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Pflanzenwelt => Klettergarten => Thema gestartet von: fyvie am 07. Februar 2016, 16:38:28
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Das neue Häuschen möchte ich gerne mit einer sg. Solsilikatfarbe streichen.(Silikatfarbe ist nur auf mineralischem Untergrund mögl., das Haus hat aber vermutl. einen Dispersionsanstrich)
(" Die „Sol-Silikatfarbe“ basiert auf einem völlig neuartigen Bindemittelprinzip und eröffnet damit ungeahnte Dimensionen in der Anwendung von Silikatfarben. Das Bindemittel Sol-Silikat, eine stabilisierte Kombination aus Kieselsol und Wasserglas, verkieselt mit mineralischen Untergründen, entwickelt aber zudem starke Adhäsionskräfte, die für eine sichere Anbindung an Beschichtungen auf Basis organischer Kunstoffbindemittel sorgen. Dies erlaubt eine Anwendung auf nahezu allen gängigen Untergründen.")
Die Nord-und Westhauswand soll komplett von Efeu bewachsen werden. Jetzt habe ich dieser Tage gelesen, dass eine Wandfarbe mit Algenmittel die Haftwurzeln verätzt und deshalb Efeu dort nicht/schlecht haftet. Darüber hatte ich mir bisher noch keine Gedanken gemacht.
Silikatfarbe bietet ja auch ein alkalisches Milieu als Untergrund und jetzt habe ich natürlich Bedenken, dass sich demzufolge dieselben Probleme mit der Haftung/Verätzung ergeben.
Hat jemand Erfahrung mit Efeubewuchs auf mineralischem/basischem Untergrund? (Der Efeu ist schon gepflanzt... 8))
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(Der Efeu ist schon gepflanzt... 8))
Du könntest ihn jetzt noch leicht verpflanzen. Nicht falsch verstehen, ich mag Efeu sehr gern (Obwohl ich beim regelmässig nötigen Schnitt auch manchmal ein bisschen fluche, in unserm Haus muss mal ein ausgesprochener Efeuliebhaber gewohnt haben, der Garten ist umzingelt.) ;)
Eine Kollegin von mir hat ihr kleines Häuschen auch mit Efeu bewachsen lassen. Ein bisschen verzweifelt erzählte sie vom aufwendigen Schnitt an der Leiter und dass sie nie mehr Efeu ans Haus pflanzen würde mit dem abschliessenden Satz: "Und am Anfang haben wir den auch noch gedüngt, weil er nicht so recht in die Gänge kommen wollte!"
Mein Nachbar hat seinen Efeu ebenfalls von der Hauswand entfernt, weil er ihm regelmässig und immer sehr schnell unters Dach gekrochen ist.
Ich würde mir das gut überlegen, ob es denn gerade der Efeu am Haus sein soll. Vielleicht haftet er ja tatsächlich nicht auf dem geplanten Untergrund? (Wozu ich aber nichts weiss.)
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Hallo fyvie !
Ich hatte mal meine ganze Vorderseite vom Haus mit Wilden Wein bepflanzt. Der wuchs mir dann natürlich hoch und kroch unters Dach. Jedes Jahr mußte ich hoch und den Wein bändigen. Der kriecht nämlich unter den Dachstuhl rein und hebt die Dachplatten, ob Wein oder Efeu, das ist gleich. Dann jedes Jahr so hoch auf die Leiter und das alles abschneiden, die Leiter verstellen und wieder hoch, das ist nicht so ohne Gefahr. Man wird ja auch nicht jünger. Habe mich dann entschlossen den ganzen wilden Wein wegzumachen. An der Nordseite hatte ich Efeu dran, der war noch nicht so hoch, der ist dann unter den Putz rein, obwohl der ganz trocken und stabil ist. Wie ich das gesehen habe, habe ich ihn sofort weggemacht. Ich würde nie mehr was dergleiches am Haus wachsen lassen. Auch keinen Efeu. Überlege es Dir gut, es sieht zwar schön aus aber........ . Um die Wand streichen zu können habe ich dann mit der Pinzette die meisten Nippel vom wilden Wein abgemacht. Die sitzen so fest, das war der Wahnsinn. Jetzt habe ich an der Hausmauer ein Klettergerüst dran und dort eine Bayernkiwi gepflanzt, die kann sich nicht an die Hausmauer ankrallen. Das ist mir lieber.
Überlege es Dir gut. Ich will Dich nur vor Schaden und Ärger bewahren.
Auf dem Bild rechts hinter der Säuleneibe sieht man die Kiwi, das sieht doch auch schön aus und man hat noch sehr gute Früchte...
lg elis
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Ich rate aus eigener Erfahrung auch ab. Ich hatte auch Wilden Wein und Efeu, weil es mir sehr gut gefiel. Efeu hatte ich an meinem Treppenturm. Aber auf der Schattenseite wurde die Wand durch die immergrünen Blätter nie trocken und obwohl der Putz ohne Risse war, kroch die Feuchtigkeit nach innen. Nach Jahren blätterte dann innen im Turm der Putz ab und da merkte ich erst die Feuchtigkeit. Dann habe ich alles entfernt, aber sowohl die Haftscheiben des Wilden Weins als auch die Wurzeln des Efeus hafteten noch Jahre. Vielleicht hätte man mit Hochdruckreiniger etwas erreicht ansonsten auf vielen m2 wie elis schreibt.
Sehr idyllisch, aber riskant!
VG Wolfgang
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Ich schließe mich elis und Cryptomeria an.
Freunde hatten Efeu am Haus. Sah sehr schön aus - bis die Wände gestrichen, die Fensterläden renoviert und der Dachüberstand repariert werden mussten. Am Nachbarhaus lässt sich gerade beobachten, was passiert, wenn man nicht dauernd auf der Hut ist, dort kriecht der Efeu gerade ins Dach.
Abraten würde ich an Wänden mit Putz von allen Pflanzen, die mit Haftwurzeln klettern, also auch von Hydrangea petiolaris und Campsis.
Bei meinen Eltern wuchs Lonicera henryi am Haus, die machte zwar keine Haftwurzeln, wuchs aber in jede Ritze, die sich irgendwo auftat. Auch die Actinidia arguta hatte binnen kürzester Zeit den Dachüberstand erreicht und fand von dort ihren Weg zwischen Holz und Mauer ins Innere.
Also auch mit solcherart Kletterpflanzen wäre ich vorsichtig.
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Fyvie ging es ja eigentlich um die Frage der Anhaftung - und nicht um eine Empfehlung, ob Efeu am Haus oder nicht :).
Trotzdem "oute" ich mich auch mal als "Efeu-Geschädigte". Wir mussten vor unserem Um/Anbau vor zwei Jahren eine komplette Hauswand von Efeu und Wildem Wein befreien - es sah hinterher grausam aus. Die Reinigung der Wand hat uns, da wir es nicht selber machen konnten, eine Stange Zeit und Geld gekostet!
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Um all diese Probleme und Gefahren weiß ich ja, bin aber trotzdem wild entschlossen.
Die zu erwartende 'Arbeit' fürchte ich nicht und ich kenne einige Häuser, die mit ihrem Pelzchen schon fast ein Jahrhundert glücklich sind.
Die zu begrünenden Wände sind auch nur ein Stockwerk hoch, da das Häuschen etwas am Hang liegt und so nicht so aufwändig zu pflegen.
Und wenn die Wand erstmal zugewuchert ist, braucht man sie ja auch nicht mehr streichen...(vorerst) :)
Danke für eure kritischen Einwände und Warnungen, aber vielleicht findet sich ja doch noch jemand, der positive Erfahrungen, oder zumindest Erfahrungen bzgl. der Haftung auf Silikat- Untergrund hat.
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Ich rate aus eigener Erfahrung auch ab. Ich hatte auch Wilden Wein und Efeu, weil es mir sehr gut gefiel. Efeu hatte ich an meinem Treppenturm. Aber auf der Schattenseite wurde die Wand durch die immergrünen Blätter nie trocken und obwohl der Putz ohne Risse war, kroch die Feuchtigkeit nach innen. Nach Jahren blätterte dann innen im Turm der Putz ab und da merkte ich erst die Feuchtigkeit. Dann habe ich alles entfernt, aber sowohl die Haftscheiben des Wilden Weins als auch die Wurzeln des Efeus hafteten noch Jahre. Vielleicht hätte man mit Hochdruckreiniger etwas erreicht ansonsten auf vielen m2 wie elis schreibt.
Sehr idyllisch, aber riskant!
VG Wolfgang
Ich vermute, dieser Treppenturm war wenig bis garnicht beheizt?
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elis, das sieht wirklich sehr hübsch aus, die Wand mit der Kiwi! :D
Aber mir träumt von etwas ganz anderem. Seit ich mal ein komplett mit Efeu und Wein überwuchertes Häuschen sah, geht mir das nicht mehr aus dem Kopf.
Und ja, auf die Südseite soll wilder Wein, ich liebe es, wenn zur Blütezeit alles voller Bienen summt und später die Stare vorm Fenster in den Beeren baumeln (ich weiß, gibt scheiß blaue Flecken auf dem Granitpflaster) und nach mir die Sintflut, wer weiß, ob ich in 20/30 Jahren noch lebe, ich will das sowieso nie mehr streichen, da sollen sich dann die lieben Erben drüber ärgern! ;D
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Als wir unser Haus kauften, war ich auch Feuer und Flamme für Fassadengrün. Ich bin sehr froh, dass ich mir erst einmal angesehen habe, wie sich manche Kletterpflanzen entwickeln und welche Erfahrungen Nachbarn damit machten.
Aus meiner Sicht leider nur schlechte, was Wisteria an Carports und Fallrohren, Kletterpflanzen mit Haftwurzeln und Lonicera henryi an der Hauswand angeht. Letzterer führte am Nachbarhaus zu Schäden im Fundament, so dass nach wie vor an irgendeiner Stelle Wasser ins Haus dringt, obwohl die Pflanze entfernt wurde und Fachleute schon alles Erreichbare untersucht haben. - Leider gibt es noch ein paar unerreichbare Stellen...
Die Haftwurzeln von Efeu hat eine Freundin vor Jahren in mühsamer Kleinarbeit mit einer Heißluftpistole von ihrer Fassade abgeflammt. Und das war eine große Fassade.
Wilder Wein wächst hier in der Straße an mehreren Häusern unter die Dachziegel ins Dachgeschoss. Hier sind ausnahmsweise mal Leute ohne Dachdämmung im Vorteil, sie sehen den Wein von innen und können dann reagieren. :)
(Aber dazu hat elis ja schon etwas geschrieben.)
Genauso schwierig ist meiner Meinung nach die Tendenz von Efeu, mit den Jahren Stämme zu entwickeln. Auch jeder Trieb macht ein Dickenwachstum durch. Da muss man ständig auf der Hut sein, dass nicht etwa eine Fensterritze oder ein Lüftungsspalt durchwachsen und beschädigt wird.
Ich finde nach wie vor bewachsene Fassaden schön und sinnvoll, würde aber von den genannten Pflanzen abraten.
Versuch vielleicht einfach mal, eines der bewachsenen Traumhäuser (oder möglichst mehrere) von nahem anzusehen und befrag die Besitzer (nach Vor- und Nachteilen, ob die Häuser unterkellert sind, auf welchem Boden sie stehen, ob es vergleichbare Niederschlagsverhältnisse wie bei dir gibt und so weiter).
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Ich glaube, mir ist in dieser Hinsicht nicht zu helfen. 8) Ich halte das Risiko für überschaubar und bin im allgemeinen sowieso relativ risikofreudig.
Hier auf Mietgelände (wo ich momentan noch lebe) habe ich auch gleich in den ersten beiden Jahren 120 Wild -und sonstige Rosen und mindestens 50 andere Sträucher gepflanzt, obwohl ich in die verdichtete agrarische Kiesabstellfläche 80 cm tiefe Löcher mit dem Pickel schlagen mußte und sie mit Erde auffüllen und ich habe es noch keinen Tag bereut!
So und jetzt versuche bitte niemand mehr, mir meine Begrünungsflausen auszureden ;D
Das Haus ist nicht unterkellert, steht leicht am Hang auf Sandboden in einer relativ niederschlagsarmen Gegend. Das Dach selbst ist nicht isoliert (wohl aber der Dachfussboden nach unten).
Die Wand ist nicht sehr hoch und gut zu übersehen und errreichen. Die Fläche vor der Wand wird sehr gut von einem uralten 20(?)m hohen Nussbaum entwässert. So what?
Habe mal ein Bild der einen Wandseite links von der Eingangstüre angehängt (rechts davon eine ähnliche Fläche, vor der allerdings schon diverse Sträucher wachsen. Also das ist mir einfach zu aufgeräumt, ich hätte gerne Amseln und Zaunkönige neben meinem Fensterladen brüten und Bienen im Herbst dann im Efeu, wenn wir beide alt sind! :D
Und falls der Efeu auf dem Untergrund nicht haftet, hat sich das Problem sowieso erledigt und ich werde ihm eben ein Gerüst bauen...
Was mir gerade noch einfällt.. um die Ecke links, auf der Ostseite unterm Balkon klettert bereits eine H.petiolaris :-X ;D
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Die andere zu bewachsende Seite
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Die zu bewachsende Westseite.
Also alles relativ überschaubar. Ich habe auch gelesen, man kann die Dach/Wandfuge mit Silikon verfugen um ein Einwachsen zu verhindern...
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Der Treppenturm verband Wohnzimmer und Küche ohne Türen, d.h. er war nicht kalt.
Da Efeu auch an Blechverkleidungen hochkriecht, sollte das an Silikat für Efeu kein Problem darstellen.
Vg Wolfgang
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Hi Fyvie,
sehr schön sieht das bei dir aus und da du dir ja der möglichen Probleme bewusst bist, sag ich jetzt nix mehr gegen den Efeu :).
Toll aussehen wird das bewachsene Häuschen auf jeden Fall!
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Ein Beispiel aus der Nachbarschaft meiner Eltern. Die Wand war jahrelang mit Efeu bewachsen. Eines Tages wurde der Efeu zu schwer, und bei einem Sturm hat er sich von der Wand losgerissen. Leider weiß ich nichts über den Untergrund. Ich würde zumindest darauf achten, daß der Efeu keine so dicke Schicht wie dort bildet.
Mittlerweile ist die Wand ohne Efeu ...
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Noch eine Nahaufnahme von der Wand.
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Hier muss man natürlich neidlos zugeben, dass die Wand ohne Efeu nicht hübscher aussieht.
VG Wolfgang
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Also ich würde bei einer eingeschossigen Wand wenn überhaupt Efeu, dann eine schwächer wachsende Sorte (zB. einer der vielen panaschierten) nehmen.
Und natürlich würde ich auch versuchen, bevor die Pflanze Schaden anrichtet, diesen irgendwie konstruktiv vorzubeugen. Du scheinst dir ja dessen bewusst zu sein (siehe deinen Kommentar zu den Fugen). Je mehr du im Voraus mögliche Schadenspotentiale beseitigst, desto eher gibt es später keine Probleme, sollte einmal die Pflege nicht mehr eventuelle Schwachstellen kompensieren können.
Basierend auf Literatur halte ich Feuchtigkeitsschäden durch Efeu eher für vernachlässigbar, diese sind eher durch ein Eindringen von Feuchtigkeit aufgrund irgendwelcher baulicher Mängel.
Auch sollte der Efeu an der Wand gut haften können. Aber auch deine Farbe muss entsprechend gut haften! Sonst passiert dir das selbe wie auf den Bildern in Riekes Beiträgen, nur mit einer Farbschicht am abgeschälten Efeu.
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Hallo Fyvie,
ich würde dir auch von Efeu an der Hauswand abraten, wenn einmal der Anstrich einen Defekt hat, geht der Efeu rein und verschlimmert den Schaden. Wenn, dann nur an einem professionellen Rankgerüst, denn der Efeu wiegt nach Jahren einige Kilos.
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Man sieht auf dem Foto auch, daß der Efeu Farbe abgerissen hat, aber keinen Putz. Falls sich die Solsilikatfarbe nicht gut mit dem Untergrund verbindet, könnte das problematisch werden.
Efeu wächst auch auf Kalkfelsen, der alkalische pH des Anstrichs dürfte ihn nicht stören.
Sonst passiert dir das selbe wie bei Rieke, nur mit einer Farbschicht am abgeschälten Efeu.
Hüstel, das war nicht bei mir. Ich würde mir nie Efeu oder wilden Wein ans Haus pflanzen.
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Es tut mir leid, dass ich es undeutlich formuliert habe, ich habe natürlich einfach nur auf die Fotos in den Beiträgen verweisen wollen. Es ist korrigiert.
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Hab mir natürlich einen Starkwüchsigen besorgt, damit er möglichst schnell alles zuwuchert (Wörner) ::)
Allerdings ist er ja an der wetterabgewandten Seite schön geschützt unter einem großen Dachüberstand. Das Sturmproblem dürfte sich so hoffentlich nicht ergeben.
An der Westseite habe ich Atropurpureum gepflanzt, wegen der roten Winterfärbung, die wohl mit Sonneneinstrahlung etwas intensiver ist. Aber der ist ja nicht so starkwüchsig.
Vielleicht installiere ich wirklich noch zusätzlich ein robustes Pflanzgerüst.
Wegen der Haftung der Farbe werde ich wohl nochmal bei der Firma nachforschen, danke für den Hinweis, das hatte ich noch nicht so auf dem Schirm.
Interessant finde ich auch die Tatsache, dass Efeu auf Kalkfelsen wächst (haftet?), das ist ja schon mal eher positiv in meinem Sinne!
Irgendwie fühle ich mich langsam auf ziemlich verlorenen Posten mit meinen Begrünungsvorstellungen. Gibt es denn niemanden hier, der auch Efeu am Haus hat und ihn nicht missen möchte? Trotz evtl. Schwierigkeiten? :)
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Bei Bekannten wachsen seit langen Jahren wilder Wein und Glyzinie am Haus.
Vorteile: Regenschutz und Sonnenschutz durch Blätterkleid ca 20 cm vor der Fassade, viele Vögel und Insekten, traumhafte Blüte im Mai (Glyzinie) und schöne Herbstfärbung (Wein).
Wie schon gesagt ist folgendes zu beachten: unters Dach bzw Fensterbleche wachsende Ranken rechtzeitig umleiten oder schneiden. Aufgrund der vielen Insekten ist an öfters geöffneten Fenstern ein Fliegengitter ratsam. Die Fassade sollte in Ordnung sein, also keine Risse aufweisen. Die Pflanzen drängen sich in die Ritzen, die Ranken werden dicker, dadurch kann es zu Schäden kommen.
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Ich hab, glaub ich zumindest, die Efeu-Sorte 'Woerneri' am Nordgiebel und Parthenocissus tricuspidata 'Veitchii' an der Hausrückseite und am Südgiebel der Scheune. ;D
'Veitchii' wird bei mir durch den Dachüberstand ausgebremst, wächst auch definitiv nicht unters Dach oder zwischen Dach und Mauerwerk, da hab ich wohl Glück gehabt.
Den Efeu hab ich nach der Erneuerung der Fassade 1994 gepflanzt, vollkommen bewusst, daß sowohl Efeu als auch Wilder Wein 20m und mehr Höhe überwachsen können.
Meine Sorte hat den großen Vorteil, daß sie sich reich verzweigt, also jeder lange "Peitschentrieb", der Neuzuwachs jedes Jahr, der meist wie eine Rakete nach oben schießt, verzweigt sich auch gleich sehr gleichmässig.
Das machen längst nicht alle Efeu-Sorten, bei manchen hat man immer wieder Abschnitte, wo ein Neutrieb erstmal einen Meter wächst und sich dann erst wieder verzweigt, mit entsprechenden "Löchern" in der Begrünung, die sich nur langsam schließen.
Zweiter Vorteil ist die sehr rasche Ausbildung der Altersform mit Blüte - schon ab dem 2. oder 3. Jahr bilden sich abstehende Äste von der Wand weg, die blühen und fruchten.
Der Giebel bei mir ist übrigens die "Bettenburg" der lokalen Spatzenpopulation, die sitzen auf diesen abstehenden Ästen zum übernachten, ein ganzer Schwarm, jede Nacht :D
Und natürlich sind die späten Blüten im Herbst gut on Bienen besucht, und die reifen Früchte später dann nochmal von Vögeln.
Seit 3 oder 4 Jahren ist der Efeu an der Dachkante angekommen, jährlich kommt ein Galabaubetrieb, der eh für die Wiese kommen muss und schnippelt die Triebe oben 30cm von der Kante entfernt wieder ab - ist eben so, das sollte man wissen und beachten.
In meiner "Ruine" hab ich einen Mix aus Efeu-Ziersorten aus dem Baumarkt eigentlich vor 5 Jahren als Bodendecker gepflanzt, darunter weiß- und gelb-panaschierte und eine mit schmalem, tropfenförmigem Blatt - alle wachsen inzwischen auch an den Wänden innen hoch, und dabei ist da der Untergrund ein sandender Putz, weil der nicht mehr vor Wind und Wetter geschützt ist.
Die "bunten" sind langsamer.
Bei der eingeschossigen Wand seh ich keine Gefahr, daß Windsog die Efeumatte abreißen könnte, sogar, wenn die neue Farbe nicht so perfekt sich mit der Dispersionsfarbe verbinden sollte, wobei das Werbeversprechen ja gegenteilig lautet. :)
(Übrigens kann das auch mit Kletterhortensie passieren, an einer mit Natursteinplatten verkleideten 3m hohen Wand am Institut für Landespflege in Hannover ist nach einem Sturm das Ganze abgeklappt gewesen.)
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:D :D :D you made my day! :-* ;D
Mein 'Wörner' ist dein 'Woerneri', hatte ihn auch extra wegen des dichten, verzweigten Wuchses gepflanzt.
Allerdings ist meine Wand vermutlich nicht so hoch wie deine, da hab ich mich wohl etwas weit aus dem Fenster gelehnt, aber ich habe gelesen, wenn er nicht weiterwachsen kann (das kann er unter dem großen Dachüberstand auch nicht), bildet er schneller die Altersform und die halte ich sowieso für erstrebenswerter. Naja, dass ich viel schneiden muß, war mir schon klar, aber ich wollte nicht erst 15 Jahre warten, bis Vögel drin schlafen können...
Diese Spatzenliebe mit dem Efeu kenne ich vom Nachbarn, solche goldigen Schwatzereien (und Streitereien) am Abend habe ich selten erlebt. Der Nachbar hat ihn letzten Sommer runtergerissen, weil die Fassade wieder mal gestrichen werden muß... unendlich traurig. Seitdem ist abends alles totenstill.. :'(
Ich frage mich, wieso das Haus hinter so einem Bewuchs gestrichen werden muß, der ist nach meinem Verständnis doch Schutz genug ???
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Ordnungssinn?
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Wahrscheinlich, bestimmt auch die Angst vor Schäden, die hier auch immer wieder erwähnt werden und sicherlich nicht so weit her geholt sind...
Soviel ich weiß, gab es aber dort bisher garkeine Probleme. Vielleicht waren auch die Spatzen zu laut, die haben ja morgens auch gequatscht! :D
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Unser Nachbar hat die Giebelwand zu uns ganz voll Efeu. Ab und an steigt er aufs Dach und schneidet ihn. Wenn der Efeu, den wir am Zaun haben, sich daran macht am Haus hoch zu klettern, ist er erwünscht. Wir haben verklinkerte Wände. Wenn dann auch noch Spatzen einziehen würden, würde ich Freudentänze machen. Da wir inzwischen im 6. Jahr hier wohnen und noch nie mehr als 2 Feldsperlinge da waren, ist die Hoffnung begrenzt.
In dem Bürohaus, in dem ich arbeite, klettert auch ein Efeu. Bislang kam jemand einmal im Jahr, hat ihn bei 2 m gerade abgeschnitten und gut war es. So konnt er nie was kaputt machen. In diesem Jahr kam jemand, der ihn auf 50 cm abgeschnitten hat. Dem hätte ich am liebsten sonstwas angetan, wenn ich ihn dabei gesehen hätte. In diesem Jahr gibts dort keine brütenden Vögel.
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Haussperlinge brüten nur, wenn sie irgendwie unters Dach können, oder am Haus ganz weit oben Sperlingskästen angebracht sind. Als Kulturfolger des Menschen sind ihre Möglichkeiten da eingeschränkter als beim Feldsperling, sie sind schon vorwiegend Gebäudebrüter und da viele ihre Dächer nach Isolierung zumachen, sind sie auch zunehmend in vielen Gegenden verschwunden.
Wir wohnen hier noch in einem alten, unrenovierten Bauernhaus, da ist unterm Dach viel los (Haussperlinge, Mauersegler und Fledermäuse), zusätzlich habe ich noch Kästen aufgehängt, nachdem die Nachbarn auch fast alle modernisiert hatten.
So konnte sich eine ziemlich große Kolonie hier halten, aber ich denke, wenn wir mal hier weggehen, dann wars das auch...
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Die zu begrünenden Wände sind auch nur ein Stockwerk hoch, da das Häuschen etwas am Hang liegt und so nicht so aufwändig zu pflegen.
Gerade in diesem Fall würde ich mich nicht für Efeu, sondern für Euonymus fortunei entscheiden. Dieser schwachwüchsige Haftwurzelkletterer ist sehr gut beherrschbar und kann auch mit einfachsten Stützkonstruktionen gegen Abkippen gesichert werden wenn die Haftung an der Wand unzulänglich ist/wird.
Zur Haftung und zu Schadensfragen rund um den Efeu in Verbindung mit Fassadenbeschichtungen mache ich keine Aussagen mehr. Das Thema ist einfach zu komplex, da es einen sehr großen Einfluss der Feuchteverhältnisse auf und in der Außenwand gibt.
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...Zur Haftung und zu Schadensfragen rund um den Efeu in Verbindung mit Fassadenbeschichtungen mache ich keine Aussagen mehr. Das Thema ist einfach zu komplex, da es einen sehr großen Einfluss der Feuchteverhältnisse auf und in der Außenwand gibt.
Schade! Deine abschließende Anmerkung läßt mich schon neugierig zurück...
Danke für die Empfehlung von E.f, aber meine Entscheidung basierte vorwiegend auf ökologischen, ein wenig auf dekorativen und garnicht auf praktischen Überlegungen. Und wie schon gesagt wollte ich auch eine Begrünung, welche die komplette Wand möglichst schnell in einer gewissen Tiefe/Dicke bedeckt, so dass der Euonymus für mich leider nicht in Frage kommt.
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Haussperlinge brüten nur, wenn sie irgendwie unters Dach können, oder am Haus ganz weit oben Sperlingskästen angebracht sind.
Sie könnten unters Dach, wenn nur welche mal gucken kommen wollten. Müssten sie sich vielleicht mit Fledermäusen teilen, aber Platz genug, Ritzen und immer Hühnerfutter, was sie klauen könnten, ist da. Einen großen Fledermauskasten und 8 Schwalbennester haben wir kürzlich aufgehängt. Ich hoffe, die Schwalben kommen zu uns. Nach einer Fassadenrenovierung einige Häuser weiter sind sie sonst nämlich wohnungslos, was sie noch nicht wissen, aber bald merken werden.
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OT
Das Problem ist sie dauerhaft anzulocken, wenn es ringsum keine weiteren Brutmöglichkeiten gibt. Sie leben ja gerne in großen Kolonien, und wenn bei dir vielleicht nur 2 Paare Platz fänden, dann werden die vier lieber dort brüten, wo die anderen Spezln auch Platz finden. Ist nicht mehr so ganz einfach, mit diesen einstigen Allerweltsvögeln..
Bei mir kommen sie zu Küchenfenster rein und holen sich Futter für ihre Kleinen, wenn das Wetter draussen besch.....ist und sie nicht genug Insekten finden .
Anbei ein nettes Bild... ;D
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Und füttern sie dann direkt am Fenster :D
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Wünsche dir viel Glück mit der Ansiedelung, sie sind sehr unterhaltsam und goldig in ihrem Sozialverhalten und können alle möglichen Laute/Stimmen immitieren, besonders die Männchen während der Balz ;D
OT Ende
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:D :D :D you made my day! :-* ;D
Mein 'Wörner' ist dein 'Woerneri', hatte ihn auch extra wegen des dichten, verzweigten Wuchses gepflanzt.
Allerdings ist meine Wand vermutlich nicht so hoch wie deine, da hab ich mich wohl etwas weit aus dem Fenster gelehnt, aber ich habe gelesen, wenn er nicht weiterwachsen kann (das kann er unter dem großen Dachüberstand auch nicht), bildet er schneller die Altersform und die halte ich sowieso für erstrebenswerter. Naja, dass ich viel schneiden muß, war mir schon klar, aber ich wollte nicht erst 15 Jahre warten, bis Vögel drin schlafen können...
Diese Spatzenliebe mit dem Efeu kenne ich vom Nachbarn, solche goldigen Schwatzereien (und Streitereien) am Abend habe ich selten erlebt. Der Nachbar hat ihn letzten Sommer runtergerissen, weil die Fassade wieder mal gestrichen werden muß... unendlich traurig. Seitdem ist abends alles totenstill.. :'(
Ich frage mich, wieso das Haus hinter so einem Bewuchs gestrichen werden muß, der ist nach meinem Verständnis doch Schutz genug ???
Also, wenn mein Efeu 'Wörner/Woerneri' ist, kann ich dir versichern, daß er auch schon die Altersform von ganz alleine ausbildet, lange ehe er irgendwo an eine Wachstumsbegrenzung stößt - bei mir wachsen spätestens nach 3 Jahren aus den an der Mauer anliegenden Trieben die abstehenden Alterstriebe mit Blüten.
Auf denen die Spatzen schlafen :D
Ich hab das mit den Spatzen einige Jahre nach der Pflanzung zufällig entdeckt, weil ich irgendwann mal Abends zum Efeu hin bin und mir sein Wachstum kritisch anschaute, also eine Weile dastand und auf den Efeu schaute - auf einmal flog ein Spatz raus, dann noch einer, dann ganz viele, es war ihnen wohl nicht ganz geheuer, das ich so raufstarrte und der Ängstlichste hat den Flucht-Anfang gemacht ;D
Am Nachbarhaus gibt es 4 Brutmöglichkeiten zwischen Dach und Regenrinne, die jedes Jahr belegt sind :)
Und da es noch ein paar alte Gehöfte im Dorf gibt, gibts bestimmt noch mehr Schlupfwinkel.
Tja, das mit dem runterreißen und streichen....oft wächst Efeu ja nicht so flächendeckend, daß die gesamte Fassade gleichmäßig bedeckt ist und wenn man drumherum neu streichen würde, sähe man immer noch Stellen mit der alten Farbe, das erträgt wohl kaum jemand der ordnungsliebend ist.
Oder die Leute haben Angst, wenn sie den Fassadenteil mit dem Efeu nicht machen, daß der Efeu vielleicht doch mal abstirbt und sie zweimal mit dem Gerüst und Maler hantieren müssen.
Ich begrenze den Efeu bei mir auf den Nordgiebel, den er ziemlich gleichmäßig inzwischen bedeckt.
Wenn mal neu gestrichen werden muss, wird eben der gesamte Nordgiebel nicht gestrichen.
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"Wenn mal neu gestrichen werden muss, wird eben der gesamte Nordgiebel nicht gestrichen."
Genau so stelle ich mir das auch vor! :)
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Das ist jetzt auch etwas O.T.
Aber Spatzen oder Stare am Haus hat nichts mit einer Begrünung zu tun. Ich habe auf der einen Hausseite einige Meisenkästen,Starenkästen und 2 Mauerseglerkästen hängen. Alle sind von Sperlingen + Staren im Frühjahr belegt. Die Spatzen schlafen auch über Winter dort. Da ist immer mächtig was los. Man muss allerdings auch in der Brutzeit etwas tolerant sein. Vor allem die jungen Stare machen sich keine Gedanken, dass unten einer läuft.
VG Wolfgang
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Naja, diese unzähligen abstehenden Zweige, auf denen die kleinen Kerle auf unterschiedlichsten Höhen sehr gut sitzen können, bieten schon eine große Anzahl an Möglichkeiten.
Und ja, der Boden direkt unten am Efeu sieht immer so aus, als ob grad ein kleiner Graupelschauer runtergekommen wäre ;D
Größere Vögel wie Stare oder Amseln gehen bei mir anscheinend nicht in das Efeudickicht, ich hab noch nie welche dran oder daraus herausfliegend gesehen, vielleicht ists denen zu dicht?
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@fyvie
Danke für die Fotos!
Größere Vögel wie Stare oder Amseln gehen bei mir anscheinend nicht in das Efeudickicht, ich hab noch nie welche dran oder daraus herausfliegend gesehen, vielleicht ists denen zu dicht?
Das glaube ich eher nicht. Bei unserem Nachbarn im Efeudickicht hausen einige Amseln. Sie brüten jedes Jahr. Wenn sie im Efeu verschwinden, sieht man nicht, wo sie geblieben sein könnten. Leider finden die Elstern sie trotzdem und holen die Küken aus dem Nest.
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Naja, ich hab doch noch die vielen Hecken und alten knorrigen Obstbäume mit Astlöchern, in den Nachbargärten stehen noch viele alte Bäume, also bei mir herrscht eh kein Mangel an vogelfreundlichen Plätzen - nur diese Konzentration an Spatzen im Kontext mit dem Efeu fiel mir eben zusehends auf ;D
Hab mal ein Foto vom Efeu rausgesucht, auch nach rechts wächst er kontinuierlich weiter:
(http://up.picr.de/12092525yy.jpg)
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Toll! Wunderschön! So eine Wand hätte ich auch gerne.
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Grandios! :o So schön gleichmäßig dicht und buschig habe ich Efeu selten gesehen, der noch nicht ein Jahrhundert alt ist.
Das ist ein wahres Biotop :D
Da freue ich mich, dass ich mir auch den woerneri ausgesucht habe, bin mal gespannt, was er mit einer nicht so hohen Wand anfängt, ich schätze, da werde ich jedes Jahr ganz schön lange Triebe oben abschneiden müssen, vielleicht gleich mit der Heckenschere...
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Ich nehme an, das Haus ist mit normaler Dispersionsfarbe und nicht rein (oder fast rein) mineralisch gestrichen?
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Ja, normale Dispersionsfarbe :)