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Garten- und Umwelt => Atelier => Thema gestartet von: Bignonia am 16. August 2014, 17:33:10

Titel: Stütze für Kletterpflanze oder Feuerholz ?
Beitrag von: Bignonia am 16. August 2014, 17:33:10
Hallo wieder,

Unter den vielen Gewächsen in meinem Garten, die mehr oder weniger zur Disposition stehen, hätte ich noch dieses im Angebot.
Irgendeine Sorte von Fichte, denke ich. (Eine von den so ca. 10-15, die hier herumstehen...)
Ich nehme an, daß früher etwas Größeres davor gestanden und sie behindert hat, deshalb wird sie wohl so einseitig gewachsen sein.

Frage: Eignet sich so etwas grundsätzlich als Stütze für eine Kletterpflanze oder würdet ihr sagen, lieber gleich Feuerholz daraus machen?
Ich bin mir einfach völlig unschlüssig.
Wir schauen aber immer auf die nackte Seite des Baums und ich habe den Eindruck, daß ich das lange genug gesehen habe. Irgendwas muß jetzt geschehen.

Wenn Kletterpflanze, dann ginge das in Richtung Clematis, ggfs. Kletterrose aber nicht Rambler. Aber wohl eher Clematis.
Ginge das, theoretisch?
Titel: Re:Stütze für Kletterpflanze oder Feuerholz ?
Beitrag von: Bignonia am 16. August 2014, 17:35:30

Ähm, also jetzt mal ganz doof gefragt, wieso ist das Bild in groß denn wieder im Querformat ???
Was habe ich falsch gemacht?
Titel: Re:Stütze für Kletterpflanze oder Feuerholz ?
Beitrag von: helga7 am 16. August 2014, 20:49:08
Ich glaube, Fichten sind Flachwurzler, da ist es schwer, etwas dran zu pflanzen.
Titel: Re:Stütze für Kletterpflanze oder Feuerholz ?
Beitrag von: helga7 am 16. August 2014, 20:50:20
Clematis montana würde es eventuell packen, wenn du sie weit entfernt einpflanzt, und dann an einem Seil in die fichte lässt.
Titel: Re:Stütze für Kletterpflanze oder Feuerholz ?
Beitrag von: Querkopf am 16. August 2014, 22:17:13
Bei diesem Threadtitel kann ich mir ein Zitat aus fernen WG-Tagen nicht verkneifen: "Ich finde, die Frage ist falsch gestellt." ;D

Gibt es wirklich nur Bekletternlassen oder Abholzen, keine dritte oder vierte Möglichkeit? Ich hab' keine Ahnung, ich frage bloß...

Ich frage auch, weil wir selber etliche Koniferen vorgefunden haben, als wir vor gut 20 Jahren unseren Garten übernahmen. Ein paar kleinere, ausgepflanzte Topfweihnachtsbäume unserer Vorgänger :-X (u.a. Blaue Stechfichten, grrr!), habe ich bald eigenhändig umgesägt. Eine Kiefer, gegen deren schiefes, halbkahles Aussehen ich einen strapaziösen Berankungsversuch (Kletterrosen) unternommen hatte, fiel Jahre später nach Starkregen einfach um. Und eine 10-Meter-Koreatanne, wg. Engstand ebenfalls teilverkahlt, ist inzwischen auch gefällt. Aber eine Rotfichte, etwas über 20m hoch, und eine Omorikafichte, ca. 18m, sind geblieben: Am Gartenrand - zugleich am Waldrand - platziert, liefern sie einen wunderbaren Hintergrund für einen "Waldgarten" en miniature...

Warum ich das erzähle? Weil das Foto nur den Baum zeigt, nicht den Zusammenhang, in dem er wächst. Wie hoch ist der Baum überhaupt, Bignonia? Wie alt etwa (Stammumfang)? Wie groß ist der Garten? Wächst die zur Debatte stehende Konifere samt ihrer - vermutlich rotfichtigen, ebenfalls teilverkahlten - Nachbarin mittenmang auf der Fläche oder am Rand? Was hast du sonst mit dieser Gartenecke vor?

Bekletterungsversuche an Koniferen würde ich persönlich nicht mehr unternehmen: Der Aufwand, einen Kraxler an einem kahlen Stamm hochzuleiten, ist enorm, man muss über Jahre immer wieder auf die Leiter. Wenn du die Konifere erhalten, aber ihr kahles Untergestell ;) verdecken möchtest, wäre ein Strauch m. E. die bessere Wahl. (Helga7 hat Recht, Fichten lassen sich schwer unterpflanzen; sie sind Säufer, es muss also was Robustes sein. Und man hat seine liebe Not, den Wurzelfilz zu durchstoßen; aber ein Erdbohrer hilft da sehr.)

Wenn du die Koniferen unbeklettert in dein Gartenkonzept integrieren kannst: Mach's :). Wenn dir aber partout nix zu den Bäumen einfällt, lass sie lieber fällen. Und falls es bei euch eine Baumschutzverordnung gibt: Für große Wald-Nadelbäume wird einem selten die Fällgenehmigung versagt...
Titel: Re:Stütze für Kletterpflanze oder Feuerholz ?
Beitrag von: Staudo am 16. August 2014, 22:23:59
Ich würde die Frage mit "Feuerholz" beantworten. Fichtenholz verrottet in der Erde sehr schnell. Der Stamm würde nach wenigen Jahren umkippen.
Titel: Re:Stütze für Kletterpflanze oder Feuerholz ?
Beitrag von: Querkopf am 16. August 2014, 22:37:49
... Der Stamm würde nach wenigen Jahren umkippen.
Kannst du das aufgrund des Fotos erkennen? (Ich würde auf dieser Grundlage keine Prognose wagen.)

Aber prinzipiell stimmts' natürlich, dass Fichten nur begrenztes Stehvermögen haben. Bei unseren Übernachbarn hat der Orkan "Xynthia" (Februar 2010) binnen einer Viertelstunde drei überhoch aufgeschossene Omorikas flachgelegt... Danach haben wir vor dem Beschluss, unsere beiden Fichten zu erhalten, erstmal einen Baumsachverständigen befragt. Sein Urteil: Beide sind die Kings im Umfeld, gesund und standfest.
Titel: Re:Stütze für Kletterpflanze oder Feuerholz ?
Beitrag von: Staudo am 16. August 2014, 22:40:01
Ich ging davon aus, dass die Fichte geköpft und dann als Kletterhilfe genutzt werden soll. :-\
Titel: Re:Stütze für Kletterpflanze oder Feuerholz ?
Beitrag von: Starking007 am 16. August 2014, 22:42:43
Ja, köpfen!
Und dann die Asstummel christbaumartig einkürzen,
das meine ich ernst!
Und dann ne kräftige Clematis ran.
Oder zwei oder drei.
Titel: Re:Stütze für Kletterpflanze oder Feuerholz ?
Beitrag von: Querkopf am 16. August 2014, 22:43:03
Ah - capito.
Dann wäre bodenebenes Köpfen in der Tat die bessere Wahl.

Ich hatte "lebenlassen und aufhübschen" verstanden - mag aber auch dran liegen, dass ich sowas mal selber probiert habe. (Nie wieder ;)...)

edit: Bezieht sich auf Staudos Antwort.
Starking, du Satiriker ;)...
Titel: Re:Stütze für Kletterpflanze oder Feuerholz ?
Beitrag von: Gartenplaner am 16. August 2014, 22:52:34
Ich glaube, Bignonia wollte den Baum lebend und ungeköpft beranken - oder aber fällen und alles entfernen :)

Wie schon erwähnt wurde, haben Fichten einen dichten Wurzelteller direkt unter der Bodenoberfläche, da wird es sehr schwer, eine Neupflanzung von Clematis oder anderen Rankern vorzunehmen, zusätzlich hält die dichte Krone auch noch Regen vom Stammfuss ab.
Efeu dürfte noch am besten klappen.
Eine Möglichkeit wäre, ein großes Pflanzloch heraus zu hacken, einen großen Maurerkübel, an dem der Boden rausgeschnitten ist, versenken, mit gutem Gartenboden füllen und da dann den Kletterer reinpflanzen.
Titel: Re:Stütze für Kletterpflanze oder Feuerholz ?
Beitrag von: Querkopf am 16. August 2014, 23:10:35
... Eine Möglichkeit wäre, ein großes Pflanzloch heraus zu hacken, einen großen Maurerkübel, an dem der Boden rausgeschnitten ist, versenken, mit gutem Gartenboden füllen und da dann den Kletterer reinpflanzen.
So ähnlich habe ich das bei meiner Kiefer selig gemacht. Nur zwei Nummern kleiner, bodenloser 12-Liter-Baueimer. Denn "ein großes Pflanzloch heraus zu hacken", würde ja viel Baum-Wurzelmasse kosten und so die Standfestigkeit des Baums mindern.

Meine Rambler sind prima gewachsen. Dummerweise mussten sie erstmal ein paar Meter rauf am kahlen Stamm, bis sie sich erstmals an 'nem Ast festhalten konnten. Und dann brauchten sie Hilfe, um den nächsten und den übernächsten Astquirl zu erreichen - wie oft ich da in sechs, sieben Metern Höhe auf der Leiter rumhantieren musste, habe ich vorsichtshalber nicht gezählt :-X.

Nee, bei Koniferen-Berankung stehen Aufwand und ästhetischer Gewinn in krassem Missverhältnis, davon kann ich jedem nur dringend abraten. Dann lieber die ehrliche Radikallösung: Baum ab.
Titel: Re:Stütze für Kletterpflanze oder Feuerholz ?
Beitrag von: Gartenplaner am 16. August 2014, 23:23:34
... Eine Möglichkeit wäre, ein großes Pflanzloch heraus zu hacken, einen großen Maurerkübel, an dem der Boden rausgeschnitten ist, versenken, mit gutem Gartenboden füllen und da dann den Kletterer reinpflanzen.
So ähnlich habe ich das bei meiner Kiefer selig gemacht. Nur zwei Nummern kleiner, bodenloser 12-Liter-Baueimer. Denn "ein großes Pflanzloch heraus zu hacken", würde ja viel Baum-Wurzelmasse kosten und so die Standfestigkeit des Baums mindern.
....

Nicht unbedingt.
Ich hab von 2 Seiten Taxus-Heckenpflanzen bis an den Stamm einer großen alten Fichte gepflanzt.
Wenn man da etwas sucht, findet man die Zwischenräume der großen alten Stütz-und Verankerungswurzeln am Stammfuß, da sind relativ wenig Feinwurzeln, die finden sich eher weiter außen.
Wenn man die dicken Wurzeln in Ruhe lässt, passiert dem Baum gar nichts.

Die "Ramblerflechterei" hab ich auch an einem abgestorbenen, aber völlig fest und stabil stehenden Obstbaumleichnam versucht, war auch ein elendes Gefummel, allerdings nur in 3-4m Höhe, das reichte mir aber schon völlig.

Clematis hätte Ramblerrosen gegenüber den Vorteil, dass sie sich selber festhalten können.
Eine Clematis hab ich mit einem Spleitex-Seil (Synthetik-Seil, das perfekt wie Hanfseil aussieht) so in einen großen Haselstrauch geleitet.
Titel: Re:Stütze für Kletterpflanze oder Feuerholz ?
Beitrag von: Querkopf am 16. August 2014, 23:54:55
... Clematis hätte Ramblerrosen gegenüber den Vorteil, dass sie sich selber festhalten können. ...
An Koniferen?? Habe ich zweimal versucht (Scheinzypresse und Fichte) - und hatte dann prima Riesenblütenhaufen neben der Konifere ;D.

Geißblätter können das, sie schlingen ja, statt zu ranken (Clematis-Ranken benötigen sehr dünne Festhalter-Durchmesser). Lonicera periclymenum an Picea omorika funktioniert hier gut. Ergibt bloß nach Jahren ordentlich Totholzgestrubbel, ähnlich wie bei Clematis montana oder Clematis vitalba. Macht auch wieder Arbeit, wenn man "Garten"-Ästhetik wahren möchte ;)...

Schon klar, man kann allerlei Berankereien hinkriegen. Bleibt bloß die Frage: Wie viel Aufwand darf's sein? Wenn man 30 ist und körperlich topfit, ist das vielleicht nicht wichtig. Aber wenn man schon seit einigen Jährchen immer wieder 48 wird ;D und allmählich merkt, dass man unter anderem einen Rücken hat und zwei Knie, fällt's doch ins Gewicht.

Aber wir geraten ins OT ;)...

Ich wüsste jetzt gar zu gerne, welche Ideen Bignonia als Threaderöffnerin eigentlich hat für die Gartenecke, zu der der bewusste Baum gehört.
Titel: Re:Stütze für Kletterpflanze oder Feuerholz ?
Beitrag von: Gartenplaner am 17. August 2014, 00:16:47
Ja, das ist wirklich erstmal die grundlegende Frage - ich finde die Situation, je nachdem wo sie im Garten ist, gar nicht soooo schlimm, zumal es ja einige etablierte und schön dichte Sträucher unter der größeren Konifere gibt, die eine waldrandähnliche Situation schaffen...
Titel: Re:Stütze für Kletterpflanze oder Feuerholz ?
Beitrag von: Biotekt am 17. August 2014, 11:46:37

Nee, bei Koniferen-Berankung stehen Aufwand und ästhetischer Gewinn in krassem Missverhältnis, davon kann ich jedem nur dringend abraten. Dann lieber die ehrliche Radikallösung: Baum ab.

Volle Zustimmung. Ich halte übrigens von der ganzen "Baumbegrünung" mit vorrangig zierenden Kletterpflanzen wenig.
Dabei wird meistens völlig vernachlässigt, dass dies nur im "Urwald" von alleine funktioniert - und zwar in einer Weise, die wenig gartenverträglich ist. Nur Selbstklimmer sind in der Lage ältere höhere Bäume ohne bodennahes Zweigwerk zu bewachsen. Rank- und Schlingpflanzen sowie Spreizklimmer können sich solche in natürlicher Umgebung nur über Unterholz, herabhängenden Bruch oder andere Kletterpflanzen (auch abgestorbenen) erschließen. I.d.R.
trifft man sogenannte Gerüstkletterpflanzen die in unseren Breiten Bäume selbständig bewachsen und in natürlicher Umgebung nur dann an größeren Bäumen an, wenn genügend Unterholz vorhanden ist.
Dann handelt es sich meist um bald undurchdringliche Bereiche, in denen Brombeeren, wilder Hopfen, Geissblätter, Clematis vitalba und Wildrosen sich gegenseitig als lebendige oder tote Kletterhilfe dienen.
Die künstliche Schaffung vergleichbarer Strukturen an denen z.B. ein Rambler eine unten entastete Fichte bewachsen könnte - und die obendrein auch noch optischen Ansprüchen von Gartennutzern halbwegs genügen - steht m.E. in keinem Verhältnis zur Pflanzung eines an sich "schönen" Baumes, der nicht durch eine (selten wirklich attraktive) "Begrünung" mittels Kletterpflanze aufgehübscht werden muss.
Titel: Re:Stütze für Kletterpflanze oder Feuerholz ?
Beitrag von: Bignonia am 17. August 2014, 12:35:44
Uff, so viele Antworten. Danke ! :)

Jetzt weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll.

Erst einmal zum Grundsätzlichen. Ihr habt schon Recht, zum Umfeld hätte ich mehr sagen sollen.
(Und vielen Dank an Querkopf für die längere Beschreibung des eigenen Gartens, da habe ich mich doch glatt verstanden gefühlt. Und weniger allein. ;))
Und nochmal grundsätzlich, mein Thread-Titel war zwar eine Entweder-Oder-Frage, aber nur weil mir nichts anderes eingefallen war. Aber wenn es eine 3. oder 4. Möglichkeit gibt, um Gottes willen, nur zu...! Keine Frage, ich bin total offen.

Also dieser Baum steht an der Grundstücksgrenze hinten. Stünde er mitten im Weg, wäre er schon lange weg.
Zur Baumgröße: In solchen Schätzungen bin ich grottenschlecht, deshalb hatte ich den Gartenstuhl unten als Maßstab hingestellt. Hilft das doch nicht?

Der Garten ist ca. 1000 m². Große Bäume sind da nicht an sich das Problem, denke ich. Aber sie sollten wenigstens etwas schön sein.
Diese 1000 m² sind aber für mich allein nicht wenig. Deshalb habe ich beschlossen, daß ich mich vom Haus weg abarbeite, und diese Ecke ist ziemlich weit weg vom Haus, ergo eigentlich noch gar nicht in der Planung. Ich habe deshalb nichts dazu gesagt, weil es viel später an der Reihe ist.

Dummerweise gibt es in einem Garten auch Blickachsen, ob man will oder nicht, und diesen kahlen Stamm habe ich nun mal direkt im Blick, wenn ich auf der Terrasse sitze. Also habe ich mich gefragt, ob ich in meiner Reihenfolge diesen ödeligen Baum nicht doch vorziehen könnte, den ich langsam nicht mehr sehen kann.

Problem ist: Wir können ihn fällen, es gibt hier keine Baumschutzverordnung (Und selbst wenn. Wir sind auf dem Land...), wir haben es nur deswegen noch nicht gemacht, weil er uns das dahinter stehende und reichlich hässliche Gebäude zumindest im Ansatz verdeckt. Da ich ihn trotzdem nicht mehr sehen kann, hatte ich die Lösung mit der Kletterpflanze überlegt. An Lonicera hatte ich übrigens noch nicht gedacht, hätte mir aber gut gefallen können. Danke an Gartenplaner für die Erwähnung des Totholzes, dann hat sich die Frage gleich wieder erledigt.

Aber bezüglich der Kletterpflanze habt ihr meine Frage im Grunde schon beantwortet. Vielen Dank für eure Überlegungen, zumindest haben sie mich auf jeden Fall aufgeklärt ! Aber ich verstehe doch richtig, daß es zwar ginge, aber mit viel Aufwand, oder? Die Frage nach dem Lebensalter ist nämlich gar nicht mal so OT. Zum Beispiel weil mir neuerdings schwindelig wird, wenn ich auf eine Leiter steige... Also werde ich das wohl doch lassen.

Schade, aber war ein Versuch wert. Dann muß ich mich in Geduld fassen und warten, bis die Ecke komplett an der Reihe ist. Das hier ist aber nur ein Ausschnitt, das ist schon eine größere Fläche, die zusammenhängend überlegt werden sollte. (Damit schlage ich garantiert hier wieder auf, darauf könnt ihr Gift nehmen... ;) )

Für die Zukunft habe ich ja schon Buchsableger gepflanzt. Was rechts auf dem Foto zu sehen ist, sind hohe Buchs-Bäume (also richtig Bäume ), offenbar eine schnell wachsende Sorte. Davon habe ich hier sehr viele und irgendwo fand ich zwei bewurzelte Seitentriebe, die ich hier gepflanzt habe. Sie waren schon gut 50-60 cm hoch, jetzt sind sie schon gewachsen und werden eines Tages die Lücke schließen. Aber ein wenig Zeit braucht es noch. So lange muß ich wohl noch auf meine kahle Fichte gucken. Danach kann sie weg.

Und mehr möchte ich eigentlich jetzt nicht tun, weil wenn der Zünsler unseren Garten entdeckt, haben wir sowieso ein schweres Problem und es muß wirklich komplett alles neu bedacht werden, außerdem werden wir die große Fichten-Nachbarin fällen lassen (die, die auf dem Foto nicht ganz zu sehen ist). Vor ihr hatte nämlich eine dritte gestanden. Die war tot und wir haben sie entfernt, aber danach haben wir gesehen, wie einseitig und kahl die zweite dadurch gewachsen war. Das nervt einfach. Den Anblick finde ich schlicht deprimierend.
Zudem haben wir uns ausgerechnet, daß diese Fichtennachbarin, die locker 16-18 Meter hoch ist, bei Südsturm auf das Haus des Nachbarn fallen würde - nicht so gut -, bei Weststurm auf die Schafe hinten auf der Schafswiese - auch nicht der Hit, selbst wenn es Schafsbraten gibt -, und bei Ost-West-Sturm auf unser Haus. Muß alles nicht sein, irgendwie.

Aber wenn sie weg ist, wird die ganze Ecke ein völlig anderes Gesicht haben, daher plane ich noch nicht groß. Aber ich denke, es gibt genug schöne Bäume, die allein wirken, ich muß mich vielleicht nicht mit diesen krummen Gestalten plagen... Sehen wir dann. Kommt noch.
Euch nochmal danke !
Titel: Re:Stütze für Kletterpflanze oder Feuerholz ?
Beitrag von: Bignonia am 17. August 2014, 12:42:34
Ich würde die Frage mit "Feuerholz" beantworten. Fichtenholz verrottet in der Erde sehr schnell. Der Stamm würde nach wenigen Jahren umkippen.

Hier muß ich mal gesondert nachhaken.
Weiter rechts vom Foto standen wieder zwei tote Fichten (wir sind wirklich etwas fichtengeplagt), die wir entfernt haben. Im Zweifel habe ich meinen Freund aber gebeten, die Stämme erst in 2 Meter Höhe zu kappen. Man weiß ja nie. So wie sie stehen, hatte ich nämlich vor meinem inneren Augen sofort das Bild von einer Hängematte dazwischen. Von dort würden wir über den Zaun hinweg auf die Schafsweide gucken, dahinter auf eine Pferdekoppel, so ein schön weiter Blick...

Meinst du, ich sollte es besser lassen, wenn die Stämme kippen?
(Diese zwei Stämme waren allerdings weitaus größer als die abgebildete Fichte.)
Titel: Re:Stütze für Kletterpflanze oder Feuerholz ?
Beitrag von: Paw paw am 17. August 2014, 13:04:07

Hier muß ich mal gesondert nachhaken.
Weiter rechts vom Foto standen wieder zwei tote Fichten (wir sind wirklich etwas fichtengeplagt), die wir entfernt haben. Im Zweifel habe ich meinen Freund aber gebeten, die Stämme erst in 2 Meter Höhe zu kappen. Man weiß ja nie. So wie sie stehen, hatte ich nämlich vor meinem inneren Augen sofort das Bild von einer Hängematte dazwischen. Von dort würden wir über den Zaun hinweg auf die Schafsweide gucken, dahinter auf eine Pferdekoppel, so ein schön weiter Blick...

Meinst du, ich sollte es besser lassen, wenn die Stämme kippen?
(Diese zwei Stämme waren allerdings weitaus größer als die abgebildete Fichte.)
Zitat

Wenn nur noch 2m hohe Stämme übrig sind, kippen die auch nicht so schnell. Fichten sind zwar Flachwurzler, haben aber einen ordendlich großen Wurzelteller. Eine Hängematte wirst Du bestimmt einige Jahre benützen können.

Um die Verrottung der Stämme zu verlangsamen würde ich die gesägte Oberfläche vor eindringender Feuchtigkeit schützen. Ich kann mir vorstellen, dass das Entrinden zusätzlich die Zersetzung verzögert.
Titel: Re:Stütze für Kletterpflanze oder Feuerholz ?
Beitrag von: Silvia am 17. August 2014, 13:40:39
Ich habe mit Pflanzen unter und an unserer Fichte keine guten Erfahrungen gemacht, obwohl sie aufgeastet ist und genug Licht vorhanden. Alles kümmert vor sich hin und wir haben es bald wieder entfernt. Da wächst allenfalls Trockenheit liebendes Gras. Die Wurzeln verhindern, dass man ein anständiges Pflanzloch graben kann. Dann ist es darunter sehr trocken. Für Spatzen, die dort ein Staubbad nehmen wollen, ideal. Aber nichts für Pflanzen.

In meinem ersten Garten hatte ich aber mal eine Kiefer, an der sich eine Rosa canina aufgemacht hat. Sie wuchs sehr hoch, unten war kaum etwas von ihr zu sehen außer kahlen Ranken. Sie hat auch nichts verdeckt, sondern sich zwischen den Ästen durchgeschlängelt und es blühte hier und da. Sah interessant aus. Sie muss sich dort schon angesiedelt haben, als der Baum noch sehr jung war. Später ließ sich dort nämlich nichts mehr etablieren.

Ich glaube daher, es mit Kletterpflanzen zu versuchen, ist vergebliche Mühe.

Die Frage bei dir ist auch, was passiert, wenn du die Fischte fällst. Denn sie dient dir ja als Sichtschutz. Man müsste m. E. wenn, den Baum gründlich entfernen, Stamm ausfräsen, neue Erde aufbringen und dann einen anderen pflanzen, der die Lücke füllt. Da hätte man natürlich freie Auswahl, z. B. wieder einen Nadelbaum, eine schöne Säule oder einen Laubbaum. Säulen hätten den Vorteil, dass sie sich in der Breite besser kalkulieren lassen.
Titel: Re:Stütze für Kletterpflanze oder Feuerholz ?
Beitrag von: Querkopf am 17. August 2014, 14:54:33
...Diese 1000 m² sind aber für mich allein nicht wenig. Deshalb habe ich beschlossen, daß ich mich vom Haus weg abarbeite...
Woher kenne ich das bloß ;D?!? (Ich habe Jahre gebraucht, bis ich an der Grundstücksgrenze angekommen war.)

Wenn ihr die Fichte links neben dem fraglichen Baum ohnehin fällen wollt, wär's klug, auch den "Fraglichen" mal begucken zu lassen. Greift man ein in eine Gruppe von Bäumen, die gemeinsam hochgewachsen sind, ändern sich die Strömungsverhältnisse – mit Folgen für die Standfestigkeit der verbleibenden Bäume. Vielleicht erledigt sich dann deine Frage von selbst ;)...
Was Eingriffe in Baumgruppen bedeuten können, habe ich am "Xynthia"-Sonntag anschaulich gelernt. Übernachbars hatten einen ganzen Wald 40-50-jähriger Koniferen auf dem Grundstück, Lärche, Hemlocktanne, zwei, drei Kiefern, ca. 20 Omorikafichten. Im Jahr vor "Xynthia" hatten sie eine Riesenkiefer (faul) fällen lassen: Schneise. Am Orkanmorgen legte sich prompt die Fichte gleich neben der Schneise in die Stromleitung, dann fielen im Minutentakt zwei Nachbarfichten...

...Dummerweise gibt es in einem Garten auch Blickachsen, ob man will oder nicht...
Klar. Aber vielleicht fällt dir ein Trick ein? Irgendwas Hohes, provisorisch gesetzt, das die Achse verkürzt, den kahlen Baum von fern verdeckt? Um zu erklären, was ich meine: Ich habe voriges Jahr einen neuen Sitzplatz angelegt, ganz hinten im Garten. Als ich fertig war, merkte ich, dass eine der dortigen Sichtachsen exakt zum Kompostplatz führt (aaargghh, so ein Anfängerfehler hätte mir nicht mehr passieren dürfen :-\) . Der Kompostplatz muss bleiben. Hat aber jetzt eine grüne Wand aus Reitgras vor sich, Calamagrostis acutiflora 'Karl Foerster': hoch, schmal, standfest, früh austreibend. Ließe sich, falls es nicht wie geplant funktioniert, leicht umsetzen. Sieht aber aus, als werde es – etwas dichter gepflanzt als üblich – seinen Job ganz gut machen. Vielleicht findest du ja etwas Ähnliches für deine Situation? Dann müsstest du dich nicht mehr ärgern. Und könntest die Rand-Planung in aller Ruhe angehen.

...ich denke, es gibt genug schöne Bäume, die allein wirken, ich muß mich vielleicht nicht mit diesen krummen Gestalten plagen...
:D
Titel: Re:Stütze für Kletterpflanze oder Feuerholz ?
Beitrag von: Querkopf am 17. August 2014, 15:07:05
... Ich halte übrigens von der ganzen "Baumbegrünung" mit vorrangig zierenden Kletterpflanzen wenig. Dabei wird meistens völlig vernachlässigt, dass dies nur im "Urwald" von alleine funktioniert - und zwar in einer Weise, die wenig gartenverträglich ist. ...
Die Kombi Omorikafichte - Waldgeißblatt hat hier mit nur minimaler Anfangshilfe (ohne Leiter!) funktioniert; Lonicera periclymenum hat es in 9 Jahren gut 8m hoch in den Baum geschafft (die Fichte ist bis unten beastet). Im Juni/ Juli eine Blüten- und Duftwolke :).
Hier eine Andeutung (für bessere Fotos ist es heute leider zu windig):


Lonicera an Fichte


Eine Etage tiefer sieht es allerdings nicht so prickelnd aus:


Lonicera an Fichte, Totholz


Da werde ich demnächst aufräumen. Was dann vom Geißblatt übrigbleiben wird, weiß ich noch nicht; kann sein, dass ich das Ganze doch nicht wirklich "gartenverträglich" finde.

Wäre hier aber kein Beinbruch. Die Pflanzung war ein Experiment, mehr nicht. Und hat immerhin 9 Jahre so gut wie keine Arbeit gemacht.

Titel: Re:Stütze für Kletterpflanze oder Feuerholz ?
Beitrag von: Bignonia am 17. August 2014, 18:56:15
Hallo wieder.
Und danke nochmal.

Das mit der Blickachse zum Kompost finde ich extrem gut. Könnte von mir sein. Also ist ja noch nicht passiert, aber ich würds nicht ausschließen. ;D
(Dagegen verzeihe ich dir nicht, daß du mir gesagt hast, daß du dafür JAHRE gebraucht hast. Ausgerechnet heute nach der Plackerei mit dem Ahorn-Ausbuddeln, nee nee nee... Dat ist ja mal gaar nicht ermutigend...)

Das mit der Veränderung der Strömungen ist mir bekannt, ich halte es auch für einen wichtigen Punkt. Das ist exakt das, was uns bezüglich der ganz hohen Fichte beunruhigt. Es stand ja vorher eine davor, und ein paar Meter weiter noch zwei, die zwar tot waren, aber trotzdem den Wind gebrochen haben dürften. Deswegen denken wir über Baumsachverständigen nach.
Und dann lassen wir natürlich beide begucken, klar.

Na ja, das mit der Kletterpflanze war ja nur eine Idee, aber wie ich gelernt habe, keine gute. Ok, abgehakt.

Dann geht es weiter mit Plan B.
Wird vermutlich in der Tat ein trockenheitsliebendes und möglichst hohes Gras, ein bißchen weiter davor. Ich sehe immer wieder, daß sich dort ein wenig Morgenlicht durchschlängelt und könnte mir vorstellen, daß ein Gras in der Morgensonne sehr schön aussehen könnte.
Und eines Tages geht es endlich an die unbegrenzten Möglichkeiten der Neuplanung... :)

Gut aber trotzdem vielen Dank für eure Erklärungen, da werden einem die Zusammenhänge klar, das ist schon toll.
Titel: Re:Stütze für Kletterpflanze oder Feuerholz ?
Beitrag von: Bignonia am 17. August 2014, 19:00:05

Wenn nur noch 2m hohe Stämme übrig sind, kippen die auch nicht so schnell. Fichten sind zwar Flachwurzler, haben aber einen ordendlich großen Wurzelteller. Eine Hängematte wirst Du bestimmt einige Jahre benützen können.

Um die Verrottung der Stämme zu verlangsamen würde ich die gesägte Oberfläche vor eindringender Feuchtigkeit schützen. Ich kann mir vorstellen, dass das Entrinden zusätzlich die Zersetzung verzögert.

Ah, super. Danke.
Meine Hängematte ist gerettet, wie schön.

Das Entrinden, warum das? Sozusagen bessere Lüftung, oder so ähnlich ?
Titel: Re:Stütze für Kletterpflanze oder Feuerholz ?
Beitrag von: Paw paw am 17. August 2014, 19:48:07
Hinter der Rinde gibt es eine ordentliche Anzahl von holzschädigenden Insekten. In die Bohrlöchen können schneller zersetzende Pilze eindringen. Sobald die Rinde beginnt sich abzulösen, kann auch die Feuchtigkeit weiter vordringen und trocknet nicht so schnell ab.
Titel: Re:Stütze für Kletterpflanze oder Feuerholz ?
Beitrag von: Querkopf am 01. September 2014, 22:22:41
... Ich halte übrigens von der ganzen "Baumbegrünung" mit vorrangig zierenden Kletterpflanzen wenig.
Dabei wird meistens völlig vernachlässigt, dass dies nur im "Urwald" von alleine funktioniert - und zwar in einer Weise, die wenig gartenverträglich ist...
Unser Baumpfleger hält von "Baumbegrünung" auch wenig. Speziell bei Koniferen. Beim Blick auf die Omorikafichte, die ich in #21 gezeigt habe, riet er dringend, die Lonicera periclymenum rauszunehmen, wenn ich den Baum erhalten wolle: Die Fichte werde à la longue kahl unterm Geißblatt und könne das nicht wieder aufholen.

Als ich begann aufzuräumen, sah ich, dass das "Totholz" mitnichten Totholz war. Sondern kahle, aber quicklebendige Liane. Daraufhin habe ich einen zweiten Sägeschnitt gemacht - bodeneben. Der Geißblatt-"Stamm" war armdick:


Geißblattstamm


Ich habe sicherlich weit über 100 Meter krause, verschlungene, holzig-elastische Liane aus den Zweigen gezogen (ein kleiner Rest, vom Boden aus nicht erreichbar, hängt immer noch drin). Dabei hatte ich den Eindruck, vom Baum ein erleichtertes "Aaaaah!" zu vernehmen ;) ;D...

Für mich sind damit die Experimente mit Baumbeblühungen beendet. Für die Fichte kam die Befreiung grad noch rechtzeitig, nur an ganz wenigen Stellen wirkt die Benadelung etwas schütter.
Titel: Re:Stütze für Kletterpflanze oder Feuerholz ?
Beitrag von: Biotekt am 01. September 2014, 22:47:30
Lonicera periclymenum .... Der Geißblatt-"Stamm" war armdick:


Geißblattstamm



Und wieder ein Beispiel, dafür, dass die Literaturangaben über Kletterpflanzen mit Vorsicht zu genießen sind. Sehr oft werden die Pflanzen größer und dicker, als beschrieben.

PS: Wegen des Bildes - das hätte ich gerne - schicke ich dir demnächst eine PM.