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Garten- und Umwelt => Gartenküche => Thema gestartet von: Conni am 02. Februar 2013, 21:12:36
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Krumme Möhren und zerhagelte Zucchini sind, wie so vieles andere, was nicht der Norm des optimal gerade gewachsenen und makellosen Gemüses entspricht, verbannt aus den Supermarktregalen und landen in der Regel im Müll oder bleiben auf dem Acker.
Eine erfrischend fröhliche und zupackende Art, damit umzugehen, hat ein Duo in Berlin: sie haben ein Unternehmen gegründet, das sich dieses vermeintlich unverkäuflichen Teiles der Ernte annimmt: "Esst die ganze Ernte!" ist ihr Slogan, zu finden sind sie unter CulinARy Misfits . Viel Spass beim Stöbern auf ihrer Seite.
Kennt Ihr noch andere Initiativen, die kreativ mit scheinbar in Zement gegossenen "Gesetzen des Nahrungsmittel-Marktes" umgehen? Gebt sie weiter, erzählt hier davon, wenn Ihr mögt.
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Kenne selbst zwar keine Seiten oder Initativen dieser Art, aber das sollten viel viel mehr Märkte berücksichtigen, denn das ganze weggeworfene Essen ist Essen, das andere Menschen nicht haben und es entstehen doch auch Kosten... ich finde es komplett unverständlich, wie man soviel gute Ware wegschmeißen kann.
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Lieben dank fürs Hinführen, Conni :D , misfits oder krumme Krücken sind mir im Beet durchaus willkommen, charismatische Einzelindividuen mit Wiedererkennungswert, da sagt dann später einer am Tisch beim Essen: Guck mal, wie süß, das ist das Gürkchen, was aussieht, wie ein Krokodil, kannst du dich an den Sommer erinnern 8) ? Sowas passiert einer Normgurke nie :-X . Sympathische Seite ;D !
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Das geht in die gleiche Richtung, wie mein "Erbarmen" mit nicht ganz so idealen Tannenbäumchen zu Weihnachten. Ich habe auch schon bewusst "Krücken" gekauft, mit zwei Spitzen und dann beide Spitzen bestückt ;D
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in diesem bericht gibts ernsthaft eine spalte fuer nicht vermarktungsfaehige ernte ???
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Was genau führt Dich dazu, diesen Smilie zu setzen: ???
Als Produzent würde ich schon gerne wissen, wie hoch der Prozentsatz der Ware ist, die ich wahrscheinlich allein aus optischen Gründen nicht verkaufen kann. Wie ich damit umgehe, ist wiederum eine andere Geschichte.
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oile: mich irritiert dabei, dass sozusagen abfall vorprogrammiert wird, der keiner ist (oder nur zum teil).
erinner dich nur mal an die geschichte mit den krummen gurken, die mal fuer die vermarktung verboten waren. die haetten dann nach dieser lesart die statistik gedrueckt.
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Durch die Liste wird das doch nicht vorprogrammiert. Sie ist nur eine Reaktion darauf. Und ja: genau diese Gurken gehörten in die letzte Spalte. Aber wie gesagt: nicht die Statistik ist Ursache des Problems, sie benennt und beziffert es bloß.
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bei uns in der Schweiz gibt es ein Projekt. Da sammeln sie, abgelaufene oder kurz vor Ablaufdatum, verschiedene Lebensmittel. Welches dann an Bedürftige, nur mit Ausweis der Gemeinde, für pauschal 1 Fr. abgegeben wird.
Also nicht nur Gemüse.
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Das gibt es auch anderswo, unter dem Namen "die Tafel" oder "Sozialladen" u.a.
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Teilweise auch illegal. Warum kann man das nicht erlauben?
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Weil man dann möglicherweise rechtlich dran ist, wenn jemand von dem Zeug aus dem Container die Speiberei kriegt vielleicht?
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Ja, da ist was dran.
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Wir haben keine Hungersnot und leben nicht in der Nachkriegszeit. Glücklicherweise haben wir viel mehr Nahrungsmittel zur Verfügung als wir eigentlich brauchen. Deswegen können es sich die deutschen Supermärkte leisten, nur optisch makelloses Obst und Gemüse zu verkaufen.
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Und das nicht so makellose könnte man in eine Extrastiege stellen und zum halben Preis verkaufen.
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Diese Entscheidung sollte man schon dem Verläufer überlassen. ;)
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Das kommt ja nicht vom Acker bis zum Supermarkt sondern wird vorher aussortiert.
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Diese Entscheidung sollte man schon dem Verläufer überlassen. ;)
Manchmal trifft man Verkäufer die sich dafür entscheiden, z.B. im Bioladen...
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Warum fällt mir in diesem Thread plötzlich die weggeworfene Pferdefleischlasagne ein :(
Die ist ja auch tadellos, nur steht nicht drauf, dass Pferd drin ist (was mir persönlich auch nix ausmachen würde, ich mag auch Pferdesalami, Fohlensteak und "Rheinischer Sauerbraten")
Beim Gemüse find ichs besonders schlimm. Oft schmecken die kleinsten und am wenigsten aufpolierten Gemüse besonders gut.
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Der Handel nimmt den Gemüse- und Obstgärtnern nur tadellose Ware ab, weil sich die andere nicht verkauft. Es ist halt so.
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Hier gibts aber z.B. Bioäpfel 2. Klasse. Sind kleiner und bisweilen mit Unschönheiten. Hatte ich auch schon gekauft.
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An dem Marktstand, an dem ich meist einkaufe, steht immer eine Kiste mit nicht mehr so frischem, oder optisch nicht ansprechendem Gemüse, an der steht "Zahlen sie, soviel sie wollen". Im Sommer werden dort auch meist überreife Tomaten für Sauce und Suppe günstiger verkauft.
Am Obststand steht immer ein Korb mit weniger schönen Äpfeln, die für den halben Preis verkauft werden.
Und im Supermarkt sind auch immer Artikel kurz vor Ablauf des MHD extra gekennzeichnet und werden 30 - 50% billiger verkauft. Das gilt aber meist nur für Brot und Kühltheke. Bei Obst und Gemüse vermisse ich das dort noch.
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Bei Obst und Gemüse gibt es das bei uns auch im supermarkt - vor dem Wochenende wird verbilligt, was am Montag abgelaufen wäre. Aber das ist keine krumme Gurke oder verzweigte Karotte oder Apfel mit Schorf, sondern Normware, die falsch eingekauft wurde.
Krumme Paprika, oder überreife Tomaten oder Blattlaushaltigen Salat kann man manchmal auf dem Markt sehr günstig kriegen. Im Supermarkt nie.
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Problem ist, dass obst und Gemüse, dass nicht einem genormten Schönheitsideal entspricht, sofort beim Erzeuger vernichtet wird, weils der Handel nicht will, weils der Kunde angeblich nicht will
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Ja stimmt, die Sachen, die irgendeinem Schönheitsideal nicht entsprechen, kann man nur auf dem Markt kaufen. Denn viele der Markthändler sind halt selbst die Erzeuger.
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Danke, Krimskrams, das lag mir gerade auf der Zunge.
Besonders krumm und schief bei den Biobauern, die Stände mit dem größten Zulauf von allen, nicht alles, aber das meiste aus eigenem Anbau direkt um die Ecke.
Wenn ihr auch alle in die Supermärkte flitzt!
Tja! :D
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Die Erzeuger vom Wochenmarkt haben oft noch ein Gespür für Lebensmittel, sie sehen, wies wächst und wieviel Arbeit da drin steckt.
Sie freuen sich regelrecht, wenn die nicht so schöne Ware auch gekauft wird. Wenn es noch Kunden gibt, die wissen um was es geht.
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Wie heißt nochmal dieser Englänger (Ami?), der so eine naturnahe Kocherei betreibt. Geht alles etwas schnell, aber der packt alles mit den Händen an und macht auch an Möhren und roter Bete nicht jeden grünen Schopf ab - manchem dieser etepetete Sterneköche wird bei dieser Kocherei sicher schlecht - aber ich finde es richtig toll!
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Jamie Oliver?
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... aber der packt alles mit den Händen an und macht auch an Möhren und roter Bete nicht jeden grünen Schopf ab ...
Ich mag es auch, wie unkompliziert er an die Dinge ran geht. ;D
Außerdem hat er auch einen Gemüsegarten und Hühner - das ist eh sympathisch. ;)
hier ein Beispiel
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... aber der packt alles mit den Händen an und macht auch an Möhren und roter Bete nicht jeden grünen Schopf ab ...
Ich mag es auch, wie unkompliziert er an die Dinge ran geht. ;D
Außerdem hat er auch einen Gemüsegarten und Hühner - das ist eh sympathisch. ;)
hier ein Beispiel
Wahnsinn!
Labsal! :P :P :P
Wie der mit dem Gemüse hantiert! :P :D Mit allen Sinnen, mit den Händen, den Augen, mit Wollust, mit Erdklumpen. Phantastisch! :D Ich konnte mich gar nicht satt sehen.
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Ja... allerdings, verursacht ja schon fast körperliche Entzugserscheinungen mit Schmerzen.... Gartenentzug ! :o
Eine herrliche unkomplizierte Küche, dieses geröstetes Wurzelgemüse... besonders das unkomplizierte "verprügeln" der Knoblauchknolle... ;D
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Ja... allerdings, verursacht ja schon fast körperliche Entzugserscheinungen mit Schmerzen.... Gartenentzug ! :o
Ein wunderbarer Appetitanreger auf die kommende Saison, auf das erdige Gebuddel nach unseren krummen Möhren und angefressenen Radieschen.
Mensch, was haben wir es gut! Ich verstehe gerade nicht, wie man überhaupt ohne Gemüsegarten leben kann. Das geht doch gar nicht, das ist doch kein Leben. :D ;D
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Die Erzeuger vom Wochenmarkt haben oft noch ein Gespür für Lebensmittel, sie sehen, wies wächst und wieviel Arbeit da drin steckt.
Das würde ich mir beim hiesigen Wochenmarkt wünschen. :-\
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Die Erzeuger vom Wochenmarkt haben oft noch ein Gespür für Lebensmittel, sie sehen, wies wächst und wieviel Arbeit da drin steckt.
Das würde ich mir beim hiesigen Wochenmarkt wünschen. :-\
Ich hörte von einem Bauern, der es folgendermaßen hält: Die optisch schönere Ware verkauft er als konventionell produziert, alles, was nicht makellos aussieht, als Bio-Ware - zum geringfügig höheren Preis. Er wird alles los! ;D
Zu seiner Ehrenrettung sei gesagt, dass auch die als konventionell deklarierte Ware Bio-Qualität hat.
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Es ist halt nun mal Tatsache, dass die Mehrheit der Bevölkerung sich eher für die gerade Möhre und den nicht angestoßenen Apfel entscheidet.
Für die Gastronomie gibt es erst recht einen Grund: gerade, große Möhren schälen sich schneller, Spargel mit violetten Spitzen ist verpönt und Kartoffeln mit Verwachsungen kann man bestenfalls als Strafarbeit schälen lassen ...
Und der Grund "Zeitersparnis" war erhlich gesagt auch für mich schon ab und zu mal ein Kriterium.
Wenn ich daran denke, wie lange es dauerte, bis ich meine verzweigten Pastinakenwurzeln kochfertig mache ... das geht mit gekauften deutlich schneller!!! (obwohl auch Bio)
Für den Handel sind nun mal die paar "Sonderlinge", die gerade zu den krummen Gurken greifen, nicht wichtig. Denn die Kaufen ja zur Not auch die Geraden.
Und die Bauern müssen ohnehin zusehen, wo sie bleiben. Nicht perfekte Ware zu verschenken oder billiger zu verkaufen (dürfte dann unter dem Herstellungspreis sein!!!) - davon haben sie nichts. Also lieber nur perfekte Ware anbieten und davon dann auch mehr verkaufen.
Das "Problem" ist ein gesellschaftliches und wird duch uns paar Gärtner nicht verändert.
Beim letzten Einkauf im Rewe habe ich bemerkt, dass neben zwei "makellosen" Zucchinikisten eine dritte stand (gut plaziert), mit überwiegend krummen Zucchinis. Ich habe sie gekauft. Sonst wohl keiner ...
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Wenn man dann "Gourmet-Zucchini" draufschreibt, wird das auch verkauft.
Aber es liegt schon an der Kundschaft, stimmt. Und die Kundschaft wird immer ahnungsloser, weiß gerade noch, dass die Tomate rot sein muss (Gelbe, schwarze, grüne Tomaten?? Was ist das?).
Und Kühe sind lila ;)
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Und Kühe sind lila ;)
Der Begriff "Kuh" umfasst mehrere Tierarten, von Pferd bis Eichhörnchen würd ich mal annehmen.
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Und Kühe sind lila ;)
Der Begriff "Kuh" umfasst mehrere Tierarten, von Pferd bis Eichhörnchen würd ich mal annehmen.
Ja, halt alle, die Milch geben 8)
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Ich schwöre ja auf etwas Eichhörnchenmilch am Morgen - mit einer Prise Zimt :P
Wobei weibliche Eichhörninen werden wohl höchstens noch mit "Eichkätzin" angesprochen, sicher aber nicht als Eichkuh betitelt. Es sei denn, man möchte das Eichhörnchen vielleicht beschimpfen ... ;D
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Das geht jetzt aber für den "normalen Kunden" schon zu sehr ins Detail. Aber man könnte ja Wikipedia bemühen, wenns denn interessiert ;)
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Warum soll ich Eichhörninnen als -kätzinnen beschreiben? Wenn doch eh das Tier "Kuh" ist? ;)
Ich war als Kind mal sehr verwundert. In unserem Sprachgebrauch war eine weibliche Katze eine "Katze", männlich "Kater".
Was sagte dann ein Bekannter, als er von seinen Katzen schwärmte? "Kätzin", "Katzer". Ich fands bemerkenswert.
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Warum soll ich Eichhörninnen als -kätzinnen beschreiben? Wenn doch eh das Tier "Kuh" ist?
Von welchem Tier die Milch ist, ist den meisten auch egal. Hauptsache sie ist fettarm.
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vorhin kam beim wdr eine sendung zum gleichen thema - mit zwei anderen damen.
hier kann man sie sich online anschauen :D
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Fettarm schon .. vor allem muss sie ja BIO sein ... ::)