garten-pur
Pflanzenwelt => Klettergarten => Thema gestartet von: mentor1010 am 24. Januar 2016, 16:40:30
-
Hallo miteinander :)
Ich hätte gerne von euch mal ein paar Tipps welche Clematis sich dafür eignen würde eine Kugelfichte zu durchranken..dürfen gerne auch 2 sein, dann aber mit unterschiedlichem Blühzeitraum..
Wichtig ist dort das die Fichte sehr exponiert steht...die Höhe beträgt so ca. 3 Meter und sie hat ungefähr 2 Meter im Durchmesser..vor ein paar Jahren hab ich die unteren dürren Äste ausgeputzt bis auf ca. 1,5 Metern Höhe...Die Fichte an sich strotzt vor Gesundheit und sieht nach dem Schnitt richtig gut aus :) Aber ich hab mir gedacht mit so einem blühenden Hütchen wahrscheinlich noch besser ;D Sie steht einzeln und so ab 10 Uhr Morgens vollsonnig bis in den späten Abend..Es soll eine gute Fernwirkung geben aber nicht Quitschebunt wirken ;)...Der exponierte Standort hat aber natürlich auch seine Schattenseiten...nämlich besonders Wind der hier bei mir unterm Meeresspiegel fast beständig weht..Und natürlich ist der Marschboden hier relativ feucht aber unter der Fichte wird schon trockener im Sommer...und richtig kalt kann es dort im Winter ebenfalls werden...Und nun eure Tipps bidde ;) ;D
-
Hat den niemand einen Tipp für mich ?
-
Hallo mentor,
Clematis-Empfehlungen kann ich so direkt keine geben, bei mir wollen sie nicht so recht, außer 'The President', aber als vielleicht wichtigen Hinweis wollte ich anmerken, daß manche Koniferen auf eine Berankung durch eine Kletterpflanze mit Verkahlung an den Stellen, an denen das Kletterpflanzenlaub zuviel Schatten macht, reagieren.
Eiben sind unproblematisch, aber ob die Fichte da mitmacht, da müssten erst die Koniferenexperten was dazu sagen.
Zu welchem Zeitpunkt schneidest du die Fichte denn in Form?
-
Die habe ich nur einmal in Form gebracht vor ein paar Jahren..seitdem darf sie wie sie möchte..das mit dem verkahlen hatte ich auch schon mal gelesen und würde die Clematis dann immer zeitigen Frühjahr schneiden damit die Fichte erstmal austreiben kann..das geht ja immer schnell bei denen...
-
Alle texensis hybriden kannst du gebrauchen weil diese spaet austreibt und immer ganz absterbt. Bluetezeit ist August/September.
Ton
-
Ich fände die "Kaiu" gut. Die wächst eher locker und beschattet wenig. Allerdings sind die Blüten zierlich. Im Frühjahr zieht man die wenigen Ranken dann aus der Fichte, schneidet bodeneben ab und die Pflanze wächst wieder rasch hinein.
Bei mir ist sie in einer Thujenhecke und lümmelt sich in Lavendel.
-
Meine Duchess of Albany, eine Texensis wuchert so sehr, dass sie einen kleinen Buchs immer unter sich begräbt, wenn ich es verpasse, sie in höhere Gefilde zu leiten. ::)
Ansonsten sind Viticellas zu empfehlen, die werden im Frühjahr runterschnitten, dann hat die Fichte erst mal Luft.
Hier sind wüchsig: Etoile Violette, Maria Cornelia, Viola, Venosa violacea, Wahlenburg (das ist eine meiner Liebsten, weinrot-purpur-weiß), Eetika,
Elvan, Emilia Plater, Entel, Grandiflora Sanguinea, Mary Rose, Royal Velours
Hier gibt es Bilder davon.
Die dunklen Sorten werden in der Fichte sicher nur wenig Fernwirkung entfalten.
Meine Clematis wachsen alle zusammen mit Rosen, anderen Laubgehölzen und Stauden. Wie sich die Konkurrenz bzw. der Boden bei Fichten auswirkt weiß ich nicht.
Wenn du Fragen zu einzelnen Sorten hast, nur zu. :)
-
Super :) Vielen Dank für eure Hilfe..Ich werde mich da mal durcharbeiten :)
-
Ich denke auch die beschattete Fäche wird absterben, aber bei der Höhe fällt das nicht so auf, wenn es nur oben ist. In jedem Fall sollte es Schnittgruppe 3 sein und ich würde schon im Spätherbst schneiden um die Belastung möglichst gering zu halten. Es stellt sich auch noch die Frage wo du pflanzt und ob die Clematis genug Halt findet. Wenn du an den Rand pflanzt wird im Außenbereich viel beschattet, dafür gibt es mehr Wasser. Dabei musst du beachten, dass der Wind die Clematis auf die Fichte drückt und nicht herunter bläst. Pflanzt du in die Mitte kann sie sich gut festhalten und richtet weniger Schaden an, muss dafür aber erst mit Licht- und dann mit Wassermangel kämpfen.
-
Hallo Mentor !
Bei der Pflanzung einer Clematis an die Kugelfichte solltest Du folgendes beachten. Großes Loch mit guter Erde und Kompost und tiefgründig lockern, mindestens 10 cm tiefer setzen als im Verkaufstopf. Sie braucht auch immer Dünger und Wasser. Der Baum zieht Wasser weg, deshalb wäre eine Rizomsperre gut, als einen großen Mörteltopf, mindestens 60 cm Durchmesser, den Boden rausschneiden, in den Boden versenken und die Clematis einsetzen. Damit sich die Wurzeln richtig etablieren können, dann gleich ein paar Handvoll Hornspäne mit rein. Immer mal kräftig gießen. Die Cl.viticella wollen viel Sonne haben, sie werden aber auch sehr breit. Du könntet ja unten als Kletterhilfe ein Gitter hinstellen, damit sie dann leichter hochkommt in die Äste. Dann beim zurückschneiden kannst auch ca. 50 cm stehen lassen, damit sie sich schön verzweigen kann und dadurch kräftiger wird. Eine Clematis reicht locker für Deinen Baum.
lg. elis
-
Zu dem dunklen Hintergrund würde eine weiße wunderbar aussehen. Da gibts tolle viticellas,z.B. die Huldine ( hat viel viticella-Blut), die Alba Luxerians, die Caerulea Luxerians, Kathryn Chapman.
Vorsicht: Clematis macht süchtig ;) :D.
lg elis
Nur zur Information , das ist eine Clematis....
-
... als vielleicht wichtigen Hinweis wollte ich anmerken, daß manche Koniferen auf eine Berankung durch eine Kletterpflanze mit Verkahlung an den Stellen, an denen das Kletterpflanzenlaub zuviel Schatten macht, reagieren. ...
Das stimmt. Sogar unbelaubte Lianenranken können einer Fichte schaden.
Ich hatte vor ein paar Jahren eine Lonicera periclymenum an eine Omorikafichte gesetzt. Großer Baum, mittlerweile fast 20m hoch. Das Geißblatt hatte sich auf reichlich halbe Höhe hochgeschafft, Blätter und Blüten nur oben, auf den unteren Metern laublos. Vor anderthalb Jahren warnte mich unser Baumpfleger: Wenn ich die Fichte erhalten wolle, müsse ich sie vom Geißblatt befreien; denn einmal komplett kahle Stellen würden sich nicht regenerieren.
Ich habe die Lonicera abgenommen. Unterm Triebgewirr kamen mir tatsächlich leicht angegilbte, schütter benadelte Zweige entgegen. Vermutlich war's grad noch rechtzeitig; ich habe jedenfalls den Eindruck, dass die Fichte sich erholt.
Clematis, auch solche der Schnittgruppe 3, können über den Sommer ganz schön dicht werden.
-
Ich sage nichts zu "Baumbegrünungen". Das muss jeder selber wissen und/oder erfahren ...
-
Och, Biotekt, warn ruhig. Wenn das ein Fachmann tut, ist's vermutlich überzeugender als sowas ;).
-
Och, Biotekt, warn ruhig. Wenn das ein Fachmann tut, ist's vermutlich überzeugender als sowas ;).
Wie gesagt, das soll jeder mit sich selber ausmachen....
Es entspricht einfach nicht meinen Zielsetzungen und Vorstellungen, Kletterpflanzen in Konkurrenz zu Gegölzen zu setzen, die an ihrem Standort bereits eine sinnvolle Funktion erfüllen.
Ich sehe mich mehr als "Unterstützer" von Begrünungen an Extremstandorten. Dort hat es jede Pflanze (z.B. ein [Stadt]Baum) naturgemäß schon schwer genug und bedarf in vergleichsweise hohem Maße gärtnerischer Pflege. Wird diese geleistet, dann erbringt auch das Gehölz - sofern es richtig ausgewählt ist - die von ihm erwartete Funktion. Eine "Begrünung" ist dann üblicherweise nicht mehr erforderlich sondern verursacht erheblichen Mehraufwand bei eher geringfügigem oder fraglichem Nutzen. Auch auf meinen eigenen Grünflächen (Garten/Betriebsgeläde) dulde ich nur ausnahmsweise die Erkletterung von Bäumen durch Pflanzen. Die sind planmäßig gepflanzt und sollen auf ihre artspezifische Weise möglichst "von alleine" optimale Ergebnisse bringen.
-
Och, Biotekt, warn ruhig. Wenn das ein Fachmann tut, ist's vermutlich überzeugender als sowas ;).
Wie gesagt, das soll jeder mit sich selber ausmachen....
Es entspricht einfach nicht meinen Zielsetzungen und Vorstellungen, Kletterpflanzen in Konkurrenz zu Gegölzen zu setzen, die an ihrem Standort bereits eine sinnvolle Funktion erfüllen.
Wobei jetzt die Kletterpflanzen in der Natur auch nicht gerade gespannte Drähte emporklimmen. Natürliche Klettergerüste sind nun mal einfach andere Gehölze ;)
-
Wobei jetzt die Kletterpflanzen in der Natur auch nicht gerade gespannte Drähte emporklimmen. Natürliche Klettergerüste sind nun mal einfach andere Gehölze ;)
Das ist richtig. Die Kletterpflanzen - insbesondere die sog. gerüstkletterpflanzen, die eher keine Felsen erklimmen können sind - solange es "dumme" (selbst(tragende Gehölze gibt - einfach die "fitteren" weil sie auf eine ausreichend belastbare Holzbildung verzichten. Im Kampf ums (bessere) Überleben sind ihnen ihre Träger/Unterlagen herzlich gleichgültig - ebenso wie die meisten optischen Aspekte. Ich rede also von diversen Ausprägungen von Urwäldern.
Urwälder sind allerdings nicht mehr der natürliche Lebensraum von Menschen und der Versuch in einer gebauten oder gewachsenen Kulturlandschaft nach menschlichen Bedürfnissen kleinflächig oder gar punktuell Urwald schaffen zu wollen ist m.E. in fast jeder Hinsicht unsinnig. Lediglich Gestaltungswünsche können dafür sprechen, denn ein vitaler Baum lässt sich durch Begrünung mit Kletterpflanzen bestenfalls optisch - also nach menschlichem Empfinden - aufwerten. Da sowohl die Geschmäcker als auch die Perspektiven der Menschen verschieden sind, muss diese potzemzielle Aufwertung nicht von jedem überall und jederzeit empfunden werden.....
Wo Kletterpflanzen zusätzliche Begrünungsmöglichkeiten erschließen, geht es nicht mehr ausschließlich um Geschmacksfragen sondern um eine Vielzahl sinnvoller Funktionen mit messbaren Ergebnissen, die sich an dafür geeigneten Standorten durch Begrünung mit Kletterpflanzen vergleichsweise kostengünstig realisieren lassen.
Mich erinnert "Baumbegrünung" immer ein wenig an "Mantatuning", bestehend aus auffälliger Sonderlackierung, Zusatzlautsprechern und extralanger Antenne mit Fuchsschwanz dran. Technisch völlig sinnlos ...
-
Hier ein Vorbild wie Clematis montana in China auf 3400 meter wachst. So habe ich diese Clematis montana mehrmals in China gesehen.
Ton
-
Nunja, Garten ist halt auch Garten. Da gibt's einen Gärtner, der ordnend eingreifen kann.
Und es soll auch Menschen geben, die haben einfach mehr Kletterpflanzen als Wände ;) und empfinden die natürliche Kombination Kletterpflanze/Gerüstpflanze durchaus als optischen Gewinn.
Geschmacksache.
Hanninkj: Das sieht wunderbar aus :D
-
Eine "Begrünung" ist dann üblicherweise nicht mehr erforderlich sondern verursacht erheblichen Mehraufwand bei eher geringfügigem oder fraglichem Nutzen.
Ich finde diesen Ansatz höchst interessant, weil so anders als mein eigener.
Wie Medi sehe ich die Natürlichkeit in der Vergesellschaftung von Kletter- und deren bevorzugten Gerüstpflanzen. Ich für meineeine ziehe sie künstlichen Gerüsten vor.
Andererseits hast du durchaus Recht. Nicht wegen des geringfügigen, fraglichen Nutzens (da widerspreche ich durchaus), sondern wegen der Erforderlichkeit: Wenn überall Extremstandorte begrünt und nirgends hübsche Bäume/Sträucher als Gerüst gebraucht würden, wäre die Welt sicherlich schöner als umgekehrt.
Um zum Thema zurückzukehren: Eine Kugelfichte würde ich nie und nimmer mit einer Clematis vergesellschaften, sondern als formales Gehölz alleine für sich wirken lassen. Würde mir dieser alleinige Vorteil der Kugelfichte missfallen, würde ich sie fällen. Clematis würde ich in Gehölze ranken lassen, die meiner Ansicht nach mehr zu ihr passen. Etwa in solche, die erst im Herbst, Winter oder frühen Frühjahr ihre wahre Schönheit offenbaren. Oder in Rosen. ;D
-
Ja, eine Kugelfichte ist jetzt nicht gerade die typische Rankpflanze. Die sollte gerade in ihrer gegebenen architektonischen Form wirken.
Wenn allerdings der ganze Karten eher "Topiary" und geschoren ist, dann kann auch mal so was geometrisches von einer (allerdings zarten) Kletterpflanze überspannt werden. Wie schon erwähnt etwa die "Kaiu"
-
... Mich erinnert "Baumbegrünung" immer ein wenig an "Mantatuning", bestehend aus auffälliger Sonderlackierung, Zusatzlautsprechern und extralanger Antenne mit Fuchsschwanz dran. Technisch völlig sinnlos ...
;D ;D