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Garten- und Umwelt => Komposthaufen => Thema gestartet von: Janis am 25. Dezember 2013, 12:01:46

Titel: Gartenabfälle auf die Deponie
Beitrag von: Janis am 25. Dezember 2013, 12:01:46
Rein theoretisch ist es ja nicht erlaubt, Gartenabfälle von kranken Pflanzen im Garten zu verbrennen, ausser an speziellen Brenntagen.

Was mich interessieren würde:
wenn man solche Pflanzen in Säcke packt und zur Deponie fährt – wird dort alles gedämpft und zu Kompost verarbeitet? Und sind die Temperaturen wirklich so hoch, um Krankheiten (Buchs z.B.) zu eliminieren oder auch die Eier der Moniermotte zu töten?
Oder bekommen wir alles auf irgendeine Art wieder zurück?

Ich hab jedenfalls das Laub der Kastanie, die vor ein paar Jahren von der Miniermotte befallen war, sorgfältig verbrannt und hatte dabei ein wesentlich sichereres Gefühl….
Titel: Re:Gartenabfälle auf die Deponie
Beitrag von: micc am 25. Dezember 2013, 12:32:59
Das hängt sicherlich von der Technik der Kompostierungsanlage und auch von der Qualität der Betriebsleitung ab.

Auf Kompostwerken wird normalerweise nicht durch Extratechnik gedämpft, das macht alles die Eigenerhitzung des Komposts. Dann muss die Luftzufuhr natürlich stimmen und das häufige Durchmischen. Es gibt aber Rotteboxen, wo die Temperatur geregelt werden kann, teures System, ist eher selten.

Bei einer einfachen Mietenkompostierung im Freien wäre ich mir nicht so sicher, ob die 55 Grad Minimum über einen längeren Zeitraum erzielt werden. Da wird es immer so kalte Nester geben....aber an und für sich funktioniert die Hygienisierung bei optimaler Rotteführung schon. Kurzzeitig können zwar viele Organismen die 60 oder 70 Grad und mehr überleben. Die Zeitdauer der Mindesterhitzung auf mindestens 55 Grad über 1-2 Wochen bewirkt allerdings fast schon Wunder.

Schau mal diese Info, die ich auf den Seiten der Bundesgütegemeisnschaft Kompost gefunden habe:

http://www.kompost.de/uploads/media/Kompostierungund_Phytogiene_06_10.pdf

:)
Michael



Titel: Re:Gartenabfälle auf die Deponie
Beitrag von: Janis am 25. Dezember 2013, 13:28:32
Das hiesige Kompostwerk hat mir mal erzählt, dass bei ihnen die Komposterde gedämpft wird (nicht überprüfbar), und auch, dass sie den Kompost nicht im Freien, sondern in Hallen lagern (überprüfbar).
Soweit wäre dort den Vorschriften mehr als Genüge getan.

Aber ich habe auch schon Kompostwerke erlebt, wo der angelieferte grobe Holzabfall (vermutlich) ohne weitere Behandlung gehäckselt und zu Holzschnitzen verarbeitet wurde.
Dass dort nicht auch mal „meldepflichtige Quarantäneschaderreger wie etwa der Feuerbrand“ mit rein geraten, glaube ich nicht so ganz….

Und landen wirklich alle Grünabfälle in weiterverarbeitenden Betrieben, wo sie einer Wärmebehandlung ausgesetzt sind?
Titel: Re:Gartenabfälle auf die Deponie
Beitrag von: micc am 25. Dezember 2013, 14:12:35
Das Dämpfen von Komposten ist sicher nicht nicht die Regel, und lassen wir mal die RAL-Gütesicherung beiseite. Ich sage es dabei noch einmal: Bei guter Rotteführung in der industriellen Kompostierung (im Gegensatz zur Hauskompostierung, mir fiel grad kein anderer Name ein) können auch meldepflichtige Organismen abgetötet werden. In der Praxis gibt es aber immer Betriebsstörungen oder unfähige Betriebsleiter - ich denke, das erklärt, warum viele Kommunen und Kreise kein infektiöses Material annehmen mögen.

Neben Kompostierung wird häufig auch in Biogasanlagen vergoren zwecks Gasgewinnung. Das aber geschieht sicherlich nicht mit deinen beschriebenen Holzschnitzen. Die dürften vermutlich Eingang in ein Biomassekraftwerk finden, in die sogenannte "thermische Verwertung".

Es gibt heutzutage viele Möglichkeiten, wie eine Kommune ihre Abfälle verwertet und vermarktet. Ein einfache bzw. allgemeine Antwort auf deine Frage ist nicht einfach. Du kannst mir in dieser Beziehung glauben, weil ich mich seit Monaten mit der Umsetzung von Forderungen aus einem kommunalen Abfallwirtschaftskonzept herumärgere.

:)
Michael
Titel: Re:Gartenabfälle auf die Deponie
Beitrag von: Janis am 25. Dezember 2013, 15:50:12
Die erwähnten Holzschnitzel (ich glaube, das ist nicht der richtige Ausdruck – wie heisst es ? Holzgehäckseltes? Jedenfalls meine ich das Material, das auch für Wege und manche Flächen verwendet wird) wurden im erwähnten Betrieb direkt an den Endverbraucher verkauft, ob ausschliesslich, weiss ich natürlich nicht.

Fazit: es bleibt mir sowieso nichts anderes übrig als glauben, dass der Kompost, den ich aus externer Quelle bekomme, unbedenklich ist. ;)

Titel: Re:Gartenabfälle auf die Deponie
Beitrag von: Dietmar am 25. Dezember 2013, 20:17:10
Zitat
Fazit: es bleibt mir sowieso nichts anderes übrig als glauben, dass der Kompost, den ich aus externer Quelle bekomme, unbedenklich ist.

Es ist eine Spezialität des Glaubens, an Sachen zu glauben, die keiner je gesehen oder angefasst hat, höchstens mal ein Quartalssäufer oder ein Einfältiger. Wenn es nicht so wäre, wäre es kein Glauben, sondern Wissen.

Ich hatte mal künstliche Gartenerde gekauft: 2/3 Kompost plus 1/3 Lehm. Zwei Jahre ist darauf nichts gewachsen, nicht mal Unkraut. Danach war der Kompostanteil verrottet und eine steinharte Lehmschicht blieb zurück.

Ergo: Ich verwende nur noch eigenen Kompost. Ein großes Problem sind kranke Pflanzenteile. Die werfe ich in den Restmüll. Der kommt nach einer Aussortierung von Eisen- und Aluteilen (magnetisch) in die Müllverbrennungsanlage.
Titel: Re:Gartenabfälle auf die Deponie
Beitrag von: Zausel am 25. Dezember 2013, 21:43:32
Janis, du kannst getrost davon ausgehen, daß sich kaum jemand so um den Gemeinde- Kompost sorgt wie du.
Titel: Re:Gartenabfälle auf die Deponie
Beitrag von: Janis am 25. Dezember 2013, 22:11:16

Es ist eine Spezialität des Glaubens, an Sachen zu glauben, die keiner je gesehen oder angefasst hat, höchstens mal ein Quartalssäufer oder ein Einfältiger. Wenn es nicht so wäre, wäre es kein Glauben, sondern Wissen.

Ich hatte mal künstliche Gartenerde gekauft: 2/3 Kompost plus 1/3 Lehm. Zwei Jahre ist darauf nichts gewachsen, nicht mal Unkraut. Danach war der Kompostanteil verrottet und eine steinharte Lehmschicht blieb zurück.

Ergo: Ich verwende nur noch eigenen Kompost. Ein großes Problem sind kranke Pflanzenteile. Die werfe ich in den Restmüll. Der kommt nach einer Aussortierung von Eisen- und Aluteilen (magnetisch) in die Müllverbrennungsanlage.

Na, ich gehe eigentlich schon davon aus, dass mal jemand den Kompost, den ich beziehen werde, gesehen und angefasst hat ;D, und dass er auch Qualitätskontrollen durchlaufen hat.

Mit „künstlicher Gartenerde“ hab ich keine Erfahrung, ich käme auch nie auf die Idee, so etwas zu kaufen.

Wenn ich allerdings eine Schicht von 2-3 cm Kompost auf den Beeten aufbringe, so ist davon nach einem Jahr auch nichts mehr zu sehen, bedingt durch Regen und Bodenbearbeitung.

Ich würde gerne ausschliesslich eigenen Kompost verwenden, aber um alle Pflanzungen zu versorgen, reicht meine Eigenproduktion nicht aus.

Kranke Pflanzenteile in den Restmüll zu geben, ist hier illusorisch.
Titel: Re:Gartenabfälle auf die Deponie
Beitrag von: Dietmar am 30. Dezember 2013, 19:53:21
Zitat
Na, ich gehe eigentlich schon davon aus, dass mal jemand den Kompost, den ich beziehen werde, gesehen und angefasst hat , und dass er auch Qualitätskontrollen durchlaufen hat.

Als ich mein Haus baute, wurde zwar jedes Krümel Erde zusammen gekratzt, aber das war trotzdem sehr wenig und da nirgends Mutterboden zu bekommen war, hatte ich künstlichen Mutterboden aus 2/3 Kompost des städtischen Kompostbetriebes und 1/3 Lehm notgedrungener Maßen kaufen müssen. Das waren, glaube ich, ca. 40 Kubikmeter gewesen. Das Schönste daran war, das ich einen kleinen Überkopflader gemietet hatte, um das Zeug breit zu machen, denn zunächst war das nur ein riesiger abgekippter Haufen. Der Baumaschinenverleih dachte zunächst, dass eine Ehefrau ihrem Mann ein Geschenk machen wollte, indem er mal mit so einem Überkopflader "spielen" kann - ist nicht so selten hier. Man konnte auch beim Baumaschinenverleiher baggern und buddeln, offiziell, um den Kunden kurz anzulernen und manchmal auch, damit sich Männer dort austoben können.

Der städtische Kompost wurde aus Abfällen der braunen Tonne, Rasenschnitt von städtischen Wiesen, zerschrapselten Holz vom Baumverschnitt und Laub, das die städtische Straßenreinigung im Herbst zusammen gekarrt hat, hergestellt. Ich hatte mir das mal angesehen. Es wurde nicht im Freien als Rotte angesetzt, sondern in einer Art Reaktor, damit die Rotte schneller abläuft, denn der Biomüll einer Großstadt würde sonst riesige Komposthaufen erfordern.

Es gab noch eine zweite Qualität von Kompost, der aber für den Garten nicht empfohlen wird, da nicht 100 % sicher, dass schadstofffrei. In Dresden gibt es schon sein mehreren Jahrzehnten eine automatisierte biologisch-mechanische Müllaufbereitung, wo zunächst Wertstoffe zurück gewonnen wurden, z.B. Eisenmetalle, Aluminium, Glas usw.. Der Rest wurde irgendwie so aufbereitet, dass der biologische Anteil (Lebensmittelreste, Papier, Pappe ...) abgetrennt und in einem Reaktor verrottet wurde. Der Rest des Hausmülls war nur noch ca. 10 ... 15 % und bestand z.B. aus Keramikscherben, Steinen, Bauabfällen von Heimwerkern ..., was auf die Deponie kam. Dieser Kompost zweiter Qualität wurde z.B. für Grünanlagen benutzt.
Beide Kompostsorten werden regelmäßig auf bestimmte Schadstoffe untersucht und nur bei Unbedenklichkeit frei gegeben. Man sieht aber an der Konsistenz, was welche Sorte ist.

Trotz allem wuchs 2 Jahre nichts auf den Flächen, wo ich die künstliche Muttererde aufgebracht habe, nicht einmal Unkraut. Der Lieferant machte diverse Bodenuntersuchungen (PH-Wert, Schadstoffe ...) konnte aber angeblich nichts finden, wobei ich diesen Aussagen nicht traue. Bisher sei so etwas noch nie vorgekommen. Man zuckte die Schultern und wusch seine Hände in Unschuld. Man habe den künstlichen Mutterboden bzw. den Kompost auch nicht chemisch sterilisiert, sondern macht das bei Bedarf (wenn Rottetemperatur zu niedrig war) mit Dampf, um Samen und Krankheitserreger abzutöten.
Titel: Re:Gartenabfälle auf die Deponie
Beitrag von: Janis am 30. Dezember 2013, 23:11:13
Ich glaube, ich hätte nicht hingenommen, dass auf der angelieferten Muttererde 2 Jahre lang nichts gewachsen ist und eine weitere Bodenprobe an ein unabhängiges Institut zur Untersuchung gegeben.
Es liegt ja schon der Verdacht nahe, dass eine chemische Manipulation stattgefunden hat.
Titel: Re:Gartenabfälle auf die Deponie
Beitrag von: Dietmar am 31. Dezember 2013, 11:29:01
Zitat
Es liegt ja schon der Verdacht nahe, dass eine chemische Manipulation stattgefunden hat.

Den Verdacht hatte ich auch, aber eine Bodenanalyse an einem unabhängigen Institut wäre recht teuer geworden, wenn man nicht weiß, wonach man sucht, denn der Preis richtet sich auch nach der Menge der Stoffe, nach denen man sucht.

Der Recyclinghof behauptete, dass man nie chemisch sterilisiere und dazu keine technischen Voraussetzungen habe, sondern nur bei Bedarf mit Dämpfen sterilisiere. Auch Dämpfen wirkt zunächst wachstumshemmend, weil auch die meisten Bodenlebewesen abgetötet werden, die durch die Zersetzung des Humus Nährstoffe für die Pflanzen bereit stellen. Aber diese Wachstumshemmung dauert nur einige Wochen und nicht Jahre.

Ich vermute da eher keinen "Unfall" im Sinne einer unbeabsichtigten Überdosierung einer Chemikalie zur Sterilisierung, sondern eine unbeabsichtigte Kompostierung einer Substanz aus z.B. der braunen Tonne, die dort nicht hinein gehörte, z.B. eine Haushaltchemikalie. Solche biologischen Recyclingunternehmen sind außerdem von den Grünen infiltriert, die zwar oft keine technische Ahnung haben, aber mit Sicherheit den guten Willen und die würden aus ideologischen Gründen nie zulassen, dass dort mit Chemikalien gearbeitet wird.
Titel: Re:Gartenabfälle auf die Deponie
Beitrag von: Janis am 31. Dezember 2013, 11:43:55
Ich vermute... eine unbeabsichtigte Kompostierung einer Substanz aus z.B. der braunen Tonne, die dort nicht hinein gehörte, z.B. eine Haushaltchemikalie.

Wie nett....

Ich habe bis jetzt nur ganz "normale" Bodenuntersuchungen in Auftrag gegeben, was hätten denn solche gezielten Einzeluntersuchungen gekostet?
40 cbm "künstlicher Mutterboden" haben ja auch ihr Geld gekostet....

Ist es denn inzwischen ganz in Ordnung, oder gibt es immer noch Defizite?
Titel: Re:Gartenabfälle auf die Deponie
Beitrag von: enigma am 31. Dezember 2013, 11:56:23
Ich vermute... eine unbeabsichtigte Kompostierung einer Substanz aus z.B. der braunen Tonne, die dort nicht hinein gehörte, z.B. eine Haushaltchemikalie.

Das halte ich für ausgeschlossen. Eine Haushaltschemikalie, die - in einer braunen Tonne entsorgt - eine ganze Kompostrotte so nachhaltig beeinflusst, dass er in der ausgebrachten Erde jede Keimung zwei Jahre lang verhindert wird, wäre ein extrem starkes Umweltgift.

Da müsste schon ein Chemiebetrieb hochtoxische Produktionsrückstände entsorgt haben. Wer's glaubt.
Titel: Re:Gartenabfälle auf die Deponie
Beitrag von: Günther am 31. Dezember 2013, 12:18:30
Manche Leute machen mit verdächtigen Erdproben Keimtests, z.B. mit Kresse.
Wenn wirklich solange nichts wächst, ist das schon sehr eigenartig....
Titel: Re:Gartenabfälle auf die Deponie
Beitrag von: Staudo am 31. Dezember 2013, 12:47:28
Für am wahrscheinlichsten halte ich einen exorbitant hohen Salzgehalt.
Titel: Re:Gartenabfälle auf die Deponie
Beitrag von: Janis am 31. Dezember 2013, 12:59:44
Wie kann es auf Teilen einer Deponie zu einem exorbitant hohen Salzgehalt kommen?
Titel: Re:Gartenabfälle auf die Deponie
Beitrag von: Günther am 31. Dezember 2013, 13:08:23
Ein Kübel Streusalz....
Sollte allerdings ausgewaschen werden....
Test über einen wäßrigen Extrakt, über dessen Leitfähigkeit oder mithilfe eines Chloridtests (schwach mit Salpetersäure ansäuern und ein paar Tropfen Silbernitratlösung dazu).
Titel: Re:Gartenabfälle auf die Deponie
Beitrag von: Staudo am 31. Dezember 2013, 16:54:42
Gerade bei geschlossender Kompostierung wird NaCl nicht ausgewaschen und durch die Rotte im Kompost "verdichtet".
Titel: Re:Gartenabfälle auf die Deponie
Beitrag von: Günther am 31. Dezember 2013, 16:56:46
Gerade bei geschlossender Kompostierung wird NaCl nicht ausgewaschen und durch die Rotte im Kompost "verdichtet".

Bei der Kompostierung nicht, aber nach der Ausbringung.
Titel: Re:Gartenabfälle auf die Deponie
Beitrag von: Dietmar am 01. Januar 2014, 14:51:37
Zitat
40 cbm "künstlicher Mutterboden" haben ja auch ihr Geld gekostet....

Ich hatte ja schon tagelang den künstlichen Mutterboden auf dem Grundstück verteilt. Eine Reklamation im Sinne eines Austausches würde das Zusammenkratzen bedeuten. Außerdem wußte ich Anfangs nicht, dass so lange darauf nichts wächst.
Titel: Re:Gartenabfälle auf die Deponie
Beitrag von: Janis am 01. Januar 2014, 15:28:16
Ja, stimmt natürlich.
Um ganz sicher zu gehen, ob der gelieferte Boden wirklich in Ordnung ist, müsste man ihn 14 Tage liegen lassen, um zu sehen, ob sich Unkräuter ansiedeln.
Nur ist das auch nicht immer machbar – und wann kommt so etwas, wie es dir passiert ist, schon mal vor?
Titel: Re:Gartenabfälle auf die Deponie
Beitrag von: Dietmar am 01. Januar 2014, 19:42:31
Zitat
Nur ist das auch nicht immer machbar – und wann kommt so etwas, wie es dir passiert ist, schon mal vor?   

Ich hätte nie gedacht, dass so etwas überhaupt vorkommen kann, denn ich habe die Humuswirtschaft in Dresden vorher angesehen, sowohl das Produkt, als auch dessen Herstellung. Angeblich sei so etwas auch noch nie vorgekommen. Ich war eben die berühmte Ausnahme.

Da die Humuswirtschaft allen Baum- und Gehölzverschnitt der Stadt kompostiert, mal folgende Frage. In der Stadt gibt es auch exotische Gehölze. Kann es sein, dass der Gehölzverschnitt oder das Laub solcher exotischen Gehölze sich so auf den Kompost auswirken kann?

Es könnte auch sein, dass die Humuswirtschaft den Kompost niederer Güte (aus der biologisch-mechanischen Müllaufbereitung) mit untergemischt hat. Der ist viel billiger und könnte so teurer verkauft worden sein. Im Hausmüll könnte ja irgendetwas gewesen sein, das bei der Müllverwertung unbemerkt in den Kompost gelangt ist. Da der Kompost und der künstliche Mutterboden daraus chargenweise hergestellt wird, ist die Verdünnung des Schadstoffes nicht allzu groß. Aus diesem Grund soll der Kompost aus der Müllverwertung nicht in einem Garten eingesetzt werden, wo Essbares angebaut wird.

Aber etwas Misstrauen ist eben zurück geblieben, so dass ich eben meinen Kompost lieber selber mache. Da weiß ich genau, was ich "verhüttet" habe.

Außerdem hat der städtische Kompost auch einige unerwartete Nachteile. Bei richtiger Trockenheit und Wind fliegt ein Teil des Kompostes davon, mein eigener Kompost viel weniger. Für mich ist das von Bedeutung, da die Hauptverwendung meines eigenen Kompostes in der Rasendüngung liegt. Das wirkt bei meinem Boden besser als Rasendünger. Das Gras wird dichter und dunkelgrüner und das Moos geht zurück. Ich brauche allerdings mehrere Jahre, um alle Stellen des Rasens einmal mit Kompost zu düngen.

Das Ganze ist nun 8 Jahre her und deshalb nicht mehr aktuell, aber ich hätte ansonsten mal wieder einige Kubikmeter reinen Kompostes gekauft, um meinen Rasen zu düngen, ohne dass ich dazu ca. 5 Jahre zu brauchen. Ich dünge meinen Rasen mit Kompost erst im Spätherbst. Gründe:
- dann trocknet er nicht mehr so aus wie im Sommer und fliegt bei Wind nicht davon
- dann brauche ich nicht mehr zu mähen, denn der Rasenmäher würde sonst den verteilten Kompost ansaugen. Bis zum Frühjahr, wenn das Rasenmähen wieder beginnt, ist der verteilte Kompost vom Gras fixiert worden.
Titel: Re:Gartenabfälle auf die Deponie
Beitrag von: enigma am 01. Januar 2014, 19:44:38
Kann es sein, dass der Gehölzverschnitt oder das Laub solcher exotischen Gehölze sich so auf den Kompost auswirken kann?

Nein. Das wäre ein absolutes Novum.
Titel: Re:Gartenabfälle auf die Deponie
Beitrag von: Günther am 01. Januar 2014, 19:51:50
In der Stadt gibt es auch exotische Gehölze. Kann es sein, dass der Gehölzverschnitt oder das Laub solcher exotischen Gehölze sich so auf den Kompost auswirken kann?


Unmöglich ist gar nix.
Aber extrem unwahrscheinlich.
Ich hab auch im Ausland, auch in exotischen Ländern, nirgendwo gesehen, daß z.B. abgefallenes Laub JEGLICHEN Pflanzenwuchs unterdrückt hat. Es gibt Hemmstoffe usw., das ist aber nur vorübergehend wirksam und müßte beim Kompostieren verschwinden.
Titel: Re:Gartenabfälle auf die Deponie
Beitrag von: Floris am 01. Januar 2014, 20:55:31
Ja, stimmt natürlich.
Um ganz sicher zu gehen, ob der gelieferte Boden wirklich in Ordnung ist, müsste man ihn 14 Tage liegen lassen, um zu sehen, ob sich Unkräuter ansiedeln.
Nur ist das auch nicht immer machbar – und wann kommt so etwas, wie es dir passiert ist, schon mal vor?

Ich habe vor etlichen Jahren mehrere Fälle gesehen, bei denen Gartenneuanlagen abstarben, weil sie direkt in eine dicke Schicht Industriekompost gepflanzt wurden. Der Salzgehalt war einfach viel zu hoch, auch wegen des hohen Kaligehaltes.
Die Kompostwerke empfehlen ihr Produkt auch nur zur Bodenverbesserung, d. h. Beimischung in vorhandenen Boden und nicht als Pflanzsubstrat. Der Salzgehalt nimmt sicherlich wieder etwas ab wenn nach der Rotte das Material noch eine Weile im Freien in Mieten gelagert wird. Aber wenn man`s mal ganz frisch bekommt... ::)




Titel: Re:Gartenabfälle auf die Deponie
Beitrag von: Janis am 01. Januar 2014, 21:06:41
So langsam frage ich mich, ob das meine Bodenprobe untersuchende Institut nicht sehr gute Gründe hatte, allerhöchstens eine Schicht von 5 mm externer Komposterde zu empfehlen….
Wenn ich meinen eigenen Kompost aufbringe, gehe ich von 3 cm aus….
Titel: Re:Gartenabfälle auf die Deponie
Beitrag von: GrosseKatja am 23. Januar 2014, 14:42:12
Bei Gartenabfällen, vor allem wenn es sich um infiziertes, oder allgemein unbrauchbares handelt führt um die Entsorgung kein weg vorbei. Das Prorblem bei vielen kleinen UND unprofessionellen Entsorgungsanlagen ist die unsachgemäße verwertung ohne gesondertes Dämpfen und das hat Folgen auf die kompostierung, da ohne Hygienisierung oder nur halbherziger Einhaltung die Erreger früher oder später wie ein Bummerang zurück kommen.
Wie dem auch sei eine zertifizierte Verwertungsstelle ist mit etwas Recherche aber schnell gefunden.
Hab mal kurz geschaut und sogar einen service gefunden der das ganze auch noch abholt...
Mit Erfahrungen kann ich aber nicht glänzen.

tolle Entsorgungsfirma

Edit: Link verändert
Titel: Re:Gartenabfälle auf die Deponie
Beitrag von: Lehm am 23. Januar 2014, 14:46:16
Ich halte den Terror vor infizierten Pflanzen(-teilen) für übertrieben.
Bisher wanderte bei mir alles auf dem Kompost. Klar, der Haufen sollte eine gewisse Grösse erreichen, damit die Heissrotte in Gang kommt. Dann aber seh ich absolut keinen Anlass, irgendwas auf irgendeine Deponie zu werfen.
Titel: Re:Gartenabfälle auf die Deponie - Keilschrifttafeln auch?
Beitrag von: enigma am 23. Januar 2014, 14:49:12
Bei Gartenabfällen, vor allem wenn es sich um infiziertes, oder allgemein unbrauchbares handelt führt um die Entsorgung kein weg vorbei. Das Prorblem bei vielen kleinen UND unprofessionellen Entsorgungsanlagen ist die unsachgemäße verwertung ohne gesondertes Dämpfen und das hat Folgen auf die kompostierung, da ohne Hygienisierung oder nur halbherziger Einhaltung die Erreger früher oder später wie ein Bummerang zurück kommen.
Wie dem auch sei eine zertifizierte Verwertungsstelle ist mit etwas Recherche aber schnell gefunden.
Hab mal kurz geschaut und sogar einen service gefunden der das ganze auch noch abholt...
Mit Erfahrungen kann ich aber nicht glänzen.



Ich frage mich, ob man da auch Keilschrifttafeln entsorgen kann. Oder irre ich mich?
Titel: Re:Gartenabfälle auf die Deponie
Beitrag von: Rieke am 23. Januar 2014, 14:51:17
Bestimmt kann man die da entsorgen ::)
Titel: Re:Gartenabfälle auf die Deponie
Beitrag von: Janis am 23. Januar 2014, 15:02:41
Wozu brauch ich eine Berliner Hotline für die Entsorgung meiner Gartenabfälle? ???
Titel: Re:Gartenabfälle auf die Deponie - Keilschrifttafeln auch?
Beitrag von: kudzu am 23. Januar 2014, 15:03:57
Ich frage mich, ob man da auch Keilschrifttafeln entsorgen kann. Oder irre ich mich?

die kannst mit in'n Vorgarten werfen,
nehm ich dann zur Bachbefestigung

mit all Euren Schauermaehrchen bin ich fast froh, dass ich hier all meine Komposterde selber machen muss/darf
ich koennte zwar am nennen wir's mal Wertstoffhof beliebig viel Gruenmaterial loswerden, aber die schipperns auch nur weiter und machen selber nix damit,
bei denen was mitnehmen, einen von jemand anders ausgerissenen Busch zB, ist auch nicht erlaubt und die passen auf wie die Habichte

Titel: Re:Gartenabfälle auf die Deponie
Beitrag von: Eva am 23. Januar 2014, 18:19:07
Echt? Ich decke mich am Grünabfallplatz der Gemeinde immer mal mit Rasenschnitt ein, wenn mir mein Kompost zu wenig wird. In letzter Zeit gab es aber meistens nur welchen mit viel Samenansätzen.
Außerdem Koniferen-Schnittgut zur Weihnachtsdeko.

Von mir kommt jedenfalls alles, was dornig ist auf die Deponie.
Titel: Re:Gartenabfälle auf die Deponie
Beitrag von: Janis am 23. Januar 2014, 18:28:42
Es gibt eigentlich kaum etwas, was wir nicht auf den Kompost werfen, auch dornige Abfälle kommen dorthin, zusammen mit sehr grobem Strauchschnitt, grossen und kleinen Ästen, das wird dann hinter dem Kompost aufgeschichtet oder hingeworfen, in der Hoffnung, dass es Tiere als Unterschlipf nutzen können.
Über meine Erfahrungen mit der Deponie – welche Qualität an Kompost mich erwartet, wenn ich welchen kaufen will – kann ich dann im März berichten…
Titel: Re:Gartenabfälle auf die Deponie
Beitrag von: Dietmar am 24. Januar 2014, 10:11:44
Zitat
Ich frage mich, ob man da auch Keilschrifttafeln entsorgen kann. Oder irre ich mich?

Keilschriftttafeln bestehen aus Ton, also diese vorm Kompostieren gut Mahlen und dann zu sandigen Böden untermischen. Tonminerale binden Wasser und lösliche Nährstoffe, das/die in sandigen Böden sonst einfach nur wirkungslos durchsickern würden. Dadurch erhält der Mutterboden aber auch einen kulturhistorischen Touch. Das Unkraut auf den mit diesem Kompost versetztem Boden wird dann zum Weltkulturerbe erklärt und darf nicht mehr bekämpft werden.

Hauptsache, es steht auf den Keilschrifttafeln nichts "Giftiges" drauf, z.B. ein böser Fluch, der alle Pflanzen eingehen lässt. ;D ;D ;D
Titel: Re:Gartenabfälle auf die Deponie
Beitrag von: kudzu am 24. Januar 2014, 14:11:35
Echt? Ich decke mich am Grünabfallplatz der Gemeinde immer mal mit Rasenschnitt ein,...

ein Traum und unerfuellbar
hab immer zu wenig Gruenes

nein, ich bringe nix aus'm Garten zur Deponie, bleibt alles schoen brav hier,
auch ausgewachsene Baeume und Gestruepp, irgendein Viehzeug findet da eine Zeitlang Unterschlupf, danach wird's Humus, Geduld, Geduld ...