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Pflanzenwelt => Klettergarten => Thema gestartet von: Malus Existimabatur am 14. April 2016, 12:48:04
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Hallo,
ich hätte da mal eine ungewöhnliche Frage. Und zwar möchte ich meherren Eiben der Nachbarn, die bereits eine beachtliche Höhe haben, gegenüber einem Pferdepaddock abschirmen.
Grundsätzlich besteht zwar ausreichend Abstand zwischen Bäumen und Pferdepaddock, über den Zaun hinweg kommt da kein Tier ran. Jedoch liegt der Paddock in Hauptwindrichtung hinter der Eibe, so dass ich es schon erleben musste, wie bei starkem Wind Triebspitzen und vielleicht mit Pech irgendwann auch mal ein Ast dort gelandet sind.
Das Problem: Eibe ist hochgiftig, 100g bringen selbst ein großes Tier innerhalb von Minuten um. Und Pferde fressen definitiv auch Zweige, wobei ich das bei Eibe aus verständlichen Gründen noch nicht probiert habe :)
Lange rede, kurzer Sinn - ich möchte den Eiben über die Höhe von meheren Metern gerne etwas in den Weg stellen, dass den Zugang von der eigenen Grundstückkseiten aber hauptsächlich den Effekt herüberwehender Teile unterbindet. Da kaum mehr als 2m Tiefe zur Verfügung stehen bin ich jetzt zuerst mal auf die Kategorie Klettergewäöchse gekommen.
Was müssen also nun die Eigenschaften dieser Pflanze sein / was sind die Umgebungsbedingungen:
- durchsetzungsfähig gegenüber Eibe bei geringem Abstand (Tiefwurzler?)
- zügig wachsend
- ungiftig (wenn ihr es nicht wisst, finde ich das selber raus)
- Boden ist schwer, ausreichen feucht, verstärkt nährstoffhaltig (Nähe zu durchlässigem Pferdepaddock)
- Auch in Ordnung, wennzuätzliches Wässern / Nährstoffversorgung notwendig wäre
- Andere Vorschläge als Rankpflanzen sind erlaubt, insofern sie auf 2-3m Breite zu halten sind (ab 2,5-3m überhängend ist OK).
- Darf ruhig der gemeinste Wucherer / Ausläufertreiber sein - das ist an der Stelle wirklich zweitrangig
Habt ihr Tipps?
Danke
Chris
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Wie wäre es mit Ramblerrosen? In meiner Eibe klettert seit vielen Jahren eine, und wenn sie blüht, duftet sie zusätzlich sehr süß.
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Schlingknöterich oder Hopfen.
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Ich gehe nicht davon aus, dass Malus... Pflanzen oder Gehölze in die Eiben wachsen lassen will, denn da könnten ja zu seiner Seite immer noch Eibenäste rausschauen und den Pferden eventuell schaden.
Wenn aber Rank- oder Kletterpflanzen: woran sollen sie sich festhalten? Sind da Gerüste geplant?
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Tatsächlich soll die Pflanze sich als Wand vor der Eibe und nicht in der Eibe in die Höhe arbeiten. Die Eiben gehören auch den Nachbarn, sonst wären sie aufgrund des Risikos nicht stehengeblieben.
Klettergerüst wird im Falle von Kletterpflanzen je nach Bedarf der Pflanzen aufgestellt.
Zwischenfrage, auch wenn es nicht in den Teil des Forums passt: es gibt ja auch sehr hoch werdende Baumbusarten, könnte das was für den angepeilten Zweck sein?
Danke
Chris
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Ja, das könnte passen, aber dann bräuchte man eine sehr robuste Rhizomsperre.
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... ich möchte den Eiben über die Höhe von meheren Metern gerne etwas in den Weg stellen, dass den Zugang von der eigenen Grundstückkseiten aber hauptsächlich den Effekt herüberwehender Teile unterbindet. ...
Aaaalso - wenn die "Gegenpflanzung" mehrere Meter hoch sein soll, brauchst du ein enorm stabiles Gerüst. Große Kletterpflanzen wiegen viel.
Und du hättest damit doch nur dann halbwegs Schutz vor herüberwehenden Eiben-Teilen, wenn die Kletterpflanze belaubt ist.
Warum baust du nicht gleich ein Gerüst, das du mit lockerem Flechtwerk - z. B. Weide - füllst? Wäre ganzjährig "dicht".
Und u.U. könntest du es während der Vegetationszeit mit Clematis oder einem anderen leichten, grazilen Kraxler behübschen :).
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Ich finde auch, dass das nach dichtem Verbau klingt. Eine wüchsige Pflanze zwischen Weide und Eibe kann auch dazu führen, dass man nicht mehr gut an die Eibenzweige zum Zurückschneiden kommt, oder es übersieht.
Schmal und schnell in der Höhe ist für Kletterer und Gehölze nicht so leicht zu verwirklichen.
PS: Ja, Pferde fressen definitiv Eibenzweige. Es gibt jedes Jahr wieder Vergiftungsfälle, häufig mit schlechtem Ausgang.
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Verschiedene Phyllostachys-Arten und Sorten schaffen eine ordentliche Höhe, brauchen aber zwingend, wie raisch scon schrieb, eine mindestens 70cm tief in den Boden reichende spezielle Bambuswurzelsperre, die auch einen nicht zu klein gewählten Pflanzbereich einfassen muss.
Fänd ich aber fast sinnvoller, als ein freistehendes Rankgerüst (quer zur Hauptwindrichtung, wie es klingt) umsturzsicher aufzustellen, dann eine Rankpflanze zu finden, die so ein dichtes Geflecht bildet, dass gar keine Teilchen der Eiben mehr rübergeweht werden könnten.
Äste werden übrigens eher keine rüberkommen, da Eibenholz sehr zäh-elastisch ist und es eigentlich nie Sturmbruch gibt.
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Hab' grad mal auf die Schnelle geguckelt nach ein paar Kletterpflanzen, die fix mehrere Meter schaffen:
- Geißblätter, Lonicera periclymenum oder L. japonica: Zumindest die Früchte sind giftig (auch für Tiere?).
- Clematis: giftig, auch für Rinder (für Pferde??)
- Schlingknöterich: leicht giftig (auch für Tiere?)
Rosen sind natürlich ungiftig. Aber bei nur 2m Tiefe würde die Pflege einer "mehrere Meter" hohen Rankwand etwas für jemanden, der Eltern, Großeltern & sämliche Onkel & Tanten erschlagen hat :-X.
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Warum baust du nicht gleich ein Gerüst, das du mit lockerem Flechtwerk - z. B. Weide - füllst? Wäre ganzjährig "dicht".
Mich überzeugt sehr die Flechtwand-Variante! Ein Gerüst brauchst Du so oder so ...
Aber – mal abgesehen von dem Eigengewicht einer Kletterpflanze im Vergleicht zum Flechtwerk – sowohl Kletter als auch Bambus brauchen im Frühling/Sommer ihre Wachstumzeit um die Schutzrolle zu erfüllen.
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über die Höhe von meheren Metern
Was bedeutet es eigentlich?
2-3 Meter oder deutlich mehr? Wenn Dein Nachbar seine Eiben nicht kürzt werden sie Jahr für Jahr höher und höher ... Gäbe es wirklich keinen Weg, ihm eine Ersatzbepflanzung anzubieten? (Auch wenn man ihm mittels Champagner-Bad überzeugen müsste, käme es mir pragmatischer vor)
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Eher 5-6m.
Ja, wenn wir jetzt noch so richtig dicke mit den Nachbarn wären ...
Es sind zwar nette Leute aber doch nur die Vermieter, die gar nicht hier wohnen. Der pflegeleichte, immergrüne Sichtschutz durch die Eiben ist ihnen wichtig, verstehe ich auch.
Die Windlast dürfte sich aber bei einem Geflechtzaun / einer Rankpflanze bei gleicher Fläche nicht viel nehmen, oder?
Was das einsacken angeht hätte ich weniger Sorgen, Baustahlmatte in Rechteckrahmen geschweißt dürfte ziehmlich stabil sein.
Aber nochmal zu Bambus. Wieso bräuchte eine wintergrüne Art den Frühling / Sommer, um seine Schutzwirkung zu entfalten?
Ich erwarte diebezüglich auch keine Wunder, einfach nur eine Bremse dür ggf. heransgewehtes Material. Was hinnter dem Schutz noch am Boden landet könnte durch einen geschlossenen Zaun auf der Seite, der ja auch immerhin rund 1,4 m hoch wäre, abgehalten werden.
Danke
Chris
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Aber nochmal zu Bambus. Wieso bräuchte eine wintergrüne Art den Frühling / Sommer, um seine Schutzwirkung zu entfalten?
Das habe ich auch nicht verstanden. Neutriebe kommen natürlich erst Mai/Juni, aber die alten Halme sind noch jahrelang grün. Eine gewisse Zeit bräuchten die hohen Bambusse, um ihre endgültige Höhe zu erreichen - je nach Ausgangsgröße 3 - 5 Jahre.
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Ich kann mir nicht vorstellen, dass das bei dieser Höhe realisierbar ist. Vermutlich wäre es praktikabler, den Sicherheitsabstand zu verbreitern. :-\
Übrigens sind Eibenzweige und -äste sehr fest und dabei elastisch, da bricht normalerweise nichts.
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Eher 5-6m.
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Die Windlast dürfte sich aber bei einem Geflechtzaun / einer Rankpflanze bei gleicher Fläche nicht viel nehmen, oder?
Was das einsacken angeht hätte ich weniger Sorgen, Baustahlmatte in Rechteckrahmen geschweißt dürfte ziehmlich stabil sein.
Winddruck und Windsog sind nicht zu unterschätzen.
Wenn dann noch Wetterextreme dazu kommen, die ja nicht mehr soooo selten auftreten, muss das Fundament, das die später mit Pflanzen eingekleideten Baustahlmatten halten muss, schon ordentlich sein.
So eine Fläche wird schneller als man denkt zu einem "Segel" - ich hab mir mit 2m hohen, meinem Empfinden nach recht winddurchlässigen, Heideflechtmatten, die ich als Sichtschutz an einen Maschendrahtzaun angebunden hatte, nicht mal sonderlich windexponiert, die Zaunmasten abgebrochen und den Zaun umgelegt
Biotekt (User hier bei garten-pur) könnte dir was zu Windkräften schreiben, er macht Fassadenbegrünungen, auch mit freistehenden Rankmöglichkeiten bei isolierten Fassaden.
Aber nochmal zu Bambus. Wieso bräuchte eine wintergrüne Art den Frühling / Sommer, um seine Schutzwirkung zu entfalten?
Ich erwarte diebezüglich auch keine Wunder, einfach nur eine Bremse dür ggf. heransgewehtes Material. Was hinnter dem Schutz noch am Boden landet könnte durch einen geschlossenen Zaun auf der Seite, der ja auch immerhin rund 1,4 m hoch wäre, abgehalten werden.
Danke
Chris
Das ist wahrscheinlich ein Mißverständnis, alle Bambus-Arten treiben im Mai/Juni neue Halme, die innerhalb von wenigen Wochen die Höhe der alten Halme erreichen, das geht sehr zügig.
Wenn die Bambuspflanze noch im Wachstum ist, überschreiten die neuen Halme die Höhe der alten Halme vom Vorjahr.
Die Halme bleiben auch eine ganze Reihe Jahre belaubt, werfen zwar alte Blätter ab, treiben aber an den Verzweigungen auch noch in den Jahren danach neue Blätter.
Wenn du z.B. Phyllostachys einfach so wachsen lässt, machen die schon eine dichte Wand, sind bis auf den Boden "beastet"
Nur, wenn du jetzt eine Bambusheckenreihe pflanzt, sind die Pflanzen wahrscheinlich so 1,5-2m hoch, vielleicht ein bisschen mehr, wenn es kräftigere und damit auch teurere Pflanzenqualität ist.
Bis die neu austreibenden Halme 4-5-6m Höhe erreichen, vor allem aber, bis es so viele Halme sind, daß die Hecke richtig dicht ist, kann es aber einige Jahre dauern.
Ich hab in meinem Garten 2 Phyllostachys in der Ruine eines kleinen Schuppengebäudes "eingesperrt", weil ich mir die Mühe des Rhizomsperreneingrabens nicht machen wollte, hänge mal Fotos von 2010 und 2015 an, da kann man sehen, daß die Höhe nicht viel zugelegt hat, weil die eine Ausgangspflanze ein Teilstück war, das schon eine gute Höhe hatte (so 4m, aber nur wenige Halme), aber wie dicht es geworden ist.
Man muss aber dazu schreiben, daß die Wachstumsbedingungen durch die Betonbodenplatte und das eingeschränkte Wurzelvolumen nicht so günstig sind, im freien Boden wären es wahrscheinlich schon wesentlich mehr und wohl auch höhere Halme.
(http://up.picr.de/25206629ix.jpg)
(http://up.picr.de/25206628mq.jpg)
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Ich sehe auch ein Problem im "verdecken" der Eiben. Kleine Blättchen können immer mal herüberfallen und mit dem Weidegras aufgenommen werden.
Ein ähnliches Problem hat eine Freundin auf ihrer Weide, auch mit Eibe und Efeu.
Sie hat 4m Abstand zum Nachbarzaun mit E-Zaunlitze gezogen und harkt nach jedem stärkeren Wind.
Zum Bepflanzen fiele mir nur eine Reihe aus Raketenwachholder ein. Wintergrün, wächst schnell und ist icht zu teuer.
Du schriebst ja, eine Kletterpflanze, die herabbrechende Zweige auffangen soll. Das meiste hier genannte, ist viel zu filigran dafür.
Btw. wie schon von anderen geschrieben: Eibe bricht so gut wie nie...
Sonst fiele mir nur noch Brombeer ein...
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Hallo,
es handelt sich um einen kleinen Paddock mit Kunststoffplatten, keine Weide.
Vorteil: man findet nicht dorthin gehöriges schneller
Nachteil: Die Pferde finden es ebenfalls schneller
Ich sehe schon, das wird nicht einfach. Alternative wäre ein riesiges Fangnetz, dass nur bei Entsprechendem Wind ausgefahren wird. Aber auch das erfordert eine Menge Hirnschmalz und Arbeit.
Bis irgendwann im Mai werden wir das noch so durchstehen. Danach haben wir ein halbes diesbezügliche sorgendfreies Jahr (Pferde auf der Weide) und werden weitersehen.