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Pflanzenwelt => Klettergarten => Thema gestartet von: lonicera 66 am 13. Mai 2013, 23:04:15
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Ich bin versucht, mir mal eine Lonicera (landläufig auch als "Baumwürger" bezeichnet), die es ja in Massen in den hiesigen Wäldern zu sehen gibt, in den Garten zu holen.
Allerdings habe ich diese Wildformen noch nie blühen sehen.
Bis auf eine, sie war gelb und ich vermute, daß sie mit Gartenabfällen in den Wald gekommen ist.
Bilder habe ich auch keine gefunden im Netz, nur von Züchtungen.
Hat jemand eine solche Wildpflanze in seinem Garten und vielleicht auch Bilder von der Blüte?
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ja, ich hatte mal eine Wildform und es ist entsetzlich!
Wie man in guten Büchern nachlesen kann haben Kulturformen den Vorteil die Erwartungen in Bezug auf die Blüten zu erfüllen und nicht wegen einer einzigen Blüte in sagen wir mal 10 Jahren außer Rand und Band zu geraten. Die meisten Gärten dürften mit solchen Pflanzen überfordert sein.
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Hier blühen die selbst aufgelaufenen Lonicera caprifolium reich und üppig. Bei warmem Wetter ist der abendliche Duft ziemlich stark.
Aber die Wuchskraft sollte man nicht unterschätzen.
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Meine Lonicera caprifolium, die ich vor 3 Jahren aus dem Gelände mitgebracht habe, ist am sonnigen Standort wieder voller Blütenknospen.
Die gekaufte stagniert und mickert seit Jahren. ::)
Ein anderer Wildfang (ich glaube L. periclymenum, wo hatte ich die nur her?) entwickelt sich auch gut - nach Blüten muss ich da aber mal gucken, die steht eher schattig.
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Vielen Dank für die Antworten. :)
Der Garten ist zwar klein, die Loni hätte aber 13 Meter Pergola zum ausbreiten. Sonnig ist es auch. Ich würde gerne einen Versuch wagen, wenn es ausser Kontrolle gerät, oder sie nicht blühen will, kann ich sie ja wieder entfernen.
Welche Blütenfarbe ist denn zu erwarten?
Ich kam deshalb darauf, mir eine anzuschaffen, weil meine Loni "American Beauty" offensichtlich den Umzug nicht überlebt.
Ich habe wohl die Wurzeln zu kurz abgestochen und jetzt, nach drei Wochen am neuen Standort, beginnen die neuen Triebe zu welken und einzutrocknen - ich habe nicht viel Hoffnung.
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ich rate immer zu den beiden Sorten Belgica und Serotina, sie blühen zeitversetzt und sehr ähnlich der wilden Art, Lonicera periclymenum, Waldgeißblatt. Farbe cremeweiß, honiggelb und himbeerrot. Hier.
6 m Höhe und das gleiche in die Breite. Mit den Jahren dann durch den Garten überall Ausläufer, man begegnet ihr einfach auf Schritt und Tritt. ;D
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Hmmm, die Sache mit den Ausläufern - das habe ich ja nicht bedacht.
Ich habe wohl welche gesehen, aber ich habe mir das nicht soo schlimm vorgestellt. Klingt ja fast, als ob die Loni sich wie der Giersch im Garten ausbreitet?
Das wäre schade, ich hielt es für eine kostenlose Alternative zu einer gezüchteten Form.
Sie wachsen ja hier in Massen und ich könnte mir gleich vor dem Haus eine in der passenden Größe ausbuddeln - wahrscheinlich eher nicht, so wie ich das lese...
@ uliginosa und Bristlecone
wie handhabt ihr das mit den Ausläufern? Empfindet ihr das ebenso negativ, wie pearl?
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Meine machen (bisher) keine. 8)
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wenn so viele in deiner Gegend wachsen, dann hast du doch einen ganz realistischen Eindruck von ihrem Blühverhalten. Wie sieht es dann damit aus? Bei Eggert kosten die Sorten auch nur 5 € irgendwas. So in der Größenordung hat sie auch die Gärtnerei in deiner Nähe sicher.
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wenn so viele in deiner Gegend wachsen, dann hast du doch einen ganz realistischen Eindruck von ihrem Blühverhalten.
Leider eben nicht, weder hier, noch am alten Wohnort habe ich sie blühen sehen...
Zitat Post #1:Allerdings habe ich diese Wildformen noch nie blühen sehen.
Es geht nicht um das Kaufen, das kann jeder. ;)
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Als ich hierher zog, wuchs das Zeug auf dem ganzen Grundstück. Wenn ich an einem Pflanzenteil zog, bewegte sich 5 m weiter die Erde. Überall wuchs das Zeug rein, in jeden Zaun, jedes Gebüsch. Ich hab wohl 1 Jahr gebraucht (mit Nachlese im nächsten), um das Zeug los zu werden.
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wenn so viele in deiner Gegend wachsen, dann hast du doch einen ganz realistischen Eindruck von ihrem Blühverhalten.
Leider eben nicht, weder hier, noch am alten Wohnort habe ich sie blühen sehen...
Zitat Post #1:Allerdings habe ich diese Wildformen noch nie blühen sehen.
Nichtblühen ist doch auch ein Blühverhalten und kann die Entscheidung, so eine wilde Lonicera in den Garten zu setzen, beeinflussen. ;)
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Als ich hierher zog, wuchs das Zeug auf dem ganzen Grundstück. Wenn ich an einem Pflanzenteil zog, bewegte sich 5 m weiter die Erde. Überall wuchs das Zeug rein, in jeden Zaun, jedes Gebüsch. Ich hab wohl 1 Jahr gebraucht (mit Nachlese im nächsten), um das Zeug los zu werden.
So ähnlich dürfte das hier auch sein. Die Lonicera wachsen in einem Teil des Grundstücks, in dem Wildwuchs herrscht. Dort dürfen sie sich zwischen Buchs, Eiben, Hasel und Liguster austoben.
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Ob und in welchem Umfang kletternde Lonicera blühen, ist in jedem Fall stark von Standort und Pflege anhängig. Sie verschwenden eben keine Energie darauf, in ungünstig belichteten Bereichen irgendwelche Masse zu bilden. So trifft man auch in Wäldern wo viele wenig ansehliche Lonicera wachsen - ein wenig Licht vorausgesetzt - immer wieder auf reich blühende Exemplare. Viele davon blühen jedoch allerdings - wie es für Kletterpflanzen in typisch ist - erst in größerer Höhe. D.h.: In natürlicher Umgebung sind reich blühende Bereiche der Pflanze für den am Boden stehenden Betrachter oft kaum sichtbar.
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Ich habe die Wilde und sie bewurzelt natürlich wenn sie auf dem Boden liegt. Ausläufer im eigentlichen Sinn habe ich noch nicht gesehen.
Der Duft ist überwältigend. Blüht aber vorwiegend an Trieben die nicht auf dem Boden liegen und genug Sonne bekommen.
Würde ich jeder gezüchteten vorziehen, die ich bisher kennengelernt habe. Die sind in den Blütenfarben oft eindrucksvoller...
Viele meiner Freunde haben diese von mir bekommen es kommen nur begeisterte Rückmeldungen. Einer hat einen Laubengang damit bespannt, traumhaft.
Bei mir ist allerdings Familiengeschichte dabei. Mein Vater hat mit meiner Mutter eine Pflanze aus der Hecke eines Gutshofes geklaut.
Die war im Laufe vieler Jahrzehnte auf seinem Gehöft verschwunden, er war da schon lange weggezogen..
Ich bin dann mit meiner Mutter zum gleichen Gutshof gewandert und wir haben noch eine kleine Ranke gefunden.
Wurde scheinbar immer wieder entfernt.
Alles was jetzt den alten Garten langsam überwuchert und vielen Freunden Freude macht stammt von dieser Ranke ab.
Im Schrebergarten habe ich natürlich auch je eine kleine Ranke, die mit einer Rose um die Wette wächst. Blühen werden die Winzlinge wohl erst im nächsten Jahr.
Nach dem Einpflanzen sind sie erst mal vertrocknet, haben aber nach vielen Wochen wieder ausgeschlagen. :D
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.....Im Schrebergarten habe ich natürlich auch je eine kleine Ranke.....
Für das allgemeine Verständnis der Wesensarten von Kletterpflanzen wäre es hilfreich, wenn der Begriff "Ranke" nur im ZUsammenhang mit Rankorganen verwendet würde. Abgesehen von den Haftscheibenranken der meisten Parthenocissus-Arten befinden sich Ranken ausschließlich an rankenden Kletterpflanzen, die man im deutschen Sprachraum inzwischen den Gerüstkletterpflanzen zuordnet.
Tatsächlich gibt es z.B. Efeu-, Rosen-, Brombeer- oder eben Geissblattranken nur umgangssprachlich.
Die "Laberei" von Ranken, die keine sind, geht mir - vor allem wenn sie von Fachleuten wie (Landschafts)Gärtnern oder Grünplanern stammt - schwer auf den Senkel, denn sie kennzeichnet Oberflächlichkeit hinsichtlich von Wuchsmerkmalen, die von großer Bedeutung für die Verwendungsmöglichkeiten der Kletterpflanzen sind. In Verbindung mit der Vernachlässigung des Pflegebedarfes ergeben sich daraus häufig beschämende Resultate für den "planmäßigen" Einsatz von Kletterpflanzen.
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Darf man Uta Ranke-Heinemann noch erwähnen? ;D :-X
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Darf man Uta Ranke-Heinemann noch erwähnen? ;D :-X
Sofern dabei nicht erwartet, angenommen oder verbreitet wird, dass sie rankend klettert oder klettern könnte, darf gerne über sie und Leute ähnlichen Namens gesprochen werden! ;)
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Nach dem Einpflanzen sind sie erst mal vertrocknet, haben aber nach vielen Wochen wieder ausgeschlagen. :D
Axel, das macht mir Hoffnung, meinst Du, daß meine alte, die ja gerade so aussieht, als ob sie eingehen will, noch eine Chance hat?
Sie fing 3 Wochen nach dem Umzug an zu welken. Ich habe sie schon ca. 10 Jahre und sie ist schon so verholzt, daß sie von allein steht.
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BTW
Man sollte auch die Bezeichnung "Senkel" nicht mißbrauchen.
Ein Senkel ist ein Teil eines Kleidungsstückes und kann somit nicht emotional belastet werden... ;)
Biotekt, Du hast ja mit Deiner Aussage bezügl. der Ranke grundsätzlich recht; es handelt sich bei der Formulierung um eine rhetorisch- semantische Fehlformung die jedoch legitim ist, sofern jeder weiß, was man damit meint.
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Man sollte auch die Bezeichnung "Senkel" nicht mißbrauchen.
Ein Senkel ist ein Teil eines Kleidungsstückes und kann somit nicht emotional belastet werden... ;)
Hier handelt es sich um eine zulässige Metapher. Der Senkel ist ein (vielfach) beanspruchtes Teil, das entsprechend dieser Belastungen mehr oder weniger schnell verschleisst... Der Ausdruck "auf den/die Senkel gehen" ist allgemein als bildliches Synomym für "auf die Nerven gehen" bekannt.
Biotekt, Du hast ja mit Deiner Aussage bezügl. der Ranke grundsätzlich recht; es handelt sich bei der Formulierung um eine rhetorisch- semantische Fehlformung die jedoch legitim ist, sofern jeder weiß, was man damit meint.
Eben letzteres ist vielfach nicht gegeben und einige Anbieter von Kletterhilfen für Gerüstkletterpflanzen nutzen dies geschickt aus, indem sie z.B. mit der Bezeichnung "Rankseil" eine Produkteignung vermitteln, die nur sehr eingeschränkt oder unter bestimmten Voraussetzungen gegeben ist. Tatsächlich stellt ein Seil nur dann eine brauchbare Rankhilfe dar, wenn es zum Netz geküpft oder in anderer Form netzartig angeordnet wird.
Wenn obendrein sogar Fachleute z.B. Efeu als Rankpflanze bezeichnen, darf man sich nicht wundern, wenn sogar zur Fassadenbegrünung mit Efeu (senkrechte und damir völlig überflüssige) "Rankseile" montiert werden und an anderer Stelle "Rankhilfen" entstehen, die zwar von den Pflanzen bewachsen werden, aber deren längerfristige Entwicklung mehr behindern als fördern.
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Nach dem Einpflanzen sind sie erst mal vertrocknet, haben aber nach vielen Wochen wieder ausgeschlagen. :D
Ich möchte noch eine Rückmeldung geben:
DDie alte Lonicera ist nicht eingegangen, sie steht jetzt seit 5 Wochen kahl hier herum, nun treibt sie, wie partisanengärtner beschrieb, auch wieder aus. Und zwar kräftig!!! ;D
Eine wilde habe ich dazugestellt, au sie wuchert munter am Spalier drauflos, bis jetzt keine Ausläufer, sie hat aber auch mit den Ranken keinen Bodenkontakt.