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Garten- und Umwelt => Atelier => Thema gestartet von: freiburgbalkon † am 05. Dezember 2011, 10:12:26
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Hallo,
ich schneide bald wieder die Trauerweide im Kübel, da sind auch richtig lange biegsame, dünnere und dickere Äste dabei. Ich finde die zu schade zum Wegwerfen. Ich würde gerne eine Blumenampel damit probieren, das hab ich aber schon letztes Jahr nicht hingekriegt. Hat jemand von Euch eine Idee oder Anregungen, was hübsch, evt. auch noch nützlich ist und nicht allzu schwierig?
Danke schonmal.
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Soooo viele Zweige werden das ja bei einer Kübelweide nicht sein, dass es für komplizierte Sachen, wie ein Körbchen oder eine Schale reicht, denke ich, vielleicht Weidenkugelnoder einen Kranz?
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Wenn es etwas nützliches sein soll, fallen mir als erstes kleine Rankgitter ein. Vielleicht ja auch in einem Holzrahmen, so dass das Ganze aufgehängt werden kann oder mit Erdspießen in den Boden kommt.
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Hallo freiburgbalkon.
1. Möglichst frisch verarbeiten. Evtl. Wässern.
2. Sollen Weiden mit schmalen Blättern biegsameres Holz haben. Bäume mit rundlichen Blättern haben eher brüchige Zweige.
3. Machen sich kleine Zäunchen oder Kegel für Kletterpflanzen ganz nett. 6-8 oder mehr stärkere Zweige in die Erde stecken und in verschiedenen Höhen mit dünnen Ruten umflechten. Zum Schluß wieder aus der Erde ziehen!
Diskussionen laufen auch hier
Viel Spaß und mach ein paar Fotos
Quendula
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Um Weiden richtig zu flechten (richtige Rundungen, z.B. bei Körben) muss man, soweit ich weiß, die Ruten erst richtig vorbereiten, wässern usw., das ist gar nicht so einfach, ich würd auch was einfaches damit machen, Rankgitter ist auch eine gute Idee, oder solche tipi-ähnlichen Gebilde, die man rund als Rankpyramide in einen Blumentopf stecken kann. Oder rechteckige Geflechte "weben", da könnte ich mir auch vorstellen, dass man da dann patchworkartig dicke Schafswolle einflicht, vielleicht noch was anderes einarbeitet, vielleicht Holzscheiben aus Ästen mit loch auffädeln oder so, das könnte man dann als Kunstwerk an die Wand hängen....
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Als mit Weidenverarbeitung ist das so:
Man nimmt am besten getrocknete Weiden Die dann je nach dicke für min 2 Wochen eingeweicht werden. Wenn mann frisch geschnittene Weiden nimmt trocknen diese zu unregelmässig und das Flechtwerk kann sich verziehen. Äste von richtigenTrauerweiden sind zum Flechten eher ungeignet da zu schlabberig. Wohingegen die veredelten "Trauerweide"zu starksig sind. Eine Regel ist je länger und schmaler die Blätter desto geeigneter zum flechten. Ich denke für das vorhande Material währe ein Kranz oder ein Zäunchen ideal.
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danke schonmal, ich denke ich mach einen Zaun, da parken nämlich immer Leute neben unserem Haus auf einem Grasstreifen und machen das Gras kaputt. Danke.
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Hi Freiburgbalkon,
Wie der Zufall es will haben wir Hamburg-Mädels vom Nachbarforum am vorigen WE unser schon
traditionelles Weidenflecht-Treffen gehabt. Hier ein Bild von der Kugel, die ich geflochten hab:
(http://666kb.com/i/bz8zuja85drnl3p25.jpg)
Die anderen haben u. a. auch Kränze und Staudenhalter gemacht.
Eine Anleitung für Kugeln findest Du z.B. hier (ich verbinde die ersten Weidenreifen mit Eisendraht statt Band)
Du schreibst es sei Trauerweide, deren Zweige sind ja relativ dünn, nach meiner Erfahrung halten die nicht lange. Für einen Zaun sind die nicht dauerhaft genug. (es sei denn Du meinst keine Trauerweide sondern hängende Saalweide)
Hier hab ich noch ein älteres Bild, die sind aus Trauerweide, und relativ klein. Sind inzwischen hinüber.
(wenn Du sie drinnen aufbewahrst halten sie aber länger).
(http://666kb.com/i/bz8zzetbu71a8pndp.jpg)
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Sandfrauchen, da werd ich ganz gelb vor Neid! Ich hab einmal versucht, aus dünnen Hartriegelzweigen solch eine Kugel zu formen, aber nachdem ich auch beim x-ten Versuch statt schöner Kreise nur Tropfen und Eier hinbekommen hab und meine Hände von rumhantieren mit den feuchten Zweigen elend kalt geworden waren hab ich den ganzen Kram unter gräßlichen Verwünschungen in die Biotonne gekippt ::) :-[
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....... statt schöner Kreise nur Tropfen und Eier hinbekommen ....
Nicht verzagen !
Die ersten drei Ringe musst du jeweils aus zwei oder mehreren möglicht laaaangen Ruten biegen. Dickes Ende gegen dünnes Ende. So gleicht sich die Stärke aus. Die dicken Enden ggf. voher vorbiegen. Ich befestige die Rutenenden bei diesen ersten drei Ringen mit Draht. (Eisendraht, der rostet und ist später kaum zu sehen)
Nun die drei Ringe miteinander verbinden zwei senkrecht wie Längengrade des Globus und einen waagerecht wie den Äquator.
Kreuzungen mit Draht fixieren. Wenn dieses Grundgerüst noch etwas schief ist, nicht grämen! Das kommt noch!
Nun weitere Ruten mit dem dicken Ende voran durch die doppelten Ringe schieben/ziehen. Zwischen zwei Zweigen hindurch, das gibt Halt. (auch deshalb müssen die ersten Ringe aus mehreren Ruten gemacht werden) Wenn das Geflecht mit der Zeit dichter wird, die Rute immer drüber/drunter hinduchschieben. So festigt sich alles. Je mehr Ruten dann im Spiel sind umso mehr gleichen sich dann die unterschiedlichen Kräfte aus.
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Sterne, zum Aufhängen, oder etwas dicker zum Teelicht reinstellen
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Sandfrauchen, aha, da ist ein Trick dabei ;) Das mit den mehreren Ruten für die ersten Ringe hab ich nicht gewußt. Kein Wunder, daß das nix wurde :-[
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Sandfrauchen, aha, da ist ein Trick dabei ;) Das mit den mehreren Ruten für die ersten Ringe hab ich nicht gewußt. Kein Wunder, daß das nix wurde :-[
ja, ganz toll erklärt! Danke, das könnte ich also auch hinkriegen, nachdem ich nun die Befestigungstricks weiss... Ich klär das noch mit der Hausverwaltung mit dem Zäunchen, falls es ihnen nicht recht ist, mach ich halt so eine Kugel. Da gab es ein Foto mit den Kugeln in den Astgabeln, das fand unser Kind ganz toll und meinte, das würde den Vögeln gefallen...
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Beim Sperrmüll finde ich manchmal Holzsessel. Die Lehne schneide ich ab, lege das Sitzteil verkehrt herum, sodass ich die 4 Beine mit Weidenruten umflechten kann.
So entstehen schöne Blumentöpfe.
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Die gleiche Technik kann man auch mit Clematisranken anwenden.
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Heute im Botanischen Garten Berlin gesehen:
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Eine wunderschöne Idee zum Weidenflechten fand ich eben in der Zeit, zum Nachmachen toll.
http://www.zeit.de/kultur/2012-03/fs-momente/seite-16
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Hier Objekte die ich aus Weiden-, Hasel- und Lindenruten gemacht habe.
(http://666kb.com/i/cp810elestplmrl34.jpg)
(http://666kb.com/i/cp816jqariczx8vb4.jpg)
Zuerst ein 2m langes Armiereisen in den Boden rammen. *1
Dann habe ich drei stabile Ruten mit je einem Bündel Miscanthus-Halmen (vom Vorjahr) umpolstert und mit Draht umwickelt. Die drei umpolsterten Ruten am Eisenstab mit Draht festgebunden. Ohne die Umpolsterung würden die Dinger untenherum etwas mager aussehen.
Auf etwa Brusthöhe hab ich dann ein Band locker drumgebunden und da all die anderen Ruten durchgesteckt damit sie stehenbleiben.
Dann das Ganze mit Eisendraht*2 so stramm wie möglich umwickelt. Ich hab in Schulterhöhe angefangen zu umwicken nach unten hin, dabei muss man zugleich die Ruten immer wieder ordnen, so dass sie sich möglichst nicht überkreuzen. Von unten wieder zurück nach oben wickeln. Weil ich ganz oben nicht anreichen konnte, hab ich die Stele samt Eisenstange aus der Erde gezogen und auf den Gartensessel gelegt und dann die Spitze umwichelt.
Ob man die Spitze biegt oder nicht ist Geschmackssache.
*1 das Loch vom Armiereisen im Boden etwas lockern, damit es sich gut rausziehen lässt, sonst zieht es sich aus dem Weidenbündel statt aus der Erde.
*2 Eisendraht geglüht 1,2mm stark. Ich hab den Draht auf eine Holzleiste gewichelt, damit hat man mehr Kraft, den Draht wirklich stramm zu ziehen.
*3 auch zuletzt beim Aufstellen der Weidenstele, ein Loch für das Armiereisen vorbohren, sonst schiebt sich die Eisenstange weiter ins Weidenbündel statt in die Erde.
Nun noch eine Frage an Euch,
als was könnte man die Objekte bezeichnen? Stelen passt nicht gut, oder?
PS. ich hab die Beschreibung noch etwas ergänzt.
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Zipfelmützen :D .
Sehr chic und danke für die Entstehungsbeschreibung.
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Das ist doch mal nachahmenswert! :D
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Hallo Sandfrauchen !
Das sieht sehr gut aus :D, großes Kompliment. Sowas würde ich mir jederzeit in den Garten stellen ;). sieht so aus wie die Nepalgebetsfahnen.
lg. elis
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Boah, das sieht toll aus!
An einer derWeidenstelen könnte ich mir noch was filigranes rankendes vorstellen. Asarina scandens z.B.
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Elis, du meinst sicher Indonesische Gebetsfahnen... die bei jedem (Tempel)fest den Göttern zeigen sollen, dass sie eingeladen sind. ;)
Der farbige Abklatsch als Gartenfahnen ist ja in Europa seit Jahren sehr trendy.
Die Weidenruten gefallen mir als archaisches Pendant aber bedeutend besser. Chapeau! :)
Gartenfahnen
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Eli, du meinst sicher Indonesische Gebetsfahnen... die bei jedem (Tempel)fest den Göttern zeigen sollen, dass sie eingeladen sind. ;)
Der farbige Abklatsch als Gartenfahnen ist ja in Europa seit Jahren sehr trendy.
Die Weidenruten gefallen mir als archaisches Pendant aber bedeutend besser. Chapeau! :)
Gartenfahnen
Ja genau, die meinte ich. Aber die würde ich mir nicht in den Garten stellen, die passen nicht in einen niederbayerischen Garten, die von Sandfrauchen schon :D.
lg elis
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Ich habe mich damit auch mal versucht und einen Kranz gebaut, doch so wirklich schön sah der nicht aus :)