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Pflanzenwelt => Obst-Forum => Thema gestartet von: b-hoernchen am 19. Mai 2015, 13:31:08

Titel: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 19. Mai 2015, 13:31:08
Lubera ist bei der Sortenzüchtung aktiv und Herr Kobelt hat dazu einige instruktive kurze Videos ins Netz gestellt (gartenvideo.com).

Soweit ich den Informationen entnehmen kann, dienen als Ausgangsmaterial vorwiegend moderne Sorten, Pi- und Re-Sorten, auch Topaz. Damit dürfte die behauptete Schorfresistenz hauptsächlich auf die (durchbrochene) Vf - Resistenz aus Malus floribunda zurückgehen und Golden Delicious regiert als Urahn?
 
Meine eigenen Erfahrungen mit Pi- und Re-Sorten sind im dritten Standjahr durchwachsen, sowohl was den Geschmack der Früchte wie auch die Gesundheit der Bäume angeht.

Mir geht es hier nicht um eine Grundsatzdiskussion über die moderne Züchtungsphilosophie oder die Preise von Lubera. Einerseits muss man froh sein, dass sich überhaupt jemand des Themas annimmt und z.B. die Marktlücke für einen süßen und wohlschmeckenden Frühapfel wahrnimmt. Andererseits kann auch Herr Kobelt nichts für den Coca-Cola verdorbenen Gaumen der Kunden und muss die sicherlich nicht unerheblichen Kosten der Sortenzucht decken.

Wer hat Erfahrung mit Lubera-Sorten? Mich würde interessieren, sind die Lubera-Sorten wirklich eine Verbesserung? Wie machen sie sich im Geschmack der Früchte und hinsichtlich der Gesundheit der Bäume?
Titel: Re:Lubera - Äpfel
Beitrag von: floXIII am 19. Mai 2015, 16:39:44
Ja, würde mich auch interessieren :)

Habe zwar einen Lubera-Redlove im Garten, aber halt erst seit letztem Herbst.

Hier werden nur Äpfel oder Wein angebaut und von den ganzen Marktsorten bin ich nicht wirklich überzeugt bzw. hab schon zu viele davon gegessen ;)
Die schmecken zwar allesamt nicht schlecht, aber doch irgendwie fad bzw. zum Teil viel zu süß.

Titel: Re:Lubera - Äpfel
Beitrag von: Tara2 am 19. Mai 2015, 17:31:07
Ich habe mich gerade bei Lubera schon öfters gefragt, ob das was die anbieten überhaupt neue Sorten sind, oder ob es nicht vielmehr alte Sorten sind die dann unter einem anderen besser klingenden Namen neu vermarktet werden.
Titel: Re:Lubera - Äpfel
Beitrag von: greenboy am 19. Mai 2015, 19:51:51
Moin,
hatte schon in nem anderen Fred von meinem Redlove Era geschrieben, im ersten Jahr waren die Äppel säuerlich süß, knackig, aromatisch wie ein alter Boskoop. Letztes Jahr hab ich sie so 10 Tage länger dran gelassen, sie waren eher süsslich, geschmacklich gut, aber völlig mehlig. Krankheiten gab es bisher nicht, das Bäumchen ist als Spindel jetzt ca 1,80 m groß, treibt kräftig und rötlich aus und war voller wunderschöner Blüten. Hab mir dieses Jahr noch einen Odysso geholt, kann daher zu dem noch nichts sagen, ausser das er fröhlich rotbraun austreibt...

Zu Lubera: die sind, was eigene und Fremdzüchtungen angeht, soweit transparant, dass sie auf ihrer Website und im Katalog immer angeben, wenn es sich um eine Lubera-Züchtung (vor allem viele Äpfel, Johannis-, Him-, ein paar Brom- und Stachelbeeren), oder eine "Lubera Selektion" handelt. Fremdzüchtungen geben sie allerdings gerne Phantasienamen, so dass nicht immer einfach zu erkennen ist, um welche Sorte es sich handelt, oft wird diese im Text aber angegeben.
Titel: Re:Lubera - Äpfel
Beitrag von: greenboy am 19. Mai 2015, 19:54:50
leicht OT...
die Johannisbeeren von Lubera sind top, gerade die roten (Babette, Lisette) sind wirklich süsser als normale rote und dabei sehr aromatisch, und sie tragen ab dem 2. Standjahr wie verrückt ;D
Titel: Re:Lubera - Äpfel
Beitrag von: Apfebam am 20. Mai 2015, 01:00:27
Ich habe mir den Paradis Julka bestellt - ein süßer, aromatischer Tafelapfel mit Reife Ende Juli und für einen frühreifenden Apfel guter Lagerfähigkeit (zwar auch nur ein paar länger als der säuerliche Klarapfel, aber immerhin) hat mich sehr interessiert. Im Jahr nach der Pflanzung (Herbst 2013) die erste Blüte, welche vom Frost zerstört wurde. Dieses Jahr wieder geblüht, diesmal mit erstem Ansatz. Ich bin gespannt! Baum ist soweit sehr gesund.
Titel: Re:Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 20. Mai 2015, 14:15:48
Leider lässt sich Lubera nicht über die Abstammung ihrer Sorten oder die eingekreuzten Resistenzgene aus. Anders als bei vielen älteren (modernen) Sorten, findet man auch bei Wikipedia nichts dazu. Dabei wird gerade bei den beiden Frühäpfeln Paradis Julka und Katka auch noch eine Feuerbrandrobustheit behauptet. Einblick in die Sortenanmeldung, wo man dazu vielleicht Informationen finden könnte, habe ich leider nicht.

Einzelne verstreute Hinweise finden sich im Netz: So soll Lubera's Paradis Utopia eine Kreuzung aus Pinova x Topaz sein. Und man staune - das Bayerische Obstzentrum in Hallbergmoos züchtet unter Leitung von Dr. Neumüller einen Apfel "Freiherr von Hallberg", der die nämlichen Eltern hat. Wenn man bedenkt, dass sowohl das Bayerische Obstzentrum wie auch Lubera an rotfleischigen Apfelsorten züchten, fragt man sich, wer kupfert da von wem ab - oder ist es Kooperation?
Titel: Re:Lubera - Äpfel
Beitrag von: saskat am 21. Mai 2015, 13:43:08
Hallo b-hörnchen
In diesem Video sagt Herr Kobelt das Paraadis Utopia eine Kreuzung aus Pinova x Topaz ist: https://www.youtube.com/watch?v=PbSCj_1wgaw

Servus
saskat
Titel: Re:Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 22. Mai 2015, 21:38:35
Das ist die Stelle, danke saskat!

Ich krieg' mittlerweile etwas Bauchschmerzen, wenn ich höre, dass Pinova mit Topaz gekreuzt wird (ich glaube, es war Forumsmitglied hargrand, der kürzlich von den Schorfproblemen seines Topaz erzählt hat), aber ohne konkrete Erfahrung bleibt alles Spekulation.

Dankeschön einmal an greenboy und Apfebam für eure Erfahrungen bis jetzt!

Die Lubera - Äpfel sind wohl noch nicht lange genug auf dem Markt, dass sich viele andere Leute melden können, die die Früchte oder die Bäume aus eigener Anschauung kennen?
Titel: Re:Lubera - Äpfel
Beitrag von: floXIII am 26. Mai 2015, 18:51:10
Ja, das ist leider das Problem bei neueren Sorten. Wie z.B. den zahlreichen Züchtungen (ob das nun richtige Züchtungen oder sonst was sind ;) ) von Lubera.

Ich habe seid letztem Jahr bzw. diesem Frühjahr ein paar Pflanzen bei Lubera bestellt. Werde darüber dann sicherlich auch ein paar Erfahrungswerte weitergeben.

Falls es jemanden schon vorweg interessiert, habe folgende Pflanzen bei Lubera bestellt:
Redlove Odysso, Vierbeere Black Saphir, Kulturheidelbeere Blautropf, Buddy Blue und Pinkberre Pink Lemonade, Flatberry, Himbeere Twotimer Sugana, Monatserdbeere Tubby White.
Müssten jetzt alle sein. Luberazüchtung dürften da nur der Odysso, die Vierbeere und, ich glaube, auch die Twotimer Sugana.

Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 08. September 2015, 13:14:23
Seit Ende Mai steht ein Apfel Bionda Marilyn und seit vorletzter Juliwoche ein Paradis Katka bei mir im Garten. Beides Niederstämme (Buschbäume) auf M9, die Marilyn laut Rechnung als 1-jährige Veredelung im 5 L Topf, der Katka als 2 jährige Veredelung im 10 L Topf.

Hier ein erster Eindruck, der natürlich im Pflanzjahr noch nicht repräsentativ sein kann:

Beide Pflanzen kamen kräftig, gesund und bereits mit ein paar Fruchtansätzen zu mir, wurzelten ohne Probleme ein und wuchsen zügig weiter.

Der Paradis Katka wäre theoretisch zwar bereits Ende Juli reif, die Pflanze kam aber mit einer deutlichen Vegetationsverzögerung aus Bad Zwischenahn zu mir, worüber ich gar nicht unglücklich bin. Da der Baum noch voll im Treiben war, wuchs er um so problemloser an. Drei von den Früchten habe ich dran gelassen. Eine, die letzten Freitag (04. 09) abfiel, habe ich heute gekostet:
Tatsächlich für einen Frühapfel ein sehr rundes Aroma, eher süß als sauer, saftig und vergleichbar mit einem Elstar oder ähnlichem aus dem Laden. Hier verspricht der Katalog nicht zuviel.

Ebenfalls heute verkostet: Bionda Marilyn, ein Apfel war wurmstichig geworden und ist heute heruntergefallen. Mein Eindruck - ein süßer, aber gar nicht langweilig süßer Apfel, sondern mit angenehmer Säure hinterlegt, schön saftig, aber Gott sei Dank!- nicht so extrem fest, wie die Lubera Werbung glauben machen will. Dass die Leute nicht nur harte Kanonenkugeln wollen, muss sich anscheinend noch herumsprechen.
Das Aroma ist einem guten, reifen Pinova sehr ähnlich, dazu tatsächlich im Hintergrund ein deutliches Birnenaroma, wie ich es von einem Apfel bisher noch nicht gekannt habe. Ich hatte das mit dem Birnenaroma bisher nicht glauben können, bis ich es tatsächlich gekostet habe. Kann mit jedem Pinova mithalten und deutlich besser als die meisten mir bekannten Sorten, die mit "Re-" beginnen.

Baumgesundheit bei beiden Bäumen bisher unauffällig, weder Schorf noch Mehltau, aber im Pflanzjahr sicher noch keine endgültige Aussage zu treffen; lediglich Wicklerbefall an der Marilyn.
Problemlos am Jungbaum fruchtend und vom Geschmack her eindeutig ein Gewinn für meinen Garten. Glauben Sie nicht alles, was die Kunden Ihnen erzählen und züchten Sie weiter, Herr Kobelt!
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: strohblume am 08. September 2015, 17:58:23
Ja Lubera..... aber jetzt schlagen die bayrischen Baumschulen zurück mit einem Apfel namens ;Roter Aloisius; gestern gesehen in der BR Sendung Querbeet
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 09. September 2015, 21:14:12
Neue Sorten gibt es bald wie Sand am Meer.

Kannst du von Erfahrungen berichten, den Roten Aloisius mit Lubera-Sorten vergleichen?
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Mediterraneus am 10. September 2015, 13:47:39
Das war schon immer so.
Neue Sorten kommen und gehen wieder. Nur wenige bewähren sich.

Roter Aloysius ist erstmalig erhältlich. Da gibt's noch keine Erfahrungen.
In der bayerischen Landesanstalt hat man ihn für gut befunden. Schmeckt ähnlich wie Boskoop, allein schon deshalb fällt er für mich flach.
Ich hatte schon viele "Neue Sorten" probiert, die von der Landesanstalt empfohlen wurden. Z.B. Remo  oder Rewena bei Äpfeln. Die wurden damals hochgelobt, heute will die keiner mehr.
Ich befürchte, mit dem Roten Aloysius geht's genauso.

Eine kleine Ankurbelung des Marktes ;)
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 10. September 2015, 16:14:18
Neue Sorten kommen und gehen wieder. Nur wenige bewähren sich.

Das ist halt so wie mit Apfelsämlingen überhaupt, 10.000 gehen auf, einer bewährt sich - vielleicht.

... Remo  oder Rewena bei Äpfeln. Die wurden damals hochgelobt, heute will die keiner mehr.

Dass die heute keiner mehr will, würde ich nicht sagen, ich weiß Bauern, die Remo oder Rewena bei sich haben und verkaufen. Lass' nur mal eine Feuerbrandepidemie durchs Land gehen - was bleibt dann übrig? Eben Remo und Rewena und, wenn die Lubera-Werbung stimmt, deren Frühäpfel Julka und Katka.

Ich würde die Resistenzzüchtung nicht von vornherein verdammen, "wild" aufkommende neue Apfelsorten wie anno dunnemals gibt heute es kaum mehr. Ich will einfach eigenes Obst und geh' das Ganze ohne ideologische Scheuklappen an. Neue Aromen finde ich auch immer interessant. Geradesoeben habe ich einen Seestermüher Zitronenapfel, historische Sorte, verspeist - toll dieser leicht zitronige, frisch-fruchtige, saftige Apfel! Und jetzt freue darauf, wenn die nächste Bionda Marilyn reif wird, mit ihrem Birnenaroma irgendwie die ideale Ergänzung zum zitronigen Seestermüher.

Das nenn' ich Abwechslung.

Ein Problem habe ich damit, wenn ein Bauer nur mehr neue Sorten anpflanzt, weil, wie er mir sagte, die Leute heute gar nichts mehr anderes wollen. Tja, das ist dann schade!

Aber eigentlich wollte ich ja keine Grundsatzdiskussion starten, sondern einen Faden, in dem die Leute ihre Erfahrungen, positive wie negative, berichten können. Die Frage ist also nicht, "wie steht ihr zu Lubera" oder "was haltet ihr von neuen Sorten", sondern, "welche Erfahrungen habt ihr gemacht?"
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: DerTigga am 10. September 2015, 16:37:57
Nennt man einem Apfelbaum ein halbes, dreiviertel oder knappes Jahr beim wachsen zugucken bzw. erst zugeguckt haben können, weil der kaum nennenswert länger (als Bäumchen) auf dem Markt zu kaufen ist, wirklich schon Erfahrung ? Kann man da wirklich schon drüber "Reden" ?;-)
Ich finde Experimentierfreude durchaus gut, der wichtigste Punkt, vor allem im Hinblick auf die immernoch Existenz von Sorten, die 100 oder mehr Jahre am Markt sind, ist doch aber: wenns schief mit dem "neumodischen Kram" ging, genauso offen und wortreich drüber zu reden und nicht still und heimlich mit seinem Wissen in der Versenkung zu verschwinden.
Hier in der örtlichen Baumschule stand oder steht möglicherweise noch auch solch ein Zitronenapfel. Es ist gut möglich, das der Geschmack dessen dranhängenden Äpfeln den kargen Bedingungen und dem nicht neue Erde / einen größeren Topf bekommen geschuldet ist, aber: mir hat er def. nicht geschmeckt, habe nach kurzem kauen wieder ausgespuckt. Es war nicht das er einen leicht zitronigen Geschmack hat / hatte, sondern das er irgendwie sehr muffig schmeckte. Das hat meine Experimentierfreude, auszutesten, ob es wohl besser wird, wenn er viel gute neue Erde an seine Wurzeln bekäme, zu so gut wie 90% sozusagen in die Wüste geschickt..
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 10. September 2015, 16:41:54
Hier in der örtlichen Baumschule stand oder steht möglicherweise noch auch solch ein Zitronenapfel. Es ist gut möglich, das der Geschmack dessen dranhängenden Äpfeln den kargen Bedingungen und dem nicht neue Erde / einen größeren Topf bekommen geschuldet ist, aber: mir hat er def. nicht geschmeckt, habe nach kurzem kauen wieder ausgespuckt.

Vorsicht! Du schimpfst vielleicht über eine historische Sorte, der du nicht einmal ein Vierteljahr beim Wachsen zugeschaut hast!
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: DerTigga am 10. September 2015, 16:44:54
Ich schimpfe nicht, ich stelle Erlebnisse dar. Das ich mich irren könnte und die Prozentsätze, das das so ist, das ich diesem Apfel im Moment sowas wie Unrecht tue, er unter besseren Bedingungen so richtig zeigen würde, was in ihm steckt,  höher als im Moment gedacht sind, halte ich ja für durchaus denkbar.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: cydorian am 10. September 2015, 17:30:36
Die meisten neuen Sorten verschwinden entweder wegen ganz handfesten aber unerwarteten Problemen oder weil sich die Anforderungen ändern. So ist der hochgelobte Pinova, mal Apfel des Jahres, in Südtirol stark forciert, zur Randerscheinung geworden, weil er sich als hoch feuerbrandanfällig gezeigt hat. Die Re- und Pi-Sorten stammen teils noch auch DDR-Zeiten da standen Fruchtgrösse, Aussehen und Schnittaufwand nicht an vorderster Stelle. Die Anforderungen ändern sich radikal, keine dieser Sorten kann im kommerziellen Anbau auch nur einen Hauch mithalten. Selbst eine Sorte wie Elstar würde heute gar nicht mehr auf den Markt kommen, weil sie die heutigen Mindestanforderungen nicht erfüllt.

Ich weiss nicht, ob überhaupt noch jemand auf herkömmliche Weise züchtet. Schon lange macht man das per "smart breeding" über Genmarker und "fast breeding", übrigens in Pillnitz entwickelt, wo die Pi-Sorten herkammen . Wie macht es denn Lubera? Oder sind sie nur Lizenznehmer einer anderswo gezüchteten Sorte?
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 10. September 2015, 19:50:27
Wenn man Herrn Kobelt auf Gartenvideo.com glauben darf, dann machen die das auf ganz klassische Weise, indem sie selber Sorten hinterm Insektenschutznetz mit dem Pinsel befruchten (zeigt das video) und die Samen der Früchte aussäen. Die gekeimten Apfelsämlinge lässt Lubera auf Schorfresistenz testen. Dazu schicken sie sie weg zu einem Institut, wo die Jungpflanzen mit Schorfsporen inokuliert werden. Die resistenten kommen dann zurück und werden kultiviert, auf Wuchs, Fruchtqualität etc. getestet und dann wird ausgewählt.

Auch beim Züfos-Programm der Resistenzzüchtung gegen Feuerbrand verwendet Lubera angeblich nur klassische Züchtungsmethoden.
Dabei haben sie ja auch ihren "Resistenzcluster" entdeckt mit ca. 50% feuerbrandrobusten Nachkommen von Resi x Julia.

Die Anforderungen ändern sich radikal, keine dieser Sorten kann im kommerziellen Anbau auch nur einen Hauch mithalten. Selbst eine Sorte wie Elstar würde heute gar nicht mehr auf den Markt kommen, weil sie die heutigen Mindestanforderungen nicht erfüllt.

Wenn man Herrn Kobelt in seinen videos glauben darf, dann wählt er seine Sorten extra mit Hinblick auf die Bedürfnisse des modernen Privatgartens aus.

Solange jetzt nicht alle Äpfel wie Nachkommen von Resi X Julia schmecken finde ich das ok. Also zum Klarapfel und auch zum Discovery finde ich den Paradis Katka eine gute Ergänzung des Geschmacksspektrums. Birnenaroma wie bei der Bionda Marilyn habe ich beim Apfel vorher überhaupt noch nicht gekannt. Wer natürlich auf Golden Delicious Anklänge allergisch reagiert, schaut mit dem Ofenrohr ins Gebirge. Dafür kenne ich keinen modernen Apfel mit zitronigem Aroma.


Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Mediterraneus am 11. September 2015, 11:52:19
Dass die heute keiner mehr will, würde ich nicht sagen, ich weiß Bauern, die Remo oder Rewena bei sich haben und verkaufen. Lass' nur mal eine Feuerbrandepidemie durchs Land gehen - was bleibt dann übrig? Eben Remo und Rewena und, wenn die Lubera-Werbung stimmt, deren Frühäpfel Julka und Katka.

Ich würde die Resistenzzüchtung nicht von vornherein verdammen


Also mein Remo ist auf der Streuobstwiese an Krebs gestorben und Rewena vergreist, weil sie mehr Äpfel als Blätter hat. Neben Remo steht eine alte Goldparmäne und trägt immer gut.

Feuerbrand ist hier schon durch und hat eben nicht alle alten Apfelbäume erwischt.

Die Bedingungen in einem Labor sind eben anders als in der Natur.
Ich verdamme auch keine Resistenzzüchtung, im Gegenteil. Ich bin sehr neugierig und probiere gern aus. Ich bin allerdings schon ganz oft der WERBUNG auf den Leim gegangen.
Ein Produkt, welches beworben wird, dient nicht unerheblich auch dem Geldbeutel des Werbenden. Er will einfach nur verkaufen und verdienen.
Der eine mehr, der andere weniger. Selbstverständlich sind diese Züchtungen auch für den großen Markt gedacht, für Massenanbau und Plantagen. Die Äpfel sollen gleichmäßig sein, gut haltbar im Gas und transporttauglich. Von Hinz und Kunz, die das Äpfelchen daheim im Garten kultivieren, kann keiner leben.
Das sollte man im Hinterkopf behalten.

Bei alten Sorten verdient keiner mehr mit, sie werden nicht beworben. Und es gibt sie immer noch.
Das ist für mich schließlich das schlagende Argument  ;).

Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Sternrenette am 11. September 2015, 12:33:07
Es gibt einen neuen alten Apfel, den Berleis. Vielleicht gönn ich mir den? Der Züchter ist 90.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Malus sieversii am 11. September 2015, 20:20:19
Es gibt einen neuen alten Apfel, den Berleis. Vielleicht gönn ich mir den? Der Züchter ist 90.
Berlepsch x Roter Eiser
Geben tuts den schon länger jedoch Sortenschutz hat er erst ein paar Jahre.
Bei einem Bekannten habe ich auch schon Früchte gesehen.
Die Kombi aus beiden kann ich mir irgendwie schlecht vorstellen.

Erst neulich habe ich gesehen dass bei uns in der Versuchsanlage die Redlove Bäume allesamt gerodet wurden.
Ich muss mal nachhaken was der Grund war.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 11. September 2015, 20:24:31
Der eine mehr, der andere weniger. Selbstverständlich sind diese Züchtungen auch für den großen Markt gedacht, für Massenanbau und Plantagen. Die Äpfel sollen gleichmäßig sein, gut haltbar im Gas und transporttauglich. Von Hinz und Kunz, die das Äpfelchen daheim im Garten kultivieren, kann keiner leben.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Sorten aus dem Lubera-Katalog durchweg als Plantagenobst für den Handel konzipiert sind. Da spricht z. T. schon die Fruchtgröße "für die Kinderhand" (Paradis Fantasia) und die Haltbarkeit dagegen. Sommeräpfel mit ihrer kurzen Haltbarkeit sind aus dem Ladensortiment sowieso verschwunden. Auch die Bauern, die hier noch für den Verkauf ab Hof produzieren, haben kein Interesse an Sommeräpfeln, ich hab' sie gefragt.

Bei alten Sorten verdient keiner mehr mit, sie werden nicht beworben. Und es gibt sie immer noch.
Das ist für mich schließlich das schlagende Argument  ;).

Ich denke nicht, dass Sorten wie "Lummerland" etc. der große Reibach im Plantagenanbau werden. Eher meine ich, dass Apfelzüchtung eine Menge Arbeit ist, eine Menge Zeit und Geld verschlingt und es viel Liebe zur Sache braucht, um sich ihr zu widmen.
Alte Sorten sind leider auch nicht immer unproblematisch, wenn du's nicht glaubst, schau dir mal den thread zum Seestermüher Zitronenapfel im Forum Pflanzengesundheit  an (Schaden an der Veredelungsstelle). Dazu bietet kaum jemand alte Sorten auf einer kleingartentauglichen Unterlage an
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 11. September 2015, 21:16:26
Erst neulich habe ich gesehen dass bei uns in der Versuchsanlage die Redlove Bäume allesamt gerodet wurden.
Ich muss mal nachhaken was der Grund war.

Das ist interessant. Gibst du bitte hier Bescheid, wenn du Näheres weißt?

Ach ja, welche Sorte Redlove war denn bei euch in Erprobung? Was hattet ihr damit vor (Saft, Direktvermarktung, Großhandel) -?
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Sternrenette am 11. September 2015, 22:22:44
Sind die Leute nicht gewohnt, so wie man hier gelbe Kartoffeln will und in des Oststaaten traditionell weissfleischige?
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Mediterraneus am 14. September 2015, 07:36:13
Die Rotfleischigen sind durch die Bank einfach zu sauer. Wer will das schon. Wenn ich Säure will, nehm ich Zitrone. Und für Apfelsaft ist Streuobst besser.
Unlängst kam eine gute Reportage über einen Apfelhof am Niederrhein, dessen Seniorchef mit den Rotfleischigen Sorten weiterzüchtet, weil sie einfach nicht so gut schmecken (angepriesen werden sie aber anders ;) ) Die ersten Züchtungserfolge waren nicht so dolle.

Nochmal zu Lub.ra (Häbe.li ist wohl analog zu sehen, die haben die gleichen phantasievoll getauften Sorten):
Ich beschäftige mich schon lange mit ausgefallenem Obst und auch alten Sorten. Vieles, was mir schon anderswo untergekommen ist (z.B. bei  Hortens.s), taucht Jahre später bei Häbe.li als tolle Neuzüchtung auf. Ob jetzt Felsenbirne "Prince William" oder alte französische Erdbeersorte. Analog bei den Feigen. Alte Sorten ohne Schutz werden einfach umbenannt und neu vermarktet.
Ein toller Katalog aus meiner Kindheit mit lauter Wundersorten stammte übrigens von H.ns Fenzl. Die gibt's wohl heute immer noch, "Super Manga "-Apfel oder so. Taucht vielleicht auch irgendwann bei Lub.ra und Co. auf?  :D

Bei den Äpfeln mag das anders sein. Ich kenne das Video von Herrn Kobelt nicht. Find ich trotzdem gut, wenn die sich mit Neuzüchtung beschäftigen.
Ich habe Apfelbäume im Streuobst, auf Hochstamm. Und da taugten sämtliche neue Sorten, die ich ausprobiert hab, einfach nicht. Für den Handtuchgarten auf schwachwachsender Unterlage mit Dauerpflege mag das eine Alternative sein. Diese Bäume sind auch kurzlebig und können dann durch eine folgende Neuzüchtung in 10 Jahren ersetzt werden. Ziel erreicht, Baum verkauft ;)


Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Mediterraneus am 14. September 2015, 07:47:30
..Eher meine ich, dass Apfelzüchtung eine Menge Arbeit ist, eine Menge Zeit und Geld verschlingt und es viel Liebe zur Sache braucht, um sich ihr zu widmen.


..Alte Sorten sind leider auch nicht immer unproblematisch, wenn du's nicht glaubst,...


Das meine ich auch. Ist auch unterstützenswert, wenn das nicht konzernmäßig und  zu gewinnorientiert abläuft. Trotzdem würde ich nicht ausschließlich auf neue Sorten setzen.


Richtig. Aber ich hab die Auswahl an theoretisch Tausenden Sorten, bei denen die Stärken und Schwächen seit vielen Jahrzehnten/Jahrhunderten bekannt sind.
Falls es "Lummerland" in 50 Jahren noch geben sollte, wäre es also überlegenswert  ;)
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: DerTigga am 14. September 2015, 12:11:47
Wo die div. Züchterleins doch soooo schöne Mutanten herausbringen (können)..ist das wirklich erlaubt, sich zu weigern, bei Äpfeln dasselbe wie bei Software zu sein: Betatester ?  :P :P

Der von mir ins Auge gefasste Apfel namens Saturn ist nämlich auch (nur) ein Mutant der alten Sorte Gala.. ;-)
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 14. September 2015, 16:55:28
.ist das wirklich erlaubt, sich zu weigern, bei Äpfeln dasselbe wie bei Software zu sein: Betatester ?  :P :P

Du implizierst, man wolle dich zu etwas nötigen. Aber Erfahrungen zum Thema hast du bislang keine beisteuern können.

Ich wäre froh gewesen, wenn ich am Anfang meiner "Gärtnerkarriere" mal einige Rezensionen über die von mir avisierten Bäume/Sorten hätte lesen können. Da hätte ich wohl manchen Missgriff vermeiden können.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: DerTigga am 14. September 2015, 23:39:33
Nur mich .. nötigen ? Nö, so egoistisch bin ich nicht. Ist genug für alle da.
Meiner Ansicht nach kriegt da jeder sein Fett weg. Ob sich sträubt oder nicht und egal wie auch immer die Baumschule heißen mag..

Mir gehts nur um das Gefühl dabei, das ich generell zutraue, das da gerne mal..ich nenns mal hart: sehr wissend unausgegorener Mist unters willig "Neuerungen" pflanzende Volk gebracht wird.
Neues Schild, neues Bild, neuer (Pflanz)Versuch eben.
Bedürfnisbefriedigung per Anködern und dann Anfütterung von gärtnerischen Wunschvorstellungen: Neu ? Toll, bestimmt härter im Nehmen und besser im Geben als das davor = haaaaben wollen sollte ?

Nein, ich bin auch nicht frei davon, so zu reagieren ;-).

Gärtners Glück ist doch, wenns (am besten nur bei einem selber) wächst und gedeiht und man sich und andere damit beeindrucken kann ? ;-)
Und im Zweifelsfall stänkern und granteln, das und wenn man vorher nicht geholfen kriegt, ob und DAS das auserkorene die mercedesmäßige Wahl ist / wäre ?
Dafür steckt da viel zu viel Chance drin, es jedesmal mit Unikaten zu tun zu haben, würde ich sagen.
Von daher ist schimpfen, das einem da nicht genügend gut die heißen Kartoffeln aus dem Feuer geholt werden, meiner Ansicht nach unangebracht.

Achja..nochwas ganz grundsätzliches: Ich hab keine Ahnung, ob Lubera diesen Saturn Apfel überhaupt im Programm hat.
Aber ich werde natürlich ab sofort drauf achten, nurnoch über aus dem Lubera Portfolio stammendes zu schreiben, nicht das ich Schuld an Um&Weg oder gar Desorientierung bzw. Entscheidungsunfähigkeit bin..
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 15. September 2015, 19:41:40

Ich hab keine Ahnung, ob Lubera ...
Aber ich werde natürlich ab sofort drauf achten, nurnoch über aus dem Lubera Portfolio stammendes zu schreiben...

Lieber nicht... .Bitte schreib doch über Sachen, von denen du eine Ahnung hast, oder von denen du dir wenigstens  selber ein Bild gemacht hast.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: DerTigga am 15. September 2015, 19:50:01
Mache ich. Sobald das ausgenutzt werden sollen Gefühl etwas abgeklungen ist.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Natternkopf am 21. September 2015, 12:51:45
Gegrüsst seien die Obstbäumler

Zum Redlove kam am in der NZZ am Sonntag ein Zeitungsartikel.
Was ich nicht überprüfen kann ist, ob der auch angezeigt wird ohne Abo.
http://webpaper.nzz.ch/2015/09/20/schweiz/N3JP7/ein-roter-thurgauer-erobert-den-globalen-apfelmarkt

Grüsse Natternkopf
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: goex am 21. September 2015, 13:54:18
Gegrüsst seien die Obstbäumler

Zum Redlove kam am in der NZZ am Sonntag ein Zeitungsartikel.
Was ich nicht überprüfen kann ist, ob der auch angezeigt wird ohne Abo.
http://webpaper.nzz.ch/2015/09/20/schweiz/N3JP7/ein-roter-thurgauer-erobert-den-globalen-apfelmarkt

Grüsse Natternkopf

leider nein, was ist das Fazit?
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 21. September 2015, 20:38:45
Mein bisheriges (Erfahrungs-)Fazit zum Redlove Era auf M9, Spindelbaum, gepflanzt im letzten Maidrittel dieses Jahres und geerntet heute:

Ein sehr interessanter und schmackhafter Apfel! Säuerlich und zugleich süß, aromatisch und saftig mit im jetzigen Reifezustand eher mürbem Fleisch.
Die Säure scheint mir in der Frucht ungleich verteilt zu sein - richtig süß sind die Lagen direkt unter der Schale, die - der Farbe entsprechend - viel weniger "grün-holzige" Geschmacksanteile enthält als die Schale manch anderer Sorten. Die Schale selbst ist wohlschmeckend. Interessant erschiene mir daraus einen Apfeltee zu brühen. Mehr Säure scheint mir das heller gefärbte Fleisch in der Nähe des Kernhauses zu enthalten. Aber insgesamt schmeckt der Apfel deutlich weniger sauer als eine ebenfalls heute (und damit bestimmt nicht zu früh) geerntete Retina - um eine der besser schmeckenden Re-Sorten zum Vergleich heran zu ziehen. Der Redlove Era ist auch weniger hart-fest im Biss als die Retina.
Die Süße erinnert entfernt an die Re-Sorten-Süße und  damit an Golden Delicious/Pinova. Etwas Schwierigkeiten habe ich mit dem im Lubera-Katalog erwähnten "Beerenaroma". Ich kann kein bestimmtes Beerenaroma, wie etwa Erdbeere, Himbeere oder Blaubeere ausmachen. Aber wohl erinnert die Säure an Beeren. Man denke sich z. B. Himbeeren (ohne das typische Himbeeraroma) mit einem eigenen Apfelaroma und einem Schuss süßen Pinova-Saft im Hintergrund, na ja besser bring ich das jetzt nicht hin.

Nichts für Leute, die grundsätzlich keine Säure im Apfel mögen, aber defintiv weniger sauer als manche andere Sorte und- im jetzigen Reifezustand - mit sehr deutlich Zucker. Die Beschreibung im Katalog bringt es auf den Punkt "süßlich und säuerlich - der erfrischende Ton überwiegt leicht".
Meine Meinung: Der schmeckt so gut wie er aussieht!

Der heute geerntete Apfel stammt von einem Bäumchen, das 19 Äpfel bei geschätzt ca. 150 gut entwickelten Blättern zur Reife gebracht hat; also ein völliges Unding bezüglich des Verhältnis Blättern zu Früchten. Da ist sicherlich noch viel Luft nach oben, sowohl was Aroma wie Zucker angeht.

Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: floXIII am 22. September 2015, 07:51:44
@b-hoernchen: Danke für die detaillierte Einschätzung zu deinem Redlove Era  :)

Ich habe hier vor drei, vier Tagen meinen einzigen Redlove Odysso geerntet. Laut Beschreibung soll man den noch nachreifen lassen. Zum Geschmack kann ich dann erst in 1-2 Wochen was sagen. Ich hab den relativ früh geerntet, da wir hier ein doch wesentlich wärmeres Klima haben, außerdem duftete der Apfel auch schon sehr stark. Muss aber zugeben, dass ich mich mit Äpfeln überhaupt nicht auskenne. Vielleicht hab ich ihn also doch zu früh geerntet ;)

Zum Baum selbst, da bin ich leider nicht so glücklich bisher. Dieses Jahr (letzten Spätsommer wurde der Baum gepflanzt) gab es kaum Wachstum. Ich hoffe, dass sich das nächstest Jahr ändert, sonst hab ich halt einen Zwerg-Redlove-Baum  ;D
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 22. September 2015, 09:41:14
Hallo floXIII,

auf den Geschmackstest deines Redlove Odysso bin ich schon gespannt; das soll ja der süßeste aller Redloves sein. Meiner Erfahrung nach stimmen die Angaben im Katalog recht gut, deshalb macht es sicherlich Sinn, den Apfel noch etwas lagern zu lassen.

Andererseits ein verrücktes Jahr - meine Brettacher auf schwachwachsender Unterlage sind teils an der Grenze zum Mehligwerden.

Zum Wachstum deines Odysso - hat der eine freie Baumscheibe? Düngst du?

Lubera verkauft ihre Apfelbäume (leider) ausschließlich auf schwachwachsenden Unterlagen, je nachdem ob du einen Busch oder ein sogenanntes "Spalier" bestellst auf M9 oder M26. Die brauchen einen guten Boden und zumindest anfangs eine freie Baumscheibe, um Wurzelkonkurrenz mit Rasen zu vermeiden.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 22. September 2015, 11:32:05
Eben nochmal zwei Äpfel geerntet vom Bäumchen Redlove Era:

(http://img5.fotos-hochladen.net/thumbnail/img22751tqnskixzy_thumb.jpg)

(http://img5.fotos-hochladen.net/thumbnail/img2310mi2ylq0fs6_thumb.jpg)

(http://img5.fotos-hochladen.net/thumbnail/img2311p8siurvn41_thumb.jpg)

(http://img5.fotos-hochladen.net/thumbnail/img2313cyopabf37z_thumb.jpg)

(http://img5.fotos-hochladen.net/thumbnail/img2316a30ksmuqwd_thumb.jpg)

Mittlerweile glaube ich auch dem "Beerenaroma" auf die Spur zu kommen; Es ist dieses das besondere Apfelaroma dieser Sorte, so eine  - na ja - "Apfel-Beere" (aber nicht im Sinne von Aronia!) vor dem leicht Pinova-artigen Hintergrund.

Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: floXIII am 22. September 2015, 13:24:24
@B-Hoernchen: Die sehen verdammt lecker aus :)

Ja, Odysso müsste der Süßeste Redlove sein. Ich hab ihn deshalb schon geerntet, da hier die Obstbauern auch schon fleißig bei der Apfelernte sind. Außerdem stimmen bei mir die Angaben im Lubera-Katalog nicht überein. Bei mir reiften dieses Jahr alle Lubera-Pflanzen mehrere Wochen (ca. 3-5 Wochen) früher. Deshalb habe ich statt auf Anfang Oktober zu warten jetzt schon geerntet. Dazu kommt noch der heiße Sommer. Die Obstbauern sind dieses Jahr nicht so glücklich bei den Äpfeln. Sie sind zwar reif haben durch die heißen Tage (bzw. vor allem Nächte) zu wenig Farbe bekommen.

Mein Odysso ist auch auf M9 veredelt, was auch nicht verkehrt ist. Bin mit einer kleinen Spindel zufrieden. Nur war das Wachstum dieses Jahr echt wenig. So gut wie keine neuen Verzweigungen, Höhenwachstum vielleicht 30 cm. Vielleicht liegts aber auch noch an dem Stress des vergangenen Herbsts. Nach dem umsetzen in den Garten hat er nämlich nochmals leicht ausgetrieben und geblüht. Womöglich dauerts einfach noch bis sich der Baum "einlebt". Er steht ja jetzt auch in einem wesentlich wärmeren Klima als in der Baumschule in Norddeutschland. Achja, gedüngt wurde noch gar nicht, werde ich wohl auch nicht. Außer Baumscheibe mit Rasenschnitt mulchen und im Frühjahr ein wenig reifen Kompost. Das muss reichen, der Mutterboden sollte genug Nährstoffe enthalten.
Für Tipps zum Schnitt usw. wäre ich aber dankbar. Wie schon erwähnt, bin ich bei Äpfelbäumen noch ziemlich unerfahren.

Wenn ich das richtig verstanden habe, dann hat dein diesen Frühjahr gepflanzter Era schon so viele Äpfel (19?) drauf gehabt? Da werd ich ja ganz neidisch  :D
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 22. September 2015, 18:46:04
Na ja, soo neidisch sein musst du nicht, die Äpfel sind noch ziemlich klein. Vernünftiger wäre sicherlich gewesen, die meisten frühzeitig abzunehmen, um dem Baum Kraft zum Wachsen zu lassen.

Apropos Wachstum: Mein Redlove Odysso auf M9 wächst flott. Gesetzt wurde er als 1-jährige Veredelung ebenfalls im Mai dieses Jahres. Hat dieses Jahr gut 1m Zuwachs bekommen (bei 1,2m Länge vorher).
Allerdings hat er auch das Beste bekommen, was ich einem Baum auf M9 bieten kann - den Platz der ehemaligen Spierstrauchhecke auf dem schmalen Erdstreifen zwischen Einfahrt und Zaun, wo der schwere Boden mit Sand aus dem Unterbau vermischt ist. Dazu habe ich beim Ausgraben der Spiersträucher den Boden 2 Spatenstiche tief gelockert, mit Kalimagnesia gedüngt, und dieses Jahr ist schon zweimal dick frischer Pferdemist draufgekommen. Zuviel-?

Redlove Odysso:
(http://img5.fotos-hochladen.net/thumbnail/img2320aeod09r2qa4_thumb.jpg)

Gegossen habe ich nur mit lauwarmen Wasser... .

Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: floXIII am 22. September 2015, 20:13:13
So großzügig war ich, wie geschrieben, nicht. Die Obstbäume bei mir zu Hause müssen eher mit dem auskommen, was schon im Boden ist. Womit die restlichen Bäume auch absolut klar kommen. Ein Näherstoffmangel schließe ich deshalb mal aus.
Ich denke wirklich, dass mein Odysso entweder noch mit dem Pflanzstress im Herbst oder dem wirklich sehr heißen Sommer zu kämpfen hatte. Von Ende Juni bis Anfang August stieg das Termometer fast täglich über 30°C, meist sogar auf um die 35°C. In den Nächten fiel es kaum unter 20°C, was man dann so schön als Tropennächte beschreibt ;) Glaube wirklich, dass das die Ursache sein könnte, ist ja auch eine gewaltige Umstellung für einen so jungen Baum.
Oder es lag einfach an meinen schlechten Schnittmaßnahmen oder sonst was  ;D
Werde morgen mal ein Foto meines Odysso-Apfels hier reinstellen. Der sieht doch etwas anders aus als deine Era. Kaum bzw. keine Wachsschitt, Bereifung wie man, glaub ich, auf deinen Fotos erkennen kann.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 22. September 2015, 21:52:57
Von Ende Juni bis Anfang August stieg das Termometer fast täglich über 30°C, meist sogar auf um die 35°C. In den Nächten fiel es kaum unter 20°C, was man dann so schön als Tropennächte beschreibt ...

Na ja, wie halt bei uns auch, musste entsprechend viel gießen, und wenn du das Foto genau anschaust, siehst du, dass ein Teil der Blätter eingerollt ist - das sind die, die während der schlimmsten Hitzephase gewachsen sind.

Zu Schnittmaßnahmen/Apfelbaumerziehung steht etwas in der Kulturanleitung im Katalog: "Viel waagrecht binden, wenig schneiden", woran ich mich zu halten versuche. Ich sollte im Spätwinter (Februar/März) den Mitteltrieb anschneiden, Triebe auf der Astoberseite entfernen, ansonsten kaum etwas wegschneiden, außer es stünde zu dicht. Konkurrenztriebe zum Hauptstamm hat meiner noch keine. Wie du siehst, habe ich Pfosten gesetzt und Drähte gespannt, um die Seitenäste waagrecht zu leiten  - das soll jetzt eine Obstbaumhecke werden.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: floXIII am 23. September 2015, 10:37:34
Vielleicht dient das Wetter auch nur als "mögliche Ausrede" für das nicht optimale Wachstum meines Redloves, kann auch sein  ;)

Ich habe aber dennoch mal die Klimadaten ein wenig verglichen, damit ich meine Wetter-Erklärung vielleicht doch untermauern kann. Mein Redlove kam ziemlich sicher aus der Baumschule in Bad Zwischenahn, da ich dazu keine genauen Klimadaten finden konnte, hab ich mal die von nahegelegenen Bremen verwendet (Quelle:http://www.dwd.de/bvbw/appmanager/bvbw/dwdwwwDesktop). Konnte auch leider nur Höchst- und Mindesttemperaturen vergleichen, aber das sollte auch aussagekräftig genug sein. Nun zu den Daten (habe jetzt nur die Werte aus 2015 herangezogen):
Die Winter dürften ähnlich mild sein, große Unterschiede gibts aber umso wärmer es wird. Als Beispiel mal den Juli 2015: In Bremen durchschnittliche Höchstwerte bei 23.6°C, hier bei mir in Südtirol 33,2°C. Die durchschnittlichen Tagestiefstwerte in Bremen lagen bei 13,1°C und hier bei 20,7°C. Bei der Durchschnittstemperatur über den Sommer dürften es 5-9°C sein und dass ist denk ich schon ein rießiger Unterschied.
Ob das jetzt aber Auswirkungen auf das Wachstum hatte, ist wieder ne ganz andere Frage, die ich nicht beantworten kann. Denke aber schon, dass das ne große Umstellung für eine Pflanze sein kann.  ???

Zum Schnitt usw. versuche ich auch die Anleitungen aus dem Katalog zu befolgen. Ich warte einfach geduldig auf nächstes Jahr. Der Baum war auch zu teuer um in wieder rauszunehmen  ;D
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 23. September 2015, 12:31:15
Dass die Bäume aus Bad Zwischenahn mit einer deutlichen Vegetationsverzögerung kommen, kann ich bestätigen. Mein Paradis Katka kam im letzten Julidrittel dieses Jahres mit Früchten, die dem Entwicklungsstand von Anfang Juni entsprachen, also mindestens 4 - 6 Wochen hintenan.

Wie die das machen, weiß ich nicht, vielleicht schaffen die es, durch zwischenzeitliche Kühlung einer Pflanze zwei Vegetationsperioden in anderthalb vorzugaukeln (du hattest ja sogar eine Herbstblüte, wenn ich dich richtig verstanden habe-?). Egal, so habe ich die Katka - Früchte halt Anfang September geerntet anstatt Ende Juli.
Die Sommertemperaturen dürften dieses Jahr zwischen Südtirol und Südbayern gar nicht so verschieden gewesen sein, auch wir hatten einen Tropensommer wie noch nie! Von den Temperaturen und dem Niederschlagsmangel her war es mega-ungünstig dieses Jahr Bäume zu pflanzen (um so stolzer bin ich, dass alle Bäume angewachsen sind!).
Eingewöhnt haben sich die Pflanzen dann recht schnell, halt immer mit warmem Wasser gießen (entsprechend der Bodenwärme), um die Wurzeln nicht zu schocken - dann ging's aber recht flott weiter. Und ich gebe es zu, nach ca. zwei Wochen habe ein paar mal eine klitzekleine Menge Mai.ol-Flüssigdünger ins Gießwasser gegeben (so 5ml auf 10 Liter).

Jedenfalls dürfte es beim Odysso nicht an der Sorte an sich liegen, wenn sie bei dir schlecht gewachsen ist.

Ich habe mich bei meiner "Düngeorgie" (übrigens gegen die Empfehlung im Katalog) von folgenden Gedanken leiten lassen: An diesem Standort war Jahrzehnte lang eine Spierstrauchhecke gewesen, die jedes Jahr eine Riesenmenge Schnittgut erzeugt hat und dementsprechend stark gezehrt hat. Nachdem der Heckenschnitt Jahrzehnte lang entsorgt worden war, dürfte der Boden an dieser Stelle verarmt sein. Deshalb erst mal Kalimagnesia rein, um den Kaliumaustrag zu kompensieren, dann  frischen Pferdemist (ich hab' nur frischen bekommen), um Stickstoff und organisches Material rein zu bekommen. Ich geb' zu, ich hab' vielleicht ein bisserl übertrieben, die Blätter sind vielleicht nicht nur wegen der Hitze eingerollt...). . Aber jetzt ist das Ganze eine Wurmfabrik, wird wunderbar lockere, krümelige Gemüsebeeterde.  Ich denke, die Bäume sind auf einem guten Weg und ich bin zumindest mit dem Wachstum sehr zufrieden.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 27. September 2015, 19:58:08
Heute die letzten beiden "Bionda Marilyn" - Äpfel geerntet.
Für Interessierte hier Bilder:

(http://www.fotos-hochladen.net/thumbnail/img2346psckxlh0ge_thumb.jpg)

(http://img5.fotos-hochladen.net/thumbnail/img2347dv6iz5r9tk_thumb.jpg)

(http://www.fotos-hochladen.net/thumbnail/img2350iydl5g4r0o_thumb.jpg)

(http://img5.fotos-hochladen.net/thumbnail/img2351jvhyr3z2e4_thumb.jpg)
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: floXIII am 11. Oktober 2015, 11:00:55
So, gestern war es soweit und ich habe meinen ersten Redlove-Odysso verkostet. Da ich im Bezug auf Äpfel im eigenen Garten noch ziemlich wenig Erfahrungen habe, gibt mir der Odysso aber mehr Rätsel als Antworten auf. Vielleicht könnt ihr mir hier etwas weiterhelfen.
Mein erstes Problem lag/liegt daran, dass ich mir nach den Verkosten nicht sicher bin, ob ich den Apfel zu früh oder zu spät geerntet habe.
Für eine zu frühe Ernte spricht:
- Apfel war im Inneren nicht so stark gerötet wie man es auf Bildern/Videos sieht;
- Apfel lies sich beim Ernten nicht ganz leicht vom Baum entfernen (vielleicht war ich da aber auch nur etwas zu zögerlich);
- Der Apfel hatte eine ungewöhnliche Geschmacksnote drinen, die ich nicht wirklich beschreiben kann. Kein "grüner" Geschmack, aber doch sehr unrund. Es schmeckt so als ob der Apfel entweder nicht reif bzw. nicht richtig ausreifte.
Was für eine zu späte Ernte spricht:
- Beim Ernten war er schon intensiv rot gefärbt. Die Schattenseite war auch nicht mehr grünlich sondern auch schon gelb-rötlich.
- Der Apfel duftete bereits sehr intensiv, so dass man am liebsten gleich hätte reinbeißen wollen.
- Der Apfel war gestern beim Verzehr bereits mehlig (Apfel wurde ca. 3 Wochen gelagert).
- Er schmeckte auch nicht sauer, sondern es war ein gutes Verhältnis aus Säure und Süße.

Hinzu kommt dann noch eine Beschädigung im Ansatz (Vertiefung) des Stiels. Hier entstanden schon früh (Juni-Juli) Risse (keine großen, im bild kann man sie ein bisschen erkennen). Regenwasser bzw. Beregnungswasser blieb so immer in diesen Rissen liegen und es verfärbte sich dort schwarz. Allerindings keine Fäulnis. In den letzten Tagen bildeten sich außerdem ein paar kleine schwarze Punkte auf der Schale, die immer größer wurden (am Ende ca. 1-2 mm groß). Vermutlich handelt es sich um Stippe, sieht zumindest etwas danach aus. Allerding war das Fruchtfleisch noch nicht betroffen. Vielleicht führten diese Schäden/Krankheiten zu diesem merkwürdigen Beigeschmack.

Für mich als Laie sehr unterschiedliche Eigenschaften. Mir geht es vor allem darum für nächstes Jahr einen möglichst guten Erntezeitpunkt zu erwischen.
Der Gesamteindruck des Geschmackes war Aufgrund dieser einen merkwürdigen Geschmacksnote recht zwiegespalten. Ohne diese wäre ich absolut begeistert gewesen. Sollte diese eine Geschmacksnote allerdings ganz normal für den Redlove-Odysso sein, dann finde ich ihn persönlich nicht konkurrenzfähig mit anderen Äpfeln.
Ein Urteil möchte ich deshalb noch nicht fällen und warte geduldig auf nächstes Jahr. Mit dann hoffentlich mehr Äpfeln :)

Ich hoffe ihr könnt mir im Bezug auf den richtigen Erntezeitpunkt, aufgrund der oben beschriebenen Merkmale, ein paar Ratschläge geben.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 11. Oktober 2015, 12:50:06
Hallo flo,
erstmal vielen Dank für deinen Bericht von der Verkostung!

Die Probleme kenn' ich von meinem Roten Berlepsch her:
Eigentlich wäre das ein super Apfel, wenn, wenn ja wenn man mal einen zum richtigen Zeitpunkt ohne Beschädigung ernten könnte!
Ich "ernte" die meisten Berlepsche notreif im August (normal wäre Oktober), wurmstichig, angefressen, mit braunen Fäulnisstellen und merke dann beim Essen, also hinter dem komischen Faulstellen-Aroma, das schon den ganzen Apfel durchzieht, wäre da ein ganz, ganz toller Geschmack. Und dieses Jahr war er auch noch zu trocken bis mehlig, wie auch mein Cox Orange. Arrrgh!

Wenige Äpfel haben mich auf Anhieb so begeistert, wie die Marilyn, die es trotz aller Widrigkeiten geschafft hat, Saftigkeit und Aroma in ihren Erstlingsfrüchten zu vereinen.

Ich glaub' den richtigen Ernte-/Genusszeitpunkt gab es für deinen Apfel dieses Jahr nicht, da muss erst noch einiges ins Lot kommen vom Einwachsen des Baums - und dann war dieses Jahr überhaupt schwierig, durch die extreme Hitze (bei dir auch Trockenheit?) ist physiologisch bei den Bäumen einiges durcheinander gekommen. Da überschneiden sich z. T. Wachstumsverzögerung und Reifeverfrühung. Die Herbsternte beim Bauern zum Beispiel gab eine Menge recht kleiner Äpfel mit geringerer Saftausbeute, aber der Zuckergehalt ist außergewöhnlich hoch, als wäre das Obst schon überreif. Ich geb' meinem Berlepsch noch eine Chance und uns allen bleibt nur hoffen und bangen im nächsten Jahr.

Ansonsten heißt es Äpfelbäume nehmen, nach Schottland umziehen - und hier das Feld den Feigen- Granatapfel- und Zitrusgärtnern überlassen.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: floXIII am 11. Oktober 2015, 15:42:39
Jep, da heißt es auf ein bessere nächstes Jahr zu hoffen. Was mich wirklich positiv überrascht hat, war die Süße im Apfel. Man liest ja oft, dass rotfleischige Apfel da noch nicht wirklich mithalten können, dies war bei Odysso aber überhaupt nicht der Fall :)

Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Talpini am 20. Oktober 2015, 21:31:22
Hallo zusammen,

jetzt teile ich auch mal meine Lubera-Apfel-Erfahrungen. Ich hab seit 2013 einen Redlove Circe als Spalierbäumchen für eine Fruchthecke mit waagrecht gezogenen Apfelbäumchen, der hatte zwei Äpfelchen im ersten Jahr im Lieferzustand dran, da war er das ganze Jahr noch im Topf. Wegen Gartenumplanung konnte ich ihn erst im Frühjahr 2014 pflanzen, seither hatte ich auch zweimal guten Ertrag im Verhältnis zur Baumgröße. Ich hatte aufgrung überreicher Blüte und zu reichhaltigem Fruchtansatz 2014 auf 8 und 2015 auf ca. 10 Äpfel ausgedünnt. Die Äpfel schmecken mir, 2015 hatte ich jedoch den perfekten Erntezeitpunkt verpasst und sie sind ganz leicht mehlig geworden - was ich aber nicht als störend empfinde.

Was ich sehr toll an dem Bäumchen finde: Die Blüte ist wunderschön, schöner als der Zierapfel meiner Eltern. Außerdem blüht er im Spätsommer immer noch ein zweites Mal sehr üppig. Das bringt zwar keine reifen Früchte bis zum ersten Frost mehr, ist aber schön anzuschauen.
@b-hoernchen Ist das bei den anderen Redlove-Sorten auch so?

Ich war mal in Buchs bei Lubera bei einem Tag der offenen Tür und durfte eine Menge Apfelsorten verkosten, Bionda Marilyn steht seither auch auf der Liste der Apfelsorten, die ich mir für meine Obsthecke bei einer Verlängerung vorstellen kann. Bisher hab ich in der unteren Reihe auf 30cm Höhe Jakob Fischer und Schöner von Bath als Frühapfel, in der zweiten Etage (60cm) Circe und Kanadarenette und in der obersten Reihe eine Quitte. Pflanzen von Lubera hab ich sonst im Beerengarten (Vierbeere, Brombere Navaho BigAndEarly), Spargel und zwei Säulenbäumchen. Ich bin mit den Pflanzen sehr zufrieden, das lässt sich meiner Meinung nach ganz gut mit eher regionalen oder alten Sorten kombinieren. Und nein, ich werde von Herr Kobelt nicht gesponsert ;-)
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Elro am 20. Oktober 2015, 23:43:48
So, gestern war es soweit und ich habe meinen ersten Redlove-Odysso verkostet.
Für eine zu frühe Ernte spricht:
- Apfel war im Inneren nicht so stark gerötet wie man es auf Bildern/Videos sieht;
- Apfel lies sich beim Ernten nicht ganz leicht vom Baum entfernen (vielleicht war ich da aber auch nur etwas zu zögerlich);
- Der Apfel hatte eine ungewöhnliche Geschmacksnote drinen, die ich nicht wirklich beschreiben kann. Kein "grüner" Geschmack, aber doch sehr unrund. Es schmeckt so als ob der Apfel entweder nicht reif bzw. nicht richtig ausreifte.
Was für eine zu späte Ernte spricht:
- Beim Ernten war er schon intensiv rot gefärbt. Die Schattenseite war auch nicht mehr grünlich sondern auch schon gelb-rötlich.
- Der Apfel duftete bereits sehr intensiv, so dass man am liebsten gleich hätte reinbeißen wollen.
- Der Apfel war gestern beim Verzehr bereits mehlig (Apfel wurde ca. 3 Wochen gelagert).
- Er schmeckte auch nicht sauer, sondern es war ein gutes Verhältnis aus Säure und Süße.

Der Gesamteindruck des Geschmackes war Aufgrund dieser einen merkwürdigen Geschmacksnote recht zwiegespalten.
Eine Redlove habe ich nicht aber drei andere rotfleischige Sorten.
Meine Erfahrungen damit:
Ich ernte nicht zu spät, wenn die Schale heller wird ist er zwar vollreif aber die innere rote Farbe baut sich ab und der Apfel wird mürbe. Wenn ich die Äpfel ernte sind sie innen knallrot, lagere ich sie länger wird das Fruchtfleisch heller. Aufgefallen ist mir das als ich letztes Jahr unreife Äpfel zwecks Ausdünnung entfernt habe und spaßeshalber daraus Gelee gekocht habe. Die unreifen Äpfel waren innen dunkelrot.

Die roten Äpfel haben alle einen "besonderen Geschmack". Alle haben sie die Gene vom Roten Mond in sich und der entstand aus Apfel und Aroniabeere.
Geschmacklich unterscheiden sie die "Roten" kaum voneinander.
Ich war bei einer Führung eine rotfleischigen Apfelplantage und habe dort einiges zum Thema gehört.
http://pomologen-verein.de/baden-wuerttemberg.html
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: floXIII am 21. Oktober 2015, 08:20:32
@Elro: Wenn ich dich jetzt richtig verstanden habe, dann würdest du mir raten eher etwas früher zu ernten? Wie dem auch sei, ich hoffe nächstes Jahr sind ein paar mehr Äpfel am Baum. Dann werde ich unterschiedliche Erntezeitpunkte wählen um so den idealen Zeitpunkt möglichst genau raus zu finden :)
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Elro am 21. Oktober 2015, 14:34:14
Ja, ich bin fürs frühere ernten.
Roter Mond/ Weirouge habe ich Mitte August geerntet und konnte ihn fast drei Wochen lagern.
Baya Marisa und Pomfital(der hat immer nur rosa Fruchtfleisch) habe ich Mitte September gerntet.
Der Pomfital ist jetzt schon mürbe, Baya Marisa schmeckt mir jetzt super aber auch hier sehe ich, daß das Fruchtfleisch heller wird.
Aber am besten sind diese Äpfel für die Verwertung geeignet.
Am besten Du testest nächstes Jahr verschiedene Erntezeitpunkte.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 21. Oktober 2015, 19:15:15
Die roten Äpfel haben alle einen "besonderen Geschmack".
Also Redlove Era hat ein ganz eigenes Aroma. Ein Apfel, den ich bis letzte Woche gelagert hatte, hatte wirklich sehr deutlich dieses - hmm - Beerenaroma, oder sind es süß-saure Drops? Jedenfalls sehr speziell aber auch richtig gut und interessant. Steht bei mir auf der Liste, falls ich mal auf eine einsame Insel verbannt werde.

 
Alle haben sie die Gene vom Roten Mond in sich und der entstand aus Apfel und Aroniabeere.
Das mit der Aroniabeere kann ich nicht so recht glauben. Ich dachte, es sei dieser rotfleischige Wildapfel "Niedzwetskyana", von dem die ihre rote Farbe haben. Biologen - Pomologen, ihr seid gefragt.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Elro am 22. Oktober 2015, 02:02:24
Alle haben sie die Gene vom Roten Mond in sich und der entstand aus Apfel und Aroniabeere.
Das mit der Aroniabeere kann ich nicht so recht glauben. Ich dachte, es sei dieser rotfleischige Wildapfel "Niedzwetskyana", von dem die ihre rote Farbe haben. Biologen - Pomologen, ihr seid gefragt.
Das mit der Aroniabeere würde in der Führung extra mehrfach betont.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: cydorian am 22. Oktober 2015, 09:26:57
Zu "roter Mond" hier: http://forum.garten-pur.de/index.php?topic=44646.45
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Talpini am 25. Oktober 2015, 20:09:10
Ich konnte heute eine Weirouge verkosten: Die rote Farbe innen, der beerige Geschmack und die Textur liegen sehr nah an meinem Redlove Circe dran, die Verwandtschaft lässt sich da nicht leugnen. Ich meinte in einem der Gartenvideos verrät Herr Kobelt, was die Eltern der Redloves sind - ich finde es aber irgendwie nicht mehr und weiß es nicht auswendig.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 18. November 2015, 18:54:16
Hier möchte ich noch ein paar erste Eindrücke zu den Sorten Bionda Patrizia, Paradis Myra und Paradis Utopia schildern. Diese Bäume wurden als Buschbäume auf M9 dieses Jahr im Frühjahr/Sommer gepflanzt und trugen ein paar Probierfrüchte, welche ich ausreifen ließ.

Bionda Patrizia:
Eine erste, gegen Mitte Oktober geerntete Frucht war von einigermaßen belanglosem Geschmack. Da Lubera schreibt, der Apfel brauche 1 bis 3 Monate nachreifen, damit er sein Aroma entwickelt, ließ ich den letzten Apfel bis 15. November hängen. Der Oktober war hierzulande ziemlich grauslig kühl und trüb gewesen, so dass ich ihm die Sonne der ersten Novemberhälfte gönnen wollte. Er ist also entgegen der Empfehlung im Katalog "am Baum nachgereift" und dann habe ich ihn frisch gepflückt verzehrt. Tatsächlich hinterließ die im November gepflückte Frucht einen sehr guten, frisch-saftigen und aromatischen Eindruck. Nachdem die Bionda-Serie als Alternative zu Golden Delicious (GD) gedacht ist, möchte ich den Apfel mit GD vom Hochstamm, gepflückt beim Bauern vergleichen: Der GD ist dieses Jahr für unsere Klimazone ungewöhnlich aromatisch ausgefallen, zumindest gilt dies für vollsonnig gereifte Früchte, welche einen leichten, rötlichen blush ausgebildet haben. Trotzdem ist der GD schwächer und flacher im Aroma als die Bionda Patrizia. Letztere ist näher am Pinova, säurereicher und saftiger als der GD, knackiger, in der Textur nicht so "schaumstoff"-mürbe wie der GD.
Wenn sich die im Katalog angegebene Lagerfähigkeit bis Januar bewahrheiten sollte, ist die Bionda Patrizia tatsächlich eine überlegenswerte Alternative zum GD.
Gesundheitlich war der Baum im ersten Standjahr unauffällig bis auf einen extrem starken Blattlausbefall - ziemlich der schlimmste Befall neben dem Gravensteiner unter den Äpfeln, was eventuell meiner "Bodenverbesserung" mittels Sand geschuldet ist. Die Ameisen nutzten gnadenlos ihre Chance neben den Bäumen Nester anzulegen.

Paradis Myra:
Ein Apfel geerntet am 15. November und frisch vom Baum weg verzehrt. Gemäß Katalog sollte man den Apfel Ende September ernten und dann zwischen November und März essen.
Mein Eindruck - ein süßer, schmackhafter Apfel - aromatisch und regelrecht etwas würzig. Geschmacklich geht er in eine ähnliche Richtung wie mein Yummy Alex, ist aber aromatischer als letzterer und mit deutlicherer Säure. Meine "Yummies" sind dieses Jahr sehr säurearm geraten (Sommerhitze? Späte Ernte Anfang November?). Der Myra ist auch fester, knackiger als der Yummy Alex, trotzdem noch gut zu kauen und saftig. Die im Katalog behaupteten Birnenaromen sind mir in der Kürze entgangen. Dazu müsste man den Apfel vielleicht wirklich lagern. Da der Yummy Alex in einem "normalen" Jahr im Naturlager bis Mai haltbar ist, würde ich dem Myra bei seiner Konsistenz eine mindestens ebenfalls so lange Lagerfähigkeit zutrauen. Das wäre von Unterlage M9 (der Yummy Alex ist wurzelecht) geradezu sensationell. Ebenso wie beim Yummy Alex könnte ich vom Myra ohne weiteres drei Äpfel hinterinander verzehren - hatte leider nicht so viele Myras. Zum Vergleich dazu würde ich "drei Brettacher hintereinander essen müssen" oder drei Ontarios als Zumutung empfinden. So nett diese Äpfel als Abwechslung sein mögen, von schwachwüchsiger Unterlage (der Brettacher) bzw. allenfalls mittelstarker Unterlage (der Ontario), bauen diese Äpfel jetzt im November meiner Meinung nach bereits ab und zeigen, dass sie bald mehlig werden.
Meine Meinung zu Paradis Myra -von der Würze sicherlich keine Zabergäurenette, aber wer auf "moderne" Aromen steht, dem könnte dieser Apfel schmecken; feinzelliger als Cripps Pink, aber vielleicht doch irgendwie ähnlich vom Zucker-Säureverhältnis und Aroma. Der Cripps hat einen stärkeren Anklang an Granny Smith.

Baumgesundheit war im ersten Standjahr völlig unauffällig.

Paradis Utopia:
"Braucht man so einen Apfel?", war mein erster Gedanke, als meinen ersten Utopia aß. Natürlich nicht, andererseits unter den all den resistenten Sorten war er doch recht harmonisch. Im Katalog steht hinter dem Aroma ein Ausrufezeichen. Hmm - Aroma hat er, saftig ist er auch und für einen Supermarktapfel wäre er außergewöhnlich gut. Vom Geschmack her würde ich wahrscheinlich die meisten meiner Re-Sorten gegen den Utopia eintauschen. Andererseits könnte man natürlich sagen, einfach ein moderner Apfel, wenn auch ein guter - insofern so außergewöhnlich wie ein Popsong unter 40 anderen in den Charts.

                                                                                          *****

Dies waren meine ersten Eindrücke bislang von den dieses Jahr gepflanzten Lubera Apfelsorten. Kann sein, dass ich den einen oder anderern noch richtig kennenlernen muss und eventuell meine Meinung ändern werde. Gemeinsam ist ihnen allen der "moderne" Charakter, die Süße, auch wenn Säure immer spürbar war und keiner so plattsüßlich wie "Gala" war. Jeden finde ich interessanter, als die totgelagerten Äpfel aus dem Markt. Alle Lubera-Sorten waren sehr, sehr saftig - bei der Bionda Marilyn spritzte beim Reinbeissen der Saft nur so aus dem Mund. Und wie beim Myra gesagt, ich hätte bei keiner der verkosteten Sorten Probleme, drei Äpfel hintereinander zu essen.
Zumal mich einige der historischen Apfelsorten auf schwacher / mttelstarker (?) Unterlage bisher eher enttäuscht haben, darunter meine "ABC-Äpfel" - Alkmene, Berlepsch und Cox Orange, welche heuer allesamt trocken und enttäuschend ausfielen. Die Lubera-Äpfel sind offenbar für den Erfolg auf schwächeren Unterlagen ausgewählt und konnten auch in einem schwierigen Jahr wie diesem schmackhafte, saftige Äpfel produzieren.
Und natürlich regen sie die Phantasie an, wie es wohl wäre, einen Ontario mit dem Redlove Era zu kreuzen, um einen großen, mürben Lagerapfel mit dem rotem Saft und dem Bonbon-Drops-Aroma des Redlove zu erhalten... .




Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Jopse am 30. Januar 2016, 08:32:09
@b-hoernchen - Danke für deine ausführliche Beschreibung der Apfelsorten!

Mich würde interessieren, ob jemand schon etwas über die Lagerfähigkeit von Lubera Äpfeln (z.B. Patrizia, Myra etc.) sagen kann.

Vorletztes Jahr habe ich u.a. eine Patrizia gepflanzt. Der Baum ist, wie auch die anderen, gut angewachsen. Allerdings habe ich das selbe Problem gehabt das b-hoernchen beschrieben hat. Einen übermäßigen Befall durch Blattläuse (bei mir war übrigens kein Sand im Boden). Dies ging soweit, dass der junge Baum alle Blüten eingebüßt hat.

Generell bin ich auf der Suche nach einer modernen Sorte die man gut lagern kann und die noch lange ins neue Jahr knackig bleibt.
Falls jemand Vorschläge hat würde ich mich freuen...




Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 24. April 2016, 12:42:32
Da die diesjährige Apfelernte aufgrund von Nachtfrösten wahrscheinlich ins Wasser fallen wird, noch schnell ein paar Bilder von der Blüte:

1. Redlove Circe, letztes Jahr gepflanzt:
(http://img5.fotos-hochladen.net/thumbnail/img2485as8xui75tnm_thumb.jpg)

2. Redlove Odysso, als 1-jährige Veredlung letztes Jahr gepflanzt:
(http://img5.fotos-hochladen.net/thumbnail/img2482awhkx1j0al2_thumb.jpg)

3. ... und en détail:
(http://img5.fotos-hochladen.net/thumbnail/img2480au3rhl2aicv_thumb.jpg)


Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Malus sieversii am 24. April 2016, 13:08:24
Schöne Bilder,
jedoch deine Anbindemethode gefällt mir nicht.
Besorge dir doch einen PVC Bindeschlauch https://www.baywa.de/shop/produkte/themenwelten/weinbau-themenwelt/anbau/binden/bindematerial/bindeschlauch-p674398
Dürfte auch bei dir in der Gegend erhältlich sein.


Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 24. April 2016, 13:19:51
Du meinst wegen Anbinden mit 8er? Für's erste Jahr wollte ich nur maximale Immobilisierung, damit die Pflanze gut einwrzelt, deshalb einfach am Marterpfahl angebunden. Ich wollte eigentlich jetzt bald mal auf richtigen Kokosstrick eben mit 8er Schleife umsatteln. Und dann frag' ich mich, wie lange ich noch die separaten Pflanzpfähle brauch', oder ob ich die Pflanzen bald nur mehr am Draht festbinden soll?

Ich hab' mit so Plantagen-Schnurbäumen halt keine Erfahrung.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Bergischer Apfel am 24. April 2016, 22:28:54
Hallo,
die sind aber schön:). Bei mir hat sich dauert es noch ne weile bis sich die ersten Apfelblüten öffnen. Ich würde sie einfach abdecken einwickeln oder ähnliches, sollte bei der Baumgröße doch durchaus gehen?

LG Thorben
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: mime7 am 25. April 2016, 08:03:01
Das Einwickeln kann auch massive Nachteile haben: Der Windwiederstand wird massiv erhöht, auch bleibt viel mehr Schnee drauf liegen. Bei uns soll es die nächsten Tage massive Böen haben, bei weiter kalten Temperaturen.
Wenn es dumm läuft rettet man dann die Blüten, aber leider liegen die Äste am Boden. Dann ist nicht nur die diesjährige Ernte hinüber, sondern es muss auch der Baum neu aufgebaut werden.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 25. April 2016, 10:37:54
Das ist es, heute früh lagen hier drei Zentimeter Neuschnee.
Die Decke wäre jetzt durchnässt und schwer... . Eine Profiabdeckung bräuchte ich halt. Aber leider kann ich keinen Bauern begeistern mit mir eine richtige Plantage aufzuziehen.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Jopse am 05. August 2016, 12:08:14

Ich wollte einmal kurz einen Erfahrungsbericht zu meinen Lubera Apfelbäumen schreiben.
Folgendes habe ich gepflanzt:
Herbst 2014 – Patrizia und Morgana (hätte eigentlich eine Katka sein sollen)
Frühling 2015 – Sparkling
Herbst 2015 – Werdenberg
Alle Bäume waren 2-jährige Buschbaume auf M9, bis auf Patrizia Halbstamm (M9). Alle sind gut angewachsen.

Patrizia
Im letzten Jahr hatte der Baum Blüten angesetzt. Leider starker Befall von Blattläusen und Raupen. Kein Apfel. Diese Jahr hat der Baum keine Blüten angesetzt ?!? Erneut mehr Befall von Blattläusen als bei den anderen Apfelbäumen. Hoffentlich gibt es nächsten Jahr den ersten Apfel. Habe den Baum gepflanzt weil ich eine Lagersorte gesucht habe und Lubera diese Sorte als „spitzen Lagersorte“ angepriesen hat. Im diesjährigen Lubera-Prospekt ist eine Vergleichsgrafik abgebildet, welche die Lagerfähigkeiten der Sorte dann doch stark relativiert…

Morgana
Hatte im ersten Jahr 5 Äpfel. Die Äpfel haben ausgesehen wie gemalt. Die Beschreibung im Lubera-Katalog „säurearm, leicht parfümiert“ trifft es sehr gut. Leckerer Herbstapfel. Der Apfel hat diese Jahr nicht geblüht.

Sparkling
Der Baum hat noch im Pflanzjahr stark geblüht und ca. 80(!) kleine Äpfel angesetzt. 7 Stück habe ich reif werden lassen. Leckerer Apfel, dessen Geschmack mich stark an eine alte gute Apfelsorte erinnert (leider kenne ich deren Namen nicht). Die Textur ist sehr knackig, aber nicht so ungewöhnlich wie es die Beschreibung erwarten lässt. Von der Optik her sieht der Apfel recht rustikal aus. Manche Äpfel hatte teilweise ein paar rissige Stellen. Diese Jahr hat der Baum nicht geblüht, ist aber gut gewachsen.

Werdenberg
Da meine Morgana eine Fehllieferung war, hat Lubera eine kostenlose Ersatzlieferung angeboten. Die freundliche Dame vom Kundenservice hat den Werdenberg als ihren persönlichen Lieblingsapfel im Programm beschrieben. Da ich einen frühen Apfel gesucht habe, bin ich ihrer Empfehlung gefolgt. Der sehr schön gewachsene Baum kam letztes Jahr im Herbst. Im Frühjahr hat er als einziger meiner Lubera Bäume geblüht. Eine Hand voll Äpfel dürfte in der kommen Zeit reif werden.


Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 05. August 2016, 13:10:23
Update:
Ich hab' gegen den Frost Zelte und Iglos gebaut, eine Plane über den Draht meiner Plantage in der Einfahrt geworfen und mit dem Heizlüfter den "Tunnel" beheizt (ja - spinnen muss man halt...).

Bei mir fruchten alle letztes Jahr gepflanzten Lubera-Sorten, z. T. sehr reichlich, wie z. B. der Odysso, der Era und auch der so schön blühende Circe hat Früchte. Von meinem Era ist vor ein par Wochen sogar der Haupttrieb abgebrochen, weil ich zuviele Äpfel draufgelassen hatte - der Wind!
Ich hab' aber auch den Boden für meine Bäume auf M9 schön vorbereitet (Sand in den schweren Tonboden eigearbeitet und damit meine ich nicht nur ein Eimerchen Sand, sondern schubkarrenweise Sand), letztes Jahr im ganzen Garten 16 Kubikmeter Pferdemist verteilt...).
Und ich mach was gegen den Apfelwickler - Madex MAX.!
Also - so kein Hagel kommt... .

Mein Eindruck: Alle meine Lubera - Apfelsorten sind sehr problemlose Träger, das kann natürlich anders sein, wenn man einen frisch gepflanzten Baum seinen Überbehang an Äpfeln tragen lässt - dann kann es schon mal zu einem Aussetzer im folgenden Jahr kommen. Oder wenn man die Bäume in schlechten Boden setzt, die Baumscheibe nicht frei hält. Bäume auf M9 wollen guten Boden!

Der Paradis Katka im Spalier wird gerade reif - und lässt die Äpfel fallen, heute wieder 3 Stück aufgeklaubt. Mein Eindruck - der fällt sehr knappreif. Da ist noch Stärke, die Kerne weißlich. Daneben steht ein Piros (mein Zweitpiros), von dem jetzt ebenfalls die ersten Früchte reif werden,  der behält seine Früchte besser - ideal wohl genussreif gegen 15. August zu pflücken... .

Und jetzt der Vergleich Piros - Paradis Katka: Der Piros ist ebenfalls ein problemloser Träger, ebenso wie die Lubera-Sorten sehr anfällig für den Apfelwickler. Aber der Piros - vollreifer Piros wohlgemerkt, wenn die Grundfarbe von hellgrün nach gelblich weiß umgefärbt hat und die rosaroten Streifen zu leuchten beginnen -  ist so ziemlich das komplexeste, vollmundigste, und genialste, das ich von Äpfeln kenne... . Ich erfinde neue Namen für den Piros: Caribbean Sunset - keine Ahnung - einfach nur vollreif und sonnenwarm pflücken, Augen schließen und genießen, süß-aromatisch, satig, mürbe, aber nicht schaumstoff-mürbe wie Klarapfel leicht wird. Von mir aus könnte es 12 Monate August sein... .
Den Vergleich kann der Paradis Katka nur verlieren. Der ist auch saftig aber feinzelliger, fester, vom Aroma her nicht so ausgewogen - es überwiegt "pomadig-süßlich", Kaufhaus-Gala-gewöhnlich, der Süße fehlt das entsprechende Gegengewicht an Aroma, an Säure  - da ist er irgendwie schwach.  Das macht ihn "blass-süßlich", etwas für Leute, für die ein Apfel haptsächlich deutlich süß sein muss. Also, ich ess' auch meine Katkas - aber einen Zweitkatka kauf' ich mir nicht... .

Und der Paradis Julka - der ist immer noch nicht reif, obwohl der einen guten Platz im südseitigen Gartenstreifen vor den Pfirsichbäumen hat. Die Lubera-Angaben zu den Reifezeiten scheinen mir im Bodenseeklima gewonnen zu sein.

Was Läuse angeht - die Ameisen sind schuld! Auch meine alten Sorten (Brettacher, Parkers Pepping) sind voller Läuse und Ameisen, die die Läuse pflegen! Nachdem ich mit Leim die Ameisen am Heraufsteigen gehindert habe, wurde der Bionda Patrizia in kurzer Zeit läusefrei.



Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 06. August 2016, 15:25:28
Hier ein paar Fotos vom heutigen Tage:

Odysso - hat letztes jahr nicht getragen - dafür heuer voller Fruchtbehang, den dürfte man noch besser ausdünnen... (ganz rechts im Bild ein Zweig der ebenfalls letztes Jahr gesetzten Quitte "Cydora Robusta"):
(http://img5.fotos-hochladen.net/thumbnail/img2741aql25kzt8u4_thumb.jpg)

Calypso - kam etwas zerzaust letztes Jahr mit ein paar Früchten, die er nicht zu Ende tragen konnte - heuer 6 Früchte:
(http://img5.fotos-hochladen.net/thumbnail/img2742acalyp8gma9sf2hx_thumb.jpg)

Marilyn: Heuer nur ein Blütenbüschel mit 5 Fruchtansätzen an einem Ast hinten rechts, die ich unvernünftigerweise alle noch drangelassen habe:
(http://img5.fotos-hochladen.net/thumbnail/img2743amarilzvcb0qmajw_thumb.jpg)

Circe - der Baum mit dem reichen Blütenflor vom Frühjahr. Kam letztes Jahr ebenfalls bereits mit ein paar Früchten, die er vor der Reife abgeworfen hat. Heuer im Juli hab' ich schon zwei Früchte völlig unreif geerntet weil ich's nicht mehr erwarten konnte. Einen der Leitäste habe ich heuer nahe der Sprossachse zurückgeschnitten, da dieser infolge unsachter Behandlung beim Verpacken verkahlt war :
(http://img5.fotos-hochladen.net/thumbnail/img2744acirceubasi6nvtk_thumb.jpg)

Paradis - Katka mit den restlichen verbliebenen Früchten, die meisten sind nun herunten (ganz links ein Ast vom Piros mit drei Äpfeln):
(http://img5.fotos-hochladen.net/thumbnail/img2747aparadfar9h0wzyl_thumb.jpg)

Alle diese Bäume wurden letztes Jahr gepflanzt - und fruchten dieses Jahr bereits trotz unvernünftiger Behandlung durch den Besitzer!


Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: strohblume am 06. August 2016, 15:38:49
Das sieht alles sehr gut aus bei dir , auch mit den Drähten aber hältst du den Pflanzabstand für nicht zu klein? Sind die alle auf M9 Unterlage?
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: cydorian am 06. August 2016, 15:40:32
Schöne Hecke. Auch alles sehr gesund. Der Pflanzabstand ist mir allerdings auch aufgefallen. Oder stehen die auf M27?
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 06. August 2016, 15:43:19
Der Pflanzabstand ist zu klein, da habt ihr recht. Auch die eine oder andere Birne ist da "notgeparkt". Ich dachte, wenn sich was nicht bewährt, fliegt es raus und der Abstand vergrößert sich.
Was aber, wenn sich alles bewähren sollte -?
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: cydorian am 06. August 2016, 15:56:08
Jaja, das Platzproblem :-)
Auch ein Meter geht. So eine Dichtpflanzung ist eben viel Arbeit. In der Plantage macht man das mit Bäumen auf M27, sehr schlanken Spindeln, Pflanzdichte bis 20000 Bäume pro Hektar. Geht aber nur mit Fertigation.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Natternkopf am 06. August 2016, 23:29:58
Heute zur Abendessen Nachspeise, Redlove Apfelkuchen gegessen.

Habe gleich 3 Stück genossen. ;D
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 08. August 2016, 22:30:56
Weitere Lubera-Bäume, die dieses Jahr bei mir tragen:

Paradis Julka, letztes Jahr als 1-jährige Veredlung gekauft (ohne Früchte) - dieses Jahr über 30 Früchte!

Bionda Patrizia, letztes Jahr als 1-jährige Veredlung gekauft (mit wenigen Früchten, dürften 3 oder 4 Äpfel gewesen sein) - hat dieses Jahr fast 30 Äpfel angesetzt.

Frage an die Experten:
Wieviele Früchte dürfte man denn einem ca. 2 m großen Apfelbaum auf M9 im zweiten Standjahr vernünftigerweise zumuten, damit man ihn nicht überfordert?
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: strohblume am 09. August 2016, 21:15:40
Hallo, ich würde dir zu 15-20Äpfel  raten die unterentwickelten und beschädigten gl. abkneifen.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Fiscmac 65 am 09. August 2016, 23:09:10
Je Blütenbüschel 1-2 Stk, wenn er sie noch nicht selbst abgeworfen hat....
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 10. August 2016, 17:35:38
Das kann je nachdem, wieviele Blütenbüschel der Baum hatte, bereits eine große Anzahl Äpfel sein - oder aber sehr wenige... .
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Fiscmac 65 am 10. August 2016, 22:26:21
Kobelt empfiehlt überhaupt nur 1 Frucht/Büschel, glaublich ebenfalls im 2.Standjahr in Ippenburg.

http:  //www.gartenvideo.com/v/ausduennen-von-aepfeln-58812
oder
http:  //www.gartenvideo.com/v/fruchtausduennung-bei-apfelbaeumen-22695
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Elro am 11. August 2016, 00:01:45
Sag mal, wirst Du von Lubera gesponsert?
Wenn ich Deine Beiträge verfolge lese ich nur Lubera hier und Lubera da. Haben die das nötig?
Jetzt habe ich irgendwie so gar keine Lust auf die Produkte von Lubera  ::)
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: floXIII am 11. August 2016, 10:18:43
Sag mal, wirst Du von Lubera gesponsert?
Wenn ich Deine Beiträge verfolge lese ich nur Lubera hier und Lubera da. Haben die das nötig?
Jetzt habe ich irgendwie so gar keine Lust auf die Produkte von Lubera  ::)
Ohne jetzt genauer Fiscmacs Beiträge zu kennen, liegt es doch in der Natur der Sache, dass User, welche bei Lubera bestellen, hier ihre Erfahrungen kundtun möchten. Da schließe ich mich und auch b-hoernchen ja mitein. Da Lubera viele eigene Züchtungen, Selektionen anbietet, gibts dazu halt auch wenig Infos, außer die Herstellerangaben.
Wir geben dann halt auch gerne unsere Erfahrungen dazu weiter, damit sich andere Leser bei ihrer Kaufentscheidung leichter tun. Und es ist ja nicht so, dass wir alles loben, was uns Lubera anbietet.
Ich hadere z.b. mit meiner Blautropf (ist allerdings keine Lubera-Züchtung. Da wird halt was versprochen, was bei mir nicht eingetreten ist..), b-hoernchen z.T. mit den Lubera-Stachelbeeren. Wir stimmen gewiss nicht nur Loblieder auf Lubera an.
Deshalb finde ich, sollte man doch froh sein, wenn man Erfahrungsberichte von Hobbygärntern über neue Züchtungen/Sorten erhält.
Falls jetzt Fiscmac Lubera nur immer in den Himmel gelobt haben sollte, dann ist deine Kritik an ihm ja vielleicht durchaus angebracht, wer weiß  ;D

Um zum Thema zurückzukommen. Mein Odysso ist dieses Jahr leider erneut kaum gewachsen. Blattläuse haben viele Triebspitzen lahmgelegt und vielleicht muss ich doch einfach mehr düngen. Dass die Redloves gut wachsen zeigen ja die Bilder von b-hoernchen.
Vielleicht hätte ich auch einfach mehr Äpfel entfernen sollen. Wobei jetzt 11 Äpfel nicht so viel sind...
Im Frühjahr werde ich da einfach mehr düngen und gegen Ameisen Leim ausbringen. Dann hoffentlich wächst der Baum endlich besser.
Ansonsten freue ich mich schon auf die anstehende Ernte. Dürfte bei mir ja nicht mehr so lange dauern. Auf einer Internetseite habe ich gefunden, dass Odysso 2 bis 0 Wochen vor Golden Delicious geerntet wird. Da hier genügend Golden Delicious Anlagen stehen, kann ich so den richtigen Zeitpunkt hoffentlich gut treffen.
Ein von Vögeln angepickten Apfel habe ich vor ca. 2-3 Wochen entfernt (anschließend gleich ein Netz angebracht). Habe da mal spaßeshalber reingebissen und mann konnte schon ein gutes Aroma rausschmecken (natürlich noch sehr grün im Geschmack). Der lästige Beigeschmack vom welchen ich letztes Jahr berichtet hatte, konnte ich bei diesem frühen Apfel nicht mehr rausschmecken. Wenn der echt weg wäre, dann wäre das genial. Aber besser mal auf die richtige Ernte warten  ;)
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Elro am 11. August 2016, 19:10:23
Ohne jetzt genauer Fiscmacs Beiträge zu kennen, liegt es doch in der Natur der Sache, dass User, welche bei Lubera bestellen, hier ihre Erfahrungen kundtun möchten. Da schließe ich mich und auch b-hoernchen ja mitein.
Das ist auch so in Ordnung und war nicht an Dich oder b-hoernchen gerichtet ;)

Ich traue den Produkten nicht. Ein Obstbaumeister in der Nähe hatte mal alle Redloves bestellt und getestet, Ergebnis ernüchternd, auch kaum Unterschiede in Geschmack und Lagerfähigkeit. Er hatte mir davon abgeraten und gesagt, daß ich bei dem ersten rotfleischigen Apfel(Roter Mond/Weirouge) bleiben soll.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 11. August 2016, 20:00:31
Na ja, und jetzt berichten nicht nur ein Obstbaumeister sondern auch noch ein paar andere Leute darüber - dann entsteht vielleicht ein umfassenderes Bild.
Also - ich versuche zumindest das, was ich gut oder schlecht finde (Ertrag, Geschmack, Wuchs, Krankheits- und Schädlingsanfälligkeit) genau zu benennen, vielleicht auch mit einem Foto zu belegen (bin kein guter Fotograf). Dann kann sich jeder selber ein Bild machen.

Was sich im Vergleich mit anderen Äpfeln, alten Sorten, auf schwachwüchsiger Unterlage abzeichnet ist, dass sich meine Lubera-Sorten auf schwachwüchsiger Unterlage als sehr ertragswillig und unproblematisch erweisen - bis jetzt. Unter Läusen leiden fast alle hocharomatischen und süßen Apfelsorten bei mir, auch alte Sorten. Zu meinen Problemen mit Gravensteiner und Seestermüher Zitronenapfel (beides Sorten, deren Geschmack ich sehr liebe) gibt möglicherweise die Suchfunktion im Pflanzengesundheitsforum* was her. Die Früchte des Gravensteiner haben dieses Jahr außerdem stark an Kernhausbräune und vorzeitigem Fruchtfall gelitten - schade. Vielleicht züchtet der Herr Kobelt ja mal einen Apfel mit der Textur und dem feinsäuerlichen Geschmack des Gravensteiners, der auf M9 so sicher funktioniert, wie seine anderen Sorten. Das wäre eine echte Marktlücke.

*Edit: http://forum.garten-pur.de/index.php?topic=55981.0
          http://forum.garten-pur.de/index.php?topic=51698.0
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Fiscmac 65 am 11. August 2016, 21:57:13
Sag mal, wirst Du von Lubera gesponsert?
Wenn ich Deine Beiträge verfolge lese ich nur Lubera hier und Lubera da. Haben die das nötig?
Jetzt habe ich irgendwie so gar keine Lust auf die Produkte von Lubera  ::)

Liebe Frau Elke

Vorweg, ich werde von Lub nicht gesponsert, und ob du Lust oder Unlust für LUB empfindest ist mir freundlich geschrieben egal. Jeder kann selbst urteilen und bestimmen. Ich bin lediglich seit knapp 5 Jahren Hobbygärtner jedoch ein Fan dieser Baumschule, in der Kürze mit folgender Begründung:

Ich kenne im deutschsprachigen Raum keine HP die so umfangreich informativ aufgestellt ist. Es wurden rund 17.000 Kundenfragen beantwortet incl. veröffentlichter KUNDENKRITIK , es gibt klare Angaben über die Pflanze als STECKBRIEF,  samt Liefergröße/Containergröße, ausführliche KULTURANLEITUNGEN für nahezu jede gelieferte Obst- Blütenpflanze, regelmäßig saisonbedingte Themen und Beiträge, auf Gartenvideo.com wurden rd. 1700 Videos erstellt, die es auch einem Hobbygärtner erleichtern. Über die meisten Obst- und auch Blütenpflanzen gibt es auch Videos, und nicht nur Bilder wie bei reinen Händlern. Die gelieferte Qualität ist für mich konkurrenzlos, in 5 und 10 li Container für Beeren und Obstbäumen bestens verpackt, das mit 12 Monate Anwachsgarantie und einem Kundenservice der sich wirklich abhebt. Das erleichtert eben auch den Weg eines unbedarften Neueinsteigers in die Gartenphilosophie. 

ABER auch hier gilt dass ich nicht mit allen Produkten so RICHTIG einverstanden war.  Z.B die Low Princess Himbeere zog mir 2 Jahre den Nerv. An drei Standorten, im Topf wie auch im Freiland, mehr oder weniger gewässert, mit dem und dem Substrat…. dabei auch Pflanzen bei meiner Lebensgefährtin im Burgenland mit pannonischem  Klima sind ALLE verreckt, dabei war auch eine  kostenlose Ersatzlieferung, dann hab ich´s aufgegeben. Auch danach gab´s eine Gutschrift. Wobei, und das ist ja das eigentliche Problem, kaum zu eruieren ist ob nun das gelieferte Material oder der Gärtner die Schuld trägt. Darum fällt mir auch eine Produktkritik schwer, zumal  ja der Gärtner den größten Einfluss zur Entwicklung beiträgt, und der Baumschuler nur das offensichtlich getestete und selektierte Ausgangsprodukt liefert. Das Ganze „abgerundet“ durch Klimazone, Mikroklima, Standort, Substrat, Bewässerung, Schnitt, Streicheleinheiten und täglichem gut Zureden, und NATÜRLICH Läusen, Schnecken, Wühlmäusen, Dickmaulrüssler, Amseln  …. ;-) Gott sei Dank noch keine KEF.

Zu meinem Umfang im Garten:  ca. 20 % Altbestand, die restlichen 2/3 Pflanzen von Lub, 1/3 Pflanzen der österreichischen Baumschule Schreiber, von denen ich ebenso sehr begeistert bin. Vereinzelte Lieferungen und Einkäufe bei  Dehner, Pötschke, Deaflora und Horstmann, um auch die restlichen Lieferanten zu nennen. Praskac aus Österreich hatte mich noch mit zusätzlichen Paw Paw´s beliefert. Um eine mögliche Einseitigkeit bei meinen Lieferanten auszuschließen.

Sorry für das nun doch etwas langatmige OT, nun zurück zum Thread:

Ich habe folgende LUB-Apfelbäume angepflanzt, (den "LOLI" letzte Woche bekommen und umgetopft) :

Redloves: Odysso (Busch, Halbstamm und selbst erzogener Hochstamm), Calypso (Busch und selbst erzogener Hochstamm), Circe (Busch, Halbstamm und selbst erzogener Hochstamm) und seit 2 Wochen über den LOLLIPOP (1 jährig)-auf den ich mich besonders freue).

Paradies (Büsche und Halbstämme): Katka, Julka, Marylin, Patrizia, Werdenberg, Ninifee, Utopia, Sparkling und Myra

Säulen - Malini: Pronto und Subito.

SO LONG … mein (Teil-) OUTING Frau Elke, demnächst werde ich meine persönlichen sortenspezifischen Erfahrungen mit Euch teilen (derzeit etwas Zeitmangel) da es sich ja, laut Threadüberschrift um Lubera Äpfel handelt.

LG Hans
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: cydorian am 11. August 2016, 22:44:35
Wieviele Früchte dürfte man denn einem ca. 2 m großen Apfelbaum auf M9 im zweiten Standjahr vernünftigerweise zumuten, damit man ihn nicht überfordert?

Hat mit Luberas Züchtungen nichts zu tun, sondern ist generelle Regel: Mindestens zehn Blätter sind nötig, um  einen Apfel zu versorgen. Unter Plantagenbedingungen, d.h. optimale Besonnung und Boden ohne Nährstoffmangel. Im Hausgarten, wo spätestens ab Spätsommer Schattenstunden eintreten weil die Bebauung und andere Bäume die flacher stehende Sonne abschirmen, muss die Quote besser sein.

Pro Fruchtbüschel lässt man einen oder zwei Äpfel stehen. An kleinen Ästen und an Spitzen immer Einen. Schon deswegen, damit die Gewichtsbelastung nichts abreisst oder vorzeitig neigt. Ausgedünnt wird aber immer früher im Jahr (max. 4 Wochen nach Blüte), nicht erst jetzt. Meist bereits bei Blühbeginn, mechanisch. Später mit Stoffen wie Benzyladenin. Im Hausgarten bei Bäumen auf M9 würde ich von Hand zwei Wochen nach Blühende mit einer Schere Überbehang ausdünnen, Lateralfrüchte wegschneiden. An höheren Baumformen: Pech gehabt. Da muss es die Sorte selber schaffen.

Hoher Behang ist unerwünscht, er verursacht Mühe/Kosten beim Ausdünnen. Wer nicht ausdünnt, bekommt Alternanzprobleme und schlechtere Fruchtqualität in den Ertragsjahren. Besser sind gleichmässig gute Erträge über mehrere Jahre hinweg. Nach ein, zwei Jahren kann man über eine Neuzüchtung noch nichts belastbares sagen. Dieses Jahr war der Fruchtansatz z.B. generell sehr gut. Gib den Bäumchen einfach Zeit.

Zu Lubera: Dass die Diskussion über die immer wieder hochbrandet, lässt sich nicht verhindern. Sie halten sich präsent. Ihr Marketingkonzept richtet sich schliesslich ganz speziell an Privatleute, an Endkunden, also an uns. Kobelt ist ein sehr reger Vermarkter, produziert youtube-Videos am Fliessband, macht viel Wind Richtung Hobby-Kunden, kombiniert die Ideen der alten Massenversender mit anderen Methoden. Keine andere Baumschule ist so präsent beim Marketing. Schön. Gut. Tut er, darf er, soll er. Betriebswirtschaftlichen Erfolg hat er damit auf jeden Fall, da er die Ware für die nicht eben niedrigen aufgerufenen Preise offenbar verkauft bekommt.

Schön wärs, wenn man Züchtung und Baumschule etwas trennen könnte. Wir reden ja auch nicht ständig über Jean-Baptiste van Mons, wenns um Birnensorten geht. Schon allein durch die stark zielorientierte Namenswahl von Kobelt bekommt Lubera genügend Aufmerksamkeit. Er vermarktet die Sorten schliesslich exklusiv.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 11. August 2016, 23:01:47
Danke für die Ausdünnregel, cydorian, die hilft mir und einigen anderen sicher weiter - auch wenn es mich gleich wieder beim Unvernünftigsein erwischt.
Ich traue den Produkten nicht. Ein Obstbaumeister in der Nähe ...
Was Vorbehalte, (Vor-)Urteile ohne eigene Erfahrungen und Berichte aus zweiter Hand betrifft - vielleicht bitte einfach einen eigenen Faden aufmachen, Lubera-bashing, Lubera-Fan-Bekundungen, egal was oder wo. Da kann man dann diskutieren, ohne dass es diesen thread in Länge zieht.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Fiscmac 65 am 11. August 2016, 23:18:14
Du meinst Marketing wie es andere Züchter und Lizenznehmer ebenfalls betreiben, und auch exklusiv ...

Wie

PINKLADY EDIT: als Clubsorte, Reiner Sortenname CRIPPS PINK
ROCKIT
MIAPPLE
BAYA MARISA
CATS Gruppe
Artevos
etc .........

Dieses Recht darf wohl jeder Züchter für sich beanspruchen.

Meine Antwort Nr. 75 hatte auch nichts mit Lubera Sorten zu tun, ist eine Allgemeinregel, da es sich um einen Lubera Apfelthread handelt habe ich dies vom "Züchter" selbst nochmals im Beitrag 77 untermauert

EDIT: User "M",  es handelt sich bei Pink Lady um eine sog. Clubsorte, wie auch zb. bei Fuji (Kiku)







Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: cydorian am 11. August 2016, 23:46:31
Niemand hat hier von einem Sortenschutzinhaber verlangt, wie er seine Sorte zu vermarkten hat. Schon die Vorstellung ist absurd.

Es ging mir darum, dass mit einer Sorte wie "Paradis Julka" bereits Lubera vollautomatisch mitgenannt wird, auch ohne das auszusprechen. Denn Lubera vermarktet sie exklusiv. Alle Paradis Julkas führen somit zwangsläufig zu Lubera. Reicht doch eigentlich als Werbung, oder? Und glättet vielleicht die ebenso verständliche Unruhe bei den Foristen, die das Dauerthema Lubera, Lubera, Lubera nicht gern dauernd hören.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: M am 11. August 2016, 23:55:53
Du meinst Marketing wie es andere Züchter und Lizenznehmer ebenfalls betreiben, und auch exklusiv ...

Wie

PINKLADY

Ist ein Markenname keine Sorte .
@ cydorian

 Mindestens zehn Blätter sind nötig,

Entspricht das einem Din A4 Blatt ?
Anders gefragt ist es die gleiche Regel / der gleiche Maßstab ?


Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 12. August 2016, 11:28:23
"Aldinger's George Cave" erwähnt auch immer die Baumschule Aldinger - ohne, dass mir jemand sagen konnte, warum der besser sein soll, als der "gewöhnliche" George Cave. "William's Christ" Birne bleibt auch eine Hommage an die erstvermarktende Baumschule... .

Ansonsten ist der Hinweis cydorian's auf die 10 (Apfel)Blätter, welche mindestens nötig sind, eine Frucht zu versorgen, sehr wertvoll - und gehört zum Thema des Fadens, weil Lubera überwiegend Bäume auf M9 vermarktet, also deren Buschbäume, "Easytrees", "Spaliere" (hat das jemand mal bei denen bestellt- wo ist da der Unterschied zum Buschbaum oder Halbstamm?) und auch (zum Teil ?) Halbstämme stehen auf M9.
Hilft natürlich auch den Besitzern anderer schwachwüchsiger Apfelbäume weiter, egal ob selbst veredelt sind oder aus dem Gartencenter oder woher auch immer auch immer.

Fiscmac - du schreibst du hast dir Hochstämme Odysso, Circe und Calypso selbst gezogen- welche Unterlage hast du bitte? Und hast du schon Früchte von deinen Hochstämmen geerntet? Bei den überwiegend kleinen bis mittleren Fruchtgrößen ihrer Sorten auf M9 hätte ich Bedenken, dass die Früchte auf Sämlingsunterlagen eventuell winzig ausfallen-? Da wären Erfahrungen gefragt.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 21. August 2016, 12:18:49
Heute mal Fotos vom Paradis Katka - als Bestimmungshilfe und weil die Frage nach der Identität von Früchten immer wieder auftaucht:

(http://img5.fotos-hochladen.net/thumbnail/img276574obsizym9_thumb.jpg)

(http://img5.fotos-hochladen.net/thumbnail/img2763klfy7vqhob_thumb.jpg)

(http://img5.fotos-hochladen.net/thumbnail/img27763evdcluh24_thumb.jpg)

(http://img5.fotos-hochladen.net/thumbnail/img2783v3b5jh9nka_thumb.jpg)

Die letzten Äpfel von gut einem Dutzend, die der letztes Jahr gesetzte Baum getragen hat, habe ich am 14. August geerntet und ein paar Tage nachgelagert. Ich hab' ihm mit dem "unrunden" Geschmack etwas Unrecht getan - er ist nun vollmundig süß bis pappsüß mit einer gewaltigen Portion Golden-Delicious-ähnlichem Aroma. Das Fruchtfleisch ist knackig und saftig, von einzelnen leicht rosa bis rötlichen Adern durchzogen - ich hoffe, das kann man auf den Fotos erkennen. Das Aroma ist einschichtiger als das - sagen wir - eines Piros, der über Zitrusnoten bis tropische Früchte eine sehr große Palette an Nuancen bereit hält. Die Säureseite ist relativ schwach entwickelt - er ist fast so etwas wie eine Rubinette ohne deren Säure.
Die einen werden ihn total ablehnen wegen seiner außergewöhnlichen Süße,  andere, vielleicht Leute, die sonst keine Äpfel essen, weil die ihnen für gewöhnlich zu sauer sind, werden ihn lieben. Vielleicht ein Apfel zum "Anfixen" für Süßesser.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 22. August 2016, 11:58:08
Fotos von heute geernteten Julka-Äpfeln:

(http://img5.fotos-hochladen.net/thumbnail/img2785qvr805yp6d_thumb.jpg)

(http://img5.fotos-hochladen.net/thumbnail/img2792xazmn2kdos_thumb.jpg)

(http://img5.fotos-hochladen.net/thumbnail/img2794m5isdufrvx_thumb.jpg)

(http://img5.fotos-hochladen.net/thumbnail/img2801p87qsxy0km_thumb.jpg)

(http://img5.fotos-hochladen.net/thumbnail/img2805jcomfklywe_thumb.jpg)

Ich ernte seit etwa drei Wochen jeweils die reifsten Äpfel von diesem Baum, seit 2 Wochen sind sie gut genussreif. Tendenziell liegt er damit in der Reife einen Tick später als der Paradis Katka.
Geschmacklich finde ich den Julka absoluten mainstream, wie die Äpfel aus dem Kaufhaus, wo man sich einen Ida Red kauft und dann auch vergessen hat, welche Sorte das eigentlich war. Ausgeglichen bis tendenziell süßlich, Aroma eher flach, Konsistenz ähnlich wie der erwähnte Ida Red, eventuell einen Tick mürber. Warum der Julka doch eine gute Alternative zu gekauften Äpfeln ist: Der selbstgeerntete Apfel ist saftiger, frischer, doch etwas angenehmer als die abgelagerte Ware aus dem Markt - und ist ohne chemischen Pflanzenschutz zu ernten.
Der Baum, letztes Jahr gekauft für knapp 23 € als einjährige Veredelung trägt heuer zum ersten Mal und schon gut 30 Äpfel, die man nach und nach über Wochen pflücken kann. Ich hätte natürlich ausdünnen müssen - dann wäre auch die Fruchtgröße besser geworden. Krankheiten - keine! Schädlinge - nur wenige Läuse (Brettacher und Parkers Pepping daneben waren stark verlaust), gegen die ich nichts machen musste. Gegen Apfelwickler wurde Madex Max (Granulosevirus, biologisches Mittel) gespritzt.

Hier im Forum wurde schon einmal erwähnt, der Julka sei quasi dasselbe wie eine Sorte "close" (USA 1938) - ohne dass nähere Fakten genannt wurden. Andererseits wurde kritisiert, dass nichts über die Elternsorten der Lubera-Äpfel bekannt sei.
Vielleicht können die Fotos dazu beitragen, die Frage zu klären, ansonsten natürlich als Bestimmungshilfe.

Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Rib-Huftier am 22. August 2016, 12:55:53
Im Baumarkt habe ich Red-loves gesehen. Mir ist zwar bekannt, wie "aufopferungsvoll" sich die Mitarbeiter des Baumarktes sich um die Pflanzen kümmern, aber die Red-loves waren dennoch in einem bemerkenswerten schlechten Zustand. Sie waren regelrecht von Mehltau zerfressen. Da sahen die anderen Pflanzen besser aus. Unterm Strich möchte ich sagen, dass die Bäume nicht mehltau-fest sind. Die Johannisbeeren von denen sind aber lecker!
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 22. August 2016, 13:07:23
Bist du sicher, dass es Redloves waren und keine anderen rotfleischigen Sorten?
Maggy, Pomfital, Baya Marisa hab' ich schon im Gartencenter und im Baumarkt gesehen.
Würde mich wundern, wenn Lubera den Vertriebsweg über Baumärkte erlauben würde - eben wegen der mangelhaften Pflege dort und des daraus resultierenden schlechten Zustandes der Pflanzen, was dann auf den Ruf der Firma zurückschlägt.

Bei mir sind alle Redloves frei von Mehltau - ich muss bei den Lubera-Apfelbäumen keinerlei Mittel gegen Pilze anwenden.

Edit 1 - Calypso und Circe haben einen etwas behaarten Neutrieb, das kann leicht "mehtauig" aussehen. Aber "zerfressen", das kann ich mir nicht vorstellen... .

Edit 2: Ich hatte dieses Jahr eine einzige Mehltaukerze gesehen an meinen Lubera-Apfelbäumen, das war entweder am Circe oder Calypso. Daneben steht ein eindeutig nicht mehltaufester Baum - eine angebliche Rubinette (das müsste man mal klären), die hatte  Mehltau an mehreren Trieben. Also 100%ig mehltaufest sind die Lubera-Äpfel nicht, aber ich musste noch keinen gegen irgendwelche Pilzkrankheiten behandeln.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Elro am 22. August 2016, 14:37:22
Bist du sicher, dass es Redloves waren und keine anderen rotfleischigen Sorten?
Maggy, Pomfital, Baya Marisa hab' ich schon im Gartencenter und im Baumarkt gesehen.
Würde mich wundern, wenn Lubera den Vertriebsweg über Baumärkte erlauben würde - eben wegen der mangelhaften Pflege dort und des daraus resultierenden schlechten Zustandes der Pflanzen, was dann auf den Ruf der Firma zurückschlägt.

Es gab letzte Woche jede Menge von Lubera bei Toom im Angebot, darunter Redloves, Rhabarber und so Zwergbeerenzeugs.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Rib-Huftier am 22. August 2016, 15:12:49
Im Baumarkt habe ich Red-loves gesehen. Mir ist zwar bekannt, wie "aufopferungsvoll" sich die Mitarbeiter des Baumarktes sich um die Pflanzen kümmern, aber die Red-loves waren dennoch in einem bemerkenswerten schlechten Zutsand. Sie waren regelrecht von Mehltau zerfressen. Da sahen die anderen Pflanzen besser aus. Unterm Strich möchte ich sagen, dass die Bäume nicht mehltau-fest sind.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Rib-Huftier am 22. August 2016, 15:26:50
Dann noch ein Kommentar zum Geschmack: Der Besitzer von Lubera besizt noch eine Firma, die für den Erwerbsbau Äpfel vermehrt. Die Sorten sind die selben, wie die bei Lubera. Somit ist es bei weitem nicht abwegig, wenn die Zucht der Äpfel sich auf den Mainstream beschrenkt. Da sind die Red-loves relativ gewagt. Dies können wir auch bei den Mini-Kiwi sehen. Der Mini-Kiwi-Züchter Herr Merkel züchtet Kiwis, die eine rote Farbe entwickeln, obwohl die Kiwi in der Regel grüne Früchte bildet. Der Grund liegt einfach darin, dass der urbane Kunde rote Früchte bevorzugt. Eine abweichung von der Norm weg, ohne eine revoltionäre Verbesserung, ist heute kaum noch anbauwürtig. Wer was besonderes haben will muss selber züchten oder veredeln lernen.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Fiscmac 65 am 22. August 2016, 15:58:18
Sorry, aber das ist nicht ganz korrekt. Tommy Hungerbühler hat eine Erwerbsanlage nicht mit dem käuflich erwerbbaren Odysso sondern mit einer eigenen Selektion des Odyssos. Diese Sorte kann man nicht kaufen. Ich habe drei Sorten und noch nie Mehltau gesehen. Deine Behauptung, diese Sorten seien nicht mehltaufest würde ich als rufschädigend bezeichnen  ;) zumal du offensichtlich keine Erfahrung mit eigenen Redloves hast.

LG Hans

Edit: Danke Thomas für deinen Bericht, ich hatte heuer leider nur 7 Katka Äpfel... ok, im ersten Standjahr ...
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Dietmar am 22. August 2016, 15:59:38
Zitat
Ich habe mich gerade bei Lubera schon öfters gefragt, ob das was die anbieten überhaupt neue Sorten sind, oder ob es nicht vielmehr alte Sorten sind die dann unter einem anderen besser klingenden Namen neu vermarktet werden.

Zumindest bei Tafeltrauben ist das bei Lubera so.

In der heutigen "schnellen" Zeit müssen neue Sorten sofort auf den Markt, um das bei der Züchtung aufgewendete Geld wieder einzuspielen - und das ohne ausgiebige Erprobung und schon gar nicht für verschiedene Standortbedingungen, über längere Zeiten und verschiedenen Krankheitserregern. Eine sachkundige Erprobung dauert und kostet das Vielfache der Zucht. So verwundert es nicht, dass mehr als 90 % der Neuzüchtungen nicht nur bei den Äpfeln bald wieder verschwinden.

Außerdem müssen auch die weniger erfolgreichen Neuzüchtungen ihr Geld wieder einspielen und Dank erfindungsreichem Marketing werden die neuen Sorten erst einmal kräftig angepriesen. Ehe der Käufer merkt, dass sich die Erwartungen nicht erfüllen, sind einige Jahre vergangen und die Gewährleistung vorüber.

Neue Sorten erfordern oft ganz spezielle Befruchter, Pflanzenschutzmittel usw., d.h. erfolgreiche Sorten aus dem gewerblichen Anbau funktionieren im Kleingarten noch lange nicht.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 22. August 2016, 21:05:46
Bitte zurück zu den Äpfeln. Grundsatzdiskussionen in einem eigenen thread - bitte!
Und noch was - bitte von eigenen Anschauungen und Erfahrungen berichten, keine Mutmaßungen - Erfahrungen aus zweiter Hand bitte als solche kenntlich machen.

Ehe der Käufer merkt, dass sich die Erwartungen nicht erfüllen, sind einige Jahre vergangen und die Gewährleistung vorüber.

So geht's mir derzeit mit den alten Sorten auf schwachwüchsiger Unterlage!

Zu den Äpfeln: Erfolgreiche alte Sorten von der Streuobstwiese funktionieren noch lange nicht reibungslos im Kleingarten auf schwachwüchsiger Unterlage, wie ich aus eigener Erfahrung nun feststellen muss... . Meine Apfelernte dieses Jahr kommt großenteils von letztes Jahr gepflanzten Lubera-Apfelbäumen und anderen neuen/resistenten Sorten wie Piros, Liberty und Retina (die stehen schon seit 2013 bei mir).
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Wurmkönig am 23. August 2016, 07:10:25
Das mit dem Mehltau ist halt eine Frage der Umweltbedingungen, auf einem meiner Duo-Obstbäume (unten Paradies Myra) hatte ich auf einem Ast massiv Mehltau. Der ragte aber unter einen Fliederbusch rein und als ich den zurückgeschnitten habe war auch der Mehltau weg.

Auf den Lub-Stachelbeeren hatte ich massivst Mehltau, wollte schon alles wegwerfen - aber die standen im Topf unter einem überdachten Balkon. Seitdem sie draußen im Garten stehen kann ich keinen mehr erkennen.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 23. August 2016, 20:54:02
Hier ein paar Fotos der Blätter meiner Redloves vom heutigen Tage:

Redlove Circe - ich hab' die Mehltaukerze wieder gefunden - der Baum hat die Infektion selbständig eingedämmt
(was macht man bitte gemäß Lehrbuch mit solchen "Kerzen" - wegschneiden?):

(http://img5.fotos-hochladen.net/thumbnail/img2818pngt72s4rz_thumb.jpg)

So sehen die übrigen Triebe von Circe aus:
(http://img5.fotos-hochladen.net/thumbnail/img28201ldzbif6cx_thumb.jpg)

Calypso:
(http://img5.fotos-hochladen.net/thumbnail/img28219ox0vsekli_thumb.jpg)

Era:
(http://img5.fotos-hochladen.net/thumbnail/img2825ciezfmlh6u_thumb.jpg)

Odysso:
(http://img5.fotos-hochladen.net/thumbnail/img2822kc4psbt59v_thumb.jpg)



Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Fiscmac 65 am 23. August 2016, 21:13:31
Heute erste Circe geerntet, zerteilt und verkostet...  natürlich zu  früh... aber einfach eine neue geniale Frucht.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 28. August 2016, 23:22:48
Aus dem Sommerapfel-thread:

... Paradis Julka und Paradis Katka sind

1. sehr neu, da fehlen noch Erfahrungen für unterschiedliche Gegenden.
Deshalb berichten ein paar andere user und ich ihre Erfahrungen hier, damit etwas darüber bekannt wird - auch wenn man manchmal den Eindruck hat, es sei ein Spießrutenlaufen über Lubera-Äpfel zu schrieben
...
3. Die Dinger sind sauteuer. Veredeln geht auch nicht, da Sortenschutz, jedenfalls wenn man sich an das Recht hält.
Knapp 23 € für einen Baum, der heuer (im ersten Jahr nach dem Kauf) über 30 Früchte trägt, finde ich nicht sonderlich teuer. Teuer ist es, wenn man alte Sorten auf schwachwüchsigen Unterlagen kauft und man merkt, dass alle diese Bäume Murks sind bzw. deren Früchte nicht die erwünschten, sortentypischen Reife- und Lagereigenschaften von der Sämlingsunterlage haben. Aber bitte - wer resistente, weitgehend chemiefreie zu haltende Äpfel züchten will und kann und sie günstiger als Lubera anbieten kann, soll das tun. Oder meint, er könne die Kosten für kontrollierte Befruchtung, Schorfscreening, Selektion etc, dadurch wieder einspielen, dass er kostenlos Reiser abgibt. Auch Herrn Kobelt darf man doch soviel betriebswirtschaftliches Denken zugestehen, dass er seine Firma nicht gegen die Wand fahren muss.


Übrigens - hier noch was zum Thema "Lubera-Äpfel selber veredeln":

Ich hab' ganz einfach mal höflich nachgefragt, ob ich Reiser der von mir gekauften Bäume zum Privaten Gebrauch auf neue Unterlagen setzen darf, na ja, weil ich meine, bei einigen Sorten wäre M26 oder MM111als Unterlage mal interessant auszuprobieren.

Und hier die Antwort von Lubera:

"Sehr geehrter Herr ...,

vielen Dank für das freundliche Telefonat gestern. Wie versprochen habe ich die beiden von Ihnen angesprochenen Themen intern besprochen.
...

-          Sie haben offiziell die Erlaubnis, mit Reisern von Ihrem eigenen Apfelbaum unsere Sorte zu veredeln und zu vermehren. Aber nur unter der Bedingung, dass Sie weder Pflanzen noch Früchte verkaufen. Bezahlen müssen Sie dafür nichts. Kaufen Sie einfach wieder bei uns ein. J

Mit freundlichen Grüßen

 

Philipp Schneider



Leiter Shop
"

Also genau wie bei urheberrechtlich geschützter Musik: Kopieren zum privaten Gebrauch erlaubt.

(Das andere angesprochene Thema war, ob es einen Korb von Früchten mit unterschiedlichen Lubera-Äpfeln zu kaufen gäbe, um sich durch das Sortiment zu essen - leider ist die Antwort nein. Ich wurde auf den Apfeltag am "Tag der Gärten" (03. Oktober dieses Jahr) verwiesen, an dem es auch Lubera-Äpfel zu verkosten geben wird).
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: cydorian am 29. August 2016, 15:02:18
Aus dem Ursprungstherad herausgelöst und in anderem Zusammenhang zitiert ändert sich die Aussage. Beispiel:

Knapp 23 € für einen Baum, der heuer (im ersten Jahr nach dem Kauf) über 30 Früchte trägt, finde ich nicht sonderlich teuer.

Im Ursprungsthread gings um eine Obstwiese und da kommt nicht der billigste Busch zu 22,95 in Frage, sondern das, was die als "Halbstamm" anbieten. Preis: 49,95 plus Porto. Pro Baum. Es ist klar, dass der Busch nur auf M9 sein kann, der Halbstamm sicherlich auf einer etwas stärkerwachsenden Unterlage. Mit einem Minibaum auf M9 habe ich auf der trockenen Obstwiese verloren. Ich muss zudem gegen Wildverbiss bis mind. 1,2m schützen, nicht einfach bei einem 80cm-Bäumchen. Da braucht man dann Draht mit viel Abstand und kann die Pflanzscheibe nicht mehr so einfach freihalten.

Zum selber veredeln: Wenn der Sorteninhaber nichts anderes erlaubt, ist jegliches "in Verkehr bringen" erst einmal verboten, also auch selbst veredelte Bäume verschenken. Schön, wenn er es erlaubt. Die Rechte der Sortenrechtsinhaber gehen sehr weit. Sie können auch noch mehr vertraglich verbieten, zum Beispiel ist der Erschöpfungsgrundsatz recht eng gefasst. Solche Fragen gingen sogar bis zum EUGH hoch.

Zitat
Auch Herrn Kobelt darf man doch soviel betriebswirtschaftliches Denken zugestehen, dass er seine Firma nicht gegen die Wand fahren muss.

Ich wüsste nicht, dass jemand aus dem Forum in deren Kalkulation hineingeredet hätte. Das wäre auch völlig uninteressant. Die Preise festsetzen ist allein deren Sache, man kann sie akzeptieren oder nicht. Ich tue es mal und mal nicht und gestatte mir meinerseits, das höflichst auszusprechen. Lubera ist da sogar noch vergleichweise billig, andere die sich an dieselbe Zielgruppe wenden hauen erst so richtig rein. Neumüller in Hallbergmoos will sogar für die Handvoll alte Standardsorten ohne Sortenschutz satte 37,90 EUR für ein Bäumchen auf M9. Plus 11,90 Versand. Die eigenen Sorten dann 49,90. Einsamer Spitzenhighscore für Busch, M9. Da würde mich mal interessieren, ob staatliche Ressourcen bei der Züchtung eingesetzt waren, Neumüller hat da einige Querverbindungen. Kobelt macht immerhin immer alles in der eigenen Firma.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Fiscmac 65 am 29. August 2016, 15:09:39
Auch die Halbstämme sind auf M9 Cydorian. Kann es sein, das die Lub-Produkte für den Hausgarten entwickelt für Deinen Anbau weniger geeignet sind ?

Edit: Neumüller und das Bayrische Obstzentrum finde ich in der Preisgestaltung unverschämt.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Mediterraneus am 29. August 2016, 15:14:29
Kommt wieder drauf an, was "für den Hausgarten entwickelt" heißen soll.

Wie b-hoernchen ja schreibt, sind die alten Apfelsorten für kleine Bäume (schwachwachsend, mehr Pflege) eher nicht so geeignet.
Umgekehrt sind dann die Sorten, welche für schwachwachsende Unterlagen selektiert wurden ("für den Hausgarten"), nicht automatisch für den extensiven Anbau geeignet.

Kommt dann wieder drauf an, wie groß denn der Hausgarten ist ;)
Für mich ist ein "Apfelbaum" halt ein "Hochstamm".

 
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Dornroeschen am 29. August 2016, 15:48:17
Für mich ist ein "Apfelbaum" halt ein "Hochstamm".
Dem möchte ich auch zustimmen... das sind dann vielleicht Apfelbäumchen...
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: cydorian am 29. August 2016, 15:56:45
Je nach lokalen Gegebenheiten hat jede Baumform ihre Berechtigung. Ich habe auch ein paar neue Sorten auf Hochstämmen, weil die Wiese nicht für M9-Kleinzeug geeignet ist. Klappt meistens. Manchmal sogar wirklich gut. Entsprechend dem Threadthema könnt ihr ja mal von Erfahrungen mit den Lubera-Züchtungen auf Hochstamm berichten :-)
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Mediterraneus am 29. August 2016, 16:32:18
Ich befürchte, ich bekomme allmählich eine Lubera-Apfel-Allergie  ;)
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: floXIII am 29. August 2016, 19:28:40
Ich befürchte, ich bekomme allmählich eine Lubera-Apfel-Allergie  ;)
Besser als ne Alle-Alten-Sorten-Sind-Viel-Besser-Allergie  ;)

Spaß beiseite, ich finds einfach schade, dass es bei Lubera-Züchtungen ziemlich schwer zu sein scheint normal zu diskutieren. Ist alles was Lubera züchtet und selektioniert besser? Definitiv Nein. Muss man allem von Lubera teils grundlos negativ und argwöhnisch gegenüberstehen? Wohl kaum.

Sollten wir uns nicht einfach freuen, dass (ob nun von Lubera, bayerischen Versuchszentrum etc.) neues und hoffentlich bessere/resistenteres Obst gezüchtet wird? Einige Mitglieder geben hier gerne ihre Erfahrungen zu diesen neuen Sorten wieder, auch wenn diese selbstverständlich meist nur auf wenigen Jahren beruhen (bei neuen Sorten vermutlich nicht anderes möglich  ;)). Dadurch erhalten interessierte Leser die Möglichkeit nicht nur den Werbeversprechen der Baumschulen Glauben schenken zu müssen. Muss man das unbedingt zunichtemachen indem man nichts Konstruktives zu den betreffenden neuen Sorten beitragen kann?

Um den Bogen zurück zu den Lubera-Äpfeln zu spannen. Hier ist die Apfelernte bei den Obstbauern bereits angelaufen und bald (1-3 Wochen) werde ich mein gutes Dutzend an Odyssos ernten können. Kanns schon gar nicht mehr abwarten. Meinem kleinen Baum habe ich aber wohl zu viele Äpfel zugemutet, diese sind teils doch recht klein geblieben. Aber egal  ;D
Ich werde dann wieder berichten...
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Elro am 29. August 2016, 21:02:03
Spaß beiseite, ich finds einfach schade, dass es bei Lubera-Züchtungen ziemlich schwer zu sein scheint normal zu diskutieren. Ist alles was Lubera züchtet und selektioniert besser? Definitiv Nein. Muss man allem von Lubera teils grundlos negativ und argwöhnisch gegenüberstehen? Wohl kaum.
Das war bis vor ein paar Wochen auch nicht so, ich habe gerne die Filmchen angeschaut und die Infos über die Sorten durchgelesen. Jetzt reagiere ich auch allergisch darauf.
Ich habe nichts gegen neue Sorten und teste sie gerne wenn ich Platz im Garten finde.
Sorry, das war mein letztes OT in diesem Faden.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Mediterraneus am 30. August 2016, 14:19:54
Ja, es gehört nicht unbedingt hierher.

Es gibt immer wieder Neuzüchtungen, egal ob bei Äpfeln, Rosen oder sonstwas. Alle werden sie angepriesen, sie sollen ja verkauft werden. Das war schon immer so. Von den ganzen Neuzüchtungen vergangener Zeiten sind nur wenige geblieben, eben die, die sich bewährt haben.
Viel Neues ist Mist, ebenso wie viel Altes (wobei der Mist bei den Alten Sorten meist schon verrottet ist  ;))

Lubera ist für mich einfach noch ein neuer Versuch, es noch besser als die anderen zu machen. Auf jeden Fall erhöht das die Vielfalt. Man muss probieren. Das wird hier ja gemacht.

Grundsätzlich stört mich Werbung in jeder Art. Alles was beworben wird, was laut angepriesen wird, ist meiner Ansicht nach erst mal ein Produkt, bei dem der Verkauf im Mittelpunkt steht. Ein Produkt, das man sich erst mal kritisch anschauen muss, auch das passiert hier.
Bei allzulautem Anpreisen schrillen bei mir dann die Alarmglocken  ;)

Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: cydorian am 30. August 2016, 22:35:28
Offtopic abgeschnitten. Im Thread gehts um Apfelzüchtungen einer Firma namens Lubera. Und jetzt bitte etwas abkühlen, morgen weiter.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Wurmkönig am 31. August 2016, 11:01:05
Hallo Cydorian, also Hochstamm habe ich noch keinen, aber nach den recht vielversprechenden Ergebnissen mit einer Aprikose habe ich beschlossen einen meiner Werdenberg-Bäumchen 30 cm tiefer zu setzen (mal sehen, was dabei rauskommt).
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 02. September 2016, 19:52:29
Redlove Circe ist nun definitiv reif. Einige Früchte mit Schadstellen sind bereits heruntergefallen und einige hatte ich noch unreif probiert, jetzt darf man mit der Ernte nicht mehr warten.
Die Säure, die ich vor zwei Wochen noch als recht "Rhabarber-artig" scharf empfunden hatte, ist nun weniger beißend geworden - aber es ist immer noch ein säuerlicher Apfel, mit deutlich Zucker und einem etwas bonbonartigen, fruchtigen Aroma.

Ein vollreifer Roter Berlepsch, den ich zum Vergleich danach gekostet hatte, kam mir im ersten Augenblick fast "Gala-artig" süß vor, die Säure des Berlepsch ist weniger akzentuiert, dafür nuancierter. Aber Süße hat auch der Redlove Circe, halt so wie süßsaure Drops - und richtig schön saftig ist er, das hat mir gerade eine Bekannte bestätigt.

Da die Süßwarenabteilung des Lebensmittelmarktes mit mir keine Geschäfte macht, außer gelegentlich mit etwas Schokolade, und ich um Bonbons, Fruchtgummis, Haribo und wie das ganze Gift heißt, einen großen Bogen mache, heiße ich das Redlove-Aroma herzlich willkommen. Ich will mir auch weiterhin die entsprechenden Bonbon-Aromen lieber aus dem eigenen Garten holen. Vielleicht etwas für Eltern, die ihre Kinder ebenfalls vom synthetischen Zuckerkrams fernhalten wollen, ohne auf bunte süßsaure Vielfalt zu verzichten.

Vom Aroma her ist der Circe dem Era recht ähnlich. Weil ich von jemandem, der sich einen der beiden zulegen will, gefragt worden bin, für welchen ich mich entscheiden würde, würde ich sagen, vom Geschmack her gehupft wie gehechtelt. Das würde ich danach entscheiden, welcher besser ins Erntefenster reinpasst. Circe ca. 3 Wochen nach Klarapfel, der Era wird noch weitere 2 Wochen brauchen, denke ich.

Vom Wuchs her ist Circe stärker als Era. Der Era ist ein Massenträger und sollte ausgedünnt werden. Circe hatte trotz überreicher Blüte einen "normalen" Fruchtansatz.


Bilder der Früchte vom heutigen Tage:

(http://img5.fotos-hochladen.net/thumbnail/img2894y9j3zoatn1_thumb.jpg)

(http://img5.fotos-hochladen.net/thumbnail/img29031e89ybi6tg_thumb.jpg)

(http://img5.fotos-hochladen.net/thumbnail/img2905zv7wo2k4fi_thumb.jpg)


(http://img5.fotos-hochladen.net/thumbnail/img2910gtx8rbi90p_thumb.jpg)

(http://img5.fotos-hochladen.net/thumbnail/img29116lotxe1dqw_thumb.jpg)

Man erkennt vielleicht noch die leichte Bereifung im ersten Bild (Apfel rechts oben), die durch das wiederholte Madex-Spritzen (mit etwas Milch- und Zuckerzusatz) gelitten hat.
Die schwarzen Punkte auf der Unterseite im zweiten Bild - ist das Schorf?

Noch was - der Circe hat gerade an einem Trieb wieder zu blühen angefangen - wegschneiden, oder?








Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Elro am 02. September 2016, 23:35:38
Danke für Deinen ausführlichen Bericht.
Aber Süße hat auch der Redlove Circe, halt so wie süßsaure Drops - und richtig schön saftig ist er, das hat mir gerade eine Bekannte bestätigt.
Das ist genau das Aroma, das die rotfleischigen Äpfel beschreiben, süßaure Drops.
Darum liebe ich meinen Roten Mond und mache gerne Apfelchips daraus, die haben getrocknet noch mehr dieses prickel- Aroma :D

Ich bin ja mal gespannt ob Du Unterschiede im Aroma feststellst.
Mein Roter Mond und Baya Marisa sind sehr ähnlich, während Pomfital für mich milder ist und im Geschmack mehr in Richtung Boskoop geht, er ist auch innen bei mir nur zartrosa. Letzteren ernte ich vier Wochen später als die Erstgenannten.

Teste doch mal ob Deine "Roten" bei Lagerung im Fruchtfleisch heller werden.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: floXIII am 03. September 2016, 07:19:52
@b-hoernchen: Vielen Dank für deinen Vergleich zwischen Circe und Era. Da mir eine frühe Reife wichtig ist und auch der Wuchs etwas stärker zu sein scheint, werde ich von den beiden wohl den Circe wählen. Jetzt muss ich mich nur noch zwischen Circe und Lollipop entscheiden  ;D

Gestern lag bei mir schon der erste Odysso unterm Baum. Es war ein sehr kleingebliebener Apfel, den man ansehen konnte, dass er nicht richtig ausgereift/ernährt wurde. Habe ihn aber dennoch mal gekostet. Was mir beim Halbieren auffiel, die Kerne waren bereits braun und das Fruchtfleisch auch schon sehr hell (Nur am außeren Rand noch dunkler). Habe ich da das optimale Erntefenster verschlafen?
Elro, du schreibst ja, dass sie mit der Zeit wieder heller werden vom Fruchtfleisch her oder? Oder sind die Odyssos generell heller. Oder liegt es vielmehr daran, dass der Apfel nicht perfekt ernährt werden konnte?
Ich werde nachher mal einen schöner aussehenden Odysso vom Baum nehmen und schauen obs da Unterschiede zum gestrigen gibt  ;)

Ach so, ganz vergessen noch was zum Geschmack zu schreiben. Der Probierapfel von gestern hatte noch einen relativ stark grünlichen/unreifen Geschmack. Er war deshalb auch noch relativ sauer. Was mich allerdings nicht sonderlich störte, geschmeckt hat er trotzdem schon.
Das Beste zum Schluss: Letztes Jahr konnte ich ja schon einen einzelnen Odysso kosten. Damals hatte ich noch von einer sehr merkwürdigen/unnatürlichen Geschmacksnote berichtet. Diese konnte ich jetzt überhaupt nicht mehr rausschmecken. Lag wohl letztes Jahr wirklich an den einem Apfel (der damals auch leicht beschädigt war). Von daher freue ich mich schon riesig weitere Odyssos zu essen  :D
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Elro am 03. September 2016, 08:58:31
Elro, du schreibst ja, dass sie mit der Zeit wieder heller werden vom Fruchtfleisch her oder?
Ja, das Fruchtfleisch bei meinen Sorten wird heller aber auch die Schale verändert sich. Die Äpfel haben doch so eine kräftig dunkelrote Schale, so in Richtung sauerkirschfarben. Je länger der Apfel liegt, umso matter wird das rot.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: floXIII am 04. September 2016, 10:27:53
So, gestern habe ich dann noch einen schöner ausgereiften Odysso vom Baum gepflückt. Kerne waren auch schon bereits braun und der Stiel löste sich leicht vom Baum. Das Fruchtfleisch war noch deutlicher rot gefärbt.
Geschmack: Keine grüne Note mehr, aber man merkte noch deutlich die vorhandene Stärke/Säure. Denke die müssen dann ein paar Wochen nachgelagert werden. Ansonsten bin ich echt super happy. Solange man nicht nur super süße Äpfel will, sicherlich eine schöne Ergänzung zu weißfleischigen Äpfel.

Ich werde heute noch den Großteil der Äpfel vom Baum holen und einlagern. Oder was meint ihr? Braune Kerne sind doch ein sicheres Zeichen für erntereife Äpfel?
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: catinca am 04. September 2016, 10:45:51
Hallo,

habe heute den rotfleischigen Säulenapfel "Cuckoo" (Kuckuck) gepflanzt und bin sehr gespannt. Das einjährige Bäumchen ist cirka 60 cm hoch und sieht gut aus.

LG catinca
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: cydorian am 04. September 2016, 10:57:11
Wenn Lubera was dringend braucht, dann jemand der sich weniger hirnlose Namen ausdenkt. Warum sagen die eigentlich noch "Apfel"? Das sind doch  alles "Deliball® Sweetround".
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Wühlmaus am 04. September 2016, 11:04:07
@FloXIII
Die Pflückreife wird primär durch das leichte Lösen des Stiels vom Ast angezeigt.
Die Genußreife ist dann ein anderes und nicht so leicht zu definierendes Thema.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: ina44 am 04. September 2016, 12:49:22
Habe auch einen Roten von Lubera, aber leider ist das passende Etikett abhanden gekommen. Die Früchte sind relativ klein und bereift.
Hat jemand eine Ahnung welcher es sein könnte? Sie sind jetzt reif und werden zusammen mit schmackhaften Sorten
versaftet.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 04. September 2016, 19:38:50
Die flachrunde Form, das eher kleine Kaliber, das kräftige Neon-Rot und die Bereifung lassen zusammen auf den Redlove Era schließen.  Vergleiche mal mit #38.
Bei mir braucht der noch ein paar Tage.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 05. September 2016, 10:56:02
Wenn Lubera was dringend braucht, dann jemand der sich weniger hirnlose Namen ausdenkt. Warum sagen die eigentlich noch "Apfel"? Das sind doch  alles "Deliball® Sweetround".
Die neuen Namen klingen furchtbar nach Brainstorm-meetings computernder Schreibtischgärtner, die älteren mit Beziehung auf die griechische Sagenwelt (Odysso, Circe...) find' ich ganz ok. Marilyn für einen "Blonden" Apfel ist sogar richtig witzig, witziger als "Golden Delicious" (den Stark Brothers ist damals auch nichts Besseres eingefallen).

Ist "Sparkling" - der "Sprudelapfel" wirklich hirnloser als "Champagnerrenette"? Weniger melodisch vielleicht... - das mag an den Sitzungssälen für Brainstormings der Marketingabteilung liegen .

Wie wäre es damit verdiente Musiker zu ehren? Wir kennen nicht den Musikgeschmack des Herrn Kobelt, aber je nach Intensität der Rotfärbung seiner nächsten Redlove Züchtung könnte er die Sorte ja "Pink Floyd" oder "Deep Purple" nennen.
Und gelänge es ihm tatsächlich einen geradezu schwarzblütigen "Blacklove"-Apfel mit Brombeergeschmack zu züchten und würde er diesen dann "Black Sabbath" nennen (natürlich nur, wenn die Rechtsabteilung grünes Licht gibt), ich würde ihn mir trotz der Bauchschmerzen ob des schrecklichen Namens zulegen - ganz einfach, weil die KEF hier und heuer alle Brombeeren vernichtet hat - restlos!

In diesem Sinne Herr Kobelt, fragen Sie bei der nächsten Sortenbenennung einfach mich!
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: ina44 am 05. September 2016, 15:27:26
Danke b-hoernchen, Era passt perfekt!
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 06. September 2016, 12:08:26
Gerade einen Redlove Era verkostet und zum Vergleich dazu einen Alkmene - Apfel:
Der Redlove löste sich noch nicht ganz leicht vom Baum, trotzdem schon passabel genussreif. Ich würde sagen etwas weniger sauer als der Circe, etwas harmonischer.
Die Alkmene - ebenfalls frisch vom Baum geholt: Die Alkmene ist aber ein deutlich süßerer Apfel, die Säure tritt im Gesamteindruck zurück. Die Grundaromatik ist sehr ähnlich, das spielt die Cox-Abstammung merklich herein. Der Era kommt mir vor wie eine frischsäuerliche Alkmene aber harmonischer als der Circe; die Säure des Circe ist doch eine Note herber.

Ich muss aber sagen, immer nur Alkmene, das ist mir zu wenig. Zur Abwechslung braucht's da mal was mehr Säuerlicheres

Wenn man aber einen ganz anderen Apfel haben möchte, ohne die tausendste Variation über das Thema "Cox Orange x Oldenburg" zu kosten, dann wäre das zum Beispiel der Seestermüher. Aber den halte ich sowieso für was ganz Spezielles (Obstbaumkrebs hin oder her...).
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 08. September 2016, 21:28:30
Heute sind die ersten beiden Julka-Äpfel von selbst vom Baum gefallen, aber es hängen noch etliche dran. Die ideale Genussreife scheint mir der Julka ohnenhin erst gegen Ende August/Anfang September zu erreichen, zumindest schmecken mir die jetzt geernteten Früchte besser als die von Anfang August. Auch die Färbung (rote Backen) entspricht erst jetzt in etwa der Katalogabbildung. Die Reife erscheint mir sehr folgernd, insofern würde ich sagen, der Julka hat es in sich, mindesens einen Monat lang seinen Besitzer mit frischen Äpfeln vom Baum zu versorgen.

Nochmal zum Vergleich Redlove Circe zu Era (von letzterem habe ich jetzt genussreife Äpfel geerntet): Mir schmeckt der Era besser, er ist "runder", vollmundiger, ausgeglichener in Zucker und Säure, die Säure weniger scharf, als die des Circe. Das Aroma des Circe erscheint mir prinzipiell ähnlich aber etwas blasser, dafür ist der Circe ausgesprochen saftig.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Fiscmac 65 am 10. September 2016, 17:59:34
Wenn Lubera was dringend braucht, dann jemand der sich weniger hirnlose Namen ausdenkt. Warum sagen die eigentlich noch "Apfel"? Das sind doch  alles "Deliball® Sweetround".

Auch etwas OFF-TOPIC vom MASTER..........und MODERATOR
 
Das geringste was mir in meinem Garten Aufgaben (Sorgen) bereitet sind die Namen...  8) Aber wenn man sonst nichts zu tun oder zu schreiben hat.....  ??? Herr MASTER MEMBER und MODERATOR .....  8)

Zu Julka/Katka - Hörnchen:

Sehr eigenartig Deine Erntezeiten. Julka und Katka sind bei mir abgeerntet und längst verdaut. Julka für die süsse Abteilung, Katka hat bei mir mehr Aroma und Säure. Aber beide in der Liga eines Herbstapfels, geerntet heuer Mitte August, letztes Jahr in der ersten Augustwoche/letzte Juliwoche. Das Frühjahrswetter war ja heuer auch nichts für ein Referenzjahr. 

Beide mind. 4 Wochen vom Baum pflückbar, mit zunehmendem Behang wird er für meine Geschmacksrichtung jedoch langweilig süß. Meine Damen hingegen wollen eher die Süsse.

Wie schon geschrieben, ist mein Favorit der Werdenberg. Knapp 4 Wochen später, ABER der entfaltet in den 8 Wochen Erntezeit unterschiedliche Aromen die ich von einer anderen Sorte nicht kosten konnte. Mittlerweile, gerade gestern wieder einen gegessen, kann ich das angesprochene Bananenaroma ebenfalls "erschmecken". Nebenbei erwähnt ist das der einzige "großfruchtige" Apfel meiner Lub-Sorten, und das angenehme in einem eher kleinerem Garten ist sein kompakter Wuchs und diese überdurchschnittliche Fruchtbarkeit. Ausdünen ist bei Werdenberg nicht erforderlich, das regelt der im Vergleich zu den anderen Sorten auch selbst.

LG Hans

Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 11. September 2016, 21:24:00
Du gärtnerst in einer ganz anderen Gegend als ich, Hans? Österreiches Weinbaugebiet,wenn ich mich nicht irre - das könnte die unterschiedlichen Reifezeiten erklären.

Vom Julka waren heute wieder drei vollreife Äpfel gefallen, aber es sind noch einige am Baum. Die haben derzeit starke Konkurrenz von meinen anderen Äpfeln, da ja auch die "Winteräpfel" der alten Sorten auf M9 jetzt reif geworden sind... .

Edit: Der Katka war bei mir auch Mitte Augsut durch und den Julka hätte ich auch schon vor zwei, drei Wochen vom Baum holen können.

Ansonsten erscheint mir der Werdenberg schon recht interessant - und was richtige Winteräpfel von schwachwachsender Unterlage angeht, so werde ich mich wohl an die Lubera-Sorten halten müssen. Patrizia und Myra hängen zumindest noch unreif am Baum... .

Und am Sparkling hängen auch noch drei Stück, einen hab' ich schon unreif probiert - und das hat gereicht, dass ich mehr davon haben möchte.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Fiscmac 65 am 12. September 2016, 14:55:53
Hallo Thomas

Ich gärtnere in 6b, bilde mir aber 7b ein  ;) Sonst hätte ich keine "Exoten", keine Pawpaw´s, Kaki´s, Maracuja, Biricoccola Sorten oder Aprikosen. Auch leider nur ein sehr kleines Gewächshaus. Meine Obstgehölze hatten heuer massiven Pilzdruck, bei diesem Frühjahr und Frühsommer kein Wunder.

Sparkling hat leider alle Früchte abgeworfen. Wobei er knapp am Halbschatten steht. Ich fühle, der braucht mehr "Zuneigung" als andere Sorten. Werdenberg ist mein TOP-Sommerapfel, ohne Aufwand einfach wachsen lassen, da brauch ich keine alte Sorte die ich in meinem Klima nahezu zu Tote spritzen muss.

LG Hans

Edit: Patrizia, Marylin, Myra, Utopia, Odysso und Calypso, Pronto und Subito (von den Lub-Sorten) ebenfalls am Reifen....
Ninifee reif.... mit einem ganz anderem Aroma als Werdenberg, anstelle der Banane schmeckt man Honig....  :P

Aber das glaubt ja ohnehin der Großteil der Obstfraktion hier im Forum nicht, zumindest dann nicht, wenn man "LUB_Stress" hat.  8)
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Wurmkönig am 12. September 2016, 15:36:46
Aha, mit Sparkling habe ich auch so meine Probleme - dachte schon es liegt am Standort (ebenfalls leicht halbschattig) oder an der Erde. Aber dann scheint das doch eher sortenspezifisch zu sein. Im Frühjahr sind nicht alle Gerüstäste ausgetrieben auch das Wachstum war eher schwächlich. Die wenigen Früchte hat er ebenfalls bis auf 1 alle abgeworfen.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Fiscmac 65 am 12. September 2016, 15:51:42
Hallo Wurmkönig

In einem Lub-Magazin stand mal, das es diese Sorte wegen der spezifischen Wuchseigenheiten normalerweise nicht geschafft hätte, ins Vertriebsprogramm aufgenommen zu werden. Nur kann ich damit leben, weil ich keinen Standartapfel und Massenernte brauche. Dafür habe ich die "alten Sorten" .... für Apfelsaft... Sparkling ist eine echte Revolution, und nur EIN Apfel am Busch ist ein Erlebnis, das lieferte noch kein anderer Apfel. Möglicherweise kille ich eine alte Sorte und pflanze ihn im November um. Oder ich bestell mir einen Zweiten und pflanze ihn dann in Vollsonne. Diese Sorte lohnt es und belohnt´s  ...  :P

LG Hans
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Austro_PawPaw am 12. September 2016, 19:07:37
Hat schon wer die Redlove Sorte Lollipop probiert?

Wenn ja, wie ist sie im Vergleich zu Odysso?


Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Fiscmac 65 am 12. September 2016, 19:24:26
Lollipop ist 2016 in den Handel gekommen... was fragst dann so besch---.--
Ist mir echt zu "einfach" hier, Austro.... beschreib deine Pawpaw und gut ists, bleib dort und lass die Äpfel sein
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: floXIII am 12. September 2016, 20:10:16
Lollipop ist 2016 in den Handel gekommen... was fragst dann so besch---.--
Ist mir echt zu "einfach" hier, Austro.... beschreib deine Pawpaw und gut ists, bleib dort und lass die Äpfel sein
Weiß jetzt zwar nicht ob ihr ne persönliche Fehde am laufen habt, aber auch dann muss man nicht so antworten.

Lollipop ist zwar erst seit diesem Jahr im Handel, aber vielleicht hatte schon jemand das Glück ein paar einzelne Früchte am Baum zu haben.
Die Sorte finde ich auch ganz interessant. Bin auch am überlegen ob ich sie mir zulege.

Meine Odysso's habe ich jetzt alle geerntet (sind zum Teil schon vom Baum gefallen) und werden gerade gelagert. Sind aber nur 10 Stück, aber besser als gar nichts  ;D
Werde in den nächsten Tagen wieder einen verkosten. Mal sehen ob dann schon mehr süße rauszuschmecken ist. Ich meld mich dann wieder...
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Fiscmac 65 am 12. September 2016, 20:31:34
http://www.gartenvideo.com/v/apfelzuechtung-wenn-die-sorte-zum-zuechter-spricht-51053

das war 2013

Eine neue Sorte zu versuchen ist halt auch ein Erlebnis, oder hattest Du einen Werdenberg vor fünf Jahren---- wohl leider nicht

Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Staudo am 12. September 2016, 20:45:43
Standartapfel

Der Standard ist hinten weich.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Fiscmac 65 am 12. September 2016, 20:56:50
Standartapfel

Der Standard ist hinten weich.

Weißt Du was bei Lubera Standard mit hart und saftig ist ?
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Staudo am 12. September 2016, 20:59:28
Manche Apfelsorten ???
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Fiscmac 65 am 12. September 2016, 21:03:07
Du meintest ALTE Sorten... bleib dabei und gut ist´s, und geh weiter in die Feigenabteilung ...
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Staudo am 12. September 2016, 21:04:14
Feigen gedeihen bei uns nicht. Die erfrieren regelmäßig.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Sternrenette am 12. September 2016, 21:06:39
Hier auch, sogar die sogenannten Bayernfeigen.

Äpfel werden meistens  :D
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Fiscmac 65 am 12. September 2016, 21:07:00
In dieser Gegend kein Wunder... dort wimmelts ja noch immer von Parasiten

Edit: in DEINER Gegend
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Sternrenette am 12. September 2016, 21:07:34
Parasiten  ???
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Staudo am 12. September 2016, 21:08:24
Apfelblattläuse und Apfelwickler.  ;)
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Sternrenette am 12. September 2016, 21:12:40
Ja, die gibts hier, leider. Gibts die woanders nicht?
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Fiscmac 65 am 12. September 2016, 21:18:30
Um wieder sachlich zu schreiben.... Es geht die Entwicklung zu kleineren Äpfeln. Braucht ja nicht gleich ein Lolli sein, es genügt ein  Rockit, Miapple  oder ähnliche Sorten. Und da ist eben Lubera an Züchtungen in Europa näher dabei
[Rest gelöscht]
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Mediterraneus am 13. September 2016, 07:13:45
Standartapfel

Der Standard ist hinten weich.

Er meint vielleicht eine neue Züchtung von Lubera: Der ganz neue  Soundwell Pomfidel "Standartapfel". 8)
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: zwerggarten am 13. September 2016, 08:38:29
... Der ganz neue  Soundwell Pomfidel "Standartapfel". 8)

wenn schon, dann zsauntwell pommfiedel standartapfel. ;D
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 13. September 2016, 20:26:57
Schon gut - heute war wieder Verkostungstag - die erste Marilyn des Jahres verkostet -endlich! Ein ganzes Jahr habe ich warten müssen... .
Dazu einen richtig reifen Redlove Era - hier hat ein echter Gourmet selektioniert. Alle Lubera - Äpfel sind saftig bis außerordentlich saftig, keiner ist fad-mehlig. Nicht mal die heute noch geernteten Julka.
Ich hab' ja mehr moderne Sorten, einen sogenannten "Pinova", eine sogenannte "Rewena" (flachrund und sicher was anderes Modernes), dazu noch eine sogenannte "Rubinette Rosso" - auch ein anderer schorfresistenter Apfel (Edit: wahrscheinlich einer der ersten Generation), aber all diese kann man im Vergleich dazu geschmacklich in den Müll werfen
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Fiscmac 65 am 15. September 2016, 17:50:38
Danke für Deinen Bericht Hörnchen
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Fiscmac 65 am 16. September 2016, 15:28:26
Ich habe heute zum zweiten Mal Ninifee geerntet und gemeinsam mit einem reifen Werdenberg degustiert. Beide sollen ja laut Lub zeitgleich zu ernten sein. Etwas kleiner als Werdenberg liefert Ninifee jedoch ein komplett anderes Aroma. Möglich das es nach Honig schmeckt, ich kann´s nicht wirklich beurteilen. Eine aromatische Süsse die etwas süchtig macht. Wie alle Lub - Sorten extrem saftig und gediegen im Abgang. Ca. 30 Äpfel im 2.ten Standjahr finde ich extrem, ich habe nicht vereinzelt, einfach wachsen lassen. Werde ich jedoch nächstes Jahr machen. Wie B-Hörnchen bereits geschrieben hat sind die Paradies - Sorten von Lub extrem spritzig und zellig. Die Redloves wohl wegen Ihrer Geschichte weniger, dafür bringen sie ein komplett neues Aroma, wie der Baya Marisa, der nun, sehe und staune bei Baldur als Säulenapfel angeboten wird. Da staune ich nicht schlecht ....

http:  //  www.baldur-garten.at/produkt/Obst_fuer_Kuebel/4011/Obst/Obst%20fuer%20Pflanzkuebel/Saeulenapfel%20Baya%20Marisa/detail.html?gclid=Cj0KEQjwsO6-BRDRy8bsxfiV2bkBEiQAF8EzKMlW6RK5AfqLYHJO4lf2xrk6FrQWJB6EuiN21HnFsBUaAtfa8P8HAQ

EDIT: Im 9cm TOPF !!! Wäre kompletter Betrug am Kunden ähnlich hier:

https:  //  www.youtube.com/watch?v=1TDEqsaCf98



Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 17. September 2016, 11:32:58
Ich hab' nicht mehr warten können und den ersten halbwegs reifen Sparkling geerntet. Die Temperaturen um die 30° der letzten Tage haben bei einem Apfel bereits die Grundfarbe ins Gelbliche wechseln lassen, dazu habe ich ein weißes Gespnst (Gelege?) in der Fliege gesehen, da wollte ich nichts riskieren und nicht noch weiter warten:

(http://img5.fotos-hochladen.net/thumbnail/img3001o6z053xd1e_thumb.jpg)

(http://img5.fotos-hochladen.net/thumbnail/img3003o4za89ycr6_thumb.jpg)

(http://img5.fotos-hochladen.net/thumbnail/sparklingimg3j5v2whe9c0_thumb.jpg)

(http://img5.fotos-hochladen.net/thumbnail/sparklingimg35r4lx7jeni_thumb.jpg)

Aussehen äußerlich fast so ein bisschen wie Alkmene, die flachrunde Form, der kurze Stiel - und es ist auch gut, dass ich derzeit reife Alkmene zum Geschmacksvergleich habe... .

Zuerst einmal, "sprudeln" tut er nicht, dieser Apfel, aber saftig ist er, supersaftig, spritzig wie kaum ein Zweiter! Ich kenn' leider Champagnerrenette nicht, aber Sparkling kann es leicht mit Brettacher aufnehmen, nur ist Sparkling deutlich aromatischer. Und da kommt die Alkmene ins Spiel.  Denn die Grundaromatik ist bei beiden Cox Orange - und damit ganz anders als Brettacher. Während aber Alkmene den Gaumen in süßlicher Cox-Lieblichkeit badet, dass es auch mir manchmal zuviel wird, ist der Sparkling deutlich herber, "männlicher" als die "feminine" Alkmene. Wenn Alkmene "Chanel Nr. 5" ist, dann kann man Sparkling vielleicht mit "Fahrenheit" vergleichen. Hinkt natürlich etwas, dieser Parfümvergleich... . Beim Sparkling tritt die aufdringliche Cox-Süße etwas zurück, dafür ist da noch etwas anderes, das ich jetzt nicht benennen kann... .
Golden Delicious-Noten habe ich keine entdecken können, das steht im Einklang mit dem kurzen Stiel, sofern davon doch ein paar Gene im Sparkling gelandet sind, so wurden zumindest die Geschmacksanteile bis zur Unkenntlichkeit herausgezüchtet.

Ob die durchscheinenden Partien im Fruchtfleisch (siehe Schnittbild) beginnende Glasigkeit andeuten, weiß ich nicht. Alkmene ist ja bekannt dafür und hat auch dieses Jahr bei mir einige leicht glasige Früchte geliefert. Eventuell wäre für den Sparkling vielleicht auch eine stärkere Unterlage (M26 anstatt M9) angesagt-? Ich will das beim Sparkling für den Erstertrag im Pflanzjahr noch nicht überbewerten.

Zu hoffen wäre, dass der Sparkling länger haltbar ist als Alkmene, die bei den Temperaturen der letzten Tage bereits nach gut einer Woche nach der Ernte an Saftigkeit zu verlieren beginnt. Das kann ich freilich mit ein paar Erstlingsäpfeln nicht beurteilen... .

Edit: Die miserabligen Schnecken haben heute  einen Apfel angefressen und ich hab' nochmal ein Längsschnittbild gemacht:

(http://img5.fotos-hochladen.net/thumbnail/img3022yz7foi09tu_thumb.jpg)

... und danach verkostet, zusammen mit einem Alkmene-Apfel: Die Ähnlichkeit zu Alkmene ist so frappierend, dass ich den Sparkling für einen Bruder oder einen Abkömmling von Alkmene halten möchte. Auch der Zuckergehalt ist eigentlich nicht niedriger. Man erwarte sich also bitte keinen "sauren" Apfel. Die erwähnte "Herbheit" liegt mehr in der Aromatik begründet. Champagnerrenette soll weinsäuerlich sein. Ich kann mit dem Begriff "weinsäuerlich" wenig anfangen, aber vielleicht trifft es das hier. Und ich habe beim Kauen tatsächlich das Platzen der saftgefüllten Zellen spüren können... .

Edit2: Und hier bitte der Querschnitt durch eine heute (29. 09.) geerntete Frucht:

(http://img5.fotos-hochladen.net/thumbnail/img3049uo7tmg4qpx_thumb.jpg)

... gehört zu den Bäumen , die ich auf eine einsame Insel mitnehmen möchte. Oder  - wenn ich mal in die ewigen Obstbaugründe eingehe - kann man da nicht ein paar Bäume jetzt schon hinschicken und pflanzen lassen?
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Fiscmac 65 am 24. September 2016, 21:53:49
Danke Hörnchen für Deinen Bericht

Werdenberg hängt seit 6 Wochen pflückreif am Baum, heute wieder Einen geerntet... nicht einfach zu beschreiben, einfach ein Birnenapfel.

Danke für diese Züchtung
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 29. September 2016, 21:13:05
Heute wieder eine Marilyn geerntet (die vorletzte) -  hat nun in der Sonne der letzten Woche bei Tagesmaxima meist zwischen 24 bis 28°C am Baum die Vollreife erreicht. Und ein Hammeraroma! Die Kopfnote wie ein Parfüm, ein sehr weibliches Parfüm nach exotischen Blüten, erinnert mich an einen tropischen Duft, nicht ganz Frangipani - oder doch? Dieser Apfel musste den Namen einer Frau bekommen!

Hier bitte Fotos mit Längs- und Querschnitt durch die Marilyn-Frucht - zur Dokumentation:

(http://img5.fotos-hochladen.net/thumbnail/img3026marilyzfcbni9uvj_thumb.jpg)

(http://www.fotos-hochladen.net/thumbnail/img30314p1k9vgial_thumb.jpg)

(http://img5.fotos-hochladen.net/thumbnail/img3028marilyoxi6k4c5je_thumb.jpg)

(http://img5.fotos-hochladen.net/thumbnail/img30406f1xl2gcy9_thumb.jpg)

(http://img5.fotos-hochladen.net/thumbnail/img3052qmjz8oytn1_thumb.jpg)

Die danach gekostete Zuccalmagliorenette fällt im Vergleich trotz ihrer Renettenwürze stark ab - zu trocken, es fehlt die Kopfnote.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 29. September 2016, 21:45:16
Nochmal zum Era - weil hier mal die Frage aufkam, wann Redloves erntereif sind - hier bitte das Fotos von einer heute vollreif geernteten Frucht:

(http://img5.fotos-hochladen.net/thumbnail/img3059oy70a4tc3m_thumb.jpg)

(http://img5.fotos-hochladen.net/thumbnail/img306670kyd3vup5_thumb.jpg)

Die Schalenfarbe hat sonnenseitig bereits wieder aufgehellt - das ist aber kein Sonnenbrand. Ich hoffe man kann am kleinen Schnitz im zweiten Bild sehen, dass auch der erste Millimeter Fruchtfleisch darunter heller geworden ist. Jetzt hat die Frucht ihr vollzuckriges Bonbon-Aroma erreicht.
Dass die Frucht saftig ist, kann man, glaube ich, auch erkennen.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 01. Oktober 2016, 18:48:36
Vor drei Tagen geerntet: Redlove Calypso. Einen habe ich bei der Ernte verzehrt, war schon einigermaßen genussreif, die drei restlichen seht ihr auf den Fotos:

(http://img5.fotos-hochladen.net/thumbnail/img30693nxvqup48a_thumb.jpg)

(http://img5.fotos-hochladen.net/thumbnail/img3072w1gvyozqlj_thumb.jpg)

(http://img5.fotos-hochladen.net/thumbnail/img3073lzasdmktj0_thumb.jpg)

(http://img5.fotos-hochladen.net/thumbnail/img3078m0i2spj3v5_thumb.jpg)

Für das Schnittbild muss ich mich entschuldigen - das Messer hat nicht richtig die Mitte getroffen - deshalb "nachgeschnitten". Zum Anschnitt habe ich einen Apfel verwendet, der am Kelch bereits eine Schadstelle aufweist. Der scheint dort faul zu werden und wurde deshalb geopfert.
Von den bisher verkosteten Redloves "Circe", "Era" ist "Calypso" der am wenigsten rote Redlove. Geschmacklich sehr nah an Cox Orange und Alkmene, die typische Redlove-Säure hält sich ziemlich im Hintergrund. Vielleicht war er auch etwas zu reif? Von allen Lubera-Äpfeln war der Calypso bisher der am wenigsten Saftige - ich war geradezu etwas enttäuscht, bin ich doch sonst von Lubera-Sorten das Gegenteil gewohnt. Andererseits war meine Alkmene letztes Jahr auch furchtbar mürb-trocken und dieses Jahr kam sie spritzig-saftig vom Baum.
Also vielleicht die erste Ernte noch nicht überbewerten.
Etwas anderes sind die dunklen FLecken, auf dem zweiten Bild von oben gut sehen am Apfel unten links - das könnte Rußtau sein oder Stippe? Der Apfel rechts im gleichen Bild zeigt einen Fleck einer anderen Art - könnte das beginnende Gloeosporium-Fruchtfäule sein? Lagern dürfte wohl schwierig werden? Ähnliche Flecken zeigen auch einige der (noch am Baum befindlichen) Patrizia-Äpfel.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 01. Oktober 2016, 18:54:59
Ebenfalls vor drei Tagen vom Baum geholt: Redlove Odysso. Die sommerlichen Temperaturen ließen einige Äpfel bereits fallen, einige gingen ganz leicht runter.

(http://img5.fotos-hochladen.net/thumbnail/img3081h0l47nkfbp_thumb.jpg)

(http://img5.fotos-hochladen.net/thumbnail/img3084a7ljpv64fz_thumb.jpg)

(http://img5.fotos-hochladen.net/thumbnail/img30877op6hxg3nf_thumb.jpg)

Die warten jetzt in der Kiste auf Verkostung. Jetzt hängen nur noch zwei Äpfel am Baum.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Elro am 01. Oktober 2016, 22:26:45
Etwas anderes sind die dunklen FLecken, auf dem zweiten Bild von oben gut sehen am Apfel unten links - das könnte Rußtau sein oder Stippe?
Stippe, hat mein Roter Mond auch vereinzelt. Dieses Jahr ist ein Streßjahr fürs Obst, viele Sorten werden wohl nicht so lange lagerfähig sein.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: floXIII am 02. Oktober 2016, 10:49:50
@b-hoernchen: Danke für deine immer sehr detaillierten Beschreibungen.

Meine Odysso haben auch teilweise Stippe. Sind aber ansonsten sehr gesund. Dafür das man den Baum nicht spritzen muss, ne klare 1.

Gestern habe ich erneut einen meiner Odyssos verkostet. Nach nun ca. 4 Wochen Lagerung hat sich die Säure stark abgebaut und man schmeckt deulich die Süße raus. Im übrigen haben die Odyssos sogar mehr Zucker als die Handelsorten. Da sie allerdings auch mehr Säure haben, kommt die Süße nicht immer sofort zum Vorschein (Lubera hat dazu irgendwo mal den Statistik gezeigt, glaub in einem Video).
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 02. Oktober 2016, 19:07:51
Da hab' ich jetzt auch gleich einen Odysso gemampft - keine Fotos von Schnittbildern, da heute Regen und kein gutes Licht.

Der schmeckt mehr nach Bonbon als nach Apfel, sauer ist der kaum mehr, fast süßer als die meisten anderen Äpfel, leider auch nicht saftiger - ich kenn das auch von Alkmene, dass sich die Saftigkeit sehr schnell abbaut. Innen hatte er einige Stellen wie "Glasigkeit", auch das kennt man von Alkmene. Mir kommen Zweifel, was die Lagerbarkeit des Apfels bei "normalen Umgebungstemperaturen" angeht - der wird vermutlich jetzt bald mürbe bis mehlig.
Ein danach verkosteter Era war noch irgendwie "apfeliger" als das Odysso-Bonbon.
Trotzdem muss ich sagen, ich bereue nicht die Redloves gekauft zu haben, auch wenn sie untereinander einigermaßen ähnlich sind - dieses Aroma haben andere Äpfel nicht.

Etwas Sorge bereiten mir die Flecken auf der "Patrizia" - ich hoffe ich kann dazu bald Fotos einstellen und einer der Experten meldet sich, ob das Gloeosporium sein könnte. Das wäre jammerschade, da Patrizia als Lagersorte beworben wird und einen Hammergeschmack hat. Andererseits ist meines Wissens die Pinova-Topaz Sippschaft für ihre Anfälligkeit auf Gloeosporium bekannt... .
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: flobob am 03. Oktober 2016, 08:56:12
Basiert die Red-Love Linie auf Kreuzungen mit der Sorte "Roter Mond"?
Sehen irgentwie sehr aehnlich aus...
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Rib-Huftier am 03. Oktober 2016, 09:46:11
Es gibt recht viele rotfleischige Apfelsorten. die ur-sorte soll ein Wildling in Asien, westlich von China, im Gebirge sein. dort kommt auch der Stammvater des kulturapfels her. (Malus servasii) glaube ich. lubera gibt als einen Elternteil immer irgend eine Zuchtsorte an. Woher die kommt bleibt die Frage. Darüber hinaus kann man aus rotfleischigen Wildäpfel eine Kultursorte ziehen. dauert lange, ist aber möglich. Ähnlich wie bei der vf-Resistenz.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Elro am 03. Oktober 2016, 12:48:50
Basiert die Red-Love Linie auf Kreuzungen mit der Sorte "Roter Mond"?
Sehen irgentwie sehr aehnlich aus...
Die meisten werden wohl aus dem Roten Mond gezüchtet sein.

Hier gibt es ein paar Infos zur Geschichte:

http://pomologen-verein.de/baden-wuerttemberg.html

Ich war bei so einer Führung dabei, es wurde berichtet, daß der Rote Mond aus einer Kreuzung Apfel und Aronia entstanden ist um die rote Farbe in den Apfel zu bekommen. Da erklärt wohl auch den sauren Geschmack  ;D
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Rib-Huftier am 05. Oktober 2016, 19:16:34
Aronia? die Apfelbeere? Das denke ich weniger.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Elro am 05. Oktober 2016, 22:51:00
Laut Herrn Rupp schon. Ich hatte mal dazu einen Artikel, finde ihn aber nicht mehr. Ich werde den Herrn mal anmailen für genauere Info.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 07. Oktober 2016, 15:10:03
Sind das eigentlich Pomologen, die so etwas behaupten?
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Sternrenette am 07. Oktober 2016, 15:46:51
War das nicht dieser asiatische, rotblühende Wildapfel, der wegen seiner Krankheitsresistenz eingekreuzt wurde  ???

Edith: wurde oben schon genannt.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: cydorian am 07. Oktober 2016, 17:13:15
Auf irgendwelche Kurzäusserungen im Feld, womöglich ungenau aufgefasst, würde ich nichts geben. Ist auch nicht Thema hier. Wen sonstiges rotfleischiges Obst interessiert: http://forum.garten-pur.de/index.php/topic,44646.0.html
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 04. Dezember 2016, 17:21:33
Nach längerer Abwesenheit mal Zeit einige Sorten in der Haltbarkeit zu vergleichen - wie schneiden die Lubera-Sorten dabei ab?
Vorweg - meine Lagermöglichkeiten sind beschränkt bis miserabel - Garage und überdachte Terrasse, erstere liegt mit fortschreitendem Herbst immer stärker im Hausschatten, letztere hat eine vollschattige und geschützte Ecke (auch bei leichten Frösten), aber wenn die Luft 20° hat, hat's die dort auch.

Eindeutige Sieger bislang in meinem Sortenmix - moderne Apfelsorten*. Und ganz vorweg, die Bionda Patrizia (Terrassenlagerung), sowas von saftig, erfrischendspritzig-knackig, wie frisch vom Baum, aber nicht steinhart... wer meine Beiträge gelesen hat, weiß, dass ich auf diesen Geschmack abfahre. Zum Vergleich, Zuccalmagliorenette - weniger saftig, intensiv aromatisch, aber es fehlt die Frische, die Saftigkeit; würde sagen, hat unter diesen Bedingungen den Zenit erreicht oder bereits überschritten.

Ebenfalls vorne dabei - Paradis Utopia, hat ein eigenes, fast ein bisschen bonbonartiges Aroma, saftig, knackig - ich mag ihn lieber als Topaz. Spielt in einer ähmlichen Liga wie Retina ist aber etwas weniger säuerlich.

Redlove Odysso ist jetzt gut mürbe, aber noch nicht mehlig, setzt noch genug Saft frei und einen intensiven, ganz eigenen Geschmack, ich nenn' den "Weihnachtsgeschmack" - irgendwie gewürzt, würde sich gut zu Glühwein-Punsch machen, ist fast schon ein "Glühapfel".
Auf den möcht' ich nicht mehr verzichten... .

Redlove Calypso hab ich keinen mehr, aber ich glaube, ich habe meine Lieblinge unter den den Redloves schon gefunden: Den Era und den Odysso.

Den Myra muss ich erst wieder finden unter den Kisten mit den verschiedenen Sorten, Waren aber nur wenige Apfel und könnte schwierig werden, weil ich versäumt habe zu etikettieren... .

Edit: Die alten Sorten in meinem Garten auf schwachwüchsiger Unterlage sind leider viel zu früh reif geworden und ließen sich kaum lagern, entweder weil's im August, September noch zu warm war oder weil möglicherweise die Äpfel aus sich heraus zu schnell abbauten. Der Berlepsch ist weitgehend perdu, viele faule Äpfel, die wenigen Seestermüher hab' ich gegessen, als sich noch gut waren, also im August/September.
Die Zuccalmagliorenette hab' ich von einem Baum auf starkwüchsiger Unterlage (Graham's Jubiläumsapfel - evtl. Sämling von G. J.?) geerntet.
Die Lubera-Bäume stehenauf M9.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: emsalex am 05. Dezember 2016, 07:11:14
Hallo,kennt jemand die Sorte Ariana(e)?
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Jopse am 05. Dezember 2016, 21:40:50
b-hoernchen - Vielen Dank für deinen Beitrag.

Freut mich, dass Patrizia so gut abschneidet. Ich habe vor 2,5 Jahren auch einen Patrizia Baum gepflanzt. Leider war weder im ersten noch im zweiten Standjahr ein Apfel am Baum, obwohl der Baum schön gewachsen ist. Hoffentlich habe ich nächstes Jahr mehr Glück.

Ich hatte den Baum ausgesucht, weil er als "hervorragender Lagerapfel" beschrieben wurde. Im diesjährigen Lubera-Prospekt war eine Übersicht über Pflückzeitpunkt, Genussreife und Lagerfähigkeit abgegedruckt. Zu meiner Verwunderung was dort Patrizia nur Durchschnitt was die Lagerfähigkeit angeht.

Eine Nachfrage beim Kundendienst hat folgendes ergeben:

" Lagerfähigkeit / Essreife Bionda Patrizia
Ich bin etwas verwirrt bezüglich der Angaben zur Lagerfähigkeit / Essreife. In der Beschreibung zu Bionda Patrizia wird der Apfel als 'spitzen Lagersorte' beschrieben und empfohlen ihn nach der Ernte 1 - 3 Monate zu lagern. In der Übersicht im neuen Katalog (S.119) startet die Essreife direkt nach dem Ernten (Mitte September), endet aber bereits Ende Dezember. Diese beiden Angaben wiedersprechen sich meines Erachtens.
Antwort (1)
09.02.2016
Lagerfähigkeit / Essreife Bionda Patrizia
Hallo,
 die Angaben zur Essreife uns Lagerfähigkeit sind immer Richtwerte.
Patrizia ist ein etwas säuerlicherer Apfel, den man aber durchaus ab Baum essen kann. Die Lagerfähigkeit bis Januar ist evtl etwas hoch gegriffen, da er dann zum Schluss doch schon mürbe wird.
Alles in allem aber ein guter saftig erfrischender Apfel mit guter Lagerfähigkeit.
 mit freundlichem Gruss
Ihr Lubera Team
"

Würde mich freuen, wenn du über die Lagerfähigkeit (und deren Grenzen) von Patrizia weiter berichten könntest.




Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Jopse am 05. Dezember 2016, 21:53:29

Leider habe ich kaum noch Platz im Garten. Wahrscheinlich reicht der Platz nur noch für einen Baum. Gerne hätte ich noch einen Redlove, aber vernünftiger wäre wohl eine sehr lange lagerfähige Apfelsorte zu pflanzen. Im Herbst hat man sonst mehr leckere Äpfel als man essen kann und im Frühjahr, wenn man Zeit hätte Apfel zu essen, sind alle schon mehlig  :-\

Noch etwas zur Lagerfähigkeit von Lubera-Äpfel. Wieder eine Auskunft vom Lubera Kundendienst:

" Lagerfähigkeit im Vergleich zu Paradis Myra / Elegance
Mich würde interessieren welcher Apfel (Myra / Elegance) im Naturlager länger knackig bleibt.
Antwort (1)
12.02.2016
Lagerfähigkeit im Vergleich zu Paradis Myra
Hallo,
Myra ist eine Spur besser lagerfähig, der Unterschied ist aber nicht sehr gross.
mit freundlichem Gruss
Ihr Lubera Team"


Also falls du im Frühjahr noch einen Myra findest -  lass mich wissen, wie er dann noch schmeckt.

P.S.: Habe auf eine Morgana (war eine Fehllieferung, welche aber kostenlos ersetzt wurde) einen Goldrush aufgezweigt. Ist gut angewachsen. Soll auch eine sehr lagerfähige Sorte sein (wenn auch nicht von Lubera...)


Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 05. Dezember 2016, 22:23:12
Eine Nachfrage beim Kundendienst hat folgendes ergeben:

" Lagerfähigkeit / Essreife Bionda Patrizia
Ich bin etwas verwirrt bezüglich der Angaben zur Lagerfähigkeit / Essreife. In der Beschreibung zu Bionda Patrizia wird der Apfel als 'spitzen Lagersorte' beschrieben und empfohlen ihn nach der Ernte 1 - 3 Monate zu lagern. In der Übersicht im neuen Katalog (S.119) startet die Essreife direkt nach dem Ernten (Mitte September), endet aber bereits Ende Dezember. Diese beiden Angaben wiedersprechen sich meines Erachtens.

Da muss ich korrigieren - in meinem Katalog (S. 119) beginnt die Essreife Mitte Oktober (Ernte ca. 2. Oktoberwoche - in meinem Klima meiner Meinung nach etwas zu früh) und endet Ende Dezember. Auf der Produktseite (S. 106) endet die Essreife Ende Januar. Aber man findet öfters mal Differenzen zwischen dem Text im Lubera-Katalog und Diagrammen. Ich bewerbe mich mal als Korrekturleser bei Lubera (und fordere als Lohn 10 000 Äpfel von Sorten meiner Wahll).
Antwort (1)
09.02.2016
Lagerfähigkeit / Essreife Bionda Patrizia
Hallo,
 die Angaben zur Essreife uns Lagerfähigkeit sind immer Richtwerte.
Patrizia ist ein etwas säuerlicherer Apfel, den man aber durchaus ab Baum essen kann. Die Lagerfähigkeit bis Januar ist evtl etwas hoch gegriffen, da er dann zum Schluss doch schon mürbe wird.
Alles in allem aber ein guter saftig erfrischender Apfel mit guter Lagerfähigkeit.
 mit freundlichem Gruss
Ihr Lubera Team[/i]"

Würde mich freuen, wenn du über die Lagerfähigkeit (und deren Grenzen) von Patrizia weiter berichten könntest.
Patrizia ist ab Mitte Oktober vom Baum weg essbar. Sie wird aber deutlich besser, wenn sie länger am Baum lässt oder lagert.
Patrizia ist von meinen Äpfeln derzeit derjenige mit dem besten Erhaltungszustand (Knackigkeit, Saftigkeit). Wenn mir das Wetter keinen Strich durch die Rechnung macht, ist sie locker bis in den Januar hinein haltbar. In einem kühlen und feuchten Keller würde ich Februar anvisieren.
Deshalb verstehe ich die Antwort des Kundendienstes nicht.

Im Lichte der bei mir generell schlechten Lagerbarkeit von (alten) Apfelsorten auf M9 - Unterlagen würde mich die Lagerbarkeit der Lubera-Sorten auf stärkeren Unterlagen interessieren. Da müsste dann eigentlich April oder Mai möglich sein.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: cydorian am 06. Dezember 2016, 11:27:39
Sieht man sich das Angebot an, scheinen deren Sorten für den Hausgarten zu 90% auf Sommer- und Herbstäpfel abzuzielen (übrigens ist bis 21. Dezember Herbst), der "frisch vom Baum und dann noch ein paar Wochen aus der Kiste" - Genuss. Das beruht sicher auf der Annahme, man habe heute keine Lagermöglichkeiten und ziehe nach einiger Zeit ohnehin die hartsüsse gekaufte CA-Lagerware vor. Im Hausgarten dann am liebsten sofort geniessbare Sommer- und Herbstäpfel.

Der andere Punkt ist das viele Säulenobst. Bei diesen Baumformen gibt es keine lange naturlagerfähigen Sorten, was nicht nur der Macintosh-Herkunft geschuldet ist (die man in den neuen Generationen nach Kräften wegzüchten will, bis auf den Columnarwuchs natürlich), sondern auch der besonderen physiologischen Situation solcher Bäume.

Zitat
Im Lichte der bei mir generell schlechten Lagerbarkeit von (alten) Apfelsorten auf M9 - Unterlagen würde mich die Lagerbarkeit der Lubera-Sorten auf stärkeren Unterlagen interessieren. Da müsste dann eigentlich April oder Mai möglich sein.

Das wäre ein Wunder. Die Unterschiede sind bei anderen Sorten gering und lassen sich durch geeigneten Erntezeitpunkt weiter angleichen. Wenn da was auf M9 nix wird, dann in der Regel wegen ungünstigem Habitus, inneren Problemen (verstärkte Stippigkeit zum Beispiel), höheren Ansprüchen an den Boden. Eine ganze Menge lange lagerfähiger älterer Sorten gelingen auf M9 so gut wie auf Hochstamm, einige sogar besser. Den Eindruck habe ich z.B. bei Berlepsch. Spannend wären Erfahrungen mit Sorten wie der Damason Renette.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Dietmar am 06. Dezember 2016, 11:48:48
Zitat
daß der Rote Mond aus einer Kreuzung Apfel und Aronia

... das war bestimmt am 1. April  ;D aber mit Gentechnik wäre es möglich, derartig verschiedene Arten zu kombinieren.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Dietmar am 06. Dezember 2016, 11:51:00
Zitat
Sieht man sich das Angebot an, scheinen deren Sorten für den Hausgarten zu 90% auf Sommer- und Herbstäpfel abzuzielen

Wie sieht das mit Frühlingsäpfeln aus?  ;)
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: cydorian am 06. Dezember 2016, 12:20:16
Du kannst denen ja mal vorschlagen, nicht immer nur nach dem Glauben zu züchten, man wisse genau was der Kunde wolle. Das haben wir ja auch im kommerziellen Anbau. Und dann gehts wie beim Bier oder auch in der Politik: Alles drängt sich extrem auf eine exakte Mitte, weil da doch die meisten Kunden seien. Und alles wundert sich, wenn der Kunde dann den rundgeschliffenen Fraß der Mitte satt hat.

Guck mal in die Statistik, was tatsächlich abläuft: Noch 2003 lag der Durchschnittsverbrauch bei 38 Kilo Äpfeln und 14 Litern Apfelsaft. Heute trotz Preistiefststände und unablässiger Werbung für das "gesunde Obst": 21 Kilo Äpfel, 8 Liter Apfelsaft (Quelle http://lel-bw.de/pb/,Lde/2299785 ). Birnen übrigens lächerlich 2,3kg. Witzig, wie schnell aber die angeblich nicht mehr marktfähigen Sorten in angeblich nicht marktfähigen Klassen im Regionalladen vergriffen sind - zu nicht eben geringen Preisen. Tja...

Was lagert sich denn bis ins Frühjahr im Naturlager neben vielleicht Paradis Myra? Taugts noch was?
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: floXIII am 06. Dezember 2016, 13:03:45
Ich denke, der Mangel an lange haltbaren Lageräpfel (sofern es überhaupt ein Mangel ist, habe keine eigenen Erfahrungen dazu) beruht auf der Annahme, dass die M9-Spindeln/Säulenbäume einfach keinen übermäßig hohen Ertrag liefern bzw. die Gärten immer kleiner werden. Da hat man die Äpfel bis Weihnachten schon längst aufgegessen. Die schlechten Lagermöglichkeiten kommen dann noch hinzu.
Klar gibts da immer Ausnahmen, wo dann halt doch ein größerer Garten zur Verfügung steht oder tatsächlich eine Menge Apfelbäume im Garten stehen.
Vielleicht verfolgte man in der Züchtung bislang einfach andere Prioritäten (Geschmack, Krankheitsresistenzen etc.).

Oder manche Sorten sind (wie in deren Tabellen) auch bis März/April haltbar und wir haben einfach noch nicht die eigenen Erfahrungswerte dazu  ;)
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Mediterraneus am 06. Dezember 2016, 13:07:33
Ein richtiger Lagerapfel ist nicht vom Baum essbar, auch nicht nach kurzer Zeit schon. Wenn ich hier im Herbst von Geschmackseindrücken lesen kann, dann kann das einfach kein Lagerapfel sein. Zumindest kein im normalen (Natur-) Lager gelagerter.
Meist wird das Dezember, bis man sich an Lageräpfel ranwagen kann, richtig gut werden die vielfach erst im neuen Jahr.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: cydorian am 06. Dezember 2016, 13:48:28
Ein richtiger Lagerapfel ist nicht vom Baum essbar, auch nicht nach kurzer Zeit schon.

Da gibts aber viele Ausnahmen. Ein paar habe ich im Lager, z.B. Idared. Der ist auch im April noch essbar, aber auch direkt vom Baum im Oktober. Das gilt überhaupt für viele dieser nicht mehr neuen, aber auch nicht wirklich alten Sorten. Vielleicht gelingt so ein Treffer ja auch Lubera mit dem einen oder anderen ihrer durchaus ambitionierten Züchtungsversuche.

Gravensteiner-Aroma und Duft, haltbar bis April, wächst auf trockenem Boden, tragt mich in die Kundenliste ein :-)
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Mediterraneus am 06. Dezember 2016, 14:48:10
Wir essen momentan noch Gravensteiner. Die Haut schrumpelt momentan leicht und auch das Fleisch wird sehr weich, bleibt aber zart und saftig. Allerdings in trockenen Sommern schmeißt er fast alles ab.
Dafür entschädigt er in Jahren, in denen er trägt. Mein Lieblingsapfel. Aber falscher Thread.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: flobob am 06. Dezember 2016, 18:18:34
Kommerzielle Sorten lassen sich ewig lange lagern.

Diese Firma bietet ein Gas an:
https://www.agrofresh.com/

Patente sind ausgelaufen, also gibt es jetzt massenhaft anbieter.

Mir schmecken die kommerziellen Sorten nicht da sie mir zu suess und fad schmecken. Irgentwie zu perfekt und kuenstlich.

Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 06. Dezember 2016, 20:42:32
Mit dem Gas kannst du jede Sorte "zombisieren" - nicht nur "kommerzielle" (was auch immer du darunter verstehst) - und hast dann garantiert Supermarkt - Langeweile.

Aber wir sind uns doch einig, dass wir hier von der Lagerbarkeit im Naturlager sprechen... .

@ Medi: Auch der Yummy Alex ist so eine Sorte, die bereits ab Mitte/Ende Oktober vom Baum weg genießbar ist und dann bis Mai/Juni lagerbar (zumindest vom Baum auff eigener Wurzel).
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 06. Dezember 2016, 21:03:08
Sieht man sich das Angebot an, scheinen deren Sorten für den Hausgarten zu 90% auf Sommer- und Herbstäpfel abzuzielen (übrigens ist bis 21. Dezember Herbst),
Die Reifezeitenübersicht auf S. 119 zeigt bei 9 von 21 Sorten eine Lagerbarkeit mindestens bis Januar (ohne die Säulen- und Zwergäpfel). Das mit den miserablen Lagermöglichkeiten in modernen Wohnungen ist leider eine Tatsache.

Eine ganze Menge lange lagerfähiger älterer Sorten gelingen auf M9 so gut wie auf Hochstamm, einige sogar besser. Den Eindruck habe ich z.B. bei Berlepsch. Spannend wären Erfahrungen mit Sorten wie der Damason Renette.
Mein Berlepsch ist perdu - jede Menge faule weggeschmissen, der geringe Rest ist fad geworden, die feinen frischen Aromen sind weg.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 06. Dezember 2016, 21:34:20
Guck mal in die Statistik, was tatsächlich abläuft: Noch 2003 lag der Durchschnittsverbrauch bei 38 Kilo Äpfeln und 14 Litern Apfelsaft. Heute trotz Preistiefststände und unablässiger Werbung für das "gesunde Obst": 21 Kilo Äpfel, 8 Liter Apfelsaft (Quelle http://lel-bw.de/pb/,Lde/2299785 ). Birnen übrigens lächerlich 2,3kg. Witzig, wie schnell aber die angeblich nicht mehr marktfähigen Sorten in angeblich nicht marktfähigen Klassen im Regionalladen vergriffen sind - zu nicht eben geringen Preisen. Tja...

Was lagert sich denn bis ins Frühjahr im Naturlager neben vielleicht Paradis Myra? Taugts noch was?
Supermarktobst ist extrem auf shelf-life ausgerichtet. Das sind schon die Sorten, dazu die Zombisierung durch "optimierte" (zu frühe ) Ernte und Lager, dazu smartfresh - so hat man auch gut schmeckende Sorten wie den Cripps Pink tot gemacht. Ein Pink Lady aus dem Markt ist heute fast grundsätzlich eine Enttäuschung. Schnell eine andere Sorte lanciert, Kanzi, Modi, Dingsbumsi, die dann ebenso schnell totgemacht wird. Die kapieren's nicht. Da hilft nur selber anbauen. 
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Jopse am 06. Dezember 2016, 22:04:22



Der Thread trifftet ein bisschen ab. Aber grundsätzlich ist das für mich ein sehr spannendes Thema.

Mein Ziel wäre es, mit vernünftigen Aufwand, eigenes Obst bis ins Frühjahr hinein so zu lagern, so dass ich eben nicht im Supermarkt kaufen muss. Ich habe vergleichsweise gute bis sehr gute Lagermöglichkeiten. Wir haben eine freistehend Garage mit einem kleinen Seitenraum mit Naturboden. Da überwintern unsere Schildkröten. Deshalb habe wir einen Temperaturwächster der ab 3°C zuheizt.

Grundsätzlich wäre ich aber auch willens mir einen (gebrauchten) Kühlschrank zu kaufen um Obst zu lagern. Bei 3€/kg für Bio-Apfel hat sich das schnell bezahlt gemacht.

Mir wäre ein eigener Zombie-Lubera-Bio-Apfel sogar viel lieber als Zombie-Apfel aus dem Supermarkt. Also warum nicht in die Trickkiste greifen. Damit arbeiten kommerzielle Anbieter auch. Aber so weiß ich wenigsten was für Äpfel ich habe.

Kennt jemand noch ein paar Tricks (welche Sorten, Lagern unter Wasser, Zombiegas etc.)?


Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: cydorian am 06. Dezember 2016, 22:14:44
Die Kombination von Smartfresh und früher Ernte ist tödlich für jedes Aroma. Aber für unsereins ist das eh nicht relevant, 1-Methylcyclopropen ist weder anwendbar (dazu brauchts kontrollierte Temperaturen) noch zugelassen für Private.

Zitat
Die Reifezeitenübersicht auf S. 119 zeigt bei 9 von 21 Sorten eine Lagerbarkeit mindestens bis Januar (ohne die Säulen- und Zwergäpfel).

Das totale Chaos auf den www-Seiten (ähnlich chaotisch wie deren Namensgebung) zeigt nicht 21, sondern 57 Lubera-Züchtungen, sondern die Kalkulation wenigstens stimmt. Manchmal sind Lagerzeiten angegeben, manchmal nicht. Welche Sorten sind denn in deren Katalog länger wie Januar lagerfähig? Winteräpfel sind Äpfel, die auch noch im Winter essbar sind, der geht bis März. Abgebaute Ware im Januar ist wenig interessant, das schaffen rund 500 andere Sorten ebenfalls problemlos.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: flobob am 06. Dezember 2016, 22:51:53
warum werden sie denn frueher geerntet wenn sie sowieso lange haltbar sind mit dem Zeug?

die gleiche Firma vertreibt auch Harvista. Damit sollen die Fruechte laenger am Baum haengen bleiben. Totaler Kaese sowas.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: cydorian am 06. Dezember 2016, 23:29:48
warum werden sie denn frueher geerntet wenn sie sowieso lange haltbar sind mit dem Zeug?

Dazu muss man tiefer in 1-Methylcyclopropen einsteigen, was allerdings nicht Threadthema ist. Es ist kein Wundermittel, sondern bringt nur in einem engen Behandlungsfenster was. Wenn der Reifungsprozess bereits eingesetzt hat, ist er nicht mehr zu stoppen - eine Behandlung ist dann kontraproduktiv. Unreifes Obst reift dagegen nicht mehr nach, während reifes Obst weiter reift. Also wird tendentiell bereits unreif behandelt, um kein Risiko einzugehen. Das führt in der Praxis zu Beschwerden, dass mit 1-MCP frisch gehaltenes Obst seinen Geschmack nicht richtig entwickelt. Der Abbau wertgebener Inhaltsstoffe findet trotzdem satt.

Bei Sommer- und Herbstäpfeln ist das Behandlungsfenster unmöglich kurz. Man braucht Sorten mit hinreichend langsamem Reifeprozess, also Lagersorten, damit MCP etwas bringt.

Aber eigentlich brauchts nur Kunden, die jeden Müll kaufen und die gibts offenbar noch genug....
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: flobob am 06. Dezember 2016, 23:36:22
danke!

https://www.google.it/?gfe_rd=cr&ei=wDxHWKqBKKbD8geAzYj4Bg&gws_rd=ssl#q=agfs+stock&search_plus_one=form

die firma koennte sowieso bald bankrott sein.
DOW hat sie vor einem Jahr verkauft und der Kaeufer hat die Transaktion hauptsaechlich mit schulden finanziert. Laeuft nicht :)
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 09. Dezember 2016, 17:59:20
Weil ich nun öfters gefragt worden bin: "Topaz oder Patrizia?":

Wer die Hartknackigkeit (steinhart brechend) sucht, ist besser bei Topaz aufgehoben oder beim Utopia. Der Utopia liegt mit seinem bonbonartigem Geschmack näher beim Topaz, ist aber doch deutlich eigenständig; von der Textur liegt der Utopia näher beim Topaz.

Patrizia hat auch einen eigenes Aroma, säuerlicher und deutlich anders als das knallbunte Zuckerwasser des Topaz. Patrizia hinterlässt nach den ersten zitrusähnlichen Noten beim Hineinbeissen den Eindruck eines guten quittenartigen Aromas, mir fällt kein anderer so quittenartier Apfel ein (ich möchte mal Apfelgelee von Patrizia essen). Von der Textur hat Patrizia weder die Schaumstoffmürbheit des Golden Delicious noch die extreme Härte des Topaz.

Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Mediterraneus am 12. Dezember 2016, 07:35:44
Da spricht der Apfel-Sommelier ;D
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Frühling am 12. Dezember 2016, 09:06:10
Mein Ziel wäre es, mit vernünftigen Aufwand, eigenes Obst bis ins Frühjahr hinein so zu lagern, so dass ich eben nicht im Supermarkt kaufen muss.

Mir wäre ein eigener Zombie-Lubera-Bio-Apfel sogar viel lieber als Zombie-Apfel aus dem Supermarkt. Also warum nicht in die Trickkiste greifen. Damit arbeiten kommerzielle Anbieter auch. Aber so weiß ich wenigsten was für Äpfel ich habe.


Wir hatten unsere eigenen Aepfel bis Ende Mai - kuehlschrankgelagert.  Die laengste haltbare Sorte war eine alte Sorte "Belle Fille des Salins". Aber auch Rewena und Florina Querina waren bis ins Fruehjahr hinein gut essbar.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 12. Dezember 2016, 18:29:38
... und weil ich wiederholt nach Edelreisern von Lubera-Äpfeln gefragt worden bin und gefragt werde:

Nein, ich verschick keine Reiser von geschützten Sorten!

Erstens aus Prinzip und zweitens, weil ich meine, dass Apfelzüchtung teuer ist und sich lohnen muss, sonst macht das keiner mehr - und weil knapp 20 Euro für eine einjährige Veredelung vom Züchter kein übermäßiger Preis ist.

Der hat vielleicht ein paar hundert oder paar tausend Bäume aussäen müssen und daraus den besten auswählt. Wenn es ehrliche Arbeit gibt, die ihren Lohn wert sein muss, dann ist es dies.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Wurmkönig am 12. Dezember 2016, 20:32:25
So, das ist eines meiner Werdenberg Bäumchen (heute aufgenommen, die Sorte verliert bei mir üblicherweise erst Anfang Jänner alle Blätter). Eingesetzt vor ca. 1 Jahr als 2jährige Veredelung (die mieseste die ich je gesehen habe) hat es doch stattliche 8 Früchte getragen (wurde natürlich alles händisch ausgedünnt). So gegen Anfang September konnte ich das Elend nicht mehr mitansehen und habe die Veredelung eingegraben. Ca. Ende September gab es dann noch 2 Blütenbüschel und obwohl ich ringsum keinen anderen Apfelbaum blühen gesehen habe wurde es noch was (wie auch immer?). Die letzten 10 Tage gab es in der Nacht bis -4.5 Grad, tagsüber liegen wir aber immer im Plus. Mal sehen, vielleicht kriegt der Begriff "Winterapfel" ja noch eine ganz neue Bedeutung, Fruchtansatz und Blätter sind noch recht fest dran, ich kriege sie nicht abgestreift.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 13. Dezember 2016, 18:24:42
Mein Circe hat auch im Spätherbst noch ein paar Blüten angesetzt... .

Den Vogel schießt der Paradis Julka ab: Ich lange vor ein paar Tagen in die Obstkiste und hole so einen pink-roten Apfel raus, beiß rein, denk', das gibt's doch nicht, ein Paradis Julka im Dezember, genießbar, wenn auch seifig im Geschmack. Gegen die Herbst-/Wintersorten kann er nicht bestehen. Aber die Haltbarkeit ist für einen Sommerapfel schon außergewöhnlich!
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 25. Dezember 2016, 10:51:43
Heute nochmals einen Redlove Calypso gefunden: Der war im Haus aufbewahrt worden und ist nun ziemlich trocken geworden. Die roten Partien sind sehr aromatisch, wie man das von Redloves her kennt, beerenartig-glühweinwürzig; das weiße Innere ist dagegen recht geschmackslos.

Nach einem zweiten Jahr mit Lubera - Äpfeln nehm' ich das mal zum Aufhänger um zu fragen, was könnte Lubera bei den Äpfeln besser machen, was fehlt im Sortiment? Weihnnachten ist ja die Zeit, zu der man sich was wünschen darf... .

Verbesserungswürdig - die Unterlagenwahl der Lubera-Sorten: Durch die Bank M9 für alle Sorten vom Buschbaum bis zum Halbstamm - das macht die Sache in der Baumschule vielleicht einfach, wird aber den Anforderungen nicht gerecht.
Redlove Era und Bionda Marilyn sind auf M9 einfach zu schwach wachsend - und bei mir haben die noch recht guten Boden! Wie das im mageren Sandboden aussieht, daran mag ich gar nicht denken. Hat Lubera keine Kunden mit steinigem Gebirgsboden oder in der Brandenburger Streusandbüchse? Hier im thread haben auch schon user von Wuchsproblemen berichtet. Zumindest besonders schwachswüchsige Sorten bräuchten schon als Buschbäume eine Unterlage wie M26. Andere schwachwüchsige Sorte wie Piros werden auch als Buschbaum standardmäßig auf M26 veredelt.
Und für einen Halbstamm erwarte ich eine standfeste Unterlage - einen richtigen Baum, der auch auf eigenen Füßen stehen kann, also z. B. Unterlage MM111 - für die Leute, die dem Baum tatsächlich mehr als zwei Quadratmeter zugestehen wollen. Das entspricht zumindest dem traditionellen Bild von einem "Baum".

Soweit die Verbesserungswünsche, jetzt, was fehlt im Lubera-Sortiment, welche Eigenschaften wünsche ich mir von zukünftigen neuen Sorten?

Bleiben wir bei den Redloves: Das Aroma ist genial und wird von keiner weißfleischigen Sorte erreicht. Süß genug sind sie auch, vor allem vollreif und nach Lagerung. Die spitze Säure. die besonders Circe zeigt, ist dann abgebaut. (Pflanzenphysiologen, ihr seid gefragt, inwieweit der Abbau von Dicarbonsäuren wie der Äpfelsäure zu Milchsäure bei der Obstreife eine Rolle spielt und die "Schärfe" nimmt. Zucker an sich ist ja kein Gegenspieler von Säuren).
Was ich mir wünschen würde: Dass die Redloves genauso saftig werden wie z. B. eine  Bionda Marilyn oder ein Sparkling. Den Zucker haben Sie reingebracht, Herr Kobelt, die Saftigkeit, besonders bei Lagerung, kann man noch verbessern. Und da das Aroma in den roten Teilen steckt und um so stärker ist, je röter der Apfel ist, kann der Redlove der Zukunft gar nicht intensiv genug rot sein... am besten durch und durch blutrot.

Des weiteren, cydorian hat es schon angesprochen, wünsche ich mir Lageräpfel mit einer Haltbarkeit im Naturlager bis Winterende, also mindestens bis März oder April - und am besten mit der bewährten Saftigkeit ohne mehlig zu werden. Dazu mehr säuerliche (nicht beißend saure!) Äpfel, die meisten Lubera-Sorten sind eher auf der süßen Seite. Und die eine oder andere Sorte mit größeren Äpfeln darf es durchaus auch sein. Die Miniaturäpfel mögen ja eine nette Spielerei sein, aber zum Schälen, zur Verarbeitung in der Küche taugen die nichts. Oder soll ich für einen Apfelstrudel 100 Lollipops schälen?

Vom Geschmack her würde ich mir noch spezielle Aromen wie Zitronenaroma wünschen - so ein richtiger Zitronenapfel, der fehlt noch. Warum nicht den Seestermüher verbessern? Noch saftiger, resistenter, lagerbarer machen? Dazu einen Lederapfel - auch am besten saftig, vollaromatisch und lagerbar. Wer ist jemals auf die Idee gekommen, dass Berostung bei Äpfeln eine negative Eigenschaft ist? Die Werbung "garantiert nicht berostet" passt vielleicht für Autos... .
Bei den süßen Äpfeln wie Myra könnte man eventuell durch Einkreuzen von Granny Smith (oder dessen Wildapfel-Vorfahren) noch interessantere, frische Aromen reinbringen, die den Zucker kontrapunktieren á la Cripps Pink.

Das wär' meine Wunschliste. Resistenzen sind natürlich auch immer gefragt, am besten polygen - und da stünde mit dem Heer der (verbesserungswürdigen) "alten" Sorten ein Reservoir an Elternsorten zur Verfügung.

In diesem Sinne, Herr Kobelt, züchten Sie bitte weiter!
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: floXIII am 25. Dezember 2016, 11:56:57
Zumindest gibts jetzt auch ein paar Hochstämme (3-jährig, Krone ab 1,6-1,8 m Höhe). Zur Unterlage wird allerdings keine Angabe gemacht, zumindesten konnte ich keine sehen. Nerft ein wenig, würde ja nicht groß Schaden die Unterlage gleich dazu zu schreiben...
Fehlen würden aber, wie b-hoernchen schon sagte, mittelstark wachsende Sorten. Nicht nur die beiden extreme.
So ein Redlove auf MM111 oder MM106 wäre sicherlich auch interessant.

PS: Falls sie bei Lubera schon länger solche Hochstämme anbieten, dann hab ichs bislang einfach nie bemerkt ;D
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 25. Dezember 2016, 13:01:28
Die gab's auch schon letztes Jahr - eine kurze Zeit im Herbst.
Unterlage ist Bittenfelder Sämling (hab nachgefragt) und der Preis ist - wenn ich mich nicht irre - stolze 69 Euros. Aber dafür 3-jährig.... .
Wie du schreibst, Florian, angeboten wird das Fahrrad (M9) und der Lastwagen (Sämling), es fehlt die Limousine dazwischen. Dabei bieten gerade Vorgärten auf ihren 4 - 5 Metern bis zum Gartenzaun genug Platz für einen freistehenden Obstbaum... .

Bei Sämlingsunterlage wäre zu fragen, wie klein dann die Äpfel ausfallen.
Schade, dass keiner hier von Erfahrungen damit berichten kann... .
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: cydorian am 25. Dezember 2016, 14:15:10
Wünschen kann man sich viel. Lubera ist keine grosse Firma, sie konzentrieren sich halt auf das, was bei ihrer Zielgruppe Umsatz bringt. Die Zielgruppe sind Privatleute mit Hausgarten. Wie gross die Gärten heute sind und was da drin steht, klärt ein Spaziergang durch die Wohngebiete der letzten 40 Jahre. Ergebnis: Platz minimal, selbst auf verhältnismässig grosszügigen Grundstücken. Doppelgaragen mit Einfahrten, mehrere Sitzecken, irgendwelche Hüttchen für Krempel, die Koniferenhecke oder ähnliche Baumarktsichtschutzgehölze haben praktisch ausnahmslos Priorität. Bestenfalls will man noch einen Apfel ins Eck, was anderes als M9 ist da gar nicht denkbar. Lagern können und wollen die Leute auch nicht, man ist den Plastikbeutel aus dem Supermarkt mit Äpfeln in immer exakt gleichem Reifezustand gewöhnt. Deshalb: Ihre Zielgruppe bedienen sie ganz gut. Ob es überhaupt noch andere Zielgruppen mit nennenswerter Kopfzahl gibt, ist fraglich.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: floXIII am 25. Dezember 2016, 16:17:48
Da hast du natürlich grunsätzlich Recht, Cydorian. Und ich finds auch nicht weiter schlimm. Aber wäre es wirklich ein so großer Mehraufwand (ihr mögt mich berichtigen, sollte ich da falsch liegen) auch bestimmte Bäume auf einer mittelstarken Unterlage anzubieten?
Glaub die Nachfrage wäre da sicherlich nicht kleiner als bei Hochstämmen auf Sämlingsunterlage.

Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: cydorian am 25. Dezember 2016, 16:49:40
Bin grosser Befürworter von den mittelstarkwachsenden Apfelunterlagen für die meisten Sorten und meine Erfahrungen damit sind fast durchweg sehr gut. Aber wenn ich ehrlich bin, steht man damit auf dem verlorenen Posten einer winzigen Minderheit. Engagierte Hobbyisten mit den geeigneten Ressourcen sind sehr selten. Auch Kleinlandwirtschaft und Nebenerwerb sind zu 99,99% weg. Es gibt nur noch Intensivplantage, Obstwiesenreste die aber als vergammelnde Naturschutzzonen und nicht als Obstproduzenten behandelt werden und eben Hausgärten, die auch unter starkem Druck stehen. Das Land ist eng und wird immer enger, Nachverdichtung, Anbauten, Freizeitmöblierung sind die bestimmenden Entwicklungen.

Bäume auf solchen Unterlagen anzubieten hiesse, plötzlich viel mehr Varianten anbieten zu müssen, dem Kunden viel mehr erklären zu müssen, ohne aber mehr Sorten zu haben. Vielleicht haben sie es sogar schon mit einigen Sorten probiert und es lief nicht. Jedenfalls glaube ich, dass sie nicht ohne Grund ihr Sortiment so augerichtet haben, wie es ist. Erweitert wurden die letzten Jahre vor allem Sorten, nicht Varianten. Ich glaube, Kobelt macht es einfach Spass, mit Züchtung zu experimentieren. Meinem Gefühl nach treibt ihn dasselbe um wie viele von uns: Neue Sorten sind ausschliesslich an den Wünschen von kommerziellen Plantagen orientiert, das ist langweilig und einseitig. Was Neues für den Nichtkommerz zu bringen ergibt neue Freiheiten bei der Züchtung und bringt ein Alleinstellungsmerkmal mit wirtschaftlichem Erfolg.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 30. Dezember 2016, 19:04:04
Platz minimal, selbst auf verhältnismässig grosszügigen Grundstücken. Doppelgaragen mit Einfahrten, mehrere Sitzecken, irgendwelche Hüttchen für Krempel, die Koniferenhecke oder ähnliche Baumarktsichtschutzgehölze haben praktisch ausnahmslos Priorität. Bestenfalls will man noch einen Apfel ins Eck, was anderes als M9 ist da gar nicht denkbar.
Entschuldige bitte, wenn ich da widerspreche! Wenn nur noch der Minibaum fürs's letzte Eck gefragt wäre, warum bietet Lubera dann drei (mit Hochstamm: vier) unterschiedliche Baumformen an: Buschbaum (1- jähriger "Easdytree" oder2- jährig), "Spalier" und Halbstamm-?
Ich hab' mir den Era als Buschbaum in den Garten geholt und für die Obstwiese noch einen "Halbstamm" bestellt. Was war ich enttäuscht, als ich den "Halbstamm" ausgepackt habe!" Das ist nur ein bisschen anders geschnittener Buschbaum, aber dafür so viel mehr an Geld ausgeben? Und weil der "Halbstamm" auch auf M9 steht, mickert er ganz furchtbar rum in der Reihe der Obstbäume am Wiesenrand. Obwohl ich die Baumscheibe freihalte (mit Karton abdecke), Wühlmausschutz (Drahtkorb mit 70cm Durchmesser) ist selbstverständlich, gedüngt wird auch - trotzdem, der Wiesenboden ist einfach zu mager! Das ist eine gute Auflage Lehm auf Moränenschutt - aber halt nicht mit Sand gelockerter Seeton, mit schubkarrenweise Mist gedüngt, wie bei mir im Garten. Jetzt nach einem Jahr Erfahrung mit dem Era-"Halbstamm" kann ich sagen, M9 taugt da oben auf der Wiese nichts! Nicht mit so schwachwüchsigen Sorten. Da muss mindestens M26 her, für Halbstämme MM111.
Und wenn ich einen Halbstamm bestelle, dann will  ich einen  B a u m, einen richtigen, keinen Bonsai-Topf-Kümmerling.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Rib-Huftier am 30. Dezember 2016, 19:33:02
Unterlagen kaufen und selbst neue Bäume veredeln. Dann hast du auch was zum Verschenken. ;D
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: schnagga am 30. Dezember 2016, 20:46:05
Zitat
(...) M9 taugt da oben auf der Wiese nichts! Nicht mit so schwachwüchsigen Sorten. Da muss mindestens M26 her, für Halbstämme MM111.
Und wenn ich einen Halbstamm bestelle, dann will  ich einen  B a u m, einen richtigen, keinen Bonsai-Topf-Kümmerling.
Sehe ich genauso! :)
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: cydorian am 30. Dezember 2016, 20:50:22
warum bietet Lubera dann drei (mit Hochstamm: vier) unterschiedliche Baumformen an: Buschbaum (1- jähriger "Easdytree" oder2- jährig), "Spalier" und Halbstamm-?

Ist doch angeblich alles auf M9. Da ist die Frage, wie hoch aufgeastet ist bloss eine Frage der Optik. Die Bäume bleiben wuchsschwach.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Elro am 30. Dezember 2016, 23:40:52
Und wenn ich einen Halbstamm bestelle, dann will  ich einen  B a u m, einen richtigen, keinen Bonsai-Topf-Kümmerling.
Es ist doch bekannt, daß das Wort Halbstamm nix aussagt.
Ich finde diese Ausdrücke unmöglich aber leider üblich.
Ein Baum und damit seinen "Motor", der das Wachstum reguliert kauft man nach der Unterlagenbezeichnung und nicht nach Busch- Halb oder Hochstammbezeichnung.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Jopse am 31. Dezember 2016, 09:04:48


Ich wollte mal gerne wissen ob/wie ihr eure Apfelbäumchen düngt. Ich habe 4 Luberasorten (Werdenberg, Morgana, Sparkling und Patrizia) gepflanzt. Die Bäumchen sind zwischen 2013 und 2015 gepflanzt worden. Zuwachs war da, aber überschaubar...
Leider habe ich eine sehr schweren lehmigen Boden und in 40 - 50 cm Bodentiefen kommt reichlich Muschelkalk zum Vorschein. Das ist also nicht der "sehr gute" Boden auf dem M9 sich wohlfühlt.
Meine Bäume hatten (meist) im ersten Jahr schon etwas Ertrag gehabt und im zweiten Jahr ausgesetzt (mit Ausnahme von Patriza, da kam bislang noch nichts  :'().
Lubera empfiehlt, dass man Apfelbäume nur dann düngt wenn man gar keinen Zuwachs hat...

Was sagen eure Erfahrungen?



Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 31. Dezember 2016, 19:11:22
Na ja, "gar keinen Zuwachs" - lebt dann der Baum noch? Ich bin mir sicher, die Lubera-Leute düngen auf ihren Versuchsfeldern und der Herr Kobelt geht wahrscheinlich einfach davon aus, dass Hausgärten sowieso überdüngt sind. Fragt sich nur - womit? Und hat der sich mal die Steine-Dreck-Mischung angesehen, die nach dem Hausbau zum Anlegen des Garten verteilt wird?

# 67 zeigt dir ganz gut meine Bäume im schmalen Erdstreifen zwischen Einfahrt und Zaun. Der Boden ist der tonige Untergrund, vermischt mit Sand aus dem Unterbau der Einfahrt. Früher war da eine Spierstrauchhecke. Nachdem die Hecke gerodet war (zwei Spatenstiche  tief die Wurzeln ausgegraben!), hab' ich erst mal Kalimagnesia gedüngt. Dazu hab' ich dick, Schubkarrenladung an Schubkarrenladung, frischen Mist aufgetragen. Der ist mittlerweile zu 1 A Humus verrottet. Da wachsen sie ganz anständig, besonders die stärker wüchsigen wie Circe und Odysso, z. T. 1 m Neutrieb im Jahr, bevor sie in Ertrag kommen.

Also Boden lockern, bei schwerem Boden evtl. Sand einarbeiten, tüchtig Mist drauf, dann geht's. Auf normalem landwirtschaftlichen Weidegrund (ich kenn jetzt die Bodenwertzahl nicht, sie dürfte im mittleren Bereich liegen - Maisanbau zur Not möglich, aber nicht dauerhaft) - da kommen die schwachwüchsigen Sorten auf M9 schon  sehr an ihre Grenzen. Trotz Düngung (Kalimagnesia, Blaukorn) gab's dieses Jahr nur 20 cm Zuwachs  - und das, ohne dass der Baum einen einzigen Apfel getragen hätte.

Was ich damit sagen will, der Aufpreis für den "Halbstamm", der immerhin fast stolze 50 € kostet, ist rausgeworfenes Geld. Der Buschbaum ist genauso gut bzw. genauso schlecht auf mittelmäßigem Boden. Und eigentlich sollten beide auf stärkeren Unterlagen stehen - der Buschbaum auf M26, der Halbstamm auf MM111.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Elro am 31. Dezember 2016, 20:54:38
Ich wollte mal gerne wissen ob/wie ihr eure Apfelbäumchen düngt.
Lubera empfiehlt, dass man Apfelbäume nur dann düngt wenn man gar keinen Zuwachs hat...
Ich dünge unsere Bäume nie, alle stehen auf schwerem Löß-Lehm, das einzige was ich mache ist bei neuen Bäumen die Baumscheibe frei halten und mulchen. Der verrottende Mulch düngt auch. Baumscheibe lasse ich bei schwach wachsenden Unterlagen auch zeitlebens eines Baumes frei. Da kommen nur ein paar Blumenzwiebel(Narissen als Mäuseschreck)rein und ein paar Stauden(Heuchera, Geranium oder so), die auch gemulcht werden oder den Boden durch verrottende Blattmasse wieder düngen. Im Herbst das Laub schön auf die Baumscheibe und weg ist es, genauso mit abgeschnittenem Staudenschnitt, immer auf die Baumscheibe.

Meine Vermutung ist, daß die Bäume erst einmal geschockt sind weil der Boden schwerer ist als sie es vielleicht bei Lubera gewöhnt waren. Darum haben sie jetzt viel zu tun mit Wurzelwachstum und können nicht oben großartig ausschlagen.

Ich hatte das bei Delbard Estival und Karneval so erlebt, da hat sich fast drei Jahre nix getan, M9er Unterlage. Auch jetzt treiben sie nicht mächtig, tragen und fruchten aber gut.
Es könnte also auch an den Sorten liegen, vielleicht sind die auch eher schwach vom Wuchs, nicht nur der Unterlage wegen. Dazu kann ich aber nix sagen, ich habe nur einen Lubera Säulenapfel.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Jopse am 20. Januar 2017, 08:02:21


Übrigens - ich habe gestern gesehen, dass man sich nun den neue Lubera-Katalog 2017 (pdf) downloaden kann.
Es sind auch wieder einige neue Apfelsorten dabei.



Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 20. Januar 2017, 18:39:09
... und was muss ich sehen - fast, als hätte der Herr Kobelt noch schnell meine Wünsche aus #198 durchgelesen, bevor er sich ans Züchten macht: Es gibt zwei Äpfel mit Granny Smith im Stammbaum: Einen Abkömmling von Pink Lady ("Der Verbotene Apfel") und "Granny Swiss", gezüchtet aus einer Bionda Sorte und Greenstar (Nicogreen), der wiederum von Delcorf und Granny Smith abstammt.

Nicogreen soll angeblich als eine süße Alternative zu Granny Smith lanciert worden sein - das lässt mich eher wenig Gutes ahnen, wenn ich einen kräftig säuerlichen Apfel möchte... .

Zwischen Text zur Lagerbarkeit und den Diagrammen gibt's mal wieder Differenzen. "Der Verbotene Apfel" soll, heißt es einerseits, bis Januar im Naturlager haltbar sein (das Diagramm zeigt bis März) und "Granny Swiss" ist laut Text bis Februar, gemäß Diagramm bis März haltbar - immerhin, Februar oder März - geht so, wenn's stimmt.

Sonst gibt's noch den neuen Redlove Kohlhaas - wieder so ein Miniapfel. Aber wenigstens hat Herr Kobelt meinen Schrei nach mehr Saftigkeit bei den Redloves erhört.

Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: floXIII am 20. Januar 2017, 19:09:43
So viel süßer wird der Granny Swiss schon nicht sein. Jedenfalls kann ich mir nicht vorstellen, dass der geschmacklich weit weg sein wird vom Granny Smith. Sonst würden sie das ja in die Beschreibung reinpacken.

Vergessen hast du noch den Zwergenapfel "Gulivers". Ein Apfelbaum der unter 1m bleibt? Hört sich zumindest für die Topfkultur interessant an. Vor allem wenn man nur Balkon oder Terrasse hat.

Ansonsten sind jetzt eignetlich nicht so viele eigene Züchtungen dabei wie ich gedacht hätte. Hätte darauf getippt, dass bei den Vierbeeren noch was Neues kommt.

Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 20. Januar 2017, 19:19:13
Den Zwergerl Apfel "Gullivers" hab' ich noch gar nicht richtig registriert. Topfkultur bei Äpfeln? Bei mir funktioniert Obst imTopf nicht, da hab' ich noch nie was Gescheites zusammengebracht, nicht mal Balkonerdbeeren... .

Richtig sauer bei Äpfeln? Hat Lubera jemals einen "sauren" Apfel im Angebot gehabt? So sauer, dass es weh tut, wenn man ihn im Oktober frisch vom Baum isst - und der dann im Winter, wenn die guten alten Sorten abbauen und fad und mehlig werden, elektrisiert und brizzelt und mit Saftigkeit fast umhaut?
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: floXIII am 20. Januar 2017, 19:30:13
Den Zwergerl Apfel "Gullivers" hab' ich noch gar nicht richtig registriert. Topfkultur bei Äpfeln? Bei mir funktioniert Obst imTopf nicht, da hab' ich noch nie was Gescheites zusammengebracht, nicht mal Balkonerdbeeren... .
Keine Ahnung obs im Topf funktioniert, aber wenn nicht bei diesem Zwergbaum wo dann?  ;)

Richtig sauer bei Äpfeln? Hat Lubera jemals einen "sauren" Apfel im Angebot gehabt? So sauer, dass es weh tut, wenn man ihn im Oktober frisch vom Baum isst - und der dann, wenn die guten alten Sorten abbauen und fad und mehlig werden, elektrisiert und brizzelt und mit Saftigkeit fast umhaut?
Kann ich nicht beurteilen, du hast sicher mehr Lubera-Sorten als ich im Garten. Ich hab nur zwei Redloves  ;D
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 20. Januar 2017, 19:40:08
Ich wollt damit die Topfkultur nicht grundsätzlich abwerten, Florian. Dass das mit der Topfkultur nix wird bei mir, das liegt an mir, aber für Balkonobst hab' ich halt keinen grünen Daumen. Andere Leute haben hier im Forum schon schöne Bäumchen im Topf gezeigt.

Und was die Säure angeht, da soll der Herr Kobelt sich einfach mal trauen! Nicht immer nur auf die Damen und Süßesser in seiner Firma hören. Nix ist schöner fruchtig als ein Lagerapfel, der nach 3 Monaten Lagerung noch wirklich einen guten Wumms Säure hinter dem Zucker hat. Sogar die Redloves hatten im Dezember die Säure großenteils abgebaut.

Den Paradis New Year hab' ich noch nicht probiert - das wär vielleicht noch ein Kandidat, soll aber nur bis Januar haltbar sein (sonderbar für einen Apfel, der erst im neuen Jahr gut werden soll). Ansonsten sind die meisten Lubera-Äpfel, soweit ich sie kenne, eher auf der süßen Seite.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: floXIII am 20. Januar 2017, 19:48:12
Ich wollt damit die Topfkultur nicht grundsätzlich abwerten, Florian. Dass das mit der Topfkultur nix wird bei mir, das liegt an mir, aber für Balkonobst hab' ich halt keinen grünen Daumen. Andere Leute haben hier im Forum schon schöne Bäumchen im Topf gezeigt.

Und was die Säure angeht, da soll der Herr Kobelt sich einfach mal trauen! Nicht immer nur auf die Damen und Süßesser in seiner Firma hören. Nix ist schöner fruchtig als ein Lagerapfel, der nach 3 Monaten Lagerung noch wirklich einen guten Wumms Säure hinter dem Zucker hat. Sogar die Redloves hatten im Dezember die Säure großenteils abgebaut.
Hab ich jetzt auch nicht so verstanden, dass du die Topfkultur abwerten willst. Finde Topfkultur auch etwas skeptisch, was aber noch lange nicht heißen muss, dass es nicht möglich ist. Denke da hängt sehr viel mit der Auswahl des richtigen Substrat ab. Aber das ist ne andere Geschichte und gehört nicht in diesem Thread.
Mit der Säure bei Äpfeln stimmt ich dir zu. Was finde ich die Äpfel "grausam" wenn sie nach der Lagerung nur noch süß und fad schmecken. Da muss ich auf alle Fälle noch die richtigen Sorten für mich finden. Da scheiterts aber meist am fehlenden Platz  ;)
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 20. Januar 2017, 19:57:50
OT:
Manchmal trennt man sich besser von nicht so tollen Sorten und macht Platz für Besseres.
Zumindest bereue ich nicht, mich von meinen Cox Orange getrennt zu haben.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: floXIII am 20. Januar 2017, 20:10:32
OT:
Manchmal trennt man sich besser von nicht so tollen Sorten und macht Platz für Besseres.
Zumindest bereue ich nicht, mich von meinen Cox Orange getrennt zu haben.
Stimmt schon, Problem ist nur: Ich schmeiß ja schon dauernd altes/"unnützes" Zeug raus. Erst kürzlich musste ein großer Walnußbaum weichen, damit (um den Bogen zurück zu den Lubera-Äpfeln zu spannen) mein Odysso mehr Sonne abkriegt (gleichzeitig wurde so noch Platz für Pawpaw geschaffen) ;-)
Der Granny Swiss hört sich aber schon interessant an, da ich Granny Smith eigentlich recht gut finde bzw. wiederentdeckt habe. Fand den mit noch jüngeren Lebensjahren zu sauer bzw. komisch.
Granny Smith bekomm ich hier aber jede Menge zum günstigen Preis. Da weiß ich nicht ob sich ein vermutlich so ähnlicher Apfel lohnt, abgesehen von der Tatsache, dass er im Garten kein oder kaum Spritzmittel sehen würde.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 21. Januar 2017, 15:55:18
Granny Smith und Golden Delicious, das sind Apfelsorten, mit denen ich groß geworden bin.
Was mich am Granny Smith fasziniert, dass er so anders ist als alle anderen Äpfel - anders in der Textur, anders im Geschmack, ein ganz eigener Charakter. Angeblich ist er ein Bastard mit  Holzapfel, das wäre dann tatsächlich mal, dass malus silvestris-Gene in unseren Essäpfeln gelandet sind

Früher (vor 50 Jahren oder so) hab' ich gerne Granny Smith gegessen. Die heutige Handelsware schmeckt mir nicht mehr - zu trocken, das grün-apfelige Aroma ist irgendwie weg. Sind's die modernen Lagerbedingungen oder sind neue "Typen" im Umlauf? Wie ich vor 50 Jahren den goldgelben Golden Delicious mit großen Korkzellen und leichter Berostung gerne gegessen habe und die heutigen grün-grässlichen Äpfel zum Grausen finde. 

Hier nördlich der Alpen passt meines Wissens das Klima für Granny Smith nicht, der will's wärmer. Einerseits probier' ich's mit einem Seestermüher Zitronenapfel (schade, dass der Herr Kobelt die Gene der alten Sorten links liegen lässt und sich statt dessen auf Züchtung mit modernen Handelssorten beschränkt) - der hat durchaus Anklänge an Granny Smith, ist vom Aussehen her aber mehr Kalvill-ähnlich. Leider ist mein Exemplar an der Veredlungsstelle (auf M9) vom Krebs fast durchgefressen - ein Patient quasi seit er zu mir kam.  Und er ist leider schon im August ernte- und genussreif, also nix mit Winterapfel (ist aber ein schöner Kontrast zum blumig-fruchtigen Piros und zu Alkmene).

Also weitermachen mit dem Seestermüher oder doch Granny Swiss -?
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Rib-Huftier am 21. Januar 2017, 16:03:09
Ich denke der schlechtere Geschmack von G Smith kommt einmal von der Lagerung, dann wegen der Unterlage und wegen des Typus, der toll aussieht aber andere Eigenschaften verliert. Aber das findet man in vielen älteren Sorten, die man im Supermarkt finden kann.  :(

 Hier und da soll es immer wieder kreuzungen zwischen Wildäpfel und Kulturäpfel gegeben haben, die dann selber zur Sorte wurden. Aber das mit G. Smith glaube ich nicht. Der Holzapfel hat zu viele "negative" Eigenschaften zu vererben. Darüber hinaus Soll der Apfel auch in Australein entstanden sein. Wo sind da Holzäpfel? Wieso hätte man die Holzäpfel mit auf das Sträflingsschiff nehmen sollen? Passt das Klima von Australien zum Holzapfel?
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 21. Januar 2017, 16:27:09
Ich kann nur auf den Wikipedia-Artikel zu Granny Smith verweisen, Näheres weiß ich auch nicht.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: cydorian am 21. Januar 2017, 16:31:50
Den Zwergerl Apfel "Gullivers" hab' ich noch gar nicht richtig registriert. Topfkultur bei Äpfeln?

Wäre nur die logische und konsequente Fortsetzung der Markttrends durch Lubera. Kleiner, noch kleiner, am kleinsten. Der Garten ist immer kleiner geworden, damit auch die pflanzbaren Bäume und nun sind wir beim Balkon angekommen, gar kein Garten mehr. Der Baum für immer engere, vollere, bodenteurere Länder.

Topfkultur ist bei sehr schwachwachsenden Äpfeln eigentlich kein wirkliches Problem, das Problem sind die heutigen Lebensweisen. Man hat zwar den Balkon, aber man hat keine gute Überwinterung. Wir haben momenten eine zweiwöchige Periode mit ganz oder fast zweistelligen Minustemperaturen Nachts, Sonne tags über. Das friert jeder Topf durch und oben knallt die Sonne auf den Stamm. Nicht gut. Orangerien für Topfobstüberwinterung sind aus der Mode.

Und man hat zwar eine schöne Giesskanne auf dem Balkon, möchte aber doch zwei Wochen im Sommer in Urlaub. Willige Nachbarn mit dem Schlüssel auszustatten, die dann qualifiziert und regelmässig einmarschieren, giessen ist heute auch nicht mehr so einfach. Durchgetrocknete Töpfe: Nicht gut.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Rib-Huftier am 21. Januar 2017, 16:55:46
Orangerien für Topfobstüberwinterung sind aus der Mode.

Ich habe den neuen Katalog mal durchgeblättert. Die Zitruspflanzen-sparte wurde stark ausgebaut. Lu*era ruft wohl das Jahr der Privat-Orangerien aus ;D

Aber ich denke die Diskrepanz zwischen urbanem, modernem Leben und Pflanzenfürsorge wird von Lu*era mit einkalkuliert. Die haben im Katalog Säulen und Zwergäpfel für 70€. Wenn dann der ein oder andere Baum ein weiteres mal gekauft wird, dann zählt sich der, von Lu*era gemachte Schild-Bürger-Streich, aus.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Elro am 21. Januar 2017, 21:26:04
Granny Smith und Golden Delicious, das sind Apfelsorten, mit denen ich groß geworden bin.
Was mich am Granny Smith fasziniert, dass er so anders ist als alle anderen Äpfel - anders in der Textur, anders im Geschmack, ein ganz eigener Charakter.
Hattest Du früher eigene Granny Smith oder meinst Du mit groß geworden die Grannys von damals aus dem Supermarkt?
Ein Granny in Deutschland schmeckt nicht so wie der aus Neuseeland.
Ich habe seit 1991 einen Granny Smith und der enttäuscht mich in Sachen Geschmack sehr.
Um das typische Grannyaroma zu schmecken muß er im Oktober frisch vom Baum gegessen werden.
Sobald er gelagert wird verliert er stetig an Geschmack, jetzt sieht er fast wie ein Golden Delicious aus, also zart gelb, Geschmack jetzt nur noch wässrig mit kaum Säure oder Süße.
Bei einem Pomologentreffen sagte mal Jemand, daß der Granny nie so ist wie der Granny im Handel und es auch nie wird.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Starking007 am 21. Januar 2017, 21:52:12
Redlove Kohlhaas
Granny Swiss
Gullivers

Glaubt das alles echt noch jemand von euch!?
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: cydorian am 21. Januar 2017, 22:36:07
Was glauben?
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Rib-Huftier am 21. Januar 2017, 23:31:22
Ich kann nur auf den Wikipedia-Artikel zu Granny Smith verweisen, Näheres weiß ich auch nicht.
Ich kenne den Artikel. Bemerkenswert ist, dass Sträflinge von 1788 bis 1868 nach Australien gebracht wurden. 1868 ist zufällig das Jahr, wo G. Smith als Sorte bekannt ist. Ich kann nur nicht ganz nachvollziehen, wieso man den Holzapfel zu dieser Zeit mitgenommen haben soll und wieso diese Kreuzung so was brauchbares als Zufallssämling ergibt. Ich denke, dass ich aus einem Holzapfel nichts gutes heraus bekommen würde.

Redlove Kohlhaas
Granny Swiss
Gullivers

Glaubt das alles echt noch jemand von euch!?

Gute Frage, was sollen wir echt noch glauben? Ich glaube schon, dass Lu*era Züchtungsarbeit betreibt. Und dass die Äpfel einen Großteil der benannten Eigenschaften haben, glaube ich auch. Zur Lagerzeit und Geschmack bin ich auch kritisch, denn die Leute v. Lubera versuchen Apfelbäume zu verkaufen. Da kann die Werbung leicht übertreiben. Aber ganz schlecht werden die Äpfel nicht sein. Ich konnte mal Johannisbeeren von Lubera kosten und ich fand sie schon gut
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: floXIII am 22. Januar 2017, 08:50:13
Redlove Kohlhaas
Granny Swiss
Gullivers

Glaubt das alles echt noch jemand von euch!?
Wäre natürlich gut zu wissen worauf sich deine Frage genau bezieht.
Denke aber schon das sie da züchterisch sehr engagiert sind und deshalb auch regelmäßig neue Züchtungen raus bringen, dass ist halt Teil ihrer Vermarktung: Eigene bessere Sorten für den Hausgarten.
Das da jedes Jahr immer mehrere neue Sorten rauskommen ist vielleicht etwas befremdlich, wenn man im Erwerbsbau eher selten neue Sorten sieht. Aber die Auswahlkriterien sind zwischen Hausgarten und Erwerbsanbau halt auch unterschiedlich.
Lubera setzt auf Vielfalt und somit ist die Sortenauswahl nicht auf ein enges Kriterienmuster beschränkt. Da spielt die Reifezeit, Lagerfähigkeit, Transportfähigkeit eher weniger eine Rolle.
Das sieht man ja auch an ihrem Sortiment. Da sind ganz kleine Äpfel, Säulenbaume, Mini-Bäume usw. Da ist alles dabei. Wichtig ist der Geschmack (das besondere) und die Krankheitsresistenz. Farbe, gleichmäßige Form sind da nicht entscheidend.
Dadurch kann man natürlich viel mehr Sorten auf den Markt bringen (So seh ichs als Außenstehender zumindest)
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Waldgärtner am 22. Januar 2017, 10:08:54
Zitat von: floXIII
Wichtig ist der Geschmack (das besondere)

Ob du das in der Form sagen würdest, wenn du zuvor nicht in den Genuss der Lubera-Werbevideos gekommen wärst?  ;D
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: floXIII am 22. Januar 2017, 10:32:40
Zitat von: floXIII
Wichtig ist der Geschmack (das besondere)

Ob du das in der Form sagen würdest, wenn du zuvor nicht in den Genuss der Lubera-Werbevideos gekommen wärst?  ;D
Ist natürlich nur eine Annahme  ;D
Aber wenn ich selbst züchte, werde ich wohl kaum gräßlich schmeckende Äpfel vermarkten. Wäre ja nicht gerade Umsatzsteigernd  ;)
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: cydorian am 22. Januar 2017, 10:50:32
Über die angebotenen Sorten und ihre Namen kann man sagen, was man will, jubeln, jammern, heiss diskutieren. Klar ist natürlich, dass bei dem Markt, den Lubera beliefern möchte eigene Namen und das Sortengedöns unumgänglich sind. Das ist schon allein daran zu sehen, dass auch Wildobst und ungeschützte Sorten fleissig mit eigenen Namen betitelt werden. Ziel ist, die Vergleichbarkeit zu verhindern, dann damit würden die hohen Preise plötzlich als Witz dastehen. Daran ist absolut nichts ehrenrühriges, sowas ist zu allen Zeiten eine übliche Standardstrategie von Verkäufern.

Also werden Sorten erfunden, gezüchtet, wie auch immer und sofort mit vielen "®" überall geschützt und eingetragen. Auch das nicht ehrenrührig. Bei Äpfeln dreht das gerne hoch, man sehe sich den Bohei um Namen und Verträge bei Clubsorten an (wo es auch im viel Geld geht) oder auch "Sortensquatting" a la Weirouge.

Für die endlosen Videos von Lubera fehlt mir Lust und Zeit und ich weiss auch nicht, wie die eigentlich züchten. Woher die Resistenzklone kommen, ob mit Markern, nur gezielter Kreuzung oder althergebrachter Zufalls-Sähmann-Methode gezüchtet wird, aus welchem Genpool die Elternsorten stammen, ob es überhaupt eigene Zucht ist oder Auswahl von für den kommerziellen Markt verworfener Klone von Dritten... keine Ahnung. Sollte das aber alles intransparent sein, müsst ihr das einzige tun, was Kunden tun können und sollen, kaufen, kaufen, kaufen :-)
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Rib-Huftier am 22. Januar 2017, 12:08:28
Die Benutzung von Eigennamen für freie Sorten wird bei Lubera leider immer schlimmer. Bei der grünen Johannisbeere,  die Lubera anbietet und mit einem Eigennamen bewirbt, handelt es sich nur um Vertti. Das Eingeständnis über die wahren Sortennamen wird hier und da auch freiwillig eingeräumt. Bei den Eigenzüchtungen wird da manchmal übertrieben. "Das ist kein Apfel, sondern ein Red Love"

Dabei sind die Eigensorten sehr wichtig, da Herr Kobelt auch eine Firma besitzt, die sich an Großabnehmer, wie Obstbauern, zielt. Daher findet man auch Red loves im Supermarkt.

Kobelt kauft viele Sorten ein und züchtet damit weiter. Er scheint aber auch viele eigene "Zucht-Zwischenergebnisse" zu besitzen, mit denen er arbeitet. Er arbeitet aber auch mit anderen Organisationen zusammen. So dokumentierte er mal in seinen Videos, wie er mit weiteren Züchtern, an Feuerbrandresistenz arbeitet. Laboranalysen werden auch gemacht. Das ganze wird sehr professionell und relativ offen gemacht.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: floXIII am 22. Januar 2017, 12:28:12
Das mit dem Namens-Wirwarr für ein und die selbe Sorte ist natürlich ne blöde Sache, besonders für leidenschaftliche Hobbygärtner die sich die vermeitlich verschiedenen Sorten zusammenkaufen und dann plötzlich die gleiche Sorte fünfmal im Garten haben... Aber das betrifft ja nicht nur Lubera und gehört auch nicht in diesen Thread (Gibts für dieses Namens-Chaos eigentlich einen eigenen Thread, wäre vielleicht ganz interessant wenn wir da versuchen etwas Klarheit reinzubringen)

Lubera wird ja auch hier im Forum recht kontrovers gesehen, ob das nun die relativ hohen Preise oder das erwähnte Namenswirwarr ist. Allerdings rechne ich ihnen doch an keine gefakten Fotos zu verwenden (zumindest kommts mir so vor  ;D) und relativ transparent was Züchtung/Selektionen usw. zu sein. Natürlich immer unter der Prämisse, dass ihre Videos auch die wahren Umstände zeigen/erläutern.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 22. Januar 2017, 17:38:52
Also retuschiert (oder wie auch immer man das heute macht) kommen mir einige der Fotos schon vor, man denke da an "Blautropf" oder an die Katalogabbildung von Paradis Myra - so rot war der Apfel bei mir nicht.

Die Züchtungsarbeit wird, denke ich, schon weitgehend selber gemacht, in einem video lässt sich Herr Kobelt mit seinem Sohn beim Apfelbestäuben filmen. Wenn sie es nicht selber machen, wie bei den Himbeeren, sagen sie das auch.

Übrigens, wer noch nie einen Redlove gegessen hat, kann auch nicht mitreden, in wie weit sich deren Geschmack von "normalen" Äpfeln abhebt. Da ist meiner Meinung der Unterschied größer als zwischen Pfirsichen und Nektarinen.

Ich war ja auch mehr als skeptisch mit dem ganzen Werbegedöns, bevor ich meinen ersten Lubera-Baum gekauft habe, das kann man ja auch im Eingangspost lesen. Warum ich noch an Lubera-Äpfeln interessiert bin? Weil mich der Geschmack überzeugt hat und die Dinger willig und problemlos fruchten. Und Winteräpfel haben die alten Sorten auf schwacher Unterlage noch keine gebracht, auch wenn sie es nach Sortenbeschreibung tun sollten. Die Angaben Luberas zur Lagerbarkeit sind in einigen Fällen, soweit mein Eindruck, sogar konservativ angesetzt. Zudem habe ich noch nie eine falsche Sorte geliefert bekommen - und wenn ich dreimal € 17,95 für kranke und falsch gelieferte Bäume ausgeben muss (was ic hdann nach zwei, drei Jahren mal merke), dann sind die €34,95 nicht so teuer... .

Es ist nun mal eine Tatsache, dass sich die Züchtungen aus dem 20. Jahrhundert (Alkmene, Piros, Liberty, Relinda - letztere gekauft als Retina) geschmackklich und auch sonst positiv abheben von den älteren Sorten. Die fliegen jetzt eine nach der anderen raus. Zuccalmagliorenette -zu trocken! Dülmener Herbstrosenapfel - Vorerntefruchtfall, geschmacklich mittelprächtig! Cox Orange - eine ewig kränkelnde (Mehltau), tragefaule Diva! Roter Berlepsch - auf schwacher Unterlage ein schnelll abbauender Spätsommerapfel!

Ich meine, ich gehe das Ganze ohne Ideologie und Scheuklappen an. Ich pflanze alte Sorten (die auf der Bauernwiese stehen sie noch...), ich pflanze neue Sorten - nicht nur von Lubera, meine Relinda möchte ich nicht mehr hergeben, die ist 10 mal besser als jeder Cox - aber bei mir im Hausgarten möchte ich doch Obst von nicht allzu hohen Bäumen ernten, man wird ja älter - und da haben bislang nur die modernen Sorten ihr Versprechen gehalten. Mit den alten Sorten auf schwacher Unterlage bin ich reihenweise auf die Nase gefallen.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Starking007 am 22. Januar 2017, 17:46:46
Ich hab 2016 RedLove probiert, ohne an Lubera zu denken,
also auch ohne ein Video gesehen zu haben:
Sicher kann man auch Roten Eiser frisch vom Baum essen.........................

"...keine gefakten Fotos...": Gibt es nicht einmal bei mir.

Bei vielen Waren wird inzwischen erst ein Bedarf geweckt,
dann die Werbung auf die Beine gestellt,
ein Name designed,
und dann ein passendes vorhandenes Produkt gesucht.
Lubera ist da nicht anders als so viele.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 22. Januar 2017, 17:57:58
Geht das jetzt wieder los?

Der Bedarf an pflegeleichten, willig fruchtenden und gut schmeckenden, saftigen Äpfeln war schon da, da gab's Lubera noch gar nicht... .

Den "Granny-Smith"-artigen Seestermüher habe ich gepflanzt, bevor ich was von der Firma wusste. Der Seestermüher ist schwer gezeichnet vom Krebs... meine Lust auf einen eigenen guten Granny-Smith-artigen Apfel, der in unserem Klima auch was wird, ist noch unerfüllt.

@Elro, ich hatte noch nie einen Granny Smith Baum, kenne den Apfel ausschließlich aus dem Supermarkt; beabsichtige auch nicht einen Granny Smith zu pflanzen, weil der a) als krankheitsanfällig beschrieben wird und b) in unserem Klima nicht gut gedeiht.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: floXIII am 22. Januar 2017, 17:59:31
Ok, das mit gefakte Fotos war falsch ausgedrückt. Meinte eher keine so absolut falschen Bilder, wo die Früchte nur jeweils umgefärbt werden um eine andere Sorte zu beschreiben etc. Da gibts ja auch so ein paar Anbieter  ;)

Bei der Blautropf würde ich noch nicht von Fake sprechen. Glaub du beziehst dich auf die intensive Rotfärbung der Blüten oder? Bei meiner waren auch nur einzelne Blüten so rot, meine stand aber auch eher schattig. Letztes Jahr hat sie leider nicht geblüt, da zu stark zurückgefroren. Mal sehen wie es heuer wird, hab sie dieses mal in der Garage überwintert.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: cydorian am 22. Januar 2017, 20:42:45
Übrigens, wer noch nie einen Redlove gegessen hat, kann auch nicht mitreden, in wie weit sich deren Geschmack von "normalen" Äpfeln abhebt. Da ist meiner Meinung der Unterschied größer als zwischen Pfirsichen und Nektarinen.

Den Redlove kenne ich nicht, aber eine ganze Reihe kräftig oder weniger kräftig rotfleischiger Äpfel. Verkostungsnotizen sind auch in irgendeinem Thread. Verschiedene Stammbäume. Und vor ein paar Monaten gab es Erstertrag einer weiteren Sorte: Pomfital. Es gibt auch einige Plantagenbesitzer, die sich in Privatzüchtung rotfleischiger vernarrt haben, das ist ein Trend.

Drops, Beerenaroma, die Himbeerphantasie ist typisch für die rotfleischigen. Sind da die Redloves so völlig anders? Und dann gibts ein Säurespektrum, das je nach Sorte mal stärker, mal schwächer ist, die älteren Sorten alle stärker. Zur Zeit scheint alles die Säure wegzüchten zu wollen, obwohl die prickelnde Schnittigkeit einer älterer Sorten durchaus ihren Reiz hat.

Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Wurmkönig am 23. Januar 2017, 07:40:42
Ja die säuerlichen Apfel-Aromen sind speziell in Deutschland (noch) sehr beliebt (relativ einzigartig in Europa), da in Asien aber "supersüße" Apfel bevorzugt gekauft werden, weiß man in welche Richtung die Entwicklung gehen wird .... brrrrr.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 24. Januar 2017, 18:47:24
Ja, brrr, das sag' ich auch. "Mehr Mut zur Säure, Herr Kobelt", möchte man da zurufen.

Wenn ich mich jetzt nach einem Lagerapfel als Ergänzung zu meinem kleinen Relindabaum (dessen Früchte viel zu schnell alle waren) umschaue, finde ich im Lubera-Katalog eigentlich nur süße bis sehr süße Sorten: Myra und Fantasia wären bis März haltbar. Bei "Elegance" heißt es "süß erfrischend", na ja - doch eher süß-? Und zu ernten Mitte bis Ende Sptember... - tut mir leid, Herr Kobelt, da ist es bei mir in der Garage oft noch zu warm zum Äpfellagern.

Und der Fantasia? Ein "Kinderapfel" -  "ja nicht zu groß", meint der Herr Kobelt, um die Minifrüchte den Leuten schmackhaft zu machen. Ja, krieg ich da einen Küchensklaven mitgeliefert, der mir beim Schälen der Minifrüchte hilft?
Sein Aroma wird beworben mit "erinnert an Orangen und Mandarinen", soweit könnte er als Alternative zu Relinda taugen, zur Saftigkeit wird nichts (!) gesagt und ansonsten ist er "sehr süß" - der Schieber im Diagramm steht quasi auf Anschlag auf der süßen Seite.

Ich weiß leider keine Baumschule, die mir sicher (!) eine zweite Relinda verkauft, wenn ich eine bestellen würde - meine jetzige Relinda ist auch nur eine fehlgelieferte "Retina"... . Das wär' echt eine Marktlücke, eine Baumschule, die wie Lubera, wirklich die bestellten Sorten ausliefert.

Einerseits beschwert sich Herr Kobelt über den "höheren Farbenblödsinn", das Diktat des Handels, das eine natürliche Farbe (Gelb) vieler Äpfel für unvermarktbar erklärt und dann erklärt er selber das Aussehen alter Russets und Lederäpfel für unvereinbar mit modernen Ansprüchen an das aüßere Erscheinungsbild von Äpfeln.

Das ist höherer ästhetischer Blödsinn, Herr Kobelt! Es geht um Geschmack - oder? Wenn's nur um glattschalige Stromlinienförmigkeit ginge, dürfte es keinen Sparkling geben (was ich schade fände)! Bei Birnen (Uta) funktioniert's doch auch.

Wann wird endlich wieder ein Apfel für den deutschen Gaumen auf den Markt gebracht? Ein Apfel saftig bis März oder April, ein "männlicher" Apfel mit Säure, Charakter und rauer Schale? Einer mit vernünftiger Größe? Und einer der auch von schwachwüchsigen Unterlagen lagerbar bis ins Frühjahr kommt? Nicht so wie mein Boskoop, der auf M9 dick aufgeblasene Bollen bildet, welche im Spätsommer mit physiologischen Störungen vom Baum fallen?
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: cydorian am 24. Januar 2017, 20:14:00
Schlage es Herrn K. doch persönlich vor :-) Gegen Zuschriften von engagierten Kunden haben solche Leute normalerweise nichts, im Gegenteil. Sie müssen allerdings begründet sind, reine Mängelmeldungen will keiner. Der Mann liebt Obst, wie wir. Die gemeinsame Sprache haben wir damit deshalb bereits.

Bei Uta funktioniert leider nichts. Die hat nur im Bioanbau Marktanteile gewonnen, vor allem in Österreich. Die übrigen 99% sind importierte Conference, importierte Abate Fetel, importierte Williams ein paar kurze Wochen lang, die unsäglichen importierten Packhams und schlecht essbare importierte Herbstforellenbirnen. Züchtet Lubera jetzt auch Birnen?

Relinda gibts u.a. bei uns in der Nachbarschaft. Es ist eine Artevos-Sorte. Anbieter in deiner Nähe kannst du unter http://www.artevos.de/sortenanbieter/typ/privatkunden.html suchen. Wenn du auch fahren willst, kannst du mal bei Ulmer in Weilheim/Teck anfragen. Alte Schule und glücklicherweise auch einige kommerzielle Kunden, die sich nicht alles gefallen lassen, was man Privaten reindrückt.

Offtopic, aber witzig ist, dass du auch mit Fehllieferungen auf Sorten gestossen bist, die dir gefallen. So ging es auch mir. Gekauft, geärgert dass es nicht die bestellte Sorte ist, gewundert dass sie durchaus brauchbar ist, sogar gut brauchbar. Vielleicht sollte man öfters ins Blaue pflanzen und nicht so viele Beschreibungen wälzen, hätte man nur den Platz dafür...
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Rib-Huftier am 24. Januar 2017, 23:14:27
Ich würde aber mit Herr K. nicht so streng sein. Er ist ein Obst-Freund aber auch ein Geschäftsmann. Säuerliche Äpfel werden eben immer unbeliebter. Er hat, wie ich es schon einmal geschrieben habe, eine weitere Firma, die die Pflanzen an Großkunden, wie Bauern, verkauft.

Die Bauern müssen auch ihre Äpfel los werden. Wenn jetzt Herr K. meint, dass er den Hipe um das Aussehen der Früchte schlecht findet, dann ist das seine Meinung. Er muss dennoch Sorten züchten die sich im Supermarkt verkaufen lassen. Die Märkte üben auf die Bauern einen sehr großen Druck aus. Wenn das Aussehen der Lieferung nicht stimmt, dann wird sie eben nicht angenommen und zum  Bauern (oder Zwischenhändler) zurück geschickt.

Viele Leute sind es auch gewohnt schönes Obst zu essen. Sie werfen den Apfel weg, wenn er Schorf hat und schneiden die aufgeplatzten Stellen der selbst gezogenen Tomaten weg. Das kann Herr K. nicht ignorieren.

In einem älteren Lubera-Katalog meine ich auch mehr saurere Sorten gesehen zu haben. Da sieht man den Trend.

Den Kinderapfel finde ich dagegen eine mutige aber auch eine gute Sache. Wenn mir schon die Apfelgröße manchmal zu viel wird, wie ist das dann mit Kindern? Diese Äpfel  sind für den Frischverzehr gedacht, wieso soll man sie dann schälen? Und so schlimm finde ich das mit dem Schälen nicht. Man versorgt damit ja keine Großküche. Saftpressen wäre bei einer größeren Menge auch denkbar.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 25. Januar 2017, 18:16:30
Bei Uta funktioniert leider nichts. Die hat nur im Bioanbau Marktanteile gewonnen, vor allem in Österreich.
Hmm - jetzt redest du aber über kommerzielles Obst für Handelsketten - Lubera will doch den Markt der Hausgärtner mit Bäumen beliefern - und da hält sich die Sorte Uta seit einigen Jahren im Katalog. Zumindest hat sie es trotz Berostung ins Lubera-Programm geschafft.

Säuerliche Äpfel werden eben immer unbeliebter.
...
Die Bauern müssen auch ihre Äpfel los werden.

Bei Ed.ka gibt's derzeit Boskoop im Markt. Die verkaufen sich obwohl sie berostet und säuerlich sind - sind nicht nur nach meiner Meinung eine der wenigen Handelsorten im Supermarkt, die überhaupt noch schmecken.

Und was die Bauern betrifft, so kann ich mitreden - ich hab' oft genug für einen Äpfel gepflückt: Am besten geht Boskoop! Typisches Erlebnis an Tagen des Feilnbacher Apfelmarkts: Mercedes / BMW mit Münchner Kennzeichen zuckelt durch die kleinen Straßen zwischen den Obstgärten, wird langsamer, Frau auf dem Beifahrersitz lässt das Fenster runter und grölt zu den Einheimischen: "B-o-s-k-o-o-p?!"
Der ist nämlich oft als erstes ausverkauft und manches Jahr rar, weil die Sorte stark alterniert (und eigentlich sagt man hierzulande erst mal Grüß Gott!)
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: cydorian am 25. Januar 2017, 19:44:02
Das gute und verkaufsfördernde Image dieser Sorte ist mir ein Rätsel. Und ich finde auch, dass die Supermarkt-Boskoops nicht schmecken, das sind die jüngeren, aromaschwachen Klone. Weniger berostet, stärker gefärbt. Die frühen, aromatischen Klone bringen grünere und berostetere Äpfel. Sowas hatte auch mein bester Boskoop, der stammte von einem uralten Baum in einer Senke, leichter Nordhang, feuchter Boden, späte Reife. Der hatte Klasse und war auch besser lagerfähig.

Wenn Kobelt sowas verkaufen will, kann er nicht auf das gute Boskoop-Image bauen. Das muss sich eine neue Sorte erst verdienen,  was bei säurebetontem Stil schwer wird. Hätte Boskoop nicht dieses positive Gegengewichtsimage eines erstklassigen Back- und Kochapfels und Tafelapfel für Säurefreunde, würde der schon längst in der Sortengruppe der alten Sorten verschwinden, ein paar Freaks haben einen Baum davon, sonst niemand.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 25. Januar 2017, 20:51:06
Im Supermarkt gibt's zumindest schon genug süße Äpfel.  Wenn mir jemand einen Baum für den Hausgarten verkaufen will, sollte der geschmacklich mehr drauf haben.

Ich bin ja auch nicht der große Boskoop-Fan, aber wenn ich nichts besseres Säuerliches hab', ist er eine Option.  Aber er ist natürlich weit davon entfernt, der perfekte Apfel auf schwachwüchsiger Unterlage für den Hausgarten zu sein.

Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: floXIII am 26. Januar 2017, 12:22:02
@b-hoernchen: Du hast ja ein paar Lubera-Sorten im Garten. Welche würdest du am ehesten empfehlen (Redloves mal außen vor)? Geschmacklich solls schon eher Richtung erfrischend gehen, nichts super süßes. Reifezeitpunkt ist jetzt auch nicht so wichitg.
Glaub vom Sparkling warst du sehr angetan oder?
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 26. Januar 2017, 19:17:19
Erfrischend? Mit Säure? Dann auf alle Fälle die Bionda Patrizia. Die brizzelt im Dezember genauso schön am Gaumen wie die Relinda Ende Januar. Aber das ist keine beißende Säure, das ist so eine frische Säuerlichkeit mit Zucker, so wie sie vielleicht  Mandarinen haben. Und saftig ist sie auch. Du wirst bei der Patrizia allerdings mit Läusen zu tun bekommen, wenn du die Ameisen nicht fern halten kannst, die Relinda hatte keine, zumindest nicht so, dass sie mir als störend aufgefallen wären... .
(Und ich finde, wenn wir über Lubera-Äpfel reden, dann muss man auch Vergleiche zu anderen Sorten ziehen dürfen!)

Aber richtig saure Äpfel züchtet der Herr Kobelt sowieso nicht - ohne Zucker würd' ich die Säure jetzt auch nicht mögen.

Auch der Sparkling ist kein saurer Apfel. Ich wette, der muss sich im Zuckergehalt nicht hinter Alkmene verstecken. Er wird aber nicht besonders lagerbar sein. Insgesamt find' ich das Sortiment schon recht "süßlastig". Bis auf "New Year" (den ich nicht kenne) finde ich sonst keinen säuerlichen Lagerapfel. Und auch "New Year" soll bloß bis Ende Januar gehen... .

Mein Problem derzeit: Ich such' einen Lagerapfel, am besten lagerbar bis März oder April. Und was baut sich beim Lagern ab? Die Säure natürlich, die Saftigkeit verliert sich auch häufig. Der Zucker wird beim Lagern immer dominanter - ganz von alleine. Das heißt, wenn der Apfel im Winter nicht belanglos süßlich werden soll, braucht er zur Ernte einen kräftigen Überschuss an Säure. Das hat mir die Relinda deutlich gezeigt - im Oktober saurer als ein Redlove, ist sie im Winter einfach richtig.

Ich denk, bei dir Florian im warmen südtiroler Weinbauklima ist die Gefahr wohl noch größer, dass der Apfel zu süß oder zu trocken gerät.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: floXIII am 26. Januar 2017, 20:06:47
Danke für deine Einschätzung.

Solange die gewählten Sorten schlussendlich weniger süß als die Handelsorten sind, wäre es ja schon ein Anfang  ;)

Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 26. Januar 2017, 21:01:57
Ich hab' nichts gegen Zucker, solange da genug Säure dabei ist. Nur sauer ist genauso einseitig wie nur süß. Erst die Mischung macht den Apfel vollmundig.
Bei der Vielzahl der süßen Sorten ist es zur Abwechslung schön, wenn mal der säuerliche Eindruck überwiegt.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Wurmkönig am 26. Januar 2017, 21:09:56
Naja, in dem Arche-Noah-Artikel
https://www.arche-noah.at/files/moderne-apfelsorten.krankheitsanfaelligkeit-inklusive.pv-jh.2013.pdf.pdf
wird sehr interessant die genetische Verarmung in der Apfelzucht beschrieben. Im Grunde kreuzt man seit Jahrzehnten weitgehend die 5 Grundsorten und kriegt deshalb immer einen "ähnlichen" Geschmack. Ich wäre sehr interessiert welche Eltern der Werdenberg hat, weiß irgendjemand etwas darüber?
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 26. Januar 2017, 21:28:10
Werdenberg ist ein Sämling von Regia. Herr K. erzählt irgendwo, wie er die Samen von Prof. Fischer erhalten hat (muss kurz nach der Wende gewesen sein).
Das mit der genetischen Verarmung stimmt leider. Sehr viele Luberasorten sind Nachkommen von "Resi". Hat sich wohl bewährt, um eine hohe Ausbeute an verwertbaren Nachkommen zu erzielen. Aber das muss man auch verstehen - Züchtung kostet Geld.

Findest du, dass die Lubera-Sorten alle ähnlich schmecken?
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Wurmkönig am 26. Januar 2017, 21:47:05
Nein, das kann man wirklich nicht sagen. Der Myra wird wohl nie mein Apfel werden (ich lagere aber auch nicht gerne), die anderen 7 Sorten schmecken ebenfalls sehr unterschiedlich und vom Aroma her spricht alles für den Hrn. K.

Ich bin nur vor 2 Wochen durch unseren Obstladen gelaufen und habe mir 9 unterschiedliche Sorten aus der Großkiste eingepackt. Ich wäre nicht in der Lage gewesen auch nur einen einzigen zu identifizieren (naja, bis auf den Booskop), obwohl das von Wuchs und Farbe sicherlich verschiedene Sorten waren.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: schnagga am 27. Januar 2017, 19:07:01
Zitat von: b-hoernchen link=topic=[b
Link entfernt!1[/b]2800475#msg2800475 date=1485460917]
Ich hab' nichts gegen Zucker, solange da genug Säure dabei ist. Nur sauer ist genauso einseitig wie nur süß. Erst die Mischung macht den Apfel vollmundig. (...)
Genau! Ich bevorzuge eher die Süßen, nur Zucker geht aber gar nicht!  :)
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Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Jopse am 22. Februar 2017, 12:15:35


Hat einer von euch schon Erfahrungen mit Bionda Bella gemacht. Soll ja laut Lubera der Nachfolger von Golden Delicious sein.

Mein Großvater hatte vor vielen Jahren einen Golden Delicious Baum im Garten. Ich erinnere mich, dass die Äpfel fantasisch waren. Geschmacklichen hatten die (zumindest frisch gegessen) nichts mit dem typischen GD Geschmack von Supermarkt-GDs zu tun. Hat man den Apfel ein paar Tage gelagert hat sich auch hier der vertraute GD-Geschmack eingestellt. Aber vorher war das wirklich das Beste was ich je an Äpfeln gegessen habe. Ich habe später auf einer Streuobstwiese in Waldrandnähe einen GD-Baum gepflanzt. Leider waren die Äpfel klein und unscheinbar und nicht mit dem was ich im Gedächtnis hatte vergleichbar.

Daher fand ich den Ansatz von Lubera durchaus interessant.
Hat einer von euch einen Baum oder schon mal ein Frucht probieren können?



Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 22. Februar 2017, 18:54:13
In welcher Gegend hatte dein Großvater den GD? Ich kenne hier einen Bauern mit drei Hochstämmen GD. Der Schorf ist bei denen gar nicht so schlimm. Nach dem Hitzesommer 2015 waren die Äpfel durchaus genießbar, wenn auch nicht überragend - also ich würde mir so ein Ding nie in den Garten stellen, weder in Groß noch in Klein (auf M9). Vielleicht ist mit Ausdünnen mehr Fruchtqualität zu erreichen, aber sonst blassaromatische Winzäpfel.

Dagegen möchte ich meine Marilyn und Patrizia nicht mehr missen.
Gerade die Bella hab' ich nicht - ich hab mich für die beiden gegensätzlichen Seiten des GD, die süße (Marilyn) und die säuerliche (Patrizia) entschieden.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Jopse am 22. Februar 2017, 21:28:25


Der Baum stand in Baden. Etwas außerhalb der Rheinebene auf ca. 180m ü. NN.

Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, dann war das ein Halbstamm.

Mir fallen hier auch 3 Hochstammbäume ein, welche ganz ähnlich stehen. Alle haben kleine schorfige GD Äpfel, die weit davon entfernt sind so gut zu sein, wie die Äpfel die mir denken. Trotzdem bin ich mir sicher das es ein GD war, weil die Äpfel nach ein paar Tagen Lagerung eben diesen typische GD Geschmack bekommen haben.


Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: gtafreak93 am 24. Februar 2017, 07:27:18
Bei meiner Oma und einer Bekannten stehen auch GD mit wenig Schorf (ohne Spritzen)
1h nordlich von Wien

Ich find sie super, halten meist bis ca. Februar und werden immer besser (und weicher)
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: cydorian am 24. Februar 2017, 13:41:36
Golden hat hunderte von Kultivaren/Mutanten, die sich teils kräftig voneinander unterscheiden. Meistens gilt wie bei anderen Sorten: Je älter, desto besser im Aroma. Diese Verwirrung hat man bei ganz neuen Sorten wie sie Lubera verkauft wenigstens nicht.

Meinen alten, vergreisenden GD hab ich umgelegt. Nicht wegen dem Aroma der kleinen, vor Regenfleckenkrankheit oft fast schwarzen Früchte. Sondern wegen der heftigen Allergiesymptome, die nur diese Sorte bei mir hervorruft. Es kratzt und zwickt, dann schwillts im Hals an. Verschenken kann man die bei dem Aussehen auch nicht.
Titel: Re:Lubera - Äpfel
Beitrag von: Willydendron am 26. Februar 2017, 14:42:10
Zitat von: Tara2 link=topic=[b
Link entfernt!1[/b]2406037#msg2406037 date=1432049467]
Ich habe mich gerade bei Lubera schon öfters gefragt, ob das was die anbieten überhaupt neue Sorten sind, oder ob es nicht vielmehr alte Sorten sind die dann unter einem anderen besser klingenden Namen neu vermarktet werden.

Kleine Anekdote von mir : Vor 4 Jahren auf der IPM hat mit ein Verkäufer die Ohren abgelabert und ihre neue Heidelbeere vorgestellt, die so der Verkäufer durch Jahrelange Züchtung bei Lubera entstanden sei. Der Name dieser Neuheit war Blue Drop. In Wirklichkeit handelte sich hier einfach um V. cylindraceum, die L.bei uns immer eingekauft hatte.
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Titel: Re:Lubera - Äpfel
Beitrag von: floXIII am 26. Februar 2017, 15:42:45
Kleine Anekdote von mir : Vor 4 Jahren auf der IPM hat mit ein Verkäufer die Ohren abgelabert und ihre neue Heidelbeere vorgestellt, die so der Verkäufer durch Jahrelange Züchtung bei Lubera entstanden sei. Der Name dieser Neuheit war Blue Drop. In Wirklichkeit handelte sich hier einfach um V. cylindraceum, die L.bei uns immer eingekauft hatte.
1min. Beitragsanzahl noch nicht erreicht
War das ein Verkäufer direkt von L.bera? Denn L.bera hat soweit ich weiß nie deren Heidelbeeren als eigene Züchtungen ausgegeben. Ein eigenes Züchtungsprogramm bei Heidelbeeren haben sie, glaub ich, erst vor wenigen Jahren gestartet. Das sie bei den Heidelbeeren aber neue Namen für bereits bekannte Sorten verwenden, könnte schon sein.


Titel: Re:Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 26. Februar 2017, 19:22:45
Kleine Anekdote von mir : Vor 4 Jahren ...
Gähn - geht das jetzt wieder los? Das Thema hier sind Äpfel und was Lubera als eigene Züchtung ausgibt, kannst du im Katalog nachschlagen... .
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Chefchoch am 10. März 2017, 09:57:51
Auf der Suche nach Erfahrungsberichten zu den Redlove bin ich auf diesen Thread gestossen.

Vielen Dank an alle, v.a. @b-hörnchen für die ausführlichen Berichte.

Ich möchte gerne zwei Apfelspaliere an einer Mauer (Westseite) erziehen, Boden ist eine Magerwiese.
Endgrösse sollte ca. 2 bis 2,5m sein.
1. Priorität hat Wuchsform (klassischer Spalier) und Blüte
2. Priorität hat Robustheit
3. Priorität hat Fruchtqualität

Fruchtertrag (Menge) ist wenig relevant.
Mit Fruchtqualität ist gemeint, dass diese geniessbar sind (ob mit oder/ohne Lagerung) - nicht mehlig, krankheitsanfällig, zu sauer/süss.

Auf die Redlove bin ich gestossen aufgrund der schönen Blüte und der speziellen Äpfel.
Ziel ist, dass in relativer kurzer Zeit schöne Spaliere an der wand gezogen werden können (dekorativer Aspekt).

Eignen sich die Bäume von Lubera mit der Unterlage M9 für dieses Vorhaben oder lieber auf eine schnellere Unterlage wechseln?
Bedenken habe ich, dass der Wuchs zu langsam sein könnte und zum anderen, dass die Lebensdauer auch nicht sehr lange ist, wäre schade, wenn die in 30 Jahren wieder umgetan werden müssten.


Wenn M9 geeignet, welche Sorten könntet ihr empfehlen von Lubera? Im Auge hatte ich aktuell die Redlove Era und evtl. noch die Bionda Marylin.

Liebe Grüsse
Chefchoch
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: floXIII am 10. März 2017, 11:59:52
@Chefchoch: Zu den einzelnen Sorten kann dir b-hoernchen sicher mehr sagen, er hat da wesentlich mehr Sorten. Wenn man jetzt nicht nur auf die Ultra-süßen Äpfel abfährt, dann sind die Redloves auf alle Fälle nicht zu sauer. Meinen Odysso würde ich nach ein paar Wochen Lagerung bereits als eher/sehr süß einordnen. Frisch vom Baum noch etwas sauer, wobei mir persönlich etwas saure Äpfel auch gut schmecken.

Soweit ich weiß, veredelt Lubera alle ihre Apfelbäume auf M9. Ob du die auch auf M106 oder anderen mittelstarken Unterlagen bekommst, glaub ich eher nicht. Müsstest halt ggf. nachfragen.

Wenn ich dich richtig verstehe, willst du sie nur zweidimensional an der Hauswand führen? Oder als normale Spindel? Wenn du sie nicht weit in die Breite ziehen willst dürfte M9 reichen.
30 Jahre sind für M9 aber schon ein sehr hohes Alter. Glaub wirklich viel länger halten die nicht durch, zumindest was man so hört/liest. Aber da werden sich hier sicherlich noch andere melden und genauere Auskunft geben. Daumen hoch für dieses Forum  :)
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: cydorian am 10. März 2017, 14:27:02
Endgrösse sollte ca. 2 bis 2,5m sein.

Bei so kleiner Endgrösse ist M9 die richtige Unterlage.
Apfelspaliere werden sowieso nicht so alt wie freie Hochstämme. Der Stress ist grösser. Auch die Verjüngung ist bei Spalieren schwieriger. Ich würde mal nicht in Jahrzehnten rechnen und Lubera-Sorten dürften sich auch nicht gravierend unterscheiden.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 10. März 2017, 21:24:13
... Boden ist eine Magerwiese.
Endgrösse sollte ca. 2 bis 2,5m sein.
...
Ziel ist, dass in relativer kurzer Zeit schöne Spaliere ... .

Wenn M9 geeignet, welche Sorten könntet ihr empfehlen von Lubera? Im Auge hatte ich aktuell die Redlove Era und evtl. noch die Bionda Marylin.

Liebe Grüsse
Chefchoch
Auch mit Bäumen auf M9 lässt sich schnell ein Spalier hochziehen,  w e n n , ja wenn du den richtigen Boden dafür hast/bereitest. Auf einer Magerwiese kann es Probleme geben. Die Wurzel M9 ist so schwach, die kann sich nicht meterweise durch den Magerboden graben und sich die Nähstoffe selber suchen, der musst du die Nähstoffe nachtragen.

Gute Bodenvorbereitung ist bei magerem Boden alles! Große Pflanzgruben ausheben, einen guten halben Meter tief, einen halben Quadratmeter weit, gerne auch größer. Wenn dein Boden sandig ist, mische ihn mit Ton oder Lehm, dünge gut, besorge dir reichlich  frischen Mist und arbeite den unter... .
Auf der Wiese wirst du Wühlmausschutz brauchen, ich flechte mir dazu Pflanzkörbe, zylindrisch aus 13mm Sechseckgeflecht, 60 - 70 cm weit, 50cm hoch. Und Pflanzscheibe freihalten - sonst wird das nichts!

Die Marilyn ist übrigens eine super saftige Sorte und so ziemlich das Beste, was ich an süßen Sorten kenne, den Sparkling kann ich dir auch empfehlen.

... und Lubera-Sorten dürften sich auch nicht gravierend unterscheiden.

Na, mit dem Supermarkteinerlei kann man Lubera-Sorten nicht vergleichen (außer vielleicht den Julka).
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: cydorian am 10. März 2017, 22:01:48
Na, mit dem Supermarkteinerlei kann man Lubera-Sorten nicht vergleichen (außer vielleicht den Julka).

Das überrascht mich jetzt, sind die Lubera-Sorten tatsächlich so viel anders in Lebensdauer und Wachstum wie die gängigen Marktsorten?
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 10. März 2017, 22:07:06
Für den Geschmack der Lubera-Sorten haue ich auch gerne alten Sorten raus - der Berlepsch ist schon angezählt!
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: cydorian am 10. März 2017, 22:16:49
Vom Geschmack habe ich nie gesprochen, es ging um die Eignung als Spalierbaum. Lies nochmal nach.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Chefchoch am 14. März 2017, 20:01:01
Vielen Dank für eure Rückmeldungen, v.a. auch für die Tipps zur Bodenvorbereitung @b-hoernchen

@floXIII, ja es soll ein zweidimensionaler Spalier werden.

Das mit der kurzen Lebensdauer überrascht mich zwar etwas, aber ist schon nachvollziehbar. Sollte eigentlich ein "Lebensprojekt" sein.
Stelle mich darauf ein, in 20 bis 30 Jahren nochmals neu zu beginnen ;)

Werde mir wohl nun einen RedLove Odysso und den Bionda Marylin zulegen.

Wie sieht es eigentlich bei Birnenspalieren aus, da wird ja wahrscheinlich eine andere Unterlage verwendet? Gibt es da längere Lebensdauern?
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 14. März 2017, 20:29:55
So kurz ist die Lebensdauer von Bäumen auf M9 nicht.
Im kommerziellen Anbau diktiert profitmaxinierter Ertrag die Umbruchszeiten und oft der Handel auch einen Sortenwechsel.
Ich weiß hier schwach wüchsige Apfelbäume, laut Auskunft des Besitzers sind das Plantagenbäume aus Südtirol,  die seit 40 Jahren in einem Garten stehen.

Nochmal zur Bodenbearbeitung: Ideal wäre es, die Bodenbearbeitung ein halbes Jahr vor dem Setzen der Bäume in Angriff zu nehmen: Boden ausheben, gegebenenfalls Mischen, Aushub mit reichlich frischem Mist abdecken, halbes Jahr "durchziehen" lassen, anschließend wieder ins Loch, dabei wird das organische Material eingearbeitet und in diese Mischung dann die Bäume setzen (idealerweise, wenn sie keine Blätter haben, du sie also "wurzelnackt", nach Entfernen der Containererde, setzen kannst.

Du hast uns leider noch keine nähere Angaben zu deinem Boden (Sand, Moor, Gebirgsboden?) und deinen Klimaverhältnissen gegeben. Wo gärtnerst du bitte?

Mit Kunstdünger kommt man auf magerem Wiesenboden nicht weit. Ich hab' das auch schon auf der Bauernwiese probiert - da fehlt das organische Material, das Bodenleben. Der Garten ist kein Labor mit keimfreien Spezialsubstrat. Das ist etwas, was die Blaukornfraktion nie glauben wird, aber nichts ersetzt einen sauerstoffreichen, wurmgelockerten Boden mit Ton (Ionenaustauscherfunktion), Sand (anorganischer Strukturbildner) und reichlich organischer Substanz.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Elro am 14. März 2017, 21:36:25
Meine ältesten Bäume auf M9 sind auch schon 28 Jahre alt und sehen nicht aus als ob sie überaltert wären. Wenn sie keine Wühlmaus holt rechne ich mit weiteren 15 Jahren und wenn es mehr werden auch gut.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Chefchoch am 15. März 2017, 20:24:50
Super, das lässt ja hoffen @Elro  :) :)

Ich gärtnere im Schweizer Mittelland, also wahrscheinlich Klimazone 7.
Beim Boden handelt es sich um eine Art Braunerde, Tendenz zu lehmig.

Danke für die Tipps zur Bodenvorbereitung, werde dies entsprechend in Betracht ziehen, die Pflanzung ist ja noch ausstehend.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 15. April 2017, 21:03:03
Wieder einmal ist Ostern, wieder einmal blühen die Äpfel - und wieder einmal ist Schnee bis ins Flachland angesagt.
Deshalb schnell noch ein Blick auf die Blüte der Lubera-Sorten dieses Jahr:

1. Circe:
(http://img5.fotos-hochladen.net/thumbnail/img3530afex0czmj7t_thumb.jpg)

2. Marilyn:
(http://img5.fotos-hochladen.net/thumbnail/img3531afcy9bi7h1u_thumb.jpg)

3. Calypso:
(http://www.fotos-hochladen.net/thumbnail/img3532a3vfipgjkad_thumb.jpg)

4. Odysso:
(http://img5.fotos-hochladen.net/thumbnail/img3534am1gfxvs2qy_thumb.jpg)
Odysso hat letztes Jahr (zweites Stand- und erstes Ertragsjahr)  zu viel getragen, ich hätte ausdünnen müssen. Dazu habe ich im Winter den besten Fruchtast durch meine Dummheit abgebrochen. Leider kommt die Blütenfarbe nicht gut rüber, war letztes Jahr auch mit den knallroten Äpfeln ein Hingucker.

5. Era:
(http://img5.fotos-hochladen.net/thumbnail/img35431hr3zdengw_thumb.jpg)
Wohl der fruchtbarste meiner Redloves. Trug letztes Jahr so viel, dass - wieder mein Fehler - die Sprossachse abgeknickt ist. Man sollte halt ausdünnen, wenn man den Frost überstanden hat... . Muss wieder aufgebaut werden - sieht aber nach Rückschnitt der Seitenäste nun "harmonischer" aus. Hätte sonst sicher noch mehr Blüten

Era-Blüte im Detail:
(http://img5.fotos-hochladen.net/thumbnail/img3540zoikbc26rs_thumb.jpg)

Ich muss mich für die schlechte Farbwiedergabe entschuldigen, aber heute waren die Lichtverhältnisse nicht so gut, es war meist bedeckt und ein schlechter Witz von einem "Sprühregen" hat nicht einmal die Straße nass gemacht. Dabei hätte es einen druchdringenden Landregen notwendig.


Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: floXIII am 16. April 2017, 08:41:52
@b-hoernchen: Da werde ich wieder ganz neidisch. Aber wenigstens treibt mein Odysso dieses Jahr schön aus, ich hoffe dass bleibt auch so. Vielleicht blüht mein Baum nächstes Jahr ähnlich schön wie deine.

Für nächste Woche werden auch hier Frostnächte vorhergesagt. Hoffentlich trifft die Vorhersage nicht zu...
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 16. April 2017, 11:25:22
Die Sorten an sich sind mega blühwillig und fruchtbar - man muss nur Konkurrenz ausschließen, auch im Wurzelraum. Eine gute Schippe frischer Mist wird auch gern als Düngung angenommen. Ansonsten ist das Problem eher die zu große Fruchtbarkeit. Aber wenn jetzt demnächst alles erfriert, kann ich mir das Ausdünnen sparen... .
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: schnagga am 16. April 2017, 14:54:14
Ähm, wieso blühen die bei dir schon? Ich habe auch ein paar Redloves und und drei weitere Sorten. Bei mir kann man aber gerade mal erkennen, dass Blüten kommen werden.
LG
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Rib-Huftier am 16. April 2017, 15:08:09
Bei ihm wird es wohl in Durchschnitt wärmer sein. Uch hänge auch einige Wochen hinter her.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 08. August 2017, 20:03:37
Hier nochmal Fotos vom Paradis Katka (den Zusatz "Paradis" braucht es hier, denn es gibt einen weiteren "Katka", der z. B. ein Ahne der Sorte "Merkur" ist):

(http://www.bilder-upload.eu/thumb/b3460d-1502214691.jpg)

(http://www.bilder-upload.eu/thumb/bd4432-1502214657.jpg)

(http://www.bilder-upload.eu/thumb/c51608-1502214723.jpg)

(http://www.bilder-upload.eu/thumb/1aa50d-1502214812.jpg)

Die Äpfel sind dieses Jahr deutlich größer geworden als letztes Jahr, haben jetzt "richtige" Tafelobstgröße. Ich glaube, man kann auch sehen, dass die äußere Schicht des Fruchtfleisches eine leichte Rosatönung aufweist.
Wie jedoch Herr Kobelt auf die Idee kommt, sein Katka wäre ein Apfel vom "säuerlichen Typ", das erschließt sich mir nicht. Das Ding ist pappsüß - sicherlich mit etwas Säure im Hintergrund und eigentlich nicht schlecht; ein süßer, schneller Energiespender bei der Gartenarbeit. Das Aroma ist deutlicher als beim Julka, aber prinzipiell ähnlich und nicht so intensiv wie das des Discovery oder so komplex exquisit-exotisch wie das des Piros. Letztere beiden bleiben meine Favoriten.

Noch was zur Marssonina-Anfälligkeit von Lubera-Sorten, weil ich nachgefragt habe: Lubera sagt, sie hätten ihre Sorten nicht auf Marssonina-Anfälligkeit geprüft, weil diese Krankheit erst kürzlich bei uns aufgetreten ist - nachdem die Sorten bereits selektioniert waren. Prinzipiell wären aber die frühen Lubera-Sorten weniger anfällig als die späten, z. B. der Utopia.

Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 25. August 2017, 22:37:55
Paradis Werdenberg reift derzeit heran - und weil der Apfel auch als "Gravensteiner-ähnlicher" Apfel beworben wird, stelle ich nun beide Äpfel nebeneinander zum Vergleich:

(http://www.bilder-upload.eu/thumb/69c3e8-1503690429.jpg)

Der Gravensteiner links im Bild stammt von einem Baum auf M26 und wurde letzte Nacht vom Sturm "gepflückt", Werdenberg ist im Bild rechts daneben zu sehen, der Apfel wurde heute von Hand geflückt.

Beide Äpfel sind etwa gleichermaßen genussreif, beide haben eine sehr ähnliche feinzellige Textur, sind saftig, haben eine ähnliche, feine, kribbelnde (ich sag' "aristokratische") Säure - im Gegesatz zur herben, beißenden Säure manch anderer Sorte.

Aber: Während der Gravensteiner "Feinsäuerlichkeit pur" bietet, kommt der Werdenberg mit einem gewaltigen Wumms Zucker daher!
Dieser überlagert teilweise das zurückhaltende Säurespiel. Dazu kommt beim Werdenberg noch ein Aroma, das ich "modern" nennen würde. Ich kenne etwas ähnliches vom "Julka" - bei dem aber deutlich fader und pomadiger. Hinter diesem "modernen" Aroma habe ich tatsächlich (und ich glaube zum ersten Mal bei einem Apfel) so etwas wie einen Hauch Bananaroma geschmeckt. Herr Kobelt erwähnt auch, dass der Werdenberg mit fortschreitender Reife "bananig" werden kann. Überreif würde ich meine Frucht heute keineswegs bezeichnen.

Fruchtfall und Reife:
Deutliche Neigung zu Fruchtfall bei Gravensteiner - vor der Ernte und auch bei Reife. Auf M9 wird (roter) Gravensteiner bei mir vor (!) Klarapfel reif - und die Früchte werden innerhalb zwei Wochen mehlig.
Kein Fruchtfall bislang bei Werdenberg.

Wuchs:
Werdenberg trägt schon klein (2-jährige Veredlelung, erstes Standjahr) - ich trau' mich zu sagen - der bleibt auf M9 klein und kompakt.
Hier ein Bild vom Baum:

(http://www.bilder-upload.eu/thumb/0d9409-1503693602.jpg)

Gravensteiner wächst auch auf M9 außergewöhnlich stark, will über die 3-Meter-Marke hinaus, auf M26 werde ich wohl kämpfen müssen, um den Baum < 4m und in Ertrag zu halten.

Baumgesundheit:
Werdenberg steht seit Ende letztes Jahr bei mir (wurde im Laufe des Winters an seinen jetzigen Platz im südseitigen Spalier gesetzt) und hat bei mir bisher keinen chemischen Pflanzenschutz erhalten. Der Neutrieb glänzt in makellosem Grün, auch sonst ist der Gesamteindruck bis jetzt sehr gut - hier ein Bild der Triebe heute:

(http://www.bilder-upload.eu/thumb/cf3e26-1503691829.jpg)

Gravensteiner dagegen hat eine deutliche Neigung zu Mehltau, zu Blattschorf (oder anderen die Blätter graubraun verfärbenden Pilzen). Der Baum aus dem Gartencenter hat(te?) Rindenbrand, musste mit Duaxo vor dem Ableben gerettet werden

Die Sache mit der Marssonina:
Ein einziges gelbsprenkeliges Blatt musste ich bisher beim Werdenberg entfernen - Marssonina-resistent ist er wohl nicht, aber bisher nichts Dramatisches. Das ist der vorläufige Stand der Dinge.
Bei Gravensteiner weiß ich's noch nicht. Besonders Marssonina - empfindlich scheint er nicht zu sein, zumindest nicht so wie Berlepsch. Ich hab' mal hier im Forum gefragt, wie es denn bei dem mit der Marssonina steht, aber es hat sich noch niemand dazu gemeldet.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Wurmkönig am 26. August 2017, 17:06:57
Also der Werdenberg unter dem Ahorn hat heuer vernachlässigbar viel Marssonia (wenn es das wirklich ist). Letztes Jahr hatte dieses Bäumchen um diese Zeit kaum noch Blätter, heuer mit den Bekämpfungsmaßnahmen ist des massiv besser. Die anderen Bäume - mehr oder weniger alle vollsonnig sind unauffällig. Neue Blätter sind auch alle in Ordnung, was die vergelbenden reisse ich rechtzeitig ab.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Wurmkönig am 26. August 2017, 17:08:59
Am allerschlimmsten trifft es Paradies Katka (der steht allerdings nahezu vollständig schattig unter dem Ahorn und hinter den Kiwis). Da hilft auch Myco-Sin kaum, letztes Jahr ist er nahezu nicht gewachsen. Alles ein Platzproblem.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 26. August 2017, 21:46:18
Bei mir hat der Katka derzeit ein paar wenige gesprenkelte Blätter - im Widerspruch zur Aussage von Lubera, dass ihre frühen Sorten weniger betroffen seien, aber noch nicht bedrohlich wie bei dir, Wurmkönig. Der Julka hat allerdings kein einziges gelbes oder gesprenkeltes Blatt.
Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass die Äpfel der Zukunft nicht alle wie Julka schmecken... .
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 08. September 2017, 17:06:18
Seit letzten August steht ein Paradis Morgana bei mir, seit Winter am jetzigen Platz - und dieser Tage hat er seinen Erstertrag abgeliefert: 2 Äpfel.
Der eine war vom Hagel am 28. August weitgehend zerstört, den anderen, ebenfalls lädierten, habe ich heute abgemacht:

(http://www.bilder-upload.eu/thumb/41bdca-1504972763.jpg)

(http://www.bilder-upload.eu/thumb/4cbac5-1504882892.jpg)

(http://www.bilder-upload.eu/thumb/476ce4-1504882928.jpg)

(http://www.bilder-upload.eu/thumb/edb110-1504882967.jpg)

(http://www.bilder-upload.eu/thumb/16a1e9-1504882838.jpg)

(http://www.bilder-upload.eu/thumb/7973da-1504883058.jpg)

(http://www.bilder-upload.eu/thumb/70b15e-1504883012.jpg)

Morgana ist etwa zur gleichen Zeit reif wie Marilyn und macht auch sonst den Eindruck ein Bruder  von ihr zu sein.
Der erste Eindruck beim Reinbeissen: Der ist derber als Marilyn, nicht ganz so spritzig-saftig, die Textur erscheint gröber als es der Katalog glauben machen will. Fest-knackig - und gibt den Saft nicht ganz so gut frei; bei Marilyn muss man aufpassen, dass man nicht sich oder sein Gegenüber mit Saft volspritzt, einer der saftigsten Äpfel, die ich überhaupt kenne.
Beide sind süß, sehr süß, aber, wie ich finde nicht langweilig süß, etwas Säure ist im Hintergrund - aber das hat kaum mehr etwas mit dem herkömmlichen Konzept von Säure aus Apfel zu tun - eher wie eine tropische Frucht - wenn da nicht die harte Textur des Morgana  wäre.
Auch die Aromen weisen in Richtung tropischer Blüten oder Früchte. Schwer zu beschreiben - ein Parfumeur für Toilettenartikel könnte sich hier Anregung für eine blumig duftende Seife holen - oder vielleicht den nächsten Weichspüler... .

Diese "unapfelige" Blumigkeit kann man natürlich als übertrieben oder unpassend ablehnen. Es gibt auch Leute die sagen, ein Mann müsse nach Whiskey und Tabak riechen (oder nach Knoblauch und Schweiß) - und ein Apfel dürfe nicht so exaltiert blumig-süß daherkommen. Ich finde Morgana trotzdem interessant. Man kann doch nicht die Vielfalt tropischer Früchte bewundern und es dann ablehnen, wenn ein Hauch davon in einer einheimischen Frucht zur Verfügung gestellt wird. Bestenfalls spart man sich eine Fernreise (was aus ökologischer Sicht höchst lobenswert wäre!).
Für einen einzigen Apfel im Garten wäre mir das wohl auch zuviel, aber so als Ergänzung finde ich das sehr willkommen.

Baumgesundheit:
Von der Marilyn habe bereits einzelne gelb-sprenkelig Blätter abgemacht, bevor der Hagel den Baum zerzaust hat.
Bei Morgana habe ich noch kein einziges Marssonina-Blatt gesehen (auch heute nicht) und auch sonst keinerlei Probleme - aber da ist ein Jahr Beobachtungszeit wohl noch nicht genug für ein abschließendes Urteil. Wir hatten ja auch einen sehr trockenen Mai und Juni... .

Jetzt die Frage: Morgana oder Marilyn?
Ich tendiere zu Marilyn, weil spritziger, meiner Meinung nach harmonischer in der Textur - nicht gar so abknackend. Vom Aroma her traue ich mir noch keine endgültige Wahl - letztes Jahr war die vollreife Marilyn schon eine tolle Sache, dieses Jahr macht der Hagelschaden weiteren Sonnenstunden am Baum ein Ende. Ansonsten gibt es sich nicht viel... .
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 08. September 2017, 17:37:26
(http://www.bilder-upload.eu/thumb/41bdca-1504972763.jpg)

(http://www.bilder-upload.eu/thumb/4cbac5-1504882892.jpg)

(http://www.bilder-upload.eu/thumb/476ce4-1504882928.jpg)

(http://www.bilder-upload.eu/thumb/edb110-1504882967.jpg)

(http://www.bilder-upload.eu/thumb/16a1e9-1504882838.jpg)

(http://www.bilder-upload.eu/thumb/7973da-1504883058.jpg)

(http://www.bilder-upload.eu/thumb/70b15e-1504883012.jpg)

Und warum die thumbnails der Bilder bei bilder-upload.eu nicht angezeigt werden, entzieht sich meiner Kenntnis. Wenn ich den Beitrag editiere sehe ich die URLs... .
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: schnagga am 08. September 2017, 19:37:02
Vermutlich durch die neue SSL Verschlüsselung?!
Kannst du die Bilder nicht direkt hochladen?
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Rib-Huftier am 08. September 2017, 21:09:06
Ich habe das auch gerade probiert. Eine verlinkung geht nicht mehr. Lustig ist, dass mein upgeloadetes Foto bei bilder-upload.eu nicht erreichbar ist. Ich vermute ein Problem bei dieser Domain, nicht bei Garten-pur.

http://www.bilder-upload.eu/show.php?file=b3d129-1504897520.jpg
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: cydorian am 08. September 2017, 21:13:30
"Das angeforderte Bild ist leider nicht mehr verfügbar." - probier mal einen anderen Dienst.

(http://www.bilder-upload.eu/thumb/aeccb4-1504898171.jpg)

Hm, scheint zu funktionieren. (Posting wird wieder gelöscht da offtopic)
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: ToLu am 08. September 2017, 21:25:15
Und warum wird nicht die Forum-Funktion genutzt um Bilder hier (in den Beitrag) hochzuladen und damit dann auch einzufügen? "Bild aus privatem Album einfügen:"
Warum dann einen externen Dienst?
 ???
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 10. September 2017, 11:42:42
Nächster Versuch - Paradis Morgana, geerntet am 08 September:

(https://picload.org/thumbnail/dgrwcwww/img_4355.jpg)

(https://picload.org/thumbnail/dgrwigpl/img_4360.jpg)

(https://picload.org/thumbnail/dgrwidcw/img_4354.jpg)

(https://picload.org/thumbnail/dgrwirgi/img_4361.jpg)

(https://picload.org/thumbnail/dgrwirri/img_4363morgana.jpg)

(https://picload.org/thumbnail/dgrwiraa/img_4368morganamitsamen.jpg)

(https://picload.org/thumbnail/dgrwirii/img_4370morganalaengsschnittun.jpg)


Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 13. September 2017, 17:51:40
Mal etwas zu den angegebenen Reifezeiten des Katalogs:

Die variieren bei mir teilweise deutlich von den tatsächlichen, teilweise stimmen sie passabel. Mir scheint, als würden hier Reifezeiten aus Norddeutschland und solche aus der Schweiz (Rheintal, Bodenseegbiet?) öfters durcheinandergewürfelt.

Vom Sparkling habe ich die ersten genussreifen Äpfel dieses Jahr zur Zeit des Hagels (letzte Augusttage) abgemacht - die hätten zwar noch etwas hängen dürfen, hatten aber bereits braune Kerne und waren durchaus tauglich für den Verzehr - also ein Spätsommer- bis Frühherbstapfel.
Auch letztes Jahr war der Sparkling bei mir bereits im September reif. Die Angabe im Katalog (Mitte Oktober) gilt wohl für Bad Zwischenahn.

Marilyn und Patrizia sind meiner Meinung nach keinesfalls früher als im Katalog angegeben zu ernten, die werden sogar erst richtg gut, wenn man sie etwas länger hängen lässt: Marilyn also ab 10./Mitte September bis Ende September ernten, wenn die Sonnenseite einen leuchtenden gelben bis blassrötlichen blush kriegt. Vorher ist die bei mir zu grün. Patrizia mindestens bis Mitte Oktober hängen lassen, wenn's der Herbst hergibt, gerne auch bis in den November hinein.
Das mag in Norddeutschland heißen: Marilyn Ende September bis Anfang Oktober ernten, bei Patrizia könnte es vielleicht sogar eng werden? Ich mag aber auch sehr sonnengereiftes Obst... .
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: floXIII am 16. September 2017, 08:12:45
Gestern habe ich meinen einzigen Odysso verkostet.
Im 3. Standjahr leider nur ein Apfel am Baum. Grund dafür war wohl der nahestehende Walnussbaum. Dieser wurde letztes Jahr gefällt und dieses Jahr zeigte Odysso dann auch erstmals passables Wachstum. Das lies mich schon auf eine schöne Ernte im nächsten Jahr hoffen, wäre da nicht der Hagel gekommen. Kaum ein Blatt oder Zweig blieb heil. Darüberhinaus begann mein Odysso vor ein zwei Wochen auch noch erneut zum Blühen an. Ich hoffe mal, dass für den Frühling nun noch genug Blütenknospen übrig sein werden.

Nun aber zur Verkostung selbst: Meine Bilder sind leider nicht so umfangreich und detailliert wie die von b-hoernchen, aber besser als gar nichts  ;)


Odysso1


Geerntet habe ich den Apfel Anfang September. Dem schon dunkelbraunen Kern und vom doch relativ hellen Fruchtfleisch zu Urteilen, habe ich den idealen Erntezeitpunkt wohl etwas verpasst. 1-2 Wochen früher wäre vielleicht besser gewesen? Es wurde ja glaub ich hier schon erwähnt/gemutmaßt, dass das Fruchtfleich umso heller wird, je länger der Apfel am Baum bleibt.


Odysso2


Der Geschmack war aber sehr gut, keine unangenehmen Nebenaromen wie ich sie in den zwei Jahren zuvor wahrgenommen habe. Ein gutes Verhältnis zwischen Säure und Zucker. Wobei die Säure zu Beginn noch etwas spitz wirkt und der Zucker erst etwas später spürbar wird. Vielleicht hätte ich dem Apfel noch 1-2 Wochen länger lagern sollen. Das Fruchtfleisch war noch sehr fest und hatte eine schwammige/zähe (kanns leider nicht besser beschreiben) Konsistenz. Geschmacklich wirklich sehr gut, nur die Konsistenz stört bisweilen.
Allerdings zeigte der Apfel, wie auch die wenigen Äpfel aus den Vorjahren wieder Anzeichen auf Stippe. Ich wollte den Apfel deshalb nicht zu lange lagern. Ich fürchte Stippe könnte ein generelles Problem von Odysso sein, bei b-hoernchen zeigte sich Odysso auch anfällig darauf (wenn ich mich noch richtig erinnere). Vielleicht liegt es aber auch nur noch am Jugendstadium des Baumes oder an der Unterdrückung durch den Walnussbaum bei mir im Garten. Die nächsten Jahre werden es zeigen. Vielleicht versuche ich auch gezielt zu düngen. Stippe tritt ja, glaub ich, nur aufgrund einer Mangelerscheinung (Calcium?) auf.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 10. Oktober 2017, 20:05:05
Zeit drei weitere Äpfel vorzustellen: Paradis Lummerland, New Year und Utopia.
New Year hatte ich vor ca. 5 Tagen geerntet, einer von drei Erstlingsfrüchten; den Lummerland und den Utopia habe ich heute geerntet, wobei der Lummerland auch drei Erstlingsfrüchte abgeliefert hat, der Utopia kam als 1-jährige Veredlung im Juli 2015 in den Garten und wird heuer stark von den wuchernden Herbsthimbeeren bedrängt.

Lummerland:
(https://picload.org/thumbnail/dgidlgrr/img_4583.jpg)

(https://picload.org/thumbnail/dgidlgda/img_4585.jpg)

(https://picload.org/thumbnail/dgidlgaw/img_4588.jpg)

(https://picload.org/thumbnail/dgidlgol/img_4589.jpg)


New Year:
(https://picload.org/thumbnail/dgidlgcr/img_4568.jpg)

(https://picload.org/thumbnail/dgidlgir/img_4571.jpg)

(https://picload.org/thumbnail/dgidlgiw/img_4574.jpg)

(https://picload.org/thumbnail/dgidlrgi/img_4577.jpg)

Utopia:
(https://picload.org/thumbnail/dgidlrli/img_4591.jpg)

(https://picload.org/thumbnail/dgidlrci/img_4593.jpg)

(https://picload.org/thumbnail/dgidlrpa/img_4595.jpg)

(https://picload.org/thumbnail/dgidlrwi/img_4596.jpg)

(https://picload.org/thumbnail/dgidldal/img_4597.jpg)

Wie bereits erwähnt, Erstlingsäpfel bei Lummerland und New Year und keine idealen Wachstumsbedingungen für Utopia, wie auch überhaupt das Jahr mit zwei Schnee- und Frosteinbrüchen unter dem Austrieb, nachfolgender Trockenheit und Hagel im Sommer es den Obstbauern so schwer wie mäglich machen will.

Trotzdem mal ein paar Eindrücke:
Den ersten Lummerland (vom Hagel zerknautscht) habe ich vor ca. 2 Wochen vom Baum weg gegessen, da war er reif, hart-knackig geradezu wie ein Bruder von Topaz. Die heute geernteten Äpfel hatten ihren Höhepunkt bereits etwas überschritten, was an abnehmender Härte und Saftigkeit zu spüren war. Das "Saftwunder" (so die Katalogwerbung) ist ausgefallen - trocken war er aber noch nicht.
Das Aroma ist nicht schlecht aber auch nicht herausragend, irgendwie unscheinbar "modern-luberös".

Laut Katalog wäre der New Year ab November essreif. Aber dieses Jahr ist sowieso alles anders... .
Der erste New Year mit Hageldellen war schon vor zwei Wochen passabel essreif. Und nachdem der vor knapp einer Woche geerntete so eine leuchtende Grundfarbe bekommen hatte, beschloss ich einfach, dass es schlachtreif sein müsste. Tatsächlich hatte er heute ideale Genussreife.

Ebenfalls genussreif der Utopia: Spritzig-saftig, der Saft spritzt Anschneiden des Apfels und läuft dann das Messer runter. Intensiv süß-säuerlich mit Bonbon-Drops-Aroma; Textur knackig-fest, etwas brechend.

Der New Year kommt mir feinzelliger vor, nicht ganz so saftig wie der Utopia und etwas mürber. Im Katalog wird er beworben "vereinigt das Beste von Braeburn und Jonagold". In der Tat kommt das ganz gut hin - auch wenn diese beiden Sorten wirklich nicht meine Lieblingsäpfel sind. Der Braeburn im Handel ist mir meist zu trocken und das Aroma find' ich irgendwie komisch, einfach nicht meine Sache. Die Braeburn-Note fand ich deutlich rauszuschmecken aus dem New Year, der Apfel vom eigenen Baum ist saftiger, das Aroma intensiver - überraschenderweise hat er mir doch gut geschmeckt.
Nur eins kann man vergessen - das ist kein säuerlicher Apfel, allenfalls ein ausgeglichener. Die Lagerbarkeit kann ich noch nicht beurteilen und wäre mit einer Erstlingsernte auch kaum zu machen.

Den säuerlichen Apfel habe ich bei Lubera noch nicht gefunden.

Und der Lummerland? Eigentlich finde ich den vom Geschmack her entbehrlich. Der Utopia ist besser, saftiger.
Allerdings hat der Lummerland immer noch keine Marssonina-gesprenkelten Blätter, New-Year und Utopia dagegen schon.











Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 11. Oktober 2017, 21:00:52
Und jetzt hier exklusiv auf garten-pur, der Vergleich "Freiherr von Hallberg gegen Utopia".
Beide Sorten sind Kreuzungen von Pinova X Topaz - und genau deshalb wollte ich sie auch mal gegeneinander antreten lassen - quasi im Duell Lubera gegen BayOZ. Der Freiherr kam heuer im Frühjahr von Obstwelt Kiefer und hat einen einzigen Erstlingsapfel gebracht (die anderen beiden hat der Hagel vernichtet). Rechts jeweils mit dem kürzeren Stiel der Freiherr, links der Utopia:

(https://picload.org/thumbnail/dgiooiwa/img_4600.jpg)

(https://picload.org/thumbnail/dgiooiww/img_4601.jpg)

(https://picload.org/thumbnail/dgioopri/img_4604.jpg)

(https://picload.org/thumbnail/dgioopdw/img_4603.jpg)

(https://picload.org/thumbnail/dgiooplr/img_4607.jpg)

Überrascht war ich, wie berostet der Freiherr ist (sind das eure auch so?), dagegen ist der Utopia so glattschalig, dass mir schon Zweifel kamen, ob mir die Obstwelt die richtige Sorte geliefert hat.
Reinbeissen beseitigt die Zweifel, die stammen definitiv von den gleichen Eltern ab, das nämliche bonbonfruchtige Aroma, dieselbe Süße, Unterschiede gibt es allenfalls in Nuancen: Der Utopia kam mir etwas frisch-säuerlicher vor, das kann aber auch am Erntezeitpunkt liegen, der lag für den Freiherrn vielleicht etwas zu spät oder es liegt am Erstertrag dieses Baumes. Ebenfalls kam mir der der Freiherr etwas mürber vor - der Utopia geht sehr in Richtung abknackend fest, wie der Topaz.

Also vom Geschmack her ziemlich gehupft wie gesprungen, welchen Baum man sich kauft. Klar, das ist noch keine endgültige Beurteilung, hier wurde eine Erstlingsfrucht des Freiherrn mit den Früchten eines Baum im dritten Standjahr verglichen. Der Utopia kostet als zweijährige Veredlung derzeit 29,90€ (im Container), den Freiherrn gab's als 2-jährige Veredelung wurzelnackt bei Kiefer Obstwelt für 19,80€. Der Baum von Kiefer kam in einer Qualität zum Niederknien, bei Lubera war ich in letzter Zeit öfters mal nicht so zufrieden - schwache Bäume, zu niedrige Veredelungshöhe (keine 5 cm über der Wurzel, wie soll ich da die Veredelungsstelle eine Handbreit über dem Boden platzieren?).
Dafür subventioniert Lubera den Versandkostenanteil, bei Kiefer wurden 28.-€ fällig für 5 Bäume.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 21. Oktober 2017, 20:52:35
Paradis Elegance, dieses Jahr gepflanzt, hat ebenfalls einen Apfel im Erstertrag abgeliefert.
Foto habe ich keines gemacht, ich hab' einfach Mitte Oktober den knallig roten Apfel gepflückt und reingebissen... , hatte Hunger bekommen bei der Gartenarbeit.
Erwartet hatte ich mir eigentlich nichts Besonderes, vielleicht auch wegen des Namens, "Elegance" - klingt irgendwie nach glatt und geschniegelt - aber sonst?
Ich war anegenhm überrascht, der Apfel hat doch was Spezielles. Er hat natürlich den typischen "Wumms" an Zucker, ohne den kaum eine Sorte aus Herrn Kobelt's Werkstatt auskommt, aber auch doch ausreichend Säure, um nicht langweilig zu sein. Dazu Saftigkeit, die typische "Lubera-Intensität" an Geschmack - eigentlich alles Eigenschaften, die einen guten Tafelapfel  auszeichnen.
Aber dann war da doch noch etwas Besonderes, was ich bisher bei keinem anderen Apfel so gespürt habe - im Katalog steht "mit einem Hauch von Zimtaroma" - ich meine, ich hätte etwas anderes geschmeckt, aber auch aus der Weihnachtsbackstube: Nelkenaroma, so ein Kitzeln im hinteren Gaumenbereich.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 30. Oktober 2017, 18:00:15
Weil ich gerade einen Paradis New Year zusammen mit einem Relinda-Apfel verspeist habe, welcher schmeckt besser?

Vorweg, Relinda halte ich für die Krönung des Winterapfelgenusses, zusammen mit Patrizia - zumindest unter den modernen Sorten. Da hat es jeder andere Apfel dagegen schwer.

Und nun also - Schnitz für Schnitz, jeweils abwechselnd eine Sorte und dann die andere in den Mund gesteckt:
Ich war überrascht, wie ähnlich sie im Zucker-Säure-Verhältnis sind. Beide haben die gleiche prickelnde, nicht beißende, aber doch kräftige Säure. Beide halten eine Menge Zucker dagegen, in jedem Fall ein sehr "intensives Geschmackserlebnis".

Der New Year hat vielleicht einen Tick kräftigere Süße, man spürt den Golden Delicious im Hintergrund. Dazu kommt, dass sein Fleisch etwas dichter, feinzelliger zu sein scheint. Relinda war ein klein wenig leichter zu beissen, gab den Saft noch bereitwiliger her: das sind die großen Zellen, die jede eine ganze Ladung Saft raushaut.

Beide haben gut Aroma - also das, was den Unterschied zu den totgelagerten Äpfeln aus dem Supermarkt ausmacht: Relinda fruchtig bis mandarinig, beim New Year kommen die Anklänge an Jona-Gold und Braeburn zum Tragen und im Abgang etwas, was vielleicht, also mit viel Phantasie, sogar eine leichte Himbeernote sein könnte.

Die Entscheidung ist wirklich nicht leicht. Ich mag sie beide. Zur Lagerbarkeit des New Year kann ich nichts sagen. Erstens sind sie beide vom Hagel erwischt worden, und dann war das der letzte Apfel vom New Year.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Jopse am 01. November 2017, 08:30:46


Ich bin gerade auf der Facebook-Seite von Lubera über ein kurzes Video gestolpert. Dort wird kurz ein "voll durchgefärbter" Redlove gezeigt.

https://www.facebook.com/Park.der.Gaerten/videos/1484313785016827/

War zufällig jemand von euch in Bad Zwischenahn und kann über die dort vorgestellten Äpfel berichten?


Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 10. November 2017, 22:18:41
Heute die letzte Lubera-Sorte, Fantasia:

Steht seit letztem Jahr bei mir, im Winter umgesetzt und heuer erste Probierfrüchte, ebenfalls angehagelt.
Da Fantasia eine Sorte mit langer Lagerbarkeit sein soll (laut Katalog bis März), habe ich die Früchte bis November hängen gelassen und erst vor ein paar Tagen geerntet.

Klein und rund ist er, die Rosa-Bereifung ist in den letzten Wochen am Baum wieder ziemlich verschwunden. Die Äpfel sind ziemlich genussreif, feinzellig, knackig-fest, alles wie im Katalog beschrieben. Und nach einem Limoncella verkostet, kommen sie geradezu saftig vor, geben den Saft viel besser frei als jener. Aber er ist nicht so saftig wie eine Marilyn, eine Patrizia oder eine Relinda.

Im Katalog steht etwas von Mandarinen und Orangenaroma.
Ja, da is was dran - sozusagen "Kobelt's Mandarinenrenette" als Gegenstück zu "Cox's Orangenrenette". Aber weil er nicht so viel Säure hat, wie Relinda, kommt er mir gar nicht so mandarinig vor - obwohl das Aroma da ist. Stattdessen meine ich auch Birne herauszuschmecken, so ähnlich wie im Myra. Überhaupt ist er dem von Süße und Textur her recht ähnlich.

Ich finde ihn einen angenehmen, süßen Apfel, aber das ganz große "Apfelkino" wie Patrizia oder Relinda ist er für mich nicht, da fehlt die grobzellige Saftigkeit, das Spritzen, wenn man ein Messer ansetzt, das Explodieren der Zellen im Mund, das Prickeln der Säure, aber langweilig ist er auch nicht - er hat etwas Säure, aber dezent; insgesamt liegt er halt sehr auf der süßen Seite.

https://imgur.com/a/qTV4E

https://imgur.com/a/Q5r4c

https://imgur.com/a/hRmLA

https://imgur.com/a/MFTwN
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 11. November 2017, 13:43:22
Heute den letzten von zwei zur Reife gelangten Früchten meiner  Veredelung von Patrizia auf MM111 verkostet:

https://imgur.com/V9aSEDB

Das Foto zeigt links eine Frucht eines Original-Lubera-Baums (auf M9) und rechts den Apfel von MM111 (mit Hagelschaden).
Auch wenn 2 Äpfel noch keine Statistik ermöglichen, so zeichnet sich ein Trend ab: Ähnlich wie beim Discovery ist die Frucht auf MM111 etwas kleiner. Ansonsten vom Geschmack her: Ausgezeichnet! Alle guten Geschmackseigenschaften sind erhalten, Saftigkeit, die "knusprige" Frische, die brizzelnde Säuerlichkeit... so gut, dass es eigentlich eine Sünde ist, den Baum nicht auf MM111 zu setzen!

Veredelt wurde im Frühjahr 2016, letztes Jahr war ein gutes Wachstumjahr. Dass der Baum dieses Jahr bereits am einjährigen Holz fruchtet, zeigt die Ertragswilligkeit der Sorte.
Der Baum ist jetzt knapp 1Meter80 groß, die Veredelungshöhe beträgt ca. 40cm über dem Erdboden; zwischen etwa 1,2 und 1,3 Meter Höhe haben sich drei stärkere Seitenäste gebildet, die vielleicht Leitäste werden könnten. Gewünscht ist ein möglichst stabiler Halbstamm.
Was meint ihr - so lassen oder nochmal zurückschneiden auf ca. 1,2 Meter?

https://imgur.com/fZL7dhQ

https://imgur.com/ytRO8lO

https://imgur.com/vahLabF

Wegen des schlechten Kontrastes bei dem regnerischen Wetter heute beim letzten Bild mit Wegradieren nachgeholfen; hoffe man sehen, was zum Baum gehört.. .
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: cydorian am 11. November 2017, 17:33:13
Was ist dein Grund, den zurückzuschneiden? Der sieht doch prima aus. Würde ich wachsen lassen, dann das kurze Holz unter der Verzweigung weg und auf den gewünschten Standraum begrenzen, wenn es so weit ist.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 11. November 2017, 18:45:23
Danke cydorian! Meine Bedenken waren, dass die Verzweigung der zukünftigen Leitäste doch relativ hoch ist - der Baum bei einer Verzweigungshöhe von 80cm bis 1 m stabiler steht.
Aber du hast recht, zurückschneiden wollen, jetzt wo er so schön gewachsen ist, das tue ich nicht, da würde mir das Herz bluten. Zumal ich durch Rückschnitt bereits etliche krumme Bäume produziert habe, weil der neue Leittrieb erst mal zur Seite rauswächst.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Piffpaff am 11. November 2017, 19:41:25
Nachdem ich schon seit längerem die Diskussion über Lubera Äpfel verfolge, habe ich mich entschlossen auch mal einen Versuch zu starten. Also b-hörnchens Ratschläge berücksichtigt ( vielen Dank dafür an dieser Stelle!) und mir den Boden vorgenommen..Minibagger bestellt und Löcher ausgebuddelt..Mist und Kompost eingearbeitet, Drahtkörbe geflochten, Pfostenanker gesetzt..drauf los gepflanzt..sieht jetzt so aus:
Was meint ihr? Soll ich noch eine Schicht Mulch aufbringen um die Neupflanzung vor Frost zu schützen? Habe keine Erfahrungen wie empfindlich M9 ist..
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 11. November 2017, 19:57:20
Stehen die Drahtkörbe noch auf den vorgesehenen Pflanzgruben oder sind das nur die herausragenden Ränder, die nach dem Setzen der Bäume umgeschlagen werden?
(Ich frag, weill ich auf dem Foto keine Bäume sehe...).
Schlägst du noch Pfosten oder wie sicherst du die Bäume?
Pfosten schlagen, vor dem Setzen der Bäume - und ich setze den Pfosten, im Gegensatz zu einem mir bekannten Bauern, außerhalb des Drahtkorbs (weil der Pfosten verfault - das in den Drahtkorb gerissene Loch bleibt).
Oder zumindest lange (ca. 2,5 m) Tonkinstäbe besorgen und am Spalierdraht vertauen... .

Mulch (Grasschnitt, Laub, Mist): Die Lubera-Bäume kommen meist mit geringer Veredelungshöhe. Das auch berücksichtigen beim Pflanzen der Bäume -  der frische Boden setzt sich über den Winter und der Baum sinkt noch etwas ein. Direkt um den Stamm ein paar Zentimeter frei lassen, aber ansonsten ruhig eine Handbreit hoch ausbringen. Das freut die Würmer, dann haben die den Winter über was zu fressen und pflügen den Boden durch. Im Frühjahr geht's dann im lockeren, wurmkotgedüngten Boden voll los... .

Was hast du für Sorten bestellt?
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: cydorian am 11. November 2017, 20:42:57
Unabhängig von der Apfelsorte: Keinen Mist und Kompost ins Pflanzloch. Mist kann sogar tödlich für einen wurzelnackten Baum sein. Im Frühjahr ein stickstoffbetonter Dünger auf die Baumscheibe. Drahtkörbe nur, wenn die Fläche Wühlmausprobleme hat. Wenn Drahtkörbe, dann mit schwacher Verzinkung oder den Drahtkorb kurz ins Feuer halten.  Die gut verzinkten lösen sich endlos lange nicht auf. Über richtige Pflanzung gibt es viele Threads, hier sollte es um Erfahrungen mit bestimmten Sorten gehen.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Piffpaff am 11. November 2017, 22:17:07
Hallo b-hörnchen..leider kann man nur ein Foto pro Nachricht hochladen, ich schicke mal ein zweites..gepflanzt habe ich bisher: Julka,Katja,Circe,Werdenberg,Sierra,Odysso und die drei Biondas..bestellt sind: new Jear, Myra, Kohlhaas, Era, und noch zwei weitere die mir gerade nicht einfallen..drei Plätze sind noch frei und ich überlege wegen Granny Swiss..Ninifee will ich auch noch..
Zur Pflanzung: oben steht nur das Gitter raus, das nachher umgeschlagen wird..die veredelungshöhe ist dabei ein echtes Problem..ich habe alte KG Rohre eingegraben und darin Pfostenanker einbetoniert, dazwischen möchte ich Draht spannen..daran die Bäume befestigen, eventuell dann ohne Tonkinstab..noch,al danke für deine Tipps..mal schauen was wächst😉..@ cydorian: auch kein abgelagerter Mist Link entfernt!1?
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Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Piffpaff am 11. November 2017, 22:26:47
@ cydorian: dachte m9 macht so schwache Wurzeln dass es mit einem verzinkten Drahtkorb.. Durchmesser ca 50cm keine Probleme geben sollte?!  ???
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: cydorian am 11. November 2017, 22:43:58
Die Wurzeln reichen etwa so weit wie die Krone und das ist auch auf M9 noch ca. 2,5m Durchmesser.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Rib-Huftier am 12. November 2017, 00:52:47
. Wenn Drahtkörbe, dann mit schwacher Verzinkung oder den Drahtkorb kurz ins Feuer halten. 

Meinst du damit einen stärker verzinkten Korb ins Feuer halten (damit die Verzinkung etwas abgebaut wird) oder einen unverzinkten Korb?
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Aella am 12. November 2017, 07:45:47
Hat denn jemand die Sorte Sparkling und kann mehr über die Eigenschaften berichten?

Bis Ende November gibts gerade ein Angebot mit 20 Prozent auf alle Obstbäume
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: cydorian am 12. November 2017, 10:51:24
Meinst du damit einen stärker verzinkten Korb ins Feuer halten (damit die Verzinkung etwas abgebaut wird) oder einen unverzinkten Korb?

Eins von beiden, ich schrieb "oder". Unverzinkt sollte man dickeren Draht nehmen und in beiden Fällen sollte man auf kleine Maschenweite achten. Die gern gekaufte (ist billiger) 25mm-Maschenweite ist zu gross für Wühlmäuse. 16mm ist das Maximum. 50cm Durchmesser geht, empfohlen werden 60cm um 70cm hoch, damit er oben umgeschlagen werden kann.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Rib-Huftier am 12. November 2017, 10:55:41
Also soll man den stark vezinkten Draht ins feuer halten, oder?
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 12. November 2017, 17:06:30
Die Wurzeln reichen etwa so weit wie die Krone und das ist auch auf M9 noch ca. 2,5m Durchmesser.
Ja, aber der Draht hat auch 13mm Maschenweite. Also ich hab' mr mal ältere, ausgegrabene Bäume auf M9 angesehen, unglaublich schwach, diese Wurzel, der stärker durchwurzelte Bereich fasste ungefähr das Volumen eines Waschzubers. Abgesehen von der rübenartig verdickten Unterlage gingen da nur ziemlich dünne "Schnüre" als Wurzeln weg.
Ich hätte eher Bedenken, dass die Wühlmäuse den Baum dann doch abmurksen, wenn sie mal reinkommen - da haben sogar alte Bäume auf Sämling auf einmal Probleme, z. B. wenn die Beweidung aufhört
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 12. November 2017, 17:15:24
Eins von beiden, ich schrieb "oder". Unverzinkt sollte man dickeren Draht nehmen und in beiden Fällen sollte man auf kleine Maschenweite achten. Die gern gekaufte (ist billiger) 25mm-Maschenweite ist zu gross für Wühlmäuse. 16mm ist das Maximum. 50cm Durchmesser geht, empfohlen werden 60cm um 70cm hoch, damit er oben umgeschlagen werden kann.
Ich nehm' auf der Bauernwiese verzinkten Draht, 13 mm Maschenweite - und mach' einen Deckel drauf (Deckel einschneiden bis zur Mitte und dann mit Bindedraht "zunähen" - was den Nachteil hat, dass man den Durchlass für den Stamm immer wieder erweitern muss, sonst wächst der Draht ein.
Bei der Umschlagmethode erscheinen mir 70 cm Höhe für 60cm Durchmesser recht wenig, da bleiben nach Umschlagen keine 20cm Höhe mehr übrig[/s]*. Dann lieber 1 m Höhe (Standardabmessungen sind Drahtrollen in 50cm, 75cm und 1m nehmen, dann bleiben nach Umschlagen noch ca. 40cm Höhe vom Zylinder.
* Edit: Schmarrn - es bleiben natürlich rechnerisch ca. 40cm Höhe übrig.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 12. November 2017, 17:29:14
Hat denn jemand die Sorte Sparkling und kann mehr über die Eigenschaften berichten?

Bis Ende November gibts gerade ein Angebot mit 20 Prozent auf alle Obstbäume
Zum Sparkling habe ich vor längerer Zeit (# 153) mal was geschrieben, sehr deiikater, vor allem sehr saftiger Apfel, geschmacklich sicher eine der besten Sorten von Lubera. Ich würde den eher als Herbstapfel sehen, so im Anschluss an Alkmene - bezweifle eine lange Lagerbarkeit. Er hält bei mir sowieso nicht, weil ich nicht genug davon habe... ; gehört nach meiner Beobachtung zu den eher Marssonina-anfälligen Sorten - aber wenn's danach geht, dann kann man sich überhaupt keine hocharomatischen, saftigen Sorten mehr kaufen.
Ich kann noch nicht abschätzen, ob man den wird behandeln müssen [Duaxo, eventuell Kupferhydroxid(?)] oder nicht... .
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: cydorian am 12. November 2017, 17:55:25
Bei der Umschlagmethode erscheinen mir 70 cm Höhe für 60cm Durchmesser recht wenig

Das ist aber auch die Standardgrösse bei den käuflichen Fertigkörben. Geraten werden 20cm Überstand, der Baum kommt also in ein Loch mit 60cm Durchmesser x 50cm Tiefe. Um ein paar Zentimeter hin oder her würde ich da aber nicht grübeln. Grösser ist immer besser, aber aufwendiger und teurer. Mehr graben, mehr Draht.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Piffpaff am 12. November 2017, 18:08:37
Es wäre mir jedenfalls viel zu riskant gewesen diese M9 Bäumchen ohne Korb zu setzen, zumal ich da immer noch die Aussage eines Erwerbsobstbauern im Kopf habe, wonach so eine Wühlmaus mal ganz schnell 20 Spindeln der Reihe nach innerhalb einer Woche anfieselt..Da kann man ja nicht mehr ruhig schlafen ::)..nebenan sind Wiesen, den halben Sommer ungemäht..
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 12. November 2017, 18:17:31
Korb mit 50 cm Durchmesser ist auf alle Fälle mal besser als das, was die Bauern hier praktizieren: Die legen einfach ein 1m² STück Drahtgefelcht in die Pflanzgrube und schlagen das über der Wurzel zusammen - das ergibt einen Minikäfig, der nur die Hauptwurzel umfasst.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Piffpaff am 14. November 2017, 12:43:23
Wie machst Du deine Körbe? Ich falte den Draht in der Mitte, schlage an den Rändern um und verzurre mit nem Driller aus der Baubranche und dazugehörigen Kupferdrähten..dann drücke ich das Teil auseinander und so kommt’s ins Loch..ist halt dann kei richtiger zylindrischer Korb sondern läuft unten spitz zusammen..
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: cydorian am 14. November 2017, 13:34:09
Bei Kupfer an Zink (feuerverzinkter Stahl) kommt es im feuchten Boden sofort zu einer Kontaktkorrision, elektrochemisches Potenzial ist hoch. Ein paar frühe Löcher werden den Schutz aber wohl nicht zu schnell aufheben.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Bruno3120 am 14. November 2017, 17:13:26
Wie machst Du deine Körbe? Ich falte den Draht in der Mitte, schlage an den Rändern um und verzurre mit nem Driller aus der Baubranche und dazugehörigen Kupferdrähten..dann drücke ich das Teil auseinander und so kommt’s ins Loch..ist halt dann kei richtiger zylindrischer Korb sondern läuft unten spitz zusammen..
Meines Wissens sind die Drähte aus der Baubrache  Eisendraht der meistens verrostetet ist.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: schnagga am 14. November 2017, 17:51:35
Ist Kupfer nicht Gift für die Bäume?
Ich erinnere mich dunkel, dass man Bäume mit Kupfernägeln töten können soll?
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 14. November 2017, 18:11:23
Wie machst Du deine Körbe?
Je ein quadratisches Stück von 75cm breitem Sechseckgeflecht gibt Boden und Deckel.
Auf den Boden setze ich einen Zylindermantel aus 50cm breiter Bahn Sechseckgeflecht (ca. 2  - 2,2m lang -> ergibt bei ca. 10cm Überlappung der Enden einen Zylindermantel mit 60 - 70 cm Durchmesser.
Den Zylindermantel stehend mit verzinktem Binde-/Blumendraht am Boden festbinden, die freien Ecken des Bodenquadrats umschlagen.
Nach dem Setzen des Baums wird der Deckel (eingeschnitten bis ca. Mitte, damit der Stamm einen Durchlass hat) analog aufgesetzt und festgebunden.
Meine Methode ist wesentlich aufwändiger als deine  -i ch will nicht sagen, dass sie besser ist - sie hat sogar den Nachteil, dass der Stamm leicht in den Draht einwächst, wenn man vergisst, dem Stamm jedes Jahr neue "Luft" zu geben, indem man ein paar Maschen durchtrennt. Da halte ich deine Methode mit dem überstehenden Kragen für besser.

Ich meine, dass für eine M9 Wurzel ein >60cm Durchmesser-Korb ein Baumleben lang Bestand haben sollte. Mir käme nicht in den Sinn, durch Glühen/Kupferkontakt die Korrosion zu fördern.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Piffpaff am 14. November 2017, 18:30:31
Entwarnung! Es ist wohl eher eine Rostpatina an den vermeintlichen Kupferdrähten, da hat der Bruno recht.. ;D
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 26. November 2017, 16:30:23
Jetzt habe ich heute eine einzige(!) Erstlingsfrucht vom "Sirius" geerntet und weil der ebenso wie ein kürzlich verkosteter "Opal" aus dem Obsthandel mit den Bionda-Äpfeln von Lubera als "Nachfolger" von Golden Delicious positioniert ist, habe ich mir gedacht, ich schreibe mal etwas darüber.

Der Opal kam sehr süß, fruchtig daher- auf dem "San Lucar" Pickerl stand ungefähr "... schmeckt so wie die Äpfel früher geschmeckt haben". Tja, kann man deutlicher zugeben, dass der Erwerbsobstbau in den letzten Jahrzehnten den falschen Weg gegangen ist?

Jedenfalls erinnerte er mich an den guten G. D. von vor 50 Jahren - nur ist der Opal noch etwas vollmundig-süßer, etwas Cox(?)-aromatisch, feinzellig und war auch so saftig, wie es Golden Deli nur in den besten Fällen geschafft hat; eine gute Remineszenz an vergangene Zeiten. Opal ist aber keine zweite Marilyn - deren Aroma empfinde ich als komplexer, "femininer". Da kam mir der Opal doch etwas "Pinova"-artig vor.

Sirius soll das säuerliche Pendant zu Opal sein und stünde damit in direkter Konkurrenz zu "Bionda Patrizia". Den heute gepflückten Sirius
empfand ich als ähnlich süß wie den Opal aus dem Handel. Von Knackigkeit und Saftigkeit mit jenem zu vergleichen, auch im Aroma deutliche Anlehnung an Golden Deli, aber "fülliger". Das angebliche "Ananasaroma" wegen dem ich Sirius gepflanzt hatte, konnte ich jetzt nicht spüren... .

Und er ersetzt mir auf keinen Fall die "Patrizia".  Deren Stärke liegt gerade in ihrer Unähnlichkeit zu Golden Delicious. All das, was G. D. so langweilig macht, die betuliche Süße, die oft nur mäßige Saftigkeit ist bei Patrizia wie weggeblasen; das Aroma herrlich komplex mit nur noch sehr entfernten Andeutungen an G. D. , die grobzellige Saftigkeit, die brizzelnde Säure - das macht sie in meinen Augen einzigartig.

Wenn ich von allen meinen Lubera-Sorten nur eine einzige auf eine einsame Insel mitnehmen dürfte, da hätte Patrizia mit die besten Chancen.



Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Piffpaff am 27. November 2017, 14:14:33
Immer wieder schön deine Beiträge zu lesen b-h..Ich habe zur Zeit auch Sirius vom Bio Obstbauern..es ist ein feiner Apfel, aber deutlich auf der süßen Seite, ums Kernhaus zeigt er leichten Anflug von Glasigkeit..sonst kann man darüber nicht meckern..seit paar Tagen steht einer auf m25 im Garten eines Bekannten..ich hoffe dass ich nächstes Jahr schon die eine oder andere Lubera Sorte verkosten kann..Es sind jetzt mittlerweile 20 in Reihe gepflanzt..
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: floXIII am 14. April 2018, 17:45:54
Mein Odysso ist nun in voller Blütenpracht. Dieses Jahr werden es dann hoffentlich mehr als nur 1,2 Äpfel werden  ;)
Era beginnt auch zu blühen.
Beim "Verbotenen Apfel" muss ich noch 1 oder 2 Jahre warten bis er blüht.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: YElektra am 14. April 2018, 17:57:55
Die Blüten sind wirklich schön! Schade finde ich bei den Lubera-Äpfeln, dass die Wuchsform nicht wirklich schön aussieht, was wohl an der Veredelung auf M9 und dem entsprechenden Schnitt liegt. Diese magentafarbene Blüte an einem älteren Halb- oder Hochstamm wäre der Wahnsinn! Aber vielleicht sind die meisten der Lubera-Züchtungen dafür einfach noch zu jung? Ich warte trotzdem ganz gespannt auf die Blüte meines Circe (ebenfalls ein Redlove), da die Einzelblüten und Blütenbüschel letztes Jahr wunderschön waren. :)
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: floXIII am 14. April 2018, 18:06:39
Die Blüten sind wirklich schön! Schade finde ich bei den Lubera-Äpfeln, dass die Wuchsform nicht wirklich schön aussieht, was wohl an der Veredelung auf M9 und dem entsprechenden Schnitt liegt. Diese magentafarbene Blüte an einem älteren Halb- oder Hochstamm wäre der Wahnsinn! Aber vielleicht sind die meisten der Lubera-Züchtungen dafür einfach noch zu jung? Ich warte trotzdem ganz gespannt auf die Blüte meines Circe (ebenfalls ein Redlove), da die Einzelblüten und Blütenbüschel letztes Jahr wunderschön waren. :)
Ohne es jetzt nachgesehen zu haben, aber ich glaube Lubera verkauft auch ab und an Redloves als Hochstamm (bzw. dann vermutlich auch auf starkwachsender Unterlage) ganz sicher bin ich mir aber nicht. Mein Odysso ist jetzt sicher kein Paradebeispiel für einen schönen Baum, dafür stand er die ersten 2,3 Jahre zu nahe an einem großen Walnußbaum. Das hatte dann sehr geringes Wachstum zur Folge, wodurch auch wenig Verzweigungen entstanden sind. Da der Walnußbaum seit 2 Jahren Geschichte ist, sieht man dem Odysso auch gleich die besseren Bedingungen an.
Bäume auf M9 sind für mich aber auch nicht schön anzusehen.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: YElektra am 14. April 2018, 18:18:31
Ich finde für einen M9-Baum ist deiner noch ganz hübsch. Aber halt kein Vergleich mit einem "richtigen" Baum. Ich bin grundsätzlich froh, dass Lubera es als erklärtes Ziel hat, Bäume anzubieten die auch im Kleingarten attraktiv sind. Hier hätte ich leider auch keinen Platz für einen richtigen Hochstamm. Du hast aber Recht, es gibt sie ab und an tatsächlich als Hochstämme! Im nächsten Garten vielleicht. :D
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 16. April 2018, 18:53:14
Ob Hochstamm Redloves eine gute Idee sind? Hochstämme sollte m. Ea. nur pflanzen, wenn man ganz sicher ist, dass man nie spritzen muss. Ich muss - allein schon wegen des Apfelwicklers... und wenn die Marssonina mal böse zuschlägt, dann muss ich auch da noch ran. Die rotfleischigen Sorten sind allesamt ziemlich anfällig für Marssonina.

(Wir könnten ja mal sammeln, damit jemand eine Expedition nach Kasachstan/Russland unternimmt und einen möglichst Marssonina-resistenten Wildling der malus pumila var. niedzwetzkyana ausfindig macht und als Stammmutter einer neuen Resistenzlinie nach Europa bringt - sofern es noch welche in freier Wildbahn gibt.)

Meine 2016 gemachten Veredelungen der Redloves auf MM111 zeigen dieses Jahr auch erste Blütenknospen. Der Era als fruchtbarste Redlove-Sorte ist nach Rückschnitt (damit er sich mal verzeigt, soll Halbstamm werden) ein 115cm langer Stecken von oben bis unten voller Blütenknospen. Die zu gleicher Zeit gemachten Veredlungen von Odysso (M9) und* Calypso (MM111) zeigen auch erste Blütenknospen, wenn auch erst verhalten.

Übrigens - wenn jemand zweijährige Veredelungen Redloves von Lubera kauft, welche bereits Früchte tragen: Es lohnt sich durchaus deren Samen zu stecken! Ich habe das gemacht - alle Sämlinge waren rotlaubig. Durch meine Dummheit ist jetzt nur mehr einer übrig.
Bei Lubera stehen die Rotfleischigen vermutlich dicht aufeinander in einem eigenen Revier, so dass Redlove mit hoher Wahrscheinlichkeit von Redlove befruchtet wird.

@flo: Ich würde die Äste stützen, wenn du da Früchte dran lässt. Mir ist ein Redlove Era Buschbaum voller Früchte in einem Sommersturm in der Mitte abgebrochen - der Stamm war etwas höher als der stützende Pfahl und geriet mit der Fruchtlast ins Pendeln... .

Nochwas zu Redlove Era: Habe auf der Bauernwiese einen (naja - ziemlich kleinen) Halbstamm Redlove Era - original-Lubera auf M26, gesetzt 2015. Im Winter 2015/16 bekam der einen bösen Frostschaden. Ich vermute, die verzärtelnde Containerhaltung in der Baumschule hat da ihren Beitrag dazu geleistet, sollte man aber eventuell im Hinterkopf behalten und einen weißen Stammanstrich in Erwägung ziehen. Die sehr dunkelrotbaune Rinde dürfte sich ebenfalls leicht aufheizen. Dieses Jahr habe ich den Stamm angestrichen und mit Säcken abgehängt.

Die Fotos zeigen den Baum in Januar 2017, da war der Rindenschaden vom Winter zuvor bereits wieder am Verheilen:
https://imgur.com/a/anRsa

https://imgur.com/a/JBCwK

https://imgur.com/a/Xb2X7

Lubera hat mir übrigens einen kostenlosen Ersatz-Halbstamm geschickt, der aber - keine Ahnung warum, und das ist das erste und einzige Mal bislang bei einem Lubera-Baum - bei mir im Garten eingegangen ist. Auf der Bauernwiese steht immer noch der ursprüngliche Originalbaum, der dieses Jahr wieder massig Knospen angesetzt hat.


*Edit: Der Odysso doch noch nicht, hab' gerade nachgeschaut... .
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: floXIII am 16. April 2018, 19:33:16
Ich werde höchstens ein Apfel pro Blütenbüschel belassen, ganz oben vielleicht gar keine. Da werde ich deinen Hinweis sicherlich im Hinterkopf behalten, danke  :)
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 26. April 2018, 13:00:05
Die Apfelblüe ist hier am Abklingen.
Als "Nachlese" noch ein paar Bilder -

Redlove Odysso:
https://imgur.com/a/wc8SxeE

ein im letzten Jahr dazugekommener Redlove Kohlhaas:
https://imgur.com/a/SotkQ33

ein im vorletzten Jahr auf MM111 veredelter Redlove Era schiebt auch schon massig Blüten:
https://imgur.com/a/ESIqhMX

Redlove Era - Blüte im Groß:
https://imgur.com/a/beoSKMH

Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: floXIII am 26. April 2018, 13:29:49
Die Apfelblüe ist hier am Abklingen.
Als "Nachlese" noch ein paar Bilder -

Redlove Odysso:
https://imgur.com/a/wc8SxeE

ein im letzten Jahr dazugekommener Redlove Kohlhaas:
https://imgur.com/a/SotkQ33

ein im vorletzten Jahr auf MM111 veredelter Redlove Era schietr auch schonmassig Blüten:
https://imgur.com/a/ESIqhMX

Redlove Era - Blüte im Groß:
https://imgur.com/a/beoSKMH
Bin schon gespannt auf deinem Geschmacksbericht zum Kohlhaas. Wenn alles gut läuft kann ich meinen ersten Geschmackseindruck zum Era liefern.

Wie erziehst du den Era auf MM111?
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 26. April 2018, 13:38:10
Aus dem Era auf MM111 möchte ich einen Halbstamm machen, also einfach mal den Trieb auf +/- 1 m gekürzt.

Geschmacklich überzeugen Era, Calypso und Odysso mich bislang am meisten.
Vom Kohlhaas gab's letztes Jahr einen Probierapfel, der aber wahrscheinlich nicht repräsentativ war, ziemlich hart-knackig... aber das letzte Wort ist da noch nicht gesprochen.

Auch der Myra auf MM111, veredelt 2016, ist schon voller Blüten:
https://imgur.com/a/Gnz0HpW

Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: cydorian am 26. April 2018, 14:01:37
Sehr dekorativ, kann man vorzeigen. Ich hoffe, dass mit solchen Sorten auch Äpfel im Vorgarten wieder eine Chance bekommen. Hoffentlich haut Marssonnia nicht dazwischen.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: IM_Ontario am 23. Mai 2018, 14:40:11
meine erste ernte von bionda bella vom halbstamm auf m9  ::)

4 mittelgroße, schön gelbgefärbte äpfel:
anfangs knackig und saftig mit leichtem aroma richtung golden delicious.
im februar aus dem naturkeller halbwegs fest und knackig, süßer, aroma etwas stärker.
am 20. april den letzten gegessen, von außen fest, innen sehr mürbe, aber saftig mit deutlichem pfirsicharoma.
war eine große überraschung und eine willkommene abwechslung bei einem lager voll mit ontarios...

bin froh, dass ich die sorte im letzten moment noch auf mm111 gerettet habe. (mäuse >:( )
dachte im februar noch dran sie zu entfernen, aber das pfirsicharoma hat mich umgestimmt.

dieses jahr kommen julka, marilyn, sparkling, kohlhaas, odysso und era richtig in ertrag.
circe und myra müssen aufgrund von schäden neustarten.

letztes jahr war circe sehr gut (knackig, saftig, süßsäuerlich anfang september).
auch era war ausgereift ende september sehr gut (genauso wie circe nur etwas säuerlicher).
ähnlich gut war auch cuckoo.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 13. August 2018, 21:33:43
Let's talk about Marssonina:

Ich habe alle meine Lubera-Sorten und auch einige andere (Alkmene, Piros, Relinda ...) behandelt - das war eine einzige Spritzung mit Duaxo (0,3%ig) am 18. Mai. Geplant war eigentlich noch eine weitere Spritzung, aber dann wurde der Sommer so trocken und heiß, ich hatte keine Zeit, und ins Geld geht das ja auch... .

Trotz der Behandlung kann ich Unterschiede feststellen, teils weil nicht alle Partien der Bäume gleichmäßig Duaxo abbekommen haben, teils, weil auch gründlich behandelte Bäume Marssonina-Symptome zeigen.

Am anfälligsten gegen Marssonina coronaria scheint Marilyn zu sein - und das, obwohl ich sie besonders gründlich eingenebelt hatte. Sie hätte eigentlich wirklich eine zweite Spritzung vertragen können. Sie zeigt im stammnahen Bereich einige gelb-gesprenkelte Blätter - nicht so schlimm wie der Hochstamm (alte Sorte) des Nachbarn, der natürlich überhaupt nicht behandelt wurde. Es ist nicht wirklich schlimm - da ja gespritzt wurde - aber Marilyn bekommt als anfälligste Sorte die rote Laterne.
Das ist sehr schade, weil ich liebe diesen spritzig-saftigen Apfel über alles.

Bei den Redloves, die grundsätzlich alle deutlich anfällig sind, ist die Marssonina mit einer Spritzung dieses Jahr gut unter Kontrolle, ebenso bei Sparkling, den ich ebenfalls als hoch-anfällig einstufen würde (aber nicht so anfällig wie Marilyn).

Ebenfalls deutlich anfällig, aber unter Kontrolle - Paradis New Year  und Utopia;

Eventuell etwas geringer anfällig, aber immer noch empfindlich - Katka und Patrizia.

Weniger anfällig erscheinen mir Werdenberg, Morgana und Elegance.
Diese Sorten weisen relativ stark glänzende Blätter auf, wie gewachst, und ich habe eine Theorie, dass Äpfelbäume, welche eine starke Wachsschicht auf den Blättern ausbilden, weniger anfällig gegen Marssonina sind. Das meine ich auch bei alten Sorten beobachten zu können.

Am wenigsten anfällig scheint mir der Julka zu sein. Mein Gott - der Julka! Ich hoffe jetzt, dass nicht der Julka mit seiner süßlichen Beliebigkeit die Blaupause für die Züchtung moderner Apfelsorten wird, sonst kaufe ich gleich Äpfel bei Edeka.

Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Wurmkönig am 13. August 2018, 22:03:00
Zeigt sich bei mir etwas anders. Rote Laterne geht mit großem Abstand an Katka, Marilyn ist kaum betroffen. Werdenberg - naja, je nach Bäumchen mal mehr mal weniger.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 13. August 2018, 22:15:52
Wie machen sich die Lubera-Sorten im Hitzesommer 2018?
Wie machen sich die Lubera-Sommeräpfel?

Zum Vergleich ziehe ich andere Sommeräpfel heran - den Piros und einen (vermutlichen) Apollo, den ich mir vom Baum eines Bauern auf M9 veredelt habe.

Der Piros hat unter der Sommerhitze stark gelitten, die Früchte wurden regelreicht "weichgekocht" und faulten von innen; das betrifft vor allem Früchte, welche zu früh eine intensiv rot gestreifte Deckfarbe ausgebildet hatten. Solche, welche weniger Sonne abbekommen hatten, konnte ich auf dem Stadium "wachsweiße Grundfarbe + etwas rosa Streifen" retten und waren da noch genießbar. Aber irgendwie hat sich bei der Turboreifung das komlexe Aroma nicht so voll entwickeln können, wie letztes Jahr und insgesamt bleibt der Pirosjahrgang 2018 deutlich hinter meinen Erwartungen zurück.

Der (vermutliche) Apollo hat auch unter der Hitze gelitten. Unter der sonnenseitg roten Deckfarbe ist auch hier das Fruchtfleisch bräunich verfärbt. Der Apfel ist zu schnell notreif "gekocht", normalerweise würde er ja erst gegen September genussreif werden. Das Gleiche betrifft auch den Originalbaum, von dem ich das Veredelungsreis habe, einen Hochstamm beim Bauern.

Dagegen kommen die Lubera-Äpfel erstaunlich gut mit der Hitze klar. Keine Ausfälle beim Katka, trotz früher Reife (in der zweiten Julihälfte anstatt der ersten Augustwoche), der Julka (mein Gott, der Julka!) hat oberflächlich vielleicht so ein bisschen etwas wie Sonnenbrand, das Fruchtfleisch darunter ist aber makellos.

Und der Werdenberg? Eigentlich ist das der ideale Apfel, um die Erntelücke zwischen Piros und den Herbstäpfeln zu überbrücken.
Der ist tadellos - saftig, knackig, ohne Brandstellen. Derzeit noch mit einem leicht grasigen Aromaton im Hintergrund, obwohl er bereits voll genussreif ist und keine Stärke mehr spürbar. Dafür die "Kobelt-üblichen" Dosis Zucker, der derzeit noch ein sehr angenehmes
Säurespiel die Waage hält. Trotz der leicht grasigen Note einer meiner Liebilingsäpfel für diese Zeit, lieber als der Jakob Fischer vom Bauern und etwa gleich auf wie ein Gravensteiner (dessen aristokratisch-zurückhaltende Säuerlichkeit der Werdenberg nicht hat).
*Edit: Heute (14. 08.) habe ich einen Werdenberg geerntet, der deutlich Sonnenbrand hat. Auch das Fruchtfleisch darunter war gebräunt.


Tja - und dann habe ich bereits die ersten zwei Sparkling Äpfel geerntet - genussreif! Eigentlich waren sie unter dem Baum gelegen, herabgefallen. Der eine hatte eine oberflächliche Beschädigung, das Fleisch darunter war aber kerngesund, der andere hatte überhaupt nichts - die Kerne waren bereits dunkelbraun.
Was soll ich sagen? Ich steh' auf saftige Äpfel. Der Sparkling gehört geschmacksmäßig in den absoluten Apfelolymp; sowas von saftig, sowas von vollmundig! Vom Aroma her sicherlich irgendwie mit Apollo, Alkmene verwandt, aber weiter perfektioniert. Marssoninaempfindlichkeit hin oder her - wer eine alte Sorte kennt, die auf dem Gaumen ähnliches leistet, der möge sie bitte nennen!
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 13. August 2018, 22:17:11
Zeigt sich bei mir etwas anders. ...
Du schreibst leider nicht, ob du behandelt hast-?
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Wurmkönig am 14. August 2018, 06:48:03
Ich habe 2 x mit MycoSin gespritzt - aber sämtliche Bäumchen von allen Richtungen. Katka hat bei mir so eine "halbschattige" Lage nahe bzw. unter einem Ahorn, das hat sicherlich auch einen Einfluss. Von Werdenberg habe ich ja 4 Bäumchen, die sind auch recht unterschiedlich betroffen - das älteste kaum (ist ein Duo-Baum), die 2 - 3 Jahre alten deutlich stärker.

Jetzt bin ich aber sehr auf Sparkling gespannt! Der trägt heuer zum ersten mal.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 14. August 2018, 21:51:06
Bei mir scheint die Einwurzelung der Bäume einen deutlichen Einfluss auf Vitalität und Anfälligkeit zu haben.
Auch möchte ich nächstes Jahr meine Marilyn im Frühjahr kräftig mit Stickstoff düngen, um den Baum stark zum Treiben zu bringen.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Wurmkönig am 15. August 2018, 12:01:15
Also genügend Dünger hatte er, hauptsächlich Kompost aus Rasenschnitt. Gewachsen ist er aber kaum, steht auch recht trocken. Gekauft habe ich ihn letzten Herbst aufgrund deiner Berichte über seinen Geschmack - kannst ja mal beim Hrn. K. um Prozente anfragen!
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 15. August 2018, 12:22:17
Mir fällt halt auf, dass eine 2017 selber auf M26 veredelte  Marilyn letztes Jahr überhaupt nicht in die Gänge gekommen ist, keinen Mitteltrieb ausgebildet hat, nur ein paar waagrechte abstehende Steitenästchen mit Mehltau, Kümmerwuchs. Das passiert schon mal, wenn die Unterlage schlecht bewurzelt oder das Edelreises schlecht angewachsen ist. Dann habe ich in einem Akt der Verzeiflung im Frühjahr fast alle Edelaugen abgezwickt und mächtig Harnstofflösung + verquirlte Eier (kaputte Eier kriege ich von der Tafel) gedüngt. Ich hab' sowas von einem schönen Neutrieb bekommen - auch hier behandelt und ohne erkennbare Marssonina.

Dagegen sind an zwei bereits länger im Garten befindlichen Marilyns trotz der Duaxo-Spritzung mehrere Blätter an Marssonina erkrankt, siehe Bild im Anhang - diese Bäume sind dieses Jahr eigentlich recht schwach gewachsen. Die Marssoninablätter sind heute bei Berührung abgefallen, ich hab sie für's Foto mit der Hand wieder ungefähr an die ursprüngliche Stelle gehalten; man sieht auch, dass der Zweig in  Richtung Stamm fast schon kahl ist. Im Hintergrund sind die roten Äpfel eines daneben stehenden Redlove Circe zu sehen, der dank Behandlung praktisch frei von Symptomen ist:
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Wurmkönig am 15. August 2018, 13:29:29
Das könnte auch bei mir passen! Katka steht auf einem eher sandigen Boden - der wurde dort zweifellos vor langer Zeit angeschüttet ist aber trotz Kompostgaben sehr nährstoffarm.

Der am wenigsten befallene Werdenberg steht genau in einem leichten Hang-Grund (also genau da wo der Hang endet). Der bekommt noch die angeschwemmten Nährstoffe - zwei andere stehen etwas hangaufwärts, die zeigen merkbar stärkeren Befall.

Wie oft düngst du mit dem Harnstoff und wo kriegst du den her?
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 15. August 2018, 13:43:36
[quote autho
r=Wurmkönig link=topic=55872.msg3147171#msg3147171 date=1534327275]
... - kannst ja mal beim Hrn. K. um Prozente anfragen!
[/quote]
würdest du mir das auch bei bei alten marssoninaanfälligen Sorten raten - bei den Baumschulen, die diese vertreiben, um Prozente anzufragen?
 
Eigentlich halte ich die Idee mit der Resistenzzüchtung für sehr gut. Wer hatte bei uns Marssonina coronaria vor ein paar Jahren schon auf dem Schirm?

Prinzipiell können immer neue Krankheiten und Schädlinge bei uns auftauchen, die hier gängigen Obstarten- und Sorten den Garaus machen.

Deswegen denke ich, dass es eher zu wenig Apfelneuzüchtung gibt als zuviel. Jetzt kostet aber Züchtung Geld! Wenn ich mir dann anschaue, wie wenig die Arbeit der Züchter geschätzt wird, wie wenig man bereit ist, für neue Züchtungen in die Tasche zu greifen, dann muss man froh sein, dass es jemanden wie den Herrn Kobelt gibt.

Aus aktuellem Anlass: Deswegen gebe ich auch keine Edelreiser von Luberabäumen ab. Ich meine, wie soll ich hier ehrlich, frisch von der Leber weg seine Bäume beurteilen, wenn ich mithelfe, seine Bäume schwarz zu vermehren, ihm den Lohn für seine Züchtungsarbeit vorzuenthalten - und dann soll ich seine Arbeit auch noch kritisieren?

Ich bleibe dabei - geschmacklich finde ich etliche seiner Sorten allererste Sahne. Bei welchen Sorten es eine Marssoninaprophylaxe wirklich braucht, kann ich zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht beurteilen. Ich bemerke eine unterschiedliche Anfälligkeit und habe - better safe than sorry - die Bäume mal behandelt; übrigens auch genug andere Nicht-Lubera-Sorten, weil ich lieber ernte als mich über Ausfälle zu beklagen.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 15. August 2018, 13:52:38
Wie oft düngst du mit dem Harnstoff und wo kriegst du den her?
Harnstoff, du kannst bei kalkhaltigem Boden auch Ammoniumsulfat nehmen, gibt''s beim Lagerhaus - da wo auch die Bauern ihren Dünger kaufen - im 25 kg Sack.
(Sparsame Gärtner können auch die eigene physiologische Harnstoffproduktion nutzen - das ist dann "echtes Recycling").
Gedüngt habe ich bis Juni vielleicht so alle 8 - 14 Tage - im April war es sehr trocken, da musste ich sowieso gießen,  20 Gramm Harnstoff/Ammoniumsulfat in der 10 Liter Gießkanne aufgelöst, ca. zwei bis sechs angeschlagene Eier darin verquirlt und auf die gemulchte Baumscheibe verteilt; fördert das Bodenleben ungemein... .
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: strohblume am 15. August 2018, 15:32:18
 Deine Standhaftigkeit gefällt mir im Bezug auf den Schweizer, aber deswegen gleich mit Eiern auf Bäume schießen?!
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Wurmkönig am 15. August 2018, 15:44:37
würdest du mir das auch bei bei alten marssoninaanfälligen Sorten raten - bei den Baumschulen, die diese vertreiben, um Prozente anzufragen?
Ach, das hast du vielleicht falsch verstanden. Ich habe ca. 15 Bäumchen mittlerweile bei Ihm gekauft, davon 6 x Werdenberg (veredeln habe ich heuer angefangen, aber über mich mir kann er sich nicht beschweren).

Was ich meine ist, dass du sehr klare und glaubwürdige Beschreibungen hast. Ich habe Marilyn tatsächlich nur gekauft wegen deiner Beschreibung, mir gefallen diese grünen Äpfel normalerweise nicht. Prinzipiell ist in der heutigen Zeit alles nach eigener Darstellung sensationell, auch vom Bayrischen OZ oder von anderen Züchtern. Die private Meinung zählt für mich mehr wie irgendwelche Werbeversprechen.

Geschmacklich sind seine Sorten top, Katka ist mir allerdings zu süss (aber der Kleine mag sie). Myra ist auch nicht mein Fall, dieses Birnenaroma ist mir bei Äpfeln fremd - aber auch hier gibt es treue Esser in der Familie. Ich hoffe das er weitermacht und werde auch weiterhin zu seinen Kunden zählen.

Wie das mit Marssonia weitergeht - ich fürchte das Schlimmste. Ich glaube auch nicht mehr daran, dass man jemals wieder resistente Äpfel züchten wird. Jahrtausende lang hat es Hochstämme gegeben und jetzt ist bald alles weg. Da soll jeder gerne sein Geschäft mit der Züchtung machen wenn was vernünftiges rauskommt. Ich behandle seit letztem Jahr, es ging nicht mehr anders. Liegt vielleicht auch an den kranken Bäumen in der Nachbarschaft die nichts tun - aber das Problem wird sich früher oder später von selbst lösen. Um den Gravensteiner-Hochstamm im Nachbargarten werde ich allerdings trauern.

Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 15. August 2018, 22:23:47
Ja, sowas Feinsäuerliches wie den Gravensteiner hat der Herr Kobelt leider nicht auf dem Schirm. Ich hab' denen mal vorgeschlagen sie sollten doch einen wirklich feinsäuerlichen Apfel züchten, so etwas wie eine Kreuzung aus Klarapfel, Granny Smith und Seestermüher - wurde abgewiegelt.
Der Werdenberg wird ja als Gravensteiner-ähnlicher Apfel beworben - hmm,  ja und dann doch nicht... mit seiner Zuckerdosis ist er für mich so "understatement" wie ein Mercedes 600 mit Rallyestreifen und Sportauspuff.
Aber er schmeckt wirklich gut, besser als die meisten Äpfel vom Bauern. Sogar "mein" Bauer hat kürzlich zugegeben, dass die Lubera Sommeräpfel besser sind als seine eigenen (Klarapfel und Jakob Fischer), als ich ihm ein paar zum Verkosten gab.
... aber deswegen gleich mit Eiern auf Bäume schießen?!
Die Bäume lieben das, bzw. die Würmer und sonstige Bodenauflockerer. Das kann nur nachvollziehen, wer mal mit Eiern gedüngt hat oder wie die Bauern früher einen Tierkadaver in die Pflanzgrube miteingegraben haben... .
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 23. August 2018, 21:13:53
... Ich habe ca. 15 Bäumchen mittlerweile bei Ihm gekauft, davon 6 x Werdenberg
Gleich 6 x den Werdenberg? Dann wäre ich ja gleich sechsfach schuld, wenn dir der nicht schmeckt-?

Aber im Ernst, vor ein paar Tagen habe ich geschrieben, der Werdenberg wäre so etwas wie ein Mercedes mit Rallyestreifen und Sportauspuff - und habe dem Apfel damit unrecht getan; konnte mittlerweile mehrere Werdenberg verkosten und bis auf die mit Sonnenbrand waren die perfekt, also reinbeissen und sich wie im Mercedes fühlen. Da passt die Saftigkeit, das Zucker-Säureverhältnis, das vollmundige Aroma. Bei einem Mercedes ist es ja auch nicht nur das große Steuerrad, da merkt man, dass sich eine Menge Leute Gedanken gemacht haben, um Ergonomie, Übersichtlichkeit, Bequemlichkeit etc. . Und so aus einem Guss ist auch das Geschmackserlebnis beim Werdenberg.
Nehm' ich da den Signe Tillisch mit seiner irgendwie in Richtung Klarapfel gehenden Textur... schwierig, wie soll der dagegen bestehen? Oder die Zicke von Gravensteiner - ein Baum auf M9 aus dem Gartencenter - kränklich (Rindenbrand, Mehltau), alternierend, jede Menge Vorerntefruchtfall - eine einzige Frucht hat bis zur optimalen Reife am Baum gehalten - die war allerdings sehr gut. Das gleiche Problem mit dem Vorerntefruchtfall bei einem Gravensteiner auf M26 - den hab' ich seit vier Jahren und damit mindestens doppelt so lang wie den Werdenberg und er liefert heuer eine einzige Frucht ab - von fünfen, die es zur Befruchtung geschafft haben. 

Die einzige alte Sorte, die ich kenne und es in puncto Saftigkeit und Textur mit den Luberaäpfeln aufnehmen kann, ist der Seestermüher. Der hat auch so etwas Spritziges - nicht so vollmundig, weil weniger süß im Geschmack. Ansonsten wär' da noch Alkmene - keine "richtige alte Sorte", sondern auch ein Designerapfel aus dem 20. Jahrhundert - und die wird vom Sparkling übertroffen.
Also, wer keine Alkmene mag, die grobzellige, spritzige Saftigkeit aufplatzender Zellen ein Gräuel findet sondern lieber das Fruchtfleisch  mit der Zunge zu einem feinen Brei zerreibt (wie kommt man da noch an den Saft ran?), der sollte um Sparkling einen großen Bogen machen!
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: 555Nase am 25. August 2018, 04:52:40
...Nu mach mich nich irre. ;D Ein wunderschönes, gesundes Sparklingbäumchen steht seit gestern auf dem Hof. Bis zur Geschmacksmeinungsbildung wird es aber noch etwas dauern.

Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 25. August 2018, 15:46:22
Ist das eine zweijährige Veredelung oder der sog. "Easytree"?
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: 555Nase am 26. August 2018, 01:53:00
Ja, ist ein Zweijähriger. Was bedeutet  "Easytree"?
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 26. August 2018, 14:05:36
Das sind die einjährigen Veredelungen im 5 L Topf, die billigste Version bei Lubera.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 26. August 2018, 16:41:55
Nochmal zum Werdenberg .. und möglichen Alternativen:

Zuerst einmal ein Bild von einem Ast des Werdenbergs:
(http://www.bilder-upload.eu/thumb/f06fe0-1535291016.jpg)
mit 1 Duaxo-Behandlung im Mai pumperlgesund, wesentlich besser als andere, anfälligere Sorten; ich würde sagen, des Verhältnis vegetatives zu generativem Wachstum (Fruchten) ist sehr ausgeglichen. Das kann ich nicht für alle Lubera-Sorten sagen. Der Utopia, von dem mittlerweile 2 Bäume (Original-Lubera) habe, z. B. zeigt meiner Meinung nach eine deutliche vegetative Schwäche.

Und hier die Werdenbergfrucht von allen Seiten:
(http://www.bilder-upload.eu/thumb/6ad08f-1535291988.jpg)

(http://www.bilder-upload.eu/thumb/e92bc2-1535292066.jpg)

(http://www.bilder-upload.eu/thumb/58a795-1535292123.jpg)

(http://www.bilder-upload.eu/thumb/d78428-1535292175.jpg)

Der Werdenberg hat saftiges, feinzelliges Fruchtfleisch und wird von Lubera als "Gravensteiner-ähnlicher" Apfel beworben.
Schauen wir uns doch zum Vergleichl die einzige Frucht an, die ein Gravensteiner auf M26 dieses Jahr bei zur Reife gebracht hat
(und nebenbei steht immer noch die Frage im Raum - "ist das Gravensteiner?" - wurde von einigen Forumsmitgliedern bezweifelt):
(http://www.bilder-upload.eu/thumb/6cc5ad-1535292728.jpg)

(http://www.bilder-upload.eu/thumb/ef3c9b-1535292763.jpg)

(http://www.bilder-upload.eu/thumb/217f36-1535292887.jpg)

(http://www.bilder-upload.eu/thumb/43e805-1535292936.jpg)

(http://www.bilder-upload.eu/thumb/9fc620-1535292987.jpg)

(http://www.bilder-upload.eu/thumb/00f740-1535293034.jpg)

Der Gravensteiner ist auf schwachwüchsiger Unterlage zumindest ein schwieriger Kandidat - wenn nicht eine Krücke. Zeigt immer noch, sowohl auf M26 wie auch auf M9, eine Tendenz sich zu einem >4m Baum zu entwickeln, dabei starke Alternanz bzw geringe Ertragsneigung (gut, ich rede hier erst nach etwa 4-5 Jahren Erfahrung, aber beim Werdenberg merkt man schon im zweiten Jahr, dass das ein williger Träger sein wird).
Früchte des Gravensteiners mit Tendenz zum Glasigwerden (hier im Bild auf Unterlage M26), Fäulnis von innen und extrem früher Reife (auf M9), auf beiden Unterlagen reichlich Vorerntefruchtfall; auf M9 auch sehr viel Mehltau.
Die Gravensteinerfrucht ist mürber als der Werdenberg und wird mir rasch zu trocken.
Für Leute mit kleinem Garten würde ich den Gravensteiner kaum empfehlen, es sei denn, man hat viel Geduld zum experimentieren und ist nicht auf regelmäßige Erträge angewiesen.

Eine weitere Alternative mit feinzelligem Fruchtfleisch wäre evtl. der Signe Tillisch, Reife evtl. etwas später (ich lese etwas von Ernte im Oktober - das kommt mir arg spät vor - hier fällt er bereits langsam vom Baum):
(http://www.bilder-upload.eu/thumb/6a49ac-1535293782.jpg)

(http://www.bilder-upload.eu/thumb/577c34-1535293831.jpg)

(http://www.bilder-upload.eu/thumb/d7b3e2-1535293876.jpg)

(http://www.bilder-upload.eu/thumb/b3d82f-1535293925.jpg)

Ich hab' den Signe Tillisch (so es einer ist-?) auf M7 und das wird ein richtiger Baum - ich werde Mühe haben den auf 3-4m zu halten (den Giebel hab' ich schon umveredelt auf Adersleber Kalvill).
Der ist geschmacklich echt eine Alternative (im Sinne von "was anderes") zu den modernen Äpfeln - feinsäuerlich mit einem breiten Spektrum an Aromen und weniger "Wumms" an Zucker. Bei den modernen Sorten meine ich immer irgendwo einen Cox Orange im Hintergrund rauszuschmecken.
Der gezeigte Apfel hat tatsächlich so gut geschmeckt wie er aussieht - frisch vom Baum gepflückt war er richtig schön saftig.

Gegen Marssonina behandelt wurde der Baum nicht. Ich dachte, er zeigt keine Symptome - heute doch zwei, drei Blätter gefunden, die evtl. ein bisschen Marssonina zeigen?
(http://www.bilder-upload.eu/thumb/4b5b3d-1535294333.jpg)

und das hier könnte auch Sonnenbrand sein-?
(http://www.bilder-upload.eu/thumb/dcd342-1535294370.jpg)

(und jetzt bin ich gespannt, ob die links zu den Bildern wieder urplötzlich im nichts verschwinden...)

Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Sternrenette am 26. August 2018, 17:07:20
 Zu Bild 2: das hatte ich auch, das waren Versorgungsstörungen aufgrund der Trockenheit, das hat sich nach etlichen Kannen Wasser wieder gegeben.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 26. August 2018, 18:36:56
Hast du einen Gravensteiner - auf welcher Unterlage steht deiner?
Also hattest du glasige Früchte und nach ein paar Kannen Wasser dann normale?
Ich glaub' gerne, dass es Versorgungsstörungen sind - auch meine Alkmene zeigt diese bei vielen Äpfeln, allerdings ist es jetzt bei der Ernte etwas spät, diese zu beheben.
Zumindest beim Gravensteiner auf M9 zeigt sich schon seit mehreren Ernten die Tendenz zu physiologischen Störungen - auch in feuchteren, weniger heißen Jahren. Dieses Jahr hatte ich bis zur Ernte nur mehr zwei gut ausgebildete, große, gesund aussehende Früchte (von vielleicht 30 ursprünglich am Baum) - davor fielen alle anderen ab, faulten von innen. Eine der guten Früchte habe ich gegessen - die war auch innen gut, die andere habe ich verschenkt, da weiß ich nicht, ob die innen auch ok war... .
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Sternrenette am 27. August 2018, 06:55:15
Nein, hier ist es ein selbst veredelter roter Herbstkalvill, im Winter gepflanzt, der solche Blattaufhellungen hatte. Früchte trägt er noch keine, das war in diesem Sommer auch besser so.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 31. August 2018, 13:56:23
Von den Rotfleischigen sind Circe (heuer Ernte ab Anfang August, ging bis ca. 20. 08) durch und bereits ein Großteil von Era (2 Original-Bäume auf M9 - die am selbstveredelten Baum auf MM111 hängen meistenteils noch) auch schon geerntet, ebenfalls von Redlove Kohlhaas.
Circe ist der Gewinner des Hitzesommers - ich hatte diesen Apfel mit seiner spitzen Säure bisher immer irgendwie nicht so ganz ernst genommen. Dieses Jahr waren sie sehr saftig, kein Sonnenbrand und überraschend gut.
Der Circe setzt einen gut saftigen, ziemlich säuerlichen, für manche zu(!) sauren Kontrapunkt zu den in der Hitze süß "gebrannten" und weichgekochten Sommeräpfeln anderer Sorten.
Freilich, wenn dann der Era mit seiner neonroten Farbe und seinem Bombenaroma kommt, dann beherrscht der die Szene. Der ist durchaus etwas sonnenbrandempfindlich und ich könnte einige Äpfel, die sich sonnenseitig zu sehr aufgehellt hatten, doch zu früh geerntet haben - normalerweise wäre der hier um den 20. September reif.
Gestern habe ich rotes Era-Apfelmus gemacht.
Auch Redlove Kohlhaas habe ich schon großenteils vom Baum geholt. Mein Eindruck: Ein fester Apfel, teils sehr saftig, vielleicht derjenige der Redloves, der in der Textur am ehesten dem Topaz ähnelt.
Er hat nicht das umwerfende Beerenaroma des Era - ein bisschen schon, aber da ist ein anderer Unterton, für den ich jetzt keinen Namen habe. Überhaupt ist das meiner Meinung nach mehr so ein "Pinklove" denn ein echter "Redlove"-Apfel, nur der erste knappe Zentimeter unter der Schale ist rosa-rötlich, darunter kommt reinweißes Fruchtfleisch. Das sieht man auch äußerlich - da mischt sich eine grünliche Grundfarbe mit der roten Deckfarbe.

Unten in Foto - obere Kiste Redlove Era, untere Kiste Redlove Kohlhaas:
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: strohblume am 31. August 2018, 22:06:25
Hallo  Hast du auch den Calypso,er soll ja der süßeste Redlove sein? wann erntest du ihn?  Lg
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: 555Nase am 01. September 2018, 05:11:38
Hat jemand den total roten "Baya Marisa", um Vergleiche zu ziehen ?
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Urmele am 01. September 2018, 08:44:00
Den Baya Marisa hab ich Mal direkt beim Züchter im Hofladen gekostet. Ich finde ihn aromaarm und sauer. Mir fehlt aber der Vergleich zu den Lubera-Sorten.

Allerdings habe ich mir vorige Woche auf Anraten bei Lubera einen Redlove Odysso und einen Sparkling  gekauft ;)

Für den Odysso hab ich mich wegen der Fruchtgröße und der Erntezeit entschieden, ich mag große Äpfel und Herbstäpfel habe ich schon genug.

Nun bin ich gespannt.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: Bruno3120 am 01. September 2018, 10:55:15
Gegenüber Red Mon und Red Sun hat der Baya Marissa nicht soviel Säure und ein besseres Aroma. Ist aber meiner Meinung nach am besten als Färber von Saft zu verwenden. Kinder sind trotz der Säure ganz wild auf diesen Apfel.
Sehr gut besucht von den Apfelwicklern. Ohne spritzen kaum ein unbesuchter Apfel.
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: floXIII am 01. September 2018, 18:18:23
Meine diesjährige Odysso-Ernte. Ziemlich früh zu den vergangenen Jahren, aber es fielen schon teilweise die Äpfel vom Baum.
Außerdem konnte ich erstmals Redlove Era kosten.

Müsste ich mich zwischen beiden entscheiden, würde ich klar zum Era tendieren. Hauptsächlich aufgrund der Fruchtfleischkonsistenz. Irgendwie passt mir der Odysso da nicht sonderlich. Schwer zu beschreiben, aber das Fruchtfleisch kommt mir etwas zäh und schwammig vor. Schmerzt mich dann sogar teilweise in den Ohren beim Kauen  ;D
Könnt ihr da ggf. ähnliches über den Odysso berichten? Oder vielleicht liegts am Boden  ???

Geschmacklich finde ich beide ansonsten gut bis sehr gut. Auch wenn Odysso jetzt noch etwas nachreifen muss, sehe ich Era beim Geschmack leicht vorne.

Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 01. September 2018, 19:02:29
Ganz klar, Era ist für mich der Inbegriff eines rotfleischigen Apfels, Farbe, Aroma, Zucker, Säure - einfach eine runde Sache. Er ist der "röteste" der Redloves, leider nimmt die Qualität bei Lagerung auf der Terasse oder in der Garage recht schnell ab, hier möchte ich einen kalten, feuchten Keller haben; so für mich ein reiner Herbstapfel.
Odysso musst du nachreifen lassen. Hast du keinen versuchsweise noch am Baum gelassen? Ich frage mich, ob du nicht wieder zu früh geerntet hast, floXIII. Unsere Temperaturen nördlich der Alpen dürften denen südlich der Alpen kaum nachstehen (zumindest denen in normalen Jahren) und wenn auch bereits einzelne Odysso-Äpfel gefallen sind, möchte ich meine noch dranlassen. Ich denke das mit dem Fruchtfall hängt auch mit dem Überbehang dieses Jahr zusammen. Ich hätte ausdünnen sollen und hab's versäumt - jetzt gibt es eine Menge Miniäpfel.
Das beste Aroma - leider dann schon ziemlich trocken - hatte dieser Apfel für mich Anfang Dezember, so ein richtiger Punsch-/glühweinwürziger Nikolausapfel. Das wird im warmen Klima sich natürlich zeitlich verschieben. Haben deine Odyssos denn schon Süße?

Noch als Nachtrag, warum ich den Era so bevorzuge - er trägt jedes Jahr sehr reichlich, absolut null Alternanz. Das schaut bei Calypso und Odysso anders aus. Ich rechne nächstes Jahr höchstens mit einem sehr kleinem Odysso-Ertrag.

Und noch eine Frage an dich, flo, wie schaut es bei dir mit Marssonina aus? Gibt's in deiner Obstplantagengegend so etwas überhaupt oder sind alle Schadpilze in 100km Umkreis totgespritzt?
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: floXIII am 01. September 2018, 19:47:30
Odysso musst du nachreifen lassen. Hast du keinen versuchsweise noch am Baum gelassen? Ich frage mich, ob du nicht wieder zu früh geerntet hast, floXIII. Unsere Temperaturen nördlich der Alpen dürften denen südlich der Alpen kaum nachstehen (zumindest denen in normalen Jahren) und wenn auch bereits einzelne Odysso-Äpfel gefallen sind, möchte ich meine noch dranlassen.
Bei der extremen Hitze würde ich dir sogar recht geben, da gibt es nicht so große Unterschiede zwischen dem Süden Deutschlands und Südtirol, aber die Beständigkeit macht den Unterschied. Vor allem im Frühjahr/Herbst ist es hier meistens viel milder. Dadurch startet die Vegetationszeit eben ein paar Wochen früher.
Kann aber dennoch bedeuten, dass ich Odysso zu früh geerntet habe  ;) Allerdings gingen die Äpfel sehr leicht zu pflücken und die Kerne sind auch schon dunkelbraun. Mal sehen.
Und noch eine Frage an dich, flo, wie schaut es bei dir mit Marssonina aus? Gibt's in deiner Obstplantagengegend so etwas überhaupt oder sind alle Schadpilze in 100km Umkreis totgespritzt?
Ich hab im Frühjahr einen mehrwöchigen Obstbaukurs besucht, mit allem drum und dran. Auch Pflanzenschutz wurde ausführlich behandelt. Da wurde Marssonina nicht erwähnt. Glaub es stand auch nur einmal irgendwo in den Unterlagen aufgelistet. Den Pilz gibt es zwar auch hier, vermutlich wird er aber durch den Einsatz von Pflanzenschutzmittel, welche gegen andere Pilze wirken, einfach mit erfasst und unterdrückt.

Ich hab meine Apfelbäume, bis auf einen sehr anfälligen Frühapfel, kaum behandelt. Glaub sogar nur gegen Blattläuse. Marssonina-Befall hab ich keinen wahrgenommen. Ich habe allerdings auch nicht sonderlich darauf geachtet, vielleicht gabs/gibts doch einen marginale Befall. Müsste ich mal genauer beobachten
Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 15. September 2018, 21:34:46
Marssonina wird jetzt im September bei anfälligen Sorten so richtig sichtbar. Deutlich betroffen trotz einmaliger Spritzung ist (leider) Sparkling, wo ich nicht weiß, ob das jetzt, wo er abgeerntet ist, noch viel weh tut; ebenfalls deutlich sichtbar bei New Year - da sollte sich Lubera wirklich eine resistente Spätsorte mit säuerlichem Aroma einfallen lassen. Ansonsten muss ich dem Adersleber Kalvill als Wintersorte mit exzellentem Aroma den Vorzug geben - und der ist wirklich anders, als viele moderne Sorten mit ihrem meist aus Cox Orange hergeleitetem Aromaeinerlei ... (auch wenn ich nicht weiß, wie der Adersleber K. sich auf schwächeren Unterlagen macht, möchte aber berichten, wenn ich davon was ernte).

Bei den Redloves kommen mir Circe und Calypso stärker betroffen vor als Odysso, Kohlhaas und Era.

Marilyn hat mittlerweile wohl die Hälfte des Laubs verloren - das ist die anfälligste Sorte in meinem Garten zusammen mit dem anscheinend nicht echten "Roten Berlepsch", der demächst rausgeworfen werden soll. Von Marilyn möcht' ich noch was ernten in den nächsten Jahren - und dann schaun mer mal... .

Titel: Re: Lubera - Äpfel
Beitrag von: b-hoernchen am 15. September 2018, 22:17:43
Ja, überhaupt Marilyn und Morgana, diese beiden - was ist da eigentlich der Unterschied?
Das mag sich so mancher Gärtner denken, der sich einen süßen, gelben Herbstapfel zulegen will und sich dann ratlos die Bilder im Katalog oder Onlineshop anschaut.

Soll man jetzt würfeln, welche Sorte man kauft?

b-hoernchen hat sie beide (siehe Bild unten - links Marilyn, rechts Morgana) und hier sind meine Eindrücke:

Also zuerst mal - das sind tatsächlich zwei unterschiedliche Sorten, wenn sie auch das gleiche Marktsegment bedienen. Beide werden etwa zur gleichen Zeit reif (um die Mitte September), beide sind sie sehr süß - ich find' sie jetzt nicht langweilig süß, da hab' ich schon Schlimmeres gegessen, beide sind sehr saftig (ah ja, ganz wichtig bei b-hoernchen, sonst setzt's massiv Punkteabzug!), aber die Unterschiede sind im Aroma und auch etwas in der Textur.

Aus irgendeinem mir nicht bekanntem Grund wird Morgana nicht zu den "Bionda"-Äpfeln gerechnet, den als "Golden-Delicious-Nachfolgern" positionierten Entwicklungen aus Herrn Kobelts Werkstatt.
Marilyn kommt mir tatsächlich etwas "Golden-Deli-ähnlicher" vor als Morgana. Morgana hat die härtere Schale, ungefähr so hart, wie man das von Granny Smith kennt, das festere Fruchtfleisch, man muss kauen, damit man richtig an den Saft kommt, bei Marilyn spritzt einem beim Reinbeissen teilweise schon der Saft entgegen.
So richtig "feinzellig", wie im Katalog beschrieben, kommt mir Morgana nicht vor - ich finde Marilyn "feinzelliger" -was ich jetzt weder als positives noch als negatives Urteil verstehe.
Und dann ist da das Aroma: Beide sind jetzt vollreif, Marilyn hat das typische Birnenaroma, Morgana mag auch etwas Birnentöne haben, aber mehr im Hintergrund; im Vordergrund steht ein anderes Aroma, für das ich jetzt dummerweise keinen Namen habe. Es ist irgendwie fast schon medizinisch zu nennen, da ist auch eine leicht adstringierende Geschmackskomponente vorhanden - und mit den Birnentönen im Hintergrund denke ich da etwas an eine alte Bauernbirnensorte, an eine Schnaps- oder Mostbirne, etwa Minister Lucius - das sind vielleicht die Gerbstoffe. Die schmecke ich bei Marilyn nicht, die ist da "glatter", "geschniegelter" im Geschmack und hat nicht diese spezielle Aroma. Der Gesamteindruck ist aber auch hier "blumig" - halt blumig mit einer Gerbstoffnote.

Vielleicht sind's auch die Gerbstoffe, die die Blätter von Morgana völlig gesund erscheinen lassen - mit, wie bereits erwähnt, einer einzigen, prophylaktischen Duaxo-Behandlung im Mai - die ich aber bei dieser Sorte wohl auch hätte weglassen können?
Jedenfalls ist der Morganabaum viel vitaler, kräftiger wachsend, die Blätter glänzend grün (Wachsschicht?) - ganz im Gegensatz zur schwächelnden Marilyn.