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Pflanzenwelt => Stauden => Thema gestartet von: Mathilda1 am 27. Oktober 2012, 11:05:40
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mein nachbar hat an meine grundgrenze einen ziemlich wuchtig wirkenden schwarzen doppelstabmattenzaun aufgestellt auf einem 30cm hohen betonsockel. hat die ausstrahlung einer anstaltsbegrenzung.der zaun darf nicht bepflanzt werden.
ich würde die sehr gern kaschieren, hab aber nur wenig platz in die breite/tiefe, weil davor eine kleine runde grasfläche liegt, in die ich nicht reinpflanzen will.(daran angrenzend zwei säuleneiben, rosenbüsche, pfingstrosen, frauenmantel astern, taglilien usw)
das problem - der boden ist an dieser stelle nicht gut, sehr sandig und trocken, die winter sind hart, ca zone 6a.
das einzig positive - der platz wäre sonnig.
aufbessern könnte ich probieren
ich hätte gern irgendein hohes gras, am besten 1,5m, das den zaun verdeckt und nicht zu breit wird. (wenn jemand eine andere schmalbleibende idee hat, freut mich auch)
fällt euch da ein hungerkünstler ein, der unter den bedingungen hoch wird (mein karl förster schafft max 1,1m, bleibt also zu klein)
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Mit etwas Bodenverbesserung sollte Miscanthus das schaffen.
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Vielleicht gingen auch die höchsten unter den Panicum.
Die teilen sich mit Miscanthus aber die Eigenschaft, nach dem meist obligatorischen Frühjahrsrückschnitt die notwendige Sichtschutzhöhe erst wieder ab Hochsommer zu erreichen.
Eingewachsene Sorghastrum schaffen das ebenfalls unter trockensten Bedingungen, sofern die Nährstoffzufuhr passt.
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Vielleicht direkt am Zaun mittels Holzstehern Sichtschutzgitter aus Holz aufstellen und mit Kletterrosen bewachsen lassen? Dann sind die Doppelmatten sofort etwas verdeckt, es spart Platz, und Kletterrosen holen sich als Tiefwurzler, was sie brauchen.
Hier ist ein ähnliches Beispiel.
Bei den meisten Gräsern ist ein Rückschnitt nötig, aber nicht bei Bambus. Fargesien bleiben ganzjährig dicht, man muß sie aber nach vorne abstützen, weil sie sonst überhängen.
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Das wäre ein schönes großes Gras Miscanthus sinensis Strictus
lg elis
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Ich gehe bei beiden von nicht winterharten Pennisetum aus, P. setaceum,
die werden im Herbst massig verkauft.
In Trockenbeeten machen sie für eine Saison eine gute Figur.
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im hochsommer ist natürlich wieder ziemlich spät. ist nicht optimal
für die rosen wären die bedingungen an der stelle nicht wirklich gut. nach 60cm Tiefe kommt auch noch aufgeschüttetes recyclingmaterial. wir haben bei der neuanlage mit einem bagger tiefe löcher für die rosenbüsche ausheben lassen.
zudem, damit man sich besser vorstellen kann. die fläche ist nur 200m2 groß und 3 beete schneiden jeweils am oberen und unteren ende und mittig in den raum. dazwischen sind grasinseln/zungen. damit die grasfläche noch etwas nach fläche aussieht (ich hab schon eher gespart) und den garten etwas tiefer wirken läßt als er ist, muß ich am ende der graszunge platz in der tiefe sparen, breiter als 40 oder max 50cm sollte also die bepflanzung nicht werden..
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Wenn es denn ein Gras sein soll, könnte Calamagrostis x acutiflora 'Karl Förster' vielleicht geeignet sein.
Es erreicht wesentlich früher im Jahr die normale Endhöhe und bleibt eigentlich auch bis in den Herbst hinein schön.
Ansonsten bleibt vielleicht nur ein immergrünes Gehölz wie eine Säuleneibe (wenn das überhaupt in Frage kommt?).
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Wenn es denn ein Gras sein soll, könnte Calamagrostis x acutiflora 'Karl Förster' vielleicht geeignet sein.
fällt euch da ein hungerkünstler ein, der unter den bedingungen hoch wird (mein karl förster schafft max 1,1m, bleibt also zu klein)
;)
Wäre ansonsten in der Tat wie gemacht. Einen Versuch mit reichlicher Blaukorndüngung würde ich noch wagen. ;)
Was Fargesia angeht: Bei wintervollsonnigem(?) Stand in Zone 6a ist auch dies mit Vorsicht zu genießen.
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damit die grasfläche noch etwas nach fläche aussieht (ich hab schon eher gespart) und den garten etwas tiefer wirken läßt als er ist
Was diesen Aspekt angeht: Seit ich die auch die letzte Rasenfläche durch geschlossene Staudenpflanzungen ersetzt habe, bekomme ich viel öfter zu hören, mein Garten wirke auf Bildern viel großzügiger dimensioniert als er tatsächlich ist. :)
Staudige Alternativen, die schnell an Höhe gewinnen und am genannten Standort klarkommen dürften, wären Lathyrus latifolius (braucht nur eine simple Kletterhilfe), Inula helenium, Helianthus giganteus und insbesondere die ganze Gruppe um Lavatera und Alcalthaea (à la 'Parkallee'). Hier haben beide letztgenannten die diesjährige lange Kahlfrostperiode mit unter -27°C problemlos gemeistert, dennoch würde ich dann Informationen zur lokalen Winterhärte einholen, denn die hängt nicht allein von Temperaturminima ab.
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die gelben pflanzen scheiden leider aus, die würden ziemlich heftig mit den anderen farben beißen. lathyrus wär eine idee (die weißen), oder wirklich blaukorn und wieder karl :-)
treibt sorghastrum ähnlich früh wie karl förster oder gleich wie miscanthus
der bambus würds glaub ich wirklich nicht gut überstehen. die die hier stehen überleben meist, aber leiden sichtlich
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Auch wenn ich gerne einmal etwas überlese... :P
Bambus (Fargesia) wird auch viel zu wuchtig. Da reicht der Platz wahrscheinlich eh nicht.
Mein C. 'Karl Foerster' mickerte auf magerem sandigen Boden auch jahrelang. Auf einem neuen Pflanzplatz, der mit reichlich Kompost und etwas Hornspänen angereichert wurde, steht es wie eine Eins und erreicht auch die gewünschte Höhe.
Sorghastrum nutans ist hier nach dem Kahlfrost ausgewintert und wurde auch nur 1 m hoch. Wenn du es ins Auge fassen solltest, schau doch einmal nach 'Sioux Blue'. Gaissmayer gibt eine Höhe von bis zu 1,4 an und betont seine Standfestigkeit.
Es ist jedoch auch später als Calamagrostis.
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Sorghastrum nutans 'Indian Steel' mickerte hier zwei Jahre in gutem Boden, erst nachdem ich es 2011 in eine staubtrockene Mischung aus Brandenburger Sand und Grauwackesplitt gesetzt hab, erreichte es in diesem Jahr ungeachtet der außergewöhnlichen Trockenheit stattliche 1,8m Höhe und ist eine Augenweide. :D
Die denkwürdige Kahlfrostlage im Frühjahr war dank des wasserdurchlässigen Substats kein Problem, darauf kommts ohnehin bei den meisten Gräsern an.
Sorghastrum treibt zwar früher als Miscanthus, erreicht die volle Höhe aber natürlich erst mit der Blüte ab Ende Juli/August, die 1,5m also irgendwann im Sommerverlauf.
Vielleicht versuchst Du eine Kombination aus Karl+Blau und probehalber ein, zwei blaue Sorghastrum und entscheidest anschließend. :)
Denkbare Alternative: Panicum 'Cloud Nine'. Da insgesamt viel höher, erreicht es bei ähnlicher Blütezeit wohl eher die 1,5m. Geringer Platzanspruch bei guter Sichtschutzleistung. Panicum verhalten sich hier in puncto Substrat analog wie obiges Sorghastrum: je trockener, desto höher und standfester.
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panicum finde ich wunderschön, dachte nur immer daß die art mehr wasser braucht. panicum und karl paßt wahrscheinlich nicht zusammen.
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panicum finde ich wunderschön, dachte nur immer daß die art mehr wasser braucht. panicum und karl paßt wahrscheinlich nicht zusammen.
na doch, warum nicht....
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panicum und karl paßt wahrscheinlich nicht zusammen.
Ich hab die Kombination sogar gleich dreifach. ;)
Was lange nicht heißt, dass es deswegen passen muss. ::) Aber das ist in meinem Garten auch kein ernsthaftes Auswahlkriterium. ;)
Auch Panicum+Sorghastrum zusammen find ich eigentlich unproblematisch, letzteres ist dem Reitgras im Habitus ähnlich, gegenüber dem Panicum aber doch wieder ganz anders.
Noch straffer und architektonischer als 'Cloud Nine' wäre unter den Panicum noch meine Lieblingssorte 'Northwind', schafft aber hier "nur" etwa 1,80m.
Edit: Hab noch ein Bild gefunden. Hier nur beispielsweise Sorghastrum nutans 'Indian Steel' vor der kleineren Panicum-Sorte 'Shenandoah'. Die Sichtschutzleistung von Panicum ist wegen des hohen Blattschopfes m.E. einen Tick besser als bei Calamagrostis und Sorghastrum, die müssen richtig breite Horste gebildet haben um halbwegs blickdicht zu sein.
(http://i619.photobucket.com/albums/tt277/roflol/th_12Okt_Panicum_Shenandoah_Sorghastrum_nutans.jpg)
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ich glaub dann versuch ichs mit karl förster und dem panicum.
ich würd die erde dann mit bentonit und verrottetem pferdemist aufbessern( mist mit holzstreubestandteilen), dem rest des gartens bekommts bis jetzt gut
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Dann viel Erfolg. :)
Ansonsten sind viele Gräser, was Boden und Düngung angeht, wirklich genügsam. Wie gesagt stehen meine in blankem Kies-Sandstein-Schotter und wurzeln selbständig einfach tiefer um Trockenphasen zu bewältigen. Ich dünge im Winterhalbjahr nur die ortsansässigen Zwiebelblüher mineralisch, das finden die Gräser wohl ganz gut. Mehr brauchen die übers Jahr auch nicht.
Die genannten vertragen aber auch organische Dünger wie Pferdemist, das passt schon. Bei Gattungen wie Sorghastrum oder Stipa würde ich darauf verzichten, das nur als Tipp für zukünftige Pflanzungen. ;)
P.S. Zum Anfüttern: Katrin hat passend gerade eine Hommage an die Gräser begonnen. ;)
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Ja, Katrins Blog ist ohnehin immer ein Genuss, aber der Gräserbeitrag ist großartig! :D :D :D
LG
Jo
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Ihr macht mich ehrlich ganz verlegen, eigentlich wollte ich viel besser recherchieren und am Ende hatte ich nicht einmal mehr Lust, die beschriebenen Gräser alphabetisch zu ordnen :-\ . Momentan arbeite ich am Beitrag mit den Bildern aus den Wisley Gardens... das wird noch etwas dauern :) .
Als Sichtschutz fände ich Panicum 'Cloud Nine' sehr schön und ungewöhnlich.
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das organische prinzipiell nur weil wir nicht nur armen boden sondern auch noch wenig regen haben (zw 450 und 700 pro jahr), es ist der verzweifelte versuch das wenig flüssige am versickern zu hindern
im restlichen garten wächst es ohne aufbessern und im hochsommer gießen jeden zweiten oder 3ten tag lausig. wenn man sich den ursprünglichen bewuchs der wiesen anschaut auch nicht weiter verwunderlich- eher steppe als wiese mindesten 3 monate im jahr alles braun
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zw 450 und 700 pro jahr
Das wäre im Mittel noch immer einiges mehr als hier fällt (hier sinds wenige Wochen vor Ultimo erst 375mm), insofern traue ich den genannten Arten das problemlos zu. :)
Den Weg des geringsten Widerstandes beschreiten standortgerechte Pflanzungen. Ich würde das gegenüber aufwendigen Bodenveränderungen immer vorziehen, vor allem wenn Zeit und/oder Geld eine Rolle spielen.
Es gibt für fast jeden Standort begehrenswerte Pflanzen. Für viele, die etwa gern mit Steppenpflanzungen und Kiesgärten (ich denke da weniger an Steine als an die Bepflanzung, siehe z.B. hier oder da) hantieren, wären Bedingungen, wie sie bei Dir vorherrschen, vermutlich ein Traum. :D
Strauchige Artemisia, Steppengräser (Stipa, Andropogon,...), Königskerzen, Astern (A. amellus, A. turbinellus,...), Baptisia, Eremurus, Euphorbien, Spornblumen, Phlomis und Perovskien, Iris, Disteln, Centaureas. Ach, es gibt so viele Haben-muss-Kandidaten, die man endlich unterbringen könnte ;D
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ich bin halt leider nicht der fan von diesen pflanzen, ich find die zwar(ehrlich) schön aber wenns zu steppig wird fehlt mir etwas, wohlfühlen tu ich mich eher in überbordend grüner üppigkeit (was sicher an der umgebung liegt in der ich aufgewachsen bin, immer um die 900 niederschlag auf fruchtbarem lehmboden und eine klimazone wärmer, vielleicht auch so eine verzwickte heimwehgeschichte)
inzwischen versuche ich zwischen meine habenmußpflanzen in die lücken die steppentauglicheren vertreter zu packen, was sich gut bewährt. sonst entsteht ohnehin nie der eindruck von fülle.
artemisia ludoviciana, eremurus robustus (heuer neu), diverse nepeta, anropogon, königskerzen, lichtnelken, reichlich glückliche astern, spornblumen hab ich heuer probiert, mal schaun ob sie den winter packen, perovskien, 17 sorten iris hab ich inzwischen schon.daneben noch eine horde von lavendel und dahinvagabundierende thymiansorten und sogar schon das pflaster erobernder ysop, wildgewordenes leinkraut etc
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Mathilda, Gräser in der Kombination mit Iris, das interessiert mich auch sehr. Kultivierst Du hauptsächlich Iris sibirica oder auch Bartiris in Deinen Anpflanzungen?
LG, scabiosa
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nur bartiris, die nanas vorn als randbepflanzung beim kräutergarten, bis die normalen großen, die in einer reinen irisreihe neben dem weg zum haus bzw im beet zb maid of orange kombiniert mit nepeta und calamagrostis "overdam" und noch ein paar eingestreute wegwarten- hätte nie gedacht daß helles blau und helles orange zusammen so gut aussieht
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Dann viel Erfolg. :)
P.S. Zum Anfüttern: Katrin hat passend gerade eine Hommage an die Gräser begonnen. ;)
Ganz toll Katrin! Fotos und Text! :D
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Ich zitiere hier mal einen Beitrag aus dem Kiesbeet-Thread, in dem Treasure-Jo seine Erfahrungen mit der Trockenheitsverträglichkeit verschiedener Gräser sehr schön zusammenfasst:
@Danilo,
Das bringt mich auf die Idee, die GRäser aufzulisten, die ich geeignet für Kiesbeete halte (und natürlich selbst schon "getestet" habe:
Gras (Trockenheitsverträglichkeit auf sandigem Boden; in Klammern)
Stipa (syn. Achnatherum) calamagrostis (sehr gut)
Festuca mairei (sehr gut)
Nassella tenuissima (sehr gut; wohl eher Gefahr durch zuviel Nässe)
Calamagrostis x acutiflora (fast noch sehr gut, mindestens gut, Trockenheitsverträglichkeit hat mich erstaunt)
Festuca cinerea (sehr gut)
Helictotrichon sempervirens (sehr gut)
Andropogon gerardii (sehr gut)
Schizachyrium scoparium (sehr gut)
Miscanthus, z.B. Kleine Silberspinne, Morning Light, Ferner Osten (gut, gedrungenes Wachstum, aber keine Ausfälle)
Stipa gigantea (gut in den ersten beiden Jahren; danach sehr gut)
Sorghastrum nutans (erst 2 Jahre im Beet; scheint gut)
Elymus magellanicus (kaum Zuwachs, schwierig zu beurteilen, braucht wohl etwas mehr Feuchtigkeit)
Panicum virg. 'Heavy Metal' (gut; gedrungener Wuchs, keine Schäden)
Panicum virg. 'Shenandah' (gut; leichte Schäden bei mehrwöchiger Trockenheit)
Briza media (sehr gut)
Eragrostis spectabilis (sehr gut)
Sporobolis heterolopsis (gut in der Anfangszeit; sehr gut, wenn es nach ca 3 Jahren eingewachsen ist)
Melica ciliata (sehr gut; bin gespannt bis besorgt, ob die Selbstaussaat allzu lästig wird)
Stipa pulcherrima (sehr gut)
Stipa capillata (sehr gut)
Pennisetum orientale (sehr gut)
Stipa splendens (gut in den ersten beiden Jahren; sehr gut nach Etablierung)
LG
Jo
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Dann viel Erfolg. :)
P.S. Zum Anfüttern: Katrin hat passend gerade eine Hommage an die Gräser begonnen. ;)
Ganz toll Katrin! Fotos und Text! :D
Danke :D
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Kann mir wer eine Ganzkörperaufnahme von 'Northwind' hereinstellen? Ich hab da nämlich einen Verdacht... ::) Katrin kennt sich aus...
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Klar, mail sie einfach.