garten-pur

Pflanzenwelt => Gemüsebeet => Thema gestartet von: Conni am 16. Januar 2016, 18:55:07

Titel: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Conni am 16. Januar 2016, 18:55:07
In dem im Unterforum "Atelier" diskutierten Thema zu Mulchmaterialien schreibt Monti über Inkarnatklee. Das interessiert mich sehr, weil ich die Erfahrung gemacht habe, dass meine im Spätherbst und Frühwinter auf die Gemüsebeete gebrachten Mulchschichten aus Grasschnitt und Laub rasend schnell von den Regenwürmern umgesetzt werden. Die Beete liegen, obwohl die aufgebrachte Schicht gut 10cm dick war, jetzt schon fast nackt da und das gefällt mir nicht. Eine über den Winter stehen bleibende Gründüngung wäre sicher besser als der nackte Boden.

Deshalb wüßte ich gern mehr zu diesem Thema: Welche Gründüngungspflanzen habt Ihr über den Winter schon eingesät? Welche Erfahrungen habt Ihr damit gemacht? Woher hattet Ihr das Saatgut? Wann genau habt Ihr gesät? Gab es Probleme in den Folgekulturen?

Ganz konkret noch zum Inkarnatklee: Saatgut habe ich z.B. hier gefunden. Die nächste Frage, die sich mir stellt, ist: Wie lange bleiben die Samen von Inkarnatklee keimfähig?

Ich würde mich über Erfahrungsberichte freuen!
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Staudo am 16. Januar 2016, 18:58:38
Ich kann nur meinen alten Hut hervorkramen: Roggen. Der keimt auch noch bei Aussaat im späten Herbst. Sät man etwas dichter, hat Unkraut kaum eine Chance. Im Frühling lässt sich Roggen einfach untergraben und geht danach sicher kaputt. Das Saatgut bekomme ich vom Bauern für ein Dankeschön.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Conni am 16. Januar 2016, 19:06:32
Danke, Staudo, dass Du den Anfang gemacht hast.  :)

Ich wünsch mir, dass hier möglichst viele unterschiedliche Erfahrungen gesammelt werden. Und im Herbst probiere ich gern selbst verschiedenes aus und berichte dann weiter.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Christina am 16. Januar 2016, 19:24:24
Dieses interessiert mich auch sehr, ergeht es mir doch ähnlich wie Conni. Ganz am Anfang meiner Gartenkarriere habe ich auch Gründüngung eingesät, zuerst Senf, was ich dann aber gelassen habe wegen des Kohlanbaus. Roggen hatte ich auch mal, aber mich stört dann das notwendige umgraben im Frühling, genau das möchte ich ja durch die Gründüngung vermeiden. Ich habe den Roggen dann einfach im Frühjahr mithilfe der Grabegabel rausgezogen und als Mulch liegen lassen, so war mir das am sympathischsten. In diesem Spätherbst konnte ich es aber nicht machen, alle Beete waren noch ziemlich voll. Erst vor 2 Tagen sind 2 frei geworden, die habe ich dann ganz klassisch umgegraben.

Nachtrag: eines der freien Beete habe ich dann nach dem Umgraben mit feinem Holzstaub, es waren 5 Eimer voll, aus der Werkstatt meines GGs leicht gemulcht. Anschließend habe noch eine feine Schicht Holzasche aus der Heizung drübergestäubt. Mal sehen wie das dann im Frühjahr aussieht.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Conni am 16. Januar 2016, 19:32:01
Danke, Christina.  :) Bei Senf und Raps wäre ich auch skeptisch, weil ich tatsächlich vor Jahren einen Kohlhernie-Fall hatte und Anbaupausen lieber großzügig einhalte. Umgraben lasse ich grundsätzlich sein, weil ich auf Sand gärtnere. Auf den beiden Beeten, die ich jetzt erst Anfang Januar geräumt habe, hab ich das Blattgrün (Möhren und Rote Bete) liegen lassen, weil es anderes Mulchmaterial  derzeit nicht gibt, aber es ist natürlich zu wenig.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Teetrinkerin am 16. Januar 2016, 19:41:28
Mich interessiert dieses Thema auch sehr! Mit Gründüngung habe ich leider noch gar keine Erfahrung, mir reicht es im Herbst meist nicht, Beete einzusäen, da sie zu spät frei werden. Ich werde aber dieses Jahr bei Dreschflege norddeutscher Winterroggen, schwarzer tatarischer Fahnenhafer und Phazelia mitbestellen.

Das mulchen habe ich erst dieses Jahr begonnen, bin aber bereits sehr begeistert davon. Da ich im Herbst zu wenig Grasschnitt hatte, habe ich es nun so gemacht, dass ich beim Ernten die Blätter, die unschön waren, nicht auf den Komposthaufen geworfen habe, sondern auf dem Beet verteilt habe. Allerdings war das halt auch viel zu wenig.

Gestern erzählte mir übrigens ein Staudengärtner, dass es Drahtwürmer anziehen kann, wenn man sehr lange und ausgiebig mit Grasschnitt mulcht.  :o
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Staudo am 16. Januar 2016, 19:42:49
Staudengärtner!  ::)

Ich habe das noch nicht beobachtet.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Teetrinkerin am 16. Januar 2016, 19:45:12
Was ist jetzt am Staudengärtner falsch?
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Zausel am 16. Januar 2016, 20:17:58
... nichts, nur- vielleicht erzählen sie gelegentlich ein paar Geschichten?  ;D
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: kudzu am 16. Januar 2016, 22:02:36
gewesener Kumpel hat meinen Gemuesegarten mal mit Buchweizen als Gruenduengung 'beglueckt'
hab 3 oder 4 Jahre lang was davon gehabt  :-\

meine Beete liegen grad unter eine dicken Schicht Pferdekacke, die wiederum unter all meiner Vogelmiere schier nicht zu sehen ist,
wenn's zum Auspflanzen warm genug ist reche ich die Vogelmiere runter und gut, die kommt zwar wieder, aber nur recht kuemmerlich,  sie mag's nicht wirklich warm

mein 2. Winter-Mulchmaterial sind die Hackschnitzel, mit denen ich im Fruehjahr die Wege zwischen den Beeten gemulcht hatte,
die sind bis zum Herbst schon recht vegammelt, dann rech ich sie in Bausch und Bogen auf die Beete, die Wege kriegen im Fruehjahr eine neue, dicke Schicht frische Hackschnitzel
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: mifasola am 19. Januar 2016, 08:58:11
Ich bin ja noch dabei, meine Sandpiste in sowas wie Boden zu verwandeln, und probiere auf dem Gemüsestreifen ein wenig herum. Mit Gründündung will ich einfach den Boden im Winter bedeckt halten, weil ich kaum Mulchmaterial habe.

Im ersten Winter 13/14 hatte ich Phacelia drauf. Keimte fix, machte schnell dich, starb im Winter ab und war im Frühjahr kein Hindernis - ließ sich einfach ein bisschen unterharken.
14/15 hatte ich dann Senf auf der Fläche. Keimte auch fix. Weil der Winter quasi ausfiel, wurde der Senf recht groß und verholzte auch. Das fand ich im Frühjahr dann eher nervig, hab ihn abgeharkt.
Jetzt steht ein Hülsenfruchtgemenge drauf; Leguminosen schienen mir für Sand mal ganz angebracht. Bei der Keimung hat geholfen, dass der Herbst recht warm war - allzu spät geht das nicht, denke ich. Dürfte inzwischen abgefroren sein, mehr kann ich dann im Frühjahr sagen.

Das Saatgut bekomme ich in der Regel im Baumarkt, da gibt es hier eine Ecke nur mit Gründüngung.
Ausgesät wird, sobald ein Stück definitiv bis zur nächsten Saison frei wird - kann also auch mal ein Quadratmeter hier und einer da sein.
Einfluss auf Folgekulturen - hm. Mir ist nichts aufgefallen.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Monti am 19. Januar 2016, 21:40:15
Nachdem ich gemerkt hatte, dass mein Beitrag im Atelier etwas fehl am Platz war, hatte ich auch überlegt, hier einen Faden auf zu machen.
Schön, dass du das übernommen hast, Conni!  :)

Meine Inkarnatklee-Saatgut hatte ich von Bingenheimer, bin sehr zufrieden damit. Gekauft 08/2014, zumindest ein Jahr hält es tadellos... was wohl auch keine Kunst ist. ;)

Auf einem Beet hatte ich noch Anfang oder Mitte September ein selbst zusammengestelltes Gemenge von Sommerwicke(Saatwicke), Phazelia, Buchweizen und Serdarella (geb ich dazu damit sie weg kommt, wächst auf unserem sandigen Lehm sehr schlecht) eingesät. Ist ca. 50 cm hoch geworden. Bei den ersten Frösten im Oktober ist der Buchweizen abgestorben, alles andere war noch fidel. Habs dann im Dezember abgeschnitten und eingearbeitet.

2014/2015 hatte ich auch Phazelia in einem Beet. Ist nicht abgestorben, da recht warmer Winter.

Im Gewächshaus hab ich zum Spaß Anfang Dezember Gelbsenf eingesäht. Der lebt noch (bei -14 °C Außen) und schiebt grade das zweite Blattpaar.


Mit Wintergründüngungen ist das so eine Sache. Die Sorten, die richtig Frostfest sind, bekommt man ohne umgraben oft nur schwer tot. Man muss da Kompromisse eingehen und hoffen, dass der Winter keine starken Kahlfröste bringt.

Was ich noch probieren möchte:
-Roggen + Winterwicken (Frost egal, Saat bis Ende Okt. )
-Wintererbsen (vertragen gut -10 °C, kurzzeitig -15 °C, evtl. mit Roggen, Hafer oder ähnlichem als Stützfrucht, Saat bis Anfang Okt.)
-Ackerbohnen/Puffbohnen (werden i.d.R. nicht überjährig angebaut, wenn die Winter mild bleiben ist's ein Versuch wert, frostfest bis -5 °C)
-Winterfutterraps hab ich noch zwei Päckchen. Irgendwann muss ich den auch mal testen. Ist aber, wie auch der Senf, suboptimal...

Der Inkarnatklee ist aber ziemlich perfekt:
-Leguminose (Stickstoff)
-späte Saat möglich (bis Ende Okt.)
-nach Eisheiligen "Erntefähig"
-Strukturreiches Material
-Einschnittig (einmal abschneiden und es ist tot)
-Bienenweide (wird sehr gern angeflogen, dann aber länger stehen lassen bis Anfang Juni)
-Zierwert

Allerdings nur bis -7 oder -10 °C Frostfest (hab schon beides gelesen).
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Zuccalmaglio am 20. Januar 2016, 13:01:14
Zu Inkarnatklee kann ich leider nichts sagen. Perserklee habe ich zweimal versucht. Ist aber sehr lückig aufgelaufen (kann auch an schlechtem Saatgutausbringen gelegen haben) und hatte eine sehr langsame Jugendentwicklung. Würde ich nicht mehr nehmen.

Regelmäßig verwende ich Senf und Phacelia. Der erstere glücklicherweise sehr spätsaatverträglich so dass auch noch spät geräumte Beete beglückt werden können. Phacelia hätte man in diesem langen Herbst auch noch bis A/M 9 säen können. Dann ist aber das Wachstum und damit auch die Durchwurzelung längst nicht mehr so hoch wie bei Saat bis spätestens ca. 20.08. herum. Beides friert selbst hier im mediterranen Köln in den meisten Jahren sicher über Winter ab. Es gab ein zwei Jahre, da hat der Senf bis ins Frühjahr überlebt. Aber selbst dann ist das Abharken/Ausziehen mit der Harke kein Problem. Ölrettich wäre die tieferwurzelnde und frosthärtere Alternative zum Senf. 

Kohlherniefälle hatte ich noch nicht, sonst würden Senf und Ölrettich ja ausscheiden. Wobei ich auch nicht jedes Jahr Kohl anbaue. Und wenn, dann wenig.

Versuchen werde ich es demnächst einmal mit blauer Lupine, wobei die wohl auch bis ins 2. Augustdrittel gesät sein soll.  Für sehr sandige Böden eher gelbe Lupine.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Conni am 20. Januar 2016, 15:50:14
Danke, Monti, für Deine ausführliche und informative Antwort.  :D Da ist eine Menge interessantes und hilfreiches dabei.

Eine Frage war mir auch durch den Kopf gegangen, weil ich das schon an anderer Stelle gelesen hatte:


... Inkarnatklee...  Bienenweide (wird sehr gern angeflogen, dann aber länger stehen lassen bis Anfang Juni)


Ich fürchte, das gibt ein Dilemma, wenn sich unsere Bienen auf dem Inkarnatklee fröhlich tummeln - wie kann ich ihn dann abschneiden? Und er blüht wohl bis in den August hinein. Vielleicht sollte ich grundsätzlich ein Beet mit Inkarnatklee vorsehen mit positiven Effekten für den Fruchtwechsel und für die Bienen.

Dankeschön auch an alle anderen, die hier ihre Erfahrungen eingebracht haben!  :)

Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Zuccalmaglio am 20. Januar 2016, 16:29:11
Na ja, wenn du nicht gerade in einer botanisch sehr ausgeräumten Gegend wohnst, finden die Bienen im Juni und Juli i.d.R. ausreichend andere Tracht. Je nachdem wo du gärtnerst und imkerst, kann es ja im August eng mit der Tracht werden, so dass dann der Inkarnatklee günstig wäre. Aber kommen bei Dir so große Flächen mit Inkarnatklee in Betracht, dass das den Bienen genug bringt?

Durch das vielfältige Blütenangebot in einem großen Kleingartengelände sind wir zum Glück auch noch im August und bis in den September hinein mit einem passablen Trachtangebot gesegnet. Außerdem sind auch im städtischen Grün so E 7 bis M 8 noch die/der ein oder andere Silberlinde und Schnurbaum zu finden.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Conni am 20. Januar 2016, 16:32:08
Na ja, wenn du nicht gerade in einer botanisch sehr ausgeräumten Gegend wohnst...

Nein, Zuccalmaglio, mach Dir keine Sorgen: Mein Garten ist sehr groß und mit für Bienen auch im Hochsommer interessanten Pflanzen ausreichend bestückt. Auch rundrum gibt es genügend Futter. Es tut mir nur leid, Pflanzen rauszureissen oder abzumähen, auf denen ich gerade besonders viele Bienen sehe - auch wenn es rundrum noch vieles oder genug anderes gibt.  ;)
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Monti am 20. Januar 2016, 18:58:03
Eine Frage war mir auch durch den Kopf gegangen, weil ich das schon an anderer Stelle gelesen hatte:


... Inkarnatklee...  Bienenweide (wird sehr gern angeflogen, dann aber länger stehen lassen bis Anfang Juni)


Ich fürchte, das gibt ein Dilemma, wenn sich unsere Bienen auf dem Inkarnatklee fröhlich tummeln - wie kann ich ihn dann abschneiden? Und er blüht wohl bis in den August hinein. Vielleicht sollte ich grundsätzlich ein Beet mit Inkarnatklee vorsehen mit positiven Effekten für den Fruchtwechsel und für die Bienen.

Dankeschön auch an alle anderen, die hier ihre Erfahrungen eingebracht haben!  :)

Da muss man eben beherzt ran gehen.  ;)
Bei mir waren aber Anfang Juni auch schon die ersten Blüten verblüht. Ob die Pflanzen dann noch neue Seitentriebe bilden weiß ich nicht. Wenn man länger wartet, samt sich der Inkarnatklee auch irgendwann wieder aus. Ich will das zumindest nicht.
Ich hab auf die Bienen ehrlich gesagt nicht so große Rücksicht genommen. Hab den Klee mit der Sichel abgeschnitten. Wenn sich alles bewegt und zusammenfällt, merken die Bienen schon, dass was nicht stimmt und verziehen sich ;)
Ansonsten hald bei Regen oder in der Dämmerung abschneiden.

Was mir auch noch eingefallen ist:
Sonnenblumen kann man bis Ende August sähen und wachsen auch recht schnell. Die kann man dann später häckseln, gibt einen Mulch, der viel verholzte Bestandteile hat und somit langsam vergehen sollte.
Zweijähriger Steinklee wäre auch noch ein Versuch als Überjährige Gründüngung wert. Stellt an den Boden kaum Ansprüche und gedeit auch auf Sandboden sehr gut.


@Zuccalmaglio:
Perserklee hatten wir schon auf dem Acker. War problemlos. Anfangs braucht er ein bischen. Nachdem er einmal aufgewachsen ist, kann man ihn aber mehrmals schneiden und wächst schnell nach.
Regelmäßig verwende ich Senf und Phacelia. Der erstere glücklicherweise sehr spätsaatverträglich so dass auch noch spät geräumte Beete beglückt werden können. Phacelia hätte man in diesem langen Herbst auch noch bis A/M 9 säen können. Dann ist aber das Wachstum und damit auch die Durchwurzelung längst nicht mehr so hoch wie bei Saat bis spätestens ca. 20.08. herum. Beides friert selbst hier im mediterranen Köln in den meisten Jahren sicher über Winter ab. Es gab ein zwei Jahre, da hat der Senf bis ins Frühjahr überlebt. Aber selbst dann ist das Abharken/Ausziehen mit der Harke kein Problem. Ölrettich wäre die tieferwurzelnde und frosthärtere Alternative zum Senf. 
Mit später Saat seh ich das bei abfrierenden Gründüngungen nicht so eng. Wenn überhaupt noch was aufwächst ists immernoch besser als gar nichts. Und viel kosten tuts ja nicht.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Conni am 20. Januar 2016, 20:33:21

Da muss man eben beherzt ran gehen.  ;)


Werd mein Bestes geben.  ;) War auch nicht ganz ernst gemeint - spät blühende und von Bienen stark angeflogene Rucola reiß ich auch raus, wenn ich das Aussamen verhindern möchte.

Danke Dir auch für Deine weiteren Hinweise - da ist einiges dabei, was mir und vielleicht auch anderen hilft.  :)
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Monti am 20. Januar 2016, 21:19:27
Gerne :)

Zugegeben, ich hab da ja auch manchmal Hemmungen schön blühendes, was die Bienen mögen umzumähen...  ;)
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Monti am 18. März 2016, 19:32:42
So sieht der Inkarnatklee momentan aus. Er fängt jetzt ganz langsam an zu schießen.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Monti am 18. März 2016, 19:34:57
Und so der überwinterte Senf im GWH am 01.03.
Mittlerweile ist er eingearbeitet.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Monti am 26. März 2016, 17:47:23
Bevor es jemand nachmacht:
Überwinternde Gründüngung im Gewächshaus ist wohl doch nicht so schlau. Blattläuse haben sich vermehrt wie verrückt. Nun als ich alles abgeschnitten habe, haben sie sich wie blöd auf Schnittlauch, vorgezogenen Salat und Petersilie, sowie jedes kleinste Fitzelchen Unkraut gestürzt... ::) Man lernt eben nicht aus.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Conni am 26. März 2016, 20:37:12
Danke, Monti, dass Du Deine Erfahrung mit uns teilst. Manchmal hilft es ja auch, aus den Fehlern, die andere schon gemacht haben, zu lernen. :)
Ich habe meinen Versuch, die Auberginen zu überwintern, auch wegen der sich heftig vermehrenden Blattläuse beendet, die letztjährigen Auberginen sind auf dem Kompost gelandet.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: martins9 am 31. März 2016, 19:18:57
Sehr schöner Thread, da ich nach Jahren der Urbarmachung durch Umgraben und Fräsen nun langsam dazu komme, eine Struktur in meinen Garten zu bekommen - Beete von 90cm Breite und Länge, Länge, Länge (6-9m). Auf Fräsen möchte ich Stand jetzt verzichten, macht sich bei vielen frostharten Wintergründüngen auch nicht wirklich gut, da verfitzt es schnell

Spät gesät habe ich mit Winterroggen bezüglich schneller Keimung und gutem Wuchs gute Erfahrungen gemacht, allerdings muss der zwingend umgegraben werden, da er halt so gut wächst und ziemlich sicher nicht abfriert.

Serradella hatte ich als erste Gründüngung vor 4 Jahren, ist auch fruchtfolgeneutral und keimte ebenso sehr gut. Keimlinge davon habe ich heute noch im Garten, kann mich aber gar nicht erinnern, das er blühte.

Weiterhin habe ich einen Gründüngungsmix (je 20% Lupinen, Futtererbsen u. Buchweizen, je 10% Inkarnat- und Alexandrinerklee und Sommerwicken, Rest Phacelia und Winterwicken) von Chrestensen 2x getestet, der kam auch immer gut auf und hinterließ immer eine Menge Stroh im Frühjahr, dass ich gut zum Frostschutz für Frühkartoffeln u.a.nutzen konnte. Da ist mir die Verwandschaft zu Bohnen zu groß, als dass ich ihn noch mal nutzen würde.

Mir sind bei Wintergründüngung mittlerweile die tiefe Durchwurzelung des Bodens und Neutralität gegenüber gängigen Gemüsekulturen wichtig. Wenn eine Gründüngung wie Roggen viel Masse macht, hat man halt im Frühjahr bei der Vorbreitung der Beete viel Arbeit, gräbt entweder tief um oder arbeitet mit der Grabegabel und zieht die Pflanzen raus. So hat man wieder Verlust an Masse (Nährstoffe und Boden, der an den Wurzeln hängen bleibt).

PS: Serradella und Phacelia wären derzeit meine erste Wahl, darf beides alllerdings nicht zu spät gesät werden und ist verhältnismässig teuer.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: martins9 am 31. März 2016, 19:45:02
Und nun noch mal zum Winterroggen, hier der alte Thread http://forum.garten-pur.de/index.php/topic,54501.0.html:
Eignet sich mMn gut, wenn man nur spät Gründüngung säen kann (November) und im neuen Jahr spät direkt Pflanzen will (Mai/Juni, z.B.Kohl), Zwischenschritt wäre dann das Mähen im April und das Mulchmaterial halt dann ein paar Wochen liegen und antrocknen lassen. Alternativ tief umgraben, was aber auch wieder die zuvor geschaffenene Bodenstruktur zerstört, ebenso sammelt der Roggen keine Stickstoffe.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Staudo am 01. April 2016, 07:28:13
In der gebildeten Grünmasse wird Stickstoff durchaus konserviert. Ich säe auf einem Blumenbeet im Park alljährlich Roggen ein, sobald der Sommerflor abgefroren ist. Umgegraben wird vor dem ersten Märzwochenende. Das funktioniert gut.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Monti am 02. April 2016, 10:09:09
Und nun noch mal zum Winterroggen, hier der alte Thread http://forum.garten-pur.de/index.php/topic,54501.0.html:
Eignet sich mMn gut, wenn man nur spät Gründüngung säen kann (November) und im neuen Jahr spät direkt Pflanzen will (Mai/Juni, z.B.Kohl), Zwischenschritt wäre dann das Mähen im April und das Mulchmaterial halt dann ein paar Wochen liegen und antrocknen lassen. Alternativ tief umgraben, was aber auch wieder die zuvor geschaffenene Bodenstruktur zerstört, ebenso sammelt der Roggen keine Stickstoffe.

Das mit dem Umgraben seh ich nicht so wild. Die Wurzelmasse, die für die Strukturbildung wichtig ist, bleibt ja im Boden. Durch das Umgraben wird sie ja nicht vernichtet.
Ein Flaches Unterschneiden wäre gut zum Abtötetn der Pflanzen. Also knapp unterhalb des Wurzelansatzes.
Solange man keine übermäßig großen Flächen hat, kann man ja auch gut umgraben.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: martins9 am 02. April 2016, 20:46:04
Wenn ich den Thread richtig verfolgt habe, wollte Conni ja aber das Umgraben vermeiden und etwas haben, was sicher abfriert und als Wurzel schon gut verottet.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Monti am 23. April 2016, 09:45:23
Aktueller Stand Inkarnatklee.

Die Blattläuse im GWH hab ich mit Marienkäferlarven unter Kontrolle gebracht. Am Salat sind überhaupt keine mehr, am Schnittlauch nur noch vereinzelt. :D
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Conni am 23. April 2016, 09:48:14
Sehr gut!  :D Hattest Du die Larven bestellt? Wenn ja, wo? Draussen hab ich noch keine gesichtet.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Monti am 23. April 2016, 12:37:30
Ja, hatte sie hier https://www.nuetzlinge-shop.de bestellt. Mit der Temperatur war es selbst im Gewächshaus, vor allem über Nacht, etwas kritisch. Aber so teuer sind die Larven nicht und ein Versuch war es wert. Hab 30 st. bestellt und gleichmäßig auf Salat und Schnittlauch verteilt. Vor ein paar Tagen hab ich eine der Larven in die Finger bekommen. Die hat kräftig zugelegt. Alte Hüllen vom häuten der Larven hab ich auch entdeckt. Sie entwickeln sich also. Nur jetzt gibts kaum Blattläuse mehr. Vielleicht müssen sie jetzt verhungern... :-X
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Monti am 17. März 2017, 19:31:43
Letzten Herbst hatte ich wieder Inkarnatklee irgendwann im September, Wickroggen ebenfalls September und Ackerbohnen ende Oktober ausgesäht.
Inkarnatklee war wohl etwas spät bzw. der Herbst zu kühl. Er ist zu wenig gewachsen und nun immernoch ziemlich schmächtig. Ich habe ihn auf eine Fläche gesäht, wo vorher unter anderem Phazelia stand. Die ist im Herbst schon mit aufgegangen und hat erstaunlicherweise den strengen Winter mit bis unter -15 °C überlebt. Ich lass es erst mal wachsen, wenn das Unkraut überhand nimmt, grabe ich es um.
Die Winterackerbohnen haben den Winter auch gut überlebt, einzelne Pflanzen sind ausgefallen. Kommt mitte Mai Kohl o.Ä. drauf.
Wickroggen war unproblematisch, wie zu erwarten. Kommt auf Kohl oder sonst ein Starkzehrer drauf.



Phazelia



Inkarnatklee



Wickroggen



Ackerbohnen


Bilder sind von letzter Woche, ist nun noch mal alles ein Stück gewachsen.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: thuja thujon am 17. März 2017, 22:42:20
Hallo Monti,
die Phacelia sieht ganz gut aus finde ich. Da wäre ich schon längst mit dem gartenwiesel durch.
Inkarnatklee, ok, der Herbst war halt nicht.
Wickroggen, wie brichst du den um und was kommt danach rein? Wird gesäht, wenn ja was, oder pflanzt du vorgezogenes Gemüse? Sind Radieschen auf der Fläche möglich oder doch erst wenn die Tomaten rauswollen?
Die Ackerbohnen hätte ich als Gründung dichter gesäht, alle 4-6cm eine mit dem selben Reihenabstand.
Aber auch da, wie bricht man sowas feuchtes um, wirklich vernünftig gewurzelt haben sie zwar noch nicht, aber bis das zumindest halb verrottet ist, dauerts auch wieder und blockiert die Beete zur Hauptfrühjahrsbestellung.

Hast du Erfahrungen mit dem Ramtillkraut? Soll im Gegensatz zu Phacelia zuverlässig abfrieren.
Was mich persönlich interessieren würde wäre auf lange Sicht Strip-Till mit Gemüse. Zumindest die grobsamigen bzw vorgezogene wie Kohl usw. Also zumindest Presstopffähig sollte es sein.
Tomaten letztes Jahr auf abblühenden Feldsalat als Tastversuch waren ok, wurde aber später durch den vielen Regen und die Pflegearbeiten zerstört. Bei Tomaten trampelt man einfach zuviel rum.

Ich denke jetzt eher an Broccoli, Blumenkohl bzw Wirsing, bin mir bei letzterem aber nicht sicher wegen Sclerotina.

Prinzipiell soll bestimmtes Gemüse ja möglich sein:
https://www.bauernzeitung.ch/news-archiv/2015/pfluglos-geht-auch-im-gemuese/
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Nemesia Elfensp. am 18. März 2017, 00:01:03
Wenn ich den Thread richtig verfolgt habe, wollte Conni ja aber das Umgraben vermeiden
..................jau, dann dürfte dieser Zeitgenosse ja genau unsere "Kragenweite" sein - hier sein Video: NO DIG ABUNDANCE
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: thuja thujon am 18. März 2017, 09:19:00
Weiss nicht. Das ist nicht mein Verständnis.
Was mir bei dem auffällt, Beete ausgekoffert, künstlichen Boden und extrem viel Kompost eingearbeitet, aus Mist usw, der nicht aus dem Garten kam sondern fremde Nährstoffe sind, nach 8 Monaten präsentiert er.
Das kann jeder, ist wie nach dem umgraben, da geht immer was. Der hat nur tiefergelegte Hochbeete gebaut.
Fenchel mit gelben Blättern, auch die Salate in den Töpfen mit den unterschiedlichen Komposten zeigen massive Salzschäden an den Blatträndern.

Interessanter wäre es gewesen, man lässt ihn das Beet noch 2 Jahre mit maximal oberflächlich lockern und ohne weiteren Kompost bewirtschaften, mulch nur von der Fläche wo er herkommt, und schaut sich dann das Gemüse an. Wenn der Hochbeetaufschichtunsgeffekt mal weg ist, dann wirds spannend.

Ich kann leider noch nicht allzuviel zum Thema beitragen, abgesehen von kleinen Ecken( welche allerdings ab und an doch auf 15cm Tiefe gelockert wurden), die am wenigsten umgegrabenen Beete sind bei mir anderthalb Jahre alt und haben erst die dritte Kultur drauf. Im Mai kommt mit Tagetes die vierte, im Sommer die fünfte. Auf die bin ich noch gespannt.
Das mit den Tomaten ins knapp ein Jahr alte Beete ohne was war ja eigentlich ok aber durchs häufige ernten im nassen Jahr eben kaputtgetrampelt (Kartoffel, Feldsalat, Tomaten)

(http://up.picr.de/28623184ke.jpg)

(http://up.picr.de/28623185ec.jpg)

Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Nemesia Elfensp. am 18. März 2017, 10:13:11
Moin Thuja,

na dann hier mehr dazu:
Interessanter wäre es gewesen, man lässt ihn das Beet noch 2 Jahre mit maximal oberflächlich lockern und ohne weiteren Kompost bewirtschaften, mulch nur von der Fläche wo er herkommt, und schaut sich dann das Gemüse an. Wenn der Hochbeetaufschichtunsgeffekt mal weg ist, dann wirds spannend.
Er hat hier ein Video mit zwei Beeten: Charles Dowding compares growth in dug and undug soil
und hier auf seiner Webside sind die Zahlen und andere Infos dazu. dort etwas weiter unten die Tabelle:
Zitat
Table of 2016 harvests
Vegetables and harvest periods, totals in kg dug, and no dig

Ich hab hier noch so einen deutschsprachigen "nicht umgrabe" - Verfechter: "der schlaue Faule" nennt er sich
Zitat
Das Gartensystem "Der schlaue Faule" verknüpft das Konzept des Mulchgartens mit angepasster Gartentechnik, mit Pflanzlochbohrer, Sähilfe, Gießlanze und Kleinsämaschine!
:D die Kombination Maschienbauing. und Gemüsegärtner ist wohl recht fruchtbar :D
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: thuja thujon am 18. März 2017, 22:34:52
Danke für die Links.
Ich habe sie noch nicht alle komplett durch, aber das was mir ins Auge sticht, ist das Foto mit den Karotten.
Ich weiss, ich mach mich damit unbeliebt, aber ich bin kritisch und kanns nicht für mich behalten.

Karotten:
Einmal mit Kompost unten drin und einmal mit Kompost oben drauf.
Beide Ergebnisse sind ernüchternd. Nematodenschäden, egal ob Kompst oben oder unten. Die Bauern hier nennen sowas `nicht verkaufsfähige Ware´, das ist das, was am Feldrand liegen bleibt und sich die Leute mit Fahrrad holen. Es schmeckt ja trotzdem. Die Nährstofe werden auch auf nematodenverseuchtem Boden verwurschtelt.
Ich will weg davon, für sowas 5cm Kompost aufzubringen.
Düngeberatung sagt max 3cm/Jahr, für Kohl usw, für Karotten max. 1cm.
Jetzt kanns natürlich sein, dass man im Niederschlagsreichen England doppelt oder 5mal soviel düngen muss wie in Deutschland, das kann ich nicht beurteilen.
Aus Umweltschutzgründen weigere ich mich hier jedenfalls, 5cm Kompost auf einem Beet zu verteilen.

Das erst recht, wenn das Ergebnis daraus nematodenverseuchte Karotten sind. Die freuen sich ja durchaus über hohe Kohlenstoffgehalte, da gehts nicht nur um Wirtspflanzen.
Seis drum obs an der Mischkultur oder am Kompost liegt.

Deswegen meine Versuche, den Boden wieder mehr als Boden warzunehmen und nicht als künstliches Substrat für Gemüsepflanzen.

Das mulchen, was oben anfällt, damit will ich arbeiten, nicht massig fremdes Material reinschleppen.
Sonst kann ich den Boden auch gleich zupappen und die Karotten im Kübel ziehen. Sowas widerstrebt mir, wenn ich an sich fruchtbaren Boden vor mir habe.

Fruchtbarer Boden wird nicht fruchtbarer, wenn man ihn mit Dünger und Humus überfordert.
Ich versuche vielmehr die Struktur und den Stickstoffgehalt (zur richtigen Zeit) zu verbessern, in Verbindung mit der mir möglichen Beeinflussung aufs Bodenleben.

Was ich nicht möchte, ist überdüngter Boden mit zuviel Humus als Nährquelle für Nematoden, Schadpilze und ähnliches.
Nichts gegen Humus, aber alles in seinen Genzen. 5cm sind einfach viel zu viel.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Natternkopf am 18. März 2017, 22:39:05
Lese hier interessiert mit.

Nun eine Frage zu:

Das erst recht, wenn das Ergebnis daraus nematodenverseuchte Karotten sind. Die freuen sich ja durchaus über hohe Kohlenstoffgehalte, da gehts nicht nur um Wirtspflanzen.

Die Karotten oder die Nematoden freuen sich?

Bin nicht so der Gemüsespezi, deshalb frage ich.

Grüsse Natternkopf
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: thuja thujon am 18. März 2017, 22:55:24
Die Nematoden. Nicht nur der hohe Humusgehalt, auch die zahlreichen Blumenzwiebeln wie Tulpen, Narzissen usw sind Herberge und verschlimmern das Problem. Deswegen bleiben auch die Zwiebeln im typischen, artenreichen Nutzgarten/Ziergarten klein. Was hier die Wurzel anfressen kann, frisst sie auch 3m weiter.

Nichts allein reicht volkommen, aber alles zusammen ist einfach zuviel. Die Fruchtfolge klappt ja auch so gut wie nie. Erst recht nicht, wenn man befallene Erde mit den Gartengeräten nicht auf andere Beetteile verschleppen soll. Da sind 2m² einfach nicht der nötige Platz.

Schaut euch Petersilie an, lieber im Topf oder Gemüsebeet?
Petersilie wächst im vielgenutzten Beet rückwärts wegen gelber Blätter, weil die Wurzel kaputtgeht. Da helfen keine `noch mehr Nährstoffe und Humus´.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: thuja thujon am 18. März 2017, 23:11:47
Es sind nicht nur die Nematoden. 

Unsere Hälfte der Gartenalage ist ca 40 Jahre alt. Ich habe vor 2 Wochen mit einer Gärtnerin gesprochen, die war fast von Anfang an dabei. Gute 30 Jahre haben die ihren Garten. Doktorn rum am Rhabarber, Mistpackung und Vliess, und trotzdem nur Blätter etwas größer als ein Tischtennisschläger. Was soll man da noch machen?

Ich hab ein bisschen was angestoßen, dann hat sie sich erinnert, vor 30 Jahren, da waren die Blätter noch riesig.
Mit den Nährstoffen, die jetzt durch den Humus und Blaukorn usw drin sind, müssten sie theoretisch Trampolingröße haben.

Sind sie nicht, weil der Stickstoff im Boden vom Humus festgelegt wird. Das wichtigste kommt nicht an der Wurzel an.

Da hilft aus Erfahrung leider auch nicht der 5 Kilosack Hornspäne. Da muss man an die Bodenstruktur ran.

Marie-Luise Kreuter:
Zitat
Der Garten fängt im Boden an.

Ich sage, mann kann mit Kompost nicht alles heilen und reiner Kompost ist keine Erde, worin sich Pflanzen wohlfühlen, sondern Dünger.
Manchmal wünsche ich mir einen Garten im Neubaugebiet. 3 Jahre Kompost rein auf den schmalen Boden, danach nur noch auf Entzug düngen und die Struktur im Auge behalten.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Natternkopf am 18. März 2017, 23:13:02
#38 Aha, danke.

Petersilie bei mir in einem dicken Tontopf, erhöht auf einem Backstein an der Südwand.

Gruss Natternkopf
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: thuja thujon am 18. März 2017, 23:30:48
Und hier haben wir schon rumprobiert, halbschattig usw, um die Wurzelschäden auszugleichen.

Schau dir das Elend an, Fotos von heute.
Ignoriert die Spritzschäden, da wurde NeudoVital nicht verkraftet. Rötliche Blätter, gelbliche, geht von unten raus kaputt. Die Schnecken waren dran, nicht weils so gut schmeckt, sondern weils schon am faulen war und deswegen für zarte Schneckenmäuler leicht zu kauen, viel leichter als zähes und vitales Unkraut. So wie die nur drauf warten, bis die Schneeglöckchen blühen, um die Blütenblätter wegzufressen, weils das zarteste zu dieser Zeit ist.
(http://up.picr.de/28632320ge.jpg)

(http://up.picr.de/28632321fn.jpg)

Weiter vorne zu den Kästen kommt mehr Wasser hin. Da wo die Petersilie schon so gut wie hinüber ist.
Auch Wasser fördert Bodenleben. Nicht nur das gute. Auch Pilze, die zB die roten Blätter verursachen, sind Bodenleben.

Will ich das Bodenleben wirklich alles fördern oder will ichs eher lenken? 
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Nemesia Elfensp. am 18. März 2017, 23:48:00
Es sind nicht nur die Nematoden. 

Unsere Hälfte der Gartenalage ist ca 40 Jahre alt. Ich habe vor 2 Wochen mit einer Gärtnerin gesprochen, die war fast von Anfang an dabei. Gute 30 Jahre haben die ihren Garten. Doktorn rum am Rhabarber, Mistpackung und Vliess, und trotzdem nur Blätter etwas größer als ein Tischtennisschläger. Was soll man da noch machen?

Ich hab ein bisschen was angestoßen, dann hat sie sich erinnert, vor 30 Jahren, da waren die Blätter noch riesig.
Mit den Nährstoffen, die jetzt durch den Humus und Blaukorn usw drin sind, müssten sie theoretisch Trampolingröße haben.

Sind sie nicht, weil der Stickstoff im Boden vom Humus festgelegt wird.
Du sprichst von der Stickstoffsperre - aber warum lassen die Leute dann bei solchen "Erscheinungen - der Rhabarber wächst seid Jahren nicht mehr" keine Bodenuntersuchung machen ::) ?
Weil es ihnen zu teuer ist und: "Für so was haben wir ja noch nie Geld ausgegeben" und
weil sie nicht verstehen können/wollen, dass es nicht damit getan ist nur immer ständig das zu wiederholen, was schon die eigenen Eltern u. Großeltern getan haben...................
Wenn man einen Fehler nur oft genug wiederholt, wirds schon irgend wann endlich doch funktionieren.........
Lieber das alt bekannte Übel, als das neue Unbekannte................es könnt ja was befremdliches dabei heraus kommen.

Und? was gedenkt Deine rhabarberanbauende Nachbarin zu tun? oder zu ändern?

Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: thuja thujon am 19. März 2017, 00:15:16
Du bringst es auf den Punkt.
Bodenanalyse ist zu komplex, wenn man immer wieder hört, Kompost reicht und ist das beste.
Was sie gedenken zu tun:
aktuell wabert Vliess darüber. Düngung keine Ahnung. Vliess sieht man aber oft. Liest man ja oft, Rhabarber muss vorgetrieben werden, wenn man dick ernten will...
Meiner ist etwa 5cm höher, ohne Vliess. Vor 5 Jahren ca. 7cm Hasenmist, danach 3 Jahre nur KAS, ein Jahr nichts, letztes Jahr wieder KAS im Januar, weil er vor 2 Jahren auf einen Schlag zu 90% beerntet wurde, sich bis jetzt davon noch nicht erholt hat und ich ihn vorher eigentlich schon aufgegeben habe da mindestens 25 Jahre alt und nie verjüngt. Meine meinung: wer im August nicht an die Ernte im nächsten Jahr denkt, der braucht auch kein Vliess. Egal wie gut sich das verkaufen mag und egal wie oft man das oder das bleichen nachlesen kann.

Das ist wieder so ein Beipsiel was ich meine, der Erfolg liegt woanders begraben.

Die geteilten Rhizome, die wir vor 4 Jahren bei meinem abgestochen haben, haben die in ungedüngten Boden am Rand der Gartenanlage gepflanzt, die sind explodiert, da ausgeruhter Boden. Bis jetzt nur Gehölze und Unkraut dort gewachsen...
Kein Gramm Stickstoff, nix Kompost, null anderer Dünger. 3mal so kräftig wie der alte bei mir im Garten oder der halbsoalte im Garten mit 30 Jahren Erfahrung.

Der Garten fängt im Boden an...
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Nemesia Elfensp. am 19. März 2017, 00:23:29
Und hier haben wir schon rumprobiert, halbschattig usw, um die Wurzelschäden auszugleichen.

Schau dir das Elend an, Fotos von heute.
Ignoriert die Spritzschäden, da wurde NeudoVital nicht verkraftet. Rötliche Blätter, gelbliche, geht von unten raus kaputt. Die Schnecken waren dran, nicht weils so gut schmeckt, sondern weils schon am faulen war und deswegen für zarte Schneckenmäuler leicht zu kauen, viel leichter als zähes und vitales Unkraut. So wie die nur drauf warten, bis die Schneeglöckchen blühen, um die Blütenblätter wegzufressen, weils das zarteste zu dieser Zeit ist.


Weiter vorne zu den Kästen kommt mehr Wasser hin. Da wo die Petersilie schon so gut wie hinüber ist.
Auch Wasser fördert Bodenleben. Nicht nur das gute. Auch Pilze, die zB die roten Blätter verursachen, sind Bodenleben.

Will ich das Bodenleben wirklich alles fördern oder will ichs eher lenken?

OK, also das Bodenleben kann eine Ursache für kranke Petersilienpflanzen sein.
Und was sonst, ausser dem verkehrtem Bodenleben, könnte für die klägliche Persilie verantwortlich sein?


Wie wäre es hiermit:
Zitat
Krankheiten und Schädlinge

Bekommt die Petersilie gelbe Blätter, so ist das oft eine Folge von Magnesium- oder Molybdänmangel.
Braune Flecken auf Blättern und Stängel deuten auf die Septoria-Blattfleckenkrankheit hin.
Auch tierische Schädlinge können der Petersilie Schaden zufügen. Hier sind vor allem das Wurzelgallenälchen, Blattläuse, Drahtwürmer und Engerlinge bekannt.

oder kann das evtl. zutreffen?
Zitat
Da die Petersilie selbstunverträglich ist, sollten Anbaupausen von mindestens vier Jahren eingehalten werden. Auch sollte sie nicht nach Karotten, Pastinaken, Sellerie und anderen Doldenblütlern stehen. Als Vorfrüchte eignen sich Erbsen und Bohnen.
(Zitate von hier)


Wir haben hier mal was ähnliches mit kläglichem Dill in Nachbars Gerten gehabt............Es lag in diesem Fall nicht am Bodenleben, sondern es mangelte an einem Mikronährstoff und frischem unbefallenem (wegen bodenbürtiger Krankheit) Saatgut.
Nachbarin: "Dreimal habe ich dieses Jahr schon ausgesät.............jetzt habe ich fast mein ganzes selbstgenommens Dillsaaggut vom letzen Jahr aufgebraucht. Da wollte er auch schon nicht so recht - eine Portion habe ich noch. Ich probiers noch einmal - der Dill will einfach in meinem Boden nicht wachsen"  ::) ::) ::)





SORRY falls es zu OT ist Conni.
All das hat ja nur im weiteren Sinne mit Gründüngung und Mulchmaterial zu tun.






Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Zaubercrocus am 19. März 2017, 07:37:40
...

Hast du Erfahrungen mit dem Ramtillkraut? Soll im Gegensatz zu Phacelia zuverlässig abfrieren.
...

Ich klinke mich mal kurz ein.
Ramtillkraut friert bei den allerersten Froesten im Herbst zuverlässig ab.
Bei Phacelia und Co hab ich beobachtet, wenn die Kultur nicht richtig hoch gewachsen ist stirbt sie nicht ab. Senf gilt im allgemeinen als sicher abfrierend, ist er aber als kleine Pflanze in den Winter gegangen erlebt er auch das Frühjahr.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Monti am 19. März 2017, 13:14:38
Hallo Monti,
die Phacelia sieht ganz gut aus finde ich. Da wäre ich schon längst mit dem gartenwiesel durch.
Warum das? Solange ich die Fläche nicht in absehbarer Zeit brauche, lass ichs Wachsen.
 
Zitat
Wickroggen, wie brichst du den um und was kommt danach rein? Wird gesäht, wenn ja was, oder pflanzt du vorgezogenes Gemüse? Sind Radieschen auf der Fläche möglich oder doch erst wenn die Tomaten rauswollen?
Ich werden den Aufwuchs mit der Sichel abmähen und als Mulch benutzen. Wenns nur der Roggen wäre, würde ich mal gar nicht umbrechen. Der sollte nicht mehr nachschieben, wenn er mal hoch genug war. Habe mal einen Beitrag gesehen, in dem ein Bauer den aufgewachsenen Roggen nur mit der Messerwalze bearbeitet hat, und anschließend direkt (ich meine es war Mais) gesäht hat.
 Die Winterwicke wird aber weiter kräftig schieben. Geplant habe ich, es flach umzugraben, ca. 5 cm. Anschließend Kohl, Sellerie oder Mais pflanzen. Mit Saat in solche Fläche habe ich noch keine Erfahrungen. Ich möchte es aber auf jeden Fall mal ausprobieren.

Zitat
Die Ackerbohnen hätte ich als Gründung dichter gesäht, alle 4-6cm eine mit dem selben Reihenabstand.
Aber auch da, wie bricht man sowas feuchtes um, wirklich vernünftig gewurzelt haben sie zwar noch nicht, aber bis das zumindest halb verrottet ist, dauerts auch wieder und blockiert die Beete zur Hauptfrühjahrsbestellung.
Flächen, ich die ich so eine Winterkultur einsähe, bestelle ich immer mit einer späten Frucht, damit ich genug Aufwuchs bekomme. Hier könnte ich an Chicoree oder Zuckerhut denken, dafür ist noch genug Zeit. Ich bestelle nicht alle Flächen zum Frühjar mit allem was geht. Zum einen würde ich dann mehr erzeugen als mit lieb ist und wir verarbeiten können, zum anderen sollen die Flächen so ein wenig ruhen.
Gesäht habe ich übrigens breitwürfig. Saatstärke etwas überhalb der Empfehlung des Vermarkters.

Zitat
Hast du Erfahrungen mit dem Ramtillkraut? Soll im Gegensatz zu Phacelia zuverlässig abfrieren.
Nein, finde ich weniger Interessant bisher. Ich suche ja gerade Kulturen, die nicht abfrieren. So hab ich die Bedeckung über den Winter. So kann ich die Zwischenkultur gezielt räumen und habe die Wurzelmasse noch unverrottet im Boden. Die Struktur hält so länger an. Ich konzentriere mich dann wie gesagt auf die Flächen, die erst spät bestellt werden. Gerade Inkarnatklee finde ich da perfekt. Nach dem abmähen braucht man nicht mal umgraben, er wächst nicht mehr auf. Der Aufwuchs als Mulch hält das gesamte Jahr über (siehe Bild, links, war mitte Oktober, auf der Fläche stand eine Melone).


Inkarnatklee nach 5 Monaten


Da ich immer durchwechsle, kommt so jede Fläche mal dran. Zusätzlich versuche ich immer eins von zwölf Beeten komplett raus zu nehmen und eine Sommerzwischenfrucht rein zu sähen, irgendwelche Blühmischungen bspw..
Auch wenn mal ein Streifen frei wird und nicht mehr vernünftig bestellt werden kann, kommt irgednwas drauf. Letztes Jahr z.B. Sonnenblumen-Sommerwicke-Gemenge.


Sonnenblumen-Saatwicke


Sonnenblume friert gut ab, Sommerwicke eher nicht so. Im Winter dann umgegraben.

Zitat
Was mich persönlich interessieren würde wäre auf lange Sicht Strip-Till mit Gemüse. Zumindest die grobsamigen bzw vorgezogene wie Kohl usw. Also zumindest Presstopffähig sollte es sein.
Tomaten letztes Jahr auf abblühenden Feldsalat als Tastversuch waren ok, wurde aber später durch den vielen Regen und die Pflegearbeiten zerstört. Bei Tomaten trampelt man einfach zuviel rum.

Ich denke jetzt eher an Broccoli, Blumenkohl bzw Wirsing, bin mir bei letzterem aber nicht sicher wegen Sclerotina.

Prinzipiell soll bestimmtes Gemüse ja möglich sein:
https://www.bauernzeitung.ch/news-archiv/2015/pfluglos-geht-auch-im-gemuese/
In die Richtung wird es bei mir auch gehen.
Man muss aber damit leben, dass wenn ich so etwas umsetzen will, Abstriche bezüglich der Bestellung mit anderen Kulturen machen muss. Um Roggen oder Inkarnatklee zuverlässig abzumurksen, muss er auch erst mal geschossen sein, sonst kommt er wieder hoch.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Monti am 19. März 2017, 16:59:58
Thema Direktsaat und Messerwalze (Die Berichte mit PDF's und besserer Übersicht sind am Ende der Seite):
http://www.bioaktuell.ch/pflanzenbau/ackerbau/bodenbearbeitung/pilotbetriebe/boehler.html
Für späte Kulturen durchaus interessant. Der Pflug (für uns Umgraben) hat Ertragsmäßig im großen und ganzen aber die Nase vorn.
Die Vor- und Nachteile sind gut beschrieben, finde ich. Ähnliche Versuche gibts auch mit Sojabohnen.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: thuja thujon am 19. März 2017, 22:49:22
Ich bestelle nicht alle Flächen zum Frühjar mit allem was geht. Zum einen würde ich dann mehr erzeugen als mit lieb ist und wir verarbeiten können, zum anderen sollen die Flächen so ein wenig ruhen.
sollte ich vielleicht auch mal machen, um die grüne Brücke zu durchbrechen.
Das was mich zum anbauen am ehesten interessiert, muss überwiegend im Frühjahr rein. Buschbohnen erst ab Sommer, da könnte ich dran arbeiten wenn keine Samen gebraucht werden, ok.
Mein Garten ist leider nicht durch übermäßige Größe gesegnet.
Die Hälfte vom Garten leer kann ich mir nur schwer vorstellen. Auch eine Gelegenheit für Gründung finde ich nicht, wird was im August frei, kommen Bohnen oder Feldsalat rein oder es wird was mit kurzer Entwicklungszeit gepflanzt. Oder Kohl oder was anderes für den Herbst.

Ein Jahr auf einem Beet sieht manchmal so aus: Radieschen, Salat, Bohnen, Blattkohl, Feldsalat.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: thuja thujon am 19. März 2017, 22:54:21
In die Richtung wird es bei mir auch gehen.
Man muss aber damit leben, dass wenn ich so etwas umsetzen will, Abstriche bezüglich der Bestellung mit anderen Kulturen machen muss. Um Roggen oder Inkarnatklee zuverlässig abzumurksen, muss er auch erst mal geschossen sein, sonst kommt er wieder hoch.
Auch Gemüse ist Gründung. Zwischen Pflücksalat kann man Tomaten pflanzen, die schaffens schon raus. Dort wo die Tomaten hinsollen, die 3 Pflanzen komplett abernten und mit Stiel essen (kleingeschnitten). Wenn der Rest Pflücksalat soweit fertig ist, sind die Tomaten unten entblättert und es wird Zeit für Basilikum. Den habe ich lieber spät, weil ich keinen blühenden Basilikum brauche, wenn gerade erst die allerersten Tomaten reif werden.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Talpini am 20. März 2017, 21:38:57
Ich hab letzten Sommer Inkarnatklee zwischen die Paprikapflanzen im Freiland gesät. Wenn man das macht, nachdem die Paprika bereits ein wenig gewachsen sind, kann man meiner Meinung nach keine Konkurrenzsituation feststellen. Zweimal hab ich den Klee halt geschoren, damit er nicht zu hoch wird und das Mähgut liegen gelassen. Nach dem ersten Frost hatte der Inkarnatklee das das Beet für sich alleine und hat den Boden weiterhin gut bedeckt. Ich hab ihn jetzt gehäckelt, sobald die Pfahlwurzel ab ist geht er zuverlässig ein - der Frost hat da keine Schäden hinterlassen. Nächstes Wochenende kommen da dann Karotten ins Beet, da sammel ich das vertrocknete oberirdische Grünzeugs vorher ein.

Zwischen den Paprika mach ich das dieses Jahr wieder so, bei den Zucchini nicht mehr. Da hatte ich das wie bei den Paprika gemacht, aber Zucchini und Inkarnatklee haben gemeinsam Mehltau bekommen. Bei Paprika + Inkarnatklee war das so nicht zu beobachten.

Roggen als überwinternde Gründüngung mit Saat im letzten November hab ich auch gemacht, aber das treibt erst jetzt so richtig durch und vermutlich ist es genau dann erstmalig komplett durchwurzelt, wenn ich das Beet für die nächste Kultur rode. Das ist OK, wenn ich das Beet erst im Mai benötige, aber ein Problem, wenn da noch Feldsalat oder Spinat als Vorkultur hin soll bzw. wie bei Möhren die Aussat im März gemacht wird.

Achso: Das Saatgut für Inkarnatklee hat ca. 5 Jahre auf dem Buckel und hat gut gekeimt, den Roggen hab ich in der Küche abgezweigt.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Monti am 21. März 2017, 22:23:04
Ich bestelle nicht alle Flächen zum Frühjar mit allem was geht. Zum einen würde ich dann mehr erzeugen als mit lieb ist und wir verarbeiten können, zum anderen sollen die Flächen so ein wenig ruhen.
sollte ich vielleicht auch mal machen, um die grüne Brücke zu durchbrechen.
Das was mich zum anbauen am ehesten interessiert, muss überwiegend im Frühjahr rein. Buschbohnen erst ab Sommer, da könnte ich dran arbeiten wenn keine Samen gebraucht werden, ok.
Mein Garten ist leider nicht durch übermäßige Größe gesegnet.
Die Hälfte vom Garten leer kann ich mir nur schwer vorstellen. Auch eine Gelegenheit für Gründung finde ich nicht, wird was im August frei, kommen Bohnen oder Feldsalat rein oder es wird was mit kurzer Entwicklungszeit gepflanzt. Oder Kohl oder was anderes für den Herbst.

Ein Jahr auf einem Beet sieht manchmal so aus: Radieschen, Salat, Bohnen, Blattkohl, Feldsalat.
Deine Fruchtfolge sieht so nicht optimal aus, meine ich. Viele Kulturen = viel Bodenbearbeitung? Zumindest sind alles Hackfrüchte (beim Feldsalat könnte man sich streiten...). Aber du musst selbst wissen, ob du lieber erntest oder mal alle paar Jahre auf einen Teil zu gunsten der Bodenkonservierung verzichtest.
In die Richtung wird es bei mir auch gehen.
Man muss aber damit leben, dass wenn ich so etwas umsetzen will, Abstriche bezüglich der Bestellung mit anderen Kulturen machen muss. Um Roggen oder Inkarnatklee zuverlässig abzumurksen, muss er auch erst mal geschossen sein, sonst kommt er wieder hoch.
Auch Gemüse ist Gründung. Zwischen Pflücksalat kann man Tomaten pflanzen, die schaffens schon raus.
Würde ich so nicht sehen. Klar, irgendeine Unterpflanzung ist besser als keine. Das bischen Salat und Basilikum ersetzt aber keine vernünftige Zwischenfrucht. Bei der Kombi Salat/Tomate/Basilikum hast du den Ertragsgedanken ja auch im Vordergrund, weniger den der Bodenkonservierung. Wenn ich eine Zwischenfrucht anbaue, habe ich ja ein Ziel wie Strukturbildung, Humusaufbau, bodenbürtige Krankheiten unterdrücken oder Nährstoffe halten vor Augen. Und in dieser Hinsicht ist nicht jede Kultur gleichwertig.


@Talpini: Danke für die Info mit dem Saatgut, wie alt es war!
Paprika im Freiland muss ich gar nicht erst versuchen, das wird hier nichts. Zumindest wenn nicht in geschützterer Lage. Aber so "Untersaaten" muss ich auch mal testen. Bei Paprika ists ja recht einfach zu kontrollieren, da sie in weitem Abstand stehen und nicht so breit werden. Bei Zucchini unten heraus zu mähen ist ja auch nicht gerade einfach.
Wie hoch war denn dein inkarnatklee dann immer, wenn du in geschnitten hast?
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Talpini am 21. März 2017, 22:40:04
Zitat
@Talpini: Danke für die Info mit dem Saatgut, wie alt es war!
Paprika im Freiland muss ich gar nicht erst versuchen, das wird hier nichts. Zumindest wenn nicht in geschützterer Lage. Aber so "Untersaaten" muss ich auch mal testen. Bei Paprika ists ja recht einfach zu kontrollieren, da sie in weitem Abstand stehen und nicht so breit werden. Bei Zucchini unten heraus zu mähen ist ja auch nicht gerade einfach.
Wie hoch war denn dein inkarnatklee dann immer, wenn du in geschnitten hast?

Der Inkarnatklee war recht dicht gesät und wird erst höher, wenn die Ranken mehrlagig übereinander liegen. Geschnitten / gerupft habe ich, wenn die liegenden Ranken ca. 15cm -20 cm lang waren. Bei Zucchini waren die Ranken bald Urwald und die Durchlüftung war nicht mehr ideal, vermutlich auch eine Ursache für den Mehltau. Wie du schon geschrieben hast, geht das bei Paprika viel besser.

Etwas Offtopic: Dass Paprika im Freiland schwierig sind, hatte ich lange auch geglaubt, aber bei frühreifenden Sorten und langer Vorkultur ging dass besser als erwartet.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: thuja thujon am 21. März 2017, 23:13:26
Deine Fruchtfolge sieht so nicht optimal aus, meine ich. Viele Kulturen = viel Bodenbearbeitung? Optimal ist anders, ja. Ich brauche nicht wenden danach, es reicht die obersten 2-4cm mit dem Wiesel zu mischen/lockern und darin neu einzusäen. Hacken gegen Unkraut ist eher ein Problem, wenns dumm läuft 2 mal nötig bis die Radieschen fertig sind, manchmal reicht auch keinmal. Salat braucht einmal wenn die Startdüngung greift, Bohnen 2-3 mal bis Reihenschluss, Blattkohl ein- bis zweimal, Feldsalat auch 1-2 mal. Macht in der Summe rund 13 mal Bodenoberfläche lockern im Jahr. Das ist zuviel, ich weiss. Mit dem Laubrechen bin ich aber noch nicht soweit, dass ich das Unkraut rauskriege ohne die Bodenkrümel zu zerstören. Da muss ich noch üben und wohl auch weniger giessen.

Das bischen Salat und Basilikum ersetzt aber keine vernünftige Zwischenfrucht. Bei der Kombi Salat/Tomate/Basilikum hast du den Ertragsgedanken ja auch im Vordergrund, weniger den der Bodenkonservierung. Wenn ich eine Zwischenfrucht anbaue, habe ich ja ein Ziel wie Strukturbildung, Humusaufbau, bodenbürtige Krankheiten unterdrücken oder Nährstoffe halten vor Augen. Und in dieser Hinsicht ist nicht jede Kultur gleichwertig.
Wenn ich auf einem Beet für ein halbes Jahr oder länger kein Gemüse mache bzw mit Gründung einsäe, habe ich dadurch auch selten wirklich nachhaltige Verbesserungen festgetsellt. Das war oft eher wie die Frostgare, schneller wieder weg als man gucken kann. Also was ich meine ist, das nach einem dreiviertel Jahr Roggen der Boden untendrunter nicht vor lauter Würmern strotzt und alle Krümel lebendverbaut stabilisiert sind. Die Bauern machen hier eher 2 Jahre konservierende/aufbauende Kulturen, auch Winterungen, und dann eher nur ein Jahr Gemüse. Da fehlt mir die Verwertung, wenn ich hier Getreide machen würde, gäbs wohl nur Mäuse. Ich hätte gerne was, womit ich die Fruchtfolge sinnvoll etwas auflockern könnte.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Monti am 23. März 2017, 19:40:34
Wenn ich auf einem Beet für ein halbes Jahr oder länger kein Gemüse mache bzw mit Gründung einsäe, habe ich dadurch auch selten wirklich nachhaltige Verbesserungen festgetsellt. Das war oft eher wie die Frostgare, schneller wieder weg als man gucken kann. Also was ich meine ist, das nach einem dreiviertel Jahr Roggen der Boden untendrunter nicht vor lauter Würmern strotzt und alle Krümel lebendverbaut stabilisiert sind. Die Bauern machen hier eher 2 Jahre konservierende/aufbauende Kulturen, auch Winterungen, und dann eher nur ein Jahr Gemüse. Da fehlt mir die Verwertung, wenn ich hier Getreide machen würde, gäbs wohl nur Mäuse. Ich hätte gerne was, womit ich die Fruchtfolge sinnvoll etwas auflockern könnte.
Wie wäre es, einen Teil des Beetes mit Kleegras (Rotklee, Weidelgras) einzusähen. Den Aufwuchs, am besten erst wenn Stängel vorhanden, schneidest du und benutzt ihn als Mulch für andere Beete. Dann brauchst du auch nicht mehr, oder wenigstens weniger Hacken. Nach einem Jahr brichst du die Fläche um und wechselst auf die nächste. Mit dem Mulch sollten die Regenwürmer schon kommen. Die Bodenstruktur soll nach dem Anbau von Kleegras besser sein als nach den meisten anderen Kulturen.
In der Landwirtschaft ist z.B. der Anbau von Mais nach Kleegras optimal. Der eingebrachte Humus und die Struktur bieten dem Mais wohl sehr gute Bedingungen. Auch zum Aufbau von Humus kommt man an Gras-Leguminosen-Kombinationen nicht herum. Für Gemüsebaubetriebe ohne Versorgung mit Gülle/Mist/Kompost in größeren Mengen eigentlich unumgänglich.
Ist nur so eine Idee, selbst ausprobiert hab ichs noch nicht. Das Weidelgras kann allerdings was abl, das muss man schon gut deckend umgraben um es klein zu bekommen. Spritzen ginge auch, wenn man wollte. Ein Bauer hier säht nach Kleegras Mais oder dieses Jahr hauptsächlich Erbsen-Hafer-Mischung.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: thuja thujon am 23. März 2017, 20:35:14
Kleegras hatte ich auch schon überlegt, weils eben `das beste´ für die Struktur sein soll. Das gilt für die gräserlastigen Fruchtfolgen auf dem Acker, hier ist es umgekehrt, fast nur Dikotyle, ich muss das neu ausdenken. Gibt auch keine Versuche vom Thema zu finden.
Bin gerade am recherschieren mit Leguminosenmüdigkeit, da ich die letzten Jahre viel Buschbohnen hatte. Das erste Gefühl, wenig Raum für Leguminosen. Getreide pur wäre noch eine Option, da trau ich mich aber auch nicht ran, weil ich hier die Mäuse extrem habe, direkte Nachbarschaft ist alte Ruderalfläche. Brombeeren über Holunder usw.

Humus ist kein Problem, da ist zu viel drin. Abbau statt Aufbau ist hier angesagt, wenn man dem Grundwasserschutz gerecht werden will.

Ich werde jetzt erstmal Tagetes säen, nebenbei (vorher die Proben gezogen) Differenzialdiagnose in Töpfen machen.
http://www.bodenfruchtbarkeit.org/179.html

Die Methodik der Landwirte, Kleegras, pfluglos oder egal was bzw was förderfähig ist, da habe ich mich eingelesen, hier siehts aber leider eher genau umgekehrt mit den Fruchtfolgen aus, und das Szenario kennt niemand.
Mais könnte ich mir für nächstes Jahr vorstellen, was rotes oder den mit den großen Körnern. Müsste ich noch geeignete Sorten rausfinden.
Nach Tagetes im Mai 2017 bis dahin Brache (4.18), da muss ich mich wohl noch selbst überzeugen. Halbes Jahr nackiger Acker, puhhh.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Monti am 23. März 2017, 21:04:46
Die Methodik der Landwirte, Kleegras, pfluglos oder egal was bzw was förderfähig ist, da habe ich mich eingelesen, hier siehts aber leider eher genau umgekehrt mit den Fruchtfolgen aus, und das Szenario kennt niemand.
Meinst bei dir im Garten oder bei dir in der Region siehts umgekehrt aus?
Zitat
Mais könnte ich mir für nächstes Jahr vorstellen, was rotes oder den mit den großen Körnern. Müsste ich noch geeignete Sorten rausfinden.
Nach Tagetes im Mai 2017 bis dahin Brache (4.18), da muss ich mich wohl noch selbst überzeugen. Halbes Jahr nackiger Acker, puhhh.
Komme da nicht ganz mit... Brache um Humus abzubauen? Dann wäre der Anbau von Mais, Kartoffeln, Kohl oder so vermutlich noch förderlicher. Die Kombination zu viel Humus und keine Struktur ist wirklich ungewöhnlich. Allerdings ist kein Humus und keine Struktur nicht besser. So siehts auf dem Acker aus, auf dem wir unsere Kartoffeln (mit) anbauen. Gehört uns aber auch nicht, sonst hätte ich längst was unternommen.

So schaut der Boden übrigens unter dem Inkarnatklee-Mulch, der im Mai/Juni aufgebracht wurde, im Oktober aus. (Zugegeben, kein optimales Bild...)
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: thuja thujon am 23. März 2017, 21:18:57
Das Foto ist ok, so fett ists bei mir nicht, ich komm mit dem Sauzahn ohne Probleme durch den ebenso lehmhaltigen Boden durch. Das ständige lockern, hacken usw verhindert einen stabilen Krümelaufbau, deswegen Verschlämmproblematik und deswegen bin ich auch nicht zufrieden.

Die Bauern machen hier neben Gemüse auch mal Mais, Weizen oder Raps, das sind Früchte, mit denen kann ich im Garten nix anfangen. Bei denen ists das Brot. Mais geht für mich noch, Fischfutter, ok, fressen mir aber die Mäuse weg, klettern die Stängel hoch und schälen die Kolben von innen bevor man ans ernten kommt... Suboptimal...

Zuviel Humus, altes Gartenland, Gartenboden par excellence, zuviel P, zuviel K, viele Nährstoffe und trotzdem weniger Ernte als der Bauer, vieles ist angefressen oder Tintenfischkarotten usw, Bauer trumpft mit sinnvollerer Fruchtfolge und weniger Nährstoffen im Boden.
Ich brauche nichts mehr aufbauen, ich leide darunter, dass der Boden `zu gut´ ist.

Das Szenario kennt niemand, aber nach dem Optimum wirds nicht mehr besser und 10 Jahre später weiter verbessert muss man mal ehrlich zu sich selbst sein und auch mal reflektieren.
Das ist gerade mein Problem. Das glaube ich nicht nur, das sieht man auch. Auch wenn durch den ein oder anderen Kniff immernoch mehr rausspringt als von einem normalen 08/15-Gemüsegarten, es läuft nicht optimal. Schwer zu erklären...
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Monti am 26. März 2017, 18:43:13
Der Inkarnatklee war recht dicht gesät und wird erst höher, wenn die Ranken mehrlagig übereinander liegen. Geschnitten / gerupft habe ich, wenn die liegenden Ranken ca. 15cm -20 cm lang waren. Bei Zucchini waren die Ranken bald Urwald und die Durchlüftung war nicht mehr ideal, vermutlich auch eine Ursache für den Mehltau. Wie du schon geschrieben hast, geht das bei Paprika viel besser.

Etwas Offtopic: Dass Paprika im Freiland schwierig sind, hatte ich lange auch geglaubt, aber bei frühreifenden Sorten und langer Vorkultur ging dass besser als erwartet.

Ach so, ganz vergessen:
Sicher dass du Inkarnatklee meinst? Der hat keine Ranken. Das was du beschreibst, hört sich nach Wicken an. Die Ranken. Haben gefiederte blätter und blühen Violett-Blau.
Hab zwei mal Paprika im Freiland versucht. Einmal im Hochbeet und einmal in Töpfen vorm Haus. Wurde beides nichts rechtes. Auberginen gehen da noch etwas besser aber auch nicht so schön.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Conni am 26. März 2017, 22:41:32

Hab zwei mal Paprika im Freiland versucht. Einmal im Hochbeet und einmal in Töpfen vorm Haus. Wurde beides nichts rechtes. Auberginen gehen da noch etwas besser aber auch nicht so schön.

Auch wenns immer noch OT ist: Der Erfolg von Paprikaanbau im Freiland ist hierzulande vor allem sortenabhängig - jedenfalls nach meiner Erfahrung. Die meisten Sorten, die ich versucht habe, waren nicht überzeugend (funktionieren aber im Gewächshaus wunderbar). 'Rote Augsburger' baue ich seit Jahren im Freiland an und die Erträge (an ausgereiften, roten Früchten) waren in allen Jahren gut.

Mit der Saat von Inkarnatkleewar ich zu spät dran im Herbst, das ist nichts mehr geworden.  :-[ In diesem Jahr wird alles besser.  ;)
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Talpini am 29. März 2017, 22:21:15
Der Inkarnatklee war recht dicht gesät und wird erst höher, wenn die Ranken mehrlagig übereinander liegen. Geschnitten / gerupft habe ich, wenn die liegenden Ranken ca. 15cm -20 cm lang waren. Bei Zucchini waren die Ranken bald Urwald und die Durchlüftung war nicht mehr ideal, vermutlich auch eine Ursache für den Mehltau. Wie du schon geschrieben hast, geht das bei Paprika viel besser.

Etwas Offtopic: Dass Paprika im Freiland schwierig sind, hatte ich lange auch geglaubt, aber bei frühreifenden Sorten und langer Vorkultur ging dass besser als erwartet.

Ach so, ganz vergessen:
Sicher dass du Inkarnatklee meinst? Der hat keine Ranken. Das was du beschreibst, hört sich nach Wicken an. Die Ranken. Haben gefiederte blätter und blühen Violett-Blau.
Hab zwei mal Paprika im Freiland versucht. Einmal im Hochbeet und einmal in Töpfen vorm Haus. Wurde beides nichts rechtes. Auberginen gehen da noch etwas besser aber auch nicht so schön.

Nönö, das ist schon Inkarnatklee. Winterwicken hatte ich in einer Blumenmischung drin, das ist zumidest in meinem schweren Boden sehr besitzergreifend. Inkarnatklee ist zahmer. Dummerweise hab ich kein Foto mit den Paprikas gefunden, aber im zugewucherten Kürbis / Zucchinibeet. Da kann man ein wenig erraten, was ich mit Ranken meine - die etwas länglichen Triebe zwischen den leckeren Kürbissen halt.
(http://)
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Monti am 19. April 2017, 19:32:45
Ja stimmt, war nur leicht irritiert von den Ranken ;)

Mein Wicken-Roggen-Gemenge hat nun über einen Meter Höhe. Der Wind oder die Katzen drücken ihn immer wieder um. Wenn der Roggen die Fahne schiebt, schneide ich ihn ab.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Monti am 05. Mai 2017, 22:18:53
Gute Struktur im Erdballen unter dem Roggen. Auch den Regenwürmern gefällts. :)
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Nina am 14. Februar 2018, 17:14:25
Ich habe im Oktober noch sehr spät Phacelia ausgesät. Nun war es so mild, dass der zarte Frost ihm nichts anhaben konnte. Wie lange soll ich ihn stehen lassen? Oder soll ich warten bis er blüht? Eigentlich war die Fläche für Kartoffeln vorgesehen. Aber ich bin da flexibel.  ;)
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Effi B. am 14. Februar 2018, 17:51:39
Ging uns ähnlich die letzten Jahre, Phacelia scheint doch einiges an Frost abzukönnen. Wir ließen sie einfach stehen. Erst als das Beet irgendwann im Frühjahr gebraucht wurde, wurde sie verwurschtelt.
Phacelia ist klasse, neutral und umgänglich, sieht sogar nett aus.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Nina am 14. Februar 2018, 18:00:08
Alles klar! So werde ich es dann auch machen.  :)
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Effi B. am 14. Februar 2018, 19:32:17
Phacelia samt sich gerne aus, das geht rappzapp. In manchen unbenutzten Ecken mit schlechtem Boden kommt mir das sehr entgegen, da überlass ich sie ihrem Willen, soll sie wuchern. Im Gemüsebeet lass ich sie vereinzelt auch ein bisschen vor sich hin nomadieren, halte sie aber gut im Blick. Wird sie zwischen Salaten und so zu groß und stört, zuppel ich sie raus und lass die i.d.R. noch kleinen Pflanzen einfach liegen, als Frischmulch. Wir haben Phacelia erst seit 3-4 Jahren, inzwischen sind wir uns einig. Sympathische Sache.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: thuja thujon am 14. Februar 2018, 23:00:07
Phacelia braucht hier im Frühjahr wenigstens 2-3 Wochen nach dem einarbeiten, bis man das Beet wieder mit nicht allzu feinsamigem Gemüse besäen kann.
Vor Kartoffeln, wenns keine Frühkartoffeln sind, würde ich einarbeiten und evtl. nochmal falsches Saatbett machen.
Bei Frühkartoffeln, jetzt abmähen und zerkleinert einarbeiten, Dämme gleich vorhäufeln zum schnelleren abtrocknen und erwärmen. 

@Monti: hast du noch ein Foto einer Spatenprobe von der Roggenfläche nach der Ernte vom Folgegemüse? Oder was stand drauf, wie sieht die Spatenprobe aktuell aus oder was ist mit diesem schönen Gekrümel unter dem Roggen seit dem letzten Foto passiert?
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Monti am 18. Februar 2018, 12:28:08
Bilder nach/bei der Ernte vom Sellerie, der auf der Roggenfläche stand, hatte ich ja hier noch gepostet:
https://forum.garten-pur.de/index.php/topic,50762.msg2991631.html#msg2991631

Nach der Sellerieernte mitte November hab ich nichts mehr eingesäht. Das Sellerie-Grün hab ich auf der Fläche verteilt, Kompost drauf und im Dezember dann flach umgegraben.

Momentan schauts so aus:






Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: thuja thujon am 18. Februar 2018, 21:36:14
Wenn dein Speckboden seit Dezember auch so glattgeregnet ist, bin ich ja beruhigt.
Hier ist noch an nichts zu denken.
Jetzt friert das, was von den Krümeln übrig geblieben ist, nachts wenigstens wieder etwas hoch.
Wird vielleicht doch noch fast alles möglich sein wenns mal abtrocknet.

Nächste Woche versuche ich mal endlich ein paar Spatenproben zu fotografieren. Die letzte ist mir auseinandergefallen.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Monti am 20. Februar 2018, 18:20:35
So glatt finde ich ihn ehrlich gesagt gar nicht aber sind auch nicht die besten Fotos.
Wird vielleicht doch noch fast alles möglich sein wenns mal abtrocknet.
Was meinst damit?
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: thuja thujon am 20. Februar 2018, 23:10:56
Glatt: wenn man genau hinguckt, Mikroerosion, dann liegen die groben Sandkörner obenauf und die Feinanteile (Schluff) sind abgespült nach unten. Trocknen diese aus gibts Risse und Krusten, die Bodenatmung wird eingeschränkt.
Geau das ist mein Hauptproblem mit meinem Lehmboden, die Krümelstabilität lässt zu wünschen übrig.
Dein Boden ist etwas speckiger und stabiler, aber ich bin da gerade so gebranntmarkt und drauf fixiert, dass ich die Anfänge auch bei deinem Boden erkennen kann.

@noch alles drin: Frostgare gabs hier noch keine außer wegen 2 Tagen im Herbst, die ist aber schon fast wieder kaputtgeregnet. Auch auf hier im Herbst umgegrabenen tonigen Böden. Die großen Kluten fallen trotzdem noch recht fein auseinander.
Jetzt ist Frost gemeldet, das unterstützt das Bröseln wieder etwas, aber eben nur Frostgare, keine Schattengare oder Gare der Lebendverbauung.
Durch die Frostgare bekommt man aber später die Kluten schön zerkleinert, wenns mir oder uns hier dann gelingen würde, dass nach dem glattziehen oben noch genug grober Boden liegen bleibt, der vom Frost doch noch recht porös statt betonmäßig ist, dann ist hier noch fast alles drin was das nächste Jahr angeht. Weils eben nicht gleich verschlämmt und beste Saatbediengungen ergibt.

Ansonsten haben wir nach dem vielen Regen im Oktober und fehlendem Frost im November schon gesagt das das Gemüsejahr 2018 nichts wird. Das will ich gerade etwas revidieren.

Ich freue mich also aktuell darüber, dass es trotz der miesen Herbstwitterung bis Ende Januar danach aussieht, dass der Frost noch ein paar Fehler in der Bodenpflege auszubügeln scheint.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: thuja thujon am 16. Juli 2018, 18:49:24
Nach den Frühkartoffeln habe ich das Beet 2 Wochen liegen lassen, anfangs einmal bewässert dass Unkraut keimen kann. Hat den Vorteil, man macht es klein wenn man das nächste aussäht und schon ist ein Teil weg.
Vor ein paar Tagen kam Tagetes rein:
(http://up.picr.de/33252281qw.jpg)

Nach dem Grubbern vor 2 Wochen nur noch mit dem Gartenwiesel durch, Samen drauf, vorsichtig eingerecht und angewalzt mit der Eigenbauwalze:
(http://up.picr.de/33252282cp.jpg)

Das fast täglich wässern bei der warmen Sonne hat sich bezahlt gemacht, gut aufgelaufen. Die Bodenoberfläche ist auch noch ok, nicht verschlämmt, der Boden kann noch atmen: 
(http://up.picr.de/33252283hl.jpg)

Gestern gabs Schneckenkorn, heute Stickstoffdünger. Ab jetzt kanns wachsen und wird deutlichst trockener gehalten.
In 1-2 Wochen muss ich wohl noch einmal Unkraut jäten.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Nemesia Elfensp. am 28. Juli 2018, 21:53:35
Gestern gabs Schneckenkorn, heute Stickstoffdünger. Ab jetzt kanns wachsen und wird deutlichst trockener gehalten.
In 1-2 Wochen muss ich wohl noch einmal Unkraut jäten.
ok, das war am 16.7.  - er zähl mal, wie es weiter gegangen ist in Anbetracht der vergangenen 12 Tage Hitze, oder hat es bei Euch zwischendurch geregnet?

Aktuell haben wir nun das erste mal seid Wochen unter 20°C (17,7°C) nach einem mittleren Gewitterschauer nach vielen Wochen Trockenheit.
Ich mach mal morgen eine Spatenprobe.........ich nehme noch Wetten an. Bestimmt ist der Oberboden nur 1,5 cm durchnässt.............wenn überhaupt so viel ::)

.................aber trotzdem könnte es genau der richtige Zeitpunkt sein um in aller Eile einen Teil des Gemüsegartens schleunigst mit Gündüngung einzusäen, denn für kommenden Mittwoch und Donnerstag gabs auf agrarheute.com für unsere Region noch einmal eine Regenvorhersage.
Hoffentlich wird das was, denn dann könnte es auch mit der Keimung der Gründüngung klappen ::) ..................und das wiederum könnte uns einen guten Start ins Gemüsejahr 2019 ermöglichen.


Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: thuja thujon am 29. Juli 2018, 08:41:35
Läuft alles bestens, ich mach nachher mal Fotos.

Wässern tu ich so dass die jungen Wurzeln den Anschluss an die Feuchtigkeit im Unterboden bekommen. Also anfangs mehr solange sie nur 2cm lang sind und später nur noch so viel, dass es nicht schneller austrocknet als die Wurzeln nach unten wachsen können. Zwischendrin hats rund 25mm runtergeblattert. Also Wasser eigentlich kein Thema. Nach dem Starkregengewitter waren einige Pflanzen gekippt und die Blattränder im Lehm einbetoniert, konnten sich nicht mehr von selbst aufstellen. Die habe ich nochmal freibewässert (kurz anfeuchten mit feinem Strahl 15min später fein abspülen), jetzt steht wieder alles wie ne eins.

Bei Tagetes ist Unkrautfreiheit ja mit entscheidend für den Erfolg. Das Unkraut legt bei der Hitze recht unterschiedliches Verhalten an den Tag.
Hirse ist gleich gekeimt, reagiert gut auf den Dünger und lässt sich gut ziehen.
Kohlgänsedistel braucht etwa 2 Tage länger zum keimen, folgert auch etwas so dass vor ein paar Tagen immenroch ganz junge zu sehen waren. Entwicklung eher langsam bei den hohen Bodentemperaturen, lässt sich nicht gut ziehen. Hab mal mit nem Bratenthermometer gemessen, da waren es vormittags 40°C.
Portulak braucht noch etwas länger zum keimen und kommt dann aber innerhalb von 3 Tagen fast komplett. Reagiert auch gut auf Dünger, die ganz jungen Pflanzen leiden aber im Moment etwas an Trockenheit. Lassen sich trotzdem gut ziehen.
Vogelmiere keimt recht gleichmäßig, braucht auch nicht lange bis sie Jätegröße erreicht hat.
Einjähriges Rispengras habe ich noch keins gesehen. Keimt wohl erst im Herbst wieder.

Unterm Strich hätte einmal jäten um heute rum gereicht, hatte aber früher angefangen weil ich nicht nach dem wässern oder Regen ins Beet gehe. Bei 35°C im Schatten macht jäten in der Sonne keinen Spaß. 2 mal 10 Minuten habe ich jetzt etwa gebraucht, insgesamt kamen ca. anderthalb Liter locker gestapeltes Unkraut zusammen.

Heute der letzte Durchgang wegen Kohlgänsedistel. Weil die drückt sich auch durch wenn der Tagetesbestand eigentlich schon zu ist. Vielleicht bewässere ich auch nochmal einen mm und jäte 2-3 Stunden später damit ich die ganz jungen besser ziehen kann.

Nemi, der Regen sollte ausreichen um Saat keimen zu lassen. Für Sandhafer ists aber noch ein bisschen früh. Es sei denn der hat ne Wuchsbremse die nächsten 4 Wochen wenn er wegen Trockenheit stagniert und erst im Herbst wieder richtig loswächst. Ich säe meinen dieses Jahr nicht vor Ende September.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Nemesia Elfensp. am 30. Juli 2018, 23:49:34
Für Sandhafer ists aber noch ein bisschen früh.
Jup, das denke ich auch. Sonnenblumen, Klee,Tagetes oder Bitterlupine war eigentlich meine Planung.........ich bin noch unentschlossen - ich könnt ja auch mischen ::) ;D Am Ende ist's schon fast egal, hauptsache fruchtneutral und der Boden ist bedeckt.
Aber nach unserem Wetterbericht muss die Saat morgen in die Erde, wenn sie von dem bisschen Regen profitieren soll.


Deine selbstgebaute Gartenwalze gefällt mir immer wieder sehr. Wo hattest Du sie noch gleich vorgestellt?
Bitte spendier doch mal ne "Zubehör- und DIY-Laufliste" zum nachbauen. Du hast sie doch erst letztes Jahr gebaut :D da kannst Du Dich doch bestimmt noch gut erinnern :-*

Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: thuja thujon am 31. Juli 2018, 00:37:08
Die Walze suche ich gleich nochmal raus. Schon ein Sahnestückchen, schade dass man sie nicht ständig braucht. Den Grubber finde ich nicht weniger genial.  ;D

Sonnenblume bringt Sclerotinia, Klee verträgt sich nicht mit Leguminosen wie Erbsen und Bohnen, Tagetes will 100 Tage damit es was bringt, Samenernte von jetiger Aussaat ist fraglich. Tagetes besser im Frühjahr oder noch besser spätes Frühjahr nach Schwarzbrache, Bitterlupine ist auch wieder Leguminsoe.

Was übrig bleibt sind Mais zum häckseln, habe ich die Tage auch wieder ausgesäht, wächst jetzt so spät noch ausreichend zum häckseln und der Mulch hält dann bis weit in den Frühsommer. Alternativ Winterroggen wenn man die `Grünmasse´ wieder verwurschtelt bekommt. Häckseln kann man den weniger und er bringt weniger Mulch obenrum, dafür besseren Wurzelfilz. Wenn man den nur grubbert und nicht noch mehr vergewaltigt ist das auch viel wert.

Nicht nur Grünmasse beachten, auch ans Unkraut denken. Zwischen Mais lässt sich gut hacken, es keimt aber ewig lang das Unkraut, da muss also mal ein `Hygienetag´ spätestens nach dem ersten Frost eingelegt werden. Roggen macht schneller die Reihen zu, für Faule mit der Sähmaschine saubere Reihen legen, ein- zweimal mit dem Grubber oder Gartenwiesel durchziehen, dann bleibt der sauber.

Unter den Reben habe ich Ölrettich/Phacelia gesäht, dort kommt nie Gemüse hin und so geht auch diese Mischung mal um den Stickstoff aufzufangen und noch ne späte Blüte und was für die Bodengesundheit zu haben.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: thuja thujon am 31. Juli 2018, 00:50:39
Habs Gefunden, bissl runterscrollen in
``Gründüngung im Gemüsebeet´´:
https://forum.garten-pur.de/index.php/topic,50762.msg2924697.html#msg2924697

wann gibst da denn mal bald Bilder?
Na wenn du schon so fragst  ;D, dann gibts die schon vorab. Wollte eigentlich erst später drüber schreiben.

Habe gerade überlegt, obs hier überhaupt in einen Gründungstrang reinpasst.
Ja, das tuts. Und zwar deswegen:
Beim Gründüngen und beim no-dig oder Pfluglos oder kein umgraben sind eigentlich die ersten 3-6 cm vom Boden entscheidend. Die müssen Luft durchlassen, dürfen also nicht verschlämmen, dort hängt der Großteil vom Humus, nicht zu fein wegen verschlämmen, nicht zu grob wegen feine Samen müssen noch gut keimen können.
Wenn man ständig nur flach hackt bzw mulch einarbeitet, also Sternfräse zB, 3cm tief, dann ist das oben alles locker. Wenns einmal draufregnet, hat man gröbere Krümel und durchs überlockern viel Feinerde dazwischen. Die viele Feinerde und das was die Regentropfen beim Aufprall aus den gröberen Krümeln rausschlagen, ist letzendlich die Masse, die die verschlämmte Kruste bildet und die Bodenatmung verhindert.
Wenn man lockere Haufen fester stapelt, sind sie stabiler.
Das kann eine Walze machen.
Zudem sorgt das rückverdichten mit der Walze bei Aussaaten oder bei Gründungmaterial für Bodenschluss, so das die Samen gut keimen oder die frische Pflanzenmasse gut verrotten kann.

Eine Walze gehört also eigentlich dazu, wenn man richtig Gründung machen will.
Gründüger wachsen lassen und untergraben, wenns doof läuft vertorft der unten im Boden und wenns anders läuft, wird der Humus durch die massive Bodenbewegung schon gleich verheizt, bevor er überhaupt richtig wirken kann. Perlen vor die Säue wäre das.

Also musste eine Walze her. Eine die nicht alles glatt hinterlässt oder gar verschmiert wie die Rasenwalzen, eine die auch auf kleinen Gemüsebeeten funktioniert und eine, die auch die Erde in 3-6cm Tiefe noch ausreichend rückverdichtet und nicht nur die ersten 2cm wie die Rasenwalzen.
Fertiges zu kaufen gibts nix, also im Müll gucken und aus Scheiße Gold machen.
Los gehts:
Abwasser oder Gasrohr aus Plastik, jedenfalls Baustellenabfall, 20cm breit, 17cm Durchmesser. Holzschrauben mit je 2 Muttern reingebohrt, um auch die etwas tieferen Bodenschichten mit zu erfassen und um etwas Struktur reinzubringen, Glattwalze taugt ja nix:
(http://up.picr.de/29975947mm.jpg)

Leergewicht war 1,5 kg, damit verdichtet man nix. Eine Betonfüllung bot sich an.
Armierungsgitter und Achsenhalterung und als Achse eine Gewindestange:
(http://up.picr.de/29975948yu.jpg)

Brett mit Frischaltefolie umwickelt, so bleibt der Kellerboden sauber:
(http://up.picr.de/29975949zm.jpg)

fertig mit Beton gestopft, warten bis es durchgetrocknet ist:
(http://up.picr.de/29975950ol.jpg)

Griff dran, endlich ist der Gardena-Streuwagen mal zu was zu gebrauchen:
(http://up.picr.de/29975951jm.jpg)

Übergang Achse zu Griff, die Gerüstbauösen waren keine gute Idee, wie sich später rausgestellt hat, die fallen raus.
(http://up.picr.de/29975952yy.jpg)

Kontrolle auf der Wagge, gut 9,5kg auf 20cm Arbeitsbreite, das ist schonmal nicht nichts.
(http://up.picr.de/29975953bh.jpg)

Im Februar Premiere beim Rasen säen, das Arbeitsbild sieht eigentlich gut aus. Oberfläche mit Struktur, bei Regen kann überschüssiges Wasser in die Löcher ablaufen, obendrüber verschlämmt auch deswegen weniger.
(http://up.picr.de/29975954eh.jpg)

Bis die 100qm in der Dämmerung fertig gewalzt waren, sind die Gerüstbauösen 3 mal aus dem Griff gefallen. Die Aufhängung/Lager ist das, was jetzt noch nicht fertig ist, weil zuviel anderes dazwischen kam. Egal, der Rasen war erstmal drin.
(http://up.picr.de/29975955kg.jpg)

3 Tage später, als der Boden etwas besser abgetrocknet war, bin ich nochmal mit einer wassergefüllten, handelsüblichen Glattwalze drüber, weil der Anpressdruck der kleinen Walze doch etwas zu gering war und die Wetterlage austrocknend und nirgendwo ein Wasseranschluss mit Wasser hinterm Ventil zum giessen in der Nähe. Der Boden war gut durchgefroren, bester Feuchtigskeitszustand zum bearbeiten, dann kann er auch mal die Glattwalze ab, ohne verschmieren usw.

Fazit: ich habe mir schon das nächste Plastikrohr geschrottelt, eine Art Drainagerohr, mit größerem Durchmesser (~40cm) und vom Oberflächenprofil her ähnlich einer Keilringwalze.

Infos zu verschiedenen Walzentypen kann man zB hier nachlesen:
www.topagrar.com/archiv/Grubber-Welche-Walze-passt-am-besten-151264.html/action%3Ddownload&usg=AFQjCNFxcRecye3JJnKjPZonAcY3yvoVZQ

Im Hobbygarten wohl ein Thema, das noch völlig unterrepräsentiert ist und Ausbaupotential hat.

Wie die grüne Walze zeigt, muss man sich auch keine riesigen, meist unnütz rumstehenden Geräte anschaffen, gerade für feine Samen oder Gründungrotte ankurbeln, es geht auch in klein.
Hier nochmal die Aufhängung in der überarbeiteten Version, Gerüstbauöse war Schrott, der Griff des Rasendüngerstreuerwagens ist breit genug um eine -^- drin zu verschrauben. Das hält mit den großen Unterlegscheiben bis jetzt super.
(http://up.picr.de/33252282cp.jpg)
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Nemesia Elfensp. am 31. Juli 2018, 13:09:35
Habs Gefunden, bissl runterscrollen in
``Gründüngung im Gemüsebeet´´:
Dankeschön fürs 'raussuchen! ..............ich hatte ein "Brett vor der Stirn" und nur in diesem Faden gesucht ::)

Den Grubber finde ich nicht weniger genial.  ;D
Jup, aber da bin ich ja mit meiner Radhacke versorgt :D da sind auch diese Gänsefußscharren dran, die schneiden die Beikrautwurzeln indem sie sie "unterfahren". Sehr energieschonend für die Gärtnerin und - dies ist m.M. nach besonders wichtig - der Boden wird mit dieser Methode nicht gewendet.

Danke für Deine Ausführungen und die Auflistung (ich hab's mal hervorgehoben):
Zitat
- Sonnenblume bringt Sclerotinia,
- Klee verträgt sich nicht mit Leguminosen wie Erbsen und Bohnen,
- Tagetes will 100 Tage damit es was bringt, Samenernte von jetiger Aussaat ist fraglich. Tagetes besser im Frühjahr oder noch besser spätes Frühjahr nach Schwarzbrache,
- Bitterlupine ist auch wieder Leguminsoe.

- Was übrig bleibt sind Mais zum häckseln

- Alternativ Winterroggen wenn man die `Grünmasse´ wieder verwurschtelt bekommt. Häckseln kann man den weniger und er bringt weniger Mulch obenrum, dafür besseren Wurzelfilz. Wenn man den nur grubbert und nicht noch mehr vergewaltigt ist das auch viel wert.
  :) Winterroggen hatte ich ja gar nicht mehr auf dem "Schirm", für Kornertrag wäre er wohl erst später zu säen, aber mich interessiert er ja nur als Grünmasselieferant.
zum Winterroggen heisst es hier:
Zitat
Die Aussaat von Winterroggen liegt je nach Region zwischen Mitte September bis Ende Oktober und kann in Ausnahmefällen noch im Dezember stattfinden. Zu beachten ist dabei, dass er zur Überwindung der Schosshemmung, wie alle Wintergetreidearten, die Vernalisation benötigt. Er ist eine anspruchslose und krankheitsresistente Frucht, die in alle Richtungen der Fruchtfolge variieren kann. Winterroggen ist besser an kühle und trockene Bedingungen angepasst als der ertragsstärkere Weizen. Er ist deshalb das Getreide für die Regionen mit verbreiteten Sandböden( ;D da ist er hier bei mir richtig ;D), stellt aber trotzdem besondere Anforderungen an Saat, Saatbett und Saatzeitpunkt.

Zitat
Nicht nur Grünmasse beachten, auch ans Unkraut denken. Zwischen Mais lässt sich gut hacken, es keimt aber ewig lang das Unkraut,.................Roggen macht schneller die Reihen zu
na dann wäre doch vielleicht die Kombi Mais mit Winteroggen ein Versuch wert. Dann macht der Roggen die Reihen schnell dicht und der Mais hat Zeit, ungestört aufzulaufen. Und ich habe beides: 'was zum häckseln und schnell geschützten Boden.


Zitat
für Faule mit der Sähmaschine saubere Reihen legen, ein- zweimal mit dem Grubber oder Gartenwiesel durchziehen, dann bleibt der sauber.
Thuja, da sagst Du ja was wichtiges..................ich hab ja noch so eine historische Saatmaschine hier stehen.......
Das ist jetzt der perfekte Moment, um das Schätzchen endlich in Betrieb zu nehmen! Schliesslich habe ich eine ziemliche Fläche zu säen, da wir vor 4 Wochen die Pferdehaltung aufgegeben haben und ich nun den ehemaligen "Pferdepattweg" (5m breit und etwa 60m lang) hoch zur Weide, nun für die Gemüsegärtnerei nutzen kann, bzw einen Teil davon noch der Streuobstwiese zugeordnet wird. Aber auf jeden Fall soll dieser Bereich nicht verkrauten.


Zitat
Unter den Reben habe ich Ölrettich/Phacelia gesäht, dort kommt nie Gemüse hin
diese Kombination könnte ich mir allerdings auch für den oben erwähnten "Pferdepattweg" vorstellen, da dieser Bereich durch 6jährige Pferdenutzung, doch ziemlich verdichtet ist. Oder aber Ölrettich mit Winterroggen.

grüne Grüsse
Nemi

PS: den angekündigten Regen für diese Region..............hamse wieder abgeblasen ::) ::) :o

Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: thuja thujon am 31. Juli 2018, 17:49:20
Ja, grab das Schätzchen mal aus. Ich muss auch nach meiner hassia gucken. Hab jetzt auch den fehlenden Zuschieber, extra schweißen lassen...

Mais würde ich zuerst säen, beim 2-4ten Blatt Roggen rein und nicht zu dicht an den Mais. Ruhig 10cm Platz lassen. Der mag einfach keine Konkurrenz als Jungpflanze.
Ansonsten mach doch Rettich mit roggen und Phacelia.

Zur Radhacke habe ich dir im Radhackenstrang geschrieben. Da interessiert mich das Arbeitsbild.

Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Nemesia Elfensp. am 31. Juli 2018, 18:30:48
Ja, grab das Schätzchen mal aus. Ich muss auch nach meiner hassia gucken. Hab jetzt auch den fehlenden Zuschieber, extra schweißen lassen...
hab's ausgegraben :)
was fehlte an Deiner Hassia?


Zitat
Mais würde ich zuerst säen, beim 2-4ten Blatt Roggen rein und nicht zu dicht an den Mais. Ruhig 10cm Platz lassen. Der mag einfach keine Konkurrenz als Jungpflanze.
OK..............

Zitat
Ansonsten mach doch Rettich mit roggen und Phacelia.
und das könnte ich als Gemenge säen?


Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: thuja thujon am 31. Juli 2018, 22:30:25
Zumindest breitwürfig geht die Mischung.
Ölrettich und Roggen musst du mit der Maschine vorher mal austesten, halt richtig einstellen. Möglich dass Phacelia zu klein ist. Kannst du hinterher nach dem ersten hacken aber auch zeitversetzt drüberschmeissen, die keimt doch wie blöd.

An meiner Hassia hat eins von den beiden Teilen gefehlt, die nachdem das Korn ins Loch gefallen ist den Schlitz wieder zuschieben. Nun muss ich nur noch die Fixierschraube anschleifen damit die besser greift und sich nicht lockert wenns mal ruppig wird.
Gestern gabs Schneckenkorn, heute Stickstoffdünger. Ab jetzt kanns wachsen und wird deutlichst trockener gehalten.
In 1-2 Wochen muss ich wohl noch einmal Unkraut jäten.
ok, das war am 16.7.  - er zähl mal, wie es weiter gegangen ist in Anbetracht der vergangenen 12 Tage Hitze, oder hat es bei Euch zwischendurch geregnet?
29.7. die verdrehte war nach Starkregen im Schlamm steckengeblieben, dieser Teil vom Blatt ist auch weggefault. Dazu Totalausfall rechts und Nachzügler plus die Verunkrautung.
(http://up.picr.de/33383326jx.jpg)

29.7. Vogelmiere freut sich immer über Stickstoff
(http://up.picr.de/33383327pd.jpg)

31.7. beim Sonnenuntergang. Die aufrechte Stellung ist mehr Schlafhaltung als Trockenschaden. Habe nicht mehr gegossen.
(http://up.picr.de/33383328cv.jpg)
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: thuja thujon am 24. September 2018, 23:23:37
Der Nutzen von Gründünger steigt und fällt mit dem Erfolg der Gründüngungskultur.
Mal 2 Varianten im Vergleich.
Misslungen:



Geglückt:


Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: thuja thujon am 10. Oktober 2018, 10:16:56
Aktuell sieht es bei mir so aus:
Tagetes werden noch von den Hummeln besucht
(http://up.picr.de/34033843bp.jpg)

Sandhafer ist gekeimt
(http://up.picr.de/34033844bp.jpg)

Ölrettich/Phacelia müsste mal gestört werden damit sie nicht noch mehr Samen ansetzen
(http://up.picr.de/34033845zn.jpg)

unter der Apfelhecke habe ich Winterackerbohnen gesäht, diese sollen wachsen um im Frühjahr Mulchmaterial und Dünger zu haben
(http://up.picr.de/34033846zi.jpg)

bis dahin wird das Unkraut von Kleintierstreu/Sägemehl unterdrückt
(http://up.picr.de/34033847if.jpg)
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: lerchenzorn am 08. November 2018, 15:32:58
Weia, das sieht aber ordentlich (also gut!) aus.

Der Gedanke, dem Kartoffelbeet nach Daueranbau ein Jahr Ruhe zu gönnen, wird seinen Nutzen ab dem nächsten Jahr beweisen müssen. Die geplante Gründüngung aus dem seit Jahren zuverlässigen Bodenvorrat an Kapuzinerkresse-Samen hat hervorragend funktioniert, weil die Keimung ungewöhnlich früh schon Ende April lag und seit Mitte Mai eine nahezu geschlossene Bedeckung herrscht. Nach kurzem Gilben im Sommer wegen vergessener Bewässerung, nach vereinzeltem Heruntertreten zur Anregung neuer "Masse" und dem Zurückschieben ausufernder Meter-Triebe sieht das jetzt so aus:

(https://forum.garten-pur.de/galerie/albums/userpics/16304/tropmaju188grdg.jpg)

Ich werde nachsehen, ob an lagernden Trieben von allein neue Bewurzelung entstanden ist, über die sich Biomasse im Boden aufbaut. Ansonsten steckt im Grün um ein Vielfaches mehr Wasser als bei anderen Gründungungspflanzen. Deshalb wird auch, vor den in einer guten Woche angesagten Temperaturen um Null, alsbald runter- und kleingestochen und oberflächig eingearbeitet. Kaum etwas ist schwerer zu bewegen als vom Frost gematschte Kapuzinerkresse. Zusammengerollt ähnelt das einem am Strand verwesenden Walross.  :-X
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: thuja thujon am 09. November 2018, 08:27:34
Eine gute Idee mit der Kapuzinerkresse. Vermehrt auch zuverlässig die Blattläuse damit manche Nützlinge was zu fressen haben.

Zum unterarbeiten wäre zerkleinern nicht verkehrt, damit sie eben nicht rollt wie ein gestrandeter Wal. Ist aber wieder doof was unkontrollierte Stickstoffreisetzung angeht. Die Kapuzinerkresse verrottet ja unheimlich schnell.
Wegen der Nitratausschwemmung habe ich die Saubohnen so extrem flach gesäht, nur 2-4cm tief bearbeitet beim letzten Unkraut jäten, dort die Samen nur reingemischt und zusätzlich Sägemehl als Mulch.
Hab mal noch 2 aktuellere Bilder. Die Saubohnen sind schon fast zu groß, einige schon knapp 15cm. Eigentlich viel zu weit wenn sie überwintern sollen, das milde Wetter im Oktober ist schuld. 
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: thuja thujon am 09. November 2018, 08:29:43
Den Sandhafer kann ich eigentlich umbrechen oder abspritzen. Komplett mißlungen, voll mit Vogelmiere die ich jetzt nimmer hacken kann weil sie nimmer vertrocknet. Da habe ich wohl 2-3 Pflänzchen unterm Gemüsenetz zum Kohl im Frühjahr aussamen lassen.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Nemesia Elfensp. am 09. November 2018, 10:22:47
Den Sandhafer kann ich eigentlich umbrechen oder abspritzen.
....hm, hier bei unserem Nachbarn war die Wirkung von Glyphosat auch noch bei den "Folgekulturen" (bei ihm waren das Brennessel) deutlich zu erkennen. Wie wäre es alternativ mit dem Abbrennen der Vogelmiere? (die Fläche ist ja nicht so gross)

Zitat
Vogelmiere die ich jetzt nimmer hacken kann weil sie nimmer vertrocknet. Da habe ich wohl 2-3 Pflänzchen unterm Gemüsenetz zum Kohl im Frühjahr aussamen lassen.
könnte es auch evtl. Saatgut gewesen sein, welches noch im Boden ruhte?
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: thuja thujon am 09. November 2018, 13:32:31
Vogelmiere bleibt über Jahrzehnte keimfähig, irgendein Körnchen geht immer irgendwo bei mir auf. Aber nicht diese Massen und dann wurde dort seit über 2 Jahren nicht tiefer als 4cm gelockert.

Abspritzen oder selektiv behandeln, da müsste das Wetter mitspielen. Um Wuchsprobleme hinterher mache ich mir keine Sorgen. Da sollen Kartoffeln rein. Abbrennen will ich nix außer Flächen die eh tot sind.

Am wahrscheinlichsten ist wohl dass ich einfach wenns demnächst kalt wird umgrabe und die Dämme für die Frühkartoffeln vorforme. Dann haben die auch was davon. So viel mehr Samen sollten auch nicht mehr drin sein, ich hatte 2-3mal gegrubbert oder gestriegelt zwischen Tomaten raus und dem Foto, der Großteil sollte also gekeimt sein. Mit ein paar Samen die ich untergrabe kann ich leben. 
So wie es jetzt ist kanns jedenfalls nicht bleiben, die Samen bis Frühjahr hundertprozentig aus.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Nemesia Elfensp. am 09. November 2018, 13:44:14
die samen bis Frühjahr hundertprozentig aus.
jup :) so isse, die Vogelmiere.

Zitat
Abbrennen will ich nix außer Flächen die eh tot sind.
aber an diesem Punkt kann ich Dir nicht folgen: kannst Du da mal bitte Deinen Gedankenweg darlegen? Danke
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: thuja thujon am 09. November 2018, 14:52:24
Naja, es gibt nicht so viele Lebewesen die gerne mal kurz getoastet werden wollen.
Nicht nur Spinnen und Käfer oder andere Insekten, auch die Regenwürmer wären betroffen weil die gerade dicht unter der Oberfläche sind.
Zudem ist das Beet recht grob gekrümelt. Da gibts viele Kleinstbereiche hinter den Krümeln wo die Hitze nicht richtig hinkommt. Ich würde mir also entweder den Boden verkohlen oder dort würde noch Vogelmiere überleben.
Könnte auch mit den größeren passieren. Die regenerieren sich ja auch aus der Basis.
Müsste also 2 mal drüber und da der Brenner nur eine beschränkte Reichweite hat wäre das Beet danach plattgetrampelt.

Unterm Strich ist das für mich also nicht wirklich praktikabel.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Nemesia Elfensp. am 09. November 2018, 18:53:42

Müsste also 2 mal drüber und da der Brenner nur eine beschränkte Reichweite hat wäre das Beet danach plattgetrampelt.

Unterm Strich ist das für mich also nicht wirklich praktikabel.
kann Deinen Argumenten gut folgen..........Regenwürmer u. Co. toasten, 2X drüberbraten, Beet platttrampeln = für Dich nicht praktikabel.
Ich wollt' die Möglichkeit des abflämmens halt nicht unerwähnt lassen :)
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: thuja thujon am 09. November 2018, 22:09:32
Hat definitiv seine Berechtigung, ich will die thermische Variante nicht verteufeln.
Sollte man unbedingt durchkauen.

Im Frühjahr, wenn jetzt in diesem Fall die Kartofeldämme fertig sind und was am Rand raukommen sollte, ist das definitiv die Option. Besser als 2 mal anhäufeln.
 
Sowas sollte man halt immer differenziert betrachten. Da kommt zuviel zusammen.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: lerchenzorn am 15. November 2018, 20:58:16
... Kapuzinerkresse ... Ich werde nachsehen, ob an lagernden Trieben von allein neue Bewurzelung entstanden ist, über die sich Biomasse im Boden aufbaut.

Die Durchwurzelung gefällt mir, reicht, soweit deutlich sichtbar,  etwa einen Spatenstich tief. Darunter staubt's.

(https://forum.garten-pur.de/galerie/albums/userpics/16304/20181114_160230-600x800.jpg)
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: thuja thujon am 15. November 2018, 22:03:06
Sandboden, gell?
Sieht nicht gut verkittet aus.

Trotzdem, gefällt mir. Ist im Frühjahr bestimmt schnell wieder sauber zur Aussaat. Gibts Gräser die man mit Kapuzienerkresse kombinieren kann? Um mehr Stabilität in den Boden zu kriegen?
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Monti am 15. November 2018, 22:13:43
Ich hab auch wieder drei Beete im September (müsste Anfang Sep. gewesen sein) mit Gründünger bestellt, je eines mit Sandhafer, Roggen und zum ersten mal eines mit Ackerfutter (verschiedene Gräser + Sudangras).
Auf dem Beet mit Sandhafer stand vorher Weißkohl, vor dem Gras Stangenbohnen und vorm Roggen Mais.
Alle Beete vorher ganz flach gefräßt (höchstens 5 cm, beim Mais etwas tiefer), etwas eingeebnet, angedrückt und regelmäßig gegossen damit das Unkraut kommt. Nach zwei Wochen gekeimtes Unkraut mit der Pendelhacke gekillt, ein paar Tage vertrocknen lassen und breitwürfig gesäht. Flach mit dem Rechen eingearbeitet (Heurechen, hat nur alle 10 cm eine Zinke) und bis zur keimung regelmäßg gegossen.

Hier Anfang Oktober:







Zwischendrin nochmal etwas Ehrenpreis und Vogelmiere gezupft, dünnere Stellen nachgesäht.
Man sieht, dass das Gras, vor allem das Weidelgras es gerne feucht hat. Im trockenen Spätsommer/Herbst wollte es nimmer so richtig. Das Sudangras (im Ackerfutter) ist zwar gekeimt, hats aber bis zu den ersten Frösten nicht mehr viel zugelegt und ist nun tot. Im Sommer aber durchaus Interessant.
Hier vorgestern:







Den Roggen und das Gras habe ich vor zwei Wochen nochmals mit dem Rasenmäher runter gemäht. Der soll nicht so dicht in den Winter gehen, sonst fault alles zusammen. Einmal mähen im Herbst oder Frühjahr ist für den kein Problem, ein zweites mal steckt er nicht mehr so gut weg.
Der Sandhafer sieht sehr gut aus. Wächst auch bei kühlen Temperaturen noch gut und ist sehr gesund. Den werde ich auch jeden Fall öfter im Herbst einsähen. Bin gespannt, was für eine Struktur er hinterlässt.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: thuja thujon am 15. November 2018, 23:49:01
Der Sandhafer sieht sehr gut aus. Wächst auch bei kühlen Temperaturen noch gut und ist sehr gesund. werde ich auch jeden Fall öfter im Herbst einsähen. Bin gespannt, was für eine Struktur er hinterlässt.
Ich bin mit zufrieden. habe gerade die Tage ein bisschen ausgegraben dass die Katzen zuhause wieder kotzen können. War schön bröselig drunter, dicht gefilzt, fast krümelig trotz überlockert. Ich denke hier haben wir auch ne Pflanze die durch das dichte, feinverzweigte Wurzelwerk festgelegten/gealterten Phosphor wieder verfügbar macht.

PS: danke für den Zinkenabstand vom Rechen. Das hilft wirklich beim einschätzen. So richtig habe ichs gerade trotzdem nicht verstanden. Ich kann auch die Gräser nicht auseinanderhalten.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Monti am 16. November 2018, 17:48:01
Der Sandhafer wäre evtl. im Frühjahr vor der ein oder anderen Kultur interessant.


PS: danke für den Zinkenabstand vom Rechen. Das hilft wirklich beim einschätzen. So richtig habe ichs gerade trotzdem nicht verstanden. Ich kann auch die Gräser nicht auseinanderhalten.
War vielleicht schon zu spät? ;) Vom Ablauf her im Prinzip ein falsches Saatbett und anschließend breitwürfiger Saat mit flachem einarbeiten...
Zinkenabstand evtl. auch etwas weniger, 7 cm. Jedenfalls kein gewöhnlicher Rechen.
Ackerfutter mit Sudangras übrigens nur angedrückt, mit Füßen und der Rückseite vom Rechen.
Erstes und drittes Bild: Sandhafer
zweites und viertes: links Ackerfutter, rechts Roggen
oder was meinst du?
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: thuja thujon am 17. November 2018, 23:14:39
Danke, jetzt hab ichs geschnallt.

Ist das Ackerfutter vergleichbar mit der Wuchskraft vom Sandhafer oder deutlich weniger?
Es sieht so aus als ob nicht alles davon gekeimt ist oder sich durchsetzen konnte. Ich vermute was kohliges zwischen dem Gras, ist da Senf dabei?
Was sagt die Deklaration, was ist im Ackerfutter alles drin? Wieviel Sudangras hast du dazugemischt?
Hat es Vorteile was die Tiefenstaffelung angeht, Gräser für oben und kohliges für weiter unten?
Werden die Kohlwurzeln nicht zu groß? Habs vom Ölrettich gelernt, den lieber zu dicht säen damit er tief geht und nicht zu dick wird.

Hast du angegossen nach dem säen mit andrücken und festtreten? Gabs ne Düngung?
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Monti am 22. November 2018, 22:10:25
Ist nicht vergleichbar, wächst deutlich schwächer das Ackerfutter. Die Wurzelmasse soll aber ordentlich sein, zusammen mit Rotklee ja eine der Kulturen mit dem höchsten Beitrag zur Humusbilanz.
Ja, Keimung war nicht so doll. Wird ja nur flach gesäht, nicht eingearbeitet. Die Bauern walzen es auch nur an. Dann brauchts viel Feuchtigkeit. Ich hab zwar gegossen, es war aber insgesamt zu trocken. Wenn ich abends gegossen habe, war es bis zum nächsten Nachmittag wieder trocken. Frühjahrsaat ist besser, passt mir aber nicht so in den Zeitlichen Ablauf im Gemüsebeet.
Deklaration gibts keine, war selbstgedroschen vom Bauern aus dem Nachbarort. Viel Weidelgras ist drin, welche genau weiß ich nicht. Rotschwingel sei wohl auch mit drin, sonst keine Ahnung. Sudangras, hab einfach dazugemischt, keine Ahnung wie viel. War auch nur so ein versuch, wie weit es noch kommt bis zum Frost (waren am ende wohl so 5 cm, Dreiblattstadium oder so).
Alles sehr planlos wie du siehst... Und nun wächst die Vogelmiere ziemlich kräftig zwischen dem Gras. Überlege, ob ich es im Winter umsteche.

Nichts kohliges drin, nur die Grasmischung mit Sudangras. Zwischendrin ist noch etwas Hafer gekeimt, den ich vorher auf einem Eck angebaut und dann halbreif als Mulch verwendet hatte. Das vorn im letzten Bild ist eine ausgerissene Gänsedistel...
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: thuja thujon am 23. November 2018, 10:10:36
Den Sandhafer kann ich eigentlich umbrechen oder abspritzen. Komplett mißlungen, voll mit Vogelmiere die ich jetzt nimmer hacken kann weil sie nimmer vertrocknet. Da habe ich wohl 2-3 Pflänzchen unterm Gemüsenetz zum Kohl im Frühjahr aussamen lassen.
Habe deswegen gerade mit der Wasserschutzberatung telefoniert. Empfehlung: abmähen und umgraben wenn der Boden wieder feucht genug zum bearbeiten ist. Unterm Strich in der aktuellen Lage die Lösung mit den wenigsten Abstrichen.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Nemesia Elfensp. am 01. Januar 2019, 01:24:16
zum Thema Mulchmaterial habe ich hier etliche vielversprechende Hoffnungsträger für 2019 - zwei Gruppen Siphiejungpflanzen. Hier die Truppe, die drinnen kalt aber hell überwintert (links im Bild lümmelt noch ein Geranienkind und ein Asparagus herum):




von den Draussen-Silphie mache ich morgen neue Bilder.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: thuja thujon am 01. Januar 2019, 15:19:45
Die sehen gut aus. Bin gespannt ob das nicht zu eng wird bis April.

Ich hab nun 2 Strohballen, die noch auf kleinschneiden warten, die kommen dieses Jahr aufs Tomaten- und Gurkenbeet. Die Tagetesmasse reicht nicht fürs ganze Jahr.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Nemesia Elfensp. am 01. Januar 2019, 15:38:03
... ob das nicht zu eng wird bis April.
  :) das wird so sein. Genau darüber haben wir gestern auch gesprochen: Wie lange können die Silphiejungpflanzen noch die Extrabehandlung geniessen und ab wann brauche ich den Platz unterm Licht für die Chili- , Paprika u. Tomatenjungpflanzen.

Komme grade vom Fotoshooting der Silphiejungpflazen und Sida-Wurzelschnittlinge wieder rein. Tatsächlich scheint es so zu sein, dass selbst draussen noch immer ein gewisses Wachstum stattfindet.
Heute ist es z.b. 6,8°C tagsüber, viel Frost hatten wir hier noch nicht.
Die Pflanzen stehen in den Trays deutlich zu nass. Ich werde sie herausnehmen und in einem Palettenrahmen auf ein Blätterbett stellen, in der Hoffnung, dass keine Schnecken unterwegs sind.

Interessant ist die doch recht deutliche genetische Breite: einige Silphieplanzen haben sehr längliche Blätter und anderer eher runde Blätter. Das wurde in einigen Publikationen auch beschrieben, aber ich hätte nicht gedacht, dass es so offensichtlich ist.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Nemesia Elfensp. am 01. Januar 2019, 15:43:09
 :)
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Nemesia Elfensp. am 01. Januar 2019, 15:44:07
und hier noch eine rundblättrige Pflanze
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Nemesia Elfensp. am 01. Januar 2019, 15:45:41
ansonsten stehen die Silpiehjungspflanzen ganz gut da:
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: thuja thujon am 01. Januar 2019, 15:47:23
Die sehen doch noch ok aus. Da sollte nur nicht noch mehr wegfaulen. Hast du nicht noch die Lochfolie? Damit könntest du ein Zelt für sie bauen.

Manche Trays sind wirklich nicht zum draussen stehen lassen über Winter geeignet. Ich habe nur noch welche ohne den `Zentimeter Anstauhöhe´ unten, es sind praktisch nur offene Ringe unten.
Die Tage hatte ich gerade wieder welche containert und saubergemacht. Die auf den Mörtelwannen sind die stabilsten.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Nemesia Elfensp. am 01. Januar 2019, 15:48:56
die etwas älteren Pflanzen wirken nicht so "strubbelig" wie die Kleinen und einige wenige 2 jährige Pflanzen habe ich. Die sind schon richtig propper :D
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Nemesia Elfensp. am 01. Januar 2019, 16:18:00
Hast du nicht noch die Lochfolie? Damit könntest du ein Zelt für sie bauen.
:D genau, entweder die Lochfolie oder ein Vlies.........ich glaube Lochfolie macht den besseren Job.

Zitat
Manche Trays sind wirklich nicht zum draussen stehen lassen über Winter geeignet. Ich habe nur noch welche ohne den `Zentimeter Anstauhöhe´ unten, es sind praktisch nur offene Ringe unten.
Die Tage hatte ich gerade wieder welche containert und saubergemacht.
Bei uns gibts hier so einen "Gartensupermarkt". Da stehen die Container mit den "Trays zum mitnehmen" im Ausgangsbereich - sehr praktisch das :D
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Nemesia Elfensp. am 01. Januar 2019, 16:23:04
hier nun die aktuellen Fotos von den Sida-Wurzelschnittlingen, die ich vor etwa 4-6 Wochen getopft hatte. (einen Teil der Wurzelmaterials hatte ich gleich verarbeitet und eine anderen Teil habe ich in dezent feuchtem Erd/Sandgemisch in meinen Gärtnerkühlschrank gelegt)

Da habe ich aber gestaunt, als ich heute entdeckte, dass die Schnittlinge schon treiben ;D ich bin begeistert!!! ;D
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial
Beitrag von: Nemesia Elfensp. am 01. Januar 2019, 16:26:35
 :o :D
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial
Beitrag von: Nemesia Elfensp. am 01. Januar 2019, 16:29:23
und einige Töpfe mit Sida Mutterpflanzen/Stockmaterial habe ich auch noch. Die treiben auch schon aus den Triebanlagen aus.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: thuja thujon am 01. Januar 2019, 16:32:18
So fängt das Gartenjahr gut an.  :D

Hier verschenken die Gartenmärkte nur recht schlechte Trays. Gute findet man dort kaum. Ich komme aber auch nur sehr selten hin. Die Friedhofsgärtnerei hier entsorgt doch eine deutliche bessere Qualität.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: July am 01. Januar 2019, 17:34:33
Oh Nemi:) Ich freue mich für Dich!!! Und denke daran wie ich fast in den Teich gefallen wäre beim Samen ernten:)
Es gab dieses Jahr auch reichlich Saat aufgrund des schönen trockenen Herbstes, manche Jahre verfaulen die Blüten gleich nach dem Verblühen weils zu nass ist.
LG von July
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Nemesia Elfensp. am 01. Januar 2019, 18:57:00
Und denke daran wie ich fast in den Teich gefallen wäre beim Samen ernten:)
;D ;D ;D *Kopfkino*  :-* vielleicht wachsen sie grade deshalb so gut :D
Ich hab ja auch noch die Wurzelstücke im Kühlschrank. Denen werd ich auch die Geschichte mit der July und dem Teich erzählen. Sollst sehen, dann wachsen 'se noch mal so gut :-*


Zitat
Es gab dieses Jahr auch reichlich Saat aufgrund des schönen trockenen Herbstes,
Du, das Saatgut ist kostbar! unbedingt ernten! Die Imker bauen die Pflanzen für ihre Bienen an.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Wild Obst am 01. Januar 2019, 21:21:12
Ich habe auch Silphien. Anfangs hat sie sich bei mir nicht ausgesäht, weshalb ich durchaus auch die verblühten Pflanzenteile zum Mulchen benutzt hatte, vor drei Jahren hatte ich etwa 10-15m² im Herbst damit und etwas Pferdemist gemulcht und im Jahr darauf (2017) etwa die halbe Fläche randvoll mit kleinen Silphienpflanzen, von denen ohne Pflege und Schneckenschutz etwa 200 überlebt hatten.
Seit dem haben ich nur noch mit Stängeln und Blättern gemulcht, und die Samenstände entweder entfernt oder unreif ausgebrochen.

Aber wenn ich wieder in großem Stil Silphien sähen wollte und die Fläche übrig habe, würde ich die Blütenstände wieder in Herbst mit Kompost oder Mist mischen und damit 1-2cm hoch mulchen.

Diese Silphiensämlinge von 2017 sind letztes Jahr auch trotz der Trockenheit (ohne Bewässerung) schon 3m hoch geworden, im Gegensatz zum Mais, der bei mir ohne Bewässerung auf 1-1,2m verhockt ist. Ich kann die Silphien nur als "Mulchpflanzen" empfehlen, besonders, wenn man Probleme mit Trockenheit hat.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Starking007 am 01. Januar 2019, 21:44:47
"....Du, das Saatgut ist kostbar! unbedingt ernten! Die Imker bauen die Pflanzen für ihre Bienen an...."

Dto einst auch beim Riesenbärenklau!

Einer mit Silphi-Erfahrung.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Nemesia Elfensp. am 01. Januar 2019, 21:55:04
Dto einst auch beim Riesenbärenklau!

Einer mit Silphi-Erfahrung.
Moin Arthur,
pah, da bin ich aber recht erschrocken: Du vergleichst Silphie mit Riesenbärenklau?.....Habe ich Dich denn richtig verstanden, dass die Silphie Deiner Meinung nach eine beträchtliches Potentioal als Neophyt haben soll?
Bitte berichte doch etwas mehr von Deinen Erfahrungen dazu.

Danke
Nemi
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: cydorian am 02. Januar 2019, 10:05:36
Hat sie nicht. Wir haben in der Gegend schon länger Versuchsanbauflächen und keine nennenswerte Selbstausbreitung. Jungpflanzen sind sehr konkurrzenzschwach, was auch ein starker Nachteil bei Feldbepflanzungen ist.

Für die Bienen ist sie auch nicht besonders wertvoll. Der Eintrag in Wikipedia ist aufgrund seiner Grundsätzlichkeit wie so oft falsch. Imkerkollegen haben sie angewandert (=Bienenvölker hingebracht). Honig gab es nie. Anderen soll es in anderen Gegenden gelungen sein, welche Bedingungen dafür nun nötig sind ist noch gar nicht richtig klar. Bei uns gab es diese Bedingungen die letzten Jahre jedenfalls nicht. Wenn es die Bodenart ist, wird es sie auch nie geben.

Um diese Jahreszeit (sie blüht spät) fliegen Insekten sowieso alles an, aber ob sie nur Pollen holen oder nur gute Hoffnung kann man daraus nicht ersehen. Auch der grosse Bärenklau ist keineswegs eine Bienenpflanze. Er wird von anderen Insekten bevorzugt, vor allem pollenräubernden Käfern. Am meisten wurde er in der Waldwirtschaft verbreitet, wo er als unterwuchsunterdrückende Pflanze bei Aufforstungen ausgesät wurde.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Nemesia Elfensp. am 02. Januar 2019, 10:52:30


Moin Cydorian,
Vielen Dank für Deinen Beitrag zum Thema "Sliphie, ein Neophyt?".

Zitat
Um diese Jahreszeit (sie blüht spät) fliegen Insekten sowieso alles an, aber ob sie nur Pollen holen oder nur gute Hoffnung kann man daraus nicht ersehen.
Das sie für die Bienen, obwohl sie so spät blüht, leider keine Pollenquelle ist, hätte ich nicht gedacht. Ich dachte bisher immer, dass alles was so spät blüht, sehr kostbar als Überwinterungsfutter sei - wieder was dazu gelernt.

LG
Nemi
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: July am 02. Januar 2019, 11:17:30
Egal was die Bienen und Hummeln im Herbst da machen, ich gönns ihnen und kann mich auch immer wieder dran erfreuen soviele Hummeln und Bienen versammelt zu sehen ;) ;D
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Hyla am 02. Januar 2019, 11:26:52
Für die Bienen ist sie auch nicht besonders wertvoll. Der Eintrag in Wikipedia ist aufgrund seiner Grundsätzlichkeit wie so oft falsch. Imkerkollegen haben sie angewandert (=Bienenvölker hingebracht). Honig gab es nie. Anderen soll es in anderen Gegenden gelungen sein, welche Bedingungen dafür nun nötig sind ist noch gar nicht richtig klar. Bei uns gab es diese Bedingungen die letzten Jahre jedenfalls nicht. Wenn es die Bodenart ist, wird es sie auch nie geben.

Um diese Jahreszeit (sie blüht spät) fliegen Insekten sowieso alles an, aber ob sie nur Pollen holen oder nur gute Hoffnung kann man daraus nicht ersehen.

Naja, ob sie Pollen in den Hosen haben, sieht man schon, aber ansonsten ist es wohl dasselbe wie mit Phacelia. Die honigt auch nur, wenn es zur Blüte feucht genug ist. Auf Sandböden kann es durchaus passieren, daß sie kaum Nektar bringt und man blöd aus der Wäsche guckt. Trifft übrigens auch auf Sonnenblumen zu. Die eröffnen die Nektarbar auch nur bei genug Regen.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: cydorian am 02. Januar 2019, 11:54:49
Das sie für die Bienen, obwohl sie so spät blüht, leider keine Pollenquelle ist, hätte ich nicht gedacht.

Sie ist schon eine Pollenquelle, aber an Pollen herrscht selbst um diese Jahreszeit kein Mangel. Die Bienen brauchen da auch nicht mehr viel, denn sie fahren die Brut zurück. Pollen sind vorrangig für die Brut. Selbst Mais hat Pollen...

Dass sie viel Biomasse produziert und mit Trockenheit besser klarkommt als manch andere stimmt, aber bei Selbstaussaat gibts kein Risiko und für Bienen kein besonderes Plus. Eine Vielfalt von unscheinbaren Spätblühern im Garten ist da viel wichtiger. Dinge wie Minze, Calluna, Thymian. Die produzieren dafür kaum Mulchmaterial.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Nemesia Elfensp. am 02. Januar 2019, 14:51:49
Eine Vielfalt von unscheinbaren Spätblühern im Garten ist da viel wichtiger. Dinge wie Minze, Calluna, Thymian. Die produzieren dafür kaum Mulchmaterial.
:D drum hole ich nun beides in den Garten: zu den kleine Schätzchen nun die grossen dazu :D
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Nemesia Elfensp. am 16. Januar 2019, 19:51:32
und hier noch eine rundblättrige Pflanze
Hier jetzt mal 15 Tage später - ich finde man kann recht deutlich erkennen, dass sich die Silphie- Jungpflanzen aus ein und der selben Saatgutquelle sehr unterschiedlich entwickeln - einmal rundblättrig und einmal mit deutlch länglicheren Blättern. Ich werde sie auf jeden Fall beim Auspflanzen dann beschriften, weil ich gelesen hatte, dass die Pflanzen auch sehr unterschiedlich im Ertrag sein können.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: thuja thujon am 23. Januar 2019, 16:48:21
Habe soeben Silphi und Sida gesäht.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Nemesia Elfensp. am 25. Januar 2019, 01:26:39
Habe soeben Silphi und Sida gesäht.
da bin ich ja mal gespannt, wie Du die Beiden zur Keimung überzeugst :)
July macht ja die "säe sie aus, stell die Töpfe über Winter (mausesicher) raus und vergiss sie und im Frühjahr keimt alles"- Methode.
Bei mir haben die Silphie im Herbst täglich die Temperaturwechselmethode (8 Stunden bei 10°C und 16 Stunden bei 19°C) bekommen und sind dann alle nach u. nach über einen Zeitraum von 4 Wochen gekeimt. Ich wollte sie unbedingt in 2018 zur Keimung bringen, in der Hoffnung, dass sie dann in 2019 schon das erste Mal blühen.
Die Sidasamen keimte bei mir nach 3 Tagen auf der Wärmeplatte bei 25°C. Inzwischen stehen sie pikiert bei 12-15°C. Und die treibenden Wurzelschnittlinge hatte ich ja schon im Okt. getopft und die Töpfe die ganze Zeit draussen gelassen.
Na, mal schauen was Du dann so berichtest :D


Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: thuja thujon am 03. Februar 2019, 20:04:07
Ich hatte je 28 Samen ausgesäht, jedes Töpfchen ein Samen.
Nach 10 Tagen bei 19/15°C sind jetzt 4 Silphie und 3 Sida gekeimt. Ich denke das wird die Tage aber noch etwas mehr.
Für eine vernünftige Keimquote muss wohl nochmal im Sommer gesäht werden.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Nemesia Elfensp. am 04. Februar 2019, 19:59:25
Ich hatte je 28 Samen ausgesäht, jedes Töpfchen ein Samen.
Nach 10 Tagen bei 19/15°C sind jetzt 4 Silphie und 3 Sida gekeimt. Ich denke das wird die Tage aber noch etwas mehr.
Für eine vernünftige Keimquote muss wohl nochmal im Sommer gesäht werden.
Der Sommer wird die Keimquote wohl nicht alleine optimieren können.
Nach meine Erfahrung brauchen die Silphiesamen (sie stammen übrigens aus 3 unterschiedlichen Herkünften) die "Temperaturschaukel" und keimt dann über einen recht langen Zeitraum von 4 Wochen nach und nach. Dieses lange Zeitfenster der Keimung des einzelnen Samen ist wahrscheinlich durch die genetisch bedingte Keimfähigkeit vermittelt. (dazu gab es auch Hinweise in der Literatur)
Es könnte deshalb interessant sein, die "Frühkeimer" zu markieren und - sofern es sich um ertragreiche Pflanzen handelt - davon wieder Saatgut zu nehmen. (an der Silphie ist noch nicht wirklich züchterisch gearbeitet worden)


Und die Sida braucht's in der ersten Keimphase unbedingt durchgängig die 23°C besser 25°C und eben entsprechende Feuchtigkeit - das sind Bedingungen, wie wir sie hier in Deutschland im Freiland wohl eher selten haben.
(ist's bei uns warm genug, ist's meist zu trocken und ist's nass genug, ist's meist zu kühl)
Das - so meine Vermutung - ist der Grund für die bescheidene Keimquote im Freiland in den landwirtschaftlichen Versuchen.

(my 2 cents)

Foto vom 21.01.19
Der andere Schwung steht draussen und wächst nur dann nicht weiter, wenn wir hier Minusgrade haben bzw. alles über 2°- 3°C lässt sie wachsen und sie machen sich auch gut.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: thuja thujon am 05. Februar 2019, 21:56:39
Unterschiedliche Saatbedienungen werde ich sicherlich noch hinbekommen dieses Jahr.

Frühkeimer markieren und nur mit diesen weitermachen, ich weiß nicht ob das Sinn macht. Wäre schön, wenns so einfach wäre. Kanns mir kaum vorstellen, sonst gäbe es die schon längst, weil auch unabsichtlich auf die ausgelesen worden wäre. Ist ja keine Natur wo die Frühkeimer zu mastig in den Winter gehen und dann erfrieren oder im Sommer wegen zuviel laub vertrocknen und was es sonst noch alles gibt.
Ich mein ich mach das gerne, aber ich denke eher dass das Stadium des Fruchtstandes zum Zeitpunkt der Samenernte eher entscheidend ist. Knapp unreife Samen keimen oft besonders gut während wirklich ausgereifte Samen oft in eine ausgeprägte Keimruhe verfallen, welche es dann erst wieder zu brechen gilt...
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Nemesia Elfensp. am 05. Februar 2019, 22:21:18
.. ich denke eher dass das Stadium des Fruchtstandes zum Zeitpunkt der Samenernte eher entscheidend ist. Knapp unreife Samen keimen oft besonders gut während wirklich ausgereifte Samen oft in eine ausgeprägte Keimruhe verfallen, welche es dann erst wieder zu brechen gilt...
....ja, so gesehen. .....auch ein interessanter Gedankenansatz.
Mein Gedanke war bei meiner Überlegung, dass die Menge der keimhemmenden Stoffe genetisch festgelegt sein könnte und es deshalb gut sein könnte nur mit den Schnell-/Leichtkeimern (welche eine grosse Blattmasse haben) weiter zu arbeiten.................
Irgendwo habe ich auch etwas zu dieser Überlegung gelesen, nur wo ::)

Na ja, es ist sowieso fraglich, ob unsereiner, der/die die Silphie ja nur als Mulchmaterialspendepflanze haben möchte (gilt jedenfalls für mich), sich mit der Keimfähigkeit der Silphie im deutschen Klima befassen muss ::) :)

PS:
ich mach die Tage mal ein paar Vergleichsfotos von meinen Pflanzen. Alle aus der selben Partie, zur selben Zeit pikiert, das selbe Licht, identische Temperaturen, gleiche Wassermenge und trotzdem total unterschiedlich - ich finde das sehr spannend.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: thuja thujon am 05. Februar 2019, 23:12:26
Naja, spielen tue ich gerne. Aber auch meine Kapazitäten sind begrenzt. Es ist allerdinsg kein problem nur das zu behalten was ohne Probleme keimt und wächst, das geht quasi von selbst...  ;D

Deswegen meine ich ja, da kann was nicht stimmen, viel zu einfach.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Nemesia Elfensp. am 05. Februar 2019, 23:53:43
Naja, spielen tue ich gerne. Aber auch meine Kapazitäten sind begrenzt.
:) ist ja eigentlich schade. So eine neugierige Forscherseele ist doch sehr kostbar :D hätten wir nicht immer schon solche neugierigen Persönlichkeiten gehabt, wäre die Erde immer noch einen Scheibe ;D
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: thuja thujon am 05. Februar 2019, 23:57:21
Wenn ihr mir mal was schenken wollt, besorgt mir einen Thermostat oder zumidest Sous-vide-Garer. Perfekt zum Keimtemperaturen rausfinden! Oder Schwimmverhalten und damit Ausbreitungspotential. :D
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Nemesia Elfensp. am 06. Februar 2019, 00:24:34
Wenn ihr mir mal was schenken wollt, besorgt mir einen Thermostat oder zumidest Sous-vide-Garer. Perfekt zum Keimtemperaturen rausfinden! Oder Schwimmverhalten und damit Ausbreitungspotential. :D
..............Sous-vide-Garer ? das musste ich ja erst mal nachschlagen............was es alles gibt :o So was in der Art kenne ich noch von der Arbeit im zahntechnischen Labor.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: thuja thujon am 06. Februar 2019, 12:47:34
Braucht man zum kochen nicht unbedingt...

Bei Silphie erhöhe ich auf 7 gekeimte Samen.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Nemesia Elfensp. am 09. Februar 2019, 00:24:24
Die Sidasämlinge machen sich recht gut :) Ich sollte sie pikieren und dann bald abhärten.
Ich hatte ja von einer lieben Forumsmitstreiterin auch Wurzeln zur Verfügung gestellt bekommen. Diese haben ich in zwei Portionen geteilt:
Gruppe 2. treibt inzwichen schon draussen aus.
Deshalb werde ich nun schleunigst auch das Wurzelmaterial von Portion "1" schneiden, topfen und sofort etwas geschützt ins Freiland stellen.

Hier ein Foto der Aussaatschale
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Monti am 09. Februar 2019, 17:39:35
Vielleicht habt ihr es ja schon wo geschrieben... wenn ja, Asche auf mein Haupt: Wohin packt ihr die Sida/Silphie? Auf eine separate Fläche, über das Jahr als Zierde und im Herbst/Winter dann als Mulch? Mit Miscanthus hat noch niemand experimentiert?

Mein Sandhafer sieht mittlerweile so aus:
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Monti am 09. Februar 2019, 17:40:40
Und so der Roggen und die Grasfläche (sind gut durchgekommen, hatte fast immer Schnee sobald es kälter geworden war):
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Nemesia Elfensp. am 09. Februar 2019, 20:21:05
Moin Monti,
Vielleicht habt ihr es ja schon wo geschrieben... wenn ja, Asche auf mein Haupt:
das ganze Thema mit der Sida und der Silphie ist hier im Faden so nach und nach "eingesickert". Eine eigenen Faden gibt's dazu nicht :)


Zitat
Wohin packt ihr die Sida/Silphie? Auf eine separate Fläche,
ja, es sind Dauerkulturen über 10 Jahre, also auf eine eigene Fläche, etwas 100m² je Sorte. Es soll dann im Herbst geschnitten und gehäckselt werden um den Kohlenstoffanteil im Mulchmaterial des Gemüsegartens und auch in der Zusammensetzung des Kompost, deutlich zu erhöhen.

Zitat
über das Jahr als Zierde
  der Zierwert und der Sichtschutz im Sommer ist ein netter Nebeneffekt :D

Zitat
Mit Miscanthus hat noch niemand experimentiert?
doch, aber das war nicht im jetzigen Garten. Ich hatte Miscanthus X giganteus Rhizome (von diesem Anbieter hier gleich bei uns um's Eck') gepflanzt, aber die ersten Flächenmulchversuche mit zugekauftem Miscanthushäcksel gemacht.

Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Monti am 10. Februar 2019, 19:30:54
Guten Abend Nemi,

100 m² je Sorte :o nicht schlecht!
Da kommt auf jeden Fall ordentlich Mulch zusammen.  ;)

Wie war die Erfahrung zum Miscanthus x giganteus? War er leicht zu etablieren? Kommt ordentlich was bei rum, also zum ernten? Wie war die Verrottung von dem Häcksel?
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Nemesia Elfensp. am 10. Februar 2019, 19:40:12
Moin Monti,
Wie war die Erfahrung zum Miscanthus x giganteus? War er leicht zu etablieren? Kommt ordentlich was bei rum, also zum ernten? Wie war die Verrottung von dem Häcksel?
Dazu kann ich Dir leider nichts berichten, da wir den Garten seinerzeit im Folgejahr nach der Pflanzung und dem ersten Miscanthusmulch, aufgegeben haben (durch Umzug).
Ich werde mir die Tage bei unserem Miscanthus-Landwirt einen Schwung Rhizome kaufen. Das kann so teuer nicht sein. Möchtest Du auch welche? Dann mach ich Dir ein Paket fertig.

LG
Nemi
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: thuja thujon am 14. Februar 2019, 20:34:39
Mir ist heute aufgefallen dass Silphie deutlich mehr Calcium enthält als Mais. Also auch das Verhältnis von Calcium zu Magnesium deutlich weiter ist. Kann mir vorstellen dass das später nicht nur am pH zu sehen ist, sondern auch Auswirkungen auf die Humusqualiät hat.
Die Grunddüngung bei Gurken und Zucchini besteht dieses Jahr bei mir aus Stroh, in einem kleinen Strohballen mit 15kg schlummern schon beachtliche Nährstoffmengen. Stickstoff bekommen sie wie gewohnt nach Bedarf.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Bienenkönigin am 20. Februar 2019, 09:03:33
Hallo Zusammen,
Heute bitte ich Euch um Rat:
Ich habe meine Weiden geschnitten und frage mich jetzt, ob der gehäckselte Schnitt auch als Mulch im Gemüsebeet taugt. Oder bindet er Zuviel Stickstoff? Oder ist zu sauer?
 Danke für jede Antwort
LGr.
Bienenkönigin
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: thuja thujon am 20. Februar 2019, 10:23:37
Ich hatte meine Lockenweide mit etwas Laub drauf gehäckselt. Das gab eine recht hitzige Rotte auf dem Komposthaufen.
Ich würde dem Häcksel also mit etwas Rasenschnitt 4 Wochen eine Heißrotte gönnen und dann bedenkenlos auf dem Gemüsebeet verteilen.
Weide ist kein Holz mit einem besonders weiten C/N-Verhältnis.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Bienenkönigin am 20. Februar 2019, 12:28:07
Danke! Das mach ich so.
LGr.
Bienenkönigin
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Monti am 23. März 2019, 13:37:22
Kleines Update was meine Gründungflächen anbelangt.

Rechts Roggen, links Gras:




Lebendverbau Roggen:




Und im Gras:





So hab ich mir das vorgestellt :)
Im Gras ist ettliches an Vogelmiere und Ehrenpreis sowie Einjährige Rispe. Gestern hab ich mal bisle was raus gezupft. Das beste wäre wohl, mal zwei Hühner drauf laufen zu lassen aber die Interessieren sich dann nur für die Würmer und anderes Kriechgetier... ::)
Nach dem Roggen kommt Sellerie drauf. Auf die Gras-Fläche Zucchini, so der vorläufige Plan. Heißt, die Flächen bleiben bis mindestens bis Anfang Mai noch so. Dann irgendwie klein machen. Die Grasfläche werde ich wohl ganz flach abschälen mit dem Spaten. Den Roggen entweder auch so oder einfach umdrücken und knicken à la Messerwalze.
Sandhafer:




Danach vielleicht Salat, weiß noch nicht.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: thuja thujon am 24. März 2019, 13:11:39
Ich bin schon länger am überlegen ob diese Minikreiselegge Schrott, Spielkram oder tauglich ist. https://www.geo-agric.com/de/prodotti/prod-57-/DL.html
Die sollte jedenfalls das Problem mit flach `abschälen´ und Saat- oder Pflanzfertig machen lösen.

Sieht jedenfalls gut aus bei dir und handwerklich gut umgegraben ist auch.

Mit der geplanten Messerwalze bin ich noch nicht weitergekommen, hatte die Tagetes mit der Heckenschere kleingeschnitten und das Beet mit einem kleingeheckenschertem Strohballen abgedeckt. Dort dürfen Zucchini einziehen, die Gurken kommen in dem Abschnitt vorne an den Rand am Weg (dort stehen gerade Radieschen und Co) und werden vermutlich in Strohballen gepflanzt. 3 Ballen für 8 Pflanzen.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Nemesia Elfensp. am 28. März 2019, 19:26:21
Ich bin schon länger am überlegen ob diese Minikreiselegge Schrott, Spielkram oder tauglich ist. https://www.geo-agric.com/de/prodotti/prod-57-/DL.html
Die sollte jedenfalls das Problem mit flach `abschälen´ und Saat- oder Pflanzfertig machen lösen.
da steht " Kleine Kreiselegge für Gestrüppschneider" - also muss man sich den Freischneider auch anschaffen?

ich hab dieses Gartending für Senioren, eine "Mantis" :D aber inzwischen nutze ich sie kaum mehr, weil ich das heftige Wenden des Bodens weitgehend vermeide.


Zitat
Mit der geplanten Messerwalze bin ich noch nicht weitergekommen, hatte die Tagetes mit der Heckenschere kleingeschnitten
... ;D geht doch nix über ein taugliches Provisorium :D
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: thuja thujon am 28. März 2019, 19:56:27
Einen Freischneider oder einen Motorgeräteträger braucht man dann noch. Hat man aber eher als ne Minikreiselegge. Also den ein oder anderen könnte ich dafür nehmen.

Mantis kommt mir nicht in den Garten, ich will nix einfräsen, ich will ein Saatbett fertig machen. So flach und schonend wie möglich.
Kaputtgefräste Böden kenne ich hier zur Genüge, bei den alten Gärtnern war das ja die Bodenbearbeitung und am besten noch im Herbst für einmal sauber und im Frühjahr für einmal lockern. Diese Böden sind jetzt noch extrem hell und machen sowohl bei der Struktur als auch Bearbeitung Probleme. Dafür haben sie allerdings ihr eigenes Unkrautspektrum. Relativ wenig Gräser wie Poa annua, dafür sämtliche Samenunkräuter und Kartoffeln, die lassen sich aber recht einfach ziehen oder jäten, nach 3 Jahren hat man die meist im Griff.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Nemesia Elfensp. am 28. März 2019, 22:48:16
Mantis kommt mir nicht in den Garten, ich will nix einfräsen, ich will ein Saatbett fertig machen. So flach und schonend wie möglich.
da bin ich ganz Deiner Meinung!
Beim Mantis sind die Scheiben auf der Achse tatsächlich zu wenden, so dass mit der einen Seite 25 cm tief gefrässt werden kann - stimmt, aber nimmt man die Scheiben anders herum, kann man damit knappe 5 cm oberflächlich das Saatbeet herrichten.
Ich habe es ausprobiert und es stimmt tatsächlich, was der Hersteller da behauptet.

Wobei mir inzwischen das nicht "gestriegelte" Saatbeet mit Mulch, am liebsten ist.

Ansonsten kann ich nur sagen, dass man/frau sich auch erst einmal von der althergebrachten Vorstellung, wie ein Gemüsegarten bzw. wie in Beet auzusehen hat, verabschieden muss.
Nur dann ist die althergebrachte Gewohnheit "morgens mittags abend und zu jeder Jahreszeit fräsen und hübsch machen" aufzugeben.
Der Anblick des nicht schwarzen Bodens muss ertragen werden können...................aber wenn man/ frau weiss, was damit gewonnen wird, geht das schon :)

PS:
mir fällt ein, dass wir Anfang der '90er Jahre solch eine Vorsatzgerät für den Freischneider in der betrieblichen Grünanlagenpflege hatten. Nur der Chef durfte mit dem Ding arbeiten und das tat dieser ausschliesslich mit Helm und Schutzbrille, weil jedes Steinchen zum Geschoss wurde. Das damalige Gerät war allerdings ohne Walze.




Edit: Schreibfehler
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: thuja thujon am 28. März 2019, 23:26:40
Ein Bereich zwischen 0,5 und 4cm wäre toll.
Das die Steine auch mit einer Minikreiselegge gut rumfliegen kann ich verstehen, das Schweizer Modell hat deswegen Schutz drumrum, aber keine Walze mit der man halbwegs eine Tiefenführung hinbekommt.

Mulch und säen klappt hier noch nicht überzeugend genug. Säen und Rasenschnitt drauf ist ja nicht mit gemeint. Für Bohnen usw darfs gerne etwas gröber sein, da bin ich mit Mulch aber auch eher vorsichtig. Eher halb eingearbeitet. Da ich die Bohnen seit Inbesitznahme der Sämaschine aber nicht mehr mit den Fingern lege, bräuchte es ein Strohräumer. Den bekomme ich aber nicht drangebastelt bzw erst garnicht geformt. Wenn der Lehmboden hier ein halbes oder ganzes Jahr mal gelegen hat, kann ich mit dem Säschar nicht mehr durchschieben und die Zuschieber funktionieren nicht mehr. Das wird zu klutig.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: July am 29. März 2019, 06:50:21
Mein Ackerstreifen wird jedes Jahr im Frühling gepflügt und gefräst und dann bepflanzt und besät. Und alles wächst prima. Ich könnte den großen Teil nicht per Hand umgraben bzw. lockern bzw. Unkraut beseitigen. Im Herbst machen wir nichts, da kommt auf die Fläche nur Mulchmaterial.
Ansonsten gibt es hier kein Stück schwarze Erde bei uns......:)
Und soviel Aufwand kann ich nicht betreiben.......ich will ja auch noch mit der Pflanzerei etc. fertig werden und irgendwann was ernten:).
LG von July
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: thuja thujon am 29. März 2019, 08:37:55
Och, ich habe keinen Acker, sondern einen kleinen Garten und könnte alles umgraben wenn ich wollte. Habe ich früher auch mal eine Weile gemacht. Bis Boden- und Umweltschonendere Verfahren populärer und ausgereifter wurden. Und nun probier ichs aus und auch die Probleme mit überlockertem Boden und den ewig eingesunkenen Fußstapfen im Beet werden besser. Mehr Aufwand habe ich deswegen nicht. Eher weniger.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: roburdriver am 08. April 2019, 17:55:30
Mit Gründünger einsäen bin ich nich nicht so recht glücklich geworden. Das liegt auch daran, das einige Kulturen bis zum Frost stehen und dann nix mehr keimt. Winterroggen ist letzten Herbst wegen der Trockenheit garnicht aufgegangen. Ich decke jetzt die freien gewordenen Flächen immer mit Grasschnitt oder Schafmist ab, je nachdem was ich gerade verfügbar habe. Tomaten und Erdbeeren sind sowieso mit Stroh gemulcht. Gern nehme ich Strohhäcksel, was die Mähdrescher breit blasen, in Feldecken liegen da oft schöne Haufen.
Dieses Jahr will ich nach den Kartoffeln mal Tagetes säen, wegen der Drahtwürmer. Mal schauen ob die Kulturzeit da ausreicht. Sind ca 25qm.
Ansonsten werde ich den Kohl mit Schafwolle mulchen, soll wohl Kohlfliege und Drahtwürmer fern halten. Gleichzeitig ist es guter Langzeitdünger.

Gruß Robin
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: thuja thujon am 09. April 2019, 00:51:23
Vor Tagetes war hier nach Frühkartoffeln sogar noch Zeit für 3 Wochen falsches Saatbett. Das hat sich rentiert, nach Tagetes im Herbst runtermähen und im Frühajhr ohne Bodenbearbeitung Radieschen usw säen kommt dort so wenig Unkraut hoch, das sich nichtmal das zupfen mit den Fingerspitzen rentiert.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Monti am 30. Mai 2019, 18:04:20
Anfang Mai sah der Roggen und das Gras so aus:




am 11. habe ich ihn dann mit einem breiten Rechen umgedrückt. Anschließend alle 20 cm oder so geknickt. Verwendet hab ich dafür so einen großen Schaber mit Stiel womit man Eisplatten abschaben kann. Keine Ahnung wofür man das sonst hernimmt oder wie das richtig heißt. Ein Spaten geht auch. Das hab ich mehrmals gemacht im Abstand mehrerer Tage.




Am 18. dann Sellerie gepflanzt (ja, etwas spät aber egal)




Und vor ein paar Tagen schaute es so aus:





Die meisten Roggenpflanzen sind tot.

Davor ist das Beet in dem Gras eingesäht war. Das hab ich abgemäht und dann ganz flach gefräst. Einzelne Stellen an denen das Gras noch angewachsen war dann noch mit dem Sauzahn bearbeitet. Da kommen Zucchini drauf.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: thuja thujon am 31. Mai 2019, 18:23:36
Sieht sehr gut gelungen aus. Locker und Unkrautfrei.
Die Eisschaber findet man unter Stoßscharre. Gute Idee sowas zum plattdrücken und stören zu nehmen.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Monti am 03. Juni 2019, 21:59:05
Heute hab ich einige Roggensprosse ausgerissen. Scheins will er nicht ganz Kampflos das Feld räumen...
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: thuja thujon am 19. September 2019, 23:17:26
Ich habe gestern den Salat mit dem Rasenmäher zerkleinert (was für ein Gepapps) und eingefräst. Das erste mal seit ich den Garten habe das dort eine Fräse den Boden gesehen hat.

Heute habe ich Sandhafer gesäht. Im nachhinein betrachtet hätte der Reihenabstand ruhig etwas enger sein können. Ich glaube da lege ich morgen nochmal nach.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: roburdriver am 24. September 2019, 04:29:11
Ich hab jetzt nach den Gurken Winterroggen freihändig gesät, der auch schon gut keimt. Grasmulch ist dieses Jahr wieder Mangelware. Schafmist kommt erst im zeitigen Frühjahr aufs Beet, die Schafe müssen erst wieder im Stall Schei** produzieren  ;D
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: thuja thujon am 24. September 2019, 07:19:46
Ich säe gerne in Reihen weil ich dann hacken kann. Das Beet ist nach wie vor voll mit Vogelmiere.
Roggen hatte ich auch überlegt, habe noch ein Kilo mit guter Keimquote vom Supermarkt rumstehen, aber der räumt mir im Frühjahr zu langsam das Beet. Da mache ich lieber Radieschen oder ähnliches bevor der Roggen bis Mai steht.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: roburdriver am 28. September 2019, 23:45:46
Du kannst den Roggen doch auch eher schon kalt machen, durch knicken oder mulchen. Aber späte Kulturen wie Tomaten und Gurken passen wohl besser drauf als Radischen.
Die Hauptkulturen mache ich auch in Reihen, um mit der Pendelhacke durch zu kommen.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: thuja thujon am 29. September 2019, 10:14:38
Vielleicht sollte ich ihn auch einfach mal fertig ausreifen lassen. Hat er regelmäßig Krankheiten außer Mutterkorn? Weizen wäre mir zu Pilzanfällig.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Schnefrin am 29. September 2019, 10:28:39
Ich hatte nur ein einziges Mal massiven Mutterkornbefall beim Roggen, es war das erste Jahr, als ich das Saatgut hatte - es waren ausgeklaubte Restkörner aus einen Strohbund vom Bauern. Seitdem vermehre ich ihn immer selbst und hatte nie wieder auch nur ein einziges Mutterkorn drin und auch keine anderen sichtbaren Krankheiten.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: thuja thujon am 29. September 2019, 10:58:08
Das hört sich gut an. Wie machst du das Stroh klein?
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: sunrise am 29. September 2019, 13:43:40
Ich säe gerne in Reihen weil ich dann hacken kann. Das Beet ist nach wie vor voll mit Vogelmiere.


Ist Vogelmiere als Gründüngung gut?
Ich habe auch sehr viel,die kann man ja auch schön im Winter in Salat essen
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Schnefrin am 29. September 2019, 18:46:46
Das hört sich gut an. Wie machst du das Stroh klein?

Da es sich hier immer nur um kleine Flächen handelt: mit der Felco in handliche Stücke schneiden  ;D, Häcksler bietet sich natürlich an bei größeren Mengen. Die von Monti beschriebene Methode finde ich aber viel besser und werde das ausprobieren.
Vogelmiere geht selbstverständlich als Gründüngung, wenn man sie vor der Versamung erwischt, was allerdings schwierig ist. Hier habe ich mal gelesen, dass sie ein guter "Kalium-Sammler" sein soll, inwiefern das stimmt, weiß ich aber nicht.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Schnefrin am 29. September 2019, 18:51:52
In unserer Gartenanlage gibt es jemanden, der jeden Herbst sein Silphium perfoliatum runterschneidet und gebündelt in den Grünabfall gibt. Letzten Herbst habe ich die Bündelkurzerhand gekapert, gehäckselt und damit gemulcht. Im Frühjahr hatte ich nur noch die Stängelreste, die sich problemlos beiseite harken lassen, und schöne lockere Erde.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: thuja thujon am 30. September 2019, 08:38:27
Vogelmiere liefert nicht besonders viel Grünmasse, kann man als Nährstoffsammler also ziemlich vergessen. Unabhängig davon macht eine einzelne Pflanze ein paar Tausend Samen über Winter, das reicht, um ein paar Quadratmeter mit Vogelmiere auszusäen. Ich möchte keine Zehntausend Vogelmierepflanzen in einem Gemüsebeet haben.

Die Knickmethode hat was, dort reinpflanzen klappt bestens. Das ein oder andere Unkraut kommt allerdings durch wenn die Mulchschicht nicht dick genug ist, und dann muss man aufwendig von Hand jäten weil die Hacke im Mulch nicht recht funktioniert. Etwas reinsäen, da würde mir nur Mais einfallen. Auf Silphie bin ich gespannt, da reicht die Menge noch nicht. Lässt sich aber besser häckseln als Stroh. Das will hier nicht so recht in den Häcksler passen.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: thuja thujon am 15. Oktober 2019, 23:58:50
Sandhafer ist gut aufgegangen.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: thuja thujon am 16. Oktober 2019, 00:02:07
Probleme macht das Unkraut, es ist zu nass zum hacken. Die letzten 3 sonnigen Tage haben zum abtrocknen nicht gereicht, nun regnets wieder. Das wird wohl höchstens noch was wenns mal kurz Nachtfrost gibt. Aktuell keine Chance die Vogelmiere zu killen.
Mit der Regenstabilität der Krume bin ich nach den letzten 45mm allerdings recht zufrieden. Habe gerade gekalkt, demnächst wird Bentonit drübergestäubt.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: thuja thujon am 16. Oktober 2019, 00:03:38
Sorgen bereitet mir die Tagetes. Die ist zu spät in die Blüte gekommen, Saat will nicht mehr recht ausreifen.
Kann man die Pflanzen abschneiden und umgedreht regengeschützt aufhängen und da reift noch was keimfähiges nach? Wurzel dranlassen?
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Katrin am 27. Oktober 2019, 20:58:08
Ich hätte mal eine Frage, von der ich hoffe, dass sie herpasst: Wir haben nun die erste Saison mit unserem Folientunnel hinter uns (7 x 12m) und wir waren mit dem Ertrag sehr zufrieden. Der Boden ist an der Stelle lehmig, wir hatten gefräst, Kompost aufgebracht und nach dem Pflanzen durchgehend mit Rasenschnitt gemulcht, der bis auf ein paar Reste immer komplett verschwunden ist.

Nun haben wir heute die Tomatenpflanzen abgeräumt, weil Frost angesagt ist, und meine Frage ist nun, wie ich mit dem Tunnel im Winter vorgehen soll. Wir haben erstmal gegossen, weils unter dem Tomaten schon recht trocken war, haben vorher Mulchreste und Tomatenreste weggerecht und danach alles wieder mit frischem Rasenschnitt bedeckt.

Wie soll ich den Winter über nun vorgehen, damit die Erde im Frühling möglichst optimal vorbereitet ist? Reicht mulchen und gießen? Wie oft, wie viel? Hat jemand Erfahrungen dazu?

Vielen Dank!
Katrin
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: thuja thujon am 27. Oktober 2019, 22:24:15
Im Folientunnel würde ich Feldsalat oder Winterkopfsalat machen.
Lebende Wurzeln sind für die Bodengare besser als toter Rasenschnitt, gerade wenn es recht trocken ist.

Hätte auch den Vorteil das die Nährstoffe genutzt werden, du eher mal giessen tust und natürlich das du was zu ernten hast. Vom Winterkopfsalat müsstest du so spät jetzt schon Jungpflanzen kaufen, Feldsalat und anderes Wintergemüse kannst du noch säen.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Katrin am 28. Oktober 2019, 10:48:43
Danke für die Antwort! Winterkopfsalat-Pflanzen muss ich schauen, ob ich sie jetzt noch bekomme. Feldsalat werde ich sicher probieren, aber nicht auf der ganzen Fläche... keimt Barbarea jetzt noch? Da hätte ich Samen da.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Conni am 28. Oktober 2019, 12:19:42
Katrin, ich habe dieses Jahr im Gewächshaus (ungeheizt und zugig, bestimmt nicht wärmer als Dein Folientunnel) im Januar Spinat und Pflücksalat 'Merlot' gesät. Beides ist gekeimt, gut gewachsen und gab jeweils eine üppige Ernte, bevor ich Tomaten und Paprika gepflanzt habe.

Wenn Du davon Samen haben magst, ich habe von beidem noch reichlich da.  :)

Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Katrin am 28. Oktober 2019, 21:44:32
Das klingt ja sehr gut! Und so wäre der Platz optimal genützt  :D.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: thuja thujon am 01. November 2019, 09:49:12
Zitat
Zitat
Wohin packt ihr die Sida/Silphie? Auf eine separate Fläche,
ja, es sind Dauerkulturen über 10 Jahre, also auf eine eigene Fläche, etwas 100m² je Sorte. Es soll dann im Herbst geschnitten und gehäckselt werden um den Kohlenstoffanteil im Mulchmaterial des Gemüsegartens und auch in der Zusammensetzung des Kompost, deutlich zu erhöhen.
Ich habe (nur wenige) Sida und Silphie ins Vorbeet gepflanzt. Eine einzelne Sida hat es geschafft im ersten Jahr zu blühen.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Conni am 01. Dezember 2019, 17:03:56
Ich habe heute noch ein bisschen gemähtes Gras mit Laub zusammengeharkt und auf die abgeernteten Gemüsebeete gepackt. Die Schicht ist jetzt ziemlich dick, mal sehn, was davon im Frühjahr noch übrig ist.



Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: roburdriver am 06. Dezember 2019, 21:12:20
Ich hab heute die alten Erdbeeren mit der Motorsense klein gemulcht, dann kommt noch frischer Grasschnitt als Mulch drüber und Schafsmist. Im Frühjahr wird dann erst umgepflügt, kurz vorm Neubestellen. Auf die Erdbeeren folgen dann Kartoffeln.

Gruß Robin
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Starking007 am 06. Dezember 2019, 22:40:11
Conni wird dagegen gar nicht mehr den Humus bewegen müssen?!?!
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: thuja thujon am 06. Dezember 2019, 22:54:08
In welcher Qualität pflanzt du die Erdbeeren? Die größten Frigos oder wie wird da was draus wenn du sie pflanzt, erntest und wieder rodest? Kartoffeln fange ich hier eher früh im Jahr an, es gab aber auch mal ein Jahr da haben wir Nicola im August oder so gelegt und die wurden noch was.
Nach dem pflügen nochmal Kartoffeln ist aber wirklich heftig. Was folgt danach zum stabilisieren vom Bodengefüge?

Hier habe ich aktuell auf dem Tomatenbeet Ahornlaub mit ein wenig Rest von der Hühnermistjauche und pflanze nächstes Jahr wieder Tomaten aufs Tomatenbeet von 2019. Kein Fruchtwechsel, macht man nicht, aber nach dem letzten umgraben im Sommer letztes Jahr will ich den Boden noch etwas ruhen lassen. Es wurden demletzt auch wieder ein paar Tauwürmer ausgesetzt, die brauchen das Jahr ohne Störung noch denke ich.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: thuja thujon am 06. Dezember 2019, 22:54:54
Im etwas längeren Beet steht noch der Sandhafer.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: roburdriver am 07. Dezember 2019, 02:12:21
Ne die Erdbeeren sind klassisch mit Topfballen oder eigene Senker. Die stehen immer 2 Jahre.
Ich nutze 3 Felder:
1.Jahr
A Kartoffel
B Tomaten, Bohnen, Salat, Kohl, Tagetes, etc
C Erdbeeren.

2.Jahr
A Tomaten und co
B Kartoffel
C Erdbeeren

3.Jahr
A Tomaten und Co (Kulturtausch feldintern)
B Erdbeeren
C Kartoffel

4.Jahr
A Kartoffel
B Erdbeeren
C Tomaten und co

5.Jahr
A Erdbeeren
B Kartoffeln
C Tomaten und Co(Kulturtausch Feldintern)

6.Jahr
A Erdbeeren
B Tomaten und Co
C Kartoffeln

So läuft's bei mir. Mehr Felder wäre besser aber das ist nicht sinnvoll zu machen, da Kartoffeln und Erdbeeren den meisten Platz brauchen.
Ich pflüge auch, da bei dem schweren Lössboden sich Kartoffeln kaum händisch häufen lassen.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: thuja thujon am 07. Dezember 2019, 09:50:56
So ähnlich machts hier auch einer, aber ohne Kohl und Salat. Da wollen die Erdbeeren nicht mehr, zuviel Verticillium drin. 3 anfällige und vermehrende Kulturen, bei Tomate, Kartoffel und Bohnen sieht mans nicht, aber sobald es im April/Mai Brutzelwetter gibt bleiben die Erdbeeren stehen und wachsen rückwärts. Eine Gesundungsfrucht haben wir noch nicht gefunden. Müsste nach 20 Jahren wohl mal gedämpft werden.  :-\
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: roburdriver am 07. Dezember 2019, 11:37:41
Mit dem Erdbeeren hab ich keine Sorgen, die werden auch nicht bewässert. Nur das Feld mit Tomaten und Co hängt an der Tröpfchenbewässerung. Den Kartoffeln hätte mehr Wasser gut getan, aber das waren auch 2 extreme Jahre.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Nemesia Elfensp. am 12. Januar 2020, 23:25:35
meine Neugierde hat heute gesiegt :)
Wir hatte im Frühjahr 2019 beschlossen, eine weiteres Gartenstückvon etwa 150 m² zum Gemüsegarten hinzu zu fügen.
Nach einmaliger Vorbereitung im Frühjahr mit Trecker und Pflug, Fräse und dann Rückverdichtung, haben wir die Fläche ruhen lassen und aufkommendes Beikraut nur immer reglmässig mit dem Aufsitzrasenmäher gemäht und gleichzeitig gemulcht.
Es wurde immer so früh wieder gemäht, dass über den Sommer keine Samenbildung stattfinden konnte.
Tatsächlich baute sich schon alleine durch die Grünmasse der gemähten Beikräuter eine erste dünne Humusschicht auf.
Im Spätherbst bedeckten wir die Fläche dann mit einer etwa 15-20cm dicken Strohschicht (kurzgehäckseltes Stroh aus Quarderballen; leider konnte mir unser Landwirt nicht sagen, um welches Getreide es sich handelte).
Das Stroh ist inzwischen schon zu einem guten Teil verrottet.

Heute haben wir nun an einer Stelle die Strohlage beiseite gezogen um nachzuschauen, ob die Beikrautpflanzen unter der Strohschicht einen guten Winterschutz haben ::) oder ob sie durch den Lichtmangel eingegangen sind :)
Mal sehen, wie es im Frühjahr nun wird, aber derzeit ist kein Grünzeug zu sehen.

Hier die Fotos:



Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Nemesia Elfensp. am 12. Januar 2020, 23:26:50
 :)
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: thuja thujon am 12. Januar 2020, 23:32:16
Sieht doch gut aus. Und Glückwunsch zum neuen Gemüsebeet.  :)

Habt ihr das so fein bearbeitet oder rieselt euer Boden so extrem?
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Nemesia Elfensp. am 12. Januar 2020, 23:38:50
Sieht doch gut aus. Und Glückwunsch zum neuen Gemüsebeet.  :)

Habt ihr das so fein bearbeitet oder rieselt euer Boden so extrem?
wir haben nur das feuchte Stroh mit der Forke sinnig herunter gehoben. (es ist schon schön angerottet, wird schon vom Boden "verdaut" ). Und ansonsten, Du weisst doch, Sandgärtnerin ;D

Ja, ich freue mich auch über den Zugewinn der Fläche :D
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: ringelnatz am 12. Januar 2020, 23:50:17
Habt ihr das so fein bearbeitet oder rieselt euer Boden so extrem?
Und ansonsten, Du weisst doch, Sandgärtnerin ;D

Pff... so eine Frage kann auch nur ein Lehmgärtner stellen ;)

Würde mir auch gerne mal 150qm zusätzlich gönnen..mache gerade den Aussaatplan 2020, allein es fehlt der Platz ::)

noch eine interessierte Frage: wie geht es weiter mit dem Stroh? Wirst du es weiter unterheben, oder irgendwann woanders hinschaffen? (Es wird wohl kaum vollständig verrottet sein bis April?) Wie düngst du dann das neue Beet? (Stichwort Stickstoff/Stroh)
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: thuja thujon am 13. Januar 2020, 07:58:19
 ;D

Ich würde wenn Unkraut hoch kommen sollte einmalig mit Kalkstickstoff düngen. Auch einfach zum ankurbeln der weiteren Rotte. Wenn Jahrelang mit Stroh gedüngt wird, ist es auch ein Stickstoffdünger.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Azubi am 13. Januar 2020, 09:35:04
Ich würde wenn Unkraut hoch kommen sollte einmalig mit Kalkstickstoff düngen.
Kannst du das kurz erläutern? Zu welchen Zeitpunkt und welche Menge ist sinnvoll (bei sandigem Boden)? Wird der Kalkstickstoff eingearbeitet oder nur darüber gestreut? Vor oder nach Regen oder egal? Gibt es Gemüse-Kulturen, die danach auf keinen Fall angebaut werden dürfen?

Ich kämpfe immer noch mit Unmengen an Unkraut, weil mein Gemüsebeet aus einer Grünfläche entstanden ist, die im Jahr davor nicht gemäht wurde.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Nemesia Elfensp. am 13. Januar 2020, 21:24:42
Ich kämpfe immer noch mit Unmengen an Unkraut, weil mein Gemüsebeet aus einer Grünfläche entstanden ist, die im Jahr davor nicht gemäht wurde.
m. Meinung nach ist nicht die Tatsache, dass im Jahr, bevor die Grünfläche zu Gemüsegarten wurde, nicht gemäht wurde, der Grund für die enorme Beikraut"last".
Es wohl eher so, dass immer eine enorme Menge an schlafenden Beikrautsamen im Boden vorhanden ist. Die Natur sorgt halt gut vor (Tabelle: Unkraut-Lebensdauer-Samen.jpg.)

Wir haben hier unseren Gemüsegarten auf einer ehemaligen Stilllegungsfläche. In den ersten Jahren (mangels Wissen) habe ich den Boden (Sandboden,19 Bodenpunkte) des Gemüsegartens nach  - alt Väter Sitte - jedes Frühjahr gepflügt, geeggt, den Boden 3-4 Wochen setzten lassen.....................dann wollte ich mit dem Säen anfangen, aber es war schon alles grün.
Wir sind mit der enormen Menge an keimfähigen Beikrautsamen überhaupt nicht zurecht gekommen. Es schien, als würde es immer mehr, statt weniger.
Dann habe ich mich mit dem Thema anders beschäftigt, den Blickwinkel geändert, die Thematik des "falschen Saatbeetes" ("Falsches Saatbeet"-Schema) näher betrachtet und nun daraus resultierend auch eben den Effekt des Flächenmulch für unseren Sandboden entdeckt.
Um die enormen Mengen an keimfähigen Beikrautsamen nicht immer wieder zu aktivieren, haben wir hier nun das "nicht umgrabens"/ "no dig" im Versuch und es erscheint mir sehr naheliegend. Insbesondere, wenn man sich vor Augen führt, dass ein sehr grosser Teil der Beikrautsamen wohl Lichtkeimer sind und das eben die Samen, die nicht durch unnötige Erdbewegungen an die Oberfläche gebracht werden, auch nicht keimen.

Dieser Hortipendium-Artikel Unkrautbekämpfung Falsches Saatbeet (daraus ist das oben verlinkte Schema) hat mir sehr weiter geholfen und meine Sichtweise verändert.





Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: thuja thujon am 13. Januar 2020, 23:05:09
Es gibt vieles was man tun kann, ich bin der Meinung, wenn man sich für eine grobe Richtung entschieden hat, sollte man auch eine Weile dabeibleiben.

zB falsches Saatbett: hat sich immer bewährt, wenn man es technisch hinbekommt, so flach wie möglich zu hacken. Gartenwiesel wäre hier ein feines Werkzeug, besser als die Bügelhacke. Grubber ist ziemlich ungeeignet dafür. Bei jedem Hackdurchgang verbrät man auch Humus, bei 19 Bodenpunkten und Boden wie aus dem Sandstreuer sollte man im Hinterkopf behalten, das das optimale Unkrautbekämpfungsstadium vielleicht nicht mehr das Fädchenstadium ist, sondern Bodenbearbeitung erst wieder anstehen sollte, wenn das Beet grün ist. Also Unkraut gut gewachsen, aber noch vor der Samenbildung bzw Reife. Falsches Saatbett ist also immer auch mit Blick auf Gartenhygiene zu bewerten. Hat man nun also etwas größeres Unkraut was noch keine Samen gebildet hat und hackt das unter, geht Humus verloren durchs hacken (Durchlüftung), es kommt aber gleichzeitig wieder etwas Humus zurück weil das Unkraut verrottet. Größter Fehler beim jäten ist immer das abtransportieren vom Unkraut. Erntereste kann man kompostieren, das ist ein anderer Humus und ein anderes Bodenleben, Unkraut bleibt aber auf der Fläche. Je öfter man hackt, desto mehr Humus verbraucht man. Also nicht übertreiben, sondern merken: Bodenbearbeitung nur wenns grün ist.

Kalkstickstoff kommt dann ins Spiel, wenn man organische Masse hat, die erst mit Calcium Ton-Humus-Komplexe bilden kann. Bei armem Rieselsand ist auch wenn man sichs nicht vorstellen kann etwas Ton dabei, ansonsten brauchen auch die Huminsäuren etwas Kalk zum neutralisieren damit die Huminstofe als Kolloid ausflocken können, nur so bringen sie Punkte. Und was man im Frühjahr eben immer braucht, es gibt keinen Humus ohne Kalk und Stickstoff, dann düngt man eben Stickstoff zu zum ankurbeln des Bodenlebens. So ist die Agrarrevolution vor knapp über 100 Jahren entstanden. Calcium könnte man auf Lehmboden nun auch mit Gips düngen, Schwefel ist im Frühjahr mittlerweile ja auch ein Mangelnährstoff, aber auf Sandboden ist Löschkalk, der aus dem Kalkstickstoff entsteht zwar die wirksamste Form, bei trockenheit bringt er aber deutlich mehr Punkte als Kohlensaurer kalk der mehr Wasser braucht um zu wirken. Über den Stickstoff freuen sich die Bakterien. Man stellt einen sauren Sandboden damit gewissermaßen also auch von Pilzherberge auf mehr Bakterienherberge ein, die eher auf neutralen bis basischen Böden heimisch sind und mehr Ertrag ermöglichen als saure und verarmte Mykorrhizaböden.
Man muss sich hier also auch irgendwo entscheiden was man will.

Als i-Tüpfelchen hat der Kalkstickstoff die desinfizierende Wirkung. Ist nix schlimmes, der Tod des einen ermöglicht schließlich das Leben des anderen. Kalkstickstoff ausstreuen, je nach Stickstoffbedarf der Folgekultur bzw verabreichter Strohmulchmenge bzw Sägemehlmulch zwischen 20 und 100g/m², leicht einarbeiten, also zB 2cm tief, damit das Gasförmige Cyanamid auch länger im Boden bleibt und dort die durchs hacken zum keimen angeregten Unkrautsamen abtöten kann. Wäre für sich nun Humusverlust, nach 2 Wochen Wartezeit, vorrausgesetzt es war ausreichend feucht, kann man aber bedenkenlos alles säen was Dünger verträgt, auch Salat, die Salzfracht ist trotz hohem Nährstoffgehalt relativ gering, und nun kann man den Humusverlust umdrehen, weil die frisch gesähten Kulturen durch den Stickstoff vernünftig wachsen und so mehr Biomasse aufbauen, als es in Kompostgedüngten Böden mit entsprechend spärlicher Stickstoffnachlieferung möglich wäre. Es passen hier also 3 Faktoren zusammen, die in der Kombination sicherlich nicht jedes Jahr genutzt werden sollten, aber in manchen Jahren eben die Lösung sind.

Die hohen Dosen wie 100g/m² teile ich selbst auf Lehmboden gerne auf, vor der Saat die eine Hälfte Dünger, gerne auch Kalkstickstoff, die andere Hälfte etwa 2 Wochen danach mit anderen Stickstoffdüngern, je nach Bewässerung, Anwachsschwierigkeiten durch Kälteeinbruch usw eben flexibel gehandhabt. Bei Sandboden jedenfalls lieber öfter wenig, statt selten viel. Nur Kalkstickstoff ist hier die Ausnahme, weil er eine gewisse Dosis braucht, um auch voll ausgenutzt zu werden, wenn man schon so viel Geld in die Hand nimmt. Bei Salat in Strohmulch kann man auch gerne etwas mehr als die Hälfte der empfohlenen Menge nehmen, es gibt schließlich keinen Humusaufbau ohne zusätzlichen Stickstoff. Es muss also mehr Stickstoff gedüngt werden als der Salat aufnehmen kann, wenn gleichzeitig Stroh und Co Humus liefern sollen.

Ansonsten: ja, Kalkstickstoff braucht Feuchtigkeit, Rieselfähig ist nix. Durch das schnell in lösung gehen steht er aber eher zur Verfügung als als weniger lösliche Dünger, da er bereits in der Anfangsphase verdächtig nahe an den Wurzelhorizont kommt. Wird es dann später trocken, ist er weder Auswaschungsgefährdet noch braucht er zu diesem zeitpunkt mehr Wasser als andere Dünger. Im Gegenteil, durch die pH-Wert Veränderungen des Ammoniumions werden schlecht lösliche Nährstoffe wie zB Phosphat und einige Spurenelemente mobilisiert. Das basische vom Calcium und das saure vom Stickstoff ist meist räumlich getrennt, so dass für eine Pflanze mit 5cm langer Wurzel genug Närstoffe trotz angehender Trockenheit verfügbar sind.

Soweit erstmal knapp zusammengefasst, man könnte noch mehr dazu sagen, aber ich lasse es erstmal dabei.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Azubi am 14. Januar 2020, 15:29:32
Vielen Dank euch beiden. Da mein Boden vermutlich eh zuwenig Ca enthält, möchte ich zuerst Kalkstickstoff ausprobieren. Zumindest dort, wo gerade keine Kulturen stehen.
Die genaue Prozedur wäre dann etwa wie folgt:

1. Das Beet im Frühling erst mal gründlich von Unkräutern befreien.
2. Der richtige Zeitpunkt (damit die Samen schon gekeimt sind) ist ein paar Tage nach einem Regen. Oder wenn das erste "Grün" zu sehen ist? Dann 50mg/m2 Kalkstickstoff einarbeiten. Auf leichte Feuchtigkeit achten  (Sandboden kann schnell trocken werden). 
3. Mit Rasenschnitt mulchen und nach 2-3 Wochen pflanzen oder aber nicht mulchen und säen (Möhren wären schön).

Was wäre der richtige Zeitpunkt, bzw. welcher Monat? Ende März? Anfang April? Abhängig vor der Unkrautart? Nerven tun mich vor allem die kleinen Unkräuter wie Vogelmiere. Die großen kann ich noch halbwegs raus zupfen.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Nemesia Elfensp. am 14. Januar 2020, 16:32:07
Vielen Dank euch beiden. Da mein Boden vermutlich eh zuwenig Ca enthält, möchte ich zuerst Kalkstickstoff ausprobieren. Zumindest dort, wo gerade keine Kulturen stehen.
Die genaue Prozedur wäre dann etwa wie folgt:

1. Das Beet im Frühling erst mal gründlich von Unkräutern befreien.
2. Der richtige Zeitpunkt (damit die Samen schon gekeimt sind) ist ein paar Tage nach einem Regen. Oder wenn das erste "Grün" zu sehen ist? Dann 50mg/m2 Kalkstickstoff einarbeiten. Auf leichte Feuchtigkeit achten  (Sandboden kann schnell trocken werden). 
3. Mit Rasenschnitt mulchen und nach 2-3 Wochen pflanzen oder aber nicht mulchen und säen (Möhren wären schön).
in Reihe säen ist eine gute Möglichkeit um keimende Beikräuter erkennen zu können, ausserdem kann dann nach der Keimung zwischen den Möhrenreihen gemulcht werden.
 - Wenn ich mich recht erinnere hat Conni schon einmal Bilder eingestellt von Gemüsesamen, die sie unter einer dünnen Mulchdecke gesät hatte und die dann erfolgreich hindurch wuchsen. Damit habe ich selber aber noch keine Erfahrungen.

Zitat
Was wäre der richtige Zeitpunkt, bzw. welcher Monat? Ende März? Anfang April? Abhängig vor der Unkrautart?
Dazu gibt es hier in dieser Tabelle gute Info, da auch die Temperatur mit angegeben ist.


Nötige Dauer eines "Falschen Saatbeetes" = "14 Tage sollten es schon sein" heisst es hier zu der Tabelle


Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Azubi am 14. Januar 2020, 16:44:14
@ Nemesia Elfensp.
"No dig" klingt logisch und effizient. Ich liege ja auch lieber in der Hängematte statt mich im Beet abzuarbeiten. In der Praxis gibt es damit bei mir aber (noch?) Probleme.

Bsp. Ich habe nach Kartoffeln Salat gepflanzt und Feldsalat und Spinat gesät. Nach dem ersten Regen war alles grün. Oberflächlich Kräuter entfernt - wieder grün  ???
Bsp. Salat nach Tomaten unter Tomatendach. Oberfläche völlig grün durch Algen (plus Beikräuter)
Bsp. Möhren: Mehrfach von Hand jedes Kräutlein gezupft, nicht gehackt. Trotzdem wurde es ruckzuck wieder grün. Leider hat mich irgendwann der Frust gepackt (ich hatte ca. 10 m2) und ich habe die Kräuter wachsen lassen, die sich inzwischen vermutlich wieder versamt haben. Da kommen nächstes Jahr eben Kartoffeln hin.

Ich werde auf jeden Fall probieren, mehr zu mulchen. Möhren sind halt wirklich blöd. Ansonsten tu ich ja fast alles vorziehen.

Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Nemesia Elfensp. am 14. Januar 2020, 16:56:03
Das Mulchergebniss ist abhängig von der Strohqualität:
Wir hatten die Wege/Reihen zwischen den neuen Erdbeerreihen mit einem Stroh aus anderer Quelle gemulcht.

............es war offensichtlich warm genug für eine Keimung ::)
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Nemesia Elfensp. am 14. Januar 2020, 16:57:23
GsD ist es "nur" Getreide aus dem Stroh
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Azubi am 14. Januar 2020, 16:59:05
Wie bekommst du das jetzt wieder weg?
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Nemesia Elfensp. am 14. Januar 2020, 17:38:26
Wie bekommst du das jetzt wieder weg?
:D das habe ich mich auch gefragt :D mir sind im aller ersten Brainstorming mehrere Möglichkeiten eingefallen:
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Staudo am 14. Januar 2020, 18:18:41
Rasenmäher.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Natura am 14. Januar 2020, 18:36:06
Das meinte meine Tochter gerade auch. Und sie sagt, der Bauer von dem das Stroh stammt. sollte seinen Mähdrescher richtig einstellen, damit er nicht so viel Ausfallgetreide hat :-X.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Nemesia Elfensp. am 14. Januar 2020, 18:51:44
Rasenmäher.
;D jau! *vor die stirn schlag* war zu einfach :D

Das meinte meine Tochter gerade auch. Und sie sagt, der Bauer von dem das Stroh stammt. sollte seinen Mähdrescher richtig einstellen, damit er nicht so viel Ausfallgetreide hat :-X.
ja, wie ihm das passieren konnte ist mir auch nicht klar. Die andere Partie Stroh ist auch von ihm und die ist tadellos.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Nemesia Elfensp. am 14. Januar 2020, 19:06:46
Das meinte meine Tochter gerade auch. Und sie sagt, der Bauer von dem das Stroh stammt. sollte seinen Mähdrescher richtig einstellen, damit er nicht so viel Ausfallgetreide hat :-X.
tja, Frage: - liege ich richtig mit der Vermutung, dass diese Menge Ausfallgetreide nur hier bei mir im Gemüsegarten ein Problem ist?

- Wahrscheinlich hat er bezüglich seiner Belange, mit dieser Menge Ausfallgetreide eher kein Problem, oder doch?

- Wie kann ich dieses Thema beim nächsten Stroheinkauf ansprechen, ohne meinem Lieferanten unangenehm "auf die Füsse" zu treten (ich bin ja froh, das er mich beliefert)?
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Nemesia Elfensp. am 14. Januar 2020, 19:17:00
Staudo, wo Du grade da bist, fällt mir Dein Beitrag aus 2016 ein:
Ich kann nur meinen alten Hut hervorkramen: Roggen. Der keimt auch noch bei Aussaat im späten Herbst. Sät man etwas dichter, hat Unkraut kaum eine Chance. Im Frühling lässt sich Roggen einfach untergraben und geht danach sicher kaputt.
könnte man so eine Roggengründüngung im Frühjahr wohl auch einfach abmähen/mulchmähen und dann da hinein pflanzen?
(ich würde ja gerne ohne umgraben auskommen)
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Staudo am 14. Januar 2020, 19:19:16
- Wie kann ich dieses Thema beim nächsten Stroheinkauf ansprechen, ohne meinem Lieferanten unangenehm "auf die Füsse" zu treten (ich bin ja froh, das er mich beliefert)?

Als Einstreu ist das Getreide egal bis willkommen. Je nachdem, ob die Tiere das Stroh fressen oder nur darauf stehen. Der Bauer wird sich selbst ausrechnen, wieviel Tonnen Getreide er u.U. vergeudet hat.  ;) Sage ihm einfach, dass Dich das Ausfallgetreide im Garten stört und bitte ihn, Dir anderes Stroh zu geben.

Getreide ist einjährig. Im Sommer geht es von allein ein. Etwas reinzupflanzen wird nicht funktionieren. Irgendwann schiebt das Getreide Ähren.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Nemesia Elfensp. am 14. Januar 2020, 19:26:36
Getreide ist einjährig. Im Sommer geht es von allein ein. Etwas reinzupflanzen wird nicht funktionieren. Irgendwann schiebt das Getreide Ähren.
......Du meinst, ich könnte es nicht so kurz abmähen, das es nicht wieder durchtreibt?
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Staudo am 14. Januar 2020, 19:37:56
Naja, eine Weile versucht es schon neue Ähren zu schieben.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Nemesia Elfensp. am 14. Januar 2020, 19:51:40
Naja, eine Weile versucht es schon neue Ähren zu schieben.
ok, dann werd ich mit dem Roggen mal ein Versuchsbeet im Frühherbst machen, um im Frühjahr '21 heraus zu finden wie kurz, kurzgemäht sein muss, damit das Ährenschieben nicht mehr stattfindet.
Danke  :)
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: thuja thujon am 14. Januar 2020, 22:30:54
Mit der Walze drüber, Begrünung stören. Gerade wenns angefroren ist auch mit wenig eingreifenden Walzen erfolgsversprechend. Besser als mit zuviel Eingriff durch die Walze wieder Samen anregen, aber auch dann wird wieder was keimen wenns Frühjahr feucht ist. Rasenmäher hackt dir das Stroh mit klein, bringt eventuell das Bodenleben genau zum falschen Zeitpunkt in Gang. Humuskultur ist komplex...

Also kommt man eventuell auch zu Nummer 2: Propyzamid, stark gegen Gräser in Erdbeeren. Unex Streugranulat ist für Hobbygärtner wohl noch zu kaufen. Und ähnlich chemisch wirds der Bauer auch machen mit Ausfallgetreide wenn er den Mähdrescher nicht richtig einstellt. Wenn die Erdbeeren im Sommer gerodet werden sollten, geht noch ein Satz Salat ohne Nachbauprobleme.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Azubi am 15. Januar 2020, 08:23:37
Wie dicht muss Roggen im Herbst gesät werden, damit er Unkraut unterdrücken kann?
Wann wird er im Frühling untergegraben / gemulcht?
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Staudo am 15. Januar 2020, 08:32:56
Roggen kostet im Landhandel fast nichts, beim Bauern noch weniger. Da kann man also großzügig sein. Das Blumenbeet am Schloss bepflanze ich fast jedes Jahr zum ersten Märzwochenende mit Stiefmütterchen. Vorher grabe ich den Roggen um.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Azubi am 15. Januar 2020, 08:35:07
Danke schön !
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: thuja thujon am 21. Januar 2020, 20:20:22
Ich hab mal eine Frage an die Frühgärtner, die dort gärtnern, wo die Frostempfindlichen Gründüngerpflanzen nicht zuverlässig abfrieren.
Wie geht ihr mit Phacelia, Ölrettich oder Sandhafer um, wenn der Boden wie dieses Jahr schon oberflächlich abtrocknet, die Gründüngerpflanzen das Wasser rausziehen und ihr früh im Jahr wieder was auf der Fläche säen oder pflanzen wollt?

Ich überlege gerade mit der Heckenschere kleinzuschneiden, 1-2 Wochen in der Sonne antrocknen lassen und dann mit dem Sauzahn durchziehen, dass die Wurzeln hochkommen. 3-4 Wochen später könnte ich dann pflanzen wenns Wetter mitspielt.
Gibts bessere Vorschläge?
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Starking007 am 21. Januar 2020, 20:43:47
Fräsen!
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: thuja thujon am 21. Januar 2020, 23:40:22
Gute Idee, aber habe vor der Gründüngeraussaat schon Erntereste eingefräst. Soll heißen, mindestens die nächsten 2-3 Jahre will ich da keine Fräse drauf haben. Muss Bodenschonend sein. Die Würmer stehen auch noch oben.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: thuja thujon am 25. Januar 2020, 20:44:29
Habe den Sandhafer jetzt erstmal runtergeschnitten, nun darf er erstmal eine Wohe abtrocknen, danach sehen wir weiter.
Die Heckenschere war schön zugesaut hinterher.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Nemesia Elfensp. am 28. Januar 2020, 19:10:32
Moin Conni,

Ich habe heute noch ein bisschen gemähtes Gras mit Laub zusammengeharkt und auf die abgeernteten Gemüsebeete gepackt. Die Schicht ist jetzt ziemlich dick, mal sehn, was davon im Frühjahr noch übrig ist.
ich weiss, es ist noch nicht ganz Frühling, aber könntest Du wohl bitte schon ein o. zwei Fotos vom Rotteverlauf machen? Es würde mich interessieren, wie es bei Dir mit der Mulchschicht weiter gegangen ist.

LG
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: thuja thujon am 28. Januar 2020, 23:26:16
Bin nicht Conni, werfe aber trotzdem mal 2 Fotos in die Runde.
Ende November, kurz danach kam etwas Hühnermistjauchebodensatzrest als Stickstoff- und Kalkquelle mit der Gieskanne und selbstgebautem High-End `Gieskannenschlammpralltellerverteiler´ darüber.
Links am Winterblumenkohl hat man etwas Orientierung mit der Höhe, es waren gut 30cm Laubpackung.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: thuja thujon am 28. Januar 2020, 23:27:27
Foto von Mitte Januar. Die Differenz muss nicht verrottet sein, der Regen hat es auch etwas verkleben und sacken lassen.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Conni am 29. Januar 2020, 13:05:52
... könntest Du wohl bitte schon ein o. zwei Fotos vom Rotteverlauf machen? Es würde mich interessieren, wie es bei Dir mit der Mulchschicht weiter gegangen ist.

Hab Dir vorhin mal zwei Bilder gemacht. Die Schicht ist dünner geworden, die Regenwürmer arbeiten und ein riesiger Schwarm Krähen zerhackt mir momentan sämtliche Beete, um Nüsse und Eicheln zu verstecken.

Ein Bild zum Überblick:
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Conni am 29. Januar 2020, 13:06:34
Und näher: Unter der Mulchschicht ist die Erde feinkrümelig und von Regenwurmkot durchsetzt.

Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Nemesia Elfensp. am 29. Januar 2020, 23:12:22
Danke für die Fotos Conni :)


Und näher: Unter der Mulchschicht ist die Erde feinkrümelig und von Regenwurmkot durchsetzt.
Ja, das sieht so aus, als seien Deine Regenwürmer die ganze Zeit munter gewesen.

Welche Arbeitsschritte hast Du noch geplant, bevor Du säen wirst?

...ein riesiger Schwarm Krähen zerhackt mir momentan sämtliche Beete, um Nüsse und Eicheln zu verstecken.
:o holen die Krähen ihren Vorrat dann auch irgend wann wieder ab :o Wie schützt Du dann später Deine Kulturen?
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Nemesia Elfensp. am 29. Januar 2020, 23:21:36
Auch Danke für Deine Fotos.

Foto von Mitte Januar. Die Differenz muss nicht verrottet sein, der Regen hat es auch etwas verkleben und sacken lassen.
und wie schaut es unter der Mulchschicht aus? Ist da auch Regenwurmaktivität zu erkennen? (bitte noch ein Foto vom Boden)
Ich frage, weil Du ja noch Stickstoff u. Kalk zur Verfügung gestellt hattes. Ist das den Regenwürmern egal, tummeln die sich trotzdem?
Ende November, kurz danach kam etwas Hühnermistjauchebodensatzrest als Stickstoff- und Kalkquelle
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Conni am 30. Januar 2020, 08:01:36
Danke für die Fotos Conni :)

Welche Arbeitsschritte hast Du noch geplant, bevor Du säen wirst?

Mit einem Rechen hole ich die letzten Reste Mulch vom Beet, gehe einmal mit dem Rechen durch, damit es wieder plan ist, ziehe eine kleine Furche, gieße in die Furche, säe, ziehe die Furche wieder zu und drück mit der Rückseite des Rechens vorsichtig ein bisschen an. Dann kommt wieder Mulch drauf, in der Furche ganz wenig, daneben etwas dicker. Und dann lass ich das Beet in Ruhe, bis etwas keimt.

:o holen die Krähen ihren Vorrat dann auch irgend wann wieder ab :o Wie schützt Du dann später Deine Kulturen?

Viele Nüsse und Eicheln werden "vergessen". In den Gemüsebeeten sehe ich die Sämlinge beizeiten. In Staudenbeeten entdecke ich die Sämlinge oft erst, wenn sie über den Stauden rausschauen. Die Krähen sind nur im Winter da - im Sommer sind es eher Amseln und Spatzen, die den Kulturen zusetzen. Die einen zerwühlen die Mulchschicht, Spatzen lieben frisches, junges Grün ... Erbsen, Spinat und Co. muß ich in der ersten Zeit mit Vlies schützen, sonst haben die Keimlinge keine Chance.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: thuja thujon am 30. Januar 2020, 22:56:05
und wie schaut es unter der Mulchschicht aus? Ist da auch Regenwurmaktivität zu erkennen? (bitte noch ein Foto vom Boden)
Ich mache spätestens am Wochenende welche, vorher habe ich kein Licht.
Vorab aber noch die Vorgeschichte. Nach dem Glyphosatisieren (Wurzelunkräuter drin) gabs Restäpfel auf die Fläche. Die liegen jetzt noch ziemlich unversehrt unterm Laub. Foto Ende September.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: thuja thujon am 30. Januar 2020, 23:00:35
Auf die Äpfel kam Tagetes, diejenige, die keinen Samen rechtzeitig mehr machen wollte. Die Stängel davon sind aktuell noch erkennbar, zerfallen aber beim ind ie Hand nehmen. Es reicht allerdings trotzdem, um noch ein kleines Gaspolster ziwschen Boden und mehr oder weniger dichtgepacktem Laub aufrechtzuerhalten. Foto von Mitte Oktober.

Unterm Strich könnte man diese Vorgehensweisse mit so viel Laubmulch als reinen Tisch machen, wie man ihm vom pflügen kennt, ohne Bodenbewegung auffassen. Ob das wirklich so ist, wird das nächste Jahr zeigen. Da kommen entgegen der Fruchtfolgeregeln wieder Tomaten auf das Vorjahrestomatenbeet drauf.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: thuja thujon am 02. Februar 2020, 10:16:21
Habe kein vernünftiges Foto mit den Regenwurmgängen oder Häufchen hingekriegt, aber beim Laub auf die Seite räumen den ein oder anderen Wurm freigelegt. Die feiern also auf jeden Fall Party bei dem Winterwetter.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: roburdriver am 02. Februar 2020, 19:23:53
Ich werde dieses Jahr mal etwas Holzasche und Sägespäne aus eigener Produktion mit einarbeiten, ich denke das erhöht die Wasserspeicherfähigkeit.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: thuja thujon am 02. Februar 2020, 20:39:36
Ja, Kalk ist meistens gut für die Bodenstruktur.
Und Sägespäne, solange sie nicht voll sind mit Kettensägenöl, werden absolut unterschätzt. Eine saubere Quelle für stabile Humusverbindungen.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: roburdriver am 02. Februar 2020, 22:41:16
Ja ich nehme nur die Späne von der Kreissäge. Ist auch Weichholz und Hartholz gemischt. Überwiegend Weide, Kirsche und Eiche. Mal schauen wie der Boden das verdaut  ;D

Laub wäre auch toll, aber da hab ich nicht viel. Die Bäume sind noch zu klein.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Nemesia Elfensp. am 15. März 2020, 20:22:55
Wie bekommst du das jetzt wieder weg?
:D das habe ich mich auch gefragt :D mir sind im aller ersten Brainstorming mehrere Möglichkeiten eingefallen:
  • alle Getreidekeimlinge ziehen -  ::) die Idee gefällt mir nicht wirklich
  • das Stroh samt Keimlinge aufnehmen und neu mulchen - wäre machbar
  • die Keimlinge bei regennassem Stroh mit dem Gasbrenner abflämmen - wäre einen Versuch wert
  • :D ich freue mich über weitere Vorschläge von euch :D

Heute haben wir uns also daran gemacht, unsere durchwachsenden Getreidekeimlinge aus der Strohmulchschicht (auf den insgesamt 66m Weg zwischen den Erdbeerreihen) zu entfernen.

Die Idee, die mir im ersten Moment am wenigsten gefallen hat - alle Getreidekeimlinge ziehen - ist nach genauer Inspektion, am besten.

Ich habe erst einmal zwei unterschiedliche Versuche auf jeweils etwa 40 cm Weg gemacht:

der 1. Versuch:
die Sämlinge sind jetzt schon etwas kräftiger und lassen sich prima händisch aus dem Strohmulch ziehen. Das Stroh bleibt liegen, der Boden bleibt bedeckt und aktiv.

der 2. Versuch:
mit einer breiten Forke, Mulch mit Sämlingen von den Wegen abheben und komplett auf den Kompost geben
 - die  Sämlinge bleiben im Erdreich verwurzelt und das Stroh wird mit der Forke sauber angehoben. Ausserdem ist der Boden unter dem Stroh so prima, die Rotte im vollen Gang, dass es ein grosser Verlust wäre, all das schöne angerottete Stoh zu entfernen.

Also:
Variante 1- alle Getreidekeimlinge ziehen - ein Vormittag und die 66m Weg sind geputzt.

Trotz des durchwachsenden Getreides, bin ich der Meinung, dass das Strohmulch für unseren Sandboden über den Winter genau richtig war. (Für die Aussaat einer Gründüngung war ich zu spät dran und einen brachliegenden Boden wollte ich auf keinen Fall.)
Und auch die 6 Reihen Erdbeeren machen einen guten Eindruck und zeigen schon die ersten jungen Herzblätter.



Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: thuja thujon am 16. März 2020, 10:08:19
Das Beste wäre wohl man kommt an Samenfreies Stroh dran. Oder zumindest ohne Keimfähige Samen.
Könnte man die Ballen mit Samen nicht quellen lassen zum ankeimen und anschließend das Stroh zum vertrocknen ausbreiten und erst danach auf dem Beet verteilen?

Oder Strohballen feucht in der Sonne solarisieren?
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Nemesia Elfensp. am 16. März 2020, 11:08:04
Das Beste wäre wohl man kommt an Samenfreies Stroh dran. Oder zumindest ohne Keimfähige Samen.
Könnte man die Ballen mit Samen nicht quellen lassen zum ankeimen und anschließend das Stroh zum vertrocknen ausbreiten und erst danach auf dem Beet verteilen?

Oder Strohballen feucht in der Sonne solarisieren?
Stimmt, grundsätzlich ist Stroh mit wenig Getreidekörnern viel besser.

Ich werde das Thema für meinen Garten aber auch dadurch reduzieren, dass ich immer mehr Gründüngung verwende. So reduziert sich die Gesamtstrohmenge auf den kleinsten möglichen Anteil der zu bedeckenden Flächen. Das sind dann höchstens noch die Wege zwischen den Beeten und vielleicht kann ich selbst da mit einer lebendigen Begünung im frühen Herbst, für das Folgejahr eine Mulchschicht schaffen.
Ich bekam da ja von Dir eine guten Tip, mich mal bei der Weinbergbegünung umzusehen - das war für mich sehr informativ, vielen Dank dafür!
Klee, Lein, Buchweizen, Sandhafer - also ohne eine Brassicaquelle wie z.b. Rettich oder Senf - scheinen mir im Gemüse- und Beerenobstgarten einen Versuch wert.
Ich werd berichten.

Sollte ich dann noch einmal eine Portion Stroh mit keimfähigen Samen erwischen, wäre es ein deutlich geringeres "Drama", weil es nicht mehr 66 X 0,50 Meter Wegfläche sein wird.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: thuja thujon am 16. März 2020, 11:16:14
Ich habe mir vor 4 Tagen eine Versuchsfläche mit Phacelia, Ramtillkraut und weiteren mischungspartnern angeschaut.
Das Ramtillkraut hat mir gut gefallen, sicher abgefroren, mürbe, hohle Stängel mit hohem C-Anteil.

Was war noch das Problem beim Ramtillkraut im Gemüsegarten?
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Nemesia Elfensp. am 16. März 2020, 12:26:29


Was war noch das Problem beim Ramtillkraut im Gemüsegarten?

Stellung in der Fruchtfolge (Quelle)

Zitat
Guizotia gehört zur Familie der Körbchenblüter / Asteraceae und ist deshalb ausser mit Sonnenblumen mit den meisten gängigen Ackerkulturen nicht vewandt. Dagegen hat sie einige Verwandte bei den Gemüsearten: alle Lactuca- und Zichoriensalate sowie Schwarzwurzel.

Im Ackerbau erfolgt die Saat nach Gerste oder Weizen bis Mitte August – spätere Saaten laufen Gefahr sich nicht mehr schnell genug entwickeln zu können.

Die bodenbürtigen Pilze wie Sclerotinia und Rhizoctonia befallen Guizotia. Daher muss diese Gründüngung im Gemüsebau bei der Kulturplanung wie eine Salatkultur behandelt werden und der Anbau ist in stark salatlastigen Fruchtfolgen nicht zu empfehlen.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: thuja thujon am 16. März 2020, 22:42:41
Danke fürs auf die Sprünge helfen. Das ist dann wohl ziemlich gut überlegenswert ums mal milde auszudrücken.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: roburdriver am 31. März 2020, 22:14:06
Heute hab ich mein Beet auch mal den Schafdungmulch unter gepflügt und einmal die Egge drüber gezogen.
Sonst ratter ich mir der Motorhacke (Mietgerät) drüber, aber der Baumarkt hat ja zu  :-\

Gruß Robin
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: thuja thujon am 31. März 2020, 22:43:48
Willkommen in meiner Welt. Und nun gehts ans Kluten zerkleinern.
Kann man sich dran abmühen, wirklich toll ists meist trotzdem nicht. Aber was will man machen?

Bleibt für mich die Frage: 3-5cm tief lockern, unten fester Boden, dann etwas Feinerde, darüber grobe, erosionsbeständige Krümel. Da bin ich seit fast 5 Jahren dran. Es wird langsam...
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Nemesia Elfensp. am 31. März 2020, 23:12:42
Heute hab ich mein Beet auch mal den Schafdungmulch unter gepflügt und einmal die Egge drüber gezogen.
und wann kommt die Gründüngung dran?
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: thuja thujon am 31. März 2020, 23:45:30
Ich bin heilfroh den Sandhafer im Herbst gesäht zu haben. Auch wenns nicht klar war wie er diesen Winter abfrieren soll, hats recht gut geklappt mit Herbizidfrei abtöten und ich bin heilfroh über das feine Wurzelwerk und das stabilisieren der Krume durch die feinen Graswurzeln.

Anders hätte ich weder heute Spinat säen können, noch vor ein paar Tagen die Kartoffeln oder den Salat, Rucola und Frühlingszwiebeln in die Erde bringen können. Es gibt aktuell stabile, ausreichend große Krümel an der Oberfläche, die sind ausgelegt für die aktuell sehr austrocknenden Winde und die nächsten Gewitter im Frühsommer. Unkraut hat nur sehr wenig Chancen dazwischen zu keimen, der Boden ist betretbar ohne zu weit einzusinken, trotzdem gut durchlüftet und ausreichend Regenwürmer gibt es auch. Ich bin vorerst zufrieden.

Hier bekommt das Stichwort `grüne Brücke´ eine andere Bedeutung.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: Nemesia Elfensp. am 01. April 2020, 01:52:38
Ich bin heilfroh den Sandhafer im Herbst gesäht zu haben.
Ja, ein wirklich guter Tip. Ich habe den Sandhafer ja auch "in Schwung".

Zitat
Ich bin vorerst zufrieden.
Thuja, so rund heraus zufrieden - toll :)

Zitat
Hier bekommt das Stichwort `grüne Brücke´ eine andere Bedeutung.
..........auf der Internetseite heisst es:
Zitat
„Dem Boden eine grüne Brücke bauen“ heißt, das Bodenleben als aktiven Produktionsfaktor zu nutzen.
genauso :)

Ich habe hier übrigens schon eine Portion Kleesaat stehen, für die Unterfussbegrünung meines Beerenobstes. Es war dein Anstoss in diese Richtung!
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: roburdriver am 01. April 2020, 12:13:19
Heute hab ich mein Beet auch mal den Schafdungmulch unter gepflügt und einmal die Egge drüber gezogen.
und wann kommt die Gründüngung dran?

Die Gründüngung war Winterroggen, der ist mit dem Mist unter gepflügt. Im Beethintergrund rechts der Streifen sind neue Erdbeeren mit Strohmulch. Die bleiben wieder 2 Jahre am Fleck.

Wenn ich die Erde noch etwas feiner bekommen habe, kommen dann die Steckzwiebeln rein, Möhren sollen dieses Jahr ins Hochbeet. Radieschen und Knoblauch keimt schon zwischen Acker und Erdbeeren. Eigentlich ist die Erde recht locker krümelig, nur meine Egge zu grob. Evtl zieh ich mal nen aufgeschnittenen Reifen von der Wieseschleppe händisch drüber.  ; ;D
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: thuja thujon am 01. April 2020, 13:24:48
Das Problem bei den fein bearbeiteten Böden ist das die kleinsten Bodenteilchen in die Grobporen oder gar Hohlräume gespült werden und der Boden so verdichtet. Das hat dann nix mehr mit normaler Dichtlagerung zu tun. Weil die kleinen Bodenteilchen nur zusammen lagern, aber nicht miteinander zu Krümeln verbunden sind. Der Lufthaushalt geht deshalb stark runter.

Je nach dem wie dick solche durchs übermäßige Lockern verdichteten Schichten sind, sieht man das meist ganz gut an der Entwicklung der Pflanzen. Radieschen, Erbsen, Bohnen und die meisten anderen (Fein)Gemüse sind hier recht anfällig. Mais, Löwenzahn usw kommt eher mit sowas klar.

Deutlich wirds auch bei zur Neuanlage übermäßig gefrästen Rasenflächen, wenn sich gelbe Flecken und Senken zeigen, oder noch schlimmer, die Saat erst garnicht vernünftig aufläuft. Ein gefundenes Fressen für Gänseblümchen und Löwenzahn und andere Verdichtungsanzeiger.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: thuja thujon am 01. April 2020, 13:32:01
Zitat
Hier bekommt das Stichwort `grüne Brücke´ eine andere Bedeutung.
..........auf der Internetseite heisst es:
Zitat
„Dem Boden eine grüne Brücke bauen“ heißt, das Bodenleben als aktiven Produktionsfaktor zu nutzen.
genauso :)
Soweit so richtig diese Website gefunden. Grüne Brücke meint ursprünglich das übertragen von Krankheiten aus einer Kultur in die Folgekultur. Deshalb der Spruch im Gemüsebau: Letzter Erntetag ist Feldhygienetag!
Kohlputzreste mit weißer Fliege drauf usw haben jedenfalls keine Berechtigung als Mulchmaterial. Sowas muss schnell verrotten oder auf den Heißrottekomposter wandern.

Zitat von: https://www.lfl.bayern.de/ips/getreide/049729/index.php
Beseitigung des Ausfallgetreides - "Grüne Brücke"
Ein weiterer Baustein um Verzwergungsviren-bedingte Schäden im Getreideanbau zu vermeiden, ist die konsequente Beseitigung des Ausfallgetreides. Vom infizierten Ausfallgetreide können virustragende Blattläuse und Zikaden Infektionen in die frisch eingesäten Bestände eintragen: dies nennt man „Grüne Brücke“.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: roburdriver am 05. April 2020, 20:18:39
Momentan hab ich Schubkarrenweise Sägespäne vom eigenem Sägewerk. Fichte und Lärche. Kann man das auch als Mulch im Beet verwenden, statt Stroh?  ???
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: thuja thujon am 05. April 2020, 22:38:11
Backt je nach Feinheit gerne mal zusammen. Die Terpene im Harz, bei frischem Mehl, können bei empfindlichen Pflanzen leichte Schäden verursachen, also Unkraut im Fädchenstadium lässt sich damit noch bekämpfen, sind die Keimblätter schon ausgebildet, ist die Phytotox nicht mehr gravierend.

Es spricht also nix dagegen es im Beet zu verwenden, der Nährwert für die Würmer ist aber deutlich geringer als bei Stroh. Sie sammeln die Sägespäne nicht gerne zusammen wenn sie auch was anderes finden.
Titel: Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter
Beitrag von: roburdriver am 06. April 2020, 21:38:50
Ich werd es mal auf einem Stück testen.
👍