garten-pur
Garten- und Umwelt => Gartenküche => Thema gestartet von: Orchidee am 22. Mai 2015, 14:47:22
-
Hallo,
ich möchte dieses Jahr mal meine Tomatenüberschüsse nicht einfrieren sondern in Gläsern aufbewahren. Wenn das Mark heiss eingefüllt wird in ein Schraubglas muss dann trotzdem noch "eingekocht" werden oder wäre das so haltbar?
Sorry hab von einkochen null Ahnung. :-\
Schreibt mir mal bitte Eure Erfahrungen.
-
Na ja, wenn du Tomaten einfach kochst, hast du Tomatensuppe und kein Mark. Wenn du die in zuvor sterilisierte Gläser heiss einfüllst, ist das ein Jahr haltbar. Allerdings gibt es einen giftigen Pilz (Botulinus), den man nicht schmeckt und der sich, bei zu langer Lagerung, unbemerkt vermehrt.
Mein Schwiegervater in Italien hat eine Handdrehmaschine, die Saft und Mark von Haut und Kernen trennt. Er benutzt nur die fleischigen San Marzano Tomaten ('Pelati'). Saft und Mark kocht er dann so lange ein, bis eine cremige Konsistenz entsteht. Diese dickflüssige Sosse füllt er heiss in sterilisierte Schraubgläser, obendrauf ein wenig Olivenöl. Das Glas wird dann innerhalb eines Jahres verbraucht, wobei die Sosse vor Gebrauch zumindest nochmals aufgekocht, meist aber nochmals ein wenig eingedickt wird, bevor sie dann Spaghetti oder sonstwas bereichert. Zu beachten ist, dass Tomatensosse hierzulande in regnerischen Sommern oft (zu) sauer wird. Da dann mit Zucker nachhelfen zu wollen, ist keine gute Idee, weil das dem Botulinus sehr schmeckt.
-
30 Minuten bei 90° C im Wasserbad einkochen, alternativ 10 Minuten im Dampfkochtopf, ohne ihn gewaltsam zu öffen (also einfach abkühlen lassen). Alles andere kann, muß aber nicht funktionieren.
-
erhebe keinerlei Anspruch darauf, die perfekte Tomatenmark-Einkocherei gefunden zu haben, aber fuer mich funktioniert's so am besten
so eine tolle Handdrehmaschine hab ich leiden nicht, und Flotte Lotte oder noch mehr Batzelei mit elektrischem Safter mag ich mir nicht antun, also jag ich meine Tomaten toutto kompletti durch den Blender und lass sie dann im Slow Cooker auf ungefaehr 1/3 einreduzieren, das heisst abends rein, fruehs weiterverarbeiten, die noch heisse Tomatenpampe kommt in Glaeser, Deckel lose draufgeschraubt und in der Micro einmal kurz aufgekocht, Deckel zu und umgekehrt (keine Ahnung wieso, Muttern dreht ihre Marmeladen immer um) abkuehlen lassen
alternativ koch ich sie als Schaeltomaten ein, weil manchmal Tomatenstuecke einfach besser 'passen' als Mark
-
(keine Ahnung wieso, Muttern dreht ihre Marmeladen immer um)
Ich dachte bisher, das sei, um die Deckelunterseite mit dem heissen Gut zu desinfizieren?
-
Man kann die Gläser auch im Backofen einkochen: 30 Minuten bei 220°.
-
Deckel umdrehen bringt gar nichts, ist höchstens gefährlich, wenn er nicht richtig draufgeschraubt ist. Das kam mal auf und keiner weiss mehr warum... Einfach ganz normal abkühlen lassen.
-
Nachdem du das Ganze sowieso länger erhitzen wirst, würde ich die 20-30 Minuten zum Sterilisieren im Glas auch noch aufwenden, wäre schade, wenn es schimmelt, weil die Gläser doch nicht ganz sauber waren.
-
Wir zerschneiden die Tomaten und kochen sie, bis sie weich sind. Dann kommen sie in ein Plastesieb, welches zum Abtropfen in einen Topf gehängt wird. Die dünne Brühe, die sich im Topf sammelt, frieren wir ein als Fond für Soljanka, Gulasch und bunte Bohnensuppe. Das Dicke aus den Sieb wird passiert und für Soßen eingefroren.
-
Ich brate die Tomaten in Olivenöl zusammen mit Zwiebeln, Chilli und Tomatenmarkt an. Würze sie gleich mit Salz, Pfeffer und Majoran. In Gläser abgefüllt halten sie bis zu 6 Wochen (mindestens) im Kühlschrank. Wenn man dann keine Lust zum kochen hat ist das die optimale Soße für Spaghetti ;)
-
Ich würfele sie, dünste sie in der Pfanne, bis sie weich sind und dann kommen sie in die Flotte Lotte - das Ergebnis friere ich ein.
-
Ich bin mit dem Eifon zu blöd zum Verlinken, aber gib mal beim Chefkoch " Zucchinibolognese" ein - ein klasse Rezept zur Verwendung von Tomaten und Zucchini, prima als Sossen- oder Gulaschgrundlage oder als Pizzabelag.
-
Danke für Eure vielfältigen Vorschläge.
Ich glaube jetzt dass ich die Gläser doch wohl im Backofen einkoche um sicher zu gehen dass nichts verdirbt.
Hatte letztens auf einem Krämermarkt Marmelade gekauft - selbstgemacht von der Verkäuferin. Beim Öffnen war der Inhalt beider Gläser schimmelig. Daher möchte ich auf Nummer sicher gehen. Länger als 6 Wochen sollte das ganze doch geniessbar sein.
-
Das kann passieren, das hängt manchmal vom Jahr ( Wetter ) ab. Schimmel ist recht robust, aber man merkt es ja gleich beim Öffnen. Schade um die guten Sachen ist es trotzdem.
-
...auf einem Krämermarkt Marmelade ...- selbstgemacht von der Verkäuferin. Beim Öffnen war der Inhalt beider Gläser schimmelig. ...
eigenartig,
gerade ein Semi-Pro sollte doch sorgfaeltig genug arbeiten und Erfahrung genug haben, dass sowas nicht passiert *verwundert*
muss meine Micro-Methode verteidigen: in den letzten 5 Jahren sind mir bestimmt 3 Glaeser Tomaten schlecht geworden, immer Geschaelte, nie Mark, das ja schon stundenlang heiss vor sich hin einreduziert
hab daraus gelernt und lass die Schaeltomaten jetzt ein wenig laenger blubbern
gestern hab ich ueberigens alle noch hinten im Schrank versteckte oder vergessene Marmelade entsorgt (seit letztem Jahr Diabetikerhaushalt, hab's nur nicht ueber's Herz gebracht, alles, was seitdem auf'm Index steht, sofort zu entsorgen) teils war das Zeug von 2011 und definitiv noch iO
-
Das kommt schon vor, der Schimmel sitzt unsichtbar auf den Früchten. Wie gesagt, das ist vom Wetter in manchen Jahren abhängig.
Im übrigen stimme ich Dir zu: Das Zeug hält, korrekt eingemacht, normalerweise jahrelang.
-
Wie dick du dein Tomatenmark haben möchtest, kannst du ja selbst entscheiden, Geschmack ebenso. Ich wasche meine Gläser parallel zum Einkochen/Eindicken immer im Geschirrspüler, fülle vor dem Einfüllen immer noch mal für 2-3 min kochendes Wasser ein (späteres Spülwasser) und dann wird das Tomatenmark/Ketchup/Soße eingefüllt und für 10-20 min bei 200 Grad C zugedampft. Nebenbei oder hinterher backe ich aber auch oft ´ne Pizza, nutze die Energie halt möglichst. Vorteil ist, dass es echt lange haltbar ist und ich mich nicht für Energieverschwendung schämen muss.