garten-pur
Garten- und Umwelt => Pflanzengesundheit => Thema gestartet von: Junebug am 22. Juli 2014, 18:34:19
-
Eigentlich stand sie dieses Jahr besser da als je zuvor, meine ich zumindest, aber ich habe auch überhaupt keine Ahnung. Jedenfalls trägt sie zum ersten Mal, seit wir hier wohnen - der Vorbesitzer hatte sie als "Scheißding" verunglimpft - und hat auch schön geblüht. Nur jetzt verfaulen die Früchte irgendwie am Baum und die Blätter sehen auch nicht mehr glücklich aus. Weiß nicht, ob man das so erkennt, an den Früchten fängt es mit so einer Art Schorf an (Oder ist der normal? Den haben so ziemlich alle Früchte.) und dann verschrumpeln sie ganz:
(http://up.picr.de/18991384zc.jpg)
Und die Blätter werden teilweise schon welk und sind irgendwie so verkrumpelt:
(http://up.picr.de/18991385db.jpg)
Ist das wohl irgendwas Monilia-mäßiges? (Wie gesagt, ich kenne mich da null aus, deswegen ist die Frage vielleicht doof. Habe auch schon im Forum nach "Reneklode" gesucht, aber auf Anhieb nichts so richtiges gefunden, was passte.) Ich würde mich jedenfalls freuen, wenn mir jemand einen Tipp geben könnte, was das ist und was ich dagegen tun kann.
-
Huah, jetzt hab ich auch noch Gummifluss an einer Stelle gefunden! Und an einer Ecke sind die Zweige ganz kahl bzw. die paar Blätter, die noch dran sind, abgefressen. Leider beides zu hoch, als dass man auf Fotos was erkennen könnte.
Kann mir denn vielleicht jemand raten, wie ich weiter vorgehen soll? In der Baumschule nachfragen? Stark zurückschneiden? Bin da gerade wirklich ratlos :-\ .
-
Frag mal nach beim nächsten Pflanzenschutzdienst! Die Fruchtsymptome sind zwar nicht unbedingt typisch, aber ich könnte jetzt Scharka nicht ausschließen...
Das Blatt sieht ziemlich danach aus!
Gibt es auf Früchten oder Blättern deutlich ringförmige Bilder?
Ansprechpartner (mit Telefonnummer) für NRW findest Du hier: http://www.landwirtschaftskammer.de/landwirtschaft/pflanzenschutz/obstbau/index.htm
-
Nein, ringförmiges konnte ich nichts entdecken, nur die Verfärbungen und Veränderungen in der Struktur.
Vielen lieben Dank, da rufe ich gleich mal an!
-
Gab´s schon eine Lösung vom Pflanzenschutzamt?
Mein Nachbar hat sowas Ähnliches, ich konnte ihm nichts sagen.
Gruß
Ayamo
-
Leider noch nicht, ich habe wiederholt niemanden erreicht und war dann aber auch im Urlaub. Morgen versuche ich's noch mal, dann hoffentlich mit mehr Erfolg.
-
Oje, per Mail hat es dann jetzt geklappt - dmks, du hattest recht, der Herr vom Pflanzenschutzdienst hält es auch für Scharka :-\ . Weiß zufällig jemand, ob es eine Möglichkeit gibt, das hundertprozentig zu bestätigen? Zum Beispiel irgendwo Material einschicken oder so? Nicht, dass ich die Einschätzung anzweifeln würde; ich wäre mir nur gern sicher, bevor ich den Baum rode.
-
Die linke Frucht sieht gut aus, die paar Schorfstellen finde ich normal. An unserem Baum faulen hauptsächlich die wurmigen (oder zumindest die zuerst) und dann die, die von Wespen angefressen wurden bzw. bei Regen aufgeplatzt sind.
Die Blätter sind zur Erntezeit oft schon etwas mitgenommen, sind da irgendwelche Viecher auf der Rückseite?
-
Du hast recht, der Baum "hat" eigentlich immer sehr früh Herbst. Wespen waren auch viele da, die haben sicherlich ihren Teil zum Verfaulungsprozess beigetragen. Ich habe jetzt noch mal geguckt und bei einigen, allerdings wirklich sehr wenigen, Blättern solche Minireste von irgendwelchen Gespinsten und Kotspuren gefunden. Ich habe auch ein Foto gemacht, aber eigentlich sieht man nur schwarze Stippen, daher weiß ich nicht, wie hilfreich das wäre?
Ich würde den Baum halt so gern erhalten, meinetwegen auch ohne Früchte. Dass das, wenn es wirklich Scharka ist, nicht geht, ist klar, aber da ich immer noch überhaupt nichts Ringförmiges erkenne, würde ich mich wirklich gern noch mal absichern.
-
Wie sieht das mit dem Gummifluß denn aus ?
Ich frage, weil ich mal eine Aprikose geschenkt bekommen habe, bei der sich unter der Rinde befindliche, regelrechte (kleine und merkbar mit Flüssigkeit gefüllte) Beulen gezeigt haben, die dann aufplatzten und am Stamm herunterliefen. Für mich sah das stark nach Gummifluss aus.
Nachdem sie um 2/3tel, eher noch 5/7tel gekürzt wurde, einfach radikal unterhalb der letzten dieser Beulen und oberhalb ein paar weniger Zweige abgeschnitten, ging der Versuch und das Abwarten los: bring ich sie durch oder wars das.
Das war vor inzwischen 2 Jahren. Sie lebt immernoch, wächst und hatte sogar 2 (viel zu frühe) Blüten dieses Jahr.
Ein ehemaliger Zweig wurde senkrecht nach oben geleitet und bildet den neuen Mitteltrieb. Die beschriebenen Beulen sind nicht wieder aufgetreten.
Angesichts der gezeigten Bilder und deiner Beschreibung von vorhandenen Gespinstfäden + Kotspuren würde ich eher auf was an der Blattunterseite bohrendes / schabendes / raspelndes / stechendes denken. Genauer gesagt eigentlich eine Kombi aus beidem. Erst die Blätter zum sich rollen bringen und dann noch mit den Fäden weiter zusammen ziehen bzw. "nachhelfen". Ich habe jedenfalls an einer sog. Zwergreneklode ebenfalls schon solche zusammengezogenen Blätter gehabt, sie entrollt, in der Hoffnung dem Übeltäter die Tour zu vermasseln und musste feststellen: iss nicht, da sozusagen niemand zu Hause war. Genau wie du schreibst: außer ein paar schwarzen Krümelchen nichts zu entdecken, was einem beim Verstehen hilft.
-
So sieht das aus:
(http://up.picr.de/19263844ph.jpg)
Tut mir leid, ein besseres Bild kriege ich gerade nicht hin. Die Stelle ist an einem etwa 15 cm dicken Fruchtast.
Macht auf jeden Fall wieder etwas Mut, dein Bericht, danke. Ich habe übrigens gerade doch noch mal Antwort vom Pflanzenschutzdienst bekommen: Man kann kostenlos befallsverdächtige Früchte und Blätter untersuchen lassen, einfach je 10 Stück einschicken. (Finde zwar schon, dass sie einem das auch gleich sagen könnten, ohne dass man erst nachfragen muss, aber nun gut ...) Das werde ich auf jeden Fall machen und dann berichten. Und einem befreundeten Biologielehrer werde ich den Baum auch mal vorführen; der wird zwar nicht unbedingt Experte für Obstkrankheiten sein, aber vielleicht kommt er ja den Viechern auf die Schliche!
-
So, ich habe jetzt Nachricht vom Pflanzenschutzdienst: Die Reneklode ist wohl vom chlorotischen Ringfleckenvirus (prune dwarf virus) befallen. Hat jemand damit schon mal zu tun gehabt? Im Internet habe ich nicht sonderlich viel dazu gefunden, aber in dem Schreiben heißt es, der Baum werde nicht mehr gesunden und stelle eine Infektionsquelle für gesunde Steinobstbäume dar - das heißt dann wohl roden. :(
-
Schön, dass du es jetzt genau weißt - aber nicht zu retten ist traurig. Meine Reneklode, macht auch nicht, was sie soll. Sie trägt nicht. Die Blätter sind total zerlöchert - aber das sind die Blätter der Zwetschge schon seit Jahren.
Ohne Pflanzenschutzmittel ist es eben doch nicht leicht.
Gegen Pilzerkrankungen kann man ja wohl vorbeugend spritzen, aber ein Virus? ??? Vielleicht weiß es ja noch jemand genauer.
-
Ja, ich bin auch ganz unglücklich. Getragen hat meine dieses Jahr auch das erste Mal, da war ich noch ganz erfreut - aber es war wohl nur ein letztes Aufbäumen. :-\
Ich hoffe auch, dass noch jemand was Genaueres weiß, aber am Resultat ist wohl nicht zu rütteln.
-
So, wie ich mich kenne, würde ich mit dem Abholzen auch noch mind. eine Saison warten und den Baum im Frühling mit einem Pilzmittel spritzen. Ich denke, dass die Bilder, die du oben gezeigt hast, sowieso auf verschiedene Krankheiten zurückgehen.
Meine Bäume haben auch alles, wass es gibt, weil sie bisher nie gespritzt wurden. Jedes Jahr zerlöcherte Blätter... aber ich habe auch keine guten Erträge. :-\
-
Ich hab mir auch schon ganz viele Gedanken gemacht, wieso manche Pflanzen an manchen Standorten nicht wachsen wollen und bin erst vor Kurzem drauf gekommen, dass es wohl auch am Boden liegen kann. Wenn die Reneclode schon vorher nicht gu wuchs, dann steht sie vielleicht an einem Standort, der ihr nicht zusagt, oder hat Nachbarpflanzen die sie nicht mag, oder der Boden ist nicht geeignet. Ich würde dann versuchen den Boden aufzufrischen. Mein Vater hat in solchen Fällen neuen Mutterboden geholt, glaube ich. Kommt ja auch drauf an, was die Reneclode braucht, an Bodenbeschaffenheit. Sauer oder lehmig oder kalkig, keine Ahnung. Boden austauschen würde ich auf jeden Fall auch probieren. Manche Bäume brauchen auch Luft um die Füßer herum. Hier am Haus ist auch vieles nicht angegangen, was im Schrebergarten nun wächst, auf lehmigem fruchtbaren Boden.
Grad hab ich im Web nachgelesen: Die große grüne Reneclode braucht nährstoffreichen durchlässigen Boden. Ein Pilz ensteht ja auch wenn zuviel Feuchtigkeit sich staut. Ich würde es mit Kompost versuchen und vielleicht noch Sand untermischen, damit das Wasser besser versickern kann. Die Bodenbeschaffenheit wird oft viel zu wenig beachtet glaube ich. Dabei ist es so ein wichtiger Aspekt. Wenn wir irgendwo leben sollen, wo wir uns nicht wohlfühlen, dann werden wir auch krank. :(
Und ich finde den Thread auch grade so spannend weil ich mir auch eine große grüne Reneclode zulegen will. Bin aber nicht sicher ob es nicht doch die Oullins ist, die ich will. Die sehen sich so ähnlich.
-
Die Bodenbedingungen muss man für die verschiedenen Obstsorten unbedingt beachten. Wer Staunässe im Garten hat, kann z.B. vieles z.B. Kirschen total vergessen.
Und unser magerer Sand ist eben einfach nährstoffarm, da muss man auch Bäume düngen.
Du kannst die Erde bei der Pflanzung aufpeppen, als Starthilfe, aber es wird dir nicht auf Dauer gelingen einen sandigen Standort für einen ausgewachsenen Baum in einen humosen Standort zu verwandeln. Aber in sandigem Boden wachsen Obstbäume erstmal ganz gut. Wässern, düngen.
Und bei der großen grünen Reneklode musst du den Befruchter mit einplanen. Verlass dich lieber nicht auf die Nachbarn, es sei denn, du weisst genau welche Pflaumensorten sie gepflanzt haben.
-
Die Bodenbedingungen muss man für die verschiedenen Obstsorten unbedingt beachten. Wer Staunässe im Garten hat, kann z.B. vieles z.B. Kirschen total vergessen. Und unser magerer Sand ist eben einfach nährstoffarm, da muss man auch Bäume düngen.
Ich weiß noch viel zu wenig darüber, aber ich werde mich schlau machen, über die erdigen Bedingungen die jede Pflanze so braucht. Ich glaube aber schon, dass wenn man dranbleibt und den Boden um den Baum herum regelmäßig verbessert mit Lehmboden Kompost und was weiß ich und ihn auch lockert und die Baumscheibe von Bewuchs frei hält, dass man dann viel verbessern kann. Ich würde es auf jeden Fall versuchen. Eine Krankheit ensteht nicht nur von Außen, da spielen viele Faktoren eine Rolle und der Boden ist ja wirklich superwichtig. Aber ich würde es vorsichtig und langsam angehen, damit der Baum nicht geschockt wird von zuviel Veränderung.
Und bei der großen grünen Reneklode musst du den Befruchter mit einplanen. Verlass dich lieber nicht auf die Nachbarn, es sei denn, du weisst genau welche Pflaumensorten sie gepflanzt haben.
Nee ich weiß gar nicht welche Reneklode es ist. Vielleicht ist es doch die die Oullins, ist die selbstfruchtend? Sie ist auf jeden Fall grün und rund und schmeckt sehr gut, sehr süß und aromatisch. Ich fand Bilder über die große Grüne die waren eher eierförmig.
-
Lily, ich tippe bei meiner auch auf die Große Grüne, aber um mich festzulegen, kenne ich mich mit Obstbäumen einfach viel zu schlecht aus. Hatte mir daraus aber immer erklärt, dass sie nicht getragen hat, eben wegen fehlendem Befruchter.
Ja, der Boden ist sicher wichtig, nur fürchte ich, dass ich bei einem unheilbaren Virus, das ja nun schon verbrieft ist (die haben ja einen Test gemacht), nicht mehr allzu viel reißen kann. :( An Nährstoffmangel kann es eigentlich auch nicht liegen, der Boden hier ist so schon sehr nährstoffreich und letztes Jahr ist im Zuge einer Umgestaltung noch mal eine ordentliche Ladung Mutterboden dazugekommen.
Ich gehe aber, wie Du, Gänselieschen, davon aus, dass das Virus nicht alles ist, was dem Baum fehlt - hatte ja oben schon die kleinen Gespinste und Kotkrümel angesprochen. Sofort abholzen widerstrebt mir auch, ich würde erst gern mehr erfahren, aber dass sich z.B. mein Kirschbaum und andere Bäume in der Nachbarschaft infizieren, kann ich ja auch nicht verantworten. :-\
-
Na das ist schade, wenn man den Baum nicht mehr retten kann, aber wenn die Gefahr besteht, dass er die anderen infiziert bleibt wohl nix übrig als kappen.
Ich hab hier noch nen interessanten Link gefunden zur Bepflanzung von Obstbaumscheiben zwecks Gesunderhaltung. Für die Bäume die noch zu retten sind.. :D finde ich das sehr interessant. Ich pflanze z.B. sehr gerne Ringelblumen, die sind gut gegen Pilzerkrankungen. Habe sie unter meine zwei türkischen Zuckeraprikosen gepflanzt weil ich las, sie helfen gegen die Schrotschusskrankheit und Monilia.
http://www.bio-gaertner.de/Obstbaeume/Obstbaeume-Baumscheiben
-
Habe jetzt übrigens auf Nachfrage noch vom Herrn vom Pflanzenschutzdienst erfahren, dass man immerhin einen neuen Steinobstbaum an die Stelle setzen könnte. Das Virus überdauert nicht im Boden, sondern wird über Pollen oder saugende Insekten übertragen.