ergebnisse kann ich wohl in ein paar Wochen mehr sagen ;)
 
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 28. Februar 2017, 15:14:50
ich habe vor kurzem gelesen, dass das Body-tape nicht das gleiche sein soll, wie medifilm. Bodytape ist poröser. Bei der Okulation mit Medifilm und Paratilm, darf die Knospe nicht überdeckt sein. Bei Bodytape kann die Knospe abgedeckt werden, da es so perös ist.

Wie Medifilm hat auch Parafilm eine Trägerfolie. Ich habe auch mit Gewinde-abdichtband herum probiert. Man muss da aber eine dicke Variante nehmen, sonst wird das zu frimelig. Aber unterm Strich war ich mit dem Abdichtband nicht ganz zufrieden. Am besten gefällt mir Parafilm/Medifilm. Es dichtet gut ab, man kann ordentlich Druck ausüben und die Handhabung ist schnell erledigt.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Obstundgemüse am 03. März 2017, 14:59:24
So, nach 5 Tagen sehen die frischen veredelungen unverändert gut aus. Ab wann kann man sagen, dass sie angewachsen sind?
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Sternrenette am 03. März 2017, 15:01:35
Mai-Juni. Geduld bringt Rosen  ;)
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Wild Obst am 03. März 2017, 16:12:38
Sicher kann man es erst im Sommer sagen, aber der erste Austrieb fängt oft schon nach 2-3 Wochen an, wenn die Veredlungen geschützt stehen. Draußen treiben Veredlungen meist etwa 1-2 Wochen später aus als unveredelte Bäume.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 04. März 2017, 12:21:12
Gibt es dort irgendeinen Vorteil, wenn man die Veredelung in 2-3 Wochen (geschützt) oder in 4-5 Wochen (Freiland) zum treiben bringt, wie z.B. die Anwuchssicherheit (Ich meine also nur zeit-technisch, nicht die Ort-Eigenschaften)? Den Zusammenhang zwischen "geschützt" und "Sicherheit" ist mir schon klar.  ;)
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 05. März 2017, 12:49:50
Ich habe noch eine kleine Frage: Bei Veredelungen, wo zwischen veredelt wird, wie z.B. um Verträglichkeits-Problematiken zu umgehen, können diese beiden Veredelungen auch in einer Saison veredelt werden?
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Wild Obst am 05. März 2017, 20:27:39
Ich habe noch eine kleine Frage: Bei Veredelungen, wo zwischen veredelt wird, wie z.B. um Verträglichkeits-Problematiken zu umgehen, können diese beiden Veredelungen auch in einer Saison veredelt werden?
Auf jeden Fall geht es. Ich habe es (jeweils quittenunverträgliche Birnensorte-Gellerts-Quitte) zwar noch nicht sehr oft gemacht, vielleicht 3-5 mal, aber es hat jedes Mal geklappt.

Zu deiner Ersten Frage habe ich noch keine ernsthaften Versuche gemacht, aber ich glaube nicht, dass es einen großen Unterschied macht.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: floXIII am 19. März 2017, 14:56:51
Folgendes "Problem" bzw. Überlegung:
Im Garten steht ein Pflaumenbaum, der durch einen nahestehenden Walnußbaum über Jahre nur noch Richtung Nordwesten gewachsen ist. Der Walnußbaum wurde im Herbst gefällt und jetzt steht da ein ziemlich verkrüppelt wirkender Pflaumenbaum. Dieser wird jetzt vermutlich auch wieder stark der Sonne entgegen wachsen.
Meine Überlegung war nun, ob ich nicht in diese Richtung eine Mirabelle von Nancy draufveredeln soll. Durch die jahrelange Konkurrenz vom Walnußbaum gibt es da aber überhaupt keine Triebe die man veredeln könnte, zumindest nichts wirklich junges.
Könnte ein Chippen, Anplatten, Pfropfen auf älteres Holz bzw. direkt am Stamm (ohne diesen jetzt runterschneiden zu wollen) erfolgreich sein?
Problem sehe ich da nur, ob das mit dem Altholz überhaupt machbar ist bzw. ob genug Saft ins Edelreis fließt (Die Apikaldominanz wird wohl den meiste Energie in die vorhandenen Äste schicken).
Versuchen werd ichs mit Sicherheit, fragt sich nur welche Veredelungsmethode am geeignetsten ist.

lg
flo
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Wild Obst am 19. März 2017, 15:41:08
Prinzipiell sollte das gehen. Aber so allgemein ist es schwierig, genau Tipps zu geben. Ein Bild wäre ganz hilfreich.

Grundsätzlich geht Chippen und ähnliches auch auf alte Äste oder den Stamm, aber durch die dicke Rinde ist das nicht sehr einfach.

Eine gute Veredlungsmethode für solche Umveredlungen ist eigentlich grundsätzlich einmal das Rindenpfropfen, das kann man auch so abwandeln, dass man die Unterlage nicht abschneidet, sondern nur wie bei einer Okulation einen T (oder L) -Schnitt in die Rinde macht und in diesen pfropft.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: floXIII am 19. März 2017, 17:02:15
Eine gute Veredlungsmethode für solche Umveredlungen ist eigentlich grundsätzlich einmal das Rindenpfropfen, das kann man auch so abwandeln, dass man die Unterlage nicht abschneidet, sondern nur wie bei einer Okulation einen T (oder L) -Schnitt in die Rinde macht und in diesen pfropft.

Ja, ans Rindenpfropfen ohne den entsprechenden Ast abzuschneiden hab ich auch schon gedacht. Wäre auf alle Fälle interessant. Vermutlich werde ich zwei drei verschiedene Varianten testen. Mal sehen ob eine davon anwächst.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 19. März 2017, 19:46:00
Das habe ich bei einem Apfel gemacht. Das Problem ist dann das Entfernen des alten Astes, ohne die Veredelung zu schädigen. Ganz Kräftig wächst der Edelreis auch nicht.

Möglich ist es.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 19. März 2017, 20:08:27
Kleine Nebenfrage zum Anplatten: Beim Anplatten wird die Rinde der Unterlage entfernt. Der Edelreis bekommt einen Kopulationsschnitt und wird dann an die Unterlage befestigt. Was hält ihr davon, wenn man, wie bei der Unterlage, die Rinde des Edelreises genauso entfernt und diese dann befestigt? Ähnlich wie zwei zusammengeklebte Bleistifte. Ein erweitertes „Chipen“

In etwa so: http://i18.tinypic.com/2qx58au.jpg
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Kernobst am 19. März 2017, 20:09:16
Zitat von: Wild Obst link=topic=[b
Link entfernt!1[/b]2823497#msg2823497 date=1488553958]
Sicher kann man es erst im Sommer sagen, aber der erste Austrieb fängt oft schon nach 2-3 Wochen an, wenn die Veredlungen geschützt stehen. Draußen treiben Veredlungen meist etwa 1-2 Wochen später aus als unveredelte Bäume.
Wird dieser erste Austrieb der Veredlung eigentlich schon vom Saft der Unterlage versorgt, auch wenn sie noch nicht angewachsen ist? Wenn nicht, wäre es vielleicht ein Vorteil, den Austrieb einzukürzen (damit die Veredlung nicht austrocknet)?
1min. Beitragsanzahl noch nicht erreicht
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Wild Obst am 19. März 2017, 20:21:53
Ich weiß jetzt nicht genau, ab wann genau der Austrieb der Veredlung vom Saft der Unterlage versorgt wird. Aber bei den normalen Veredlungsmethoden und mit Reisern, die bei der Veredlung noch in der Vegetationsruhe waren, sollte bis zum Austrieb Edelreis und Unterlage schon die ersten Verbindungen haben. Perfekt ist es in dem Moment noch sicher nicht, dass sieht man auch an der unterschiedlichen Wuchsgeschwindigkeit von Unterlagen- und Edelreistrieben, aber es sollte reichen.

.. wäre es vielleicht ein Vorteil, den Austrieb einzukürzen ...
Das würde ich nicht machen, man will ja normalerweise einen kräftigen Austrieb der Veredlung und das Einkürzen würde das ja verhindern und dazu führen, dass die Unterlage viele Wildtriebe macht.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: thuja thujon am 19. März 2017, 20:22:54
Wenn du einen Knick oder ähnliche Stellen im Ast hast, wo der Druck höher ist, sollte es eigentlich klappen.

Den hier hatte ich Rindengepfropft mit einer Seite plan angeschnitten und den Rindenflügel nur einseitig aufgehebelt, so das die beiden glatten Schnitte zusammengepasst haben. 
Im ersten Jahr etwa 1,2m gewachsen.

(http://up.picr.de/28644074ma.jpg)

Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 20. März 2017, 10:46:00
Ich denke, dass meine Frage ein bisschen untergegangen ist, daher wiederhole ich den Text ;D


Kleine Nebenfrage zum Anplatten: Beim Anplatten wird die Rinde der Unterlage entfernt. Der Edelreis bekommt einen Kopulationsschnitt und wird dann an die Unterlage befestigt. Was hält ihr davon, wenn man, wie bei der Unterlage, die Rinde des Edelreises genauso entfernt und diese dann befestigt? Ähnlich wie zwei zusammengeklebte Bleistifte. Ein erweitertes „Chipen“

In etwa so: http://i18.tinypic.com/2qx58au.jpg
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 21. März 2017, 17:25:38
hat davon niemand eine Ahnung oder Meinung?
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Wild Obst am 21. März 2017, 18:40:21
Ich halte die erstgenannte Methode:
Der Edelreis bekommt einen Kopulationsschnitt und wird dann an die Unterlage befestigt.
praktischer, einfacher und sicherer als die zweite:
Was hält ihr davon, wenn man, wie bei der Unterlage, die Rinde des Edelreises genauso entfernt und diese dann befestigt? Ähnlich wie zwei zusammengeklebte Bleistifte.

Bei der zweiten müssen die großteils parallel freigelegten Kambiumstreifen in genau dem gleichen Abstand sein, damit sie gut verwachsen können. Bei der ersten Methode, ovale Kambiumstreifen beim Edelreis und paralleles Kambium bei der Unterlage treffen beide Kambien an genau 4 Punkten zwangsweise zusammen, solange der Abstand der Kambiumstreifen der Unterlage kleiner ist als der Durchmesser des Kambiumzylinders des Edelreises. Dabei muss man nicht großartig justieren, nichts muss genau passen.

Ich halte deswegen die zweite "zwei zusammengeklebte Bleistifte" Methode für unnötig kompliziert und die Veredlungsstelle wird zudem auch nicht schöner.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: thuja thujon am 21. März 2017, 22:38:09
Jetzt hab ichs auch gebongt, danke fürs Bild.
Wenn dann nur die ersten 5mm rum, viel flacher bekommt man das Kambium ja doch nicht am Edelreis freigeschält.
Wenn ich mir das so vorstelle, ja, ich finds auch unnötig für die komplette Länge. Seitliches anplatten in Verbindung mit Rindenpfropfen wie ichs versucht habe zu beschreiben, viel muss man da nicht verbessern.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: floXIII am 31. März 2017, 12:29:27
Meine Veredelungen treiben jetzt nach und nach alle aus.

Bei einer Sorte waren/sind an den Edelreisern wohl nur alles Blütenknospen.
Wie sollte ich da jetzt am besten vorgehen? Die Blüten noch vor dem Blühen entfernen? Oder sind diese Veredelungen für die Tonne, da aus diesen Augen keine anständigen Triebe mehr wachsen?
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Wild Obst am 01. April 2017, 07:58:06
Ich würde die Blüten vorsichtig entfernen. Beim normalen Obst sollten die Veredlungen auch etwas später normale Triebe machen. Wenn es etwas ausgefalleneres war, kann es aber sein, dass es nicht klappt, weil neben den Blütenknospen keine schlafenden Augen sind.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: floXIII am 01. April 2017, 08:26:35
Ich würde die Blüten vorsichtig entfernen. Beim normalen Obst sollten die Veredlungen auch etwas später normale Triebe machen. Wenn es etwas ausgefalleneres war, kann es aber sein, dass es nicht klappt, weil neben den Blütenknospen keine schlafenden Augen sind.
Es handelt sich um eine Apfel-Veredelung. Hätte ich auch gleich dazuschreiben sollen.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Deviant Green am 03. April 2017, 15:29:18
Ich wurde vom Frühsommer überrascht. Wer hat (positive) Erfahrung mit Veredelungen, die spät vorgenommen werden (Baum treibt bereits Blätter und blüht).
Fehlerquote hoch oder einen Versuch wert? Edelreiser sind noch im Tiefschlaf.

P.S.: Es geht um einen Zierapfel, der einige Reiser mit Früchten veredelt bekommt.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 03. April 2017, 15:46:10
Das sollte bei Kernobst kein Problem sein. Wichtig ist, dass die Edelreiser beim Schnitt keinen Saft gezogen haben, der Rest ist Geschicklichkeit. Ich denke du solltest also keine Probleme bekommen. viel Erfolg!

Zum weiter lesen: http://www.veredeln.info/anleitungen/apfel/


P.S.: Es geht um einen Zierapfel, der einige Reiser mit Früchten veredelt bekommt.

Wie bitte?
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Deviant Green am 03. April 2017, 16:53:24
Das sollte bei Kernobst kein Problem sein. Wichtig ist, dass die Edelreiser beim Schnitt keinen Saft gezogen haben, der Rest ist Geschicklichkeit. Ich denke du solltest also keine Probleme bekommen. viel Erfolg!

Zum weiter lesen: http://www.veredeln.info/anleitungen/apfel/


P.S.: Es geht um einen Zierapfel, der einige Reiser mit Früchten veredelt bekommt.

Wie bitte?

Einen Malus auf einen Ziermalus.... ;D
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: carot am 03. April 2017, 20:11:43
Solange die Reiser noch nicht angetrieben sind, ist es sogar vorteilhaft wenn die Unterlage schon aktiv wächst.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Deviant Green am 03. April 2017, 22:17:04
Solange die Reiser noch nicht angetrieben sind, ist es sogar vorteilhaft wenn die Unterlage schon aktiv wächst.

Das war schon sehr "vorteilhaft". Hatte zeitweise den Eindruck, dass die Zweige schwimmen.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: carot am 05. April 2017, 11:46:01
Wobei das dann eher eine Frage der Technik und der Übung ist  ;).

Der Anwuchsvorgang wird bei aktiver Unterlage jedenfalls erheblich beschleunigt, was ein Vertrocknen des Reisers unwahrscheinlicher macht.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: invicta am 09. April 2017, 20:26:09
Ich habe im April 2016 rund 20 Äpfel Veredelt, teils auch zwei Sorten auf einer Unterlage (MM106). Ich habe die in normale Blumenkisten bei einer Nordwand stehen gelassen und dann im Herbst aus gepflanzt.

Jetzt sehe ich bei fast jeder Veredlung (also verschiedenen Sorten) Blühknospen obwohl die Bäumchen gerade mal 30-40cm hoch sind und der Stamm eher wie ein Bleistift wirkt. Gelernt habe ich eigentlich beim Veredlungskurs das ich mit 3-4 Jahre rechnen muss.

Jetzt stellt sich natürlich für mich die Frage ob ich die Knospen entfernen soll, weil eventuell die Veredlungsstelle brechen könnt, oder ist dies kein Problem?
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Bauerngarten93 am 09. April 2017, 20:41:53
Ich würde sie ausbrechen , da die Gefahr einfach zu gross ist das die veredelungsstelle bricht. Sie wird jetzt blütenknospen tragen weil sie wahrscheinlich am edelreiser in den Augen saßen und man diese ja mit veredelt hat
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: invicta am 09. April 2017, 20:50:01
Also die Knospen sind gewachsene die Veredlung ist ja schon ein jahr alt.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Bauerngarten93 am 09. April 2017, 21:07:00
Dann würde ich sie belassen jedoch den fruchtbehang auf ein bis zwei Früchte pro trieb ausdünnen
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: hargrand am 09. April 2017, 21:32:51
Mach das lieber nicht.  Auf jeden Fall keine Früchte zulassen, nicht bei der Größe.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: invicta am 10. April 2017, 14:12:11
Nach wieviel Jahren ist die Veredlung so gut angewachsen das man die Blüten obenlassen kann?
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Sternrenette am 10. April 2017, 14:23:31
2-3 Jahre?

Das Problem ist die Überforderung vom Minibaum durch die Früchte. Erst wachsen lassen.

Hier hat eine zweijährige Boskop-Veredelung Knospen, der hat schon eine kleine Krone. Ich denke nicht, daß er Äpfel trägt.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Wild Obst am 10. April 2017, 14:30:19
Pauschal nach Jahren ist das schwer zu sagen, ich würde sagen, sobald die Veredlung einigermaßen groß genug ist. Als Abschätzung würde ich sagen mindestens 1 cm dick und vielleicht 1m hoch. Selbst dann würde ich die Blüten noch ausbrechen.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: landfogt am 10. April 2017, 21:57:02
in der regel je nach Wachstum ca 3 jahre warten.man muß sehen können,daß das reis richtig mit der unterlage verwachsen ist.die zweige sollten eine dicke von etwa 2cm haben.manche sorten schaffen das in einem jahr-z.b.kardinal bea,pfirsichroter sommerapfel.........
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: carot am 11. April 2017, 07:57:19
Oft wird "vergessen", dass sich erst wieder Stützgewebe durch das Kambium bilden muss. Die eigentlichen Schnittflächen wachsen eben nicht zusammen. Von Außen wirkt die Veredelung schon schön verwachsen, was in Wirklichkeit aber nur dünne Zellschichten sind. Ich warte auch mindestens 3 Jahre und bleibe auch danach noch sehr vorsichtig, was die Belastung der Veredelungsstelle angeht.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: invicta am 11. April 2017, 08:31:00
Nun gut dann lasse ich die noch blühen (der Bienen und genetischen Vielfalt wegen) und scheide sie dann weg.
Mich hats nur gewundert das die gleich wie verückt zu blühen begonnen haben, weil ich eben gelernt habe das dies auf MM106 ca 3 Jahre dauert, aber vermutlich lags an den Blumenkisten weil die Wurzeln nicht so viel Platzhatten und dadurch die Blütenbildung angeregt wurde.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 11. April 2017, 10:10:52
Wenn das mit der Blütenbildung so einfach wäre...Keine Ahnung.

 Das ist eine hormonelle Sache. Entweder hatte der Baum massig Stress oder MM106 ist nicht das, was es vorgibt zu sein. Oder kann es noch weitere Möglichkeiten geben? mm106 ist mittelstark. also nicht so schlimm wie starkwüchsige Unterlagen ist sie nicht.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: b-hoernchen am 11. April 2017, 12:26:08
...gleich wie verückt zu blühen begonnen haben, weil ich eben gelernt habe das dies auf MM106 ca 3 Jahre dauert...
Ich hab' hier Veredelungen auf MM111 (und eine Birne auf Pyrodwarf) vom letzten Jahr, die dieses Jahr Blüten angesetzt haben und jetzt kämpfen natürlich Vernunft und Neugier in mir... .
Auch der letztes Jahr auf Brompton veredelte Pfirsich hat bereits geblüht.
Schlimmer sind die Edelreiser auf den diesjährigen Veredelungen, die schon Blüten schieben.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 12. April 2017, 11:47:01
Hallo, ich habe hier eine Eberesche wo ich zwei Obstsorten dran okuliert habe. einmal Birne und Edeleberesche. die Eberesche treibt bereits aus. Soll ich die Krone abwerfen und wenn ja wo? Das Birnenokulat will ich erhalten. Danke

wo schneiden

Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Sternrenette am 12. April 2017, 12:26:05
Ich würde 2-3 cm über der obersten Veredlung schneiden.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: invicta am 12. April 2017, 12:47:30
Hallo, ich habe hier eine Eberesche wo ich zwei Obstsorten dran okuliert habe. einmal Birne und Edeleberesche. die Eberesche treibt bereits aus. Soll ich die Krone abwerfen und wenn ja wo? Das Birnenokulat will ich erhalten. Danke

wo schneiden



Ich habe bei dir jetzt schön öfters mitgelesen und du verwendest öfter Eberesche als Unterlage.
Was für einen Vorteil besitzt die bzw warum nimmst du eine Eberesche als Unterlage?
In diesem Fall ist es noch erklärbar weil du auch eine Eberesche mit drauf okuliert hast, aber du hast die meiner Erinnerung nach auch für Birnen alleine genommen.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 12. April 2017, 13:59:50
Zum einen finde ich artübergreifende Veredelungen interessant. Eberesche habe ich hier rel. viel und ich benutze sie gerne um Obstsorten zu "Speichern". Die Edeleberesche habe ich z.B. letztes Jahr im Sommer, spontan in die Hände bekommen. Ich habe dann das eine gute Auge eben irgendwo dran veredelt. Andere unterlagen waren nicht greifbar. Daher habe ich in diesem Fall Edeleberesche und Birne zusammen auf eine Unterlage drauf veredelt. Bei Gelegenheit kann man dann die Sorten auf eigene, vielleicht bessere Unterlagen, um veredeln.

Die Eberesche ist für die Birne eine schwach wachene Unterlage. dabei hat man, wie bei der Quitte auch, Verträglichkeitsprobleme. Ich lerne aber aus meinen Experimenten, um die Erfahrungen zu teilen und um eine Frankensteinpflanze zusammen zu schustern.

Ich habe auch zwei Birnen auf Eberesche veredelt, die auch auf der Eberesche bleiben sollen. Die eine Birne wächst gut, die andere Birne muckt beim Anwachsen herum. Aber ein Auge hats geschafft.

Eberesche ist für die Birne keine unbekannte Unterlage und solange es geht, bin ich zu Frieden. Meine letzte Narretei war z.B. Einen Backapfel auf Aronia. Mehrere Quellen deuten darauf hin, dass das gehen würde. Mal sehen was daraus  wird.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: invicta am 12. April 2017, 14:45:28
Das ist ja interessant!

Ich dechte mir auch schon immer das man eigentlich auch einen viel Artenbaum mit Kernobst machen könnt wenn man die nur richtig kombiniert bzw Sorten verwendet die sich einigermasen vertragen.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 12. April 2017, 17:52:34
Theoretisch bekommt man das meiste Kernobst zusammen. Mit dem Apfel habe ich immer noch Probleme. Wenn das mit der Aronia klappt, dann kann ich einen Baum aus Birne, Quitte, Zierquitte, Nashi, Felsenbirne, Aronia, Elsbeere, Speierling, Eberesche, Mispel, Apfel und Weißdorn zusammen hämmern. Ein paar Hybriden und Pfropfhybride wäre auch interessant. Das gibt aber wahrscheinlich noch Probleme mit den unterschiedlichen Wachstumsstärken. Ich bin auch auf der Suche nach irgendeiner Möglichkeit, in die Prunus-Famile rein zu kommen. Das wäre dann eine eierlegene Woll-milch-Sau ;D

Ich brauche noch'n Igor und Teslaspulen
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: flobob am 12. April 2017, 18:46:05
Habe letztes Jahre diesen Roten Mond auf einen Bitterfelder Saemling veredelt. Der Baum ist ueber den Sommer ca 1.20m hoch gewachsen und ich habe ihn im Herbst eingepflanzt.
Wie kann es sein dass der Baum bereits blueht? Ich dachte sowas dauert 6-7 Jahre.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: cydorian am 12. April 2017, 19:14:30
Ist normal. Der Stress nach der Veredelung löst auch mal eine Blüteninduktion aus. Die nächsten Jahre wird er nicht mehr blühen.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 12. April 2017, 19:20:30
Keine Früchte tragen lassen. Das kann die Veredelung jetzt noch schädigen.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: flobob am 12. April 2017, 19:43:25
Das ist schade :(
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: floXIII am 17. April 2017, 12:58:55
Wie schon berichtet, sind ja an einigen Edelreisern alles Blütenknospen dran gewesen. Die Blüten hab ich vorsichtig entfernt und es entwickeln sich jetzt auch Triebe aus den gleichen Auge.

Meine Frage: Aus diesen Knospen kommen nun jeweils zwei, eher schwächliche, Triebe hervor. Sollte ich  da besser jeweils einen entfernen, damit der andere sich besser entwickeln kann?
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Sternrenette am 17. April 2017, 13:01:29
Was ist das für eine Unterlage, und wie alt sind die Veredlungen?

Willst Du die Verzweigung auf dieser Höhe?

Wenn das letztjährige Veredlungen sind und die Höhe paßt: lassen, sonst alle bis auf einen Trieb wegschneiden.

Edith: bei frischen Veredelungen kannst Du das den ganzen Sommer über immer wieder tun: Seitentriebe und Triebe der Unterlage entfernen.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: floXIII am 17. April 2017, 13:44:43
Was ist das für eine Unterlage, und wie alt sind die Veredlungen?

Willst Du die Verzweigung auf dieser Höhe?

Wenn das letztjährige Veredlungen sind und die Höhe paßt: lassen, sonst alle bis auf einen Trieb wegschneiden.

Edith: bei frischen Veredelungen kannst Du das den ganzen Sommer über immer wieder tun: Seitentriebe und Triebe der Unterlage entfernen.
Danke. Sind frische Veredelungen aus diesem Jahr. Will die als V am Spalier erziehen, brauche deshalb zwei Triebe möglichst knapp über der Veredelungsstelle. Ich belasse dann einfach zwei geeignete Triebe und entferne den Rest kontinuierlich.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 19. April 2017, 17:05:20
Ich habe heute  in meinem schlauen Buch gelesen, dass das gechipte Auge frostempfindlicher ist als okulierte Augen. Heuer habe ich viel gechipt. Viele Augen treiben bereits. Wie sind eure Erfahrungen mit dem Chipen? ist es frostempfindlicher?
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: flobob am 20. April 2017, 21:22:41
ich habe auch viele veredelungen mit bluetenknospen.
wann ist der beste zeitpunkt um diese auszubrechen?
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Sternrenette am 20. April 2017, 21:23:42
Sobald sie groß genug sind, daß man sie ohne Kollateralschäden abschneiden kann?
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: dmks am 20. April 2017, 21:28:08
Ja, bei Kirschen so schnell wie möglich!
Bei Apfel beispielsweise ist es gut zu warten bis sie lang genug sind um die darin treibende Triebknospe zu erkennen und zu verschonen!
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: flobob am 20. April 2017, 21:43:19
Ja, bei Kirschen so schnell wie möglich!
Bei Apfel beispielsweise ist es gut zu warten bis sie lang genug sind um die darin treibende Triebknospe zu erkennen und zu verschonen!

ist dies das spitzige ?

https://www.google.it/search?q=triebknospe+apfel&source=lnms&tbm=isch&sa=X&ved=0ahUKEwiokODB5bPTAhXJ1RoKHT4-C-kQ_AUIBigB&biw=1280&bih=661#imgrc=V6EW-lR2F-wDwM:
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: dmks am 20. April 2017, 22:28:31
Naja, wenn die Blüten erstmal raus sind sieht es eher so aus:
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: dmks am 20. April 2017, 22:29:26
Ausgeputzt
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: dmks am 20. April 2017, 22:30:08
Von der Rückseite
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: dmks am 20. April 2017, 22:38:51
Mal reduziert
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: dmks am 20. April 2017, 22:39:56
..aufs wesentliche 8)
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: flobob am 20. April 2017, 22:43:37
Naja, wenn die Blüten erstmal raus sind sieht es eher so aus:

danke. wird denke ich einfach.

95% meiner apfelveredelungen treiben aus.
bei den pflaumen noch gar nichts...
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: flobob am 26. April 2017, 17:50:39
Naja, wenn die Blüten erstmal raus sind sieht es eher so aus:

danke. wird denke ich einfach.

95% meiner apfelveredelungen treiben aus.
bei den pflaumen noch gar nichts...

ich habe 25 pflaumen veredelt und keine treibt aus.
kann ich alles falsch gemacht haben oder brauchen diese laenger.
von den Aepfeln sind fast alle angewachsen und treiben aus
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Wild Obst am 26. April 2017, 18:34:03
Es muss nicht sein, dass etwas falsch gemacht worden ist. Es kann gut sein, dass die noch austreiben, ein paar Wochen später als der "normale" Austrieb kann bei Veredlungen durchaus vorkommen. Oder, das wäre unglücklich, aber müsste immernoch nicht den kompletten Verlust bedeuten, es könnte sein, dass der Spätfrost der letzten Woche die Knospen geschädigt hat und die Reiser aus den schlafenden Augen austreiben müssen. Das verzögert den austrieb natürlich auch.

Sonst, sehen die Reiser und Knospen gesund aus?
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: flobob am 26. April 2017, 19:02:44
Es muss nicht sein, dass etwas falsch gemacht worden ist. Es kann gut sein, dass die noch austreiben, ein paar Wochen später als der "normale" Austrieb kann bei Veredlungen durchaus vorkommen. Oder, das wäre unglücklich, aber müsste immernoch nicht den kompletten Verlust bedeuten, es könnte sein, dass der Spätfrost der letzten Woche die Knospen geschädigt hat und die Reiser aus den schlafenden Augen austreiben müssen. Das verzögert den austrieb natürlich auch.

Sonst, sehen die Reiser und Knospen gesund aus?

sie sehen noch so aus wie ich sie geschnitten und veredelt habe. also noch nichts eingetrocknet. aber ich habe wenig erfahrung mit pflaumen. letztes jahr sind mir auch sehr wenige angewachsen.
die apfel und pflaumenveredelungen stehen all im stall mit fenstern. dort ist es hell und es sind immer plusgrade.
die apfelveredelungen haben begonnen vor einer woche auszutreiben.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Sternrenette am 26. April 2017, 19:04:59
Hängt auch von der Lagerdauer der Reiser ab, so wie ich das sehe. Die frisch geschnittenen und sofort veredelten treiben schnell, die anderen können auch mal bis Juni schlafen.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: flobob am 26. April 2017, 19:25:35
Hängt auch von der Lagerdauer der Reiser ab, so wie ich das sehe. Die frisch geschnittenen und sofort veredelten treiben schnell, die anderen können auch mal bis Juni schlafen.

im dezember geschnitten und anfang februar veredelt.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Sternrenette am 26. April 2017, 19:33:01
Ja, dann kann das länger dauern.

Geduld bringt Rosen ;)
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: flobob am 26. April 2017, 19:35:58
Ja, dann kann das länger dauern.

Geduld bringt Rosen ;)

soll ich sie ins freie stellen?

hab bei den apfeln mit einer billigen veredelungsschere gearbeitet. dass die sogut funktioniert haette ich mir nie erwartet
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Sternrenette am 26. April 2017, 19:38:31
Ich würde warten bis es etwas wärmer ist.

Ja, es funktioniert überraschend gut :)
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: flobob am 26. April 2017, 19:47:31
Ich würde warten bis es etwas wärmer ist.

Ja, es funktioniert überraschend gut :)

ohne schnitte in den daumen :)
irgentwie komisch dass nicht mehr leute selbst baeume veredeln. ist billig. hab jetzt 100 neue apfelbaeume zum preis von 30 euro
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Sternrenette am 26. April 2017, 19:55:39
Hier werden jedes Jahr Kurse angeboten. Das Problem ist daß man die Fläche dazu kriegen müßte... :-\
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Elro am 26. April 2017, 20:43:09
ich habe 25 pflaumen veredelt und keine treibt aus.
kann ich alles falsch gemacht haben oder brauchen diese laenger.
Wann hattest Du die Reiser geschnitten und wann veredelt?

Am Freitag war ich mal wieder mal bei einem Veredelungslehrgang, da wurde gesagt, daß man die Reiser für Steinobst im Dezember oder spätestens Anfang Januar schneiden muß weil diese Bäume schon sehr früh die Winterruhe beenden. Nur so könnte man Erfolg mit Steinobstveredelungen haben.

Ich bin gespannt, ich habe mir dort Reiser von Viktoriapflaume und der Grünen Reneclaude mitgenommen und wässern über Nacht gleich am Samstag veredelt. Mal sehen ob das etwas wird.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: flobob am 26. April 2017, 22:42:35
ich habe 25 pflaumen veredelt und keine treibt aus.
kann ich alles falsch gemacht haben oder brauchen diese laenger.
Wann hattest Du die Reiser geschnitten und wann veredelt?

Am Freitag war ich mal wieder mal bei einem Veredelungslehrgang, da wurde gesagt, daß man die Reiser für Steinobst im Dezember oder spätestens Anfang Januar schneiden muß weil diese Bäume schon sehr früh die Winterruhe beenden. Nur so könnte man Erfolg mit Steinobstveredelungen haben.

Ich bin gespannt, ich habe mir dort Reiser von Viktoriapflaume und der Grünen Reneclaude mitgenommen und wässern über Nacht gleich am Samstag veredelt. Mal sehen ob das etwas wird.

dezember, dann in den kuehlschrank bis zur veredelung
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Waldgärtner am 27. April 2017, 07:49:23


hab bei den apfeln mit einer billigen veredelungsschere gearbeitet. dass die sogut funktioniert haette ich mir nie erwartet

Meiner Erfahrung nach treiben die deutlich schlechter/langsamer/weniger als z.B. Kopulation mit Gegenzunge.
Ich hab nach einem Jahr schon Veredelungen "gefunden", die ich im Vorjahr mit der Schere gemacht hatte.
Die hatten keinen Zuwachs gemacht, sahen aber noch gut aus. Erst im zweiten Jahr kam dann der Austrieb.

Ich verwende deshalb nur noch das Messer. Ein Bündel Weiden durchgezockt, dann klappt das mit dem richtigen Schnitt.
Meinen Daumen schütze ich mit mehreren Lagen Heftpflaster ;)

Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Wild Obst am 27. April 2017, 14:39:27
Ich habe mich noch nie in den "Messerhanddaumen" geschnitten, nur in die linke Hand oder Finger. Und das passiert mir auch meistens nicht beim Veredeln, sondern bei eigentlich unnötigen Aktionen rum ums Veredeln. Kurz noch einen störenden Ast mit dem Messer abschneiden...

Veredlungsscheren habe ich noch noch nie ausprobiert, aber in meiner Vorstellung sind die recht unflexibel was leicht verschiedene Durchmesser angeht und extrem aufwändig in der Wartung im Vergleich zu Messern.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: hml am 27. April 2017, 15:14:22
Hallo,
wer was maschinelles sucht, sollte mal diese Seite besuchen: www.scionon.com . Habe die Teile in Bozen gesehen, sind richtig gut, aber kosten.
Gruß
hml
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: floXIII am 27. April 2017, 19:37:10
Vielleicht hab ich ja ne komische Schnitttechnik, aber geschnitten hab ich mich auch noch nie. Höchstens mal beim Putzen der Klinge leicht die Haut angeritzt.

Aber wenns mit der Schere auch klappt, wieso nicht.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Waldgärtner am 27. April 2017, 21:17:51
Ohne Pflaster hab ich mich schon in den "Messerhanddaumen" geschnitten.
Wobei wir in der Ausbildung auch gelernt hatten, dass das theoretisch nicht passieren kann.
Der Daumen drückt ja nur senkrecht auf die Klinge. Also ohne Schnittbewegung.
Passiert ist es trotzdem. Vielleicht ist ja meine Haut zu dünn, oder meine Hände zu klein.
Auf der anderen Seite: Auf die drei Pflaster kommt es ja wirklich nicht an.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Wild Obst am 27. April 2017, 21:24:39
Solange es mit den Pflastern klappt, ist es natürlich gut und immer besser, als sich zu schneiden, weil es "ohne gehen muss". Es überrascht mich nur, dass es überhaupt möglich ist, weil mir das noch nie passiert ist und ich teilweise mehrere hundert Veredlungen im Jahr gemacht habe. Auch mit eigentlich viel zu dünnen und fummeligen Reisern. Profi bin ich damit zwar nicht, aber ich würde sagen, dass mir schon fast alles mögliche beim Veredeln passiert ist.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Sternrenette am 27. April 2017, 21:26:13
Ich nehm einen dünnen Lederarbeitshandschuh, sonst trau ich mich nicht.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Api am 28. April 2017, 11:20:53
Gegen Schnittverletzungen gibt es spezielle Handschuhe. Schnittschutzhandschuhe Level 5 sind gut geeignet.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Waldgärtner am 29. April 2017, 09:03:11
Solange es mit den Pflastern klappt, ist es natürlich gut und immer besser, als sich zu schneiden, weil es "ohne gehen muss". Es überrascht mich nur, dass es überhaupt möglich ist, weil mir das noch nie passiert ist und ich teilweise mehrere hundert Veredlungen im Jahr gemacht habe.

Ich vermute, dass es wirklich daran liegt, dass ich recht kleine Hände habe.
Selbst wenn ich das Messer ganze vorne (fast schon an der Klinge) anpacke, muss ich meinen Daumen "strecken", um am richtigen Punkt Druck auszuüben. Wahrscheinlich trifft er dadurch leicht schräg auf die Klinge.
Aber das nur am Rande ;)

Mit Handschuhen fehlt mir das Gefühl. Aber auch das ist wahrscheinlich Gewohnheitssache.
Ich finde es immer wieder spannend zu sehen, wie unterschiedlich die Vorlieben sind.
Manche verbinden nur mit Gummis, andere gar mit Bast und Wachs usw.
Das zeigt doch auch, dass es kein "richtig" und "falsch" gibt. Solange es für die einzelne Person funktioniert, ist doch alles bestens.

So, und damit packe ich den Hobby-Philosophen wieder ein  ;D
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 29. April 2017, 09:32:28
Ich habe auch mal eine Zeit lang den Schnitt so ausgeführt. Dann habe ich Leute gesehen, die den Reis mit der linken Faust halten und mit der rechten Hand, den Schnitt zu sich hin machen (das Messer wird auch in der Faust gehalten). Da bekommt man keine Probleme mit dem Schneidedaumen und die Schnittergebnisse sind (bei mir) weit besser. Ich habe mich nur ein mal beim Veredeln geschnitten. Das war als ich die Gegenzunge schneiden wollte. Ich hatte zu viel Druck gegeben.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Elro am 29. April 2017, 20:55:08
Ähm, nicht den Bauch erwischt? ;)
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: floXIII am 29. April 2017, 20:56:05
ich habe 25 pflaumen veredelt und keine treibt aus.
kann ich alles falsch gemacht haben oder brauchen diese laenger.
Da wir ja nicht ganz so weit auseinander wohnen, so schauts bei mir derzeit aus:
Eine veredelte Pflaume treibt auch erst jetzt so langsam aus. Die Mirabellen zum Teil schon etwas länger.
Aber auch hier sind noch die Mehrzahl der "Pflaumenartigen" im Winterschlaf oder eben nicht angewachsen, wird man dann erst in ein paar Wochen sehen...
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: misoo83 am 30. April 2017, 07:04:29
In diesem Jahr habe ich versucht, auf kiwigrün aufzupfropfen, in diesem Video sehen Sie, wie ich es tat :D.

https://www.youtube.com/watch?v=F9l-iISvIQo
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: b-hoernchen am 01. Mai 2017, 19:18:52

Aber auch hier sind noch die Mehrzahl der "Pflaumenartigen" im Winterschlaf oder eben nicht angewachsen, wird man dann erst in ein paar Wochen sehen...
Reneklodenreiser habe ich im Dezember geschnitten, im Garten an schattiger Stelle im Erdreich gelagert, veredelt erst, als die die Unterlagen gut im Saft standen: Die Bromptonunterlage im Topf vorgetrieben, die Kriacherl im Garten haben schon gut geblüht - im März veredelt.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Aella am 03. Mai 2017, 17:01:01
muss mal was fragen...hab dieses video auf youtube gesehen.
40 "fruchtarten" auf einem baum veredelt. unter anderem pfirsich und kirsche.
das geht zusammen? mit zwischenveredlung? oder einfach so? oder ist das quatsch?  ???
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Piffpaff am 05. Mai 2017, 08:15:23
Hallo zusammen, da ich neu im Forum bin hoffe ich hier mit meiner Frage zum Thema Obstbaumveredelung richtig zu sein. Folgendes: Habe seit letztem Jahr ein neues Hobby, nämlich Obstbäume selbst veredeln, Reiser besorgt, Veredelungen von letztem Jahr gelungen, stehen jetzt einzeln in Töpfen und treiben fröhlich aus. Diesjährige Veredelungen habe ich zwecks Kontrolle des Anwachserfolges in größere Eimer gemeinsam gesetzt.
Jetzt die Frage: wie würdet ihr die Bäumchen weiter kultivieren? Soll ich Sie alle in Töpfe vereinzeln oder erst mal als Gruppe auf einer Wiese auspflanzen quasi als kleine Baumschule in Reihen, oder falls die Veredelung gelungen ist gleich an den endgültigen Standort. Vor allem wüsste ich gerne wie lange kann ich sie
gemeinsam in den Töpfen lassen, woran merke ich falls es Ihnen zu "eng" wird?
Noch zur Info: es sind fast alles "alte" Sorten z.B. Ananasrenette; Gravensteiner; Boskoop; Berlepsch; Zuccamaglio...auf unterschiedlichen Unterlagen M9; MM106; MM111; Antonowka; Bitterfelder.
Dazu Birnen: Gräfin auf Kirchensaller; ganze Menge Gellert auf Quitte zwecks Weiterverdelung die nächsten Jahre.
Hauszwetsche verschiedene Typen auf Wangenheim und St JulienA
Danke im Voraus für eure Anregungen und Hinweise.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Wild Obst am 05. Mai 2017, 08:29:58
Ich würde deine Bäumchen einzeln in Töpfe oder in eine "Baumschulreihe" in ein Beet. So kleine Veredlungen direkt an den endgültigen Standort in einer Wiese zu verpflanzen kann riskant sein, weil die kleinen Bäume noch etwas mehr Pflege brauchen und die Konkurrenz von (hohem) Gras noch nicht so gut vertragen. Wenn, dann nur mit einer größeren Baumscheibe.

Außerdem wolltest du ja warten, bis sie austreiben und in der Vegetation verpflanze Bäume sind noch etwas mehr benötigen noch mehr Aufmerksamkeit.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: thuja thujon am 07. Mai 2017, 17:19:54
Ich würde sie auch einzeln auf ein Unkrautfreies `Baumschulbeet` pflanzen. Ich denke wenn obenrum deutlicher Wuchs feststellbar ist, ists Zeit dafür.


Ich hatte im Herbst 2-3 jährige Steckhölzer von Apfelunterlagen aufgeschult. Nach dem rückschnitt auf 5cm treiben sie jetzt fleissig kleine Triebe.
Ab welcher Länge sollte man die anhäufeln, damit sie an der Basis bewurzeln können?

Die Triebe vorher stäben oder nur auf recht senkrechte Stellung beim anhäufeln achten? Ziel sind gerade gewachsene und gut bewurzelte Triebe.

Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: floXIII am 07. Mai 2017, 18:01:36
@Piffpaff: Ich würde die auch lieber heute als morgen vereinzeln. Spätestens wenn sie beginnen oben auszutreiben, dann setzt auch Wurzelwachstum ein. Die stehen bei dir doch sehr eng beieinander im Kübel. Wenn du zu lange wartest, wirst du beim Vereinzeln sehr wahrscheinlich nur unnötig mit Wurzelschäden rechnen müssen. Ein Teil bricht ja meist doch ab, auch wenn man noch so vorsichtig ist.

@thuja: Habe auch ähnliches vor. Bei einer Lieferung hatte ein Bäumchen bereits einzelne Wurzelausläufer (Unterlage M9). Die hab ich vorsichtig entfernt (hatten aber kaum Wurzeln dran). Einer davon treibt jetzt langsam aus. Allerdings wirds wohl heuer/bzw. für nächstes Jahr nichts mit eigenen Unterlagen. Da muss ich wohl noch ein Jahr warten.
Würde aber sagen, dass du die nicht groß stäben musst. Beim Anhäufeln etwas gerade richten sollte eigentlich reichen. Von der Unterlage bleibt ja nach dem Veredeln eh nicht so vie überirdisch übrig. Wenn das dann ein wenig krum ist, dürfte es ja nicht so viel ausmachen. (Ist aber nur meine Meinung  ;))
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Piffpaff am 08. Mai 2017, 18:37:09
Danke für die schnellen Antworten und Tipps, ja lange lass ich sie nicht so eng zusammen im Topf, hab da auch kein gutes Gefühl dabei..
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: flobob am 08. Mai 2017, 21:38:25
habe meine auch in so einem grossen topf. Ich lass die bis september drin und kommen dann an den endgueltigen ort.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: thuja thujon am 08. Mai 2017, 22:02:31
Ist halt auch immer eine Frage wieviel Zeit man verlieren möchte, wenn die nicht richtig wachsen schneidet man ja doch noch mal kräftig zurück.

@flo: ja, ich probiers. Ich denke ich werde mit aufgedüngtem Sägemehl anhäufeln. Wenns interessiert, sage ich Bescheid, wie sichs entwickelt.

Ansonsten habe ich die Okulationen jetzt nach dem abwerfen zum zweiten mal sanft gedüngt und wenn die Beete wieder etwas abgetrocknet sind, muss ich die Blütenknospen von den Testbaumreisern abknipsen. 
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Piffpaff am 09. Mai 2017, 13:17:48
@flobob: wie eng stehen die bei Dir im Topf? Hast du keine Bedenken, dass sich die Wurzeln im Topf zu stark verheddern und dann abreissen beim vereinzeln?
Überlege immer noch ob Topf oder Beet..
Für Beet spricht meines Erachtens: jedes Bäumchen hat ausreichend Platz und kein Rundwachsen der Wurzeln wie im Topf.
Für Topf spricht das es einfacher ist die Bäumchen Unkrautfrei zu halten, auch kann keine Wühlmaus ran, allerdings müsste ich mir erst entsprechend viele Töpfe besorgen(Kosten!) oder am Wertstoffhof zusammenschnorren ;D..ein Podest müsste ich wohl erst bauen, da die Ameisen gerne Nester in Töpfe bauen die Bodenkontakt haben, wie ich feststellen musste...ausserdem wenn die im Winter draußen stehen, drohen da nicht Wurzelschäden durch Frost? Wenn so Pflanztöpfe durchfrieren, soll das anders sein als wenn die Pflanzen im Boden sind, hat mir mal jemand gesagt..hat da jemand Erfahrungen mit Obstbäumen im Topf im Winter draußen?
Fragen über Fragen..der Weg zum eigenen Apfel ist lang, vor allem auf Sämling ::)
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Piffpaff am 09. Mai 2017, 13:27:01
@thuja, wie du das mit den Steckhölzern genau gemacht hast, hätte mich auch interessiert..hab das letztes Jahr mal probiert, wurde aber nichts..hab überlegt mal einen Versuch mit Weidenwasser zu machen, soll ein natürlicher Bewurzelungsaktivator zu sein..aber das Thema gehört wohl nicht hierher oder?
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: b-hoernchen am 09. Mai 2017, 13:31:05
hat da jemand Erfahrungen mit Obstbäumen im Topf im Winter draußen?
Ja, ist Mist! Erfrorene Wurzeln, sterbende Pflanzen oder zumindest etliche vertrocknende Triebe im Frühjahr. Ein Baum ist ein "Wildtier", der will im Freien leben. Das mit dem Wasserhaushalt im Topf hinzubekommen, ist schwierig. Ich hab' halt kein Händchen für's Kübelgärtnern. Im Sommer (schon jetzt) kriegen einige Sorten der Jungveredlungen ganz böse Mehltau im Topf. Meine Meinung - so bald man weiß, dass die Veredlung anwächst, auspflanzen in den Garten! Eine schöne Baumschule machen mit Tonkinstäben, Abstand mindestens 30, besser 50cm - dann kann man auch mal ein, zwei Tage Urlaub machen, ohne dass die Pflänzchen vertrocknen... .
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: obst am 09. Mai 2017, 15:19:10
Ich nehme für Veredlungen immer schwarze 12 l Wassereimer (Vorteile: günstig, robust und durch den Griff leichter zu handhaben) und bohre in den Boden vier Löcher mit einem dicken Bohrer. Diese Eimer fülle ich mit Blumenerde und stelle sie dann in den Schatten, da ich nur am Wochenende bewässern kann (das kann an sehr heißen Tagen allerdings zu einem Problem werden), sonst kann man sie auch in die Sonne stellen. Das überflüssige Wasser läuft unten raus. Bis jetzt ist mir noch kein Baum eingegangen. Ich würde die Bäume jedenfalls nicht kurz nach dem Zusammenwachsen wieder aus dem Topf herausreißen, um sie im Garten einzusetzen. Dieses doppelte Festwurzeln müssen, ist für den Baum nicht gut und der Platz in den Töpfen reicht für die Wurzeln im ersten Jahr immer aus. Ich habe sie auch schon einmal zwei Jahre im Topf stehen lassen, da ich nicht wusste, wohin damit. Die Bäume haben das ohne Schäden verkraftet.

Wenn die Erde das Wasser sehr festhält, kann man auch noch etwas Sand o.ä. untermischen, damit die Blumenerde nicht so sauerstoffarm ist.

Ich überwinter meine Veredlungen immer in unserem kleinen, nicht beheizbaren Gewächshaus. Da sind sie wenigstens vor den immer hungrigen Rehen geschützt. Man sollte sie aber im Frühjahr früh genug rauspflanzen, da sie sonst Sonnenbrand bekommen können, wenn sie im Gewächshaus schon Blätter treiben. Wenn man sie draußen lassen will, sollte man die Töpfe, damit sie nicht durchfrieren, im Boden ebenerdig versenken, das schützt gut vor dem zu starken Durchfrieren. Am besten ist es, die Bäume im Herbst auszupflanzen, wenn sie die Blätter abgeworfen haben.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Piffpaff am 09. Mai 2017, 20:17:48
@b-hörnchen: danke fürs Mitteilen deiner Erfahrungen bezüglich Winterfrost..da lass ich sie bestimmt nicht draußen übern Winter..und ja, das mit dem Gießen ist für mich auch ein Problem, bin einer vom Typ "Tot-Gießer" also fast immer zu viel..
Hab mich heute mal darangewagt ein paar ca 4 wöchige Veredelungen in Töpfe zu vereinzeln..interessant war, dass die Typenunterlagen also M9 und MM 111 alle im Wurzelbereich mächtig ausgetrieben hatten, die Sämlinge (Bitterfelder) dagegen nur mit ganz wenigen kleinen weißen Wurzelchen. Kaum zu glauben, dass Die mal die großen Bäume werden..wirken viel weniger vital..Der Topf war jedenfalls zu 4/5 mitWurzeln der Typenunterlagen belegt..
Mal schauen ob die durchkommen, bin nicht sehr optimistisch, da ich die Reiser selbst geschnitten hatte und mir eine wohl "revolutionäre" Lagermethode in einem Internetvideo abgeguckt hatte..lässt sich hier leider nicht verlinken, weis nicht warum??..jedenfalls waren die handtrockenen in Papier eingewickelten, auf ca 15 cm zugeschnittenen und in Plastiktütchen verpackten Reiser im Kühlschrank alle nach ein paar Wochen schimmelig..hab sie dann trotzdem noch verwendet..nur um zu sehen ob da noch was anwächst und haben tatsächlich angetrieben..nächstes mal werde ich meine selbstgeschnittenen Reiser schön in feuchten Sand einlagern..vielleicht hab ich bis dahin auch einen Erdkeller ::)
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Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: obst am 09. Mai 2017, 20:34:59
Ich lager die Reiser immer im Kühlschrank in Gefrierbeuteln, in denen sich außerdem ein leicht feuchtes Tempo befindet. Die Beutel sind fest verschlossen. Manchmal sind die Reiser etwas beschimmelt. Bisher hat das aber nichts ausgemacht. Ich wische sie dann nur ab. Wenn meine Reiser anfangen zu wachsen, überleben sie fast immer. Wenn die Veredlung nicht funktioniert, dann zeigen sich überhaupt keine Blätter am Reis, sondern höchstens an der Unterlage.

Man darf dann allerdings das Veredlungsband nicht zu früh entfernen, da die Verwachsung am Anfang oft noch nicht vollständig ist. Ich benutze immer die leicht dehnbaren Kunststoffveredlungsbänder, damit sie nicht so einschnüren, wenn der Baum anfängt zu wachsen. Wenn er dann an Dicke zulegt, kann mannormalerweise auch die Bänder gefahrlos lösen.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Piffpaff am 09. Mai 2017, 20:39:57
@obst: Echt? Na dann lass ich mich mal überraschen, vielleicht wirds ja doch was, aber der Schimmel hat mich da doch irritiert..und das beste war, dass die im Dezember geschnittenen Kirschreiser in den Tütchen angefangen hatten auszutreiben und das noch vor den Kirschbäumen (gleiche Sorte: Burlat) draussen ???
Die Veredelungsgummis find ich auch klasse, vor allem wenn man Kopulationsschnitt mit Gegenzunge macht wird die Veredelungsstelle schön zusammengepresst. Und dann von unten nach oben überlappend wickeln..braucht man die Stelle oft nicht mal mehr verstreichen..
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: b-hoernchen am 09. Mai 2017, 21:25:55
Mir ist noch nie ein im Gartenerdboden gelagertes Reis verschimmelt. Nur vor dem Veredeln saubermachen muss man sie schon  - in kaltes Wasser stellen, mit einer weichen Zahnbürste sanft abbürsten (ohne die Augen zu beschädigen) und zuletzt mit Küchenkrepp abwischnen. Das mach ich aber auch mit am Veredelungstag  frisch geshnittenen Reisern.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: thuja thujon am 12. Mai 2017, 08:32:00
Moin,
@thuja, wie du das mit den Steckhölzern genau gemacht hast, hätte mich auch interessiert..hab das letztes Jahr mal probiert, wurde aber nichts..hab überlegt mal einen Versuch mit Weidenwasser zu machen, soll ein natürlicher Bewurzelungsaktivator zu sein..
allzutolle Bewurzelungsquoten habe ich auch nicht, ich schneide die Steckhölzer wohl zum falschen Zeitpunkt. Mesit dann, wenn die Bäume im Winter geschnitten werden und nicht bei absoluter Ruhe im Dezember/Januar. Hier ist die Zeit nur kurz, im Februar gehts hier meist schon wieder los mit aktivität.

Ein Steckholz ist bei mir maximal Handlang, meist kommen 2 oder 3 Augen in die Erde und eins schaut raus. Unten schneide ich schräg ab mit etwa 5-7mm abstand zum unteren Auge, evtl wird zwischen den 2 unteren Augen auch die Rinde in dünnen Streifen bis aufs Kambium abgeschnitten. Oben schneide ich gerade ab, etwa 5mm über dem letzten Auge.
Schräg stecken ist etwas besser als gerade.

Feucht halten, nicht nass.

Oft sind die Steckhölzer schwach im Austrieb weil nur wneig bewurzelt, das wirft die möglichen Veredlungen mindestens ein Jahr zurück.
Deswegen probiere ichs dieses jahr mit Anhäufeln.

Irgendwas mache ich mit den Steckhölzern falsch, aber auf Weidenwasser oder andere Hormonpräparate zurückgreifen, nein daran sollte es nicht liegen, das sind wohl mehr falscher Schnittzeitpunkt und nicht optimale Behandlung usw.
Weil aber immer wieder ein paar anwachsen und der Garten eh voll ist, schaue ich da nicht tiefer rein. Den Quadratmeter Versuchsfläche spare ich mir und nutze ihn für was anderes.


Die auf Stumpen eingekürzten Unterlagen treiben jetzt recht normal aus, die nächste Zeit werde ich anhäufeln mit Sägemehl. Mal gucken wie die dann bewurzeln.

(http://up.picr.de/29172085lo.jpg)
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Piffpaff am 13. Mai 2017, 12:47:55
Feine Sache, danke für die ausführliche Info..Auch wenn die Steckhölzer wie Du sagst in der Entwicklung zurückhinken, ist es doch eine simple Möglichkeit an zusätzliche Unterlagen zu kommen..
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: cydorian am 13. Mai 2017, 14:04:16
Dieses Jahr hatte ich da auch so meine Erlebnisse. Habe im Januar verschiedene Birnen geschnitten und das Schnittholz achtlos offen auf einen Haufen geschichtet. Mitte April habe ich für Paprikapflanzen im Topf Haltehölzer zum Anbinden gesucht, so dass die gut gewachsenen selbst angezogen Paprika nicht abkippen. Also mal in den Holzhaufen gegriffen und gerade gewachsene Birnenschösslinge genommen, so zurechtgeknickt dass sie passen. Die Töpfchen standen im Gewächshaus, nachts läuft ein Frostschutz. Angezogen wurde in Anzuchterde und dann billiger Blumenerde.

Vor drei Tagen wollte ich alles auspflanzen. Und traue meinen Augen kaum. Die meisten Birnenschosser haben kleine Blätter unten, sind ausgetrieben, auch die Wurzelbildung hat sichtbar begonnen.

Wenns egal ist, wachsen sie gut, wenn man sie geplant vermehren will klappts meist nicht, will mir scheinen...
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 13. Mai 2017, 14:21:54
Hallo,
ich habe da eine kleine Frage.
Ich habe an manchen Unterlagen mehrere Veredelungen angebracht. Dabei habe ich mit Folien gearbeitet. Nun treiben viele Veredelungen aus aber nicht alle. Sollte ich jetzt die toten Veredelungen entfernen, damit keine Krankheiten eindringen? Ich würde die Wunden mit Wundbalsam verschließen.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: invicta am 13. Mai 2017, 19:42:21
Solange der Reiser noch nicht vertrocknet aussieht einfach hoffen.
Balsam würde ich prinzipiell nicht nehmen, beim veredeln beim Reis Ok damit es nicht so schnell vertrocknet.
Die Unterlage hat eigene Wurzeln und schafft das schon bzw. bei vertrocknetem Reis hat die Unterlage die Wunde auch schon längst selbst verschlossen.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Piffpaff am 13. Mai 2017, 19:55:38
Ja würde auch erstmal abwarten..ich hatte letztes Jahr ein paar Äste umveredelt und dann als die schön angefangen hatten auszutreiben kam das ganze "Ungeziefer" also Blattläuse und co, jedenfalls war dann alles abgefressen und es kam praktisch zu keinerlei Neuholztrieben aus der Veredelung..sah alles wirklich Tot aus, habs aber drangelassen und oh Wunder in diesem Jahr treiben die Reiser tatsächlich nochmal aus..also würde ich erstmal abwarten, wegen Krankheiten hätte ich da keine Angst, das bisschen Totholz, wenns denn eines ist macht dem Baum bestimmt nichts..kannst es aber auch wegschneiden, bloß verstreichen würde ich da nichts, ist neuerdings beim Obstbaumschnitt aus der Mode gekommen, soll mehr schaden als nützen, da eventuell vorhandene Pilzsporen eingeschlossen werden, der Baum weis selbst am besten was er mit der Wunde machen muss, hab ich mir von Expertenseite mehrfach anraten lassen.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 13. Mai 2017, 20:34:50
Die Unterscheidung zwischen den toten und lebendigen Veredelungen ist nicht das Problem. Ich habe die Pflanzen in's Gewächshaus gestellt, daher sind sie schon rel. weit in der Entwicklung (Austriebe 1-10 cm).

Ich habe nur Bedenken, dass das Totholz und die Wunden der Unterlagen unter den Folien schimmeln und somit schwere Schäden am Holz verursachen.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: b-hoernchen am 13. Mai 2017, 20:36:40
Die meisten Birnenschosser haben kleine Blätter unten, sind ausgetrieben, auch die Wurzelbildung hat sichtbar begonnen.
Ob das mit allen Sorten so gut klappt? Von welcher Sorte waren bitte deine Birnenschösslinge, cydorian?
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: cydorian am 13. Mai 2017, 20:37:44
Es waren vier verschiedene Sorten. Nach dem Schnitt war nicht mehr klar, welcher Ast von welchem Baum war.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: b-hoernchen am 13. Mai 2017, 21:01:27
Ok - danke, war einfach nur neugierig... .
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Piffpaff am 14. Mai 2017, 08:21:01
@Rib-Esel: wenn Du so gravierende Schäden befürchtest, dann schneid sie besser weg, damit Du ruhig schlafen kannst ;)
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 14. Mai 2017, 09:19:06
Ich habe heute mal mir alle Veredelungen angeguckt. ich werde noch warten. Ich lasse aber die Luftfeuchtigkeit im Gewächshaus nicht zu hoch werden. Ich denke, das ist sicherer. Nacher breche ich noch die guten Veredelungen ab  ::).
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: b-hoernchen am 14. Mai 2017, 18:09:31
Das mit der Folienumwicklung habe ich letztes Jahr auch einmal probiert, gottseidank nur an zwei Veredelungen - und mach' ich nie wieder!
So etwas Blödes wie eine Frischhaltefolie abzuwickeln oder mit der Schere wegzuschneiden, wenn die Veredelung noch nicht bombenfest angewachsen ist, das kann einem den Schweiß auf die Stirn treiben. Ich hab's dann mit einer sehr scharfen Schere irgendwie geschafft, auch eine Rasierklinge war irgendwie beteiligt - aber Nervenkrieg!
Ich schwör auf Elektrikerisolierband und Wachs - hält bombenfest und darunter hat nie was geschimmelt... .
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: floXIII am 14. Mai 2017, 18:45:40
Bei mir klappt es mit Kunstbast eigentlich sehr gut. Auch wenn die Schnittflächen nicht perfekt sind, kann man mit dem Kunstbast ordentlich zusammendrücken.
Bei meinen Apfelbaumveredelungen scheinen auch dieses Jahr 100% anzuwachsen. Drei sind kurzzeitig nicht mehr weitergewachsen. Bei einem davon treiben die Jungtriebe nun aber wieder weiter. Ich hoffe bei den zwei restlichen wirds genau so sein. Und das bei meinen doch sehr schlechten Unterlagen mit kaum Wurzeln dran.
Bei den Aprikosen und Pflaumenartigen ist die Quote nicht ganz so hoch, aber immer noch zufriedenstellend (wobei es da sicher nicht am Veredelungsband liegt)
Drei Veredelungen hab ich auch mit einem Band durchsichtiger Folie gemacht. Vermutlich ists nur das gleiche wie Frischhaltefolie, aber halt schon handlich auf einer ca. 3 cm dicken Rolle. 2 von 3 Mirabellenreiser sind damit angewachsen.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 14. Mai 2017, 19:33:27
Ich habe mit zwei verschiedenen Folien gearbeitet. Einmal mit einem Billig-veredelungsband (Dicke Frischhaltefolie). Damit kann man ordentlich Druck aufbauen. Zum abdichten kommt dann eine Schicht Parafilm darüber. Dies habe ich heuer zum ersten mal so gemacht und ich bin mit den Ergebnissen zufrieden. Die besten Ergebnisse sind bei den Birnen gelungen. Danach kommen die Pflaumen und am schlechtesten verliefen die Äpfel. Wobei das ganze ein Gejammer auf hohem Niveau ist. Die Quote ist allgemein hoch ausgefallen.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: invicta am 18. Mai 2017, 10:46:54
Hat schon mal jemand von euch versucht Maroni (castanea sativa) innerhalb der Buchengewächse Familie zu veredeln, also nicht auf Arteigene?
Angeblich soll das mit Eiche http://www.veredeln.info/anleitungen/esskastanie-veredeln/ gelingen, nur mehr Info diesbezüglich finde ich nicht.
Vielleicht geht ja auch Buche, ich werd auf jeden Fall einen Versuch starten, weil die Maroni bei uns eher kränklich wächst wegen dem Kalk. Aber vielleicht hat ja schon jemand Erfahrung oder mehr Infos bzw Eiche oder Buche als Maroni Unterlage.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: oliv am 18. Mai 2017, 11:08:46
Hallo,
ich nutze mal ein aktuelles Problem um meinen ersten Beitrag zu schreiben.
Ich lese schon eine ganze Weile mit und finde das Forum wunderbar. Nicht nur dass ich viel gelernt habe, es hat ich auch motiviert eine ganze Reihe Dinge im Garten auszuprobieren. Da ich besonders von Obst fasziniert bin, habe ich letztes Jahr auch probiert einige Äpfel zu veredeln (auf MM111 und M7). Das hat verblüffend gut funktioniert und nach dem Rückschnitt haben jetzt alle Veredelungen super losgelegt.
Jetzt mein Problem: Gerade nachdem ich (nach den Spätfrösten) die überzähligen Austriebe weggenommen habe um nur einen Trieb als Stammbildner zu lassen, bricht irgendjemand/etwas alle jungen Triebe ab. Zum Teil ganz abgeknickt, zum Teil angebrochen, so dass der Trieb oberhalb der Bruchstelle verwelkt. Siehe Foto.
Wer macht sowas ?
Ich vermute, dass es Vögel sind. Meisen? Andere? Ich hatte letztes Jahr schon das gleiche bei meinen jungen Obstbäumen (Birnen, Renekloden) beobachtet und auch dieses Jahr hat es schon den Spitzentrieb eines Birnbäumchens erwischt.
So ist es natürlich schwierig, die Bäume sinnvoll zu erziehen.
Was würdet ihr machen zum Schutz der verbleibenden intakten Veredelungen? Im Augenblick habe ich sie eingegittert, das ist aber ziemlich unpraktisch, wenn sie größer werden.
Und wie geht es weiter mit den jetzt spitzenlosen Veredelungen?

Viele Grüße,
oliv
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Wild Obst am 18. Mai 2017, 11:45:15
Was würdet ihr machen zum Schutz der verbleibenden intakten Veredelungen?
Ich würde sie stäben, mit einem Stab, der mindestens so weit übersteht, wie der zu erwartende diesjährige Zuwachs oder die gewollte Kronenhöhe ist. Wenn die Triebe am Stab alle 20 cm locker angebunden sind, ist es schwieriger, ausversehen Triebe zu knicken oder abzubrechen, egal ob Mensch oder Tier. Außerdem wird der Stamm dadurch schön gerade.

Und wie geht es weiter mit den jetzt spitzenlosen Veredelungen?
Die sollten wieder austreiben. Einfach auch gleich stäben und den Neutrieb, der zu dieser Jahreszeit garantiert noch kommt, wenn die Veredlungen bisher gut gewachsen sind, genauso wie die intakten Triebe immer wieder anbinden. Ansonsten gut wässern und düngen, damit sie auch gut treiben.

Was ich manchmal mache statt anzubinden ist den Trieb mit großen Wäscheklammern am Stab festzuklammern. Bei dünnen Trieben klappt das recht gut, das geht schneller als anbinden, aber es kann eventuell auch böse den Trieb abschnüren. Auch sonst beim Anbinden darauf achten, es nie zu fest zu binden, damit das Bindematerial nicht einwächst.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: thuja thujon am 18. Mai 2017, 13:15:31
Da sind evtl Rüsselkäfer im Spiel, Erdbeerblütenstecher oder sowas in der Richtung.
Sonst wäre die Knickstelle nicht so sauber und recht sofort schon vernarbt. Einen Trieb mechanisch so gezielt abknicken ist nicht ganz einfach.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: obst am 18. Mai 2017, 13:34:43
Zitat
Wer macht sowas ?

Könnte es sein, dass es Rehe waren. Bei uns ist dieses Frühjahr ein Reh mehrfach durch den Garten gegangen und hat sämliche Rosen und eben auch von einigen jungen, selbst veredelten Obstbäumen die Spitzen und auch die ersten Blüten abgebissen. Bei uns war es eindeutig, da wir den einen Tag das Reh gesehen haben und außerdem deutliche Spuren im Gartenland vorhanden waren.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: oliv am 18. Mai 2017, 17:02:19
Zitat von: obst link=topic=[b
Link entfernt!1[/b]2873871#msg2873871 date=1495107283]
Zitat
Wer macht sowas ?

Könnte es sein, dass es Rehe waren. Bei uns ist dieses Frühjahr ein Reh mehrfach durch den Garten gegangen und hat sämliche Rosen und eben auch von einigen jungen, selbst veredelten Obstbäumen die Spitzen und auch die ersten Blüten abgebissen. Bei uns war es eindeutig, da wir den einen Tag das Reh gesehen haben und außerdem deutliche Spuren im Gartenland vorhanden waren.

Rehe kann ich - zum Glück - definitv ausschließen, die hatte ich letztes Jahr, das sieht anders (schlimmer) aus. Im Augenblick kommen die hier nicht mehr rein (Zaun). Auch hätte ich die Abdrücke im Boden daneben sehen müssen.

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Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: oliv am 18. Mai 2017, 17:12:53
Zitat von: thuja thujon
Da sind evtl Rüsselkäfer im Spiel, Erdbeerblütenstecher oder sowas in der Richtung.
Sonst wäre die Knickstelle nicht so sauber und recht sofort schon vernarbt. Einen Trieb mechanisch so gezielt abknicken ist nicht ganz einfach.

Oh. Auf die Idee wäre ich nicht gekommen. Tatsächlich ist die Knickstelle bei allen Fällen auffällig sauber, fast wie ein Schnitt - mal fast ganz durch, mal nur 'angeschnitten'. Erdbeerblütenstecher hatte ich mal vor ungefähr drei Jahren im unmittelbar benachbarten Beet, das Schadbild hat in gewisser Weise eine Ähnlichkeit.
Andererseits - ganz ähnlich sieht es ja auch an der Spitze meines Birnbaums (über 1,50m hoch) aus, also ganz woanders als bei den recht erdnahen Veredelungen. Würde man solche Biester dort auch erwarten?
Dann würde ja auch das Eingittern mit Kaninchendraht nichts nützen. Mal sehen, was mit den übrigen Trieben ist, wenn ich nachher heim komme.
Wie könnte ich hier Gewissheit bekommen (den Täter habe ich ja bisher nicht beobachtet) ? Und vor allem: Was könnte man denn in dem Fall machen?
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: flobob am 18. Mai 2017, 17:53:58
Ein Teil meiner Veredelungen
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: thuja thujon am 19. Mai 2017, 00:48:00
Andererseits - ganz ähnlich sieht es ja auch an der Spitze meines Birnbaums (über 1,50m hoch) aus, also ganz woanders als bei den recht erdnahen Veredelungen. Würde man solche Biester dort auch erwarten?
Rüsselkäfer sind mit ihren Flügeln durchaus mobil.
Genaue Artenzuordnung ist schwierig bzw man sollte sich auskennen, Rüsselkäfer sind oft sehr auf einzelne Pflanzen oder zumindest Familien (zB. Rosaceaen) spezialisiert.
Buchtip zum Thema: https://www.amazon.de/Die-R%C3%BCsselk%C3%A4fer-Baden-W%C3%BCrttembergs-Naturschutz-Spectrum-Themen/dp/3897356082

Eventuell mal mit einer Stirnlampe mit Rotlicht nachts auf Pirsch gehen. Gucken was da rumkreucht.
Wenn du was fangen kannst, gute Makrofotos machen, auch von den Vorderbeinen (Behaarung), du kannst sie mir auch gerne in Akohol (70%) eingelegt schicken mit Name, Datum, Maps-Koordinaten, die lasse ich dann bestimmen.
Dann lässt sich am ehesten eine Bekämpfungsstrategie ableiten.

Rüsselkäfer im Garten ist jedenfalls weit mehr als mit vorgetriebenen Torftöpfen eingeschlepte Dickmaulrüsslerlarven.


@Flobob: Sieht nach einer guten Quote aus. In welchem Stadium brichst du die Unterlagenaustriebe weg? Eher jetzt so wie sie auf dem Foto sind oder wenn die Unterlagentriebe schon die ersten 1-2 Blätter abgespreizt haben? Hat noch ein paar Tage später einen Vorteil und sieht man das wirklich an besserem Wuchs vom Edelreis?
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: flobob am 19. Mai 2017, 06:28:54
Ich breche sie weg sobald sie de knospen etwas geoeffnet sind.
ich denke kein unterschied
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: oliv am 19. Mai 2017, 23:16:16
Zitat von: thuja thujon
Zitat von: oliv
Andererseits - ganz ähnlich sieht es ja auch an der Spitze meines Birnbaums (über 1,50m hoch) aus, also ganz woanders als bei den recht erdnahen Veredelungen. Würde man solche Biester dort auch erwarten?
Rüsselkäfer sind mit ihren Flügeln durchaus mobil.
Genaue Artenzuordnung ist schwierig bzw man sollte sich auskennen, Rüsselkäfer sind oft sehr auf einzelne Pflanzen oder zumindest Familien (zB. Rosaceaen) spezialisiert.
Buchtip zum Thema: Link entfernt!1/Die-R%C3%BCsselk%C3%A4fer-Baden-W%C3%BCrttembergs-Naturschutz-Spectrum-Themen/dp/3897356082

Eventuell mal mit einer Stirnlampe mit Rotlicht nachts auf Pirsch gehen. Gucken was da rumkreucht.
Wenn du was fangen kannst, gute Makrofotos machen, auch von den Vorderbeinen (Behaarung), du kannst sie mir auch gerne in Akohol (70%) eingelegt schicken mit Name, Datum, Maps-Koordinaten, die lasse ich dann bestimmen.
Dann lässt sich am ehesten eine Bekämpfungsstrategie ableiten.

Rüsselkäfer im Garten ist jedenfalls weit mehr als mit vorgetriebenen Torftöpfen eingeschlepte Dickmaulrüsslerlarven.


Vielen Dank. Bisher habe ich keine Käfer entdeckt. Auch keine weiteren Schäden. Kann natürlich sein, das es nur wenige Exemplare sind/waren. Ich werde  natürlich weiter suchen. Wenn ich was finde, melde ich mich.
1min. Beitragsanzahl noch nicht erreicht
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Waldgärtner am 22. Mai 2017, 17:35:31
An den letztjährigen (erfolglosen) Okulationswunden hat sich weißer Pilzbefall (ähnlich Schimmel) gebildet.
Kann das für die darüber liegende (angewachsene) Kopulation gefährlich werden?
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Waldgärtner am 23. Mai 2017, 17:58:04
Und gleich die nächste Frage:
Diesen Februar habe ich frisch geschnittene Apfelreiser veredelt und es sind alle angewachsen.
D.h. wenn man zum richtigen Zeitpunkt Reiser schneidet, kann man sich den Aufwand der Lagerung sparen.
Bei Steinobst sollte dieser Zeitpunkt entsprechend einige Wochen früher liegen. Im Endeffekt der Übergang von Winterruhe zum Beginn des Saftstroms.
Wann könnte das bei Pflaumen ungefähr sein? Klar, das variiert von Jahr zu Jahr und abhängig vom Standort. Aber ist Ende Dezember realistisch, so als Daumenregel?
Oder ist Kernobst einfach generell einfacher zu veredeln und das hat deshalb geklappt?
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: carot am 23. Mai 2017, 18:42:42
Bei Steinobst ist es einfach viel wichtiger als beim Kernobst, dass die Reiser in absoluter Winterruhe geschnitten werden. Das sollte so bis ca. Weihnachten geschehen sein.

Beim Kernobst kann man auch noch mit angetriebenen Reisern Veredelungsversuche unternehmen, während das beim Steinobst ziemlich aussichtslos wäre. Kernobst ist also tatsächlich einfacher, was aber nicht an der Technik oä liegt, sondern am Zustand der Reiser. Häufig werden diese nämlich zu spät geschnitten, wodurch die Erfolgsquote beim Steinobst im Gegensatz zum Kernobst einfach enorm leidet. Mit Reisern in gutem Zustand ist die Quote beim Steinobst auch nicht schlechter als beim Kernobst. Eine Ausnahme hiervon sind Pfirsiche und Aprikosen. Damit habe ich regelmäßig unterdurchschnittlichen Erfolg und bin noch am experimentieren.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: b-hoernchen am 23. Mai 2017, 19:01:50
Zumindest für Pfirsich würde ich sagen, ist es wichtig, dass die Unterlage gut im Saft steht. Winterhandveredlungen bei Apfel kann man auch mit Unterlagen machen, die sich in Winterruhe befinden - erst veredeln, dann topfen. Bei Pfirsich (auf Pflaume) hatte ich nur Erfolg, wenn ich die Unterlagen im Haus vorgetrieben hatte, also erst topfen, vortreiben bis die Knospen gut schwellen, dann veredeln.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Waldgärtner am 23. Mai 2017, 21:28:33
Bei Steinobst ist es einfach viel wichtiger als beim Kernobst, dass die Reiser in absoluter Winterruhe geschnitten werden. Das sollte so bis ca. Weihnachten geschehen sein.

Das hatte ich auch so gespeichert. Die Frage ist: Kann ich dann direkt (um)veredeln, also auf Bäume oder Unterlagen im Freien pfropfen?
Oder ist das wegen der Witterung ungeschickt?
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: b-hoernchen am 23. Mai 2017, 21:31:30
Logisch kannst du das. Das hat bei mir dieses Jahr mit Reneklode auf Kriacherl geklappt. Nur die Unterlage sollte schon im Saft stehen.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: obst am 23. Mai 2017, 21:37:19
Zitat
Kann ich dann direkt (um)veredeln, also auf Bäume oder Unterlagen im Freien pfropfen?
Oder ist das wegen der Witterung ungeschickt?

Ich würde nicht sofort veredeln. Die jungen Triebe können abfrieren. Ich habe dieses Jahr aufgrund des warmen Märzes relativ früh veredelt und die Eimer mit den Bäumen in einen offenen Schuppen gestellt. Die Bäume, die in der vorderen Reihe standen, fingen als erste an zu treiben und sind, wenn sich nicht noch eine andere Knospe öffnen sollte, erfroren, obwohl es bei uns nur wenige Grade waren.

Anscheinend sind die Knospen, wenn sie sich gerade öffnen und die Blattspitzen nur ganz wenig herausschauen, sehr frostempfindlich. Ich habe dieses auch bei den zweijährigen Veredelungen, die bereits im Garten stehen, festgestellt. Alle Pflanzen, die bereits etwas weiter in der Entwicklung waren, haben den Frost ohne Probleme überstanden, während die Bäume, die gerade anfangen zu treiben, bei denen die Blätter nur wenige Millimeter aus den Knospen herausschauen, stark angefroren sind, obwohl die Sorten eigentlich sehr frosthart sind.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: thuja thujon am 23. Mai 2017, 23:06:57
Mir ist demletzt was aufgefallen. Deswegen würde ich gerne mit euch mal querdenken.

Das Büchlein von Fritz-Georg Zahn (stärkenbezogene Baumbehandlung) vor mir liegend beim Thema faules Holz im Stamm nach Rückschnitt habe ich mal wieder an den Saftfluss im Stamm gedacht und wo das Dickenwachstum stattfindet und das das direkt mit der blattmasse vom trieb zusammenhängt.
Ich kenne ja meine Okulation vom Gewürzluiken auf MM106. Die will seit 5 Jahren nicht die Abwerfwunde schliessen sondern wächst komplett dran vorbei. Letztes Frühjahr mit dem Messer nochmal nachgeschnitzt soweit wie es ging, dieses Jahr sticht die Schnittstelle der Unterlage immernoch ins Auge.

(http://up.picr.de/29279315az.jpg)

(http://up.picr.de/29279317da.jpg)

Die Kreisrunde dunkle Schnittstelle ist wohl auch dem Unterlagenklon geschuldet, der extrem zu den Luftwurzeln neigt und sich der Saftfluss deshalb vollständig drumrum orientieren muss. Da passiert nur auf eienr seite was, Dickenzuwachs 3-4cm, auf der gegenüberliegenden Seite der Edelaugeneinsetzstelle stagniert das Dickenwachstum mit maximal 3mm. Das tut weh, das sieht ein blinder.
Naja, das Ding wächst trotzdem. Aber...

Was man oft beobachten kann, ist dass 2 jährige Veredlungen gepflanzt werden und nicht richtig vom Fleck kommen. Trotz Herbstpflanzung, gutes Wachswetter, Pflege usw.

Gesetzt den Fall die Saftbahnen schaffen es im ersten Jahr nicht den kompletten Stammumfang breiter werden zu lassen sondern da steckt ein toter Keil von der Unterlage neben einem vitalen Edeltrieb, summiert sich der Effekt auf und es kommt so ein Murks raus wie auf den beiden Bildern oben. Die Bäume machen an den Trieben oben dann nicht das was sie sollen, man formiert und schnippelt wie man das nach allen regeln der Kunst eben so macht, aber der Baum reagiert komplett anders und recht unerwartet mit Austrieb wie mans nicht erwarten würde. Stellenweise stark an den unmöglichsten Orten, aber in der Summe eher schwach. Alles nur weil wohl der tote Keil dort unten den freien Fluss der Säfte behindert und sich die Wurzelsäfte ihren Weg nach oben mühselig freischaffen müssen. Zumindest wäre das eine Möglichkeit, die mir erst bei der Lektüre dämmerte.

Es gibt durchaus auch gelungene Okulationen, hier der selbe Unterlagentyp, auch selbstgemacht, diesmal mit Berlepsch statt Gewürzluiken und ein Jahr davor okuliert:
(http://up.picr.de/29279331rd.jpg)
Da war die Abwurfstelle der Unterlage im 2ten Jahr schon zu und der Baum treibt seit dem ersten Jahr ohne Unterbrechung und ist komplett berechenbar was die Stärke und Orte der Austriebe angeht.

Das kenne ich von einer anderen Veredlungsmethode, dem pfropfen in den Spalt. Dort gibts keinen Versorgungsschatten im Holz, nichts einseitiges sondern nur eine gerade Verlängerung eines Triebes.
Hier ein Prinz Albrecht von Preussen im dritten Jahr auf einem schlecht bewurzelten Unterlagensteckholz, deshalb der schlechte Wuchs bzw Dickenwachstum.
(http://up.picr.de/29279320xn.jpg)

(http://up.picr.de/29279322ky.jpg)

Im Vergleich dazu eine Quitte in den Spalt gepfropft auf Feuerdorn, in gut 1m Höhe, 4 Jahre alt, nahezu perfekt verwachsen, die Quitte trägt seit dem 2ten Jahr und ist vom Wuchs nicht zu bremsen. Im ersten Jahr schon 4 Triebe mit je 1m Länge...
(http://up.picr.de/29279324rn.jpg)

(http://up.picr.de/29279327es.jpg)

Im krassen Gegensatz dazu eine geradeso gelunge Pfropfung in den Spalt.
Letztes Jahr reingesteckt, hat gerade gereicht zum anwachsen und Blütenknospen bilden am Reis. Dieses Jahr geht er aber ab. Das Loch in der Mitte stört nur optisch, an der ganzen Veredlung gibts nirgendswo einen toten, unterversorgten Holzkeil wie es bei Okulationen manchmal der Fall ist (siehe die ersten 2 Bilder).
(http://up.picr.de/29279329yv.jpg)


Habt ihr auch schon ähnliche, nachhaltige Wuchsschäden bei euren Okulationen beobachtet oder ähnliches bei angeplattenen Reisern auf etwas stärkeren Ästen? 

Mir liegt Palmer in den Ohren mit nur auf der Astoberseite umveredeln und pfropfen in den Spalt nicht als Anfängermist abtun, Zahn begründet Gummifluss und Wuchsstockungen mit Saftfluss und im Garten kann ich die Auswirkungen von Totholzpartien an wichtigen Nadelöhren beobachten.

Was meint ihr dazu, sind die oft zu beobachtenden Anwachsschwierigkeiten mancher 2-jähigen Okulationen aus der Baumschule (keine 50cm Trieblänge werden im ersten Jahr erreicht) manchmal sogar systembedingt und Baumausfälle bzw enttäuschender Wuchs mit der üblichen Okulation vorprogrammiert?

Wie kann mans umgehen bei Sommerverdlungen?
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Waldgärtner am 24. Mai 2017, 19:27:01
Logisch kannst du das. Das hat bei mir dieses Jahr mit Reneklode auf Kriacherl geklappt. Nur die Unterlage sollte schon im Saft stehen.

Im Dezember stehn die aber eher nicht voll im Saft. Die fangen ja maximal an.
Das Ding ist: Ich würde gerne ausgepflanzte Unterlagen umveredeln. D.h. die kann ich weder reinstellen noch vortreiben.
Gleichzeitig ist das Lagern der Reiser logistisch nicht ganz einfach. Also sollen das Ganze an einem einzigen Termin passieren.
Ich teste einfach mal.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: b-hoernchen am 24. Mai 2017, 19:46:11
Das mit dem gemeinsamen Termin von Reiserschneiden und Veredeln dürfte echt schwierig werden.
Wo ist das Problem beim Reiserlagern? Du hast doch einen Garten! Einfach an schattiger Stelle eingraben, also gut handbreit Erde drauf und zur Sicherheit kannst du noch eine Steinplatte drüber legen. Ich war auch skeptisch, halte das mittlerweile für die beste Methode Reiser über den Winter zu lagern, da schimmelt nix. Im März oder April kannst du dann veredeln, Reiser saubermachen durch Einstellen in kaltes Wasser, Abbürsten mit weicher Zahnbürste und trocken reiben mit Küchenkrepp.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: invicta am 25. Mai 2017, 15:49:29
@b-hoernchen
Wie gut bzw wie lange geht das bei Marillen, Kirschen oder Pfirsich?

Im Januar kann man die noch gut veredeln doch bis April halten die sich nie im leben durch, bzw. treiben aus.

Mirabellen oder andere Pflaumen sind wieder kein problem.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 25. Mai 2017, 17:00:20
Steinobst (auch Pflaumen) kann nicht so lange gelagert werden, wie Kernobst. Während Kernobst einen gewissen Temperaturreiz braucht um aus zu schlagen, herscht bei Steinobst eine innere Uhr, die dann den Ast zum austreiben zwingt. Selbst eine Lagerung von Steinobstreisern in der Gefriertruhe, kann nur zum Sommer gehen, dann treiben sie in der Truhe aus.

Steinbst wird so Februar, März veredelt (Da sie dann bald austreiben). Kernobst kann auch später verarbeiten werden.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: invicta am 25. Mai 2017, 19:15:56
Also bei Pflaumen(Zwetschke, Mirabelle, Ringlotte) habe ich da überhaupt keine Problem das funktioniert auch super nach der kalten Zeit direkt vom Baum zu Baum. Selbst die Lagerung bis Mai hat geklappt es waren zwar schon die obersten Knospen angetrieben, habe dann einfach nur die noch geschlossenen benutzt und siehe da fast alles wächst an.

Pfirsich und Marille hat im Januar als Veredlung gar nicht geklappt und im Freihland konnte ich nicht veredeln weil im Februar schon alle Knospen offen waren.

Kirsche hat mit der Veredlung mitte Januar gut geklappt obwohl die Knospen der Reste auch im Februar trieben.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 25. Mai 2017, 20:28:39
Wenn's klappt, dann klappt's ;D

Mir wurde dieses Frühjahr geraten, bei angetriebenen Knospen, diese mit Veredelungswachs zu überstreichen. Ich habe anstatt dessen, Sprühbaumverband genommen. Die Veredelung (Pflaume) ging auch an :)

Heuer ging bei mir Kirsche nicht. Mit Apfel hatte ich auch Probleme. Birne und Pflaume ging problemlos. Manchmal ist's eben ein Glückspiel.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: b-hoernchen am 25. Mai 2017, 23:17:59
@b-hoernchen
Wie gut bzw wie lange geht das bei Marillen, Kirschen oder Pfirsich?

Im Januar kann man die noch gut veredeln doch bis April halten die sich nie im leben durch, bzw. treiben aus.

Mirabellen oder andere Pflaumen sind wieder kein problem.
Jetzt muss ich doch direkt mal nachschauen, wann ich dieses Jahr veredelt hab': Reneklode (Große Grüne) auf Kriacherl im Garten am 27. 02. (aber die Reiser waren noch tiptop, wären im März auch noch gegangen).
Und Pfirsich (Handveredelung auf Brompton-Pflaume) hab' ich mir gar nicht aufgeschrieben, müsste aber auch Ende Februar, Anfang März gewesen sein, weil ich da die Veredlungszange rausgeholt hatte und wenn ich schon einmal dabei bin, dann mach' ich gleich alle... .

Stimmt, das Pfirsichreis hatte dieses Jahr schon etwas dicke Knospen, das habe ich aber darauf geschoben, dass ich es nicht richtig eingegraben hatte, sondern nur einen Stein im Garten draufgelegt hatte. Nachdem der Schnee geschmolzen war, ist da Licht draufgekommen. 2016 habe ich am 15. März veredelt - und da war das Reis besser lichtgeschützt gelagert worden.

Beide Pfirsichveredelungen sind angewachsen.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 26. Mai 2017, 07:59:59
Hast du schon die Unterlagsreiser der Veredelungen und das Verbundmaterial entfernt?
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Waldgärtner am 26. Mai 2017, 08:29:10
Das mit dem gemeinsamen Termin von Reiserschneiden und Veredeln dürfte echt schwierig werden.
Wo ist das Problem beim Reiserlagern? Du hast doch einen Garten! Einfach an schattiger Stelle eingraben, also gut handbreit Erde drauf und zur Sicherheit kannst du noch eine Steinplatte drüber legen.

Ich hab mehrere ;)
Die großen Flächen sind aber weiter weg (bei den Eltern), da komme ich nicht so oft hin.
Deshalb würde ich gerne alles an einem Termin machen. Geht mehr um die Koordination der Termine als ums Lagern.

@invicta: Wann hattest du denn veredelt (von Baum zu Baum)?

OT: Geht mir hauptsächlich um Pflaumen, Renekloden, Mirabellen und Kirschen.
Die bilden das "Rückgrat" meines Steinobstes. Aprikose und Pfirsich betrachte ich nach den Erfahrungen der letzten Jahre nur noch als Spielerei. Nice to have, aber ohne großen Erwartungen.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: invicta am 26. Mai 2017, 16:41:48

Ich hab mehrere ;)
Die großen Flächen sind aber weiter weg (bei den Eltern), da komme ich nicht so oft hin.
Deshalb würde ich gerne alles an einem Termin machen. Geht mehr um die Koordination der Termine als ums Lagern.

@invicta: Wann hattest du denn veredelt (von Baum zu Baum)?

OT: Geht mir hauptsächlich um Pflaumen, Renekloden, Mirabellen und Kirschen.
Die bilden das "Rückgrat" meines Steinobstes. Aprikose und Pfirsich betrachte ich nach den Erfahrungen der letzten Jahre nur noch als Spielerei. Nice to have, aber ohne großen Erwartungen.

Einfach nach dem letzten stärkerem Frost, in meiner Gegend ist das meist so im Februar-März

Also bei Ringlotten habe ich das 2016, wenn ich das noch so recht weiß, so ende März und 2017 ende Februar durchgeführt.
Der größte Nachteil an der Methode ist das man nur ein kleines Zeitfenster hat und wenn man das übersieht bzw es nicht richtig erwischt musst ein Jahr warten oder Okulieren.

Habe aber zusätzlich auch gelagerte Reiser verwendet und konnte keinen Unterschied bezüglich anwachsen finden. Selbst wenn man nicht sauber Arbeitet habe aus spaß auf einer Kirschpflaume 10 Reiser draufgeklatscht und mit Malerkrepp drauf gepickt  das Ergebnis 8/10.

Bei Kirschen kann ich nichts beitragen habe nur gelagerte verwendet.

Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 26. Mai 2017, 22:06:34
Ich habe noch eine Frage: Ich habe dieses Jahr ein Auge einer gelben Kirsche auf eine  Sämlingsunterlage gechipt. Diese Woche trieb das Auge aus, trocknete aber schnell ein. Die Knospe fiel letztlich ab. Kann ich dennnoch auf das Austreiben von Sekundärknospen hoffen?

Gestern fing eine Sommerokulation vom letzten Jahr an auszutreiben. Dabei treibt anscheinend eine sekundäre Knospe aus. Die Unterlage ist Eberesche, das Auge ist vermutlich eine Mispel (Ja, ich brauche für meinen Garten eine bessere Buchführung ;D)
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: floXIII am 27. Mai 2017, 18:36:23
Hier meine Aprikosenveredelung auf St.Julien A. Wächst bislang sehr schön, veredelt durch einfache Kopulation.

Alle Apfelveredelungen sind auch angewachsen. Bei den Prunus-Veredelungen sind ca. 50% angewachsen, zum Glück hab ich genug gemacht  ;)
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: misoo83 am 31. Mai 2017, 08:37:46
Kirsche gespaltener Transplantat Update Video  :D.

https://youtu.be/J-7c8tn4AOA
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 31. Mai 2017, 20:59:56
Hier ein paar aktuelle Ebereschen-Veredelungen:

Die Birne wächst, wird aber von irgendetwas gefressen.


birne/eberesche01



birne/eberesche02




Es dünkt mir immer mehr, dass ich hier eine Mispel habe.


mispel/eberesche01



mispel/eberesche

Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: thuja thujon am 31. Mai 2017, 22:58:29
@misoo83: Videos sind wirklich besser als Fotos. Danke, guckt sich gut.

Pfropfen in den Spalt, bin ich auch Fan davon.
Daher kommen meine nachhaltigsten Veredlungen, die einfach durchziehen statt nach 2 Jahren kurz zu stottern.

Was ich allerdings nicht verstehe, warum nur 2 austriebfähige Augen am Reis? Schau dir die verschwendete Energie in den Unterlagentrieben darunter an.
Warum nicht 5 Augen pro Reis und notfalls das eine, was in die falsche Richtung zeigt, geblendet?

Die ziehen dann noch besser durch als die 2-Augen Reiser.
Die Unterlagenaustriebe unterm Reis sind so weit unten, die will wohl keiner länger als bis zum ersten Ertrag daran wachsen lassen.
In der Regel frisst die spätestens der Rasenmäher.

Oder andere Frage: welche Baumform strebst du an? Spindel oder Pyramidenkrone?
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 01. Juni 2017, 08:33:06
Das interessante von Misoos Technik ist, dass seine Edelreiser beim Spaltpropfen, nur einen Kopulationsschnitt bekommen. Ich habe dieses Frühjahr auch mit Spaltpropfen veredelt und habe die Edelreiser nach Lehrbuch zugeschnitten. Leider habe ich dadurch eine schlechte Ausbeute  erziehlt.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: carot am 01. Juni 2017, 11:10:21
Wie kommst Du denn darauf?

In dem letzten Video sind die Reiser ganz klar zum Keil geschnitten worden.

Auch in diesem Video hat er Keilschnitte verwendet.
https://www.youtube.com/watch?v=yNuZDuyA_0I

Ich sehe auch keinen Vorteil in einem einseitigen Kopulationsschnitt beim Spaltpfropfen, sondern nur klare Nachteile (eine Seite der Unterlage bekommt keinen Zug und wird vermutlich zurücktrocknen) oder habe ich Dich missverstanden?
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 01. Juni 2017, 13:59:20
Sorry, hab's auf'm Handy geschaut. Jetzt mit dem 15" sehe ich das auch. Habe mich schon gewundert. Danke! Die andere Seite hat einen flacheren Winkel, das konnte ich nicht so gut sehen.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 05. Juni 2017, 15:59:25
Heute habe ich die überschüssigen Edelreiser, die im Kühlschrank lagerten, veredelt (Kopulation). Es war zwar nicht notwendig und ich habe die selben Sorten auf normalen Unterlagen  im Frühjahr veredelt aber ich wollte mal gucken was daraus wird.

Es handelt sich um eine unbekannte Birne und um eine portugiesische Quitte. Beide Arten habe ich auf eine Eberesche zusammen und auf einen Weißdorn zusammen drauf veredelt.

Zur Lagerung:
Von 15 Edelreisern je Art, haben max. 2 Edelreiser pro Art ausgetrieben. Diese wurden verworfen. Sie Wurden im Kühlschrank, eingewickelt in Zeitungspapier, in einer Gefriertüte, gelagert. Die Lagrtung hätte man im Gefrierfach verlängern können.

Wichtiger Hinweis für Anfänger:
Für alle Anfänger: Dies ist ein Versuch und entspricht keiner Standardmethode (Weder Zeitpunkt noch Veredelungspartner). Deshalb sollten alle Anfänger, die ein möglichst sicheres Ergebnis erzielen wollen, dies nicht machen.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: thuja thujon am 17. Juni 2017, 20:35:37
Meine Okulationen sehen bis jetzt ganz gut aus.

(http://up.picr.de/29515850pi.jpg)
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 18. Juni 2017, 10:28:52
Hi, ich brauche einen kleinen Rat, wie ich weiter verfahren sollte. Ich habe  im Frühjahr Sommerblutbirne, durch Chipen, auf  Kirchsaller veredelt. Die Chips scheinen angewachsen zu sein, aber keines der Augen trieb aus. Im Gegenteil, die Primärknospe scheint sogar abgestoben zu sein. Die Chips sehen aber nicht so schlecht aus.

Die Unterlage trieb gut aus. Sollte ich die Neuaustriebe einkürzen, damit vielleicht Sekundärknospe
 austreiben oder sollte ich die Unterlage neu veredeln?

Hier der erste Chip:
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 18. Juni 2017, 10:35:32
Hier der zweite Chip:
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: thuja thujon am 18. Juni 2017, 11:12:57
Ich würde auf jeden Fall köpfen obendrüber, wenigstens mit 3cm Abstand zur Oberkante vom Chip.

Wenn sie dann nicht austreiben wollen sind sie hin, dann kannst du darunter nochmal neu chippen.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Vogelsberg am 21. Juni 2017, 12:34:41
Sooo und jetzt mal eine gaaanz leichte Frage an die Spezialisten hier, denn die Suchfunktion bringt nichts brauchbares  ::)

Ich habe einen mehrjährigen Sämling der türkischen Zuckeraprikose, der schon zu groß, bzw. zu fest eingewurzelt ist, um wieder eingetopft zu werden (so wie mit den kleineren Sämlingen geschehen...). Als eigenständige "Sorte" taugt der hier aber nichts, da die dünneren Zweige verfrieren oder sonstwie nicht voran kommen.

Deshalb möchte ich auf den schon etwas dickeren Stamm, der an sich winterhart ist, etwas anderes aufveredeln - was geht den auf Aprikose?

Und mit welchen Methoden - bald wäre ja Zeit für (erste Übungen) zu Okkulationen?
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: invicta am 21. Juni 2017, 12:51:02
Ein Tipp wäre dieser Link http://www.veredeln.info/

Ja:  Pfirsich, Pflaumen und ähnliche

Nein: Kirschen, Weichsel und ≠Steinobst.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 21. Juni 2017, 13:26:53
Wie dick ist denn der Stamm?
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Wild Obst am 21. Juni 2017, 14:23:05
Leider kenne ich noch keine Auflistungen, was genau auf jede Unterlage veredelt werden kann. Die, die ich von veredeln.info und ähnlichen Seiten kenne, sind alle anders herum, also: Welche Unterlage kann für eine Obstart verwendet werden.

Für Aprikosen als Unterlage würde ich dir wie Invicta alles Steinobst außer Kirschen empfehlen. Also Aprikosen-, Mandel-, Pfirsich- und Pflaumensorten.

Für Veredlungen jetzt im Sommer würde ich dir zu Okulationen bzw. Chipveredlungen raten. Die Genauen Zeitpunkte hängen auf jeden Fall davon ab, ob die Edelreiser schon "reif" genug sind und, bei Okulationen,ob sich die Rinde deines Aprikosensämlings (noch) löst. Ich würde den Sämling bei diesem Wetter auf jeden Fall in nächster Zeit viel gießen, wenn du okulieren willst. Wenn es der Unterlage zu trocken ist, löst die Rinde nicht.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Vogelsberg am 21. Juni 2017, 16:05:02
Vielen Dank für die schnellen Antworten!

Mein Problem ist tatsächlich:


Autor: Wild Obst
« am: Heute um 14:23:05 »

   
Leider kenne ich noch keine Auflistungen, was genau auf jede Unterlage veredelt werden kann. Die, die ich von veredeln.info und ähnlichen Seiten kenne, sind alle anders herum, also: Welche Unterlage kann für eine Obstart verwendet werden.



... eben deshalb frage ich hier und das sind doch schon mal hilfreiche Antworten.
Der Stamm hat ca. 3cm im Querschnitt/8 cm Umfang und die Rinde löst etwas (mal schnell nachgemessen) .... falls es dann vielleicht mal wieder regnet - morgen und hoffentlich ohne Gewitter und Hagel  :-X :P - sollte eine Okulation möglich sein...Chipveredelung habe ich in der Theorie auch schon studiert.

Zwetschenwildlinge, rübergewachsen vom Nachbarn, müssen diesen Sommer als Versuchsobjekte herhalten... gute, wildwachsende "Hauszwetschen" würde ich gerne zu mir übersiedeln - klein, lecker, steinlösend, saftarm und haben Früchte angesetzt trotz Aprilfrost!

Hauszwetsche auf Aprikose, hätte ja auch nicht jeder  ;)

Vielen Dank!!!
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 28. Juni 2017, 19:56:55
Heute habe ich die überschüssigen Edelreiser, die im Kühlschrank lagerten, veredelt (Kopulation). Es war zwar nicht notwendig und ich habe die selben Sorten auf normalen Unterlagen  im Frühjahr veredelt aber ich wollte mal gucken was daraus wird. Es handelt sich um eine unbekannte Birne und um eine portugiesische Quitte. Beide Arten habe ich auf eine Eberesche zusammen und auf einen Weißdorn zusammen drauf veredelt.

Zur Lagerung:
Von 15 Edelreisern je Art, haben max. 2 Edelreiser pro Art ausgetrieben. Diese wurden verworfen. Sie Wurden im Kühlschrank, eingewickelt in Zeitungspapier, in einer Gefriertüte, gelagert. Die Lagrtung hätte man im Gefrierfach verlängern können.

Wichtiger Hinweis für Anfänger:
Für alle Anfänger: Dies ist ein Versuch und entspricht keiner Standardmethode (Weder Zeitpunkt noch Veredelungspartner). Deshalb sollten alle Anfänger, die ein möglichst sicheres Ergebnis erzielen wollen, dies nicht machen.

Kleines Update aus Rib-Esels Frankensteingarten:
Ich habe es gewusst, als ich die Edelreiser der angeblichen Birne geschnitten habe, kahmen mir die Knospen eher als Apfelknospen vor. Ich hatte Recht. Ich habe also keine Birne und Quitte an Eberesche und Weißdorn veredelt, sondern Apfel und Quitte an Weißdorn und Eberesche.

Am Weidorn tut sich noch nichts aber an der Eberesche. Dort treiben alle drei Apfeledelreiser aus. 8) Hier ein Bild_
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 28. Juni 2017, 19:57:49
noch'n Bild
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 06. Juli 2017, 18:36:47
Der Apfel auf Eberesche macht sich gut. Ich denke bei einer Veredelung kann ich bald die Umwicklung entfernen.

Hier im Bild: Zwei der drei Veredelungen. im Hintergrund der am weitesten entwickelte. Bild von Heute.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Waldgärtner am 12. Juli 2017, 16:12:51
Spannend, dass das geht!
Bericht gerne weiter, wie sich das entwickelt :)
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Wild Obst am 12. Juli 2017, 16:32:15
Mich würde es auch interessieren, wie sich deine Vogelbeeräpfel langfristig entwickeln. Meine Erfahrungen waren bisher, dass auch recht wilde Kombinationen anwachsen oder zumindest austreiben, aber es oft auf Dauer einfach nicht klappt und die veredlung nach 1-3 Jahren einfach nur noch kümmert oder ganz abstirbt.

Ich wünsche dir da mehr Glück als ich hatte, bisher habe ich bei meinen Versuchen leider keine neuen dauerhaften Kombinationen gefunden.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 13. Juli 2017, 00:34:56
[...] und die veredlung nach 1-3 einfach nur noch kümmert oder ganz abstirbt.

1-3 was?  :)

Bis her läuft es gut. Ich habe zufällig heute Bilder gemacht.




Auch die Kirchsaller Birne auf M26 als Weichholzveredelung wächst noch. (Es sind beides Kirchsaller und nicht wie im anderen Thread behauptet, eine Quitte)







Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Wild Obst am 13. Juli 2017, 08:16:07
1-3 was?  :)

1-3 Jahre, ich habe es auch oben geändert. So was passiert, wenn man zwischendurch abgelenkt wird.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 23. Juli 2017, 13:55:06
Ich denke, dass meine Frage ein bisschen untergegangen ist, daher wiederhole ich den Text ;D


Kleine Nebenfrage zum Anplatten: Beim Anplatten wird die Rinde der Unterlage entfernt. Der Edelreis bekommt einen Kopulationsschnitt und wird dann an die Unterlage befestigt. Was hält ihr davon, wenn man, wie bei der Unterlage, die Rinde des Edelreises genauso entfernt und diese dann befestigt? Ähnlich wie zwei zusammengeklebte Bleistifte. Ein erweitertes „Chipen“

In etwa so: http://i18.tinypic.com/2qx58au.jpg

Ich halte die erstgenannte Methode:
Der Edelreis bekommt einen Kopulationsschnitt und wird dann an die Unterlage befestigt.
praktischer, einfacher und sicherer als die zweite:
Was hält ihr davon, wenn man, wie bei der Unterlage, die Rinde des Edelreises genauso entfernt und diese dann befestigt? Ähnlich wie zwei zusammengeklebte Bleistifte.

Bei der zweiten müssen die großteils parallel freigelegten Kambiumstreifen in genau dem gleichen Abstand sein, damit sie gut verwachsen können. Bei der ersten Methode, ovale Kambiumstreifen beim Edelreis und paralleles Kambium bei der Unterlage treffen beide Kambien an genau 4 Punkten zwangsweise zusammen, solange der Abstand der Kambiumstreifen der Unterlage kleiner ist als der Durchmesser des Kambiumzylinders des Edelreises. Dabei muss man nicht großartig justieren, nichts muss genau passen.

Ich halte deswegen die zweite "zwei zusammengeklebte Bleistifte" Methode für unnötig kompliziert und die Veredlungsstelle wird zudem auch nicht schöner.



Als ich die oben gestellte Frage postete, da hatte ich schon so komisch veredelt. Heute berichte ich euch meine Erfahrungen darüber.

Ich habe mehrere Reiser so veredelt. Es waren Äpfel und Pflaumen. Bei Pflaumen war diese Methode ein Reinfall. Von etwas mehr als zehn Veredelungen wuchs nur eine an. Dabei war es egal, ob ich einen Kopulationsschnitt machte, oder nur dir Rinde des Reises, an der Seite entfernte.

Bei Äpfeln lief es aber recht gut. Bei einer vermutlichen Alkmene, von der ich fünf Reiser an schwächeren Ästen veredelte, lief es nicht so gut. Es wuchs nur ein Reis an. Die schlechte Anwachsrate könnte man damit erklären, dass ich die Veredelung nicht so kräftig verbinden konnte, wie bei Veredelungen mit stärkeren Unterlagen. Ein weiterer Grund, könnte der späte Erntezeitpunkt der Alkmene-Reiser gewesen sein.

Ansonsten waren die Anwachsraten gut.

Es hat sich gezeigt, dass man die Reiser nur dann ohne Kopulationsschnitt veredeln kann, wenn man sie am oberen Ende der Unterlage anbringt. Will man in der Mitte der Unterlage anplatten, so ist der Kopulationsschnitt ratsam.

Ein Vorteil des Anplattens ohne Kopulationsschnitt ist die Unabhängigkeit der Dicke der Unterlage.

Es folgen Bilder



Anplatten Roter Mond / M26 2307.17 - veredelung seite 1



Anplatten lila Apfel 23.07.17



Anplatten Roter Mond / M26 2307.17 - veredelung seite 2



Anplatten Bolero / M26 23.07.17 - veredelung



Anplatten Bolero / M26 23.07.17 -wuchs



Anplatten Roter Mond / M26 2307.17 - Wuchs



Anplatten Alkmene (?) 23.07.17

Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Prunus persica am 06. August 2017, 23:40:14
Hallo, ich hätte auch eine Frage an die Veredelungs-Experten hier im Forum:
Ich habe vor demnächst eine Pflaumensorte mittels Okulation zu veredeln. Das Problem dabei ist, dass der Baum, von dem die Reiser geschnitten werden sollen, und die zu veredelnde Unterlage nicht am selben Ort stehen und daher Reiserschnitt und Okulation nicht am selben Tag erfolgen können. Kann man Reiser zu dieser Jahreszeit einige Tage lagern? Wie geht man dazu am besten vor?
Vielen Dank.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 06. August 2017, 23:58:22
Das kann man max. einen Tag lang machen (nach meiner Einschätzung). Ich schneide dabei den Ast mit etwas Altholz ab, zupfe die Blätter ab (Blätter vorsichtig nach unten abziehen; Rinde darf dabei nicht beschädigt werden), und lege sie in den Kühlschrank, innerhalb einer Tüte, eingewickelt in feuchtem Küchenpapier .

alternativ zum abziehen der Blätter kannst du auch die Blätter abschneiden und dabei einen Stiel stehen lassen (Der Stiel soll bei manchen Leuten, beim Veredeln, helfen)
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: invicta am 07. August 2017, 12:27:55
Ich habe die Sommerreiser in einer verschlossenen Flasche mit Wasser gelagert, ein Tag war kein Problem, mehr Tage habe ich noch nicht versucht/benötigt.
Die Blätter hatte ich vorher aber entfernt.
Versucht habe ich das bei zwei Birnen, mit Grünenreiser (ende Mai 1/3 ist angewachsen und gleich ausgetrieben) und im Juli/August (2/2 im Folgejahre ausgetrieben).
Heuer habe ich aus Kroatien Madel- und Orangenreiser so transportiert, aber ob die was geworden sind steht noch in den Sternen.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Wild Obst am 07. August 2017, 19:10:34
Kann man Reiser zu dieser Jahreszeit einige Tage lagern? Wie geht man dazu am besten vor?

Ja, man kann. Ich habe schon öfters für Sommerveredlungen, hauptsächlich Okulationen, auch Reiser getauscht und deswegen notwendigerweise eine Zeit lang gelagert bzw sie waren in der Post unterwegs.
Ein paar Tage geht auf jeden Fall, wichtig ist möglichst kühl und feucht und man sollte die Blätter entfernen. Auch ein paar Tage in der Post überstehen die Reiser meistens.

Allerdings habe ich bei Okulationen mit verschickten Reisern auch schon Totalausfälle gehabt, meist aber nur bei internationalem (zB. Frankreich, Spanien) Tausch, woher die Post zum Teil auch mal länger unterwegs ist. 
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Prunus persica am 08. August 2017, 22:00:57
Danke für die schnellen Antworten. Dann werde ich es mal versuchen.

Invicta, war die Flasche vollständig mit Wasser gefüllt, d.h. wurden die Reiser also unter Wasser gelagert? Oder standen die Reiser in der verschlossenen Flasche nur teilweise im Wasser (also eher wie in einer Blumenvase)? Vermutlich hast du die Flasche auch gekühlt, oder?
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 15. August 2017, 19:08:12
Hierein neues Experiment: Felsenbirne auf Eberesche. 3 Veredelungen heute gemacht. Die genaue Art ist mir nicht bekannt. Wenn es gewünscht ist, dann kann ich versuchen, die Pflanze bestimmen zu lassen.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 15. August 2017, 22:05:49
Hier ist die Birne, die auf Eberesche veredelt worden ist, zu sehen. Die untere Veredelung, die letzten Herbst gemacht worden ist, ist unter schwierigen Bedingungen 40cm gewachsen. Der Ast der oberen, älteren Veredelung ist abgebrochen.  Ich schnitt den Ast sauber am Schild ab. Nun treibt ein schlafendes Auge aus.





Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 15. September 2017, 22:59:53
Wenn ich etwas hasse zu okulieren, dann sind das Kirschen. Das ist ein Gefledder, wie bei einem schlechten Metzger. Hier habe eine gelbe Kirsche auf Büttners rote Knorpel okuliert. Es sind zwar zwei Okulationen aber die andere Okuklation scheint schon tot zu sein. sieht denn diese Okulation gut aus?

danke
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Wild Obst am 16. September 2017, 08:07:27
Soweit man das auf dem Foto erkennen kann, würde ich sagen, die Knospe lebt noch, also alles OK.

Ich persönlich bin auch kein großer Fan von Okulationen, Sommerreiser verderben viel zu schnell, vor allem bei ertauschten Reisern ist mir das schon oft passiert. Und zusätzlich müssen die Unterlagen wirklich gut im Saft stehen, damit die Rinde richtig und sauber löst. Und das war in den letzten Sommern ohne Zusatzbewässerung nie so richtig der Fall. Und Okulationen sind immer irgendwie sehr fummelig.

Und für mich im Hobbybereich zählt auch das Reisereffizienzargument nicht so stark, ich veredle nicht (zehn)ausende Bäume, so dass ich wirklich an den Reisern sparen müsste und kann deswegen auch 3-4 Knospen für eine Kopulation verschwenden, wo eine Okulation natürlich nur eine gebraucht hätte.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 16. September 2017, 11:03:27
Ich habe die Probleme bei der Kirsche. Entweder reißt  die Rinde oder das Kambium löst sich nicht und reißt auch.

Eberesche ist da schön einfach. alles löst sich, wie es sein soll. Dabei braucht man kein Profiwerkzeug und was man daran all dran machen kann.... :D

Eine von drei Okulationen von Felsenbirne auf Eberesche scheint immer noch am Leben zu sein.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 16. September 2017, 11:05:30
Selbe Kombi mit abgebrochener Knospe. sieht aber immerhin noch "solala" aus.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 16. September 2017, 11:09:57
und nochmal die selbe Kombi. Stiel klebt noch und die Knospe ist braun. da gibt es keine Hoffnung mehr.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Boskoop am 16. September 2017, 13:08:54
...Ich habe die Probleme bei der Kirsche. Entweder reißt  die Rinde oder das Kambium löst sich nicht und reißt auch...

Wann hast Du denn die Okulationen bei der Kirsche durchgeführt?
Bei meinen Kirsch- und Plaumenokulationen, welche ich Anfang bis Mitte August gemacht habe, löste sich die Rinde wunderbar.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 16. September 2017, 14:41:23
Ich habe nachgeguckt und die Kirsche wurde am 10.08.2017 veredelt. Mit Pflaumen habe ich weniger Probleme.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 16. September 2017, 15:31:54
Ich weiß, das Bild von der Kirsch-okulation war nicht das beste, daher noch einmal ein Bild, wo drin mehr Mühe steckt  ;D


Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 20. September 2017, 17:08:52
Hier habe ich den Verband abgemacht. ihr haltet also die Okulation für lebendig?
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Wild Obst am 20. September 2017, 17:14:36
Ja, ich denke schon, dass die Knospe nocht lebt.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: hargrand am 20. September 2017, 23:12:10
Ich hätte jetzt gesagt Tendenz zu tot. :-\
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 11. Januar 2018, 15:42:45
Der Apfel auf Eberesche macht sich gut. Ich denke bei einer Veredelung kann ich bald die Umwicklung entfernen.

Hier im Bild: Zwei der drei Veredelungen. im Hintergrund der am weitesten entwickelte. Bild von Heute.

Ich habe durch Zufall diesen Blog-Eintrag gefunden:

Zitat
APPLE-SORBUS GRAFTS
A friend in Poland reports that she has occasionally grafted apple scions onto sorbus (Rowan) if she has no rootstocks. I am trying this out, and have made four grafts of the apple variety 'Twenty Ounce' onto strongly-growing rowan shoots in the garden. I will report on this in a few weeks.
25 Mar 2012

    UPDATE, 30 April ..... It's a month later and the grafts look exactly the same as when I started ..... they've not died but they haven't grown....

    UPDATE, 30 Sep ..... Three of the grafts have died; the fourth is not dead but has shown no growth.
Quelle: http://www.suttonelms.org.uk/apple-news-2012.html

Mit "Sorbus (Rowan)" wird die Eberesche gemeint. Das beweckt meine Phantasie.  Ich werde darüber mehr suchen  :)
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: misoo83 am 03. Februar 2018, 08:11:29
In diesem video können Sie sehen, Pfropfen Aprikose auf zwetschge Unterlage.

https://www.youtube.com/watch?v=sVW3lZSK2Nc&t=3s

Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Tara2 am 03. Februar 2018, 10:21:39
Der Apfel auf Eberesche macht sich gut. Ich denke bei einer Veredelung kann ich bald die Umwicklung entfernen.

Hier im Bild: Zwei der drei Veredelungen. im Hintergrund der am weitesten entwickelte. Bild von Heute.
Apfel auf Eberesche geht! Ich hatte vor ein paar Jahren einmal zwei übrig gebliebene Unterlagen falsch einsortiert und dann Äpfel darauf veredelt. Die sind einwandfrei angewachsen! Da ich aber die Sorten auch auf Bittenfelder veredelt hatte habe ich sie nach drei Jahren umveredelt und "eßbare Ebereschen" darauf veredelt.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 03. Februar 2018, 22:50:14
Meine Beeuteilung ist jaein. Hier und da wirds gemacht (siehe meinen Post vom 11.01.18).

Man kann die Unverträglichkeit in zwei Kategorien einteilen:

Geht nicht gut: Veredelung stirbt nach wenigen Jahren ab.

Geht gar nicht: Veredelung wächst nicht an.

Momentan kann ich diese Sortenkombination im besten falle als "geht nicht gut" betiteln. Es kann also noch eibe Abstoßreaktion auftreten.

Und auch wenn diese Kombi klappt, sollte mab es nicht veralgemeinern.
Das nacht man zB schon bei Quitte/Birne, obwohl bekannt ist, das bei weitem nicht alle Kombis gehen.

Hat man aber eine funktionierende Kombi gefunden, dann hat man viele tolle Möglichkeiten zu Verfügung.

Dann geht theoretisch jeder Apfel auf jede Eberesche als Unterlage. Man braucht nur eine bestimmte Sorte als Zwischenveredelung.

PS mit dem Handy getippt; Fehler können auftauchen
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Wild Obst am 04. Februar 2018, 22:02:41
Ich muss mir die nächsten Jahre einmal Zeit nehmen, auch solche "verrückten" Tests zu machen. Vogelbeeren und Weißdorn habe ich hier bei mir fast unbegrenzt zur Verfügung, was mir fehlt ist der Platz und eigentlich vor allem auch die Zeit.

Ich würde einmal gerne sammeln, was alles so geht an unorthodoxen Kombinationen.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 05. Februar 2018, 16:15:45
Ich mach mit  ;D
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Wild Obst am 05. Februar 2018, 20:58:37
Hier habe ich einen neuen Thread eröffnet, damit wir solche Veredlungsexperimente etwas konzentrierter diskutieren können. Ich mache da gerne mit, wenn es auch noch andere interessiert.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 09. März 2018, 20:33:27
Hallo,
ich habe hier und in manchen Artikeln gelesen, dass je höher die Veredelung gemacht wird, desto schwächer wächst die Edelsorte. Gibt es zu diesem Thema Faustregeln oder Schlagwörter, wo nach man mehr finden kann? Bis auf den einfachen Zusammenhang, habe ich nicht mehr finden können.
Danke.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: thuja thujon am 09. März 2018, 22:22:31
Ich halte das für einen stark vereinfachten Satz, der hängenbleiben soll.
Sollte bei Überprüfung nicht haltbar sein. Sollte man unter falsch und `zu widerlegen´ abspeichern.

Eine schwachwüchsige Sorte hoch auf einen Sämling veredelt wird stärker wachsen als tief veredelt.
Eine starkwüchsige Sorte auf schwächerer Unterlage als die Sorte, da kann hoch veredelt weniger bedeuten.
Soviel zur Theorie hinter diesem Satz.

Was sagt die Praxis dazu, was die Biologie?
Kommen bei schwachwüchsigen Unterlagen in 50cm Höhe weniger Wuchsstoffe und Saft an als in 20cm Höhe? Oder fördert eine starkwachsende Sorte mit viel Assimilationsfläche auch das Wurzelwachstum und damit das Wachstum vom ganzen Baum?
Gibt es nicht andere, limitierende Faktoren wie zB Durchlässigkeit der Veredlungsstelle/Grenzschicht für bestimmte Mineralien? Calcium bleibt mir da von einer wenig begründeten und sehr emotional geführten Diskussion in Erinnerung (Fritz Berger).
Welchen Einfluss hat die Grenzfläche der Sortenkombi je nach Veredlungsart? Okulieren hat weniger Grenzfläche und eher gestörteren Saftfluss als propfen in den Spalt oder mit Gegenzunge. Wachsen Okulationen auf schwacher Unterlage weniger kräftig als gepfropfte Kombinationen?

Wer möchte zusammenfassen, was wir wirklich dazu wissen?
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Wild Obst am 10. März 2018, 16:47:24
Ich bin mir auch sicher, dass der Satz so allgemein sicher nicht stimmt.

Aber ich habe jetzt auch nirgends eine wissenschaftliche Untersuchung dazu gefunden, an die ich mich erinnern könnte.
Wenn die Veredlungshöhe einen Einfluss hat, dann eher so wie thuja thujonschon geschrieben hat:
Eine schwachwüchsige Sorte hoch auf einen Sämling veredelt wird stärker wachsen als tief veredelt.
Eine starkwüchsige Sorte auf schwächerer Unterlage als die Sorte, da kann hoch veredelt weniger bedeuten.
Soviel zur Theorie hinter diesem Satz.

Warum? Dazu weiß ich nichts genaues, aber wenn ich raten müsste, würde ich sagen:
Schwachwüchsige Unterlagen wachsen weniger, auch in die Dicke. Dadurch gibt es weniger "Leitungen" für den Transport von Wasser und Nährstoffen nach oben oder Assimilaten nach unten. Stark wachsende Unterlagen stellen durch das größere Wachstum auch mehr Transportkapazität zur Verfügung.

Ein kurzer Engpass (niedrige Veredlung auf schwache Unterlage) lässt bei der gleichen Saugspannung durch die Edelsorte mehr "durch" als ein längerer Engpass (hohe Veredlung auf schwache Unterlage) und entsprechend umgekehrt für starkwachsende Unterlagen. Aber das ist jetzt einfach anhand einer "Wasserleitungsanalogie" geraten und vermutet.

Ob und wie sich die Veredlungshöhe tatsächlich auswirkt, weiß ich selbst nicht.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 10. März 2018, 18:28:58
Danke bis dahin, euch zwei!

Viel gesucht, wenig gefunden.

Hier wird berichtet, dass bei Kirschen (auf mittelstarkwachsende Unterlage), die bei 15cm Höhe veredelt worden sind, nur ein 66%ges Kronenvolumen ausbilden. Bei einer Veredelungshöhe von 60cm bildet sich die Krone zu 100% aus.

Bei Kernobst bildet sich eine wuchsmindernde Wirkung ab 75cm und 90cm aus


Hier wird berichtet, dass eine erhöte Veredelung von Aprikosen auf Wavit, die Baumausfallrate mindert.

Vielleicht kann Cydorian noch etwas beitragen, denn ich meine, dass er diesen Satz hier im Forum auch einmal postulierte.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Api am 11. März 2018, 21:47:28
Ich mache gerade ein Experiment mit Wurzelunterlagen MM111 und aufveredelter Wuchsbremsche M9. Diese sollen als Weicher im Bleiber-Weicher-System auf einer Obstwiese zwischen Hochstämmen stehen.
Es heißt, dass die Wuchsbremse M9 eine Länge von 15 cm haben sollte. Verlängert man die Zwischenveredelung weiter, so verstärkt sich die Wuchs bremsende Wirkung weiter. http://articles.extension.org/pages/60912/interstem-apple-trees

Weiter habe ich noch bei Hermann Link, Schneiden und Veredeln von Obstgehölzen etwas zu Quitten gefunden.
Da heißt es: "Etwas stärker (als Quitte C) wachsen Quitte A und Quitte Adams. Durch höheres Veredeln bei etwa 20 cm und die Wahl von etwas weniger stark wachsenden Sorten, z. B. "Converence", kann man den stärkeren Wuchs der Unterlage in gewissem Umfang auffangen."
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: thuja thujon am 12. März 2018, 00:16:26
Interessant sind immer die Gegenbeweise für die Theorien, die wir so haben.
Hier wird berichtet, dass bei Kirschen (auf mittelstarkwachsende Unterlage), die bei 15cm Höhe veredelt worden sind, nur ein 66%ges Kronenvolumen ausbilden. Bei einer Veredelungshöhe von 60cm bildet sich die Krone zu 100% aus.
Spielt hier eventuell sowas wie die Zahnsche Regel hier mit rein? Für den gewünschten Effekt brauchts das richtige Verhältnis von Länge zu Stammquerschnitt?
So wie es auch wichtig fürs fruchten ist, wie lange und wie dick der Ast ist?
Bei Kernobst bin ich eher zuhause, da ist vieles logischer/besser erklärbar.

Jedenfalls danke für den Link. Die Frage hat Potential. 
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: b-hoernchen am 12. März 2018, 19:39:00
Ich mache gerade ein Experiment mit Wurzelunterlagen MM111 und aufveredelter Wuchsbremsche M9. ... . http://articles.extension.org/pages/60912/interstem-apple-trees
Ich zitiere mal aus dem verlinkten Artikel:
"Depending on the scion cultivar, tree size for trees on the two interstems (M.9/MM.106 and M.9/MM.111) was slightly larger or similar than trees on M.26."

Hmm - das erscheint mir relativ viel Aufwand für ein überschaubares Ergebnis, wenn man bedenkt, dass M26 mit 40% Wuchskraft vom Sämling ohnehin keine Welten von MM106 (50% Wuchskraft) entfernt ist.
Außerdem soll doch sowieso jede Zwichenveredelung den Wuchs bremsen... . Interessieren würde mich, ob man pro jede weitere zwischengeschaltete Veredelung ungefähr eine Prozentzahl für die Wuchsbremse festmachen kann.

Wichtig wäre natürlich, wie sich das ganze Zwischenveredeln auf die Fruchtqualität auswirkt. Wenn man für ein Fünftel weniger Wuchs (das ist ungefähr der Schritt von MM106 zu M26) eines Tages mit Kernhausbräune, Stippe, Ernteverfrühung, verminderter Lagerbarkeit zahlen muss, dann ist außer Spesen nicht viel gewonnen.

In diesem Sinne, berichte bitte, wenn du Früchte erntest... .
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: thuja thujon am 12. März 2018, 23:04:13
Außerdem soll doch sowieso jede Zwichenveredelung den Wuchs bremsen... . Interessieren würde mich, ob man pro jede weitere zwischengeschaltete Veredelung ungefähr eine Prozentzahl für die Wuchsbremse festmachen kann.
Wer sagt sowas und warum?
Wenn ich auf M9 einen Sämling als Stammbildner okuliere und darüber Ananasrenette oder eine andere schwache Sorte, kommt für mich die Wuchskraft immernoch von der Wurzel, und die wächst je nach dem wieviel Laub ihr Kohlenhydrate liefert.
M9 mit Öschberg- oder Kronenaufbau und Langschnitt ist wüchsiger als M9 mit Spindelerziehung.
Sämling oder andere starke Sorten, vielleicht auch Sorten mit eher dickeren als dünneren Ästen, warum sollen die zwischengeschaltet den Wuchs bemsen?

Die Aussage hat doch höchstens nur dann Sinn, wenn man Wuchsbremse als das einzige Ziel hinstellt.
Gerade du legst doch auch Wert auf innere Qualität, weil M9 bei dir rumzickt.

Ich kann zu 25-30cm hohen Veredlungen evtl. in 2 Jahren was berichten, habe die Sorten als Vergleich aber nur auf Rewena auf M9.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Prunus persica am 29. März 2018, 22:33:38
Hallo,

ich hatte letzten Sommer das erste Mal okuliert (Mirabelle auf Pflaumensämling). Dabei hatte ich sicherheitshalber mehrere Augen pro Unterlage eingesetzt. Heute habe ich dann die Okuletten abgenommen, nachdem sie nicht von selbst abgefallen sind wie beworben. Bei einer Unterlage bin ich mir nicht sicher, ob es geklappt hat.

Was meint Ihr? Welches der Augen sieht Eurer Meinung nach am besten aus? Falls es nicht das oberste ist, sollte ich dann besser die Unterlage direkt über dem besten Auge abschneiden, und die okulierten Augen darüber opfern?

Auf gleicher Höhe mit dem obersten okulierten Auge befindet sich auch ein Auge der Unterlage. Sollte ich dieses besser ausbrechen?

Es ist leider schwierig die Augen vernünftig zu fotografieren. Ich hoffe man kann trotzdem etwas erkennen.

Auge 1:
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Prunus persica am 29. März 2018, 22:34:29
Auge 2:
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Prunus persica am 29. März 2018, 22:35:21
Auge 3:
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 29. März 2018, 22:58:01
Hallo, das ist mir diesen Bildern sehr schwer zu sagen, daher gebe ich keine Angaben was du weg schneiden solltest. Manchmal ist Geduld viel wichtiger. warte bis die Augen ausschlagen und wähle dann. jetzt kann man leicht das falsche wählen, da kann ich ein Lied singen ;)

Das Auge der Unterlage sollte ausgebrochen werden.

viel Erfolg!
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Wild Obst am 30. März 2018, 08:29:39
Ich kann leider auch auf deinen Fotos nicht sehr viel erkennen, etwas zu unscharf. Aber bald sollten die Knospen treiben, wenn die Okulationen erfolgreich waren und dann kannst du immer noch abschneiden. Es stört ja auch nicht erst einmal alle Okulationen wachsen zu lassen und sich bei vielleicht 10-20 cm Trieblänge die "beste" auszusuchen. Die Unterlagentriebe müssen aber alle entfernt werden.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Prunus persica am 30. März 2018, 22:29:54
Danke euch zwei. Dann werde ich erstmal abwarten, bis die Augen (hoffentlich) austreiben.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: floXIII am 14. April 2018, 17:51:48
Meine wenigen diesjährigen Veredelungen treiben nun langsam aus, hoffentlich wachsen sie auch gut an.

Eine 2-jährige RedloveOdysso-Veredelung auf meinem Mehrsorten-Bäumchen blüht auch das erste mal. Die unterschiedliche Farbe von Laub und Blüte schaut auf alle Fälle ganz witzig aus  ;)
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 20. April 2018, 18:06:07
sehr schön! :D

 was ich an meinen Veredelungkünsten gelernt habe ist, dass ich keine Kirschen okulieren kann. Hier auf dem Bild sieht man mehrere Okulationen die ich im Spätsommer, letzten Jahres gemacht habe. (Sauerkirsche auf Wildkirsche)

alle sehen so ziemlich tot aus.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 20. April 2018, 18:12:12
just for fun habe ich zur selben Zeit nicht nur Augen hinter die Rinde geschoben, sondern auch Reiser.
die Reise habe ich dann mit Parafilm umwickelt. über den ganzen Winter sahen die Reiser sehr gut aus. Die Knospen schwollen sogar an, sodass sie die Folie durchstoßen. Heute habe ich die Krone  der Unterlage abgeworfen und man muss wirklich sagen, diese Sauerkirsche sieht zehnmal besser aus, als das gekaufte Aldi-Bäumchen
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 20. April 2018, 18:16:40
Ähnliches habe ich mit der gleichen Edelsorte an einem älteren Baum gemacht. Ergebnis: 1 Reiser ist tot, 1 Reiser sieht gut aus und einer sieht sehr gut aus. ;D
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Wild Obst am 20. April 2018, 18:54:08
Ich habe bei Kirschen ähnliche Erfahrungen gemacht, Okulationen sind deutlich schwerer als Reiserveredlungen im Sommer.
Wobei ich bei meinen Veredlungen im Freiland auf meiner Wiese sowieso das Problem habe, dass es im Sommer oft zur Okulationszeit, wenn die Resier gerade genau die richtige Reife haben, zu trocken ist und die Rinde der Unterlagen nicht gut genug oder überhaupt nicht löst. Und bewässern kann ich auf der Wiese recht schlecht. Alles Wasser müsste ich mit dem geliehenen Auto (mit Anhänger) dorthin fahren. 
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 21. April 2018, 10:12:35
Das habe ich auch noch vergessen: Die Methode klappt auch super bei Äpfeln. Hier Ein Klarapfel auf M26.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 23. April 2018, 16:58:36
Die eine Sauerkirsche fängt an zu blühen :D
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 28. April 2018, 10:36:18
Ganz nach: "was interessieren mich Anleitungen oder Empfehlungen?"  ;D
Hier habe ich einen Reis einer 'Dönissens gelbe Knorpelkirsche' an meine 'Büttners rote Knorpelkirsche' veredelt (Hinter Rinde).

Der Reis wurde, so wie es immer 'empfohlen' wird, anfang, mitte März geschnitten und einen Tag später veredelt. Dann habe ich ihn mit Wundwachs komplett  verschmiert. Dafür sieht er doch richtig gut aus. ;D

Ich habe noch zwei weitere Reiser veredelt. sie sehen ähnlich aus.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: b-hoernchen am 28. April 2018, 21:10:47
Der Reis wurde, so wie es immer 'empfohlen' wird, anfang, mitte März geschnitten.
Ich weiß nicht, wer sowas empfiehlt. Steinobstreiser sollten besser im Herbst bis spätestens Dezember geschnitten werden.

Dafür sieht er doch richtig gut aus. ;D
Abwarten! Kirschveredelungen sehen manchmal anfangs sehr gut aus und sterben dann doch ab. Nächstes Jahr kannst du uns sagen, ob's geklappt hat.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 29. April 2018, 01:27:08
Der Reis wurde, so wie es immer 'empfohlen' wird, anfang, mitte März geschnitten.
Ich weiß nicht, wer sowas empfiehlt. Steinobstreiser sollten besser im Herbst bis spätestens Dezember geschnitten werden.

Das war ein ironischer Witz, daher die Anführungszeichen beim "empfohlen". :)

Mir ist vollkommen klar, dass man die Reiser im Dez schneiden sollte. Heuer habe ich fast nur mit angetriebenen Reisern gearbeitet. Daher auch die Kirschen.

Zicken Kirschen witklich so herum? Mal von den normalen Problemen  abgesehen, die es bei der Veredelung und den Risiken meiner unorthodoxen Methoden gibt, sterben die Kirschveredelungen wirklich einfach so ab, obwohl sie über das Vorjahr gut wuchsen? Wenn ja, dann wird die Kirsche mir aber sehr unsympathisch...
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: willi2000 am 30. April 2018, 19:36:46
Der Reis wurde, so wie es immer 'empfohlen' wird, anfang, mitte März geschnitten.
Ich weiß nicht, wer sowas empfiehlt. Steinobstreiser sollten besser im Herbst bis spätestens Dezember geschnitten werden.

Dafür sieht er doch richtig gut aus. ;D
Abwarten! Kirschveredelungen sehen manchmal anfangs sehr gut aus und sterben dann doch ab. Nächstes Jahr kannst du uns sagen, ob's geklappt hat.

Hallo,

Rib-Huftier hat eine Direktveredlung durchgeführt, das mache ich inzwischen auch immer, da ich Reiser nicht richtig lagern kann. Funktioniert bei mir sehr gut, egal ob Apfel, Kirsche oder Pflaume. Wichtig ist nur, dass man den richtigen Zeitpunkt (Knospen fangen an zu treiben) erwischt.

Gruss
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: 555Nase am 04. Mai 2018, 04:41:07
Den Vorteil eines Reiserschnittes im Dezember und deren Lagerung, welche dann oft verschimmeln, kann ich nicht verstehen !? Seit über 40 Jahren veredle ich, zugegebener Weise zu nicht ganz leicht feststellbaren optimalen Zeitpunkten, Obstbäume mit frisch geschnittenen Reisern und habe etwa 70% Anwachserfolg. Mache ich da was falsch ?
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Wild Obst am 04. Mai 2018, 09:42:14
Bei guter Lagerung schimmeln die Reiser auch nicht. Für mich persönlich das größere Problem bei der Lagerung von Reisern ist, dass vor allem Steinobst oder auch Quitten- und Birnenreiser oft schon zu früh anfangen auszutreiben.

Im Dezember schon Reiser zu schneiden halte ich auch für übertrieben früh, Ende Januar oder Februar ist oft genauso gut, auch im März ist es oft immernoch kein Problem.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 05. Mai 2018, 12:20:21
Bei Birnen und Quitten habe ich keine Probleme bei der Lagerung (Ich benutze die Kühlschrank-Zeitungspapier-Kunststoffbeutel-Methode). Um sie noch etwas länger zu lagern, kann man sie in die Gefriertruhe legen. Das geht aber nicht beim Steinobst.
Ich selber sehe die Dez.-Regel auch für etwas übertrieben, obwohl ich zugegebener weise hier in einer kälteren Gegend lebe.
Wer die Steinobst-Reiser etwas länger Lagern möchte sollte dennoch früh schneiden.

70% ist aber ein guter Durchschnitt für eine Direktveredelung, denke ich.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: invicta am 05. Mai 2018, 12:30:24
Ich denke Dezember Reis ist eher für Pfirsich, Marille, Kirsche,... interessant, wenn man sie länger lagern will. Bei später geschnittenen treiben die laut meiner Erfahrung früher aus. Bei Birne und Apfel tue ich nur mehr direkt Veredeln ist einfach und funktioniert sehr gut.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: 555Nase am 06. Mai 2018, 04:01:03
Die Reiserlagerung scheint ja bei vielen zu funktionieren, nur kann ich keinen Vorteil gegenüber der Direktveredlung erkennen, eher Umstände und Ausfälle bei nicht immer optimaler Lagerung. Wozu also die Lagerung der Reiser ? Hab da leider noch nicht den Sinn darin finden können ? Kann das jemand erklären ?
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 06. Mai 2018, 07:53:06
Für Anfänger sind die gelagerten Reiser einfacher zu verarbeiten.

Zum einen ist man nicht von der sofortigen Verfügbarkeit der Unterlage abhängig. Man kann also seine Unterlage in Ruhe sich besorgen ohne einen zeitlichen Druck zu haben.

Das gleiche gilt dann auch für die Verarbeitung der Reiser. Man hat viel Zeit die Reiser zu veredeln, während bei der Direktveredelung man max. 2 Tage, vielleicht ein wenig mehr, Zeit hat zu veredeln, bevor die Reiser nutzlos sind.

Dann ist Veredelung bzw. die Behandlung der Reiser einfacher. Man muss nicht​ den Reis mit Folie oder Harz umhüllen, um ihn vor Austrocknung zu schützen und somit die Erfolgsquote zu erhöhen. Ansonsten würde die immer gern zitierte Regel gelten: Angetriebene Reiser wachsen nicht an.

Entsprechend muss die Unterlage nicht gleich gut mit Wasser versorgt sein, um den Reis sofort mit Wasser versorgen zu müssen.

Als letztes währe da noch vermutlich die Erfolgsquote zu nennen. Wer mit normal gelagerten Reisern arbeitet kann oft mit wesentlich höheren Erfolgsquoten rechnen.

Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: mybee am 06. Mai 2018, 08:12:07
Sorten, die man in Griffweite hat, kann man direkt veredeln. Das mache ich auch gerne z,B. mit Kirschen im August. Aber wer fährt gerne jedesmal erst ins Rheinland oder nach BaWü oder Franken usw. um möglichst virusfreie Reiser von Sorten, die man nicht parat hat, frisch zu schneiden und schnellstens nach Hause zu transportieren und gleich zu veredeln.

Weitere Argumente hat Rib gerade schon geschrieben.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 06. Mai 2018, 09:51:59
Auch bei größeren Reisermengen ist es von Vorteil, wenn man nicht alles gleich an ein, zwei Tagen verarbeiten.muss. Das ist bei der Direktveredelung besonders Zeitaufwendig. Da geht die normale Veredelung weit schneller.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: mybee am 06. Mai 2018, 10:30:26
Um es noch einmal klar zu sagen. Mit der Direktveredlung machst Du alles richtig, vor allem wenn es gelingt.

Manchmal ist eine Lagerung aber unumgänglich aus Gründen der Verfügbarkeit der Sorten, der Zeiteinteilung für die
Veredelung etc.
Und dann gibt es noch (meine) Erfahrung, daß Pflaumen, Kirschen besser anwachsen, wenn sie früh geschnitten wurden, möglichst im Dezember. Und das ist schon ein Kompromiss an die Lagerungsmöglichkeiten. Optimale Lagerung findet sich bei den wenigen verbliebenen Obstreiserschnittgärten.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 06. Mai 2018, 21:50:28
Zwei von drei Direktveredelungen der gelben Dönissens geht es super. Bild von Heute. Zurückgreifend auf die oben beschriebenen, nötigen Reiser-nachbehandlungen, kann man hier ganz gut das Veredelungsharz sehen, mit dem der Reis komplett, dünn eingeschmiert wurde um die Verdunstung zu verringern. Bild von heute
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 06. Mai 2018, 21:55:47
Dabei wurden die Reiser mit einem Kopulationsschnitt versehen und hinter der Rinde der Unterlage geschoben. Bild von heute
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 06. Mai 2018, 22:08:55
Eine andere Methode der Direktveredelung ist eben die Veredelung, die man im Herbst machen kann. Dabei entblättert man ggf. die Reiser, veredelt sie und schmiert sie ein, um die genannte Verdunstung zu verringern. Hier habe ich die Reiser mit einer speziellen Folie umwickelt, die man unter "Parafilm" rel. preiswert erwerben kann. Sie dichtet gut ab. Hier eine unbekannte Sauerkirsche, veredelt auf eine wilde Vogelkirsche. Die Veredelung fand grob vor einem halben Jahr statt. Bild von Heute
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Nachbars Apfel am 11. Mai 2018, 11:34:56
Zur Antwort #844 von Rib-Huftier:
Zitat von: Rib-Huftier link=topic=[b
Link entfernt!1[/b]3079960#msg3079960 date=1525515621]
Bei Birnen und Quitten habe ich keine Probleme bei der Lagerung (Ich benutze die Kühlschrank-Zeitungspapier-Kunststoffbeutel-Methode). Um sie noch etwas länger zu lagern, kann man sie in die Gefriertruhe legen. Das geht aber nicht beim Steinobst.

Ich habe in diesem Jahr alle meine Edelreiser so wie von Dir beschrieben (Zeitungspapier und Kunststoffbeutel) im Gefrierfach gelagtert. Hab das mittlerweile öfter gelesen.
Mir sind aber ALLE Verdelungen misslungen; die Edelreiser sind einfach braun geworden (Apfel, Birne, Kirsche, Zwetschge).

Alle meine Direktveredelungen sind angewachsen.
Gleiche Methode (Gegenzunge), gleiche Unterlagen, gleicher Standort.

War ziemlich gefrustet, da es mehrere Dutzend Veredelungen waren und ich einen großen Aufwand beim Beschaffen hatte.

Was kann der Fehler gewesen sein?
Wer von euch lagert seine Edelreiser in der Tiefkühltruhe mit Erfolg?
1min. Beitragsanzahl noch nicht erreicht
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 11. Mai 2018, 13:34:52
Das tut mir Leid für dich, dass es bei dir nicht so funktioniert hat. Ich schrieb aber, dass man die (Kernobst-)Reiser in die Gefriertruhe legen kann, wenn man sie sehr lange lagern will (Juli bis März des darauf folgenden Jahres). Ansonsten ist der Kühlschrank vollkommen ausreichend (Veredelung im Feb. bis April).

Fehler können sein:
-Reiser am falschen Zeitpunkt geschnitten. Sie müssen in vollkommener Saftruhe sein. Angetriebene Reiser sind zu feucht.
-Reiser nicht ordentlich, dicht mit Zeitungspapier umwickelt und mit einer Kordel verbunden.
-Der Gefrierbeutel war nicht (annährend) luft-dicht verschlossen.
-Die Reiser und die Zeitung waren zu feucht. Mann nimmt trockenes Zeitungspapier und die so trockenen Reiser. Es wird nichts befeuchtet.

Gruß
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 12. Mai 2018, 20:47:18
Wie rettete man eine Apfelsorte von einem sterbenden Apfelbaum?

Im oder vor dem Winter brach ein sehr alter, und gesunder Apfelbaum in zwei. Leider bekam ich es nicht rechtzeitig mit. Als ich ihn gestern fand, war er in der Blüte, wobei es sehr wahrscheinlich das letzte sein wird, was er machen wird.

Ich Suchte im Kronenbereich nach einjährigen Reisern, die erst sehr wenig ausgetrieben waren. Ich stellte sie über Nacht in's Wasser, um sie heute zu veredeln.

Dabei habe ich ausgetriebene Terminalknospen weg geschnitten, getriebene Knospen ausgebrochen und die Reiser an meinen Querbeet-Baum an veredelt. Verwendet habe ich dabei Kopulation und Unter-die-Rinde-Veredelung. Alle Reiser wurden anschließend mit Parafilm umwickelt, um die Verdunstung zu unterbinden. Vier Veredelungen. Mal gucken ob's klappt.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: 555Nase am 13. Mai 2018, 04:00:38
Interessant Rib-Huftier, hab ich das richtig verstanden, du hast alle Knospen und Austriebe "abgeschnitten" ? Du hoffst also auf die Auferstehung schlafender Knospen ? Bei Funktion würde das allerdings bedeuten, daß man es mit dem Veredlungszeitpunkt nicht so genau nehmen muß ? Bin ich mal gespannt, ob das klappt !?

Hier mal ein Bild von gestern. Baum - "Eden Trusti" mit Reiser vom roten "Baya Marisa" und "Gala".
Spaßenshalber hab ich mal nachgezählt, von 16 Reisern haben 3 versagt. Wer war gut in Prozentrechnung ? Entspricht das meiner geschätzten 70% ?  ;D
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 13. Mai 2018, 14:15:20
Interessant Rib-Huftier, hab ich das richtig verstanden, du hast alle Knospen und Austriebe "abgeschnitten" ? Du hoffst also auf die Auferstehung schlafender Knospen ? Bei Funktion würde das allerdings bedeuten, daß man es mit dem Veredlungszeitpunkt nicht so genau nehmen muß ? Bin ich mal gespannt, ob das klappt !?


Nein, ich habe nur die stark ausgetriebenen Knospen heraus gebrochen. Es Waren immer genug geschlossene Knospen dran, auf die ich hoffen kann. Der Baum hatte keine Möglichkeit alle Knospen zu versorgen, so dass er sich auf Blütenknospen und Terminalknospen konzentrierte. Ein weiterer Vorteil war, dass er auf einer Wiese, in einer Hangsenke, umgeben vom Wald, stand. Somit war die Lage des Baums auch für mich günstig.

Ein Probeschnitt zeigte, dass die geschlossenen Knospen noch grün waren, somit müsste es klappen können.

Ich kann mit dem Veredelungszeitpunkt so frei sein, da ich die Reiser mit einer Folie komplett umwickele. Würde ich das nicht machen, hätte ich keine Chance, dass etwas gelingt.

von 16 Reisern haben 3 versagt. Wer war gut in Prozentrechnung ? Entspricht das meiner geschätzten 70% ?  ;D

Bei meiner schnellen Kopfrechnung bist du bei über 80%! (Computer sagt 81,75%) Gut! :D
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: thuja thujon am 14. Mai 2018, 22:34:48
Warum hast du links und rechts vom Ast veredelt und nicht oben, wo der Wuchs ist?
Für die Reserveveredlung wäre dann immernoch unten Platz gewesen.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: 555Nase am 15. Mai 2018, 03:46:42
Die Hoffnung ist ja immer, daß beide/alle Reiser anwachsen, davon ausgehend ziehe ich dann zwei Äste hochizontal mit größer werdenden Abstand. Übereinander würde mir das keinen Sinn ergeben, zumal ich mit meiner Erfindung der Flachkronen Erziehung außerst glücklich bin - kann ich alle Pflege/Schnitte ohne Leiter vom Boden aus erledigen, selbst zum Pflücken brauch ich keine Hilfsmittel. ;) Ob eine Reserveveredlung nach 6 Wochen außerhalb Zeitpunkt noch anwächst ?
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: 555Nase am 15. Mai 2018, 03:48:07
2.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: thuja thujon am 15. Mai 2018, 08:33:22
Eine schöne Baumscheibe hast du da.  ;D

Man sagt halt Reiser auf der Oberseite wachsen besser und damit schließt sich auch die Sägewunde schneller. Verzweigen lassen kann man auch das Reis, von 5 Augen sind wenigstens 2 dabei die in die richtige Richtung gehen.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: 555Nase am 15. Mai 2018, 14:47:28
Bei einem Reis hätte ich es wahrscheinlich auch oben reingesteckt, bei zweien verwächst die Wunde aber auch besser.
Leider wird die Baumscheibe ;D von unkundigen Möchtegerngärtnern  mit Rollrasen funktionslos gemacht.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: thuja thujon am 15. Mai 2018, 23:05:38
Zwei Reiser auf der Seite sind immernoch schlechter als einer auf der Oberseite. Sagt Palmer, ich kanns bestätigen.
Der unten versagt was Wundheilung angeht komplett, lässt sich aber immernoch als Fruchtast ziehen.
Gerade für Ufo-Erziehung bzw Tellerkrone auf stärkeren Unterlagen ist doch eine Wuchsbremse in Form von Frucht für die Ertragsbildung auf den oberen Ästen von Vorteil.
Wenn der neue Wimbledonrasen nun noch gewässert und gedüngt wird, kommt da deutlich mehr Wachstum in die Bäume was ins generative umgeleitet werden sollte wenn du keine überbauten Bäume willst. 
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Conni am 17. Mai 2018, 07:23:33
Eine schöne Baumscheibe hast du da. 

Schön? Ich hab mich gefragt, wie in aller Welt man es schafft, dass da absolut nichts wächst.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: thuja thujon am 17. Mai 2018, 08:55:53
Rasen abschälen, alles was danach kommt, das ist meist recht wenig, mit dem Gartenwiesel einarbeiten. Das dauert bei der Fläche keine 10 Minuten.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: 555Nase am 18. Mai 2018, 02:48:27
Eine schöne Baumscheibe hast du da. 

Schön? Ich hab mich gefragt, wie in aller Welt man es schafft, dass da absolut nichts wächst.

Siehst du nicht die schön gewachsenen Bäume, auf der z.Zt. nicht vorhandenen Wiese ?  8)
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: 555Nase am 18. Mai 2018, 23:59:33
Zur allgemeinen Beruhigung, die Baumscheibe wurde umgehend beseitigt.  ;D

Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: thuja thujon am 19. Mai 2018, 00:19:48
Jo, das passt. Der Rasensprenger tut auch dem Wuchs der Bäume gut. So kommen die ganzen Nährstoffe, die durch den Umbruch freigesetzt wurden, auch an die Wurzeln.
Nun wird sich zeigen ob die Bäume mit genug Früchten belastet sind oder ins Kraut schiessen. Wenn letzteres der Fall sein sollte, ist frühzeitig pinzeren oder ausbrechen angesagt.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: 555Nase am 19. Mai 2018, 00:34:41
Durch die Züchtigung der Flachkrone schießen natürlich immer reichlich Schießer, welche ich im laufe des Jahres nach und nach entferne, so komme ich im Frühjahrsschnitt auch nicht ins Schwitzen.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 24. Mai 2018, 21:10:26
Eine der Direktveredelungen der gelben Kirsche auf Büttners Roten hat endlich mit dem vegetativen Wachstum angefangen (rechts).

Die andere Veredelung scheint sich darauf vor zu bereiten (links).
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 24. Mai 2018, 21:21:59
Die zwei Sauerkirschveredelung verhalten sich unterschiedlich. Während die eine ein ordentliches vegetatives Wachstum an den Tag legt (rechts), hat die andere Veredelung, vor zwei Wochen, angefangen zu zicken (links). Erst fing die Triebspitze an zu welken, worauf ich sie abschnitt, dann machte das Laub Probleme, worauf ich sie einkürzte. Jetzt bleibt der Status der Veredelung immerhin gleichbleibend.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 24. Mai 2018, 21:26:22
Die Sauerkirschveredelungen auf der größeren Kirsche haben wenigsten 3,4 Kirschen angesetzt; Eine davon hat wenigstens keine komischen Flecken. Die kann man aber hier nicht sehen.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 28. Mai 2018, 20:25:39
Hier ein kleines Update zur Rettung eines sterbenden Baums.

Zunächst ein paar Bilder des Mutterbaums. Er lebt immer noch und würde, wenn er nicht vorzeitig entfernt wird eine Zeit lang leben

sterbender Baum

Der ganze Baum.

sterbender Baum

Ein paar Äpfel wachsen

sterbender Baum


Der Stamm ist vollkommen hohl

Alle Veredlungen sind noch lebendig und sogar ein wenig am wachsen :D


sterbender Baum

Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Wurmkönig am 28. Mai 2018, 21:50:04
Die Sauerkirschveredelungen auf der größeren Kirsche haben wenigsten 3,4 Kirschen angesetzt; Eine davon hat wenigstens keine komischen Flecken. Die kann man aber hier nicht sehen.
Au weia, ich kenne das leider zu gut - so sieht es bei mir immer aus.

http://fachwarte-ravensburg.de/wp-content/uploads/2014/09/Pseudomonas.pdf
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 28. Mai 2018, 21:55:01
Nein, das glaube ich nicht. Alle anderen Symptome habe ich nicht und die Kirschen sind schon abgefallen. Ich denke die Veredelung konnte sie einfach nicht versorgen. (+ Fraß von Schnecken? Schrotschuß? Veredelung hängt halb im Liguster)

Ich behalte es aber vorsichtshalber im Hinterkopf, danke
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: 555Nase am 04. Juni 2018, 03:43:30
Kurze Rede brauch den Sinn. ;D  Wann macht ihr das Veredlungsband ab ?
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 05. Juni 2018, 01:18:45
Wenn's die Veredelung erlaubt. Wenn die Veredelung nicht weit gewachsen ist, dann bleibt das Band eben dran. Ab 30cm ist ein guter Richtwert, nach meiner Meinung
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: 555Nase am 05. Juni 2018, 02:02:09
Okeh, 30cm kommt hin, mach ichs morgen ab.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Wild Obst am 05. Juni 2018, 11:47:43
Bei vielen anderen Materialien außer Bast gilt oft auch: Gar nicht abmachen, geht von alleine durch Sonnenlicht, Wetter und Dickenwachstum. Z.B. bei Parafilm und ähnlichem oder auch meinem Lieblingsverbandmaterial, selbstverschweißendes Elektrikerisolierband. Zu dünn angbracht reißt das leider fast auch schon zu früh.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: 555Nase am 06. Juni 2018, 02:29:28
UV-Licht macht schon so einiges kaputt, aber bituminöses-selbstverschweißendes Elektroband, welches gerade für den nassen- und UV Außenbereich zur Anwendung kommt, soll sich nach 3 Monaten von selbst zerfallen ??
Nicht, daß ich ähnliche Anwendungsbeispiele nicht selbst in Anwendung hätte, kann aber über Zerfall dieser Materialien nicht berichten (nicht in der kurzen Zeit). Mein Veredlungsband stammt noch aus einer Baumschule von 1988, vermutlich PVC Folie ?
Weil es eben nach 4...8 Monaten nicht von selbst zerfällt, stellte ich die Frage zum Zeitpunkt der Entfernung. Klar, ein sich von selbst auflösendes Band, zum optimalen Zeitpunkt, wäre natürlich ein technisches Innovationsprodukt.  ;D 
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Wild Obst am 06. Juni 2018, 19:54:22
Nein, es zerfällt nicht von selbst, aber es reißt durch das Dickenwachstum (und Wärme?), wenn es recht dünn ausgezogen und ca. 2-lagig gewickelt wurde.

Der gerissene Rest bleibt auch ungeniert jahrelang noch am Ast, mit leichten Verwitterungsspuren. Es ist denke ich einfach nur die mechanische Überlastung durch das Dickenwachstum.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: b-hoernchen am 06. Juni 2018, 20:18:47
Also bei mir wird da nichts vor dem Herbst (frühestens) oder dem nächsten Frühjahr (spätester Zeitpunkt) runtergemacht.
Ich nehm' Elektrikerisolierband... einschneiden in Längsrichtung, dann kann das Dickenwachstum  das Band absprengen.
Wenn man im Frühjahr mit Gewalt das festklebende Band abmontieren will, reißt man leicht Rinde und Bast der Veredlung mit ab.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 06. Juni 2018, 21:15:10
Das kommt, nach meiner Meinung, auch sehr an die Veredelungsmethode. Beim Anplattern dauert es recht lange. Das dauert auch bei mir sehr lange, auch wenn sie gut wuchs. Die Kopulation mit Gegenzunge ist in diesem Bezug, weit schneller.

Auch die Okulation ist diesbezüglich flott.

Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Ayamo am 28. Juni 2018, 22:36:14
Unerwartet spät hat eine Veredelung doch noch ausgetrieben: Friesenheimer Eulenapfel, von einem netten Forumskollegen.
Kopulation mit Gegenzungen, oben drauf auf dem Baum, in Anbetracht des heißen Frühjahrs war der Termin zu spät, ansonsten ist April hier schon die richtige Zeit. In der Hitze sind einige Reiser leider vertrocknet.  :-[

Aber zwei Sorten sind angewachsen; hier Fotos von der "Eule"

(https://s22.postimg.cc/s7vvcg5f1/180603_Veredelung_Friesenheimer_Eulenapfel_fehlgeschlagen.jpg) (https://s22.postimg.cc/3rdphzrtp/180624_Apfel_FRIESENHEIMER_EULENAPFEL_Kopulation.jpg)

(Das ist mein Sortenprobierbaum Nr. 2, also nicht meckern  ;))
Gruß
Ayamo
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: thuja thujon am 28. Juni 2018, 22:45:21
Schön, freut mich dass ers doch noch gepackt hat. Der ist relativ robust was Trockenheit angeht.

Denk bitte dran dass die Klebebandetiketten nicht lichtecht sind. Hier waren sie auch schon nach einem halben Jahr zerfleddert oder die Schrift ausgeblichen.

Sind die Birnen und anderen Sorten angewachsen?
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Ayamo am 29. Juni 2018, 09:07:26
Hallo Thuja,

"trockenheitsresistent" klingt ja schon mal gut, geeignet für Brandenburg. Wir hatten hier jetzt wochenlang Mittelmeer-Klima, nun bescheidene 11 Liter am letzten WE, und wenn die Siebenschläfer-Regel stimmt, geht es so weiter.
Wenn eine Sorte es geschafft hat, bekommt sie ein Alu-Schild mit lichtechtem Lackedding, der hält immer ein paar Jahre; muss ich hier noch machen.

... Danke der Nachfrage: Leider hat es nur noch Adams Parmäne geschafft. Ich habe die Veredelungen schon etwas gegen Hitzestress im Frühjahr ausgestattet. Aber eine Woche eher wäre besser gewesen, insb. bei den Birnen. Hab ich wegen der Arbeit nicht geschafft (ist bei uns projektartig, da kommt man phasenweise zu nichts).
Aber ich bin froh, dass die zwei es geschafft haben.

(Bin am Sonntag wieder online.)
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 09. August 2018, 10:05:42
Gestern habe ich das Verbundmaterial dieser Veredelung entfernt. Es handelt sich dabei um Wildmispel auf zweigriffeligen Weißdorn. Dabei wurde Spaltpfropfen angewändet, was nach Literatur nicht gemacht werden sollte, da die Wundheilung nicht gut sei. Ich habe neben Spaltpfropfen auch Kopulation und Anplatten verwendet (Nebst mit anderen Mispelsorten auf gleicher Unterlage). Dabei hat sich diese Veredelung, im Vergleich, als beste heraus gestellt. Das soll keine Lehrmeinung sein, nur ein bisheriger Erfahrungsbericht.

Auf dem Bild ist die Veredelung (Spaltpfropfen, zwei Reiser Wildmispel auf zweigriffeligen Weißdorn) zu sehen.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 04. Oktober 2018, 17:48:54
Hier ein kleines Update zur Rettung eines sterbenden Baums.

Zunächst ein paar Bilder des Mutterbaums. Er lebt immer noch und würde, wenn er nicht vorzeitig entfernt wird eine Zeit lang leben

sterbender Baum

Der ganze Baum.

sterbender Baum

Ein paar Äpfel wachsen

sterbender Baum


Der Stamm ist vollkommen hohl

Alle Veredlungen sind noch lebendig und sogar ein wenig am wachsen :D


sterbender Baum




Der Baum wurden vor ein paar Wochen zerschnitten. Innerhalb dieser Zeit hat er so viel Saft ziehen können, dass er ein paar Äpfel wachsen lassen konnte. Ich habe diese Früchte in ein anderes Forum hinein gestellt, um grob die Sorte bestimmen zu lassen. Scheinbar handelte es sich um einen Himbacher Grünen. Hier die Bilder aus dem Forum, die ich dort postete:


ich sah gerade, dass es bei den Bildern Probleme gibt. Ich werde es zeitnah korrigieren


Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 05. Oktober 2018, 12:46:22
Wie versprochen, die Korrektur. Hier die Bilder.


Himbacher Grüner



Himbacher Grüner



Himbacher Grüner



Himbacher Grüner

Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 08. November 2018, 18:06:28
Hier ist ein Resultat der direkten Veredlung der gelben Kirsche auf Büttners rote Kornelkirsche. Das Wachstum im Jahr war zwar gering für die Bildung von Blüten hat's gereicht :)
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 18. Dezember 2018, 17:08:42
Kleine Nebenfrage. Ich habe mir einen Edelreis von Pyronia veitchii, also einem Quitten-Birnen-Hybriden besorgt. Meine Frage ist nun, auf was ich es am besten veredeln sollte, ohne mögliche Unverträglichkeiten zu bekommen. Ad hoc dachte ich an Quitte C. Weiß einer mehr darüber ob das ok ist?

Ich weiß, dass Pyronia auch als Unterlage dient aber wie gesagt, über ihre Unverträglichkeiten habe keine Ahnung.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: carot am 19. Dezember 2018, 11:08:39
Die sollten mit Quitte, Apfel und Birne kompatibel sein. Damit lassen sich witzige Mehrsortenbäume basteln. Praktische Erfahrung habe ich mit der Pyronia veitchii aber nicht.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: pruimenpit am 19. Dezember 2018, 12:50:51
Hallo Rib
Das Thema: pyronia veitchii gab es hier schon mal, s.d.

Apfel als Unterlage hat sich nicht bewährt.  Quitte A wird hin und wieder angeboten.
Lt. Chistoph Kruchem (www.hortensis. de) halten Veredlungen allgemein nicht lange und müssen alle paar Jahre umveredelt werden. Er empfiehlt Steckhölzer.

Ich denke, dass eine Veredlung mit Quitte oder Birne aber einen Versuch wert ist. Aufgrund des Platzbedarfs und des früheren Ertagseintritts würde ich Quitte bevorzugen.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Wild Obst am 19. Dezember 2018, 13:18:34
Lt. Chistoph Kruchem (www.hortensis. de) halten Veredlungen allgemein nicht lange und müssen alle paar Jahre umveredelt werden. Er empfiehlt Steckhölzer.

Wobei Chistoph Kruchem soweit ich mich erinnere etwas grundsätzliches gegen Veredlungen zu haben scheint. In seinem Onlineshop www.hortensis.de bewirbt er fast alles damit, dass es eben NICHT veredelt ist, sondern wurzelecht über Steckholz uä. vermehrt ist.

Ich würde die Pyronia auf Quitte veredeln und dafür sorgen, dass sie gut treibt und dann nächstes Jahr vielleicht noch Versuche auf Birne oder Weißdorn machen. Weißdorn ist mit ziemlich vielen Kernobstarten recht gut kompatibel, zumindest Quitte, Mispel, Felsenbirne, manche Sorbus, und Birnen hatt eich zum Teil auch schon 3 Jahre auf Weißdorn. Manche Birnensorten sollen auf Weißdorn veredelt sogar bis in den Fruchtertrag kommen.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Aella am 19. Dezember 2018, 14:41:09
Ich bin gerade erst dabei mich in die Thematik einzulesen, also verzeiht meine vielleicht doofe Frage.

Gibt es denn einen Art "Sortenschutz", also dürfen von bestimmten Sorten keine Reiser verkauft werden?
Im speziellen Fall: Uns schmeckt der Apfel Rubinette besonders gut, ich kann aber nirgends Reiser dazu finden.

Und geich noch eine Frage hinterher. Kann man mit Okuletten auch Veredelungen fixieren?
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Wild Obst am 19. Dezember 2018, 14:57:13
Es gibt so etwas wie einen Sortenschutz, der sich allerdings vor allem auf gewerbliche Vermehrung bzw. Anbau von Pflanzen unter Sortenschutz bezieht: https://de.wikipedia.org/wiki/Sortenschutz
Für Züchtung und private Vermehrung/Anbau gibt es Ausnahmen.

Die Sorte Rubinette steht unter einem solchen Sortenschutz, siehe: https://de.wikipedia.org/wiki/Rubinette
Es darf dir also niemand ein Edelreis verkaufen, weil das wäre eine gewerbliche Weitergabe von Vermehrungsmaterial. Wenn du irgendwoher aber ein Edelreis bekommst, darfst du für dich privat jedoch trotzdem Rubinette veredeln, weil der Sortenschutz nur für gewerbliche Vermehrung und Anbau gilt, soweit ich verstanden habe.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: pruimenpit am 19. Dezember 2018, 15:55:45
Zitat von: Aella
Und geich noch eine Frage hinterher. Kann man mit Okuletten auch Veredelungen fixieren?
Wie der Name Okuletten schon andeutet sind diese nur für die Okulation (Augenveredlung im Sommer) geeignet,

Für Veredlungsarten wie die Kopulation kann man vieles verwenden z.B. Elekrikerisolierband (selbstverschweißend).
Fürs Rindenpropfen Bast oder flex. Bänder und Veredlungswachs -  um jetzt nur einmal überall erhältlche und preiswerte
Materialien zu nennen.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 19. Dezember 2018, 15:59:58
Danke für die Antworten.
Also den Reis als Steckholz zu verwenden oder ihn auf Apfel zu veredeln, wäre mir sowieso zu unsicher gewesen. Allemal mache ich dann irgendwann Stecklinge, die man auch hormonell behandeln kann. Auf die Angaben von Kruchem gebe ich nicht all so viel. Wenn eine Pflanzenart als Unterlage Verwendung findet, wieso hätte man die Kompatibilitätsproblematik außer Acht gelassen?

Quitte A las ich bei der einen o. anderen Baumschule auch. Leider ist es so, dass auch Quitten inkompatible Birnensorten auf Quitte A, mittels Nicolieren, veredelt werden (Oder mit einer Zwischenveredelung) Somit sind diese Angaben keine Kompatibilitätsangaben. Ich werde es wohl auf Quitte veredeln.
Nochmals Danke :)
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Aella am 19. Dezember 2018, 20:08:11
Vielen Dank für die Hilfe, jetzt bin ich schlauer  :D
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: b-hoernchen am 19. Dezember 2018, 22:04:58
... weil der Sortenschutz nur für gewerbliche Vermehrung und Anbau gilt, soweit ich verstanden habe.
Soweit ich das verstanden habe, ist es beim Veredeln so wie mit dem Kopieren von Musik für Privatleute: Wenn ich mir die geschützte Sorte einmal gekauft habe, darf ich mir für meine eigenen privaten Zwecke Kopien herstellen, allerdings nicht, um das Obst zu vermarkten. Wenn ich aber noch nie einen entsprechenden Baum gekauft habe und mir ein Edelreis "schwarz" (ohne, dass der Rechteinhaber seine Tantiemen bekommt) besorge, ist das Vermehren nicht rechtmäßig.
Rubinette gibt's im Handel. Meine Häberli-Rubinette aus dem Gartencenter ist allerdings offenbar was anderes (hier im Forum wurde "Melrose" gemutmaßt). Hat jetzt der Rechteinhaber Tantiemen für meinen Baum bekommen? Oder für den Baum jemanden anderens, der nicht Rubinette wollte, aber dem zufällig das Etikett umgehängt wurde, das eigentlich auf meinen Baum gehört hätte...?
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Wild Obst am 19. Dezember 2018, 22:14:01
Ich bin kein Rechtsanwalt und deswegen habe ich auch dazugeschrieben:
... soweit ich verstanden habe.

Wenn jemand, der sich besser auskennt, mich verbessern kann, nur zu!
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: saugrün am 13. Januar 2019, 19:33:27
Hoffentlich passt mein Anliegen in diesen Thread, einen passenderen habe ich jedenfalls nicht gefunden:
Ich möchte auf eine junge Quitte Adams eine Mispel (Nottingham), eine Birne (Stuttgarter Gaishirtle) und vielleicht noch eine Quitte (Portugieser) veredeln - kann das passen oder gibt es Unverträglichkeiten/Bedenken? Zur Not würde ich auch eine andere Unterlage besorgen. Und kann ich das dann parallel machen oder besser jedes Jahr eine Sorte dazu?
Eventuell lasse ich auch die Portugieser weg und dafür die Unterlage mit fruchten. Weiß jemand, ob Quitte Adams als Frucht etwas taugt? Und wann würdet ihr dieses Projekt angehen (Spätwinter, Frühjahr, Sommer) bzw. mit welcher Veredelungstechnik (Kopulation, Okulation, etc. ....)?
Besten Dank!
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Wild Obst am 13. Januar 2019, 21:47:11
Mispel und Quitten sollten auf Quittenunterlagen problemlos gehen. Das Stuttgarter Geishirtle könnte Probleme machen, weil nicht alle Birnensorten sich dauerhaft mit Quittenunterlagen vertragen.

Welche Veredlungsmethode du verwenden solltest, würde ich von deiner Unterlage abhängig machen, wie groß ist die schon? Grundsätzlich würde ich einen Mehrsortenbaum erstellen, in dem ich jeweils einen oder mehr Leitäste mit einer oder mehreren anderen Sorte veredle, das kann man sehr gut gleichzeitig machen. Den Stamm bis zu den Leitästen kannst du entweder mit der mit der Unterlage aufbauen (oder du hast den schon, weil deine Unterlage schon größer ist), oder erst einmal nur eine Sorte tief veredeln (in deinem Fall würde ich dafür die Quittensorte Protugieser nehmen) und mit dieser Stamm und Leitäste aufbauen um dann 1-2 Jahre später einen Teil der Leitäste mit den anderen gewünschten Sorten umzuveredeln.

Ich hoffe, das hilft dir weiter.
Allerdings habe ich auch einmal eine Quitte auf meine "Mehrsortenmispel" zwischengeparkt. Die Mispeln waren irgendwie deutlich wüchsiger und haben die Quittensorte ziemlich unterdrückt. Das kann bei mir ein Einzelfall gewesen sein, aber bei solchen unüblichen Mehrartenbäumen muss man auf so etwas gefasst sein, um zur Not schnell mit Schnitt einzugreifen und gegenzusteuern.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: saugrün am 14. Januar 2019, 08:18:25
@ Wild Obst: Danke für die rasche Antwort.
Die Unterlage ist noch klein, hat aber zwei knapp bleistiftdicke Verzweigungen, die mal Leitäste werden könnten und eine nur wenig dickere Mitte. Als sinnvollste Variante höre ich dann raus, erst einmal die Portugieser mit Kopulation tief zu verdedeln, daraus den Stamm ziehen und dann im nächsten Schritt/Jahr auf die dann wachsenden Leitäste Mispel und Geißhirtle, wobei letztere eventuell schwierig anwächst?
Klingt für mich stimmig, das Projekt hat ja auch Zeit. Spielt es denn für das Anwachsen von Mispel und Birne eine Rolle, ob ich auf Quitte Adams oder Portugieser veredle? Dann würde ich die Unterlage einfach noch ein Jahr weiterziehen ...
Habe jetzt gelesen, dass das Geißhirtle auf Quitte schwach bleibt, aber das ist für meine Bedürfnisse erst einmal in Ordnung.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Ayamo am 14. Januar 2019, 13:05:02
Weiß jemand, ob Quitte Adams als Frucht etwas taugt?

Zwar hier OT, aber: Ja, groß, birnenförmig, aromatisch, nicht zu grobzellig oder hart.
Sicher haben andere Sorten Vorzüge (Ertrag? Feuerbrand?), aber ich nutze sie zusammen mit meiner anderen Quittensorte.

s.u. -->
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: saugrün am 14. Januar 2019, 13:49:39
Stimmt, hier OT, aber wichtig für den Rest. Danke für die Info, klingt gar nicht schlecht.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Ayamo am 14. Januar 2019, 14:30:41
Hallo saugrün,

ich habe gerade noch mal nachgeschaut und bin jetzt nicht mehr so sicher:
Quitte A soll apfelförmig sein - möglicherweise hab ich eine andere Unterlage bekommen. Bei meiner Williams C auf Quitte A hatte ich nämlich absichtlich die Wurzeln verletzt, um einen Austrieb zu bekommen und damit einen Befruchter für besseren Fruchtbehang bei meiner Quittensorte 'Leskovac'.
(Hier hat nämlich in 140 Gärten nur einer außer mir eine Quitte und es wird auch immer gefragt, was ich da für einen seltsamen Baum habe.)
Und ich bekomme von dem Wurzelaustrieb jährlich ein paar gut aromatische, große Birnenquitten.

Hier gibt´s schon eine Diskussion zu dem Thema:
Beide Unterlagensorten - Quitte A und BA 29 - sind brauchbar. Für den normalen Küchengebrauch solltest du es nicht bereuen.

@ alle
Nun aber zurück zum Thema Adeptenfragen mit einer eigenen Frage:
Letztes Jahr hatte ich von einem Forumsmitglied Birnen- und Apfelreiser erhalten. Das Frühjahr 2018 schlug dann hier in der Region sehr schnell von "kalt" in "sehr warm" um, und die Birnen wuchsen nicht an; Apfel nur mit Ach und Krach.  :P
Gerade Birnenreiser scheinen schneller als Apfelreiser aus der Winterruhe zu erwachen, daher möchte ich in diesem Jahr früher veredeln, natürlich auch nicht zu früh.
Für Kopulation oder Anplatten: Wie früh darf man veredeln? Es heißt ja "sobald Rinde sich lösen lässt", aber welche Minusgrade in der Nacht hält die junge Veredelung aus?
Gibt es da ein phänologisches Stadium als Anhaltspunkt (so wie zB. "Rosenschnitt bei Forsythienblüte")?
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Ribisle am 14. Januar 2019, 14:48:29
Hallo Ayamo,
das mit der Temperatur denke ich ist einfach zu beantworten. Größer 5°C lange Zeit. Da die Reiser kühl und feucht gelagert werden habe ich sie in der Baum-Blüte veredelt.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 14. Januar 2019, 16:24:34
....
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 14. Januar 2019, 16:48:26
@ alle
Nun aber zurück zum Thema Adeptenfragen mit einer eigenen Frage:
Letztes Jahr hatte ich von einem Forumsmitglied Birnen- und Apfelreiser erhalten. Das Frühjahr 2018 schlug dann hier in der Region sehr schnell von "kalt" in "sehr warm" um, und die Birnen wuchsen nicht an; Apfel nur mit Ach und Krach.  :P
Gerade Birnenreiser scheinen schneller als Apfelreiser aus der Winterruhe zu erwachen, daher möchte ich in diesem Jahr früher veredeln, natürlich auch nicht zu früh.
Für Kopulation oder Anplatten: Wie früh darf man veredeln? Es heißt ja "sobald Rinde sich lösen lässt", aber welche Minusgrade in der Nacht hält die junge Veredelung aus?
Gibt es da ein phänologisches Stadium als Anhaltspunkt (so wie zB. "Rosenschnitt bei Forsythienblüte")?

Die Wuchsproblematiken lagen eher am Wetter als am Veredelungszeitpunkt. Das konnten man hier des öfteren lesen.

Für Kopulation und Anplattern brauchst du keine Rinde die sich lösen lässt. Daher kann man sie auch weit früher anwenden.
Solange die Veredelung nicht austreibt, ist sie ca. gleich Frosthart. Auf die Minustemperaturen musst du da weniger, bis gar nicht, achten.

Wenn du hinter die Rinde veredeln willst, dann warte bis zum Laubaustrieb und teste. Bei trockenen Tagen kann die Rinde sich trotz des Laubaustriebs nicht vom Holz lösen. Eine Woche lang gießen, kann da abhilfe schaffen.

Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Wild Obst am 14. Januar 2019, 17:05:41
Für Kopulation oder Anplatten: Wie früh darf man veredeln? Es heißt ja "sobald Rinde sich lösen lässt", aber welche Minusgrade in der Nacht hält die junge Veredelung aus?

Ich habe spaßeshalber einmal im Dezember veredelt, ist auch angewachsen. Wie Rib-Huftier geschrieben hat ist die sich lösende Rinde vollkommen irrelevant für Kopulation oder Anplatten.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Ayamo am 14. Januar 2019, 18:18:06
Stimmt, Rindenlösen war Quatsch, wozu auch.

Wenn die Veredelung also vergleichbar frosthart ist, gehe ich dieses Jahr deutlich früher heran, je nach Witterungsverlauf. Allein schon wegen der jetzigen Temperaturen ... hier sind immer zwischen 0 und 7° und erst für E. Januar Minusgrade angesagt.

Danke!
 :D
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Piccolina am 14. Januar 2019, 20:20:58
Hallo,

ich hätte auch mal eine Frage zum Veredeln: Ende des Sommers hatte ich in einem Knick einen sehr leckeren Apfel entdeckt und mich schon gefreut, im Januar Reiser zu schneiden....

Zu früh gefreut: Im Herbst wurde der Knick auf den Stock gesetzt - der Apfelbaum war weg. Nun lagen daneben ein paar Zweige, die noch vorhandenen Blätter sahen aus wie die von Apfelbäumen. Ich hab die Zweige aufgesammelt und nun lagern sie seitdem im Kühlschrank.

Kann das Veredeln damit überhaupt funktionieren? Oder ist das aussichtslos? Es war ja der falsche Zeitpunkt und ob das nun einjährige Zweige waren???

Ich hab zwar auch ein paar Kerne, aber ob daraus überhaupt etwas wächst - muss ich abwarten. Und aus dem Kern wächst ja wahrscheinlich dann ein anderer Apfel...

LG Piccolina
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: andreasNB am 16. Januar 2019, 01:27:38
Kurz nachgefragt.

Ich dachte schon einen Schleifstein da zu haben, weil schon vor Jahren vorgenommen das veredeln zu probieren/zu erlernen.
Falsch gedacht.

Welchen nutzt ihr und vor allem in welcher Größe ?
Brauch ja nicht noch mehr Geld als unbedingt unnötig auszugeben.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: carot am 16. Januar 2019, 08:48:23
Ich benutze hart gebundene Wassersteine der Firma Zische und bin damit sehr zufrieden. Diese sind kostengünstiger als japanische Steine bei deutlich geringerem Verschleiß und einem überzeugenden Schliffbild. Nach den Steinen ziehe ich die Messer auf einem Lederriemen mit Schleifpaste ab.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: thuja thujon am 16. Januar 2019, 09:04:23
Ich habe einen billigen mit 2 verschiedenen Körnung aus dem Baumarkt. Liegt in der Regel bei den Stechbeiteln.
Dazu kommen 3-4 andere, eine elektrische mit Wasserkühlung und der Feinschliff passiert mit einem belgischen Brocken.
Mit letzterem holt man nur sehr langsam Material runter, wenn mal ein Grat rauszuschleifen ist, dauert das damit Stunden.

Für gebogene Klingen will ich mir schon seit Jahren einen runden Schleifstift besorgen. Kostet auch keine 5 Euro. Beim wollen ists bis jetzt geblieben.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Piccolina am 16. Januar 2019, 13:17:11
Ich würde gern meine Frage aus #914 noch einmal vorholen.

Ist das Unterfangen wegen der Umstände (falscher Zeitpunkt etc.) völlig sinnlos?

Ich habe noch nie einen so aromatischen und "fruchtigen" Apfel gegessen.

LG Piccolina
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Hyla am 16. Januar 2019, 13:22:53
Warum probierst du es nicht einfach? Die Unterlagen von z.B. Eggert kosten nicht die Welt.  :)
Irgendwo habe ich noch den Tipp gelesen, daß man etwas geschrumpelte Edelreiser einen Tag in Wasser legen kann, um sie wieder etwas 'aufzufrischen'. Vielleicht hilft dir das.  ;)

PS: Die Äpfel 2018 waren aber eher untypisch im Geschmack. Unsere waren viel süßer als sonst. Also sei nicht enttäuscht, wenn dein selbstveredelter Apfel nicht ganz so toll schmeckt wie letztes Jahr.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Piccolina am 16. Januar 2019, 13:27:01
Danke, Hyla. Einen Versuch ist es wohl wert... so ein leckerer Apfel - einfach gerodet...  :'(

Kann sich ein Apfelbaum davon erholen und neu auswachsen? Ein Stumpf steht ja noch da.


Lese grad Dein PS: Stimmt, unser Gravensteiner schmeckte letztes Jahr auch besonders gut.
                            Aber: die Hoffnung stirbt zuletzt. ;)
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Hyla am 16. Januar 2019, 13:37:53
Ob der wieder austreibt, hängt sicher von Höhe der Veredelung und Wüchsigkeit ab. Aus dem alten Holz treiben sie wieder aus, wie ich nach übelsten Schnittmaßnahmen gesehen habe, aber so tief unten weiß ich's nicht.
Inwiefern deine Reiser noch verwendbar sind, kannst du aber bei Eggert erfragen. Die machen auch Auftragsveredelungen falls erwünscht.  :)
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Piccolina am 16. Januar 2019, 13:47:39
Prima, danke. Dann werd ich mal bei Eggert nachfragen!
LG Piccolina
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 16. Januar 2019, 18:28:29
Ich bezweifele dass dies so noch klappen könnte. Aber ich kann auch nicht ganze beurteilen in welchem Stadium und wann du die übriggebliebenen Reiser gesammelt und gelagert hast. Im Zweifelsfall musst du einfach mal probieren.

Das aus Samen nicht die selbe Sorte kommt, sollte bekannt sein. Soll nicht heißen, dass daraus nichts  brauchbares sich ergeben kann.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Piccolina am 16. Januar 2019, 18:33:38
Ja - meine Zweifel hab ich auch - einen Versuch ist es wohl dennoch wert. Es ist genug Material da.
(Sammel-Zeitpunkt Herbst, und ob die Zweige Reiser sind -  ???)
(Dass aus den Kernen ein anderer Apfel wächst - wenn er wächst - ist mir bekannt.)

Danke für Deine Antwort!

LG Piccolina
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: andreasNB am 17. Januar 2019, 21:40:52
@carot, thuja thujon
Danke für die Informationen.
Habe schon mal kurz im Baumarkt und im Netz geschaut.
Weist Du noch die Körnung deiner Wassersteine, carot?
Entscheidung treffe ich dann mit Ruhe am Wochenende.

Dann kann ich noch im Januar das schärfen an Küchermesserchen üben,
bevor ich im Februar an Weidenruten das schneiden trainiere 8)
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: carot am 18. Januar 2019, 08:57:51
Ich benutze 2 Kombisteine und zwar den Zische Korund 220/400 und den Zische Missarka ultra blue 500/1200. Das Schliffbild der feinen Seite des Missarka ist etwa mit dem Schliffbild eines 6000 japanischen Wassersteines vergleichbar. 1200 FEPA entsprechen ungefähr 4000 JIS. Aber durch die harte Bindung des Steines wird das Schleifbild etwas feiner, so dass es sogar noch feineren japanischen Steinen ähnelt.

Falls das Messerschleifen noch eine neue Disziplin ist, kann ich nur wärmstens die Seite www.messer-machen.de empfehlen. Dort gibt es auch Anleitungsvideos. Ich finde das Schleifen dort gut erklärt und Produktempfehlungen hat er dort auch aufgenommen, nebst LInks. Allein für die Anleitungen und Erklärungen lohnt sich ein Besuch schon.

Viel Spaß und Erfolg.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: deop am 18. Januar 2019, 15:43:09
@Piccolina

Ich würde es auf jeden Fall versuchen. Stand 2017 vor der gleichen Frage und habe die Apfel-Reiser von diesem Baum schon Mitte Oktober geschnitten da ich danach keinen Zugang mehr hatte - also gleich beim ernten. Die kamen dann bis jeweils zu Veredlung in das Obstfach im Kühlschrank (bei ca. 2 Grad) eingeschlagen in angefeuchtetem Küchenpapier und in Plastiktüte.

1. Veredlung auf 2 x Unterlage M26 zu Ostern 2018 (Kopulation mit Gegenzunge). Ohne Probleme angewachsen. Ca. 50 cm Zuwachs bei beiden. Kein Unterschied zu den Reisern die zum Jahreswechsel geschnitten wurden

2. Veredlung ca. Ende April 2017 auf einen Ast des Gelben Bellfleurs (Hochstamm im 4. Standjahr), ebenfalls Kopulation mit Gegenzunge. Monatelang nichts passiert. Als ich dann im Juli aufgeben und zurückschneiden wollte hatte ich zu meiner Überraschung - mit Schere in der Hand - auf einmal einen Trieb von 5 cm entdeckt. Auch der hat es bis in den Herbst auf ca. 25 cm geschafft. Ich vermute ich habe hier eher schludrig gearbeitet.

Eine besondere Behandlung bekamen die Reiser nicht - nicht in Wachs getaucht, nicht mit Folie umwickelt etc. Einfach nur veredelt, verbunden und gewartet.

Kann dich also nur motivieren dein Experiment zu wagen!
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Piccolina am 18. Januar 2019, 15:59:29
Hallo deop,

vielen Dank. Genauso lagern meine Zweige auch. Hoffentlich wird das ´was!
Aber auch bei den Kernen bin ich gespannt. Diese "neuen" Äpfel könnten ja auch gut werden.

Deine Erfahrung von 2. bestätigt eigentlich meine Vorgehensweise: Man muss den Pflanzen eine Chance und Zeit geben. Manchmal eben auch viel Zeit. Dadurch habe ich schon so manche Pflanze gerettet.

LG Piccolina
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 18. Januar 2019, 16:01:18
Interessante Erfahrungen, danke.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Ayamo am 21. Januar 2019, 21:40:35
Ich lagere meine Reiser meist so:
Nordseite Hütte, 30 cm ~ spatentief in der Erde.
Am Wochenende 2 Sorten versenkt, mit Maurerschnur noch mal zusammengebunden.
 
Danke an den Spender  :D
Die vom 'Obstsortenerhalt' kommen sicher bald.

(https://i.postimg.cc/fJMbp4qC/190120-Reiser-einschlagen.jpg)
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: lord waldemoor am 21. Januar 2019, 21:50:04
ich muss auch mal schneiden, alle jahre vergesse ich, dann ist es wieder zu spät, möchte paar zierkirschen , einfach am waldrand, paar wildkirschen veredeln
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 22. Januar 2019, 01:14:52
Ich verbummel es auch lange. Momentan ist es wegen des starken Frosts nicht möglich
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Ayamo am 08. Februar 2019, 20:25:46
Zur Veredelungsplanung eine Frage in die Runde:
Hier steht noch eine Fehllieferung einer Baumschule herum, unklar, was es ist. Hat Conference-Form, tut auch nix zur Sache. Dem Wachstum nach dürfte die Unterlage Quitte sein.
Im Frühjahr möchte ich diese umveredeln. Dabei werden aus den 4 Leitästen (ca. 2 cm im Durchmesser) nur zwei plus Mitte, zwei entfallen. Also eine Dreiastkrone. Verpflanzen an den neuen Standort erst im nächsten Oktober.

Auf den Baum sollen folgende Sorten:
Boscs, Vereinsdechants, Moltke.

In der Literatur werden Graf Moltke und Vereinsdechants als "mittelstark bis stark wachsend" und Boscs als "anfangs schwach, später mittelstark wachsend" beschrieben.

Ich würde Boscs zur neuen Stammverlängerung machen (die bestehende ist, glaube ich, auch im Querschnitt stärker als die Seitenäste).
Spricht etwas dagegen?

Vereinsdechants kommt in der Robustheit nicht ganz mit, braucht dann ggf. eine Spritzung gegen BGR.

(Ich hätte noch Schweizerhose und Kaiserbirne m.d.E. da, zumindest Schweizerhose soll aber nur ein kleines Ästchen werden.)


Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: obst am 08. Februar 2019, 22:41:38
zu 920
Zitat
Kann sich ein Apfelbaum davon erholen und neu auswachsen? Ein Stumpf steht ja noch da.

Wenn es sich bei dem Baum um einen wildwachsenden unveredelten Sämling handelt, schießt er garantiert wieder aus. Falls in de Gegend nicht häufig Obstbäume auf Wälle gepflanzt werden, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es sich um einen wilden Sämling handelt, der dann auf alle Fälle wieder ausschießt.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Wild Obst am 09. Februar 2019, 08:12:55

In der Literatur werden Graf Moltke und Vereinsdechants als "mittelstark bis stark wachsend" und Boscs als "anfangs schwach, später mittelstark wachsend" beschrieben.

Ich würde Boscs zur neuen Stammverlängerung machen (die bestehende ist, glaube ich, auch im Querschnitt stärker als die Seitenäste).
Spricht etwas dagegen?

(Ich hätte noch Schweizerhose und Kaiserbirne m.d.E. da, zumindest Schweizerhose soll aber nur ein kleines Ästchen werden.)

Ich kenne nicht alle Sorten, aber nach deinen Literaturbeschreibungen würde ich auch Boscs als die schwachwüchsigste Sorte auf die Mitte veredeln. Bei einem kleinere Baum auf Quitte ist ja auch die Reifezeit in der Anordnung relativ egal, sonst ist es immer gut, früher reifende weiter unten zu haben, dass man bei der Ernte einer Sorte nicht die anderen, unreifen Birnen beschädigt. Und Boscs ist glaube ich etwas früher als Vereinsdechant.

Schweizer Hose ist bei mir auf einem Mehrsortenbaum tendenziell eher mittelstark bis schwachwüchsig.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: b-hoernchen am 09. Februar 2019, 18:18:08
Boscs (auf Pyrodwarf) gehört bei mir zu den starkwüchsigsten Sorten.

Und ja - genau deshalb würde ich sie als Stammverlängerung nehmen - damit nicht stärker wüchsige Sorten auf Seitenästen den Mitteltrieb überwuchern (und irgenwann vielleicht unter ihrer Last abbrechen).
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Ayamo am 10. Februar 2019, 12:57:26
Danke euch beiden,  trotz unterschiedlicher Argumentation kommt ihr ja zum gleichen Ergebnis.  :)

Ja, ein Birnbäumchen auf Quitte bleibt auch bei Bodenverbesserung hier auf Sandboden handlich. Ein sicher 30 Jahre altes Exemplar vom Vorgänger ist bei 2,50 m, d.h. die nächsten 10 Jahre kommt man ohne Hilfsmittel ran und auch danach reichten Klapptritt / Kiste / Pflückschlitten.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: misoo83 am 18. Februar 2019, 17:22:08
The best and easiest way for collecting and storing scion wood  :D.

https://youtu.be/8Dn1Ka63r7s
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Aella am 18. Februar 2019, 18:55:34
Muss ich eigentlich die mit Veredlungsgummi zusammen gewickelten "Schnittflächen" auch mit baumwachs bestereichen oder nur das obere Ende?
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: carot am 18. Februar 2019, 19:01:53
Die Veredelungsstelle muss luft- und wasserdicht sein. Wenn Du meinst, die Gummis reichen hierfür, kannst Du es so probieren. Ich gehe kein Risiko ein und versiegele die Veredelungsstelle zusätzlich. Früher habe ich dafür streichfähige Produkte verwendet. Jetzt benutze ich für die kleineren Veredelungen Parafilm (bzw. Buddy-Tape). Bei Rindenveredelungen umwickele ich die Reiser mit Parafilm und die Veredelungsstelle selbst umwickele ich mit Isolierband bis alles dicht ist. Die Sägestelle bei Rindenveredelungen versiegele ich auch. Hierfür wäre ein streichfähiges Produkt nach wie vor praktisch. Da ich aber weniger Rindenveredelungen mache, kaufe ich nicht extra ein Produkt dafür. Ich verwende dafür auch Parafilm oder ein Kunststoffveredelungsband.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Waldgärtner am 18. Februar 2019, 19:13:49
Muss ich eigentlich die mit Veredlungsgummi zusammen gewickelten "Schnittflächen" auch mit baumwachs bestereichen oder nur das obere Ende?

Testweise hab ich mal nur die Gummis verwendet und das hat gereicht (dicht gewickelt natürlich). Bin mittlerweile aber auf Medifilm umgestiegen, da der bei Kopulationen mit Gegenzunge besser abdichtet und generell weniger "frickelig" ist im Vergleich zu den Gummis.
Isolierband klappt bei mir auch immer gut, hat aber m.E. den Nachteil, dass ich dran denken muss, es aufzuschneiden.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: obst am 18. Februar 2019, 19:28:26
Ich bestreiche nicht nur die Veredelungsstelle, sondern tauche das gesamte Edelreis ganz kurz (Sekunden) in flüssiges Wachs (70 °C). Das hat den Vorteil, dass die Verdunstung sehr eingeschränkt ist. Die Knospen brechen durch das Wachs durch. Das ist besonders in heißen, trockenen Frühjahren sehr gut.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Waldgärtner am 18. Februar 2019, 19:32:03
Ich bestreiche nicht nur die Veredelungsstelle, sondern tauche das gesamte Edelreis ganz kurz (Sekunden) in flüssiges Wachs (70 °C). Das hat den Vorteil, dass die Verdunstung sehr eingeschränkt ist. Die Knospen brechen durch das Wachs durch. Das ist besonders in heißen, trockenen Frühjahren sehr gut.

Das höre ich immer mal wieder. Bei meinen Veredelungen (die letzten 4 Jahre) habe ich das nie gemacht und auch keine Probleme gehabt.
Hat es bei dir tatsächlich was verbessert, also hattest du ohne Wachs Probleme, die dadurch weg gegangen sind?
Es ist ja schon nochmal ein zusätzlicher Aufwand.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: obst am 18. Februar 2019, 20:01:06
Ja, ich hatte mit der Verdunstung in warmen, trockenen Frühjahren starke Probleme. Ich muss allerdings dazu sagen, dass ich selten starke Edelreiser, wie man sie aus Reisermuttergärten bekommt, veredele, sondern meistens sehr kleine Reiser von sehr alten Bäumen, deren Sorten ich erhalten möchte. Wenn diese schwachen Reiser noch stark verdunsten, kann man das ganze vergessen. Seitdem ich die Reiser eintauche, ist die Erfolgsquote stark angestiegen.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: dmks am 18. Februar 2019, 20:16:47
Das funktioniert mit diversen anderen Wundverschluß ("grüne Paste" ohne Markennamen zu nennen) oder Baumwachs ebenso. Wird einfach leicht mit über das Reis gezogen - die Augen treiben problemlos aus.
Tauchwachs ist natürlich die edelste Variante; zumindest bei größeren Stückzahlen. Obwohl auch kleinere Mengen in einem entsprechend schmalen Gefäß im Wasserbad schnell flüssig (max. 1 bis 2 Stunden) werden und beliebig oft wieder warm gemacht werden kann.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: obst am 18. Februar 2019, 20:31:13
Zitat
beliebig oft wieder warm gemacht werden kann.

Man sollte es aber sehr langsam wieder erwärmen, um den Siedeverzug zu beachten. Das erste Mal ist mir eine Fontäne aus dem Topf hochgeschossen und hat fast mein Auge getroffen. Seitdem erwärme ich es sehr, sehr langsam.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Wild Obst am 18. Februar 2019, 20:36:30
Ich verwende inzwischen am liebsten Isolierband für Kopulationen u.ä. und bei empfindlichen Reisern als Verdunstungsschutz noch Parafilm und ähnliches. Für Rinden- (oder Spalt-)pfropfen nehme ich gerne kalt streichfähige Wundverschlusspaste, die ich nur dazu verwende. Damit mache ich dann auch die Reiserenden zu, wenn ich keinen Parafilm verwende.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: dmks am 18. Februar 2019, 20:53:49
Zitat
beliebig oft wieder warm gemacht werden kann.

Man sollte es aber sehr langsam wieder erwärmen, um den Siedeverzug zu beachten. Das erste Mal ist mir eine Fontäne aus dem Topf hochgeschossen und hat fast mein Auge getroffen. Seitdem erwärme ich es sehr, sehr langsam.

Daher im Wasserbad! Also den Topf mit dem Wachs in einen Topf mit Wasser stellen. Das Wasser nicht - oder nur kurzzeitig - kochen lassen.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: carot am 19. Februar 2019, 11:00:42
Es funktioniert auch gut, das Wachs direkt in das Wasser zu geben. Es bildet sich an der Oberfläche eine dicke Schicht mit flüssigem Wachs. Taucht man den Reiser hinein, sorgt dies für einen schön gleichmäßigen und nicht zu dicken Wachsüberzug.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: b-hoernchen am 19. Februar 2019, 18:24:27
Für meine Handveredelungen nehme ich Paraffinwachs zum Tauchen - alte Kerzenreste gibt's umsonst. Die werden in einem Topf bei ganz kleiner Stufe schon einmal drei Stunden vor der Aktion aufgeschmolzen - tunlichst ohne Wasseranteile. Darf man natürlich nicht zu heiß verwenden (ideal, wenn es kurz davor ist, wieder eine Haut bilden). Nachteil: Das hält nicht lange, platzt bald ab - aber die erste Zeit sollen die frischen Veredelungen bei mir eh auf dem Fensterbrett stehen.

Nur zum "endcapping" des Edelreises nehme ich ein besseres Wachs - damit es nicht am vorderen Ende austrocknet. Und für Freilandveredlungen natürlich auch.

Ansonsten bin ich ein Fan des Elektrikerisolierbandes: Hält bombenfest und schützt die Veredlungsstelle vor Austrocknen, eindringendem Dreck und Wasser.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Waldgärtner am 19. Februar 2019, 19:05:45
Ja, ich hatte mit der Verdunstung in warmen, trockenen Frühjahren starke Probleme. Ich muss allerdings dazu sagen, dass ich selten starke Edelreiser, wie man sie aus Reisermuttergärten bekommt, veredele, sondern meistens sehr kleine Reiser von sehr alten Bäumen, deren Sorten ich erhalten möchte. Wenn diese schwachen Reiser noch stark verdunsten, kann man das ganze vergessen. Seitdem ich die Reiser eintauche, ist die Erfolgsquote stark angestiegen.

Das ist ein guter Hinweis. Dieses Jahr hatte ich nämlich auch ein paar sehr dünne Reiser.
Die habe ich jetzt nochmal mit Medifilm umwickelt. Hoffentlich noch nicht zu spät...
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: obst am 19. Februar 2019, 19:20:23
Zitat
Die habe ich jetzt nochmal mit Medifilm umwickelt

Können die Knospen denn den Film aufbrechen. Das Wachs durchbrechen die Knospen. Es hindert sie nicht am Austrieb.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Wild Obst am 19. Februar 2019, 20:15:17
Medifilm im speziellen kenne ich nicht, aber Parafilm aus dem Laborbedarf. Ähnliche Filme, die speziell zum Veredeln gedacht sind, werden ein- oder zweilagig von austreibenden Knospen ohne größere Probleme durchbrochen, Parafilm genauso.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: thuja thujon am 19. Februar 2019, 20:38:27
Parafilm ist nicht zum veredeln gedacht sondern kommt aus der Mikrobiologie.

Okulationen im Sommer damit verbunden gewährt es etwa für 2-3 Wochen Schutz. Im Frühjahr mag das `von selbst abfallen´ etwas länger dauern, eine austreibende Knopse sprengts auf jeden Fall.
Vollständig entfernen ist etwas Fummelkram.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Wild Obst am 19. Februar 2019, 21:27:54
Ich habe meinem Beitrag etwas genauer und hoffentlich weniger missverständlich umformuliert. Ja, Parafilm ist nicht zum Veredeln gedacht, ist aber sehr ähnlich wie spezielle Veredlungsfilme.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Hyla am 26. Februar 2019, 14:29:38
Wie lange kann man jetzt im Frühjahr eigentlich noch chippen?
Die Knospen schwellen alle schon, funktioniert das dann noch?  ???
Ich habe eine sehr gute Aprikose als Spender im Auge.  :)
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: carot am 26. Februar 2019, 16:23:43
Wenn die Knospen am Reiser/Spenderbaum schon schwellen, ist es eigentlich zu spät. Man könnte versuchen eine Blattknospe auf der Nordseite des Baumes zu suchen, die noch in Ruhe ist und damit einen Versuch starten. Optimal ist das nicht mehr, die nächste Möglichkeit wäre die Sommerveredelung.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Hyla am 26. Februar 2019, 18:46:40
Danke!  :)
Ich habe zwei Triebe ohne Blütenknospen gefunden, was nicht einfach war.
Wenn's nicht klappt, muß ich im Sommer nochmal ran.
Die Aprikose steht leider für jeden zugänglich, darum befürchte ich immer, daß die mal einer umholzt. Der für den Schnitt zuständige Gärtner/Hausmeister ist auch nicht so begabt.  ::)
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Waldgärtner am 27. Februar 2019, 20:08:31
Ja, ich hatte mit der Verdunstung in warmen, trockenen Frühjahren starke Probleme. Ich muss allerdings dazu sagen, dass ich selten starke Edelreiser, wie man sie aus Reisermuttergärten bekommt, veredele, sondern meistens sehr kleine Reiser von sehr alten Bäumen, deren Sorten ich erhalten möchte. Wenn diese schwachen Reiser noch stark verdunsten, kann man das ganze vergessen. Seitdem ich die Reiser eintauche, ist die Erfolgsquote stark angestiegen.

Das ist ein guter Hinweis. Dieses Jahr hatte ich nämlich auch ein paar sehr dünne Reiser.
Die habe ich jetzt nochmal mit Medifilm umwickelt. Hoffentlich noch nicht zu spät...

Hab gesehen, dass sich unter dem Film Kondenstropfen bilden. Ist das problematisch (Schimmel oder so...)?
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Wild Obst am 28. Februar 2019, 02:03:12
Vermutlich ist das eher nicht problematisch, aber eigentlich sollte der Film doch dicht auf dem Edelreis aufliegen. Wie kann sich dann darunter Kondenswasser bilden?
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Wurmkönig am 28. Februar 2019, 05:49:40
Wie kann sich dann darunter Kondenswasser bilden?

Das passiert Anfänger - so wie mir - wenn man das Veredelungsband nicht stramm genug anzieht. Habe letzten Sommer mal damit angefangen weil ich es auch lernen wollte. Hat aber geklappt!
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Waldgärtner am 28. Februar 2019, 07:43:47
Vermutlich ist das eher nicht problematisch, aber eigentlich sollte der Film doch dicht auf dem Edelreis aufliegen. Wie kann sich dann darunter Kondenswasser bilden?

Wo der Film über die Knospen geht, ist stellenweise etwas Platz, da sind die Tropfen.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Wild Obst am 28. Februar 2019, 14:37:47
Ok, ich verstehe. Bei großknospigem wie Kirschen kann das schon mal passieren, aber ich glaube nicht, dass ein bisschen Kondsenswasser so schlimm ist.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: minthe am 28. Februar 2019, 15:14:13
Coucou! Was habt Ihr denn so fuer Veredlungsplaene dieses Jahr?
Ich moechte Gravensteiner auf meinen kleinen angebl. Goldparmaene veredeln. Habe viel gelesen und mich mit meiner sehr erfahrenen Apfelveredlerin aus USA ausgetauscht ... und warte nur noch bis der Saft anfaengt zu steigen.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: thuja thujon am 28. Februar 2019, 16:25:31
Wieso wartest du bis der Saft steigt?
Wenn du pfropfen willst wird es Zeit das du langsam fertig wirst.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Wild Obst am 28. Februar 2019, 18:20:34
Zum Rindenpfropfen wäre es schon gut wenn sich die Rinde löst. Dafür würde ich auch noch eine Weile warten.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Hausknecht am 04. März 2019, 11:42:16
Zitat von: thuja thujon link=topic=[b
Link entfernt!1[/b]3243436#msg3243436 date=1551367531]
Wieso wartest du bis der Saft steigt?
Wenn du pfropfen willst wird es Zeit das du langsam fertig wirst.
Hallo,
verzeiht, wenn ich als Unwissender hier Fragen stelle. Ich möchte dieses Jahr auch das Veredeln von Apfel- Birn- und Zwetschgenbäume versuchen.
Ich dachte es wäre von Vorteil, wenn die Unterlage mehr Saft abgeben will, als der Edelreiser benötigt. Dann wäre ja ein Pfropfen wenn die Knospen schwellen von Vorteil.

Grüße
Hans

1min. Beitragsanzahl noch nicht erreicht
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Elro am 04. März 2019, 12:32:11
Zitat von: thuja thujon link=topic=[b
Link entfernt!1[/b]3243436#msg3243436 date=1551367531]
Wieso wartest du bis der Saft steigt?
Wenn du pfropfen willst wird es Zeit das du langsam fertig wirst.
Hallo,
verzeiht, wenn ich als Unwissender hier Fragen stelle. Ich möchte dieses Jahr auch das Veredeln von Apfel- Birn- und Zwetschgenbäume versuchen.
Ich dachte es wäre von Vorteil, wenn die Unterlage mehr Saft abgeben will, als der Edelreiser benötigt. Dann wäre ja ein Pfropfen wenn die Knospen schwellen von Vorteil.
Wenn man pfropfen will sollte sich die Rinde gut lösen, meist ist der Punkt dann wenn die Bäume blühen.
Wenn man eine andere Art von Veredelung macht, wie chippen, Kopulation usw., dann kann man auch jetzt loslegen.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Wild Obst am 04. März 2019, 13:31:05
Knospenschwellen reicht eigentlich meistens schon zum Rindenpfropfen, man muss nicht unbedingt ganz bis zur Blüte warten. Das kann man ja relativ leicht ausprobieren, ob die Rinde schon löst, einfach 20cm "außerhalb" der gewünschten Pfropfstelle den Ast abschneiden oder absägen und testen, ob die Rinde (gut genug) löst.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: misoo83 am 12. März 2019, 09:33:03
Video how to cleft graft hazelnut tree  :).

https://youtu.be/w4E95eQpYOA
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Aella am 21. März 2019, 14:56:33
Wann weiß man eigentlich ob eine Veredlung angewachsen ist? Der erste Austrieb sagt ja noch nicht viel aus...
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: dmks am 21. März 2019, 21:37:27
Wenn das Reis "durchtreibt". Also nicht nur so'n schlaffes Minitriebchen bringt sondern gesundes kräftiges Wachstum mit gut gefärbten Blättern.
Rechts das Reis (ich hoffe man sieht das) sagt noch nix über ein Anwachsergebnis aus; links eindeutig ja!
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: dmks am 21. März 2019, 21:53:59
Noch nicht sicher:
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: dmks am 21. März 2019, 21:55:07
 8) sicher! :D
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: misoo83 am 22. März 2019, 06:30:18
Video how to whip graft cherry tree ;D.

https://www.youtube.com/watch?v=YQQLWWm_IFY
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Aella am 22. März 2019, 07:09:25
dmks, vielen dank  :D :D :D
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 23. März 2019, 08:55:29
Hallo Leute, ich dachte ich könnte mich wieder einmal melden :)

Wann weiß man eigentlich ob eine Veredlung angewachsen ist? Der erste Austrieb sagt ja noch nicht viel aus...
Wenn das Reis "durchtreibt". Also nicht nur so'n schlaffes Minitriebchen bringt sondern gesundes kräftiges Wachstum mit gut gefärbten Blättern.
Rechts das Reis (ich hoffe man sieht das) sagt noch nix über ein Anwachsergebnis aus; links eindeutig ja!

Hier würde ich noch eine o. zwei kleine Relativierungen einfügen wollen. Zum einen ist das Verbindematerial, nebst der Beachtung der Veredelung ein wichtiger Punkt. Verbindematerialien, die nicht von selbst abfallen, muss man ab einen gewissen Zeitraum entfernen, da sie den Edelreis beim Wachsen behindern können. Das konnte ich selbst schon beobachten. Da trieben schon längst angewachsene Reiser nicht gut durch, obwohl sie ordentlich angewachsen waren. Ich habe aber die Bänder dran gelassen und habe auf ein kräftiges Durchtreiben gewartet, dabei war der Reis letztlich nur abgeschnürt.

Einen Gegenbeispiel konnte ich auch schon beobachten. Da trieb der Reis wunderbar durch, war aber nicht gut angewachsen. Ich habe daher die Veredelung mit neuem Verbindematerial verbunden und das Ganze noch ein halbes Jahr Zeit gegeben.

Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: dmks am 23. März 2019, 21:07:58
Klar gibt es auch immer Abweichungen - selbst Veredlungen die erst zum Johannis austreiben! (war mir auch eine neue Erfahrung)Oder welche die oben austreiben, mickern, eintrocknen und dann im unteren Teil des Reises durchtreiben.
Fakt bleibt aber das Durchtreiben an sich als sicheres Zeichen :) worauf jeder Veredler wartet!
....und das ist keine Einzelbeobachtung ;) Auch wenn dabei jede Pflanze einzeln beobachtet wird ;D
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Sven92 am 23. März 2019, 21:21:29
Wie lagert ihr die Veredelungen?
Meine stehen seit sie Kopuliert wurden in einer hellen Frostfreien Garage.
Draussen ist es aktuell in der Nacht noch recht kühl, und im Treibhaus haben wir heute zb. 35° gehabt.
Danke für die Hilfe.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: dmks am 23. März 2019, 21:26:15
Genau so: Hell und frostfrei! ;)
Wenn es viele sind erstmal in Erde eingeschlagen - wenn der Austrieb beginnt wird getopft. Aber frostfrei genügt, darf auch gern mal zweistellig sein. Zu hohe Temperaturen sind aber nicht gut.
Ausnahme: Pfirsich. Der sollte es möglichst warm haben!
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Feinschmecker am 23. März 2019, 21:42:24
Pfirsichkopulation (6.2.19) eine Findlings aus einem alten Weinberg, der letztes Jahr, als ich ihn fand, völlig ohne Kräuselkrankheit war und wunderschöne, große saftige weißfleischige Früchte hatte. Die Unterlage (Montclar) treibt gerade klitzkleine Knospen aus, und am Veredelungsreis sieht man die Knospen. Bisher hell und frostfrei unter einer nach Westen gerichteten Überdachung.
Jetzt schreibst Du, Pfirsich soll möglichst warm stehen. Ein Treibhaus habe ich nicht. Soll ich ihn schon vollsonnig stellen?

Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: dmks am 23. März 2019, 21:56:46
Warm!!! Nicht gleich sonnig - in der Vollsonne besteht die Gefahr daß das reis zu schnell treibt oder austrocknet.
Temperatur so bei nachts über 10 und tags gern bis 25...30 grad. Kalthaus; Wintergarten oder Hausflur sind ganz okay. Wichtig ist eine vitale treibende Unterlage und Schutz für das Reis - nur Pfirsich mag's halt eben wärmer als Apfel oder Quitte. Die können auch bei knapp über Null.
Prinzipiell (und rügt mich jetzt nicht wieder für Grundregeln) gilt bei allen vegetativen Vermehrungen von Steckling bis Veredlung: "Kühler Kopf und warme Füße"! ;)
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Feinschmecker am 23. März 2019, 22:10:44
Danke für die Antwort! Mangels passenderer Standorte werde ich die Veredelungen an ihrem Platz belassen. Abends scheint die Sonne ca. 2 Stunden drauf und erwärmt auch die angrenzende Mauer. Nachts über 10° hat er nicht, ich werde es drauf ankommen lassen müssen.
Vollsonnig wollte ich die Töpfe erst stellen, wenn die Reiser voll durchgetrieben haben. Da bleibe ich nun dabei.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 23. März 2019, 22:28:34
Natürlich war meine Anmerkung kein Widerspruch zu deiner Aussage. es kann aber auch etwas schlechter laufen, vor allem bei privatleuten. Meine Mispel-Veredelungen liefen letztes Jahr schlechter. Dort trieb nur eine Veredelung richtig gut durch. Wahrscheinlich habe ich auch hier wieder zu fest gebunden.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: dmks am 23. März 2019, 22:37:18
Natürlich war meine Anmerkung kein Widerspruch zu deiner Aussage. es kann aber auch etwas schlechter laufen, vor allem bei privatleuten. Meine Mispel-Veredelungen liefen letztes Jahr schlechter. Dort trieb nur eine Veredelung richtig gut durch. Wahrscheinlich habe ich auch hier wieder zu fest gebunden.

Wieso Wiederspruch - sah ich eher als eine Erweiterung des Themas! :) Die Unterschiede in Material und Kulturführung sind sehr entscheidend.
..und Mispeln sind echt zickig!  8)
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 24. März 2019, 07:58:07
Das habe ich andeutungsweise so verstanden. Naja, alles ist ja i OK ;D
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 30. März 2019, 17:35:57
Hier eine kleine Beobachtung. Das schöne bei Mispeln im Bezug auf die Veredelung ist, dass sie eine, mehr o. weniger interessante Regenerationsfähigkeit hat. Auch wenn man am einjährigen Holz die Knospe abbeicht oder sie die Lagerung nicht überlebt hat, kann sie durch Sekundärknospen wieder ausschlagen. Hier eine Veredelung vim letzten Jahr. Die Primärknospe war tot. Heuer treibt die Sekundärknospe an dieser Stelle aus. Soerwas konnte ich öfters beobachten.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Tomesen am 07. April 2019, 00:08:01
Weniger eine Frage sondern eine Feststellung: Chip Budding im Winter funktioniert gerade bei Steinobst hervorragend, ab Neujahr im Haus und in den letzten Wochen im Freien getestet.
Sogar die im Februar geschnittene und angetriebene Köröser Weichsel ist in 3 von 3 Fällen angewachsen. Von Schaschlikspieß bis 1 cm Druchmesser auf jeden Fall meine bevorzugte Methode und darüber fange ich dann das hinter die Rinde Pfropfen an.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Tomesen am 07. April 2019, 00:09:22
Und noch eine Mandel im Freien
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Waldgärtner am 07. April 2019, 14:12:01
Wo es gerade noch um den Zeitpunkt ging, an dem eine Veredelung sicher angewachsen ist:

Ist es irgendein Indikator, wenn ein Apfelreis (einjährig) Blütenknospen bildet?
Oder liegt das einfach an der Sorte?
Hab das in vergangenen Jahren zwar schon mehrfach beobachtet, aber nie systematisch weiterverfolgt.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: 555Nase am 07. April 2019, 16:05:11
...Meinst du sowas ?
Ist eine Ukrainische Neuzüchtung "Vnutschka".  >>>

(https://up.picr.de/35460635da.jpg)
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Waldgärtner am 07. April 2019, 17:09:18
Im Prinzip, ja.
Vor zwei Monaten habe ich veredelt, jetzt kommen (noch geschlossene) Blüten.
Sorte sollte Finkenwerder Herbstprinz sein.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 07. April 2019, 19:22:05
Die Blütenanlagen lagen im Reis zum Zeitpunkt der Veredelung bereits vor. Diese wurden im Sommer des Vorjahrs gebildet. Somit ist die Blüte kein Indiz für ein erfolgreiches Anwachsen. Manchmal wird empfohlen diese Blüte zu entfernen um das Anwachsen nicht zu behindern. Was du auf keinen Fall tun solltest ist, Äpfel daran wachsen zu lassen. Diese Können den bereits angewachsen Reis wieder abreisen. Warte einfach, bis der Reis 20 cm Zuwachs hinter sich hat. Dann ist er sehr wahrscheinlich angewachsen.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Waldgärtner am 07. April 2019, 21:40:23
Nee, Äpfel hätte ich da auf keinen Fall dran gelassen.
D.h. aber die Sorte fruchtet generell auch am einjährigen Holz?
Bisher dachte ich, dass fast alle Äpfel erst am zweijährigen fruchten und dieses Phänomen mit dem Veredeln zusammen hängt.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 07. April 2019, 22:26:04
Die Äpfel fruchten am mehrjährigen Holz, das hattest du richtig in Erinnerung. Dies ist auch die Regel. Es ist aber nichts ungewöhnliches, wenn sich Blüten an den Endknospen von einjährigen Holz bilden. Stress kann dies auch begünstigen.
Wenn man einen diesjährigen Trieb ganz flach erzieht, dann können sich an diesem Trieb auch mehrere Blütenknospen bilden. Das ist also ein Zusammenspiel aus Sorte, Hormonhaushalt und relative Lage des Triebs.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Bergischer Apfel am 07. April 2019, 23:31:36
Hi,
@Rib-Huftier: Das können Äpfel und Birnen auch, wahrscheinlich auf Pflaumen und andere.

@Tomesen: Danke für den Tipp, das werde ich mal ausprobieren  ;).

@555Nase: Das Äpfel an den Seiten-eigentlich-Holzknospen Blütenknospen bilden passiert öfter mal, natürlich auch an entständigen Knospen. Das was am frisch veredelten Reis wächst war wie schon gesagt wurde schon angelegt.

LG Thorben
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Waldgärtner am 08. April 2019, 13:20:32
Jetzt reden wir etwas aneinander vorbei, fürchte ich.
Als ich mich mit "im Prinzip" auf das Bild bezog, meinte ich quasi: ja, einjähriger Trieb mit Blättern und Blüten.
Ihr wiederum habt das auf die Endknospe bezogen.

Deshalb nochmal der Vollständigkeit halber:
An meinem Reis steht die Endknospe nicht mehr. Die würde ich nur verwenden, wenn gar nix anderes geht.
Es sind vier Knospen am Reis (aus der Mitte des früheren Astes, also keine Endknospen).
An allen vier sind neben Blätter auch mehrere Blüten (wahrscheinlich mache ich die weg).

Nur zum sicher gehen:
Wenn die Blüten letztjährig angelegt wurden, heißt das nun, dass dieser Apfel grundsätzlich auch am einjährigen Holz trägt?
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: b-hoernchen am 08. April 2019, 13:31:21
Prinzipell kannst du davon ausgehen, dass das eine sehr fruchtbare Sorte ist, sie auch an einjährigem Holz tragen kann - nicht muss! Hängt unter anderem von der Mineralversorgung (Kalium) zum Zeitpunkt der Knsopenanlage im Vorjahr zusammen. Passiert bei mir vor allem bei modernen Sorten (aber auch schon länger stehende Birnbaum "Gräfin v. Paris" im Garten blüht dieses Jahr am einjährigen Holz).

Trotzdem ist Fruchtansatz an zweijährigem Holz bei Apfel, Birne und Pflaume das Normale.

Ich zwick' die Blütenknospen an den frisch veredelten Reisern ab, damit sie das Reis nicht zu sehr erschöpfen.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 08. April 2019, 16:33:50
Sorry wegen der Verwirrung. Wir reden nicht aneinander vorbei. Die Blütenanlagen werden am einjährigen Holz gerne an der Terminalknospe gebildet. Das sieht man sehr deutlich bei älteren Sorten. Aber, wie schon gesagt, und b-hörnchen hat es weiter erläutert, Die Pflanze kann auch gerne wo anders Blütenanlagen am einjährigen Holz bilden.
Die Gründe sind eben verschieden, wo, wann, was gebildet wird aber untern Strich heißt es, es war bereits im Edelreis vorhanden. :)
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: thuja thujon am 09. April 2019, 00:27:42
Ist es irgendein Indikator, wenn ein Apfelreis (einjährig) Blütenknospen bildet?
Oder liegt das einfach an der Sorte?
Ich lehne mich mal ganz weit aus dem Fenster und behaupte: Reiser, die nach dem anwachsen blühen, waren am (Spender)Baum vom Wuchs und Vitalität her untergeordnete Triebe und hinken kräftigen, wüchsigen Trieben etwas hinterher. Ich gehe sogar soweit, dass sich die Jungbaumerziehung hier etwas unterscheidet, natürlich überlagert vom Effekt der Unterlagenschubkraft.
Wenn man immer wieder liest, Wasserschosse sind nicht für Veredlungen geeignet, so kann man denke ich auch sagen, recht generative Triebe als Reiser sind auch nicht das gelbe vom Ei.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: floXIII am 09. April 2019, 17:58:17
Heute sind endlich meine Unterlagen (u.a. MM 111, Pyrodwarf etc. ) angekommen, habe zugegebenermaßen auch erst recht spät bestellt ;-)

Da ich bislang nur auf bestehende Bäume bzw. selbst gezogene Unterlagen veredelt habe, hätte ich ein paar Fragen zu gekauften Unterlagen. Sollte ich diese vor dem Veredeln mehrere Stunden (einen Tag?) in einen Wassereimer stellen oder ist dies nicht notwendig? Nach dem Veredeln war mein Gedanke sie sofort zu topfen und geschützt an der Hausmauer (Nordseite) im Freien stehen zu lassen.

Würdet ihr mir zu einer anderen Vorgehensweise raten?

lg
Flo
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 09. April 2019, 18:04:23
Die Wurzeln dürfen nicht eintrocknen. Daher kannst du sie bis max einer Woche in einen Eimer Wasser stellen oder sie gleich eintopfen. Man kann sie auch eben schnell so in Erde einaschlagen, so dass man sie bei der Veredelung wieder in die Hand nehmen kann.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: floXIII am 09. April 2019, 18:49:04
Die Wurzeln dürfen nicht eintrocknen. Daher kannst du sie bis max einer Woche in einen Eimer Wasser stellen oder sie gleich Eintopfen. Man kann sie auch eben schnell so in Erde einaschlagen, so dass man sie bei der Veredelung wieder in die Hand nehmen kann.

Vielen Dank,

dann werde ich sie nachher noch ins Wasser stellen und dann morgen, wenn es sich zeitlich ausgeht, veredeln und topfen

Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: b-hoernchen am 09. April 2019, 20:14:24
Meine Unterlagen hatten ihre Wurzeln in Tonschlamm getaucht. Der feste Schlammüberzug  kann die Wurzeln wie Leim zu einem festen "Schopf" verkitten. Auch deshalb kann sich das Einstellen in Wasser lohnen.

Die Unterlagen sollen bei der Veredlung so gut wie möglich in Saft stehen. Bäume lieben einen handwarmen Wurzelraum. Ein lauwarmes Bad über Nacht weckt die Lebensgeister!
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: thuja thujon am 10. April 2019, 08:23:43
Ich bin da sehr vorsichtig und schule die erstmal auf, die sollen erstmal zeigen dass sie leben und im Saft stehen können. Ich okuliere im Sommer und habe ein Jahr später einen guten Trieb mit viel Wurzel dran.
Frühjahrspflanzungen sind hier sehr heikel, wenn gleichzeitig noch eine Veredlung anwachsen soll und gut durchtreiben, kommt da meist nix kräftiges raus. Das ist ein kümmerlicher Trieb auf wenig Wurzel nur um ein Jahr gespart zu haben. Bis die ersten Seitenäste erzogen sind, verliert man damit meist doch 2 Jahre weil die nicht recht fortkommen und so hinkt man doch wieder hinterher.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Wild Obst am 10. April 2019, 13:17:34
Handveredlungen auf frische Unterlagen sind relativ praktisch und gehen deutlich schneller als Veredlungen im Beet, aber die Bäumchen brauchen danach schon deutlich mehr Pflege als wenn sie aufgeschult und im Sommer okuliert oder im Folgejahr veredelt werden.

Mit ein bisschen feuchtem Sägemehl, Perlite, Sand, oä kann man die auch gut platzsparend in einer Plastiktüte einschlagen und an einem kühlen (und am besten feuchten) Ort eine Weile zwischenlagern. Solange man es nicht übertreibt, klappt das auch recht gut und ich würde es eher so machen, als die Unterlagen in Wasser zu stellen.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 14. April 2019, 11:23:38
Für alle, die mein yolo-Gärtnern amüsant finden, hier eine Dreifachveredelung an einer Zewtzschge. Ich hoffe dass das der Spilling ist, den ich vor jahren auf einer Wiese fand. Die angetriebenen Reiser habe ich hinter Rinde veredelt und mit warmen Baumwachs verstrichen. Da der Unterlagenbaum nordwestlich und  damit hier schattiger liegt, denke ich schon, dass irgendwas durchkommen wird.

Veredelung vor 2 Wochen; Bild v. heute.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Vogelsberg am 14. April 2019, 11:29:21
Für alle, die mein yolo-Gärtnern amüsant finden, hier eine Dreifachveredelung an einer Zewtzschge. Ich hoffe dass das der Spilling ist, den ich vor jahren auf einer Wiese fand. Die angetriebenen Reiser habe ich hinter Rinde veredelt und mit warmen Baumwachs verstrichen. Da der Unterlagenbaum nordwestlich und  damit hier schattiger liegt, denke ich schon, dass irgendwas durchkommen wird.

Veredelung vor 2 Wochen; Bild v. heute.

... ich bin dabei... weiter so  ;D

Bei mir treiben jetzt auch einige Veredelungen vom vergangenen Jahr - Kirsche auf Kirsche, Apfel auf Apfel und waaahrscheinlich demnächst Mispel auf Weißdorn - unter der Rinde ist jedenfalls Leben  :D

Kirsche auf Kirsche liess sich auch bei dem Wind fotografieren... :D

Bild 1: Eine Astspitze per T-Schnitt unter die Rinde gebracht während der Kirscherntezeit

Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: danielv8 am 14. April 2019, 14:08:37
Inspiriert von euren Veredelungen und den "Prunus-Treads" habe ich mir Ende Dezember 2018 auch ein paar Reiser besorgt.
Die Blutpflaume Prunus cerasifera x salicina ist die Unterlage.
Die Edelsorten sind:
- 3x Wohlreichender Spilling
- 2x Schwarze Marunke
- 2x Pflaume Schöne von Löwen
- 2x Eine Kreuzung aus Aprikose und Mirabelle deren Früchte wie Aprikosen aussehen
- 2x unbekannte regionale Pfirsichsorte

Nur das Experiment mit der "Aprikose" und dem Pfirsich scheint nicht gelungen zu sein.
Beim Pfirsich ist ein Reis eingetrocknet bzw. die Rinde vom Reis faltig.
Alle anderen treiben aus . Allen vorran der Spilling. :D

Die Reiser habe ich am 09.02.2019 per Geißfuß aufgesetzt.





Am 04.April zur Vollblüte der Unterlage trieb der Spilling als erste Sorte aus.





Der Spilling hat an den Schnittflächen der Edelreiser bereit deutliche Verwachsungen bzw. Überwallungen.
Ich hätte nie gedacht das das Holz so schnell verwächst.
Am 14. April ist der Austrieb aus allen Knospen schon sehr erfreulich.
Die Unterlage ist nun abgeblüht.





Ich habe dazu noch ein paar Fragen.
Ab wann kann man davon ausgehen, daß die Veredelungen nicht mehr austreiben ?
Wann kann ich dann die fehlgeschlagenen Veredelungen frühestens ersetzen ?
Gerne auch wieder per Geißfuß ?
Wie müsste ich dann vorgehen ?

Ich würde mich über eure Hilfe freuen, denn ich habe zum ersten Mal mit Hilfe von schweizerTaschenmesser , Cuttermesser und YouTube veredelt.  ;D

Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Vogelsberg am 14. April 2019, 15:53:36
Bild 2 Kirsche auf Kirsche: Edelreiss per Spaltpropfung einveredelt während der Kirscherntezeit
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 14. April 2019, 16:32:25
Inspiriert von euren Veredelungen und den "Prunus-Treads" habe ich mir Ende Dezember 2018 auch ein paar Reiser besorgt.

Ich habe dazu noch ein paar Fragen.
  • Ab wann kann man davon ausgehen, daß die Veredelungen nicht mehr austreiben ?
  • Wann kann ich dann die fehlgeschlagenen Veredelungen frühestens ersetzen ?
  • Gerne auch wieder per Geißfuß ?
  • Wie müsste ich dann vorgehen ?

Ich würde mich über eure Hilfe freuen, denn ich habe zum ersten Mal mit Hilfe von schweizerTaschenmesser , Cuttermesser und YouTube veredelt.  ;D

Das ist schön. So muss das sein :)

Zu Frage 1: Da kannst du ruhig ein halbes Jahr warten. Solang es lebendig aussieht, kann's was werden.

Zu Frage 2: Sommerveredelungen (i.d.R. Okulationen) macht man ab August. Reiserveredelungen sind zu diesem Zeitpunkt etwas heikler, daher eher nicht zu empfehlen. Dazu gibt es hier einen Thread . Ansonsten empfiehlt es sich erst nächstes Frühjahr an's Veredeln zu wagen.
Zu Frage 3: Wenn du wieder im Frühjahr veredeln willst und du gute erfolgschancen hattest, na klar! Im heikleren Fall der Sommerreiserveredelung würde ich eher hinter der Rinde veredeln, Geißfuß sollte aber auch gehen.
Frage 4 meine ich geklärt zu haben, kannst aber gerne nachhaken.

Bild 2 Kirsche auf Kirsche: Edelreiss per Spaltpropfung einveredelt während der Kirscherntezeit

Wie, hast du den Reiser so lange gelagert oder war dies ein, zu diesem Zeitpunkt frisch geschnittener Reis?

Sieht aber sehr gut aus.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Bauerngarten93 am 14. April 2019, 16:38:40
Gestern bei meinem Opa gemacht. Er ist 93 und noch voller Hoffnung was zu ernten in paar Jahren.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Vogelsberg am 14. April 2019, 18:01:20
Bild 2 Kirsche auf Kirsche: Edelreiss per Spaltpropfung einveredelt während der Kirscherntezeit

Wie, hast du den Reiser so lange gelagert oder war dies ein, zu diesem Zeitpunkt frisch geschnittener Reis?

Sieht aber sehr gut aus.

Hier im Vogelsberg gibt es überall noch Hecken mit u.a. diversen Vogelkirschsämlingen...an einem schönen Tag 2018 bin ich mit Lust auf Kirsche und einer Schere und Tüte losgezogen, habe mich durch die Bestände probiert und von denen, die zumindest als Naschobst geeignet waren, habe ich Reiser geschnitten und dann gleich auf einen Wildling in meinem Garten - damals etwa 2 M hoch und gut verzweigt - aufveredelt.

Die meisten Veredelungen treiben jetzt  :) und der Wildling - vor 4 Jahren ca. 1 M hoch in einer Thujahecke gefunden und nach der Friss-oder Stirb-Methode quasi Wurzelnackt umgepflanzt - dieser Wildling zeigt nun viiiele Blüten  :D und wenn es gut läuft, dann kann ich dieses Jahr ernten und entscheiden, ob er nur als Unterlage dient oder selbst Bäumchen werden darf - im Spätwinter 2019 habe ich den Mitteltrieb stark gekürzt, denn höher als etwa3 M soll er nicht werden
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: danielv8 am 14. April 2019, 18:22:26
Zu Frage 1: Da kannst du ruhig ein halbes Jahr warten. Solang es lebendig aussieht, kann's was werden.

Zu Frage 2: Sommerveredelungen (i.d.R. Okulationen) macht man ab August. Reiserveredelungen sind zu diesem Zeitpunkt etwas heikler, daher eher nicht zu empfehlen. Dazu gibt es hier einen Thread . Ansonsten empfiehlt es sich erst nächstes Frühjahr an's Veredeln zu wagen.

Vielen Dank !
Dann werde ich noch warten. Ein Pfirsichreis und die zwei Aprikosenreiser sind zumindest noch im Saft.
Allerdings ist das erste leichte Knospenschwellen stehengeblieben und seit dem ist Ruhe.

Den Thread zu den Sommerveredelungen habe ich komplett durchgelesen. :D
Da ich nun durch die geglückten Veredelungen etwas angefixt bin , werde ich es im Sommer mal versuchen.
Die Prunus haben im Sommer ja ohnehin einen zweiten starken Austrieb.
Da müsste ich also vorher die Reiser schneiden und veredeln.
Der Parafilm kann auch komplett über die Augen gewickelt werden ?
Bei dem von mir verwendeten Wundverschluss mit Kupfer haben es die Knospen schwer.
Eine habe ich ungewollt hauchdünn damit überzogen.
Darunter ballt sich der Austrieb.
Da aber an der gleichen Stelle ein schlafendes Auge seitlich treibt , habe ich es noch nicht aufgeschnitten.
Dann mach ich mich Mal auf Reisersuche.
Ich werde das dann hier berichten.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 14. April 2019, 18:35:10
Der Parafilm kann auch komplett über die Augen gewickelt werden ?

Ja kann er und sollte er auch. Ziel ist es die Verdunstung zu verhindern. Dies passiert auch über die Knospen. Die wachsenen Knospen können den Film problemlos durchstoßen.

@ Vogelsberg:
Und wie war die Erfolgsquote?
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: schnagga am 14. April 2019, 19:31:49
Zitat
(...) Bei dem von mir verwendeten Wundverschluss mit Kupfer (...)
Sicher das der mit Kupfer ist? Ich dachte immer Kupfer und Pflanzen vertragen sich nicht so gut?!  ???
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Elro am 14. April 2019, 21:14:31
Gestern bei meinem Opa gemacht. Er ist 93 und noch voller Hoffnung was zu ernten in paar Jahren.
Ohoh, alle Triebe abgesägt und veredelt?
Wenn Dir da nicht der Baum im eigenen Saft erstickt und eingeht.
Besser ist ein paar Zugäste zu lassen und diese im nächsten Jahr zu veredeln.
Viel Glück.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: danielv8 am 14. April 2019, 21:53:14
Sicher das der mit Kupfer ist? Ich dachte immer Kupfer und Pflanzen vertragen sich nicht so gut?!  ???

Bin mir nicht sicher , aber Teil des Produktnamens ist Copper.
Beworben mit Fungizid.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Bauerngarten93 am 14. April 2019, 22:04:55
Solche Bäume werden dann ordentlich wassertriebe schieben. Nach dem austreiben der edelreiser wegbrechen
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 14. April 2019, 22:16:53
Das Kupfer wird nicht die Konzentration haben, dass der ausgewaschene Anteil über die Wurzel Probleme machen könnte noch kann es in nennenswerten großen Mengen direkt in das Gefäßsystem gelangen. Daher sind auch Kupferspritzungen im Bioanbau rel. unproblematisch.

Die Dosis macht das Gift
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Vogelsberg am 15. April 2019, 09:52:43

@ Vogelsberg:
Und wie war die Erfolgsquote?

... etwa 70%  :D
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Apfebam am 18. April 2019, 22:02:28
Wie lange ca. kann man bei einem Halbstamm im achten Standjahr (Unterlage Sämling, die Sorte der abgeworfenen Krone war ein Gravensteiner), der mit zehn Reisern vom Topaz via Rindenpfropfen veredelt wurde, rechnen bis man sehen kann, dass die Reiser angewachsen sind? Veredelt wurde am 07. April.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: 555Nase am 19. April 2019, 02:50:49
...Wenn der Neutrieb ca. 3cm gewachsen ist.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 19. April 2019, 05:14:53
Ich würde auf 10 bis 15 cm warten. 3 cm sind mir bissl wenig.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Apfebam am 20. April 2019, 09:20:18
Vielen Dank euch!

Wenn die Reiser 10-15 cm Länge erreicht haben ist dann auch der Zeitpunkt, wo ich den Bast entfernen kann, damit er nicht einschneidet?

Anbei mal ein Bild von der Veredelung  :)
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: thuja thujon am 20. April 2019, 11:26:23
Ich gehe nicht nach der Länge sondern nach dem Dickenwachstum. Wenns anfängt einzuschnüren mache ich zügig ab, dass ich das ganze noch ohne Verletzungen runtergewickelt bekomme.

Warum hast du den Baum so brutal abgeworfen? Wenn die Krone halbwegs ok war, hättest du besser 20 Propfköpfe und mehr gemacht. Das ist schonender für den Baum, so verhungert dir die Wurzel und Co.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 20. April 2019, 12:00:18
Wenn's Naturbast ist brauchst du nichts machen, ansonsten sollte er dann entfernt werden.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 20. April 2019, 12:38:01
Zur Problematik der fehlenden Zugäste, würde ich die Austriebe, die an den Leitästen der Unterlage sich bilden werden, einfach eine Zeitlang wachsen lassen. Wenn die Veredelungen angewachsen sind, können sie entfernt werden.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Apfebam am 20. April 2019, 21:41:11
Vielen Dank nochmal!

Zugast ist einer vorhanden, auf der linken Seite. Da er unterhalb der vier Veredelungsköpfe ist, dachte ich dass der eine für alle langt. Werde aber ggf. nochmal austreibende Zweige lassen, bis die Veredelungen dann soweit angewachsen sind.

Ich habe die Krone so "stark" abgeworfen, weil ich der Meinung war, dass ich die Krone so besser aufbauen kann und es so auch in einem Buch über's Veredeln gesehen habe.

Es ist ein Kunststoffbast, ich werde dann regelmäßig den Bast kontrollieren und ihn, bevor er zu stark einschnürt, entfernen.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: thuja thujon am 21. April 2019, 19:44:30
Ein einzelner Ast ist schon was anderes als ein ganzer Baum.
Ich kenne die Bücher und was die schreiben oder sich gegenseitig abkopieren, die veredeln im Zweifelsfall nichtmal auf die Astoberseite. Sowas kann schiefgehen. Vermutlich ist das starke abwerfen (=Baumverstümmelung) zusammen mit 2-3 anderen Faktoren das, warum zu der Zeit, als diese Bücher ursprünglich geschrieben wurden, dem umveredeln nicht besonders viel Beachtung in der Praxis geschenkt wurde. Es ist mit der Brutalomethode einfach zu oft schiefgegangen und dann hat mans sein lasssen.

Extrem Baumverträglicher ist das umveredeln ins zweijährige Holz rein, ist natürlich ungleich viel mehr Arbeit, aber das Ergebnis will viel eher überleben, auch 5 Jahre später noch. Bei älteren Jungbäumen sollte man das Zwischending erwischen.

Wie gesagt: egal was manche Bücher schreiben, Rückschnitt der Krone über 1/3 ist Frevel, über die Hälfte Verstümmelung. Über 95% ist nicht besser als abholzen. Da kann man die Angsttriebe das ganze Jahr über wachsen lassen, wenn der letztes Jahr viel getragen hat (Spätfrost 2017-Nachwehen), ist der Baum von den Speicherstoffen sowieso angeschlagen, solche Bäume brauchen Jahre um sich davon zu erholen. Wenn sie schon älter sind, nicht die jungen vitalen wie deiner, gehen sie an solchen Geschichten auch mal kaputt. Muss nicht, kann aber sein. Ich habe schon einige Bäume verstümmelt und über die Jahre beobachtet.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 21. April 2019, 20:45:24
Ahh da kann ein schönes Bild Posten. Dort wurde die Krone zwecks Verjüngung abgeworfen. Richtig "Fachmännisch"
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Hyla am 21. April 2019, 21:11:29
Sowas mußte ich auch schon sehen.
Übel, wirklich ganz übel.
Vielleicht gibt's eine Hölle mit axtschwingenden Ents.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Apfebam am 21. April 2019, 21:22:05
Danke thuja thujon für deine Ausführungen, die ich bei erneuten Veredelungen auf jeden Fall bedenken werde. Ich schaue jetzt mal wie das ausgeht.
Der Baum hat letztes Jahr übrigens das erste Mal überhaupt getragen, allerdings nur zwei Äpfel, hat also nicht viel Energie aufgebraucht. Dieses Jahr wäre es wesentlich mehr Ertrag geworden.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 21. April 2019, 21:30:05
  ;D ;D innesto a foro meccanico

Mechanische Lochveredelung

Das Video fand ich ich heute. Diese Italiener.. . ;D
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Waldgärtner am 21. April 2019, 21:53:20
  ;D ;D innesto a foro meccanico

Mechanische Lochveredelung

Das Video fand ich ich heute. Diese Italiener.. . ;D

Haha  ;D
Den Vorteil gegenüber einer herkömmlichen Kopulation sehe ich allerdings nicht.
Vielleicht beim Spalier, wenn in einer bestimmten Höhe eine Verzweigung fehlt?
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 30. April 2019, 20:01:22
Kleines Update zum Himbacher grünen. Hier der erste Post, den ich zu diesem Thema mache, damit man weiß worüber ich schreibe.

Wie rettete man eine Apfelsorte von einem sterbenden Apfelbaum?

Im oder vor dem Winter brach ein sehr alter, und gesunder Apfelbaum in zwei. Leider bekam ich es nicht rechtzeitig mit. Als ich ihn gestern fand, war er in der Blüte, wobei es sehr wahrscheinlich das letzte sein wird, was er machen wird.

Ich Suchte im Kronenbereich nach einjährigen Reisern, die erst sehr wenig ausgetrieben waren. Ich stellte sie über Nacht in's Wasser, um sie heute zu veredeln.

Dabei habe ich ausgetriebene Terminalknospen weg geschnitten, getriebene Knospen ausgebrochen und die Reiser an meinen Querbeet-Baum an veredelt. Verwendet habe ich dabei Kopulation und Unter-die-Rinde-Veredelung. Alle Reiser wurden anschließend mit Parafilm umwickelt, um die Verdunstung zu unterbinden. Vier Veredelungen. Mal gucken ob's klappt.
Weitere Posts zu diesem Thema waren die Nummern 874, 856, 889 und 890 (Liste wahrscheinlich unvollständig)

Von den vier Veredelungen treiben heuer zwei aus. Hier ein schlechtes Bild von heute.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: jul am 30. April 2019, 23:19:02
...das ist immer der schönste Moment    :)
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Vogelsberg am 01. Mai 2019, 11:31:45
... gleiche Geschichte bei mir - zufällig 2018 an einem großen abgebrochenen Ast eines sterbenden Hochstammapfels ohne nennenswerten Austrieb vorbei gekommen, auf Verdacht ein paar Miniaustriebe mitgenommen und auf einen meiner M9 M4-Äpfel aufveredelt - 1 Veredelung treibt gut, die beiden anderen kommen vielleicht auch noch  ;), Nr. 4 abgestorben

Solche Rettungsaktionen können sich also lohnen, auch wenn die Reisser nicht toll sind  :)
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: dreichl am 12. Mai 2019, 16:17:56
Hi,
Ich bin am mehrjährigen Projekt der Umedelung eines ca. 20 Jahre alten Apfelbaumes. Nun ist das geerbte Lauril zu Ende. Offiziell steht da zwar kalt streichbar auf der Dose, in der Realität musste es aber vorher ins Wasserbad damit ich es im Baum einsetzen konnte.

Gibt es denn aktuelle Empfehlungen bzgl. Baumwachs bei der Veredelung oder ist Lauril immer noch (ein) Produkt der Wahl?
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: 555Nase am 13. Mai 2019, 07:16:31
Was ist "Lauril" ? - Okeh, habe gegogelt, es ist bekanntes Baumwachs.
Alternativ gibt es Spray und anderes streichfähiges Baumwundbehandlungszeug.

Das unstreichfähige Baumwachs erhitze ich mit einem Teelicht und rühre bei dessen erreichter Flüssigkeit 1/3 Leinöl hinzu, dann ist es auf Jahre hin streichfähig.

Warum das der "Hersteller" solcher Wachse nicht hinbekommt, ist mir allerdings rätselhaft !?
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: b-hoernchen am 13. Mai 2019, 21:36:36
Ich find das schon ganz gut, dass Lauril dann fest wird und gut haftet. Den letzten Rest meiner Dose habe ich dieses Jahr mit dem geschmolzenen Stumpen einer Bienenwachskerze gestreckt - und musste dann erleben, wie ein paar Bienen dann am Wachsüberzug des Reises geknabbert haben und das Wachs mit nach Hause nahmen... .
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Ayamo am 15. Mai 2019, 14:57:06
Dieses Jahr habe ich meine Veredelungen etwas früher gemacht, insbesondere Birne, weil das Frühjahr in den letzten Jahren hier immer schnell sehr warm geworden war. Vielleicht hat der Trockenstress in den vergangenen Jahren dann zu schlechten Anwachsraten beigetragen. Vielleicht waren in den Reisern schon Austriebserscheinungen, die man noch nicht in dicken Knospen sah (Birne treibt ja früher).
Dieses Jahr habe ich die Birnen Anfang März veredelt, Temperaturen waren tags zwischen 5 und 15°C. Äpfel Mitte März.

Die Birnenreiser wachsen seit Wochen gut, endlich hat sich nun auch die letzte Sorte entschlossen, auszutreiben.
(https://i.postimg.cc/mhrSDtKk/190512-Veredelung-Birne-endlich-treibt-auch-GRAF-MOLTKE.jpg)

Bei den Äpfeln bange ich noch etwas. Äpfel wachsen ja leicht an, aber die von obstsortenerhalt >:( gelieferten ca. 3-4 mm dünnen Reiser waren ein schlechter Witz. Habe die zum Schutz vor Austrocknen fast völlig einbalsamiert. Schau'n wir mal.
 
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: thuja thujon am 15. Mai 2019, 15:24:52
Schöne lange Reiser. 7 Augen und mehr sind schon recht viel, ich würde evtl Augen ausbrechen, wo die Triebe nicht gewünscht sind.
Welche Sorten sind die Reiser an den Seiten?
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 15. Mai 2019, 15:26:42
Schön, scheinbar hast du deine "Hitzeprobleme in den Griff bekommen.  :D
3-4 mm Reiser sind zwar nicht schön, ich habe damit weniger Probleme. Ich finde die wachsen Recht gut an. Zwei Äste per Spaltpfropfen an einen Ast, das geht häufig gut.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 15. Mai 2019, 15:32:08
Schöne lange Reiser. 7 Augen und mehr sind schon recht viel,

Ich hätte bei dem Thema eher Bedenken wegen Windbruch. Ist mir heute passiert. Da trieb eine Ebereschenveredelun auf Eberesche, die ich im letzten Sommer machte zu stark durch und riss den Ast ab. Es blieb ein Auge an der Unterlage dran. Somit alles halb so schlimm.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Ayamo am 15. Mai 2019, 19:17:32
Das stimmt, an Windbruch hatte ich nicht gedacht, sondern auf mehr Reservestoffe in den längeren Reisern gesetzt. Pur bildet...

Soviel Nebenknospen kann ich natürlich nicht gebrauchen, die werden später noch zurückgeschnitten, damit keine Kopfweide draus wird. Ich überlege die im Juni zT ganz zu entfernen, zT auf Stummel, und damit vorzeitige Seitentriebe zu bekommen. Wahrscheinlich muss ich aber bis nächstes Jahr warten, sonst werden die zu dick.
Ebenso habe ich bei der Stammverlängerung zwei Reiser eingesetzt, von denen einer natürlich Fruchtast werden muss.
Auch die Unterlagen-Äste sind schon sehr dick, mal sehen, wie das mit der Wundheilung wird. Aber letztlich war der Baum eine Fehllieferung, die hier nie ausreifte und somit für Spielereien zur Verfügung stand. Wird im Herbst dann auch umgesetzt, etwas mehr Sonne.

Die Sorten sind: links Vereinsdechants, Mitte Boscs, rechts Graf Moltke. Letztere stammt ursprünglich aus Dänemark und wird auch bei norddeutschem Schietwetter reif. Ein Allwetter-Baum also 8)
Nee, Spaß... es gibt ja noch andere Birnbäumchen hier im Garten.

Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: willi2000 am 15. Mai 2019, 20:17:12

Bei den Äpfeln bange ich noch etwas. Äpfel wachsen ja leicht an, aber die von obstsortenerhalt >:( gelieferten ca. 3-4 mm dünnen Reiser waren ein schlechter Witz.
 

Da hat wohl einer vom letztjährigen trockenen Wetter nichts mitbekommen! Kauf deine Äpfel lieber beim Discounter, da kann dir sowas nicht passieren.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: willi2000 am 15. Mai 2019, 21:01:55
Es geht auch mit 3-4 mm problemlos. Dieses Jahr waren die Reiser halt so dünn.

Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: thuja thujon am 16. Mai 2019, 01:56:50
Nicht jedes Ästchen eines stiefmütterlich behandelten Baumes muss zu einem vergoldeten Edelreis werden. Wenn man verkaufen will, darf man auch giessen.

Die Reserven bei den langen Reisern sehe ich auch positiv, blende die unnützen Augen aber schon beim einsetzen in die Unterlage. Wenn die Knospen schwellen, brauchen sie ja schon Wasser und Futter. Ich denke, wenn die Kranzblätter voll entwickelt sind, sind meist auch die Holzreserven ziemlich am limit. Jedenfalls bleiben die nicht anwachsenden reiser meistens in diesem Stadium stehen bevor sie langsam vertrocknen. Also wenns jetzt warm werden sollte, würde ich da wirklich etwas pinzieren.
Anbei ein Süßkirschenreis im dritten Jahr. Pfropfen in den Spalt, 5 oder 6 Augen, davon 4 wachsen gelassen. Die Spitzenknospe, falls vorhanden, schneide ich meist weg und das letzte Auge zeigt nach oben. Bleibt die Spitzenknospe dran, treibt diese als erstes durch und unterdrückt damit die restlichen Knospen, es gib weniger Verzweigung bzw die nachgelagerten Knopsen ergeben schwächere Triebe.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Ayamo am 16. Mai 2019, 09:26:46
Wenn man verkaufen will, darf man auch giessen.

Sehe ich ähnlich, und es gibt ja nicht ohne Grund die Richtschnur 'bleistiftstark". Ein starkes Reis ist ausgereift und hat mehr Reserven, aber weniger Oberfläche pro Volumen, wenn wir da naturwissenschaftlich herangehen wollen. Links zu LWG, Ritthaler, VERN usw. einzustellen bin ich jetzt mal zu faul.

Und auf Hochstämmen, die ja idR für die Sortenkonservierung verwendet werden, gibts im oberen Bereich auch in trockenen Jahren Reiser, die "ausreichen". Sogar von Brandenburger Sandböden. Vielleicht musste es schnell gehen und sie stammen eher aus dem unteren Kronenbereich.
Bisher waren die Reiser von den verschiedenen Obstsortenerhalt-Mitgliedern einwandfrei, und da ich das Netzwerk eine wirklich gute Sache finde und es sicher auch ein Einzelfall war, mochte ich keinen Namen nennen. Ich empfand die saftige Rechnung für ein paar Trinkhalme jedenfalls als grenzwertig.

@Willi:  Hier trifft sich eben nicht (nur) die Fachöffentlichkeit, die vor dem Aufstehen schon ein paar Walnüsse veredelt. Sonst bräuchte es diesen Fred ja gar nicht ::)

Die Reserven bei den langen Reisern sehe ich auch positiv, blende die unnützen Augen aber schon beim einsetzen in die Unterlage. Wenn die Knospen schwellen, brauchen sie ja schon Wasser und Futter. Ich denke, wenn die Kranzblätter voll entwickelt sind, sind meist auch die Holzreserven ziemlich am limit. .... Also wenns jetzt warm werden sollte, würde ich da wirklich etwas pinzieren.
@ TT. Hat schon was für sich, die Reserven nur auf eine Knospe zu fokussieren. Pinziert hab ich meist zum Zeitpunkt Juniriss, wenn ich sowieso durch alle Bäume gehe. Aber vielleicht ist es für das sichere Anwachsen besser und vor allem weniger aufwändig, jetzt schon zu pinzieren.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Waldgärtner am 16. Mai 2019, 15:57:34
Ich empfand die saftige Rechnung für ein paar Trinkhalme jedenfalls als grenzwertig.


Falls es dich beruhigt: Mir ging dieses Jahr ähnlich.
Bei dem betreffenden Anbieter werde ich zumindest keine Reiser mehr bestellen.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: thuja thujon am 16. Mai 2019, 21:07:03
@ TT. Hat schon was für sich, die Reserven nur auf eine Knospe zu fokussieren.
Ich denke der Austrieb eines nicht wurzeln wollenden Steckholzes im Stadium absterben entspricht etwa den Reserven im kleinen Ast. Wäre noch mehr altes Holz dran, kann man zumindest beim Wein den Unterschied von Reserven und Versorgung durch Blätter an der Internodienlänge sehen. Auch bei Kern- und Steinobst ist das deutlich mehr als die Kranzblätter, die Reserven gehen eben mehr ins alte Holz und nur wenig bleibt in den jungen Ästen.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 01. Juni 2019, 12:54:22
Hier die Sonnenfrucht Percoche, welche ein Hybrid aus Pfirsich und Aprikose sein soll. Veredelt auf Hauszwetschge. Leider hatte ich nur einen schwachen angetriebenen einjährigen Neutrieb und diesen zweiährigen Trieb zur Verfügung. Da der Edelreiser dünner als Unterlage ist, habe ich hier Spaltpfropfen geählt. Da auch dieser Ast leicht angetrieben war, wurde er nach der Veredelung absonnig gestellt. Wäre das Wetter trockener gewesen, dann wäre sie ins Gebüsch gekommen, wo eine höhere Luftfeuchtigkeit herrscht. Ich möchte unter Umständen mich mit dem Aufbau des Pfirsichs und der Aprikose ein wenig mehr beschäftigen. Vielleicht gibt es Hinweise für eine echte Hybridisierung dieser beiden Arten. Das wird bei manchen Sorten bezweifelt, da sie oft nur nach einem Pfirsich aussehen.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Waldgärtner am 01. Juni 2019, 20:40:51
Hat hier jemand Erfahrungen mit der Unterlage B9?
Mir sind von 10 Unterlagen 3 ohne erkennbaren Grund vertrocknet.
Also nicht die aufveredelten Reiser, sondern die komplette Unterlage.
Standort, gießen etc. ist identisch mit anderen Veredelungen, das Problem tritt nur bei den B9 auf.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: thuja thujon am 01. Juni 2019, 21:01:27
Rib-Huftier: gegen pfropfen in den Spalt spricht doch absolut nichts. Wenns richtig gemacht wird, ist das die Veredlung, die mit am besten zuwächst. Zu den Pfirsisch/Aprikosen-Hybriden sage ich nichts, da kenne ich zu wenige.

@Waldgärtner: B9 ist immernoch ein M9-Abkömmling. Die ist bekannt für ihre Glaswurzeln, die brechen extrem leicht. Eventuell liegts daran. Ich pflanze die sehr vorsichtig.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Waldgärtner am 01. Juni 2019, 21:09:11
@Waldgärtner: B9 ist immernoch ein M9-Abkömmling. Die ist bekannt für ihre Glaswurzeln, die brechen extrem leicht. Eventuell liegts daran. Ich pflanze die sehr vorsichtig.

Die stehen im tiefen Container, also eig. recht geschützt.
Mit M9 hatte ich das nie, und die hab ich bestimmt nicht pfleglicher behandelt :)
Aber kann natürlich trotzdem einfach dran liegen, dass die Wurzeln empfindlich sind.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: dmks am 01. Juni 2019, 21:23:34
Hatte bisher bei M9 noch keine Probleme (ebenfalls Containerkultur). Empfinde sie gegenüber M9 als deutlich besser wurzelnd.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 01. Juni 2019, 22:15:48
@ thuja thujon: war auch keine kritik gegen diese Methode oder ähnliches. Bei Quitten, Weißdörner und ähnliche Gehölze meint die Literatur, dass Spaltpfropfen wegen des schlecht heilenden Holzes nicht zu empfehelen sei. Da habe ich bisher nicht bestädigt gesehen. Bei Pruni habe ich bezüglich dieser Methode keine Bedenken.

Ich übe diese Methode gerne aus. Wächst bei mir oft besser an und man ist von der Unterlagsdicke nicht so abhängig.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Wild Obst am 01. Juni 2019, 22:31:48
Bei den "empfindlicheren" Unterlagenarten wachsen Spaltpfropfungen auch of gut an, aber besonders dicke Pfropfköpfe verwachsen schlechter und langsamer, was langfristig dann zu Problemen führt. Mir ist z.B. eine etwa 5-jährige Veredlung (Spaltpfropfen) von Mispel auf Weißdorn einfach an der Veredlungsstelle abgebrochen, weil sie bei 2,5 cm Dicke immernoch nur an einer Seite verwachsen war und deswegen den ersten Vollertrag nicht tragen konnte.

Auf Unterlagen in der Dicke, auf die man noch mit Kopulationen veredeln könnte, ist das aber kein Problem, da geht auch Spaltpfropfen einwandfrei.

Aber Weißdorne und Quitten haben auch recht hartes, sprödes Holz, bei dem man sich bein "Spalten", finde ich, viel leichter schneidet als bei z.B. Apfel.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 02. Juni 2019, 01:09:17
Aber Weißdorne und Quitten haben auch recht hartes, sprödes Holz, bei dem man sich bein "Spalten", finde ich, viel leichter schneidet als bei z.B. Apfel.

Bei so etwas wippe ich gerne die Klinge, ohne dabei zu drücken. Nicht all so schöner Schnitt, ist aber sicher. Ähnlich wie beim Schneiden der Gegenzunge bei der Kopulation. Da habe ich mal böse geschnitten weil ich auf mich selber nicht hörte.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Api am 02. Juni 2019, 21:27:38
Aber Weißdorne und Quitten haben auch recht hartes, sprödes Holz, bei dem man sich bein "Spalten", finde ich, viel leichter schneidet als bei z.B. Apfel.

Ich habe für das Spaltpfropfen einen Schnittschutzhandschuh angezogen und die Unterlage genau an der Stelle festgehalten bis zu der der Schnitt gehen sollte. Spaltpfropfen verwende ich bisher nur bei getopften Unterlagen.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 08. Juni 2019, 17:33:00
Eine gute Reiserlagerung ermöglicht eine Veredelung in Juni: Eine Schwarze Aprikosenveredelung will nicht so, wie ich wollte, also ging ich heute zum Kühlschrank und holte die restlichen Reiser der selben Sorte. Sie sahen leicht trocken aus aber noch lebendig. Das kann am Luftdruck liegen. Also habe ich die Reiser heute Verarbeitet. Dazu habe ich die Reiser dünn mit Lauril "lackiert".
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Waldgärtner am 10. Juni 2019, 09:28:54
Hat hier jemand Erfahrungen mit der Unterlage B9?
Mir sind von 10 Unterlagen 3 ohne erkennbaren Grund vertrocknet.
Also nicht die aufveredelten Reiser, sondern die komplette Unterlage.
Standort, gießen etc. ist identisch mit anderen Veredelungen, das Problem tritt nur bei den B9 auf.

Nummer 4 hat sich nun auch definitiv verabschiedet :(
Bei über 100 Veredelungen in den letzten Jahren (davon 30 M9) hatte ich nie etwas vergleichbares.
Das muss an der Art der Unterlage liegen, oder die kamen schon geschädigt aus der Baumschule.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Balder am 10. Juni 2019, 22:26:07
Hat hier jemand Erfahrungen mit der Unterlage B9?
Mir sind von 10 Unterlagen 3 ohne erkennbaren Grund vertrocknet. [...]

Nummer 4 hat sich nun auch definitiv verabschiedet :(
Bei über 100 Veredelungen in den letzten Jahren (davon 30 M9) hatte ich nie etwas vergleichbares.
Das muss an der Art der Unterlage liegen, oder die kamen schon geschädigt aus der Baumschule.

Habe dieses Jahr auch 10 B9 von Eggert gepflanzt. Bei mir keine Probleme, alle sind ausgetrieben. Habe sie allerdings vorher drei Tage lang ins Wasser gestellt...
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Tomesen am 12. Juni 2019, 10:58:40
Zwei von drei Reisern auf einer etwa 4 cm dicken Kirsche haben ausgetrieben, aber so wirklich freut mich dieser Anblick nicht >:(
Es ist leider nicht die einzige Veredelung die von den Läusen schwer geschunden wird. Irgendein Tier hat die Läuse von der Maulbeere sogar samt Trieb verspeist, zum Glück sind noch Nebenaugen übrig. Ein bisschen Neemöl habe ich schon gesprüht, aber für alles habe ich nicht die Zeit.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: dmks am 12. Juni 2019, 21:13:45
Manchmal helfen auch Pflanzenschutzmittel ;)
...hab ich mal gehört. 8)
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Wild Obst am 12. Juni 2019, 21:59:04
Die muss man erst einmal (dabei) haben und zur richtigen Zeit anwenden können. Das ist auch nicht immer so einfach.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: dmks am 12. Juni 2019, 22:14:28
Stimmt, aber es gibt auch anwendungsfertige Mischungen im Draufdrücksprüher. Der Liter bei 10 Euro aufwärts.
Oder (aber das darf ich hier auf Grund meiner Pflanzenschutz-Quali nicht sagen) diverse Insektensprays aus dem Supermarkt. Kostenpunkt so um die Einsfünfzig. Vorsicht wegen dem Treibgas - mit ausreichend Abstand kurz einnebeln.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Urmele am 13. Juni 2019, 10:50:13
Hat hier jemand Erfahrungen mit der Unterlage B9?
Mir sind von 10 Unterlagen 3 ohne erkennbaren Grund vertrocknet.
Also nicht die aufveredelten Reiser, sondern die komplette Unterlage.
Standort, gießen etc. ist identisch mit anderen Veredelungen, das Problem tritt nur bei den B9 auf.

Nummer 4 hat sich nun auch definitiv verabschiedet :(
Bei über 100 Veredelungen in den letzten Jahren (davon 30 M9) hatte ich nie etwas vergleichbares.
Das muss an der Art der Unterlage liegen, oder die kamen schon geschädigt aus der Baumschule.

Ich hatte auch 10Stück B9 von Eggert gekauft. Darf mich nicht beschweren, es sind alle gewachsen und die Veredelungen durchgetrieben.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: b-hoernchen am 13. Juni 2019, 11:49:20
Zwei von drei Reisern auf einer etwa 4 cm dicken Kirsche haben ausgetrieben, aber so wirklich freut mich dieser Anblick nicht >:(
Es ist leider nicht die einzige Veredelung die von den Läusen schwer geschunden wird. Irgendein Tier hat die Läuse von der Maulbeere sogar samt Trieb verspeist, zum Glück sind noch Nebenaugen übrig. Ein bisschen Neemöl habe ich schon gesprüht, aber für alles habe ich nicht die Zeit.
Vor allen Dingen sollte man sagen, dass ein Läuseproblem an Obst meist zu allererst ein Ameisenproblem ist. Steigen keine Ameisen mehr an dem Baum auf, haben die Nützlineg eine Chance:
1. Maßnahme - Leim streichen an Stamm, Ästen und Pfahl(!), ca einen handbreiten Streifen rings um alle Aufstiegsmöglichkeiten,
2. Maßnahme (wenn Nr. 1 nicht erfolgreich durchführbar, weil zu viele Berührungspunkte mit anderen Aufstiegsmöglichkeiten, rissiger Rinde oder Rissen im Pfahl) - Ameisen bekämpfen (Blattanex hilft z.B. recht gut, im Gegensatz zu einem Celaf..r-Mittel).
3. Wenn Trieb schon extrem geschädigt und/oder Ameisenbekämpfung zu langwierig/schwierig - Pflanzenschutz direkt auf die befallenen Triebe; dazu hat dmks schon das Wesentliche gesagt.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: thuja thujon am 13. Juni 2019, 13:26:03
Der Zug ist eigentlich abgefahren, auch wenn mittlerweile genug Nützlinge wieder da sind. Die schwarze Kirschenlaus sorgt für Verkrüppelungen, nicht nur der Blätter, sondern auch vom Trieb. Sowas kann man ausschneiden, wenn es sich um ein frisch veredeltes Reis handelt, ist das ziemlich doof. Nun kann man noch abwarten, ob das Reis jächstes Jahr noch einen guten Trieb macht, für dieses Jahr wars das jedenfalls meistens.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 13. Juni 2019, 19:42:15
Ich habe heuer ein ähnliches Problem mit der Dönissens-Veredelung. Die "natürliche" Methode hat bisher nich geholfen. Marienkäfer lassen auf sich warten.
Also habe ich heute mit Ameisengift gesprüht. Zu spät ist noch nichts.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: saugrün am 30. Juni 2019, 08:49:37
Demnächst steht ja die Okulationszeit an, dazu habe ich Fragen:
Neben einem absterbenden Pflaumenbaum (The Czar?) habe ich seit gut einem Jahr einen Austrieb der unbekannten Unterlage wachsen lassen. Diese ist schon recht hoch und vielfach sehr dünn verzweigt. Darauf möchte ich nun okulieren, ab besten mehrfach (Mirabelle, Pflaume, evtl Aprikose).
1. Okuliere ich besser nur auf den Mitteltrieb/Stamm, der etwa 1,5 cm Durchmesser hat oder eher auf die dünnen Seitenäste?
2. Wenn ich nur auf den Mitteltrieb okuliere, wie viel Abstand soll zwischen den okulierten Augen sein und schneide ich die dazwischen- und darunterliegenden kleinen Äste der Unterlage ab?
3. Gibt es sonst etwas zu beachten, wenn man nicht nur eine Okulation, sondern gleich mehrere auf einer Unterlage ausführt?
Ich bin auf eure Erfahrungen/Meinungen gespannt, besten Dank, Grüße
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Wild Obst am 30. Juni 2019, 15:37:06
Ich okuliere inzwischen nicht mehr so viel, weil ich im Sommer immer so viel anderes zu tun habe. Wichtig ist auf jeden Fall, die Unterlage(n) die zwei Wochen vor der Veredlung gut zu gießen, damit sich zum geplanten Termin die RInde auch gut löst.

Zu deinen Fragen:
1.: Nur auf den Mitteltrieb zu okulieren wird vermutlich einfacher. Wenn deine Edelaugen von dünnen Reisern stammen, gehen grundsätzlich bestimmt auch dünne Triebe, aber das wird immer fummeliger, je dünner die Unterlagen sind. Ich würde etwa 5-6 mm minimal empfehlen.
2.: In dem Fall einer Mehrsortenbaum veredlung durch Okulation würde ich entweder direkt in der gewünschten Kronenhöhe okulieren und dann etwa 10-15 cm Abstand zwischen den Veredlungen lassen, so wie üblicherweise die Leitäste erzogen werden, oder ich würde jetzt erst einmal erst nur eine Sorte tief veredeln, die den Stamm bilden lassen und nächstes dann in Kronenhöhe die zusätzlichen Sorten einveredeln.
3.: Wenn die Unterlage zu schwach ist, kann es sein, dass nur eine Okulation, dann aller Wahrscheinlichkeit nach die oberste wegen der Spitzenförderung, austreibt. Deswegen würde ich so etwas nur auch wüchsige Unterlagen versuchen und den Baum auch gut düngen. Außerdem würde ich überlegen, welche Sorte über die andere kommt. Ich würde schwächer wachsende, später reifende oder später austreibende Sorten tendenziell weiter nach oben. Aber am besten nichts zu unterschiedliches kombinieren!

Ich habe selbst auch einige Mehrsortenbäume und ich bin vor allem wegen unterschiedlich starkem Wachstum nicht alle wirklich gelungen. Manche Sorten sind dann zu dominant gegenüber anderen oder viel später austreibende Sorten sind zwar angewachsen aber gehen komplett unter, weil die anderen Sortem schon 2 oder mehr Wochen früher ins Wachstum kommen und bis die späte Sorte wachsen würde schon allen "Saft" für sich beansprucht haben.

Aber allgemein ist es nicht ganz sicher vorhersagbar, also bleibt nur ausprobieren!
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: saugrün am 30. Juni 2019, 20:19:18
Hallo Wild Obst, vielen Dank für deine Antwort, das hilft mir schon sehr weiter.

Die Vorbereitung der Unterlage kann ich so sicher machen, wüchsig scheint sie auch zu sein. Ein Versuch ist es mir allemal wert, zumal es ja nichts zu verlieren gibt. Neben der vermeintlichen The Czar, die bald gefällt werden muss und aus deren Unterlage die zu veredelnde Unterlage als Ausläufer wächst, habe ich hier noch zwei Bäume, von denen Reiser erhaltenswert wären: Eine leckere Mirabelle vom Nachbarn, wahrscheinlich Nancy, und eine kräftig wachsende Bergeron-Aprikose. Passen die 3 zusammen?
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Wild Obst am 30. Juni 2019, 20:32:21
Da bin ich leider etwas überfragt und kann nur spekulieren. Was ich habe ist ein Mehrsortenbaum Nancymirabelle und Oullins Reneklode. Die Oullins ist auf ein paar Fruchtäste der Nancy aufveredelt und in der Kombination bei mir trotzdem deutlich wüchsiger als die Nancy, was irgendwie suboptimal ist.

Mirabelle und Aprikose könnte passen, ist jetzt aber nur mein Bauchgefühl, tendenziell würde ich die alle Aprikosensorten als etwas schwächer wüchsig einschätzen als Nancy. "The Czar" kenne ich nicht. Aber als Zwetschge würde ich die eher wüchsiger bis viel wüchsiger als  die Nancy einschätzen.

Aber wie gesagt, ich kenne persönlich weder Bergeron noch The Czar, vor allem nicht in Kombination mit Nancy. Aprikosen gehen bei mir fast immer im Jahr der ersten Blühte an Monilia ein oder sterben kurz später am "Schlagtreffen".
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: saugrün am 30. Juni 2019, 21:02:56
Stimmt, das mögliche Schlagtreffen spricht auf jeden Fall gegen die Aprikose als möglichen Stammbildner. Die Wuchshöhen von möglichem Czar und Nancy, die hier in benachbarten Gärten stehen, sind fast gleich.
Ich fange mal mit der Pflaume an, die ja sicher auf der Unterlage zurechtkommt, mache mit Mirabelle weiter und schau dann mal, ob die Aprikose noch dazu passt. Besten Dank!
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Waldgärtner am 01. Juli 2019, 16:22:58
[...] später austreibende Sorten tendenziell weiter nach oben. Aber am besten nichts zu unterschiedliches kombinieren!

Ich habe selbst auch einige Mehrsortenbäume und ich bin vor allem wegen unterschiedlich starkem Wachstum nicht alle wirklich gelungen. Manche Sorten sind dann zu dominant gegenüber anderen oder viel später austreibende Sorten sind zwar angewachsen aber gehen komplett unter, weil die anderen Sortem schon 2 oder mehr Wochen früher ins Wachstum kommen und bis die späte Sorte wachsen würde schon allen "Saft" für sich beansprucht haben.

Aber allgemein ist es nicht ganz sicher vorhersagbar, also bleibt nur ausprobieren!

Im anderen Thread gab es dazu keine Antwort, daher hier nochmal kurz:
Korrespondiert der Zeitpunkt des Austriebs mit dem der Blüte?
Also treiben frühblütende Sorten entsprechend auch früher als spätblühende?
Zum Austriebszeitpunkt scheint es leider keine Infos zu geben, Blühzeitpunkte sind dagegen recht gut dokumentiert.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Wild Obst am 01. Juli 2019, 18:44:36
Ich würde sagen, als Faustregel passt es auf jeden Fall für die späten Sorten, die ich kenne. Mit 100%iger Sicherheit will ich das aber nicht behaupten, es gibt sicherlich Ausnahmen.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 03. Juli 2019, 17:31:13
Eine gute Reiserlagerung ermöglicht eine Veredelung in Juni: Eine Schwarze Aprikosenveredelung will nicht so, wie ich wollte, also ging ich heute zum Kühlschrank und holte die restlichen Reiser der selben Sorte. Sie sahen leicht trocken aus aber noch lebendig. Das kann am Luftdruck liegen. Also habe ich die Reiser heute Verarbeitet. Dazu habe ich die Reiser dünn mit Lauril "lackiert".

Der erste Trieb ist zu sehen. :)
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 21. Juli 2019, 10:14:20
Hier die Sonnenfrucht Percoche (Soll ein Hybrid aus Pfirsich und Aprikose sein)(Scheinbar sind Tabaksamen winterhart ;D
(Pfirsicose)
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 21. Juli 2019, 10:16:07
Bisher zeigt sie sich als recht gesund, wobei mir diese Spitze recht verdächtig erscheint.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 21. Juli 2019, 10:20:03
Veredelt auf Pflaume per Spaltpfropfen. Edelreis dünner als Unterlage, daher wurde der Edelreis wie beim Geißpfropfen zugeschnitten. Hier, leider unscharf, die verwachsene Veredelungsstelle.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 21. Juli 2019, 10:23:27
Hier die Rückseite, die idealerweise auch zusammen gewachsen sein sollte. Unterlage: Irgendein Pflaumenwurzelschoss. #Qualitätsgärtner
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Vogelsberg am 21. Juli 2019, 12:23:12
.... sieht alles prima aus  :D

Wann wurden die Veredelungen gemacht? Im Winter?


Bei mir sehen diverse Veredelungen Apfel auf Apfel - Reiser geschnitten im Winter und Spaltpfropfen im Frühjahr inkl. viiiieeel Frischhaltefolie - ziemlich gut aus  :D
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 21. Juli 2019, 12:59:41
Die Veredelungen fanden März oder April statt. War eine schlechte Reiserqualität; Mehrjährig, verzweigt und angetrieben. Hat nur für zwei Veredelungen gereicht, von der eine eben durchkam. Ich habe es mit schlichtem Kunststoffveredelungsband fest verbunden. Wollte es eigentlich mit Wachs verschmieren, da sie angetrieben waren, war aber irgendwie zu faul. ;D
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Vogelsberg am 21. Juli 2019, 13:48:31
Faulheit und 50% Erfolgsquote ist doch eine gute Kombination  ;D
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 11. August 2019, 20:52:22
Ein wenig Pech hat man immer. Bei dem letzten Starkregen, vor zwei tagen, brach die erste Schwarze-Aprikosen-Veredelung ab, die zweite brach nachträglich heute ab. Da die zweite Veredelung noch an der Rinde hing und das Laub noch gut aussah, habe ich wieder ein Band herum gebunden. Bild von heute.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 11. August 2019, 21:00:04
Die Neutriebe der ersten abgebrochenen Veredelung wurden auf die schnelle an eine Kirschpflaume per Spaltpfropfung veredelt.
Blätter wurden entfernt. Ich weiß noch nicht, ob die Triebe mit Wachs vor Vertrocknung, überschmiert werden sollten. Mal gucken.
Bild von heute.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Elro am 11. August 2019, 21:26:48
Nimm das Spray. Davon habe ich im Frühjahr gelesen und gleich bestellt. Die Triebe damit eingesprüht, jede Veredelung ist angewachsen :D
Ich wollte auch noch veredeln, mal sehen wann ich demnächst Zeit habe und das Wetter paßt.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 12. August 2019, 12:11:25
Das freud mich für dich dass es so gut klappte :D
Ich habe noch ein wenig Lauril in Isopropanol "gelöst". Das lässt sich auch wunderbar verschmieren.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Vogelsberg am 12. August 2019, 12:26:37
Welches Spray?

... ich wollte deshalb nicht die ganzen 70+ Seiten lesen - Sorry
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: mybee am 12. August 2019, 13:04:57
Baumwachs-Sprühverband von Schacht oder Dr. Stähler

Guter Tipp, Rib-isel! Danke!
Früher habe ich immer alles mit Folie umwickelt.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Vogelsberg am 12. August 2019, 13:57:17
Danke für die schnelle Info  :D

Wie lange hält sich das Spray denn nach der Erstanwendung? Verklebt die Düse nicht ziemlich schnell?
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 12. August 2019, 14:24:08
Meines war von Schacht. Bei vielen Anwendungen bin ich von Parafilm abgekommen. Das Spray hält gut ein halbes Jahr am Baum. Wie lange die Haltbarkeit der Dose ist, weiß ich nicht. Ich hatte meine Dose gut drei Jahre herum fliegen. Das heißt aber nicht, dass in der Dose so viel Inhalt ist, das es für drei Jahre reichen würde. Für Wunden behandeln finde ich es etwas zu teuer aber für angetriebene oder halbverholzte Edelreiser ist das Spray ganz gut brauchbar. Ich hatte mit einer zugeklebten Düse noch keine Probleme. So weit wie ich das Weiß, sind besteht das Spray aus Wachsen, die in einem Lösungsmittel gelöst sind.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 12. August 2019, 14:45:03
Hier sind die Sicherheitsdatenblätter von Schacht und Dr. Stähler.
Dort sind keine Wachse enthalten, sondern nur Monomere in Treibgas. Es entsteht also nur ein dünner Kunststofffilm.

Sicherheitsdatenblatt Baumwachs-sprühverband Dr. Stähler
Sicherheitsdatenblatt Baumwachs-sprühverband Schacht
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Vogelsberg am 12. August 2019, 16:23:53
Hier sind die Sicherheitsdatenblätter von Schacht und Dr. Stähler.
Dort sind keine Wachse enthalten, sondern nur Monomere in Treibgas. Es entsteht also nur ein dünner Kunststofffilm.

Sicherheitsdatenblatt Baumwachs-sprühverband Dr. Stähler
Sicherheitsdatenblatt Baumwachs-sprühverband Schacht

Danke für die Mühe  :D

Und die Anwendung bei einer Veredelung? So ein Sprühfilm erzeugt ja kein zusammenpressen bei einer Spaltpfropfung oder hält ein Auge im T-Schnitt bei einer Okulation usw.
Wie befestige ich also z.B. beim Chippen das Chip auf der Unterlage, bevor ich mit dem Spray das alles abdichte?

Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Wild Obst am 12. August 2019, 16:51:31
Ich nehme mal an, dass man da vorher ganz normal die Veredlung verbinden muss und dann über den Verband die "Schutzschicht" sprüht. Ich habe es noch nicht ausprobiert, aber es klingt verlockend Parafilm durch Spray zu ersetzen. Andereseits habe ich noch genug "Film".
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Ayamo am 12. August 2019, 16:57:18
...
Und die Anwendung bei einer Veredelung? So ein Sprühfilm erzeugt ja kein zusammenpressen bei einer Spaltpfropfung oder hält ein Auge im T-Schnitt bei einer Okulation usw.
Wie befestige ich also z.B. beim Chippen das Chip auf der Unterlage, bevor ich mit dem Spray das alles abdichte?
Z.B. das hier aus Naturkautschuk.

Wird wohl nur in größeren Mengen verkauft. Ich konnte mal einem Baumschuler eine kleine Menge solcher Bänder abschwatzen (wollten mich wohl loswerden...)

Alternative Bast, dann Sprühen und ein paar Wochen später den Bast mit einem seitlichen Schnitt lockern.
Es funktioniert auch alter Fahrradschlauch, der übrigens auch schon gut abdichtet.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 12. August 2019, 17:04:38
Genau wie es Wildobst sagt :)

Aber nur bei Reisern, nicht bei Okulationen. Da verwendet man sowieso Okuletten bzw. es wird so mit dem Kuststoffband gebunden, dass die Knospe frei bleit, damit sie belüftet bleibt. Daher wird bei der Okulation kein Parafilm genommen. Da gibt es etwas analoges, was nicht luftdicht abschließt. Muss mal nachgucken wie es heißt.
Das Spray schützt also nur. Es kann keinen Druck auf die Veredelung ausüben.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Vogelsberg am 13. August 2019, 18:36:03
Erst mal viiiieeeelen Dank für die vielen schnellen und hilfreichen Antworten  :D

Ob ich bei Gelegenheit das Spray mal mitbestelle ??
Ist wohl mit meiner  - für mich durchaus funktionierenden - Methode nicht sooo kompatibel, aber eine interessante Überlegung allemal  :)

Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 17. August 2019, 20:14:55
An dieser Unterlage, M26, habe ich vor zwei Jahren Reiser kopuliert und Augen gechipt. Die Reiser starben ab und die die Chipung trieb nicht aus. Ich vergas was ich da dran machte und habe im letzten Jahr eine Sommerreiserveredelung eines roten, kleinfruchtigen Apfels getätigt. Nun wachte das Auge auf. Sachen gibs....
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 17. August 2019, 20:17:14
Hier kann man eine schön verwachsene Anplatterung auf M 26 sehen.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 21. August 2019, 13:52:34
Felsenbirne auf Eberesche - Wenige Tage nach der Okulierung fiel der Blattstiel von selbst ab. Das ist ein gutes Zeichen. Ich habe 3 oder 4 Okulierungen wo die Blattstiele abgefallen sind. Bei einer Okulierung, hier im Hintergrund zu sehen, sitzt der Stiel noch fest.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 21. August 2019, 13:56:21
Belgische Blutbirne (?)  auf Eberesche - Auch hier fiel der Stiel von selbst ab :D
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Wild Obst am 21. August 2019, 19:22:57
Hälst du uns bitte auf dem Laufenden, ob die Veredlungen nicht nur an, sondern auch gut weiterwachsen? Ich finde solche Kombinationen immer interessant. Vogelbeeren (und Weißdorn) habe ich hier gerade genug, aber nicht die Zeit und den Platz alles selbst auszuprobieren.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 21. August 2019, 20:15:27
Natürlich mache ich das :) Bin ich denn noch nicht hier für meine Monologe bekannt? Eine ältere Felsenbirnenveredelung ist aufgrund der Sommerdürre mir eingegangen.

@Cydorian: Könntest du die Posts 1104-1107 bitte in den folgenden Thread verschieben? Mir ist da heute ein Fehler passiert. Hier sind die Posts doch eher fehl am Platz. Danke :)

https://forum.garten-pur.de/index.php/topic,62428.50.html
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Vogelsberg am 22. August 2019, 00:52:35
Natürlich mache ich das :) Bin ich denn noch nicht hier für meine Monologe bekannt? Eine ältere Felsenbirnenveredelung ist aufgrund der Sommerdürre mir eingegangen.



... bekannt und geschätzt  ;D
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Vogelsberg am 25. August 2019, 12:09:35
... jetzt muss ich doch mal gaaaanz doof fragen ....

Wenn ich einen bestehenden Apfelbaum - zu schwach wachsende Sorte Mars auf M4 - komplett umveredeln will, dann macht es doch eigentlich nicht viel Sinn, wenn ich eine stärker wachsende Sorte auf einen Ast der schwachwachsenden Sorte aufveredele, oder??
Die neue Sorte wird doch trotzdem gebremst werden im Wachstum durch den alten, schwachwachsenden Ast??

Eigentlich müsste ich doch direkt auf die Veredelungsunterlage aufveredeln und dann - im Erfolgsfall - die alte Sorte komplett entfernen??
Das Problem ist halt die Reihenfolge.
Ich möchte nicht das Risiko eingehen, dass ich die alte Sorte komplett entferne und dann in den Stumpf die neue Sorte einsetzt und wenn die Veredelung nicht klappt, dann habe ich garnichts!

Denkfehler? Tipps?
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: thuja thujon am 25. August 2019, 13:17:47
Die stärkerwüchisge Sorte wird gebremst durch die schwache, ist aber trotzdem noch eher starkwüchsig.
Meist machen die dann mehr Holz als die schwache und so wird der Ast oben dicker als der Teil darunter. Sieht dann komisch aus.

Probiers doch so: starke Sorte oben drauf veredeln, ganz unten im Spätwinter die Rinde der Unterlage bis zur Hälfte quer ringeln. Darunter sollten dann junge Triebe rauskommen, die du im nächsten Winter mit dem Material der oben starkwachsenden Sorte veredeln kannst.
Sind die angewachsen, Baum über der Unterlage kappen und du hast Unterlagenaustriebe mit starkwachsender Sorte.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 25. August 2019, 13:27:02
Ähnlich wie dieser Baum http://www.baumkunde.de/forum/download/file.php?id=16300&sid=d4a118d104309ee0fabc5628baa613f6 Quitte auf Weißdorn.

Weißdorn ist der Quitte eine schwache bis mittelstarke Unterlage, die Quitte wächst etwas gebremster aber dennoch stärker als die Unterlage.

Die Kombi mittelstark, schwach, stark könnte eine lustige Kuriosität ergeben. Die einer Handel ähnelt. Wenn es aber zu Windbruch kommen sollte, dann an diesem übergang. Der "Stammbildner", die schwache alte Sorte, kann nicht so stark belastet werden.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Vogelsberg am 25. August 2019, 14:08:13
Dieses Forum ist einfach suuuuuuper  :D

@ thuja thujon

So werde ich es mal probieren... eigentlich unerwünschte Unterlagenaustriebe provozieren und darauf veredeln.... hätte ich eigentlich faaaast selbst darauf kommen können  ;D

@ Rib-isel

... wo gerade von Quitte auf Weißdorn die Rede ist .......

Anfang Juli  August hatte ich eine fremde großfrüchtige Mispel sowohl auf eigene nicht-soo-großfrüchtige Mispel und auch auf Weißdorn probiert per chippen (Erstversuch chippen überhaupt) aufzuveredeln und heute mal kontrolliert..... mir gefallen die Ergebnisse...

Fotos Mispel auf Mispel sind nichts geworden, aber die sehen genau so aus wie die 2 folgenden Fotos Mispel auf Weißdorn.

Erfolgreich verwachsen?
Wie wird sich - von der Wuchskraft her - Mispel auf Weißdorn verhalten?


Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Vogelsberg am 25. August 2019, 14:08:34
Nr.2
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 25. August 2019, 14:37:52
Für mich sehen beide Veredelungen angewachsen aus. Toll :D

Der Weißdorn ist der Mispel eine mittelstarke Unterlage.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Vogelsberg am 25. August 2019, 15:09:23
... das wollte ich doch hören  ;D ;D ;D ;D

Mit klassischer Okulation habe ich noch keine Veredelung hinbekommen, aber beim chippen läuft es scheinbar ganz gut  :D
Habe gerade heute dann mal Fundbirne auf Quitte und Fundzwetschge auf Ausläufer von Nachbars Uraltbaum - sind eh überall - gechippt und hoffe auf weitere Erfolge.

Ebenfalls Erfolge hatte ich schon mit Spaltpropfen bei Kirsche auf Kirsche und Apfel auf Apfel und damit habe ich für mich dann wohl die beiden funktionierenden Veredelungsmethoden gefunden, mit denen ich meinen Möchtegern-Selbstversorgergarten sortenmäßig weiter aufpeppen kann - irgendwas wird wohl immer ein paar Früchte haben  ;)

Ich schreibe dann gleich nochmal etwas in dem Chipveredelungs-Thread, um mein dort begonnennes Thema zuende zu bringen.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Vogelsberg am 25. August 2019, 18:39:23
... und wo ich gerade heute meine diesjährigen Veredelungen kontrolliert habe und die Knipse dabei hatte...

Apfel auf Apfel, Spaltpropfung im Spätwinter.... also nicht außergewöhnliches...

Ich zeige das Foto trotzdem, weil man durch die "Maserung" besonders schön sehen kann, was Unterlage und Reiss war und wie nahtlos das verwachsen ist - für mich immer wieder ein Wunder  :D
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Waldgärtner am 29. August 2019, 13:24:26
Weiß jemand, was dieser "Knubbel" an der Veredelungsstelle bedeutet?
Ist das unsauber verwachsen oder die Reaktion auf irgendwas?

Es handelt sich hier um Karmijn de Sonnaville auf B9 (Danke nochmal an Forist Hessenapfel für die Reiser).
Der Trieb hat über 80 cm gemacht, sollte also gut angewachsen sein.
Interessant finde ich, dass die oberen beiden Augen nicht ausgetrieben haben. Vermutlich sind die eingetrocknet.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: schnagga am 29. August 2019, 13:53:43
Der Stamm möchte eigentlich dicker werden als die Unterlage es zulässt.
Die Wulst ist typisch für schwach wachsende Unterlagen wie M9 und B9.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 29. August 2019, 14:17:06
in einem so frühen Stadium?
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Waldgärtner am 29. August 2019, 16:25:00
in einem so frühen Stadium?

Das dachte ich mir auch. Und: Wäre das dann nicht gleichmäßiger? Die mir bekannten Bäume mit dem Phänomen sind gleichmäßig dicker oberhalb der Veredelungsstelle.
Hier sieht es eher aus, als wäre eine Knospe "aufgeblasen". Es ist ja nur an einem Punkt.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: mybee am 29. August 2019, 16:43:29
Mein erster Gedanke war irgendwelche sog. "Gallen". Kannst Du erkennen, ob die oberen Knospen vertrocknet oder abgefressen waren? Aber vielleicht bin ich auch vollkommen auf dem Holzweg.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Waldgärtner am 29. August 2019, 17:34:18
Ganz sicher bin ich nicht, aber es sieht eher eingetrocknet aus.
Genau, es sieht aus wie eine Galle oder Blase.
Allerdings kenne ich das von bisherigen Veredelungen nicht.

Blutläuse sind es def. keine.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: mybee am 29. August 2019, 18:57:08
Im englischen Sprachraum gibt es noch den Begriff „burr  knots“ für ähnlich aussehende Wucherungen.

Das andere sind „crown galls“
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Waldgärtner am 29. August 2019, 19:56:45
Es könnte ein burrknot sein.
Scheint aber nicht allzu problematisch, solange es nicht mehr werden :)
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: floXIII am 09. Oktober 2019, 13:23:44
Mal eine Frage an jene die öfters auf gekaufte Unterlagen veredeln:

Nachdem ich die Jahre zuvor immer auf bereits eingewurzelte Wurzelausläufer oder auf bestehende Bäume veredelt habe (Kern- und Steinobst), habe ich im vergangenem Jahr erstmals auf gekaufte Unterlagen veredelt.
Während mir bei den Apfelveredelungen alle bis auf eine angewachsen sind (bei der einen ist die Unterlage abgestorben), hatte ich bei meinen St.JulienA-Unterlagen leider einen Totalausfall. Bei der Hälfte ist die Veredelung nicht angewachsen, bei der anderen ist die Unterlage abgestorben.
Damals hab ich gegen Ende März veredelt, einige Tage nachdem ich die Unterlagen erhalten hatte. Diese habe ich vor dem Veredeln für 24 Stunden in einen Eimer voll Wasser gestellt. Nach dem Veredeln hab ich die Pflanzen direkt getopft und auch immer versucht feucht zu halten. Vielleicht war mal der eine oder andere Tag dabei, wo sie etwas trocken standen. Die getopften Veredelungen standen an der Nordseite eines Gebäudes, da kam nur Morgens und Abends Sonne hin.
Ich möchte dieses Jahr bzw. im Frühjahr erneut veredeln, möchte aber die komplette Ausfallquote bei Steinobst natürlich vermeiden. Wie pflegt ihr eure Unterlagen? Im Speziellen Steinobst-Unterlagen?
Könnt ihr mir Tipps geben, wie ich eine akzeptable Anwuchsquote erreichen kann?

Ich werde mir auf alle Fälle noch ein besseres Veredelungsmesser besorgen, wobei das sicher nicht das Problem war.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Wild Obst am 09. Oktober 2019, 14:12:37
Wenn ich gekaufte Unterlagen verwende, mache ich inzwischen gerne "Handveredlungen" und schlage die Unterlagen dazu nur bis zur und nach der Veredlung in feuchtem Perlit in Eimern oder Mörtelwannen im Keller ein. So ab April, manchmal auch schon im März, habe ich die austreibenden Veredlungen dann im Beet oder in Töpfe ausgepflanzt.

Ich habe die Unterlagen/Veredlungen früher aber auch schon direkt nach dem Kauf/ der Veredlung ins Beet ausgepflanzt.Den Einschlag im Keller mache ich inzwischen hauptsächlich aus Bequemlichkeit. Da ist alles organisierter, man kann bequem Edelreiser und Etiketten vorsortieren, auf einem Tisch in bequemer Höhe arbeiten, auch mal kurz nur 10 Veredlungen machen, spontan aus dem Lager noch eine Sorte holen, alles ohne längere Fahrtwege usw.

Außerdem waren meine Veredlungen auf gekaufte Unterlagen hauptsächlich Auftragsveredlungen für Freunde und Bekannte, ein weiterer Grund für einen Einschlag in Perlit in handelsüblichen Mörtelwannen. So sind auch 50 Veredlungen schnell abgegeben und transportiert. Die meisten Veredlungen für mich sind aus Platzgründen Umveredlungen bzw. Mehrsortenbäume.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Rib-isel am 09. Oktober 2019, 16:14:41
Nach der Lieferung kommen sie direkt nach Erhalt in dinen Eimer Wasser. Innerhalb einsr halben Woche wird dann veredelt und das Ganze kommt dann in die Erde, meist Töpfe (meist mehrere Pflanzen pro Topf)

Ich pflanze sie gerne in Töpfe, wo ich sie dann da veredele. Aber im Grunde leben sie meist erst in einer Gruppe in einem Topf.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: b-hoernchen am 09. Oktober 2019, 19:31:06
Ich hab' meine Apfelunterlagen im Februar erhalten und je nach Sorte in je einen Kübel mit Maurersand "getopft" - da sind sie auf dem Fensterbrett (Südseite, ungeheizter Raum) stehen geblieben, bis ich im März veredelt habe; immer gut gegossen natürlich. Da hatten sie schon angefangen erste Blattspitzen zu zeigen und standen im Saft, wie ich beim Anschneiden der Unterlagen gesehen habe.

Pflaumenunterlagen treibe ich gerne noch ein bisschen länger vor.

Du weißt, dass man Pflaumenreiser besser früher schneidet als Apfelreiser, Flo? Also am besten schon im November. Von frisch gelieferter Baumschulware (wurzelnackte Renekloden) im November geschnittene Reiser sind, glaub' ich, 80% oder so angewachsen.

Von drei im Haus veredelten Pfirsichunterlagen ist mir heuer nur ein Reis angewachsen, das längste. Ich hatte schon in einem früheren Jahr den Verdacht, dass man Pfirsichreiser besser etwas länger schneidet (10cm + x).

Ich putze sowohl Edelreiser wie auch Unterlagen penibel an der beabsichtigten Schnittstelle - Zahnbürste, fließend Wasser, Küchenkrepp zum Abtrocknen.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: floXIII am 10. Oktober 2019, 14:09:02
Danke für eure gemachten Erfahrungen.

Ich werde sicherlich versuchen die Unterlagen dieses Mal früher zu bekommen und dann vorzuziehen. Ziehst du die Unterlagen in reihnem Sand vor oder mischst du noch etwas dazu? Beim Veredeln ziehst du sie dann einfach aus dem Sand und machst die Veredelungen?


Ja, das man Steinobst-Edelreiser früher schneiden soll, ist mir bekannt. Die Schnittstellen bzw. den Bereich wo man Veredeln will vorher zu reinigen könnte sicherlich auch etwas bringen

"Schmeißt" du immer noch ein rohes (?) Ei mit in die Pflanzgrube/Topf? Hat sich das bei dir bewährt? Ich glaube du hast mal darüber berichtet ;) bzgl. Stickstoff/Nährstoffbombe.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: b-hoernchen am 10. Oktober 2019, 21:04:28
Ich nehme den Sand wie er aus der Kiesgrube kommt.

Zum Veredeln werden die Unterlagen vorsichtig aus dem Sandbett genommen, die Wurzeln in einen Brotzeitbeutel gesetzt, die Öffnung mit Tesa um den Stamm geschlossen/fixiert; erstens damit die Wurzeln während des Veredelungsvorgangs nicht austrocknen; zweitens, damit herunterbröselnder Sand nicht herumsaut - das mit dem Reinigen mache im Badezimmer.

Nach dem Veredeln und Fixieren des Reises mit Elektrikerisolierband tauche ich die Handveredelung kopfüber in einen größeren Topf, wo billiges Kerzenwachs (Paraffin) bei niedriger Temperatur geschmolzen wurde. Die Temperatur ist richtig, wenn sich auf der Oberfläche des Wachsbads gerade soeben keine Haut bildet/oder gerade soeben wieder eine dünne Haut bildet.

Die Reiser bekommenen bei mir bereits vor der Veredelung am oberen Ende eine "Endkappe" (ein paar Zentimeter) aus besserem Wachs - Rebwachs oder Lauril - damit sie nicht durch die angeschnittene Spitze hindurch austrocknen. Das Paraffinwachs taugt nicht viel, platzt nach Tagen bis Wochen ab - ist halt billig - reicht aber um in den folgenden Wochen bis zum Austrieb ein Austrocknen zu verhindern.

Die fertig veredelten Handveredelungen werden dann getopft, noch ein paar Wochen im Haus oder auf dem Balkon gepflegt. Spätestens nach den Eisheiligen ist's aber höchste Zeit zum Auspflanzen in den Garten.

Das mit den Eiern ins die Pflanzgrube mach' ich nach Verfügbarkeit. Ich bekomme die kaputten Eier von der Tafel. Ein Johannisbeerstrauch bkommt vielleicht ein bis drei Eier. Beim Auspflanzen der Handverdelungen trau' ich mich nicht, gleich mit so schweren Geschützen aufzufahren. Die kommen in gut gelockerte und mit etwas Sand aufbereitete Gartenerde.
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: Waldgärtner am 11. Oktober 2019, 14:26:05
Hier mal eine Frage dazu, wie es mit den einjährigen Veredelungen weitergeht:
Im BdB-Ausbildungsbuch Baumschulgärtner steht bei der Anzucht von Hochstämmen u.a. der Satz "Hochstämme müssen durch  Terminale gezogen werden."
Das heißt doch, sie sollten nicht angeschnitten werden, oder?

Auch wird beschrieben, dass es sich bei Halbstämmen, die man so kaufen kann, um 2-jährige Veredelungen handelt.
Im ersten Jahr treibt die Veredelung also mind. 1,40m durch. Daraufhin erfolgt im zweiten Jahr der Schnitt in geplanter Kronenhöhe, woraufhin sich die Verzweigungen entwickeln.
Jetzt mal dumm gefragt (hab mich bislang nicht damit gefasst): Wie muss ich düngen, damit ich solche Wuchsleistungen bekomme? Bisher hab ich mich immer schon gefreut, wenn im ersten Jahr ca. 1m Trieb kam.
Aus Platzgründen werde ich die frischen Veredelungen vorausichtlich wieder größtenteils in Töpfen (3 Liter) anziehen. Ist das trotzdem realistisch, solche Zuwächse zu bekommen?
Titel: Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Beitrag von: thuja thujon am 11. Oktober 2019, 15:32:04
Ich okuliere meistens und habe dann den Vorteil, dass die Wurzel ein Jahr älter ist und dementsprechend der Wuchs besser. Da gehen auch auf M9 1,5m im Jahr.

Im Topf ist guter Wuchs bei gutem Material auch machbar. Ständig giessen, regelmäßig düngen usw. Bei nur 3Litern hat man aber das Problem mit Ringelwurzeln, solche Bäume wachsen nur schlecht an nach dem auspflanzen. In Reihen dicht gepflanzt brauchen sie nicht mehr Platz als die 3 liter Töpfe, haben aber deutlich mehr Wurzelraum. 15cm Pflanzabstand in der Reihe sind absolut ausreichend. Wenn du einen ganzen Block damit bepflanzt kommt der Waldeffekt dazu, die Triebe (Stämme) werden höher und gerader weil sie sich gegenseitig beschatten und nach dem Licht strecken.

Wenn deine Bäume kleiner bleiben eben nicht anschneiden wenn die Spitzenknospe gut ausgereift ist und evtl die 2-3 Knospen darunter ausbrechen kurz vor dem Austrieb.

Bei einem Halbstamm, wenn dort 1,4m bis zur untersten Verzweigung gefordert sind, muss der Trieb rund 1,8m haben. Ab 1,4m 4 Augen nach oben zählen, wenn die Äste später nicht zu dicht beieinander stehen sollen, Knospen dazwischen ausbrechen, also 8 zB plus nochmal 3 Knospen wegen der Spitze (die 2 unter der neuen Spitzenknospe werden ausgebrochen), dann also bei 1,4m plus 11 Knopsen den Schnitt 1cm über der Knospe ansetzen (damit die sicher austreibt und nicht wie bei zu kurzem Schnitt manchmal nicht austreibt).

Je weniger du wegschneidest beim einjährigen Trieb, also wenn das unter 5cm sind, dann verzweigt er schlecht, weil die Triebkraft fehlt. Ein Drittel weg sorgt meist für die beste Verzweigung. Schneidest du mehr wie die Hälfte weg, gibts wieder weniger, also oft nur eine neue Mitte mit einem einzigen Konkurrenztrieb darunter oder nur die neue Mitte. Letzteres macht man sich wieder beim Knipbaum zunutze.