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Garten- und Umwelt => Naturpark => Thema gestartet von: fisalis am 27. Dezember 2015, 12:59:22

Titel: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: fisalis am 27. Dezember 2015, 12:59:22
Sie wird jedes Jahr weniger.
Vorschläge?
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: celli am 27. Dezember 2015, 13:04:19
Mehr Grünzeug pflanzen. :D
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Typhoon 2 am 27. Dezember 2015, 13:14:45
Was verstehst Du unter noch vorhandener Natur?
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: dmks am 27. Dezember 2015, 13:28:00
Genau genommen gibts die in Deutschland nicht mehr - aber renaturierte oder wieder der Natur überlassene Gebiete!
Und die sind schützenswert ;) Am besten schützt man die, wenn man sie möglichst weiträumig meidet.  8)
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Isatis blau am 27. Dezember 2015, 13:36:03
...weiter über pflegeleichte Geröllwüsten lästern  :D
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: fisalis am 27. Dezember 2015, 17:22:24
Zitat von: Typhoon 2 link=topic=[b
Link entfernt!1[/b]2546901#msg2546901 date=1451218485]
Was verstehst Du unter noch vorhandener Natur?

Regenwald, Auen, Heiden, Riffe, Hochgebirge, so Zeug.
1min. Beitragsanzahl noch nicht erreicht
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Krokosmian am 27. Dezember 2015, 18:23:33
Ohne es beschwören zu wollen: sind Heiden nicht auch schon Kulturlandschaft?

Edit: In Ruhe lassen scheint mir ein guter Ansatz, aber nicht die alleinige Lösung, darauf aufpassen und gelegentlich helfend eingreifen muss man schon. Grundsätzlich muss endlich das Bewusstsein für die noch vorhandene Natur geschärft werden, vom Fußvolk bis zur höchsten Entscheidungsebene, das kann man aber vermutlich vergessen... :-\
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: maigrün am 27. Dezember 2015, 18:54:36
machen "wir" es doch einfach so:

du schreibst: a

ich antworte: b

du: c

ich: d

und so weiter, schon bist du auf 20 fachposts. wenn du lieber durchzählen magst, geht auch.

und "die natur" hat ganz fix ihre ruhe.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Silvia am 27. Dezember 2015, 19:22:38
Ohne es beschwören zu wollen: sind Heiden nicht auch schon Kulturlandschaft?

Ja, Heidelandschaften sind entstanden, weil sie ständig durch Schafe beweidet wurden. Wenn man die Flächen in Ruhe lässt, wird über kurz oder lang wieder Wald draus, wie jede Fläche in unseren Breiten, die man in Ruhe lässt. In Deutschand gibt es praktisch nur Kulturland.

Völlig naturbelassen geht zu Lasten der Diversität. Man muss wissen, was man anstrebt. Keine einfache Entscheidung.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Mediterraneus am 28. Dezember 2015, 10:29:31
Ohne es beschwören zu wollen: sind Heiden nicht auch schon Kulturlandschaft?

Ja, Heidelandschaften sind entstanden, weil sie ständig durch Schafe beweidet wurden. Wenn man die Flächen in Ruhe lässt, wird über kurz oder lang wieder Wald draus, wie jede Fläche in unseren Breiten, die man in Ruhe lässt. In Deutschand gibt es praktisch nur Kulturland.

Völlig naturbelassen geht zu Lasten der Diversität. Man muss wissen, was man anstrebt. Keine einfache Entscheidung.

Genau.
Die Hotspots an Biodiversität sind in Mitteleuropa witzigerweise genau die menschengemachten, einzigartigen Kulturlandschaften (Z.B. "Baumsavanne" der Streuobstwiesen, Kalkmagerrasengebiete...). Ohne "Pflege" wird es ein drastisches Artensterben geben. Das ist vielen Möchtegernumweltschützern leider nicht bewußt :-\
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Staudo am 28. Dezember 2015, 14:30:24
Vorschläge?

Laufen lassen: Menschen in die Städte, Natur in den ländlichen Gebieten.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: frauenschuh am 29. Dezember 2015, 06:23:52
Derzeit ist die Pflegesaison. Ich vermute unschwer, dass es in vielen Gegenden - wie bei uns auch - gerade einige Angebote von Naturschutzverbänden gibt sich persönlich mit einzubringen.  ;) Weiden schneiteln, Obstbäume schneiden und eine Hecke stutzen... ist z.B. heute gerade hier auf der Agenda.

"Es gibt nichts Gutes, außer man tut es" - Erich Kästner

Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: MD9 am 29. Dezember 2015, 06:58:35
Ich bin der Meinung das es noch viel schützenswertes an Natur bei uns gibt, nur leider wird vieles zu Tode geschützt. Ein Beispiel, Ein Landwirt hat eine Wiese auf der in den letzten ca, 50 Jahren immer den Sommer über Tiere gegrast haben, irgendwann hat ein Mitarbeiter des Umweltamtes mitbekommen das auf der Wiese schützenswerte Pflanzen wachsen, trotz der beweidung. Was passiert?? ganz Einfach, der Landwirt bekam die Auflage nicht mehr zu düngen und die Wiese durfte nicht vor Juli, also vor der Samenreife, gemäht werden. Nach nur wenigen Jahren gab es auf der Weide keine zu schützenden Pflanzen mehr, Fazit, was der Bauer mit seinen Viechern in 50 Jahren nicht geschaft hat, hat der so genannte Naturschutz in wenigen Jahren erreicht.
Naturschutz ist eine Wichtige und auch Gute Sache wenn sie Hand und Fuß hat und vernünftig betrieben wird.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Mediterraneus am 29. Dezember 2015, 07:39:03
Wie ich schon sagte, viele schützenswerten Biotope sind erst durch die menschliche Nutzung entstanden. Sie können auch nur durch ebensoeine Nutzung erhalten bleiben.
Aufgabe des Naturschutzes ist es meinesermessens nicht, neue Nutzungsarten vom Schreibtisch aus zu bestimmen oder gar irgendwelche gutgemeinten Wiederansiedlungsversuche von Biber und Co. zu starten. Das wird eh nix. Wir sollten uns gezielt um die wenigen Biotope kümmern, die wir noch haben. Und die Leute fördern, die sowas pflegen. Das sind nicht nur die selbsternannten Naturschützer, die letztendlich die nicht mehr vorhandene bäuerliche Nutzung (z.B. Beweidung) durch Freihalten der Landschaft in sporadischen Aktionen nachahmen müssen, sondern auch einzelne private Landbesitzer oder Kleinbetriebe, welche mit viel Engagement noch solche alten Weiderassen halten, in kleinen Stückzahlen. Zum Naturschutz gehört es daher auch, solches Fleisch zu kaufen, auch wenn es teurer ist. So schütze ich gleichzeitig alte Haustierrassen, die Landschaft mit all ihrer Artenvielfalt und gleichzeitig die Umwelt, weil ich regional einkaufen kann. Viele Treffer mit einer Klappe.
Aber unserem Umweltschutz scheint Biber, Wolf und Co. weitaus wichtiger zu sein, zumindest hier wird die Wiederansiedlung der Biber vom Naturschutz gefeiert. Das ist sehr publikumswirksam. Die Bewirtschaftung der kleinräumigen, ungedüngten Talwiesen mit all ihren alten Streuobstbäumen, Orchideen, Schachbrettblumen und all ihrer Tierwelt rückt in den Hintergrund, wird immer schwerer gemacht, Hauptaugenmerk liegt jetzt beim Biber. Ein Viech wird gefördert, Hunderte bleiben dafür auf der Strecke.
Tja, man kann nicht alles haben.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Amur am 29. Dezember 2015, 07:51:59
Na die Vorstände haben halt auch, wie bei allen großen Organisationen zunächst mal ihr Budget im Auge. Damit sind viele Leute zu bezahlen und solche Prestigeobjekte bringen viele Spenden (und letztlich auch staatliche Förderprogramme) ein.
Da bleibt der ursprüngliche Zweck doch auch mal auf der Strecke.

Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Frühling am 29. Dezember 2015, 08:22:38
In unserer Gemeinde gibt es etliche Nasswiesen und auch einen Sumpf.  Eine dieser Nasswiesen grenzt an unser Stueck Land, das teilweise, besonders im Fruehjahr, nach der Schneeschmelze, auch sehr feucht ist. Jetzt wurde das Gebiet als geschuetztes Biotop erklaert. Maehen sollte man nicht vor Juli, duengen auch nicht usw um seltene Pflanzen und Schmetterlinge zu foerdern.  Wir unterschrieben eine "Convention" die der Gemeinde das Recht und Verpflichtung gibt etwa ein Zehntel des Grundstueckes zu versorgen (maehen und Weiden ausreissen). Der andere Teil steht unter unserer Vorsorge und ich werde alles versuchen, die Richtlinien zu befolgen. Ich hoffe, dass die selten gewordenen Pflanzen wiederkehren werden und natuerlich auch die Schmetterlinge. Ich freue mich, dass dieses Stueckchen Land "geschuetzt" ist, nicht Baugrund werden wird und die Ruhe die hier herrscht ist etwas einzigartig und jedes Mal, wenn ich dort "arbeite" fuehle ich mich in einer anderen Welt.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: hunsbuckler am 29. Dezember 2015, 09:01:15
@frühling:
Da hast du in deinem Posting im letzten Satz den Hauptgrund genannt,warum immer Natur verschwindet.Es wird einfach zu viel zubetoniert und asphaltiert und das teilweise für äusserst zweifelhafte Projekte.Wäre dies nicht der Fall müsste man nicht darüber diskutieren ob die Ansiedelung von Luchs und Wolf wichtiger ist als der Erhalt von Streuobstwiesen...nein....man könnte Beides haben (sofern sich natürlich noch Leute finden,die dies pflegen) .
Die Umwandlung von Grünland in Biogas-Mais tut ihr übriges dazu...kurzum der Faktor Boden wird immer knapper...und darunter leiden insbesondere leider viel zu häufig die kleinflächigen Biotope. 
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: fisalis am 29. Dezember 2015, 09:12:59
Mir ist es auch Recht, wenn naturnahe Kulturlandschaften erhalten bleiben, Felder mit Hecken, Streuobstwiesen usw. Und der von frauenschuh genannte Einsatz von Freiwilligen (Weidenschnitt usw.) zum Erhalt von solchen Kulturlandschaften kann ja nicht hoch genug geschätzt werden. Leider kann man nirgends mehr sicher sein, dass auch solche Gebiete plötzlich Bauland werden, denn der Druck der Menschen nimmt zu, es gibt immer mehr, und sie wollen immer mehr. Wo ich wohne wird zurzeit ein riesiges Gebiet überbaut, das noch in den 1960ern teilweise unter Schutz stand. Da wohnen jetzt 600 Menschen, ein Drittel unserer Dorfbewohner. Keine Ahnung, wo die alle herkommen.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: uliginosa am 29. Dezember 2015, 09:15:01
Ich bin der Meinung das es noch viel schützenswertes an Natur bei uns gibt, nur leider wird vieles zu Tode geschützt. Ein Beispiel, Ein Landwirt hat eine Wiese auf der in den letzten ca, 50 Jahren immer den Sommer über Tiere gegrast haben, irgendwann hat ein Mitarbeiter des Umweltamtes mitbekommen das auf der Wiese schützenswerte Pflanzen wachsen, trotz der beweidung. Was passiert?? ganz Einfach, der Landwirt bekam die Auflage nicht mehr zu düngen und die Wiese durfte nicht vor Juli, also vor der Samenreife, gemäht werden. Nach nur wenigen Jahren gab es auf der Weide keine zu schützenden Pflanzen mehr, Fazit, was der Bauer mit seinen Viechern in 50 Jahren nicht geschaft hat, hat der so genannte Naturschutz in wenigen Jahren erreicht.
Naturschutz ist eine Wichtige und auch Gute Sache wenn sie Hand und Fuß hat und vernünftig betrieben wird.

Wiesenmahd bei Samenreife war die Ansage im Naturschutz vor 20 Jahren! Inzwischen weiß man eigentlich, dass viele Arten auch von einer früheren Nutzung profitieren, wenn durch die erste Nutzung (Mahd oder Beweidung) vor allem Obergräser und andere schnellwüchsige Arten zurückgedrängt werden und schwachwüchsige Arten dann Zeit und Raum haben zu wachsen. Ich kam einmal Mitte Mai auf eine frisch gemähte Auenwiese an der Elbe, alles streichholzkurz, kaum ein Dutzend Allerweltswiesenarten zu entdecken. Im August bin ich dann noch mal hin - ein Traum von einer Auenwiese mit vielen der seltenen typischen Arten, einschließlich Cnidium dubium, Allium angulosum und Galium boreale.  :D

Und ja, leider gibt es in LSA auch die totgeschützten Flächen, Orchideenstandortem, die solange kein Schaf mehr betreten durfte, bis die Orchideen der Konkurrenz von hochwüchsigen Gräser und Sträucher gewichen sind.

Im Offenland ist Naturschutz hierzulande Kulturlandschaftsschutz, dabei müssen traditionelle Bewirtschaftungsmethoden erhalten oder imitiert werden, die die Entwicklung des Artenreichtums der Wiesen und Magerrasen überhaupt erst ermöglicht haben.
Im Wald und in Mooren sieht das teilweise anders aus. Da sind seltene und typische Arten weitgehend auf die Flächen beschränkt, in die am wenigsten eingegriffen wurde.   

Und es ist sicher gut, wenn nicht zu viele Menschen in den wertvollen Biotopen rumrennen - aber wenn niemand mehr Arten kennt und weiß, was es alles (noch) gibt, dann merkt auch keiner wenn es verloren geht ...  :P
Wenn sich niemand an der Schönheit der Natur erfreuen darf, fehlt auch viel Motivation, sich für die Erhaltung einzusetzen.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: hunsbuckler am 29. Dezember 2015, 09:22:13
Mir ist es auch Recht, wenn naturnahe Kulturlandschaften erhalten bleiben, Felder mit Hecken, Streuobstwiesen usw. Und der von frauenschuh genannte Einsatz von Freiwilligen (Weidenschnitt usw.) zum Erhalt von solchen Kulturlandschaften kann ja nicht hoch genug geschätzt werden. Leider kann man nirgends mehr sicher sein, dass auch solche Gebiete plötzlich Bauland werden, denn der Druck der Menschen nimmt zu, es gibt immer mehr, und sie wollen immer mehr. Wo ich wohne wird zurzeit ein riesiges Gebiet überbaut, das noch in den 1960ern teilweise unter Schutz stand. Da wohnen jetzt 600 Menschen, ein Drittel unserer Dorfbewohner. Keine Ahnung, wo die alle herkommen.
Nicht nur,dass es immer mehr werden...die Menschen bauen auch immer grössere Paläste in die Landschaft incl. überdimensionierten Parkplätzen und Garagen,die selbst Wohnformat besitzen....um dann im betagten Alter zu merken,dass sie ihre Paläste gar nicht mehr gepflegt und instand gehalten bekommen....komm denen mal mit Natur----die machen dann nur den Scheibenwischer.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: uliginosa am 29. Dezember 2015, 09:28:58
Wie ich schon sagte, viele schützenswerten Biotope sind erst durch die menschliche Nutzung entstanden. Sie können auch nur durch ebensoeine Nutzung erhalten bleiben.
Aufgabe des Naturschutzes ist es meinesermessens nicht, neue Nutzungsarten vom Schreibtisch aus zu bestimmen oder gar irgendwelche gutgemeinten Wiederansiedlungsversuche von Biber und Co. zu starten. Das wird eh nix. Wir sollten uns gezielt um die wenigen Biotope kümmern, die wir noch haben. Und die Leute fördern, die sowas pflegen. Das sind nicht nur die selbsternannten Naturschützer, die letztendlich die nicht mehr vorhandene bäuerliche Nutzung (z.B. Beweidung) durch Freihalten der Landschaft in sporadischen Aktionen nachahmen müssen, sondern auch einzelne private Landbesitzer oder Kleinbetriebe, welche mit viel Engagement noch solche alten Weiderassen halten, in kleinen Stückzahlen. Zum Naturschutz gehört es daher auch, solches Fleisch zu kaufen, auch wenn es teurer ist. So schütze ich gleichzeitig alte Haustierrassen, die Landschaft mit all ihrer Artenvielfalt und gleichzeitig die Umwelt, weil ich regional einkaufen kann. Viele Treffer mit einer Klappe.
Aber unserem Umweltschutz scheint Biber, Wolf und Co. weitaus wichtiger zu sein, zumindest hier wird die Wiederansiedlung der Biber vom Naturschutz gefeiert. Das ist sehr publikumswirksam. Die Bewirtschaftung der kleinräumigen, ungedüngten Talwiesen mit all ihren alten Streuobstbäumen, Orchideen, Schachbrettblumen und all ihrer Tierwelt rückt in den Hintergrund, wird immer schwerer gemacht, Hauptaugenmerk liegt jetzt beim Biber. Ein Viech wird gefördert, Hunderte bleiben dafür auf der Strecke.
Tja, man kann nicht alles haben.

Nun ja, mit dem Biber fördert man natürlich auch viele andere, weniger publikumswirksame Tiere. Aber nicht unbedingt die Talwiesen, wie sie waren. Ich finde Biber sind uns verblüffend ähnlich, so radikal, wie sie Lebensräume zu ihren Gunsten verändern.  ;)

Wenn ich eine artenreiche Wiese finde, auf ich der ich nach 1-2 Stunden intensiver Suche immer noch neue Arten entdecke  :D, dann ist meine Bewirtschaftungsempfehlung: weiter so wie bisher! !!! Und ich will wissen, wie dieses Kleinod erhalten wurde.
Wenn sich allerdings auf einer eutrophierten, ruderalisierten Wiese voller hochwüchsiger Gräser und N-liebender Allerweltskräuter oder voller Grasfilz noch vereinzelt ein paar seltenere Arten halten, dann ist eine Optimierung der bisherigen Nutzung möglich und notwendig.   
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Mediterraneus am 29. Dezember 2015, 10:44:26
@frühling:
Es wird einfach zu viel zubetoniert und asphaltiert und das teilweise für äusserst zweifelhafte Projekte.Wäre dies nicht der Fall müsste man nicht darüber diskutieren ob die Ansiedelung von Luchs und Wolf wichtiger ist als der Erhalt von Streuobstwiesen...nein....man könnte Beides haben (sofern sich natürlich noch Leute finden,die dies pflegen) .

Ich bin der Meinung, man kann nicht beides haben.
Wolf, Biber und Co. brauchen vor allem viel Platz, sie sind keine typischen Bewohner der Kulturlandschaften, wie wir sie hier in der Region haben, sie wurden ja eben deswegen in der Vergangenheit bekämpft.
Die Bevölkerung explodierte, für Wildnis und wilde Tiere war zunehmend kein Platz mehr da. Der Mensch machte sich die Wildnis zum Garten und hat so nebenbei völlig neue Biotope erzeugt. Im Nachhinein einzigartig und mit keinem anderen wilden Lebensraum zu vergleichen.

Die heutige Landschaft ist dermaßen zersiedelt, man kann die Menschen nicht mehr wegzaubern. Als es hierzulande noch Wölfe gab, war etwa Berlin noch ein Kaff. Wir müssen uns entscheiden, was wir wollen. Die Landschaft ist kein Zoo, wo zwischen Autobahn und Stadtgrenze mal schnell ein Wolfsrudel leben kann. Zumindest nicht, ohne vorhersehbare Konflikte mit den Menschen.

Ich rede jetzt von der kleinteiligen Landschaft in Süddeutschland. Hier ist jeder Wald bewirtschaftet, der Rest ist Ackerbau, Wiesen, Weinberge.
In einigen (fast menschenleeren) Gegenden in den neuen Bundesländern mag es anders sein, kann sein.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Mediterraneus am 29. Dezember 2015, 10:52:26
@uliginosa

du interessierst dich nicht zufällig für eine Arbeit in der unterfränkischen Provinz?  ;)
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Silvia am 29. Dezember 2015, 11:03:22
In Unterfranken habt ihr den Truppenübungsplatz Hammelburg. Der ist ein ausgewiesenes FFH- und Vogelschutzgebiet.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Mediterraneus am 29. Dezember 2015, 11:07:59
Dort sorgen Panzer und Co für die Landschaftspflege und "Offenhaltung" der Landschaft ;)
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Silvia am 29. Dezember 2015, 11:12:08
Genau. Truppenübungsplätze sind sehr gute Biotope mit oft seltenen Pflanzen und Vogelarten.

Eine der besten Biotope war der Todesstreifen am Grenzzaun zwischen West- und Ostdeutschland. Dort konnten sich über die Jahre viele seltene Pflanzen ansiedeln. Ich weiß gar nicht, was daraus geworden ist.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Krokosmian am 29. Dezember 2015, 11:16:46
"Grünes Band" googeln ;)
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Silvia am 29. Dezember 2015, 11:31:58
Ah, danke!  :D

Wobei, wenn man da mal durchfährt, sieht man praktisch nicht mehr, wo der Zaun verlief. Der Streifen war ja ohnehin nicht breit. Man muss es wirklich wissen.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: uliginosa am 29. Dezember 2015, 12:56:59
Am Grünen Band entlang würde ich auch gern mal wandern ...  ::)

@uliginosa

du interessierst dich nicht zufällig für eine Arbeit in der unterfränkischen Provinz?  ;)

Ich mache meistens Werkverträge - die unter-(auch mittel- oder ober-)fränkische Provinz würde ich dabei auch gern mal kennenlernen, klar!  :D

Wenn du da einen Auftrag vermitteln könntest - nächstes Jahr ist noch (fast) alles offen.    ;)
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Mediterraneus am 29. Dezember 2015, 13:36:36
ich befürchte, man hört nicht auf mich
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Frühling am 29. Dezember 2015, 13:41:19
@frühling:
.Es wird einfach zu viel zubetoniert und asphaltiert und das teilweise für äusserst zweifelhafte Projekte.

Das trifft leider auch fuer hier zu. Vor 30 Jahren musste ein Baugrundstueck 1400 Quadratmeter haben, heute sind es nur noch 600. Da die Preise explodiert sind hat man eben viel weniger Quadratmeter und die Groesse ist nicht so wichtig geworden. Jeder betoniert das erlaubte Maximum, naja, und die Folgen sind eben mehr als problematisch. Natuerlich hat jeder das Recht Haus und Garten zu haben, wir haben es ja auch getan, allerdings war fuer uns der Garten genauso wichtig, wenn nicht wichtiger, als das Haus und wir wollten ein grosses Grundstueck. Heute habe ich den Eindruck, dass fuer viele das Grundstueck nur da ist um ein Haus bauen zu koennen, mit anderen Worten, ein Laster, das so gesehen teuer ist und das man auch noch pflegen muss. :'(
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Quendula am 29. Dezember 2015, 14:18:54
... Vor 30 Jahren musste ein Baugrundstueck 1400 Quadratmeter haben, heute sind es nur noch 600...

 :o Hier, Berliner Umland, hatten die Baugrundstücke schon vor 80 Jahren nur knappe 600 qm. Und diese Größe war darauf konzipiert, dass sich die Bewohner damit teilversorgen sollten.  :-X
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: fisalis am 29. Dezember 2015, 14:36:25
Ja, am wichtigsten wäre es, das Baugebiet ein für allemal zu beschränken.
Allerdings wird dann gleich der Ruf nach Verdichtung laut, also z.B. dass in manchen Einfamilienhausgarten eigentlich noch ein Einfamilienhaus reingebaut werden könnte und man sowieso höher bauen solle.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Mediterraneus am 29. Dezember 2015, 14:40:28
Also hier steht in den Altorten viel Wohnraum leer, während sich die Neubaugebiete maßlos ausbreiten.
Man sollte eher "Wohnen in alter Bausubstanz" fördern.

Wow, schon 5 Beiträge!!!
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: fisalis am 29. Dezember 2015, 14:42:44
Ja, wenn das bei dir so ist, sicher. Hier steht leider nichts leer, im Gegenteil, es fehlt überall an Wohnraum, und da wird wie wild auf die grüne Wiese rausbetoniert.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Aotearoa am 29. Dezember 2015, 14:44:18
@frühling:
.Es wird einfach zu viel zubetoniert und asphaltiert und das teilweise für äusserst zweifelhafte Projekte.
. Natuerlich hat jeder das Recht Haus und Garten zu haben

Wir holen uns zur Zeit 1 Mio. Menschen nach Deutschland.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: fisalis am 29. Dezember 2015, 14:45:17
1 Mio neue Häusle - wir schaffen das!
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Krokosmian am 29. Dezember 2015, 14:46:38
Wobei, wenn man da mal durchfährt, sieht man praktisch nicht mehr, wo der Zaun verlief. Der Streifen war ja ohnehin nicht breit. Man muss es wirklich wissen.

Nicht breit, aber dafür langezogen mit unterschiedlichen Lebensräumen aneinandergereiht, was es meines Wissens besonders wertvoll macht.

Es reicht ja, wenn es Diejenigen wissen, die es wissen müssen ;), gerade die unspektakulären Ecken können ungestört existieren. Andererseits werden sie unter Umständen auch sehr bereitwillig geopfert :-X, aber das lass ich jetzt...
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Krokosmian am 29. Dezember 2015, 14:50:00
@frühling:
.Es wird einfach zu viel zubetoniert und asphaltiert und das teilweise für äusserst zweifelhafte Projekte.
. Natuerlich hat jeder das Recht Haus und Garten zu haben

Wir holen uns zur Zeit 1 Mio. Menschen nach Deutschland.

Diese Million wird aber zum überwiegenden Teil nicht in Einfamilienhäusern im Grünen untergebracht ;).
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Mediterraneus am 29. Dezember 2015, 14:54:04
@frühling:
.Es wird einfach zu viel zubetoniert und asphaltiert und das teilweise für äusserst zweifelhafte Projekte.
. Natuerlich hat jeder das Recht Haus und Garten zu haben

Wir holen uns zur Zeit 1 Mio. Menschen nach Deutschland.

Diese Million wird aber zum überwiegenden Teil nicht in Einfamilienhäusern im Grünen untergebracht ;).

Och, in der Uckermark wär doch noch Platz genug. Wolf wieder raus, Menschen rein. Und ab geht das Leben. ;)
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Aotearoa am 29. Dezember 2015, 14:59:16
Damit hättest Du jetzt aber das Thema verfehlt  ;D
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Mediterraneus am 29. Dezember 2015, 15:02:03
Damit hättest Du jetzt aber das Thema verfehlt  ;D

Nicht, wenn sich die künftigen Bewohner für Landschaftsschutz/-pflege einsetzen 8)
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Silvia am 29. Dezember 2015, 15:11:51
Ja, wenn das bei dir so ist, sicher. Hier steht leider nichts leer, im Gegenteil, es fehlt überall an Wohnraum, und da wird wie wild auf die grüne Wiese rausbetoniert.

Das ist nur, weil in Zürich alle Welt wohnen will. Oben am Hönggerberg wird gerade ein riesiger Wohnblock gebaut.

Hier steht sehr viel leer. Ist ja auch nix los.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: sarastro am 29. Dezember 2015, 15:19:53
Ja, wenn das bei dir so ist, sicher. Hier steht leider nichts leer, im Gegenteil, es fehlt überall an Wohnraum, und da wird wie wild auf die grüne Wiese rausbetoniert.
Und stehen in Zürich auch die Altstadtwohnungen leer, weil mit ihnen spekuliert wird, weil sie unerschwinglich werden, so wie in Wien?

Auf dem Land und in den Kleinstädten bei uns sind allenorts leere Altbauwohnungen zu sehen, der mindere Komfort steht anscheinend vielen nicht zu Gesicht. In der Passauer Altstadt - lauter leere Häuser. Auch die riesigen Bauernhöfe bei uns auf dem Land stehen dreiviertels leer. Dafür werden ringsum die Käffer Speckgürtel gebaut, dass die Fetzen fliegen.

Auf dass der Verkehr dann noch mehr wird, denn die Arbeit liegt ja immer weiter weg.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Silvia am 29. Dezember 2015, 15:22:40
Diese Million wird aber zum überwiegenden Teil nicht in Einfamilienhäusern im Grünen untergebracht ;).

Na, vielleicht doch irgendwann. Das Problem mit den Häusern im Grünen ist nämlich häufig, dass da nach einer gewissen Zeit auch nur noch ganz wenig Leute wohnen. Es wird eine Siedlung hochgezogen, weil junge Familien mit Kindern bauen. Dann ziehen die Kinder irgendwann aus, gehen in die Welt und kommen auch nicht wieder. Die Alten hocken allein in ihren Häusern. In so einer überalterten Siedlung haben wir auch einmal gewohnt.
Aus der "Ecke" wird in den nächsten Jahren noch einiges an Wohnraum frei. Was soll damit mal werden? Wenn keine nahe Anbindung an eine attraktive Stadt vorhanden ist, werden sie schwer zu verkaufen sein.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: hunsbuckler am 29. Dezember 2015, 15:22:52
@frühling:
Es wird einfach zu viel zubetoniert und asphaltiert und das teilweise für äusserst zweifelhafte Projekte.Wäre dies nicht der Fall müsste man nicht darüber diskutieren ob die Ansiedelung von Luchs und Wolf wichtiger ist als der Erhalt von Streuobstwiesen...nein....man könnte Beides haben (sofern sich natürlich noch Leute finden,die dies pflegen) .

Ich bin der Meinung, man kann nicht beides haben.
Wolf, Biber und Co. brauchen vor allem viel Platz, sie sind keine typischen Bewohner der Kulturlandschaften, wie wir sie hier in der Region haben, sie wurden ja eben deswegen in der Vergangenheit bekämpft.
Die Bevölkerung explodierte, für Wildnis und wilde Tiere war zunehmend kein Platz mehr da. Der Mensch machte sich die Wildnis zum Garten und hat so nebenbei völlig neue Biotope erzeugt. Im Nachhinein einzigartig und mit keinem anderen wilden Lebensraum zu vergleichen.

Die heutige Landschaft ist dermaßen zersiedelt, man kann die Menschen nicht mehr wegzaubern. Als es hierzulande noch Wölfe gab, war etwa Berlin noch ein Kaff. Wir müssen uns entscheiden, was wir wollen. Die Landschaft ist kein Zoo, wo zwischen Autobahn und Stadtgrenze mal schnell ein Wolfsrudel leben kann. Zumindest nicht, ohne vorhersehbare Konflikte mit den Menschen.

Ich rede jetzt von der kleinteiligen Landschaft in Süddeutschland. Hier ist jeder Wald bewirtschaftet, der Rest ist Ackerbau, Wiesen, Weinberge.
In einigen (fast menschenleeren) Gegenden in den neuen Bundesländern mag es anders sein, kann sein.
Da kennst du Deutschland aber schlecht!
Ich wohne ganz in der Nähe des dieses Jahr neugegründeten Nationalparks Hunsrück.Hier wird sich wohl ohne eigenes Zutun der Wolf ansiedeln.Unsere Region ist sehr dünn besiedelt.Das sieht man auch daran,dass wir wohl bundesweit die grösste Wildkatzenpopulation haben.Auch dieses Tier braucht ne Menge Platz,die es hier vorfindet.
Selbiges Terrain findet sich im Pfälzer Wald (hier wurden Luchse wieder angesiedelt)und in Teilen der Eifel (dort leben übrigens die Hälfte aller in Deutschland vorkommenden Uhus).
Man muss natrürlic dafür einen Teil des Waldes aus der Nutzung herausnehmen um solchen Tieren eine Kernzone als Rückzugsraum zu bieten.Da ist es dann auch irrelevant,wenn Wolfsgebiet mal von einer sehr wenig befahrenen Strasse tangiert wird.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Aotearoa am 29. Dezember 2015, 15:26:14
Damit hättest Du jetzt aber das Thema verfehlt  ;D

Nicht, wenn sich die künftigen Bewohner für Landschaftsschutz/-pflege einsetzen 8)

Wessen Schutz dann noch ?

Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: fisalis am 29. Dezember 2015, 15:30:10
Zitat von: sarastro link=topic=[b
Link entfernt!1[/b]2548630#msg2548630 date=1451398793]
Zitat von: fisalis link=topic=[b
Link entfernt!1[/b]2548604#msg2548604 date=1451396564]
Ja, wenn das bei dir so ist, sicher. Hier steht leider nichts leer, im Gegenteil, es fehlt überall an Wohnraum, und da wird wie wild auf die grüne Wiese rausbetoniert.
Und stehen in Zürich auch die Altstadtwohnungen leer, weil mit ihnen spekuliert wird, weil sie unerschwinglich werden, so wie in Wien?


Nein, leer steht da nichts, wenns zu teuer wird, ziehen halt Firmen ein.
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Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: hymenocallis am 29. Dezember 2015, 15:36:35
Bisher hab ich mit Erstaunen mitgelesen.

Wirkliche/echte Natur (also Wolf und Biber und flächendeckend Wald) ist irgendwie doch nicht so erwünscht, dafür wird eine bestimmte Art von Kulturlandschaft (die aus Urgroßmutters Zeiten) als wünschens- und daher schützenswert hingestellt und die heute lebenden Menschen sollen diese vergangene Epoche im Außenraum irgendwie künstlich wieder herstellen - irgendwo, nur nicht dort, wo man selbst gerade wohnt und Straßen, Komfort, Arbeitsplätze etc. von heute haben möchte.

 ??? ??? ???

Die Idee halte ich schlicht für unrealistisch - angesichts der Klimaänderung müssen sich verbliebene Reste von Naturlandschaften (Nationalparks, hochalpine Regionen) ebenso anpassen/verändern wie die aktuellen Kulturlandschaften. Eine künstliche Konservierung eines bestimmten Abschnitts der Vergangenheit im Außenraum kann immer nur räumlich sehr eng begrenzt erfolgen - das nennt man Freilichtmuseum.

Wenn man das schon unbedingt möchte, halte ich die Wiederherstellung der Kulturlandschaft zur Regierungszeit des Kaisers Augustus bis etwa 400 n. Chr. für vielversprechender - da lagen die Temperaturen wenigstens ähnlich wie sie nun wieder zu erwarten sind.

LG
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: fisalis am 29. Dezember 2015, 15:51:42
Gut, aber dann müsstest du zumindest auf der "Halbinsel Italicum" viel Wald abholzen, wie das damals die Römer vollbracht hatten.
Ansonsten stimme ich dir teilweise zu, wobei es mir v.a. darum geht, unüberbautes Land zu erhalten, wie wertvoll es denn auch immer ist. Der Siedlungs- und Strassenraum dehnt sich in den letzten Jahren zumindest hier derart rasant aus, dass es einem übel wird.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: hunsbuckler am 29. Dezember 2015, 15:56:23
Gut, aber dann müsstest du zumindest auf der "Halbinsel Italicum" viel Wald abholzen, wie das damals die Römer vollbracht hatten.
Ansonsten stimme ich dir teilweise zu, wobei es mir v.a. darum geht, unüberbautes Land zu erhalten, wie wertvoll es denn auch immer ist. Der Siedlungs- und Strassenraum dehnt sich in den letzten Jahren zumindest hier derart rasant aus, dass es einem übel wird.
...und das obwohl die Bevölkerungszahl auf lange Sicht in Deutschland zurückgehen wird (auch mit Zuwanderung)...wozu man für immer weniger Menschen immer mehr Infrastruktur braucht (muss ja dann auch von immer weniger Bürgern geldmässig instandgehalten werden)habe ich nie so richtig kapiert.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: kudzu am 29. Dezember 2015, 16:03:48
die vorhandene Natur ist eh schon komplett vom Menschen durcheinandergewuerfelt, vergewaltigt und ausgezutzelt
die einzige Moeglichkeit 'Natur' zu erhalten waere 'Mensch' deutlich zu reduzieren,
Natur versucht das immer mal wieder mit netten Epedemien,
aber inzwischen pfuscht der Mensch ihr auch da drein und stirbt einfach nicht mehr in nennenswerten Mengen

ich hoer schon wieder Wehgeschrei ob meiner mangelnden Empathie

man kaempfe sich durch einige, viele Jahrtausende Menschheitsgeschichte und stelle fest,
der Mensch hat besiedelt, ist davon fett geworden, aufzubrauchen, was Mutter Natur da gespeichert hatte, hat einen auf die Muetze bekommen und ist weitergezogenZeit
so langsam gehen aber Platz und Zeit aus, der Platz fuer die vielen Menschen und 'renaturierter' Platz, den der Mensch auspluendern kann
und die Zeit fuer Mutter Natur sich zu erholen und fuer den naechsten Schub 'Mensch' Vorraete anzulegen

alle Naturparks, Truppenuebungsplaetze, Trallala helfen nicht
immer wenn der Platz knapp wird entscheidet der Mensch, dass der Mensch wichtiger ist als die Natur *schulterzuck*

Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: hymenocallis am 29. Dezember 2015, 16:08:05
Gut, aber dann müsstest du zumindest auf der "Halbinsel Italicum" viel Wald abholzen, wie das damals die Römer vollbracht hatten.
Warum? - in der genannten Epoche gab es dort bereits Kulturlandschaft und keinen großflächigen Wald mehr.

Ansonsten stimme ich dir teilweise zu, wobei es mir v.a. darum geht, unüberbautes Land zu erhalten, wie wertvoll es denn auch immer ist. Der Siedlungs- und Strassenraum dehnt sich in den letzten Jahren zumindest hier derart rasant aus, dass es einem übel wird.
Hier wird auch wie verrückt zugebaut - der ländliche Bereich, in den wir vor 10 Jahren gezogen sind, wird nun von der heranwachsenden Stadt und ihren Kaninchenstall-artigen Reihenhaussiedlungen bedrängt. Verbaut werden aber ohnehin nur Flächen, die nicht mehr bewirtschaftet werden - die Kinder der ehemaligen Bauern haben andere Berufe und sind froh, sich nicht mehr um die Flächen kümmern zu müssen (abgesehen vom hohen finanziellen Gewinn aufgrund der explodierenden Grundstückspreise).

Eigentlich meinst Du offenbar, daß die Flächenwidmungspläne und Bebauungsdichten auf die Zeit vor fünfzig oder hundert Jahren geändert werden sollen, damit Platz für Kulturlandschaft bleibt, oder?
Kulturlandschaft heute ist leider oft großflächige Monokultur - die finde ich auch nicht so prickelnd. Erst recht nicht, wenn die Menschen auf engem Raum zusammengedrängt in Städten leben müssen, damit diese Flächen unverbaut bleiben können. Die Vorteile der Vergangenheit kombiniert mit den Vorteilen von heute und morgen sind aus meiner Sicht leider unrealistisches Wunschdenken.

LG

Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: fisalis am 29. Dezember 2015, 16:08:29
@hunsbuckler: Vorübergehend mag die Bevölkerungszahl in D zurückgehen, wenn denn das betreffende Szenario zutrifft, die Ansprüche an Land aber bestimmt nicht, und auf ganz Europa gesehen stehen die Prognosen mittel- und langfristig auf Wachstum. Handeln ist also heute angesagt, wenn man naturnahe Räume vor Überbauung schützen will.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Natternkopf am 29. Dezember 2015, 16:10:47

......  wobei es mir v.a. darum geht, unüberbautes Land zu erhalten, wie wertvoll es denn auch immer ist. Der Siedlungs- und Strassenraum dehnt sich in den letzten Jahren zumindest hier derart rasant aus, dass es einem übel wird.

Handeln ist also heute angesagt, wenn man naturnahe Räume vor Überbauung schützen will.

Reichts du oder hast du schon eine Petition eingereicht oder startest du eine Initiative

Grüsse Natternkopf  ;)
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: fisalis am 29. Dezember 2015, 16:12:47
Sollte man. Haben hier andere bereits getan: die Kulturlandinitiative. Das Parlament verweigert die Umsetzung und muss von Gerichten dauernd ermahnt werden...


Unnötiges (bezieht sich auf den Beitrag davor) Zitat entfernt. LG Nina
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Frühling am 29. Dezember 2015, 16:13:53
die vorhandene Natur ist eh schon komplett vom Menschen durcheinandergewuerfelt, vergewaltigt und ausgezutzelt
die einzige Moeglichkeit 'Natur' zu erhalten waere 'Mensch' deutlich zu reduzieren,
Natur versucht das immer mal wieder mit netten Epedemien,
aber inzwischen pfuscht der Mensch ihr auch da drein und stirbt einfach nicht mehr in nennenswerten Mengen

ich hoer schon wieder Wehgeschrei ob meiner mangelnden Empathie

man kaempfe sich durch einige, viele Jahrtausende Menschheitsgeschichte und stelle fest,
der Mensch hat besiedelt, ist davon fett geworden, aufzubrauchen, was Mutter Natur da gespeichert hatte, hat einen auf die Muetze bekommen und ist weitergezogenZeit
so langsam gehen aber Platz und Zeit aus, der Platz fuer die vielen Menschen und 'renaturierter' Platz, den der Mensch auspluendern kann
und die Zeit fuer Mutter Natur sich zu erholen und fuer den naechsten Schub 'Mensch' Vorraete anzulegen

alle Naturparks, Truppenuebungsplaetze, Trallala helfen nicht
immer wenn der Platz knapp wird entscheidet der Mensch, dass der Mensch wichtiger ist als die Natur *schulterzuck*

Wie recht du hast, wie deprimierend.... werde in den Garten gehen  Also nicht "yes, we can!":'(
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: fisalis am 29. Dezember 2015, 16:15:55
Zitat von: hemerocallis link=topic=[b
Link entfernt!1[/b]2548657#msg2548657 date=1451401685]
Zitat von: fisalis link=topic=[b
Link entfernt!1[/b]2548651#msg2548651 date=1451400702]
Gut, aber dann müsstest du zumindest auf der "Halbinsel Italicum" viel Wald abholzen, wie das damals die Römer vollbracht hatten.
Warum? - in der genannten Epoche gab es dort bereits Kulturlandschaft und keinen großflächigen Wald mehr.

Ja eben: heute gibt es in Italien mehr Wald als zu Zeiten von Augustus.
1min. Beitragsanzahl noch nicht erreicht
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Silvia am 29. Dezember 2015, 16:59:42
Gut, aber dann müsstest du zumindest auf der "Halbinsel Italicum" viel Wald abholzen, wie das damals die Römer vollbracht hatten.
Ansonsten stimme ich dir teilweise zu, wobei es mir v.a. darum geht, unüberbautes Land zu erhalten, wie wertvoll es denn auch immer ist. Der Siedlungs- und Strassenraum dehnt sich in den letzten Jahren zumindest hier derart rasant aus, dass es einem übel wird.
...und das obwohl die Bevölkerungszahl auf lange Sicht in Deutschland zurückgehen wird (auch mit Zuwanderung)...wozu man für immer weniger Menschen immer mehr Infrastruktur braucht (muss ja dann auch von immer weniger Bürgern geldmässig instandgehalten werden)habe ich nie so richtig kapiert.

Das trifft auf Deutschland so auch nicht zu, eher für die Schweiz. Was dort aus einsamen Alpentälern geworden ist, wissen wir ja. Mehr Einheimische wohnen dort aber auch nicht. Alles für die Touristen.

Hier in Deutschland gibt es dagegen nach wie vor eine Landflucht und es knubbelt sich um die schon vorhandenen Ballungscentren. Erst fliehen die Jungen, weil es auf dem Land keine Arbeit gibt und auch sonst nichts los ist. Und dann fliehen die Alten, weil sie nicht einsam und allein auf ihrer Scholle sterben wollen und es immer schwerer fällt, sich zu versorgen, wenn der nächste Laden 5 km weit weg ist. Das ist hier aktuell ein Problem.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: kudzu am 29. Dezember 2015, 18:14:28
Hier in Deutschland gibt es dagegen nach wie vor eine Landflucht ...
was nutzt die Landflucht der Natur, wenn die Ballungszentren schneller wachsen, als das 'Land' leer wird?
was nutzt die Landflucht der Natur, wenn Maschinen heutzutage einen einzelnen Menschen befaehigen, so viel Land zu bearbeiten wie vor 100 Jahren ein ganzer Ort nicht?
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Mediterraneus am 30. Dezember 2015, 08:25:05
Wenn die Wirtschaft abstürzt (was ja irgendwann passieren muss, ewiges Wachstum kann nicht auf Dauer..), dann ist das Land wieder begehrt.
In Spanien beispielsweise ziehen seit der Krise wieder viele aufs Land. Bauen ihre Lebensmittel wieder selbst an, altes Kulturland wird wiederbelebt. Das Leben in der Stadt kann man sich nicht mehr leisten.
Ich denke, damit müssen wir uns früher oder später auseinandersetzen. Reichtum vergeht, Hektar besteht, hat man früher schon gesagt  ;)
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Mediterraneus am 30. Dezember 2015, 08:57:30
@frühling:
Es wird einfach zu viel zubetoniert und asphaltiert und das teilweise für äusserst zweifelhafte Projekte.Wäre dies nicht der Fall müsste man nicht darüber diskutieren ob die Ansiedelung von Luchs und Wolf wichtiger ist als der Erhalt von Streuobstwiesen...nein....man könnte Beides haben (sofern sich natürlich noch Leute finden,die dies pflegen) .

Ich bin der Meinung, man kann nicht beides haben.
Wolf, Biber und Co. brauchen vor allem viel Platz, sie sind keine typischen Bewohner der Kulturlandschaften, wie wir sie hier in der Region haben, sie wurden ja eben deswegen in der Vergangenheit bekämpft.
Die Bevölkerung explodierte, für Wildnis und wilde Tiere war zunehmend kein Platz mehr da. Der Mensch machte sich die Wildnis zum Garten und hat so nebenbei völlig neue Biotope erzeugt. Im Nachhinein einzigartig und mit keinem anderen wilden Lebensraum zu vergleichen.

Die heutige Landschaft ist dermaßen zersiedelt, man kann die Menschen nicht mehr wegzaubern. Als es hierzulande noch Wölfe gab, war etwa Berlin noch ein Kaff. Wir müssen uns entscheiden, was wir wollen. Die Landschaft ist kein Zoo, wo zwischen Autobahn und Stadtgrenze mal schnell ein Wolfsrudel leben kann. Zumindest nicht, ohne vorhersehbare Konflikte mit den Menschen.

Ich rede jetzt von der kleinteiligen Landschaft in Süddeutschland. Hier ist jeder Wald bewirtschaftet, der Rest ist Ackerbau, Wiesen, Weinberge.
In einigen (fast menschenleeren) Gegenden in den neuen Bundesländern mag es anders sein, kann sein.
Da kennst du Deutschland aber schlecht!
Ich wohne ganz in der Nähe des dieses Jahr neugegründeten Nationalparks Hunsrück.Hier wird sich wohl ohne eigenes Zutun der Wolf ansiedeln.Unsere Region ist sehr dünn besiedelt.Das sieht man auch daran,dass wir wohl bundesweit die grösste Wildkatzenpopulation haben.Auch dieses Tier braucht ne Menge Platz,die es hier vorfindet.
Selbiges Terrain findet sich im Pfälzer Wald (hier wurden Luchse wieder angesiedelt)und in Teilen der Eifel (dort leben übrigens die Hälfte aller in Deutschland vorkommenden Uhus).
Man muss natrürlic dafür einen Teil des Waldes aus der Nutzung herausnehmen um solchen Tieren eine Kernzone als Rückzugsraum zu bieten.Da ist es dann auch irrelevant,wenn Wolfsgebiet mal von einer sehr wenig befahrenen Strasse tangiert wird.

Ich bin grundsätzlich sehr interessiert an Landschaften, Naturräumen, Landkarten. Deshalb hab ich mich auch mit Deutschland schon mal irgendwann beschäftigt  (zugegebenermaßen kenn ich mich aber im Osten schlecht aus :-[ )

Hunsrück, Eifel, Westerwald und wie sie alle heißen, das ist Pillepalle. Drumrum sind überall die Ballungszentren, Deutschland hat mit die größte Bevölkerungsdichte in Europa, einfach mal eine Karte zur Bevölkerungsdichte anschauen. Schau dir mal die Landkarten von Nordosteuropa, Nordasien oder Nordamerika an, wo es Wölfe gibt, da sind mal 100 km weit keine Menschenseele.

Ich komme übrigens aus einem der größten zusammenhängenden Waldgebiete Mitteleuropas. Der Spessart beherbergt auch Wildkatzen. Weite Teile sind nicht besiedelt. Trotzdem wird der Wald bewirtschaftet und die wenigen Talwiesen werden beweidet oder gemäht. Westlich ist das Rhein-Maingebiet, durchzogen ist der Spessart von einer der meistbefahrene Autobahnen Deutschlands, der A3.

Will sagen, es gibt freilich trotz großer Bevölkerungsdichte einige Inseln dazwischen, in denen weniger los ist. Aber diese Inseln sind halt recht klein und schlecht vernetzt.
In Italien gibt's auch Wölfe, Italien ist aber durchzogen vom Apennin, ein wenigbesiedeltes  Hochgebirge. Der ist übrigens 1500 km lang, vegleich mal mitm Hunsrück ;)  Dort kann sich der Wolf von Nord bis Süd ausbreiten, über den Alpenhauptkamm gibt's Verbindungen nach Spanien und Richtung Osten.

Unsere Natur-Inselchen reichen meiner Ansicht nach deshalb nur für Kleinvieh. Und von dem haben wir ja auch genug. Kümmern wir uns doch dadrum, bevor wir vom Wolf träumen. Oder womöglich noch dem Bären. Das funktioniert höchstens in den Köpfen einiger, aber letztendlich wird Mensch (viel Mensch) auf Wildnis prallen. Konflikte sind vorprogrammiert. Aber das ist ein anderes Thema. Hatten wir ja schonmal ::)
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Mediterraneus am 30. Dezember 2015, 09:22:01
Eine Möglichkeit zur Erhaltung der vorhandenen Natur, damit nicht voll O.T.:

-Ein Stückchen Land kaufen und es pflegen., bzw. sich um bereits vorhandene "Länderreien" kümmern
-Eine Patenschaft übernehmen, z.B. für ein Stückchen Magerwiese oder sich um einen Streuobstbaum kümmern

oder, für jeden leicht möglich: -Resourcen schonen, Energie sparen, nicht ständig wegwerfen und neukaufen.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: hunsbuckler am 30. Dezember 2015, 09:29:25
naja von uns bis zu den Ballungszentren isses doch schon noch ne Kante.Die nächstgrössere Stadt (mit Sicherheit kein Ballungszentrum) ist Trier mit 50 km Entfernung....bis Koblenz sinds ca. 80-90 km....und das nächstgelegenste wirkliche Ballungszentrum von uns aus ist auch das Rhein-Main-Gebiet mit ca. 130 km Entfernung.
Nein im Osten kenne auch ich mich nicht aus,gehe aber davon aus dass die Gebiete,in denen sich Wolfsrudel niedergelassen haben auch nicht geringer besiedelt sind als unsere Region.
Es werden sich wohl nie Dutzende Wolfsrudel bilden,wie in den von dir beschriebenen kanadischen oder italienischen Wäldern,aber dass sich bei uns mal ein Rudel wieder niederlässt bzw. bildet wird wohl passieren (und auch trotz aller Konflikte mit Schafsherden) geduldet werden.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Staudo am 30. Dezember 2015, 09:41:12
-Ein Stückchen Land kaufen und es pflegen., bzw. sich um bereits vorhandene "Länderreien" kümmern
-Eine Patenschaft übernehmen, z.B. für ein Stückchen Magerwiese oder sich um einen Streuobstbaum kümmern

Das halte ich für wesentlich zielführender, aber auch anstrengender als abendfüllende Diskussionen bei Rotwein.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: moreno am 30. Dezember 2015, 10:06:33
Unterricht in den Schulen, Liebe und Respekt für die Natur
Abendkursen für Erwachsene
Anwesenheitspflicht für Politiker
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Silvia am 30. Dezember 2015, 11:05:38
Hier in Deutschland gibt es dagegen nach wie vor eine Landflucht ...
was nutzt die Landflucht der Natur, wenn die Ballungszentren schneller wachsen, als das 'Land' leer wird?
was nutzt die Landflucht der Natur, wenn Maschinen heutzutage einen einzelnen Menschen befaehigen, so viel Land zu bearbeiten wie vor 100 Jahren ein ganzer Ort nicht?

Die Landflucht geschieht. Ich glaube, kaum einer, der vom Dorf in die Stadt will, macht sich Gedanken darüber, wie das auf die Natur wirkt. Der will einfach nur weg.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Krokosmian am 30. Dezember 2015, 11:11:43
Hier im MNR gibt es eine andere Entwicklung, die Umgebung, z.B. die sogenannten "Albdörfer" boomen. Weil eben dort noch bezahlbares Wohnen möglich ist. Zugegebenermaßen sind es aber vor Allem diejenigen die günstig an der Autobahn liegen.

Ironischerweise wurde vor nicht allzu langer Zeit bei Merklingen ein zugewanderter Jungwolf auf der A8 überfahren. Armes Viech :(!

Edit: "MNR" heißt "Mittlerer Neckar Raum"
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Mediterraneus am 30. Dezember 2015, 14:27:43
Hier wurde auch kürzlich ein Wolf überfahren. Östlich von Frankfurt. Einer weniger.
Wie ich sagte, viel Mensch trifft auf Wildnis, vorhersehbare Konflikte. Wölfe sollen ja mal locker 2000km laufen, auf der Suche nach einem neuen Revier.

Die ländlichen Orte in der Nähe der Autobahnen wachsen hier auch. Da besteht allerdings die Gefahr, dass das reine Schlafstätten werden. Solche Einwohner werden sich auch nicht gerade für Naturschutz, Umwelt und Kulturlandschaften interessieren. Zumindest die meisten.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: kudzu am 30. Dezember 2015, 14:38:22
Eine Möglichkeit zur Erhaltung der vorhandenen Natur, damit nicht voll O.T.:
-Ein Stückchen Land kaufen und es pflegen., bzw. sich um bereits vorhandene "Länderreien" kümmern

fast jeder hier im Forum hat ein Stueckchen Land und kuemmert sich darum
was nutzt der Natur, wenn sie zu Tode gekuemmert wird mit 97 Sorten hybriden Teerosen, exotischen Pflaenzchen die nicht in die Gegend gehoeren oder oder ...
das 'drum kuemmern' muss wohl anders aussehen



Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Mediterraneus am 30. Dezember 2015, 14:44:41
Da wir hier im "Naturpark" sind, meine ich mit "kümmern" auch dementsprechende Maßnahmen.
Teerosen meine ich eher nicht.

Hier war früher eine arme Gegend, jeder hatte nur wenig Ackerland und ein paar Wiesen zum Auskommen. Die heutigen Erben kümmert so ein Stück Land oft nicht mehr, sie sind verzogen oder sie wissen gar nicht, das es existiert. Solche Flächen verwildern oft, wenn sie nicht gepflegt werden. "Pflegen" heißt z.B. sich um alte Streuobstbäume kümmern, ab und an Auslichten, ein- bis zweimal im Jahr mähen und Aufwuchs entfernen. Das wäre z.B. in meinen Augen eine Maßnahme, wie die vorhandene Natur (=in diesem Fall Kulturlandschaft) erhalten werden kann.
Wenn die Fläche natürlich Bauland wird, ist sie verloren.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: kudzu am 30. Dezember 2015, 14:57:00
hier ist das nicht sooo viel anders,
nach der grossen Bauflaute wird jetzt mal wieder jeder Flecken verwildertes Land,
egal wie unguenstig die Topographie, planiert, eingeebnet und mit Hasenstallsiedlungen vollgeklatscht

aber ungenutztes oder ungekuemmertes Land wird hier gern von invasiven Einwanderern ueberrannt,
ihr habt ja inzwischen auch ein paar der laestigeren Sorte
soll der Mensch einschreiten oder den Dingen ihren Lauf lassen?



Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: frauenschuh am 30. Dezember 2015, 17:01:26
Dass das bei Euch alles so anders ist, kann ich kaum glauben. Das war noch der Stand vor ca. 5 oder 6 Jahren. Seitdem sind das doch Riesenschläge Ackerland geworden. Das sind nur noch einzelne Großlandwirte und gaaaanz wenige Kleine, die das zu allermeist auch nur nebenher machen. Dann kam noch eine Flurbereinigung und Oma bzw. ihre Erben nahmen hoch erfreut einen Scheck entgegen. Die Idee, dass man noch mal eben die Zeit zurück dreht und Ackerland erwirbt.... das klappt noch bei ganz geringen Bodenpunkten, Deponiegerüchten und Unland. Und davon wollte jemand eine Familie ernähren?

Dass die Menschen irgendwann zurück aufs Land wollen, glaube ich auch. Das ist allerdings dann ein anderes dörfliches Umfeld, als wie sie es aus jungen Tagen her kannten.

Was ich z.B. die absolute Veralberung finde, sind die Bilderbücher, die noch Höfe suggerieren, wo der Gockel kräht und ein Minitraktor kleine Bunde Heu rumschubst. Das... ist die Idealwelt der wenigen kleinen bäuerlichen Betriebe. Sozusagen die Stecknadeln im Heuhaufen. Habt Ihr schon mal Bilderbücher gesehen, wo die Bodenheizung für Sauen und die mit punktgenauer Navigation ausgestatteten Traktoren XXXL gezeigt werden? Daneben würde ja der kleine Bilderbuchheld mit der Lupe gesucht werden.

Patenschaft für ein Stück Magerrasen  8) Ja, das geht. Arbeitsintensiv, aber es geht.  ;D So was habe ich gewissermaßen.

Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Krokosmian am 30. Dezember 2015, 17:17:32
Hier wurde auch kürzlich ein Wolf überfahren. Östlich von Frankfurt. Einer weniger.
Wie ich sagte, viel Mensch trifft auf Wildnis, vorhersehbare Konflikte. Wölfe sollen ja mal locker 2000km laufen, auf der Suche nach einem neuen Revier.

"Einer weniger"  :-X

Konflikte mit Wildtieren gibts ja ständig, egal ob diese nun echte Wildnis oder Kulturfolger sind. Rehe fressen die Geranien von der Veranda, Marder durchbeißen Autoschläuche, der Fuchs holt die drei Hühner die man hobbymäßig hält und wegen ihm, bzw. wegen des Bandwurms will mancher keine Beeren aus dem Garten mehr essen. Wildschweine durchpflügen Felder und das Gezirpe der Grillen geht mir in lauen Sommernächten ziemlich auf den Zeiger >:(.

Dies Reihe kann man ewig lang fortsetzen, ebenso die Diskussion, wo die Grenze zum Verschmerzbaren liegt.

Ich persönlich bin der Auffassung, dass auch Platz für die ursprüngliche Natur sein muss und nicht nur für Schmetterlinge und Silberdisteln auf Wacholderheiden, nur mal so ein Beispiel. Auch um den Preis, dass der Mensch sich etwas Umstellen oder gar ein wenig Platz machen muss, will heißen, dass, genauso ein Beispiel, der eine oder andere Wanderparkplatz/Grillplatz eben nicht mehr zur Verfügung steht. Gerade das wäre ja auch für die schützenswerte Kulturlandschaft nicht unbedingt das Schlechteste!

Natürlich kann es keine flächendeckende Bären-Biber-Wolfsversorgung geben, vielfach wird es wohl wirklich nicht klappen. Ein prinzipielles "Nein" halte ich aber für verkehrt.

So, mehr schreibe ich jetzt nicht mehr dazu. Abgesehen davon, dass Ja-oder-Nein-Themen wenig konsensfreundlich sind, wird hier eh keine weltbewegende Entscheidung gefällt ;). 
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: hunsbuckler am 30. Dezember 2015, 19:14:24
es gibt schon ab und an Menschen,die aus der Stadt in die Provinz ziehen.
Deren Zahl gleicht aber nicht ansatzweise die Zahl derer aus,die es umgekehrt machen.
Und um die Menschen dann doch noch in der Region zu halten findet immer noch ein regelrechtes Wettrüsten statt,wer das neueste Neubaugebiet mit der grössten (Einheits)-Rasenfläche und Parkplatz ausweist.

Oder es kommen Menschen aus der Stadt um sich eine Zweit- oder Ferienwohnung anzuschaffen....was die Sache mit dem Flächenverbrauch noch verschlimmert....
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Mediterraneus am 05. August 2016, 08:29:44
Zu allem Überfluss könnte der Spessart ggf. nun Bayerns dritter Nationalpark werden. Nachdem es im Steigerwald nicht so geklappt hat. Dort hat man wohl nicht mit einer rebellierenden Landbevölkerung gerechnet  ;)

Gibt einen guten Artikel in der Süddeutschen, kann leider keine Links markieren von hier. Stichwort "Süddeutsche Spessart Nationalpark", da kommt man hin.

Ich weiß ja nicht. Ich habe das Gefühl, man braucht als Alibi für Landverbrauch und Umweltsünden nun irgendwelche Ausgleichsflächen, auf denen auf Biegen und Brechen alles wieder gut gemacht werden soll. Ursprüngliche Natur. Am besten mit Zoofaktor mit Biber und Wolf. Toll.
Da soll also ein "ach so schützenswertes Gebiet" (welches durch menschliche Bewirtschaftung erst so schützenswert geworden ist!) in "völlige Natur" umgewandelt werden. Man macht also was ganz anderes draus.

Sicherlich bringt das auch Vorteile, Tourismus wird angekurbelt und ein paar Arbeitsplätze mehr. Und "ich fahr mal schnell durch den Nationalpark zur Arbeit" klingt auch recht cool 8)

Obs der Natur was bringt, wage ich zu bezweifeln. Es klingt wieder mal der Tenor durch, dass nur WALD die tollste und schützenswerteste Natur überhaupt sein kann. Dabei ist es doch gar nicht der Wald, der den größten Artenreichtum in unseren Breiten hat (wenn man jetzt mal von irgendwelchem Mikrokosmos absieht).
Die meisten schützenswerten und teils einmaligen Pflanzen kommen zumindest hier (im größten Mischwald Deutschlands) gerade auf den wenigen Rodungsinseln auf mageren Streuwiesen vor. Diese Wiesen gäbe es ohne menschliche Hilfe überhaupt nicht.
Mal ganz abgesehen vom Artenreichtum der angrenzenden Kalkmagerrasen der Fränkischen Platte. Im Vergleich dazu wächst im Wald nix.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: hymenocallis am 05. August 2016, 09:00:50
Ich frage mich bei solchen Zielsetzungen immer, wie man verhindern will, daß die der 'der Natur überlassenen' Flächen von Neophyten erobert werden.
Hier regional ist das die sofortige Folge - Sommerflieder, Goldrute, drüsiges Springkraut und Co wuchern in Windeseile jede Fläche zu und sind hier so unnatürlich wie ein Maisfeld.

Abgesehen davon fehlen in Mitteleuropa die für eine funktionierende Renaturierung notwendigen großen Pflanzenfresser, die wir leider ausgerottet haben. Gäbe es noch Auerochs und Wisent (und hätten wir die Hirsche nicht in hochalpine Regionen verdrängt) wären die 'natürlichen' Wälder keine dunkeln artenarmen Karrikaturen.

LG
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Gänselieschen am 05. August 2016, 09:24:16
Ich bin seit kurzer Zeit im Nabu und bekomme ja nun auch regelmäßig diese Nabu-zeitung. Grad gestern habe ich in der Bahn mal quergelesen und ein paar Beiträge genauer. Bin recht mutlos geworden - es ist auf allen Fronten ein Kampf gegen Windmühlen. Dinge, die schon mal besser klappten, verschlechtern sich rasant. Das hat jetzt zwar nichts mit Pflanzen zu tun, aber z.B. die Wilderei in Afrika nimmt gewaltig zu. Wurden 2007 13 Nashörner gewildert - waren es 2014 1215 Nashörner. Ein sprunghafter Anstieg mit fatalen Folgen.

Beklagt wird ein Rückgang an Schmetterlingen, einige Arten sind seit Jahren nicht mehr gesehen worden. Und hier spielen z.B. die o.g. Kalkmagerflächen eine große Rolle, die immer weniger werden.

Ich habe das Heft weggelegt - eigentlich glaube ich nicht daran, dass je irgendwas vernünftiges passiert, weil es immer nur um Profit geht.

Ganz im Kleinen sorgen wir mit unseren natürlichen Gärten vielleicht ein bischen für Entspannung. Aber wenn ich mir diese ganzen modernen Gartentrends ansehe, ist auch unser Bemühen der berühmte Tropfen auf den heißen Stein.

Nein - ich sprühe grad nicht vor Optimismus.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Staudo am 05. August 2016, 09:55:56
eigentlich glaube ich nicht daran, dass je irgendwas vernünftiges passiert, weil es immer nur um Profit geht.

Ich hatte dieser Tage ein Gespräch mit einem Windradbauer, dessem Umweltplanungsbüro und einem Vertreter der Stadtverwaltung. Als Ausgleichsmaßnahme für die Errichtung einer Windkraftanlage sollen u.a. ein paar Obstbäume gepflanzt werden. Für jede größere Baumaßnahme müssen so eine Art Umweltpunkte als Ausgleich gebracht werden. Punkte gibt es u.a. für Entsiegelung von Flächen und für die Pflanzung von Bäumen und Sträuchern. Für Biotoppflege gibt es keine. Also werden mit aller Gewalt die letzten offenen Brachflächen verbuscht und Bäume gepflanzt. Die Pflege von Streuobstwiesen z.B. ist als Ausgleichsmaßnahme nicht möglich, aber die "Revitalisierung". Maßnahmen werden also erst dann angerechnet, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist. Meiner Meinung nach hat das wenig mit Pofitgier zu tun, eher etwas mit behördlichem Schwachsinn. Dabei haben die zuständigen Stellen durchaus engagierte Mitarbeiter in ihren Reihen, die das Problem kennen.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: oile am 05. August 2016, 10:18:48
Tja,  solche Erkenntnis muss dann in eine Verordnung gepackt werden,  und das ist manchmal ein steiniger Weg.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: partisanengärtner am 05. August 2016, 10:22:42
Sowas liegt wohl an der Gepflogenheit unfähige Beamte wegzuloben. Wenn sie dann irgendwann in den oberen Bereichen angekommen sind, können sie dann maximalen Schaden durch Ausführungsanweisungen oder Beiträge zur Gesetzgebung im guten Bürokratenstil anrichten.

Die fachlich guten Leute schlagen scheinbar nicht ausreichend oft eine Karriere in diese Bereiche ein, oder werden dran gehindert, da sie ja nicht geschmeidig genug in der Ausführung unsinniger Anweisungen sind. :P
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Crambe am 05. August 2016, 10:26:20
Ausgleichsmaßnahmen sind ein Witz, zumindest die, von denen ich bisher gehört habe.
In einer Nachbargemeinde werden 5 Windräder in einen Wald gebaut. Mal abgesehen davon, dass unsre Pilzsammelplätze verschwinden, wird stolz verkündet, dass für die verbrauchte Fläche in diesem Wald auf einem Feldgrundstück der Gemeinde ein "wertvoller" Eichenwald gepflanzt wird, in dem es sich dann lustwandeln lässt.  Landverbrauch ist Landverbrauch.

Und in derselben Gemeinde wurden für ein neu erschlossenes Baugebiet  90jährige Pappeln an einem Bach abgeholzt, weil sie artfremd für die Alb waren! Nein, es wurde nichts Neues gepflanzt. Das Abholzen war Ausgleich genug. Auf den Protest der Leute hin wurde zunächst nur die Hälfte der 50 Pappeln gefällt. Die andern werden dann wohl still und leise mal abgeholzt ohne Vorankündigung. Man greift sich nur noch an den Kopf!
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Gänselieschen am 05. August 2016, 10:41:39
Bei uns dürfen als Ausgleich für gefällte große Bäume Hecken gepflanzt werden - ob auch Thuja möchte ich garnicht wissen....
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Mediterraneus am 05. August 2016, 10:50:43
Die fachlich guten Leute schlagen scheinbar nicht ausreichend oft eine Karriere in diese Bereiche ein, oder werden dran gehindert, da sie ja nicht geschmeidig genug in der Ausführung unsinniger Anweisungen sind. :P

Was sind fachlich gute Leute, wer bestimmt, was gut für die Natur ist. Natur ist überall anders, was in Meck-Pomm. gut ist, gilt nicht für Ba-Wü. Was in Oberbayern Sinn macht, ist in Unterfranken fehl am Platze.

Nochmal das Beispiel Spessart:
Schon seit einigen Jahren schaltet sich Greenpeace ein (aus Hamburg glaub ich). Der Bund Naturschutz ist auch ein Beispiel.
Solche Organisationen kümmern sich meiner Meinung nach in erster Linie (und viel zuviel) um den Tierschutz. Die Tiere sind wichtig, als wölle man einen Zoo anlegen. Die Flora ist vollkommen unwichtig, dabei ist sie es, von denen die Tiere leben.
 
Dann wird wohl "Baumfällen" gleich mit Abholzen gleichgesetzt. Dabei wurden die Wälder hier schon immer bewirtschaftet und Bäume entnommen (ob das nach der momentanen angeblich nachhaltigen Wirtschaftsweise der Bayerischen Staatsforsten sinnvoll ist, sei dahingestellt, Stichwort Profit).
Das Abholzen gehört also in einem gewissen Maß dazu, zu diesem Wald.
Nein, da wird sich hingestellt und protestiert, wenn ein Baum fällt oder eine Douglasie gepflanzt wird.

Manchmal glaub ich echt, die haben überhaupt keine Ahnung von den Zusammenhängen.

Naturschutz sollte vor Ort gemacht werden, von Leuten, die in und mit der Natur aufgewachsen sind und sie gut kennen.
Dazu brauch ich auch nicht unbedingt einen lustlosen Akademiker von weit her, der nur weil er eine entsprechende Ausbildung hat, das Sagen hat. Und ein paar Jahre später wird er dann ins Wattenmeer gesetzt und gibt dort seinen Senf dazu (Es gibt auch gute und engagierte Biologen, ohne die es nicht geht, ich weiß  ;) )
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Mediterraneus am 05. August 2016, 10:57:26
Tja,  solche Erkenntnis muss dann in eine Verordnung gepackt werden,  und das ist manchmal ein steiniger Weg.

Es müsste aber eine extra Verordnung für Tüpfelhausen geben. Diese gilt dann wieder nicht für Üchtelstücht, weil die vielleicht ganz andere Vorraussetzungen haben. Ganz zu schweigen von Sanddorf, die haben Sand, da ists wieder ganz anders  ;)

Verordnungen können die vielfältigen Lebensräume nicht regeln.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Staudo am 05. August 2016, 10:57:49
Dazu brauch ich auch nicht unbedingt einen lustlosen Akademiker von weit her, der nur weil er eine entsprechende Ausbildung hat, das Sagen hat.

So einen Typen kenne ich auch aus irgendsoeinem Gartenforum. Der stöhnt mit mir gemeinsam über sinnlose Landschaftsverbuschungen und schlägt den Landwirten schon mal vor, eine Wiese, die seltene Arten beherbergt exakt so weiterzupflegen wie bisher, auch wenn daduch ein größerer Bestand einer seltenen Art gelegentlich abgemäht wird. Aber nur dadurch hat sich die Art bisher gehalten.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Mediterraneus am 05. August 2016, 11:03:42
Solang er nicht vorschlägt, einen Wald drauf anzupflanzen.... 8)
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: bristlecone am 05. August 2016, 15:59:22
Nicht nur unter den Ökos gibt es Spinner, Medi:

Wer vergiftet Kolkraben - und letztlich Seeadler - mit nicht mehr im Handel befindlichen und nicht zugelassenen Pestiziden?
(quelle)

"Nach Ansicht der Tierforscher hatte der Adler den an dem Insektizid Carbofuran verendeten Kolkraben gefressen und war dann selbst an dem Gift gestorben. Carbofuran ist ein Pflanzenschutzmittel, das vor Insekten schützen soll. Wegen seiner hohen Giftigkeit für Warmblüter ist es in Deutschland seit 2005 verboten. Die EU-Kommission hatte den Einsatz von Carbofuran 2007 verboten. Seit 2009 darf das Mittel in keinem Mitgliedsland mehr angewendet werden."
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: lerchenzorn am 05. August 2016, 16:24:26
... und die, die es auf staatlicher Ebene tun, hatten wir schon: Spanien erlaubt erwiesenermaßen für Geier tödlich giftige Entzündungshemmer in der Rinderhaltung, wenn Iran und Indien sie gerade verbieten.

Zitat
... Leute ... , die in und mit der Natur aufgewachsen sind und sie gut kennen ...
Glaubst Du wirklich, dass das einander bedingt, etwas gut zu kennen, nur weil man "nah dran" ist? Oder: Wer darf bestimmen, was es heißt, "mit der Natur" zu leben? Der, der auch bestimmen darf, wer oder was fachlich gut ist? Letztlich zählt das Ergebnis und das ist auch bei vielen, die "ganz nah dran" sind, recht bescheiden.

@staudo: Die bisher strikte Weigerung, laufende Pflege als Ausgleich oder Ersatz anzuerkennen, hat ihre vernünftige Wurzel: Wo akuter Schaden an der Natur eintritt, soll dieser funktionsgleich oder -ähnlich an anderer Stelle ausgeglichen werden. Das aber geht nur, wenn bisher in ihrer (Naturchutz-)Funktion minder wirksame Flächen in eine deutlich bessere Funktionsfähigkeit versetzt werden. Dass dieser konsequente Weg ganz langsam verlassen wird, liegt an der prekären Wirklichkeit, in der die gute Grundidee der Macht wirtschaftlicher Einzelinteressen schlicht nicht standhalten kann. Nicht aber daran, dass die Idee von Beginn an und von Grund auf  falsch gewesen wäre.
Ein bisschen Profitgier bis Gewinnstreben liegt schon in der vorherrschenden Weigerung, ausreichend große und dadurch erst wirksame Flächen für Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen zu beschaffen und in der ebenso beharrlichen Weigerung, langfristige Pflege abzusichern. Denn genau da wird es schwierig und, wenn es nicht gut vorbereitet wird, richtig teuer. Dieses Problem wird aber nicht durch "beschränkte" Behörden(mitarbeiter) verursacht.
Wenn jetzt doch A+E-Maßnahmen unter bestimmten Bedingungen zur Pflege vernachlässigter Biotope eingesetzt werden, ist auch das ein Abrücken von sinnvollen und notwendigen Grundsätzen. (Es kann im Einzelfall sinnvolle Wirkung haben.)

Im Ergebnis haben wir also einen zweifachen Rückzug des Naturschutzes: 1. Verzicht auf neue, in bessere Naturschutzwirkung gebrachte Flächen und 2. Verzicht auf die Verpflichtung von Eigentümern und Nutzern auf eine biotopgerechte Nutzung und Pflege ihrer noch wertvollen Flächen. Um den drohenden Verlust des noch vorhandenen Reichtums in 2. abzufangen, werden dann irgendwann die Mittel aus 1. dafür locker gemacht. Wer rechnen kann, sieht, dass für die Natur unterm Strich ein Minus bleibt.

Wirklich gut organisierte Flächenagenturen, die geeignete Flächen erwerben, für Maßnahmen vorbereiten und langfristig pflegen, können in der Hinsicht vieles verbessern. Inzwischen gibt es gute Beispiele, leider auch schlechte. Die schlechten sind wieder eine andere Geschichte.

Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Staudo am 05. August 2016, 22:25:21
Ich sehe es eher so, dass der Erhalt eines Biotops in seiner jetzigen Form eine eindeutige Verbesserung gegen sein vorhersehbares mittelfristiges Verschwinden ist.  ;)
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Roeschen1 am 05. August 2016, 22:55:41
Da gibte es nur eine Lösung,
auf unseren privaten Flächen möglichst viel für seltene Tiere und Pflanzen zu tun, statt Rasen eine Wiese, einheimische Stauden statt exotische, Unordnung zulassen, zB einen Reisighaufen, auch Brennesseln. Wenn man Insekten fördert, kommen automatisch Vögel. Die alten Obstwiesen pflegen.
Bienen finden inzwischen mehr Nahrung in der Stadt als in der Feldflur, das gibt einem zu denken.
Pflanzt einen Wasserdost und allerlei Insekten werden ihn besuchen.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: thuja thujon am 05. August 2016, 23:40:21
Damit retten wir aber eher die ohnehin häufigen Arten wie die unbedrohte Kohlmeise oder bereiten den Neozoen bzw Neophyten den servierten Tisch. Stadtnatur ist was ganz spezielles.

Der Lanzettblättrigen Glockenblume helfen wir dabei eher nicht.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Roeschen1 am 05. August 2016, 23:46:20
Das kommt darauf an wo du wohnst, am Stadtrand kann es sehr viele Arten geben. Bei eher dörflichen Strukturen andere Arten.
Kann ich diese Glockenblume nicht anpflanzen?
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Staudo am 06. August 2016, 07:48:38
Natürlich. "Wir" müssen uns nur einig sein, was "wir" wollen. Wollen "wir" die traditionellen, artenreichen Streuobst- und Magerwiesen müssen "wir" uns darum kümmern. Den Eigentümer per Verordnung dazu zu verdonnern ist hochgradig unfair und wird nicht klappen.  ;)
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Chica am 06. August 2016, 08:21:55

Zitat
... Leute ... , die in und mit der Natur aufgewachsen sind und sie gut kennen ...
Glaubst Du wirklich, dass das einander bedingt, etwas gut zu kennen, nur weil man "nah dran" ist?


Hier im Ort sind es zu meinem Entsetzen die "alten Bauern", also Menschen, die seit Generationen hier leben, die in ihren Gärten die meisten Pflanzenschutzmittel, Glyphosat und Blaukorn in Mengen verwenden. "In der Natur" aufgewachsen zu sein scheint hier eher kontraproduktiv zu wirken  :-\. Die ehemaligen Städter  in meiner Straße gehen mit ihrem gekauften Stück Land sehr viel vorsichtiger um.

Da gibte es nur eine Lösung,
auf unseren privaten Flächen möglichst viel für seltene Tiere und Pflanzen zu tun, statt Rasen eine Wiese, einheimische Stauden statt exotische, Unordnung zulassen, zB einen Reisighaufen, auch Brennesseln. Wenn man Insekten fördert, kommen automatisch Vögel. Die alten Obstwiesen pflegen.
Bienen finden inzwischen mehr Nahrung in der Stadt als in der Feldflur, das gibt einem zu denken.
Pflanzt einen Wasserdost und allerlei Insekten werden ihn besuchen.

Die Gesamtfläche der einzelnen Gärten in privater Hand ist in Deutschland größer als die aller Naturschutzflächen zusammen. "Wir" halten da ein riesiges Potenzial, eine riesige Verantwortung in Händen! Ich kann Veränderung immer nur bei mir selbst beginnen.

Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: bristlecone am 06. August 2016, 09:18:22
Menschen, die auf dem Land leben und dort Land nutzen, sind in erster Linie Landnutzer und nicht Natürschützer.

Die Gesamtfläche der einzelnen Gärten in privater Hand ist in Deutschland größer als die aller Naturschutzflächen zusammen. "Wir" halten da ein riesiges Potenzial, eine riesige Verantwortung in Händen! Ich kann Veränderung immer nur bei mir selbst beginnen.

Diese Rechnung wird immer mal wieder aufgemacht.
Sie übersieht, dass die allermeisten Lebensräume und darin lebende Arten nicht in Gärten geschützt werden können, schon gar nicht die am meisten bedrohten: Magerrasen, Dünen, nährstoffarme Moore, Gewässer z.B., um  nur mal besondere Beispiele zu nennen. Aber auch gewöhnlichere Lebensräume mit ihren Arten lassen sich so nicht effektiv schützen.

Ganz abgesehen davon, selbst wenn es ginge, würden wir damit riesige Freilichtmuseen schaffen, nicht natürliche Lebensräume (von denen manche ihre Existenz durchaus menschlicher Aktivität verdanken können). Wollen "wir" das?
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Schantalle am 06. August 2016, 10:15:18
Ich kann Veränderung immer nur bei mir selbst beginnen.

Diese Rechnung wird immer mal wieder aufgemacht.
Sie übersieht, dass die allermeisten Lebensräume und darin lebende Arten nicht in Gärten geschützt werden können, schon gar nicht die am meisten bedrohten [...]

Nur ein Aspekt als Ergänzung: Die einzige Veränderung, die unter günstigen Umständen im eigenen Garten / Landstück beginnen kann, ist eine wachsende Sensibilisierung für das Thema. Völlig egal, ob man ein Landnutzer (schönes Wort) oder ehemaliger Fan von Steinhaufen-Vorgarten ist. Gegen Y-Trasse durch Lüneburger Heide sind auch ganz normale Häuschen-Besitzer auf die Barrikaden gegangen.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Chica am 06. August 2016, 10:48:30

Die Gesamtfläche der einzelnen Gärten in privater Hand ist in Deutschland größer als die aller Naturschutzflächen zusammen. "Wir" halten da ein riesiges Potenzial, eine riesige Verantwortung in Händen! Ich kann Veränderung immer nur bei mir selbst beginnen.

Diese Rechnung wird immer mal wieder aufgemacht.
Sie übersieht, dass die allermeisten Lebensräume und darin lebende Arten nicht in Gärten geschützt werden können, schon gar nicht die am meisten bedrohten: Magerrasen, Dünen, nährstoffarme Moore, Gewässer z.B., um  nur mal besondere Beispiele zu nennen. Aber auch gewöhnlichere Lebensräume mit ihren Arten lassen sich so nicht effektiv schützen.


Es ist nicht so, dass diese Tatsache übersehen wird, den wirklichen Fachleuten wie Herrn Dr. Paul Westrich oder auch Reinhard Witt ist das durchaus klar. Es ist aber immer noch besser, das zu tun, was im eigenen Einflussbereich liegt, als nur dazusitzen und über das Elend zu lamentieren. Und bitte  >:(, mein Garten ist k e i n Freilichtmuseum, nur weil hier auch Wildkräuter wachsen und sehr viel mehr Wildtiere Lebensraum finden als im klassischen "Baumarktgarten" oder in der "Shäng- Pfui- Wüste"  :-*. Natürlich muss jeder für sich entscheiden, ob er sich mit summenden Bienen und flatternden Schmetterlingen im eigenen Garten wohler fühlt als ohne "Ungeziefer". Da gehen die Empfindungen weit auseinander.

edit: was für ein Wortgebilde diese Wüste  ::)
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: pearl am 06. August 2016, 12:19:04
schön gesagt, Chica. Gegen Freilichtmuseen und parkartige Landschaften, in denen einige der Tiere und Pflanzen geschützt vor Übergriffen überleben könne, habe ich gar nichts. Die Idee von "unberührter Natur" die zu erhalten sei, ist sowieso gegessen. Ein wirksamer Schutz von Natur geht nur über sowas wie National Trust. Extrem hohe Grundsteuern und Abtreten von Grundbesitz an eine Treuhandgesellschaft mit nachhaltigen und sozialen Grundsätzen. Leider fühlen sich deutsche Grundherren im Allgemeinen nicht an das Grundgesetz gebunden. "Eigentum verpflichtet" ist Schall und Rauch für unsere grundbesitzenden Adelshäuser. Es gibt hier keine Gartentradition dieser mittelalterlichen Gesellschaftsklasse wie das in England der Fall ist. Die Mainau ist ein klägliches Beispiel.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Natternkopf am 06. August 2016, 12:51:38
Salü pearl


Die Mainau ist ein klägliches Beispiel.

Wie ist das gemeint bzw. zu verstehen.
Mir fehlt Wissen dazu deshalb meine Frage.

LG Natternkopf
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Staudo am 06. August 2016, 13:11:34
Am schlimmsten sind solche Leute wie frauenschuh, die einfach etwas tun und das auch noch ohne aufs Geld oder die Uhr zu schauen.  >:(
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Lehm am 06. August 2016, 13:38:00
Diese Rechnung wird immer mal wieder aufgemacht.
Sie übersieht, dass die allermeisten Lebensräume und darin lebende Arten nicht in Gärten geschützt werden können, schon gar nicht die am meisten bedrohten: Magerrasen, Dünen, nährstoffarme Moore, Gewässer z.B., um  nur mal besondere Beispiele zu nennen. Aber auch gewöhnlichere Lebensräume mit ihren Arten lassen sich so nicht effektiv schützen.

Nun, nicht ganz kleine Naturgärten dienen immerhin als Inseln, z.B. für Vögel, die dort Nahrung und Nistmöglichkeiten finden, für Insekten und viele Tiere mehr. Auch kleine Wildpflanzenecken in Gärten bringen Samen hervor, die an anderen geeigneten Standorten dazu beitragen, dass gewisse Pflanzen erhalten bleiben. Daher finde ich deine Einschätzung zu negativ.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Chica am 06. August 2016, 15:47:42
Ja Lehm und 40 Tagfalterarten von 190 in Deutschland vorkommenden und 8 Wildbienenarten in 5 Monaten, die im neuen Wildbienenhaus nisten und das bisher nur in waagerechten Röhrchen sind auf alle Fälle mehr als 0 Tagfalterarten und 0 Wildbienenarten im benachbarten Baumarktgarten, bristle  ;)  :D.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: oile am 07. August 2016, 11:51:52
Viele Tagfalter sind bei Dir, Chica, weil sie überhaupt noch in Deiner Gegend vorkommen.  Da aber längst nicht alle Wanderfalter sind,  benötigen sie auch Korridore mit guten Bedingungen für Falter und Raupe, um von einem "Paradies" ins andere zu gelangen. Für Wildbienen gilt wahrscheinlich ähnliches.
So ein Garten wie Deiner wäre eins der Paradiese
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: pearl am 07. August 2016, 12:46:27
solche Korridore werden gerade für Wildkatzen eingerichtet. Die Vernetzung unserer Naturräume ist ein EU und UN Auf- und Vertrag. Deutschland ist am langsamsten mit der Verwirklichung. Das Wildkatzending ist eine private Initiative und musste wohl Verwaltungsgedöhns überwinden. Genauso wie die freiwilligen Helfer der Vertriebenen.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Roeschen1 am 07. August 2016, 16:19:01
Wir können etwas tun...
für viele Arten können wir Trittsteine bieten...
alle Arten können wir nicht schützen... wir leben ja nicht im Moor... :)
aber steter Tropfen höhlt den Stein...
es gibt Gemeinden, die Blumenwiesen im Dorf anlegen, statt früher Cotoneaster...
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: bristlecone am 08. August 2016, 13:20:04
Bei einem solchen komplexen Thema, wie es in diesem Artikel: "Eine Welt ist nicht genug" angesprochen wird, ist es kaum zu vermeiden, dass einige Punkte arg vereinfacht rüberkommen. Aber der Artikel spricht einen wichtigen Punkt an, was die langfristige Veränderung unserer Natur angeht: die Überdüngung durch Stickstoff.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Mediterraneus am 08. August 2016, 13:58:34
Menschen, die auf dem Land leben und dort Land nutzen, sind in erster Linie Landnutzer und nicht Natürschützer.


Landnutzer sind die Grundlage/Ursache für Kulturlandschaften.
Und meiner Meinung nach, in unserer kleinräumigen Landschaft hier, sind es hauptsächlich die Landnutzer, die hier witzigerweise nachhaltigen Naturschutz betreiben. Bzw. die Strukturen erhalten:
kleine Winzer, die Weinbergsmauern erhalten, und Wege
private Viehhalter, die Wiesen mähen oder ihre 5 Schafe weiden lassen
Apfelweintrinker, die ihre 5 Bäume auf dem Acker pflegen und beernten, auch neue Hochstämme nachpflanzen
private Waldbesitzer, die Bäume entnehmen und  nachpflanzen und den zugewucherten Pfad im Wald freimähen
...

Das sind alles Landnutzer.

Wenn ich mir jetzt dagegen überlege, was die Naturschützer so machen?
Ein Biberprojekt. Talwiesen werden überschwemmt, Obstbäume gefällt. Es gibt eine Biberplattform zur Info. Jeder weiß jetzt, dass es den Biber braucht. Unbedingt!
Irgendein Biotop im Wald wurde angelegt, ein See gegraben. Wird sich selbst überlassen. Naja, ein paar Molche mehr.
Streuobstwiesen wurden angelegt. Pflanzabstand der Bäume grad wenige Meter. Das wird ein Wald werden.

Letztendlich ist aber kein einziger dieser Naturschützer bereit, längerfristig selbst Hand anzulegen und beim Landschaftsschutz mitzuhelfen. Ich habe den Eindruck, da geht's nur um ein kurzfristiges Projekt.


Nachhaltiger sind da in meinen Augen die Landnutzer, vor allem die, die ihr Land besitzen und es nicht verkommen lassen wollen, der Nachwelt erhalten wollen. Diejenigen, die das Land, so wie es ist, zu schätzen und schützen wissen.
Ich habe die Bauern als Haupt-Landnutzer mal weggelassen. Da gibt's solche und solche und dann halt die Landausbeuter. Das ist eine andere Sache.


Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Chica am 08. August 2016, 19:11:53
Viele Tagfalter sind bei Dir, Chica, weil sie überhaupt noch in Deiner Gegend vorkommen.  Da aber längst nicht alle Wanderfalter sind,  benötigen sie auch Korridore mit guten Bedingungen für Falter und Raupe, um von einem "Paradies" ins andere zu gelangen. Für Wildbienen gilt wahrscheinlich ähnliches.
So ein Garten wie Deiner wäre eins der Paradiese

Ja, genau so meine ich das. Wenn nur zwischendrin ein paar Gärten naturnah gestaltet werden, dann ergeben sich Korridore und Schmetterlinge können größere Strecken überwinden! Dein Garten ist ja auch eins dieser Paradiese, nur dazwischen brauchen wir hier noch ein paar  8). Bei Wildbienen ist die Sache noch klarer. Da kann man sich ein paar entsprechende Arten direkt im Garten halten. Die haben je nach Art nur einen Flugradius von 50 bis 300 Metern  :o. In diesem Umkreis müssen Nistplätze und Pollenplätze vorhanden sein.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Mediterraneus am 09. August 2016, 11:26:21
Im Garten kann man schon viel machen, stimmt.
Doch mehr als eine Oase kann das dann nicht sein, es sei denn, viele machen mit.

Grundproblem ist der zunehmend fehlende Bezug von Otto-Normal zur Natur, bzw. zu unserer Kulturlandschaft. Viele verwechseln ja bereits das.
Und irgendwie müsste aus den Köpfen raus, dass nur "Wald" mit "Zootieren" DIE schützenswerte Natur darstellt.
Denn Wald kommt in unseren Breiten von ganz alleine, ganz ohne dass man was macht.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Melisende am 09. August 2016, 11:54:36
Die Gärten bei uns in der Nachbarschaft sind sich in dieser Jahreszeit alle ziemlich ähnlich. Entweder eine ungepflegte Rasenfläche mit ein paar Büschen am Rand oder eine gepflegte Rasenfläche mit Büschen und/oder Rosen am Rand oder nur eine Rasenfläche ohne alles. Ein Grundstück ist komplett zugepflastert.

Und ich wundere mich, warum es hier keine Schmetterlinge gibt (außer Kohlweißlinge und vier Nachtfalterarten). 
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Alva am 09. August 2016, 13:22:37
Mehr Dächer begrünen, um der Bodenversiegelung etwas entgegenzusetzen. In Wien zum Beispiel, könnte man 42 Prozent der Dächer begrünen. Rein theoretisch. In vielen Städten und Gemeinden gibt's dafür Förderung.

Bei mir am Gründach - mitten in der Stadt - gibt's vier Tagfalterarten (Tagpfauenauge, Admiral, kleiner Fuchs, Kohlweißling) und mehrere Nachtfalter, darunter das gefährdete Wiener Nachtpfauenauge. Letzteres sollte laut offiziellem Schmetterlingskataster nur am Stadtrand vorkommen, aber den zwei Weichselbäumen konnte es dann doch nicht widerstehen  ;)
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Waldmeisterin am 09. August 2016, 13:36:58
irgendwie haben bei uns auch alle möglichen Nachbarn einen Rappel gekriegt. Hinter unserem Haus und vier, fünf Nachbarshäusern (Blockrandbebauung) herrschte ein einziger grüner Klumpen vor. Dann wurde mächtig beräumt, jetzt kann ich durch mindestens drei Gärten/Hinterhöfe durchgucken.
Aber selbst ich, die ich ziemlich behutsam vorgegangen bin und viel Altbestand stehen hab lassen, muss sagen, dass ich jetzt deutlich weniger Vögel im Garten habe, bei den Nachbarn, die auf Kahlschlag, Rasen und Koniferen gesetzt haben, erst recht  :(
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Frühling am 09. August 2016, 22:05:21
Wollte euch das folgende erzaehlen, weil ich nicht weiss ob man lachen oder weinen sollte,: wir haben ein Stueckchen Land, das zu einem kleinen Naturpark gehoert und wir tun alles um die Richtlinien einzuhalten. Vor ein paar Tagen bekamen wir ein Schreiben von der Gemeinde (etwa 1000 Einwohner!), das uns informierte, dass auf unserer Parcelle Solidago canadensis gesichtet wurde und dass es wichtig waere ihn zu entfernen, da er eine Gefahr fuer einheimische Pflanzen ist. Natuerlich haben wir ihn gesucht, gefunden und ins Jenseits befoerdert und waren froh "etwas fuer die Natur" getan zu haben.  ABER, was mich traurig stimmt ist, dass seit Jahren, obwohl die Feuchtwiesen ringsherum geschuetzt sind, die Landwirte ihren Mist, paar Meter davon entfernt,lagern (wenigstens 100 Meter lange Haufen) und der "Saft rinnt in die schoenen Feuchtwiesen! Ich glaube eher, dass die Landwirte geschuetzt sind und die Wiesen nicht besonders. Und deshalb glaube ich nicht, dass die paar Solidagos einen grossen Unterschied machen. Wie seht ihr das??  Ich sehe, dass man auf hoeherer Ebene versucht die Natur zu schuetzen, einige Dinge werden in die Wege geleitet, aber es ist wie ein Orchester ohne Dirigent!
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Staudo am 09. August 2016, 22:06:57
Bei den Bauern gilt mitunter, dass Frechheit siegt.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Waldmeisterin am 09. August 2016, 22:14:28
nicht nur bei den Bauern  :(
Wir kriegen Post vom Denkmalamt, dass wir unsere Haustür unerlaubterweise grün gestrichen haben, die wäre doch ursprünglich braun gewesen, aber die letzten denkmalgeschützten Dorf-Häuschen werden an irgendwelche Investoren verkauft, sind schwubs über Nacht zusammengebrochen und irgendwann stehen da Mehrfamilienhäuser mit hochwertigen Eigentumswohnungen  :'(
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: dmks am 09. August 2016, 22:27:55
Wollte euch das folgende erzaehlen, weil ich nicht weiss ob man lachen oder weinen sollte,: wir haben ein Stueckchen Land, das zu einem kleinen Naturpark gehoert und wir tun alles um die Richtlinien einzuhalten. Vor ein paar Tagen bekamen wir ein Schreiben von der Gemeinde (etwa 1000 Einwohner!), das uns informierte, dass auf unserer Parcelle Solidago canadensis gesichtet wurde und dass es wichtig waere ihn zu entfernen, da er eine Gefahr fuer einheimische Pflanzen ist. Natuerlich haben wir ihn gesucht, gefunden und ins Jenseits befoerdert und waren froh "etwas fuer die Natur" getan zu haben.  ABER, was mich traurig stimmt ist, dass seit Jahren, obwohl die Feuchtwiesen ringsherum geschuetzt sind, die Landwirte ihren Mist, paar Meter davon entfernt,lagern (wenigstens 100 Meter lange Haufen) und der "Saft rinnt in die schoenen Feuchtwiesen! Ich glaube eher, dass die Landwirte geschuetzt sind und die Wiesen nicht besonders. Und deshalb glaube ich nicht, dass die paar Solidagos einen grossen Unterschied machen. Wie seht ihr das??  Ich sehe, dass man auf hoeherer Ebene versucht die Natur zu schuetzen, einige Dinge werden in die Wege geleitet, aber es ist wie ein Orchester ohne Dirigent!

Hast Du davon ein Foto?
Das würde nämlich dem hier enorm wiedersprechen:
http://www.bauernverband-uer.de/uploads/media/Feldrandlag.Mist.pdf
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Frühling am 10. August 2016, 08:03:34
Wollte euch das folgende erzaehlen, weil ich nicht weiss ob man lachen oder weinen sollte,: wir haben ein Stueckchen Land, das zu einem kleinen Naturpark gehoert und wir tun alles um die Richtlinien einzuhalten. Vor ein paar Tagen bekamen wir ein Schreiben von der Gemeinde (etwa 1000 Einwohner!), das uns informierte, dass auf unserer Parcelle Solidago canadensis gesichtet wurde und dass es wichtig waere ihn zu entfernen, da er eine Gefahr fuer einheimische Pflanzen ist. Natuerlich haben wir ihn gesucht, gefunden und ins Jenseits befoerdert und waren froh "etwas fuer die Natur" getan zu haben.  ABER, was mich traurig stimmt ist, dass seit Jahren, obwohl die Feuchtwiesen ringsherum geschuetzt sind, die Landwirte ihren Mist, paar Meter davon entfernt,lagern (wenigstens 100 Meter lange Haufen) und der "Saft rinnt in die schoenen Feuchtwiesen! Ich glaube eher, dass die Landwirte geschuetzt sind und die Wiesen nicht besonders. Und deshalb glaube ich nicht, dass die paar Solidagos einen grossen Unterschied machen. Wie seht ihr das??  Ich sehe, dass man auf hoeherer Ebene versucht die Natur zu schuetzen, einige Dinge werden in die Wege geleitet, aber es ist wie ein Orchester ohne Dirigent!

Hast Du davon ein Foto?
Das würde nämlich dem hier enorm wiedersprechen:
http://www.bauernverband-uer.de/uploads/media/Feldrandlag.Mist.pdf

Danke fuer den Link mit den genauen Erklaerungen was und was man nicht machen duerfte, selbst wenn es nicht hier (Frankreich)  so gemacht wird.  Ich werde ein Foto machen.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Mediterraneus am 10. August 2016, 08:36:53
Vielleicht haben die Bauern ja auch Post bekommen ::)
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Frühling am 10. August 2016, 08:54:54
Ja, vielleicht... ist wahrscheinlich verloren gegangen......
In der "Convention", die wir fuer fuer einen Teil unseres Grundstuecks unterschrieben haben, wurde in der Beschreibung dieses Biotops das obrige Problem ganz ganz schuechtern angesprochen, mit dem Resultat dass sich nichts geaendert hat. Ich glaube, der sogenannte Naturschutz wird sich hier auf Solidago canadensis beschraenken!. Ist doch viel einfacher ::)
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: hymenocallis am 10. August 2016, 09:16:50
Im Garten kann man schon viel machen, stimmt.
Doch mehr als eine Oase kann das dann nicht sein, es sei denn, viele machen mit.

Grundproblem ist der zunehmend fehlende Bezug von Otto-Normal zur Natur, bzw. zu unserer Kulturlandschaft. Viele verwechseln ja bereits das.

Da bin ich ganz Deiner Meinung, aber wenn man den Garten konsequent 'renaturieren' will, steht er dem Besitzer nicht mehr als Lebensraum zur Verfügung. Schon eine simple Blumenwiese kann man nicht mehr ganzjährig betreten/beleben/bewohnen.

Hätte ich mehrere tausend Quadratmeter Latifundien, würde ich einen Teil davon liebend gerne naturnah gestalten - bei den schlappen vierhundert Quadratmetern, die man hier im Schnitt rund ums Haus hat, sieht das ganz anders aus. Kinder wollen im Garten spielen (brauchen Wiese und Schaukel und vielleicht ein Plantschbecken oder Trampolin), man selbst möchte sich in Ruhe an einem Schattenplatz in die Wiese legen können, Gartenparties und Grillabende brauchen Bewegungsfläche (Bierzeltgarnituren stehen schlecht auf sensengemähter 'Unkrautwiese'), ein kleiner Gemüsegarten und ein wenig Beerenobst zur zumindest teilweisen Deckung des Eigenbedarfs ist auch fein und irgendwie muß man auch rund ums Haus gehen können.

Warum soll man also Grundstücksfläche, die man (hier um ein Heidengeld pro Quadratmeter) gekauft hat, um sie selbst zu benutzen/bewohnen/dort Nahrung zu gewinnen aufgeben? Schmetterlinge und Wildbienen hab ich auch so genug, ebenso Igel, Kröten, Ringelnattern und Blindschleichen - aber das sind Kulturfolger, vorausgesetzt man bietet genug Vielfalt (nebenbei sind sie hier regional auch nicht bedroht).

Gärten als 'Naturreservate' halte ich für unrealistischen Idealismus - auch wenn es sehr sympathisch klingt.

LG

Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: bristlecone am 10. August 2016, 09:21:53
Schmetterlinge und Wildbienen hab ich auch so genug, ebenso Igel, Kröten, Ringelnattern und Blindschleichen - aber das sind Kulturfolger, vorausgesetzt man bietet genug Vielfalt (nebenbei sind sie hier regional auch nicht bedroht).

Gärten als 'Naturreservate' halte ich für unrealistischen Idealismus - auch wenn es sehr sympathisch klingt.

LG

Du sprichst da einen wichtigen Punkt an: "Kulturfolger". Diese Tiere und Pflanzen (und, meist vollkommen unerwünscht, aber selten sichtbar: Pilze) kann man in vielen Gärten fördern, und dagegen ist ja auch gar nichts einzuwenden. Die praktische Bedeutung von Gärten für den Naturschutz im Hinblick auf den Erhalt seltener Fauna und Flora und entsprechender Lebensräume ist aber sehr bescheiden.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Amur am 10. August 2016, 09:26:44
Ist halt wie Vögel füttern. Man hilft keiner bedrohten Art, aber man hat Freude an den Piepmätzen die kommen.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: hymenocallis am 10. August 2016, 09:33:57
Ist halt wie Vögel füttern. Man hilft keiner bedrohten Art, aber man hat Freude an den Piepmätzen die kommen.

Ist wie Rehe füttern - man erhält eine unnatürlich hohe Populationsdichte, die ansonsten im Winter natürlich einbrechen würde.
Hier kommen die Wildvögel im Winter aus dem Auwald in die Gärten - ist toll zu beobachten (Kohlmeisen und Spatzen gibt es aber auch zuhauf) - und verschwinden sofort wieder dorthin, sobald es dort wieder genug Futter gibt. Im Sommer haben die alle Besseres zu tun, als hier im Garten Schädlinge zu fangen (Nistkästen werden nicht angenommen - auch, weil sie immer sofort von Hornissenköniginnen bezogen werden). 
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Sternrenette am 10. August 2016, 09:44:20
Es gibt hier keinen Urwald o ä.

Im Fernsehen kam vor langer Zeit mal ein schöner Bericht über die diversen Viehweiden und ihre jeweilige kleine Welt: Schweinesuhlen, Gänseweiden, Kuhweiden. Überall gibts spezielle Pflanzen, die jeweils bestimmte Insekten anlocken.

Was spricht dagegen? Was ist daran minderwertig?

In meinem Garten werden die Nistkästen angenommen. Hornissen wären mir auch willkommen. Es gibt am Ortsrand Bunt- und Grünspechte, die auch meinen Garten mit besiedeln. Gerade tobt eine Horde Spatzen im Jonathan rum und sucht vermutlich Insekten. Im Walnussbaum brüten jedes Jahr verschiedene Vogelarten. Ich freu mich drüber, egal ob selten oder nicht.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Ute am 10. August 2016, 10:25:50
Als wir vor noch nicht ganz einem Jahr unser Haus kauften, gab es im Garten nur Rasen,Obstbäume und div.Bodendecker.
Während wir unseren alten Garten hier her umsiedelten flogen hin und wieder mal ein paar Schmetterlinge hier durch, es gab ja auch nichts wo sie hätten mal Halt machen können.Auch als all die seltenen und tollen Exotischen Pflanzen hier ankamen, setzte sich kaum ein Schmetterling auf die schön aussehenden Blumen. Das fiel mir bisher nie so auf, weil dort wo der alte Garten war, gab es kaum noch Schmetterlinge. Das mußte sich ändern und mein ganzes Denken hat sich inzwischen geändert.
Wir sind nun dabei den Garten so Insektengerecht wie nur möglich zu gestalten, in dem auch jede Menge Vögel ihren Platz haben. Das macht schon was Arbeit,denn eine Kalkmagerwiese anzulegen heißt hier Bodenaustausch. Der Erfolg stellt sich aber recht schnell ein wenn die Falter anfangen Eier abzulegen und man die Raupen beobachten kann.
In all den Beeten sind jeweils Raupenfutterpflanzen mit integriert, Faulbaum ,Salweide haben ebenso ihren Platz gefunden.
Über jeden Neuankömmling freuen wir uns,..denn dann haben wir wohl irgend etwas richtig gemacht.
Das dollste aber ist,..wenn wir Besuch bekommen sitzen alle genau vor der Blumenwiese weil da echt was los ist!

Wenn man mal den Ernst der Lage begriffen hat, dann kommt vielleicht auch ein anderes denken.Es gibt ca. 170 Tagfalterarten bei uns in Deutschland ,davon sind die meißten bedroht. Unser Shoppingwahn und Baudrang,das Überangebot an Lebensmitteln, die Vernichtung von Lebensraum Stück für Stück,die Hochleistungsäcker in denen kein Unkräutchen wachsen darf und so vieles mehr, ..da haben Insekten keinen Platz mehr.Die meißten Gärten haben nur noch gemähte Rasenflächen,Thujahecken und ein paar Rosen oder gleich alles mit Steinen aufgefüllt + Pon Pon mittendrin...sieht ja "gepflegt aus"!
Da versteht es sich von selbst das ich wenigstens auf der heimischen Scholle ein klein wenig Platz anbiete wo sich Falter und Co "zu hause" fühlen darf. All unsere Gärten zusammen genommen könnten so viel bewirken und sind viel größer als alle Naturschutzgebiete. Das wäre also mehr wie eine nur Oase.
Auch in jedem noch so kleinem Garten lassen sich ein paar qm úngemähte Wildnis integrieren..und wir wären schon ein ganzes Stück weiter.

Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Knusperhäuschen am 10. August 2016, 11:25:53
Ausgleichsmaßnahmen sind ein Witz, zumindest die, von denen ich bisher gehört habe.
In einer Nachbargemeinde werden 5 Windräder in einen Wald gebaut. Mal abgesehen davon, dass unsre Pilzsammelplätze verschwinden, wird stolz verkündet, dass für die verbrauchte Fläche in diesem Wald auf einem Feldgrundstück der Gemeinde ein "wertvoller" Eichenwald gepflanzt wird, in dem es sich dann lustwandeln lässt.  Landverbrauch ist Landverbrauch.

Und in derselben Gemeinde wurden für ein neu erschlossenes Baugebiet  90jährige Pappeln an einem Bach abgeholzt, weil sie artfremd für die Alb waren! Nein, es wurde nichts Neues gepflanzt. Das Abholzen war Ausgleich genug. Auf den Protest der Leute hin wurde zunächst nur die Hälfte der 50 Pappeln gefällt. Die andern werden dann wohl still und leise mal abgeholzt ohne Vorankündigung. Man greift sich nur noch an den Kopf!
Ja, Crambe, kann dir nur zustimmen. Du weisst ja, dass wir seit über drei Jahren auch einen sprichwörtlichen "Kampf gegen Windmühlen" im Wald im Herzen des Naturparks führen. Bisher durchaus nicht erfolglos, ein spektakuläres Finale kündigt sich gerade an. U.a. war hier die Abholzung von altem Eichenwald (ohne Ziehen der Stubben) aus bautechnischen Gründen vorgesehen. Das Ganze sollte dann mit Ökopunkten auf der Guthaben-Seite bedacht werden, da man damit ja eine "historische Waldnutzungsform" wiederherstellen würde, wie in Zeiten, in denen man hier irgendwann mal Eichenlohe gewonnen hat. Alles eine Frage der Interpretation. Dass die alte Buche mit einem mächtigen Mäusebussardhorst, für den eine Ausnahmegenehmigung nach dem BNatSchG beantragt werden musste, plötzlich mit Fällsymbol versehen war, war sicher nur ein Zufall. Wir konnten die Fällung verhindern, Gott sei Dank. Außerdem fliegt hier kein einziger Vogel über das Planungsgebiet, alle nur außenrum, Rotmilane, Schwarzstörche, alle. Und über dreihundert Rotmilane auf dem Zug ins Winterquartier an einem Tag übers Planungsgebiet sind doch nebensächlich, selbst der vom Projektierer bezahlte Gutachter hat im Jahr vorher über 200 gezählt. Und der Kranichzug hier findet 17km weiter nördlich statt, komisch, dass mich hier im Forum mal ein Otwin Franz dazu animiert hat, Kranichmelder zu werden. Ach, das ist nur der Bodensatz, ihr glaubt nicht, wie der Naturschutz im wahrsten Sinne des Wortes "unter die Räder" gerät.... 
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Melisende am 10. August 2016, 11:59:06
Hallo, Ute,

ein erfreulicher Beitrag von Dir.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: hymenocallis am 10. August 2016, 12:20:28
Auch in jedem noch so kleinem Garten lassen sich ein paar qm úngemähte Wildnis integrieren..und wir wären schon ein ganzes Stück weiter.
Ein paar Quadratmeter ungemähte Wildnis ist hier ratzfatz voller Solidago und Drüsigem Springkraut - das Gegenteil von natürlich.  :-[

Deine Theorie klingt wirklich idyllisch - geht allerdings an der Realität vorbei. Wir beobachten gerade mit Grausen, daß der Feldhasenbestand rapide zurückgeht, weil die umliegenden Felder immer stärker verbaut werden. Dagegen hilft leider keine Blumenwiese im Hausgarten.

PS: Wir haben viele Schmetterlinge im Garten und keine ungemähte Blumenwiese - verglichen mit Deutschland läuft hier die Landwirtschaft aber noch vergleichsweise altmodisch (viel Nebenerwerb, kleine Äcker, viel Bio-Anbau etc.).
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: pearl am 10. August 2016, 12:30:28
... ihr glaubt nicht, wie der Naturschutz im wahrsten Sinne des Wortes "unter die Räder" gerät....


ein erfreulicher Beitrag von Dir.

da fällt mir Hagen Rether ein: "... wir brauchen eine Ökodiktatur!"
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Mediterraneus am 10. August 2016, 13:27:38
...Wir sind nun dabei den Garten so Insektengerecht wie nur möglich zu gestalten, in dem auch jede Menge Vögel ihren Platz haben. Das macht schon was Arbeit,denn eine Kalkmagerwiese anzulegen heißt hier Bodenaustausch. ...


Das ist ja echt erfreulich  :D

Im Großen und Ganzen muss es aber gar nicht so naturnah sein. Einen richtigen Kalkmagerrasen anzulegen und vor allem zu erhalten ist schon eine größere gärtnerische Kunst und sehr aufwändig. (Sieht wild aus, hats aber in sich! )
 Man braucht auch keine "Wildnis", um einen Garten insektenfreundlich zu gestalten.

Oft reicht es schon, wenn man überhaupt Staudenbeete anlegt und überhaupt Blüten anbietet. Bei Rosen einfach die offen abblühenden (einfachen, halbgefüllten) Sorten nehmen. Diese bilden oft auch Hagebutten für Vögel. So hat man Insekten und Vögel gefördert.
Indem man in Staudenbeete Doldenblütler (Z.B. der ordinäre Fenchel oder Elsässer Haarstrang) einbaut, zieht man eine ganze Horde von Bienen, Hummeln und Schwebfliegen an.
Einen Hang kann man mit einer trocken aufgeschichteten Mauer abfangen, in dieser Mauer in den Ritzen siedeln sich Eidechsen und wärmeliebende Insekten an.
Auch für Blütenangebot in der kalten Jahreszeit sorgen, z.B. Helleborus foetidus oder Cornus mas.

Garten nicht steril sauber halten, Steinhaufen oder Holz liegenlassen, Reisig nicht wegfahren, sondern auf einen Haufen oder als Reisighecke in einer Ecke aufsetzen. Stabile Stauden nicht vor dem Winter abschneiden, sondern stehenlassen. Darin können viele Tiere überwintern, Unterschlupf finden und es sieht im Winter nicht so leer aus.

Als Hausbaum vielleicht keine Kugelrobinie, sondern einen Hochstamm-Obstbaum setzen, möglichst eine seltene und alte Sorte. So kann ich neben dem ökologischen Wert des Obsthochstammes auch noch Kulturgut erhalten (= die alte Züchtung).
und und und.

Das sind jetzt alles Kleinigkeiten, die einen Garten auch zum wertvollen Garten machen, ohne dass es gleich "Öko" aussehen muss ;)
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Ute am 10. August 2016, 13:38:28
Auch in jedem noch so kleinem Garten lassen sich ein paar qm úngemähte Wildnis integrieren..und wir wären schon ein ganzes Stück weiter.
Ein paar Quadratmeter ungemähte Wildnis ist hier ratzfatz voller Solidago und Drüsigem Springkraut - das Gegenteil von natürlich.  :-[

Deine Theorie klingt wirklich idyllisch - geht allerdings an der Realität vorbei. Wir beobachten gerade mit Grausen, daß der Feldhasenbestand rapide zurückgeht, weil die umliegenden Felder immer stärker verbaut werden. Dagegen hilft leider keine Blumenwiese im Hausgarten.

PS: Wir haben viele Schmetterlinge im Garten und keine ungemähte Blumenwiese - verglichen mit Deutschland läuft hier die Landwirtschaft aber noch vergleichsweise altmodisch (viel Nebenerwerb, kleine Äcker, viel Bio-Anbau etc.).

Du redest hier über zwei verschiedene paar Schuhe, ich rede von Schmetterlingen und Du über Feldhasen. Den Schmetterlingen wird natürlich mit einer Blumenwiese geholfen. Der Vergleich hinkt so`n bissel. Es ist aber schon mal toll das Du Dir über die Feldhasen Gedanken machst!

Es freut mich das Du noch zahlreich Schmetterlinge bei Dir im Garten hast, das ist leider nicht überall so und in den dicht besiedelten Gebieten wie hier im Köln Bonner Raum gibt's da leider nicht mehr so viele. Von Artenreichen Blumenwiesen ganz zu schweigen! Und die dichte Besiedelung ,bzw. die Landwirtschaft wird auch bei Dir nicht halt machen.

Für mich sind solche Aussagen wie,..da wächst eh bald dies und das...einfach Ausreden! Ausreden habe ich schon genug gehört wie,..nee so viel Arbeit mache ich mir nicht, oder das sieht doch unordentlich aus,..oder so viel Platz hab ich nicht im Garten,..oder das wächst doch eh alles zu, oder wir haben doch keinen Ziergarten oder oder oder.

Es steht jedem natürlich frei was er in seinem Garten macht, aber entweder zum NEIN stehen ohne Ausreden, oder mal was anpacken!
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Ute am 10. August 2016, 13:42:57
Mediterraneus...nein natürlich muß es keine Kalkmagerwiese sein, das wollte ich damit auch nicht sagen.Ich mag diese Herausforderung und wenn so eine Wiese mal funktioniert gibt's für mich nichts schöneres.

Ansonsten stimme ich Deinen Ausführungen voll und ganz zu!
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Mediterraneus am 10. August 2016, 13:46:43
Kalkmagerwiese ist ein Traum. Ich habe das Vergnügen, mir die in "live" anschauen zu können. :D
Auf der nahen fränkischen Platte gibt's die (noch). Um solche "vorhandene Natur" geht's mir hier eigentlich die ganze Zeit, also um menschengeschaffene Kulturlandschaft. Das ist mehr Natur (und vor allem buntere), als hier im Wald. Ein ganz besonderes und einmaliges Ökosystem in Deutschland.

Mein Boden ist kalkfrei, bzw. leicht sauer. Das wäre mir hier zuviel Aufwand.

Wo sind denn die ganzen Exoten bei euch hin, seid ihr umgezogen?
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Eva am 10. August 2016, 13:50:50
Dieses Jahr gab es ein ganzes Heft mit Anregungen zum Artenschutz etc. beim Gärtnern bzw. bei der Grünflächenpflege:
ÖkoL 2016 (2)
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: hymenocallis am 10. August 2016, 15:02:19
Für mich sind solche Aussagen wie,..da wächst eh bald dies und das...einfach Ausreden!
Hier wächst definitiv sofort Springkraut und Solidago - ich kann Dir ein paar Flecken fotografieren, die hier einige Monate sich selbst überlassen waren.
Aber ich befürchte, das möchtest Du gar nicht sehen, weil es nicht in Dein Konzept paßt.

Schmetterlinge im Garten sind nett, lösen aber keines der angesprochenen Probleme (ähnlich wie die Rehe im Wald oder die Vögel am Futterhaus).
Ich freu mich auch darüber, aber ich mach mir keine Illusionen über die Bedeutung von Hausgärten im Kontext mit der Erhaltung von 'Natur'.

Selbst eine Nutzung als 'Reservat für Kulturlandschaft' halte ich für unreaslistisch - aufgrund der kleinen Parzellengröße ist z. B. die vorgeschlagene Pflanzung von Hochstamm-Obstbäumen nicht mehr mit der Bauordnung und den vorgeschriebenen Grenzabständen vereinbar (abgesehen davon kenne ich keine Familie, die eine derart große Obstmenge einlagern bzw. verbrauchen könnte).
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Alva am 10. August 2016, 15:16:44
Wien macht übrigens total viel für Schmetterlinge: Ein Paradies für Schmetterlinge: Wien bietet vielfältigen Lebensraum

Insgesamt 2000 Schmetterlingsarten, darunter über 100 Tagfalter.  :D

Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Waldmeisterin am 10. August 2016, 16:29:16
abgesehen davon kenne ich keine Familie, die eine derart große Obstmenge einlagern bzw. verbrauchen könnte.

Das ist für mich kein Argument. Ich will ja meinen Vorgarten zur Streuabstwiese entwickeln. Schon jetzt produzieren Obst- und Nussbäume mehr Früchte im Jahr, als wir für den Rest unseres Lebens verbrauchen könnten. Dafür holt sich hier die ganze Straße Obst und Nüsse, viel schaffen wir zur Lohnmosterei (ja, gibt's auch in der Stadt), der Rest bleibt liegen oder es holen sich die Vögel was.

Gerade im öffentlichen Grün könnte man viel mehr Obstbäume pflanzen, da hätten dann auch die Leute ohne eigenen Garten was davon (in irgendeiner Stadt mit A gab's doch sowas schon). Hier in Leipzig gibt es http://www.frucht-bar.org/, da findet man auch dankbare Abnehmer für überzähliges Obst.

Ich weiß schon, mein alter Birnbaum rettet keine einzige Art vor dem Aussterben, die Blaumeischen, die in einem hohlen Ast nisten, würden sicher auch woanders ein Plätzchen finden und 99,Periode9% der Menschheit würde es auch nicht interessieren, wenn eine seltene Spinnenart unter seiner Borke hauste.
Aber ich finde es schön, wenn eine ganze Horde Nachbarskinder im Kirschbaum hockt und sich den Wanst voll schlägt, wenn der Baum zu Blütezeit brummt wie ein Bienenstock, wenn ich eine seltene Schwebfliege sehe und eigenen Birnensaft trinke. Das hat freilich wenig mit Naturschutz zu tun, aber immerhin mit einer lebenswerten Umwelt, wenn auch im sehr, sehr Kleinen.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Sternrenette am 10. August 2016, 16:33:20
Das sehe ich genauso. Ich fahre 300 kg zum Pressen, den Saft trinken die Kinder meines Bruders. Ca 100 kg verschenke ich, 50 kg lagere ich ein. Das sind jetzt nur die Äpfel...

Wer Mostereien sucht:


Liste
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Mediterraneus am 10. August 2016, 16:48:24
Ich weiß schon, mein alter Birnbaum rettet keine einzige Art vor dem Aussterben, die Blaumeischen, die in einem hohlen Ast nisten, würden sicher auch woanders ein Plätzchen finden und 99,Periode9% der Menschheit würde es auch nicht interessieren, wenn eine seltene Spinnenart unter seiner Borke hauste.
Aber ich finde es schön, wenn eine ganze Horde Nachbarskinder im Kirschbaum hockt und sich den Wanst voll schlägt, wenn der Baum zu Blütezeit brummt wie ein Bienenstock, wenn ich eine seltene Schwebfliege sehe und eigenen Birnensaft trinke. Das hat freilich wenig mit Naturschutz zu tun....

......Doch, doch, genau das hat es :D
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Mediterraneus am 10. August 2016, 16:58:57

Selbst eine Nutzung als 'Reservat für Kulturlandschaft' halte ich für unreaslistisch - aufgrund der kleinen Parzellengröße ist z. B. die vorgeschlagene Pflanzung von Hochstamm-Obstbäumen nicht mehr mit der Bauordnung und den vorgeschriebenen Grenzabständen vereinbar (abgesehen davon kenne ich keine Familie, die eine derart große Obstmenge einlagern bzw. verbrauchen könnte).

In Spanien hat die Wirtschaftskrise dazu geführt, dass man wieder aufs Dorf zieht und selbst erntet und pflegt. Die nicht zerstörten Reste der Kulturlandschaft sind jetzt wieder sehr wertvoll.
Ich meine, man soll sich sowas nicht wünschen, aber ewig wird's uns nicht so gut gehen, wie jetzt.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Frühling am 10. August 2016, 17:13:43

In Spanien hat die Wirtschaftskrise dazu geführt, dass man wieder aufs Dorf zieht und selbst erntet und pflegt. Die nicht zerstörten Reste der Kulturlandschaft sind jetzt wieder sehr wertvoll.


Das ist mir dort auch schon aufgefallen, besonders wie wertvoll die Reste der Kulturlandschaft geworden sind. Ein verwarlostes Gelaende sieht man nicht oft, alles wird gehegt und gepflegt.  Allerdings soll dieser Trend in Griechenland noch viel groesser sein, das sind vielleicht die besseren Seiten der Wirtschaftskrise.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Knusperhäuschen am 10. August 2016, 18:08:53
Hallo, Ute,

ein erfreulicher Beitrag von Dir.
Ja, nett, bei mir gibts neuerdings auch ein paar Schmetterlinge mehr, weil nix mehr mit Gemüse, Blumen und so. Nur noch Unkraut, meterhoch.

Bin immer nur im Wald oder am Rechner, um die Industrieanlagen im Wald, mitten im Naturpark abzuwenden....

Irgendwann wünsch ich mir mein früheres Leben zurück, so mit netten Salatköpfen und prachtvollen Bohnengestellen und gepflegten Blümchen. Aber gut Ding will Weile haben.

Den Insekten gefällts im Garten, die Fledermauskästen sind seit diesem Jahr auch belegt und sie schwärmen jeden Abend aus. Die viel größere Gefahr versuchen wir abzuwenden, soweit es in unserer Macht steht.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Krokosmian am 10. August 2016, 18:25:05
Weiß ja nicht wie es anderswo ist, aber hier werden die Reste der Kulturlandschaft nicht der Verwahrlosung überlassen, sondern bebaut. Noch ein Haus an den Berg geklebt, noch ein Gewerbegebiet, noch eine Landebahn/Messehalle usw... Da geht in schlechten Zeiten nichts mehr.

Ist immer alles alternativlos. Wenn man es dann überhaupt nur hinterfragt gilt man als wohlstandverwöhnt. Aber so ists halt.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Ute am 10. August 2016, 18:56:14
 
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Hier wächst definitiv sofort Springkraut und Solidago - ich kann Dir ein paar Flecken fotografieren, die hier einige Monate sich selbst überlassen waren.
Aber ich befürchte, das möchtest Du gar nicht sehen, weil es nicht in Dein Konzept paßt.

Schmetterlinge im Garten sind nett, lösen aber keines der angesprochenen Probleme (ähnlich wie die Rehe im Wald oder die Vögel am Futterhaus).
Ich freu mich auch darüber, aber ich mach mir keine Illusionen über die Bedeutung von Hausgärten im Kontext mit der Erhaltung von 'Natur'.

Selbst eine Nutzung als 'Reservat für Kulturlandschaft' halte ich für unreaslistisch - aufgrund der kleinen Parzellengröße ist z. B. die vorgeschlagene Pflanzung von Hochstamm-Obstbäumen nicht mehr mit der Bauordnung und den vorgeschriebenen Grenzabständen vereinbar (abgesehen davon kenne ich keine Familie, die eine derart große Obstmenge einlagern bzw. verbrauchen könnte).
[/quote]

Aber natürlich möchte ich das sehen! Warum nicht mal ein paar Bilder. Dann kann man doch versuchen Alternativen zu finden.Das Umfeld gleich noch dazu +ein paar Infos zur Bodenbeschaffenheit.
Ich habe ja nicht gesagt das Du gleich eine Blumenwiese anlegen sollst, aber so ein paar einheimische Raupenfutter oder Nektarpflanzen gingen doch,oder?
Schmetterlinge sind wichtige Anzeiger in einer ganzen Kette! Dazu würden Hummeln und Bienen auch gleich mit davon profitieren. Es ist nicht nur nett Schmetterlinge im Garten zu haben, sondern sie sind auch sehr wichtig!
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: bristlecone am 10. August 2016, 19:55:55
In Spanien hat die Wirtschaftskrise dazu geführt, dass man wieder aufs Dorf zieht und selbst erntet und pflegt. Die nicht zerstörten Reste der Kulturlandschaft sind jetzt wieder sehr wertvoll.
Ich meine, man soll sich sowas nicht wünschen, aber ewig wird's uns nicht so gut gehen, wie jetzt.

Nee, eine Wirtschaftskrise, die die Menschen in Richtung Subsistenzwirtschaft zurückdrängt, ob sie wollen oder nicht, ist wohl nicht der Weg in eine angenehme Zukunft.

Und: Sollte so etwas tatsächlich gesamtgesellschaftlich passieren, so wird das nicht zu mehr Natur- und Umweltschutz führen, sondern zu weniger.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: hymenocallis am 10. August 2016, 20:23:58

Aber natürlich möchte ich das sehen! Warum nicht mal ein paar Bilder. Dann kann man doch versuchen Alternativen zu finden.Das Umfeld gleich noch dazu +ein paar Infos zur Bodenbeschaffenheit.
Ich habe ja nicht gesagt das Du gleich eine Blumenwiese anlegen sollst, aber so ein paar einheimische Raupenfutter oder Nektarpflanzen gingen doch,oder?
Schmetterlinge sind wichtige Anzeiger in einer ganzen Kette! Dazu würden Hummeln und Bienen auch gleich mit davon profitieren. Es ist nicht nur nett Schmetterlinge im Garten zu haben, sondern sie sind auch sehr wichtig!

Wenn der Dauerregen mal nachläßt, rücke ich mit der Kamera aus. Das Umfeld ist Ruderalfläche hier in der Nachbarschaft. Ein nicht genutzer schmaler Grundstücksstreifen an einem Kanalufer und das Grundstück rund um eine Bauruine, die nie fertig gestellt wurde.

Die Natur hat die Flächen übernommen - wer der Besitzer ist, weiß ich nicht. Ändern kann ich daran ohnehin nichts, weil es nicht mein Grundstück ist. Es geht mir darum zu zeigen, daß hier von selbst in erster Linie Neophyten aufkommen und keine einheimischen Raupenfutter- oder Nektarpflanzen. Wollte man die fördern, müßte man wohl zuerst einmal jahrelang gegen die unerwünschten Einwanderer kämpfen und wer soll das tun?

Notwendig ist es meiner Erfahrung nach nicht - hier sitzen die Schmetterlinge auf allen möglichen nicht einheimischen Blütenpflanzen (nachts umschwirren sie sogar die exotische Albizie in großer Zahl), bevorzugen sie sogar, anstatt sich an den Wildkräutern am Feldrain nebenan zu versuchen.

Schmetterlinge im Garten sind erfreulich, aber warum sind sie irgendwie besonders wichtig? Bitte erklär mir doch, warum es Sinn macht, bloß eine spezielle Gattung wieder anzusiedeln, wo es doch um den Verlust ganzer Biotope (Nahrungskette vom Bakterium bis zum Beutegreifer) geht. Welchen Sinn macht eine solche punktuelle Einzelmaßnahme denn wirklich? Ich finde den Rückgang der Feldhasen schlimmer, weil die weit selteneren Greifvögel hier dadurch größere Probleme haben, ihre Jungen groß zu bekommen.

Ich halte es für wichtiger, größere zusammenhängende unbebaute Areale zu erhalten und gerne auch mit althergebrachten Methoden zu bewirtschaften - nur so haben seltene Wildtiere mittelfristig Überlebenschancen in unseren Breiten.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten? - Fotos
Beitrag von: hymenocallis am 11. August 2016, 13:30:03
Ich war gerade in der Nachbarschaft unterwegs und habe die naturbelassenen Flächen um den Häuserblock geknipst.

Wie man erkennen kann, hält die 'Natur' hier gar nichts von artenreichen Blumenwiesen - sie plädiert eindeutig für Neophyten-Monokulturen:

An den trockeneren Stellen wächst so gut wie ausschließlich Solidago - auf locker 1,80 bis 2,0 m Höhe
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten? - Fotos
Beitrag von: hymenocallis am 11. August 2016, 13:31:21
Auch idyllische Totholzhaufen ändern daran nichts - die natürliche Pflanzplanung hier ist dadurch nicht aus dem Konzept zu bringen:
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten? - Fotos
Beitrag von: hymenocallis am 11. August 2016, 13:33:00
An den etwas feuchteren Stellen in Fluß- oder Kanalnähe setzt die Natur hier hingegen auf Springkraut, wenn nicht in Monokultur, dann zu 20 % mit Brennnesseln durchsetzt (übrigens sitzen richtig viele Insekten in den Springkrautblüten - so nutzlos scheint das Zeug dann ja auch wieder nicht zu sein):
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten? - Fotos
Beitrag von: hymenocallis am 11. August 2016, 13:34:59
Hier ein Blick auf das Ufer - der Wasserstand liegt normalerweise einen halben Meter tiefer, aber der heurige Sommer will wohl als regenreichster in die Geschichte eingehen.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten? - Fotos
Beitrag von: hymenocallis am 11. August 2016, 13:37:46
Diese prächtige Unkrautwand steht auf mehreren hundert Quadratmetern rund um eine Bauruine und ist höher als 2 m - was da genau wächst, kann ich nicht beurteilen (ev. Ragweed?). So sah auch unser Grundstück vor der Bebauung aus. Wir mußten vorher roden, leider war die Fläche auch noch mit dornigen Robiniensämlingen durchsetzt, was keine Freude war.

Angelegte 'Blumenwiesen' sehen hier nach zwei Saisonen übrigens auch so aus.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten? - Fotos
Beitrag von: hymenocallis am 11. August 2016, 13:42:48
Und weil noch die Frage nach dem Untergrund/Mutterboden gestellt wurde:

In 15-20 cm Tiefe beginnen hier die eiszeitlichen Schotterablagerungen - darüber sieht die 'Humusschicht' so aus.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Mediterraneus am 11. August 2016, 13:48:26
Also meine Beiträge bezogen sich ja grundsätzlich auf die hier wertvolle Kulturlandschaft.  Magerrasen ist z.B. sowas. Da geht's bei Thema "erhalten" schon drum, dass man irgendwas macht (1 mal im Jahr mähen, nachdem die Blütenpflanzen Samen gebildet haben, z.B.).
Deine Bilder zeigen eher Beispiele, bei denen man nichts macht, ein sich selbst überlassen. Brachland.

Ich kann im Garten freilich die Pflanzen kultivieren, die ich haben will. Möchte ich Schmetterlingspflanzen haben, dann muss ich die auch pflegen, genauso wie ich auch meine Rosen im Garten pflegen muss. Von alleine werden die auch von Wildnis überwachsen.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: hymenocallis am 11. August 2016, 13:54:42
Also meine Beiträge bezogen sich ja grundsätzlich auf die hier wertvolle Kulturlandschaft.  Magerrasen ist z.B. sowas. Da geht's bei Thema "erhalten" schon drum, dass man irgendwas macht (1 mal im Jahr mähen, nachdem die Blütenpflanzen Samen gebildet haben, z.B.).
Da bin ich voll bei Dir - wenn etwas Schützenswertes vorhanden ist, sollte man das nach Kräften weiter pflegen.

Deine Bilder zeigen eher Beispiele, bei denen man nichts macht, ein sich selbst überlassen. Brachland.
Diese Bilder hier zeigen, was die Natur hier lokal macht, sobald man sie ans Werk gehen läßt - bezogen auf die vorherigen Postings, in denen propagiert wurde, Flächen zu 'renaturieren' und so die Ansiedlung seltener Arten zu ermöglichen. Ich halte das hier für nicht realisierbar und daher sinnfrei.

Ich kann im Garten freilich die Pflanzen kultivieren, die ich haben will. Möchte ich Schmetterlingspflanzen haben, dann muss ich die auch pflegen, genauso wie ich auch meine Rosen im Garten pflegen muss. Von alleine werden die auch von Wildnis überwachsen.
Ich sehe das genau gleich - hier im Garten gibt es viele Schmetterlinge, in denen nebenan wenige (keine Futterpflanzen - im Gegensatz zu hier, wo viele ausländische Stauden und Gehölze gerne angenommen werden) - aber was hat das mit dem Thema zu tun? Ein künstliches Schmetterlings-Reservat hilft nicht gegen den Verlust von artenreichen Biotopen. Leider  :-\
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: bristlecone am 11. August 2016, 14:00:40
Für Schmetterlinge sind weniger die Pflanzen wichtig, auf denen die adulten Tiere Nahrung finden, sondern die, die für die Raupen als Futterpflanzen infrage kommen. Die besten Blüher nutzen wenig, wenn es an den Futterpflanzen für die Raupen mangelt - und die sind in Gärten in der Regel rar.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: hymenocallis am 11. August 2016, 14:09:37
Für Schmetterlinge sind weniger die Pflanzen wichtig, auf denen die adulten Tiere Nahrung finden, sondern die, die für die Raupen als Futterpflanzen infrage kommen. Die besten Blüher nutzen wenig, wenn es an den Futterpflanzen für die Raupen mangelt - und die sind in Gärten in der Regel rar.
Stimmt - aber vom Solidago- und Springkraut-Dschungel werden die Raupen auch nicht satt.  :-\
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: mustermann am 11. August 2016, 14:13:27
Sind denn Flächen, die erst so kurz brach liegen diskutabel?
In 10 Jahren entstehen da doch ganz andere Bilder.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: lord waldemoor am 11. August 2016, 14:29:17
in 10 jahren siehts gleich aus, vlt paar erlen, birken, weiden dazwischen
beim vorletzten bild ist melde dabei, die vögel fliegen im spätherbst, winter scharenweise drauf, vorallem hänflinge
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: hymenocallis am 11. August 2016, 14:38:17
Sind denn Flächen, die erst so kurz brach liegen diskutabel?
In 10 Jahren entstehen da doch ganz andere Bilder.

Nö - nur die Bauruine liegt seit 2 Jahren brach. Der Rest mindestens so lange ich hier wohne, also jetzt auch schon 9 Saisonen.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: hymenocallis am 11. August 2016, 14:41:48
in 10 jahren siehts gleich aus, vlt paar erlen, birken, weiden dazwischen
beim vorletzten bild ist melde dabei, die vögel fliegen im spätherbst, winter scharenweise drauf, vorallem hänflinge

Erlen gibt es im Auwald, aber Pappeln findet man dort häufiger;  Birken wachsen regional gar nicht und für Weiden dürfte selbst der Auwald nur an wenigen Stellen feucht genug sein. Super dornige Robiniensämlinge hast Du dafür in kurzer Zeit hingegen massenhaft, Holunder und Sommerflieder übrigens auch.

Ich werde wegen der Vögel mal im Herbst gezielt drauf achten - Hänflinge kenne ich hier nicht, bzw. hab sie noch nie am Vogelhaus beobachten können.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: lord waldemoor am 11. August 2016, 14:50:20
hänflinge kommen auch bei mir nicht ans vogelhaus, sind strichvögel
nicht alle weiden mögens feucht
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Ute am 11. August 2016, 19:00:50
hemerocallis, da hast Du eine ordentliche Wildniss neben Dir...aber wenigstens ist genug Nektar um diese Jahreszeit da weswegen Du wohl auch die vielen Schmetterlinge hast.
Viel anders sieht es hier auch nicht aus, nur das statt der Goldrute und des Springkrauts, hier Disteln,Brennesseln und Gräser wuchern.Wir haben neben uns ein sogenanntes "Hubschraubergrundstück" .Es gibt also zu dem Grundstück keinen Zugang,außer über div.andere Grundstücksbesitzer.Der Eigentümer des Grundstücks macht rein gar nichts!
Wir haben unterhalb des Zauns Betonsteine im Boden, so das wenigstens die Ausläufer nicht zu uns kommen können.Regelmäßig gehe ich mit der Sense auf dem Nachbargrundstuck sensen.Sonst würden all die schönen Samen auch bei mir weiter auflaufen.
Wenn ich am WE dazu komme ,mach ich mal ein paar Bilder, ich hab nämlich gerade frisch gesenst.
Wie sieht die Lage denn bei Dir am Zaun aus? Irgendwie habe ich das auf den Bildern nicht richtig erkennen können,..oder hab ich das übersehen?

Raupenfutterpflanzen sind das natürlich nicht, wie schon gesagt nur Nektarlieferanten. Jede Raupe ist natürlich auf seine eigenen Raupenfutterpflanzen angewiesen. Blühende Stauden und Gehölze werden natürlich gern angenommen wenn sie Nektar liefern, aber auch das sind dann meißt nicht die Raupenfutterpflanzen.Ernährung ja, Vermehrung nein.

Natürliche Biotope wie Du sie nennst, sind meißt auch vom Menschen geschaffen.Keine Kalkmagerwiese kann sich von alleine erhalten und würde wohl irgendwann zum Wald werden.Jeder weibliche Falter kann mehrere hundert Eier legen und daraus entwickeln sich ja wie wir alle wissen , die Raupen. Raupen wiederum sind richtige Eiweißbomben für unsere Vögel und einen nicht unerheblichen Beitrag leisten auch die Schmetterlinge beim Bestäuben von Blüten, auch Obstbäumen. Und schön anzuschauen sind doch alle Falterarten, oder?
Die Kette geht also immer weiter und deshalb ist unsere gesamte Natur natürlich schützenswert und wenn wir immer weiter natürlichen Raum zerstören,..sollten wir mal ein paar qm opfern.Jeder auf seine Art und den Umständen entsprechend angepasst.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: hymenocallis am 11. August 2016, 19:41:15
hemerocallis, da hast Du eine ordentliche Wildniss neben Dir...aber wenigstens ist genug Nektar um diese Jahreszeit da weswegen Du wohl auch die vielen Schmetterlinge hast.
Viel anders sieht es hier auch nicht aus, nur das statt der Goldrute und des Springkrauts, hier Disteln,Brennesseln und Gräser wuchern.Wir haben neben uns ein sogenanntes "Hubschraubergrundstück" .Es gibt also zu dem Grundstück keinen Zugang,außer über div.andere Grundstücksbesitzer.Der Eigentümer des Grundstücks macht rein gar nichts!
Wir haben unterhalb des Zauns Betonsteine im Boden, so das wenigstens die Ausläufer nicht zu uns kommen können.Regelmäßig gehe ich mit der Sense auf dem Nachbargrundstuck sensen.Sonst würden all die schönen Samen auch bei mir weiter auflaufen.
Wenn ich am WE dazu komme ,mach ich mal ein paar Bilder, ich hab nämlich gerade frisch gesenst.
Wie sieht die Lage denn bei Dir am Zaun aus? Irgendwie habe ich das auf den Bildern nicht richtig erkennen können,..oder hab ich das übersehen?
Das sind drei verschiedene Stellen in der unmittelbaren Umgebung, aber nicht direkt an unser Grundstück anschließend. Sie sind im Eigentum diverser Nachbarn und wir bekämen ordentlich Ärger, wenn wir dort mähen wollten.

Raupenfutterpflanzen sind das natürlich nicht, wie schon gesagt nur Nektarlieferanten. Jede Raupe ist natürlich auf seine eigenen Raupenfutterpflanzen angewiesen. Blühende Stauden und Gehölze werden natürlich gern angenommen wenn sie Nektar liefern, aber auch das sind dann meißt nicht die Raupenfutterpflanzen.Ernährung ja, Vermehrung nein.
Dann müssen unsere Falter hier wohl zugewandert sein - hier kümmert sich niemand darum, Raupenfutterpflanzen anzubauen oder den Neophytendschungel zurückzudrängen.

Natürliche Biotope wie Du sie nennst, sind meißt auch vom Menschen geschaffen.Keine Kalkmagerwiese kann sich von alleine erhalten und würde wohl irgendwann zum Wald werden.
Wir haben wohl eine andere Vorstellung vom Begriff natürliches Biotop. Ich verstehe darunter nicht vom Menschen geschaffene und erhaltene Kulturlandschaft, sondern das, was unberührte Natur nach vielen Jahrzehnten geleistet hat - in Österreich gibt es so etwas (wenn auch häufig nur in Nationalparks - hochalpin oder in Flußauen).

Jeder weibliche Falter kann mehrere hundert Eier legen und daraus entwickeln sich ja wie wir alle wissen , die Raupen. Raupen wiederum sind richtige Eiweißbomben für unsere Vögel und einen nicht unerheblichen Beitrag leisten auch die Schmetterlinge beim Bestäuben von Blüten, auch Obstbäumen. Und schön anzuschauen sind doch alle Falterarten, oder?

Klar - Falter sind nett. Das Bestäuben von Obstbäumen wird hier allerdings von Honigbienen, Wildbienen und Hummeln erledigt - um diese Jahreszeit sind noch viel zu wenige Falter unterwegs (ein großes Apfelanbaugebiet liegt nicht weit entfernt). Die hier ansässigen Vögel (und das sind Dank der Lage am Auwald recht viele verschiedene) sehe ich in der Sommersaison hier hauptsächlich bei der Spinnenjagd - davon gibt es regional Unmengen und die scheinen auch ordentlich Eiweiß zu liefern.

Ich finde allerdings die unterschiedlichen anderen Insektenarten mindestens genauso interessant (hier gibt es tolle Libellen, Käfer aber auch Heupferde, unzählige Arten von Schwebfliegen, Wildbienen, Ameisen), ganz zu schweigen von den vielen verschiedenen Spinnen, Amphibien, Reptilien, Kleinsäugern bis zu den Krähen (gegenüber vom Feld steht ein riesiger Krähenschlafbaum) und den Raubvögeln (wir nehmen an, daß es Habichte sind), die am anderen Ende des Feldes jedes Jahr ihre Jungen aufziehen.

Die Kette geht also immer weiter und deshalb ist unsere gesamte Natur natürlich schützenswert und wenn wir immer weiter natürlichen Raum zerstören,..sollten wir mal ein paar qm opfern.Jeder auf seine Art und den Umständen entsprechend angepasst.
Wir haben ein Definitionsproblem - wir zerstören hier in Mitteleuropa in der Regel nicht natürlichen Raum oder Natur, sondern verändern die Kulturlandschaft durch eine neue Art der Nutzung. Das schadet vielen Kulturfolgern, die von unserer althergebrachten Nutzungsweise inzwischen schon Jahrtausende profitiert haben.

Wenn man das Rad der Zeit in die Bronzezeit zurückdreht oder noch ein wenig weiter vor die letzten Eiszeiten (in denen wir Menschen leider damals die Landschaft formenden großen Pflanzenfresser weggegessen und ausgerottet haben), bekommt man eine Vorstellung davon, wie die Natur sich die Flora und Fauna Mitteleuropas gedacht hat. Von den jetzt so schützenswerten Kulturfolgern gab es damals nur sehr geringe Populationen - sie waren Spezialisten, die winzige temporäre Nischen bewohnt haben.

Will man Natur, muß man den Menschen draußen halten - großflächig und über Jahrzehnte. Aber darum geht es in diesem Thread nicht.  ;)
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Mediterraneus am 12. August 2016, 08:09:08
Natürliche Biotope wie Du sie nennst, sind meißt auch vom Menschen geschaffen.Keine Kalkmagerwiese kann sich von alleine erhalten und würde wohl irgendwann zum Wald werden.

Wir haben wohl eine andere Vorstellung vom Begriff natürliches Biotop. Ich verstehe darunter nicht vom Menschen geschaffene und erhaltene Kulturlandschaft, sondern das, was unberührte Natur nach vielen Jahrzehnten geleistet hat - in Österreich gibt es so etwas (wenn auch häufig nur in Nationalparks - hochalpin oder in Flußauen).


Das ist ja der Punkt.
Wir haben in Deutschland momentan auch keine (oder fast keine) unberührte Natur, zumindest keine ursprünglich mitteleuropäische Wildnis mehr.

Im Prinzip ist alles, was jetzt plötzlich als "Biotop" bezeichnet und als schützenswert erachtet wird, eigentlich ein vom Menschen geschaffenes Biotop.
Ein solches Biotop kann nur überleben, wenn es weiterhin "geschaffen/erhalten" wird.
Das würde z.B. in vielen Bereichen bedeuten, dass ich nicht weiter an der Schraube des Veränderns drehen darf.

 Viele Bereiche sind eben so zu unseren neuen und weltweit teilweise einzigartigen Biotopen geworden: Eine "Baumsavanne" z.B. gibt es sonst nur in Afrika, eine mitteleuropäischer Trockenrasen mit Streuobstbäumen drauf ist vergleichbar und hier hat sich auch eine neue und reiche Pflanzen und Tierwelt etabliert.

Und sowas kann ich auch als Privatmann erhalten. Habe ich z.B. den alten Birnbaum noch von den Altvorderen im Garten stehen, dann kann ich durch schlichtes Stehenlassen einen Beitrag zur Erhaltung leisten. Die herabfallenden Birnen einfach nicht als "Dreck" empfinden, sondern als Geschenk einer jahrhundertealten Selektion (wild gab es bei uns nämlich nur ungenießbare Holzbirnen)
 Sich eben an der ganz eigenen Tierwelt, die sich im Baum wohlfühlt, einfach erfreuen.
Und was passt unter einen Birnbaum besseres als eine Blumenwiese. Wo Platz ist, kann man auch sowas stehenlassen.

Machen das mehrere, dann ist doch schon viel gewonnen :D
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: uliginosa am 12. August 2016, 08:34:43
...
Wir haben ein Definitionsproblem - wir zerstören hier in Mitteleuropa in der Regel nicht natürlichen Raum oder Natur, sondern verändern die Kulturlandschaft durch eine neue Art der Nutzung. Das schadet vielen Kulturfolgern, die von unserer althergebrachten Nutzungsweise inzwischen schon Jahrtausende profitiert haben.

Wenn man das Rad der Zeit in die Bronzezeit zurückdreht oder noch ein wenig weiter vor die letzten Eiszeiten (in denen wir Menschen leider damals die Landschaft formenden großen Pflanzenfresser weggegessen und ausgerottet haben), bekommt man eine Vorstellung davon, wie die Natur sich die Flora und Fauna Mitteleuropas gedacht hat. Von den jetzt so schützenswerten Kulturfolgern gab es damals nur sehr geringe Populationen - sie waren Spezialisten, die winzige temporäre Nischen bewohnt haben.

Will man Natur, muß man den Menschen draußen halten - großflächig und über Jahrzehnte. Aber darum geht es in diesem Thread nicht.  ;)

Klar pflegen wir hier Kulturlandschaft - bestenfalls, wenn sie nicht großflächig einfach zuwächst.  :P
Aber auch in den Alpen ist Natur auf Felsen und Gletscher, die nicht beweidet werden können, beschränkt. Bei den Flussauen wäre ich mir nicht so sicher, ob die nicht schon mal mehr in die Beweidung eingebunden waren.

Aus welcher Quelle hast du, dass die Menschen die Großherbivoren ausgerottet haben? M.W. ist das unklar, ein Beitrag des Menschen wird angenommen, aber andere Faktoren - Klimaveränderung? - haben wohl auch eine entscheidende Rolle gespielt.
Und ich denke, die voreiszeitlichen Menschen muss man eigentlich genau so wie die großen Pflanzenfresser als Teil der Natur betrachten.  ;)
In Nordamerika waren es nicht die Indianer, die die Büffelherden ausgerottet haben.

Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: lerchenzorn am 12. August 2016, 08:56:42
Interessanter und wesentlicher als die Frage, ob und wie große Pflanzenfresser verschwunden sind, finde ich, dass sich in der historischen Weide- und Agrarlandschaft nahezu der gesamte Artenreichtum der prähistorischen Landschaften erhalten konnte. Das Landschaftsmosaik änderte sich zwar drastisch, die gehölzfreien und -armen Flächen wurden überdehnt. Die Vielfalt und Qualität der Strukturen und der Prozesse war aber derjenigen der prähistorischen Landschaft sehr ähnlich. Die historische Art der Haustierhaltung ersetzte offenbar perfekt die Wirkung der zuvor - wie auch immer - verloren gegangenen wilden Weidetiere.

Dieser Reichtum ist erst in den letzten 300 Jahren - also in der Phase, in der so genannte Nachhaltigkeit Einzug gehalten hat und in der Nutzfläche zunehmend auf einen Nettoertrag hin bewirtschaftet wird, zusammengebrochen. Es gibt da offensichtlich einen Zusammenhang.

Viele Tiere und Pflanzen, die heute rückblickend gern in "kleinste Nischen für Spezialisten" gesteckt werden, waren prähistorisch sicher auf kleine Flächen beschränkt, was aber nicht heißt, dass diese kleinflächigen Nischen nicht doch in größerer Häufigkeit und guter Vernetzung vorhanden waren. Anders wäre kaum zu erklären, dass alle diese Arten mehrere tausend Jahre üppiger Waldentwicklung in Mitteleuropa überdauert haben.

Was nun unter diesen Voraussetzungen "Kulturlandschaft" ist, das ist eine spannende Diskussion und es gibt davon vermutlich ebenso viele Begriffe und Auffassungen, wie es verschiedene Nutzungsinteressen und -ansprüche an die Landschaft gibt. Das kann sehr weit auseinander klaffen.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: hymenocallis am 12. August 2016, 09:14:05
Aus welcher Quelle hast du, dass die Menschen die Großherbivoren ausgerottet haben? M.W. ist das unklar, ein Beitrag des Menschen wird angenommen, aber andere Faktoren - Klimaveränderung? - haben wohl auch eine entscheidende Rolle gespielt.
Und ich denke, die voreiszeitlichen Menschen muss man eigentlich genau so wie die großen Pflanzenfresser als Teil der Natur betrachten.  ;)

Es gibt einige populationsdynamische Untersuchungen zu Menschen in Mitteleuropa vor, während und zwischen den Eiszeiten und auch ausreichend Fossilienfunde (sowohl von den Rastplätzen der Menschen - Tierknochen) als auch aus den von Menschen unberührten Lebensräumen dieser Großsäuger. Die Quellen findest Du in wissenschaftlicher Fachliteratur (Paläoanthropologie, Paläontologie, Paleobotanik) - nicht im Netz. Erwiesen ist, daß z. B. Mammute zu den bevorzugten Jagdtieren hehört haben.

Die klimatischen Veränderungen alleine waren es sicher nicht - sonst wären die Großtiere schon in der ersten Zwischeneiszeit ausgestorben (die letzte Zwergmammutart ist es übrigens erst vor ca. 4.000 Jahren)

Selbstverständlich kann man es den Menschen in der Jungsteinzeit nicht nachtragen (sie eher dafür bewundern) - es ging schlicht ums Übeleben. Wären wir damals auf dem Veganer-Trip gewesen, gäbe es unsere Spezies schon längst nicht mehr.  ;)

In Nordamerika waren es nicht die Indianer, die die Büffelherden ausgerottet haben.
Die Großtiere in Nord- und Mitteleuropa sind aber nie in derartigen Riesenherden umhergezogen - nicht einmal Wisente oder Auerochsen (also noch am ehesten vergleichbare Arten) haben jemals so große Herden gebildet. Mammute dürften ähnlich wie Elefanten in Kleingruppen unterwegs gewesen sein und Wollnashörner waren wohl eher genauso unverträgliche Einzelgänger wie ihre heute lebenden Nachfahren.

Wisente und Auerochsen wurden im übrigen erst in historischer Zeit vom Menschen ausgerottet (der Mini-Wisent-Bestand, der heute noch existiert, hat nur Zoo-Charakter und keinerlei landschaftsgestaltenden Effekt).

Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: hymenocallis am 12. August 2016, 09:36:30
Interessanter und wesentlicher als die Frage, ob und wie große Pflanzenfresser verschwunden sind, finde ich, dass sich in der historischen Weide- und Agrarlandschaft nahezu der gesamte Artenreichtum der prähistorischen Landschaften erhalten konnte. Das Landschaftsmosaik änderte sich zwar drastisch, die gehölzfreien und -armen Flächen wurden überdehnt. Die Vielfalt und Qualität der Strukturen und der Prozesse war aber derjenigen der prähistorischen Landschaft sehr ähnlich. Die historische Art der Haustierhaltung ersetzte offenbar perfekt die Wirkung der zuvor - wie auch immer - verloren gegangenen wilden Weidetiere.
Sie hat aber auch vielen noch ansässigen Wildtieren den Lebensraum entzogen - sobald sie zum Nahrungskonkurrenten des Menschen wurde, hat man sie gnadenlos bejagt und ausgerottet. Ganz so idyllisch sehe ich diese Entwicklung nicht - auch wenn Du einie Aspekte hier korrekt beschreibst. Die historische Art der Nutztierhaltung mit Weiden/Zäunen hat zudem die Zugbewegungen der Hirsche verunmöglicht, die recht bald in hochalpine unzugängliche Gebiete verdrängt worden sind.

Dieser Reichtum ist erst in den letzten 300 Jahren - also in der Phase, in der so genannte Nachhaltigkeit Einzug gehalten hat und in der Nutzfläche zunehmend auf einen Nettoertrag hin bewirtschaftet wird, zusammengebrochen. Es gibt da offensichtlich einen Zusammenhang.
Die Bevölkerugnszunahme und der Anstieg der Lebenserwartung in Mitteleuropa steht damit in direktem Zusammenhang. Die aktuell ansässige Population könnte mit historischen Anbaumethoden nicht genug Lebensmittel produzieren, um sich zu ernähren.

Viele Tiere und Pflanzen, die heute rückblickend gern in "kleinste Nischen für Spezialisten" gesteckt werden, waren prähistorisch sicher auf kleine Flächen beschränkt, was aber nicht heißt, dass diese kleinflächigen Nischen nicht doch in größerer Häufigkeit und guter Vernetzung vorhanden waren. Anders wäre kaum zu erklären, dass alle diese Arten mehrere tausend Jahre üppiger Waldentwicklung in Mitteleuropa überdauert haben.
Es haben nicht alle dieser Arten überdauert und vor allem nicht überregional. Erst die Landschaftsnutzung durch den Menschen hat größere Verbreitungsgebiete entstehen lassen.

Was nun unter diesen Voraussetzungen "Kulturlandschaft" ist, das ist eine spannende Diskussion und es gibt davon vermutlich ebenso viele Begriffe und Auffassungen, wie es verschiedene Nutzungsinteressen und -ansprüche an die Landschaft gibt. Das kann sehr weit auseinander klaffen.

Ich sehe das recht nüchtern. Wenn Kulturlandschaft konserviert werden soll, muß man sich sinnvollerweise zuerst einmal darauf einigen, die Kulturlandschaft welche Epocher denn schützenswert ist um dann mit den in dieser Epoche üblichen Methoden arbeiten zu können. Das wäre dann eine Art Freilichtmuseum für Kulturlanschaften - beginnend mit dem frühren Ackerbau in der Bronzezeit (und den damals üblichen Kulturpflanzen) bis hin zur Kulturlandschaft unserer Urgroßväter, die hier offenbar viele als Ideal definieren. Alles was dazwischen liegt, wäre eigentlich auch interessant, um die Entwicklung dokumentieren zu können.

Mir läge echte Renaturierung mehr am Herzen - wenn man größere Areale in Ruhe läßt und die aktuell dort fehlenden Tierarten wieder ansiedelt, hat man innerhalb von einigen Jahrzehnten wieder ein natürliches Biotop mit sinnvoll besetzten Nischen - dann gibt es auch die hier dauernd strapazierten Spezialisten, eben in den dafür vorgesehenen kleinen Nischen und in geringer Stückzahl.

Das kann man aber schlecht verkaufen - ein Naturparadies, das man nicht besuchen darf und mit dem kein Geld verdient werden kann, ist Luxus, für den niemand zahlt. Rational betrachtet tut man mehr für eine artenreiche Kulturlandschaft, wenn man konsequent Bio-Produkte (aus regionaler Herkunft, mit artgerechter Tierhaltung - also Weidehaltung anstatt Massenstall mit Bio-Futter-Mast) kauft und so seinen Beitrag zur Erhaltung dieser Flächen leistet. Je mehr Landwirte so produzieren, desto größere Flächen werden geschützt.

In Österreich ist inzwischen ein großer Prozentsatz der Bevölkerung bereit, für bessere Lebensmittel mehr Geld auszugeben. Deutsche Masthähnchen (hier als klassisches abschreckendes Beispiel in aller Munde) bringt man hier kaum an den Mann/die Frau, egal wie billig sie verschleudert werden. Deutschland hat mehr landwirtschaftliche Fläche zur Verfügung und ebenso sehr viel mehr Käuferpotential - hier könnte man dementsprechend mehr bewegen.

Passiert aber offenbar nicht. Ich war vor wenigen Wochen wieder mal in Norddeutschland. Beim letzten Besuch vor einigen Jahren standen noch überall hübsche weiß-schwarz gefleckte Kühe auf den Weiden. Diesmal hab ich das nur ein einziges Mal gesehen und nachgefragt, was denn mit den vielen Kühen passiert ist. Mir wurde erklärt, daß die jetzt alle in großen Ställen stehen und auf den Wiesen nur noch Futter gewonnen wird.  ::)
Bei dieser Einstellung braucht man sich nicht zu wundern, daß die Kulturlandschaften vergangener Zeiten verschwunden sind.

Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: uliginosa am 12. August 2016, 09:45:28
"Die Quellen findest Du in wissenschaftlicher Fachliteratur (Paläoanthropologie, Paläontologie, Paleobotanik) - nicht im Netz."
Das ist schade!

"Wären wir damals auf dem Veganer-Trip gewesen, gäbe es unsere Spezies schon längst nicht mehr.  ;)"
Wären unsere Vorfahren auf dem Veganer-Trip gewesen, hätte sich der Mensch nie entwickelt.  :-X

Interessanter und wesentlicher als die Frage, ob und wie große Pflanzenfresser verschwunden sind, finde ich, dass sich in der historischen Weide- und Agrarlandschaft nahezu der gesamte Artenreichtum der prähistorischen Landschaften erhalten konnte. Das Landschaftsmosaik änderte sich zwar drastisch, die gehölzfreien und -armen Flächen wurden überdehnt. Die Vielfalt und Qualität der Strukturen und der Prozesse war aber derjenigen der prähistorischen Landschaft sehr ähnlich. Die historische Art der Haustierhaltung ersetzte offenbar perfekt die Wirkung der zuvor - wie auch immer - verloren gegangenen wilden Weidetiere.

Dieser Reichtum ist erst in den letzten 300 Jahren - also in der Phase, in der so genannte Nachhaltigkeit Einzug gehalten hat und in der Nutzfläche zunehmend auf einen Nettoertrag hin bewirtschaftet wird, zusammengebrochen. Es gibt da offensichtlich einen Zusammenhang.

Viele Tiere und Pflanzen, die heute rückblickend gern in "kleinste Nischen für Spezialisten" gesteckt werden, waren prähistorisch sicher auf kleine Flächen beschränkt, was aber nicht heißt, dass diese kleinflächigen Nischen nicht doch in größerer Häufigkeit und guter Vernetzung vorhanden waren. Anders wäre kaum zu erklären, dass alle diese Arten mehrere tausend Jahre üppiger Waldentwicklung in Mitteleuropa überdauert haben.

Was nun unter diesen Voraussetzungen "Kulturlandschaft" ist, das ist eine spannende Diskussion und es gibt davon vermutlich ebenso viele Begriffe und Auffassungen, wie es verschiedene Nutzungsinteressen und -ansprüche an die Landschaft gibt. Das kann sehr weit auseinander klaffen.

Ja! Wobei die "Vergetreidung" schon im Mittelalter einsetzte und auf vielen, auch Grenzertragsflächen Grünland umgebrochen wurde. Aber erst seit der Erfindung des Haber-Bosch-Verfahrens kann alles mit großem Energieeinsatz überdüngt werden.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: uliginosa am 12. August 2016, 09:55:32
...
Das kann man aber schlecht verkaufen - ein Naturparadies, das man nicht besuchen darf und mit dem kein Geld verdient werden kann, ist Luxus, für den niemand zahlt. Rational betrachtet tut man mehr für eine artenreiche Kulturlandschaft, wenn man konsequent Bio-Produkte (aus regionaler Herkunft, mit artgerechter Tierhaltung - also Weidehaltung anstatt Massenstall mit Bio-Futter-Mast) kauft und so seinen Beitrag zur Erhaltung dieser Flächen leistet. Je mehr Landwirte so produzieren, desto größere Flächen werden geschützt.

In Österreich ist inzwischen ein großer Prozentsatz der Bevölkerung bereit, für bessere Lebensmittel mehr Geld auszugeben. Deutsche Masthähnchen (hier als klassisches abschreckendes Beispiel in aller Munde) bringt man hier kaum an den Mann/die Frau, egal wie billig sie verschleudert werden. Deutschland hat mehr landwirtschaftliche Fläche zur Verfügung und ebenso sehr viel mehr Käuferpotential - hier könnte man dementsprechend mehr bewegen.

Passiert aber offenbar nicht. Ich war vor wenigen Wochen wieder mal in Norddeutschland. Beim letzten Besuch vor einigen Jahren standen noch überall hübsche weiß-schwarz gefleckte Kühe auf den Weiden. Diesmal hab ich das nur ein einziges Mal gesehen und nachgefragt, was denn mit den vielen Kühen passiert ist. Mir wurde erklärt, daß die jetzt alle in großen Ställen stehen und auf den Wiesen nur noch Futter gewonnen wird.  ::)
Bei dieser Einstellung braucht man sich nicht zu wundern, daß die Kulturlandschaften vergangener Zeiten verschwunden sind.

Da hast du leider Recht.  :'(
Wir waren im Urlaub in Schottland - dort sieht man viele Rinder und Schafe auf der Weide.
Kurz danach bin ich mit dem Zug von Stuttgart nach Nürnberg gefahren - es gibt durchaus viele Wiesen, aber Weidetiere habe ich auf er ganzen Strecke nur 1 oder 2 Mal gesehen!  ::)
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Sternrenette am 12. August 2016, 09:57:41
Milchkühe melken sich auf der Weide schlecht.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Staudo am 12. August 2016, 10:13:43
Zum Erhalt der Kulturlandschaft sollte man üppig Biofleisch essen und Biomilch trinken.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: lerchenzorn am 12. August 2016, 10:26:38
Ja unbedingt.  :D

Ganz so idyllisch sehe ich diese Entwicklung nicht

Ich auch nicht.

Zitat
Dieser Reichtum ist erst in den letzten 300 Jahren - also in der Phase, in der so genannte Nachhaltigkeit Einzug gehalten hat und in der Nutzfläche zunehmend auf einen Nettoertrag hin bewirtschaftet wird, zusammengebrochen. Es gibt da offensichtlich einen Zusammenhang.

Die Bevölkerugnszunahme und der Anstieg der Lebenserwartung in Mitteleuropa steht damit in direktem Zusammenhang. Die aktuell ansässige Population könnte mit historischen Anbaumethoden nicht genug Lebensmittel produzieren, um sich zu ernähren.

Ein wichtiger Punkt, an dem man in dem Thema unweigerlich landet.  ;) Meistens hört an diesem Punkt das Nachdenken auf: "Wir können ja nicht zurück". Das Denken sollte aber genau hier beginnen, eben weil wir nicht zurück können.

Zitat
Viele Tiere und Pflanzen, die heute rückblickend gern in "kleinste Nischen für Spezialisten" gesteckt werden, waren prähistorisch sicher auf kleine Flächen beschränkt, was aber nicht heißt, dass diese kleinflächigen Nischen nicht doch in größerer Häufigkeit und guter Vernetzung vorhanden waren. Anders wäre kaum zu erklären, dass alle diese Arten mehrere tausend Jahre üppiger Waldentwicklung in Mitteleuropa überdauert haben.
Es haben nicht alle dieser Arten überdauert und vor allem nicht überregional. Erst die Landschaftsnutzung durch den Menschen hat größere Verbreitungsgebiete entstehen lassen.
Das bezweifle ich eben. Nur hinterlassen viele dieser Arten kaum paläontologisch belegbare Reste. Neue Einblicke öffnet die Molekulargenetik, die Hinweise sogar auf eiszeitliche Refugien im nordmitteleuropäischen Tiefland gibt.
Zitat
Mir läge echte Renaturierung mehr am Herzen - wenn man größere Areale in Ruhe läßt und die aktuell dort fehlenden Tierarten wieder ansiedelt, hat man innerhalb von einigen Jahrzehnten wieder ein natürliches Biotop mit sinnvoll besetzten Nischen - dann gibt es auch die hier dauernd strapazierten Spezialisten, eben in den dafür vorgesehenen kleinen Nischen und in geringer Stückzahl.
Das wird nicht reichen. Eine gründliche Ersteinrichtung, meist eine ordentliche Devastierung, wird man den Tieren schon vorausschicken müssen. Feuer z. B. ist ein heute völlig ausgeschalteter und kaum im großen Maßstab zu "renaturierender" Faktor, der aber wesentlich für große Teile mitteleuropäischer Diversität ist.

Zitat
Das kann man aber schlecht verkaufen - ein Naturparadies, das man nicht besuchen darf und mit dem kein Geld verdient werden kann, ist Luxus, für den niemand zahlt. Rational betrachtet tut man mehr für eine artenreiche Kulturlandschaft, wenn man konsequent Bio-Produkte (aus regionaler Herkunft, mit artgerechter Tierhaltung - also Weidehaltung anstatt Massenstall mit Bio-Futter-Mast) kauft und so seinen Beitrag zur Erhaltung dieser Flächen leistet. Je mehr Landwirte so produzieren, desto größere Flächen werden geschützt.

noch einmal:  :D unbedingt!
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Cryptomeria am 12. August 2016, 10:29:21
Ich stimme Staudo zu. Kauft - wie es der Geldbeutel zulässt - Bioprodukte möglichst aus heimischen Betrieben. Bei uns hier oben im Norden geht das ausgezeichnet. Denn Untersuchungen zeigen, dass es viel mehr Vogelarten auf diesen Flächen gibt, weil es viel mehr Insekten gibt weil es wiederum viel mehr Pflanzenarten mit Blüten und Samenständen gibt.
Im Besonderen, wenn mehrere Biohöfe  in enger Nachbarschaft liegen. Da ist die Natur punktuell fast noch in Ordnung.
VG wolfgang
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: hymenocallis am 12. August 2016, 10:37:34
Milchkühe melken sich auf der Weide schlecht.

Seltsamerweise schaffen das die Iren, deren Kühe fast das ganze Jahr auf der Weide stehen und auch die Österreicher in den alpinen Regionen über die Sommersaison. Igendwie will ich nicht so recht glauben, daß man das in Deutschland auf einmal nicht mehr hinbekommt - war doch früher auch möglich.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: lord waldemoor am 12. August 2016, 10:37:55
ich habe jetzt nicht alles gelesen, aber habicht ist es bestimmt nicht der bei dir am feld gegenüber seine jungen aufzieht
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Katrin am 12. August 2016, 10:43:10
So viele Wiesen, dass es für alle Kühe möglich ist, auf Weiden zu stehen, gibt es nicht. Ö und D produziert so viel Milch, dass diese Mengen nur mit Intensivhaltung erreicht werden können. Dazu wird auf den zu den Hof gehörigen Flächen Getreide angebaut, das entweder für die eigenen Tiere, oder für die Mast schon Schweinen, Hühnern,... verwendet wird.

Jede Kuh auf der Wiese, jedes Huhn auf einem m² Boden mit Scharrmöglichkeit, jedem Schwein seine Suhle... das sind Forderungen, die ich sympathisch und unterstützenswert finde, aber sie sind nicht realisierbar. Nicht mit unserem Fleisch- und tierische-Produkte-Konsum, nicht mehr.

In Irland sind die Flächen für etwas anderes als Weidehaltung unbrauchbar, hier sind sie wertvoll (für das genannte Getreide, für Biokraftstoff, für alles mögliche andere). Deshalb halten in NL noch viele Leute Hühner und Schafe, weil der Sandboden so mies ist, dass man sonst nix machen kann, dito Brandenburg und die Pferde, die Almen in den Alpen. Da gehts um die Alternativlosigkeit der Nutzung, nicht um Tierliebe und Idylle.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: hymenocallis am 12. August 2016, 10:43:54
Das bezweifle ich eben. Nur hinterlassen viele dieser Arten kaum paläontologisch belegbare Reste. Neue Einblicke öffnet die Molekulargenetik, die Hinweise sogar auf eiszeitliche Refugien im nordmitteleuropäischen Tiefland gibt.
Wir haben einen Ökologen im Freundeskreis (Schwerpkunkt Botanik), der einer der anerkannten Schlangenexperten Österreichs ist. Schlangenforscher sind da ziemlich gut informiert (gerade weil Schlangen sehr rasch auf klimatische Veränderungen reagieren). Mit so jemandem solltest Du mal länger diskutieren - Du würdest staunen. Der ganze alpine Bereich in Österreich ist ein einziges eiszeitliches Refugium.

Zitat
Mir läge echte Renaturierung mehr am Herzen - wenn man größere Areale in Ruhe läßt und die aktuell dort fehlenden Tierarten wieder ansiedelt, hat man innerhalb von einigen Jahrzehnten wieder ein natürliches Biotop mit sinnvoll besetzten Nischen - dann gibt es auch die hier dauernd strapazierten Spezialisten, eben in den dafür vorgesehenen kleinen Nischen und in geringer Stückzahl.
Das wird nicht reichen. Eine gründliche Ersteinrichtung, meist eine ordentliche Devastierung, wird man den Tieren schon vorausschicken müssen. Feuer z. B. ist ein heute völlig ausgeschalteter und kaum im großen Maßstab zu "renaturierender" Faktor, der aber wesentlich für große Teile mitteleuropäischer Diversität ist.
Da hast Du völlig recht - die Entfernung von Neophyten sollte man bei einem solchen Projekt auch berücksichtigen. Alles, was nicht zufliegen kann (also alles außer Vögel und flugfähige Insekten) muß man dann aber wohl oder übel ansiedeln - weil Brandrodung dazu führt, daß praktisch alles fehlt.

Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: hymenocallis am 12. August 2016, 10:47:37
ich habe jetzt nicht alles gelesen, aber habicht ist es bestimmt nicht der bei dir am feld gegenüber seine jungen aufzieht

Wir sind uns diesbezüglich nicht sicher.
Die Vögel brüten auf 15 m Höhe im dichten Geäst (jedes Jahr) und sind dort fast unsichtbar, sie sind graubraun und hell gesprenkelt aber mehr konnten wir nicht erkennen. Anhand der Flugsilhouette konnten wir sie nicht identifizieren, sie sind aber deutlich größer als die hier in Mengen vorkommenden Nebel- und Aaskrähen (die sind oft gleichzeitig in der Luft und ärgern die Raubvögel).

Aber beide Alttiere und die jeweiligen Jungtiere machen einen Höllenlärm bei ihren Fugübungen und ich hab eine Vogelstimmendatenbank aller hier regional möglichen Raubvögel durchgesucht - genau diesen Radau findet man, wenn man die Tonbelege für Habichte abhört. Was könnte es denn sonst sein - wer schreit sonst so jämmerlich und laut?

LG
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: bristlecone am 12. August 2016, 10:49:20
Wenn ich von hier aus einige Kilometer nach Osten fahre, den Schwarzwald hoch, kann ich das Dilemma sehen: Manche Wiesen verbuschen, weil sie nicht bewirtschaftet werden. Viel mehr Wiesen aber sind inzwischen fast ganzjährig saftig sattgrün, im Frühjahr leuchtend gelb - Löwenzahn en masse. Das sind die Flächen, auf denen Landwirte Gülle ausbringen, die bei der modernen Viehhaltung anfällt. Schön anzusehen auf Fotos für die Fremdenverkehrswerbung, ansonsten bedeutungsloses Einerlei.
Die "typischen" Schwarzwaldwiesen - nährstoffarme, artenreiche Gesellschaften auf sauren Böden - verschwinden mehr und mehr. Deren Erhalt ist mühsam. Es gibt Bauern, die Hinter- oder Vorderwälder Rinder halten und sich bemühen, damit ihr Auskommen zu finden, zumindest im Nebenerwerb. Viele (die meisten) sind keine zertifizierten Biobetriebe. Das gleiche gilt für Schäfer, die ihre Herden auf diese Wiesen bringen.
Insofern (und aus anderen Gründen) ist mir die Fokussierung auf "Bio" zu eng.

Aber wir reden hier dauernd über die Erhaltung von Kulturlandschaften.
Was ist mit Gewässern: Fließgewässer mit auch nur viertelwegs natürlicher Ausprägung gibt es in weiten Teilen Deutschlands kaum noch, Seen sind in aller Regel eutrophiert (ja, ich weiß, der Bodensee und ein paar andere sind rühmliche Ausnahmen, übrigens zum Leidwesen der dortigen Fischer).
Halbwegs natürliche Hochmoore gibt es kaum noch, und wo noch wertvolle Gebiete existieren, sind sie durch Austrocknung und durch den Eintrag von Stickstoffdünger aus der Luft bedroht.
An den Küsten herrscht, sofern dort Sandstrand ist, durchgehend Badebetrieb, Strand- und Dünenvegetation muss sich dem unterordnen und ist auf wenige Reste geschrumpft.
Wattküsten sind großflächig eingedeicht und wurden/werden in Marschland umgewandelt.

Die Beispiele ließen sich noch fortsetzen.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: bristlecone am 12. August 2016, 10:53:11
Wenn wir über Irland sprechen, sollte man nicht vergessen, dass die Insel nach der verheerenden Hungersnot wegen der Kartoffelfäule im vorletzten Jahrhundert bis heute noch nicht wieder die damalige Bevölkerungszahl ereicht hat.
Und was Schottland betrifft: In den Highlands, wo heute Küher und Schafe weiden, lebten einst Kleinbauern. Die wurden in den Highland Clearance gewaltsam vertrieben.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: lord waldemoor am 12. August 2016, 10:53:25
wenns ein habicht wäre der nur in uraltwäldern brütet würde man den horst sehen, der hat schon mal 1 meter durchmesser
vmtl bussard wenn er größer als die krähen ist
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: hymenocallis am 12. August 2016, 10:56:47
So viele Wiesen, dass es für alle Kühe möglich ist, auf Weiden zu stehen, gibt es nicht. Ö und D produziert so viel Milch, dass diese Mengen nur mit Intensivhaltung erreicht werden können. Dazu wird auf den zu den Hof gehörigen Flächen Getreide angebaut, das entweder für die eigenen Tiere, oder für die Mast schon Schweinen, Hühnern,... verwendet wird.
Wirf hier bitte Österreich nicht in einen Topf mit der Massentierhaltung in Deutschland - wir haben andere/wesentlich strengere Vorschriften, viel kleinere Betriebe und einen viel größeren Prozentsatz an Bio-Milch-Produktion. Nebenbei auch einen anderen Kundenkreis und ein anderes Verständnis von Lebensmittelqualität (nicht umsonst sind österreichische Milchprodukte so gefragt).

Jede Kuh auf der Wiese, jedes Huhn auf einem m² Boden mit Scharrmöglichkeit, jedem Schwein seine Suhle... das sind Forderungen, die ich sympathisch und unterstützenswert finde, aber sie sind nicht realisierbar. Nicht mit unserem Fleisch- und tierische-Produkte-Konsum, nicht mehr.
Wer hochwertiges Bio-Fleisch aus artgerechter Tierhaltung kauft, gibt dafür mehr Geld aus, ißt aber auch in der Regel nicht täglich Schnitzel. Diese Kundengruppe wird in Österreich laufend größer. Die 'Geiz-ist-Geil-Mentalität' ist nach wie vor nicht weit verbreitet. Ein Umdenken der Konsumenten ist sinnvoll und macht artgerechte Tierhaltung realisierbar - auch hier bestimmt die Nachfrage den Markt.

In Irland sind die Flächen für etwas anderes als Weidehaltung unbrauchbar, hier sind sie wertvoll (für das genannte Getreide, für Biokraftstoff, für alles mögliche andere). Deshalb halten in NL noch viele Leute Hühner und Schafe, weil der Sandboden so mies ist, dass man sonst nix machen kann, dito Brandenburg und die Pferde, die Almen in den Alpen. Da gehts um die Alternativlosigkeit der Nutzung, nicht um Tierliebe und Idylle.
Es geht dabei um sinnvolle Nutztierhaltung, nicht um Billig-Massenproduktion. Jeder Konsument entscheidet mit. Daß Anbauflächen nicht für die Weidehaltung genutzt werden, ist verständlich. Daß Kühe im Stall stehen und ihre Weiden für die Futterproduktion verwendet werden, ist aus meiner Warte ein krankhafter Auswuchs reiner Profitgier.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: hymenocallis am 12. August 2016, 10:59:34
wenns ein habicht wäre der nur in uraltwäldern brütet würde man den horst sehen, der hat schon mal 1 meter durchmesser
vmtl bussard wenn er größer als die krähen ist
Wenn Du das nächste Mal in der Nähe bist, zeig ich Dir den Baum - aber der ist eben uralt und riesig und den Horst sieht man eigentlich nur im Winter, wenn kein Laub die Sicht verdeckt. Das im Netz verfügbare Geschrei des Bussards paßt nicht zum Krawall, den wir hier dauernd hören.  ???

Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: bristlecone am 12. August 2016, 11:03:37
Daß Kühe im Stall stehen und ihre Weiden für die Futterproduktion verwendet werden, ist aus meiner Warte ein krankhafter Auswuchs reiner Profitgier.

Der Landwirt, der das tut, verhält sich genau so, wie es im Kapitalismus propagiert wird: Effizient.
Man sollte ihm also nicht die Moralkeule überziehen, nur weil er sich systemkonform verhält.

Die allermeisten Menschen hier betonen doch pausenlos, wie wichtig ihnen Freiheit und Demokratie sind - dazu zählt aber auch die Freiheit des Unternehmers, seine Produktion zu optimieren.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Cryptomeria am 12. August 2016, 11:11:38
@hemerocallis: Solche Unklarheiten sind immer sehr schwer zu beantworten ohne Foto. Da die Vögel bei dir brüten, wäre es für mich ein Leichtes dies im Laufe der Brutsaison mit einem Fernglas heraus zu bekommen.
VG Wolfgang
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Katrin am 12. August 2016, 11:13:45
Hemerocallis, ich kaufe ausschließlich Fleisch aus der Region, das klappt, weil ich am Land lebe, jede Menge Bauern kenne und in ihren Mailverteilern bin, wenn es wieder Fleisch gibt. Aber ich bin mir meiner priviligierten Lage bewusst; der Großteil der Bevölkerung kann das nicht, weil es aus Preisgründen nicht geht (ich zahle hier €8,4 für ein Kilo Faschiertes vom Jungrind von der Nachbarweide, bio und jeden Tag draußen, das kostet in Linz z.B. €25).

Die Bauern in Ö sind massivem Preisdruck ausgesetzt, auch und obwohl sie klein sind und sie halten die Kühe nicht drin, weil sie das besser finden, sondern weil ihnen so mehr bleibt (oder, aktuell: weil sie so am Ende der Woche am wenigsten draufzahlen). Heimischen Milchbauern Profitgier vorzuwerfen, ist in diesen Zeiten reichlich zynisch.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: hymenocallis am 12. August 2016, 11:42:32
@hemerocallis: Solche Unklarheiten sind immer sehr schwer zu beantworten ohne Foto. Da die Vögel bei dir brüten, wäre es für mich ein Leichtes dies im Laufe der Brutsaison mit einem Fernglas heraus zu bekommen.
VG Wolfgang
Die Vögel brüten nicht bei mir, sondern am anderen Ende des Feldes, an das unser Grundstück angrenzt, auf einem ca. 15 m hohen Baum.

Wir dachten anfangs auch, daß es uns leicht gelingen würde, die Art zu identifizieren. Nun ja - wir sitzen nun schon seit Jahren deswegen mit dem Fernglas im Garten. Im Flug lassen sich zum Hintergrund des hellen Himmels die Farben nicht erkennen und sobald die Tiere im Baum verschwunden sind, kann man sie durch das Laubdickicht nicht mehr erkennen (mein Mann ist Biologe/Zoologe aber kein Ornithologe und selbst er hat es inzwischen aufgegeben). Können wir den nebenstehenden Baum erklettern und von dort hinüberspähen, wäre es vielleicht möglich, etwas zu erkennen - aber wer klettert als Laie 15 m in einen alten Baum - noch dazu auf einem fremden Grundstück?
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: hymenocallis am 12. August 2016, 11:47:18
Der Landwirt, der das tut, verhält sich genau so, wie es im Kapitalismus propagiert wird: Effizient.
Man sollte ihm also nicht die Moralkeule überziehen, nur weil er sich systemkonform verhält.

Die allermeisten Menschen hier betonen doch pausenlos, wie wichtig ihnen Freiheit und Demokratie sind - dazu zählt aber auch die Freiheit des Unternehmers, seine Produktion zu optimieren.

Tierhaltung wird in Österreich gesetzlich geregelt und unterliegt nicht ausschließlich dem Profit. Hier sind viele Haltungsmethoden inzwischen verboten, die andernorts in der EU erlaubt sind. Die Menschen hier finden das völlig in Ordnung - vielleicht ist das ein kultureller Unterschied?

Erst heute hab ich wieder in einer Lokalzeitung gelesen, daß es eine Initiative gibt, die Schlachtung auf der Weide gesetzlich möglich machen will, damit den Tieren der Streß des Transports zum Schlachthof erspart werden kann. Ich kenne einige Regionen, in denen mobile Schlachter auf die Höfe kommen - und das sind nicht immer nur Bio-Bauern.

Ein wenig Umdenken würde hier auch unseren nördlichen Nachbarn nicht schaden - ich bin allerdings davon überzeugt, daß auch in Deutschland die Konsumenten Verständnis für gesetzlich geregelte Tierhaltungsbedingungen hätten und nicht auf die Barrikaden steigen würden für ihr Recht auf Billigfleisch aus Tierfabriken.  ;)
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Mediterraneus am 12. August 2016, 11:49:35
Zum Erhalt der Kulturlandschaft sollte man üppig Biofleisch essen und Biomilch trinken.

Wenn man jetzt das "üppig" vor dem Fleisch weglässt, ist das ein guter Ansatz  :D
"Bio" muss auch nicht unbedingt, ich finde da "regional" wichtiger. Hauptsache die Wege sind kurz.

Viele gute Beiträge jetzt  :D
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Cryptomeria am 12. August 2016, 11:51:26
@hemerocallis
O.K.
so ein bisschen kann man die Greife natürlich auch am Verhalten unterscheiden, aber da braucht es auch Erfahrung.
Sicher werdet ihr das irgendwann heraus bekommen. Bei uns würde der Förster oder eine sonst zuständige Person, die das Revier begeht,  es auch wissen.
VG Wolfgang
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: hymenocallis am 12. August 2016, 11:53:40
Hemerocallis, ich kaufe ausschließlich Fleisch aus der Region, das klappt, weil ich am Land lebe, jede Menge Bauern kenne und in ihren Mailverteilern bin, wenn es wieder Fleisch gibt. Aber ich bin mir meiner priviligierten Lage bewusst; der Großteil der Bevölkerung kann das nicht, weil es aus Preisgründen nicht geht (ich zahle hier €8,4 für ein Kilo Faschiertes vom Jungrind von der Nachbarweide, bio und jeden Tag draußen, das kostet in Linz z.B. €25).

Die Bauern in Ö sind massivem Preisdruck ausgesetzt, auch und obwohl sie klein sind und sie halten die Kühe nicht drin, weil sie das besser finden, sondern weil ihnen so mehr bleibt (oder, aktuell: weil sie so am Ende der Woche am wenigsten draufzahlen). Heimischen Milchbauern Profitgier vorzuwerfen, ist in diesen Zeiten reichlich zynisch.

Traurig, daß auch in deiner Region die Tiere inzwischen im Stall stehen bleiben müssen. Der Biobauer, bei dem wir seit Jahren Urlaub machen, könnte die dreifache Menge Biofleisch gut verkaufen, hat aber nicht genug Fläche für mehr Tiere zur Verfügung. Es kommt wohl auch immer darauf an, ob sich der Bauer selbst um die Vermarktung kümmern möchte, oder die Mini-Preise des Großhandels akzeptiert (hier in der Region hat ein Bio-Milchbauer eine kleine Molkerei gebaut und beliefert inzwischen großräumig Schulen und Kindergärten täglich mit seinen Milchprodukten, die Eltern haben gerne den Mehrpreis gezahlt, damit die Kinder täglich Bio-Milch, Joghurt und Kakao bekommen). 

Ein Schweinebauer in unserer Verwandtschaft leidet übrigens auch so unter den niedrigen Fleischpreisen für Massenware - ein anderer hat Freilandschweine und kann sich vor Kunden, die hohe Preise für seine Produkte zahlen, kaum retten. Ist mit Sicherheit eine Frage der persönlichen Einstellung und ob man selbst initiativ wird oder sich unter Druck setzen läßt.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Cryptomeria am 12. August 2016, 11:56:29
Ich stimme meinen Vorrednern auch allen zu. Wir essen auch nur noch alle 3 oder 4 Wochen Fleisch ( nur Bio ) , ansonsten von allem die Hälfte von früher und dann kann man auch etwas mehr Geld ausgeben und bleibt noch schlank dabei.
VG Wolfgang
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: hymenocallis am 12. August 2016, 11:56:54
@hemerocallis
O.K.
so ein bisschen kann man die Greife natürlich auch am Verhalten unterscheiden, aber da braucht es auch Erfahrung.
Sicher werdet ihr das irgendwann heraus bekommen. Bei uns würde der Förster oder eine sonst zuständige Person, die das Revier begeht,  es auch wissen.
VG Wolfgang

Nach 9 Jahren hier konnten wir noch keine zuständige Person identifizieren - der Baum ist nicht in einem Wald, sondern mitten in landwirtschaftlich genutzter Fläche. Im angrenzenden Auwald bin ich bisher noch keinem Förster begegnet und den schießwütigen Jägern, denen man hier in der Jagdsaison über den Weg läuft, gehe ich lieber aus dem Weg.  ;)
(hier gibt es Unmengen Fasane - denen geht es im Herbst an den Kragen; sicher auch dem einen oder anderen Feldhasen, aber größeres Getier gibt es hier sonst nicht, wenn man von den Stockenten absieht)
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Mediterraneus am 12. August 2016, 12:47:09
Ich stimme meinen Vorrednern auch allen zu. Wir essen auch nur noch alle 3 oder 4 Wochen Fleisch ( nur Bio ) , ansonsten von allem die Hälfte von früher und dann kann man auch etwas mehr Geld ausgeben und bleibt noch schlank dabei.
VG Wolfgang

Genau, einfach weniger Fleisch essen, dafür die Tiere ordentlich behandeln.
Mit "Bio" bin ich mittlerweile etwas vorsichtiger geworden, denn gerade die kleinen, regionalen Betriebe können sich eine "Bio-Zertifizierung" nicht leisten, wirtschaften aber trotzdem nachhaltig und artgerecht. Warum soll man das dann nicht unterstützen, nur weil nicht "Bio" draufsteht.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: lerchenzorn am 12. August 2016, 12:56:12
Ein entspannter Nicht-Bio-Halter mit noch entspannteren Tieren auf der Weide ist für die Grünland-Lebensräume meistens ähnlich günstig wie der Bio-Bauer.
Auf dem Acker ist das schon anders.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Cryptomeria am 12. August 2016, 13:23:15
Ich bin auch hier oben auf dem platten  Land völlig entspannt, da ich die Betriebe anschauen kann. Ich unterstütze kleine Betriebe, die ihre Tiere gut halten, kein Gift benutzen, meistens sind das dann doch auch Bio-Betriebe, aber muss nicht. Ich halte selbst Hühner mit viel Auslauf im Grünen, verfüttere aber normalen Weizen. Nach den Richtlinien also keine Bio-Eier.
VG Wolfgang
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: lord waldemoor am 12. August 2016, 15:34:54
Das im Netz verfügbare Geschrei des Bussards paßt nicht zum Krawall, den wir hier dauernd hören.  ???
ich käme zwar nicht auf die idee im netz nach geschrei zu suchen, ausser vlt nach dem geschrei der geis bei der rehbockbrunft
aber ausser bettelrufe der jungtiere hörte ich nie was bei greifvögeln, 1 x balzruf eines habichts
und lärmen tun eher falken
am besten mal nächstes jahr auf den baum steigen und nachsehn
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Roeschen1 am 12. August 2016, 17:12:39
macht doch mal Fotos, ein Fachmann oder Frau erkennt Greifvögel am Flugbild, vor allem wenn ein Größenvergleich möglich ist in Form von Krähen.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: bristlecone am 12. August 2016, 17:17:47
Ich schlage vor, die weitere Diskussion um die Bestimmung in einen Thread "Welcher Vogel ist das?" zu verlagern.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Cryptomeria am 12. August 2016, 18:11:30
Ich habe aus diesem Grund schon per pm geantwortet.

Also zurück zum eigentlichen Thema.
VG wolfgang
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Hänschen am 12. August 2016, 18:40:47
Abseits vom Essen:
Unweit unseres Grundstückes wurde Anfang der 60er begonnen, Eichen-Wald abzuholzen und Kies für den Straßenbau auszubaggern, und zwar solange, bis sich das Grundwasser die Gruben nahm, dann wurde die nächste begonnen. Das lief etwa bis Mitte der 90er Jahre, wobei jede abgesoffene Grube entweder verfüllt oder als Biotp gestaltet wurde (schon zu DDR-Zeiten begonnen). Ein Anglerverein z.B. war sehr aktiv, und auch die Nachbargemeinde war nicht untätig bei diesen Naherholungsgelegenheiten. Vor ein paar Jahren erklärte das hiesige Umweltamt diese Flächen einschl. einer Waldfläche unseres Grundstückes zu einem geschützten Landschaftsbestandteil "Hartholzaue mit Kies-Seen", wobei wir allerdings die Bearbeiter erst vor Ort vom ursprünglich geplanten Verlauf auf unserem Grundstück abbringen mussten. Letztendlich lief es praktisch im gesamten Areal nur auf ein Verbot der wirtschaftlichen Nutzung des Holzes und evtl. der Fischzucht hinaus. Hier lebt seit vielen Jahren z.B. nun eine große Wasservogel-Population von Blesshühnern bis hin zu Nilgänsen.
Ich denke, auch mit solchen relativ einfachen Aktionen lässt sich die nun vorhandene Natur mit voller Akzeptanz der Bevölkerung wirksam schützen.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: hymenocallis am 12. August 2016, 19:19:27
Ich stimme meinen Vorrednern auch allen zu. Wir essen auch nur noch alle 3 oder 4 Wochen Fleisch ( nur Bio ) , ansonsten von allem die Hälfte von früher und dann kann man auch etwas mehr Geld ausgeben und bleibt noch schlank dabei.
VG Wolfgang

Genau, einfach weniger Fleisch essen, dafür die Tiere ordentlich behandeln.
Mit "Bio" bin ich mittlerweile etwas vorsichtiger geworden, denn gerade die kleinen, regionalen Betriebe können sich eine "Bio-Zertifizierung" nicht leisten, wirtschaften aber trotzdem nachhaltig und artgerecht. Warum soll man das dann nicht unterstützen, nur weil nicht "Bio" draufsteht.

Ich halte es genau so. Mir ist Bio-Agaven-Dicksaft und ähnlicher Nonsens ein Greuel. Fair Trade sollte man auch regional anwenden - faire Preise für qualitativ hochwertige Produkte aus der Region machen mindestens genauso viel Sinn. Es sollten nicht nur die Bauern auf der anderen Seite des Erdballs, sondern auch die vor Ort genug verdienen können, um zu leben.

Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: hymenocallis am 12. August 2016, 19:27:42
Abseits vom Essen:
Unweit unseres Grundstückes wurde Anfang der 60er begonnen, Eichen-Wald abzuholzen und Kies für den Straßenbau auszubaggern, und zwar solange, bis sich das Grundwasser die Gruben nahm, dann wurde die nächste begonnen. Das lief etwa bis Mitte der 90er Jahre, wobei jede abgesoffene Grube entweder verfüllt oder als Biotp gestaltet wurde (schon zu DDR-Zeiten begonnen). Ein Anglerverein z.B. war sehr aktiv, und auch die Nachbargemeinde war nicht untätig bei diesen Naherholungsgelegenheiten. Vor ein paar Jahren erklärte das hiesige Umweltamt diese Flächen einschl. einer Waldfläche unseres Grundstückes zu einem geschützten Landschaftsbestandteil "Hartholzaue mit Kies-Seen", wobei wir allerdings die Bearbeiter erst vor Ort vom ursprünglich geplanten Verlauf auf unserem Grundstück abbringen mussten. Letztendlich lief es praktisch im gesamten Areal nur auf ein Verbot der wirtschaftlichen Nutzung des Holzes und evtl. der Fischzucht hinaus. Hier lebt seit vielen Jahren z.B. nun eine große Wasservogel-Population von Blesshühnern bis hin zu Nilgänsen.
Ich denke, auch mit solchen relativ einfachen Aktionen lässt sich die nun vorhandene Natur mit voller Akzeptanz der Bevölkerung wirksam schützen.

Hier wurden die ehemaligen Schottergruben in Goldgruben umgewandelt - die Grundwasserseen/-teiche wurden in Badeseen umgewandelt. An den Ufern gibt es Veranstaltungsgelände (Festivalbetrieb, Wasserskilift, etc.) oder exklusive Reihenhäuser unter dem Motto 'Wohnen am See' zu Wucherpreisen. Die Eigentümer der Grundstücke (Firmen, die Schotter-Abbau betreiben) haben ihre Chance gesehen, ordentlich Kapital aus den Überbleibseln ihrer Betriebstätigkeit zu schlagen. Die Badeseen werden gut besucht - es gibt in der Nähe keine natürlichen badetauglichen Gewässer und eine naturnahe Verwendung würde heute auf großen Protest der Bevölkerung stoßen, die dieses Naherholungsgebiet gerne nutzt.

Die Ufer sind reine Kiesflächen, dann schließt kurz gemähte Liegewiese an und als Schattenbäume wurden div. Ziergehölze gepflanzt (Kugelformen sind viele vertreten). Das Einschleppen von Fischen durch Enten konnte nicht verhindert werden, die Wasserqualität ist durch den starken Bedabetrieb je nach saisonaler Wetterlage immer wieder mal traurig und es kam schon vor, daß die Seen eine ganze Saison gesperrt werden mußten, weil die Enten sie mit Zerkarien verseucht hatten.  :-\
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: bristlecone am 22. September 2016, 10:03:08
In der hiesigen Tageszeitung findet sich die Ankündigung einer deutsch-französischen Veranstaltung "Natur-e". Angekündigt wird sie als Veranstaltung "für große und kleine Naturliebhaber", wobei in diesem Jahr "die Heilkraft der Natur" im Mittelpunkt steht - "die Natur als Gesundheitsspenderin".
Ziel soll sein, "die Natur beiderseits des Rheins in den Fokus der Bevölkerung zu rücken und diese dafür zu sensibilisieren."


Angeboten werden:

- ein der Veranstaltung angeschlossener Bauernmarkt mit regionalen Produkten, der das Gesundheitsangebot ergänzt
- Einführung in Nordic Walking
- Sophrologie als Mittel zum Stress- und Angstabbau
- Gerichte aus veganer Küche
- Film und Vortrag zu Lyme Borreliose
- Qi Gong mit einer örtlichen VHS-Dozentin
- Tai Chi mit der VHS-Gruppe
- Kundalini Yoga
- Theaterstück für Kinder mit Harfenspiel
- vegetarische Ernährung
- medizinische Pflanzen aus dem Mittelalter
- Wildkräuter in Küche und Medizin
- Schutz des Trinkwassers
- vegetarische Küche
- traditionelle chinesische Medizin
- Herstellung von Kosmetik und Reinigungsmitteln auf der Grundlage natürlicher Produkte
- Rudern als Gesundheitssport
- Infotafel zur Landesgartenschau 2022
- Ponytherapie


Ein Blick in das Programm der hiesigen VHS, die diesen "Naturtag" mit organisiert, zeigt eine Reihe weiterer "Gesundheits- und Naturthemen", die sich da nahtlos einreihen, z.B. Achtsamkeitsübungen in der Atemtherapie oder eine Wanderung "Bäume, Wurzeln und Räuchern".

 
Man könnte darüber lachen - mir ist das Lachen inzwischen vergangen. Armer Naturschutz.

Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Staudo am 22. September 2016, 10:05:10
Die Veranstaltung wird ein Erfolg werden.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: bristlecone am 22. September 2016, 10:09:12
Mit Sicherheit.

Ich überlege, einen Stand nachzumelden: "Heiltanzen am Ackerrandstreifen" oder "Atemübungen für Flurgehölze".
Mit anschließendem Imbiss: Carpe fritte aus der Region oder Schäufele mit Brägele.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Gartenplaner am 22. September 2016, 10:12:43
Mach mal und berichte.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: bristlecone am 22. September 2016, 10:15:52
 ;D Aber ohne Fotos!

Ich bleib lieber bei hiesigen Baumführungen durch die Stadt und durch Parks, das ist entschieden handfester und erfreut sich (auch) großer Beliebtheit.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: oile am 22. September 2016, 10:22:55
Das ist ein typischer Fall von Etikettenschwindel. Wahrscheinlich musste man in ein bestimmtes Förderprogramm passen.
Ein Angebot "Atemübungen für Flurgehölze" fände ich aber dringend notwendig, ein ähnliches Angebot für städtische Straßenbäume auch.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Mediterraneus am 22. September 2016, 10:30:13
Vegetarier retten die Welt. Ich habs gewusst  8)

Schäufele.. hmmm lecker.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: bristlecone am 22. September 2016, 10:46:39
Die Vegetarier stören mich nicht.

Aber in der Öffentlichkeit und bei solchen Veranstaltungen sind Umwelt- und Naturschutz (sofern er überhaupt noch wahrgenommen wird) fest in der Hand esoterischer Spontis.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Mediterraneus am 22. September 2016, 10:56:29
Die Vegetarier stören mich nicht.

Aber in der Öffentlichkeit und bei solchen Veranstaltungen sind Umwelt- und Naturschutz (sofern er überhaupt noch wahrgenommen wird) fest in der Hand esoterischer Spontis.

Rechnest du die Veggies dort hinzu?  ;D

Mich stört nur irgendwie die Verteufelung von Fleisch. Ob Fleischersatz dann aus allen Teilen der Welt eingeflogen werden muss oder in fernen Ländern selbst zu Zerstörungen (incl. Tierleid! ) führt, wird nicht bedacht.
Hier in so weit nördlichen Breiten geht es nach meiner Meinung nicht nachhaltig ohne Tierhaltung. Die ganze Kulturlandschaft ist eine Folge davon. Magerrasen, Streuobstwiesen, Wiesen überhaupt sind eine direkte Folge der Tierhaltung. Diese schützenswerten Biotope befinden sich oft in Bereichen, die anderweitig landwirtschaftlich schlecht bewirtschaftet werden können. Das Gras kann der Mensch nicht essen, wohl aber Tiere. Wenn die dann ordentlich vor Ort gehalten und verzehrt werden, ist das doch ein guter Kreislauf.
Gutes aus der Region, anstatt Globalisierung.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Gartenplaner am 22. September 2016, 11:06:46
In direkter Nachbarschaft zu unserem Dorf wurde 2005 ein 1,8km langer Abschnitt einer der Nationalflüsse Luxemburgs renaturiert, Weiden und Pappeln gepflanzt, Überflutungswiesen, ja, eine Aulandschaft, wiederhergestellt.Seit 2013 finden sich nun dort Störche ein und brüten wieder, nachdem sie 150 Jahre lang in Luxemburg nicht Station gemacht oder gar gebrütet hatten.

Was mich aber jedes mal, wenn ich dort vorbei fahre, zum Schmunzeln und Nachdenken anregt, sind 2 riesige Plakatschilder, die wohl der Landwirt vor Baubeginn des Projektes als Protest aufgestellt hat, der bestimmt auf einem Teil seiner Wiesen Auflagen hinnehmen musste:

"Unsere Wiesen sollen bleiben, wie sie waren!"
Auf dem anderen steht sinngemäß etwas in die Richtung "Das Umweltministerium hat schon genug verbrochen..."

Vor allem das "Unsere Wiesen sollen bleiben, wie sie waren!" führt mich immer spontan zu der Frage: Zu welchem Zeitpunkt?
Dem Zustand vor der Renaturierung, als turbogedüngter, silagegemähter Grünacker?
Oder der Zustand früher (vor der Begradigung des Flusslaufs)?
Dann wären sie jetzt, wie sie waren ;D
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Frühling am 22. September 2016, 12:23:07
Das ist ein typischer Fall von Etikettenschwindel. Wahrscheinlich musste man in ein bestimmtes Förderprogramm pEiassen.


Natuerlich geht es da wieder darum soviel Profit als moeglich zu machen.  Aber waere es nicht interessanter auf das eigentliche Thema "Wie koennen wir die noch vorhandene Natur erhalten?" zurueckzukommen. Eine ganz einfache Frage wozu es keine einfache Antwort gibt. Zum Beispiel, ganz konkret, wir haben eine Feuchtwiese (ein kleiner Teil sogar seehr feucht) und wir lieben dieses noch erhaltene Stueckchen Natur.  Aber, ich kann euch sagen, das ist nicht einfach, ist mit ziemlich viel Arbeit verbunden und manchmal fuehle ich mich wie Don Quichote!! Alles waechst dort unheimlich schnell, da es feucht und sonnig ist. Eigentlich ein Paradies fuer Gaertner, nur haben wir nicht die noetige Zeit dafuer. Bekannte hatten Pferde dort, aber sie liessen sie zu lange weiden und ihre Laufbahn wurde zur Wueste. GsD zogen sie um und das Problem war so geloest.  Es dauerte eine Weile, bis sich der Boden regenerierte und jetzt ist mein Dschungel wieder in Ordnung.  Habe allerdings mit Grausen eine Ringelnatter entdeckt, aber ich denke mir dh doch die Natur ist hier noch in Ordnung.  Meine Frage an euch ist, wie wuerdet ihr solch ein Stueck Land bewirten ohne es zu schaedigen und .... ohne viel Arbeit!!
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Frühling am 22. September 2016, 12:25:52
Hier noch ein Foto
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Staudo am 22. September 2016, 13:02:50
Ich habe heute Vormittag eine Streuobstwiese abgemäht. Das einzige, was dabei geschwurbelt hat, war das Mähermesser.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Gartenplaner am 22. September 2016, 13:06:03
Rasenwege dort hinein mähen, wo ihr Wege braucht, und den Rest 2-3x im Jahr mähen, Schnittgut abtransportieren.
Ihr könntet euch in der Gegend umschauen, ob es dort weitere Feuchtwiesen gibt und wenn die extensiv bewirtschaftet werden, schauen, ob dort Wiesenblumen wachsen, die ihr nicht in eurer Wiese habt und wenn ja, von diesen Samen sammeln und bei euch in die Feuchtwiese verteilen.
Oder von spezialisierten Saatguthändlern Wiesenblumensaatgut für Feuchtwiesen kaufen und säen.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Wühlmaus am 22. September 2016, 13:08:06
@Frühling
Zitat
Meine Frage an euch ist, wie wuerdet ihr solch ein Stueck Land bewirten ohne es zu schaedigen und .... ohne viel Arbeit!!
Unter die Birken würde ich Lunaria annua wachsen lassen und ansonsten ein bis zwei mal im Jahr mähen 8)


Edit meint, dass Gartenplaner recht hat, Graswege zu mähen und eventuell noch entsprechendes Saatgut einzubringen  :)
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Mediterraneus am 22. September 2016, 13:20:58
Das ist ein typischer Fall von Etikettenschwindel. Wahrscheinlich musste man in ein bestimmtes Förderprogramm pEiassen.


Natuerlich geht es da wieder darum soviel Profit als moeglich zu machen.  Aber waere es nicht interessanter auf das eigentliche Thema "Wie koennen wir die noch vorhandene Natur erhalten?" zurueckzukommen. Eine ganz einfache Frage wozu es keine einfache Antwort gibt.....

Richtig, keine einfache Antwort.
Ich finde, Fleisch aus der Umgebung zu essen ist aber ein Beitrag dazu. Von kleinen Bauern/Erzeugern, die die Wiesen unter wirtschaftlichen Aspekten erhalten, sie nicht kompostieren, sondern Tieren füttern. Wenn sich das im kleinen Maßstab als wirtschaftlich erweisen kann, und einige in diese Fußstapfen treten, dann ginge schon viel.
Auf die freiwillige Arbeit einiger weniger Leute zu hoffen, denen sowas wichtig ist, ist eine Illusion. Der Mensch macht nichts ohne Gegenleistung. :-\
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Mediterraneus am 22. September 2016, 13:22:40
Ich habe heute Vormittag eine Streuobstwiese abgemäht. Das einzige, was dabei geschwurbelt hat, war das Mähermesser.

Und was hast du mit dem Rohstoff "Gras" gemacht?
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: bristlecone am 22. September 2016, 13:57:13
Die Vegetarier stören mich nicht.

Aber in der Öffentlichkeit und bei solchen Veranstaltungen sind Umwelt- und Naturschutz (sofern er überhaupt noch wahrgenommen wird) fest in der Hand esoterischer Spontis.

Rechnest du die Veggies dort hinzu?  ;D

Mich stört nur irgendwie die Verteufelung von Fleisch. Ob Fleischersatz dann aus allen Teilen der Welt eingeflogen werden muss oder in fernen Ländern selbst zu Zerstörungen (incl. Tierleid! ) führt, wird nicht bedacht.
Hier in so weit nördlichen Breiten geht es nach meiner Meinung nicht nachhaltig ohne Tierhaltung. Die ganze Kulturlandschaft ist eine Folge davon. Magerrasen, Streuobstwiesen, Wiesen überhaupt sind eine direkte Folge der Tierhaltung. Diese schützenswerten Biotope befinden sich oft in Bereichen, die anderweitig landwirtschaftlich schlecht bewirtschaftet werden können. Das Gras kann der Mensch nicht essen, wohl aber Tiere. Wenn die dann ordentlich vor Ort gehalten und verzehrt werden, ist das doch ein guter Kreislauf.
Gutes aus der Region, anstatt Globalisierung.

Dagegen wäre nichts zu sagen - wenn denn das Fleisch tatsächlich aus solcherart landwirtschaftlicher Nutzung stammte. Den derzeitigen Fleischbedarf wird man aber dadurch nicht decken können.

Mehr Vegetarier wären da nicht schlecht.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Gänselieschen am 22. September 2016, 14:04:24
@ Frühling - zu deiner Feuchtwiese fällt mir eine kleine Geschichte ein. Ich hatte vergessen zum Tag des Lehrers Blumen zu beschaffen, oder irgendwas Nettes für die Lehrerin. Da habe ich auf einer Feuchtwiese einen hübschen Strauß von diesen Knöterichblüten gepflückt. Frag' nicht, wie die am nächsten Tag aussahen. Ich war so traurig - werd' ich immer noch bei der Erinnerung daran...
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Mediterraneus am 22. September 2016, 14:13:32
die dann aber einheimisches Gemüse essen sollten.

Und der derzeitige Fleischbedarf ist eh Wahnsinn. Die derzeitige Erzeugung sowieso.
Aber an dem Punkt könnte die Politik ansetzen, die EU beispielsweise. Anstatt die Verbraucher mit ihren einheitlichen Vorschriften immer mehr in die Gierschlünde der Großkonzerne zu locken, wäre eine Förderung der kleinen Betriebe sinnvoll.
Nur die Fabriken können mittlerweile die ganzen Auflagen überhaupt noch erfüllen.

Weniger Vorschriften, weniger nichterfüllbare Hürden, Ausnahmeregelungen für kleine Erzeuger, das ganze abgestimmt auf die jeweilige Region. Ein kleiner Erzeuger kann sich keine eigenen Schlachthäuser oder sonst irgendwelche Pseudosterilitäten leisten.
Warum kann ich in Frankreich z.b. auf dem Wochenmarkt von der Bauersfrau noch Enten oder Hühnchen kaufen, bei uns aber muss jeder kleine Metzger dichtmachen, weil er es sich schlichtweg nicht mehr leisten kann, jedes Jahr aufs neue in seine Einrichtung zu investieren.
Warum kann die Bäuerin hierzulande keine selbstgemachte Marmelade mehr verkaufen, nur weil der Fruchtanteil von Charge zu Charge unterschiedlich ist, weil halt gerade mehr Himbeeren als Johannisbeeren reifen und es deshalb nicht genau auf dem Etikett stehen kann.
Mir wär das egal, Hauptsache ich bekomme ein ehrliches Produkt, und kein totgeregeltes ???.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: lerchenzorn am 22. September 2016, 14:20:21
Veganer sind wie Glyphosat  ;D - weniger riskant als bisher vermutet. Hat das Bundsinstitut für Risikobewertung jetzt festgestellt.
Und besser informiert als die anderen Esser sind sie auch. Sie könnten dem Gesundheitssystem sogar billiger kommen als andere. Was für eine Überraschung!
Ich vermute, auch besser für Umwelt und Natur.

Jetzt wird geforscht, ob sie nicht doch gefährlich sind, weil sie - vielleicht - überdurchschnittlich häufig das Impfen verweigern.
Schon spannend, wo überall sich nach "neuen gesundheitlichen Risiken spüren" lässt.

Ich seh´s wie Ihr - mehr vegetarisch, gern auch vegan.
Ich habe nichts gegen den Verzehr von Fleisch aus extensiver Haltung. Für artenreiches Grünland ist das meist sehr nützlich.

Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Wühlmaus am 22. September 2016, 14:28:19
Zitat
Warum kann ich in Frankreich z.b. auf dem Wochenmarkt von der Bauersfrau noch Enten oder Hühnchen kaufen, bei uns aber muss jeder kleine Metzger dichtmachen, weil er es sich schlichtweg nicht mehr leisten kann, jedes Jahr aufs neue in seine Einrichtung zu investieren.

Da greifen aber noch ganz andere "harte Fakten" :-\:
- In BW werden die ersten Berufsschulzweige für Fleischer/FleischereiFachverkäufer geschlossen, weil es zu-wenige/keine Lehrlinge gibt.
- In unserem Dorf gibt es noch zwei Fleischer, aber deren Personalsituation ist katastrophal. Die wenigen Ausgebildeten gehen lieber in große Filialen wie Edeka, Kaufland usw.
- Zum einen, weil er es alleine nicht mehr geschafft hat und zum anderen, weil es keine lokalen Rindviecher (zumindest solche, die geschlachtet werden dürfen :P) mehr gibt, werden nur noch Schweine geschlachtet. Das Rindfleisch wird von einem "BioProduzenten" aus Frankreich zugekauft - vakuumverpackt.

Aber das geht etwas zu sehr am Thema vorbei. - Obwohl...
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Mediterraneus am 22. September 2016, 14:35:02
Geht nicht vorbei:  Mehr lokale Metzger...mehr lokale Rindviecher..mehr lokale Kleinbauern.....mehr lokale Wiesen

Der Veganer unternimmt mit seiner Einstellung nichts positives zum Erhalt von Landschaft, es sei denn, er isst gern Löwenzahnbrot mit Gänseblümchen aus heimischer Produktion (Veganer "supplementieren" also, ich hab aus dem Artikel auch wieder dazugelernt. Supplementarier, sozusagen ::) )
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Mediterraneus am 22. September 2016, 14:36:36
In direkter Nachbarschaft zu unserem Dorf wurde 2005 ein 1,8km langer Abschnitt einer der Nationalflüsse Luxemburgs renaturiert, Weiden und Pappeln gepflanzt, Überflutungswiesen, ja, eine Aulandschaft, wiederhergestellt.Seit 2013 finden sich nun dort Störche ein und brüten wieder, nachdem sie 150 Jahre lang in Luxemburg nicht Station gemacht oder gar gebrütet hatten.

Was mich aber jedes mal, wenn ich dort vorbei fahre, zum Schmunzeln und Nachdenken anregt, sind 2 riesige Plakatschilder, die wohl der Landwirt vor Baubeginn des Projektes als Protest aufgestellt hat, der bestimmt auf einem Teil seiner Wiesen Auflagen hinnehmen musste:

"Unsere Wiesen sollen bleiben, wie sie waren!"
Auf dem anderen steht sinngemäß etwas in die Richtung "Das Umweltministerium hat schon genug verbrochen..."

Vor allem das "Unsere Wiesen sollen bleiben, wie sie waren!" führt mich immer spontan zu der Frage: Zu welchem Zeitpunkt?
Dem Zustand vor der Renaturierung, als turbogedüngter, silagegemähter Grünacker?
Oder der Zustand früher (vor der Begradigung des Flusslaufs)?
Dann wären sie jetzt, wie sie waren ;D

Wer sorgt dann künftig dafür, dass die Wiesen gemäht werden?
Wenn sie nicht gemäht werden, dann verbuscht das ganze, die Pappeln übernehmen und die Störche verschwinden wieder.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: bristlecone am 22. September 2016, 14:40:30
Ich würd gern' nochmal auf meinen ersten Beitrag von heute Morgen zurückkommen:
Ich finde ja, da läuft etwas gehörig und grundsätzlich schief.
Unter Naturschutz wird offenbar Verbraucherschutz verstanden, dass Naturschutz, Umweltschutz und Verbraucherschutz drei unterschiedliche Bereiche sind, gerät völlig aus dem Blickfeld.
Dazu kommt, dass dieses Feld ganz wesentlich von "Alternativkundlern" beackert wird.

 
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Gänselieschen am 22. September 2016, 14:50:43
sorry für meinen ot von oben. :-\ aber es überkam mich eben.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Gartenplaner am 22. September 2016, 15:17:30
Sie werden jedenfalls gemäht.
Keine Ahnung, ob von dem mit seinen Schildern immer noch schmollendem Bauern oder einem übergemeindlichen Betrieb, der für viele Gemeinden die Pflege, Erhaltung und Neuanlage von Biotopen managed.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Mediterraneus am 22. September 2016, 15:28:59
Falls zweiteres der Fall, dann befürchte ich, dass es auch keine nachhaltige Lösung ist.
Irgendwann wird das zu teuer werden  :-\
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Gartenplaner am 22. September 2016, 15:40:33
Im reichen Luxemburg funktioniert das wohl, der Betrieb ertrinkt in Arbeit.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Staudo am 22. September 2016, 15:43:11
Und was hast du mit dem Rohstoff "Gras" gemacht?


Da es sich nicht weglabern lässt, werde ich es nächste Woche wegräumen und kompostieren.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Mediterraneus am 22. September 2016, 15:52:22
Brav.
Es wären theoretisch davon ein paar Tierchen satt geworden.

Eine Problematik, welche sich bei der Landschaftspflege übrigens immer mehr stellt: Wohin mit dem Gras? Früher wurde einfach Kuh draus, oder Kaninchen.

Oft wird dann von "Landschaftspflegern" gemulcht. Aber das ist wiederum kontraproduktiv für Wildblumen (Tiere und Insekten), da durch den Mulch wieder Nährstoffe zugeführt werden, also wieder mehr Gras als Blumen wächst.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Staudo am 22. September 2016, 15:54:04
Ich halte Kaninchen, welche jeden Tag frisches Gras bekommen. Allerdings habe ich momentan nur vier. Es wäre Gras für vierhundert da.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Frühling am 22. September 2016, 15:56:59
Danke fuer eure Vorschlaege - es hat mir geholfen, das Thema bei euch vorzubringen!
Gemaeht wird unsere Feuchtwiese max. 2 Mal pro Jahr, Anfang Juli und dann einen Monat spaeter.  Ja, ich wuerde gerne Blumen aussaeen, die im angrenzenden geschuetzen Biotop wachsen.  Aber, wie schon gesagt, die Natur zu schuetzen, oder wenigstens zu erhalten, geht nicht ohne Muehe!  Ich finde meine Bemuehungen sind wie ein Sandkorn am Strand, wenn ich sehe dass frischer Mist auf einem Feld abgelagert wird und dann munter in das angrenzende, geschuetzte Biotop laeuft. Ihr seht das auf dem Photo.

Noch ein Kommentar zur direkten Fleischvermarktung.  Man muss schon den Betrieb gut kennen um das Fleisch von dort kaufen zu wollen. Haende weg vom Internetkauf.  Ich spreche aus Erfahrung.

@Gaenselieschen: ich fand deine Geschichte schoen und glaub dir gerne, dass sie in Erinnerung bleibt.  Wir haben auch Straeucher fuer unsere Mutti gepflueckt und ich wuerde es gerne noch heute tun, aber von welchen Wiesenblumen?? :(
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Mediterraneus am 22. September 2016, 16:02:06
Ich halte Kaninchen, welche jeden Tag frisches Gras bekommen. Allerdings habe ich momentan nur vier. Es wäre Gras für vierhundert da.

Da sieht man das Potential. Wenn man alle Wiesen zusammenrechnet, welche Gras produzieren, das man nicht braucht.
Wieviele Tiere bekämen dadurch artgerechtes, vor Ort erzeugtes Futter (auch Grasbratling für Veganer? ).

Nimmst du Bestellungen entgegen, für den nächsten Weihnachtsbraten?  ;D
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Gartenplaner am 22. September 2016, 20:40:53
...
Gemaeht wird unsere Feuchtwiese max. 2 Mal pro Jahr, Anfang Juli und dann einen Monat spaeter. ...


Nochmal (oder das 2. Mal erst) im September oder Oktober zu mähen bringt den Vorteil, daß die Wiese im Frühjahr noch nicht so hoch ist und nicht schon "struppig" aussieht.
Und wenn man Frühlingsblüher wie Schneeglöckchen (in den weniger feuchten, leicht beschatteten Bereichen eurer Wiese ein Versuch wert), Märzenbecher (auf jeden Fall in schattigeren Ecken eurer Feuchtwiese einen Versuch wert) oder auch Primula veris oder Cardamine pratensis in der Wiese hat, wirken die wesentlich besser, weil noch nicht so im Gras eingewachsen.


[size=78%]Die "Grasentsorgung" war bei meiner Obstwiese auch ein großes Problem - die wenigen noch aktiven Landwirte in unserem und nachbarlichen Dörfer haben kein Interesse dran, nicht nahrhaft genug für Turbokühe.[/size]
Es sind 5 Rundballen, die da Ende Juli anfallen.
Der Galabaubetrieb, der jetzt die Mahden macht, wirds wohl auch kompostieren.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Frühling am 29. September 2016, 22:34:00

Nochmal (oder das 2. Mal erst) im September oder Oktober zu mähen bringt den Vorteil, daß die Wiese im Frühjahr noch nicht so hoch ist und nicht schon "struppig" aussieht.
Und wenn man Frühlingsblüher wie Schneeglöckchen (in den weniger feuchten, leicht beschatteten Bereichen eurer Wiese ein Versuch wert), Märzenbecher (auf jeden Fall in schattigeren Ecken eurer Feuchtwiese einen Versuch wert) oder auch Primula veris oder Cardamine pratensis in der Wiese hat, wirken die wesentlich besser, weil noch nicht so im Gras eingewachsen.

Danke fuer die Tipps - Maerzenbecher hab ich vor einigen Jahren versucht, hat aber nicht geklappt.  Allerdings ist ein Teil der Wiese jetzt bedeutend trockner und es waere noch einen Versuch wert.  Moechte auch gerne Wiesenblumen aussaeen and naechstes Jahr werde ich deinen Rat befolgen. Momentan hab ich nur Lunaria annua zur Verfuegung.  Bin auch auf den interessanten Wiesenblumenthread gestossen und so einiges moechte ich naechstes Jahr probieren.  Vor Jahren gab es auf unserer Wiese Trollblumen aber leider sind sie verschwunden.  Wie leicht oder schwer ist es sie auszusaeen?
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Gartenplaner am 29. September 2016, 23:07:59
Gern doch.
Hattest du die Leucojum vernum als Zwiebeln im Herbst gepflanzt?
Das schlägt oft fehl, weil die Zwiebeln sehr früh Wurzeln treiben, schon im August, Zwiebeln, die trocken lagern und erst im September verkauft werden, werden meist nix, hab die Erfahrung letztes Jahr mit gekauften Zwiebeln Anfang September gemacht, von denen kam keine dieses Jahr wieder.
Gut funktioniert hat die Pflanzung von kurz nach der Blütezeit ausgegrabenen kompletten Pflanzen, eine Forumlerin hatte mir großzügigerweise eine große Anzahl gegeben, weil Märzenbecher ihr in ihrem Garten seltene Pflänzchen überwuchern.
Aber da muss man erstmal wen finden, der spendet, müsstest es im Frühjahr am "grünen Brett" versuchen.
Aussäen soll, wenn die Bedingungen gut sind und deine Wiese klingt danach, auch gut gehen, da hat letztes Jahr im Juni im Märzenbecher-Thread jemand Samen angeboten.
Dieses Jahr hab ich nochmal einen kleinen Zwiebelpflanzversuch mit 15 Stück von einem Händler gemacht, der die Zwiebeln in leicht feuchter Erde zu einem Pflanzenmarkt mitgebracht hatte, die hatten schon vereinzelt Wurzeln und sahen insgesamt gut aus.


Es gibt übrigens einige Threads über Blumenwiesen:Wiesenblumen aussäen, Magerwiese/Magerrasen, Wildblumenwiese, ein paar Fragen, Bisheriger Acker zu Streuobstwiese - Blütenreiche Wiese für die Bienen?

Ich hab mich etwas umgeschaut und bei Hof Berggarten und Syringa Feuchtwiesensamenmischungen gefunden, Hof Berggarten hat dazu Einzelsaatgut und Pflanzen der Trollblume:

Hof Berggarten Feuchtwiese Nymphe
Hof Berggarten Feuchter Saum (70% Blumen-, 30%Gräsersamen, aber eher eine Auswahl, die nur eine Mahd pro Jahr gut verträgt - eher was für den Übergang Wiese-Wildhecke, wo man nicht so gut mähen kann)
Hof Berggarten Saatgut Trollblume
Hof Berggarten Pflanze Trollblume

Syringa Feuchtwiesensamenmischung (hervorhebenswert finde ich bei Syringa, dass der Blumenanteil 70% ausmacht und nur 30% Gräser, bei Nymphe von Berg Hofggarten nur 39%)


(Die Syringa-Seiten streikten bei mir grad etwas, musste mehrfach neu laden, bis sie angezeigt wurden.)

Ich hab meine Wiesenblumen bisher immer im Herbst gesät, viele Arten brauchen die Winterkälte, um im Frühjahr keimen zu können, die würden sonst erst im Frühling darauf keimen.
Wie schwierig oder einfach die Trollblume zu säen ist, dazu kann ich nix schreiben, dafür ist meine Wiese doch längst nicht feucht genug.
Die Kuckuckslichtnelke hält sich so gerade eben, aber Wiesenschaumkraut breitet sich langsam aus, meine Wiese ist eher feucht bis frisch (momentan sogar an vielen Stellen knochentrocken)
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Frühling am 30. September 2016, 08:50:25
Das war mehr als nett dir die Muehe gemacht zu haben mir so ausfuehrlich zu antworten. Werde mir alles gruendlich durchlesen, auch die Links. Nochmals vielen Dank -werde auf das Thema hier zurueckkommen - es waere wirklich schoen die Wiese  so naturnah wie moeglich zu erhalten.  Habe dort auch etliche Aroniastraeucher und alte Apfelbaumsorten gepflanzt und eigentlich zu meinem Erstaunen waechst alles sehr gut.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Gartenplaner am 30. September 2016, 13:34:47
Ich werkel ja schon fast 10 Jahre an der Anreicherung meiner Obstwiese herum, deshalb kenn ich die Händler und deren Mischungen.
Und ich hab die Wiese die 7 Jahre davor schon einmal im Jahr mähen lassen, womit ichs geschafft habe, sie schon etwas abzumagern, so daß sich noch vorhandene Reste an Wiesenblumen wieder anfingen, auszubreiten.
Dann fing ich auch mit dem dazu säen an.

Das Abmagern und Fördern der Wiesenblumen geht jetzt mit dem 2x Mähen natürlich noch ständig weiter und auch noch besser.

Neben dem Erhalten der noch vorhandenen Natur, eigentlich ja das Thema dieses Threads, kann man aber in seinem eigenen Garten auch in kleinem Maßstab "Natur" wieder bereichern oder manchmal sogar wieder erschaffen, vor allem, wenn so gute Grundvoraussetzungen schon gegeben sind, wie bei dir.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: bristlecone am 30. September 2016, 13:40:01
Du sprichst da einen wichtigen Punkt an:
Man kann im eigenen Garten natürlich wirkende Flächen schaffen und dort auch selten gewordene heimische Pflanzen ansiedeln wie z. B. Märzbecher - aber "Natur" ist das nicht - es ist und bleibt ein Garten. Was auch völlig in Ordnung ist.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Gartenplaner am 30. September 2016, 13:54:26
Wobei die Kulturlandschaft, die den größten Teil Europas außerhalb von Städten bedeckt, ja auch keine echte "Natur", im Sinne von "vom Menschen unberührt", mehr ist - meist wird aber Kulturlandschaft als "Natur" betrachtet und angeführt, ich glaube, darüber wurde auch schon früher im Thread geschrieben.

Zumindest die Kulturlandschaftsform "extensive Wiese" mit ihrer "Natur" kann man relativ einfach mit entsprechenden Pflegemaßnahmen und ein bisschen Unterstützung durch Saatgut im Garten wiedererschaffen.
Das sind dann meist zwar keine "wertvollen" Kalkmagerrasen, aber für Fauna und Flora sind sie schonmal wertvoller als die heut in vielen Gegenden dominierenden Intensiv-Grünlandnutzungen.
Beobachte das selber bei mir im Garten - die Zunahme von Insekten ist beeindruckend und ich glaube, damit zusammenhängend, auch die Zunahme der Menge an brütenden Vögeln.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Frühling am 30. September 2016, 15:59:33
Du sprichst da einen wichtigen Punkt an:
Man kann im eigenen Garten natürlich wirkende Flächen schaffen und dort auch selten gewordene heimische Pflanzen ansiedeln wie z. B. Märzbecher - aber "Natur" ist das nicht - es ist und bleibt ein Garten. Was auch völlig in Ordnung ist.

Ja, ich frage mich auch manchmal was wir unter "Natur" verstehen.  Fuer viele sind es einfach die Gruenflaechen, die nicht landwirtschaftlich genuetzt werden und auch keine Gaerten sind.

"Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?" Wenn ich mich das bei unserer Wiese frage, gibt es fuer mich keine einfache Antwort. Vor etwa 30 Jahren, als wir dieses Stueck Land erworben, war der groesste Teil mit Schilf bewachsen. Es wuchsen ein paar Erlen und viele Weiden.Der Mensch hatte hier nicht eingegriffen. Wir maehten einen Teil (mit der Sichel!!! Waren eben jung und vollem Enthusiasmus....) und langsam aber sicher aenderte sich die "Natur". Wir sahen Trollblumen und Enzian.  Dann kam eine Zeit, wo diese Pflanzen verschwanden, das Gelaende trockener wurde (auch durch die Pferde, die fuer 2 Jahre dort weideten) und die "Natur" hatte sich geaendert. Es begann eine Zeit in der ich mehr Zeit hatte und viele Stunden verbrachte Weidenbuesche zu kuerzen so dass das Ausreissen einfach wurde. Es wurde 2x pro Jahr gemaeht (diesmal nicht mit der Sichel....) und die Vegetation veraenderte sich wieder. Heute waechst viel "Bistorta officinalis", Lythrum salicaria, lysimachia vulgaris, epilobium hirsutum, valeriana offic. ,cirsium palustre - aber auch Brennesseln und Maedesuess. Die Erlen haben sich ausgebreitet und duerfen bleiben, dazugesellt haben sich ein paar Eichen, Holunder, Aubepine und natuerlich meine Apfelbaeume. Schilf gibt es fast kaum noch.  Also es ist nicht die "Natur" wie vor 30 Jahren, aber ein Garten ist es bestimmt auch nicht.  Heute sah ich zufaellig in einem Geschaeft "Gentiana scabra" und werde sie auf der Wiese pflanzen. Natuerlich ist es nicht die Sorte, die dort vor vielen Jahren wuchs und vielleicht geht das nicht in "Richtung Naturerhaltung", aber ..... ich hoffe, dass es ihr dort gefaellt und sie sich verbreitet :D
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Gartenplaner am 07. Oktober 2016, 12:50:47
Durch die plakative Schlagzeile im Infoboard aufmerksam geworden  ;D  hab ich einen hierher wunderbar passenden Beitrag aus dem Blog von Noel Kingsbury entdeckt:
Beyond 'nature as a virgin - garden as a whore'.
In dem Artikel beschäftigt er sich mit der Frage, was genau noch "Natur" ist und erörtert, ob es nicht realistischer sein könnte, den Natur- und Umweltschutz eher als eine Art "gärtnerische Pflege im großen Maßstab" zu betrachten
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Eva am 10. Oktober 2016, 20:06:11
Ich stell mal das Link hier rein: da geht es um Bienen - und zum Ende hin um "nature deficit disorder", was ich auch für eins der Hauptprobleme halte.
http://www.ted.com/talks/dennis_vanengelsdorp_a_plea_for_bees
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Staudo am 10. Oktober 2016, 23:13:49
Das hier verstehe ich besser.  ;)
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Frühling am 14. Oktober 2016, 13:39:02
Danke fuer die 2 Links. Ja, wenn sich jeder ein bisschen besinnen wuerde, ein bisschen mehr an die Natur denken wuerde, sie beobachten wuerde, taeten wir einen Schritt in die richtige Richtung. Vielleicht wuerden wir dann anfangen uns beim naechsten Kauf zu ueberlegen welche Pflanzen auch den Bienen wohltun wuerden ob, der naechste Strauch auch Beeren fuer die Voegel haette, ob der Rasen nicht in ein Stueck Wiese umgewandelt werden koennte. Vielleicht wuerde die Natur dann langsam aber sicher wieder ins Gleichgewicht rutschen und der Defizit wuerde sich verkleinern.  Und sagt mir bitte, bitte nicht, dass das eine Illusion ist :(
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Staudo am 14. Oktober 2016, 13:48:19
In manche Gärten wünscht man sich überhaupt einen Strauch, meinetwegen auch eine Forsythia oder eine Scheinzypresse, Hauptsache etwas Grünes.  ;)
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Melisende am 14. Oktober 2016, 13:48:59
Wir haben Lavendel im Garten gepflanzt (6 Stück) und dann aus anderer Quelle nochmal 6 Stück nachgekauft. Aussehen und Bezeichnung der Pflanzen war identisch.

Sie haben sich allerdings ganz unterschiedlich entwickelt. Der eine blieb relativ klein und hat eine wunderschöne Form und Blüte, der andere wuchert und ist ziemlich langstielig.

Wir wollten also den, der uns nicht so gut gefällt, durch einen schöneren ersetzen.

Aber:

Die Hummeln sind ganz verrückt nach dem "unschönen" Lavendel. Weniger als 5 am Stück habe ich dort nie gesehen. Der "schöne" Lavendel interessiert die Hummeln nicht.

Darum dürfen jetzt beide Lavendel bleiben. Einer für uns und einer für die Hummeln.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Staudo am 14. Oktober 2016, 13:53:35
Was ist mit den anderen vier Pflanzen? Wurden die durch Kieselsteine ersetzt?
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Melisende am 14. Oktober 2016, 13:57:20
Wieso vier?
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Frühling am 14. Oktober 2016, 14:17:45
@ melisende - genau, das ist es _ ihr habt beobachtet und die Hummeln werden euch dankbar sein! Bei uns im Gemuesegarten waechst viel zu viel Gurkenkraut - aber nur ein kleiner Teil wird entfert denn die Bienen der Nachbars lieben es - das gleiche gilt fuer's Bohnenkraut! Selbst bei Rosen koennte man sich ueberlegen bei welchen die Insekten an den Nektar kommen, die gefuellten Blueten sind nicht ideal fuer sie. Wenn man anfaengt an die Bienen zu denken, sieht man den Garten mit anderen Augen!! Und noch dazu was wuerden unsere Obstbaeume ohne Bienen tun??
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Melisende am 14. Oktober 2016, 14:31:18
Ich versuche ja, den Garten schmetterlingsfreundlich umzugestalten. Darum haben wir auch ein kleines Kräuerbeet angelegt. Schmetterlinge habe ich zwar noch keine dort gesehen, aber viele Bienen und Hummeln.

Bei Blumen achte ich darauf, dass die Blüten nicht gefüllt sind.

Das sind zwar nur Kleinigkeiten, aber wenn viele Leute etwas Kleines machen, dann kann dabei auch etwas Großes entstehen.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: KerstinF am 14. Oktober 2016, 14:45:46
Das sind zwar nur Kleinigkeiten, aber wenn viele Leute etwas Kleines machen, dann kann dabei auch etwas Großes entstehen.
  :D
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Frühling am 14. Oktober 2016, 14:51:19
Ich seh das auch so :)
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: fisali am 14. Oktober 2016, 14:59:57
Schöne Bemühungen, ihr habt meine Sympathie.

Aber sagen wir doch die Wahrheit: die Natur wird einerseits durch das Verhalten der Menschen geformt, und da kann die Erziehung ansetzen, also eben der Diskurs mit den Blüten. Oder derjenige mit dem weniger Fliegen. Oder der, auch mal für kurze Strecken nicht den Wagen, sondern das Velo zu nehmen. Usw.

Anderseits, und dieser Faktor ist, ob es uns gefällt oder nicht (mir gefällt das gar nicht), der gewichtigere: es gibt zu viele Menschen auf der Erde. Wenn sich heute alle lebenden Menschen vorbildlich verhalten würden im Sinne des obigen Abschnitts, würde sich vieles, ja sehr vieles verbessern, aber es genügte nicht.

Was also sollen wir tun? Ich habe bewusst keine Kinder, eben damit nicht noch zwei oder mehr Menschen Schäden an der Natur anrichten, denn wie könnte ich ihnen verbieten, Auto zu fahren, lange strecken zu fliegen, ja zu leben, wie wir heute leben?
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Bumblebee am 15. Oktober 2016, 14:29:33
Die Weiterentwicklung von resourcenschonenden Technologien wird voranschreiten. Energieverbrauch, Verbrauch von begrenzten Bodenschätzen wird abnehmen, die Reinhaltung von Luft, Gewässern und Boden wird sich weiter verbessern.


So ist es die Bildung, die Rettung bringen wird. Wissenschaft und Forschung, freier Zugang zu Bildung für alle, weltweit. Hier gilt es anzusetzen. Bildung schafft die Grundlage zur Lösung der Umweltprobleme, zur Beseitigung von Konflikten. Juwelen menschlicher Kreativität schlummern irgendwo, wir müssen sie nur finden.
Möglich wird das z.B. durch den online-Besuch von renommierten Universitäten, deren Professoren sich dazu bereit erklären. Das Angebot ist zugangsfrei und gratis.

Probleme, die aus heutiger Sicht unlösbar erscheinen, sind eben nur aus heutiger Sicht unlösbar.

 :)
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Eva am 15. Oktober 2016, 17:03:33
jou. Und Frauenbildung ist eine der wirksamsten Methoden zur Reduzierung der Geburten in Entwicklungsländern.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Mediterraneus am 18. Oktober 2016, 14:41:27
Die Weiterentwicklung von resourcenschonenden Technologien wird voranschreiten. Energieverbrauch, Verbrauch von begrenzten Bodenschätzen wird abnehmen, die Reinhaltung von Luft, Gewässern und Boden wird sich weiter verbessern.


So ist es die Bildung, die Rettung bringen wird. Wissenschaft und Forschung, freier Zugang zu Bildung für alle, weltweit. Hier gilt es anzusetzen. Bildung schafft die Grundlage zur Lösung der Umweltprobleme, zur Beseitigung von Konflikten. Juwelen menschlicher Kreativität schlummern irgendwo, wir müssen sie nur finden.
Möglich wird das z.B. durch den online-Besuch von renommierten Universitäten, deren Professoren sich dazu bereit erklären. Das Angebot ist zugangsfrei und gratis.

Probleme, die aus heutiger Sicht unlösbar erscheinen, sind eben nur aus heutiger Sicht unlösbar.

 :)

Das ganze wird aber ganz sicher nicht in einer gewinnorientierten Marktwirtschaft ("Marktdiktatur") passieren  ;)
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Mediterraneus am 18. Oktober 2016, 14:42:21
Wieso vier?

10
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Bumblebee am 18. Oktober 2016, 14:48:29
Das ganze wird aber ganz sicher nicht in einer gewinnorientierten Marktwirtschaft ("Marktdiktatur") passieren  ;)

Doch, doch ich denke schon. Bessere Technologien führen zu wirtschaftlicheren Verbesserungen, die für alle von Nutzen sein können. Letztlich kann es sich niemand erlauben, sich der eigenen Grundlagen zu entziehen. Deshalb ist es ja gerade so wichtig, die Jugend zu motivieren, auszubilden. Sie hat ein starkes Interesse, die Zukunft, ihre Zukunft zu gestalten, zu verbessern.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: fisalis am 18. Oktober 2016, 14:55:50
Ich hoffe ja, du hast Recht.
Ich schaffe es momentan noch nicht zu glauben, dass die schiere Zahl der potentiell die Natur zerstörenden Menschen weltweit nicht der entscheidende Faktor ist.
Argumente nehme ich gerne an.
Ich wohne in einer Gegend, die rasant wächst, obschon sie schon auf einem sehr hohen Niveau ist, also verbrauchsmässig. Mir wird oft Angst und Bange, wenn ich sehe, wie viele neue Blocks da noch gebaut werden und gebaut werden sollen. Meine Wohngemeinde, ein ehemals nettes kleines Dorf in der Zür(i)cher Agglo, ist in zwei Jahren von 2800 auf 3800 Einwohner angewachsen.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Mediterraneus am 18. Oktober 2016, 14:58:51
Das ganze wird aber ganz sicher nicht in einer gewinnorientierten Marktwirtschaft ("Marktdiktatur") passieren  ;)

Doch, doch ich denke schon. Bessere Technologien führen zu wirtschaftlicheren Verbesserungen, die für alle von Nutzen sein können. Letztlich kann es sich niemand erlauben, sich der eigenen Grundlagen zu entziehen. Deshalb ist es ja gerade so wichtig, die Jugend zu motivieren, auszubilden. Sie hat ein starkes Interesse, die Zukunft, ihre Zukunft zu gestalten, zu verbessern.

Also was ich so mitbekomme, zählt nur der Verkauf. Ständig mehr. Notfalls produzieren wir mit viel Energie für den Müll. Umweltschutz geht nur, wenn es die Wirtschaft ankurbelt.
Notfalls auch "emissionsfreie" Autos. Zumindest sind sie bei der Fahrt emissionsfrei. Nicht aber in der Herstellung und Endlagerung (Akku!)
Bücher lesen wir mit Akku, Bilder an der Wand wechseln mit Strom das Motiv. Der Rollo geht selbstverständlich elektrisch hoch, wir bemühen mit jedem Internetklick die ökologisch wertvollen Windkraftanlagen, wieviele Server mit viel Strom rattern, wenn wir im Internet fernsehen, möchte ich gar nicht wissen. Die Internetbestellung kommt täglich, die Lieferanten verstopfen die Autobahn. Wir essen veganes Soja aus Übersee, CO2 neutral mit dem Flugzeug.
usw.

Wenn wir irgendwas bei uns einsparen, dann auf Kosten anderer (die sich nicht wehren können)
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Bumblebee am 18. Oktober 2016, 15:12:16
Ja, korrekt. Aber der Spritverbrauch und Ausstoss relevanter Gase und Partikel gehen kontinuierlich zurück. Die Energieeffizienz von Maschinen, Öfen etc. steigt ständig, der Kapazität von Akkumulatoren wird verbessert.

Es gibt meiner Ansicht nach nur 2 Möglichkeiten:

eigene Einschränkung und Handlungsweise, die Natur- und Resoucrenschonend ist. Da gibt es aber ein wirtschaftliches Problem, denn nicht jeder kann sich entsprechende Produkte leisten oder so leben (muss 40 km pendeln, gibt keinen OPVN z.B.)
Hier muss durch Technologie Hilfe kommen.

Wirtschaft und Aufbau in Entwicklungsländern leisten, damit dort ebenfalls Bildung und Wohlstand einkehren können und die Menschen überhaupt in die Lage versetzt werden, sich um Umwelt und Natur zu kümmern und nicht täglich um ihre Exsistenz kämpfen müssen.

Ausbildung der Menschen

Und das geht natürlich nicht von jetzt auf gleich. Aber anders gehts auch nicht. Simsalabim gibts nicht, leider. :)

Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Mediterraneus am 18. Oktober 2016, 15:21:58
Ich halte "Resourcen schonen" erst mal für einen guten Weg.

Kleines Auto mit wenig Verbrauch. Der Trend ist leider eher ein spritfressender SUV.
Alte Geräte nutzen, solange sie funktionieren. Die meiste Energie wird beim Herstellungsprozess neuer Geräte verbraucht. Der Trend geht eher zum Zweit oder Drittgerät. Wegwerfgesellschaft.
Produktion in der Region, kurze Wege, kleine Produzenten, Vielfalt. Der Trend ist eher Globalisierung und Einheitsbrei, immer weniger und größere Konzerne.

Ich seh da momentan echt keine positive Entwicklung. Uns geht's einfach zu gut, wir müssen uns keine Gedanken machen, Essen kommt aus dem Supermarkt, Strom aus der Steckdose. Landschaft ist wurscht. Hier trinken die Jungen eher Apfelsaft aus dem Tetrapack, anstatt Saft aus den heimischen Streuobstwiesen. Für einen Apfel bückt sich keiner mehr. Schade.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: fisalis am 18. Oktober 2016, 15:24:28
Zitat von: Bumblebee link=topic=[b
Link entfernt!1[/b]2743935#msg2743935 date=1476796336]
Ja, (...) leider. :)

Was fehlt ist die Einsicht, dass wir mal endlich aufhören sollten, mehr als Kind zu haben.
Ein Kind, das nicht geboren wird, muss man nicht dazu erziehen, möglichst wenige Ressourcen zu verschwenden, was bei den geborenen ja nicht klappt, und wenn, verbrauchen sie immer noch.
1min. Beitragsanzahl noch nicht erreicht
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Mediterraneus am 18. Oktober 2016, 15:25:33
Zitat von: Bumblebee link=topic=[b
Link entfernt!1[/b]2743935#msg2743935 date=1476796336]
Ja, (...) leider. :)

Was fehlt ist die Einsicht, dass wir mal endlich aufhören sollten, mehr als Kind zu haben.
Ein Kind, das nicht geboren wird, muss man nicht dazu erziehen, möglichst wenige Ressourcen zu verschwenden, was bei den geborenen ja nicht klappt, und wenn, verbrauchen sie immer noch.
1min. Beitragsanzahl noch nicht erreicht

Vielleicht macht das Kind aber was besser als sein Erzeuger. Die Hoffnung stirbt zuletzt ;)
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Bumblebee am 18. Oktober 2016, 15:26:43
Wie Eva schon sagte, dazu Bedarf es der Bildung. In den Industrienationen geht die Geburtenrate zurück.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: fisalis am 18. Oktober 2016, 15:27:33
Ja, dann hoffe mal.  ;D
Aber auch wenn es es besser macht, verbraucht es immer noch mehr als sein nicht geborener Bruder oder Schwester.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: fisalis am 18. Oktober 2016, 15:28:32
Zitat von: Bumblebee link=topic=[b
Link entfernt!1[/b]2743949#msg2743949 date=1476797203]
In den Industrienationen geht die Geburtenrate zurück.

Ein Stein auf den heissen Tropfen: in allen armen Ländern nimmt sie immer noch zu.
1min. Beitragsanzahl noch nicht erreicht
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Mediterraneus am 18. Oktober 2016, 15:29:17
Wie Eva schon sagte, dazu Bedarf es der Bildung. In den Industrienationen geht die Geburtenrate zurück.

Genau. Und deshalb ist bei uns alles im Lot mit Naturschutz und Co.  ;)
Immer weniger brauchen dann zunehmende Ressourcen.

Ich habe eher das Gefühl, dass wir mit steigender Abiturrate immer weltfremder werden
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Frühling am 18. Oktober 2016, 15:44:49

Und das geht natürlich nicht von jetzt auf gleich. Aber anders gehts auch nicht. Simsalabim gibts nicht, leider. :)

Das ist fuer mich DAS Problem - es geht viel viel zu langsam. Bis die ganze Welt auf dem gleichen Niveau steht wird zuviel Zeit vergehen. Ich stimme auch Fisalis bei, dass die Ueberbevoelkerung ein supergrosses Problem ist, das aber auch nicht so leicht ist zu loesen.  Bildung spielt sicherlich eine ganz grosse Rolle. Die Frage fuer mich bleibt: wieviel Zeit hat die Erde um all das wieder ins Gleichgewicht zu kriegen?? Vielleicht muessen wir uns aufraffen uns wirklich zu aendern, nich nur Pflaesterchen aufkleben, und das ueberall, nicht nur in ein paar Staaten  und vielleicht wird das zu einer internationalen Weltregierung fuehren!!
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Mediterraneus am 18. Oktober 2016, 16:03:00

Das ist fuer mich DAS Problem - es geht viel viel zu langsam. Bis die ganze Welt auf dem gleichen Niveau steht wird zuviel Zeit vergehen.....


Gerade das macht mir Angst. Wenn die ganze Welt unseren Energie- und Resourcenhunger hätte, wenn jeder Chinese seinen SUV hat, jeder Inder ein Smartphone, Marktwirtschaft in Zentralafrika......

 :-\
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: fisalis am 18. Oktober 2016, 16:05:29
Mal unter uns: wer von euch hier hat mehr als ein Kind?
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Staudo am 18. Oktober 2016, 19:44:18
Zwei Söhne und drei Enkel und das soll's noch nicht gewesen sein.  8)
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Secret Garden am 18. Oktober 2016, 19:50:06
bei dem opa werden das sicher natur- und pflanzenfreunde werden. ;)
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: lonicera 66 am 11. März 2017, 10:15:04
Kein Fleck der Erde ist mehr sauber!
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: polluxverde am 24. Mai 2017, 11:32:29
Kein Fleck der Erde ist mehr sauber!
Hallo Lonicera  66, ich lese den von dir eingestellten FAZ Beitrag zur Vermüllung der Ozeane erst heute, und bin entsetzt über das Ausmaß
der Plastikbelastung, und über  die  ungebremsten Begehrlichkeiten der Industrie und Wirtschaft, die die Erde weiterhin scheinbar nur als
Marteriallager und als Entsorgungsplatz betrachten... Passend  zu dem Thema ist heute in der FR ein Beitrag über Chinas Pläne, Methanhydrat im großen Stil aus den Meeren abzubauen, nachzulesen,  ein Vorhaben, das der  viel wichtigeren Förderung  der  erneuer-
baren Energien entgegensteht. Entscheidend für die  weitere Entwicklung ist aus meiner Sicht, wie wir als Zielgruppe der Verkaufs-
Interessen der Konzerne unser Konsumverhalten regeln, dh Plastik vermeiden, weniger Fleisch essen, weniger oder kein Auto fahren,
Medienkonsum einschränken und viele andere  individuell mögliche Ansätze mehr, insbesondere Abkehr vom Diktat des stetigen
Wachstums und nach dem Motto " Weniger ist mehr " mehr aus dem Leben machen. Die Erkenntnis, das es mit unserem momentanen,
westlich geprägten Lebensstil nicht so weiter geht, ist den meisten unter uns sicherlich schon gekommen, aber danach zu leben und
den Schalter umzulegen, fällt schwer, zugegebenermaßen auch mir. Wir sind gefangen in gesellschaftlichen, beruflichen, politischen
und privaten Abläufen, die häufig wenig nachhaltig und umweltschonend sind ( Mobilitätszwang / Konsumfalle etc ), Fatalismus ist
trotzdem nicht angesagt, sondern Politik der kleinen Befreiungsschritte im privaten wie im allgemeinen Umfeld.
Der Ast, auf dem wir alle sitzen, ist schon ziemlich angeknackst, und Ersatzäste gibt es an diesem Baum nicht.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: bristlecone am 04. November 2017, 08:17:50
Diesen Leserbrief in der hiesigen Lokalzeitung zum Theme "Wölfe in Baden-Württemberg" möchte ich euch nicht vorenthalten: Der Minister verhindert effektive Herdenschutzmöglichkeiten.

Verfasst von einem, der selbst sagt: "Ich bin kein verklärter Wolfsliebhaber, sondern gehöre zu denjenigen, die 2012 mit Annette Wohlfarth, Geschäftsführerin des Landesschafzuchtverbandes, den Herdenschutz in Baden-Württemberg angestoßen haben."
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Roeschen1 am 04. November 2017, 18:14:12
Mal unter uns: wer von euch hier hat mehr als ein Kind?
aus einem Fernsehbericht:
Im Gazastreifen lebt eine Familie mit über 30 Kindern... :o
Der Mann hat 3 Frauen, ist ca 50 jahre alt und denkt darüber nach sich eine junge 4. zu holen.
Er geht nicht arbeiten, die Familie lebt von Unterstützung und es gibt nicht genug zu essen.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: RosaRot am 04. November 2017, 18:40:17
Diesen Leserbrief in der hiesigen Lokalzeitung zum Theme "Wölfe in Baden-Württemberg" möchte ich euch nicht vorenthalten: Der Minister verhindert effektive Herdenschutzmöglichkeiten.

Verfasst von einem, der selbst sagt: "Ich bin kein verklärter Wolfsliebhaber, sondern gehöre zu denjenigen, die 2012 mit Annette Wohlfarth, Geschäftsführerin des Landesschafzuchtverbandes, den Herdenschutz in Baden-Württemberg angestoßen haben."

Ja, Herdenschutz ist ein Thema, im nördlichen/östlichen Sachsen-Anhalt sowieso, mittlerweile auch in den Harzrandgebieten -hier reißen momentan eher Luchse (die im Harz wieder ausgewildert wurden und sich gut vermehrt haben), Wölfe wurden aber auch schon mehrfach beobachtet(weil sie in Luchs-Fotofallen liefen).
Dazu war gerade im Lokalblat ein Bericht über eine Schäferin aus einem Nachbarort.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Hänschen am 04. November 2017, 18:51:22
Unsere (ehemals) einsame Wölfin hier hat sich mit einem Hund inzwischen 6-fach vermehrt. Noch streiten sich Experten, ob diese Hybriden auch unter Schutz stehen. Dem Schäfer dort fehlt wohl schon die halbe Herde. Die Meinungen gehen extrem auseinander, aber nun ist ja kein Wahlkampf mehr.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Staudo am 04. November 2017, 18:56:26
Im Landkreis Bautzen (östlich von Dresden) hat ein Wolfsrudel gelernt, sämtliche empfohlene Herdenschutzmaßnahmen zu überwinden. Deshalb forderte der Landrat wiederholt den Abschuss eines Tieres, um das Rudel zu vergrämen. Nach einigem hin und her gab das sächsische Umweltministerium grünes Licht. Der NABU hat gegen diese Entscheidung geklagt, woraufhin die Untere Jagdbehörde beim Landkreis Bautzen die Entscheidung des Umweltministeriums aussetzte. Man kann sich gut vorstellen, was die Schafhalter der Region von dieser Entscheidung halten.

Richtigstellung: Die Klage kommt nicht vom NABU.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: RosaRot am 04. November 2017, 18:59:31
Ich dachte die Thüringer Hybriden sollen getötet werden? So las ich neulich hier in der Zeitung.
Was die  Schafhalter bei Euch denken, kann ich mir lebhaft vorstellen, Staudo -(und wenn sie dann auch noch für den Naturschutz die Herden halten, wie die hiesige Schäferin...)

Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Hänschen am 04. November 2017, 19:03:39
So war wohl die erste Entscheidung, aber es gab Einsprüche, und nun wird diskutiert. Gegen Jahresende machen sich die Welpen aber selbstständig und sind weg.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: RosaRot am 04. November 2017, 19:13:58
Im Landkreis Bautzen (östlich von Dresden) hat ein Wolfsrudel gelernt, sämtliche empfohlene Herdenschutzmaßnahmen zu überwinden. Deshalb forderte der Landrat wiederholt den Abschuss eines Tieres, um das Rudel zu vergrämen. Nach einigem hin und her gab das sächsische Umweltministerium grünes Licht. Der NABU hat gegen diese Entscheidung geklagt, woraufhin die Untere Jagdbehörde beim Landkreis Bautzen die Entscheidung des Umweltministeriums aussetzte. Man kann sich gut vorstellen, was die Schafhalter der Region von dieser Entscheidung halten.

Richtigstellung: Die Klage kommt nicht vom NABU.

Soso....
Vielleicht ist Euer die Herdenschutzmaßnahme überwindendes Rudel eine Fake-News? :o
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Staudo am 04. November 2017, 19:20:06
Wenn selbst das Umweltministerium einem Abschuss zustimmt, wird etwas an der Meldung dran sein.  ;) Nur ich hatte mich geirrt.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: RosaRot am 04. November 2017, 19:22:39
So war wohl die erste Entscheidung, aber es gab Einsprüche, und nun wird diskutiert. Gegen Jahresende machen sich die Welpen aber selbstständig und sind weg.

und suchen sich hübsche Schäferhundmädelchen oder Wölflein... :D und dann gibt's nicht nur tschechische Wolfhunde sondern auch deutsche...

(Ein solcher wurde in Wernigerode unlängst wieder gesichtet- aber vielleicht war es doch ein Wolf?)
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: RosaRot am 04. November 2017, 19:24:21
Wenn selbst das Umweltministerium einem Abschuss zustimmt, wird etwas an der Meldung dran sein.  ;) Nur ich hatte mich geirrt.

(Vermutlich. Einer der klagenden Vereine sammelt fakenews und stellt sie auf seine Website, deshalb kam ich darauf...) ;)
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: thogoer am 04. November 2017, 19:39:04
Unsere (ehemals) einsame Wölfin hier hat sich mit einem Hund inzwischen 6-fach vermehrt. Noch streiten sich Experten, ob diese Hybriden auch unter Schutz stehen. Dem Schäfer dort fehlt wohl schon die halbe Herde. Die Meinungen gehen extrem auseinander, aber nun ist ja kein Wahlkampf mehr.
Meiner Meinung nach solllten diese Mischlinge schnellstens getoetet oder gefangen werden, sie werden sich nicht wie Woelfe verhalten und auch dieser sollte wo er zu vertraut wird geschossen werden. Ich meine die Tierhalter haben ein Recht wenn Sie sagen das es so nicht gehen kann und ihre Tiere haben auch Schutz verdient So wie andere Wildtiere wegen Verbiss im Wald etc. auch in ihrem Bestand kontrolliert werden, sollte es auch auf Woelfe zutreffen.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: alun am 04. November 2017, 19:44:18
Müssen irgendwelche Strahlen sein. Sobald Wölfe auf deutschem Boden sind, werden sie zu bionischen Monster, gegen die es keinen Schutz gibt. (Das Ausland amüsiert sich sehr darüber, davon hört man hierzulande vermutlich aber eher selten.)
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Staudo am 04. November 2017, 19:45:50
Meiner Meinung nach

Ich bin ganz Deiner Meinung: Hybriden sollten schnellstmöglich geschossen werden und Wölfe ins Jagdrecht aufgenommen werden. Haben die Wölfe (ähnlich wie die vom Aussterben bedrohte Großtrappe) eine ganzjährige Schonzeit, können sie nur im absoluten Ausnahmefall getötet werden. Nach mir geht es aber nicht. Dafür bekommen andere Leute beim Wort Wolf feuchte Augen. Allerdings sind das vermutlich keine Schafhalter.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Hänschen am 04. November 2017, 19:50:55
Unsere (ehemals) einsame Wölfin hier hat sich mit einem Hund inzwischen 6-fach vermehrt. Noch streiten sich Experten, ob diese Hybriden auch unter Schutz stehen. Dem Schäfer dort fehlt wohl schon die halbe Herde. Die Meinungen gehen extrem auseinander, aber nun ist ja kein Wahlkampf mehr.
Meiner Meinung nach solllten diese Mischlinge schnellstens getoetet oder gefangen werden, sie werden sich nicht wie Woelfe verhalten und auch dieser sollte wo er zu vertraut wird geschossen werden. Ich meine die Tierhalter haben ein Recht wenn Sie sagen das es so nicht gehen kann und ihre Tiere haben auch Schutz verdient So wie andere Wildtiere wegen Verbiss im Wald etc. auch in ihrem Bestand kontrolliert werden, sollte es auch auf Woelfe zutreffen.

Die Variante des Einfangens und Unterbringung in einem Tierpark o.ä. wird auch diskutiert.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: thogoer am 04. November 2017, 20:03:12
Müssen irgendwelche Strahlen sein. Sobald Wölfe auf deutschem Boden sind, werden sie zu bionischen Monster, gegen die es keinen Schutz gibt. (Das Ausland amüsiert sich sehr darüber, davon hört man hierzulande vermutlich aber eher selten.)
So ein Kaese,  sich z.B.mit der italienischen Landbevoelkerung in Verbindung treten ist sicher gut um zu sehen das Sie derselben Meinung sind wie deutsche Tierhalter von Tieren mit Weidegang...der Wolf ist zunehmend auch in den Vororten der Staedte unterwegs und auf dem Land leben viele Menschen von der Tierhaltung. Warum sollte ein Wolf unbedingt ueber ein Schaf oder Ziege gestellt werden. Uebernehmen diese Tiere auf ihren Weiden nicht wichtige Funktionen im Bereich Artenvielfalt?
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Sautanz am 04. November 2017, 20:09:34
So als waldbesitzer finde ich einen Jäger der 24 Stunden täglich, 365 Tage im Jahr, ständig hungrig im Revier ist sehr willkommen.
Naturverjüngung ohne Zäunen geht hier nicht, der jetzige Jäger ergötzt sich an Rehe füttern, Jägerstände bauen und mit dem suv durch den Wald fahren.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Roeschen1 am 04. November 2017, 20:23:03

Warum werden die ...Haus...tiere nicht nachts in den Stall gebracht?, wo sie geschützt sind.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Staudo am 04. November 2017, 20:24:49
Gehe ich recht in der Annahme, dass Du keine Schafherde mit mehr als drei Tieren hast?
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: alun am 04. November 2017, 20:30:31
Natürlich sind die Weidetiere und ihr Schutz wichtig. Ich habe, wie Du gelesen haben wirst, nichts Gegenteiliges behauptet.
Was ich erbärmlich finde, ist der Umgang mit dem Schutz der Weidetiere. Wenn ich amerikanischen Ranchern zuhöre, die darüber berichten, wie ihre Hunde die Herde vor Kojoten, Pumas und Bären beschützen, frage ich mich, warum in Deutschland über den Abschuß von Wölfen gezetert wird, anstatt sehr präzise zu formulieren, daß zur Rückkehr des Wolfes die Unterstützung der Halter bei der Anschaffung ausgebildeter Tiere gehört.

Müssen irgendwelche Strahlen sein. Sobald Wölfe auf deutschem Boden sind, werden sie zu bionischen Monster, gegen die es keinen Schutz gibt. (Das Ausland amüsiert sich sehr darüber, davon hört man hierzulande vermutlich aber eher selten.)
So ein Kaese,  sich z.B.mit der italienischen Landbevoelkerung in Verbindung treten ist sicher gut um zu sehen das Sie derselben Meinung sind wie deutsche Tierhalter von Tieren mit Weidegang...der Wolf ist zunehmend auch in den Vororten der Staedte unterwegs und auf dem Land leben viele Menschen von der Tierhaltung. Warum sollte ein Wolf unbedingt ueber ein Schaf oder Ziege gestellt werden. Uebernehmen diese Tiere auf ihren Weiden nicht wichtige Funktionen im Bereich Artenvielfalt?
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Roeschen1 am 04. November 2017, 20:37:15
In meiner Familie gibt es einen Nebenerwerbslandwirt mit bis zu 200 Schafen und Ziegen, er besitzt einen großen Stall im Außenbereich des Dorfes, wo die Tiere auch überwintern bzw lammen.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Staudo am 04. November 2017, 20:40:00
Schafhaltung ist effizienter Naturschutz.  ;) Mache ihm den Vorschlag, dass er seine Herde jeden Abend in den Stall treibt und frage ihn nach seiner Meinung zum Wolf. Ich habe Vorurteile, was seine Reaktion angeht.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: RosaRot am 04. November 2017, 20:41:57
Unsere (ehemals) einsame Wölfin hier hat sich mit einem Hund inzwischen 6-fach vermehrt. Noch streiten sich Experten, ob diese Hybriden auch unter Schutz stehen. Dem Schäfer dort fehlt wohl schon die halbe Herde. Die Meinungen gehen extrem auseinander, aber nun ist ja kein Wahlkampf mehr.
Meiner Meinung nach solllten diese Mischlinge schnellstens getoetet oder gefangen werden, sie werden sich nicht wie Woelfe verhalten und auch dieser sollte wo er zu vertraut wird geschossen werden. Ich meine die Tierhalter haben ein Recht wenn Sie sagen das es so nicht gehen kann und ihre Tiere haben auch Schutz verdient So wie andere Wildtiere wegen Verbiss im Wald etc. auch in ihrem Bestand kontrolliert werden, sollte es auch auf Woelfe zutreffen.

Die Variante des Einfangens und Unterbringung in einem Tierpark o.ä. wird auch diskutiert.

Dazu war zu lesen, das Wildfänge, sowohl Wölfe als auch deren Hybriden sich nicht mehr Tierparks einleben. So einen Fall  gab es schon mal und die betreffenden Hybriden  mussten dann doch eingeschläfert werden.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: alun am 04. November 2017, 20:46:37
Wolfs-Mischlinge werden andernorts als hervorragende Herdenschutzhunde verwendet.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: RosaRot am 04. November 2017, 20:51:17
In meiner Familie gibt es einen Nebenerwerbslandwirt mit bis zu 200 Schafen und Ziegen, er besitzt einen großen Stall im Außenbereich des Dorfes, wo die Tiere auch überwintern bzw lammen.

Die hiesigen Schäfer transportieren ihre Herden mit dem Transporter zu den entsprechenden Weideflächen, die oft sehr weit entfernt sind(15-20 km)und hegen sie dort ein. Da ist nicht mit Abends nach Hause treiben...und wenn das Weidegelände unübersichtlich ist (was in Naturschutzgebieten vorkommen soll), brauchts mehrere Schutzhunde (nicht Schäferhunde, die sind für andere Aufgaben ausgebildet.) Da Schäfer hierzulande zu den Großverdienern gehören ist das natürlich ein Klacks...



Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Roeschen1 am 04. November 2017, 20:52:02
Schafhaltung ist effizienter Naturschutz.  ;) Mache ihm den Vorschlag, dass er seine Herde jeden Abend in den Stall treibt und frage ihn nach seiner Meinung zum Wolf. Ich habe Vorurteile, was seine Reaktion angeht.

Ja das macht Arbeit, ist unangenehm, und es verändert die Arbeit eines Tierhalters. Früher waren die Kühe tagsüber auf der Weide und wurden jeden Abend in den Stall gebracht, war doch möglich.
Wenn du Käse vom Schaf und Ziege machen möchtest, gehen die Tiere auch von der Weide in den Stall.
Alle Wölfe in BW wurden bisher illegal getötet.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: RosaRot am 04. November 2017, 20:53:05
Wolfs-Mischlinge werden andernorts als hervorragende Herdenschutzhunde verwendet.

Wo?
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: RosaRot am 04. November 2017, 20:54:53
Schafhaltung ist effizienter Naturschutz.  ;) Mache ihm den Vorschlag, dass er seine Herde jeden Abend in den Stall treibt und frage ihn nach seiner Meinung zum Wolf. Ich habe Vorurteile, was seine Reaktion angeht.

Ja das macht Arbeit, ist unangenehm, und es verändert die Arbeit eines Tierhalters. Früher waren die Kühe tagsüber auf der Weide und wurden jeden Abend in den Stall gebracht, war doch möglich.
Wenn du Käse vom Schaf und Ziege machen möchtest, gehen die Tiere auch von der Weide in den Stall.
Alle Wölfe in BW wurden bisher illegal getötet.

Mir scheint BW ist etwas kleinräumiger in der Landnutzung als Sachsen-Anhalt oder die Lausitz.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Roeschen1 am 04. November 2017, 20:56:14
Wenn der Staat Naturschutzflächen mit Tieren beweiden läßt, dann muß er sich auch um deren Schutz kümmern.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: lerchenzorn am 04. November 2017, 21:00:58
haben sie, wie ... die vom Aussterben bedrohte Großtrappe ... eine ganzjährige Schonzeit, können sie nur im absoluten Ausnahmefall getötet werden. ...

Ich wüsste nicht im geringsten, was der Großtrappe Ihr Dasein im Jagdrecht genutzt hat. Was ich weiß, ist, dass es im Winter 2011 nach dem Verstreichen vieler brandenburgischer Großtrappen in den südlichen Fläming einen "Hegeabschuss" gegeben hatte. Der Revierinhaber bei Dessau "hatte den Eindruck", dass das im Schnee kauernde Tier sich eh nur quälen würde und dringend erlöst werden müsste. Was er da im "grünen Abitur" mal gelernt hatte, bleibt schleierhaft. Er war jedenfalls nicht in der Lage, eine normale Schutzstellung des Vogels bei Kälte zu erkennen. Es soll in den letzten Jahren nicht der einzige Trappenabschuss gewesen sein.

Wenn die Bejagung des Wolfes künftig mit ähnlicher Qualifikation erfolgen soll, dann prost Mahlzeit. Seit ernsthaften Wolfsforschungen der letzten Jahrzehnte in Amerika, mehr noch in der ehemaligen Sowjetunion, ist klar, dass intakte Wolfspopulationen die geringsten Probleme bereiten (in der Viehhaltung immer noch mehr als genug), dass aber Tiere aus zerschossenen Rudeln und in isolierten Teilpopulationen verstärkt zur Verpaarung mit Haushunden neigen. In die Hände von Hobby-Jägern, etwas unbotmäßig ausgedrückt, sollte so etwas nicht gelegt werden. Und das würde passieren, wenn der Wolf ins Jagdrecht kommt.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Staudo am 04. November 2017, 21:04:01
Hier findest Du eine Liste der jagdbaren Tiere und der Schonzeiten.  ;)
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Roeschen1 am 04. November 2017, 21:16:13
Was die Jagd in D bewirkt, können wir alle sehen, in Gebieten mit Menschen traut sich kein Reh aus dem Wald, was den Waldbesitzer nicht freut, einschließlich Ausrottung verschiedener Arten über Jahrhunderte.
Es werden immer wieder streng geschützte Arten bejagt, vom Habicht bis Wildgänse etc.
Den Jägern dürfen wir das nicht überlassen.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: RosaRot am 04. November 2017, 21:17:14
Wildgänse sind nicht streng geschützt.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Roeschen1 am 04. November 2017, 21:18:12
Wildgänse sind nicht streng geschützt.
Bestimmte Arten schon.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: thogoer am 04. November 2017, 21:19:13
Wolfs-Mischlinge werden andernorts als hervorragende Herdenschutzhunde verwendet.
Mit welchen Rassen und Wo?
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: lerchenzorn am 04. November 2017, 21:37:20
Hier findest Du eine Liste der jagdbaren Tiere und der Schonzeiten.  ;)

Staudo, ich weiß schon, was in den Listen drin steht. Die stammen noch aus Göring-Unselig-Zeiten, atmen feudale Fäulnis und gehören endlich ordentlich verschlankt.  Ich würde aber sehr gern einmal hören oder lesen, welche wirksamen Hegemaßnahmen die deutschen oder brandenburgischen Jäger zum Beispiel für Raufußhühner, gefährdete Wildenten-Arten usw. leisten. "Gehegt" wird, was sich schießen und an die Wand hängen lässt. Dazu kommen reichlich Fehlabschüsse, z. B. unter ganzjährig geschützten Wildenten-Arten, weil die meisten Schützen die Arten gar nicht auseinander halten können.

Dass ein paar Jäger im Niederlausitzer Auerhuhnprojekt beteiligt sind, ist lobenswert, ändert doch aber nichts am grundsätzlichen Raushalten der allermeisten Jäger aus tatsächlichen Artenschutz-Anstrengungen.

(Ganzjährige Schonzeiten werden im Fall des Falles nur zu gern mit dem "Hegeabschuss" umgangen. Man darf gespannt sein, wieviele erlösungsbedürftige Wölfe plötzlich herumlaufen, wenn die private Jägerschaft darüber das Heft in die Hand kriegt. Im Zweifelsfall werden ungerechtfertigte Abschüsse dann kaum mit der nötigen juristischen Konsequenz untersucht und geahndet, weil die Hoheit des Jagdausübungsberechtigten auch vielen Richtern heilig ist. Das zeigen bisherige Fälle.)
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Roeschen1 am 04. November 2017, 21:58:01
Nur in NRW gab es 700 Fälle (entdeckte) illegaler Tötungen von Eulen und Greifen, Dunkelziffer unbekannt.
Thema Gänsejagd in Niedersachsen:
Ist das vom Tisch?

Keine Jagdfreigabe der streng geschützten Nonnengans.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: lerchenzorn am 04. November 2017, 21:59:14
Nun gut. Die darf man sicher nicht sämtlich den Jägern unterstellen.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: bristlecone am 04. November 2017, 22:00:14
Wolfs-Mischlinge werden andernorts als hervorragende Herdenschutzhunde verwendet.

Wo hast du das denn her?
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: thogoer am 04. November 2017, 22:14:09
Hier findest Du eine Liste der jagdbaren Tiere und der Schonzeiten.  ;)

Staudo, ich weiß schon, was in den Listen drin steht. Die stammen noch aus Göring-Unselig-Zeiten, atmen feudale Fäulnis und gehören endlich ordentlich verschlankt.  Ich würde aber sehr gern einmal hören oder lesen, welche wirksamen Hegemaßnahmen die deutschen oder brandenburgischen Jäger zum Beispiel für Raufußhühner, gefährdete Wildenten-Arten usw. leisten. "Gehegt" wird, was sich schießen und an die Wand hängen lässt. Dazu kommen reichlich Fehlabschüsse, z. B. unter ganzjährig geschützten Wildenten-Arten, weil die meisten Schützen die Arten gar nicht auseinander halten können.

Dass ein paar Jäger im Niederlausitzer Auerhuhnprojekt beteiligt sind, ist lobenswert, ändert doch aber nichts am grundsätzlichen Raushalten der allermeisten Jäger aus tatsächlichen Artenschutz-Anstrengungen.

(Ganzjährige Schonzeiten werden im Fall des Falles nur zu gern mit dem "Hegeabschuss" umgangen. Man darf gespannt sein, wieviele erlösungsbedürftige Wölfe plötzlich herumlaufen, wenn die private Jägerschaft darüber das Heft in die Hand kriegt. Im Zweifelsfall werden ungerechtfertigte Abschüsse dann kaum mit der nötigen juristischen Konsequenz untersucht und geahndet, weil die Hoheit des Jagdausübungsberechtigten auch vielen Richtern heilig ist. Das zeigen bisherige Fälle.)
Ohje, manchmal vergesse ich die komplexe Situation und den vielen unterschiedlichen Interessen und der scheinbar unausrottbaren Ignoranz mancher Gruppierungen, ps der WOLF DEZIMIERT den Fuchsbestand und unterstutzt wo vorhanden die Birkhuehner damit, das aendert aber nichts an der Tatsache das mit der Klimaveraenderung Birkhuener zusammen mit allen anderen Veraenderungen in ihrem Lebensraum auf Dauer eher nicht mehr zur deutschen Vogelwelt zaehlen werden, viel-leicht erleben sie in der naechsten Eiszeit ein come back, Lerchenzorn, spaetestens dann sollten wir den Capuccino trinken ;-)
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: alun am 04. November 2017, 22:15:33
Ich spreche weder von Rassen noch von F1-Hybriden. In Nordamerika hat man die Situation, daß das, was bei uns urbane Promenadenmischungen sind, dort im ländlichen Raum häufig auch Wolfs-DNA enthalten, da neben Kojoten und anderem eben vorhanden. Und wie schon unsere Vorfahren wußten, schützt man sich gegen den Wolf halt am besten mit einem "Wolf".
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Amur am 05. November 2017, 00:19:23
So als waldbesitzer finde ich einen Jäger der 24 Stunden täglich, 365 Tage im Jahr, ständig hungrig im Revier ist sehr willkommen.
Naturverjüngung ohne Zäunen geht hier nicht, der jetzige Jäger ergötzt sich an Rehe füttern, Jägerstände bauen und mit dem suv durch den Wald fahren.
Als Waldbesitzer bestimmst du doch selbst wer dir jagen darf. Also ist nicht der Jäger schuld sondern ihr selber. Aber man hat natürlich gerne viel Pacht....
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Amur am 05. November 2017, 00:44:14
Hier findest Du eine Liste der jagdbaren Tiere und der Schonzeiten.  ;)

Staudo, ich weiß schon, was in den Listen drin steht. Die stammen noch aus Göring-Unselig-Zeiten, atmen feudale Fäulnis und gehören endlich ordentlich verschlankt.  Ich würde aber sehr gern einmal hören oder lesen, welche wirksamen Hegemaßnahmen die deutschen oder brandenburgischen Jäger zum Beispiel für Raufußhühner, gefährdete Wildenten-Arten usw. leisten. "Gehegt" wird, was sich schießen und an die Wand hängen lässt. Dazu kommen reichlich Fehlabschüsse, z. B. unter ganzjährig geschützten Wildenten-Arten, weil die meisten Schützen die Arten gar nicht auseinander halten können.

Dass ein paar Jäger im Niederlausitzer Auerhuhnprojekt beteiligt sind, ist lobenswert, ändert doch aber nichts am grundsätzlichen Raushalten der allermeisten Jäger aus tatsächlichen Artenschutz-Anstrengungen.

(Ganzjährige Schonzeiten werden im Fall des Falles nur zu gern mit dem "Hegeabschuss" umgangen. Man darf gespannt sein, wieviele erlösungsbedürftige Wölfe plötzlich herumlaufen, wenn die private Jägerschaft darüber das Heft in die Hand kriegt. Im Zweifelsfall werden ungerechtfertigte Abschüsse dann kaum mit der nötigen juristischen Konsequenz untersucht und geahndet, weil die Hoheit des Jagdausübungsberechtigten auch vielen Richtern heilig ist. Das zeigen bisherige Fälle.)
Und was hat die Herausnahme einiger Vogelarten aus dem Jagdrecht gebracht? Auch nix.
Im Schwarzwald sind die Jäger reichlich engagiert was Schutz der Rauhfusshühner angeht.

Der Rothirsch darf nur auf einem kleinen Teil der Landesfläche sein Dasein fristen. Sobald er die Fläche verlässt muss er erschossen werden. Der Wisent einst genauso zur hemischen Tierwelt gehörend und wieder ausgewildert wird wohl wieder hinters Gatter verschwinden weil er Bäume schält. Aber der Wolf darf rumtoben wo er will. Er ist die heilige Kuh. Schäden? Egal.
Und wie ich oben schrieb, abgesehen von ein paar Grossgundbesitzern mit Eigenjagden (oft Adelshäuser), bestimmen die Grundbesitzer sebst wer jagd. Aber der Unternehmer aus der Stadt zahlt halt schon verdammt gut. Dann verpachtet man halt an den und schimpft dann auf die Jäger.

Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Sautanz am 05. November 2017, 01:50:22
In wie vielen Jagdgenossenschaften bist du Mitglied Amur?
Ich bin in zwei Zwangsmitglied und kann sagen, daß die Hälfte der jagdgenossen ihren Wald nur vom Plan kennt. Ein anderer großer Teil die Fichte für den Waldbaum (Sandboden, geringe Niederschläge) schlechthin hält...
Die wenigen waldbesitzer, die wirklich im Wald etwas bewegen wollen gehen dort unter, wie du schon schreibst wegen ca 8 Euro jagdpacht pro Jahr und Hektar.
Das jagdrecht gehört dringend geändert in Deutschland, aber das werde ich nicht mehr erleben..
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: lerchenzorn am 05. November 2017, 07:35:50
Und den Grundbesitzern, die die Herausnahme ihres Eigentum aus der Bejagung aus ethischen Motiven beantragen wollen, haben die Gesetzgeber mit nahezu beliebig an den Haaren herbeiziehbaren Versagungsgründen in Windeseile dicke Balken zwischen die Beine geworfen (§ 6a Bundesjagdgesetz) und haushohe Hürden in den Weg gelegt. Selten, dass der Gesetzgeber einmal wirklich brennendere Probleme als die Bejagbarkeit einer Grundfläche so schnell in Angriff nimmt.

Amur, ins Jagdrecht gehören Tiere, die, nach jeweils mehrheitlicher Parlamentsauffassung, durch Abschuss sinnvoll genutzt werden können. Alles andere hat dort nichts zu suchen. Jäger haben es noch nie fertig gebracht, irgendeine Tierart zu "regulieren", außer, indem sie sie auf Null gesetzt, ausgerottet haben (gerechterweise hinzugefügt: auch das nur in sehr wenigen Fällen).

Dass das Naturschutzrecht die wenigsten, durch Lebensraumverluste gefährdeten Arten wirksam schützen kann, ist richtig, aber ein anderes Thema. Die Jagd ist dabei keinerlei Hilfe und dazu auch nicht erforderlich. Es steht jedem Jäger frei, sich am Artenschutz zu beteiligen, ohne dass er dafür mit einer "Jagdberechtigung" für das zu schützende Tier belohnt werden muss.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Amur am 05. November 2017, 08:00:56
In wie vielen Jagdgenossenschaften bist du Mitglied Amur?
Ich bin in zwei Zwangsmitglied und kann sagen, daß die Hälfte der jagdgenossen ihren Wald nur vom Plan kennt. Ein anderer großer Teil die Fichte für den Waldbaum (Sandboden, geringe Niederschläge) schlechthin hält...
Die wenigen waldbesitzer, die wirklich im Wald etwas bewegen wollen gehen dort unter, wie du schon schreibst wegen ca 8 Euro jagdpacht pro Jahr und Hektar.
Das jagdrecht gehört dringend geändert in Deutschland, aber das werde ich nicht mehr erleben..
In einer.
Diejenigen die ihren Wald nicht kennen, kommen im allgemeinen auch nicht zur Versammlung, können dir vermutlich egal sein, denn dann stimmen sie auch nicht gegen dich. Wobei es da u. U. auch die tollsten Satzungen gibt. 
Sofern der Boden und das KLima stimmen ist die Fichte nach wie vor der Butter und Brotbaum für eine Forstwirtschaft. Für Naturliebhaber sieht das anders aus. Die werden an Laubbäumen hängen. Nur Geld kannst du damit gar nicht oder wenig machen. Vor allem nicht in Zeiten in denen großflächig auf Laubholz umgestellt wird. Energieholz ist halt schlecht bezahlt und der Rest des Markts überlaufen, bzw. der Markt für Echtholzfurner ist so gut wie gestorben....
Auch die Fichte wird geschält und verbissen, wenn auch nicht so extrem wie die meisten anderen Baumarten. Von daher sollten auch diejenigen die sich um ihren Wald aus wirtschaftlichen Gründen drum kümmern ein Interesse haben dass sich der Wildbestand in Grenzen hält.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: bristlecone am 05. November 2017, 08:14:52
Von daher sollten auch diejenigen die sich um ihren Wald aus wirtschaftlichen Gründen drum kümmern ein Interesse haben dass sich der Wildbestand in Grenzen hält.

Womit wir wieder beim Wolf wären.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Amur am 05. November 2017, 08:19:28
Und den Grundbesitzern, die die Herausnahme ihres Eigentum aus der Bejagung aus ethischen Motiven beantragen wollen, haben die Gesetzgeber mit nahezu beliebig an den Haaren herbeiziehbaren Versagungsgründen in Windeseile dicke Balken zwischen die Beine geworfen (§ 6a Bundesjagdgesetz) und haushohe Hürden in den Weg gelegt. Selten, dass der Gesetzgeber einmal wirklich brennendere Probleme als die Bejagbarkeit einer Grundfläche so schnell in Angriff nimmt.
.....
Nun kennt man das Problem von nicht schlecht bejagden Flächen ja andersrum schon zur Genüge. Flächen in denen meist Eigenjagdbesitzer Hirsche oder Wildschweine regelrecht züchten anstatt zu bejagen.
Also entweder man behält das Reviersystem mit relativ geschlossenen Flächen bei oder man geht auf das in den z. Bsp. in den USA übliche System mit staatlichem Management, Cullingtrupps und Lizenzen über. Die Lizenzjagd kostet die Allgemeinheit halt mehr, denn der Staat regelts. Und ob die einzelnen Grundbesitzer da mehr Gehör finden für ihre Anliegen bezweifle ich, habe aber selber keine Erfahrungen.

....
Amur, ins Jagdrecht gehören Tiere, die, nach jeweils mehrheitlicher Parlamentsauffassung, durch Abschuss sinnvoll genutzt werden können. Alles andere hat dort nichts zu suchen. Jäger haben es noch nie fertig gebracht, irgendeine Tierart zu "regulieren", außer, indem sie sie auf Null gesetzt, ausgerottet haben (gerechterweise hinzugefügt: auch das nur in sehr wenigen Fällen).
....
WEnn man heute die Probleme sieht die der Wolf für Tierhalter verursacht, dann weiss man warum der Wolf ausgerottet wurde. Vor allem weil er letztendlich für einen großen Teil der Bevölkerung existenzgefährdend war da fast jeder seine Tiere in Freien laufen liess.
Da wir heute hier wieder Biber haben bin ich zum Beispiel überzeugt dass der nicht nur wegen des Pelzes oder des Fleisches ausgerottet wurde. Ein gewichtiger Grund war sicherlich auch das der Weiden weitgehend abgefressen hat. Hier findet man kaum noch Weidenruten die mehr als eine Saison überleben. Zum Flechten von größeren Dingen braucht man aber auch dickere und damals gab es keine Kunststoffwannen und -körbe. Letztendlich brauchte man Weiden ohne Ende. Und da stand der Biber dann im WEg. Und so gibt es viele Dinge die wir heute nicht mehr nachvollziehen können weshalb eine Tierart ausgerottet wurden. Damals aber existentiell war.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: thogoer am 05. November 2017, 08:46:23
Richtig und da der Wolf ein sehr kluges Tier ist, wird wenn er zunimmt er den Ziegen- und Schafbesitzern ihre Tiere reissen. Hier in Italien auch Fohlen un Kàlber. Da braucht es hier nichts mehr das die Stimmung kippt und die ohnehin schon schwierige Situation fuer oft aeltere Landwirte wird so nicht besser.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: bristlecone am 05. November 2017, 08:47:35
WEnn man heute die Probleme sieht die der Wolf für Tierhalter verursacht, dann weiss man warum der Wolf ausgerottet wurde. Vor allem weil er letztendlich für einen großen Teil der Bevölkerung existenzgefährdend war da fast jeder seine Tiere in Freien laufen liess.

Erstens gibt - oder: gäbe - es heute effiziente Möglichkeiten, um Nutztiere wie Schafe zu schützen. Und wir haben heute nicht nur die praktischen Mittel, sondern - ganz entscheidend - auch die finanziellen Mittel, um das tun zu können.
Dass dieser Schutz nie hundertprozentig sein wird, ist eine Binsenwahrheit, die nichts voranbringt. Trotz effizienter Schutzmaßnahmen gibt es auch Verkehrsunfälle, umstürzende Bäume etc.

Zweitens sind oder: wären Wölfe für einen sehr kleinen Teil der heutigen Bevölkerung existenzschädigend bis -gefährdend. Denen könnte man helfen, wenn man denn wollte. Der meiner Meinung nach sehr sachliche und fachliche Leserbrief, den ich hier gestern eingestellt habe und der diese interessante Debatte hier ausgelöst hat, zeigt das auch.
Für alle anderen - und damit den weitaus größten Teil der Bevölkerung - ist der Wolf weder existenz- noch sonstwie -gefährdend.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: lerchenzorn am 05. November 2017, 09:27:13
Der große Teil der Bevölkerung war bereits im 17. Jahrhundert der Meinung, dass ihn die zwangsweise Verpflichtung zur Teilnahme an herrschaftlich angeordneten Wolfsjagden lästigerweise von wichtigeren Dingen abhält. Die Städter mussten mit Androhung empfindlicher Strafen zu den Jagden bei Neuschnee und zur Beteiligung am Bau von Wolfsgärten gezwungen werden. Sie drückten sich auch dann noch davor, so gut sie konnten. Das in einer Hochphase der Wolfsbestände nach dem dreißigjährigen Krieg und bis in das frühe 18. Jahrhundert.

(B. Seiffert: Über die Wolfsjagden und das Jagdlaufen der Bürgerschaft in Strausberg. Brandenburgia 1899)

Der Wolf ist ein Problem für die Freiland-Tierhaltung und die Halter müssen so gut wie möglich unterstützt werden. Dass Wolfsübergriffe für die ohnehin wirtschaftlich schlecht gestellten Schäfer eine besondere Belastung in vielerlei Hinsicht sind, ist unbestritten. Den Niedergang der Weidewirtschaft haben aber niemals die Großraubtiere verursacht oder eingeleitet. Extensive Weidesysteme haben sich ausgerechnet dort am längsten erhalten, wo auch Wolf, Bär und Luchs nach ihrer Ausrottung in Mitteleuropa überlebt haben. Ohne, dass beides in einem unmittelbaren Zusammenhang steht.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: thogoer am 05. November 2017, 09:30:15
Stimmt, aber so moechte heute kaum einer Leben
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: lerchenzorn am 05. November 2017, 09:32:53
Darum geht es ja nicht. Es zeigt doch, dass selbst damals, unter ungleich schlechteren Bedingungen, ganz andere Dinge als die Großraubtiere den Menschen Probleme bereitet haben.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: thogoer am 05. November 2017, 09:37:34
Stimmt, als hier eine Wolfin eingewandert ist und ich diese Ansicht oeffentlich vetrat, wurden mir ein Hund, ein Hengst und ein Fohlen von Unbekannten getoetet...
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: alun am 05. November 2017, 10:08:19
Extensive Weidesysteme haben sich ausgerechnet dort am längsten erhalten, wo auch Wolf, Bär und Luchs nach ihrer Ausrottung in Mitteleuropa überlebt haben. Ohne, dass beides in einem unmittelbaren Zusammenhang steht.
Findest Du? Ich würde da einen unmittelbaren Zusammrnhang sehen.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: lerchenzorn am 05. November 2017, 10:19:36
Nein, ich sehe nicht, dass die Präsenz der Großraubtiere die Erhaltung der Weidewirtschaft begünstigt. Sie schaffen auch in osteuropäischen Ländern zusätzliche Belastungen und erfordern aufwändige Schutzmaßnahmen.

@thogoer
Aufgeheizte Stimmungen um das Thema gibt es in Deutschland auch zur Genüge. Leider. Aber es ging ja um das Jagdrecht. Und Hobby-Jägerei ist schlicht und einfach kein geeignetes Instrument für den Umgang mit diesen Tieren.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Amur am 05. November 2017, 10:35:14
Extensive Weidesysteme haben sich ausgerechnet dort am längsten erhalten, wo auch Wolf, Bär und Luchs nach ihrer Ausrottung in Mitteleuropa überlebt haben. Ohne, dass beides in einem unmittelbaren Zusammenhang steht.
Findest Du? Ich würde da einen unmittelbaren Zusammrnhang sehen.
Der einzige Zusammenhang ist der dass dies alles extrem arme und sehr dünn besiedelte Gebiete waren in denen die armen Teufel Tag und Nacht bei den Herden gehaust haben. Wie schon erwähnt, wird das heute kaum noch jemand machen.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Amur am 05. November 2017, 10:43:24

@thogoer
Aufgeheizte Stimmungen um das Thema gibt es in Deutschland auch zur Genüge. Leider. Aber es ging ja um das Jagdrecht. Und Hobby-Jägerei ist schlicht und einfach kein geeignetes Instrument für den Umgang mit diesen Tieren.
warum sollte es nicht gehen den Wolf in definierten Gebieten zu lassen und ausserhalb zum Abschuss freigeben? Beim Rotwild seit Jahrzehnten Praxis. Da brauchts keine grossartigen Spezialisten dafür.
Vielleicht gibts dann ja auch Wolfszüchter wie es welche gibt die Rotwild in Massen haben wollen.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Amur am 05. November 2017, 11:00:37

Erstens gibt - oder: gäbe - es heute effiziente Möglichkeiten, um Nutztiere wie Schafe zu schützen. Und wir haben heute nicht nur die praktischen Mittel, sondern - ganz entscheidend - auch die finanziellen Mittel, um das tun zu können.
Dass dieser Schutz nie hundertprozentig sein wird, ist eine Binsenwahrheit, die nichts voranbringt. Trotz effizienter Schutzmaßnahmen gibt es auch Verkehrsunfälle, umstürzende Bäume etc.

Zweitens sind oder: wären Wölfe für einen sehr kleinen Teil der heutigen Bevölkerung existenzschädigend bis -gefährdend. Denen könnte man helfen, wenn man denn wollte. Der meiner Meinung nach sehr sachliche und fachliche Leserbrief, den ich hier gestern eingestellt habe und der diese interessante Debatte hier ausgelöst hat, zeigt das auch.
Für alle anderen - und damit den weitaus größten Teil der Bevölkerung - ist der Wolf weder existenz- noch sonstwie -gefährdend.

Es ist klar dass der Wolf 90% oder mehr der Bevölkerung nicht wirklich tangieren wird. Der eine oder andere ausgebüxte Hund der dann nicht mehr zurückkommt ist auch kein Drama.
Was letztendlich verschwinden wird, sind kleine Hobbylandwirte mit ein paar Schafen. Bereits heute gibt es Bundesländer die Entschädigungen nur an Haupterwerbslandwirte zahlen. Wobei sich das ständig ändert, kann also inzwischen wieder anders werden.
Aber die wenigsten werden den Aufwand betreiben mit der extremen Zäunerei um überhaupt Entschädigungen zu bekommen. Die grossen kommen sicher weiter, werden staatliche Hilfen bekommen, hässliche Zäune bauen die den Rest der Welt von diesen Flächen aussperrt und fertig.

Der Wolf als Regulator von Wildbeständen funktioniert auch nicht überall. Es gibt ja durchaus noch Gegenden in denen der Wolf nie weg war. Da gibts welche die trotzdem sehr viel Wild (für die Forstwirtschaft zu viel) haben.
Exoten wie Muffelwild werden verschwinden.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: RosaRot am 05. November 2017, 11:10:17
Das Muffelwild, dass hier im Nachbarort in einem großen Eichenwald lebt(Naturschutzgebiet), ist schon durch die Luchse extrem bedroht und der Bestand mittlerweile stark gefährdet, dies führt zur Verdichtung der Krautschicht in den Wäldern, wie es in einem Gutachten heisst (wofür auch immer das gut oder schlecht ist.). Auch in einem Steinbruch, in dem die Mufflons nicht bejagt werden und dort in rechtem Frieden leben sind nun Luchse auf der Jagd. Kämen noch Wölfe dazu (auch die wurden in der Gegend schon gesichtet), wäre der Muffelwildbestand vermutlich verloren. (Mufflons gelten als 'unachtsam', sind also eine leichte Beute.)

Ergänzung: Die hiesigen Mufflons wurden 1906 hier angesiedelt(bei Harzgerode) um die "verarmte Natur zu bereichern". Eingesetzt hat sich dafür vor allem ein Hamburger Makler.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: alun am 05. November 2017, 11:27:15
Ihr seht also keinen Zusammenhang zwischen extensiven Weidesystemen, die auf Schutz durch Hunde, nicht durch Zaunkilometer setzen, und dem Erhalt der offenen Landschaft, inklusive ihres Bestandes an Großraubtieren?
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: lerchenzorn am 05. November 2017, 11:41:50
Nein, wie beschrieben. Die Haltung der Herdenschutzhunde ist Folge, nicht Ursache des Raubtierbestandes.

Mufflons sorgen in mitteldeutschen Felsrevieren dafür, dass endemische Streifenfarne komplett zu verschwinden drohen. Eine Einzelerscheinung, mag sein. Was die Mufflons z. B. im Bodetal für schwachwüchsige Felsspalten-Pflanzen wie Pfingst-Nelke oder Alpen-Aster bedeuten, weiß ich nicht. Schafe, vermutlich auch Wildschafe, sind bekannt dafür, dass sie Knospen und Blüten herauspicken. Ihre permanente Anwesenheit ist für viele Arten der konkurrenzschwachen Vegetationsformen heikel, wenn diese nur noch in geringer Ausdehnung vorhanden sind. Sinnvoll für die Landschaftspflege ist die stossweise Abweidung der Flächen unter Berücksichtigung bestimmter Ziele. Alternativ die Ganzjahresweide in sehr weiten Arealen, in denen empfindlichere Teilbereiche fehlen oder separat behandelt werden.

Dass der Wolf das Aus für das Mufflon bedeutet, ist wohl so. Daraus aber einen dramatischen Verlust an Artenvielfalt zu konstruieren, trifft die Sache nicht. Bei der Einführung in vielen Teilen Mitteleuropas ging es meistens darum, ein zusätzliches, attraktives Jagdwild im Revier zu haben.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: alun am 05. November 2017, 12:18:11
Nein, wie beschrieben. Die Haltung der Herdenschutzhunde ist Folge, nicht Ursache des Raubtierbestandes.
Die Abwesenheit von Herdenschutzhunden in Deutschland ist eine historische Anomalie innerhalb der Jahrzehntausende der Interaktion Mensch-Haustier-Raubtier, die aufrechtzuerhalten unserern Ökosystemen wie unseren Stoffkreisläufen immensen Schaden zufügt.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Cryptomeria am 05. November 2017, 12:20:13
Die Mufflonbestände, die in meiner alten Heimat in Mittelhessen lebten ( dort auch im letzten Jhrdt. ausgesetzt) waren alle krank und hatten Klauenpilz, denn sie lebten viel weniger auf trockenem , nackten Fels als im Wald auf feuchtem Laubboden.
VG Wolfgang
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: RosaRot am 05. November 2017, 12:24:52
In Deutschland üblich war und ist noch, aber leider seltener, (Wander)Hutung mit Schäfer/Hirt und meist zwei Hütehunden. Ganz sicher eine historische Entwicklung, als "Anomalie"(bezogen auf die Abwesenheit von Schutzhunden) sehe ich dies nicht. Schutz für die Herde gab der Hirte, der hatte Raubzeug zu vertreiben.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: RosaRot am 05. November 2017, 12:30:45
Die Mufflonbestände, die in meiner alten Heimat in Mittelhessen lebten ( dort auch im letzten Jhrdt. ausgesetzt) waren alle krank und hatten Klauenpilz, denn sie lebten viel weniger auf trockenem , nackten Fels als im Wald auf feuchtem Laubboden.
VG Wolfgang

Klauenpilz gibt es hier sicher zuweilen auch, allerdings ist es hier generell trockener als in Hessen und im Bodetal und anderswo schön felsig, das passt ganz gut. Zu Schäden infolge der Beweidung durch Muffelwild im Bodetal habe ich nichts gefunden auf die Schnelle(im Managementplan des Landes  für das Bodetal, unter Wildschäden).
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Amur am 05. November 2017, 12:31:49
Muffel sind Neozoen ganz klar. Meist aus jagdlichen Gründen eingeführt oder aus Gehegen ausgebrochen und die Jäger drum rum haben die ausgebrochenen Muffel nicht geschossen sondern geschont. Die gehören ganz klar in Felslandschaften und nicht in Wälder.
Nur wenig bekannt ist das ein Vorkommen in Norddeutschland noch eines der wenigen weltweiten reinblütigen Muffelvorkommen ist. In ihrem Herkunftsland sind Muffel stark mit anderen Ziegenarten vermischt. Da wird erwogen das die zur Arterhaltung gegattert werden.
Ansonsten werden sind Muffel recht schnell nach dem eintreffen des Wolfes ausgelöscht. Ob man das als Verlust empfindet ist jedem überlassen. Ich brauch sie nicht...
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: lerchenzorn am 05. November 2017, 12:55:17
Nein, wie beschrieben. Die Haltung der Herdenschutzhunde ist Folge, nicht Ursache des Raubtierbestandes.
Die Abwesenheit von Herdenschutzhunden in Deutschland ist eine historische Anomalie innerhalb der Jahrzehntausende der Interaktion Mensch-Haustier-Raubtier, die aufrechtzuerhalten unserern Ökosystemen wie unseren Stoffkreisläufen immensen Schaden zufügt.
 
Das erschlägt mir das Problem ein bisschen zu pauschal. Der Zusammenhang von Wolf und Stickstoffkreislauf erschließt sich mir nicht. Ich kann mir da höchstens untergeordnete Effekte vorstellen.

Ich kann aber auch nicht der indirekten Sichtweise folgen, dass arme Gesellschaften sich den Wolf leisten können und reiche Gesellschaften das nur sehr eingeschränkt dürfen. Eine "regionale Begrenzung" des Wolfes führt an den Rändern der "Reservationen" zu genau den Problemen, die man nicht haben möchte, insbesondere zu immer wieder neuen Hybridisierungen mit Haushunden. Wie weit soll man die für den Wolf zugelassenen Gebiete denn kleinreden? Am Ende würde, aus gesamteuropäischer Sicht, wohl nur die Arktis außerhalb der Rentierzucht-Gebiete bleiben, mit ein paar Schneehasen als Nahrungsbasis.

Um dem Mythos von den unendlichen, dünn besiedelten Gebieten mit bester Wolfseignung mal den Zahn zu ziehen: "In der europäisch-sibirischen Taiga fehlte der Wolf offenbar gänzlich." (Bibikow: Der Wolf; über Verbreitung und Häufigkeit des Wolfes in Eurasien in den vergangenen 1000 Jahren.)
Die natürlichen Verbreitungsgebiete des Wolfes in Eurasien sind heute fast sämtlich vom Menschen besiedelt und mit Ansprüchen überzogen, die überall eine "Rechtfertigung" für ein Zurückdrängen liefern.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Amur am 05. November 2017, 13:06:32
Nein, wie beschrieben. Die Haltung der Herdenschutzhunde ist Folge, nicht Ursache des Raubtierbestandes.
Die Abwesenheit von Herdenschutzhunden in Deutschland ist eine historische Anomalie innerhalb der Jahrzehntausende der Interaktion Mensch-Haustier-Raubtier, die aufrechtzuerhalten unserern Ökosystemen wie unseren Stoffkreisläufen immensen Schaden zufügt.
Das sind ja schon ein bisschen weit hergeholte Dinge die da Schäden angerichtet haben sollen.
1. war der Beginn von Ackerbau und auch Nutztierhaltung in D vo ca. 7000-7500 Jahren. Meines Wissens gibt es keinen Hinweis das die davor existierenden Jäger und Sammlerkulturen Tierhaltung von Huftieren hatten. Die Langhäuser der ersten sesshaften Bauern boten Unterkunft für Mensch und Tier. Herdenschutz war da nicht nötig.
2. D war schon im frühen Mittelalter recht dicht besiedelt und überzogen mit Dörfern mit festem Grundbesitz (wenn auch überwiegend auf Lehensbasis). D. h viel Platz für umherziehende Herden gab es allenfalls in den Mittelgebirgen und unfruchtbaren Gegenden Daher war der Bedarf an solchen Hunden eher gering
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: alun am 05. November 2017, 13:07:01
lerchenzorn, ich möchte weder etwas erschlagen (auch keine Wölfe), noch steht bei mir was von Stickstoff (der bekanntlich ein vergleichsweise volatiles Element ist).

Ich möchte im Gegenteil den Blick auf größere Zusammenhänge nicht verlieren und auf unsere de-facto-Entscheidung, bei der Tierhaltung, ob im Stall oder draussen, dasselbe Intensivmast-Modell anzuwenden, bei dem von möglichst vielen Umwelteinflüssen abgeschirmten Weidetieren auf vergleichsweise engstem Raum GM-Soja aus Argentinien als der Weisheit letzter Schluß eingetrichtert wird.
Daß "Offenheit" in diesem Zusammrnhang sehr viele Formen haben kann, ob im Kopf oder in der Praxis der Weidehaltung, wie auch in der (Um)gestaltung hin zu einem Weidetier wieder angemesseneren - und dabei produktiven - Lebensräumen, ist klar.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Staudo am 05. November 2017, 13:13:18
Daher war der Bedarf an solchen Hunden eher gering

Ganz abgesehen davon sind Hunde Fleischfresser und billiges Dosenfutter aus Schlachtabfällen gab es meines Wissens im Mittelalter nicht. Außerdem gab es kaum Schlachtabfälle, weil die Nutztiere nahezu komplett verwertet wurden. Das Muffel ist in der Lausitz mittlerweile übrigens so gut wie ausgestorben. Bleibt immer noch das Problem mit dem "Rosenthaler Rudel", was sehr gewitzt die Herdenschutzmaßnahmen überwindet. Ich halte ein Jagdrecht mit ganzjähriger Schonzeit nach wie vor für einen guten Kompromiss. Damit wird man den Wolf nicht ausrotten, hat aber eine praktikable Handhabe gegen Einzeltiere vorzugehen.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: lerchenzorn am 05. November 2017, 13:16:10
Diese Handhabe gibt es außerhalb der revierjagdlichen Tätigkeit in besserer Weise und sie ist schon jetzt gegeben. Die Schwere der einzelnen Entscheidungen wird durch eine Aufnahme ins Jagdrecht in keiner Weise vermindert.

@Alun
Den Stickstoff nehm ich zurück. Dass die allgemeinen stofflichen Belastungen der Landschaft aus der Intensivmast viel mit dem Wolf zu tun haben, kann ich aber ebenso wenig erkennen. Diese Verhältnisse wird die Entscheidung "Wolf oder nicht" kaum beeinflussen.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: alun am 05. November 2017, 13:19:29
Ihr könnt selbstverständlich die deutsche Kleinstaaterei des Mittelalters zum Maß der Dinge erheben; ob diese shifting baseline zur Beurteilung der Zusammenhänge taugt, ist eine andere Frage.
Und daß der Hund als Tier, dessen 'Schutz für' und 'Schutz gegen' so wichtig war, daß das Chappi immer pünktlich geliefert wurde, seit Jahrzehntausenden den Menschen begleitet, ist wohl unbestritten.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: bristlecone am 05. November 2017, 13:20:30
Mufflons sorgen in mitteldeutschen Felsrevieren dafür, dass endemische Streifenfarne komplett zu verschwinden drohen. Eine Einzelerscheinung, mag sein.

Eine ähnliche Situation besteht durch die eingeführten Steinböcke am Belchen im Schwarzwald. Allerdings sind die für Wölfe keine leichte Beute und werden mit dem Wolf jedenfalls am Belchen gut zurechtkommen, sollte der dort auftauchen.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Staudo am 05. November 2017, 13:20:56
Diese Handhabe gibt es außerhalb der revierjagdlichen Tätigkeit in besserer Weise und sie ist schon jetzt vorhanden.

Der Bautzener Landrat hat mehrfach den Abschuss eines Tiers beantragt. Als dem Antrag endlich von Seiten des Umweltminsteriums stattgegeben wurde, kamen Klagen von Seiten der Naturschutzverbände, weshalb das Rudel weiter sein Unwesen treiben darf. Was daran besser ist als eine Anweisung von Seiten der Kreisbehörden erschließt sich mir nicht.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: alun am 05. November 2017, 13:24:01
@lerchenzorn
Nja, die Entscheidung für oder gegen den Wolf ist halt ein Symptom, und so lange sich alle auf dieses eine Streitobjekt konzentrieren, bläst man das Thema ganz ungesund auf.
Es ist grundsätzlich eine Entscheidung vor längerem gefallen, welche Landschaft man haben will, und welche Teile der bisherigen dafür ausgelöscht werden müssen.

Srlbst die Sprache ist in Gleichschritt gefallen:
Wer weiß noch, was hierzulande einst 'Wald' war?
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Roeschen1 am 05. November 2017, 13:43:21

Eine ähnliche Situation besteht durch die eingeführten Steinböcke am Belchen im Schwarzwald. Allerdings sind die für Wölfe keine leichte Beute und werden mit dem Wolf jedenfalls am Belchen gut zurechtkommen, sollte der dort auftauchen.
Hast du Infos darüber, Steinböcke im Schwarzwald?
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: bristlecone am 05. November 2017, 14:02:53
Nein, Blödsinn: Ich meinte natürlich Gemsen/Gämsen.  :-[

Auch die wurden allerdings dort eingeführt und wirken sich auf die Vegetation am Belchen örtlich sehr negativ aus:

Heilige Kuh Gemse - Ein Problemtier mit Migrationshintergrund
Sehr lesenswert, wenn auf frustrierend.

Auszug:

"Wie rasch und artenreich sich bei Abwesenheit der Gemsen die Belchennordseite wieder bewalden würde, demonstrierte am Pirschpfad bis unlängst noch ein kleiner Kontrollzaun auf halber Höhe des Steilhangs. Doch der war dem zuständigen Jagdpächter ein Dorn im Auge. Er intervenierte so ausdauernd bei der Freiburger Forstdirektion, bis der Zaun ersatzlos beseitigt wurde – begründet mit dem wenig überzeugenden Hilfsargument des Auerwildschutzes. Als ob man den Waldhühnern zuliebe den Maschendraht nicht auch hätte «verblenden» oder durch Holzhürden ersetzen können, wie dies in Auerwildgebieten gängige Praxis ist. Aus dem Auge, aus dem Sinn: Nun muss man sich die Wiederbewaldung des Steilhangs anderswie ausmalen, denn von der vormals eingezäunten Vegetation (darunter auch Weißtannen- und Buntlaubholz-Naturverjüngung) sind nur Fichten und Pioniergehölz übriggeblieben, die bereits deutlich über die Äserhöhe der Gemsen hinaus gewachsen war."
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Roeschen1 am 05. November 2017, 14:38:03
Es wurden 498 Gemsen in der Jagdsaison 2015/16 in BW geschossen.
Das Vorkommen der Gemse beschränkt sich nicht nur auf den alpinen Bereich, die Mittelgebirge gehörten auch zu ihrem Lebensraum, was durch steinzeitliche Knochenfunde belegt wurde.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: raiSCH am 05. November 2017, 14:43:31
Das Vorkommen der Gemse beschränkt sich nicht nur auf den alpinen Bereich, die Mittelgebirge gehörten auch zu ihrem Lebensraum, was durch steinzeitliche Knochenfunde belegt wurde.

In den elsässischen Vogesen leben auch Gemsen - ich habe sie mehrmals in der Nähe des "Sentier des Roches" gesehen.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: lerchenzorn am 05. November 2017, 14:58:57
Diese Handhabe gibt es außerhalb der revierjagdlichen Tätigkeit in besserer Weise und sie ist schon jetzt vorhanden.

Der Bautzener Landrat hat mehrfach den Abschuss eines Tiers beantragt. Als dem Antrag endlich von Seiten des Umweltminsteriums stattgegeben wurde, kamen Klagen von Seiten der Naturschutzverbände, weshalb das Rudel weiter sein Unwesen treiben darf. Was daran besser ist als eine Anweisung von Seiten der Kreisbehörden erschließt sich mir nicht.

Staudo, aber was daran sollte sich durch die Aufnahme ins Jagdrecht ändern? Ich denke, gar nichts. Auch die darauf beruhenden Abschüsse von Tieren und Rudeln, die als entsprechend problematisch eingestuft werden, bedürfen einer mit Rechtsmitteln anfechtbaren Entscheidung einer Behörde.

Das Jagdrecht würde sich aber in einem ganz entscheidenden Punkt negativ auswirken: der private Jäger, der in seinem Revier partout keinen Wolf haben möchte, ist viel eher verleitet, abzudrücken und sich mit einem Versehen oder dem Vorwand des Hegeabschusses herauszureden. Jetzt, wo der Wolf nach Naturschutzrecht streng geschützt ist, riskiert er dafür seinen Jagdschein, erhebliche materielle oder, im härtesten Fall, Freiheitsstrafen. Als Herr über "sein" jagdbares Wild werden ihm die gleichen Zuwiderhandlingen lediglich als Ordnungswidrigkeit angelastet.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: bristlecone am 05. November 2017, 15:03:05
Das Vorkommen der Gemse beschränkt sich nicht nur auf den alpinen Bereich, die Mittelgebirge gehörten auch zu ihrem Lebensraum, was durch steinzeitliche Knochenfunde belegt wurde.

In den elsässischen Vogesen leben auch Gemsen - ich habe sie mehrmals in der Nähe des "Sentier des Roches" gesehen.

Dort wurden sie ebenfalls, wie im Schwarzwald, eingeführt.

Ob es sie in der Steinzeit von Haus aus mal gegeben hat, ist heute unter Naturschutzgesichtspunkten wenig relevant. Erstens herrschte damals in Mitteleuropa ein anderes Klima als heute, zweitens wurden die Gemsen hier vor nicht mal hundert Jahren erst wieder eingeführt - und sind nicht wie Luchs und Wolf zugewandert.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Roeschen1 am 05. November 2017, 15:10:59
"1935 begann die badische Forstverwaltung mit der Aussetzung der Gämsen im Schwarzwald. In 3 Etappen wurden bis 1939 insgesamt 21 Gämsen im Zastler Tal ausgesetzt, die zuvor in den österreichischen Alpen eingefangen wurden.  Davor waren wie, aktuell bei den Luchsen, einzelne Tiere aus den Alpen zugewandert, die jedoch keine Population begründen konnten. Die Erwartungen an die Aussetzung waren bescheiden und das Gelingen wurde als sehr fraglich angesehen, weshalb eine Bejagung nicht erlaubt war."
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: bristlecone am 05. November 2017, 15:17:57
Eben.

In dem oben von mir verlinkten Text von W. Hackenjos ist übrigens eine interessante Rechtsauffassung zu lesen, mit der das zuständige Gericht vor etwa 20 Jahren die Wiederbesiedlung durch den Luchs als nicht gesetzeskonform bezeichnete, während die Gemsen Bestandschutz genießen dürfen. Lest selbst.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: RosaRot am 05. November 2017, 15:44:15
Ob es sie in der Steinzeit von Haus aus mal gegeben hat, ist heute unter Naturschutzgesichtspunkten wenig relevant. Erstens herrschte damals in Mitteleuropa ein anderes Klima als heute, zweitens wurden die Gemsen hier vor nicht mal hundert Jahren erst wieder eingeführt - und sind nicht wie Luchs und Wolf zugewandert.

Die jetzigen Luchspopulationen in D entstanden zumeist nicht durch eingewanderte Tiere sondern durch gezielte Wiederansiedelung.
Bekanntestes dieser Projekte ist vermutlich das Luchsprojekt Harz, hier der Menüpunkt Wiederansiedelung.
Der Bestand ist seit der Ansiedelung im Oberharz zwischen 2000 und 2006 nicht mehr gefährdet und umfasst 2017 zwischen 90 (nach Angaben Luchsprojekt Harz) und ca. 150 Tieren(Beobachtungen der Harzer Jägerschaft) im Harz und mittlerweile auch im Harzvorland(in der Regionalzeitung unlängst zu lesende Zahlen) - der tatsächliche Bestand wird also irgendwo dazwischen liegen. Die Tiere wandern inzwischen weiter in Richtung Süden(Eichsfeld). Ein gezieltes Monitoring wie 2014/15 findet momentan aber nicht mehr statt, soweit ich weiß.
In Bayern wurden in den 1970er Jahren Luchse ausgewildert, konnten sich aber auf Grund der Ablehnung in der Bevölkerung und des daraus resultierenden Jagddruckes nicht etablieren. Im Böhmerwald gibt es eine aus Tschechien herüberwandernde Population.

Sehr gut entwickelt hat sich hier, interessanterweise auch im Harzvorland, der Bestand an Wildkatzen, der einmal sehr geschrumpft war. (Ursprünglich wurde ja angenommen, dass sie nur im dichten Wald leben, fern der Menschheit,  dem ist aber definitiv nicht so. Eine Bekannte hatte vor einigen Jahren einen Wildkater im Garten...der wurde dann mit einer Falle gefangen (sehr schwierig) und woanders hin gebracht). Inzwischen findet man sie hier häufig, man muss nur wissen, wo.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: bristlecone am 05. November 2017, 16:05:39
Zitat vom NaBu: "In Baden-Württemberg leben seit einigen Jahren wieder einzelne Luchse. Diese ausschließlich männlichen Luchse sind aus den Schweizer Alpen und dem Schweizer Jura zugewandert."

Was Wildkatzen angeht, so existiert hier anscheinend eine Population am Kaiserstuhl. Die Tiere leben sehr verborgen.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Roeschen1 am 05. November 2017, 16:09:19
Ich weiß nicht woher deine Zahlen stammen, Rosarot,
http://www.luchsprojekt-harz.de/de/luchsprojekt/10_veroeffentlichungen/
hier steht, 30 Luchse (19 Alttiere, 11 Jungtiere)
in Bayern, Bayrischer Wald, sind es nur 10-20 ,
der Luchs ist nach wie vor stark gefährdet.
Ein Luchsrevier ist 100-400km2 groß, je nach Beutedichte. Weibliche Reviere können sich mit den männlichen überlappen.
Männliche Luchse brauchen ein eigenes Revier, das deutlich größer ist als das der weiblichen Luchse.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: RosaRot am 05. November 2017, 16:21:55
Luchse im Harz:

Quelle 1

Quelle 2

Dornröschen, die Zahlen aus dem Monitoring beziehen sich auf das mit Fallen beprobte Referenzgebiet im beprobten Zeitraum. Sie müssen also für den ganzen Harz und Vorland hochgerechnet werden. Das ist aus den Zeitungsartikeln zu entnehmen.
Ergänzung: noch mal nachgelesen im Projekt. Bei dem Referenzgebiet handelt es sich um ein Drittel des Gesamtlebensraums, vorwiegend im niedersächsischen Teil des Harzes. Hier im östlichen Teil gibt es aber auch ein paar Standorte von Fotofallen.




Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Roeschen1 am 05. November 2017, 16:49:32
Man kann nicht einfach bei 3- facher Fläche den Bestand verdreifachen. 11 Jungtiere wurden gezählt, viele überleben das 1. Lebensjahr nicht.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: RosaRot am 05. November 2017, 17:04:02
Man tut dies aber, schließlich kann man nicht die ganze Fläche beproben oder will das nicht (es werden erstaunlich viele der Fotofallen einfach geklaut...und Sachsen-Anhalt hat datenschutzrechtliche Bedenken wegen der Kameras...) - wenn der Chef des Luchsprojektes also die Daten hochrechnet muss man ihm wohl glauben. ;).

Link

Kurz: Den Luchsen im Harz geht's gut.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: lonicera 66 am 05. November 2017, 17:23:36
Zitat
Kurz: Den Luchsen im Harz geht's gut.

Den Wildkatze wohl auch.

Eine ist mir im Frühjahr an der Bundesstraße entlang gelaufen. Definitiv Wildkatz'.

Sehr schön.

Die Jäger im Kreis Braunlage schreien schon wieder nach Abschuß der Luchse, weil sie die Reh- und Hirschpopulation zu sehr dezimieren...

Seit ein paar Jahren geht das schon so
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Floris am 05. November 2017, 17:41:48
Zitat
Kurz: Den Luchsen im Harz geht's gut.
Den Wildkatze wohl auch.
Im gleichen Gebiet?
Bei uns gibt es eine produzierende Wildkatzenpopulation. Sie wird als etwas besonderes betrachtet und entsprechend betreut. Seitdem ebenfalls einzelne Luchse durch die Gegend streifen macht man sich Sorgen, denn es heißt, dass Luchse die Wildkatze verdrängen. Aus dem gleichen Grund ist man über die geplanten Wanderkorridore nicht glücklich, weil sie Luchsen (und Wölfen) den Zugang zur Region erleichtern.
Nicht jeder ist überall willkommen.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: lonicera 66 am 05. November 2017, 17:49:15
Für Luchse ist es hier wohl zu bevölkert, die Wildkatzen kommen besser damit zurecht.

Luchse sind bei uns im Kreis noch nicht gemeldet worden (Südharzrand)
Die tummeln sich wohl eher weiter oben, bei Braunlage.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Roeschen1 am 05. November 2017, 17:54:34
Zitat
Kurz: Den Luchsen im Harz geht's gut.
Die Jäger im Kreis Braunlage schreien schon wieder nach Abschuß der Luchse, weil sie die Reh- und Hirschpopulation zu sehr dezimieren...

Seit ein paar Jahren geht das schon so
In Bayern "verschwinden" sehr viele Luchse. In Thüringen liegen sie tot am Waldrand, ihre 5 Jungen haben wahrscheinlich auch nicht überlebt.
http://www.thueringer-allgemeine.de/web/zgt/leben/detail/-/specific/Thueringer-Luchs-wurde-wahrscheinlich-getoetet-2005999128
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: RosaRot am 05. November 2017, 18:00:25
Die Luchse leben auch zahlreich am Ostharzrand (Mufflons!! Mjam!), bis in die Hügel des Vorlandes, ebenso wie die Wildkatzen.
Da ein Monitoring zu machen wäre mal sehr interessant.
Wenn dann auch noch Wölfe dazukommen, einige wenige Sichtungen in eben diesem Habitat(Durchzügler-Jungtiere vermutlich), wird es richtig spannend.
Ich frage mich gerade, ob dann wohl die in eben diesem Habitat geradezu überbordende Waschbärenpopulation etwas vermindert würde?
Ein paar angefressene Waschbären täten sicher die Milane sehr erfreuen..

Zur Akzeptans der Luchse hier: das Luchsprojekt ist von Anfang an mit einer breiten Öffentlichkeitsarbeit begleitet worden. Da dieLuchse klugerweise im Oberharz ausgewildert wurden, hat das kaum einen Tierhalter berührt. Von Anfang an war auch klar, das Risse, die zu erwarten waren, den Tierhaltern ersetzt werden. So ist auch die in der Nähe arbeitende Schäferin durch die Luchsrisse nicht wirklich aus der Fassung gebracht, zusätzliche Wolfsrisse, so sich dieser hier ansiedelt täten dies aber schon. Weiter oben habe ich dazu einen Artikel verlinkt.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: dmks am 05. November 2017, 18:38:31
Hie heulen heut die Wölfe - aus Richtung Tagebau. Dort haben sie riesige steppenähnliche Flächen. Ob das aber Natur ist....?
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Staudo am 05. November 2017, 18:43:40
Pfui!  >:(

Tagebaue sind ein Verbrechen an der Natur. Dass sie nach Stilllegung ein Naturparadies werden, tut nichts zur Sache.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: RosaRot am 05. November 2017, 18:48:56
Hie heulen heut die Wölfe - aus Richtung Tagebau. Dort haben sie riesige steppenähnliche Flächen. Ob das aber Natur ist....?

Uuuiiihh- fehlt nur noch ein Schneesturm der dazu mitheult, dann wäre das gerade russische Romantik... ;D ;)
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Staudo am 05. November 2017, 18:51:27
Lesestoff.  ;D
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: RosaRot am 05. November 2017, 18:56:21
Gut auf den Punkt gebracht!
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: bristlecone am 05. November 2017, 19:00:40
 :-\
Wann immer Angler- oder Jagdverbände überbordenden Naturschutz beklagen, lese ich das zweimal.
Da ich von der dortigen Gegend so gut wie nichts weiß, kann ich auch nichts dazu sagen.
Aber mich würde Lerchenzorns Ansicht dazu interessieren.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Staudo am 05. November 2017, 19:01:14
Wer die noch vorhandene Natur erhalten will, sollte sich Kaninchen und Hühner anschaffen.  8)
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: dmks am 05. November 2017, 19:12:19
Pfui!  >:(

Tagebaue sind ein Verbrechen an der Natur. Dass sie nach Stilllegung ein Naturparadies werden, tut nichts zur Sache.

Sieht das wirklich so zerstört aus ???
Das ist der Blick auf das ehemalige Dorf Horno, mit Wäldern drumrun, Teich, Obstbäumen....
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: dmks am 05. November 2017, 19:16:24
ist halt nur 90 Meter tief umgegraben...
Wegen unserem Strom.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: lerchenzorn am 05. November 2017, 19:33:41
Der Ministerpräsident sagte doch, wegen der Arbeitsplätze.  ???
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Staudo am 05. November 2017, 19:37:21
Wobei sich die neu entstehende, menschenleere Landschaft durchaus sehen lassen kann.  ;)
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: dmks am 05. November 2017, 19:37:56
Hier sieht es so aus, daß nicht die Arbeitsplätze an sich das Problem sind, sondern die Struktur. So ziemlich alle Branchen, Handwerk und Dienstleister, Bildung, Gesundheitswesen suchen händeringend Arbeitskräfte!

Man muß Natur nicht wegen Politik verheizen. 25% weniger Strom - und wir können auf die Kohle verzichten.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: dmks am 05. November 2017, 19:41:29
Wobei sich die neu entstehende, menschenleere Landschaft durchaus sehen lassen kann.  ;)

Ja, klar. Ist ein doch auch gutes Argument denn diese Landschaft wird nie wieder besiedelt, es entstehen riesige Seen und Menschenleere Räume, neue Wälder, Ackerflächen Naturräume!
Das alles ließe sich mit dem über Jahrzehnte für die Rekultivierung ausgegebenen Geld aber auch ohne Umbuddeln leisten!!!
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: bristlecone am 05. November 2017, 19:41:42
Man muß Natur nicht wegen Politik verheizen. 25% weniger Strom - und wir können auf die Kohle verzichten.

Wir beziehen keinen Kohlestrom. => EWS Schönau
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Secret Garden am 05. November 2017, 19:46:02
25% weniger Strom - und wir können auf die Kohle verzichten.

Das geht nicht - womit sollen denn künftig die vielen abgasfreien Elektroautos fahren?
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Staudo am 05. November 2017, 19:47:01
Wir beziehen keinen Kohlestrom. => EWS Schönau

Da in unserer Kommune auf geschätzt 100 Einwohner ein Windrad kommt, beziehen wir meistens Windstrom, ob wir wollen oder nicht.  ;D
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: lerchenzorn am 05. November 2017, 19:50:58
:-\
Wann immer Angler- oder Jagdverbände überbordenden Naturschutz beklagen, lese ich das zweimal.
Da ich von der dortigen Gegend so gut wie nichts weiß, kann ich auch nichts dazu sagen.
Aber mich würde Lerchenzorns Ansicht dazu interessieren.

Ich bleib mal beim Storch und den Wiesenbrütern, um mich nicht dazu zu verleiten, die Leistungen von Anglern im Naturschutz würdigen zu müssen.  :-X

Der Wiesenbrüter-Schutz stellt auf den Erhalt der Gelege und Jungvögel ab und der ist an eine späte Mahd gebunden. Da gibt es nicht viel zu diskutieren. Die späte Mahd nutzt allerdings nichts, wenn keine Wiesenbrüter mehr da sind, weil das Gras regelmäßig zu hoch und zu dicht ist, so dass das Grünland von den betreffenden Arten als Brutstätte gar nicht erst angenommen wird oder, wenn doch, geschlüpfte Jungvögel darin verklammen oder sich strangulieren oder im Gräserdickicht schlicht totlaufen.

Wenn man Grünlandprogramme von seiten der Landwirtschaft so zurechtstutzt, dass eine den Zielen angemessene Terminregelung nur in seltensten Fällen mit einer Düngunsbeschränkung UND hoher Wasserhaltung zusammen realisierbar ist, muss man sich über solche Zustände nicht wundern. Frühzeitig trocken liegendes, nährstoffreiches Grünland kommt um Wochen schneller und um Größenordnungen üppiger ins Wachstum und ist zur Schlupfzeit allzu oft eine Todesfalle für die Jungvögel. Was den Storch angeht, findet er in solchen üppigen Grasbeständen natürlich weniger Nahrung als in geschichteten, strukturreichen mageren Feuchtwiesen. Das ist aber nicht die Schuld des Wiesenbrüterschutzes.

Der Mann tut, was man tun muss, wenn man einen klaren Feind erkannt hat. Undifferenziert draufhauen und bloß nicht komplex denken.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: lerchenzorn am 05. November 2017, 20:00:56
Nachsatz: Es ist nicht so, dass es im Naturschutz kein Nachdenken über systematisch zu späte Mahdtermine gibt. Das ist aber nicht erst seit dem Geistesblitz von Herrn Schwarz der Fall. Ein kniffeliges Thema, das man nicht durch pauschale, zweijährige Wechselrhythmen lösen kann, ohne andere nachhaltige Schäden anzurichten. In grundsätzlich veränderten Umweltbedingungen sind natürliche und historische, nährstoffarme und schwachwüchsige Gras- und Staudenfluren eben nicht mit einfachen Rezepten zu erhalten.

Der Mann erklärt übrigens auch nicht, wie eine frühe Mahd im Mai die Nahrungsmisere für den Storch lösen soll. Weil der ein, zwei mal zur Mahd und zur Beräumung die von Maschinen aufgescheuchten oder geköpften Mäuse einsammeln kann, ist die Brut doch nicht über die nächsten Wochen gebracht. Warum erzählt er nichts über amphibienlose Kleingewässer, aus denen die regelmäßig eingesetzten Fische den Frosch- und Molchlaich rausfressen und durch Sedimentwühlerei die Wasserqualität verhunzen. (Jetzt bin ich doch da gelandet, wo ich nicht hin wollte.  >:( )
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: RosaRot am 05. November 2017, 20:10:25
Zu Wiesenbrütern kann ich nichts sagen, Störche haben wir auch nicht bzw. hatten noch nie.
Schwalben hatten wir, aber jetzt auch nicht mehr, ganz klar ein Verlust durch den nach 1990 einsetzenden Mangel/Totalverlust an kleinen Viehhaltungen ringsherum. In diesem Punkt hat der Mann völlig recht.

Früher flogen die auch schon mal hier in die Wohnung und sahen sich nach einem geeigneten Nistplatz um... :D und im August saßen riesige Schwärme auf den Freileitungen. das gibt es nicht mehr (obwohl die Freileitungen noch da sind...)
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: dmks am 05. November 2017, 20:19:29
Man muß Natur nicht wegen Politik verheizen. 25% weniger Strom - und wir können auf die Kohle verzichten.

Wir beziehen keinen Kohlestrom. => EWS Schönau

Natürlich beeinflußt solches Verbraucherverhalten langfristig die Energiepolitik, und das positiv.
Andererseits ist es etwas blauäugig gedacht - da in allen dingen die wir kaufen oder nutzen halt Energie drin steckt, und das wird halt mit dem Strom produziert der geliefert werden kann.
Oder anders gesag: Es macht ein gutes Gewissen, aber wenn ich zuhause den Kohlestrom verbrauche-dann nimmt das Stahlwerk nebenan eben Windstrom...oder andersrum.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: lerchenzorn am 05. November 2017, 20:22:16
@Rosarot
Ja, aber was haben abschreckende Tierhaltungsbestimmungen mit den Inhalten des Wiesenbrüterschutzprogrammes zu tun? Ich kann dem Mann vielleicht noch wohlwollend unterstellen, dass er differenzierter denkt als der Artikel das zum Ausdruck bringt. Der Tenor des Beitrags ist aber so eindeutig wie falsch.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: bristlecone am 05. November 2017, 20:23:19
@dmks
Dass das nur ein Tropfen ist, ist schon klar.
Allerdings fördert das Ganze die weitere Entwicklung regenerativer Stromquellen.
Was alleine auch nicht reichen wird, wenn nicht auch der Stromverbrauch insgesamt sinkt.
Aber immerhin.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: lerchenzorn am 05. November 2017, 20:27:03
Verbrauchssenkung ist sicher der wichtigste und politisch am wenigsten geforderte Weg.

Zur Braunkohle und den Tagebauen: die letzte Dorf-Abbaggerung in Brandenburg, Hornow, war ein Albtraum. Für alle, die dort gewohnt und sich über Jahrzehnte gewehrt, mit der Wende große Hoffnung geschöpft hatten. Um dann von neuen Politikern in alter Manier vertrieben zu werden. Eine wirklich bittere Geschichte, die letztlich, wie ich gehört habe, auch noch die Dorfbewohner entzweit hat.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: dmks am 05. November 2017, 20:35:41
Sie haben zumindest ein "neues Dorf" bekommen. Viele andere Dörfer hatten dieses Privileg nicht.
Seit 1924 sind es hier in der Lausitz 136 Ortschaften die ganz oder teilweise abgebaggert wurden!

Da geht 'ne Menge Natur die Halde runter!
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Amur am 05. November 2017, 22:22:56
Wobei sich die neu entstehende, menschenleere Landschaft durchaus sehen lassen kann.  ;)

Ja, klar. Ist ein doch auch gutes Argument denn diese Landschaft wird nie wieder besiedelt, es entstehen riesige Seen und Menschenleere Räume, neue Wälder, Ackerflächen Naturräume!
Das alles ließe sich mit dem über Jahrzehnte für die Rekultivierung ausgegebenen Geld aber auch ohne Umbuddeln leisten!!!
Da ist ja dann Platz für den Wolf.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Staudo am 05. November 2017, 22:31:43
 ;D Dort vermehrt er sich auch heftig. Manche Altkippen von mehreren Quadratkilometer Größe dürfen wegen Rutschungsgefahr (das Kippenmaterial wird durch aufsteigendes Grundwasser instabil) nicht mal betreten werden. Dort macht die Natur, was sie will.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Sandbiene am 06. November 2017, 19:20:43
Hie heulen heut die Wölfe - aus Richtung Tagebau. Dort haben sie riesige steppenähnliche Flächen. Ob das aber Natur ist....?

Uuuiiihh- fehlt nur noch ein Schneesturm der dazu mitheult, dann wäre das gerade russische Romantik... ;D ;)

Das erinnert mich daran.  :-X ;D
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: dmks am 06. November 2017, 19:43:00
 ;D

Okay, diese Gefahr ist sekundär. Primär sind eher die Probleme der Weidetierhalter. Die bisherigen Schäden sind teilweise existenzgefährdend; 245 Nutztiere im vergangenen Jahr in Brandenburg: Schafe, Damhirsche, Rinder, Pferde...seit Auftreten des Wolfes hier knapp 1000 Tiere und im benachbarten Sachsen sind die Zahlen ähnlich - und das Verschwinden der Rehe aus der Landschaft. Ich bin vor etwa zehn Jahren hierher gezogen, Rudel um 20 oder mehr Tiere auf den Flächen waren normal, einfach täglich da und landschaftsprägend - dann mehr und mehr versprengt und jetzt ist es schon selten, daß mal eine Gruppe von etwa 5 Tieren irgendwo zu sehen ist, mitunter wochenlang kein Reh.
Bei geschätzt 250 bis 300 Wölfen im brandenburgisch/sächsischen Grenzgebiet wird langsam das Futter knapp...
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: RosaRot am 06. November 2017, 19:47:32
Hie heulen heut die Wölfe - aus Richtung Tagebau. Dort haben sie riesige steppenähnliche Flächen. Ob das aber Natur ist....?

Uuuiiihh- fehlt nur noch ein Schneesturm der dazu mitheult, dann wäre das gerade russische Romantik... ;D ;)

Das erinnert mich daran.  :-X ;D

 ;)
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Sandbiene am 06. November 2017, 19:50:56
Das war auch Dein Gedanke, stimmts?  ;D
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Staudo am 06. November 2017, 19:54:01
Primär sind eher die Probleme der Weidetierhalter.

Mit jedem Schäfer, der aufgibt, gibt ein engagierter und effizienter Naturschützer auf.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: lerchenzorn am 06. November 2017, 20:03:22
 ;D Sandbiene, wo Du Dich so rumtreibst.  ;)

Dmks, die Reh"rudel" hast Du trotzdem immer nur im Winterhalbjahr gesehen.

Die persönliche Belastung der Tierhalter ist sicher das, was  man nicht aus den Augen verlieren darf.
Was die Schadensfälle angeht, ist die Entwicklung der letzten Jahre nicht schön, aber weit entfernt von einem gesamtwirtschaftlichen Schaden.

Ich zitiere mich mal mit ein paar herausgegriffenen Raubtierschäden und ihrem Medienecho aus 2014:
Zitat
Brandenburgische Regional-Zeitung, irgendwann im letzten Jahr:
Wölfe, halbe Zeitungsseite, gezahlter Schadenersatz in einem ganzen Jahr: 7.000 Euro.
gleich daneben:
Steinmarder, kleine Spalte, paar Zeilen, eine Nacht: Dachstuhlbrand, 20.000 Euro Schaden

Die 7.000 Euro stimmen nicht mehr, geb ich zu.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: dmks am 06. November 2017, 20:12:39

Dmks, die Reh"rudel" hast Du trotzdem immer nur im Winterhalbjahr gesehen.


Nein, auch im Sommer.  ;)
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: dmks am 06. November 2017, 20:38:24
Ich will mal ein positives Beispiel bringen ;)
Im Zuge der Vorfeldberäumung und Grundwasserabsenkung des Tagebaues wurde ein ganzes Teichsystem trockengelegt. Dabei zur Amphibienrettung über mehrere Jahre erst die Kaulquappen abgefischt und dann bzw schon gleichzeitig viiiiele Kilometer Froschzäune gezogen um Frösche, Kröten, Molche, Unken, Schlangen... abzufangen bevor das ganze Biotop weg ist.
Meine Holde arbeitete damals in der Rekultivierung - Das hieß für uns dann jeden Morgen (auch an den Feiertagen Ostern und Pfingsten 1. Mai und was sonst...) morgens raus bevor die Sonne hochkommt um die Eimer zu leeren. Sonst gehen sie hops darin wenn die Sonne reinscheint. Und mehrere Kilometer Zäune brauchen eine Weile...
Das Ganze ging in eine neu renaturierte Flußaue, auf 400 Hektar sind Feuchtbiotope und Teiche angelegt. Diese Teiche eingezäunt um ein Abwandern zu vermeiden. Insgesamt wurden 150.000 Tiere dorthin umgesiedelt und 30.000 zu weiteren Neuansiedlungen dem Land übergeben.
Das ganze Projekt dient dazu, neue Populationen anzusiedeln, da Kröten immer in ihrem Geburtsteich laichen - wenn sie aber in dem Moment nirgends hin können (wie im eingezäunten neuen Teich) kommt es zur "Notlaiche" und der entstehende Nachwuchs wird später zu diesem Gewässer zurückkehren. Die ganze Aktion ist meines Wissens bisher durchaus erfolgreich.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: lerchenzorn am 06. November 2017, 20:52:28
Hoffen wir das beste für die Neuansiedelungen in der Spreeaue.

Zitat
... auch im Sommer ...

Dann stimmt mit Euren Rehen ohnehin was nicht. Wird Zeit, dass sie aufgefressen werden ...  ;)
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: dmks am 06. November 2017, 20:59:48
Hoffen wir das beste für die Neuansiedelungen in der Spreeaue.

Soso; Du hast davon gehört?  ;)

https://izw.baw.de/publikationen/dresdner-wasserbauliche-mitteilungen/0/54_Heft_53_Gerstgraser_Erfolgskontrolle.pdf
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Hänschen am 07. November 2017, 11:49:39
Der Nachwuchs unserer Wölfin soll nun mit gepolsterten Lebendfallen aus dem Verkehr gezogen werden, vermeldete das Radio am Morgen.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: RosaRot am 07. November 2017, 12:14:49
Und dann?
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Hänschen am 07. November 2017, 12:27:35
Keine Ahnung, dazu verlautete nichts. Vermutlich kommen sie in irgendein Gehege, sie sind ja dann berühmt.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: alun am 07. November 2017, 14:01:08

Dmks, die Reh"rudel" hast Du trotzdem immer nur im Winterhalbjahr gesehen.


Nein, auch im Sommer.  ;)
Wildtiere, die sich nicht mehr wie Gehege-Haustiere verhalten, sondern wieder wie...wilde, die natürliche Feinde haben, die ihnen ein ganz anderes Verhalten aufzwingen?
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Amur am 07. November 2017, 17:17:06
Na ja, im Sommer sind es engere Familienverbände (Geiss, ein oder zwei, selten drei Kitze evtl. mal noch ein Bock, wobei der ned wirklich den Anschluss sucht) im Winter kommen dann etwas mehr zu einem "Rudel" (Jäger sagen beim Reh Sprung) zusammen. Da spielt dann der Revieregoismus nicht mehr wirklich eine Rolle.

Wenn die Populationsdichte entsprechend hoch ist, dann sieht das vielleicht auch im Sommer aus wie mehrere Rudel.
So jedenfalls bei uns in einer Gegend wo der Wolf noch nicht da ist.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Gartenplaner am 07. November 2017, 18:17:20
Es war tatsächlich ein Wolf

Aktions-und Managementplan für den Umgang mit Wölfen

Bin mal gespannt, wie das hier weitergeht.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Staudo am 07. November 2017, 18:26:06
Informiere Dich im Osten.  ;) Die Wölfe werden heimisch werden und sich vermehren.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: dmks am 07. November 2017, 18:46:36
den ersten Wolf fanden wir auch noch toll!
...jetzt haben wir (offiziell) etwa 30 Rudel... Innerhalb von 10 Jahren.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Mediterraneus am 08. November 2017, 13:39:25
Primär sind eher die Probleme der Weidetierhalter.

Mit jedem Schäfer, der aufgibt, gibt ein engagierter und effizienter Naturschützer auf.

Eigentlich wollte ich mich ja aus Wolfthemen raushalten :-X ;)

Aber Staudos Beitrag kann man nicht genug zustimmen.

Und was wird passieren, wenn sich die Wölfe vermehren, wie die Karnickel?  :-\
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Staudo am 08. November 2017, 18:01:47
Konstruktives zum Thema.

Nur beim Jagdrecht bin ich nach wie vor anderer Meinung. Auch Luchse fallen unter das Jagdrecht, ohne dass es massenhaft "Hegeschüsse" gibt.  ;)
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: bristlecone am 08. November 2017, 18:16:51
In dem verlinkten Artikel klingt ein Punkt an, der sich schon in anderen Fällen als Bremse erwiesen hat: die Länderkompetenz.
Die Regierungen der jeweiligen Bundesländer achten sehr eifersüchtig darauf, ja keine Kompetenzen auf übergreifende Institutionen oder auch bloß Vorhaben zu übertragen.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: RosaRot am 08. November 2017, 18:20:01
Auch Luchse fallen unter das Jagdrecht, ohne dass es massenhaft "Hegeschüsse" gibt.  ;)

Ja. Mit ganzjähriger Schonzeit.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Amur am 08. November 2017, 18:25:55
Staudo, was den Wolf im Jagdrecht angeht, bin ich nicht so wirklich überzeugt dass das gut ist. Weniger wegen dem Wolf.
Das die Institute die einen guten Teil ihres Umsatzes mit Untersuchungen von Wolfskadavern und Wolfshinterlassenschaften machen, dagegen sind ist klar.
Im Moment untersteht er dem Naturschutzrecht und damit darf der Kadaver nur für wissenschaftliche Zwecke überhaupt eingesammelt werden. Da haben die kein Problem damit sie haben die Genehmigung. Sobald er dem Jagdrecht untersteht gehört der Kadaver dem Jagdausübungsberechtigten. Damit haben sie schon wieder etliche Egoismen und Theater. Dasselbe gilt dann auch für Forschungen, denn Wild (was der Wolf per definition dann wäre) an Ruhe und Fressplätzen aufzusuchen fällt wieder unter das Jagdrecht... D. h. Forschungen müssten mit den örtlichen Jägern abgesprochen werden. Nicht unbedingt immer einfach.
Auf der jägerseite wäre dann aber zu beachten dass auch der Schaden von Wild verursacht wird. Im Moment ist der Wolf noch nicht unter den wildschadenserstzpflichtigen Tierarten. Aber das ist schnell geändert.
Weiter kann und darf der Jäger im Augenblick nichtsvgegen den Wolf tun. Wenn der im Jagdrecht ist stehen die Schäfer bei der Genossenschaftsversammlung da und wollen Hilfe.

Von daher hätte ich es nicht wichtig den im Jagdrecht zu haben
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Staudo am 08. November 2017, 18:29:00
Danke.  ;)
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Hänschen am 08. November 2017, 20:13:59
Vorhin im heimischen TV: Unsere Hybrid-Wölfe sollen in den Bärenpark nach Worbis umgesiedelt werden. Falls man sie mit den Lebendfallen erwischen sollte. Die Frist wurde wohl auf Ende Februar 2018 gesetzt.

Ergänzung: Die (noch) ansässigen Schäfer bestehen darauf, dass auch das Muttertier entfernt wird.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Hänschen am 23. November 2017, 12:12:11
Nun gibt es die hochoffizielle Genehmigung, den Wolfsnachwuchs einzufanngen und die Mama mit einem Peilsender zu versehen. Mal sehen, wie kooperativ die Tieren sein werden.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Staudo am 23. November 2017, 12:13:49
Deutschland geht es gut!  :D
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Hänschen am 23. November 2017, 12:18:00
Richtig, ich verstehe auch nicht, warum ständig gemotzt und gejammert wird.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: bristlecone am 27. November 2017, 17:03:39
Nun sprühen sie wieder

Polemischer Titel, und auch dem Text stimme ich nur in Teilen zu.

Aber er erweitert den Horizont, was das Thema "Landschaft und Artenvielfalt" angeht.

Zitat:

"Wer die Vielfalt der Insekten wirklich erhalten will, muss zweierlei fordern. Erstens muss weiter geforscht werden, um die Frage zu klären, ob Insekten tatsächlich verschwinden und wenn ja, welche und warum. Zweitens: Vernunft statt Populismus. Weder ein Verbot aller Pestizide noch Umstellung auf 100 Prozent Bio noch Blühstreifen und Lerchenfenster werden die von unseren Vorfahren in Zeiten von Hunger und Not geschaffenen wüsten Landschaften zurückbringen, auf denen die Artenvielfalt der Pflanzen und Insekten in Deutschland beruht. Es gibt nur einen Weg: Gebt Landwirten und Landespflegern Flächen und Geld und lasst sie diese Biotope mit Hilfe ihrer Maschinen und ihrer Expertise wieder auferstehen – getrennt von intensiv genutzten Flächen. Überlasst die Truppenübungsplätze nicht der Natur, sondern den SUV-Fahrern und, liebe Gemeindeverwaltungen, macht einfach mal nichts: Für die Artenvielfalt ist es besser, wenn ihr eure Extrembiotope – Deiche, Verkehrsinseln und die Randstreifen der Wirtschaftswege – nicht mäht und wenn ihr Brachflächen einfach so lasst, statt sie in Parks zu verwandeln. Und auf der anderen Seite fördert bitte eine Landwirtschaft, die auf geringer Fläche hoch produktiv ist – mit Hightech und allen verfügbaren Technologien. Nur so kann Raum für Insekten und andere Tier geschaffen werden. Wenn ihr dann noch die Beleuchtung eurer Gemeinden insektenfreundlich gestaltet, gibt es auch wieder Insektenplagen."

 
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: lerchenzorn am 27. November 2017, 21:16:19
Leider strotzen das Zitat und auch der übrige Beitrag vor Klischees und Halbwissen. Die Schlussfolgerungen von Herrn Weß halte ich für kaum geeignet, mehr Artenvielfalt zu schaffen. Aber sie sind schön mundgerecht für industrielle Landwirtschaft.

Richtig ist, dass es gepflegte Bereiche  neben intensiv genutzten Landwirtschafsflächen geben muss, deutlich mehr als gegenwärtig.

Wer bezweifelt, dass extensiv genutzte Äcker und Lerchenfenster keine Insektenvielfalt und Insektenmasse hätten, hat diese noch nicht wirklich gesehen.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Staudo am 27. November 2017, 21:19:42
Ich habe jedenfalls heute Nachtmittag begonnen, "meine" Streuobstwiese (auf städtischem Grund) glattzumähen.  ;)
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: lerchenzorn am 27. November 2017, 21:23:57
Gut.  8)
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Mediterraneus am 28. November 2017, 13:46:15
Brav.

Wir haben jetzt übrigens auch Rotkäppchens Problem  :-\

http://www.br.de/nachrichten/wolf-hat-im-odenwald-acht-schafe-gerissen-100.html

Das ganze war wohl auch noch direkt im Ort. Der bayerische Schäfer bekommt keinen "Schadensersatz" weil die Schafe kurz nach der Grenze in Hessen standen.
Und die Reaktionen darauf selbstverständlich nahezu alle "Pro Wolf". Wer rettet mehr vorhandene Natur, der Schäfer, oder der Wolf?  ???
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Staudo am 28. November 2017, 17:11:54
So, die vorhandene Natur wurde wieder ein Stück erhalten. Die Streuobstwiese ist gemäht, auf eigene Kosten. Wer sich am Anblick des Grasmulchs stört, darf diesen entweder zusammenharken oder die Klappe halten.  8)
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Gartenplaner am 28. November 2017, 17:33:32
Tja, wenn der Grasmulch drauf bleibt ists für die Natur ein Nullsummenspiel
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Roeschen1 am 28. November 2017, 17:37:58
Die Artenvielfalt ist sehr viel größer, wenn man das Gemähte entfernt.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: lerchenzorn am 28. November 2017, 18:17:17
Staudo, dürfen die beiden Deine Harken nehmen oder sollen sie mit eigenem Gerät anreisen?  8)
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Roeschen1 am 28. November 2017, 18:22:16
Ich habe 2 große Rechen und eine Heugabel... ;D
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Gartenplaner am 28. November 2017, 18:31:25
Ich bezahle dafür 2x im Jahr teuer Geld in Luxemburg, um es richtig machen zu lassen  ;)
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Roeschen1 am 28. November 2017, 19:03:38
Ich bezahle dafür 2x im Jahr teuer Geld in Luxemburg, um es richtig machen zu lassen  ;)
Mit Entfernung des Mähgutes?
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Conni am 28. November 2017, 19:05:09
Ein interessanter Artikel zum Thema findet sich heute im Spektrum.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Ahornblatt am 28. November 2017, 20:04:16
Wenn man das Mähgut ausgebreitet auf der Wiese trocknen lässt, können die Samen schön ausfallen und die Pflanzen sich so vermehren  ;)
- ist bei den Brennesseln auch so, aber die will ich nicht überall, hm
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: lerchenzorn am 28. November 2017, 20:36:10
Ich bezahle dafür 2x im Jahr teuer Geld in Luxemburg, um es richtig machen zu lassen  ;)
Mit Entfernung des Mähgutes?

Staudo wird von niemandem teuer dafür bezahlt, dass er öffentliches Land pflegt.  ;)
(Und nicht jeder Standort ist mit gleicher Elle zu messen.)

Conny, ein schöner Beitrag und eine gut gemachte Webseite der Hope-Farm!

Es gibt vergleichbares in Deutschland und dazu auch gute Dokumentationen.

Seit etlichen Jahren ist ein hervorragendes Praxis-Handbuch erhältlich, mittlerweile zum freien Download: Naturschutz im Ökolandbau.
Es ist zwar vor allem auf den Ökolandbau ausgerichtet, viele der beschriebenen Maßnahmen sind aber auch im konventionellen Ackerbau ohne weiteres umsetzbar.

Praxiserprobungen dieser Maßnahmen liefen im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin, überwiegend in Ökolandbau-Betrieben, aber auch einzelnen konventionell arbeitenden: Erprobung und Entwicklung von Maßnahmen zur naturschutzfachlichen Optimierung des ökologischen Landbaus ... . (Den Betrieb und das Ökodorf Brodowin hatte ich schon kurz erwähnt.)

Im Zentrum für Agrarlandschaftsforschung Müncheberg liefen daneben und damit verbunden, mehrjährige Praxisversuche zu Maßnamen der sogenannten "schlaginternen Segregation", die ausdrücklich auch für konventionell arbeitende Betriebe konzipiert wurden. Es gab keinerlei Bereitschaft der Agrarbehörden, das in die landwirtschaftlichen Förderprogramme aufzunehmen.

Es fehlt nicht an Methoden, es mangelt nicht an der Machbarkeit und es gibt Betriebe, die zeigen, dass es funktioniert.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Quendula am 28. November 2017, 20:45:17
Danke, Conni  :). Der Artikel stimmt sehr optimistisch.

Lerchenzorn,
Es gibt vergleichbares in Deutschland und dazu auch gute Dokumentationen.
das habe ich auch grad gefunden  :D:Für Ressourcen, Agrarwirtschaft & Naturschutz mit Zukunft .
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Staudo am 28. November 2017, 20:57:40
Staudo, dürfen die beiden Deine Harken nehmen oder sollen sie mit eigenem Gerät anreisen?  8)


Harken bekommen sie gestellt. Es reicht auch, das Mähgut auf Haufen zu harken. Ich schaffe es mit dem Radlader (wieder auf eigene Kosten) zum Kompost.  ;D
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Gartenplaner am 28. November 2017, 21:06:58
Ich bezahle dafür 2x im Jahr teuer Geld in Luxemburg, um es richtig machen zu lassen  ;)
Mit Entfernung des Mähgutes?

Ja, natürlich.
Würde sonst keinen Sinn machen.

...

Staudo wird von niemandem teuer dafür bezahlt, dass er öffentliches Land pflegt.  ;)
(Und nicht jeder Standort ist mit gleicher Elle zu messen.)
...

Och, ich könnt auf meine kleine Wiesenfläche problemlos eine Wohnstrasse mit 6 oder 7 Häusern klatschen (lassen), ist schon als "Baugrundreserve" ausgewiesen von der Gemeinde, wär ich Euro-Millionär mit den Baugrundpreisen in Luxemburg  ;D
Und im Vergleich zu den Turbowiesen überall ums Dorf herum ist meine kleine Wiesen-Insel gar nicht so übel  ;)
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Staudo am 28. November 2017, 21:30:14
Ja, natürlich.
Würde sonst keinen Sinn machen.

Da ich Kaninchenhalter bin und der Nachbar auch, ist diese Wiese das ganze Jahr über ein Mosaik aus verschieden hoch gewachsenen Gräsern. Das ist absolut ideal für das Ungeziefer. Zum Jahresende wird die ganze Wiese auf eine Höhe gemäht. In diesem Jahr war der Herbst ungewöhnlich feucht und ließ das Gras stellenweise noch einmal recht üppig wachsen.  ;)
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Gartenplaner am 28. November 2017, 21:36:31
Mosaik ist schonmal sehr gut - nicht nur fürs "Ungeziefer", auch fürs "Unkraut".
Ich denke, auf dem mageren, sandigen Boden bringt ein Abtransport des Mähguts weitere Artenvielfalt und "entfernt" wieder über die Luft eingetragene Stickoxyde.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Waldmeisterin am 28. November 2017, 22:30:16
Das mache ich mit meiner Wiese seit zehn Jahren, zweimal im Jahr mähen, das Heu wird verschenkt. Eine nennenswerte Erhöhung der Artenvielfalt konnte ich nicht beobachten. Vor zwei Jahren habe ich nach Bauarbeiten mal eine Blumenwiesenmischung (von Syringa, nicht von A..i) auf die aufgerissenen Stellen verteilt, es sieht nicht so aus, als ob sich von der auch nur einzelne Arten etablieren könnten.
Alllerdings wohne ich auch in der Stadt, das nähere Umfeld besteht aus Blockrandbebauung, Kleingärten und einem Park. Wo sollen da neue Arten einwandern.

Gartenplaner, was willste denn mit ein paar Millionen Euros, wenn du eine so tolle Wiese hast. Und Cornus, und Eiben... ;)
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Roeschen1 am 28. November 2017, 22:49:36
Setze in Töpfe gesäte Planzen ein, wenn sie größer sind. Dann sind sie konkurrenzstark.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Waldmeisterin am 28. November 2017, 23:05:51
das habe ich auch schon gemacht. Hat nur bedingt geklappt.
Ich hab's mit Hieracium aurantiacum versucht. Ich liebe die, die wachsen hier in der Gegend auch, aber natürlicherweise nur da, wo's etwas bergiger wird. Ich habe kräftige Pflanzen gesetzt, die sang- und klanglos untergegangen sind. Margeriten wachsen hier auch, aber ich wollte den Bestand durch Nachpflanzen etwas pimpen. Naja, sie wachsen hier immer noch, aber es sind genauso viele wie zuvor.
Aber eigentlich ist das ja alles Florenverfälschung. Ich will ja wissen, was auf ganz natürlichem Weg meine Wiese aufwertet und nicht das pflanzen, was ich als natürlich betrachte  :-\
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Gartenplaner am 28. November 2017, 23:07:24
...Eine nennenswerte Erhöhung der Artenvielfalt konnte ich nicht beobachten. Vor zwei Jahren habe ich nach Bauarbeiten mal eine Blumenwiesenmischung (von Syringa, nicht von A..i) auf die aufgerissenen Stellen verteilt, es sieht nicht so aus, als ob sich von der auch nur einzelne Arten etablieren könnten.
Alllerdings wohne ich auch in der Stadt, das nähere Umfeld besteht aus Blockrandbebauung, Kleingärten und einem Park. Wo sollen da neue Arten einwandern.
...
Ja, Wiesenblumensamen fällt leider nur sehr wenig vom Himmel - die meisten Samen von Wiesenblumen kommen von sich aus keinen Meter weit, Windverbreiter ausgenommen, und wenn die Samenbank im Boden, die bei Staudos Landidylle doch noch ein bisschen wahrscheinlicher präsent ist - weg ist, passiert von alleine fast nix.
Welche Mischung hast du gesät? Wie ist dein Boden beschaffen? Zu welcher Jahreszeit hast du gesät?
Ich habe ja auch Mischungen und Einzelsaatgut von Syringa und Hof Berggarten bei mir in der Wiese immer wieder verteilt, die ich versucht habe, so gut es ging auf meine Standortbedingungen auszusuchen.
Einige Arten aus Mischungen und auch Einzelsaatgut haben sich ganz ordentlich etabliert, wobei es auch da fast immer mit recht wenigen Pflanzen anfing, von anderen kam vielleicht 1 oder 2 Pflanzen von 10g Saatgut, wobei sich auch aus solchen Einzelexemplaren kleine Populationen bilden konnten, bei ein, zwei Arten bin ich komplett gescheitert, da kam nix.
Eine existierende Wiese "anreichern" ist eher ein mühseliges Geschäft, da muss man einfach rumprobieren, einfacher ists wohl, wenn man die Radikalmethode macht - Oberboden abtragen und dann komplett neu einsäen.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Roeschen1 am 28. November 2017, 23:18:43
das habe ich auch schon gemacht. Hat nur bedingt geklappt.
Ich hab's mit Hieracium aurantiacum versucht. Ich liebe die, die wachsen hier in der Gegend auch, aber natürlicherweise nur da, wo's etwas bergiger wird. Ich habe kräftige Pflanzen gesetzt, die sang- und klanglos untergegangen sind. Margeriten wachsen hier auch, aber ich wollte den Bestand durch Nachpflanzen etwas pimpen. Naja, sie wachsen hier immer noch, aber es sind genauso viele wie zuvor.
Aber eigentlich ist das ja alles Florenverfälschung. Ich will ja wissen, was auf ganz natürlichem Weg meine Wiese aufwertet und nicht das pflanzen, was ich als natürlich betrachte  :-\
Das könnte dauern, bis sich neue Arten auf natürliche Weise einfinden.
Tiere bringen Samen im Fell, da darf der Mensch auch etwas nachhelfen.
Hat deine Wiese volle Sonne?
Das Habichtskraut ist meiner Meinung nach keine Wiesenpflanze, sondert wächst auf Schotterflächen, eher in Steingärten. Der Boden sollte mager sein, mineralisch, vielleicht ist der Boden bei dir zu nährstoffreich.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Waldmeisterin am 28. November 2017, 23:38:16
Ne, das Habichtskraut wächst hier in Wiesen, allerdings erst, wenn's Richtung Erzgebirge geht. Aber tatsächlich könnte der Boden zu fett sein. Komischerweise wächst es aber hinterm Haus im Blumenbeet, wo ich es loswerden will und immer meine kräftigen Jungpflanzen hernehme, prächtig.

Gartenplaner, ich nehme mal an, dass es die Fettwiesenmischung war, da davon einige Arten hier schon wachsen. Und so größenwahnsinnig, hier eine Magerrasenmischung ausbringen zu wollen, werde ich hoffentlich nicht gewesen sein. Ich habe, entgegen der "Kulturanleitung" im Herbst gesäht, da fallen die Samen ja natürlicherweise auch aus.
Oberboden abtragen kommt für mich nicht in Frage. Ich habe ja auch das Haus nicht abgerissen, nur weil die Raumaufteilung für heutige Bedürfnisse etwas ungünstig ist. Oder die prächtige Birne abgeholzt, nur weil ich keine Birnen mag  ;)
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: partisanengärtner am 28. November 2017, 23:41:19
Kann ja mal ein Fleck sein der nackig ist, da lässt sich dann was neues einbringen. Kannst Dir aber auch einen Maulwurf leisten der solche Flächen auch ganz gut hinbekommt.
Wenn es größer sein soll auch mal eine Wildsau.

Ideal soll ein wenig Oberboden von einer Wiese sein  die die gewünschte Vegetation zeigt. Maulwurfserde?
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Roeschen1 am 28. November 2017, 23:48:47
Das Habichtskraut ist ein Bewohner des Magerrasens. Dein Blumenbeet erfüllt wohl diese Bedingungen.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Waldmeisterin am 28. November 2017, 23:57:43
ne, leider nein. Würde ich nicht eingreifen, würden in meinem Blumenbeet ausschließlich Brennesseln und Holunder wachsen. Und ich kenne das Habichtskraut aus dem Erzgebirge und dem Thüringer Wald aus ganz normalen Weiden, das ist dort einfch eine Wiesenblume (auch wenn diese Wiesen natürlich magerer sein dürften als der Leipziger Auenlehm).
Egal, es ist zumindest nicht ganz trivial, ein paar Hundert Quadratmeter Land in der Stadt wieder in die ursprüngliche Wiese zu verwandeln, die sie vor hundert Jahren einmal war.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Gartenplaner am 29. November 2017, 00:02:19
das habe ich auch schon gemacht. Hat nur bedingt geklappt.
Ich hab's mit Hieracium aurantiacum versucht. Ich liebe die, die wachsen hier in der Gegend auch, aber natürlicherweise nur da, wo's etwas bergiger wird. Ich habe kräftige Pflanzen gesetzt, die sang- und klanglos untergegangen sind. Margeriten wachsen hier auch, aber ich wollte den Bestand durch Nachpflanzen etwas pimpen. Naja, sie wachsen hier immer noch, aber es sind genauso viele wie zuvor.
Aber eigentlich ist das ja alles Florenverfälschung. Ich will ja wissen, was auf ganz natürlichem Weg meine Wiese aufwertet und nicht das pflanzen, was ich als natürlich betrachte  :-\

Hieracium aurantiacum hat sich bei mir von selbst im regelmäßig gemähten und nie gedüngten "großen Rasen" angesiedelt, Gleiches im Nachbarort im Rasen bei meiner Großtante.
Ich hab diesen Herbst Teilstücke in die 2x-Mahdwiese verpflanzt, könnte mir aber vorstellen, dass die hochwerdenden Gräser der nur 2x gemähten Wiese zuviel Konkurrenz für diese Pflanze bedeuten könnten, ich werde es beobachten.

Da dein Boden städtisch ist, kann schon alles mögliche damit passiert sein - Austausch, Aufschüttung, Mischung mit alkalischem Betonschutt usw., was es schwierig macht, von Wiesenpflanzen aus der näheren Umgebung darauf zu schließen, was bei dir gut gedeiht.
Ich würde da auch nicht von "Florenverfälschung" schreiben - es ist als erstes ein Garten, keine freie, unberührte Natur und du kannst bedenkenlos pflanzen, was du schön findest und worauf du Lust hast - wenn es sich bei dir wohl fühlt.

Und als zweites würde ich vom Boden ausgehen.
Da auch in der Landschaft der Boden nicht hunderte Kilometer weit komplett gleich ist, kannst du bestimmt in näherer oder fernerer Landschaft Pflanzengesellschaften finden, die auf einem deinem Boden ähnlichen Standort wachsen und an denen du dich inspirieren kannst für deine Wiese.
Oder du musst dir für verschiedene Bereiche deiner Wiese unterschiedliche Pflanzengesellschaften zusammenstellen, was ich mir sehr interessant vorstelle.
Ich hab das in ganz klein, weil ich die Zufahrt zum Garten als Schotterrasen anlegen liess und darauf eine Schotterrasensaatmischung säte.
All diese Trockenheits-Mager-Liebhaber würden in meiner restlichen Wiese niemals wachsen können.

Schluß und endlich kannst du noch zusätzlich Elfenkrokusse, Camassien, Wasauchimmersonstnochnichteinheimisches noch extra in deine Wiese pflanzen, wenn es dir gefällt und es dort wächst  :D

Es gibt ja unterschiedliche Mischungen, von Feuchtwiese, Fettwiese, Universalmischung über Halbtrockenwiese bis Magerrasen, nochmal unterschieden in Kalkmagerrasen, Magerrasen auf Sand und auf saurem Boden je nach Anbieter.

Interessant wäre, zu sehen, was neben den Margeriten (die manchmal ziemlich zickig und unberechenbar sein können  ;)) sonst als häufig vertretene Gräser und Blütenpflanzen schon jetzt in deiner Wiese sind, sie könnten Hinweise auf Bodenzusammensetzung und Feuchtigkeit geben.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Gartenplaner am 29. November 2017, 00:10:40
Das mache ich mit meiner Wiese seit zehn Jahren, zweimal im Jahr mähen, das Heu wird verschenkt.... Vor zwei Jahren habe ich nach Bauarbeiten mal eine Blumenwiesenmischung (von Syringa, nicht von A..i) auf die aufgerissenen Stellen verteilt, es sieht nicht so aus, als ob sich von der auch nur einzelne Arten etablieren könnten.
...
Ich hab das erste Mal Samen in der Wiese verstreut so um 2000 rum, da kam nix.
Dann wurde sie einmal im Jahr gemäht und so um 2008 rum fingen aus den Rändern, den Hecken und Gebüschen zu den Nachbarn, Blumen an, langsam "einzuwandern".
Da versuchte ich auch wieder Ansaaten und ab dem Zeitpunkt gab es auch erste Erfolge.
Hast du 2015 im Herbst gesät?
Herbst finde ich übrigens auch einen sehr guten Zeitpunkt, viele Wiesenblumen brauchen eine Kälteperiode, ehe sie keimen können und man kann von der Feuchtigkeit des Herbstes und Winters profitieren.
Viele Wiesenblumen bilden im ersten Jahr nur eine Blattrosette und eine erste Blüte kommt zaghaft im 2. Jahr - vielleicht kommt nächstes Jahr noch was bei dir.
Die 10 Jahre mit zweifacher Mahd sind meinem Empfinden nach eigentlich schon eine sehr gute "Vorbereitung", ich würd an deiner Stelle es weiter mit Ansaaten ausprobieren.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Mediterraneus am 29. November 2017, 13:31:20
Kann ja mal ein Fleck sein der nackig ist, da lässt sich dann was neues einbringen. Kannst Dir aber auch einen Maulwurf leisten der solche Flächen auch ganz gut hinbekommt.
Wenn es größer sein soll auch mal eine Wildsau.

Ideal soll ein wenig Oberboden von einer Wiese sein  die die gewünschte Vegetation zeigt. Maulwurfserde?

Ja, genau. Die vorhandene Wiese einfach etwas "stören".
Alte Maulwurfshaufen können gut als Starterkit für neue Blumen dienen. Einfach da was reinpflanzen (oder säen).
Ich habe auch zusätzlich den Wiesensoden untergegraben und für offene Inseln gesorgt. Da rein hab ich dann Wildblumen gesetzt. Sie haben dann den Gräsern gegenüber einen Vorsprung. Klappt prima mit Himmelschlüsseln und Margeriten. Ebenso mit Flockenblumen.
Die Samenstände unbedingt stehen lassen bis Spätsommer. Und nicht Mulchmähen!
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalte Margeriten?
Beitrag von: Waldmeisterin am 29. November 2017, 17:17:33
erst mal vielen Dank für eure ausführlichen Antworten, dabei will ich doch gar nicht diesen Thread an mich reißen  ;)
Zunächst also eine kurze Bestandsaufnahme. Als Leitarten in der Wiese würde ich zusammenfassen: Glatthafer und Knauelgras, dazu Scharfer Hahnenfuß, Bärenklau, Margerite, Rotklee, Labkraut, Sauerampfer. Quasi ein typisches Arrhenateretum elatioris  ;)
Dazu muss gesagt werden, dass unser Vorbesitzer hier eine Art innerstädtischer Landwirtschaft betrieben hat und so auch regelmäßig Schweinegülle aufbrachte. Das ist aber schon 25 Jahre her. In weiten teilen ist die Erde schöne fruchtbare Erde, nicht zu lehmig, aber gut wasserhaltend.
An manchen Stellen aber ist jedoch deutlich sichtbar, dass da der Boden anders ist, weil die Wiese dort viel schütterer ist. Unter diesen Stellen fand ich tatsächlich alte Fundament/Schutt. Interessante Idee, diese Bereiche separat zu "kultivieren"..
Meine Idee war genau die, durch die Wiesenblumeneinsaat an der gestörten Fläche eine Art Vorrat an Wiesenblumen für den Rest der Wiese zu schaffen. Und ja, das war im Herbst 2015, vielleicht bin ich da einfach zu ungeduldig.
Da ich weder Wildschweine noch Wühlmäuse und Maulwürfe im Garten habe, werde ich also einfach mal künstliche Störzonen schaffen und dort pflanzen bzw. sähen. Seltsamerweise (und das habe ich in Natura noch nie so gesehen) wächst hier sehr viel Moos in der Wiese, an manchen Stellen sieht das aus, als bedränge das Moos das Gras. Müsste ich mal bestimmen, ich hab es bisher einfach als Eurynchium abgehakt. Was will mir meine Wiese damit sagen  ???
Jedenfalls könnte ich mal einen Großkampftag Moosbekämpfung ansetzen, dann habe ich jede Menge gestörter Stellen in der Wiese.
Ach ja, Gartenplaner, das mit dem Hieracium werde ich mal ausprobieren und werde ein paar Pflanzen in meinen "Rasen", naja, öfter als zweimal pro Jahr gemähte Grasfläche anzusiedeln versuchen, danke für den Hinweis  :D

Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Staudo am 29. November 2017, 17:27:12
Es ist vollkommen normal, dass auf kurzen, nährstoffarmen Wiesen um diese Jahreszeit Moos wächst.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: neo am 29. November 2017, 17:28:23
Ich habe auch zusätzlich den Wiesensoden untergegraben und für offene Inseln gesorgt. Da rein hab ich dann Wildblumen gesetzt.

Säen sollte auch gehen, oder? (Mulde am Rand der Wiese, Wiesensoden kopfüber reingelegt, mit dem Spaten ein bisschen "weichgeklopft", ruht jetzt über den Winter. Möchte im Frühling eine Samenmischung bestellen, die dort passt. Mal schauen was dann wächst.)
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Waldmeisterin am 29. November 2017, 17:32:55
Staudo, das wächst da zu jeder Jahreszeit und bildet richtiggehende Matten (und das nicht nur an absonnigen Stellen). Ich weiß allerdings nicht, ob an diesen "Moosecken" die Wiese so dünn ist, dass sich das Moos durchsetzt, oder das Moos dafür sorgt, dass die Wiese dort so dünn ist...
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Ahornblatt am 29. November 2017, 18:12:01
oh ... ich hab an einer schattigen Stelle unserer Wiese auch ganz viel Moos, dickes Moos und ich liebe es! hätte gerne mehr davon....
Das Moos ist deutlich weniger geworden, seit wir die Wiese regelmäßig nutzen (grillen, sitzen und spielen) LEIDER  ;)
Brennessel, Brombeeren und Buntnessel, Beinwell etc. wachsen dazwischen ohne dass sie das Moos stört - und ohne dass sie das Moos stören  ;D
Warum auch immer, auf unserer Wiese wächst das Gras nirgends richtig gut. Boden dürfte feucht, verdichtet, nährstoffreich und kalkig sein.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Gartenplaner am 29. November 2017, 20:54:47
...Als Leitarten in der Wiese würde ich zusammenfassen: Glatthafer und Knauelgras, dazu Scharfer Hahnenfuß, Bärenklau, Margerite, Rotklee, Labkraut, Sauerampfer. Quasi ein typisches Arrhenateretum elatioris  ;)
Dazu muss gesagt werden, dass unser Vorbesitzer hier eine Art innerstädtischer Landwirtschaft betrieben hat und so auch regelmäßig Schweinegülle aufbrachte. Das ist aber schon 25 Jahre her. In weiten teilen ist die Erde schöne fruchtbare Erde, nicht zu lehmig, aber gut wasserhaltend.
...
Seltsamerweise (und das habe ich in Natura noch nie so gesehen) wächst hier sehr viel Moos in der Wiese, an manchen Stellen sieht das aus, als bedränge das Moos das Gras. Müsste ich mal bestimmen, ich hab es bisher einfach als Eurynchium abgehakt. Was will mir meine Wiese damit sagen  ???
...

Hey, das klingt ein bisschen wie meine Obstwiese!
Hast du kalkhaltigen Boden?
Wenn du erst 2015 angefangen hast, stehst du ja ganz am Anfang - und bist wirklich ein bisschen ungeduldig  ;D
Nach jetzt fast 10 Jahren Ansaaten ist meine Wiese immer noch in der Entwicklung, offensichtliche erste Erfolge sah ich so nach 5 Jahren.
Ich würd die Stellen mit Fundamentresten wirklich nutzen, um dort Saatmischungen für Mager/Trockenrasen einzusäen.
 
Aus Ansaat-Versuchen mit Universalmischungen und verschiedenem Einzelsaatgut hat sich bei mir sehr gut etabliert: Wiesenpippau (Crepis biennis), sehr gut sogar, wie auch Wiesenbocksbart (Tragopogon pratensis), Wiesenflockenblume (Centaurea jacea), Hornklee (Lotus corniculatus), Spitzwegerich (Plantago lanceolata), kleiner Sauerampfer (Rumex acetosella), Wiesenlabkraut (Galium mollugo), Wiesenstorchschnabel (Geranium pratense), bunte Kronwicke (Coronilla varia), Ackerwitwenblume (Knautia arvensis), große Bibernelle (Pimpinella major), Moschusmalve (Malva moschata), Braunelle (Prunella vulgaris/grandiflora), echtes Labkraut (Galium verum).
Dann hab ich auch mit dem an Gräsern schmarotzendem zottigen Klappertopf (Rhinanthus alectorolophus) und Ackerwachtelweizen (Melampyrum arvense) angefangen, herumzuexperimentieren
Wilde Möhre (Daucus carota), Schafgarbe (Achillea millefolium) habe ich erst vor 3 Jahren gesät, die scheinen sich aber auch gut zu etablieren.
Echte Schlüsselblume (Primula veris) hab ich früh als Pflanzen an einigen Stellen gesetzt und drumherum haben sie sich üppig konzentrisch ausgesät, Wiesenschaumkraut gabs 2008 noch natürlicherweise in 2 oder 3 Exemplaren, die breiten sich wieder gut aus, die große Sternmiere (Stellaria holostea) und eine Hahnenfuß-Art waren die ersten Blumen, die damals wieder anfingen, sich von selbst auszubreiten.

Vom Wiesensalbei (Salvia pratensis) hab ich eine Pflanze, die jedes Jahr blüht, die Samen versuche ich immer zu verteilen, eine Sämlingsrosette woanders hab ich auch entdeckt, aber so richtig in die Gänge kommt die Art nicht bei mir, aus 10g Saatgut der weißen Lichtnelke (Silene alba) gingen 2 Pflanzen hervor, weder aus ebenfalls 10g Saatgut vom Seifenkraut (Saponaria officinalis), noch aus einer gepflanzten Pflanze ist etwas hervorgegangen, ebenso wie bei der roten Lichtnelke (Silene dioica).
Keine Ahnung, woran es bei diesen Arten hakt.

Noch zum Moos, das ist ganz interessant, ich machte vor einigen Jahren auch die Feststellung, dass das Gras lockerer wurde, man anfing, kleine Flecken Boden zu sehen - und dieser aber sich schnell mit Moos überzog - und zwar überall, auch in den sonnigsten und wärmsten Bereichen.
Anscheinend gehören diese Moos-Arten in Wiesengesellschaften, zumindest in frische/wechseltrockene Glatthaferwiesen.
Ich machte mir anfangs auch ein bisschen Sorgen, dass dieses Moos nun gerade wieder die freien Bodenstellen verschliessen, wo Samen keimen könnten, anscheinend stört das Moos aber Samen und Sämlinge nicht, ich meine, das in einem Buch über Blumenwiesen gelesen zu haben.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: partisanengärtner am 29. November 2017, 21:18:53
Das Moos ist eine sehr gute Fläche um diverse Primeln anzusiedeln. Sie lieben solche Stellen als Saatbeet. P. vulgaris in den bunten Gartenvarianten kann so einen Garten im Frühling ganz schön bunt machen. Aber auch die einheimischen Wildformen lieben das.

Narzissen, Galanthus und Märzenbecher sollten sich da auch versamen.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Waldmeisterin am 29. November 2017, 22:02:30
Toll, so viel Input!
Ja, Gartenplaner, jetzt wo ich drüber nachdenk...Centaurea und Achillea waren auch schon da. Die Große Bibernelle, Pippau, Möhre und Malve haben sich evt. noch nicht etabliert, tauchen aber immer noch auf, auch die Esparsette.
Bei Spaziergängen im Herbst stopfe ich mir immer mal die Taschen mit Blumensamen vom Wegesrand voll, das werde ich also weiter betreiben und vielleicht gezielt an den Moosstellen ausstreuen. Und mich dann ein bisschen in Geduld üben  ;D

Und die Primeln sind auch notiert, partisanengärtner, mal sehen, wo ich da Saatgut herkriege.

Dass ich so lange damit gewartet habe, überhaupt zu versuchen, irgendetwas anzusalben, ist wohl meinem alten Botaniklehrer Gutte zu verdanken. Bei Exkursionen ins nahe Oberholz fanden wir die tollsten Sachen. Ich war entzückt, eine Jakobsleiter gefunden zu haben, als Gutte nur meinte: "Das war der xy, der verteilt hier Saatgut von allen möglichen Pflanzen. Sogar Heracleum mategazzianum. Florenverfälschung!"
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Gartenplaner am 29. November 2017, 23:06:48
...
Bei Spaziergängen im Herbst stopfe ich mir immer mal die Taschen mit Blumensamen vom Wegesrand voll, das werde ich also weiter betreiben und vielleicht gezielt an den Moosstellen ausstreuen. ...
Das ist mit die beste Methode, da du so regionaltypisches Saatgut erhälst.
Der Saatgutproduzent Rieger Hofmann bieten Saatgut aus verschiedenen "Produktionsräumen" an, die aber relativ großräumig sind, du erntest mit deiner Methode wirklich Lokal-Saatgut.

Dass ich so lange damit gewartet habe, überhaupt zu versuchen, irgendetwas anzusalben, ist wohl meinem alten Botaniklehrer Gutte zu verdanken. Bei Exkursionen ins nahe Oberholz fanden wir die tollsten Sachen. Ich war entzückt, eine Jakobsleiter gefunden zu haben, als Gutte nur meinte: "Das war der xy, der verteilt hier Saatgut von allen möglichen Pflanzen. Sogar Heracleum mategazzianum. Florenverfälschung!"

"Ansalbung bezeichnet das bewusste Ausbringen durch Ansaat oder Anpflanzung von gebietsfremden Pflanzen in die Natur..."
Erstens bist du in keiner irgendwie gearteten "Natur".
Du bist in Stadtrandlage in einem Garten.
Zweitens bringst du keine "gebietsfremden" Pflanzen, zumindest auf der Wiese in deinem Garten, aus - du strebst ja danach, möglichst die Arten anzusiedeln, die in noch artenreichen Wiesen der näheren Umgebung noch vorkommen.
Da würde ich nichtmal von Ansalbung sprechen, wenn du einfach Blumenwiesensaatgut ohne regionalen Herkunftshintergrund auf deiner Wiese ausstreuen würdest.
 ;)
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: partisanengärtner am 29. November 2017, 23:15:14
Auch bei den Botanikern gibt es Fundamentalisten die die reine Leere verteidigen. Das es da noch keine Fatwa gegeben hat wundert mich.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Gartenplaner am 29. November 2017, 23:21:54
 ;D ;D ;D
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Waldmeisterin am 29. November 2017, 23:37:34
ne, mein Lehrer war kein Fundamentalist. Er hatte einige Hauptfeinde (Reynoutria, H. mantegazzianum und ein paar andere), ansonsten war er recht entspannt. Er musste mir halt nur den Zahn ziehn, dass ich im dritten Semester des Biologiestudiums erstmals Polemonium im Leipziger Oberholz nachweisen konnte  ;)
Und tatsächlich finde ich es immer noch problematisch, wenn Menschen irgendwelche (fremden) Pflanzen in womöglich geschützten Habitaten ansiedeln, nur weil sie es selbst für eine Bereicherung halten.
Da ich nie einen Garten hatte und eigentlich auch nie einen wollte, hab ich mir auch nie Gedanken gemacht, was in meinen Garten darf und was nicht. Ich habe lange gebraucht und es fällt mir immer noch schwer, zu bestimmen, was hier wachsen darf und was nicht. Und ich freue mich immer noch wie ein Eumel, dass bei mir, ganz von alleine, der Ackergauchheil und das Leinkraut wächst.
Das ist aber nun ein wenig ot  8)
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: lerchenzorn am 30. November 2017, 08:24:57
Danke, Conni  :). Der Artikel stimmt sehr optimistisch.

Lerchenzorn,
Es gibt vergleichbares in Deutschland und dazu auch gute Dokumentationen.
das habe ich auch grad gefunden  :D:Für Ressourcen, Agrarwirtschaft & Naturschutz mit Zukunft .

Das oben von mir verlinkte Praxishandbuch hat eine Ergänzung:Naturschutzmodul für ökologisch bewirtschaftete Betriebe.
Viele der dargestellten Maßnahmen sind wieder ebenso im konventionellen Ackerbau anwendbar. Die Broschüre gibt gute Anhaltspunkte, eigene, auch kleinflächige Maßnahmen auf ihre Zweckmäßigkeit zu prüfen. Die Autoren wissen,, was sie über die genannten Arten und Lebensräume schreiben. Auf Legenden und Klischees sind sie nicht angewiesen.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Waldmeisterin am 30. November 2017, 20:28:54
bei einem oberflächlichen Blick über die Wiese habe ich schon mal vier verschiedene Moose ausfindig gemacht.

An offen Stellen wie zu erwarten: Ceratodon purpureus

Rhytidiadelphus squarrosus  :o
Wiki:

Rhytidiadelphus squarrosus ist ein häufiges Moos, welches an passenden Standorten Gräser verdrängen und artreine Moosrasen bilden kann.

Es wächst auf Erde in Wiesen, Gebüschen oder andernorts zwischen Gras, und zwar sowohl auf mageren wie auf nährstoffreichen Böden. Es kann ausgedehnte und dichte Rasen bilden. In Mitteleuropa ist es überall häufig und bis in die Innenstädte anzutreffen.


Die anderen beiden Arten sind auch Allerweltsarten, aber da sich meine Mooskenntnisse irgendwie verflüchtigt haben, habe ich Mikroskop und Frahm/Frey wieder ausgegraben und werde ganz konventionell bestimmen.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Mediterraneus am 01. Dezember 2017, 07:21:33
Ich habe auch zusätzlich den Wiesensoden untergegraben und für offene Inseln gesorgt. Da rein hab ich dann Wildblumen gesetzt.

Säen sollte auch gehen, oder? (Mulde am Rand der Wiese, Wiesensoden kopfüber reingelegt, mit dem Spaten ein bisschen "weichgeklopft", ruht jetzt über den Winter. Möchte im Frühling eine Samenmischung bestellen, die dort passt. Mal schauen was dann wächst.)

Sollte auch gehen.
Darauf gekommen bin ich, als auf eingeebneten Maulwurfshaufen unzählige Primula veris aufgegangen sind. Die Himmelsschlüssel hab ich mal in die Wiese gepflanzt, die vermehren sich gut, an gestörten Bereichen sehr gut.
Centaurea funktioniert bei mir auch gut als Saat, noch besser ist Knautia arvensis (Wiesenwitwenblume).

Ich nehme im Herbst oft auf Wanderungen etwas Saat mit. Dabei suche ich mir Wiesen aus, die so in etwa die Verhältnisse haben wie meine.

Geplant sind jetzt noch diverse Doldenblütler auszubringen. Im Schattenbereich hab ich ganz neu Wiesenraute gepflanzt (Thalictrum flavum ssp. glaucum) mal sehen, ob die sich halten kann.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Gartenplaner am 01. Dezember 2017, 12:52:44
...
Darauf gekommen bin ich, als auf eingeebneten Maulwurfshaufen unzählige Primula veris aufgegangen sind. Die Himmelsschlüssel hab ich mal in die Wiese gepflanzt, die vermehren sich gut, an gestörten Bereichen sehr gut.
Centaurea funktioniert bei mir auch gut als Saat, noch besser ist Knautia arvensis (Wiesenwitwenblume).

Ich nehme im Herbst oft auf Wanderungen etwas Saat mit. Dabei suche ich mir Wiesen aus, die so in etwa die Verhältnisse haben wie meine.

Geplant sind jetzt noch diverse Doldenblütler auszubringen. Im Schattenbereich hab ich ganz neu Wiesenraute gepflanzt (Thalictrum flavum ssp. glaucum) mal sehen, ob die sich halten kann.

Nackte Fleckchen Erde sind das beste Saatbett für Wiesenblumen, wobei ich inzwischen glaube, dass auch bemooste Erdflecken gut sind.
Ich versuche bei Nachsaaten auch immer auf offene Stellen auszubringen.
Da die Obstwiese mit einer Art größeren Aufsitzmäher gemäht wird, mit richtiger Kabine und Grasschnittsammelcontainer hinter der Kabine, ähnlich sowas, wird auch je nach Wetterlage mal mehr, mal weniger, der Boden zwangsläufig hier und dort aufgerissen, was ich aber nicht schlimm finde, im Gegenteil.

Ich möchte nochmal besonders betonen, daß die Methode, auf Spaziergängen in der Umgebung etwas Samen zu sammeln die Allerbeste ist!!!
Man erhält wirklich regionales Saatgut.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: neo am 01. Dezember 2017, 13:59:31
Ist das regionale Saatgut wirklich so wichtig?
Ich dachte halt, ich mische die französischen Pflanzengene ein bisschen mit schweizerischen auf. ;) Grund: Wenn ich im Garten bin habe ich keine Zeit für Spaziergänge, und die Schweizer Wildpflanzengärtnerei bietet verschiedene Samenmischungen an, ich denke, ich werde etwas Geeignetes finden für meinen Standort und Boden.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Gartenplaner am 01. Dezember 2017, 14:32:42
Regionales Saatgut ist für manche?viele Natur- und Umweltschützer eminent wichtig bei Maßnahmen in der freien Landschaft, um verloren gegangene oder stark geschädigte Biotope wieder zu beleben.
Da fängt dann an, das Thema "Florenverfälschung", das Waldmeisterin so umtreibt, eine Rolle zu spielen, weil es zwischen weit auseinanderliegenden Populationen der gleichen Art doch genetische Unterschiede geben kann.

Das ist noch keine "neue" Art, aber eine regionale Variante, die es so nur da gibt, so in die Richtung endemisch.
Bringt man nun Saatgut von einem 300km (oder wie weit auch immer) entfernten Standort dort aus, hat dies erstens nicht die genetische Besonderheit der Lokalrasse und kann zweitens diese Besonderheit durch gegenseitige Befruchtung sogar auslöschen.
Wenn ein Biotop mit seltenen Arten wiederhergestellt werden soll, werden deshalb dann aufwändige Maßnahmen der Saatgutgewinnung aus der nahen Umgebung angestrebt.

Auf die Schnelle hab ich diese Seite dazu gefunden.
Da werden auch die unterschiedlichen Methoden der regionalen Saatgutgewinnung aufgeführt.

Wo der akademische Diskurs zu diesem Thema gerade steht, weiß ich nicht, lerchenzorn könnte dazu wahrscheinlich eher was schreiben.

Wie ich schon weiter oben schrieb, finde ich persönlich das Thema für einen Garten nicht ganz so vorrangig.
Es wäre wahrscheinlich auch schwierig für einen Gartenbesitzer mit Wiese, außer durch die einfache Methode von Waldmeisterin, Mediterraneus... bei Spaziergängen ein paar Saatstände zu ernten, überhaupt so eine kleine Menge regionales Saatgut von einem der großen, auf Naturschutzmaßnahmen spezialisierten, Betriebe zu einem erschwinglichen Preis zu bekommen.
Da die meisten Wiesenblumen ihren Samen auch nicht weit verbreiten können und die Windvermehrer eh weite Strecken zurücklegen können, seh ich z.B. bei meiner Wiese keine Gefahr, in der Dorfumgebung eine Wiesenblume anzusiedeln, die ursprünglich aus Bayern stammt.
(Außer vielleicht ausgerechnet bei meiner kleinen Leidenschaft, den Wiesenorchideen.
Orchideen haben staubfeine Samen, die insofern auch über weite Strecken vom Wind transportiert werden können wie Löwenzahn oder Wiesenpippau.
Andererseits sind Orchideen genetisch sehr variabel, bilden keine Massenpopulationen - daß sich besondere Lokalsippen bilden ist wahrscheinlicher als bei Löwenzahn und Wiesenpippau, würd ich mal sagen.
Und der Samen könnte auch recht leicht aus meinem Garten in die weitere Umgebung verpustet werden.
Sorge ich dadurch für eine genetische Vermengung von der lokalen südluxemburgischen Sippe mit einer deutschen Gartensippe unbekannter Herkunft?)
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: neo am 01. Dezember 2017, 15:07:04
Regionales Saatgut ist für manche?viele Natur- und Umweltschützer eminent wichtig bei Maßnahmen in der freien Landschaft, um verloren gegangene oder stark geschädigte Biotope wieder zu beleben.

Wie ich schon weiter oben schrieb, finde ich persönlich das Thema für einen Garten nicht ganz so vorrangig.

Ich habe ja lediglich einen Garten. Wenn er auch ein Biotop ist mit möglichst vielfältigen Lebensmöglichkeiten für Pflanze und Tier, ist mein persönliches Ziel eigentlich erreicht und hat der Garten für mich einen guten Sinn.
Natürlich ist das Thema viel komplexer, wenn es denn um freie Landschaften geht. Erkennt man ja auch an deinen Ausführungen, danke, und ich habe diesbezüglich wenig Ahnung.
Mir ist noch kurz durch den Kopf gehuscht; da war mal ein kurzer Artikel in der GP. Es ging um Arnika (montana) und dass kleine und isolierte Vorkommen genetisch verarmen und somit Genmaterial von aussen auch lebenserhaltend sein kann. Fand ich interessant, wird sicher nicht bei allen Wildpflanzen so sein, aber ist ein Beweis, dass es sich lohnt in verschiedene Richtungen zu denken und auch zu lenken.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Waldmeisterin am 09. Dezember 2017, 18:28:34
Der Vollständigkeit halber:
wie erwartet ist meine Moospopulation keine exklusive Gesellschaft, sondern ein Versammlung der schlimmsten Unkräuter unter den Moosen  :-\
Brachythecium rutabulum, Eurhynchium praelongum und Calliergonella cuspidata  ::)
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Staudo am 09. Dezember 2017, 18:38:51
Stelle eine pseudojapanische Steinlaterne hin und mache einen Moosgarten daraus. Innerhalb kürzester Zeit wird das Moos verschwinden. Die Natur ist so boshaft.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Waldmeisterin am 09. Dezember 2017, 19:19:14
um diese Idee auf die Spitze zu treiben, könnte ich auch einfach ein Buch schreiben, "Der moderne Moosgarten", für alle, die die Schotterfläche vor ihrem Haus nicht mehr sehen können. Das Moos dafür gibt es natürlich bei mir zu kaufen, in vier verschiedenen Sorten  :D
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: bristlecone am 27. Dezember 2017, 20:26:20
Der Bund streicht eine Subvention für Schnapsbrenner. Die müssen sich nun auf dem freien Markt durchsetzen. Das ist für manche ein Drama – und für die Umwelt ein Problem.

Nein, liebe ZEIT, für die Umwelt ist das kein Problem. "Nur" für die Natur.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: pearl am 27. Dezember 2017, 20:39:24
den Zusammenhang verstehe ich nicht.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: bristlecone am 27. Dezember 2017, 20:45:12
Bisher konnten Kleinbauern das Obst von Streuobstwiesen verschnapsen und den größten Teil des Alkohols zu einem Garantiepreis, der weit über dem Marktpreis lag, an den Staat verkaufen.
Das war ein finanzieller Anreiz, der zukünftig wegfällt. Wie dann wohl auch so manche Streuobstwiese.

(Ich bezweifle, dass sich 1,3 Millionen Unterschriften für den Erhalt von Streuobstwiesen zusammenbekommen lassen. Die werden ja nicht durch Glyphosat gefährdet.  :-X )

Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: pearl am 27. Dezember 2017, 20:51:15
als ob die Schnapsbrennerei die Streuobstwiesen geschützt hätte!
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: bristlecone am 27. Dezember 2017, 20:54:19
Das hat sie tatsächlich. Ich weiß aus der hiesigen Gegend von einigen, die das Geld, das sie auf diese Weise verdient haben, gerne mitgenommen haben.
Fällt das weg, werden die meisten Streuobstwiesen zum reinen Kostenfaktor. Damit wächst der Anreiz, die Bäume zu roden und die Wiesen anderweitig zu nutzen.
Z. B. als Pferdekoppeln, das nimmt immer mehr zu, und viele Pferdebesitzer und Reitställe suchen händeringend Flächen.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: pearl am 27. Dezember 2017, 20:57:56
hier ist die Entwicklung anders. Wir haben eine Apfelsaftfirma und eine Bürgerinitiative und die Streuobstwiesen werden als Schafweide genutzt und 3 Imker haben ihre Bienen da. Andere Wiesen, vor allem Tal- und Nasswiesen, werden von Schottischem Hochland und Hangflächen von Ziegen beweidet.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Staudo am 27. Dezember 2017, 21:00:17
Hier waren Streuobstwiesen früher auch weit verbreitet. Es waren oft kleinere Flächen direkt hinter den Gehöften. Diese Obstwiesen verschwanden in den letzten Jahrzehnten und verschwinden immer weiter, weil die wenigsten bereit sind, diese Wiesen aufwändig zu pflegen und finanziell absolut nichts davon zu haben. Natürlich gibt es Initiativen und auch die Möglichkeit, das Obst zu Saft verarbeiten zu lassen. Fertigen Apfelsaft zu kaufen ist billiger.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: pearl am 27. Dezember 2017, 21:06:29
hier im Heidelberger Raum leben eben Idealisten.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Krokosmian am 27. Dezember 2017, 21:09:06
Der Chef von dem da ist ein schwäbisch-bodenständiger Geschäftsmann, der es nicht machen würden wenns nicht liefe.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: bristlecone am 27. Dezember 2017, 21:11:53
Ja, ein paar Ansätze in der Richtung gibt es hier natürlich auch. Bleibt zu hoffen, dass der eine oder andere Besitzer einer Streuobstwiesen nun Gedanken macht, in der Richtung was zu versuchen.
Aber es werden wiederum Streuobstwiesen verschwinden.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: pearl am 27. Dezember 2017, 21:17:03
Der Chef von dem da ist ein schwäbisch-bodenständiger Geschäftsmann, der es nicht machen würden wenns nicht liefe.

der Familie hier geht es auch sehr gut.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: pearl am 27. Dezember 2017, 21:21:03

Aber es werden wiederum Streuobstwiesen verschwinden.

klar, und das liegt am fehlenden staatlichen Zuschuss.

Hier kommt immer ein dicker Typ mit langen Haaren, mächtigem schwarzen airgebrushten Hummer und holt sich was er für seine Schnapsspezialitäten brauch. Ist eben Generationswechsel. Nicht mehr der alte Opa mit dem selbstgestrickten Pullover und der beigefarbene Rentnerjacke, sondern die Typen mit der schwarzen Lederjacke kaufen Obst ein.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Roeschen1 am 27. Dezember 2017, 21:28:17
Ein schöner Brauch,
Obstbaumpflanzungen auf einer Gemeindefläche wie in der Schwarzwaldgemeinde Bad Liebenzell für Hochzeitspaare,
könnte auch Schule machen.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: bristlecone am 27. Dezember 2017, 21:29:02
Wer pflegt die und wie?
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: pearl am 27. Dezember 2017, 21:31:31
du meinst die in Bad Liebenzell ...

Wer pflegt die und wie?

schrieb ich schon. Schafe. Und außerdem gibt es immer diverse Bauern, die Heu machen.

Außerdem gibt es die Möglichkeit von Baumpaten und hier auf den Wiesen gibt es etliche Neupflanzungen der Streuobstwiesenaktivisten.

Auf der gegenüber liegenden Neckarseite gibt es sogar in ganz großem Maßstab Neupflanzungen. Die Landschaftspläne enthalten Empfehlungen und die Gemeinden werden kooperativer. Die Zahl der Privatleute, die zur Pflege beitragen steigt. Sie betreiben Imkerei, halten Schafe und Ziegen oder pachten einen Streifen Obstwiese aus Quatsch und Dollerei. So Leute kommen aus allen Berufen. Geschäftsleute, Beamte ... Therapeuten, Lehrer ...
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Staudo am 27. Dezember 2017, 21:33:58
Wer kümmert sich um die Schafe? Wer sorgt dafür, dass diese die Bäume nicht schälen? Wer schneidet die Bäume? Wer bezahlt das alles? 
;)

Ich bekomme übrigens momentan noch Geld für die Pflege einer großen (125 Bäume) Streuobstwiese und finde keinen Bauern, der so kleine Technik hat, die zwischen den im Raster von 10x10 Metern gepflanzten Bäumen Heu machen kann.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: dmks am 27. Dezember 2017, 21:36:30
Wässern, Schneiden, Anbindung?

In meiner ehemaligen Heimatstadt Guben gab es ein Projekt jedem Neugeborenen einen Baum zu vergünstigten Konditionen zu sponsern. Wer keinen eigenen Garten/Großeltergarten etc. hatte konnte sie auf dafür angelegten Plantagen pflanzen.
Eine gute Idee, aber nach etwa 20 Jahren heut ein trauriger Anblick!!! Zuletzt geschnitten wurden diese Bäume aus Geldmangel von (sorry wenn jetzt ein Fehler unterläuft - in der genauen Berufsbezeichnung; nicht im Prinzip) von einem Elektriker und einem Maurer.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: bristlecone am 27. Dezember 2017, 21:39:50
Wer braucht schon Leute, die sich auskennen?

Versteht mich nicht falsch: Ich finde es zunächst mal begrüßenswert, wenn Menschen mit Begeisterung rangehen und was für die Natur tun wollen. Ebenso, wenn Kommunen Streuobstwiesen anlegen lassen, als Ausgleichsfläche für das neueste Baugebiet.

Allerdings sieht die längerfristige Bilanz oft ernüchternd aus.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: dmks am 27. Dezember 2017, 21:42:44
Anfangs haben wir diese Bäumchen noch mithilfe Kleingärtnerverband und Schnittlehrgang, dann wurde von Kommunaler Ebene durch eine Gartenbaufirma geschnitten... Einige sind der Trockenheit zum Opfer gefallen, inzwischen wird der Wildschutzzaun problematisch. Eine Verwertung der anfallenden Äpfel ist nur einem sehr engagierten Verein unter Führung einer inzwischen etwa 85 jährigen Vorsitzenden zu verdanken!
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: pearl am 27. Dezember 2017, 21:45:01
Wer kümmert sich um die Schafe? Wer sorgt dafür, dass diese die Bäume nicht schälen? Wer schneidet die Bäume? Wer bezahlt das alles? 


um die Schafe kümmert sich der Schäfer, der auch die Verpflichtung hat die Gegend nach Maßgabe der Unteren Naturschutzbehörde zu pflegen. Also Verbuschung vermeiden, Wege freizuschneiden und das Gras nicht zu häufig kurz zu halten.

Ich schrieb schon, dass es hier Idealisten gibt, oder? Leute, die einfach merken, dass ihnen was abhanden gekommen ist und sich das vor ihrer Haustür holen wollen, was ihnen gut tut, ihnen aus dem Hamsterrad raushilft und bewirkt, dass ihr monkey mind etwas Ruhe gibt.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: pearl am 27. Dezember 2017, 21:46:52

Allerdings sieht die längerfristige Bilanz oft ernüchternd aus.

tja, ganz klar das Alte Männer Apokalypse Syndrom. Obstbrände hätten da auch nicht helfen können.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Roeschen1 am 27. Dezember 2017, 21:47:40
Die Obstbaumwiese wird von der Gemeinde gemäht. Die Paare pflanzen selbst.
"Etwa drei bis vier Jahre wird es dauern, ehe mit einer lohnenden Ernte zu rechnen ist", erklärte Brunhilde Kraner von der Stadtgärtnerei. Damit das geduldige Warten nicht vergeblich ist, übernimmt die Stadtgärtnerei den Schnitt und die Pflege der Hochzeitsbäume."
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: bristlecone am 27. Dezember 2017, 21:50:07

Allerdings sieht die längerfristige Bilanz oft ernüchternd aus.

tja, ganz klar das Alte Männer Apokalypse Syndrom. Obstbrände hätten da auch nicht helfen können.

Aber natürlich! Schöntrinken ist schließlich unabhängig von Alter und Geschlecht.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: dmks am 27. Dezember 2017, 21:53:33
Es gab hier in der Region vor Jahren schon mal einen anderen Ansatz! ;)
Jedes Gehöft der Aktions-Gemeinde bekam mit finanzieller Unterstützung eines zum Sponsoring gebetenen Großunternehmens einen Obstbaum. Von diesen Bäumen stehen noch viele!

Und ein Obstbaum an jedem Gehöft ergibt mal als Gesamtbild gesehen auch eine Obstwiese!!!
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: pearl am 27. Dezember 2017, 21:56:13
Die Obstbaumwiese wird von der Gemeinde gemäht. Die Paare pflanzen selbst.
"Etwa drei bis vier Jahre wird es dauern, ehe mit einer lohnenden Ernte zu rechnen ist", erklärte Brunhilde Kraner von der Stadtgärtnerei. Damit das geduldige Warten nicht vergeblich ist, übernimmt die Stadtgärtnerei den Schnitt und die Pflege der Hochzeitsbäume."

offenbar befinden wir uns in einem sehr reichen Teil Baden-Württembergs, in dem Teil, der sich noch Streuobstwiesen leisten kann ohne die Gewinne von kleinbäuerlichen Schnapsproduzenten gegenrechnen zu müssen.

Wobei - der meiste Obstbrand wird doch sowieso schwarz gebrannt und verhökert, oder?
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: dmks am 27. Dezember 2017, 22:02:44

Allerdings sieht die längerfristige Bilanz oft ernüchternd aus.

So beispielsweise?
(an den 5 zumindest teilweise grünen Bäumen rechts erkennt man daß es Sommer ist)
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: dmks am 27. Dezember 2017, 22:07:59
Geht auch großformatiger ;)

Es ist eine 'Ausgleichsfläche' für abgebaggerte Obstanlagen.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Roeschen1 am 27. Dezember 2017, 22:14:41
Die Obstbaumwiese wird von der Gemeinde gemäht. Die Paare pflanzen selbst.
"Etwa drei bis vier Jahre wird es dauern, ehe mit einer lohnenden Ernte zu rechnen ist", erklärte Brunhilde Kraner von der Stadtgärtnerei. Damit das geduldige Warten nicht vergeblich ist, übernimmt die Stadtgärtnerei den Schnitt und die Pflege der Hochzeitsbäume."

offenbar befinden wir uns in einem sehr reichen Teil Baden-Württembergs, in dem Teil, der sich noch Streuobstwiesen leisten kann ohne die Gewinne von kleinbäuerlichen Schnapsproduzenten gegenrechnen zu müssen.

Bad Liebenzell ist ein alter Kurort.
Beim Wandern habe ich die Wiese entdeckt, angefangen 2004, die Bäume und Wiese sahen gepflegt aus. Jeder war mit einer Plakette mit den Namen der Eheleute und Hochzeitsdatum versehen.
Wenn du später mit deinen Kindern/Enkeln oder auch ohne vor dem Baum stehst und die Ernte in Händen hälst, ist doch ein schönes Bild.
Vor allem für Menschen ohne Obstgarten eine schöne Sache.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Roeschen1 am 27. Dezember 2017, 22:15:36
dmks,
sind die Bäume verdurstet?
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Borker am 27. Dezember 2017, 22:18:57
Als einen kleinen Schritt könnte ich mir vorstellen um die vorhandene Natur zu erhalten das wir die Kinder für die vorhandene Natur interessieren .
Ich hab schon mal eine Kindergartengruppe im Garten zu Besuch . :D
Für die Kinder war das ganz Spannend zu sehen was es alles so in einem Garten mit Teich zu sehen gibt.
Jetzt wo bei mir auch mehr Moose und Farne und Hostas eingezogen sind wird es noch Interessanter.
 
LG Borker 
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Staudo am 27. Dezember 2017, 22:30:31
dmks,
sind die Bäume verdurstet?

Es sieht aus, als ob die Bäume so lange wuchsen, so lange die Pflege im Rahmen der Ausgleichsmaßnahme vorgeschrieben war. Danach kümmerte sich keine Sau mehr um die Pflanzung.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: dmks am 27. Dezember 2017, 22:38:04
dmks,
sind die Bäume verdurstet?

Verdurstet, Wühlmaus... was auch immer. Ein Obstbaum ist kein Naturprodukt und braucht dementsprechend Pflege.
Sonst verreckt er eben.
(siehe Staudo's Beitrag)
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: dmks am 27. Dezember 2017, 22:44:49
Damit komme ich nochmal zu diesem hier:
Es gab hier in der Region vor Jahren schon mal einen anderen Ansatz! ;)
Jedes Gehöft der Aktions-Gemeinde bekam mit finanzieller Unterstützung eines zum Sponsoring gebetenen Großunternehmens einen Obstbaum. Von diesen Bäumen stehen noch viele!

Und ein Obstbaum an jedem Gehöft ergibt mal als Gesamtbild gesehen auch eine Obstwiese!!!

Einen Baum zu pflegen kostet einer Familie keine große Mühe!
Einen Hektar oder mehr, der irgendwie allen oder keinem gehört und verwaltet werden muß endet halt oft im Desaster. Es freuen mich oben genannte positive Erfahrungen (was passiert eigentlich bei einer Scheidung mit Hochzeitsbäumen?) Mehr würde mich jeder Initiator irgendeiner Baumpflanzaktion erfreuen, der über all diese Aspekte nachdenkt. Und das nicht nur heute sondern für die nächsten paar Jahrzehnte. ;)

PS: und dazu nicht nur Stadtplaner, Architekten, Anwalt und Presseabteilung befragt!
...sondern vielleicht auch mal 'nen Gärtner. 8)
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Roeschen1 am 27. Dezember 2017, 22:53:00
Gute Frage,
bei Scheidung werden die Bäume möglicherweise adoptiert oder deren Obst wird versteigert?
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: dmks am 27. Dezember 2017, 22:57:55
Bei allen Aktionspflanzungen (Hochzeit, Kinder, Politische Jahrestage...) finde ich nach oft folgender Herrenlosigkeit 'adoptieren' von solchen Bäumen eine richtig gute Idee! :D
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Krokosmian am 27. Dezember 2017, 23:02:25
Besser als aus lauter Angst vor dem Tod zu sterben.

Mal im Ernst, es gibt doch größeren Blödsinn als diese Hochzeitswiese, da wird es wenigstens probiert.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: pearl am 27. Dezember 2017, 23:07:47

Mehr würde mich jeder Initiator irgendeiner Baumpflanzaktion erfreuen, der über all diese Aspekte nachdenkt. Und das nicht nur heute sondern für die nächsten paar Jahrzehnte. ;)


die Bäume der Baumpaten hier sind 10 Jahre alt und fruchten gut. Es werden weitere nachgepflanzt und innerhalb der letzten 10 Jahre hat die ganze Gegend mächtig gewonnen, weil die Pflege deutlich besser geworden ist und auch die Wege sehr viel besser instand gehalten werden. Auch bei den Schäfern kommt Ruhe in die Sache und wir haben jetzt einen, der schon ein paar Jahre zuverlässig seine Lämmer dort stehen hat. Als der lokale Optiker die Schäferei aufgeben musste, weil die Gattin maulte, gab es ein paar unerfreuliche Wechsel. Jetzt läufts.

Extrapoliert man diese Entwicklung, so lässt das mit guten Gründen hoffen.

Zu beobachten, dass auf der gegenüber liegenden Neckarseite die Streuobstwiesen in großem Stil neu bepflanzt wurden, ist noch zusätzlich sehr zukunftweisend.

Die Stadtwerke der Nachbargemeinde Neckargemünd unterstützen den Obst- und Gartenbauverein Waldhilsbach mit der Spende für neue Bäume und es gibt ein StreuObstFestival.

Alles ohne staatlich unterstützte Obstbrände. Es ist vorbei mit der Haltung, dass sich der Staat um alles kümmern müsse und für den Erhalt der natürlichen Resourcen allein verantwortlich sei. Das ist unrealistisch. Praktisch liegt der Erhalt der Kulturlandschaft in der Hand von Bürgern. Die engagieren sich immer mehr, diese Tendenz freut mich.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: frauenschuh am 28. Dezember 2017, 05:54:27
Erfahrungsbericht einer Hochzeits-/Konfirmations/Taufen-Streuobstwiese aus S.:

Da hat sich keiner mehr drum gekümmert, steht auf kirchlichem Grund. Die Schilder kann längst keiner mehr lesen.

Oh doch, gekümmert haben sich dort Anwohner, die ihren Kompost, Grünschnitt und allerlei Unrat dort entsorgt haben bzw. ein Nachbar, der Teile des nicht eingezäunten Geländes in seinen Garten integriert hat. Brennholz kann man da auch lagern.

Es gab Beschwerden, Treffen, die Idee, dass das verranzte Grundstück beweidet werden sollte (merkwürdig, dass die Beweider da nicht beglückt darauf eingingen) und ich bin gar nicht auf dem Laufenden, was die letzte Dorfbegehung erbrachte. Von irgendwelchen Aktionen in der Pflegesaison hörte ich indes noch nichts. Von seitlich wandert nun noch der japanische Knöterich ein...

Mir fiele ja eine Menge ein zu "wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten". Indes spielte da jeder einzelne eine Rolle, sprich... öfter mal die Ärmel hochkrempeln  ;)
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Staudo am 28. Dezember 2017, 07:39:33
Wie? Zwischen den Feiertagen sechs Uhr aufstehen und sich um pflegende Tiere kümmern ???
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Mediterraneus am 28. Dezember 2017, 09:15:27
... Auch bei den Schäfern kommt Ruhe in die Sache und wir haben jetzt einen, der schon ein paar Jahre zuverlässig seine Lämmer dort stehen hat. Als der lokale Optiker die Schäferei aufgeben musste, weil die Gattin maulte, gab es ein paar unerfreuliche Wechsel. Jetzt läufts.
....

Fragt sich, wie lange noch.
Der Wolf ist da, eine aufwändige Einzäunung mit Elektrozaun wird künftig wohl nötig sein. "Naturschützer" empfehlen Herdenschutzhunde.
Das werden sich nur wenige kleine Schäfer und private Tierhalter leisten können.
Auf der Strecke bleibt dann wohl das Biotop Streuobstwiese, denn die müsste dann wieder gemäht werden. Die "Naturschützer" machen das aber garantiert nicht  :-\
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Roeschen1 am 28. Dezember 2017, 11:14:41
Erfahrungsbericht einer Hochzeits-/Konfirmations/Taufen-Streuobstwiese aus S.:

Da hat sich keiner mehr drum gekümmert, steht auf kirchlichem Grund. Die Schilder kann längst keiner mehr lesen.

Oh doch, gekümmert haben sich dort Anwohner, die ihren Kompost, Grünschnitt und allerlei Unrat dort entsorgt haben bzw. ein Nachbar, der Teile des nicht eingezäunten Geländes in seinen Garten integriert hat. Brennholz kann man da auch lagern.

Es gab Beschwerden, Treffen, die Idee, dass das verranzte Grundstück beweidet werden sollte (merkwürdig, dass die Beweider da nicht beglückt darauf eingingen) und ich bin gar nicht auf dem Laufenden, was die letzte Dorfbegehung erbrachte. Von irgendwelchen Aktionen in der Pflegesaison hörte ich indes noch nichts.
Warum kümmert sich die Kirchengemeinde nicht um ihr Grundstück, wenn sie sowas anbietet?
Kein Pflegekonzept von Anfang an?
Vergammelt das Obst ebenso wie das Grundstück?
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: knoepfle am 28. Dezember 2017, 12:45:27
als ob die Schnapsbrennerei die Streuobstwiesen geschützt hätte!

Den Streuobstwiesen ist es egal, warum sie gepflegt werden, Hauptsache es gibt Menschen, die sie (zumindest extensiv) pflegen. Und zwar auf Dauer. Schön, wenn es in Heidelberg Idealisten gibt, die das einfach so ohne weiteren Zweck außer der Entspannung machen. In der Breite reicht das aber nicht aus.

Ich hab mal die Zahlen der Streuobstkartierung 2009 in Baden-Württemberg herausgesucht. Während sich die Heidelberger (HD ist Großstadt!) mit Idealismus um 13000 Streuobstbäume kümmern, wachsen hier in meinem kleinstädtischen Wohnort über 20000. Die Besitzer, die ich hier gefragt habe, machen üblicherweise Saft. Interessanterweise sind die beiden Gemeinden mit den meisten Streuobstbäumen im Land Achern (73000 Bäume) und Oberkirch (98000 Bäume), am Fuße des Schwarzwaldes. In beiden Gemeinden gibt es überdurchschnittlich viele Brennereien. Und die Obstwiesen bestehen vor allem aus Steinobst (Kirschwasser!), wie man an dem Bild aus der Umgebung von Achern erahnen kann. Ich bin mir absolut sicher, dass diese Obstwiesen vom Schnapsbrennen profitiert haben. Mal schauen, wie sich das die nächsten Jahre entwickelt.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: pearl am 28. Dezember 2017, 12:50:18
klar, Schwarzwälder Kirschtorte. Es wird sie und die dafür nötigen Bäume auch noch in Zukunft geben.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: bristlecone am 28. Dezember 2017, 12:52:33
Was hast du eigentlich gegen Alkoholbrennerei?  ;)

Knoepfle: Danke für deine Angaben!
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Crambe am 28. Dezember 2017, 12:56:26
klar, Schwarzwälder Kirschtorte. Es wird sie und die dafür nötigen Bäume auch noch in Zukunft geben.
Für die paar Torten reichen ein paar Bäume. :-\ 
Ich denke auch, dass das Auswirkungen hat, z.B. auch für die Streuobstwiesen um Owingen, Dettingen,... wo es bis jetzt noch jede Menge Brennereien gibt.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: bristlecone am 28. Dezember 2017, 13:00:43
Bleibt zu hoffen, dass vielleicht die Mittel zur Pflege vorhandener Streuobstwiesen aufgestockt werden.
Streuobstportal Baden-Württemberg: Förderung
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: pearl am 28. Dezember 2017, 13:34:55
genau das ist mein Eindruck, dass das öffentliche Interesse an dieser Art Kulturlandschaft zunimmt und im Naturschutz fest verankert wird. Wofür ich starke Anzeichen sehe.

Die Schnapsbrennerei sehe ich nicht als gefährdet, ich setze auf Schwarzbrenner.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: frauenschuh am 28. Dezember 2017, 17:44:48
nee, niemals nicht beweiden Naturschützer mit E-Zaun Streuobstwiesen  8)

Staudo, 6 Uhr reichte heute wieder einmal nicht. Wir hingen heute wieder kopfüber von 10 - 16 Uhr im Gelände. Mit Motorsäge, leistungsstarkem Häcksler und einer erfreulichen Helferzahl. Also Menschen, die nicht nur reden, sondern stundelang draußen arbeiten. Übrigens bestens gelaunt  ;D

Wir haben zudem im Herbst einen Streuobst-Schnittkurs und pflanzen diese Saison mal wieder ordentlich nach. Nachdem wir - im Gegensatz zur Kirche - unsere Flächen "ernst" nehmen. Das mag woanders andersherum laufen. Pauschal gilt nichts. Wir pflegen übrigens auch mit Schafen eine Wiese, die andere gepachtet haben. Die Pächter schrubben da nämlich nicht mit einem Balkenmäher rum. Streuobstwiesen "haben"... ist indes auch eine Pflicht, nicht nur Kür. Der stellt sich nur nicht jeder. In Zeiten abnehmenden christlichen Glaubens, sind Tauf-, Konfirmanden- oder Hochzeitsbäume Eintagsfliegen. Was ich (christlichen Glaubens) durchaus stark bedauere. Das hilft aber nicht.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: pearl am 28. Dezember 2017, 18:36:56
nee, niemals nicht beweiden Naturschützer mit E-Zaun Streuobstwiesen  8)


der Schäfer hier ist kein Naturschützer, dafür hat er aber eine große Menge Lämmer. Die Einjährigen. Die zäunt er mit Elektrozaun. Um manche Apfelbaumjungbäumchen muss er Maschendraht ziehen. Seine Theorie, dass nur erwachsene Schafe Bäume anfressen stimmt im groben, aber nicht immer im feinen. Wir sind auf diesen Streuobstwiesen nicht alle Naturschützer. Eher alle nicht Naturschützer. Es gibt da nur einen NABU Typ. Der Hausmeister der Schule, der füllt immer die ineffektiven Äskulapnattereiablageplätze im Spätwinter mit Mist auf.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: neo am 28. Dezember 2017, 19:47:43
Betr. "Hochstämmer" fand ich den Vergleich der verschiedenen Länder interessant (runterscrollen).
Mein Beitrag betr. Hochstammkultur (en) ist eher bescheiden, ist aber mein Lieblingsapfelsaft und ich bin ein Apfelsaftjunkie. ;)
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Natternkopf am 28. Dezember 2017, 20:20:25
Vielleicht nicht ganz voll zum Thema, doch verwandt.

Stadt, Land, Wald – für Flora und Fauna ist die Stadt ein Lebensraum wie andere auch.
Trotzdem überrascht seine Artenvielfalt. Und jeder Einzelne kann helfen, dass das so bleibt. /nzz 26.12.2017

Die Artenvielfalt ist in Städten mit ausreichend Grünflächen offenbar höher als in Agrargebieten. Wie eine Studie der Universität Bern zeigt, kann der negative Einfluss intensiver Agrarwirtschaft auf die Biodiversität grösser sein als jener der Verstädterung. / nzz 26.01.2015


Grüsse Natternkopf
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Amur am 08. Januar 2018, 13:26:37
....

Die Schnapsbrennerei sehe ich nicht als gefährdet, ich setze auf Schwarzbrenner.

Da bist du wohl nicht auf dem laufenden.
Bisher konnten die Kleinbrennereien ihre gebrannten Alkohol zu einem garantierten Preis an die Bundesmonopolverwaltung für Branntwein verkaufen. Diese wird Ende 2018 aufgelöst.
Dann müssen sich die Kleinbrennereien Abnehmer auf dem freien Markt suchen.
Für sehr viele wird es das Aus bedeuten, denn mit günstigen Preisen der großen Verschlussbrennereien können sie nicht mithalten. Das wird wohl auch für einige Streuobstwiesen das aus bedeuten.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Staudo am 20. Januar 2018, 18:08:55
Man könnte hier natürlich auch großflächig extensiv gepflegte Wiesen anlegen.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: polluxverde am 20. Januar 2018, 21:59:26
Wenn man die Logik der Bahnverantwortlichen weiterspinnt, und auf  baumbestandene Straßen überträgt, dann Gute Nacht, Deutsche
Alleenstraße etc.
Die entgegengesetzte Reaktion , nämlich mehr Bäume pflanzen, wäre richtig, denn Bäume wirken dem Klimawandel und damit häufigeren
und schwereren Stürmen entgegen.
Und extensive Wiesen neben Bunddesbahngleisen haben  auch kein Chance -- siehe Glyphosatfaden !
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Staudo am 20. Januar 2018, 22:03:36
Naja, das "Insektensterben" hat wenig mit Glyphosat aber viel mit intensiver Landschaftsnutzung (auch durch Häuser, Gewerbegebiete und Straßen) zu tun. Wenn die Seitenstreifen der Gleise sowieso baumfrei sein sollen, kann man auch gleich einmal im Jahr mähen.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: dmks am 20. Januar 2018, 22:07:19
Und extensive Wiesen neben Bunddesbahngleisen haben  auch kein Chance -- siehe Glyphosatfaden !

 :-\ Und warum nicht? Die Bahn verwendet Glyphosat, was aber keine Auswirkungen auf die anliegenden Flächen hat.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: bristlecone am 20. Januar 2018, 22:12:30
Die entgegengesetzte Reaktion , nämlich mehr Bäume pflanzen, wäre richtig

Siehe den Thread "Baumsatzung" - das hat die hiesige grün geführte Landesregierung innerorts gerade de fakto massiv erschwert.
Die Auswirkungen dieser Änderung sind weitaus weitreichender als die Verwendung von Glyphosat, nur sind sie nicht so kampagnentauglich.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: polluxverde am 20. Januar 2018, 22:45:49
@bristlecone, da stimme ich dir zu, grüne Regierungsarbeit hat schon lange nichts mehr mit grünen Basisdenken zu tun, auch hier in Bremen, wo sich gerade  eine Reihe BI zusammenschließen, um 2019 bei der Bürgerschaftswahl anzutreten.
Die Gefahr , die von Bäumen ausgeht, wird idR  - besonders nach Stürmen wie gerade " Friederike " - zu emotional, hysterisch und realitätsfern beurteilt. Denn die Gefahr und auch der volkswirtschaftliche Schaden, der von einem umstuerzenden Baum oder einem
herunterfallenden Ast ausgeht, ist vergleichsweise gering, wenn man die Gefahren und die Kosten betrachtet, die zB  vom motorisierten
Individualverkehr ausgehen.

@dmks, "keine Chance " ist evtl etwas übertrieben. Ich sehe nur die Flächen / Böschungen etc an der Bahnstrecke zwischen Bremen-
Nord und Bremen Hbf vor mir, wo ganzjährig so gut wie kein Kraut eine Chance hat, und das sehe ich eben nicht nur in direkter Nachbarschaft der Gleiskörper, sondern ( geschätzt ) 6-7 m daneben. Ich habe ehrlich gesagt aber  noch nie Bedienstete der Bahn
beim Ausbringen von Glyphosat gesehen, weiß also nicht, wie gewissenhaft sie dabei mit der Substanz umgehen.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Staudo am 20. Januar 2018, 22:48:01
Mit Glyphosat lässt sich fast zentimetergenau arbeiten. Wenn 6 Meter neben dem Gleiskörper nichts wächst, ist 6 Meter neben dem Gleiskörper gespritzt worden.  ;)
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: bristlecone am 20. Januar 2018, 22:50:14
Der Gleiskörper selbst wird, soweit ich weiß, von der Strecke selbst vom Zug aus gespritzt.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: dmks am 20. Januar 2018, 22:53:31
Es fährt ein Zug nach nirgendwo...
https://www.handelsblatt.com/technik/energie-umwelt/glyphosat-groesster-einzelverbraucher-ist-die-bahn/13607880-2.html

Daraus zitiert:

"In einem Bereich von knapp sieben Metern rings um die Bahntrasse wird daher gespritzt. Einmal im Jahr sendet der Konzern dafür spezielle Spritzzüge aus, auf alle Gleise des Landes. Der Glyphosat-Express besteht aus zwei Lokomotiven, drei Tankwagen, zwei Versorgungswagen und dem Applikationswagen, von dem aus gespritzt wird. Mit 40 Kilometern in der Stunde ist er unterwegs und in den normalen Fahrplan eingebunden.

Gerhardt selbst würde auf diese Touren gerne vermeiden. „Wenn es möglich wäre, würde ich am liebsten ganz ohne chemische Verfahren auskommen“ sagt der studierte Forstwirt, der seine Aufgabe als Verantwortlicher für „Vegetationsmanagement“ als Auftrag zum Umweltschutz interpretiert. Aber selbst Gerhardt sagt: „Ich sehe derzeit nicht, wie das ohne Auswirkungen auf Ökologie und Streckenverfügbarkeit möglich sein sollte."
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: bristlecone am 14. Februar 2018, 09:05:22
Zitat von: thuja thujon
...Es kann kein Argument sein, auf verträgliche und aromatische Äpfel zu verzichten, weil man unrelevante Mittelrückstände mit empfindlichster Meßtechnik drin nachweisen könnte...

Irrtum, Rückstände von Pflanzenschutzmitteln sind nicht zu tolerieren, in welche Menge auch immer. Denk doch bitte einmal darüber nach, das auch minimale Rückstände, wie von DDT, Atrazin oder Neonicotinoiden langfristige Auswirkungen auf Ökosysteme haben können. Selbst Kupfer ist im Ökolandbau nicht unumstritten.
Zu Bedenken ist auch, das die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln, wie z.B. Glyphosat vielleicht nicht unbedingt toxisch auf ein Wirbeltier wirken wird, aber dafür die Nahrungsketten vieler Arten drastisch beeinflussen und damit zum Artenschwund führen kann.

Mal ganz ketzerisch: In den 1970er Jahren, z. T. bis weit in die 1980er hinein, hatten wir DDT, Lindan und andere chlororganische Pestizide mit hohem Anreicherungspotential und schlechter Abbaubarkeit, dazu diverse hochtoxische Phosphorsäureester wie E605, Herbizide wie etwa Chlorat ("Unkraut-Ex"), die alle aus gutem Grund verschwunden sind.
Allerdings: Die Vielfalt der Kulturlandschaft war damals deutlich höher, die - seit einigen Monaten in aller Munde befindliche - Artenvielfalt auch.
 
Ich fürchte wirklich, wenn der Naturschutz nicht von dieser Schiene runterkommt, dass alles, was irgendwie mit "Chemie" zu tun hat, "nicht zu tolerieren" ist, wird er sich weiter selbst marginalisieren.
Man kann immer wieder die nächste Sau durchs Dorf treiben, dass nun schon wieder Spuren von Rückständen von ... in ... gefunden wurden und damit immer neue mediale Aufmerksamkeit erzeugen. Man muss allerdings immer weiter an der Eskalationsschraube drehen.

Wir können Glyphosat verbieten, als nächstes dann die Neonicotinoide, dann wird sich, da bin ich mir sicher, schon Weiteres finden, und so weiter, immer weiter.
 
Ein Konzept ist das nicht, und dem Naturschutz hilft es nicht im Geringsten.


Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Staudo am 14. Februar 2018, 09:42:53
Ich möchte die Anregung von Thuja Thujon aufgreifen und plädiere für ein selektives Eisenverbot an Feldrainen und auf Magerwiesen: kein Pflug mehr, dafür zweimalige Mahd im Jahr.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Mediterraneus am 14. Februar 2018, 16:12:21
Mit einer (Eisen-)Sense?
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Staudo am 14. Februar 2018, 18:05:15
Das muss nicht mal sein. Wichtig ist, dass überhaupt gemäht wird.  ;)
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: lerchenzorn am 24. Februar 2018, 08:07:03
Ich bin gerade noch einmal auf einen Begleittext zur Roten Liste gefährdeter Tiere und Pflanzen in Schweden gestoßen. Der Absatz zu den wichtigsten Gefährdungsursachen nennt an erster Stelle die wuchernde Sukzession als eine der größten Bedrohungen für die Artenvielfalt, und zwar in offenen wie in bewaldeten Lebensraumtypen. Das liege nicht allein am Rückzug der Wiesen- und Weidenutzung, sondern auch am Mangel an Störungen, wie Feuer und Überflutung. Aufforstungen, Düngung, Entwässerung und ein Wandel zu wärmeren und trockeneren Klimabedingungen beschleunigen die Sukzessionen ebenso.

Hervorgehoben wird die Bindung sehr vieler Arten an Lebensraum-Mosaike oder Ökotone, gradueller Übergänge zwischen Nutzungstypen und Nutzungsweisen, deren Erhalt die Zusammenarbeit verschiedener Sektoren erfordere.

Das alles kann man für Deutschland vollständig übernehmen, findet es in deutschen Texten aber selten so klar und deutlich.

Ausdrückliche Kritik an den aktuell betriebenen Landnutzungen finde ich in dem kurzen Text nicht. Sie ergibt sich indirekt. Es wirkt, als hätte man sich auf eine durchweg positive Formulierung verständigt.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: bristlecone am 24. Februar 2018, 08:32:29
Vermutlich deckt sich diese Beschreibung mit der persönlichen Beobachtung, die viele von uns über all die Jahre und Jahrzehnte gemacht haben.

Ich selbst erinnere mich an Flussaltarme, Übrschwemmungsfächen, nicht in normierte Ufer gezwängte Flüsse, unverrohrte Bachläufe, Tümpel in der Feldflur, aufgelassene, aber nicht mit Müll zugeschüttete Kiesgruben, ungenutzte Strandabschnitte, nicht eingedeichte Wattflächen, kleinteilige Knicklandschaften, ungedüngte Wiesen, auf denen Kühe grasten, halbwegs ungestörte Uferbereiche von Seen, Niedermoore und Reste von Hochmoorflächrn, oligotrophe Gewässer und und und.
Das meiste davon ist beseitigt, begradigt, nivelliert.

Wie holt man wenigstens Teile davon zurück?
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: lerchenzorn am 24. Februar 2018, 15:24:35
Mal ganz ketzerisch: In den 1970er Jahren, z. T. bis weit in die 1980er hinein, hatten wir DDT, Lindan und andere chlororganische Pestizide mit hohem Anreicherungspotential und schlechter Abbaubarkeit, dazu diverse hochtoxische Phosphorsäureester wie E605, Herbizide wie etwa Chlorat ("Unkraut-Ex"), die alle aus gutem Grund verschwunden sind.
Allerdings: Die Vielfalt der Kulturlandschaft war damals deutlich höher, die - seit einigen Monaten in aller Munde befindliche - Artenvielfalt auch.

Ist schon etwas her, dass Du das geschrieben hast. Trotzdem. Das kannst Du wirklich nur als Provokation gemeint  haben, denn die Tatsachen und Zusammenhänge sind andere.
Die 1960er und 1970er Jahre waren die des stärksten Verfalls der Artenvielfalt. DDT, Lindan & Co. waren daran bei weitem nicht allein "Schuld". Ihr Einsatz hatte damals aber immense negative Auswirkungen.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: lerchenzorn am 24. Februar 2018, 15:48:09
... Wie holt man wenigstens Teile (der verlorenen Natur) ... zurück?

So, wie es einmal war, als landschaftsprägende Selbstverständlichkeit, wird der natürliche Reichtum nicht wieder kommen. Prinzipiell ließe sich Artenvielfalt auch auf kleinerer Fläche erhalten, wenn es dort konsequent geschehen würde und vernetzende Prozesse (nicht nur scheinbar vernetzende Strukturen) ablaufen könnten. Prioritäre Ausrichtung von 10 % der Land- und Forstwirtschaftsfläche auf Biotop- und Artenschutz - das heißt, absoluter Vorrang vor Nutzungsinteressen, aber innerhalb der bestehenden Nutzungsweise (Grünland, Acker, Wald ....), wäre ein Ansatz. Zur Zeit liegt dieser Anteil im Promillebereich, im Grünland etwas höher.

Solange sich das nicht ändert, ist Natur- und Landschaftsschutz auf befristete Projekte und unterfinanzierte Almosen-Programme angewiesen, die hoffentlich möglichst lange nachwirken.

Beispiele gibt es viele. Vielleicht stelle ich demnächst einmal ein paar zusammen.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: zwerggarten am 24. Februar 2018, 23:47:35
Mal ganz ketzerisch: ...

Ist schon etwas her, dass Du das geschrieben hast. Trotzdem. Das kannst Du wirklich nur als Provokation gemeint  haben, denn die Tatsachen und Zusammenhänge sind andere.
Die 1960er und 1970er Jahre waren die des stärksten Verfalls der Artenvielfalt. DDT, Lindan & Co. waren daran bei weitem nicht allein "Schuld". Ihr Einsatz hatte damals aber immense negative Auswirkungen.

und wieso hatte ich dann noch in den 1980er jahren unglaublich reichhaltige und insektenvielfältige naturerfahrungen, sowohl in/um berlin als auch in niedersachsen?
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: lerchenzorn am 25. Februar 2018, 12:48:12
Warum solltest Du die nicht gehabt haben?
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: bristlecone am 25. Februar 2018, 12:58:10
Mal ganz ketzerisch: In den 1970er Jahren, z. T. bis weit in die 1980er hinein, hatten wir DDT, Lindan und andere chlororganische Pestizide mit hohem Anreicherungspotential und schlechter Abbaubarkeit, dazu diverse hochtoxische Phosphorsäureester wie E605, Herbizide wie etwa Chlorat ("Unkraut-Ex"), die alle aus gutem Grund verschwunden sind.
Allerdings: Die Vielfalt der Kulturlandschaft war damals deutlich höher, die - seit einigen Monaten in aller Munde befindliche - Artenvielfalt auch.

Ist schon etwas her, dass Du das geschrieben hast. Trotzdem. Das kannst Du wirklich nur als Provokation gemeint  haben, denn die Tatsachen und Zusammenhänge sind andere.
Die 1960er und 1970er Jahre waren die des stärksten Verfalls der Artenvielfalt. DDT, Lindan & Co. waren daran bei weitem nicht allein "Schuld". Ihr Einsatz hatte damals aber immense negative Auswirkungen.

Ich weiß um die negativen Auswirkungen dieser schlecht abbaubaren und sich anreichernden Stoffe.

Aber meine eigenen Erfahrungen, die ich hier auch beschrieben habe, halte ich auch für repräsentativ.

Kiebitze, Bekassinen und einige andere Vogelarten waren in den Eiderwiesen hinterm Haus meiner Eltern etwas Alltägliches. Auf den ausgedehnten Überschwemmungen laichten die Hechte, in den Altarmen waren Schlammpeitzger nicht selten, in den Bächen und an den Prallhängen der Eider fingen wir Europäische Flusskrebse.
In den zahlreichen Mergelgruben auf den Feldern war das Wasser kristallklar, darin lebten zuhauf Karauschen, Molche, Frösche.
In vielen Knicks und an Waldrändern, die an Wiesen grenzen, lebten Zaun- und Waldeidechsen.
Und, ja: Die Gärten waren voll mit "Allerweltsschmetterlingen".

Vorbei. Weil es all diese Lebensräume nicht mehr gibt.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: RosaRot am 25. Februar 2018, 13:01:26
Der Aufräumwut zum Opfer gefallen. Diese Sucht zum extremen Auf(Aus)räumen nervt mich seit der Wende am allermeisten von allem, was sonst noch nervt...(das soll keine Beschönigung der Verhältnisse vorher sein. Aber einige Heuschreckenarten z.B. sehe ich einfach nicht mehr.)
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Katrin am 25. Februar 2018, 13:25:12
Hier dasselbe. Die Bevölkerung, quer durch alle Schichten, schimpft auf Spritzmittel, bekommen aber nicht mit, dass jedes Jahr und immer wieder Lebensräume ohne Ersatz verschwinden. Ich lebe am Übergang zwischen Flachland und Gebirge, hier sind Spritzmittel nur ein Randthema (im Flachland auf den Feldern sieht es natürlich anders aus). Aber die Leute kriegen es nicht in den Kopf, dass Verwaldung, zu intensive Wiesennutzung (bis zu 5 oder 6 Mahden) und ihr eigener Drang zur Sauberkeit (Straßenränder müssen immer "sauber" sein, Gärten sind steril,...) die Arten verdrängen, nicht die Spritzmittel. Aber sag das mal  ::).
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: zwerggarten am 25. Februar 2018, 13:31:20
Warum solltest Du die nicht gehabt haben?

wegen der von dir just zuvor postulierten "immensen negativen auswirkungen" der zuvorgehenden jahrzehnte des "stärksten verfalls der artenvielfalt" durch den einsatz diverser pestizide?

meine (nicht-empirische unwissenschaftliche) lebenserfahrung lässt mich dagegen eher bristlecones these zuneigen, die hier gerade auch von anderen unterstützt wird. :) ;)
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Katrin am 25. Februar 2018, 13:39:18
Naja, das sind ja keine zwei voneinander getrennten Faktoren. Wenn Knicks und Tümpel gerodet und verfüllt werden, wächst dadurch die Feldgröße und dort wird dann gespritzt. Das heißt, alles, was dann noch übrig war, wird zusätzlich bedrängt. Ist ja jetzt nicht sooo schwer nachzuvollziehen?
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: zwerggarten am 25. Februar 2018, 13:44:07
nein, das ist es nicht – aber das hatte lerchenzorn so nicht gesagt, sondern bristlecones hinweis die bedeutung des pestizideinsatzes entgegen gesetzt. und wenn allein der in den 1960er und 1970er jahren so große effekte gehabt haben soll, frage ich mich halt, wie bzw. warum ich in den 1980er jahren noch so viel viechzeug gesehen haben kann – mehr nicht, aber auch nicht weniger. 8)

im übrigen hattest du gerade selbst gesagt, es seien eigentlich gar nicht (so sehr) die spritzmittel; wieso opponierst du gegen mich, aus gewohnheit?
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Katrin am 25. Februar 2018, 13:49:17
Aber vorher hast du ja wohl noch nicht auf die Artenvielfalt geachtet, weil noch nicht auf der Welt - so wie ich. Hier für uns stimmt jedenfalls beides: In den 60er-Jahren Mechanisierung der Landwirtschaft (Kurzversion: Tiere in den Stall, mehr Mist, Mist auf die Magerwiesen, Wiesen fett, Dünger fehlt auf Feldern, Felder mit mineralischem Dünger versorgt, mehr Spritzmittel - gleichzeitig: Wiesen mit Traktor gemäht, alles, was steil war, verwaldet, nochmals gleichzeitig: Rodungsprämien der EEG für alle Hochstammobstbäume bis 1974).

Das bedeutet, deine (etwas früher) und meine (etwas später) Umwelt der Kindheit war schon ziemlich ramponiert. Leider.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: partisanengärtner am 25. Februar 2018, 14:35:12
Ein wenig ist die herrschende Ordnung doch dem Pestizideinsatz geschuldet.
Ordnung war hier schon immer ein Ziel der Allgemeinheit, solange die mühsam mit der Hand erzielt werden musste, war sie nicht überall anzutreffen.
Leider hat die Chemie auch den Faulen den Weg freigemacht einen ordentlichen Garten Gehsteig oder was immer zu haben.
Dadurch steigt natürlich der öffentliche Druck auf diejenigen die das nicht so wollen. Nach und nach wird so alles ordentlicher.
Auch wenn es nicht erlaubt ist solange man das Zeug bekommt wird es auch auf Wegen, Einfahrten gespritzt, damit sie schön sauber sind.
Alles Psychologie.

Bei den Landwirten wird ein sauberer Acker auch ein Ausdruck von Professionalität sein. Gibt ja kaum Ausreden es nicht so zu machen. Einmal drüber und sauber sieht es aus.
Wenn mein Raps verlaust ist kann ich entweder ein Extrem-Öko sein der selten beliebt ist oder ich spritz ihn halt um nicht die Nachbarn erst zu verärgern und zu noch mehr Einsatz zu veranlassen.

Wir sind nun mal eine tendenziell ordentliche Gesellschaft vor allem wenn es uns relativ leicht gemacht wird.
Ich kenne übrigens einige Anwender die ihre Mittelchen von befreundeten Kleinlandwirten bekommen, also würde ein Verbot für Haus und Kleingarten nicht unbedingt wirksam sein.

Erst wenn ein sauberer Weg etc. ein Grund ist da Bodenproben zu nehmen und saftige Bußgelder winken könnte ich mir vorstellen das sich was bewegt. Es würde schon reichen das die Beprobung den doppelten Kostensatz macht. So kann man sich Fehler leisten. Natürlich sind die Personalkosten da einzubeziehen.
Ich beobachte seit mehr als 50 Jahren meine Umgebung auf Artenvielfalt. Die ersten 20 mehr tierlastig.
Es hat sich einiges partiell verbessert aber die Masse ging den Bach runter.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: lerchenzorn am 25. Februar 2018, 15:04:19
nein, das ist es nicht – aber das hatte lerchenzorn so nicht gesagt, sondern bristlecones hinweis die bedeutung des pestizideinsatzes entgegen gesetzt. und wenn allein der in den 1960er und 1970er jahren so große effekte gehabt haben soll, frage ich mich halt, wie bzw. warum ich in den 1980er jahren noch so viel viechzeug gesehen haben kann – mehr nicht, aber auch nicht weniger. 8)

im übrigen hattest du gerade selbst gesagt, es seien eigentlich gar nicht (so sehr) die spritzmittel; wieso opponierst du gegen mich, aus gewohnheit?

Ich glaube, Du denkst da ein bisschen zu statisch. Aber vielleicht bist Du ja heute auch wieder nur in der "richtigen" Laune  ;)

Die Dinge sind im Fluss und seit einiger Zeit eben "bachabwärts". Dass Du vor 40 Jahren noch insektenreiche Ecken erlebt hast, liegt auch daran, dass ein guter Teil "Ödland" und nicht meliorierte Feuchtwiesen noch offen oder sogar in Nutzung waren, seitdem aber zunehmend zugewachsen oder doch noch intensiviert worden sind. Nach drastischen Einbußen durch bereits im größten Teil der Nutzflächen vollzogener Intensivierung (einschließlich Pestizideinsatz) konntest Du also dennoch ungleich mehr bunte und brummende Ecken finden als heute. (Immerhin war der Wanderfalke Mitte der 1970er Jahre infolge des DDT-Einsatzes in Norddeutschland vollständig ausgestorben.)

Beides, Verlust durch Sukzession und Verlust durch Nutzungsintensivierung sind weiter anhaltende Entwicklungen und wir sind ein paar Bachschlingen weiter abwärts als Du es von damals erinnerst. Weit unten waren wir damals aber auch schon.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: zwerggarten am 25. Februar 2018, 16:02:05
das klingt doch nun aber schon deutlich differenzierter auch von deiner seite. ;D
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: pearl am 25. Februar 2018, 16:37:16
den Film habe ich mir neulich ganz in Ruhe angeschaut. Diese Ordnungswut der Nachkriegszeit hat ja gerade bei jungen Haus- und Grundbesitzern ein Revival erfahren und ist im Städte- und Landschaftsbau auch nicht verschwunden. Bundesgartenschauen sind Veranstaltungen, die fast ohne Pflanzen auskommen, dafür Mengen von Steinen bewegen.

"Grün kaputt" war auch der Titel eines Fernsehfilms von Dieter Wieland im Bayerischen Fernehen von 1983, den ich anlässlich seiner 50jährigen Uraufführung in Münchner Filmmuseum wiedergesehen habe - unbedingt sehenswert!
https://www.br.de/mediathek/video/topographie-1983-gruen-kaputt-landschaft-und-gaerten-der-deutschen-av:585dc7a73e2f290012a8b5b9

oh, danke raiSch! Das ist ja sehr interessant! Toll vom Bayrischen Rundfunk den Klassiker in der Mediathek zur Verfügung zu stellen.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Natternkopf am 25. Februar 2018, 17:15:07
Ein interessanter Film, der mir etwas Einblick in die Gestaltung und Verlauf
von Landschaft und Gesellschaft gibt.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: bristlecone am 25. Februar 2018, 18:18:45
Wir sind nun mal eine tendenziell ordentliche Gesellschaft vor allem wenn es uns relativ leicht gemacht wird.
Ich kenne übrigens einige Anwender die ihre Mittelchen von befreundeten Kleinlandwirten bekommen, also würde ein Verbot für Haus und Kleingarten nicht unbedingt wirksam sein.

Erst wenn ein sauberer Weg etc. ein Grund ist da Bodenproben zu nehmen und saftige Bußgelder winken könnte ich mir vorstellen das sich was bewegt.

Hältst du das wirklich für erstrebenswert? (Saftige Bußgelder sind auch jetzt schon möglich)

Ich jedenfalls möchte keinen Umweltsheriff, der mir die Behörde auf den Hals schickt, weil er meint, mein Gartenweg wäre verdächtig sauber.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Staudo am 25. Februar 2018, 18:32:55
Ich halte die Geräte, die Wege mit Heißschaum oder Hitze freihalten wegen des riesigen Energieverbrauchs für ziemlich umweltunfreundlich.  Ich habe unseren Bauern so halb und halb überredet, dass er auf ein paar von mir betreuten Magerwiesen Heu macht. Als Ausgleich werde ich die Baumscheiben von mir betreuten Bäumen mit Glyphosat freihalten  8)
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: bristlecone am 25. Februar 2018, 18:39:48
Hier setzt die Stadt zur Unkrautbeseitigung auf den Fußgängerwegen heißes Wasser ein. Das Fahrzeug wird von einer Firma angemietet, die Kosten für den einwöchigen Einsatz im Stadtgebiet belaufen sich auf einige tausend Euro.
Immerhin hält diese Heißwasserbehandlung länger vor als Abflammen, weil im Boden bis in einige Zentimeter Tiefe alles durch die Hitze abgetötet wird.
Ich halte das weder für umweltfreundlicher noch für ressourcenschonender als ein einen gezielten Einsatz von Herbiziden wie Glyphosat, aber der Zug ist schon seit sehr langer Zeit abgefahren, damit muss man sich abfinden.

Ist hier aber ohnehin OT.

Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: dmks am 25. Februar 2018, 18:50:17
Ist nicht OT.
Auch wenn es selten ist daß wir einer Meinung sind ;)

Ich habe selbst bei einer Vorführung ein solches "umweltfreundliches" Gerät erlebt, das in dem Fall für kleine Flächen/Wege gedacht war und an einen riesigen Hochdruckreiniger angeschlossen ist. Im Grundprinzip wird über den Kraftstromanschluß das HD-Gerät betrieben, und über ein Dieselaggregat die notwendige Hitze erzeugt damit über Heißwasser oder Dampf das Unkraut verbrüht wird. In meinen Augen ein energetischer Wahnsinn!!!

Mit einen Rückenspritze Kaltwasser und einem Unkrautmittel (Glypho oder einer säure) bin ich deutlich schneller - und die notwendige Energie kommt aus der Frühstücksstulle.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: zwerggarten am 25. Februar 2018, 19:05:13
es geht ja doch mehr um den erhalt der vorhandenen natur - die gefühlte savanne, blütenreich, bestäuberfreundlich und hochgradig biodivers, durch die wir alle zum lebenszweck bzw. tagwerk streifen, die werkzeugtasche oder das tablet unterm arm, immer in acht vor einem lauernden raubtier.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: dmks am 25. Februar 2018, 19:12:45
Mit jeder verbrauchten Kilowattstunde Elektroenergie und jedem Liter verballertes Öl vernichten wir "noch vorhandene Natur".
...nur halt nicht vor der eigenen Nase - sondern irgendwoanders :-\
Das macht es aber nicht besser.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Floris am 25. Februar 2018, 19:35:24
Natur- und Landschaftsschutz auf befristete Projekte und unterfinanzierte Almosen-Programme angewiesen
In den 80er Jahren hieß es noch Vertragsnaturschutz, heute sind es die Agrarumweltprogramme.
Anfang der 90er Jahre gab es in diesen Programmen aus meiner Sicht einen wichtigen Wechsel:
Vorher gab es (bei uns) Pflegkonzepte mit Zielgebieten, in denen die erwünschten Maßnahmen beschrieben waren. Es gab eine gewisse Schwelle von Maßnahmen die man beachten mußte um in den Genuß der zusätzlichen Förderung zu kommen. Zusätzlich gab es frei zu vereinbarende Maßnahmen für Sonderstandorte.
Danach wurden die Konzepte fallen gelassen, des gab keine Eingangsschwelle mehr für die Teilnahme, da Geld genug da war auch keine fachliche Auswahl der Flächen mehr. Aus den Verbundkonzepten wurde ein Teppich zerstreuter Pünktchen. Es gab eine Obergrenze bei der Förderung, der die Aufrechterhaltung der Nutzung von echten Sonderstandorten außerhalb von Schutzgebieten zum Opfer fiel. Angeblich hatte die EU auch die sog. Anreizkomponente gekippt, d. h. die Teilnahme an Umweltmaßnahmen durfte wirtschaftlich nicht lukrativ sein, nur gerade so den offiziell errechneten Minderertrag decken. Maßnahmenflächen in landwirtschaftlichen Grunstlagen waren damit auch hinfällig.
Seit dieser Änderung hat der Umfang der im Rahmen von Agrarumweltmaßnahmen geförderten Flächen zugenommen, nach meiner Meinung aber auf einem fachlich deutlich niedrigeren NIveau und damit einem geringeren Grad an  Vielfalt.
In den Bilanzen ist das natürlich ein Erfolg: Mehr Mittel werden verausgabt und es nimmt mehr Fläche teil. Heuschrecken oder Blümchen zählen tut dagegen kaum noch jemand, Kontrollen durch Gutachter auf den ehemaligen Dauerbeobachtungsflächen gab es schon lange nicht mehr.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: partisanengärtner am 25. Februar 2018, 20:38:00
Wir sind nun mal eine tendenziell ordentliche Gesellschaft vor allem wenn es uns relativ leicht gemacht wird.
Ich kenne übrigens einige Anwender die ihre Mittelchen von befreundeten Kleinlandwirten bekommen, also würde ein Verbot für Haus und Kleingarten nicht unbedingt wirksam sein.

Erst wenn ein sauberer Weg etc. ein Grund ist da Bodenproben zu nehmen und saftige Bußgelder winken könnte ich mir vorstellen das sich was bewegt.

Hältst du das wirklich für erstrebenswert? (Saftige Bußgelder sind auch jetzt schon möglich)

Ich jedenfalls möchte keinen Umweltsheriff, der mir die Behörde auf den Hals schickt, weil er meint, mein Gartenweg wäre verdächtig sauber.

Jeder kann ja ein paar Alibikräuter wachsen lassen, anders lässt sich der soziale Druck nicht ändern. Bei mir besteht allerdings die Gefahr nicht. 8)
Bußgelder sind heutzutage schon die extreme Ausnahme. Das eine Bodenprobe genommen wird die große Ausnahme.
Das ein penibel sauberer Weg eine Untersuchung auslösen kann wird da sicher einiges ändern. Das ist für die Artenvielfalt sicher ein Gewinn.
Das einzige Manko das ich erkennen kann ist die Möglichkeit das mir jemand einen Tort antun kann indem er bei mir mal was sprüht. Dem könnte man nur entgehen wenn man gleich wenn man die Behandlung entdeckt eine Anzeige gegen Unbekannt macht. Dann ist ja noch keine saubere Einfahrt vorhanden. 8)


Wird sicher schwierig in der Anfangsphase aber wenn der Trend erst mal gedreht ist kann es mit der Artenvielfalt wieder aufwärts gehen.

Vermutlich kann man dann das völlige Verbieten in der Landwirtschaft sogar lassen. Wenn jeder einen sauberen Acker  leicht scheel anschaut und totes Stadtparkett gleich verdächtig ist wird es auf das notwendige beschränkt.

Hier habe ich noch nie bewußt einen Acker gesehen der pfluglos bestellt wurde. Diese an den Haaren herbeigezogene Begründung scheint also nicht überall so wichtig zu sein.

Heißwasser würde ich auch als umweltschädlich outen. Die Haltung generell machts.

Hier wird eine Brache an der Bahn mit einem großen Hotel bebaut um diesen Schandfleck zu beseitigen. Das wird wieder eine Schuhschachtel neben dem Bahnhof häßlich aber dann ist es ordentlich. Gebraucht wird es nicht, dafür werden halt ein paar alteingesessene Hotels wieder pleite gehen und wir haben eine Bausünde mehr in Bayreuth.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: hymenocallis am 25. Februar 2018, 20:41:52
Mit jeder verbrauchten Kilowattstunde Elektroenergie und jedem Liter verballertes Öl vernichten wir "noch vorhandene Natur".
...nur halt nicht vor der eigenen Nase - sondern irgendwoanders :-\
Das macht es aber nicht besser.
Nonsens.
Strom kann auch erzeugt werden, ohne daß Natur vernichtet oder bis in die Ewigkeit strahlender Abfall erzeugt wird.
Muß man aber wollen.

Nahrung kann auch erzeugt werden, ohne daß Insektizide und Herbizide ausgebracht werden.
Muß man auch wollen.

Aber im Lande der 'Geiz ist Geiler' will das wohl nur eine Minderheit.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: fyvie am 25. Februar 2018, 20:55:59
...
Strom kann auch erzeugt werden, ohne daß Natur vernichtet oder bis in die Ewigkeit strahlender Abfall erzeugt wird.
Muß man aber wollen.

...

Wenn ich die monokulturartigen Sonnenkollektorflächen im niederbayrischen Plattland betrachte und von den Irritationen der Luft- bzw. Meeresbewohner bezüglich Windparks lese, auch über landschaftsübergeifende oder auch nur das Kleinklima betreffende Umstrukturierungen durch die Nutzung von Wasserkraft, kommen mir schon Zweifel, und ich bin wahrlich kein Befürworter von Atomstrom oder Geizgeiler...Experte für alternative Energien allerdings auch nicht :-\
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: dmks am 25. Februar 2018, 21:02:46
Mit jeder verbrauchten Kilowattstunde Elektroenergie und jedem Liter verballertes Öl vernichten wir "noch vorhandene Natur".
...nur halt nicht vor der eigenen Nase - sondern irgendwoanders :-\
Das macht es aber nicht besser.
Nonsens.
Strom kann auch erzeugt werden, ohne daß Natur vernichtet oder bis in die Ewigkeit strahlender Abfall erzeugt wird.
Muß man aber wollen.

Das ist derzeit noch Augenwischerei.
Natürlich kann jeder zuhause "grünen" Strom aus Solar (erzeuge ich auch) oder Windkraft verbrauchen. Das tut ein gutes Gewissen und ist ein Schritt in eine gute Richtung.
Jetzt kommt das Aber 8)
Auch Ökostrom verbraucht erstmal zur Herstellung derMaterialien viel Energie und Rohstoffe, eine Windkraftanlage literweise Öl... Auf lange Sicht entsteht aber eine energetische Amortisation - heißt die Anlage erzeugt mehr Energie als sie bisher verbraucht hat, Das ist gut.

Der schlimmere Irrtum: wer Solar- und Windstrom im Vertrag stehen hat schont damit nur die Umwelt wenn er auch möglichst den nicht verbraucht. Der Grund ist einfach:
Es wird in Deutschland/EU/weltweit eine Energiemenge "x" verbraucht. Für Haushalte, Kommunen, Industrie. 
Ökostrom muß in D per Gesetz gekauft und eingespeist werden.
Jetzt kommt der Pferdefuß ;) Welcher Strom, und sei er noch so 'grün' an einem Ende entnommen wird - wird letztendlich am unteren Ender der energetischen Nahrungskette durch Kohlekraftwerke (40% der deutschen Energie) oder Atommeiler (13%) aufgefüllt!
Würde weniger verbraucht wäre das der einzige Weg. Der Industrie ist die Herkunft der Strömlinge nämlich wurscht.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: bristlecone am 25. Februar 2018, 21:04:38
Wir sind nun mal eine tendenziell ordentliche Gesellschaft vor allem wenn es uns relativ leicht gemacht wird.
Ich kenne übrigens einige Anwender die ihre Mittelchen von befreundeten Kleinlandwirten bekommen, also würde ein Verbot für Haus und Kleingarten nicht unbedingt wirksam sein.

Erst wenn ein sauberer Weg etc. ein Grund ist da Bodenproben zu nehmen und saftige Bußgelder winken könnte ich mir vorstellen das sich was bewegt.

Hältst du das wirklich für erstrebenswert? (Saftige Bußgelder sind auch jetzt schon möglich)

Ich jedenfalls möchte keinen Umweltsheriff, der mir die Behörde auf den Hals schickt, weil er meint, mein Gartenweg wäre verdächtig sauber.

Jeder kann ja ein paar Alibikräuter wachsen lassen, anders lässt sich der soziale Druck nicht ändern. Bei mir besteht allerdings die Gefahr nicht. 8)
Bußgelder sind heutzutage schon die extreme Ausnahme. Das eine Bodenprobe genommen wird die große Ausnahme.
Das ein penibel sauberer Weg eine Untersuchung auslösen kann wird da sicher einiges ändern. Das ist für die Artenvielfalt sicher ein Gewinn.
Das einzige Manko das ich erkennen kann ist die Möglichkeit das mir jemand einen Tort antun kann indem er bei mir mal was sprüht. Dem könnte man nur entgehen wenn man gleich wenn man die Behandlung entdeckt eine Anzeige gegen Unbekannt macht. Dann ist ja noch keine saubere Einfahrt vorhanden. 8)

Nee danke, so ein Überwachungsstaat ist mir zuwider.
Heiligt der grüne Zweck auch diese Mittel?
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: dmks am 25. Februar 2018, 21:13:46
(gelöschter Beitrag, war unwichtig - die Energiegeschichte zwei drüber liegt mir mehr am Herzen)
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Wild Obst am 25. Februar 2018, 21:29:16
...
Strom kann auch erzeugt werden, ohne daß Natur vernichtet oder bis in die Ewigkeit strahlender Abfall erzeugt wird.
Muß man aber wollen.
...
Aber im Lande der 'Geiz ist Geiler' will das wohl nur eine Minderheit.

Man kann in Deutschland leider nicht so viel Wasserkraft nutzen wie in Österreich. Es fehlen einfach die Berge. Und trotz Fischtreppen für eine (gewisse) Durchlässigkeit ist Wasserkraft auch nicht 100% ökologisch und ohne Auswirkungen. Welche strömungsliebenden Arten gibt es noch im Stau der Wasserkraftanlagen?

Außerdem, Mediamärkte (Geiz ist geil) gibt es auch in Österreich, zwar weniger als in Deutschland, aber Ö ist ja auch kleiner. Ohne jetzt die Märkte oder den Umsatz in jedem Land zu zählen und zu vergleichen, glaube ich, dass weder die meisten Deutschen noch die Österreicher deren Werbung wörtlich oder ernst nehmen.

Zurück zum Thema: Jede Nutzung der Natur, und damit auch von (elektrischer, thermischer, chemischer) Energie, hat irgendwelche Konsequenzen.
Wie bitte soll Strom erzeugt werden, ohne "Natur" zu beeinträchtigen?
Nonsens.
Strom kann auch erzeugt werden, ohne daß Natur vernichtet oder bis in die Ewigkeit strahlender Abfall erzeugt wird.
Muß man aber wollen.
Ich würde das sehr gerne wollen, aber ich habe bisher keinen Weg gefunden, mit bloßem Willen Strom zu erzeugen, ohne "Natur" zu beeinträchtigen.

Wasserkraft --> Stauseen, Flüsse aufgestaut und verbaut, Fische und andere Tiere gehäckselt bzw. am Wandern gehindert, Reduktion des natürlichen Sedimenttransports, ...
Windkraft --> Vögel und Fledermäuse gefährdet (machen Katzen auch, aber dafür keinen Strom), off-shore auch Meerestiere
Solar --> brauchen haufenweise Energie in der Herstellung und sind danach Sondermüll, riesiger Flächenverbrauch,
Biogas & Co  --> Maiswüste, Überdüngung, Monokulturen, Konkurrenz zu Nahrungsproduktion (und natürlichen Flächen)
Erdöl, Erdgas, Kohle --> CO2-Ausstoß --> Klimawandel, Gewinnung ist oft auch nicht besonders naturschonend
Brennstoffzellen --> Sind toll, es entsteht nur Wasser als "Abfall", aber woher kommt der nötige Wasserstoff? Verschiedene Optinen, alle brauchen recht Energie, und wo die herkommt, siehe oben.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Sandbiene am 25. Februar 2018, 22:09:47
Erst wenn ein sauberer Weg etc. ein Grund ist da Bodenproben zu nehmen und saftige Bußgelder winken könnte ich mir vorstellen das sich was bewegt.

Heißwasser würde ich auch als umweltschädlich outen. Die Haltung generell machts.

Genau, denn auch mit Heißwasser bringe ich die Pflanzen und Tiere um. Dafür wird es ja eingesetzt. Vom Energieverbrauch mal ganz zu schweigen. Das übertriebene Ordnungsliebe Mist ist, darüber sind wir uns vermutlich einig. Ich bin aber erstaunt, was Ihr für Nachbarn habt. Spritzen die wirklich alle ihre Auffahrt unkrautfrei? Entweder kriege ich hier nichts mit oder die Uhr tickt hier anders.  ???  Ordnungsliebe bedeutet nicht automatisch Herbizid-/Heißwassereinsatz. Es bedeutet z. B. gepflegter, artenarmer Rasen, kein Totholz, keine Schmuddelecke mit hohem Unkraut, Gestrüpp usw.  :-\
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: pearl am 25. Februar 2018, 22:15:53

Nee danke, so ein Überwachungsstaat ist mir zuwider.
Heiligt der grüne Zweck auch diese Mittel?

sagenhaftes Argument. Mentalität der auf-meiner-Ranch-und-meinem-Land-kann-ich-machen-was-ich-will der male white supremacists. So lässt sich auch die Freiheit eine Waffe zu tragen verteidigen.

Wir sind in unserer persönlichen Freiheit alle schon extrem eingeschränkt aus dem bloßen Grund, weil wir in Gemeinschaft leben und  im Gegenzug die Vorteile der Gemeinschaft nutzen. Boden, Luft und Wasser sind Allgemeingut. Eigentum verpflichtet.

Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: bristlecone am 25. Februar 2018, 22:16:57

Nee danke, so ein Überwachungsstaat ist mir zuwider.
Heiligt der grüne Zweck auch diese Mittel?

sagenhaftes Argument. Mentalität der auf-meiner-Ranch-und-meinem-Land-kann-ich-machen-was-ich-will der male white supremacists. So lässt sich auch die Freiheit eine Waffe zu tragen verteidigen.

Wir sind in unserer persönlichen Freiheit alle schon extrem eingeschränkt aus dem bloßen Grund, weil wir in Gemeinschaft leben und  im Gegenzug die Vorteile der Gemeinschaft nutzen. Boden, Luft und Wasser sind Allgemeingut. Eigentum verpflichtet.

Sagenhaftes "Argument".  ::)

Du meinst wirklich, wer sich dagegen wehrt, wegen einer nach Auffassung seines Ökonachbarn sauberen Einfahrt als "Ökosau" angesehen zu werden, dem man die Ordnungsmacht auf den Hals hetzen soll, steht auf einer Stufe mit "male white supremacists", die sich das Recht nicht nehmen lassen wollen, mit der Waffe in der Hand rumzufuchteln?
Ich bin raus. Mit Bekloppten debattiert man nicht: Sie ziehen einen auf ihr Niveau und schlagen dort mit ihren Waffe zu.
Gute Besserung!
 
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: partisanengärtner am 25. Februar 2018, 22:24:18
Hier wurde im Kleingarten vom Vorstand das Unkraut unter der Hecke und auf der Terasse weggespritzt. Salz haufenweise auf dem Gehsteig verteilt, auch im Kleingarten vom Vorstand für die Wege empfohlen.

Wenn man Gras und Polsterpflanzen auf seinem Weg hat wird man gern auf seine merkwürdige Ordnungsvorstellungen angesprochen. Es gibt Gegenden wo das deutlich schlimmer ist aber es hat hier schon sehr zugenommen. Füher war es nicht so sauber und ordentlich hier. Die Tendenz ist steigend.

Mein alter Vorstand im Kleingarten ist nicht mehr aber ich werde vermutlich nicht lange genug Mitglied sein um eine nachhaltige Änderung wenigstens im kleinen Rahmen zu erreichen.

Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Sandbiene am 25. Februar 2018, 22:38:41
Klingt übel.  :-\
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: pearl am 25. Februar 2018, 22:54:17

Du meinst wirklich, wer sich dagegen wehrt, wegen einer nach Auffassung seines Ökonachbarn sauberen Einfahrt als "Ökosau" angesehen zu werden, dem man die Ordnungsmacht auf den Hals hetzen soll,

genau das haben die Ökonachbarn ja lange genug dulden müssen, dass ihnen die Ordnungsfanatiker die Ordnung mehr oder weniger drastisch beibringen wollten. Umdenken ist schwer. Natürlich ist es besser Aufklärung zu betreiben, wenn es aber notorische Giftspritzer gibt, was will man anderes machen?

Unsere Nachbarin im Haus am Bach hätte ich häufig und gerne mal von den Leuten im Rathaus darüber unterrichten lassen wollen, dass in Gewässernähe keine Massen an Rasenschnitt eines 1000 qm Grundstücks abgelagert werden sollte. Oder den ortsansässigen Bauern, der in Gewässernähe regelmäßig Gülle auf seine Wiesen ausbrachte.

Solches Engagement ist unbeliebt und ich unterließ es. Besser wäre ein Umdenken und Umlernen. Mit sturen Claimabsteckern geht das leider nicht.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Roeschen1 am 25. Februar 2018, 22:54:56
Thema Stromerzeugung.
Man muß nicht Natur zerstören um umweltfreundlich Strom zu produzieren.
Ich betreibe unter anderem eine Anlage auf einem Dach eines Zweifamilienhauses, die 15000 Kwh jährlich erzeugt.
Reicht vielleicht für 5 Haushalte!!!
Es gibt Millionen von Dächern in D, ein riesiges Potential.
Inzwischen kann man das Material recyclen, also resourcenschonend.
Die Anlagen laufen ohne Probleme.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Dolomedes am 25. Februar 2018, 23:06:44
...
Wenn man Gras und Polsterpflanzen auf seinem Weg hat wird man gern auf seine merkwürdige Ordnungsvorstellungen angesprochen. Es gibt Gegenden wo das deutlich schlimmer ist aber es hat hier schon sehr zugenommen. Füher war es nicht so sauber und ordentlich hier. Die Tendenz ist steigend.
...

 :o
 Ist bei mir zum Glück nicht so. Ich hätte auch eher gedacht, mit der Ordnungsliebe in den Gartenanlagen sei es früher schlimmer gewesen.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Wild Obst am 25. Februar 2018, 23:18:07
Thema Stromerzeugung.
Man muß nicht Natur zerstören um umweltfreundlich Strom zu produzieren.
Ein schöner Widerspruch: Wie kann aus Naturzerstörung produzierter Strom umweltfreundlich sein?
In meinem vorherigen Beitrag wollte ich nicht ausdrücken, dass alle Methoden der Stromerzeugung schlecht sind, ich wollte nur sagen, dass JEDE Methode Konsequenzen hat. Manche mehr, manche weniger, alle aber verschiedene. Und ich spreche bewusst nicht von Zerstörung, sondern von Konsequenzen.

Trotzdem ist es nicht so, dass Solaranlagen komplett ohne Nebenwirkungen sind. Stand 2013 gibt es zB. CO2-Emissionen von rund 40g/kWh für Photovoltaik. Die Herstellung wird zwar immer besser und energie- und ressourceneffizienter, ist aber trotzdem immernoch nicht zu vernachlässigen.

Und ja, Photovoltaik ist eine sinnvolle Dachnutzung. Aber trotzdem verbraucht auch Photovoltaik Ressourcen, also Natur. Aber ich will nicht behaupten, dass sie Natur zerstört, genausowenig wie irgendeine andere Stromerzeugungsmethode.

Außerdem: Wie kann so etwas Abstraktes wie "Natur" überhaupt zerstört werden?
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Wild Obst am 25. Februar 2018, 23:24:16
Was eindeutig am besten für die Umwelt ist, ist nicht sich den Stromverbrauch durch "guten" Strom schönzufärben, sondern weniger davon zu verbrauchen.

Entsprechend spare ich den jetzt und höre für heute hier auf.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Staudo am 26. Februar 2018, 11:30:50
Warum man die Natur erhält, wenn man sich massiv bemüht, eine verwaldende Müllkippe zu erhalten, verstehe ich nicht so recht. Ich kann mir vorstellen, dass Insekten unter den extensiv gemähten Solarparks keine schlechten Biotope finden.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: hymenocallis am 26. Februar 2018, 12:32:43
Man kann auch Natur erhalten, in dem man palmölfreie Produkte kauft - in Österreich haben das die Supermärkte inzwischen kapiert:

https://magazin.janatuerlich.at/wp-content/uploads/2018/02/JN_Palmo%E2%95%A0%C3%AAlfrei_eciRGB_1920x1000_magazin.jpg
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: lerchenzorn am 26. Februar 2018, 13:21:25
Warum man die Natur erhält, wenn man sich massiv bemüht, eine verwaldende Müllkippe zu erhalten, verstehe ich nicht so recht. Ich kann mir vorstellen, dass Insekten unter den extensiv gemähten Solarparks keine schlechten Biotope finden.

"Größer werdende Müllberge" sind ein Standardbegriff der gewerblichen Flächenentwicklung. So wie "luftig" und "familienfreundlich" zur Begründung neuer Mietshaus-Schluchten.
(Im konkreten Fall kennst Du die Verhältnisse sicher besser als ich. Mag sein, dass das Argument dort zutrifft.)

Ich frage mich, warum immer mehr Freiflächen unter Solarpaneelen verschwinden müssen, wenn Millionen Dächer ebenfalls dafür geeignet wären, durch die Förderpolitik aber nur noch Grossinvestoren zum Zuge kommen.

Die Vielfalt unter den Solarflächen sollte man sich nicht zu bunt malen.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Roeschen1 am 26. Februar 2018, 15:10:35
Ich kann mir vorstellen, dass Insekten unter den extensiv gemähten Solarparks keine schlechten Biotope finden.
Da die bestimmt Insektizidfrei sind, könntest du recht haben.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: lerchenzorn am 26. Februar 2018, 15:41:50
Das ursprüngliche Wunschbild war, dass die Flächensolaranlagen beweidet werden. Das ist heute eher selten der Fall, weil die Betreiber Angst vor Beschädigungen durch Huftritte haben. Es wird also gemäht, aus Kostengründen ohne Beräumung des Mähgutes. Dauerhaftes Mulchen fördert einförmige Süßgras-Gesellschaften. Die Vielfalt der Wirbellosen ist gering, selbst wenn ihre Biomasse hoch sein sollte.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: pearl am 26. Februar 2018, 21:14:56

Ich frage mich, warum immer mehr Freiflächen unter Solarpaneelen verschwinden müssen, wenn Millionen Dächer ebenfalls dafür geeignet wären, durch die Förderpolitik aber nur noch Grossinvestoren zum Zuge kommen.


 :-* du hast ja so recht!
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: dmks am 26. Februar 2018, 21:19:46
Das ursprüngliche Wunschbild war, dass die Flächensolaranlagen beweidet werden. Das ist heute eher selten der Fall, weil die Betreiber Angst vor Beschädigungen durch Huftritte haben. Es wird also gemäht, aus Kostengründen ohne Beräumung des Mähgutes. Dauerhaftes Mulchen fördert einförmige Süßgras-Gesellschaften. Die Vielfalt der Wirbellosen ist gering, selbst wenn ihre Biomasse hoch sein sollte.

Wir jammern auf einem hohen Niveau - darüber daß Solaranlagen nicht Bio genug sind, während einer der größten Stromanteile weiterhin so aussieht!
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: dmks am 26. Februar 2018, 21:23:46
Die "Hinterlassenschaften" dieses einen Tagebaues von vielen sind übrigens etwa 15km lang und im Schnitt 4km breit. Es befanden sich dort mehrere Dörfer, Teiche, Gärten, Felder, Wald....

Er 'frißt' sich in dieser Breite aktuell 3,5km und um die 90m tief weiterhin etwa 800m im Jahr vorwärts.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Staudo am 26. Februar 2018, 21:30:33
Ohne Tagebaue hätten wir aber kein "Grünhaus" und keine Sielmann-Flächen in der Lausitz.  :-\
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: lerchenzorn am 26. Februar 2018, 21:34:31
@ dmks
Es ging mir nur darum, eine Tatsache zu benennen und Illusionen zu nehmen. (Ist aber schon erstaunlich, dass Landwirtschaftsverbände stets laut über Flächenverluste durch Naturschutzmaßnahmen klagen - selbst wenn die dafür beanspruchten Flächen landwirtschaftlich (extensiv) nutzbar bleiben, dass ich aber noch kein Aufstöhnen über solar blockierte Ackerflächen gehört habe. Die Dinger gehören für mich ganz klar auf´s Dach und nicht auf den Boden.)

Dass Braunkohle heutzutage da bleiben sollte, wo sie noch liegt, darüber bin ich mir mit Dir einig.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: lerchenzorn am 26. Februar 2018, 21:38:51
Ohne Tagebaue hätten wir aber kein "Grünhaus" und keine Sielmann-Flächen in der Lausitz.  :-\

Sehr beeindruckende Landschaften und doch nur Trost und teilweiser Ersatz für das Verlorene. Immerhin wohl das beste, was man daraus machen konnte.

Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: dmks am 26. Februar 2018, 21:40:18
Ohne Tagebaue hätten wir aber kein "Grünhaus" und keine Sielmann-Flächen in der Lausitz.  :-\
Ist auch toll! Und einen neuen See kriegen wir auch!
Aber die paar Dörfer und sowas hier kommt dann erstmal weg:

PS: ich empfehle mal Sattelitenbilder so von Cottbus bis polnische Grenze....das große graubraune da 8) das ist Tagebau.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Roeschen1 am 26. Februar 2018, 21:41:19
Die Bauern verdienen ganz ordentlich, wenn sie ihr Land für Windparks oder Fotovoltaik zur verfügung stellen.
Am Naturschutz verdienen sie nichts.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: dmks am 26. Februar 2018, 21:53:34
@ lerchenzorn:

Solaranlagen sind prinzipiell positiv, es bedarf halt immer erstmal der Investition! Und auf den Dächern gibt es noch endlos Potential. Mich stört oft nur die Selbstgefälligkeit der 'Grünstromverbraucher' sorry, die Gründe hierfür hab ich schonmal dargelegt.

 
"Natürlich kann jeder zuhause "grünen" Strom aus Solar (erzeuge ich auch) oder Windkraft verbrauchen. Das tut ein gutes Gewissen und ist ein Schritt in eine gute Richtung.
Jetzt kommt das Aber 8)

Der schlimme Irrtum: wer Solar- und Windstrom im Vertrag stehen hat schont damit nur die Umwelt wenn er auch möglichst den nicht verbraucht. Der Grund ist einfach:
Es wird in Deutschland/EU/weltweit eine Energiemenge "x" verbraucht. Für Haushalte, Kommunen, Industrie. 
Ökostrom muß in D per Gesetz gekauft und eingespeist werden.
Jetzt kommt der Pferdefuß ;) Welcher Strom, und sei er noch so 'grün' an einem Ende entnommen wird - wird letztendlich am unteren Ender der energetischen Nahrungskette durch Kohlekraftwerke (40% der deutschen Energie) oder Atommeiler (13%) aufgefüllt!
Würde weniger verbraucht wäre das der einzige Weg. Der Industrie ist die Herkunft der Strömlinge nämlich wurscht."
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Roeschen1 am 26. Februar 2018, 22:04:17
Deshalb nutzt euer Dach zur Stromproduktion, vor 10 Jahren haben die Anlagen noch das Doppelte gekostet.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Sandbiene am 26. Februar 2018, 22:15:23
Deshalb nutzt euer Dach zur Stromproduktion, vor 10 Jahren haben die Anlagen noch das Doppelte gekostet.

Ungeeignete Dachform und damit zu wenig Fläche in Südrichtung + Eiche steht davor.  :-\
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Staudo am 26. Februar 2018, 22:18:48
Du könntest zumindest die Eiche CO2-neutral energetisch nutzen.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Sandbiene am 26. Februar 2018, 22:20:22
Wir haben keinen Ofen.  ;D  Dafür verteile ich heruntergefallene Zweige immer auf den Beeten.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Roeschen1 am 26. Februar 2018, 22:35:26
Du könntest zumindest die Eiche CO2-neutral energetisch nutzen.
Und dann die Anlage aufs Dach bauen... ;D
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Roeschen1 am 26. Februar 2018, 22:37:42
Ein Discounter hier im Süden hat seine ganzen Dächer bestückt.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: dmks am 26. Februar 2018, 22:57:37
Das Hauptproblem des Solarstromes ist der Abend! ;)
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Roeschen1 am 26. Februar 2018, 23:16:34
Bei Nacht schlaf ich. ;)
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: dmks am 26. Februar 2018, 23:26:14
Den Stromverbrauch im Haus des Nachts auf Null zu bekommen geht ja auch nicht - selbst im 'Ruhezustand' wird ständig Strom gebraucht, wenn auch wenig.
Erstaunlich ist, wie viel Starkverbraucher: Waschmaschine, Geschirrspüler, Kreissäge und sonstige Maschinen sich auf Sonnentage bzw. die Mittagsstunden verlagern lassen! Bei der Nutzung von eigenem Solarstrom liegt da allerdings der ökonomische Gedanke im Vordergrund, geb ich ja zu! Im Verkauf bringt der Strom nur etwa halb soviel wie gekaufter kostet - ist ja auch der Sinn dahinter.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Gartenplaner am 26. Februar 2018, 23:49:09
Schon seit ein paar Jahren werden Eigenheim-Photovoltaikanlagen in Deutschland häufig mit Speicherakkus verknüpft, die tagsüber Sonnenstrom speichern und nachts den Bedarf decken.
Wenn in 11 Jahren unser Festpreisvertrag für den produzierten Strom abläuft, werde ich sowas wohl auch nachrüsten - allerdings produziert unser Scheunendach sowieso 5x soviel Strom, wie unser Haushalt verbraucht, ich "muss" dann also daneben immer noch Strom verkaufen, wenngleich zu einem "schlechten" Preis.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: dmks am 26. Februar 2018, 23:55:45
Leider sind die Akkus noch immer sehr teuer und Rohstoffintensiv. Speicherungen in einer 'Cloud' hab ich mal durchgerechnet und unterm Strich wars auch deutlich unrentabel.
Was bisher fehlt sind entsprechende Großspeicher:
Was ist eigentlich aus den bestehenden Pumpspeicherwerken geworden? Gibt es neue Projekte? Oder die Idee Energie in Form von Pressluft zu speichern, damit gar Autos anzutreiben...?
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Roeschen1 am 27. Februar 2018, 00:09:12
Ich habe da mal so eine Idee
für Stromproduzenten:
Wir verkaufen den Strom über Tankstellen an Besitzer von E-Mobilen.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Tephrocactus am 27. Februar 2018, 04:07:30
solange Parteien an der Spitze sind, die alles andere im Sinn haben, als Natur zu schützen, wird sich hier gar nichts ändern. Ich sage nur Riedberghorn (Söder), Braunkohle, Windkraftanlagenauflagen, CETA, TTIP, Flächenfrass...ließe sich unendlich fortsetzen- die Frage erledigt sich von selber, wenn man bedenkt, WER für diese ganzen Zustände verantwortlich ist.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Staudo am 27. Februar 2018, 06:36:41
Was ist eigentlich aus den bestehenden Pumpspeicherwerken geworden?

Die wären effektiv, leistungsfähig und sind vorhanden. Leider sind sie auf Grund der politischen Rahmenbedingungen  kaum rentabel ...
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Amur am 27. Februar 2018, 06:50:59
Na ja es gibt ein paar Pumpspeicherkraftwerke, aber um die ungleiche Verteilung von Ökostromherstellung auszugleichen bräuchte es deutlich mehr und größere. Ausserdem ist die Effizienz mit 70% auch nicht so berauschend.
Was ich absolut nicht vestehe ist die Hype um Elektroautos. Bei einer Netzeffizienz von etwas über 30% ist das letztendlich nur die Verlagerung der Abgase vom Auspuff zum Kamin der Stromerzeuger. Und das mit der Notwendigkeit von sehr vielen selten Erden und anderer Rohstoffe deren Abbau mindestens so schlimm ist wie der Kohleabbau.

Und bei der Speicherung vom eigenen Solarstrom ist im Moment selbst in einem Menschenleben keine Wirtschaftlichkeit gegeben und letztendlich braucht man das Netz eh weil die kleinen Akkus bei Verbrauchsspitzen abkochen würden (Winter mit Heizung, Backofen, Föhn und was oft alles gleichzeitig läuft). Da wäre dann sonst eine sehr gute Abstimmung nötig. 
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Staudo am 27. Februar 2018, 07:36:34
Was ich absolut nicht vestehe ist die Hype um Elektroautos.

In den großen Städten gibt es jetzt schon verschiedene Möglichkeiten, elektrisch betriebene Fahrzeuge zu nutzen: S-Bahn, U-Bahn, Straßenbahn, O-Bus. Allerdings hat keine davon die Bequemlichkeit und den Wohlfühlfaktor eines E-Autos.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Amur am 27. Februar 2018, 08:12:41
Was ich absolut nicht vestehe ist die Hype um Elektroautos.

In den großen Städten gibt es jetzt schon verschiedene Möglichkeiten, elektrisch betriebene Fahrzeuge zu nutzen: S-Bahn, U-Bahn, Straßenbahn, O-Bus. Allerdings hat keine davon die Bequemlichkeit und den Wohlfühlfaktor eines E-Autos.
Aber es gibt in der Stadt auch kaum eine schlechtere Fortbewegung als mit dem eigenen Auto und ständig im Stau stehen. IN den Städten ist der ÖPNV sicher die Alternative und hat auch eine entsprechende Auslastung. Aber ausserhalb kann man das vergessen, wenn man nicht nur während der Stosszeiten fährt wo dann auch mal ein Bus kommt.

Zur Zeit brauchen die Elektroautos wohl mehr Strom zum Heizen als zum Fahren. Gibts beim Verbrennungsmotor umsonst mit.... ;D
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Staudo am 27. Februar 2018, 08:15:09
Dass ich so etwas lesen darf.  :D
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: hymenocallis am 27. Februar 2018, 08:29:15
solange Parteien an der Spitze sind, die alles andere im Sinn haben, als Natur zu schützen, wird sich hier gar nichts ändern. Ich sage nur Riedberghorn (Söder), Braunkohle, Windkraftanlagenauflagen, CETA, TTIP, Flächenfrass...ließe sich unendlich fortsetzen- die Frage erledigt sich von selber, wenn man bedenkt, WER für diese ganzen Zustände verantwortlich ist.

Die Wähler
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: hymenocallis am 27. Februar 2018, 08:32:33
Na ja es gibt ein paar Pumpspeicherkraftwerke, aber um die ungleiche Verteilung von Ökostromherstellung auszugleichen bräuchte es deutlich mehr und größere. Ausserdem ist die Effizienz mit 70% auch nicht so berauschend.
Was ich absolut nicht vestehe ist die Hype um Elektroautos. Bei einer Netzeffizienz von etwas über 30% ist das letztendlich nur die Verlagerung der Abgase vom Auspuff zum Kamin der Stromerzeuger. Und das mit der Notwendigkeit von sehr vielen selten Erden und anderer Rohstoffe deren Abbau mindestens so schlimm ist wie der Kohleabbau.

Und bei der Speicherung vom eigenen Solarstrom ist im Moment selbst in einem Menschenleben keine Wirtschaftlichkeit gegeben und letztendlich braucht man das Netz eh weil die kleinen Akkus bei Verbrauchsspitzen abkochen würden (Winter mit Heizung, Backofen, Föhn und was oft alles gleichzeitig läuft). Da wäre dann sonst eine sehr gute Abstimmung nötig.

Photovoltaik am Dach und ein E-Auto im Carport - warum behindern wohl die großen Elektrizitätsanbieter aktiv diese Entwicklung?  ::)

In Österreich läuft der Trend trotzdem in diese Richtung - wenn wir mal wieder ein Privatauto brauchen, werden wir es auch so machen. Bleiben wir wider Erwarten hier (entscheidet sich in ca. 3-5 Jahren), kommt die Photovoltaik-Anlage auf jeden Fall aufs Dach.

siehe auch: https://diepresse.com/home/wirtschaft/economist/5163725/Oesterreich-ist-Europameister-bei-Neuzulassungen-von-Elektroautos
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: hymenocallis am 27. Februar 2018, 08:45:37
Mich gruselt hier beim Mitlesen, weil so viele Ausreden (Argumente sind es wohl nicht wirklich) geliefert werden, NICHT zu umweltschonenderen Maßnahmen zu greifen - weil die haben ja auch alle irgendwelche negativen Auswirkungen.

Leben verbraucht Ressourcen - daran führt kein Weg vorbei, allerdings kann man heute wählen, wieviele man für sein eigenes Leben verbraucht. Man darf rücksichtslos unökonomische Luxusautos kaufen, man darf billigste minderwertigste Lebensmittel kaufen und man darf mit seinen Kaufentscheidungen Naturzerstörung fördern.

Aber die überwiegende Mehrheit der Menschen, - allen voran jene, die hier posten (sich also einen PC oder ein Smartphone leisten können) - kann sich auch dagegen entscheiden und umweltbewußt und ressourcenschonend kaufen/leben. Wollen aber offenbar viele nicht - aus Bequemlichkeit, Habgier, Gedankenlosigkeit, Gewohnheit und tausend anderen Gründen - und reden sich deshalb darauf heraus, daß es keine 'optimale' Variante gibt, um dann NICHTS zu ändern.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: bristlecone am 27. Februar 2018, 08:53:26
Wie so oft liegt die Wirklichkeit mal wieder irgendwo dazwischen.

Wir würden hier im Haus gerne eine Photovoltaikanlage oder/und eine Warmwasseranlage aufs Dach stellen.
Problem:
1. Dafür ist eine qualifizierte Mehrheit von mehr als zwei Dritteln der Eigentümer erforderlich. Die meisten im Haus sind älter, größtenteils Rentner. Warum sollten sie etwas finanzieren, dass sich für sie definitiv nicht lohnen wird?
2. Einige ließen sich sogar dennoch überzeugen, weil sie etwas tun wollen, aus den genannten Gründen.
Die genannten Maßnahmen wären nur über Kredite finanzierbar. Die gäbe es sogar zu sehr günstigen Zinsen. Leider müssen dann aber alle Eigentümer gesamtschuldnerisch haften. Und da steigen dann alle aus, auch wir. Ich habe keine Lust, die nächsten zwanzig Jahre in Haftung genommen zu werden, wenn ein anderer in die Insolvenz geht.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: hymenocallis am 27. Februar 2018, 08:57:22
Und die die wollen, dürfen keine kleine Anlage für sie selbst als Nutznießer errichten? Warum muß das über Kredite finanziert werden - hat niemand finanzielle Reserven? Ist aber praktisch so - keiner übernimmt Verantwortung und jeder redet sich auf die anderen raus - wie in der Politik  ::)
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: bristlecone am 27. Februar 2018, 08:59:57
Nein, das darf man nicht, weil es sich um Gemeinschaftseigentum handelt.
Man müsste die Fläche dann mieten und dafür zahlen. Womit sich das für den Betreibr nicht mehr lohnt.

Es nützt nichts, wenn einer über finanzielle Reserven verfügt. Die gesamtschuldnerische Haftung bliebe ja bestehen.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Staudo am 27. Februar 2018, 09:02:44
Ach, ich kümmere mich schon recht intensiv um die umliegende Landschaft und verplempere dabei allerlei Zeit und Geld.  ;)
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: hymenocallis am 27. Februar 2018, 09:03:38
Nein, das darf man nicht, weil es sich um Gemeinschaftseigentum handelt.
Man müsste die Fläche dann mieten und dafür zahlen. Womit sich das für den Betreibr nicht mehr lohnt.

Es nützt nichts, wenn einer über finanzielle Reserven verfügt. Die gesamtschuldnerische Haftung bliebe ja bestehen.

Es ist immer das selbe - wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe, warum es nicht geht.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Staudo am 27. Februar 2018, 09:04:29
Sei Vorbild und stelle eine Solaranlage auf die Straße vor Deinem Haus.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: bristlecone am 27. Februar 2018, 09:04:49
Und wer alles besser weiß, hat zumindest die Moral auf seiner Seite.  ::)
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: hymenocallis am 27. Februar 2018, 09:06:57
Sei Vorbild und stelle eine Solaranlage auf die Straße vor Deinem Haus.
Fährt man in Deutschland auf Dächern?

(übrigens - die Straße vor unserem Haus ist Gemeinschaftseigentum - Privatstraße. Die Mehrheit der Besitzer hat inzwischen Solar- und/oder Photovoltaik-Anlagen auf den eigenen Dächern)
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: hymenocallis am 27. Februar 2018, 09:07:41
Und wer alles besser weiß, hat zumindest die Moral auf seiner Seite.  ::)
Wer einiges besser macht - trotz der tausend Gründe, die hier dauernd genannt werden - hat zumindest Erfahrung und nicht nur eine Meinung.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: BlueOpal am 27. Februar 2018, 09:18:48
Die Bauern verdienen ganz ordentlich, wenn sie ihr Land für Windparks oder Fotovoltaik zur verfügung stellen.
Am Naturschutz verdienen sie nichts.

Nur so als Frage, weil ich das interessant finde: Wenn Bauern ihr Ackerland für die Windparks zur Verfügung stellen, können Sie dann eigentlich auch heimische Blumenwiesen anlegen, die diesen durchziehen? Und vielleicht hier und da ein Busch von dem man weiß, dass er nicht zu hoch wird, aber für bestimmte Schmetterlingsraupen, die dort in der Gegend vorkommen (sollten) interessant wären?

Ich habe mich das immer gefragt, wenn ich Windräder sehe, aber eher nur grüne Wiese drumherum. ???
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: RosaRot am 27. Februar 2018, 09:19:14
Lassen sich Solar-Anlagen nicht mieten? Mir ist so, als böten die hiesigen Stadtwerke so ein Modell an.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: bristlecone am 27. Februar 2018, 09:20:20
Was für uns Einiges gebracht hat, war der Ersatz der alten Fenster und Balkontüren durch neue mit Dreifachverglasung und viel besseren Rahmen.
Das können die Eigentümer der jeweiligen Wohnungen im Haus selbst in Angriff nehmen, nachdem wir zuvor darauf gedrängt haben, die Teilungserklärung entsprechend zu ändern.
Vorher waren auch die Fenster Gemeinschaftseigentum und hätten somit nur mit qualifiziertem Mehrheitsbeschluss erneuert werden können.
Was wiederum bei den älteren Eigentümern im Haus auf Ablehnung stößt. Warum sollten sie neue Fenster einbauen lassen, damit über die nächsten 25 Jahre der Energieverbrauch sinkt?
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: RosaRot am 27. Februar 2018, 09:25:45
Unlogisch, aber nun ja...
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Staudo am 27. Februar 2018, 09:58:26
Ich habe mich das immer gefragt, wenn ich Windräder sehe, aber eher nur grüne Wiese drumherum. ???

Die Windradflächen und die Wege dorthin werden an die Windradbetreiber verpachtet. Drumherum bleibt alles, wie es war.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: planthill am 27. Februar 2018, 10:08:20
Dass ich so etwas lesen darf.  :D

praktischer Naturschutz ...wirklich beispielhaft zu lesen ...und sogar in uns'rer Heimatzeitung
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Gartenplaner am 27. Februar 2018, 10:15:55
...
Warum sollten sie neue Fenster einbauen lassen, damit über die nächsten 25 Jahre der Energieverbrauch sinkt?

Als Wertsteigerung der Erbmasse.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Staudo am 27. Februar 2018, 10:30:07
Was interessiert das die Verstorbenen?  ;)
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: lerchenzorn am 27. Februar 2018, 10:31:55
Ich habe mich das immer gefragt, wenn ich Windräder sehe, aber eher nur grüne Wiese drumherum. ???

Die Windradflächen und die Wege dorthin werden an die Windradbetreiber verpachtet. Drumherum bleibt alles, wie es war.

Der Standraum der Windräder wird auf einer Fläche zwischen 1500 und 5000 Quadtratmetern dauerhaft aufgeschottert, damit Bau- und Wartungsgeräte sicher aufgestellt werden können. Von einem Schlag, der mit Windkraftanlagen effektiv ausgelastet ist, können, einschließlich der ebenfalls dauerhaft befestigten Zufahrten, zwischen 2 und 3 % der Nutzfläche verloren gehen.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Gartenplaner am 27. Februar 2018, 11:05:45
Was interessiert das die Verstorbenen?  ;)
Mitnehmen können se nix
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Staudo am 27. Februar 2018, 11:10:32
Eben. Deshalb ist mein Verständnis dafür, vollkommen unrentablen Sachen die Finanzierung zu verweigern, sehr groß.  ;)
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Gartenplaner am 27. Februar 2018, 11:18:03
Hm, interessante egoistische Einstellung - der Familie, wenn man an sie denn schon vererben muss, halst man dann gleich auch noch den ganzen Sanierungsscheiß auf?
Kenn ich gottseidank aus meiner Familie anders, die Tante meiner Mutter hat in ihren letzten Jahren noch einige größere Sanierungen durchgezogen, damit meine Mutter als Erbin sich darum nicht mehr kümmern muss.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: lerchenzorn am 27. Februar 2018, 11:22:24
Bezüglich des Themas nähern wir uns unmerklich, doch unaufhaltsam, den Gebäudebrütern, als da wären: Mauersegler, Winkelspinnen, Kellerasseln und Silberfischchen.
 8)
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Secret Garden am 27. Februar 2018, 11:24:21
Genau. Gebäudesanierung vernichtet Lebensraum von Vögeln und Insekten. :-\
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: RosaRot am 27. Februar 2018, 11:25:51
Bezüglich des Themas nähern wir uns unmerklich, doch unaufhaltsam, den Gebäudebrütern, als da wären: Mauersegler, Winkelspinnen, Kellerasseln und Silberfischchen.
 8)

Erstere fehlen mir. Hohe Kiefern wollen sie offenbar nicht.

Für letztere gibt es hier reichlich Refugien... ;D
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: bristlecone am 27. Februar 2018, 11:27:28
Hier geht's ja wieder mal hochmoralisch zu.  ::)

Wieso sollten sollten Menschen ihren Nachkommen/Erben gegenüber die Verpflichtung haben, denen ein möglichst wertvolles Erbe zu hinterlassen?
Und das Geld, anstatt es in die Sanierung zu stecken, deren Amortisierung sie nicht mehr erleben werden, lieber für Schwarzwälder Kirschtorte mit Sahne auszugeben? Oder für ein altersgerechtes Bad? Oder für Reisen?

Meine Geschwister und ich waren jedenfalls froh, dass unsere Mutter das Geld in erster Linie für ihr Leben ausgegeben hat.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Sandbiene am 27. Februar 2018, 11:29:31
Bezüglich des Themas nähern wir uns unmerklich, doch unaufhaltsam, den Gebäudebrütern, als da wären: Mauersegler, Winkelspinnen, Kellerasseln und Silberfischchen.
 8)

Du hast die Staubläuse und Staubmilben vergessen.  :D  Außerdem geben wir seit gestern einem Lehmwespenmann Unterschlupf.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: RosaRot am 27. Februar 2018, 11:31:03
Eine gute Schwarzwälder Kirschtorte verdient immer den Vorzug, ohne jeden Zweifel! :D
(und seltene Gartenpflanzen... ;))
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Staudo am 27. Februar 2018, 11:32:05
Außerdem geben wir seit gestern einem Lehmwespenmann Unterschlupf.

Ich habe mir das aktuelle Bienenjournal geborgt und überlege seit gestern Abend, wie ich die Mahd der großen Streuobstwiese in diesem Jahr etwas bienen- und wiedehopffreundlicher hinbekomme.  :-\
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Sandbiene am 27. Februar 2018, 11:35:33
Meine Geschwister und ich waren jedenfalls froh, dass unsere Mutter das Geld in erster Linie für ihr Leben ausgegeben hat.

Sehe ich auch so. Es hängt einfach von den eigenen finanziellen Möglichkeiten ab. Wenn die Rentner geradeso mit ihrer Rente auskommen, kann ich von ihnen nicht erwarten, dass sie für irgendwelche Erben etwas auf Wertzuwachs sanieren. Wer weiß, was die nachfolgende Generation vorhat? Vielleicht gefällt ihnen hinterher die Farbe nicht oder was auch immer. Wenn es überall zieht, ist es etwas anderes, dann muss gleich etwas unternommen werden.

Also versucht man lieber selber etws zu erreichen. Da ich den Flummi heute früh bei -16 °C lieber zu Fuß zur Schule geschickt habe, werde ich nachher unsere beide Fahrräder zur Schule schieben, damit wir anschließend umweltfreundlich zur S-Bahn radeln können.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Sandbiene am 27. Februar 2018, 11:37:08
Ich habe mir das aktuelle Bienenjournal geborgt und überlege seit gestern Abend, wie ich die Mahd der großen Streuobstwiese in diesem Jahr etwas bienen- und wiedehopffreundlicher hinbekomme.  :-\

Das ist super. Eine gestaffelte Mahd wäre genial oder gleich erst im September mähen und auch irgendwo kräftige Pflanzenstängel stehen lassen (Carduus, Echinops usw.).  :D
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Staudo am 27. Februar 2018, 11:46:23
Das ist super. Eine gestaffelte Mahd wäre genial oder gleich erst im September mähen und auch irgendwo kräftige Pflanzenstängel stehen lassen (Carduus, Echinops usw.).  :D

Mähe ich erst im September, beschwert sich der Wiedehopf.  :-\ Vielleicht schaffe ich es doch noch, den Bauern zu überreden zwischen den Bäumen Heu zu machen und lasse die Restflächen bis zum Herbst stehen.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: RosaRot am 27. Februar 2018, 11:50:18
Außerdem geben wir seit gestern einem Lehmwespenmann Unterschlupf.

Ich habe mir das aktuelle Bienenjournal geborgt und überlege seit gestern Abend, wie ich die Mahd der großen Streuobstwiese in diesem Jahr etwas bienen- und wiedehopffreundlicher hinbekomme.  :-\

Bitte teile Deine Erfahrungen hier mit. ich will mich ja hier um ein kleines Wiesenstück auf der Straße kümmern und weiß da auch noch nicht, wie und wann ich mähen soll, vor allem um dem  Mähbalken(rasiert bis auf die Erde runter) des Bauhofes zuvor zu kommen.
Diese Unsitte, hier die Ränder des Feldweges, an dem wir und einige andere wohnen, zu mähen ist auch neu, seit ein paar Jahren. Arbeitsbeschaffungsmaßnahme?
Das Flicken der Straße mit schwerem Gerät haben wir schon abgebogen, indem wir gebeten haben, nur regelmäßig Schotter in Häufchen am Weg Rand abzulegen, damit wir die Löcher schließen können, wenn dies notwendig und von der Bodenbeschaffenheit passend ist, das klappt jetzt gut.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Gartenplaner am 27. Februar 2018, 11:59:03
Hier geht's ja wieder mal hochmoralisch zu.  ::)
Wieso stört dich das - du kannst das doch auch perfekt  ;)

Wieso sollten sollten Menschen ihren Nachkommen/Erben gegenüber die Verpflichtung haben, denen ein möglichst wertvolles Erbe zu hinterlassen?
Und das Geld, anstatt es in die Sanierung zu stecken, deren Amortisierung sie nicht mehr erleben werden, lieber für Schwarzwälder Kirschtorte mit Sahne auszugeben? Oder für ein altersgerechtes Bad? Oder für Reisen?

Meine Geschwister und ich waren jedenfalls froh, dass unsere Mutter das Geld in erster Linie für ihr Leben ausgegeben hat.

Das eine muss das andere ja nicht ausschliessen.

Vielleicht liegt es auch daran, dass ich aus einer ehemals bäuerlichen Familie stamme, wo "Eigentum verpflichtet" und der wertvollste Besitz Land und Behausung war, die man den Nachfahren in bestmöglichem Zustand weitergeben wollte

Meine Geschwister und ich waren jedenfalls froh, dass unsere Mutter das Geld in erster Linie für ihr Leben ausgegeben hat.

Sehe ich auch so. Es hängt einfach von den eigenen finanziellen Möglichkeiten ab. Wenn die Rentner geradeso mit ihrer Rente auskommen, kann ich von ihnen nicht erwarten, dass sie für irgendwelche Erben etwas auf Wertzuwachs sanieren. Wer weiß, was die nachfolgende Generation vorhat? Vielleicht gefällt ihnen hinterher die Farbe nicht oder was auch immer. Wenn es überall zieht, ist es etwas anderes, dann muss gleich etwas unternommen werden.
...

Es ging mir auch nicht um hübsche oder hässliche Farben  ::)
Sondern eben genau um zugige Fenster, umgedämmte Dächer, marode Zentralheizung etc.
Klar, wer kaum Rente zum Leben hat, kann das nicht.
Wer aber eine eigene Wohnung/Haus hat, muss eh Rücklagen machen - man kann nicht unbedingt erwarten, dass die Heizung erst nach dem eigenen Dahinscheiden ebenfalls verreckt  ::)

Und eigentlich geht es dabei ja auch nicht nur um die direkten Erben sondern um einen Beitrag für die Gesamtgesellschaft, Naturzerstörung/Verbrauch im eigenen, kleinen Maße etwas entgegenzusetzen, wenn man kann.

Es klang aber eher nicht so, als ob die Miteigentümer sich neue Fenster nicht leisten konnten, sondern dass sie es vor allem nicht wollten.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Gartenplaner am 27. Februar 2018, 12:04:37
...vor allem um dem  Mähbalken(rasiert bis auf die Erde runter) des Bauhofes zuvor zu kommen.
...

Das muss nicht schlecht sein, sogar, wenn der Boden etwas abgeschabt wird, schafft es doch offene Flecken für die Keimung von Samen.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: bristlecone am 27. Februar 2018, 12:08:21
Es klang aber eher nicht so, als ob die Miteigentümer sich neue Fenster nicht leisten konnten, sondern dass sie es vor allem nicht wollten.
Richtig, die wollen nicht - und? Die lassen die vorhandenen Fenster streichen und die erforderlichen Instandhaltungsmaßnahmen vornehmen, dazu gibt's die Rücklage, die die Eigentümergemeinschaft anspart. Daraus lässt sich eine neue Heizungsanlage finanzieren, was schon gemacht wurde, aber keine energetische "Sanierung" des Gebäudes, deren Kosten inkl. Solaranlage bei über 500.000 Euro lägen. Geteilt durch neun immer noch eine stattliche Summe für jeden, die ja zusätzlich zur sonstigen Rücklage finanziert werden müsste.
Eine ältere Dame im Haus wohnte vor einigen Jahren monatelang auf einer Baustelle, nachdem ein Wasserschaden dazu führte, dass die komplette Küche und ein Teil des Wohnzimmers saniert werden musste. Das hat ihr gereicht. Die braucht keine Sanierung im Haus mehr.
"Dank" der Aussage des Unternehmens, das aus unserer Sicht den Schaden verschuldet hat, dass aber abstritt, durfte sie den Schaden auch noch selbst zahlen.

Wir sind weitab vom Thema des Threads.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Gartenplaner am 27. Februar 2018, 12:13:24
Mir scheint fast, daß, sobald es ums eigene Geld und die eigene Bequemlichkeit geht, sogar in dieser rein akademischen Diskussionsrunde Umweltbewußtsein und Naturschutz schnell wieder in den Schrank gehängt werden von manchen  ;D
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: bristlecone am 27. Februar 2018, 12:13:59
Mir scheint eher: siehe oben.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Staudo am 27. Februar 2018, 12:17:01
Bitte teile Deine Erfahrungen hier mit. ich will mich ja hier um ein kleines Wiesenstück auf der Straße kümmern und weiß da auch noch nicht, wie und wann ich mähen soll, vor allem um dem  Mähbalken(rasiert bis auf die Erde runter) des Bauhofes zuvor zu kommen.

Die derzeitige Vorgabe für das Grundstück ist Mitte Juni und Mitte August zu mähen. Die Termine verschiebe ich nach Wetterlage. Ist ohnehin alles vertrocknet, kommt es runter, blüht's noch, warte ich. Ein ungemähtes Stück Straßenrand ist vermutlich sehr erklärungsbedürftig. Außerdem wird der Mähmaschinenfahrer einfach drüberrattern. Ich würde auf alle Fälle Schilder aufstellen, die Dein Vorhaben beschreiben. Ich habe hier massiv Probleme, die Gewässerunterhalter davon abzuhalten, die Grabenränder im Park zu ruinieren, obwohl ich die Fahrer anspreche, sobald sie hinten am Graben mit den Maschinen erscheinen.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Conni am 27. Februar 2018, 12:17:49
Zurück zum Thema: Ein überregionales Projekt. Hilfreich, sinnvoll - was meint Ihr?
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Gartenplaner am 27. Februar 2018, 12:22:00
Wir sind mitten im Thema, die ganze Zeit.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Amur am 27. Februar 2018, 12:26:59
Mir scheint fast, daß, sobald es ums eigene Geld und die eigene Bequemlichkeit geht, sogar in dieser rein akademischen Diskussionsrunde Umweltbewußtsein und Naturschutz schnell wieder in den Schrank gehängt werden von manchen  ;D
Also was die Renovierung von Wohnungen im Alter angeht, hielte ich es für sinnvoller das Geld und die unrenovierte Wohnung zu vererben.
Erstens weiss keiner was er in seinen letztem Lebensabschnitt noch braucht und überhaupt bleiben kann und zweitens weiss man noch weniger was die nächste Generation denn will. Die reissen dann das was renoviert wurde wieder raus, weil es nicht das ist was die wollen.

Von daher kann ich die Zurückhaltung von älteren bei so was verstehen. Abgesehen dass man das ganze Tohuwabohu mit dem Bau meist auch nicht mehr so mag.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: hymenocallis am 27. Februar 2018, 12:31:36
Mir scheint fast, daß, sobald es ums eigene Geld und die eigene Bequemlichkeit geht, sogar in dieser rein akademischen Diskussionsrunde Umweltbewußtsein und Naturschutz schnell wieder in den Schrank gehängt werden von manchen  ;D
Mir scheint, Du triffst damit den Nagel auf den Kopf.

Ist weit verbreitet: 'ich kaufe ja eh die Bio-Butter' und wir haben zwei Autos, fünf Fernseher im Haus und alle angesagte Smart-Phones. Alibi-Handlungen anstatt konsequente Einstellung ist heute en vogue. Wen schert schon, wie dieser Planet in 20 Jahren aussieht (auch wenn man es selbst noch erlebt) - wegschauen und weiter cool konsumieren ist die Devise.

Am schlimmsten finde ich, daß nicht mal diejenigen, die Kinder haben, weiter denken und vorausschauender handeln - ungebremster Egoismus, den die kommenden Generationen ausbaden dürfen. 
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: hymenocallis am 27. Februar 2018, 12:32:45
Mir scheint fast, daß, sobald es ums eigene Geld und die eigene Bequemlichkeit geht, sogar in dieser rein akademischen Diskussionsrunde Umweltbewußtsein und Naturschutz schnell wieder in den Schrank gehängt werden von manchen  ;D
Also was die Renovierung von Wohnungen im Alter angeht, hielte ich es für sinnvoller das Geld und die unrenovierte Wohnung zu vererben.
Erstens weiss keiner was er in seinen letztem Lebensabschnitt noch braucht und überhaupt bleiben kann und zweitens weiss man noch weniger was die nächste Generation denn will. Die reissen dann das was renoviert wurde wieder raus, weil es nicht das ist was die wollen.

Von daher kann ich die Zurückhaltung von älteren bei so was verstehen. Abgesehen dass man das ganze Tohuwabohu mit dem Bau meist auch nicht mehr so mag.

Klar - weil Geld ist ja viel wichtiger als Umweltschutz. ::)
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: RosaRot am 27. Februar 2018, 12:33:34
Zurück zum Thema: Ein überregionales Projekt. Hilfreich, sinnvoll - was meint Ihr?

Interessant.
Woher bekomme ich Potentilla hepatphylla? Die würde ich hier sofort ansäen.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Gartenplaner am 27. Februar 2018, 12:40:17
Mal bei Rieger Hoffmann, Hof Berggarten, Voitsauer Wildblumensamen nachfragen - sie führen sie zwar alle nicht in ihren Listen, könnten aber Bezugsquellen wissen oder sie besorgen.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Amur am 27. Februar 2018, 12:43:01
Mir scheint fast, daß, sobald es ums eigene Geld und die eigene Bequemlichkeit geht, sogar in dieser rein akademischen Diskussionsrunde Umweltbewußtsein und Naturschutz schnell wieder in den Schrank gehängt werden von manchen  ;D
Also was die Renovierung von Wohnungen im Alter angeht, hielte ich es für sinnvoller das Geld und die unrenovierte Wohnung zu vererben.
Erstens weiss keiner was er in seinen letztem Lebensabschnitt noch braucht und überhaupt bleiben kann und zweitens weiss man noch weniger was die nächste Generation denn will. Die reissen dann das was renoviert wurde wieder raus, weil es nicht das ist was die wollen.

Von daher kann ich die Zurückhaltung von älteren bei so was verstehen. Abgesehen dass man das ganze Tohuwabohu mit dem Bau meist auch nicht mehr so mag.

Klar - weil Geld ist ja viel wichtiger als Umweltschutz. ::)
Und warum investierst du erst in 5 Jahren oder so? Könntet doch gleich anfangen? Ich hab ne Anlage drauf.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: RosaRot am 27. Februar 2018, 12:43:54
Ja, in den Listen haben sie es nicht. Muss ich mal mails verschicken.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Conni am 27. Februar 2018, 12:46:18
Zurück zum Thema: Ein überregionales Projekt. Hilfreich, sinnvoll - was meint Ihr?

Interessant.
Woher bekomme ich Potentilla hepatphylla? Die würde ich hier sofort ansäen.

In Dresden gibt es eine Gärtnerei des Umweltzentrums, die die Pflanzen vorzieht und weitergibt, damit sie angebaut und Samen gewonnen und weiterverbreitet werden. (Die Listen der Pflanzen sind regional aufgesplittet - Potentilla hepatphylla hab ich nur in der Berlin/Potsdamer Liste gesehen.) Vielleicht einfach die Projektgruppe mal anschreiben?
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: RosaRot am 27. Februar 2018, 12:50:10
Ja, ich habe mir den Anmeldebogen mal herausgesucht. Bin ja aber nicht Berlin, aber vielleicht habe ich Glück.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Gartenplaner am 27. Februar 2018, 12:54:07
... und zweitens weiss man noch weniger was die nächste Generation denn will. Die reissen dann das was renoviert wurde wieder raus, weil es nicht das ist was die wollen.
...

Wie ich schon oben schrieb - es geht nicht um "Verschönerungen".
Es wird wohl kaum ein Erbe die neueste Generation Isolierfenster, die neue Dachdämmung oder Heizungsanlage..... wieder rausreißen, "weil sie es nicht wollen".
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Wühlmaus am 27. Februar 2018, 12:59:57
Wir haben jetzt (2016) unser Haus saniert (u.a. neue Fenster u. Heizung). So haben wir die heftige Baustelle noch relativ gut verkraftet und hoffen, uns noch lange an dem kuschelig, warmen Haus und den gesunkenen Energiekosten zu freuen :P
Derzeit werden Angebote für eine Solaranlage geprüft. Sie soll heuer noch realisiert werden.
Seit 25Jahren sammeln wir Regenwasser und nutzen es für die Toilettenspülung und den Garten....
Da die Kinder aller Wahrscheinlichkeit nach nicht dieses Haus bewohnen werden, haben sie nur immerhin indirekt etwas davon, indem sie ev eine wertvollere Immobilie verkaufen können  :P

Und ansonsten bemühen wir uns, den angrenzenden, z.T. gepachteten Gemeindegrund mit Wiese und Sträuchern/Bäumen so zu pflegen, dass es Insekten, Vögeln und uns "Spaß  macht und die Nachbarn möglichst auch Gefallen daran finden...
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Roeschen1 am 27. Februar 2018, 13:09:26
Lassen sich Solar-Anlagen nicht mieten? Mir ist so, als böten die hiesigen Stadtwerke so ein Modell an.
Ja, das ist möglich, dann muß keiner sein Sparschwein schlachten.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Roeschen1 am 27. Februar 2018, 13:19:52
Die Bauern verdienen ganz ordentlich, wenn sie ihr Land für Windparks oder Fotovoltaik zur verfügung stellen.
Am Naturschutz verdienen sie nichts.

Nur so als Frage, weil ich das interessant finde: Wenn Bauern ihr Ackerland für die Windparks zur Verfügung stellen, können Sie dann eigentlich auch heimische Blumenwiesen anlegen, die diesen durchziehen? Und vielleicht hier und da ein Busch von dem man weiß, dass er nicht zu hoch wird, aber für bestimmte Schmetterlingsraupen, die dort in der Gegend vorkommen (sollten) interessant wären?

Ich habe mich das immer gefragt, wenn ich Windräder sehe, aber eher nur grüne Wiese drumherum. ???
Das wurde vor Errichtung der Anlage nicht gemacht, warum dann später. Büsche würden ja das Mähen behindern.
Aber möglich wäre es die Flächen ökölogisch aufzuwerten.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: lerchenzorn am 27. Februar 2018, 13:31:23
Zurück zum Thema: Ein überregionales Projekt. Hilfreich, sinnvoll - was meint Ihr?

Interessant.
Woher bekomme ich Potentilla hepatphylla? Die würde ich hier sofort ansäen.

In Dresden gibt es eine Gärtnerei des Umweltzentrums, die die Pflanzen vorzieht und weitergibt, damit sie angebaut und Samen gewonnen und weiterverbreitet werden. (Die Listen der Pflanzen sind regional aufgesplittet - Potentilla hepatphylla hab ich nur in der Berlin/Potsdamer Liste gesehen.) Vielleicht einfach die Projektgruppe mal anschreiben?

Die Artenauswahl war den regionalen Stellen überlassen und folgt den örtlichen Bedürfnissen. Nicht immer geht es darum, die Arten auch in der Landschaft weiter zu verbreiten. Ein wesentlicher Punkt ist, dass sich breitere Kreise mit besonderen (nicht unbedingt seltenen oder gefährdeten) Pflanzen "befassen", im wahrsten Sinn des Wortes. Der eine oder andere Hobbygärtner ist vielleicht darunter, der Arten vermehren kann, die auch für Profi-Gärtner schwierig sind. Es geht um´s Hin und Her zwischen Menschen und zwischen Mensch und Natur.

@RosaRot
Am besten ist es, immer zuerst in die Verbreitungskarten zu schauen. Wenn es sich nicht um besonders geschützte Arten handelt, ist die eigene Sammlung vor der Haustür die beste Wahl.
Potentilla heptaphylla im Florenatlas Deutschland.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: pearl am 27. Februar 2018, 14:07:02
genau so. Es läuft auf Eigeninitiative hinaus. Meist von Stadtbewohnern, die auf dem Land Engagement zeigen. Wenn es sein muss, gründen sie Grüne Ortsgruppen um bestimmte Ziele zu erreichen. Die autochthone Bevölkerung, manche nennen sie hier "die Bergvölker", sind dagegen jeglichem Pflanzen- oder Tierschutz geradezu feindlich gesinnt.

Hier tun sich die "bürgerlichen" gerade mit den "Großbauern" zusammen und nennen es "Lebendiger Odenwald". In den amtlichen Mitteilungsblättchen wird viel über Vögel geschrieben. Zum Schluss gibt es dann regelmäßig den Hinweis auf die Windkraftanlagen, die die Silouette des Odenwalds zerstören. Leute! Denk ich dann, ihr habt euch bisher einen Dreck um die Landschaft geschert. Jedes Gewerbegebiet, jedes Bauvorhaben, jedes Straßenbauprojekt waren doch erwünscht und ein Zeichen für den Fortschritt in euren Kreisen!
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Staudo am 27. Februar 2018, 14:18:29
Die autochthone Bevölkerung, manche nennen sie hier "die Bergvölker", sind jeglichem Pflanzen- oder Tierschutz geradezu feidlich gesinnt.

Du meinst sicher solche Baumfrevler wie frauenschuh.  >:(
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: pearl am 27. Februar 2018, 14:26:59
wieso gehört frauenschuh zur autochthonen Bevölkerung. She went to go everywhere.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: RosaRot am 27. Februar 2018, 14:32:15
@RosaRot
Am besten ist es, immer zuerst in die Verbreitungskarten zu schauen. Wenn es sich nicht um besonders geschützte Arten handelt, ist die eigene Sammlung vor der Haustür die beste Wahl.
Potentilla heptaphylla im Florenatlas Deutschland.

Ja. Ich habe gegoogelt ob sie in unserer Gegend vorkommt, fand aber als nächstes nur Standorte im südlichen Sachsen-Anhalt. Mit der Florenkarte komme ich nicht so gut zurecht, irgendwie finde ich sie ungenau weil zuwenig geografische Daten zu finden sind. Aber vielleicht mache ich da auch einfach etwas falsch. Nach dem unsrigen Messtischblatt müsste die Pflanze hier irgendwo zu finden (gewesen) sein.

Ergänzung: noch woanders nachgelesen, Bestand geht wohl steil gegen 0, jedenfalls in der hiesigen Umgebung, wenn ich die Daten richtig interpretiere.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: hymenocallis am 27. Februar 2018, 14:47:34
... und zweitens weiss man noch weniger was die nächste Generation denn will. Die reissen dann das was renoviert wurde wieder raus, weil es nicht das ist was die wollen.
...

Wie ich schon oben schrieb - es geht nicht um "Verschönerungen".
Es wird wohl kaum ein Erbe die neueste Generation Isolierfenster, die neue Dachdämmung oder Heizungsanlage..... wieder rausreißen, "weil sie es nicht wollen".

In Österreich bekommt man ein Haus/eine Wohnung ohne entsprechende Adaptierungen kaum noch an den Mann, seit es den verpflichtenden Energieausweis gibt:
https://www.help.gv.at/Portal.Node/hlpd/public/content/21/Seite.210400.html

Nicht thermisch sanierte Objekte sind seither kaum noch etwas wert - wer also vererben will, sollte investieren.
(aus eigener Erfahrung kann ich nur hinzufügen, daß die Verwertung eines Hauses, in das diesbezüglich nichts investiert wurde, sehr schwierig ist - viel mehr als den Grundstückspreis bekommt man in solchen Fällen selten, meist werden auch noch die Abtragungskosten wertmindernd geltend gemacht, weil der Sanierungsaufwand nach so vielen Jahren Nichtstun zu groß ist.)
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Staudo am 27. Februar 2018, 15:05:36
Irgendwie problematisch - Das Probleme-Erkennen ist zur Obsession geworden. Die Frau hat recht.

Ich werde jedenfalls die von 1910 stammenden Fenster in unserem Haus lassen. Was nach mir wird, sollen andere entscheiden.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: lord waldemoor am 27. Februar 2018, 15:08:52
hast ja auch genügend holz zum heizen ;)
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Piccolina am 27. Februar 2018, 15:41:22
Ich werde jedenfalls die von 1910 stammenden Fenster in unserem Haus lassen. Was nach mir wird, sollen andere entscheiden.

Würde ich auch so machen.

Wieviel Prozent der Heizenergie gehen überhaupt über die Fenster verloren?

Wenn man alte Fenster austauscht, ist zu bedenken, dass danach der kälteste Punkt nicht mehr das Fenster sondern die Fensterlaibung ist. Also setzt sich hier das Kondenzwasser ab. Die Folge kann Schimmel an dieser Stelle sein. Man bekommt nämlich auch für Altbauten nur die Fenster neuester Generation.
(Falls dies so nicht stimmt bitte ich um Korrektur.)

Umweltministerin Hendricks soll bei Ihrem Haus angeblich nur das Dach und die Heizung erneuert haben. Trotz EnEv. Weiß sie mehr?

Die Aussagen von Konrad Fischer auf youtube bzgl. Schimmelbefall, Bauphysik etc. finde ich z. B. sehr interessant.

LG Piccolina
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Gartenplaner am 27. Februar 2018, 16:04:24
Irgendwie problematisch - Das Probleme-Erkennen ist zur Obsession geworden. Die Frau hat recht.

Ich werde jedenfalls die von 1910 stammenden Fenster in unserem Haus lassen. Was nach mir wird, sollen andere entscheiden.
Genau diese problematische Kolumne wollt ich auch grad zitieren  ;D....nicht nur das Erkennen, auch das Suchen nach Problemen bei Lösungsvorschlägen....

Energetische Sanierung ist kein einfaches Thema und sollte von guten Fachleuten ausgeführt werden.
Andererseits geistern Horrorgeschichten durch die Stammtische, gut gefüttert von „kenn wer nicht, wolln wer nicht“.
Fenster und Dach sind die größten Energieverschleuderer, wenn alt und ungedämmt, erst in einigen Abstand folgt die Fassade.
In unserem Bauernhaus von 1779 hatte der Austausch der alten Holzfenster, die langsam auseinanderbrachen nur eine drastische Abnahme von Kälte und Zugluft zur Folge.

Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Roeschen1 am 27. Februar 2018, 16:12:37
Durch richtiges Lüften kann man Kondenswasser vermeiden. Kältebrücken sind natürlich die Schwachstelle.
Den größten Energieverlust hat die Außenhaut eines Hauses, je nach Bauart verschieden. Dazu gehören Fenster, Dach, Keller.
Ich habe jetzt den 2. Winter mit neuer Dachisolierung erlebt, Flachdach, erbaut 1979 mit 5cm Isolierung, heute ist es das Dreifache an Dämmung.
Das ist deutlich spürbar, die Wohnung kühlt nachts nicht so aus.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Rieke am 27. Februar 2018, 16:16:25
Zitat
Wenn man alte Fenster austauscht, ist zu bedenken, dass danach der kälteste Punkt nicht mehr das Fenster sondern die Fensterlaibung ist. Also setzt sich hier das Kondenzwasser ab. Die Folge kann Schimmel an dieser Stelle sein. Man bekommt nämlich auch für Altbauten nur die Fenster neuester Generation.
(Falls dies so nicht stimmt bitte ich um Korrektur.)
Wenn man neue Kältebrücken neben dem Fenster vermeiden möchte, saniert man am besten Fassade und Fenster in einem Aufwasch. Dann werden die neuen Fenster auf die Fassade gesetzt und die Dämmung wird über den Rahmen gezogen. Die Laibung außen ist dann nur noch so dick wie Dämmung + Putz. Eine Folge: man hat innen Fensterbretter, die über die gesamte Mauerbreite gehen - viel Platz für Sämlinge  8). Die Wohnqualität in einem gut gedämmten Haus ist deutlich besser als in einem ungedämmten, weil es nicht durch die Fenster zieht und die Wände nicht so kalt werden. Aber sowas würde ich nicht ohne einen darauf spezialisierten Architekten machen.

Schimmel ist dann übrigens auch kein Thema, weil auf der Innenseite der Taupunkt nicht mehr erreicht wird und es daher keine feuchten Ecken für Schimmelpilze gibt.

Wenn ich bei unserem Haus noch mal von vorne anfangen würde, würde ich mir eine etwas dickere Dämmung gönnen, 16 cm und nicht nur 12. Sonst bin ich damit sehr zufrieden. Den Energiestandard von einem modernen Niedrigenergiehaus erreicht man allerdings nicht.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Roeschen1 am 27. Februar 2018, 16:22:04
Hier gibt es Zahlen, die natürlich variieren können, je nach Bauart.
https://www.energieheld.de/blog/durchschnittliche-waermeverluste-eines-hauses/
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Piccolina am 27. Februar 2018, 16:26:42
- viel Platz für Sämlinge  8)

Ich will neue Fenster und eine Dämmung für die Fassade!!! Jetzt!!!

Spaß beiseite, danke für die Ausführungen. Das ist aber auch eine Kostenfrage...

(@Rieke: Noch eine Frage, vielleicht kannst Du da auch etwas zu sagen - ist aber langsam sehr OT...
Woher wissen die Leute, die Thermographie-Aufnahmen vom Haus machen, dass die so dargestellte Wärme von innen kommt, und nicht vom über den Tag von außen "aufgeheizten" Backstein der Fassade? Hoffentlich hab ich das verständlich formuliert...)

LG Piccolina

Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Piccolina am 27. Februar 2018, 16:27:09
Hier gibt es Zahlen, die natürlich variieren können, je nach Bauart.
https://www.energieheld.de/blog/durchschnittliche-waermeverluste-eines-hauses/

Danke Dir!
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Roeschen1 am 27. Februar 2018, 16:32:46
- viel Platz für Sämlinge  8)

Ich will neue Fenster und eine Dämmung für die Fassade!!! Jetzt!!!

Spaß beiseite, danke für die Ausführungen. Das ist aber auch eine Kostenfrage...

(@Rieke: Noch eine Frage, vielleicht kannst Du da auch etwas zu sagen - ist aber langsam sehr OT...
Woher wissen die Leute, die Thermographie-Aufnahmen vom Haus machen, dass die so dargestellte Wärme von innen kommt, und nicht vom über den Tag von außen "aufgeheizten" Backstein der Fassade? Hoffentlich hab ich das verständlich formuliert...)

LG Piccolina
Ich hoffe, sie machen die Aufnahmen an einem bewölkten Tag, um realistische Wärmeverluste anzuzeigen.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: bristlecone am 27. Februar 2018, 16:33:01
- viel Platz für Sämlinge  8)

Ich will neue Fenster und eine Dämmung für die Fassade!!! Jetzt!!!

Spaß beiseite, danke für die Ausführungen. Das ist aber auch eine Kostenfrage...

(@Rieke: Noch eine Frage, vielleicht kannst Du da auch etwas zu sagen - ist aber langsam sehr OT...
Woher wissen die Leute, die Thermographie-Aufnahmen vom Haus machen, dass die so dargestellte Wärme von innen kommt, und nicht vom über den Tag von außen "aufgeheizten" Backstein der Fassade? Hoffentlich hab ich das verständlich formuliert...)

LG Piccolina

Bei uns kam der Mensch mit der Infrarotkamera an einem kalten klaren Wintertag frühmorgens - heute Morgen wäre gut gewesen.
Da ist das nichts mit "tagsüber in der Sonne aufgeheiztem Backstein".
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Piccolina am 27. Februar 2018, 16:35:05
Dann kommt es wohl auch darauf an, wer die Aufnahmen zu welchem Zweck macht....
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Rieke am 27. Februar 2018, 16:38:35
Zitat
Bei uns kam der Mensch mit der Infrarotkamera an einem kalten klaren Wintertag frühmorgens - heute Morgen wäre gut gewesen.
Bei uns auch. Alles andere wäre auch unsinnig.

Beeindruckend war auch die Ansicht der Katze, die damals in unserem Garten lebte, mit der Infrarotkamera. Der Pelz von der hat ziemlich gut isoliert. Leider hat er kein Foto gemacht. (ist jetzt sehr OT, sorry).
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Staudo am 27. Februar 2018, 16:47:54
Wir könnten die noch vorhandene Natur erhalten, wenn wir unsere Häuser mit Katzenfellen einwickelten.  :D
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Roeschen1 am 27. Februar 2018, 16:58:25
Wir könnten die noch vorhandene Natur erhalten, wenn wir unsere Häuser mit Katzenfellen einwickelten.  :D
Nein, Karnickel...
die verwandeln sich doch eh in "Braten".
Oder wie die Mongolen ihre Jurte mit Wollfilz.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Piccolina am 27. Februar 2018, 17:03:30
Wir könnten die noch vorhandene Natur erhalten, wenn wir unsere Häuser mit Katzenfellen einwickelten.  :D

Ist das nicht ein Widerspruch ansich?  ;)  Jedenfalls werden zumindest die Katzen so nicht alle erhalten... ;)
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Staudo am 27. Februar 2018, 17:14:46
Wir könnten jetzt eine Katzendiskussion anfangen.  8)
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Sandbiene am 27. Februar 2018, 17:17:44
Diesen Winter wurde hier deutlich weniger hingesch..... als früher. Ich glaube daher, dass es dem Kater, der zwei Häuser weiter wohnt(e), nicht mehr gut geht.  :-\
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Gartenplaner am 27. Februar 2018, 17:42:19
Wie meinte mal...ich glaube, es war Hademar Bankhofer:“Katzenfelle helfen nur gegen Rheuma, wenn die Katze noch drinsteckt.“
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: dmks am 27. Februar 2018, 20:47:56
Spaß beiseite ;) Schafwolle ist durchaus auch als Dämmstoff an Gebäuden in Gebrauch, aber nur mit einem Marktanteil von 0,5% Technische Probleme durch die Mottenanfälligkeit und aufwändige Aufbereitung bremsen wohl den Einsatz. Gleichzeitig werden jedes Jahr Unmengen an Wolle entsorgt, da sie ja ab muß und es kaum Verwendung oder Aufkäufer für Kleinmengen gibt.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Sandbiene am 27. Februar 2018, 22:04:29
Traurig.  :-\  Als Dämmmaterial würde sie dabei so schön die Insektenzahl erhöhen und neben den Kleidermotten auch Museumskäfer fördern.  :D

Ich finde es blöd, dass soviele Plastikfasern in Kleidungsstücken vorhanden ist. Es gibt z. B. kaum einmal Socken ohne solche Anteile zu kaufen.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: dmks am 28. Februar 2018, 23:50:19
Ja, denn entgegen ehemaliger "Skandalberichte" in denen doch echt Kunststofffasern einem Pelzkragen beigemischt wurden empört sich heut die 'Meute' über echte Tierhaare in solchen Erzeugnissen.
Es ist jetzt besser Erdöl in Fäden zu pressen und Tierfelle in die Verbrennung zu schicken.

Der Zeitgeschmack ändert sich halt...

Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: zwerggarten am 01. März 2018, 01:07:52
ich habe eben gerade eine solche kunstpelzkragenjacke zurückgegeben – ekliges zeug, diese toten erdölchen! :P
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Sandbiene am 01. März 2018, 08:30:34
Es ist jetzt besser Erdöl in Fäden zu pressen und Tierfelle in die Verbrennung zu schicken.

Eine verrückte Welt. :-\
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: lerchenzorn am 01. März 2018, 21:09:17
Es ist tatsächlich um einiges besser, z. B. massenmodische Bommelchen auf Modemützchen, flatternde Fellschwänzchen an Kragen und Säumen und ähnliches aus Kunststoff zu imitieren, besser noch durch gar nicht fellähnliches zu ersetzen, als (extra) dafür fernöstliche Pelztierzuchten und -schlachten anzukurbeln. Deren Standard kann jeder für sich nachspüren, wenn ihm danach ist.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Staudo am 01. März 2018, 21:21:55
Wäre Lammfell angesagt, hätten die Schäfer eine zusätzliche Einnahmequelle.  ;) Ganz abgesehen davon, dass Fuchs- und Kaninchenfelle heute weggeworfen werden.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: dmks am 01. März 2018, 23:19:09
Wir haben eine Gerberei gefunden, die Kaninchenfelle annimmt! ;) Und verarbeitet.
Genau genommen meine Schwiegermutter in spe - und da bei ihr mehrere 'Quellen' zusammenlaufen und auch andere Felle anfallen lohnt es sich. Denn der Einzelpreis ist eher symbolisch.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: zwerggarten am 01. März 2018, 23:59:28
Es ist tatsächlich um einiges besser ...

besser?

eindeutig nicht, was die produkteigenschaften angeht. das kunstfell elektrisiert, verfilzt und klebt und wärmt nicht bzw. anders als echtfell mit echtleder.

moralischer, tierlieber, vegan – das alles mag sein.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: lerchenzorn am 02. März 2018, 06:39:04
Zitat
...fernöstliche Pelztierzuchten ...

Mach dort einfach mal 'nen Monat Praktikum.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Tephrocactus am 02. März 2018, 07:33:34
wir haben vor 7 Jahren unser Eigenheim realisiert und zwar bewusst und lange überlegt als Passivhaus. Obwohl wir viele Zimmereien und auch renomierte Hausbaufirmen in der Umgebung haben, konnten wir keinen finden, der uns überzeugte. Nach langem (!) Suchen fanden wir bei Landshut eine eher kleine Zimmerei die solche Häuser aus Überzeugung baut. Das war eine sehr gute Entscheidung. Das Haus besteht aus Brettschichtwänden und einer dicken Dämmschicht aus Holzfaserplatten, Gesamtstärke 50cm. Der Blower Door Test war Spitzenmäßig. Nach 7 Jahren können wir sagen- bestes Raumklima und lächerliche Heizkosten. Wir haben einen Luftwärmetauscher mit lediglich 0,8km Leistung. Für das Brauchwasser reicht ein Heizschwert. Wir haben das damals durchgezogen, auch wenn wir von allen Seiten verspottet wurden, selbst beim Bauamt, die noch hahnebüchene Auffassungen eines ökologischen Bauens haben mussten wir hart kämpfen. Aber unsere energische Hartnäckigkeit hat sich ausbezahlt. Die "haarsträubendste" Aussage vom Bauamt war- man könne doch hohe Bäume vor das Haus setzen, damit man es nicht so sieht, passe es schließlich in seiner modernen Art nicht zu den -paredon- ökologischen Vollkatastrophenbauten wie sie hier befürwortet werden. Hier geht nichts über den "guten" alten Ziegelstein, es schert sich keiner über die Himmelsausrichtung des Hauses und was die Heizung angeht- Standart. Es wäre zu begrüßen, wenn es- wie in Frankreich bald- verpflichtend wäre Passivhausstandart zu bauen. Diese nachträgliche Fassadendämmung mit Styropor-Sondermüll hat sich ja erwiesenermaßen nicht wirklich bezahlt, es gibt Probleme mit der Raumfeuchte und Brandschutzgefahren. Aber da hier die Styropor-Mafia- anders kann man das nicht sagen- dermaßen die Tatsachen verfälscht hat und gelogen und betrogen hat, scheinbar- wie so oft ohne Konsequenzen, und der Bürger sowieso alles glaubt was ihm von der Politik und Wirtschaft vorgelogen wird, hat da jeder selber schuld und brauch nicht jammern wenn die Rechnung am Ende nicht aufgeht. Preislich sind wir keinen Cent höher mit unserer Bauweise als konventionelle Häuser. Wir haben keinen Kamin und die Wartungsarbeiten an der Luftwärmepumpe beschränken sich auf das Wechseln des Filters alle paar Monate- kosten 20 Euro. Ich sehe mit Erschrecken wie prähistorisch, unüberlegt und Gedankenlos nicht nur hier bei uns gebaut wird. Scheinbar ist den Leuten immer noch nicht bewusst, dass früher oder später der größte Posten des Unterhaltes eines Hauses in dessen Heizanlage liegt. Wichtig vielleicht dafür zu sorgen, soviel wie möglich in Eigenleistung zu gestalten. Das Haus hat uns keine 200.000 Euro gekostet, 120m² Wohnfläche
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: zwerggarten am 02. März 2018, 07:51:20
das gefällt mir sehr gut! :D

und jetzt hätte ich gerne sofort ein passendes grundstück, 2-400.000 euro zuviel und diese zimmerei hier in der nähe. :P ;)
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: pearl am 02. März 2018, 11:22:50
in den Vogesen sahen wir sehr viele solcher Gebäudefronten auch bei Bauten in Industrie- und Gewerbeflächen. Wir waren begeistert. Gleich sehen solche Orte nicht mehr so unmenschlich aus.

Hier machen sie Holzimitat an neue Lidl Filialen. Scheußlich!
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: RosaRot am 02. März 2018, 11:34:32
Hier an Wohnhäuser, noch extrem scheußlicher... >:(
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Sandbiene am 02. März 2018, 22:02:50
Es ist tatsächlich um einiges besser, z. B. massenmodische Bommelchen auf Modemützchen, flatternde Fellschwänzchen an Kragen und Säumen und ähnliches aus Kunststoff zu imitieren, besser noch durch gar nicht fellähnliches zu ersetzen, als (extra) dafür fernöstliche Pelztierzuchten und -schlachten anzukurbeln.

Pelztierfarmen haben oftmals wirklich miese Standards. Aber ich finde deswegen muss man natürliche "Produkte" (klingt irgendwie blöd in diesem Zusammenhang) doch nicht prinzipiell verdammen. Wenn sie sowieso anfallen, kann man sie doch auch nutzen. Das finde ich besser als auf den Müll zu schmeißen/zu verbrennen, um dann ersatzweise Erdöl in ein optisch ähnliches Produkt zu verwandeln. Pflanzliche Produkte nutzen wir doch auch, also können wir auch Tierhäute nutzen, wenn die Tiere sowieso geschlachtet werden. Das bedeutet doch nicht, dass alle Pelzmäntel tragen sollen.  :P Und wir könnten auch wieder mehr Wolle nutzen und Leinen und Viskose. Finde ich besser als diverse Kunststoffasern. Die natürlichen Produkte können wenigstens irgendwann wieder zersetzt werden (größtenteils zumindest, je nach Bearbeitsgrad).
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Amur am 03. März 2018, 16:44:08
:.. Das Haus hat uns keine 200.000 Euro gekostet, 120m² Wohnfläche

Aber ne Treppe ins Obergeschoss hätte ich mir dann doch noch gegönnt. So im Winter über die Aluleiter wär mir dann doch zu spartanisch ;D
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: neo am 03. März 2018, 17:07:00
eindeutig nicht, was die produkteigenschaften angeht. das kunstfell elektrisiert, verfilzt und klebt und wärmt nicht bzw. anders als echtfell mit echtleder.

Mein Kunstfellmantel (vor etlichen, etlichen Jahren) war das Wärmste, was ich je für den Winter hatte. Budgetmässig hätten weder Echtfell noch Echtleder kaum dringelegen. ;)
So ein kleiner Spund hatte mir damals auf der Strasse nachgerufen: "Pelztragen ist Gewissensfrage!" ;D (Das war gerade in der Zeit dieser Kampagne.)
Mit Echtfellen wird halt auch viel Schindluder betrieben. Es gibt zwar Label, denen kann man aber nicht immer vertrauen.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: dmks am 05. März 2018, 21:20:11

Wenn sie sowieso anfallen, kann man sie doch auch nutzen. Das finde ich besser als auf den Müll zu schmeißen/zu verbrennen, um dann ersatzweise Erdöl in ein optisch ähnliches Produkt zu verwandeln.

In der Müllverbrennung produzieren sie immerhin noch Strom für die Elektroautos! 8)
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: polluxverde am 31. März 2018, 21:23:15
Diskussion am Osterfeuer, A : " Warum wird eigentlich so ein Ges... um die Dieselautos und um Fahrverbote und Umweltzonen
gemacht, und hier dürfen die Leute ihre noch grünen und  nassen Gartenabfälle mit massenhaft Benzin und Brandbeschleuniger verbrennen, mit amtlicher Erlaubnis! ? "
Antwort, B : " Weil die Motoren der  meisten Dieselautos 365 mal im Jahr brennen, und das Osterfeuer eben nur einmal, die Öl-und Gasheizungen brennen auch taeglich im Herbst du Winter, die haben auch Auflagen, wie zB auch  die Flugzeuge. "
A : " Aber wenn man den Qualm und Gestank der ganzen Osterfeuer in Deutschland zusammen zählt, kommt auch einiges an Luftver-
schmutzung zusammen."
B : " Das müßte man mal hochrechnen, so viel ist das meiner Meinung nicht, und die Abgase der Autos , nicht nur von den Dieselautos,
sind viel gesundheitsgefährdender als Qualm vom Osterfeuer."
A : " Ich find ´ das jedenfalls nicht gerecht ... uswusf

Osterfeuer  fördern jedenfalls die Kommunikation jenseits von Smartphone undSocial Media , Frohe Ostern !
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: thuja thujon am 03. April 2018, 22:45:11
Dinge, die man nicht ändern kann, sind schwierig zu ändern.
Ich fange gerne im Kleinen an, wo auch mal Erfolge sichtbar sind. Alleine mit Schippe und Rechen stelle ich mich dann aber auch nicht gerne hin.
Heute einen Schritt weiter gekommen beim schützen einer Sedum-Trockenrasenfläche vor Vergrasung.
Die Stadt war sehr kooperativ und fleissig und hat gutes Gerät mitgebracht. Jetzt gilt es noch ein paar Eimer Sedumsprossen von daneben zu verteilen und demnächst wahrscheinlich nochmal nachzuarbeiten.

Zuerst ein gutes Dutzend Eschenahorn gezogen, den müssen wir nun nicht mehr 2 mal im Jahr zurückschneiden, es kommt wieder Licht auf den Boden 
(http://up.picr.de/32299074cr.jpg)

Quecke lies sich ganz gut Kreiseleggen wenn nicht Massen an Steinen, Glasflaschen oder Eisendraht und Stahlseile in der Fläche versteckt wären
(http://up.picr.de/32299075yu.jpg)

Der zu bearbeitende Bereich war scharf begrenzt, danke an den Landwirt, der keine Lust mehr auf Landwirtschaft hatte und in den öffentlichen Dienst wechselte. Fachleute sind unbezahlbar.
(http://up.picr.de/32299076ro.jpg)

Klares Ergebnis
(http://up.picr.de/32299077la.jpg)

Die Fläche kann nun zurückbesiedelt werden
(http://up.picr.de/32299078xt.jpg)
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Staudo am 04. April 2018, 07:52:35
So wird ein sich entwickelndes Stück urbane Natur einfach plattgemacht.  :'(


 ;)
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: thuja thujon am 04. April 2018, 17:20:37
 ;D Das hab ich gestern noch nicht gehört. Wäre sachlich/fachlich korrekt. Ebenso wie der Ausdruck Rattenloch für das Wäldchen. Lügen ohne zu lügen, kann man das eigentlich lernen, gibts da Kurse bei Nabu oder BUND?
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: thuja thujon am 04. April 2018, 18:05:02
Zum Thema lügen ohne zu lügen wurde vor ein paar Tagen vom UBA der ökologische Zustandsbericht der Fließgewässer vorgestellt.
Einige gut und sauber recherchierenden Redaktionen nahmen dass zum Anlass, wichtige Dinge wie den chemischen Zustand in den Artikeln wegzulassen. Hängen bleiben sollte vor allem, dass so gut wie alle Gewässer in einem ökologisch schlechten Zustand sind. Diesen Status bekommen Gewässer hauptsächlich wegen verbauter Ufer.
So kann der Übergangsbereich aussehen. Kies natürlich / Steine Verbauung. Im Hintergrund die Verbauung durch Steinpackung.

(http://up.picr.de/32304720rb.jpg)

Den Bericht vom UBA haben viele Umweltverbände zum Anlass genommen, darauf hinzuweisen, dass der Hauptverursacher der Nährstoffeinträge die Landwirtschaft ist. Ist logisch, da es für Nährstoffeinträge aus Kommunen keine offizielle Statistik gibt und sonst eher wenig große Nährstoffmengen bewegt werden, wenn man die Luft mal weg lässt. Sie forderten deshalb ein eindämmen der Gülleflut. Zu hohe Nährstoffgehalte sind in Fließgewässern allerdings fast nie ein Problem.
Die meisten Gewässer haben beim Thema chemischer Zustand ein Hauptproblem: Quecksilber. Das baut sich nicht richtig ab. Während die Phosphat- und Stickstoffgehalte seit Jahren nach unten gehen.
Wenn Gülle wegen des Phosphatgehaltes durch die neue Düngereform wirklich durch mehr Mineraldünger (Stickstoffdünger) ersetzt werden, ändert sich also nichts wesentliches am chemischen Zustand der Fließgewässer. Wie das ökologische Betriebe bewerkstellen sollen, bleibt noch zu klären. Gerade Rindfleisch und Milch geht unter Biobedienungen ganz gut zu produzieren.

Für mich bleibt bei der ganzen Geschichte der fahle Beigeschmack:
Öffentlichkeit nicht richtig informiert
hinterhältig und grundlos auf der Landwirtschaft rumgehackt
und zu guter Letzt keine Lösung oder sei es auch nur ein Bewusstsein für den Umweltschutz

So kann man Natur durch ein stärkeres öffentliches Umweltbewusstsein und Umweltschutzverbände auch kaputtschützen.
Wie kann man sich als Umweltschützer gegen diese Entwicklug stemmen?
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Staudo am 04. April 2018, 18:43:34
Ich mache meinen Kram, wie ich den für richtig halte und lasse Quatschköppe stehen.  ;)
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: lerchenzorn am 10. Juni 2018, 14:14:00
Das Berlin-Brandenburger "Naturmagazin" als gemeinsame Schrift staatlicher und ehrenamtlicher Naturschutzstellen hat im Frühjahrsheft 2018 wieder ein buntes Themenspektrum, u. a. mit Blicken in
- extensive Weidewirtschaft auf Salzwiesen des Naturschutzfonds,
- stille und weniger stille Vogelwelten der Agrarlandschaften,
- unbeabsichtigte Wirkungen unsachgemäß ausgebrachter Nager-Gifte,
- konventionelle Schweinemast mit verbessertem Tierschutz,
- den Moor- und Feuchtwiesenschutz in den Strausberger Lange-Damm-Wiesen.

Durchweg wird deutlich, dass sich die Wirkungen von Projekten und Nutzungsweisen in Natur, Umwelt und Mitwelt nicht mit einfachen Schlagworten fassen lassen, sondern gründliches Hinsehen, sorgfältiges Abwägen und Aushandeln notwendig sind. (Was nicht heißt, das die weiterhin vorwiegende, industrielle Landnutzung nicht einen grundsätzlichen Wandel im Denken und Handeln erfordert.)
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: thuja thujon am 27. Juni 2018, 23:28:50
Ich mache meinen Kram, wie ich den für richtig halte und lasse Quatschköppe stehen.  ;)
Die Kardinalsfrage, `und was ist dein Beitrag dazu?´
Hier entwickelt sich das plattgemachte Stückchen sich entwickelnde Stadtnatur fast den Vorstellungen entsprechend.
Sedum album hat die Feuchtigkeit genutzt und ist meist angewurzelt.
Es sind noch ausreichend große Offenbodenflächen für bodennistende und wärmeliebende Insekten vorhanden.
(http://up.picr.de/33096488cs.jpg)

Irgeneinder hat wohl einen Eimer zuviel Kreuzblütlersamen über gehabt und ihn zum Teil Zentimeterdick auf der Fläche entsorgt. Etablieren tut sichs allerdings nicht.
(http://up.picr.de/33096489iq.jpg)

Weißer Gänsefuß oder Melde ist allerdings doch recht gut aufgelaufen und etwickelt sich gerade ausreichend gut. Die Tage ist hier Unkrautzupfen angesagt.
(http://up.picr.de/33096490tr.jpg)

Der Großteil der kleinen Fläche ist allerdings soweit ok. Dort stand vorher deutlich weniger Gras wie in der Samenunkrautzone. Am Johanniskraut ist der Übergang zum unbearbeiteten Teil.
(http://up.picr.de/33096491ii.jpg)

Was sich im Stadtgebiet seit rund 3-4 Jahren auffallend verbreitet ist Tragopogon dubius. Man sieht schön dass es manchmal trotzdem noch etwas Schutz durch eine Amme braucht, hier ein Eschenahorn der morgens die austrocknende Sonne noch etwas von den zarten Keimlingen fernhält.
(http://up.picr.de/33096486da.jpg)

(http://up.picr.de/33096487yl.jpg)

Das nächste Projekt wird der Versuch sein, die Laternen an dieser Fläche abschalten zu lassen. Allein den Heuschrecken zuliebe.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Staudo am 28. Juni 2018, 08:34:39
Die Kardinalsfrage, `und was ist dein Beitrag dazu?´

Ich verhindere auf einigen Hektar städtischer Fläche die Verbuschung, teils gegen Bezahlung, teils durch Generve, teils auf eigene Kosten.  ;)
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: thuja thujon am 28. Juni 2018, 08:42:36
Dann sind wir schon zu zweit!  :D
Es tut sich was in Deutschland.  ;D
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Paw paw am 11. September 2018, 13:37:43
Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten? Sind Grünbrücken/Wildwechselbrücken eine sinnvolle Maßnahme? Eine Antwort auf diese Frage versucht ein Artikel der Süddeutschen Zeitung zu geben:

Zitat
Es war das Jahr 2005, die Straßenbauverwaltung Schleswig-Holstein baute die Bundesstraße B 404 zur Autobahn A 21 aus, der Bauabschnitt 5a, zwischen Bornhöved und Negernbötel. Er umfasste fünf Bauwerke. Drei Brücken für Verkehrszwecke, eine Gewässerunterführung und das damals größte ökologische Bauprojekt des Bundeslandes, eine wuchtige, von neun Mittelstützen getragene Brücke aus Spannbetonplatten. Der Rohbau stand kaum, als der »Bund der Steuerzahler« das Projekt als Verschwendung geißelte: So eine große, so eine teure Überführung – nur für Tiere? Eine Boulevard-Zeitung griff die Geschichte auf: »Für 2,5 Mio! Frösche und Rehe kriegen eigene Autobahnbrücke.« Die Überschrift, die Reck damals las, lautete: »Was soll der Quak?«

Quelle:
Wächst da zusammen, was zusammengehört?
Autobahnen zerschneiden natürliche Lebensräume. Brücken nur für Tiere und Pflanzen sollen die Folgen mildern. Wie sinnvoll sind sie?

Es lohnt den Artikel ganz zu lesen!



Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Rieke am 11. September 2018, 14:09:05
Danke, ein wirklich lesenswerter Artikel. Für mich bestätigt er, daß Verinselung eine zentrale, noch immer unterschätzte Ursache des Artenrückgangs ist, insbesondere bei kleinen Tieren wie Insekten und bei Pflanzen.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Feinschmecker am 11. September 2018, 21:20:25
Danke, ein wirklich lesenswerter Artikel. Für mich bestätigt er, daß Verinselung eine zentrale, noch immer unterschätzte Ursache des Artenrückgangs ist, insbesondere bei kleinen Tieren wie Insekten und bei Pflanzen.


Falls das Verinselungsthema für Die von weitergehendem Interesse ist, kann ich dieses Buch nur empfehlen! http://www.derfarbfleck.de/old/2014/02/22/der-gesang-des-dodo-ausgestorben-und-wiederbelebt/
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Rieke am 11. September 2018, 21:58:52
Das Buch kann ich auch empfehlen  ;), es ist wirklich gut.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Bristlecone am 11. September 2018, 22:14:01
Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten? Sind Grünbrücken/Wildwechselbrücken eine sinnvolle Maßnahme? Eine Antwort auf diese Frage versucht ein Artikel der Süddeutschen Zeitung zu geben:

Zitat
Es war das Jahr 2005, die Straßenbauverwaltung Schleswig-Holstein baute die Bundesstraße B 404 zur Autobahn A 21 aus, der Bauabschnitt 5a, zwischen Bornhöved und Negernbötel. Er umfasste fünf Bauwerke. Drei Brücken für Verkehrszwecke, eine Gewässerunterführung und das damals größte ökologische Bauprojekt des Bundeslandes, eine wuchtige, von neun Mittelstützen getragene Brücke aus Spannbetonplatten. Der Rohbau stand kaum, als der »Bund der Steuerzahler« das Projekt als Verschwendung geißelte: So eine große, so eine teure Überführung – nur für Tiere? Eine Boulevard-Zeitung griff die Geschichte auf: »Für 2,5 Mio! Frösche und Rehe kriegen eigene Autobahnbrücke.« Die Überschrift, die Reck damals las, lautete: »Was soll der Quak?«

Quelle:
Wächst da zusammen, was zusammengehört?
Autobahnen zerschneiden natürliche Lebensräume. Brücken nur für Tiere und Pflanzen sollen die Folgen mildern. Wie sinnvoll sind sie?

Es lohnt den Artikel ganz zu lesen!

Es gibt Mitglieder hier bei Pur, die ganz in der Nähe des beschriebenen Straßenabschnitts und der Brücke wohnen.

Vielleicht können die was dazu sagen, wie es um die Akzeptanz dieser Brücke vor Ort steht?
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: neo am 13. September 2018, 15:37:57
Es lohnt den Artikel ganz zu lesen!
Ja, danke!
(Ich wusste noch nicht mal, dass es Übergänge dieser Grössenordnung gibt..., kenne nur diese Wildwechselbrücken.)
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Schantalle am 16. September 2018, 14:32:28
.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Staudo am 16. September 2018, 19:05:01
Tut mir leid. Ich kann diese Aktivisten nicht ernst nehmen. Hätten die Besetzer in den letzten sechs Jahren eine Streuobstwiese gepflegt oder eine Orchideenwiese vor der Verbuschung bewahrt, hätten sie mehr für den Erhalt der Artenvielfalt getan.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Rieke am 25. September 2018, 15:25:14
Ein gut lesbares und lesenwertes Interview mit Josef Reichholf: Veganer würden im Urwald verhungern.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: neo am 30. September 2018, 16:51:01
Danke @Rieke.
Wegen einem wahrscheinlich kranken Igel im Garten bin ich leserisch ein bisschen "versumpft".
Von Animal Aided Dsign hatte ich vorher noch nie gehört, du schon? ;)
https://www.nzz.ch/meinung/auch-die-artenvielfalt-in-der-stadt-will-gepflegt-sein-ld.1343110
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Roeschen1 am 17. Oktober 2018, 12:50:06
Es gibt ein Projekt,
"Bunte Wiese Tübingen",
Rasenflächen im öffentlichen Bereich werden zu bunten Wiesen.
Die öffentliche Hand spart Pflegekosten, Flora und Fauna profitieren und der Mensch erfreut sich auch.
45 Modellwiesen gibt es schon, ca 15 ha.
Sie werden wissenschaftlich begleitet, die Wiesen werden extensiv gepflegt um die Artenvielfalt zu fördern.
Gegründet 2010 von Studenten und Mitarbeitern der Uni Tübingen.
Es gibt "Ableger" in Potsdam, Quakenbrück, Landau.
https://www.buntewiese-tuebingen.de/%C3%BCber-uns/unsere-ziele/
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: martina 2 am 27. Oktober 2018, 14:36:47
Das Ökosystem aus dem Labor

"Am Ende will Junker bestimmte Schlüsselarten identifizieren, die den Aufbau der biologischen Vielfalt ankurbeln, indem sie wichtige Funktionen für die Bodenaufbereitung, die Bildung von Biomasse und für die Bestäubung erfüllen. 'Wir wissen, wie man Ökosysteme kaputtmacht, siehe Abholzung, Umweltverschmutzung und exzessive Landnutzung', sagt Junker. 'Welche Mechanismen es braucht, um auf Brachen oder nicht mehr genutzten Flächen ein vielfältiges System wiederaufzubauen, ist hingegen kaum erforscht.' "
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: ZartesPflänzchen am 09. Mai 2019, 15:46:36
Nistkästen! :)
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Bristlecone am 09. Mai 2019, 15:56:24
Na, wann kommt der Spam-Link?
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: lerchenzorn am 29. Mai 2019, 07:00:42
Dmks hatte im anderen thread schon auf die Arbeit von Christina Grätz als Praktikerin im Naturschutz hingewiesen. Sie ist mit ihrer Firma nicht nur Produzentin von Wildsaaten und Dienstleisterin im Biotopschutz. Sie hat nun auch ein Buch über eines ihrer Seelenthemen geschrieben oder mitgeschrieben: dem Ameisenschutz. Auf sehr schöne Weise mischen sich ihre unmittelbaren Eindrücke und Erlebnisse aus der Praxis mit den von Manuela Kupfer hinzu gesetzten Fachtexten.

Die fabelhafte Welt der Ameisen: Eine Ameisenumsiedlerin erzählt.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Quendula am 29. Mai 2019, 12:55:39
Spannend  :D.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: lerchenzorn am 12. Juni 2019, 19:29:04
Es gibt erhaltens- und pflegenswerte Natur und es gibt denkwürdige und pflegenswerte Geschichte. Manchmal beißt sich das. In Oberhof möchte einer der ältesten Golfclubs des Landes den Platz in alter Manier -oder doch ein bisschen mehr? - wieder spielbar machen. Dumm ist nur, dass Hohlzunge, Arnika und Konsorten in Thüringen und im weiten Drumherum an den Rand des Verschwindens gebracht wurden, sich auf der Oberhofer Schuderbachwiese seit zwischenzeitlicher Einstellung des Golfsports und unter sorgsamer Pflege dagegen prächtig entwickeln konnten.

Jetzt stehen die Fronten: Herzoglicher Golfclub auf der einen und Bergwiesenschutz auf der anderen Seite.
Letztere starten Petitionen.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: dmks am 12. Juni 2019, 21:24:36
Ich bin bekannterweise kein Freund des NABU. Manchmal  macht es aber Sinn sich bei solchen Aktionen mit ihm in Verbindung zu setzen, gerade wegen diverser rechtlicher Möglichkeiten und Erfahrungen.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: lerchenzorn am 12. Juni 2019, 22:21:04
Vielleicht gibt es "den NABU" so wenig wie "die Landwirtschaft".  ;)
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: dmks am 12. Juni 2019, 22:32:23
Es gibt immer "die Phantasten" und "die Realisten".
Den Phantasten mag der der Himmel gehören - aber die Realisten gehören an einen Tisch.  ;)
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Paw paw am 15. November 2019, 23:49:26
Hier passt der Artikel aus der FAZ hin, denke ich.
Die Natur existiert nur in unseren Köpfen
    Von Jan Grossarth
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Mediterraneus am 05. März 2020, 16:29:59
Na toll.
Auf der Fränkischen Platte gibt es das Projekt www.mainmuschelkalk.de . Flächen werden entbuscht um die einzigartige Fauna und Flora zu erhalten. Vielen Biotopen  drohte das Aus, weil die Flächen nicht mehr gemäht wurden, somit auch vielen Orchideenwiesen. Also gibt's Zuschuss. Sehr unterstützenswert.

Heute les ich in der Zeitung, dass der dortige Förster zusammen mit dem Bergwaldprojekt ganz stolz Klimabäume gepflanzt hat. Bergahorn und Spitzahorn, die Samenschleuder.
Warum weiß hier A nicht, was B tut.
Ich befürchte, die Ahörner werden sich fleißig in die freie Landschaft aussäen, was meint ihr?  :-\

(Robinie haben sie auch schon gesetzt an die Straßenränder. Selbstverständlich :P )
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Staudo am 05. März 2020, 16:35:31
Robinie ist nur dort problematisch, wo nicht gemäht wird. Dass es vollkommen kontraproduktiv sein kann, Bäume und Sträucher zu pflanzen, bekommt man in die Köpfe nicht hinein.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Secret Garden am 05. März 2020, 16:41:45
Hier kenne ich kein Gehölz, was soviele Sämlinge produziert wie Spitz- und Bergahorn. Die Samen propellern im Wind hunderte Meter weit durch die Luft und keimen auf fast jedem Untergrund. :-\
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Mediterraneus am 05. März 2020, 16:45:33
Spitzahorn ist eine Pest für Gärten. Millionen Keimlinge, ich weiß.
Ich hoffe für die Landschaft dort, dass sie sich in Trockenrasen nicht so einsäen wollen  :-\
Sonst können sie gleich ein paar Naturschützer mehr einstellen, zum dauerjäten.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Mediterraneus am 05. März 2020, 16:48:52
Robinie ist nur dort problematisch, wo nicht gemäht wird. Dass es vollkommen kontraproduktiv sein kann, Bäume und Sträucher zu pflanzen, bekommt man in die Köpfe nicht hinein.

Die Leute dort haben etwas einzigartiges, sie erkennen es bloß nicht.
Sie wollen Wald haben, der bringt was ein. Ich kenne da auch Jemanden, da redet man sich dusselig, hat keinen Sinn.
Bei einem Verkehrskreiselbau haben sie den karstigen Boden (Blüten über Blüten, ein Traum vorher) entfernt und mit Mutterboden aufgeschüttet. Zur Renaturierung. Ich lang mir an den Kopf. Und sowas läuft übers Landratsamt. :P
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Staudo am 05. März 2020, 17:02:40
Auf „meiner“ Streuobstwiese soll in eine Ecke ein Eidechsenbiotop als Ausgleichsmaßnahme für eine Wohnbebauung. Die Fläche ist derzeit total mager, schottrig und wird zusammen mit der Wiese gemäht. Demnächst rücken dort Bagger an und modellieren die Fläche. In ein paar Jahren wird sie komplett verbuscht sein. Eidechsen werden dort ohenhin kaum leben wollen. Die Fläche ist auf der Nordseite eines Waldes. Allerdings ist die Ausgleichsmaßnahme Teil der Baugenehmigung und hat ihre Stempel. Jede Änderung würde die Baugenehmigug verteuern und verzögern.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Secret Garden am 05. März 2020, 17:10:18
Statt Schneeglöckchen könnte ich Dir dann ein paar Waldeidechsen schicken, Staudo. ;)

Spitzahorn ist eine Pest für Gärten. Millionen Keimlinge, ich weiß.
Bergahorn steht dem nicht nach. Dieser thront (mit zahlreichen Verwandten in allen Größen) direkt hinter unserem Gartenzaun. Ob die Vermehrungsrate in trockenem Klima auch so hoch ist, kann ich natürlich nicht beurteilen.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Wild Obst am 05. März 2020, 19:41:31
Ahorne werden recht gerne von Wild verbissen. Und obwohl sie mit Trockenheit recht gut zurechtkommen, keimen sie an trockenen, bewachsenen Standorten lange nicht so gut und dicht wie im lockeren "konkurrenzfreien" Gartenboden im Beet.

Es ist sichelrich nicht umbedingt gut, in der direkten Nähe von wertvollen Wiesen Samenschleuderbäume zu pflanzen, aber die Pflege ist viel wichtiger. Bei regelmäßige Beweidung oder Mahd sollte auch ein Ahorn oder eine Robinie in einer Wiese nicht schlimm sein. Wenn die Beweidung/Mahd aber aufhört, dann verbuscht es eben deutlich schneller, als wenn von weiter her erst die Samen ein"fliegen" müssten.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: thuja thujon am 05. März 2020, 23:55:35
Auf „meiner“ Streuobstwiese soll in eine Ecke ein Eidechsenbiotop als Ausgleichsmaßnahme für eine Wohnbebauung. Die Fläche ist derzeit total mager, schottrig und wird zusammen mit der Wiese gemäht. Demnächst rücken dort Bagger an und modellieren die Fläche. In ein paar Jahren wird sie komplett verbuscht sein. Eidechsen werden dort ohenhin kaum leben wollen. Die Fläche ist auf der Nordseite eines Waldes. Allerdings ist die Ausgleichsmaßnahme Teil der Baugenehmigung und hat ihre Stempel. Jede Änderung würde die Baugenehmigug verteuern und verzögern.
Wenn man unter Natur das versteht, was dem sich Brustklopfenden Alpha-Mensch gerade in den politischen Wind passt, ist das ebenso nachvollziehbar wie der Threadtitel in diesem Strang.

Da brauchts halt mal nen Einlauf. Man sollte dem Umweltschutz die Gelegneheit einräumen, sich selbst an die Wand zu fahren. Vielleicht versteht ers hinterher.
Manches muss man einfach durchhalten bzw überleben...
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Staudo am 27. März 2020, 08:26:41
Aus gegebenem Anlass: Verseucht Eure Gärten mit Corydalis solida und Corydalis cava. Hier breiten sich beide zur Freude der Bienen und Hummeln derzeit stark aus.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Nova Liz am 27. März 2020, 08:41:28
Wird gemacht. ;)
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: fyvie am 27. März 2020, 08:45:07
Aus gegebenem Anlass: Verseucht Eure Gärten mit Corydalis solida und Corydalis cava. Hier breiten sich beide zur Freude der Bienen und Hummeln derzeit stark aus.

Nachdem sie bei dir gut wachsen, müßten sie doch eigentlich auch für sandigen, kalkfreien Boden geeignet sein? Du hast doch sandigen Boden, oder?
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: neo am 27. März 2020, 08:50:14
Corydalis solida und Corydalis cava. Hier breiten sich beide zur Freude der Bienen und Hummeln derzeit stark aus.
C.cava ist bei mir am Waldrand leider eher langsam in der Ausbreitung. Aber ich habe letzten Herbst ein bisschen nachgelegt. ;)
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Staudo am 27. März 2020, 08:50:28
Corydalis solida kommt prima mit magerem Boden zurecht, wenn dieser zumindest zeitweise beschattet wird. Zur Motivation.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: lerchenzorn am 27. März 2020, 09:09:51
Wobei die lieben Bienen beim Lerchensporn gern die Abkürzung auf dem Weg zum Nektar nehmen.  8)
Wollen einfach nicht die ihnen verordnete Bestäuber-Rolle übernehmen.

(https://forum.garten-pur.de/galerie/albums/userpics/16304/F_hym_xyloviol20d1.jpg)
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Floris am 27. März 2020, 09:31:02
Aber wie kann ich die beiden voneinander unterscheiden?

Außerdem: Buschwindröschen nicht vergessen, und in den Helleboren sind sie auch immer noch...

Sind Holzbienen evtl. kurzsichtig? Hier fliegen sie statt des Lerchensporns die Blüten der darüber stehenden Blutjohannisbeere an.

Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: Staudo am 27. März 2020, 09:40:43
Aber wie kann ich die beiden voneinander unterscheiden?

C. solida ist der Gefingerte Lerchensporn. Der hat gefingerte Hochblätter, also gefranste grüne Blättchen am Blütenstängel. C. cava ist der Hohle Lerchensporn. Dessen Knollen sind wirklich hohl und lassen sich leicht zerbrechen. Damit man die Pflanzen zur Bestimmung nicht ausgraben muss, haben die Pflanzen  zusätzlich ganzrandige, spindelförmige Hochblätter. Zu den weiteren Arten sollte man sich im betreffenden Fachthread informieren.  ;)

Auf Deinem Bild sind C solida zu sehen. Der verträgt mehr Trockenheit.
Titel: Re: Wie können wir die noch vorhandene Natur erhalten?
Beitrag von: polluxverde am 24. Juni 2020, 21:38:24
…..  indem wir, wie die Stadtgemeinde Bremen es tut, bei der Umsetzung von ambitionierter Verkehrsplanung - hier Ausbau der Radwege -
Rücksicht nehmen  auf die vorhandene Begrünung - hier alter Alleebaum - und die Radfahrer auch mal gern auflaufen lassen  …...