garten-pur
Pflanzenwelt => Gemüsebeet => Thema gestartet von: hasenzahn am 23. April 2012, 12:45:52
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Ich mache jeden morgen einen frischen gemuese Saft und frage mich ob Rabarber roh ok ist?
Ich weis das die Blaetter giftig sind Oxalsaeure(?) enthalten und das man Rabarber auch nur bis Juni oder so ernten kann dann ist es auch im Rest enthalten?
Ich hab schon ein paar leckere Kuchen gemacht aber als kompott brauchts so viel Zucker.
Ich ueberlege auserdem Rabarberkompott/saft als Essigersatz zu verwenden da ich auf Essig reagiere.
Irgendwelche Gedanken Erfahrungen...?
Danke :)
den Thread-Titel mit einem h ergänzt
LG Luna
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Nein, ist nicht giftig. Ich würde ihn für Saft aber mit irgendwas mischen.
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Oxalsäure ist auch in den Stengeln und der Gehalt nimmt im Lauf der Vegetationsperiode zu.
Oxalsäure bindet Calzium, das dem Körper dann nicht mehr zur Vefügung steht. Merkt man z.B. an den stumpf/rau werdenden Zähnen. Deshalb sollte man möglichst immer calziumhaltige Milchprodukte zum Rhabarber und überhaupt nicht zuviel davon essen. Ich finde 2 mal Kuchen und Kompott pro Saison reichen völlig. :)
wie ist es denn mit Zitronensaft als Essigersatz?
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Man braucht keine Angst vor Rhabarber zu haben. ;)
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Nein!
Hab ich auch nicht. Und ich freu mich schon auf den ersten Rhabarberkuchen - vielleicht am Wochenende.
Aber ich finde es trotzdem interessant, solche Dinge zu wissen.
Es gibt einfach Lebensmittel, die kann man in normalen Mengen genießen, sollte sie aber nicht ständig essen. Beim R. ist das durch die Saison natürlich begrenzt. :)
Aber kürzlich habe ich verblüfft festgestellt, dass in Schleswig-Holstein Rhabarberlimonade verkauft wird.
Allerdings schien mir der R.-Gehalt eher niedrig su sein. 8)
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Bei der Oxalsäure macht roh und gekocht keinen Unterschied, das Zeug ist hitzestabil. Allerdings stelle ich mir Entsaften bei dem fasrigen Material schwierig vor.
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Angeblich wird beim Kochen etwas von dem Oxalat zerstört. Außerdem soll etwas von
dem Oxalat ins Kochwasser geschwemmt werden (was bei uns wursch ist, weil wir das
Wasser gar nicht abgießen ;-) Alles in allen dürfte der Oxalatgehalt von gekochtem
Rhabarber aber wohl nicht ganz so hoch sein, wie der von rohem Rhabarber.
> Man braucht keine Angst vor Rhabarber zu haben.
Da würde ich widersprechen. Naja, Angst ist natürlich zu viel gesagt, aber wenn ich
mir die Symptome einer Nierenkolik ansehe, dann beschränke ich meinen täglichen
Rhabarber-Konsum doch lieber auf ein vernünftiges Maß.
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Gartenhypochonder
;D
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Danke fuer die Antworten
@uliginosa zitronen gehen auch aber ich dachte eine regionalere Alternative ist es wert mal ausprobiert zu werden.
Das mit dem Calzium ist sehr gut zu wissen! Danke
Im Saft wurde ich sie auf jeden Fall mischen mein Mann ist seeehr sauer empfindlich. Wir leben im moment in England und hier gibts schon seit einem Monat Rabarber also hat er schon genug davon. :)
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zitronen gehen auch aber ich dachte eine regionalere Alternative ist es wert mal ausprobiert zu werden.
Die Scheinquitte ist ein guter Zitronenersatz.
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Angeblich wird beim Kochen etwas von dem Oxalat zerstört. Außerdem soll etwas von
dem Oxalat ins Kochwasser geschwemmt werden (was bei uns wursch ist, weil wir das
Wasser gar nicht abgießen ;-) Alles in allen dürfte der Oxalatgehalt von gekochtem
Rhabarber aber wohl nicht ganz so hoch sein, wie der von rohem Rhabarber.
Oxalat ist - wie Eva schon erwähnte - hitzestabil. Gekochter Rhabarber ist aber dennoch leichter verdaulich.
Naja, Angst ist natürlich zu viel gesagt, aber wenn ich
mir die Symptome einer Nierenkolik ansehe, dann beschränke ich meinen täglichen
Rhabarber-Konsum doch lieber auf ein vernünftiges Maß.
Kiloweise wird ihn ja nun wirklich keiner verschlingen. Und vor Nierensteinen schützt Schlagsahne auf dem Kuchen, denn Oxalsäure / Oxalat wird durch Calcium nahezu irreversibel ausgefällt.
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Bei der Oxalsäure macht roh und gekocht keinen Unterschied, das Zeug ist hitzestabil. Allerdings stelle ich mir Entsaften bei dem fasrigen Material schwierig vor.
Dampfentsaften geht sehr gut. Ich mache mir Saft davon - und Likör.
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Ich habe bisher immer etwas Natron an den Rhabarber gegeben. Das neutralisiert einen Gutteil der Säure. Inwieweit Oxalsäure dabei umgewandelt wird weiß ich nicht.
Die Scheinquitten lassen sich auch hervorragend trocknen.
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Hallo fromme-helene,
ich wollte meinen Beitrag nicht zu "chemisch" werden lassen, deshalb habe ich etwas vereinfacht ;-)
> Oxalat ist - wie Eva schon erwähnte - hitzestabil.
Stimmt, Oxalat wird vom Körper ja auch gar nicht aufgenommen. Im Rhabarber ist aber nicht das
Salz, sondern vor allem die Oxalsäure selbst enthalten. Und soweit ich mich erinnere wird Oxalsäure
beim Erhitzen langsam aber sicher über Ameisensäure zu Kohlendioxid, Kohlenmonoxid und
Wasser zersetzt.
Liebe Grüße, Heiner
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Gebe doch Branntkalk hinzu. Das ist CaOH. Das OH neutralisert die Säure und Calzium müßte dann als Calziumoxalat Salz ausfallen.
Aber ich vermute, daß dann der (gewünschte) saure Charakter auch nicht mehr erhalten bleibt. Dann kann man aber wieder Zitronensäure hinzugeben.
Und schon hat man eine Chemiebude in der Küche... ;D
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Alles Leben ist Chemie....
Branntkalk ist CaO. Ca(OH)2 ist Kalkhydrat.
Völlige Neutralisation der Oxalsäure führt zu einem grauslich schmeckendem Produkt - bääääh!
Bei gesunden Verbrauchern schaden mäßige (!!!) Mengen Oxalsäure kaum, Nierenkranke sollten aber aufpassen, Oxalatsteine sind bekannt und unangenehm.
Nebenbei, so manches Obst und Gemüse enthält Oxalsäure, Karambol, Physalis, udgl., beispielsweise. Sogar im Spinat ist Oxalsäure drin.
Hitzebeständig ist diese Säure sehr, stundenlanges Kochen tut so gut wie nix, längeres trockenes Erhitzen führt zu Zersetzung. Übrigens gibts, interessant für Mineralogen, Oxalatmineralien bisweilen sogar in der Kohle - und die hat einiges hinter sich.
Für Bastler: Mit berechneten (!) Mengen Oxalsäure kann man sogar Gießwasser "enthärten", es bildet sich praktisch unlöslicher Calciumoxalatschlamm.
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Hallo, von mir ganz und gar ohne Chemie: Als Kind hatten wir die Rhabarber-Stengel roh gegessen (heute wären sie mir zu sauer) und wir hatten weder Bauchweh noch sonst was. Natürlich hatten wir nicht kiloweise gefuttert - mehr genascht, beim Vorbeigehen nach der Schule schnell einen Stengel.
Mein Schwiegersohn macht jedes Jahr Rhabarbersirup mit etwas Vanille drin. Dieser Sirup ist extrem gut !
L.G. Saattermin
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Als Kind hatten wir die Rhabarber-Stengel roh gegessen
Das taten wir auch – mehr oder weniger heimlich. ;D Denn roher Rhabarber ist gesundheitsschädlich, wie uns schon damals erklärt wurde.
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Ich esse heute noch rohen Rhabarber ( in Zucker eingetaucht) - und als Kind kann man mich nicht mehr so recht bezeichnen ;D ich hab's also bisher überlebt 8)
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Mir hat man das nicht gesagt. Mehr als drei Stangen waren es bei mir selten. Dann hatte ich meist weniger Lust auf Rhabarber. Nur der erste führte zu solchen Heißhungeranfällen. Ich habe immer mehr rohen als gekochten gegessen. Schmeckt viel besser.
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Roh schmeckt er mir nicht sooo besonders.
Und Kinder - nun, wenn ichs nicht selber mit eigenen Augen in Kärnten gesehen hätte: Dort aßen Kinder ein paar Tollkirschen, der prinzipiellen Giftigkeit bewußt ("Das macht nix, ein paar...).
Schmecken übrigens auch nicht erstrebenswert 8)
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Hi, Das sind auch meine Kindheitserinnerungen. Rohen Rhabarber geschält und stückchenweise in Zucker gewendet - hmmm lecker. Aber mehr als 1-2 Stangen habe ich auch da nicht auf einmal gegessen.
Heute koche ich meist Kompott mit einer schönen Vanillesoße dazu und einmal im Jahr gibt es Rhabarberkuchen - das gehört dazu. Aber wir ernten ihn auch immer vor Johanni, lieber friere ich ihn dann zum Kompottkochen ein.
Grüße Astrid
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Mir hat man das nicht gesagt. ...Ich habe immer mehr rohen als gekochten gegessen. Schmeckt viel besser.
Mir hat man das als Kind auch nicht gesagt. Sowohl damals als heute esse ich mehrmals zur Rhabarberzeit eine oder zwei Stangen roh. Ohne Zucker. Ich finde ihn roh einfach noch erfrischender als gekocht. Hat mir bisher jedenfalls auch nicht geschadet.
Angeblich sollen die noch geschlossenen Blüten des Rhabarbers auch verwendet werden können, allerdings nicht roh, sondern gedünstet. Das hab ich allerdings noch nicht probiert.