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Pflanzenwelt => Arboretum => Thema gestartet von: Quendula am 05. Dezember 2011, 12:05:12

Titel: überstehende Wurzel abschneiden
Beitrag von: Quendula am 05. Dezember 2011, 12:05:12
Auf meiner Wiese liegt schon seit ein paar Jahren ein Wurzelstück über der Oberfläche. Am Anfang wars nicht so schlimm, aber entweder wächst es immer weiter raus oder die Wiese sackt abwärts. Mittlerweile ist es eine Stolperstelle geworden und er Rasenmäher schabt auch immer mal wieder ein Stück ab, wenn ich nicht aufpasse. Es gehört höchstwahrscheinlich zu der ausgewachsenen Kiefer (siehe Avatar), die in etwa 2 m Entfernung steht.
Ich würde das Stück gerne knapp unter der Oberfläche absägen.
Gibt es Einwände?
Wann ist ein günstiger Zeitpunkt dafür?
Welche Maßnahmen zur Wundbehandlung (Wundbalsam plus von Celaflor ist vorhanden) sind empfehlenswert?
LG Quendula
Titel: Re:überstehende Wurzel abschneiden
Beitrag von: Staudo am 05. Dezember 2011, 12:10:36
Ich würde die Wurzel rechts und links etwas freilegen, absägen und es damit bewenden lassen. Die Kiefer verträgt das durchaus.
Titel: Re:überstehende Wurzel abschneiden
Beitrag von: Cryptomeria am 05. Dezember 2011, 17:44:51
Hallo,

ich würde es genauso machen. Kein Problem für eine große Kiefer. Allerdings werden noch mehr Wurzeln immer mal wieder an der Oberfläche auftauchen. Wenn du Rindenmulch oder Erde oder sonstiges Material hast, kannst du auch leicht einige Zentimeter auffüllen. Bei einer Baumscheibe müsstest du gar nicht mehr mähen.

Viele Grüße

wolfgang
Titel: Re:überstehende Wurzel abschneiden
Beitrag von: Quendula am 08. Dezember 2011, 13:07:49
Danke für die Entwarnungen.
Baumscheibe ist aufgrund der Gartensituation nicht machbar. Da muss Wiese bleiben und die fülle ich auch fast jedes Frühjahr mit einem Kompost-Sand-Kalk-Dünger-Gemisch auf. Wahrscheinlich ist die Zusammensetzung nicht besonders gut durchdacht, aber für meine Zwecke tauglich.
Noch mehr Wurzeln sind bereits sichtbar. Darum mach ich mir aber weniger Sorgen, da sie nicht so dick sind und auch noch keine Stolperfallen darstellen.

Bleiben noch die Fragen:
Wann ist ein günstiger Zeitpunkt dafür? -> Jetzt sofort wäre in meinem Zeitplan günstig
Welche Maßnahmen zur Wundbehandlung sind empfehlenswert?
Titel: Re:überstehende Wurzel abschneiden
Beitrag von: Floris am 08. Dezember 2011, 13:11:42
Hallo,
ich schnippele ganzjährig an Nadelgehözen rum und hatte bisher keine Probleme damit. Mir scheint, dass das austretende Harz die Wunden selbständig ausreichend gut verschließt.
Grüße Floris
Titel: Re:überstehende Wurzel abschneiden
Beitrag von: Cryptomeria am 08. Dezember 2011, 18:21:56
Hallo Quendula,

das kannst du jetzt noch machen, wie es dir passt. Wundbehandlung ist nicht nötig.

Viele Grüße

Wolfgang
Titel: Re:überstehende Wurzel abschneiden
Beitrag von: macrantha am 09. Dezember 2011, 10:04:57
Ich gehe sogar noch weiter: Wundbehandlung ist absolut unnötig bis kontraproduktiv. Spar Dir das Geld für sowas und investiere es lieber in Pflanzen ;)
Titel: Re:überstehende Wurzel abschneiden
Beitrag von: Pewe am 09. Dezember 2011, 10:21:51
Da häng ich mich aus aktuellem Grund mal dran: Leidet bei Absägen so großer Wurzeln die Standfestigkeit?
Titel: Re:überstehende Wurzel abschneiden
Beitrag von: Staudo am 09. Dezember 2011, 11:55:51
Nein. Problematisch wird es immer erst dann, wenn unmittelbar durch den Wurzelteller ein Kabelgraben o.ä. gezogen wird.
Titel: Re:überstehende Wurzel abschneiden
Beitrag von: Danilo am 09. Dezember 2011, 12:10:25
Nein.

Doch. Schon die Kappung eines kleinen Faserwurzelbündels beeinflusst die Standfestigkeit des Baumes und bei genügend vielen Kappungen fällt der Baum. Die Theorie dahinter nennt man Physik. ;)
Titel: Re:überstehende Wurzel abschneiden
Beitrag von: Gänselieschen am 09. Dezember 2011, 12:19:04
Dann muss doch die dicke Ulme, deren schwarze Faserwurzeln ich jeden Frühling beim Bearbeiten meines Gemüsegartens zu Hauf rausreiße oder -schneide, endlich bald mal umfallen ;D ;D ;D
Titel: Re:überstehende Wurzel abschneiden
Beitrag von: Danilo am 09. Dezember 2011, 12:34:27
Dann muss doch die dicke Ulme, deren schwarze Faserwurzeln ich jeden Frühling beim Bearbeiten meines Gemüsegartens zu Hauf rausreiße oder -schneide, endlich bald mal umfallen ;D ;D ;D

So bringt vielleicht eine 130km/h-Orkanböe diesen Baum einmal zu Fall. Mit ein paar Feinwurzeln mehr würde er vielleicht 131km/h überstehen (oder bricht dann oberirdisch ab, aber das ist ein anderer Fragepunkt).
Wenn Du die Ulme loswerden willst, hast Du jedenfalls prinzipiell alles richtig gemacht. ;)
Titel: Re:überstehende Wurzel abschneiden
Beitrag von: Poison Ivy am 09. Dezember 2011, 12:47:46
Dann muss doch die dicke Ulme, deren schwarze Faserwurzeln ich jeden Frühling beim Bearbeiten meines Gemüsegartens zu Hauf rausreiße oder -schneide, endlich bald mal umfallen ;D ;D ;D

Bis zum nächsten Sturm kann sie ja schon neue gemacht haben!


Um nicht völlig ins OT zu rutschen:

Der Harzfluss mag bei Kiefern ja tatsächlich einen Wundverschluss bilden, wenn oberirdische Teile verletzt werden.

Worauf ich nie geachtet habe: Verharzen auch Kieferwurzeln bei solchen Verletzungen?
Titel: Re:überstehende Wurzel abschneiden
Beitrag von: Froschlöffel am 09. Dezember 2011, 13:12:19
Man könnte auch um die Kiefer herum mit Sandsteinen oder Backsteinen ein Beet einfassen, Erde auffüllen und dann Erica, Blaubeeren, Preiselbeeren, Cranberry etc. pflanzen.
Das würde Wurzel und Rasenmäher schonen.
Titel: Re:überstehende Wurzel abschneiden
Beitrag von: Pewe am 09. Dezember 2011, 13:16:57
Leider gibt es Wurzeln die das Wegpflaster hochdrücken oder gar stramm Richtung Fundament (dem man nicht viel zutraut) wandern.
Titel: Re:überstehende Wurzel abschneiden
Beitrag von: Wiesentheo am 09. Dezember 2011, 13:44:32
Nein.

Doch. Schon die Kappung eines kleinen Faserwurzelbündels beeinflusst die Standfestigkeit des Baumes und bei genügend vielen Kappungen fällt der Baum. Die Theorie dahinter nennt man Physik. ;)
Was soll da Physik sein?
Hebelwirkung bei 130 Wind? Das hazt auch eine große Kiefer um, wo nichts abgeschnitten ist.
Jedenfalls beeinträchtigt die Entfernung nicht die Standfestigkeit, wenn man kleine Büschel anschneidet und wenn man einen dicken Wurzelausläufer kappt auch nicht. Da muß schon mehr weg.
Also kann getrost abgeschnitten werden.
Titel: Re:überstehende Wurzel abschneiden
Beitrag von: Mediterraneus am 09. Dezember 2011, 13:55:08
Wenn man neue Bäume pflanzt, werden immer die Wurzeln beschnitten.
Wurzel bei bestehendem Baum abschneiden,das ist nichts anderes, als wenn man oberirdisch einen Ast abschneidet.

Dem Baum ist das schnurz. Wenn es keine dicke Hauptwurzel direkt am Stamm ist, leidet auch die Standfestigkeit nicht.

Ich habe jahrelang die Wurzeln von serbischen Fichten gekappt, in der Hoffnung, dass die mal umfallen. Ich durfte sie nämlich nicht entfernen.Nix wars.
Hab sogar versucht, während eines Sturms ein bißchen nachzuhelfen und hab an dem Baum gezerrt und geschoben, trotz durchtrennter Wurzeln kam ich mir vor, wie die Mücke vor dem Elefanten ;D
Titel: Re:überstehende Wurzel abschneiden
Beitrag von: Querkopf am 09. Dezember 2011, 21:35:45
Hallo, Quendula,

... Baumscheibe ist aufgrund der Gartensituation nicht machbar. Da muss Wiese bleiben und die fülle ich auch fast jedes Frühjahr mit einem Kompost-Sand-Kalk-Dünger-Gemisch auf. ...
könnte allerdings sein, dass deine Auffüllmischung den Baum dazu anregt, Wurzeln in Richtung Oberfläche zu schieben; dann hättest du trotz Wurzelkappung bald wieder den Salat.

Wobei ich nicht sicher bin, ob auch Kiefernwurzeln so findig sind bei der Futtersuche, dass sie stracks nach oben marschieren. Fichtenwurzeln tun's auf jeden Fall, davon kann ich allerlei Liedchen singen.

Schöne Grüße
Querkopf
Titel: Re:überstehende Wurzel abschneiden
Beitrag von: Querkopf am 09. Dezember 2011, 21:38:52
Hallo, Bristlecone,

... Worauf ich nie geachtet habe: Verharzen auch Kieferwurzeln bei solchen Verletzungen?
bei meiner "Kippkiefer", von der ich vor zwei (?) Jahren hier berichtet hatte, gab es Harzspuren an den gerissenen Wurzeln.

Schöne Grüße
Querkopf
Titel: Re:überstehende Wurzel abschneiden
Beitrag von: Wiesentheo am 09. Dezember 2011, 21:52:54
Ja, auch Wurzeln verharzen.Die meisten machen gleich wieder Erdreich drum und so sehen sie nicht, dass da auch welches austritt. Aber ich konnt beobachten, dass es nicht in diesem maße auftritt, als wenn man eine dicken Ast abschneidet, oder einen Baum fällt.
Titel: Re:überstehende Wurzel abschneiden
Beitrag von: Dunkleborus am 09. Dezember 2011, 22:01:35
Ich habe mal Wurzeln einer mindestens zehn Jahre zuvor gefällten Kiefer ausgegraben. Erst dachte ich, sie seien durchnässt, aber sie waren mit einer balsamisch-harzigen Flüssigkeit getränkt. Ein mitarbeitender Türke erzählte, solche Wurzeln würden in seiner Heimat (Osttürkei) zum Feuermachen sehr geschätzt, es dauere einige Jahre, bis die Wurzeln soweit seien.

Verflüssigt/verändert sich Harz unter bestimmten Bedingungen in Richtung leichtflüchtig? Kann das mit Luftabschluss zu tun haben?
Titel: Re:überstehende Wurzel abschneiden
Beitrag von: Wiesentheo am 09. Dezember 2011, 22:11:49
Nicht nur in der Türkei, sondern auch hier sind die Wurzeln geschätzt.
Ob sich das harz verflüssigt weiß ich auch nicht so recht.Ich kenne es nur von frisch geschnittenen, oder bei Baggerarbeiten beschädigten Wurzeln.
Titel: Re:überstehende Wurzel abschneiden
Beitrag von: Dunkleborus am 09. Dezember 2011, 22:15:06
Es war viel flüssiger als Harz, und es roch anders: Eher terpentinig. Balsamisch.
Titel: Re:überstehende Wurzel abschneiden
Beitrag von: Wiesentheo am 09. Dezember 2011, 22:24:55
Ich frage Mal meinen Oberspezialförster.
Titel: Re:überstehende Wurzel abschneiden
Beitrag von: partisanengärtner am 09. Dezember 2011, 23:49:43
http://de.wikipedia.org/wiki/Terpentin
Titel: Re:überstehende Wurzel abschneiden
Beitrag von: Dunkleborus am 10. Dezember 2011, 00:18:17
Das hatte ich inzwischen auch durch. Es erklärt einiges. :D
Ich wundere aber mich darüber, wie die flüchtigeren Stoffe erhalten bleiben können, während der feste Anteil verschwindet oder umgewandelt wurde.
Titel: Re:überstehende Wurzel abschneiden
Beitrag von: Querkopf am 11. Dezember 2011, 02:54:24
Hallo, Dunkleborus,

Es war viel flüssiger als Harz, und es roch anders: Eher terpentinig. Balsamisch.
du erinnerst mich da an was: Die Wurzeln meiner Kippkiefer haben beim finalen Ausgraben fürchterlich nach Terpentin gestunken. Für meine Nase so unangenehm, dass ich's regelrecht verdrängt hatte.

Welche Konsistenz der geruchsverursachende Stoff hatte, weiß ich nicht: Beim Ausbuddeln musste ich die Nashornwasserlochmethode anwenden; der Stubben war triefnass, als er sich endlich aus dem Erdreich hebeln ließ.

Deutet auf jeden Fall drauf, dass bei Kiefern auch die Wurzeln kräftig harzen.

Schöne Grüße
Querkopf
Titel: Re:überstehende Wurzel abschneiden
Beitrag von: partisanengärtner am 11. Dezember 2011, 08:30:11
Die Methode ist sehr einfallsreich. Erinnert mich aber eher an eine Suhle. Welches Wild hängt von der Größe ab. Nashorn liegt da voll im Trend. Elefant ginge sicher auch. Hierzulande musst Du aber aufpassen das nicht eine Rotte Schwarzkittel Deinen
Garten okkupiert ;).