garten-pur
Pflanzenwelt => Stauden => Thema gestartet von: Marcus am 14. Mai 2005, 09:39:56
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Hallo, ich wollte das mit den Bildern mal ausprobieren und mal einen Moorkübel zeigen.
Marcus
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Erklärst du uns auch die "Technik" deines Moorkübels ?
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Das Geheimnis des Kübels ist sein Wasserspeicher. In der unteren Kübelhälfte habe ich umgedrehte Töpfe als künstlichen Hohlraum aufgestell, so daß ca. 20 cm Substrattiefe übrigbleiben. Den Zwischenraum habe ich fest mit feuchtem Torf ( ungedüngter Hochmoor -Weißtorf- ) ausgefüllt, damit ein Feuchtetransport zu obern Torf geschied. Ca. 5 cm unter der Substratoberfläche habe ich ein 5 mm Loch gebohrt, es soll ja ein Moorkübel sein und kein Teich werden.
In der regenreichen Jahreszeit speichert der Kübel so viel Wasser, daß er problemlos über eine Trockenzeit von bis zu drei Monaten kommt. Entscheidend ist dann eben das für die Pflanzen frei verfügbare Wasser in den Hohlräumen und nicht Wasser welches der "nasse" Torf festhält. 10ltr. Torf speichern 10ltr. Wasser aber nur 5ltr sind für die Pflanzen verfügbar die restlichen 5ltr. können die Pflanzen dem Torf nicht entziehen. Daher der Wasserspeicher!
Ich habe meine Kübel winterharten Pflanzen bestückt und schütze sie im Winter gegen Kahlfröste mit einem Vlies, die Pflanzen erfrieren nicht wenn der Kübel durchgefroren ist sonder könnten bei starker Sonneneinstrahlung vertrocknen.
Diese Kübel stehen bei uns auf der Terrasse und locken viele Insekten, vor allen Fliegen und Wespen an, sodas wir wieder ungestört essen können. Im Moment blühen die Sarracenien, ich stelle noch wieder ein Foto rein.
Marcus
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Das interessiert mich sehr, Marcus. Ich habe ein Hochbeet, von dem ich einen Teil für ein Moorbeet entbehren könnte. Da könnte ich doch eine Mörtelwanne, wie sie im Baumarkt angeboten wird, einsenken und darin die wasserspeichernden Töpfe aufstellen!? ;)
Allerdings wird das auch im Winter durchfrieren. Könntes du posten, welche Pflanzen nach deiner Erfahrung winterhart sind (gibt es auch darunter Sarracenien? Kleine Orchideenarten?).
wieder 'ne Anregung - muss dafür nur noch meine Familienmitglieder gewinnen (ist der schwierigere Teil) 8).
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Danke, Marcus, für die ausführliche Erklärung :D
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Da könnte ich doch eine Mörtelwanne, wie sie im Baumarkt angeboten wird, einsenken und darin die wasserspeichernden Töpfe aufstellen!? ;)
Allerdings wird das auch im Winter durchfrieren. Könntes du posten, welche Pflanzen nach deiner Erfahrung winterhart sind (gibt es auch darunter Sarracenien? Kleine Orchideenarten?).
Ebbi, das geht schon, aber wenn es so viel regnet wie im Moment, würde die Sache dann doch irgendwann überlaufen. Das ist nicht weiter schlimm, wenn man das Moorbeet ausschließlich für wirkliche Moorbeetpflanzen nimmt. Spaghnummoos, fleischfressende Pflanzen. Mir wurde das schnell langweilig ::) so habe ich die Moorbeetchen nach und nach etwas trockener gemacht, indem ich als Überlauf so in 10 cm Tiefe in die Mörtelwannen Löcher gebohrt habe, nun ists zwar feucht, aber nicht mehr tropfnass. Und jetzt gehts für Primeln, Nomocharis, Enzian, Soldanella, Lilium nanum .. und son Zeug.
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ich habe in einer alten plastikwanne sarracenia purpurea + s. flava seit bestimt 10 jahren stehen, weil ich immerr noch kein moorbeet angelegt habe. die bestocken reichlich, vor allem die purpurea. die wanne steht einfach im garten rum und gefriert im winter komplett durch. abdeckung gebe ich keine. macht den pflanzen nichts aus, der purpurea sowieso nicht, aber auch die flava, die frostempfindlich sein soll, zeigt keinerlei probleme.
hier die flava im aufblühen...da zeigt sie das gelb noch nicht so.
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habe mir auch vor ein paar jahren eine sarracaenia purpurea mal in einen kübel gesetzt. inzwischen hat sie ihn komplett in beschlag genommen (kübeldurchmesser 60 cm). ein paar andere hab ich in einem kleinen moorbeet ausgepflanzt: sind noch nicht sooo wüchsig, dafür habe ich diverse sämlinge um die mutterpflanzen.
frostempfindlichkeit ist nach meinen erfahrungen meist "nur" bei oreophila ein problem. darlingtonia geht meist auch draussen, ist aber off. eine grössenfrage.
heinz
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Hallo,
dann darf ich auch mal unser kleines Moorbeet vorstellen.
Der Aufbau ist so wie Marcus beschrieben hat, wir haben aber eine Maurerwanne (Mörtelwanne) verwendet. Wir haben auch eine Wanne mit Sarracenia, die ist allerdings derzeit nicht fotogen, weil wir die abgestorbenen Schläuche zurückgeschnitten haben.
Inhalt Moorbeet:
Moorveilchen, Fieberklee, Sumpfcalla, Sphagnum, Sumpfborst, Sonnentau (Drosera rotundifolia, D. anglica, D. xhybrida, D. filiformis) und eine kleine Birke ;D
(http://www.directupload.net/images/050515/temp/eLul63Yv.jpg)
(http://www.directupload.net/images/050515/temp/EcN2xYYJ.jpg)
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So sieht mein Moorkübel im Moment aus.
@Irm
Trokenere Regionen im Moor kann man auch gestalterisch erreichen in dem man Hügel bzw einen höheren Bereich anlegt. Dort kann man Pflanzen ansiedeln die es nicht so nass mögen.
Marcus
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Sieht superschön aus!
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oder den noch, es ist eine Variante für die kleinere Terrasse/Balkon.
Marcus
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Mir schwebt eigentlich vor, die Wanne ganz in die Erde einzusenken, so dass man auch den Rand nicht mehr sieht und somit alles ganz natürlich wirkt. Steht da was dagegen? Ich denke an die Kapillarwirkung, die die Feutigkeit dann evtl. ins benachbarte Erdreich zieht ::). Hat da jemand Erfahrung? Danke
:)
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Mir schwebt eigentlich vor, die Wanne ganz in die Erde einzusenken... Ich denke an die Kapillarwirkung, die die Feutigkeit dann evtl. ins benachbarte Erdreich zieht ::).
Nicht so kompliziert ::)
Gib der Wanne aussenrum eine Kiesdrainage .. und der Wasserablauf ist gesichert .. kannst den Kies ja noch abdecken ..
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.. darlingtonia geht meist auch draussen, ist aber off. eine grössenfrage.
Naive Frage : was meinst du damit? werden die Pflanzen zu groß ? oder wuchern zu stark ?
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@potz
wieso naiv? solche fragen gibts doch eigentlich nicht, oder?! ;D
habe mal so 10 verschiedene darlingtonia in verschiedenen entwicklungsstadien versucht: die kleinen haben es bis auf eine niht geschafft (Ausfall 80%), 2-3 jährige schaffen es nur dann nicht (meine persönliche Einschätzung) wenn es zu feucht ist, und ausgewachsene stehen bei mir im Kübel im "nur" vor Regen geschützt (in diesem Jahr mal eingesenkt) draussen.
Heinz

Sarracenia_purpurea_05_04_1.jpg
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Ah .. jetzt habs auch ich kapiert ::)
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So sieht mein Moorkübel im Moment aus.
@Irm
Trokenere Regionen im Moor kann man auch gestalterisch erreichen in dem man Hügel bzw einen höheren Bereich anlegt. Dort kann man Pflanzen ansiedeln die es nicht so nass mögen.
Marcus
Ja schon Marcus ;) aber da meine Interessen sich verlagert haben, sind halt die kleinen Fleischfresser im Rückzug ... zumal die Amseln immer der Meinung sind, sie in ihr Nest verbauen zu müssen - und der Marder der Meinung ist, im feuchten Torf sein Ruhebett buddeln zu müssen ::) ... Sarracenias habe ich aber noch und Fettkaut, immerhin.
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Mir schwebt eigentlich vor, die Wanne ganz in die Erde einzusenken, so dass man auch den Rand nicht mehr sieht und somit alles ganz natürlich wirkt. Steht da was dagegen? Ich denke an die Kapillarwirkung, die die Feutigkeit dann evtl. ins benachbarte Erdreich zieht ::). Hat da jemand Erfahrung? Danke
:)
Ich habe drei kleine Moorbeetchen, eins war ein ehemaliger kleiner Teich und ist eh versenkt, eine Mörtelwanne ist in die Erde eingelassen und die Ränder sind verdeckt, das dritte ist ein Wiskeyfaß, das nicht mehr ganz dicht ist, da ein Metallring gerissen ist. Dies ist vergraben, der Holzrand schaut aber etwa 10 cm aus der Erde. Fotos gibts, wenn die Hagelschäden sich etwas "verwachsen" haben. Das Faß ist der Lieblingsplatz vom Marder ... darum ists grade ein Stein-Moorbeet (sieht echt doof aus ;D )
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... zumal die Amseln immer der Meinung sind, sie in ihr Nest verbauen zu müssen
... wie bei mir: jeder Moorkübel braucht eine Abdeckung aus feinmaschigem Draht, sonst nehmen die Amseln das gesamte Sphagnum mitsamt den Pflanzen wie zum Beispiel dieser Pogonia ophioglossoides auseinander ... :P Vor zwei Jahren hatte ich am Rand eine armdicke Öffnung einmal nicht richtig verschlossen, da ist der dreiste Vogel sogar unter den Draht gegangen ... auf frischer Tat ertappt, hat er dann in seiner wilden Panik die Pogonia völlig zerknickt ... :-X
Noch eine Variation zum Thema Moorkübel: eine 2 cm dicke Styrodur-Platte mit einem Durchmesser, der dem kleinsten Innendurchmesser des Kübel entspricht, braucht nur 5-8 cm Torfauflage, die durch ein mit Sphagnum ausgefülltes Loch im Boden der Styrodur-Platte mit Wasser versorgt wird. Diese "Insel" schwimmt je nach Wasserstand auf und ab, während die Pflanzen immer gleichmäßig feucht bleiben.
;)Ph.
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So, jetzt bringe ich mal ein bißchen Farbe ins Moorbeet :D Bei mir blüht seit gestern eine superschöne Chinesin, die im Moorbeet überwintert hat, also völlig winterhart ist (zum Glück). Sie steht feucht, aber nicht nass. Die Farbe ist einzigartig, aber unfotografierbar, dies ist noch das beste Foto.
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Interessant, Irm!
Meine O. aus China sind alle über den Jordan (oder sollte ich besser sagen über den Jangtse) gegangen.
Woher hast du deine?
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na daher, wo Du Deine auch herhast ;D komischerweise habe ich zwei Omph. bestellt, eins sah aus wie ne Primel und weilt auch nicht mehr unter uns. Dieses da war ein runder Knubbel mit langen gesunden Wurzeln - hab ich dann im Moorbeet versenkt, und siehe da .... obs das ist, was es sein soll, keine Ahnung.
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Grmph.... die Welt ist und bleibt ungerecht :'(
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ooooch, nachdem ich soooo viel Gartenfrust hatte, kannst Du mir doch diese Freude mal gönnen, oder ? ;D
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@Irm: Ja, sehr schön, Dein Omphalogramma! :D Kannst Du noch etwas mehr Info über dieses niedliche Primelgewächs geben? ::)
;)Ph.
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Phalaina, ich weiß nix drüber, habs im November erst aus China bekommen. Dass es offensichtlich winterhart ist und sich im Moorbeet wohlfühlt hab ich ja schon gesagt ... ich weiß nicht mal, ob der Name stimmt, denn das zweite Exemplar sah völlig anders aus. Chen Yi ist immer für ne Überraschung gut !
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Ist ja schon interessant, dass sie im Web sowohl Omphalogramma vincaeflora oder auch Omphalogramma vinciflorum heißt.
Whatsover, sieht jedenfalls sehr hübsch aus, und da sie eine nahe Primelverwandte ist, würde ich zur Erhaltungszucht raten.
;)Ph.
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Erhaltungszucht ? Samen ? ist aber nur ein einziges Blütchen dran ;)
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Wait and see! ;D
;)Ph.
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habe grade eine wunderhübsche Moorbeetprimel bekommen, Erfahrung habe ich daher noch keine - nur - dass sie schwierig sein soll, die Primel
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und nochmal die ganze Pflanze in meinem kleinen Holzfass-Moorbeetchen
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Irm, sei mal so lieb und fotografier nur die Blätter und sage mir, ob diese von unten leicht bemehlt/bepudert sind.
Habe nämlich etliche Sämlinge einer Chinesin, die ich nicht mehr zuordnen kann. Ich stell mal ein Bild ein.
Beschreibung:
Blattoberseite: glatt,
Blattrand: gezähnt,
Blattunterseite: dünn bepudert,
Blattstiele: rötlich
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schwierig, Hortu ..
Blattstiele rötlich und Blätter gezähnt und glatt oben käme schon hin, aber die Blattrückseiten sind nicht bemehlt. Dies ist (bei mir) nur bei Primula capitata so, aber die haben keine rötlichen Blattstiele ...
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nö, wenn ich mir Dein Foto angucke nochmal, sooo glattes Blatt haben sie nicht ... was ähnliches habe ich von Herrn S aus Ch, aber da sind auch die Blattrückseiten nicht bepudert. Sorry, kann Dir nix helfen.
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Frauen! :P
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Diese Primeln stehen bei mir auch im Moorbeet, bis auf eine, die steht im Sumpf. Dieses Jahr (im dritten) blühen sie aber alle. In normaler Gartenerde hatte ich damit keinen Erfolg, ist wohl zu sandig hier.
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...Noch eine Variation zum Thema Moorkübel: eine 2 cm dicke Styrodur-Platte mit einem Durchmesser, der dem kleinsten Innendurchmesser des Kübel entspricht, braucht nur 5-8 cm Torfauflage, die durch ein mit Sphagnum ausgefülltes Loch im Boden der Styrodur-Platte mit Wasser versorgt wird. Diese "Insel" schwimmt je nach Wasserstand auf und ab, während die Pflanzen immer gleichmäßig feucht bleiben.
Was mir beim nochmaligen Lesen durch den Kopf geht:
Je nach "Wandschräge" des Kübels kann also eine mehrere Zentimeter starke Lücke zwischen "Pflanzinsel" und Kübelwand sein.
Hattest du nie Probleme, daß starker Regen das Substrat abschwemmt ?
Wo nimmt man eigentlich Sphagnum her?
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zitat potz:
Wo nimmt man eigentlich Sphagnum her?
potz wir hatten das schon bei den orchidsamen glaub ich mal kurz gestriffen ::) ...es gibt's auch zu kaufen (z.b ebay, stammt aber auch nur aus wildentnahme - neuseeland)
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Oh .. sollte mich da mein Gedächtnis ....
andersrum gefragt: brauch ich da überhaupt Sphagnum?
So einen "Saugdocht" könnte ich doch aus einem anderen Material auch herstellen. Fragt sich nur aus welchem :-\
Notfalls aus "Putzwolle" 8)
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andersrum gefragt: brauch ich da überhaupt Sphagnum?
Ich habe schon viiiiele Jahre Mooebeete, aber es ist mir nicht gelungen, Sphagnummoos dauerhaft bei mir anzusiedeln . Es scheint, dass die Luftfeuchtigkeit nicht hoch genug ist. Es gibt auch weit und breit in der freien Natur hier kein Sphagnum, einzig im Botanischen Garten kenne ich eine Stelle im Freien, wo es gut wächst, aber da steht es auch völlig nass, wird quasi fast überflutet. Also: Sphagnum ist zwar schön, aber es geht durchaus auch ohne.
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Sphagnum wächst bei mir auch nicht, auch nicht auf reinem Torf. Stattdessen entwickeln sich üppig die Lebermoose. >:(
Das Sphagnum, das z.B. bei Ebay zu kaufen ist, ist getrocknet und damit ein Notbehelf (aber als "Saugdocht" würde es sicherlich gehen). Besser wäre natürlich lebendiges Sphagnum.
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Jeder, der einmal bei Chen Yi bestellt hat, hat danach eine ganze Kiste voll getrocknetes Sphagnum ... ;) meine Zimmerorchideen freuen sich aber auch darüber.
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@potz
bei dem docht geht's ja nur darum, das wasser aus dem bottich in das darüber auf der schwimmenden styropor/styrodur-platte liegenden substrat zu saugen.
ich könnte mir vorstellen, dass es auch so gehen könnte...du machst in die platte ein etwas größeres loch, sagen wir mal ~10-15cm. auf die platte legst du ein geotextil aus unverrottbaren syntheticgewebe (gibt's in jedem baumarkt). im bereich des lochs drückst du das gewebe durch + füllst dann darauf dein moorbeetsubstrat. am rande wird es wahrscheinlich sinnvoll sein, mit torfziegeln zu arbeiten, damit loses substrat nicht in das wasser rutscht. im inneren kannst du ja losen torf (mit zuschlag von quarzsand oder ähnl.) auffüllen. das substrat im bereich des lochs in der platte hat nun direkten kontakt mit dem wasser, das gewebe saugt ja auch und ist durchlässig. den rest erledigt die kapillarwirkung des substrats. evtl nimmt sogar die feuchtigkeit im substrat zum rand hin etwas ab, was ja nicht verkehrt wäre.
das mit dem sphagnum schien mir nicht so problematisch. ein freund hat sich so ein beet neben seinem teich angelegt...quadratmeterweise hat sich das entwickelt + überwallt alles. ich nehme an, je sonniger der standort, desto nasser muss das sphagnum stehen.
also sphagnum am rand der schwimmenden platte schaut bestimmt gut aus. in meiner gegend wächst sphagnum (gibt ja unterschiedl. arten). du brauchst ja nicht sooo viel. wenn du was willst, dann schick mir ne pm im frühjahr, damit ichs nicht vergesse.
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Sphagnum wächst doch von allein, wenn nur der Fuß immer schön dauerfeucht ist. So drei bis fünf verschiedene Arten wachsen in meinem Minnimoor. Wobei mir die breitblättrigen besser gefallen. Auch die mit der rötlichbraunen Winterfärbung sind nicht schlecht. Fragt mich nicht nach Arten. Bestimmt hab ich die noch nie. War alles Beiwerk bei Pflanzenbestellungen (meist aus Schottland). Wenn der gräßliche Schnee endlich mal weggetaut ist muß ich nachschaun ob diese weinrote Form Fuß gefaßt hat. Die ist nur im Winter so knallig, allerdings scheint das auch ein echtes Hochmoorsphagnum zu sein (und damit echt schwierig anzusiedeln).
Die Wuchsleistungen von Sphagnum bringen auch Probleme. Die überwuchern in kürzester Zeit Drosera und selbst Sarracenien können da nicht mithalten.
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Lebendes Sphagnum gibt es gelegentlich im Orchideenbedarfshandel. Ich gebe pumpot recht, hat man es erst mal erfolgreich angesiedelt, wächst es meist viel zu schnell. Man kann es aber regelmäßig köpfen, den darunterliegenden Teil entfernen und die Köpfe wieder auf den Torf auflegen. Ein anderes Problem sind hier in der Gegend die Amseln, die alles daran setzen, an Sphagnum als Nistmaterial zu kommen. Deswegen muß ich alle Sphagnum-Flächen komplett und randdicht mit Mäusedraht absichern.
@potz: Du hast recht, am Anfang kann etwas Substrat bei Starkregen abgeschwemmt werden. Mit der Zeit wird durch Sphagnum und andere Moose, Algen und diverse Moorstauden das Substrat aber hinreichend gefestigt. Stehen die Kübel frei (wie bei mir derzeit auf dem Balkon), so bleibt zwischen dem Rand der Platte und dem Kübelrand ein schmaler Wasserstreifen. Hier wächst bei mir Pillularia. Senkt man die Kübel ein und legt um den Rand herum auch einen feuchten Torfstreifen, so bilden sich aus Torfmoosen kleine "Schwingrasen" nach zwischen Torf und Außenfläche, und der Kübel fällt kaum auf.
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Also bei den schwimmenden Mooren habe ich mit Sphagnum keine guten Erfahrungen als Docht gemacht. Besser ist das von Knobs erwähnte syntetische Material, das auch die Gartenbaubetriebe auf ihren Anstautischen verwenden. Denn dieses Material ist verrottungssicher und saugt wirklich gut. Ich kann bei Bedarf davon etwas abgeben, denn ich habe noch ein paar fertig geschnittene Dochte im Keller liegen. Auch Sphagnum gebe ich gerne ab, es wächst durchaus gut in meinen Moorkübeln. Das starke Wachstum von Sphagnum ist ein Anzeichen für zuviele Nährstoffe im Torf, Lebermoos bedeutet das der PH-Wert zu hoch ist, Kalkeintrag !! in das Moor.
Marcus
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bei dem docht geht's ja nur darum, das wasser aus dem bottich in das darüber auf der schwimmenden styropor/styrodur-platte liegenden substrat zu saugen.
jo .. die Idee mit der Geotextil-Mulde is gut.
Kann ich aber da nicht auch einfach Schaumgummi nehmen.
Liegt bei uns sowieso in allen Varianten+Dicken rum.
o,5-1cm Matte auf der Platte ausbreiten, teilweise durchs Loch drücken, Substrat auf die Matte - fertig + dann solle die Kapillare wirken ;)
.. in meiner gegend wächst sphagnum (gibt ja unterschiedl. arten). du brauchst ja nicht sooo viel. wenn du was willst, dann schick mir ne pm im frühjahr, damit ichs nicht vergesse.
Danke für das Angebot :D
Ich schau mal erst bei mir in der Gegend rum, ob ich was find + probier div. "Dochtlösungen" durch. Wenn alle Stricke reissen, komm ich gern auf dich zu.
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Besser ist das von Knobs erwähnte syntetische Material, das auch die Gartenbaubetriebe auf ihren Anstautischen verwenden. Denn dieses Material ist verrottungssicher und saugt wirklich gut. Ich kann bei Bedarf davon etwas abgeben, denn ich habe noch ein paar fertig geschnittene Dochte im Keller liegen. Auch Sphagnum gebe ich gerne ab, es wächst durchaus gut in meinen Moorkübeln.
oh .. hab anscheinend die "neue Seite 4" ganz übersehen. :-[
Das Material auf den Anstautischen .. genau .. ich kenn einen Gartenbauer hier, den werd ich mal fragen .. dein freundliches Angebot ist "gemerkt", Marcus. Danke ;)
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Jetzt habe ich's gestern vergessen: bei mir funktionieren die Sphagnumdochte ganz gut. Ich verdrehe dazu ein Bündel altes Sphagnum zusammen und drehe es in richtiger Richtung in das Loch - fertig! ;) Andere Materialien dürften aber auch gehen, solange sie wie die meisten Kunststoffe, nicht verrotten oder im sauren Milieu Stoffe abgeben.
Marcus hat Recht, Nahrstoff im Torf sind von Übel. Ganz fatal: man erhält sie oft leider schon automatisch mit dem Torf, etwa, wenn man statt reinem Weißtorf ein Gemisch mit Schwarztorf erwirbt. :P Auch der Stickstoffeintrag durch die Luft ist nicht zu vernachlässigen. :-\
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nur mal kurz die Nachricht, dass zwei Soldanella im nassen Moorbeet den Winter ohne Extra-Abdeckung gut überstanden haben, Foto reiche ich nach :) denn beide Pflanzen zeigen eine Menge Knospen (und da quälte ich die Pflanzen jahrelang im Steingarten ...).
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Nachtrag, das Foto,
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Wow, Irm die schauen aber gut aus. Du mit deinem Moorbeet! fars, schau's dir an, du hast doch mal gefragt :D.
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Das interessiert mich sehr, Marcus. Ich habe ein Hochbeet, von dem ich einen Teil für ein Moorbeet entbehren könnte. Da könnte ich doch eine Mörtelwanne, wie sie im Baumarkt angeboten wird, einsenken und darin die wasserspeichernden Töpfe aufstellen!? ;)
Allerdings wird das auch im Winter durchfrieren. Könntes du posten, welche Pflanzen nach deiner Erfahrung winterhart sind (gibt es auch darunter Sarracenien? Kleine Orchideenarten?).
wieder 'ne Anregung - muss dafür nur noch meine Familienmitglieder gewinnen (ist der schwierigere Teil) 8).
:)Hallo, schau mal hier:
http://www.erichmaier.de/frame1.htm
Der hat alles was man über Moorbeete und Moorpflanzen wissen muss und
verkäuft Diese auch, von Ihm habe ich meine ganze Moorbeetbepflanzung.
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Der Nachwuchs meiner outdoor Dioneas ist jetzt 6 Monate alt.
Ausgesäät hab ich im Oktober und sie standen den ganzen Winter
unter Kunstlicht. 8)
Das Bild zeigt die Pflanzen in einem 9er Topf kurz vor dem pikieren.
Ich bin erstaunt und hocherfeut das sie so gut wachsen.
Im Sommer werde ich sie nach draussen ins Hoochmoor pflanzen wo auch ihre Eltern stehen.

dimu1.jpg
Gruss Rene
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die schauen ja supergut aus rene :D ...halten die echt im freiland aus? was hast du für eine klimazone?
apropos soldanella + moor...deren standortamplitude ist deutlich größer behaupte ich mal und mir scheint, moorbedingungen sind nicht unbedingt erforderlich. 2 meiner soldanella montana stehen im reinen bims + werden über winter zusätzlich noch von einer plastikplane überspannt um meine cypripedien vor zuviel nässe zu schützen, also eher trockener stand. die blütenknospen sind schon sichtbar + auch sonst sehen die gesund aus. ein weiteres exemplar von s. montana steht in stark humoser erde + wird auch blühen. ebenso das im vergleich kleinblättrigere s. hungarica.
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Ja Knorbs die halten es sehr gut aus,dieses Jahr sind zwar zwei Pflanzen
erfroren, aber auch nur weil der Dauerfrost sie aus dem Boden
gedrückt hat.Die restlichen drei Pflanzen beginnen schon auszutreiben.
Ach ja, ich wohne in der gleichen Klimazone wie Du, so ca.6b.
Gruss Rene
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Um diese Zeit ist sie immer wieder eindrucksvoll im Moorbeet :D , aber danach durch die Blätter raumfordernd :-\ : Lysichiton camtschatcensis, hier aus dem Moor des Botanischen Gartens Bochum.
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Und hier ihr gelbblühendes Gegenstück: Lysichiton americanus. ;)
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jaaaaaa, die haben mich auch lange gereizt .. aber irgendwie brauchen die so tiefe gute Erde, habs dann gelassen. Im BoGa Berlin sind die auch total super !! Hatte nur keinen Fotoapparat mit bei der Staudenbörse, da haben so 30 Stück geblüht
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Hallo, diese Pflanze habe ich letztes Jahr bekommen als Knöllchen.
Das Knöllchen sieht aus wie ein eingeschnürtes Würstchen und ist ca 1 cm lang, steht im dauernassen Torfmoos, wurzelt sehr stark, die Blätter riechen aromatisch.
Marcus
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Hallo,
ich wollte nochmal um Bestimmungshilfe bitten.
Weiß jemand von euch was das sein könnte?? ???
Marcus
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dachte erst an eine minze..mentha aquatica, aber die isses nicht...evtl bachbunge, Veronica beccabunga?
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die hat kein Knöllchen unten ::) dieses "Knöllchen" ist es auch, was mich irritiert, alles, was so aussieht wie die Pflanze auf dem Foto hat höchstens Wurzeln ...