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Garten- und Umwelt => Atelier => Thema gestartet von: Treasure-Jo am 16. Oktober 2011, 23:23:22

Titel: Staudenpflanzungen in Gartenschauen: Erwartungen, Erfahrungen, Visionen
Beitrag von: Treasure-Jo am 16. Oktober 2011, 23:23:22
Die BUGA ist gerade zu Ende mit einem Besucherrekord gegangen. Es gab hier positives Feedback zu den dortigen Staudenpflanzungen, aber auch reichlich Kritik.

Mich würde interessieren, welche Staudenpflanzungen Ihr auf einer Gartenschau erwartet? Was möchtet Ihr sehen?
 





Spannende, neuartige Gestaltung?

Ungewöhnliche Staudenkombinationen?

Viele neue, evtl. unbekannte Stauden und Sorten?

Raritäten?

Naturnahe Beete?

Klar strukturierte Beete?

Beete à la Chelsea ?

Wie sollen die Gartenschau-Staudenbeete der Zukunft aussehen?

Das könnte eine spannende Diskussion werden!
Titel: Re:Staudenpflanzungen in Gartenschauen: Erwartungen, Erfahrungen, Visionen
Beitrag von: thegardener am 16. Oktober 2011, 23:47:17
Kritik wird es immer geben und Menschen die in Gartenforen unterwegs sind stellen vermutlich nicht die Hauptkundschaft einer BUGA dar .
Mich persönlich interessieren eigentlich nur noch Raritäten und optisch naturnahe Beete .
Die einzige bisher von mir besuchte BUGA fand ich so langweilig das ich mir weitere Besuche solcher Veranstaltungen erspart habe . Sicher , farblich geordnete Staudenbeete "haben was " , aber das reicht mir nicht als Motivation dafür auch Eintritt zu zahlen .
"Neue" Staudenkombinationen , naja , dazu erscheinen auch jährlich neue Anleitungen und das Rad neu erfinden ist nach den Jahrhunderten der Gartenbauerei sehr unwahrscheinlich .
 ;) für eine Zusammenstellung aller weltweit registrierter Spidertaglilien würde ich aber ziemlich weit fahren ;D .
Ein Freund von mir hat die BUGA kurz vor Schluss noch besucht und war sehr angetan . Und abgelichtet hat er dann doch nur irgendwelche Wildstauden ;D
Titel: Re:Staudenpflanzungen in Gartenschauen: Erwartungen, Erfahrungen, Visionen
Beitrag von: zwerggarten am 17. Oktober 2011, 00:03:15
... für eine Zusammenstellung aller weltweit registrierter Spidertaglilien würde ich aber ziemlich weit fahren ...

einverstanden! :D

(vollständige) sortenübersichten auch anderer gattungen/arten/züchtungsklassen wären auch für mich ein grund - quasi sichtungspflanzungen für alle - und jede/r kann sich die lieblingsnarzisse, -indianernessel, -aster (oder -magnolie, -buddleie, -hortensie, -wasimmer) aussuchen. :D ;)
Titel: Re:Staudenpflanzungen in Gartenschauen: Erwartungen, Erfahrungen, Visionen
Beitrag von: sarastro am 17. Oktober 2011, 07:00:21
Stimmt, man könnte einen breiten Schnitt der Hemerocalliszucht zeigen, nicht nur die Spider, damit wieder mehr Leute Hemerocallis pflanzen.

Wie schon an anderer Stelle geäußert, fand ich diese BUGA im Gegensatz zu anderen gesamtheitlich sehr gut, stimmungsvoll, das Personal freundlich, die Pflanzungen durchwegs o.k, das Gesamtkonzept inmitten einer historischen Stätte am Zusammenfluss von Rhein und Mosel sehr gelungen.

Was mir allerdings nicht gefiel, war der Präriegarten, der viel zu sehr auf Show ausgerichtet war. Wenn ohnehin alle anderen Staudenpflanzungen dekorativen Beetcharakter hatten, dann sollte wenigstens eine Prärie dahingehend stimmungsvoll wirken, indem differenziert und artenreich gepflanzt wird. Dies ist jetzt meine Meinung hierzu, andere sehen es eben anders.

Ich wünschte mir hierbei durchaus einmal viele der neueren Echinacea locker gepflanzt, durchwoben mit Sporobolus, Panicum und Eragrostis, nicht nur Quadratmeterschauen, welche Oehme und Sweden besser machten, indem sie sich an der Weite der Fläche und der vorhandenen Architektur orientierten, primär dabei nicht aber an eine Prärie dachten, sondern sich lediglich die Pflanzen dafür nahmen, um Gartenarchitektur mit Pflanzen zu bewerkstelligen! Ich vermisste außerdem viele Astern, Monarden.

Gerade die Stelle auf der Bundesgartenschau wäre prädestiniert für einen Präriegarten gewesen (nach Westen offen, "Conquest of Paradise") und sogar von oben zu besichtigen! Aber 1 a Helenium neben 10 qm Panicum und 100 qm Helianthus machen für mich keine Prärie aus, auch wenn sie vordergründig noch so wirkungsvoll scheinen.

Eine Gartenschau ist auch dazu da, neue Wege der Pflanzenverwendung aufzuzeigen, inkl. der nötigen Pflegekonzepte. In diesem Fall für das Öffentliche Grün, nicht nur für den Otto Normalverbraucher und die Mizzitant.

Und das zweite Minus waren die Themengärten, die zwar in der Bebauung teilweise sehr kreativ waren, nicht aber in ihrer gärtnerischen Seele.
Titel: Re:Staudenpflanzungen in Gartenschauen: Erwartungen, Erfahrungen, Visionen
Beitrag von: Treasure-Jo am 17. Oktober 2011, 11:49:35
@Sarastro,

da sprichst Du mir wiedermal aus der Seele. Danke für Deinen ausführlichen und Ideen-reichen Kommentar dazu.

LG

Jo
Titel: Re:Staudenpflanzungen in Gartenschauen: Erwartungen, Erfahrungen, Visionen
Beitrag von: sarastro am 17. Oktober 2011, 21:07:53
Weil du "Beete a la Chelsea" anführst.

Ja, das beinhaltet für mich einen Großteil sehr hoher Gartenkunst. Und Kunst kommt von Können.
Auch eine solche Frühlingsblumenschau, wie sie jährlich in Vincent Square in London stattfindet.
Dagegen sind BUGAS und all die anderen ---gagas wirkliche Abkürzungen gegen das, was dort zu sehen ist. ;D :o
Titel: Re:Staudenpflanzungen in Gartenschauen: Erwartungen, Erfahrungen, Visionen
Beitrag von: Treasure-Jo am 17. Oktober 2011, 21:10:19
...Chelsea: Da muss ich unbedingt mal hin! @sarastro, Warst Du schon dort?
Titel: Re:Staudenpflanzungen in Gartenschauen: Erwartungen, Erfahrungen, Visionen
Beitrag von: sarastro am 18. Oktober 2011, 13:06:48
Ich war schon zig Mal in GB, aber noch nie an der Chelsea Flower Show. Zu jener Zeit hat ein Staudengärtner Geld zu verdienen. Aber vielleicht wird es doch mal so weit kommen, dass ich an einem Tag hochdüse, im wahrsten Sinne des Wortes, nämlich mit dem Flieger.

Komisch, warum interessiert dieses Thema die User nicht mehr? Da bringt ein Besuch zu Thogoer in ein paar Tagen im Nu mehr als 15 Threadseiten, während dieses spannende Thema hier anscheinend keinen juckt. Oder wurde es an anderer Stelle bereits mehr als ausgelutscht? Ziemlich sicher wohl. Trotzdem wundert es mich, denn andere Themen werden Jahr für Jahr wiederholt zum Erbrechen durchgekaut.

Enttäuschte Grüße
Christian
Titel: Re:Staudenpflanzungen in Gartenschauen: Erwartungen, Erfahrungen, Visionen
Beitrag von: ManuimGarten am 18. Oktober 2011, 13:09:15
Vielleicht hat man bei diesem Threadtitel das Gefühl, man müßte etwas fachlich Kompetentes beitragen? Und bei einem Ausflug nach Südtirol sind die Beiträge etwas mehr Richtung Konversation. ;)
Titel: Re:Staudenpflanzungen in Gartenschauen: Erwartungen, Erfahrungen, Visionen
Beitrag von: Irisfool am 18. Oktober 2011, 14:14:21
Nächstes Jahr ist wieder ein Floriade in Venlo dieses Mal. Floriade gibt es nur alle 10 Jahre und da gibt es internationale Aussteller. Viele Länder präsentieren sich da. Ich war auf der 3. Floriade in Amsterdam 1980 und und 1990 in Zoetermeer. Die in Amsterdam war grossartig, die in Zoetermeer sehr enttäuschend. Seither war ich nicht mehr. Vielleicht gehe ich nächstes Mal wieder. Venlo ist ziemlich dicht bei und man baut einen enormen Park im Moment. Schaunmermal. Vielleicht trifft man dann auch ein paar Leute von garten- pur, ist ja noch ein Weilchen hin. ;) LG Irisfool
Titel: Re:Staudenpflanzungen in Gartenschauen: Erwartungen, Erfahrungen, Visionen
Beitrag von: zwerggarten am 18. Oktober 2011, 16:13:13
die chelsea flower show und unsere iga/buga/laga(gaga) zu vergleichen, ist unfair: in chelsea wird doch wohl auf ganz anderer basis geld vernichtet, oder bin ich da falsch informiert?
Titel: Re:Staudenpflanzungen in Gartenschauen: Erwartungen, Erfahrungen, Visionen
Beitrag von: Nova Liz am 18. Oktober 2011, 18:31:17
Ich denke schon die ganze Zeit darüber nach,warum mich Gartenschauen nicht so interessieren.
Mich stört es einfach schon,dass innerhalb kürzester Zeit mit einem irrsinnigen Aufwand und enorm viel Geld aus dem Nichts eine perfekte Gartenwelt entsteht und uns vorgaukelt,sie wäre dort gewachsen.
Ich kann auch gar nicht darüber nachdenken,was ich von den Staudenpflanzungen dort Besonderes erwarten soll,denn diese haben doch nur eins im Sinn:Eine breite Masse vergnügungsartig anzuziehen,um innerhalb einer Saison die Kosten wieder einzuspielen.
Oft genug scheint das ja nicht ganz zu gelingen und anschließend verschwinden dann ganze Bereiche wieder,weil sie zu aufwendig und teuer in der Pflege sind.
Gerade große Staudenbepflanzungen machen auf Dauer viel Arbeit,nicht nur wegen des Wildkrautaufkommens,sondern auch,weil sie sich ständig verändern.Man braucht da zb.nur an eine Herbstbepflanzung mit den typischen Herbststauden und Gräsern zu denken.




Titel: Re:Staudenpflanzungen in Gartenschauen: Erwartungen, Erfahrungen, Visionen
Beitrag von: sarastro am 18. Oktober 2011, 18:31:33
Gartenbauliche Aktionen sind grundsätzlich immer als positiv anzusehen, wenn nachher auch Geld für Pflanzen übrig bleibt und nicht Planung und Wegebau das meiste verschlingt. Dann kann man über Geldvernichtung debattieren. Und da gibt es durchaus positive Beispiele, wo die Infrastruktur auf ein Minimum reduziert wurde.

Und was in London für lediglich 4 Tage auf die Beine gestellt wird, ist schon enorm und kann durchaus als Leistungschau der Sonderklasse bezeichnet werden. Was die punktgenaue Lieferung von blühenden Kulturen und was Kosten und Umtriebigkeit anbelangt, dies geschieht aber besonders wegen der begehrten Medaillen. Denn die Briten legen furchtbar viel Wert auf Awards, Golden Medal und all dem Klimbim, was sich nachher verkaufsfördernd auswirkt. Einige Firmen sind dafür beispielgebend.
Wir ticken hier ein wenig anders. Medaillen und Urkunden wirken bei manchen eher abstoßend, konservativ und angeberisch. Oder sehe ich das falsch?


Titel: Re:Staudenpflanzungen in Gartenschauen: Erwartungen, Erfahrungen, Visionen
Beitrag von: Toffeeholix am 18. Oktober 2011, 19:30:17
Eine ehrlich Antwort?

Für mich persönlich widerspricht das Konzept der Gartenschauen meinen Interessen.

Ich möchte Langzeitanlagen sehen, die ich 3 – 4 mal im Jahr besuchen kann, und auch über mehrere Jahre.

Dann sieht man auch, was funktioniert (Konzept bzw auch gepflanzte Sorte), jedenfalls unter deren Verhältnissen und mit derem verfügbaren Personal.

Was nützt mir eine Anlage wie ein gemaltes Bild, die auf einem totgespritzten Boden für eine begrenzte Zeit angelegt wird.
Wahrscheinlich wird regelmäßig nicht mehr ansehnliches ausgetauscht.

Zuletzt war ich in Schwerin, weil es auf dem Weg in den Urlaub fast auf der Strecke lag.
Ich hab es vor der Umgestaltung nicht gesehen, nehme aber an, dass es mir vorher besser gefallen hätte.

Meine Mutter hab ich mal zur Bundesgartenschau nach Berlin geschleppt (1984?)
Ich sehe noch ihre entsetzten Blicke vor mir, als sie vor den Heidekräutern in den (für sie) abenteuerlichsten Farbtönen stand

Am nächsten Tag hab ich sie in den Botanischen Garten in Kiel gebracht, da war die Welt für sie wieder in Ordnung.

Aber eine Cleome haben wir damals zum ersten Mal gesehen.
Und für schöne Rosen war meine Ma auch zu begeistern.

Und was möchte ich?

Eine Kreuzung aus verschiedenen Gärtnereien wie Förster-Stauden (war ich vor ner Woche) und und und...

Wo es auch alles zum Kaufen gibt, gern in alphabetischer Reihenfolge, und man sich mehr als einen Tag aufhalten möchte.

Die Schaubeete können gerne in Töpfen drapiert sein, es reicht, wenn man sehen kann, wie was zusammen aussieht

Dann fahr ich auch noch mal 700 km

Gestaltungsmäßig zehr ich mehr von den Bildern hier im Forum, so einige Gärten würd ich gerne einmal live sehn.

Gruß Anne
Titel: Re:Staudenpflanzungen in Gartenschauen: Erwartungen, Erfahrungen, Visionen
Beitrag von: biene100 am 18. Oktober 2011, 19:34:08
Nova Liz,
Ich stimme Dir voll und ganz zu. Genauso gehts mir auch. Einen liebevoll gestalteten Privatgarten schaue ich mir allemal lieber an.

Oh, ich seh gerade, Primrose "tickt" auch so...... ;D

Das gefällt mir, daß mehrere User hier so denken.

lg Biene
Titel: Re:Staudenpflanzungen in Gartenschauen: Erwartungen, Erfahrungen, Visionen
Beitrag von: sarastro am 18. Oktober 2011, 19:42:27
Ich denke auch so, denn ich besuchte deswegen jahrelang keine Bundesgartenschau mehr. Von einem Botanischen Garten oder manchem Privatgarten zehrt man mehr und länger, wenn man Pflanzenliebhaber ist. Die Seele muss mitschwingen, was bei div. Gartenschauen nicht der Fall ist.

Und auch einige der vielen LGS waren eher frustrierend. Aber es gibt rühmliche Ausnahmen, so z.B. "Die Garten" in Tulln/NÖ. Dort werden Gärten liebevoll zehn Jahre lang gepflegt und der Besucher kann sich an zig guten Beispielen gelungener Gestaltungskunst erfreuen. Dass es so etwas in Deutschland nicht gibt? Ich kenne die Gärten von Apeltern in Holland. Da gefällt mir aber Tulln wesentlich besser.
Titel: Re:Staudenpflanzungen in Gartenschauen: Erwartungen, Erfahrungen, Visionen
Beitrag von: gartenfex999 am 18. Oktober 2011, 20:01:17
Hallo

Für uns soll eine Gartenschau immer eine Ideenschmiede sein.
Das Teile nicht eins zu eins Übernommen werden können ist klar.
Deshalb interessiert uns eine möglichst grosse Auswahl, aber auch Beispiele für Kombinationsmöglichkeiten verschiedener Stauden.
Das solche Beete/ Anlagen nur bedingt "Alltagstauglich" sind, liegt auf der Hand.
Ein Gelungenes Beispiel für eine Dauerhafte Anlage ist der Apothekergarten der Laga
in Rosenheim 2010. Der ist auch heuer sehr informativ und gestalterisch gelungen.
Und er soll so erhalten bleiben.

  hg sepp
Titel: Re:Staudenpflanzungen in Gartenschauen: Erwartungen, Erfahrungen, Visionen
Beitrag von: Treasure-Jo am 19. Oktober 2011, 10:11:45
Weitere Diskussionen über Gartenschauen

Ein Zitat aus diesen Diskussionen: "Schöne und herausragende Staudenpflanzungen wären für mich ein Argument, der Landesgartenschau doch einen Besuch abzustatten!"
Titel: Re:Staudenpflanzungen in Gartenschauen: Erwartungen, Erfahrungen, Visionen
Beitrag von: Hero49 am 21. Oktober 2011, 16:40:38
Nach dem Besuch der BuGa in München habe ich mit den Gartenschauen endgültig abgeschlossen. Was einem da zugemutet wurde! Wenn ich daran denke, wie die Rosen in Reih und Glied gepflanzt wurden, nicht gepflegt und teilweise Sorten, die ein anständiger Rosengärtner überhaupt nicht mehr im Programm hat, weil es mit der Gesundheit nicht weit her ist. Außerdem die vielen Schaugärten, in denen teilweise keine einzige Pflanze zu sehen war. Aber auf das übliche Kasperltheater mit Schnulzensängern/innen und allem möglichen an Unterhaltung wird der größte Wert gelegt. Das, was Gärten wirklich ausmacht, das kommt zu kurz. So könnten z.B. Schaugärten, die die Größe von Reihenhaus-Gärten haben, so bepflanzt werden, daß sie über das ganze Jahr gut aussehen und dies mit Bildern von allen Jahreszeiten dokumentiert wird. Da ist der Planer gefordert! Außerdem sollten Verkaufsstände von guten Gärtnereien präsent sein.
Auch hier wäre Abwechslung notwendig, damit die Firmen ihre Stärken zur richtigen Zeit präsentieren und verkaufen können.
LG von laguna
Titel: Re:Staudenpflanzungen in Gartenschauen: Erwartungen, Erfahrungen, Visionen
Beitrag von: Treasure-Jo am 21. Oktober 2011, 20:53:38
@Laguna,

danke für Deinen Kommentar!

LG

Jo
Titel: Re:Staudenpflanzungen in Gartenschauen: Erwartungen, Erfahrungen, Visionen
Beitrag von: Staudo am 21. Oktober 2011, 20:59:53
München war ein spezieller Fall. Die Buga wurde auf einem ehemaligen Flugplatz gebaut. Demzufolge ist das Gelände sehr langgestreckt. Die Sieger eines Wettbewerbs, ein französisches Büro, griffen dieses Thema auf und dachten sich die „parallelen Gärten“ aus. Alles sollte irgendwie langgestreckt und parallel sein. Nur die Gäste aus Ohio hielten sich ganz konsequent nicht daran. ;D
Die Stauden- und Rosenpflanzungen waren „parallel“ angelegt. Mich erinnerten die Pflanzungen an meine Mutterpflanzenquartiere ...
Recht gelungen sind die großflächigen Staudenpflanzungen des Herrn Luz am Badesee. Diese sehen immer noch attraktiv aus, auch wenn sie sich stark verändert haben und langsam verunkrauten.

Gartenschauen haben durchaus den Anspruch auch mal etwas Neues auszuprobieren und Neues geht auch mal daneben.
Titel: Re:Staudenpflanzungen in Gartenschauen: Erwartungen, Erfahrungen, Visionen
Beitrag von: Sandfrauchen am 21. Oktober 2011, 22:01:37
Mich würde interessieren, welche Staudenpflanzungen Ihr auf einer Gartenschau erwartet? Was möchtet Ihr sehen?


Spannende, neuartige Gestaltung? ..... wenn Lösungen zur flächen- und räumlichen Aufteilung von Gärten gemeint sind, ja klar. Auch neuartige Materialien.
Nicht alles muss im Hausgarten umsetzbar sein, z.b. künstlerische Inszenierungen können Anregung für den öffentlichen Raum bieten.

Ungewöhnliche Staudenkombinationen? ..... interessiert mich an erster Stelle. Aber sie sollten Gartentauglich sein, sprich bzgl Standortanspruch realistisch.

Viele neue, evtl. unbekannte Stauden und Sorten? ... ja gerne :D

Raritäten? .. ist mir nicht so wichtig

Naturnahe Beete? .... gerne

Klar strukturierte Beete? .... auch solche Ansätze sind durchaus interessant (im gegensatz zum naturnahen)

Beete à la Chelsea ? .... Kenne ich nur aus Zeitschriften. Einiges ist mir zu bunt, anderes schön anzuschauen. Aber ich finde dass man ihnen ansieht, dass sie für kurze Dauer hingebaut sind und lassen oft zweifen ob sie sich auf Dauer bewähren würden. (ärgerlich finde ich Beispiele wie Rodgerisia unter modischen Birken, Zierlauch neben Silberkerzen)

Wie sollen die Gartenschau-Staudenbeete der Zukunft aussehen? ... hm, ich würde mir zeigenössische Trends in der Staudenverwendung wünschen, einfach weil das mein Hauptinteresse ist.

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Ich hab mangels Auto nur selten die Gelegenheit mir Gartenschauen anzusehen:
 
IGA Rostock 2003 dort hat mir die Staudenverwendung sehr gut gefallen. Diesen Stil kannte ich damals nur aus Büchern und ich war davon sehr angetan. Die ganzen Länderpavillons fand ich langweilig. Familienbespaßung brauch ich nicht. Bunte Prachtblümchen in Hallen - blos nicht.

Landesgartenschau Schwerin fand ich so la la. Ausnahme war diese große Fläche mit Glassplitt und den vielen Inselbeeten, die für meinen Geschmack spannend bepflanzt waren.

Landesgartenschau Winsen-Luhe, naja, nix herausragendes.

Gartenfestival Caumont, war ich zweimal, einmal vor langer Zeit das Thema Gemüse und 2007 Thema Bewegung. Beide Male fand ich, dass viele künstlerisch spannende Inszenierungen dabei waren. Das Niveau schien mir sehr hoch. Angenehm, dass keine Familienbespaßung zu ertragen war.


Titel: Re:Staudenpflanzungen in Gartenschauen: Erwartungen, Erfahrungen, Visionen
Beitrag von: Dunkleborus am 21. Oktober 2011, 22:27:36
Ich würde an Gartenschauen am liebsten eingewachsene, seit Jahren funktionierende Pflanzungen sehen zu Themen wie Neuheiten, Blattkombis, Farben, Strukturen, Sortenübersichten, Lebensräume, gerne auch verschiedene Kombinationen an Extremstandorten. Alles wie gesagt seit Jahren funktionierend.
Das geht leider nicht an Gartenschauen.

Manchmal bleibt etwas Bestehendes wie z. b. in Jülich, das gefällt mir. aber es schmerzt, wenn man sieht, wie schlecht sich einige der anfangs schönen Pflanzbilder halten - sei es durch Nichtbeachten von Wuchsform, Wuchertendenz, Kurzlebigkeit oder Ansprüchen, sei es durch schlechte oder nachlassende Pflegemassnahmen.
Titel: Re:Staudenpflanzungen in Gartenschauen: Erwartungen, Erfahrungen, Visionen
Beitrag von: SouthernBelle am 25. Oktober 2011, 14:43:25

Immer wieder gehofft, selten angetroffen.
Die "Leistungsschau des Deutschen Gartenbaus" erschoepft sich viel zu oft in einer Aufzaehlung der Spezialitaeten der Aussteller- sowas von oede fuer den interessierten Gartenbesitzer. Fuer mich war die Flaechenreihung der BUGA Koblenz(100 und 1 Tagetes) das ultmative (schlechte) Beispiel fuer diese Art der "Gestaltung". Auch die heisse Nadel- mickrige Pflanzen, offene Flaechen- die einmal zu oft sichtbar ist, stoert mich enorm. Andererseits: warum wissen zB weder Planer noch Gaertner, welche Miscanthus bereits im Jahr der Pflanzung einigermassen nach etwas aussehen und welche nicht. Hmmm

Zu Deinen Fragen:
Spannende, neuartige Gestaltung? Ja und zwar unbedingt 3d- der Garten als Raum

Ungewöhnliche Staudenkombinationen?- klar auch, aber eingeordnet in 1.

Viele neue, evtl. unbekannte Stauden und Sorten? kann, muss nicht- und bitte in Verwendung, nicht so kurparkmaessig aufgereiht

Raritäten? Dto: wenn eine vernuenftige Verwendung gezeigt wird. das Thema "Sammlergarten" bietet sich doch an. Zu dem Thema gibt es ein ganzes Buch.

Naturnahe Beete? Wenn es ins Gelaende passt-Beispiel Schattenbeete im Stadtwald in Norderstedt, aber nicht nur einfach so.

Beete à la Chelsea ? Chelsea zeigt meiner Erinnerung nach ausschliesslich +/- kleine in sich abgeschlossene Gartenraeume, also ja. Die Pflanzenzuechter erinnere ich dort extra im Zelt, praktisch wie in einer Gaertnerei. Ja so gefaellt mir das. Das waere sogar richtig Klasse, wenn dann auch noch so gesiebt wird wie in Chelsea.

Von den Ausstellungen, die ich gesehen habe, gefiel mir Bad Zwischenahn am besten, vielleicht auch, weil das auf Dauer angelegt war- und das sieht man. Da das Gelaende dort auch ein Ausbildungs- und Sichtungsgarten ist, ist der Vergleich vielleicht etwas unfair.
Titel: Re:Staudenpflanzungen in Gartenschauen: Erwartungen, Erfahrungen, Visionen
Beitrag von: Treasure-Jo am 25. Oktober 2011, 20:11:56
@Southernbelle,

herzlichen Dank für Deine überaus spannenden Kommentare. Insbesondere der Hinweis den Garten in 3D bzw. als Raum zu zeigen, finde ich sehr interessant.

LG

Jo
Titel: Re:Staudenpflanzungen in Gartenschauen: Erwartungen, Erfahrungen, Visionen
Beitrag von: SouthernBelle am 27. Oktober 2011, 18:59:01
Jo,
bist Du irgenwo Mitveranstalter oder -organisator? Dann koenntest Du ja was bewegen!