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Garten- und Umwelt => Komposthaufen => Thema gestartet von: hymenocallis am 15. Februar 2017, 10:47:36

Titel: Kompost-Anfänger - sind wir auf dem richtigen Weg?
Beitrag von: hymenocallis am 15. Februar 2017, 10:47:36
Überraschender- und erfreulicherweise ist das Thema Kompost für uns nun doch aktuell geworden.

Allerdings fehlt uns eine vernünftige Kalkulationsbasis bezüglich der benötigten Mengen - vielleicht kann uns hier jemand mit seinen Erfahrungen weiterhelfen. Wir werden in Kürze ca. 150m² Gemüsegarten bewirtschaften (je nach Bedarf in weiterer Folge auch das Doppelte) und möchten diese Fläche mit Kompost düngen.

Deshalb stellen sich uns nun folgende Fragen:
Wieviele Liter Kompost benötigt man pro Jahr und Quadratmeter im Schnitt (die Stark- und die Schwachzehrer werden sich in Summe aufwiegen)?
Wieviele Liter/Kubikmeter zerkleinerten Grünschnitt benötigt man, um diese Menge zu produzieren?

Hintergrund ist, daß aktuell aus dem vorhandenen Ziergarten übers Jahr vorsichtig geschätzt zumindest ca. 6000 l komprimierter zerkleinerter Grünschnitt (also 6 m³) anfallen. So stark wird man das auf dem Kompost nicht komprimieren können. Die Anlage eines Kompostplatzes für eine derartige Menge würde nur Sinn machen, wenn die 'Produktionsmenge' jährlich für den Gemüsegarten verbraucht wird, was wir aktuell nicht abschätzen können.

Danke im voraus für erhellende Infos  ;)
Titel: Re: Kompostmengenschätzung - Produktion/Verbrauch erbeten
Beitrag von: Wühlmaus am 15. Februar 2017, 11:02:18
Irgendwann habe ich mir gemerkt,  dass man für die fortlaufende Düngung ca einen 10l Eimer Kompost verwendet.  Das ist aber der gut gereifte K., an dessen Entstehung auch reichlich Regenwürmer beteiligt waren.
Das wären dann ca.2m3 für euren Gemüsegarten. .

Wie weit sich euer Ausgangsmaterial reduziert, kann ich nicht beurteilen.  Aber ich denke,  dass das stimmig sein könnte.
Titel: Re: Kompostmengenschätzung - Produktion/Verbrauch erbeten
Beitrag von: hymenocallis am 15. Februar 2017, 12:24:00
Danke für Deine Rückmeldung.
Ich hab jetzt mal intensiver zum Thema gegoogelt - leider aber kaum etwas Brauchbares gefunden.

Auf vielen Seiten wird eine Menge von 3l/m² empfohlen (auch für Starkzehrer), das wären bloß 450 l pro Saison.

Daß aus 6.000 Litern komprimiertem Grünschnitt nur 450 l Kompost werden, kann ich mir schwer vorstellen - wieviel Masse/Volumen beim Kompostieren tatsächlich verloren geht, konnte ich aber nirgends finden. Momentan befürchte ich, daß wir mit unserer Grünschnittmenge zuviel Kompost erzeugen würden (den niemand braucht und für den auch keine Lagerfläche vorhanden ist).

Ich kenne die Situation aus einer Siedlung hier in der Nähe (Reihenhäuser), in denen der Kompostplatz aufgrund der Gartenabfälle innerhalb weniger Jahre so angewachsen ist, daß die nicht benötigten Mengen schließlich teuer abtransportiert werden mußten - dieses Szenario möchte ich vermeiden. 

Titel: Re: Kompostmengenschätzung - Produktion/Verbrauch erbeten
Beitrag von: Sternrenette am 15. Februar 2017, 12:49:59
Da mein Gemüsegarten längere Zeit nicht optimal bewirtschaftet wurde, kippe ich auch mal 5-10 cm auf ein Beet drauf. Das wären alleine schon 700 l auf ein Beet von fünfen...
Titel: Re: Kompostmengenschätzung - Produktion/Verbrauch erbeten
Beitrag von: Staudo am 15. Februar 2017, 12:56:32
Mein Gemüsegarten war ürsprünglich sehr arm und sandig. Jetzt kippe ich Kompost schon mal mit dem Radlader drauf. Ein Gemüsebeet kann gar nicht zu viel Kompost bekommen. Übrigens sollte man sich nicht täuschen. Eine Stickstoffdüngung ist für Starkzehrer trotzdem angebracht.
Titel: Re: Kompostmengenschätzung - Produktion/Verbrauch erbeten
Beitrag von: hymenocallis am 15. Februar 2017, 13:07:45
Mein Gemüsegarten war ürsprünglich sehr arm und sandig. Jetzt kippe ich Kompost schon mal mit dem Radlader drauf. Ein Gemüsebeet kann gar nicht zu viel Kompost bekommen. Übrigens sollte man sich nicht täuschen. Eine Stickstoffdüngung ist für Starkzehrer trotzdem angebracht.

Wir wissen noch nicht, wie die Erde tatsächlich aussieht. Das Haus dort ist an die 100 Jahre alt - der Gemüsegarten wurde bis vor zwei Jahren intensiv bewirtschaftet, ich gehe also von überdurchschnittlicher Qualität aus. Pferdeäpfel bekomme ich vom Nachbarn - die sollten das Stickstoffthema abdecken (hoffe ich zumindest).

Radlader ist kein Thema - wir haben dort nur Platz für den Gemüseanbau - der Rest des Gartens wird von den Besitzern benutzt.
Kompost für das erste Jahr müssen wir ohnehin ankaufen (daher auch die Mengenfrage für den laufenden Bedarf - wir müssen wohl einen Anhänger ausleihen).
Für die weitere Zeit brauchen wir platzsparende Komposter - von denen möchte ich nur so viele kaufen, wie tatsächlich benötigt werden (danach brauchen wir sie eher nicht mehr).
Titel: Re: Kompostmengenschätzung - Produktion/Verbrauch erbeten
Beitrag von: Wühlmaus am 15. Februar 2017, 15:04:16
Einen Radlader wirst du sicherlich nicht brauchen - auch wenn die mitunter schon recht praktisch wären 8)
Aber habt ihr einen vernünftigen Häcksler?
Titel: Re: Kompostmengenschätzung - Produktion/Verbrauch erbeten
Beitrag von: hymenocallis am 15. Februar 2017, 15:32:16
Einen Radlader wirst du sicherlich nicht brauchen - auch wenn die mitunter schon recht praktisch wären 8)
Aber habt ihr einen vernünftigen Häcksler?

Bisher haben wir keinen benötigt - probeweise können wir mal einen im Bekanntenkreis ausborgen. Bezingetriebene Modelle finde ich aufgrund des Lärms/Gestankes abschreckend - elektrische werden wir dort nicht betreiben können (kein Gartenstrom).

Wir haben kaum Gehölze, die größere Mengen an Schnittmaterial produzieren, der Staudenschnitt wurde immer in kleinen Etappen händisch geschnitten und in die Biotonne verfrachtet (mehr als 120 l pro Woche sind so nicht angefallen - nur im Herbst haben wir bisher immer eine Wagenladung voll extra weggeführt). Die größte Menge an Schnittmaterial liefern während der Saison die Rosen und da hätte ich aufgrund der Dornen eher Bedenken bezüglich Kompostierung.
Titel: Re: Kompostmengenschätzung - Produktion/Verbrauch erbeten
Beitrag von: Natternkopf am 15. Februar 2017, 15:42:14
Salü Hemerocallis

Daß aus 6.000 Litern komprimiertem Grünschnitt nur 450 l Kompost werden, kann ich mir schwer vorstellen - wieviel Masse/Volumen beim Kompostieren tatsächlich verloren geht, konnte ich aber nirgends finden. Momentan befürchte ich, daß wir mit unserer Grünschnittmenge zuviel Kompost erzeugen würden (den niemand braucht und für den auch keine Lagerfläche vorhanden ist).
Frisch angesetzt, sieht das fast immer nach Zuviel aus. Später kommt oft die Situation: Wieso habe ich nun zuwenig?

Ich kenne die Situation aus einer Siedlung hier in der Nähe (Reihenhäuser), in denen der Kompostplatz aufgrund der Gartenabfälle innerhalb weniger Jahre so angewachsen ist, daß die nicht benötigten Mengen schließlich teuer abtransportiert werden mußten -
- dieses Szenario möchte ich vermeiden.  Das wird bei euch im Garten kaum auftreten.
(Dort lief was aus dem Ruder. Siedlung = Viele brachten Material, kaum jemand nahm etwas wieder mit | und/oder dazu nicht fachmänische Rotteführung? {Müssen wir hier auch nicht Wissen :-) }

Schau dir mal die Bilder an.
Hier hatte ich unerwartet viel Stoff erhalten #8

Nach einpaarmal umschichten, zusammen legen sah es dann so aus. #13
Auf dem letzen Foto (gross mit dem Gitter darauf) sind zwei Mieten zusammengelegt, Dauer ca. 6-8 Monate.
Das ist ziemlich zusammen gefallen auf ca. 1/4 des Ausgangsvolumen.

Das ganze Material was bei #8 und #13 ersichtlich ist ergab ca. 1,5 bis 1,8m³ Komposterde.

Nun ist es ein frappanter Unterschied ob ich das als: Frischkompost, Kompost, Reifer Kompost oder Komposterde verrotten lasse.
Die laufenden Prozeese sind ja, grob gesagt langsame Verbrennung, Korrekter gesprochen mechanische Zerlegung und Veratmung bei der Tätigkeit der Mikro- und Bodenlebenwesen in der Rotteumwandlung.
Beispiel: Frischkompost 1m³ ergibt ~ 0.4m³ Komposterde (Wobei der Frischkompost schon mal zusammengefallen ist.)

Kurz und Bündig. Ich kann mir nicht vorstellen dass ihr Überschuss an reifem Kompost haben werdet auch wenn der Starthaufen mit 6m³ beginnt.

Anhand meiner Boxen à 1m³ würde ich wie folgt abschätzen.
Frischkompost noch ca. 75-70% Volumen
Kompost noch ca. 60-50% Volumen
Reifer Kompost noch ca. 45-40% Volumen
Komposterde noch ca. 35-25% Volumen

Nicht ausser Acht zulassen ist, daß das ausgebrachte Material,  sich ja weiterhin auf dem Beet mineralisiert und veratmet wird. Also schwindet.

Mein Gemüsegarten war ürsprünglich sehr arm und sandig. Jetzt kippe ich Kompost schon mal mit dem Radlader drauf. Ein Gemüsebeet kann gar nicht zu viel Kompost bekommen.
Übrigens sollte man sich nicht täuschen. Eine Stickstoffdüngung ist für Starkzehrer trotzdem angebracht.
Hinweis von Staudo entspricht der physikalischen und biologischen Tatsache. Stickstoff ist immer unter vertreten im Kompost. Bei Frischkompost ist das weniger ausgeprägt.

 
Für die weitere Zeit brauchen wir platzsparende Komposter - von denen möchte ich nur so viele kaufen, wie tatsächlich benötigt werden (danach brauchen wir sie eher nicht mehr). *

*
Da würde ich klar die Miete bevorzugen in Kombination mit Kompostgitter.
Kompostgitter so was in der Art: A oder B oder C oder D

Kompostrahmen sowas ähnliches: X oder Y oder Z
Z) sind Einwegpalletten

Ein paar Hinweise zur Pflege
- 3.2 Hygiene im Komposthaufen / Abb. 13: Nicht der Kompost ist das Problem, sondern dessen Wartung. | Seite 10 v 17
- Kompost Spezial / Kraut und Rüben

Nachschlage Infolinks
- Kompostiere bringt's / kompostberatung.ch
- Publikationen - Compost Magazin / Kompost Forum Schweiz
- Themenliste und Stichwortsuche / Kompost Forum Schweiz


Berechtigte, gute Frage von:

Aber habt ihr einen vernünftigen Häcksler?

Andernfalls oder sowieso, müsst ihr Holzhäcksel / Holzschnitzel zuführen zum dadrunter mischen als Strukturmaterial (Luftkanäle und Kohlenstoff C  für ein gutes C:N Verhältnis)
Das was unter der weissen Blache links im Bild ist, ist nur Holzhäcksel noch ein drittel der ürsprünglichen Lieferung.

So, Hemerocallis ist zu getextet  :o. Braucht mal ein (http://www.smiley-paradies.de/smileys/nahrung/nahrung_0155.gif)
Ruhig bleiben ob der Infoflut und eines nach dem Andern angehen, dann kommt das gut.  :)

Grüsse Natternkopf

Nachtrag:
Ammenmärchen rings um den Kompost  ;D
Titel: Re: Kompostmengenschätzung - Produktion/Verbrauch erbeten
Beitrag von: Gänselieschen am 15. Februar 2017, 15:50:59
Ich würde die Frage umdrehen - wieviel Platz kann ich bei einem so kleinen Stück Gemüsegarten für Kompost entbehren?? Und genau diesen Platz würde ich als Kompostplatz einrichten. Oder wolltet ihr in den anderen Gärten kompostieren und das Zeug dann hin und her fahren??

Ggf. kommt auch mal die Frage "Hochbeet" und schon brauchst du ständig Unmengen neuer Erde....

Ich mache keinen Holzhäcksel auf den Kompost aber grobe ungeschnittene Staudenreste, das reicht, oder mal ein paar Zweige - ungehäckselt. Es bleibt zwar dadurch viel übrig, aber das wird eben neu aufgesetzt....Und - ich hatte noch nie zu viel Kompost. Insgesamt laufen hier grad 6 Komposter, die ziemlich unfachmännisch gefüllt werden.... zu viel kann ich mir echt nicht denken, so sehr, wie das Zeug an Volumen verliert bei der Rotte.
Titel: Re: Kompostmengenschätzung - Produktion/Verbrauch erbeten
Beitrag von: hymenocallis am 15. Februar 2017, 16:19:05
Hallo Natternkopf,
vorab mal vielen Dank für Deine ausführliche Antwort und die vielen links  ;)

Kurz und Bündig. Ich kann mir nicht vorstellen dass ihr Überschuss an reifem Kompost haben werdet auch wenn der Starthaufen mit 6m³ beginnt.

Anhand meiner Boxen à 1m³ würde ich wie folgt abschätzen.
Frischkompost noch ca. 75-70% Volumen
Kompost noch ca. 60-50% Volumen
Reifer Kompost noch ca. 45-40% Volumen
Komposterde noch ca. 35-25% Volumen

Nicht ausser Acht zulassen ist, daß das ausgebrachte Material,  sich ja weiterhin auf dem Beet mineralisiert und veratmet wird. Also schwindet.
Das hilft uns schon mal sehr - wir werden mal rechnen.

 
*
Da würde ich klar die Miete bevorzugen in Kombination mit Kompostgitter.
Kompostgitter so was in der Art: A oder B oder C oder D

Kompostrahmen sowas ähnliches: X oder Y oder Z
Z) sind Einwegpalletten
Auch diese Beispiele bringen uns ein Stück weiter - Paletten müßten wir hier teuer kaufen, die Gitter scheinen praktischer und leichter zu transportieren.


Andernfalls oder sowieso, müsst ihr Holzhäcksel / Holzschnitzel zuführen zum dadrunter mischen als Strukturmaterial (Luftkanäle und Kohlenstoff C  für ein gutes C:N Verhältnis)

Die vielen Know-How-Links sind eher einschüchternd als hilfreich. Wir haben keine Möglichkeit, den Komposter schattig und windgeschützt aufzustellen. Es fällt hier kaum Holzhäcksel an, niemand hat Zeit/Lust/Nerven 10 Häuser weiter auf den idealen Verlauf der Rotte zu achten etc.

Realistisch ist hier nur: Komposter aufstellen, anfallendes Material zerkleinert einfüllen (und zwar in der Reihenfolge und Menge, in der es gerade anfällt - analog zur Biotonne) und abwarten, bis das Material im Jahr darauf verwendet werden kann. Zwischendurch mal irgendwas dazu reinfüllen (Gesteinsmehl, Kalk, ???), wenn es nicht zeitkritisch ist, kann ich mir auch noch vorstellen.

1m³ Qualitätskompost kostet hier bei Selbstabholung € 29,50. Weil hier strikte Mülltrennung herrscht, darf organisches Material nicht in den Hausmüll - die Biotonne werden wir nicht los, nur die Entleerungsintervalle bzw. die Tonnengröße können wir reduzieren. Die eigene Komposterzeugung sollte also wirtschaftlich bleiben (auch unter Berücksichtigung der dafür nötigen Zeit).
Titel: Re: Kompostmengenschätzung - Produktion/Verbrauch erbeten
Beitrag von: hymenocallis am 15. Februar 2017, 16:27:57
Ich würde die Frage umdrehen - wieviel Platz kann ich bei einem so kleinen Stück Gemüsegarten für Kompost entbehren?? Und genau diesen Platz würde ich als Kompostplatz einrichten. Oder wolltet ihr in den anderen Gärten kompostieren und das Zeug dann hin und her fahren??
Wir überlegen, den Bio-Abfall/Grünschnitt aus dem Hausgarten zwecks Kompostierung vor Ort in den angemieteten Gemüsegarten zu verfrachten.


Ggf. kommt auch mal die Frage "Hochbeet" und schon brauchst du ständig Unmengen neuer Erde....
Kein Thema - zu aufwändig (dafür hat hier niemand Zeit/Kapazität).

Ich mache keinen Holzhäcksel auf den Kompost aber grobe ungeschnittene Staudenreste, das reicht, oder mal ein paar Zweige - ungehäckselt. Es bleibt zwar dadurch viel übrig, aber das wird eben neu aufgesetzt....Und - ich hatte noch nie zu viel Kompost. Insgesamt laufen hier grad 6 Komposter, die ziemlich unfachmännisch gefüllt werden.... zu viel kann ich mir echt nicht denken, so sehr, wie das Zeug an Volumen verliert bei der Rotte.
Daß es auch ohne Holzhäcksel klappt, ist beruhigend - danke für Deine Erfahrungen. Für wieviel Fläche brauchst Du das, was bei 6 Kompostern anfällt?
Wir brauchen im Hausgarten keinerlei Kompost - der läuft ohne ganz wunderbar, daran möchte ich aus Kapazitätsgründen nichts ändern.
Titel: Re: Kompostmengenschätzung - Produktion/Verbrauch erbeten
Beitrag von: fagus11s am 15. Februar 2017, 16:52:15
Hallo,

"Anhand meiner Boxen à 1m³ würde ich wie folgt abschätzen.
Frischkompost noch ca. 75-70% Volumen
Kompost noch ca. 60-50% Volumen
Reifer Kompost noch ca. 45-40% Volumen
Komposterde noch ca. 35-25% Volumen"

Diese Einschätzung kann ich anhand meiner langen Hausgarten- und 4 jährigen Kleingartenerfahrung teilen.
Ich fahre im Jahr 5-8 von diesen grünen Faltsäcken mit Heckenhäcksel und Grasschnitt vom Haus- auf den Kleingarten und lasse es dort zusammen mit den dortigen Resten verrotten. Volumen dort ist nach zwei Jahren ohne Umsetzen ca 1/3. Zuhause mit den Küchenabfällen ist es in der Box mit Umsetzen schon nach 1 Jahr auf 1/4 reduziert.

Gruß, Andreas
Titel: Re: Kompostmengenschätzung - Produktion/Verbrauch erbeten
Beitrag von: Rieke am 15. Februar 2017, 16:52:42
Zitat
Die größte Menge an Schnittmaterial liefern während der Saison die Rosen und da hätte ich aufgrund der Dornen eher Bedenken bezüglich Kompostierung.
Ich kompostiere auch den Rosenschnitt. Grüne Zweige und Dornen verrotten problemlos, mit dicken, alten Zweigen gibt es manchmal Probleme. Man muß halt etwas aufpassen, wenn man im Kompost rumwühlt.

Ich kann für meinen Garten (1100 qm) leider nicht sagen, wieviel Biomasse pro Jahr anfällt und wieviel davon auf dem Kompost landet. Da ich eigentlich immer zuwenig Kompost habe, verwende ich den manchmal schon ziemlich frisch, das noch zu unfertige Material landet beim Umsetzen des Komposters wieder im Komposter, gehäckseltes und Herbstlaub nehme ich größtenteils zum Mulchen. Ich habe 3 Komposter. In dem kleinen, 300 l, überwintert gerade die Kübelerde, abgedeckt mit etwas Laub. Dann gibt es noch einen 700 l Komposter, der z.Zeit ziemlich voll ist, und einen halbvollen 1 m3 Gitterkomposter. Samentragendes Unkraut landet immer in einem Hochbeet für die Kürbisse. Da packe ich auch was von den Küchenabfällen rein, damit es schön nährstoffreich wird.
Titel: Kompost-Anfänger - sind wir auf dem richtigen Weg?
Beitrag von: hymenocallis am 15. Februar 2017, 17:35:55
Ich fahre im Jahr 5-8 von diesen grünen Faltsäcken mit Heckenhäcksel und Grasschnitt vom Haus- auf den Kleingarten und lasse es dort zusammen mit den dortigen Resten verrotten. Volumen dort ist nach zwei Jahren ohne Umsetzen ca 1/3. Zuhause mit den Küchenabfällen ist es in der Box mit Umsetzen schon nach 1 Jahr auf 1/4 reduziert.

Gruß, Andreas

Diese grünen Faltsäcke werden es bei uns wohl auch werden  ;).
Danke auch für Deine Mengenschätzung - schön langsam können wir uns mehr darunter vorstellen.
Titel: Re: Kompostmengenschätzung - Produktion/Verbrauch erbeten
Beitrag von: hymenocallis am 15. Februar 2017, 17:40:03
Ich kompostiere auch den Rosenschnitt. Grüne Zweige und Dornen verrotten problemlos, mit dicken, alten Zweigen gibt es manchmal Probleme. Man muß halt etwas aufpassen, wenn man im Kompost rumwühlt.
Diese Einschätzung von Dir hilft hier sehr konkret - danke! Das mit dem Aufpassen ist für mich nicht möglich, die Verletzungsgefahr wäre zu groß (Fingerspitzen nicht mehr ausreichend sensibel, unbemerkte Verletzungen sind schon jetzt ein Problem). Wie es aussieht, werden wir aber ohnehin mehr als genug Material haben - da bin ich auf den Rosenschnitt nicht angewiesen.

Ich kann für meinen Garten (1100 qm) leider nicht sagen, wieviel Biomasse pro Jahr anfällt und wieviel davon auf dem Kompost landet. Da ich eigentlich immer zuwenig Kompost habe, verwende ich den manchmal schon ziemlich frisch, das noch zu unfertige Material landet beim Umsetzen des Komposters wieder im Komposter, gehäckseltes und Herbstlaub nehme ich größtenteils zum Mulchen. Ich habe 3 Komposter. In dem kleinen, 300 l, überwintert gerade die Kübelerde, abgedeckt mit etwas Laub. Dann gibt es noch einen 700 l Komposter, der z.Zeit ziemlich voll ist, und einen halbvollen 1 m3 Gitterkomposter. Samentragendes Unkraut landet immer in einem Hochbeet für die Kürbisse. Da packe ich auch was von den Küchenabfällen rein, damit es schön nährstoffreich wird.
Bei diesen Dimensionen können wir nicht mithalten - ich bewundere aber die Leistung, die hinter diesen nüchternen Zeilen steht. Samentragendes Unkraut hatten wir hier gottlob noch nie - die Flächen sind klein genug, daß ich es noch vor der Blüte in den Griff bekomme.
Titel: Re: Kompostmengenschätzung - Produktion/Verbrauch erbeten
Beitrag von: Gänselieschen am 15. Februar 2017, 17:43:10
Mein Kompost reicht nie - ich hätte bestimmt auch so 100 m², die sich über Kompost freuen würden dazu noch Staudenbeete
Titel: Re: Kompostmengenschätzung - Produktion/Verbrauch erbeten
Beitrag von: hymenocallis am 15. Februar 2017, 18:00:57
Mein Kompost reicht nie - ich hätte bestimmt auch so 100 m², die sich über Kompost freuen würden dazu noch Staudenbeete
Ich nehme mal an, daß Deine vergleichsweise große Gartenfläche und Die von Dir gewählte Gestaltung die Ursache dafür sind  ;). Staudenbeete, die Kompost benötigen, haben wir hier keine (man könnte vielleicht einen Teil mit Kompost düngen, aber der Arbeitsaufwand lohnt nicht, nochdazu müßte man zuvor die Beetabdeckung entfernen) - und auch keine noch unbepflanzten Bereiche, bei denen man Kompost zur Bodenvorbereitung untermischen könnte. Ich könnte mir nur vorstellen, beim Umflanzen/Teilen der Taglilien etwas davon ins Pflanzloch einzuarbeiten bzw. ins Topfsubstrat zu mischen, aber das sind geringe Mengen.
Titel: Re: Kompostmengenschätzung - Produktion/Verbrauch erbeten
Beitrag von: Natternkopf am 15. Februar 2017, 19:26:44

Das hilft uns schon mal sehr - wir werden mal rechnen. Grob über den Daumen reicht.  ;)

Auch diese Beispiele bringen uns ein Stück weiter - Paletten müßten wir hier teuer kaufen, die Gitter scheinen praktischer und leichter zu transportieren. In dem Fall Gitter. Mit einer Hasendrahtrolle stabil, kommt ihr vermutlich am Weitesten in Bezug auf Kosten/Nutzen.


Die vielen Know-How-Links sind eher einschüchternd als hilfreich. Sorry, aber für eine gute Abklärung im Vorfeld braucht es Info.
Wir haben keine Möglichkeit, den Komposter schattig und windgeschützt aufzustellen. Auch nicht tragisch. Kann auch mit Sägespänen, mit Flies - etwas dicker, Blache, dickem Karton (beschweren mit Steinen oder Äste durchstecken zum fixieren), Teppich, u.ä. abgedeckt werden.
Es fällt hier kaum Holzhäcksel an, niemand hat Zeit/Lust/Nerven 10 Häuser weiter auf den idealen Verlauf der Rotte zu achten etc. Halb so wild, es geht etwas länger.

Realistisch ist hier nur: Komposter aufstellen, anfallendes Material zerkleinert einfüllen (und zwar in der Reihenfolge und Menge, in der es gerade anfällt - analog zur Biotonne) und abwarten, bis das Material im Jahr darauf verwendet werden kann. Zwischendurch mal irgendwas dazu reinfüllen (Gesteinsmehl, Kalk, ???), wenn es nicht zeitkritisch ist, kann ich mir auch noch vorstellen. Nein, kein Kalk. Das ergibt grossen Stickstoffverlust Höchsten in der Schlussphase. ** / Gesteinsmehl ja, jedoch Kalkarm.

1m³ Qualitätskompost kostet hier bei Selbstabholung € 29,50. Weil hier strikte Mülltrennung herrscht, darf organisches Material nicht in den Hausmüll - die Biotonne werden wir nicht los, nur die Entleerungsintervalle bzw. die Tonnengröße können wir reduzieren. Die eigene Komposterzeugung sollte also wirtschaftlich bleiben (auch unter Berücksichtigung der dafür nötigen Zeit).
** Siehe hier unter Punkt 10

Ich mache keinen Holzhäcksel auf den Kompost Das geht eben auch, aber grobe ungeschnittene Staudenreste, das reicht, oder mal ein paar Zweige - ungehäckselt. doch etwas muss rein in der Art.
Es bleibt zwar dadurch viel übrig, aber das wird eben neu aufgesetzt....Und - ich hatte noch nie zu viel Kompost.
Insgesamt laufen hier grad 6 Komposter, die ziemlich unfachmännisch gefüllt werden.... zu viel kann ich mir echt nicht denken, so sehr, wie das Zeug an Volumen verliert bei der Rotte.
Daß es auch ohne Holzhäcksel klappt, ist beruhigend - danke für Deine Erfahrungen. Für wieviel Fläche brauchst Du das, was bei 6 Kompostern anfällt?
Wir brauchen im Hausgarten keinerlei Kompost - der läuft ohne ganz wunderbar, daran möchte ich aus Kapazitätsgründen nichts ändern.

Es geht zwar ohne Holzhäcksel, jedoch nicht ohne Holziges / C.
Es braucht ca. 30-35% Material mit hohem C-Anteil! Sonst versifft das Zeug weil zuviel Stickstoffanteil / N drin ist.
Hobelspäne, Sägemehl, das Zusammengewischte beim Holzspalten, Astmaterial, trockenes Miscanthus Schilf.
Etwas ausgleichend und Feuchtigkeit haltend ist auch das beimischen von Gartenerde.

Du hast fast zuviel Info?
Herunter gebrochen auf 4 Worte.  :)


Zerkleinern, Mischen, Feucht halten, Zudecken.
That's it. Das funzt so wunderbar.

Grüsse Natternkopf
Titel: Re: Kompostmengenschätzung - Produktion/Verbrauch erbeten
Beitrag von: hymenocallis am 15. Februar 2017, 20:51:53
Es geht zwar ohne Holzhäcksel, jedoch nicht ohne Holziges / C.
Es braucht ca. 30-35% Material mit hohem C-Anteil! Sonst versifft das Zeug weil zuviel Stickstoffanteil / N drin ist.
Hobelspäne, Sägemehl, das Zusammengewischte beim Holzspalten, Astmaterial, trockenes Miscanthus Schilf.
Etwas ausgleichend und Feuchtigkeit haltend ist auch das beimischen von Gartenerde.

Danke für den Info-Nachschlag!  ;)
Ich bezweifle, daß wir einen so hohen Anteil an 'Holzigem' aufbringen - der grüne Teil wird ja durch die Ernteabfälle vom Gemüsegarten selbst auch noch höher. Ob es sich rechnet, extra für die Kompostbereitung Hobelspäne etc. zuzukaufen, muß ich mal abklären (Holzheizungen gibt es hier kaum noch - Kaminholz hat stattliche Preise).
Gartenerde ist ebenfalls Mangelware - der Mutterboden besteht hier fast nur aus Schotter, für den Winz-Gemüsegarten am Haus haben wir für teures Geld guten Humus anführen lassen.

Im Zweifelsfall werden wir eben nur so viel Kompost ansetzen, wie sich mit dem holzigen Schnittmaterial hier gut ausgeht. Wir haben ja extra fast ausschließlich Gehölze mit geringem Schnittbedarf hier (wegen der fehlenden Kapazität für die dauernde Schnittarbeit).
Titel: Re: Kompostmengenschätzung - Produktion/Verbrauch erbeten
Beitrag von: dmks am 15. Februar 2017, 21:04:51
Genau genommen ist es eine Milchmädchen-Rechnung ;)
Bei 150m² ist jeder Zentimeter Kompostauftrag 1,5m³ - also bei 6m³ vorhandenem Kompost wäre es eine 4cm starke Schicht. Das ist alles im Rahmen für den Boden, und mit Schubkarre und Schaufel problemlos machbar ;)

pH-Wert im Auge behalten und Stickstoff eventuell nachdüngen, da Kompost oft sehr P/K-lastig ist.
Titel: Re: Kompostmengenschätzung - Produktion/Verbrauch erbeten
Beitrag von: Dietmar am 15. Februar 2017, 21:11:35
Zitat
Anhand meiner Boxen à 1m³ würde ich wie folgt abschätzen.
Frischkompost noch ca. 75-70% Volumen
Kompost noch ca. 60-50% Volumen
Reifer Kompost noch ca. 45-40% Volumen
Komposterde noch ca. 35-25% Volumen

Das ist eine gute grobe Schätzung. Natürlich hängt das auch davon ab, was in welchen Mengenanteilen kompostiert wird. Gras und Blätter fallen mehr zusammen als holzige Anteile, z.B. geshredderte Ruten vom Rebschnitt.
Zu den Kompostern:
- möglichst große (>= 600 l  !!! Kleine Komposter brauchen länger, da niedrigere Rottetemperaturen
- mindestens 2, damit man die Zusammensetzung etwas steuern kann, z.B. in dem der Rasenschnitt verteilt wird

Ich kann mir nicht vorstellen, dass man im Garten zuviel Kompost hat, also alles kompostieren, was kompostierbar ist, also auch zerrissene Eierverpackungen (bedrucktes Papier vorher abziehen), Toilettenpapierrollen und ähnliche unbedruckte Pappen. Das verbessert auch die Konsistenz des Kompostes, denn Rasenschnitt allein fault nur vor sich hin. Wer die Möglichkeit hat, von Cafeteria's und Cafes Kaffeesatz zu bekommen, ist sehr gut dran..

Wer Sandboden hat, wird dieses Problem mit Kompost allein nicht beheben können. Da muss auch die mineralische Grundlage verbessert werden, z.B. durch Untermischen von Bentonit oder Lehm und eventl. feinkörniger Schaumlava (<= 2 mm).
Titel: Re: Kompostmengenschätzung - Produktion/Verbrauch erbeten
Beitrag von: Rieke am 15. Februar 2017, 21:13:11
Mal ein ganz praktischer Vorschlag:

Das meiste Material für die Kompostierung fällt doch im Hausgarten an. Das Einfachste wäre aus meiner Sicht, dort zu häckseln und auch einen Komposter aufzustellen. Ich würde einen handelsüblichen grünen Plastikkomposter nehmen, nicht zu klein. Da kommen die Grün- und Küchenabfälle rein. Als holzige Bestandteile hast Du außer Rosenschnitt ja auch noch Miscanthus und Clematis. Außerdem kann man auch den Weihnachtsbaum schreddern oder vielleicht von Nachbarn den Heckenschnitt abstauben.

Dann mußt Du nicht dauernd große Mengen Grünschnitt transportieren, sondern nur 1-2 mal pro Jahr eine Ladung Kompost.
Titel: Re: Kompostmengenschätzung - Produktion/Verbrauch erbeten
Beitrag von: manhartsberg am 15. Februar 2017, 21:41:05
Anhand meiner Boxen à 1m³ würde ich wie folgt abschätzen.
Frischkompost noch ca. 75-70% Volumen
Kompost noch ca. 60-50% Volumen
Reifer Kompost noch ca. 45-40% Volumen
Komposterde noch ca. 35-25% Volumen

also nach dem sieben komme ich auf max. 20%  :-\
Titel: Re: Kompostmengenschätzung - Produktion/Verbrauch erbeten
Beitrag von: thuja thujon am 15. Februar 2017, 22:29:25
Ich mach mich jetzt mal unbeliebt.
Wir brauchen im Hausgarten keinerlei Kompost - der läuft ohne ganz wunderbar, daran möchte ich aus Kapazitätsgründen nichts ändern.
Das macht mich stutzig.
Nicht, das ichs nicht galuben würde, aber was ist an Gemüsepflanzen anders als an Zierpflanzen?

Die Gärtner kaufen Dünger, die Pflanzen erschließen sich zusätzlich die Bodenvorräte, aus der Luft weht einiges an, alles zuviel an Grün was an den Pflanzen hängt wird kompostiert, der Stickstoff geht zum Teil verloren, die anderen Nährstoffe reichern sich im Boden an und führen zu Problemen wie Versalzung und einseitige Überernährung mit einseitigem Mangel.
Der Gärtner reagiert darauf, in dem er noch mehr Kompost ausbringt, weils nicht richtig wächst.

Hat man früher so auch mit Blaukorn gemacht, bis man gemerkt hat, dass immer mehr Input nicht die Lösung ist. 

Wenn ich auf 150m² 450kg Gemüse ernte, also der Fläche die Nährstoffe von 450kg Gemüse entziehe, sollte diese Menge fiktiv kompostiert und auf Komposterde geschrumpft wieder zurück auf die Beete. Dann wärs ausgeglichen. Zum besseren Wuchs (gerade für Gemüse) Stickstoff aus der Tüte düngen, um den Verlust bei der Kompostierung usw auszugleichen.
Die 5-fache Menge der entzogenen Nährstoffe düngen ist zuviel.
Die 2-3Liter aus den Empfehlungen wurden geschrieben, weil rund 90% der Gemüsebeete hoffnungslos überdüngt sind. Die 2-3 Liter sind nur der Entzug bei Starkzehrern. Schwachzeherer brauchen  deutlich weniger, Bohnen zB nur 1 Liter/m². Hält man sich daran, sind die Beete in 20 Jahren immernoch überdüngt.
Düngt man den Garten mit eher nährstoffarmem Grünschnittkompost statt nährstoffreichem Küchenabfallkompost und hält sich an die max. 3 Liter, dann ist der Garten nach 20 Jahren immernoch zuviel gedüngt.

Frag mal Dietmar nach seiner letzten Bodenanalyse und wann er das letzte mal und wieviel Kompost ausgebracht hat.

Die Regel der Kompostwirtschaftsgärtner in D ist wohl:
man düngt einen (wahrscheinlich) mit P und K überversorgten Gemüsegarten mit viel Kali und Phosphor, eher wenig Stickstoff, dafür viel C im Humus gebunden. Der legt dann auch den letzten freiwerdenden N im Boden fest (auch im Boden gibts ein C/N-Verhältnis). Dem Gemüse fehlts somit am Motor. Der Boden völlig überdüngt, einseitig aber nichts da, N fehlt. Deswegen nur spärliches Wachstum. Der Gärtner sieht kein Wachstum, hat sich gemerkt, Dünger brauchts, düngt mit Kompost, also P und K, Organik rein, für die Struktur und Bodengesundheit, giesst, lockert, mulcht. Es fehlt immernoch an Stickstoff. Man hat nichts gewonnen.
Manche schwören auf zusätzlich Hornspäne, düngen damit aber nicht die Pflanzen, sondern verschieben nur das C/N-Verhältnis im Boden. Damit wird natürlich etwas mehr N frei, den Pflanzen gehts etwas besser.
Mit gezielter N-Düngung (mineralisch) kann man allerdings mit einem viertel der Menge an N das doppelte rausholen. Einfach weils damit möglich wird, zu dem Zeitpunkt N im Boden zu haben, wann er gebraucht wird.


Ich habe vor 4 Jahren das letzte mal Kompost auf meine Gemüsebeete gebracht, habe immernoch etwa den 4-5 fachen Humusgehalt wie die Gemüseäcker im Umkreis. Eigentlich viel zu viel.
Ich habe noch nichts wirklich vermisst. Lockern tut Kompost die sehr humosen Böden auch nicht mehr richtig, Regenwurmfutter, die stehen eher auf fridches Material.
Vielleicht gebe ich dieses Jahr wieder etwas Kompost, etwa 1-2 liter/m². Ich weiß auch gerade nicht, wohin mit der ganzen Komposterde. Ich lagere sie schon in Fässern.
Wenn ich etwas gebe, dann nur, um mal wieder ein paar gute Pilzsporen aus dem Kompost in den Boden zu bringen, das in den Beeten (Gemüse)Schadpilze wieder Konkurrenz bekommen.



Also wenn du mich nach einer ehrlichen Antwort frei jeglicher Ideologie fragst:
wenn das langjährige Gemüsebeete waren, sollte da noch genug an den Langzeitnährstoffen drin sein. Wenn du magst, mach eine Bodenanalyse für 20€, dann bist du auf der sicheren Seite.
Du hast die Fläche nur 5 Jahre? Was spricht dann gegen Mulchwirschaft? Man kann die Nährstoffe auch auf der Fläche verrotten lassen, wo sie entzogen worden sind. Hilft auch den Würmern und ist am wenigsten Arbeit. Das was ihr an Nährstoffen vom Beet über den Tisch in der Kanalisation entsorgt, wird aus den meisten Böden durch natürliche Verwitterung frei bzw es ist die einzige vernünftige Möglichkeit, Überschüsse an Nährstoffen abzubauen.

Machs nicht komplizierter als es ist, mach einfach Gemüse. Ein 5kg Säckchen schwefelsaurer Ammoniak oder Harnstoff, mehr würde ich nicht für 5 Jahre Gemüsebeet investieren.


PS: was die Hochbeete betrifft: wie konnten nur die Generationen vor uns Gemüse züchten, so ganz ohne Hochbeete und nur auf bestem Gemüseboden?
Ein Hochbeet empfinde ich als Bankrotterklärung, dann lieber Teichfolie-Kiesgarten.

Das was man meiner Meinung nach verstehen muss für Gemüse: Boden richtig bearbeiten und die Nährstoffe dann dorthin, wo sie gebraucht werden.
Was es nicht braucht, sind endlos viele unnötig teure Einkäufe in Gartencentern für eigentlich völlig unnütze Produkte.
Statt Kompostern aufstellen kann man auch einfach Mieten aufsetzen usw.

Ich wollts nur mal gesagt haben, sonst kann ich heut nicht ruhig schlafen...
Titel: Re: Kompostmengenschätzung - Produktion/Verbrauch erbeten
Beitrag von: Piccolina am 15. Februar 2017, 22:43:16
Hallo,

also, ein Hochbeet kann schon gut sein für Leute, die "Rücken" haben.

Ich selbst würde es mit dem Kompostieren auch nicht so komplizieren. Einfach machen (s. die 4 magischen Worte von Natternkopf).

Und gäbe es nicht einen glücklichen Abnehmer, falls es wider Erwarten doch zuviel Kompost wird?

Dann schlaf gut.

LG Piccolina
Titel: Re: Kompostmengenschätzung - Produktion/Verbrauch erbeten
Beitrag von: dmks am 15. Februar 2017, 22:51:39
Mach soviel Kompost wie da ist und hau das Zeug in den Garten!
Titel: Re: Kompostmengenschätzung - Produktion/Verbrauch erbeten
Beitrag von: Henki am 15. Februar 2017, 23:00:34
Ihr macht euch das viel zu einfach.  :-X


Ich frage mich derweil, wie groß der Garten ist, in dem die 6 Kubikmeter Kompost anfallen. Was hier auf 5000 m² im Jahr anfällt hat am Jahresende ein Volumen von etwa 10 Kubikmetern. 
Titel: Re: Kompostmengenschätzung - Produktion/Verbrauch erbeten
Beitrag von: Piccolina am 15. Februar 2017, 23:09:15
Hausgeist, watt meenste, wieviel Masse auf kleiner Fläche wächst, wenn Kompost, Blaukorn, Stickstoff und Dolomitkalk im richtigen Mischungsverhältnis bei Vollmond per Hand verteilt und eingeharkt werden....
Titel: Re: Kompostmengenschätzung - Produktion/Verbrauch erbeten
Beitrag von: Henki am 15. Februar 2017, 23:12:36
Ach so.  ;D

Ich wollte ja nur sichergehen, dass nicht ganz am Anfang eine völlig falsche Berechnungsformel steht, weil nur wöchtentlich das Volumen des frisch geschnittenen, ungepressten Grünabfalls zugrunde gelegt wird, das über ein Jahr durch beginnende Rotte und Pressung letztlich ein deutlich geringeres Volumen hat. Das wäre schließlich fatal für die Gesamtkalkulation.  :-\
Titel: Re: Kompostmengenschätzung - Produktion/Verbrauch erbeten
Beitrag von: Piccolina am 15. Februar 2017, 23:19:47
 ;D ;D
Titel: Re: Kompostmengenschätzung - Produktion/Verbrauch erbeten
Beitrag von: dmks am 15. Februar 2017, 23:20:10
 :D Hej Leute...
Hakuna Matata! ;)
Titel: Re: Kompostmengenschätzung - Produktion/Verbrauch erbeten
Beitrag von: hymenocallis am 16. Februar 2017, 07:01:16
Genau genommen ist es eine Milchmädchen-Rechnung ;)
Bei 150m² ist jeder Zentimeter Kompostauftrag 1,5m³ - also bei 6m³ vorhandenem Kompost wäre es eine 4cm starke Schicht. Das ist alles im Rahmen für den Boden, und mit Schubkarre und Schaufel problemlos machbar ;)

pH-Wert im Auge behalten und Stickstoff eventuell nachdüngen, da Kompost oft sehr P/K-lastig ist.

Wenn der Anteil an holzigem Ausgangsmaterial 30-35% sein muß, können wir nicht den gesamten Grünschnitt kompostieren. Dann dürfte ohnehin weniger rauskommen.
Titel: Re: Kompostmengenschätzung - Produktion/Verbrauch erbeten
Beitrag von: hymenocallis am 16. Februar 2017, 07:04:41
Mal ein ganz praktischer Vorschlag:

Das meiste Material für die Kompostierung fällt doch im Hausgarten an. Das Einfachste wäre aus meiner Sicht, dort zu häckseln und auch einen Komposter aufzustellen. Ich würde einen handelsüblichen grünen Plastikkomposter nehmen, nicht zu klein. Da kommen die Grün- und Küchenabfälle rein. Als holzige Bestandteile hast Du außer Rosenschnitt ja auch noch Miscanthus und Clematis. Außerdem kann man auch den Weihnachtsbaum schreddern oder vielleicht von Nachbarn den Heckenschnitt abstauben.

Dann mußt Du nicht dauernd große Mengen Grünschnitt transportieren, sondern nur 1-2 mal pro Jahr eine Ladung Kompost.

Im Hausgarten (klein) gibt es keinen Platz für die Kompostierung - auch keinen Arbeitsplatz, an dem man einen Häcksler aufstellen könnte. Heckenschnitt fällt in der Nachbarschaft kaum an (Smaragdthujen, alle noch zu klein für den Schnitt, Neubausiedlung) - da müßte ich mal herumfragen.

Grünschnitt im Kunststoff-Faltsack ist relativ leicht - könnte ich selbst ohne das Auto zu verschmutzen. Kompost ginge nur mit Hänger, den wir nicht besitzen und mein Mann müßte fahren - wäre für mich eine Notlösung.
Titel: Re: Kompostmengenschätzung - Produktion/Verbrauch erbeten
Beitrag von: hymenocallis am 16. Februar 2017, 07:20:04
Nicht, das ichs nicht galuben würde, aber was ist an Gemüsepflanzen anders als an Zierpflanzen?

Es gibt Zierpflanzen, die unter einer Kompostabdeckung mickern (z. B. Bartiris) und solche, die mineralische Düngung brauchen (viele Zwiebelpflanzen), sowie einige, die mageren schottrigen Boden zum Gedeihen benötigen. Von denen gibt es hier große Mengen.

Zusätzlich sind viele Beete mineralisch gemulcht und zwischen den Stauden sind tausende Zwiebelpflanzen versenkt, denen ein Einarbeiten von Kompost gar nicht gefällt.

Wenn ich auf 150m² 450kg Gemüse ernte, also der Fläche die Nährstoffe von 450kg Gemüse entziehe, sollte diese Menge fiktiv kompostiert und auf Komposterde geschrumpft wieder zurück auf die Beete. Dann wärs ausgeglichen. Zum besseren Wuchs (gerade für Gemüse) Stickstoff aus der Tüte düngen, um den Verlust bei der Kompostierung usw auszugleichen.
Die 5-fache Menge der entzogenen Nährstoffe düngen ist zuviel.
Die 2-3Liter aus den Empfehlungen wurden geschrieben, weil rund 90% der Gemüsebeete hoffnungslos überdüngt sind. Die 2-3 Liter sind nur der Entzug bei Starkzehrern. Schwachzeherer brauchen  deutlich weniger, Bohnen zB nur 1 Liter/m². Hält man sich daran, sind die Beete in 20 Jahren immernoch überdüngt.
Düngt man den Garten mit eher nährstoffarmem Grünschnittkompost statt nährstoffreichem Küchenabfallkompost und hält sich an die max. 3 Liter, dann ist der Garten nach 20 Jahren immernoch zuviel gedüngt.

Frag mal Dietmar nach seiner letzten Bodenanalyse und wann er das letzte mal und wieviel Kompost ausgebracht hat.
Ich nehme mal an, das gilt für guten Gartenboden mit hohem Lehmanteil. Hier besteht der Mutterboden aus 70-80% Schotter und Sand - Nährstoffe werden bei den hier im Sommer üblichen Starkregen-Ereignissen ruck zuck ins Grundwasser ausgewaschen. Ohne konstante Düngung (egal ob aus der Tüte oder vom Misthaufen) wächst hier auf Dauer nichts.  :-\

Also wenn du mich nach einer ehrlichen Antwort frei jeglicher Ideologie fragst:
wenn das langjährige Gemüsebeete waren, sollte da noch genug an den Langzeitnährstoffen drin sein. Wenn du magst, mach eine Bodenanalyse für 20€, dann bist du auf der sicheren Seite.
Du hast die Fläche nur 5 Jahre? Was spricht dann gegen Mulchwirschaft? Man kann die Nährstoffe auch auf der Fläche verrotten lassen, wo sie entzogen worden sind. Hilft auch den Würmern und ist am wenigsten Arbeit. Das was ihr an Nährstoffen vom Beet über den Tisch in der Kanalisation entsorgt, wird aus den meisten Böden durch natürliche Verwitterung frei bzw es ist die einzige vernünftige Möglichkeit, Überschüsse an Nährstoffen abzubauen.

Gegen Mulchwirtschaft spricht die exorbitante Schneckenplage, die man sich bei den klimatischen Bedingungen hier damit einfängt. Die hier üblicherweise recht hohen Sommertemperaturen und der sandige Boden sorgen bei nicht gemulchten Flächen dafür, daß kaum Schnecken überleben - nur unterm Mulch bleibt es feucht, dort überleben und gedeihen sie ganz hervorragend. Die ersten Jahre wurde hier noch gemulcht, seit wir es nicht mehr machen, hat sich der Verbrauch von Schneckenkorn auf 15% des Ausgangswertes reduziert.


PS: was die Hochbeete betrifft: wie konnten nur die Generationen vor uns Gemüse züchten, so ganz ohne Hochbeete und nur auf bestem Gemüseboden?
Ein Hochbeet empfinde ich als Bankrotterklärung, dann lieber Teichfolie-Kiesgarten.

Hier werden Hochbeete für Senioren, die sich nicht mehr bücken können, gebaut - wir haben nur welche im Ziergarten - dauerbefüllt mit durchlässigem Substrat für besonders staunässe-empfindliche Stauden.

Ich hoffe, Du konntest ruhig schlafen! Ich befürchte, daß die Bedingungen in Deinem Gemüsegarten nicht mit denen hier vergleichbar sind und nur ein Teil Deiner Tipps für uns brauchbar ist - wir werden jedenfalls einiges ausprobieren - vielen Dank für Deine Mühe!
Titel: Re: Kompostmengenschätzung - Produktion/Verbrauch erbeten
Beitrag von: hymenocallis am 16. Februar 2017, 07:24:38
Hallo,

also, ein Hochbeet kann schon gut sein für Leute, die "Rücken" haben.

Ich selbst würde es mit dem Kompostieren auch nicht so komplizieren. Einfach machen (s. die 4 magischen Worte von Natternkopf).

Und gäbe es nicht einen glücklichen Abnehmer, falls es wider Erwarten doch zuviel Kompost wird?

Dann schlaf gut.

LG Piccolina

Ich habe es nicht 'im Rücken' - ich habe MS und dadurch nur ca. 50% der Kraft und Ausdauer eines gesunden Menschen. Ich bin zwar nicht wirklich 'behindert', kann also noch recht gut gehen (wenn der Untergrund stabil ist), jede zusätzliche Arbeitsstunde, die ich leisten will, muß ich aber aus Kapazitätsgründen gut überlegen. Unkraut ausstechen kostet weniger Kraft als Erde schleppen  ;).

Und nein - es gibt keine Abnehmer für ein zuviel an Kompost. Nebenan sind zwei Grundstücke 'sehr gepflegt' - Hecke, Wiese, Koniferen. Dahinter ist eine Pferdeweide, davor ein kaum benutztes Wochenendhaus. Neben dem Hausgarten sieht es ähnlich aus - der Besitzer des Pferdestalles nebenan hat für seinen Gemüsegarten einen riesigen Komposthaufen angelegt, in den anderen umliegenden Gärten gibt es kein Gemüse.
Titel: Re: Kompostmengenschätzung - Produktion/Verbrauch erbeten
Beitrag von: hymenocallis am 16. Februar 2017, 07:27:04
Ihr macht euch das viel zu einfach.  :-X


Ich frage mich derweil, wie groß der Garten ist, in dem die 6 Kubikmeter Kompost anfallen. Was hier auf 5000 m² im Jahr anfällt hat am Jahresende ein Volumen von etwa 10 Kubikmetern.

Geschrieben habe ich allerdings, daß 6 m³ kleingeschnittener, komprimierter Bio-Abfall/Grünschnitt anfällt. Wieviel Kompost daraus wird (Volumen) war die eigentliche Fragestellung.
Titel: Re: Kompostmengenschätzung - Produktion/Verbrauch erbeten
Beitrag von: hymenocallis am 16. Februar 2017, 07:29:18
Mach soviel Kompost wie da ist und hau das Zeug in den Garten!

Wäre ich fit und leistungsfähig, würde ich vielleicht auch so denken - blöderweise muß ich mir genau überlegen, wieviel Arbeit mit der vorhandenen Kapazität noch gut zu bewerkstelligen ist.  :-\
Titel: Re: Kompostmengenschätzung - Produktion/Verbrauch erbeten
Beitrag von: thuja thujon am 16. Februar 2017, 08:29:42
Mit mulchen im Gemüsebeet meine ich nicht den Boden abdecken, sondern den Mulch flach einarbeiten.

Das mit den frühen Zwiebelpflanzen, denen Kompost nicht reicht, weil die Nährstoffe nicht da sind wenn sie gebraucht werden, sondern erst dann kommen, wenns Wachstum abgeschlossen ist, also unnütz ausgewaschen werden, das ist bei vielem Gemüse nicht anders. Deswegen sträube ich mich so gegen eine noch krassere Überdüngung mit keinerlei Erfolg.

Es gibt Gärtner, die brauchen über 10 Kilo Blaukorn auf 50m² speckigem Boden im Jahr. Sowas sollte mMn. auffallen.
 
Titel: Re: Kompostmengenschätzung - Produktion/Verbrauch erbeten
Beitrag von: Eva am 16. Februar 2017, 08:47:21
Das mit den 30% Holzanteil würde ich nicht zu ernst nehmen. Klar, wenn das Grüngut sehr weich ist (Rasenschnitt) wird es sonst matschig. Bei mir fällt von Garten und Balkon aber eher festeres Zeug an (trockene Blütenstengel, hohe Gräser, Staudenschnitt, Kräuter...) alles dornige lass ich weg, Heckenschnitt fahr ich meistens weg, weil ich keinen Platz hab.
Titel: Re: Kompostmengenschätzung - Produktion/Verbrauch erbeten
Beitrag von: Henki am 16. Februar 2017, 09:38:57
Wie lautete dieser Satz doch gleich? "Geh' mir weg mit deiner Lösung, sie wär' der Tod für mein Problem."
Titel: Re: Kompostmengenschätzung - Produktion/Verbrauch erbeten
Beitrag von: Piccolina am 16. Februar 2017, 09:39:50
Hallo,

also, ein Hochbeet kann schon gut sein für Leute, die "Rücken" haben.
....
LG Piccolina

Ich habe es nicht 'im Rücken' - ich habe MS und dadurch nur ca. 50% der Kraft und Ausdauer eines gesunden Menschen. Ich bin zwar nicht wirklich 'behindert', kann also noch recht gut gehen (wenn der Untergrund stabil ist), jede zusätzliche Arbeitsstunde, die ich leisten will, muß ich aber aus Kapazitätsgründen gut überlegen. Unkraut ausstechen kostet weniger Kraft als Erde schleppen  ;).


Hallo hemerocallis,

das mit den Hochbeeten war eine allgemeine Antwort auf die Aussage von thuja thujon, dass Hochbeete eine Bankrotterklärung seien. Das finde ich nämlich nicht. Damit hatte ich nicht direkt Dich gemeint.

Für mich selbst wäre so ein Hochbeet z. B. auch ein Gestaltungselement.

LG Piccolina
Titel: Re: Kompostmengenschätzung - Produktion/Verbrauch erbeten
Beitrag von: hymenocallis am 16. Februar 2017, 10:16:51
Das mit den 30% Holzanteil würde ich nicht zu ernst nehmen. Klar, wenn das Grüngut sehr weich ist (Rasenschnitt) wird es sonst matschig. Bei mir fällt von Garten und Balkon aber eher festeres Zeug an (trockene Blütenstengel, hohe Gräser, Staudenschnitt, Kräuter...) alles dornige lass ich weg, Heckenschnitt fahr ich meistens weg, weil ich keinen Platz hab.
Das klingt gut - wir haben keinen Rasenschnitt (Roboterschaf), Staudenschnitt überwiegt. Da müssen wir uns wohl 'experimentell herantasten'  ;)
Titel: Re: Kompostmengenschätzung - Produktion/Verbrauch erbeten
Beitrag von: hymenocallis am 16. Februar 2017, 10:20:11
Hallo hemerocallis,

das mit den Hochbeeten war eine allgemeine Antwort auf die Aussage von thuja thujon, dass Hochbeete eine Bankrotterklärung seien. Das finde ich nämlich nicht. Damit hatte ich nicht direkt Dich gemeint.

Für mich selbst wäre so ein Hochbeet z. B. auch ein Gestaltungselement.

LG Piccolina

Ich sehe das recht ähnlich - wir haben gemauerte Hochbeete aus 'antiken Mauersteinen' in Terracotta-Optik. Die Kanten haben Sitzhöhe - auf den sonnengewärmten Steinen sitzt es sich gut  ;)
Titel: Re: Kompostmengenschätzung - Produktion/Verbrauch erbeten
Beitrag von: hymenocallis am 16. Februar 2017, 10:28:06
Mit mulchen im Gemüsebeet meine ich nicht den Boden abdecken, sondern den Mulch flach einarbeiten.
Wie stelle ich mir das konkret vor? Staudenschnitt häckseln und dan auf dem Boden verteilen, Boden hacken und dabei einarbeiten? Hier fällt der Schnitt kontinuierlich an - ich könnte das immer nur stückweise machen; wie oft pro Saison ist denn dieser Vorgang sinnvoll? Muß man davor das Unkraut ausstechen?

Hier wird im Winzgemüsegarten beim Haus derzeit nur gejätet (= Unkraut ausgestochen, nicht gehackt), wenn etwas aufkeimt. Die Gemüsreihen haben Tropferschläuche, dazwischen ist die Erde hart und trocken, es keimt sehr wenig - daher ist der Pflegeaufwand gering. Im angemieteten neuen Gemüsegarten werden wir zu Beginn mit einem Gardena Viereck-Regner arbeiten, der sollte die ganze Fläche auf einmal schaffen - ob es sich auszahlt, individueller zu bewässern, werden wir hoffentlich nach einem Jahr wissen. Jedenfalls sind die Bedingungen bezüglich Feuchtigkeit im Beet nicht mit denen im Hausgarten vergleichbar.
Titel: Re: Kompostmengenschätzung - Produktion/Verbrauch erbeten
Beitrag von: Natternkopf am 16. Februar 2017, 12:01:32
Salü hemerocalis

Einwenig ensteht bei mir der Eindruck, du willst ganz sicher sein, dass es so ist und man/frau es so macht.
Ist etwas noch nicht ganz klar, traust du (ihr) dich kaum.
Anyway ob dem so sei oder nicht, ist im Moment egal.

Was relevant ist:

... habe MS und dadurch nur ca. 50% der Kraft und Ausdauer eines gesunden Menschen. Ich bin zwar nicht wirklich 'behindert', kann also noch recht gut gehen (wenn der Untergrund stabil ist)
Deshalb erst recht: wenn Bretter hingelegt werden für die Wegee diese fixieren mit den erwähnten Stahlstiften > wie hier erwähnt.)
jede zusätzliche Arbeitsstunde, die ich leisten will, muß ich aber aus Kapazitätsgründen gut überlegen. Das kann ich mir gut vorstellen.

Also Arbeitsmenge und Arbeitsgewichte Klein halten.



Wenn der Anteil an holzigem Ausgangsmaterial 30-35% sein muß, können wir nicht den gesamten Grünschnitt kompostieren.
Nein, dann ist die Handhabung anders. Zu gleich ist die Möglichkeit das es sifft Grösser. > Machbar.


Grünschnitt im Kunststoff-Faltsack ist relativ leicht - könnte ich selbst ohne das Auto zu verschmutzen.
Genau so machen.

Bei Antwort #34 alles klar, du weisst und haste eine Vorstellung, Was, Wie, Wo.


Geschrieben habe ich allerdings, daß 6 m³ kleingeschnittener, komprimierter Bio-Abfall/Grünschnitt anfällt. Wieviel Kompost daraus wird (Volumen) war die eigentliche Fragestellung.
Fahr dir mal den Sorgenberg herrunter. Anhaltspunkte hast du.
Bin jetzt frech: Ich denke du wirst kaum abschätzen können ob nun eine Haufen 500Liter oder 800Liter Volumen hat.
Ist kein Vorwurf, ist nur ganz schwierig wenn man/frau keine Übung hat. Doch ich denke das kriegt ihr hin mit dem Kompost, sei es Miete oder Gitter.


- blöderweise muß ich mir genau überlegen, wieviel Arbeit mit der vorhandenen Kapazität noch gut zu bewerkstelligen ist.  :-\
Ja das ist so.


- wir haben keinen Rasenschnitt (Roboterschaf), Staudenschnitt überwiegt. Okay gut, dann sifft das auch kaum.
Da müssen wir uns wohl 'experimentell herantasten'  ;) JA, genau so geht das.


Wie stelle ich mir das konkret vor? Staudenschnitt häckseln und dann auf dem Boden verteilen, Boden hacken und dabei einarbeiten? Hier fällt der Schnitt kontinuierlich an - ich könnte das immer nur stückweise machen; wie oft pro Saison ist denn dieser Vorgang sinnvoll? Muß man davor das Unkraut ausstechen?
Jetzt leg doch mal das Weitergrübbeln auf die Seite sein und lass es auf dich/euch zu kommen.

Ihr werdet nicht zuviel Kompost haben.
Was mir klar ist. Ihr werdet nicht Heissrotte ansetzen und diese Kontrollieren und 3-4x umsetzten.
Zeit und die noch vorhandene Kraft kann sinnvoller eingesetzt werden.
Du wirst das händeln können.

So, nun nimm mir das nun nicht Übel.
Setzt dich mal hin, leg das Beiseite über: Kompost und Häckseln und vorher noch jäten und wie ist den Dies und noch Das und überhaupt ... , nachzugrübbeln.
Das du nachdenkst mit der pers. Ausgangs erscheint mit Normal und Verständlich.

Doch Zwischendruch das ganze Beiseite legen: Tee trinken, Buch lesen, Physioübungen machen - sich danach dafür selber belohnen etc. (http://www.smiley-paradies.de/smileys/nahrung/nahrung_0111.gif)
Bringt Einiges und lässt die Gartenwelt oft in einem freundlicherem Licht erscheinen. (http://www.smiley-paradies.de/smileys/draussen/draussen_0040.gif)

In diesem Sinne
No en schöne Tag.

Natternkopf
Titel: Re: Kompostmengenschätzung - Produktion/Verbrauch erbeten
Beitrag von: Rieke am 16. Februar 2017, 12:19:22
Du solltest mal etwas hier stöbern. Besonders Conni hat einen tollen Gemüsegarten. Soweit man auf den Bildern sehen kann, mulcht sie, indem sie das Material oben auf die Erde packt. Das Einarbeiten übernehmen die Regenwürmer.

Der Zweck vom Mulchen bzw. Kompost-Verwendung ist, den Anteil an "Soil organic matter", d.h. Humus und Co. möglichst hoch zu halten. Es gibt bergeweise wissenschaftliche Studien zum Boden und zur Pflanzenernährung, in denen die Bedeutung für die Bodenfruchtbarkeit und den Ertrag nachgewiesen wurde.

Und Kompostieren ist wirklich nicht so kompliziert. Ich packe, was gerade so anfällt, in den Komposter. Hin und wieder häcksle ich Zweige und evt. Staudenstengel. Es ist ganz praktisch, wenn man neben dem Komposter etwas Platz für die Zwischenlagerung von Häckselgut hat. Bei Trockenheit mal gießen, bei viel Regen abdecken. Das es funktioniert, sieht man daran, daß der "Pegelstand" im Komposter abfällt. Im Sommer können das leicht mal 10 cm/Woche sein. Über Prozentzahlen habe ich mir da bisher keinen Kopf gemacht, was mir die Kompostwürmer nie übel genommen haben, denn am Schluß hatte ich immer dunklen, erdigen, wunderbaren Kompost.

Der Häcksler hat übrigens keinen festen Arbeitsplatz, der wohnt im Gartenschuppen und ich stelle ihn bei Bedarf dahin, wo der zu schreddernde Haufen ist. Aber mit Deinen Platzproblemen wirst Du wohl keinen solchen Haufen anlegen können. Der Vorteil vom Schreddern ist, daß es schneller geht, als alles per Hand klein zu schnippeln, und bei einem guten Häcksler wird alles auch schön klein gehackt, so daß es gut verottet.
Titel: Re: Kompostmengenschätzung - Produktion/Verbrauch erbeten
Beitrag von: hymenocallis am 16. Februar 2017, 12:22:26
Salü hemerocalis

Einwenig ensteht bei mir der Eindruck, du willst ganz sicher sein, dass es so ist und man/frau es so macht.
Ist etwas noch nicht ganz klar, traust du (ihr) dich kaum.
Anyway ob dem so sei oder nicht, ist im Moment egal.
Da hast Du recht. Erweist sich das Ganze als zu aufwändig, schicke ich GG einmal pro Jahr zum Kompostwerk.

Was relevant ist:
Also Arbeitsmenge und Arbeitsgewichte Klein halten.
Hab ich vor  ;) - die Plankenbefestigung hab ich schon mit GG besprochen.

Bin jetzt frech: Ich denke du wirst kaum abschätzen können ob nun eine Haufen 500Liter oder 800Liter Volumen hat.
Ist kein Vorwurf, ist nur ganz schwierig wenn man/frau keine Übung hat. Doch ich denke das kriegt ihr hin mit dem Kompost, sei es Miete oder Gitter.[/color]
[/quote]
Ich kann recht genau sagen, wieviel wir an Biomaterial haben (pro Jahr 44x BioTonne à 120 Liter + die gefüllten Faltsäcke, die wir jeden Herbst wegbringen). Und ich weiß, wieviele Liter in einen Eimer bzw. eine Schubkarre passen. Sind zwar nur Anhaltspunkte, aber besser als nichts.


Wie stelle ich mir das konkret vor? Staudenschnitt häckseln und dann auf dem Boden verteilen, Boden hacken und dabei einarbeiten? Hier fällt der Schnitt kontinuierlich an - ich könnte das immer nur stückweise machen; wie oft pro Saison ist denn dieser Vorgang sinnvoll? Muß man davor das Unkraut ausstechen?
Jetzt leg doch mal das Weitergrübbeln auf die Seite sein und lass es auf dich/euch zu kommen.
[/quote]
Mein Mann ist zwar motiviert, aber beruflich viel unterwegs; auf Hilfe aus dem Familien- oder Freundeskreis kann ich ebenfalls nicht zählen. Ich ziehe es deshalb vor, mich nicht in eine Situation zu manövrieren, die ich organisatorisch nicht im Griff habe. Notfalls muß mein Mann einspringen, wenn ich ausfalle - womit leider immer wieder mal zu rechnen ist. 

So nun nimmt mir das nun nicht Übel.
Setzt dich mal hin leg das beiseite über: Kompost und Häckseln und vorher noch jäten und wie ist den Dies und noch Das und überhaupt nachzugrübbeln.
Das du nachdenkst mit der pers. Ausgangs erscheint mit Normal und Verständlich.

Doch Zwischendruch das ganze Beiseite legen: Tee trinken, Buch lesen, Physioübungen machen - sich danach darfür selber belohnen etc. (http://www.smiley-paradies.de/smileys/nahrung/nahrung_0111.gif)
Bringt Einiges und lässt die Gartenwelt oft in einem freundlicherem Licht erscheinen. (http://www.smiley-paradies.de/smileys/draussen/draussen_0040.gif)

In diesem Sinne
No en schöne Tag.

Natternkopf

Ich nehm Dir das nicht übel, aber ich hab fast drei richtig schlimme Jahre hinter mir, in denen ich gezwungenermaßen viele viele Tage und Stunden Physio-Übungen machen mußte und außer Buch lesen kaum etwas tun konnte. Für jemand mit meinem Tatendrang sehr mühsam. Jetzt heißt es: dosiert belasten, damit nicht noch mehr Muskulatur verloren geht, aber ja nicht überlasten, damit ich nicht wieder komplett ausfalle - also täglicher Eiertanz. Da weiß man lieber im vorhinein, worauf man sich in etwa einläßt.  ;)

Trotzdem freue ich mich schon sehr auf die neuen Möglichkeiten - hab schon fleißig bestellt - Rhabarber, für den bisher der Platz gefehlt hat, Blaubeeren (bekommen einen versenkten Kübel mit Rhodoerde) und viele italienische Sämereien. Kommende Woche wird mit der Jungpflanzenaufzucht begonnen.  :D

Jedenfalls hab ich viele nützliche Anregungen bekommen und bis es warm genug ist werden wir überlegen, welche Tipps wir gleich ausprobieren - Danke nochmals an alle  :D.
Titel: Re: Kompostmengenschätzung - Produktion/Verbrauch erbeten
Beitrag von: hymenocallis am 16. Februar 2017, 12:27:16
Der Häcksler hat übrigens keinen festen Arbeitsplatz, der wohnt im Gartenschuppen und ich stelle ihn bei Bedarf dahin, wo der zu schreddernde Haufen ist. Aber mit Deinen Platzproblemen wirst Du wohl keinen solchen Haufen anlegen können. Der Vorteil vom Schreddern ist, daß es schneller geht, als alles per Hand klein zu schnippeln, und bei einem guten Häcksler wird alles auch schön klein gehackt, so daß es gut verottet.
Ich sehe die Vorteile - aber ich kann immer nur kleine Mengen abschneiden und dafür jedes Mal einen Häcksler herauszuholen und flott zu machen, erscheint mir wesentlich aufwändiger und anstrengender, als sich gemütlich hinzusetzen und das Zeug in Ruhe über einem Eimer kleinzuschneiden und dann in einen Faltsack oder wie jetzt in die Biotonne zu kippen.
Ich kann nur halb so lange arbeiten, halb so viel tragen/heben und halb so lange Strecken gehen - dafür brauch ich doppelt so lange Pausen (wie gut, daß wir eine Espressomaschine und viele Gartensitzplätze haben  ;D). 
Titel: Re: Kompostmengenschätzung - Produktion/Verbrauch erbeten
Beitrag von: Dietmar am 16. Februar 2017, 23:20:20
Zitat
und dafür jedes Mal einen Häcksler herauszuholen und flott zu machen, erscheint mir wesentlich aufwändiger und anstrengender, als sich gemütlich hinzusetzen und das Zeug in Ruhe über einem Eimer kleinzuschneiden

Genauso ist es. Man braucht auch nicht zu fein zu schneiden. 3 ... 4 cm Länge reicht aus.

Im Übrigen braucht man sich nicht unnötig übers kompostieren den Kopf zerbrechen. Es gibt nur ganz wenige Regeln, die man beachten sollte, z.B.:

- bei größeren Mengen Rasenschnitt diesen nicht auf einmal in den Komposter, sondern mal etwas anderes dazwischen. Deshalb hatte ich auch mehrere Komposter empfohlen. Bei großen Mengen Laub gilt das Gleiche. Nach ein bis 2 Jahren sollte der Kompost gesiebt werden. Der noch nicht ganz verrottete Anteil, der nicht durchs Sieb fällt, nicht einfach gedankenlos wieder in den Komposter zurück, sondern das Ganze zwischenlagern. Fällt dann eine größere Menge Rasenschnitt oder Laub an, dann diesen nicht ganz verrotteten Kompost schichtweise dazwischen geben.
- keine Unkräuter mit Samen auf den Kompost
- gekochte Küchenabfälle können in geschlossene Komposter, nicht aber auf offene Haufen, sonst zieht das Füchse, Waschbären, Wildschweine, Raben, Ratten usw. an. Es ist vorteilhaft, ein Metallsieb unter den Komposter zu legen, damit sich die Tieren nicht von unten in den Komposter graben.
- Bei großer Hitze und Trockenheit den Inhalt der Komposter etwas Gießen, aber nicht einschwämmen. Die für die Zersetzung hauptverantwortlichen Bakterien brauchen zum Leben einen Wasserfilm, aber auch Luft.
- Das Umsetzen des Kompostes ist gut, aber nicht unbedingt erforderlich. Dann dauert es halt etwas länger.
- sich nicht selbst verrückt machen, dass man etwas falsch machen kann.
Titel: Re: Kompostmengenschätzung - Produktion/Verbrauch erbeten
Beitrag von: Brezel am 19. Februar 2017, 00:56:59
So ähnlich wie Dietmar mache ich das auch.
Je kleiner die Ausgangsstoffe sind, desto schneller setzt die Rotte ein. Ab und zu eine Schaufel Erde drauf, schön feucht halten, und so vielfältig wie möglich mischen. Man könnte auch noch Kompoststarter oder Kompostbeschleuniger dazu geben.

Wenn auf dem Grundstück bisher keine Kompostanlage war, dann kann es allerdings eine Zeit lang dauern, bis sich die benötigten Kleinlebewesen und Mikroorganismen in genügender Menge einfinden. Und wenn das das Grundstück ist, von dem Du in einem anderen Faden schreibst, dass Du es ggf. nur für 3 - 5 Jahre bewirtschaften möchtest, dann weiß ich nicht, ob ich in diesem Fall überhaupt damit anfangen würde. Aus der Ferne kann man die Verhältnisse leider schlecht beurteilen.

Bisschen experimentieren kann natürlich nicht schaden und macht sicher auch Spaß. Mit ambitionierten Mengenberechnungen würde ich mich aber nicht aufhalten. Mit dem Kompost ist es ein bisschen wie mit Hefeteig - mal wird's was, mal nicht. Mal mehr, mal weniger. Mal schneller, mal langsamer.  ;)
Titel: Re: Kompostmengenschätzung - Produktion/Verbrauch erbeten
Beitrag von: Dietmar am 19. Februar 2017, 14:32:00
Zitat
Mit dem Kompost ist es ein bisschen wie mit Hefeteig - mal wird's was, mal nicht. Mal mehr, mal weniger. Mal schneller, mal langsamer.

--> eben gelassen bleiben und sich nicht selbst stressen.
Titel: Komposter befüllt - wann tut sich etwas?
Beitrag von: hymenocallis am 11. März 2017, 22:21:40
Inzwischen wurde ein großer Thermokomposter (1200 Liter) gekauft, der nun laufend mit trockenem Staudenschnitt (kleingeschnitten) und abwechselnd Rasensoden mit sehr wenig Erdanteil befüllt wird. Aktuell ist es trocken, ungewöhnlich windig und sonnig - im Komposter tut sich eigentlich gar nichts, außer daß das Material weiter abtrocknet. Volumensverlust ist auch keiner zu bemerken - wenn es so weiter geht, wird das eine staubige Angelegenheit, aber eher keine Komposterde.

Was ist also zu tun? Macht es Sinn, zwischendurch ein wenig zu Gießen? Reicht Abwarten und wenn, wie lange? Das Zeug sollte ja wohl irgendwie verrotten und dabei wärmer werden - wie lange dauert es üblicherweise, bis man da etwas bemerkt?  ??? ??? ???

1000 Dank im voraus für weitere Tipps.
Titel: Re: Kompostmengenschätzung - Produktion/Verbrauch erbeten
Beitrag von: Natternkopf am 11. März 2017, 22:33:39
Salü hemerocallis

Die Vier Grundregeln beim Kompostieren.
A) Zerkleinern
B) Mischen
C) Feucht halten
D) Zudecken

Fehlt bei dir somit C)

Ja, giessen.

Grüsse Natternkopf
Titel: Re: Kompostmengenschätzung - Produktion/Verbrauch erbeten
Beitrag von: Rieke am 11. März 2017, 22:47:59
Abgesehen vom fehlenden Wasser, um die Jahreszeit ist es noch kühl, da rottet es bei mir im Garten auch sehr langsam - und ich habe den Kompost da, wo ihn die Vorgänger auch hatten. Die nötigen Krabbelviecher, Würmer und Mikroben sind schon reichlich da. Bei Dir müssen die den Komposter noch entdecken und sich vermehren. Das wird schon noch.

Wenn ich trockenes Material auf den Kompost packe, gieße ich zwischendurch immer mal (falls nicht gerade dicke graue Wolken angerollt kommen).
Titel: Re: Kompostmengenschätzung - Produktion/Verbrauch erbeten
Beitrag von: Waldgärtner am 11. März 2017, 23:01:04
Ja, das Gießen sollte man nicht unterschätzen.
Ich konnte das bei mir ganz gut beobachten:
Das Zeug auf dem offenen Lattenkompost (mit Pappe abgedeckt) ist nach einem Jahr fast komplett verrottet.
Der Thermokomposter, der direkt daneben steht, hängt da deutlich hinterher.
Hab da zwar auch immer mal Wasser reingeschüttet, aber natürlich nicht vergleichbar mit der Menge, die auf den anderen draufregnet.
Zusammensetzung ist bei beiden ungefähr gleich. Aber der Thermo hat halt einen Deckel, der andere nicht.
Titel: Re: Kompostmengenschätzung - Produktion/Verbrauch erbeten
Beitrag von: Natternkopf am 11. März 2017, 23:03:31

Wenn ich trockenes Material auf den Kompost packe, gieße ich zwischendurch immer mal (falls nicht gerade dicke graue Wolken angerollt kommen).

Zitat von: Hans Balmer
Der Kompost braucht einen zuverlässigen Licht- und Regenschutz. Für die Feuchtigkeitsregulierung sind Sie zuständig, nicht das Wetter.

8 Punkte zum Komposterfolg

🐝 🌷 🐛

Wer ist Hans Balmer?
https://infam.antville.org/stories/2142506/

Keiner erklärte die Geheimnisse des erfolgreichen Kompostierens so kenntnisreich und witzig, wie Hans Balmer. Er, der über 30 Jahre lang als Kompostberater der Stadtgärtnerei sein Wissen in den Dienst der Oeffentlichkeit, insbesondere auch der Familiengärten, stellte. / Hier zu den Fragen und seinen Antworten rund um das Kompostieren.
Titel: Re: Kompostmengenschätzung - Produktion/Verbrauch erbeten
Beitrag von: hymenocallis am 11. März 2017, 23:30:21
Abgesehen vom fehlenden Wasser, um die Jahreszeit ist es noch kühl, da rottet es bei mir im Garten auch sehr langsam - und ich habe den Kompost da, wo ihn die Vorgänger auch hatten. Die nötigen Krabbelviecher, Würmer und Mikroben sind schon reichlich da. Bei Dir müssen die den Komposter noch entdecken und sich vermehren. Das wird schon noch.

Wenn ich trockenes Material auf den Kompost packe, gieße ich zwischendurch immer mal (falls nicht gerade dicke graue Wolken angerollt kommen).

Das mit der Temperatur gibt mir auch zu denken - andererseits friert es jetzt hier noch ab und an nachts. Macht da das Gießen schon Sinn?
Krabbelviecher kommen mit den Rasensoden genug rein (unter der Wiese lebt der Boden dort gut sichtbar).
Titel: Re: Kompostmengenschätzung - Produktion/Verbrauch erbeten
Beitrag von: Rieke am 12. März 2017, 08:03:33
Zitat
Macht da das Gießen schon Sinn?
Ja, auf alle Fälle. Mikroorganismen brauchen Feuchtigkeit, sonst geht da nix.
Es passiert auch bei Kälte was im Kompost, nur sehr langsam.
Titel: Re: Kompostmengenschätzung - Produktion/Verbrauch erbeten
Beitrag von: hymenocallis am 12. März 2017, 08:32:34
Dann werden wir heute zur Gießkanne greifen  ;) - vielen Dank für die Rückmeldungen.
Titel: Re: Kompostmengenschätzung - Produktion/Verbrauch erbeten
Beitrag von: Dietmar am 12. März 2017, 18:25:09
Neben Würmern und Insekten sind Bakterien für die Rotte verantwortlich. Bakterien sind Wasserlebewesen und können im Trockenen nur kurz überleben. Sie brauchen fürs Überleben einen Feuchtigkeitsfilm. Gleichzeitig sind diese Bakterien aerob, d.h. sie benötigen Luft zum Atmen. Wenn man den Kompost einschwämmt, ersticken die erwünschten Bakterien und der Kompost fängt an zu faulen und stinken (anaerobe Bakterien und Pilze). Es kommt also auf das richtige Maß bei Gießen des Kompostes an.

Wenn man auch feuchte Sachen auf den Kompost gibt, muss man nur bei trockener Hitze etwas bewässern.
Titel: Re: Kompostmengenschätzung - Produktion/Verbrauch erbeten
Beitrag von: hymenocallis am 12. März 2017, 18:49:07
Neben Würmern und Insekten sind Bakterien für die Rotte verantwortlich. Bakterien sind Wasserlebewesen und können im Trockenen nur kurz überleben. Sie brauchen fürs Überleben einen Feuchtigkeitsfilm. Gleichzeitig sind diese Bakterien aerob, d.h. sie benötigen Luft zum Atmen. Wenn man den Kompost einschwämmt, ersticken die erwünschten Bakterien und der Kompost fängt an zu faulen und stinken (anaerobe Bakterien und Pilze). Es kommt also auf das richtige Maß bei Gießen des Kompostes an.

Wenn man auch feuchte Sachen auf den Kompost gibt, muss man nur bei trockener Hitze etwas bewässern.

Und was ist das richtige Maß? Wir haben jetzt 15 Liter pro 400 l Komposterfüllung verteilt - war das angemessen?  ???

(feuchte Sachen gibt es aktuell nicht - es war ein sehr trockener und kalter Winter und der letzte nennenswerte Niederschlag ist Wochen her, selbst die Grassoden sind aktuell zu trocken für den Austrieb)
Titel: Re: Kompostmengenschätzung - Produktion/Verbrauch erbeten
Beitrag von: Rieke am 12. März 2017, 19:45:29
Zu viel Wasser sickert normalerweise einfach unten raus. Nach Deiner Beschreibung ist Dein Haufen eine ziemlich trockene Angelegenheit, 15 l ist wahrscheinlich völlig ok. Ist was von dem Wasser in die unteren Bereiche gelangt? Der Haufen sollte durchgegehend feucht sein.

Pauschale Angaben, X Liter Wasser pro m3 Kompost sind ziemlich sinnlos, der Wasserbedarf hängt vom Material, den Temperaturen, der Konstruktion des Komposters usw. ab. Ich gieße immer nach Gefühl, und ich hatte noch nie nennenswerte Probleme mit Fäulnis, manchmal mit trockenen Randbereichen.

Mach Dich nicht verrückt: wenn es zu trocken ist, kompostiert es halt nicht gut, aber es passiert nichts Schlimmes. Wenn man den Eindruck hat, daß der Haufen zu naß ist, wartet man halt ein paar Tage, bevor man wieder gießt.

Beobachte, was passiert. Wenn der Haufen morgen immer noch trocken wirkt, halt wieder gießen.
Titel: Re: Kompostmengenschätzung - Produktion/Verbrauch erbeten
Beitrag von: Natternkopf am 12. März 2017, 20:34:23
Guten Abend


Und was ist das richtige Maß? Berechtigte, gute Frage.
Wir haben jetzt 15 Liter pro 400 l Komposterfüllung verteilt - war das angemessen?  ??? Kann so nicht beantwortet werden.

Grundsatz:
Kein Leben ohne Wasser! Zu viel Wasser verstopft die Luftporen und der Kompost beginnt zu
faulen.  Trocknet  der  Kompost  jedoch  aus,  stoppt  die  Verrottung.
Theoretisches Prinzip
Praxis:
Richtig  feucht  ist  der  Kompost, wenn jedes Teilchen von einem dünnen Wasserfilm umgeben ist.
Der Kompost ist dann so feucht wie ein ausgedrückter Schwamm.


Quellennachweis:
Kompostieren mit Methode / Darauf kommt es an

Der Hinweis #62 von Rieke ist, über den Daumen, Praxistauglich.
> Mach Dich nicht verrückt: wenn es zu trocken ist, kompostiert es halt nicht gut, aber es passiert nichts Schlimmes.
> Wenn man den Eindruck hat, daß der Haufen zu naß ist, wartet man halt ein paar Tage, bevor man wieder gießt.

> Beobachte, was passiert. Wenn der Haufen morgen immer noch trocken wirkt, halt wieder gießen.

Zu Nass ist ungünstiger als zu Trocken | Somit Herantasten mit Giessen.  :)


Grüsse Natternkopf
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Titel: Re: Kompostmengenschätzung - Produktion/Verbrauch erbeten
Beitrag von: hymenocallis am 12. März 2017, 20:40:04
Zu viel Wasser sickert normalerweise einfach unten raus. Nach Deiner Beschreibung ist Dein Haufen eine ziemlich trockene Angelegenheit, 15 l ist wahrscheinlich völlig ok. Ist was von dem Wasser in die unteren Bereiche gelangt? Der Haufen sollte durchgegehend feucht sein.

Pauschale Angaben, X Liter Wasser pro m3 Kompost sind ziemlich sinnlos, der Wasserbedarf hängt vom Material, den Temperaturen, der Konstruktion des Komposters usw. ab. Ich gieße immer nach Gefühl, und ich hatte noch nie nennenswerte Probleme mit Fäulnis, manchmal mit trockenen Randbereichen.

Mach Dich nicht verrückt: wenn es zu trocken ist, kompostiert es halt nicht gut, aber es passiert nichts Schlimmes. Wenn man den Eindruck hat, daß der Haufen zu naß ist, wartet man halt ein paar Tage, bevor man wieder gießt.

Beobachte, was passiert. Wenn der Haufen morgen immer noch trocken wirkt, halt wieder gießen.

Der Komposter hat unten Öffnungen für die Entnahme des fertigen Komposts - da kann ich mal reinfassen und prüfen, wie feucht es ist. Danke!
Titel: Re: Kompostmengenschätzung - Produktion/Verbrauch erbeten
Beitrag von: hymenocallis am 12. März 2017, 20:43:03
Richtig  feucht  ist  der  Kompost, wenn jedes Teilchen von einem dünnen Wasserfilm umgeben ist.
Der Kompost ist dann so feucht wie ein ausgedrückter Schwamm.[/size]
Das hilft schon mal weiter - Danke!

> Mach Dich nicht verrückt: wenn es zu trocken ist, kompostiert es halt nicht gut, aber es passiert nichts Schlimmes.
> Wenn man den Eindruck hat, daß der Haufen zu naß ist, wartet man halt ein paar Tage, bevor man wieder gießt.

> Beobachte, was passiert. Wenn der Haufen morgen immer noch trocken wirkt, halt wieder gießen.

Zu Nass ist ungünstiger als zu Trocken | Somit Herantasten mit Giessen.  :)


Grüsse Natternkopf
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Ich werde es versuchen - blöd nur, daß hier niemand einen Komposthaufen oder Komposter hat, bei dem man sich das mal live anschauen könnte. Die Nachbarn haben alle eine Biomüll-Tonne, keiner einen Gemüsegarten (bis auf den Pferdestallbesitzer nebenan und der düngt mit Roßäpfeln). 
Titel: Re: Kompostmengenschätzung - Produktion/Verbrauch erbeten
Beitrag von: hymenocallis am 18. März 2017, 19:32:36
Inzwischen sind wir fleißig dabei, die Grassoden abzustechen, umzudrehen und nach ein bis zwei Tagen Trocknungszeit auszuschütteln und zu kompostieren.

Vorerst ist die Hälfte der Fläche am Programm - es werden 7 große Beete mit 1,5 m Breite und 6 m Länge, der 1.200 Liter Komposter ist nach dem Abräumen von 1,5 Beeten bereits randvoll, der Rest der Soden wird nun zu einem Haufen gestapelt. Trotz Gießen tut sich im Komposter aktuell noch gar nichts - wir gießen halt weiter, weil es warm und nach wie vor völlig trocken ist (der gegossene Kompost fühlt sich am nächsten oder übernächsten Tag leicht feucht an - ob das reicht?).

Die hier vor kurzem gezeigten Engerlinge haben wir zu hunderten unter dem Rasen gefunden - und vorläufig mal ignoriert (mitkompostiert oder wieder ins Beet geschüttelt). Allerdings haben wir stellenweise auch recht viele sehr trockene und harte schnurartige Graswurzeln gefunden, die ganze Soden durchziehen - das Gras selbst kann ich nicht identifizieren, es ist komplett vertrocknet, aber der Wuchsform nach halte ich es für ein Wurzelunkraut (Quecke hat breitere Halme, wächst auch nicht so fein-pinselartig). Das bekommen wir nicht aus den Grassoden raus - verrottet so etwas beim Kompostieren? Moos zwischen dem Rasen gibt es auch viel - bei dem hoffen wir auch auf Verrottung - klappt das?

Danke im voraus für weitere Infos und Tipps  ;)

Titel: Re: Kompost-Anfänger - sind wir auf dem richtigen Weg?
Beitrag von: Brezel am 20. März 2017, 23:17:56
Wenn der Kompost immer leicht feucht ist, ist das eigentlich ideal.

Wurzelunkräuter habe ich jede Menge, aber in meiner gesiebten Komposterde tauchen sie glücklicherweise nicht auf.

Moos kompostiere ich auch, aber ich selbst habe davon nicht so viel. Als ich vor 2 Jahren ganze Schubkarrenladungen vom vertikutierenden Nachbarn bekommen habe, habe ich gemerkt, dass ich das sehr gut mischen musste, das verrottet viel langsamer als Grasschnitt zum Beispiel. Aber grundsätzlich verrottet es natürlich, wie alle anderen organischen Stoffe auch.

Wenn Du sehr ungeduldig bist, dann mach doch noch ca. 4 bis 8 Wochen so weiter wie bisher (also bei Bedarf schön gießen), und dann setze den Kompost mal vorsichtig um. Dabei siehst Du genau, was sich getan hat oder nicht. Zur Beschleunigung könntest Du dann Kompoststarter zwischen die einzelnen Lagen streuen, und vielleicht auch nochmal ein paar Schäufelchen lockere Erde.

Den Rest musst Du dann den kleinen Helferlein überlassen.  :)
Titel: Re: Kompost-Anfänger - sind wir auf dem richtigen Weg?
Beitrag von: hymenocallis am 05. April 2017, 09:20:34
Update:
Die letzten Wochen hat sich im Komposter so gut wie nichts getan - trotz immer wieder mal gießen. Öffnet man den Deckel, wächst einem das Unkraut munter entgegen. Keine Wärmeentwicklung, keinerlei Anzeichen, daß da irgendwelche Prozesse ablaufen - auch kein nennenswertes Zusammensinken. Wir ignorieren das Thema (bis auf das Gießen) mal für ein paar Monate - der zugekaufte Kompost ist vergleichsweise günstig und qualitativ gut. Sollte sich bis zum nächsten Frühjahr nichts Brauchbares entwickelt haben, wird eben nochmal zugekauft.

Die Menge an Rasensoden übersteigt den Bedarf an 'was immer da draus wird' ohnehin bei weitem. Wir sehen es bereits kommen, daß wir das, was im zweiten Gartenteil anfallen wird, zum Grünschnittabladeplatz liefern werden. So viele Hochbeete wollen wir dann doch nicht bauen und zur Lagerung des Materials fehlt uns der Platz.  :-\
Titel: Re: Kompost-Anfänger - sind wir auf dem richtigen Weg?
Beitrag von: Rieke am 05. April 2017, 10:03:25
Wärmeentwicklung beim Kompost: die kann man beobachten, wenn die Bakterien und Pilze richtig aktiv werden können. Dazu brauchen sie leicht verrottbares Material, ideal ist Grasschnitt. Dann wird der Haufen auch richtig heiß, dem Vernehmen nach kann sowas sogar in Brand geraten. Bei deiner Materialmischung würde ich nicht mit deutlicher Wärmeentwicklung rechnen.

Staudenschnitt plus Grassoden ist keine Mischung für eine schnelle Rotte. Das wird auch Kompost, aber nicht innerhalb von ein paar Monaten. Es wäre nicht schlecht, wenn du noch Küchenabfälle (Obst- und Gemüsereste) oder Herbstlaub, gerne schon etwas angerottet, hineinpacken würdest. Dann finden die ganzen Kompostierer noch ein paar leichter verdauliche Sachen, und können sich darin vermehren.

Zitat
blöd nur, daß hier niemand einen Komposthaufen oder Komposter hat, bei dem man sich das mal live anschauen könnte.

Vor allem könnstest du da etwas halbfertigen Kompost, am besten mit vielen Kompostwürmern, schnorren. Ein völliger Neustart, wie du ihn machen mußt, dauert leider etwas länger.
Zitat
Krabbelviecher kommen mit den Rasensoden genug rein (unter der Wiese lebt der Boden dort gut sichtbar)
Das sind wahrscheinlich überwiegend Wiesenkrabbelviecher, keine für den Lebensraum Kompost.

Zitat
Öffnet man den Deckel, wächst einem das Unkraut munter entgegen.
Hast du Grassoden als oberste Schicht? Es ist besser, die mit was anderem abzudecken, Laub z.B.

Grassoden kann man übrigens auch umgedreht in den Gemüsebeeten wieder einbauen. Wenn genug Erde darüber ist, verrottet das dann an Ort und Stelle. Für den Kartoffelanbau ist so ein Beet gut geeignet.
Titel: Re: Kompost-Anfänger - sind wir auf dem richtigen Weg?
Beitrag von: hymenocallis am 05. April 2017, 10:43:04
Wärmeentwicklung beim Kompost: die kann man beobachten, wenn die Bakterien und Pilze richtig aktiv werden können. Dazu brauchen sie leicht verrottbares Material, ideal ist Grasschnitt. Dann wird der Haufen auch richtig heiß, dem Vernehmen nach kann sowas sogar in Brand geraten. Bei deiner Materialmischung würde ich nicht mit deutlicher Wärmeentwicklung rechnen.

Staudenschnitt plus Grassoden ist keine Mischung für eine schnelle Rotte. Das wird auch Kompost, aber nicht innerhalb von ein paar Monaten. Es wäre nicht schlecht, wenn du noch Küchenabfälle (Obst- und Gemüsereste) oder Herbstlaub, gerne schon etwas angerottet, hineinpacken würdest. Dann finden die ganzen Kompostierer noch ein paar leichter verdauliche Sachen, und können sich darin vermehren.
Die Komposter fassen 1.200 l und sind momentan randvoll - Herbstlaub ist keines vorhanden, Obst- und Gemüsereste fallen aktuell kaum an - das ändert sich erst, wenn dort Gemüse produziert wird, dann kommen sie auf jeden Fall dazu. Bis dahin werden wir uns wohl in Geduld üben müssen.


Zitat
Öffnet man den Deckel, wächst einem das Unkraut munter entgegen.
Hast du Grassoden als oberste Schicht? Es ist besser, die mit was anderem abzudecken, Laub z.B.
Ich hab noch etwas Staudenschnitt, den gebe ich bei nächster Gelegenheit drauf.

Grassoden kann man übrigens auch umgedreht in den Gemüsebeeten wieder einbauen. Wenn genug Erde darüber ist, verrottet das dann an Ort und Stelle. Für den Kartoffelanbau ist so ein Beet gut geeignet.
Machen wir gerade bei einem anliegenden alten Blumenbeet - macht das Kraut leider nicht fett. Es ist einfach zuviel Rasen und Kartoffeln wollen wir mangels Konservierungs- und Lagermöglichkeit nur in kleinstem Rahmen anbauen. Vielleicht hat mein Mann ja den Nerv, das alles unterzugraben, wenn wir den 2. Teil der Fläche in Betrieb nehmen (irgendwann im Laufe der Saison - vielleicht für den Herbstanbau?) - aktuell sind wir mit dem ersten kurz vor der Bepflanzung bzw. Aussaat und die Motivation für weitere 'Erdarbeiten' ist ziemlich aufgebraucht.  Danke jedenfalls für die Tipps - wir sind wohl zu ungeduldig und übermotiviert.  ;)
Titel: Re: Kompost-Anfänger - sind wir auf dem richtigen Weg?
Beitrag von: Rieke am 05. April 2017, 10:53:11
Zukünftige Beetflächen, die ihr aktuell noch nicht bewirtschaftet, würde ich mit Mulchpapier oder Mulchfolie abdecken. Dann erledigt sich das Problem bis zum nächsten Frühjahr von alleine.

Zitat
Obst- und Gemüsereste fallen aktuell kaum an
Wenigsten etwas Kaffeesatz? So als Wurmfutter?
Titel: Re: Kompost-Anfänger - sind wir auf dem richtigen Weg?
Beitrag von: hymenocallis am 05. April 2017, 12:53:20
Zukünftige Beetflächen, die ihr aktuell noch nicht bewirtschaftet, würde ich mit Mulchpapier oder Mulchfolie abdecken. Dann erledigt sich das Problem bis zum nächsten Frühjahr von alleine.
Das klingt gut - mal sehen, ob sich GG dafür erwärmen kann (er möchte dort ja eher heuer noch etwas anpflanzen).

Zitat
Obst- und Gemüsereste fallen aktuell kaum an
Wenigsten etwas Kaffeesatz? So als Wurmfutter?
In Summe wohl 3 x soviel wie jetzt saisonbedingt Obst- und Gemüsereste - den wollte ich ohnehin schon für die neuen Blaubeeren (die noch nicht eingetroffen sind), sammeln. Das wird gemacht!
Titel: Re: Kompost-Anfänger - sind wir auf dem richtigen Weg?
Beitrag von: Rieke am 05. April 2017, 21:45:36
Die Würmer werden es hoffentlich zu schätzen wissen  :).
Titel: Re: Kompost-Anfänger - sind wir auf dem richtigen Weg?
Beitrag von: Dietmar am 05. April 2017, 21:51:31
Zitat
Die Würmer werden es hoffentlich zu schätzen wissen  :).

Wenn es ganz leise ist, kann man hören, wie die Kompostwürmer im Koffeinrausch Liebe und damit neue kleine Würmchen machen.  ;D
Titel: Re: Kompost-Anfänger - sind wir auf dem richtigen Weg?
Beitrag von: Natternkopf am 05. April 2017, 22:16:13

Wenn es ganz leise ist, kann man hören, wie die Kompostwürmer im Koffeinrausch Liebe und damit neue kleine Würmchen machen.  ;D

Isso !!!

 8)
Titel: Re: Kompost-Anfänger - sind wir auf dem richtigen Weg?
Beitrag von: Nemesia Elfensp. am 05. April 2017, 22:20:24

Wenn es ganz leise ist, kann man hören, wie die Kompostwürmer im Koffeinrausch Liebe und damit neue kleine Würmchen machen.  ;D

Isso !!!

 8)
Jup  :)
Titel: Re: Kompost-Anfänger - sind wir auf dem richtigen Weg?
Beitrag von: Junebug am 26. März 2018, 13:02:36
Ich hatte bislang im alten Garten nur einen "Alleskompost", der ganz prima funktioniert hat. Dann habe ich angefangen, Laub in perforierten Müllsäcken zu kompostieren und diese beim Umzug auch mitgenommen (fanden die Umzugsmänner natürlich zum Piepen  ;D).

Wenn ich jetzt einen neuen Kompostplatz anlege, überlege ich, was ich zusammenwerfen soll. Ich habe mir vorerst Estrichmatten aus dem Baumarkt mitgenommen, die als Behälter dienen.

Ich habe Laub, das würde ich wieder separat kompostieren und die Erde zum Topfen verwenden. Dann habe ich Küchenabfälle (bei uns nur Obst-, Gemüsereste und Kaffee und Tee) und aktuell viele abgefallene Fichtennadeln. Soll ich letztere beide vermischen, oder dauert das zu lange, bis die Fichtennadeln verrottet sind? Dann noch relativ viele abgeworfene Zweige und dann wird im Laufe des Jahres ja das normale Jät- und Schnittgut dazukommen (Giersch etc. ausgenommen). Häcksler ist vorhanden.

Also, einmal Laub und einmal Rest? Oder kann man irgendwas davon anders sinnvoller nutzen, die Fichtennadeln z.B. zum Mulchen?
Titel: Re: Kompost-Anfänger - sind wir auf dem richtigen Weg?
Beitrag von: Wühlmaus am 26. März 2018, 13:46:21
Junebug,
was in welchen Mengen bei dir anfällt, weiß ich nicht, aber ich würde erst mal darauf achten, dass du den neuen Kompost ohne Samenschleudern anlegst. Die kann man ja beim Jäten wunderbar anreichern, aber auch beim Staudenschnitt.
Die Nadeln sind in einem "normalen" Kompost ein guter Zuschlag und ich würde sie nicht unbedingt separat lagern. Aber das kannst du ja einfach abhängig davon machen, ob und welche "Spezialkulturen" du ziehen willst.

Hier habe ich den Luxus von Platz und so gibt es drei unterschiedliche Bereiche:
1x Küchenabfälle und absolut unkrautfreies Grünzeug.
1x Geschreddertes, auch samenfrei und bestens zum Mulchen geeignet.
1x Samentragendes Unkraut, samentragender Staudenschnitt, Wurzelunkräuter. Diesen Kompost verwende ich z.B. für Tomaten, die ich ausschließlich in Kübeln ziehe.
Titel: Re: Kompost-Anfänger - sind wir auf dem richtigen Weg?
Beitrag von: lerchenzorn am 26. März 2018, 14:06:49
Das mit dem samenfreien Kompost haben wir mangels Konsequenz noch nicht hinbekommen, scheint mir aber sehr sinnvoll.

Warum sollte man Giersch nicht kompostieren? Auf unserem regelmäßig gut befüllten Haufen habe ich noch nie einen Austrieb aus kompostierten Giersch-Rhizomen bemerkt. Auch nicht, dass sie unter einer ausreichend starken Kompostlast länger überlegen und wieder im Garten verteilt würden.
Titel: Re: Kompost-Anfänger - sind wir auf dem richtigen Weg?
Beitrag von: Wühlmaus am 26. März 2018, 14:18:09
Mit Gierschwurzeln hatte ich noch nie Probleme. Die Samenstände landen jedoch ausnahmsweise direkt in der Tonne :-X
Titel: Re: Kompost-Anfänger - sind wir auf dem richtigen Weg?
Beitrag von: Junebug am 26. März 2018, 14:38:21
Ah, okay, ich dachte, die Wurzeln wären auch so hartnäckig - ich hatte bislang noch nie welchen im Garten. Aber die Aufteilung klingt doch schon mal sehr gut, danke. Was in welchen Mengen anfällt, weiß ich leider auch noch nicht und mal schauen, was für Bäh-Kompost-Kandidaten hier sonst so schlummern.
Titel: Re: Kompost-Anfänger - sind wir auf dem richtigen Weg?
Beitrag von: Natternkopf am 26. März 2018, 21:18:21
Salü Juneburg
Die benötigten Tipps hast du schon bekommen.

Zu diesem hier:
... , was für Bäh-Kompost-Kandidaten hier sonst so schlummern.

... gibt es die Heissrotte Führung
Kompost Forum Schweiz / Stichworte in Suchfeld eingeben: Kalt- und Warm-Kompostierung
Allgemeines Hier / -> Praxis -> Hegen und Pflegen

Kurz gesagt:
Mit vielen Systemen kann man gute
Komposte produzieren, aber mit allen
Systemen kann man schlechte
Komposte erzeugen !

Grundsätzlich
Viel Vergnügen und Erfolg beim gelingenden Kompostieren. 🌿

Grüsse Natternkopf
Titel: Re: Kompost-Anfänger - sind wir auf dem richtigen Weg?
Beitrag von: susanneM am 26. März 2018, 23:25:29
Grüß euch alle Miteinernand  :)

Also mir ist da vor Jahren ein Buch in die Hand gefallen. Behandelt unter anderem auch das Thema Kompost.
Hab ich vor vielen Jahren -wie dort beschrieben, gemacht, war hervorragend!
Bitte sagt mir, ob ich den Titel hier schreiben darf. Wahrscheinlich kennnen ihn sowieso schon viele von Euch.
 
Aber Platz in meinem Garten ist einfach begrenzt.
Jetzt hab ich zwei große gemauerte "Kontainer" natürlich mit Luftlöchern. Ist suboptimal!  :(
Hab aber auch einen eigenen kleinen Kunstoffkorb zum oben hinein geben und unten heraus nehmen.  Dort kommt nur Laub hinein und unten kann ich eine gute Erde wieder raus nehmen. Riecht herrlich nach Walderde und ist im sauren Bereich, (sollte also für meine Rhodos gut sein). Überlege mir einen zweiten.

Ja, Fichtennadeln verrotten viel langsamer als Gras od. sonstig Matschiges. Ist zumindest bei mir in meinem lehmigen Bodern sehr wichtig, weils ihn lockerer macht.
So  nehm ich  daher den Kompost mit den Fichtennadeln gern. Gebe sie auch auf den Kompost.

liebe Grüße susanne




Titel: Re: Kompost-Anfänger - sind wir auf dem richtigen Weg?
Beitrag von: tomma am 27. März 2018, 02:42:54
Mit Gierschwurzeln hatte ich noch nie Probleme. Die Samenstände landen jedoch ausnahmsweise direkt in der Tonne :-X

Wurzelunkräuter kommen bei mir in ein altes Wasserfass, und dort lasse ich sie verjauchen. Danach forke ich den  Modder auf den "normalen" Kompost, oder ich mische ihn unter Holzhäksel oder anderes trockenes Material, wenn es sich gerade so ergibt.
Titel: Re: Kompost-Anfänger - sind wir auf dem richtigen Weg?
Beitrag von: Junebug am 27. März 2018, 11:16:02
Danke auch Euch für die Tipps - den Link hab ich mir gespeichert, Natternkopf, und klar kannst Du den Buchtitel nennen, Susanne, mich würde er interessieren.

Und, tomma, Jauchen, klar! *kopfklatsch* Das hab ich im alten Garten auch gemacht, aber irgendwie total vergessen, wahrscheinlich, weil der Eimer, den ich dafür immer genommen habe, das Zeitliche gesegnet hat und beim Umzug nicht mitgekommen ist. Danke fürs Erinnern!  :)
Titel: Re: Kompost-Anfänger - sind wir auf dem richtigen Weg?
Beitrag von: Kasbek am 27. März 2018, 12:29:58
Es kommt sicher drauf an, wie vital der Giersch ist. Meiner ist kräftig genug, daß die Wurzeln auf dem Kompost munter weiterwachsen würden. Deswegen landen dort nur Blätter und Blütenstände, letztere bis maximal kurz nach dem Abblühen. Samenstände in einem späteren Stadium sowie die Wurzeln kommen in gesonderte Säcke, zusammen mit Samenunkräutern und Problemfällen wie Lebermoos, und das wird dann gelegentlich in den Grünabfallcontainer des Wertstoffhofs geschafft.

Tommas Verjauchungsmethode dürfte bei den Wurzeln gut geeignet sein, mit Samenständen wäre ich aber auch da vorsichtig (nicht wissend, wie lange Samen in der Jauche vital bleiben).
Titel: Re: Kompost-Anfänger - sind wir auf dem richtigen Weg?
Beitrag von: Junebug am 27. März 2018, 12:49:22
Ah, Lebermoos, das wäre meine nächste Frage gewesen. Hatte ich jetzt instinktiv auch in den Hausmüll gegeben.

Dann wäre ich jetzt bei
Laubkompost
Mischkompost für Küchen- und harmlose Gartenabfälle, Fichtennadeln
Häckselhaufen zum Mulchen oder Mischkompost anreichern
Jauchefass für Wurzeln
und Bäh-Kompost oder -Sack für Problemfälle. (Ich wüsste noch nicht, wofür ich letzteren verwenden könnte - für Tomaten ist es hier vielleicht zu schattig, mal sehen.)

Lässt sich doch ganz gut an.
Titel: Re: Kompost-Anfänger - sind wir auf dem richtigen Weg?
Beitrag von: Kasbek am 27. März 2018, 12:58:27
Wenn das Lebermoos Sporenstände haben sollte, dann auf keinen Fall auf den Bäh-Kompost werfen, sondern bis zur Entsorgung in geschlossenen Plastetüten zwischenlagern. Ein einziger Sporenstand hat etliche Millionen Sporen; damit kann man sich ganze Flächen nachhaltig verseuchen  :P
Titel: Re: Kompost-Anfänger - sind wir auf dem richtigen Weg?
Beitrag von: Junebug am 27. März 2018, 17:14:04
Der Garten ist eh voll davon, aber stimmt schon, man muss es ihm ja nicht noch leichter machen.
Titel: Re: Kompost-Anfänger - sind wir auf dem richtigen Weg?
Beitrag von: Natternkopf am 27. März 2018, 22:44:50
Guten Abend

Für alle die, welche es genauer nachlesen möchten zum Thema Kompostieren.

Habe ein Teil der folgenden Links schon mal an einem anderen Ort hier bei Garten-Pur gesetzt.
Weiss im Moment nicht wo und suchen will ich nicht, den es passt auch hier rein.

Pkt. 1 kann ich empfehlen.  / Aus meinem dem Ratgeber rund um die Grünverwertung in Städten und Gemeinden
Eine gute Seite finde ich auch immer wieder diese hier wie oben schon verlinkt.
Kompostberatung Schweiz, mit interaktiven Elementen und hilfreichen Tipps nach Stichworten

Egal welche Kompostier Variante gewählt wird, es gilt immer:

Wünsche allen eine gute Kompostsaison 2018/19 🌿

Grüsse Natternkopf

Edith hat gemeint:
Es sei ja nicht meiner, also von mir.
Habe den Ratgeber nur gekauft.

Titel: Re: Kompost-Anfänger - sind wir auf dem richtigen Weg?
Beitrag von: Dietmar am 27. März 2018, 23:34:23
Zitat
Egal welche Kompostier Variante gewählt wird, es gilt immer:

    Zerkleinern
    Mischen
    Feuchthalten
    Zudecken

Dem kann ich vorbehaltlos zustimmen. Vorteilhaft ist auch: im Schatten stehend und nach Möglichkeit einmal umsetzen, damit der unreife Kompost mal belüftet wird, denn die "guten" Kompostbakterien sind aerob, also brauchen Sauerstoff. Ohne Sauerstoff verfault es.

Ansonsten sollte man sich nicht so viele unnötige Gedanken machen. Auf den Kompost soll alles Kompostierfähige, aber in der realen Gartenpraxis fällt das eben nicht zur optimalen Zeit und Vielfalt an, wie es die Literatur empfiehlt. Es geht aber trotzdem. Spezielle Kompostwürmer oder gekaufte Kompostierzusätze sind Schnulli. Ohne geht es genau so gut.

Zum besseren Start eines neues Komposters gebe ich immer einige Schaufeln halbgaren Kompost zu und damit die erforderlichen Bakterien und Regenwürmer.

Falls viel Rasenschnitt anfällt, empfehle ich die Verteilung auf mehrere Komposter. Dicke Rasenschnittschichten im Komposter werden zu Heu, wenn zu trocken, oder verfaulen, wenn zu feucht. Zwischen den Rasenschnittschichten sollte immer eine Schicht "Holziges" (z.B. geshredderte Zweige oder Heckenverschnitt) oder Unkraut mit etwas Erde an den Wurzeln oder Küchenabfälle. Wenn fast nur Rasenschnitt anfällt, könnte man Sägespäne oder Rindenmulch untermischen, wenn man günstig heran kommt.
Titel: Re: Kompost-Anfänger - sind wir auf dem richtigen Weg?
Beitrag von: Natternkopf am 28. März 2018, 06:43:17
@Dietmar / Handhabung im Gartenpraxis Alltag.  :)

Ist ziemlich exakt auf den Punkt gebracht. 👍

Grüsse Natternkopf
Titel: Re: Kompost-Anfänger - sind wir auf dem richtigen Weg?
Beitrag von: Junebug am 28. März 2018, 10:42:30
Klingt alles machbar, danke.  :)
Titel: Re: Kompost-Anfänger - sind wir auf dem richtigen Weg?
Beitrag von: susanneM am 28. März 2018, 15:17:55
Danke auch Euch für die Tipps - den Link hab ich mir gespeichert, Natternkopf, und klar kannst Du den Buchtitel nennen, Susanne, mich würde er interessieren.



Das Buch heißt "Gärtnern, Ackern- ohne Gift" von Alwin Seifert. Habs  schon seit 1977, aber laut netz gibts es immer noch.
LG susanne
Titel: Re: Kompost-Anfänger - sind wir auf dem richtigen Weg?
Beitrag von: Junebug am 28. März 2018, 15:26:40
Vielen Dank!  :)
Titel: Re: Kompost-Anfänger - sind wir auf dem richtigen Weg?
Beitrag von: Wühlmaus am 28. März 2018, 16:30:00
Das Buch habe ich auch, allerdings schon lange nicht mehr reingelesen. Ich glaube, es erschien Anfang der Siebziger.

Herr Seifert ist/war glühender Verfechter des Kompostierens und hatte die Hoffnung, alle (Abfall)Probleme dieser Welt dadurch lösen zu können. Seine Erfahrungen sammelte er in der VorPlastikZeit :P
Titel: Re: Kompost-Anfänger - sind wir auf dem richtigen Weg?
Beitrag von: susanneM am 28. März 2018, 19:30:44

 Hallo Wühlmaus!

Jooo,  :D  Herr Seifert war einer der ersten - so meine Meinung -  "Grünen".

Du hast recht das Buch ist in den siebziger - Jahren erschienen.
Habs jetzt aus gegebenen Anlass wieder in die Hand genommen.
No, da sind immer noch zumindest für meinen Garten durchaus verwendbare Ansätze vorhanden.
Die Idee von ihm ist halt -nur Kompost macht die Natur heil -

Ich arbeite seit den 70-Jahren also mehr als 30 Jahre ohne Gift.
Das ist dann mit dem Buchsbaumzünsler und bei meinen 38 Buchskugeln eher aus. >:(

Aber auf meinen Kompost gebe ich viel.
Hab letzes Frühjahr im Gemüsebeet aufgeführt. In meinem kleinsten Gemüsebeet gabs dann explosionsartiges Wachstum. :D
LG susanne

 


 
 

Titel: Re: Kompost-Anfänger - sind wir auf dem richtigen Weg?
Beitrag von: b-hoernchen am 28. März 2018, 21:29:13
Was mich wundert: Aus dem Komposthaufen sprießt es dermaßen üppig und unverschämt grün, dass ich mich frage, wie das mit der angeblichen "Phosphatüberdüngung" durch Kompost zusammenpasst - die müsste im reinem Kompost ja für Pflanzen fast tödliche Werte erreichen.
Titel: Re: Kompost-Anfänger - sind wir auf dem richtigen Weg?
Beitrag von: Dietmar am 28. März 2018, 22:16:41
Eine Phosphatüberdüngung durch Kompost ist nur eine dumme Legende. Wenn man eigene "Abfälle" kompostiert, dann gelangt mit den Pflanzen aus dem Garten nur soviel Phosphat in den Kompost, wie vorher dem Boden entzogen wurde und wenn der Kompost wieder zurück in den Garten kommt, ist der Kreislauf wieder geschlossen. Nun kommt mit Küchenabfällen etwas zusätzliches Phosphor in den Kompost, dafür wird an anderer Stelle Phosphor durch die Ernte von Gemüse oder Obst entnommen und einiges ins Grundwasser ausgeschwemmt. Es ist also im Groben ein P-Kreislauf im Garten. Es kommt kein P dazu, es sei denn, man glaubt an Wunder oder düngt mit P-haltigen Düngern. Kompost hat ohnehin nicht allzu viel P, es sei denn, tierische Abfälle sind in größeren Mengen auf den Kompost gelangt. Da P ein strategisch wichtiges Mangelmineral (als Verbindung) ist, forscht man in D schon seit mindestens 2 Jahrzehnten daran, wie P aus Klärschlamm und Gülle zuruck gewonnen werden kann, denn da ist viel P drin.

Die meisten Böden in D haben einen großen Phosphorüberschuss (außer Sandboden). Der rührt aber nicht vom Kompost her, sondern vom ungehemmten Düngen mit P-Düngern vor dem 2. Weltkrieg, z.B. in Form von Thomasphosphat aus der Hüttenindustrie. Diese Hüttentechnologie wird jedoch seit vielen Jahrzehnten nicht mehr verwendet. Wenn man nun z.B. mit Blaukorn im Garten düngt, vergrößert man damit zwangsweise die Überversorgung des Bodens mit P, was die Bodenfruchtbarkeit verschlechtert. Phosphor wird nur in geringen Mengen durch Niederschläge ausgewaschen, wenn man Boden mit Lehmanteilen hat. Der Verbrauch der Pflanzen an P ist viel geringer als man denkt, wo hingegen in vielen Kombidüngern viel P enthalten ist.
Titel: Re: Kompost-Anfänger - sind wir auf dem richtigen Weg?
Beitrag von: susanneM am 30. März 2018, 20:37:50
Was mich wundert: Aus dem Komposthaufen sprießt es dermaßen üppig und unverschämt grün, dass ich mich frage, wie das mit der angeblichen "Phosphatüberdüngung" durch Kompost zusammenpasst - die müsste im reinem Kompost ja für Pflanzen fast tödliche Werte erreichen.
Ich würde sagen, dein Kompost ist etwas zu "kalt" heißt:  er hat nicht die nötige Wärme um Samen und die Wurzeln von Wurzelunkräutern in Erde umzuwandeln.
Mir gehts ähnlich, seit ich Schlamm aus meinem Bacherl auf den Kompost gegeben habe.  ???
Jetzt hab ich 5 Jahre dagegen gekämpft und ich glaub jetzt ist er dran wieder warm zu werden.
Seifert spricht von 18° im Kompost. Das glaub ich ihm nicht die Temperatur müsste meines Erachtens weitaus höher sein.

 Weiß jemand von Euch wie hoch? Ich würde in der Sommerzeit locker auf 30° tippen. Auch wenn der Kompost halbschattig liegt.
Titel: Re: Kompost-Anfänger - sind wir auf dem richtigen Weg?
Beitrag von: Natternkopf am 31. März 2018, 10:44:06
Salü Susanne

Du möchtest zur Temperatur(en) im Kompost etwas wissen.
In Bezug / Absicht auf was?

Grüsse Natternkopf
Titel: Re: Kompost-Anfänger - sind wir auf dem richtigen Weg?
Beitrag von: Natternkopf am 31. März 2018, 10:46:06
Willst du so hoch


Titel: Re: Kompost-Anfänger - sind wir auf dem richtigen Weg?
Beitrag von: Nemesia Elfensp. am 31. März 2018, 11:06:57
Weiß jemand von Euch wie hoch?
in der Heissrottephase durchaus 60-70°C (in der Mitte)

Zitat
Ich würde in der Sommerzeit locker auf 30° tippen. Auch wenn der Kompost halbschattig liegt
............. könnte hier ein Denkfehler vorliegen?
m. M. nach ist die gewünschte Rottetemperatur im Kompost doch eher nur indirekt von der Jahreszeit und dem Standort abhängig.

Die Heissphase entsteht doch eigentlich erst durch die richtige Zusammensetzung des Materials/ das CN-Verhältnis, sprich genügend Stickstoff, genügen Feuchtigkeit, Sauerstoff, die richtigen Organismen.

Zitat
Ein optimaler Rotteprozess findet bei einem C/N-Verhältnis zwischen 20:1 und 30:1 statt, also 20-30 Anteile Kohlenstoff auf 1 Anteil Stickstoff.
von hier:  Was ist das optimale C/N Verhältnis für den Kompost?

LG
Nemi
Titel: Re: Kompost-Anfänger - sind wir auf dem richtigen Weg?
Beitrag von: Zausel am 01. April 2018, 18:58:20
... so hoch ...
Ui!
Hast du den Zeiger da festgetackert, Natternkopf?    ;D
Titel: Re: Kompost-Anfänger - sind wir auf dem richtigen Weg?
Beitrag von: Natternkopf am 01. April 2018, 19:35:07


Ui!
Hast du den Zeiger da festgetackert, Natternkopf?    ;D

Festgetackert wird erst ab 70°    ;)
Titel: Re: Kompost-Anfänger - sind wir auf dem richtigen Weg?
Beitrag von: Zausel am 01. April 2018, 19:51:12
... Festgetackert wird erst ab 70 ...
Menno, da habe ich ja nicht mehr viel Zeit!    ;D
Vielen Dank übrigens fürs Zusammenstellen der Links.
Titel: Re: Kompost-Anfänger - sind wir auf dem richtigen Weg?
Beitrag von: Natternkopf am 01. April 2018, 20:16:41
Es wird technisch aufgerüstet zur Temperatur Kontrolle.  :D

Um den Analogen zu überprüfen, habe ich mir letzte Woche den hier bestellt.
Dann wird zwischen dem Analogen und Digitalen Kompostthermometer abgeglichen.
Dazu kann ich mir eventuell die Daten im Hause anzeigen lassen. (Bluetooth)

Grüsse an Zausel

Titel: Re: Kompost-Anfänger - sind wir auf dem richtigen Weg?
Beitrag von: susanneM am 01. April 2018, 21:55:34
Willst du so hoch




Yes ich will  ;D  weil alle Samenunkräuter - sprich deren samen sich dann zum Großteil verabschiedet haben.

So und hats nun wirklich jemand gemessen??, die Grade??? wobei ich sicher bin, dass es zwischen Kompostmieten und
 Kompostkontainern einen Unterschied gibt oder nicht??? ::)

Welche Grade herrschen in (nicht höher als 50cm) Mieten, welche in Kontainern. Bei mir sind die Kompostplätze  zwei Meter hoch.




 
Titel: Re: Kompostmengenschätzung - Produktion/Verbrauch erbeten
Beitrag von: Zausel am 02. April 2018, 02:57:24
Mach soviel Kompost wie da ist und hau das Zeug in den Garten!
Eben. Ohne langwierige Rechnerei. Für mich persönlich ist klar: hätte ich als Kompostier- Neuling so einen Fred begonnen, hätte ich mich "besoffen" gerechnet und dann aufgegeben.
Anfangen, probieren was geht und fertig. Gilt um so mehr bei gesundheitlichen Einschränkungen.
Titel: Re: Kompost-Anfänger - sind wir auf dem richtigen Weg?
Beitrag von: Ephe am 02. April 2018, 12:29:52
Bei mir sind die Kompostplätze  zwei Meter hoch.

Baust du gleich 2 m Höhe oder wächst das langsam? 2 m auf einmal üben schon sehr viel Druck aus, das mag nicht jeder Kompost-Aktive.

Titel: Re: Kompost-Anfänger - sind wir auf dem richtigen Weg?
Beitrag von: Natternkopf am 02. April 2018, 22:32:23
Noch nicht.

So und hats nun wirklich jemand gemessen??, die Grade???

Werde Morgen mal messen in den 6 Boxen.
Willst du Medianwert oder jede einzeln angegeben.  ;)

200cm
Zwei Gründe weshalb die weniger Hoch sind bei mir.
A) Zuviel Druck in den unteren 80-90cm. (Sprich zu wenig bzw kaum noch Sauerstoff)
B) Zu Umständlich in der Handhabung für mich.

Grüsse aus der Schweiz
Natternkopf
Titel: Re: Kompost-Anfänger - sind wir auf dem richtigen Weg?
Beitrag von: susanneM am 03. April 2018, 14:27:52
Noch nicht.

So und hats nun wirklich jemand gemessen??, die Grade???

Werde Morgen mal messen in den 6 Boxen.
Willst du Medianwert oder jede einzeln angegeben.  ;)

200cm


Zwei Gründe weshalb die weniger Hoch sind bei mir.
A) Zuviel Druck in den unteren 80-90cm. (Sprich zu wenig bzw kaum noch Sauerstoff)
B) Zu Umständlich in der Handhabung für mich.

Grüsse aus der Schweiz
Natternkopf

Dank dir vielmals Natternkopf,  der Durchschnitt genügt mir!  :)

Ich hab jetzt meine beiden Kontainer nachgemessen, sind nicht 2 m  hoch (tut leid)sondern nur 1,60m,
was auch wurscht ist, weil genau die Verdichtung im Untergrund ist ab einer Höhe von 60 cm - würd ich sagen  -dann das Problem
und du sagst richtig das Umsetzen ist wirklich  :( echt mühsam.
Bin ernsthaft am Überlegen die Dinger wieder in Mieten umzutun. Ist eine Platzfrage.
Ich mach mir einfach bisserl Gedanken über die Grade, weil, wenn verdichtet wird Kompost kalt und ist Schimmel am Werk.
Will ich gar nicht  :P
 


Titel: Re: Kompost-Anfänger - sind wir auf dem richtigen Weg?
Beitrag von: Zausel am 03. April 2018, 14:57:23
... Bei mir sind die Kompostplätze  zwei Meter hoch.
Bei Kompostplätzen gehe ich lieber in die Breite. ;)
Allzu gern hätte ich die Riesen(Kompost)haufen, die einige Purler in einem englischen Garten sehen durften, auch bewundert.
Diese waren, grob geschätzt, wirklich über zwei Meter hoch.
Augenscheinlich war der Druck dem Gärtner völlig wurscht.
Titel: Re: Kompost-Anfänger - sind wir auf dem richtigen Weg?
Beitrag von: susanneM am 03. April 2018, 15:22:34


Ich auch, aber es fehlt mir einfach an Platz ::) einen riesen Kompo - haufen hätt ich wirklich gern, nur wo hin??  :P
die Engländer haben offenbar mehr Platz als wir, denk ich mir.
Trotzdem ist für  mich immer noch der Kompost die Seele des Gartens.
Titel: Re: Kompost-Anfänger - sind wir auf dem richtigen Weg?
Beitrag von: Natternkopf am 03. April 2018, 21:56:40
Guten Abend Susanne

Habe ja die Kompostboxen an zwei Ecken.


Den 4-erBlock / 1-4
Im Winter wenig Sonne und Durchzugsachse vom Wind.

Hat inzwischen ein
besseres Dach  ::)
Wie der 2-er unten  :)



Und der 2-er Block / A & B


  A                  B





Messtiefe ca. 25-30cm / Boxenfläche 100x100cm
(Nummeriert von li nach re für GG und Nachbarn)

Box A: 24°
Da habe ich den Schnellkomposter reingestellt.
Der ist sich jedoch am erwärmen, da ich frisches Häckselgut heute eingefüllt habe.
Das spürt und rieche ich schon.
Box B: 11°
Ausreife Füllung / Laub von Herbst 2016

Box 1: 8°

Box 2: 8°

Box 3: 11°

Box 4: 9°
Habe diese heute ausgeräumt, für GG's Blumengarten
Messung erfolgte im Erdhaufen im Unterstand vom Arbeitsplatz.

Bild 2017



Grüsse Natternkopf

Titel: Re: Kompost-Anfänger - sind wir auf dem richtigen Weg?
Beitrag von: Zausel am 03. April 2018, 23:24:24
...
https://forum.garten-pur.de/index.php?action=dlattach;topic=61862.0;attach=554355;image
Habe mal den Link zum Bild in das Zitat reingefummelt.
Titel: Re: Kompost-Anfänger - sind wir auf dem richtigen Weg?
Beitrag von: Nemesia Elfensp. am 04. April 2018, 00:07:12
...
https://forum.garten-pur.de/index.php?action=dlattach;topic=61862.0;attach=554355;image
Habe mal den Link zum Bild in das Zitat reingefummelt.
:D hat sich gelohnt :D :D :D WAS für ein wunderschöner Kompost und so prima aufgesetzt - das kann heut längst nicht mehr jeder
Titel: Re: Kompost-Anfänger - sind wir auf dem richtigen Weg?
Beitrag von: susanneM am 04. April 2018, 14:38:09
Hallo ihr Lieben!

Ich glaub, dass man als Laie (der ich bin) durchaus guten Kompost machen kann.
Bei mir kommt alles drauf was in der Küche - auch Eierschalen  -Nichtgekochtem anfällt.
Nichtgekochtes, weil ich Ratten, sogar Bisamratten in unmittelbarer Umgebung hab. Knochen sind bei mir total tabu. Aber natürlich werd ich jetzt auch die Klohrollen sammeln und drauf geben - wie ich hier gelernt hab-. Nur beim Kaffeesud  klink ich mich aus, so leid es mir für die Regenwürmer tut aber die Nesp...- kapseln schab ich nicht auch noch aus.  8)

"Unkraut" kommt auch drauf,  außer Girschwurzeln und Girschblüten.

Jetzt hab ich aber doch eine Frage an euch:

Meine Mieter in ebenerdig, befeuern ihren Kamin täglich mit Birkenholzstämmen.
Ich hab ihnen erlaubt die kalte Asche davon auf den Kompost zu geben und sie machens auch brav.
Bin mir nicht ganz sicher, ob das gut ist für den kompost??
habt ihr damit Erfahrungen??
 
Titel: Re: Kompost-Anfänger - sind wir auf dem richtigen Weg?
Beitrag von: AndreasR am 12. April 2018, 00:25:37
Nachdem ich mir neulich einen Häcksler (Bosch AXT 25 TC) angeschafft und die sich hinterm Schuppen auftürmenden Staudenstängel und Äste geschreddert habe, wurde es Zeit, endlich einmal einen "richtigen" Kompost aufzusetzen, nachdem ich die letzten paar Jahre einfach immer nur alles auf einen Haufen geworfen habe. Klar, irgendwann verrottet das auch, aber man konnte den Kompostplatz kaum noch betreten, und so richtig nutzen konnte ich den Kompost auch nicht.

Ohne großes Vorwissen habe ich mir nun eins dieser Metallgitter besorgt und hinterm Schuppen auf dem Platz, der durchs Schreddern frei wurde, aufgebaut. Danach habe ich es Schicht für Schicht mit dem Häckselgut und dem mehr oder weniger halbreifen Kompost vom Chaos-Haufen befüllt (insgesamt sicher zwei Dutzend Schichten), allerdings ohne Grünzeug, da das zur Zeit noch nicht in nennenswerten Mengen angefallen ist. Aber ich hoffe, dass der Alt-Kompost zum "Impfen" mit Bakterien und Co. erst einmal ausreicht. :)

(https://i.imgur.com/lgWZ8NI.jpg)

(https://i.imgur.com/0pxrQ5r.jpg)

(https://i.imgur.com/N2nDlEv.jpg)

(https://i.imgur.com/uO1ns4O.jpg)
Titel: Re: Kompost-Anfänger - sind wir auf dem richtigen Weg?
Beitrag von: Nemesia Elfensp. am 12. April 2018, 00:51:12
Nachdem ich mir neulich einen Häcksler (Bosch AXT 25 TC) angeschafft und die sich hinterm Schuppen auftürmenden Staudenstängel und Äste geschreddert habe, ...............
.................
......... habe ich mir nun eins dieser Metallgitter besorgt und hinterm Schuppen auf dem Platz, der durchs Schreddern frei wurde, aufgebaut.
Danach habe ich es Schicht für Schicht.................. befüllt
:D Gratulation! :D nun bist Du in die Riege der Kompostgärtner aufgestiegen! :D


Zitat
allerdings ohne Grünzeug, da das zur Zeit noch nicht in nennenswerten Mengen angefallen ist.
ich würde meinen, dass das Grünzeug sicherlich im Verlauf der nächsten Wochen dann zu Verfügung steht und da so ein Komposthaufen ja eh noch einmal umgesetzt wird, kann der fehlende Stickstofflieferant "Grünzeug" dann gut mit eingearbeitet werden.

Ah übrigens, guck unbedingt immer wieder nach dem Wassergehalt des neuen Komposthaufens. Grade am Anfang habe ich oft gestaunt, wie schnell so eine Kompostmiete zu trocken wird.

Ich wünsche Dir viel Freude mit Deinem neuen Haustier "Kompost" :D

LG
Nemi
Titel: Re: Kompost-Anfänger - sind wir auf dem richtigen Weg?
Beitrag von: AndreasR am 12. April 2018, 01:14:45
Ja, ich werde ihn wohl ab und zu mal gießen müssen, aber das ist kein Problem, direkt hinterm Zaun verläuft ein kleiner Bach, wo man - noch - gut hinkommt, im Sommer ist dort alles mit Brennnesseln überwuchert. Dann wird der Kompost auch von einem uralten Holunder leicht überschattet, sollte also gut gegen allzu starke Austrocknung sein. Und Grünzeug wird natürlich anfallen, Rasenschnitt, Unkraut usw. Eine zweite Box steht schon im Schuppen bereit, die baue ich dann daneben auf.
Titel: Re: Kompost-Anfänger - sind wir auf dem richtigen Weg?
Beitrag von: Nemesia Elfensp. am 12. April 2018, 01:29:48
Ja, ich werde ihn wohl ab und zu mal gießen müssen, aber das ist kein Problem, direkt hinterm Zaun verläuft ein kleiner Bach, wo man - noch - gut hinkommt, im Sommer ist dort alles mit Brennnesseln überwuchert. Dann wird der Kompost auch von einem uralten Holunder leicht überschattet, sollte also gut gegen allzu starke Austrocknung sein. Und Grünzeug wird natürlich anfallen, Rasenschnitt, Unkraut usw. Eine zweite Box steht schon im Schuppen bereit, die baue ich dann daneben auf.
ahh, schon eine zweite Box - ganz ideal!  :D ich sehe schon, Ihr werdet Euch sehr gut verstehen, Dein Kompost und Du :D

............und um Dein Bächlein beneide ich Dich glühend :D

Nemi
Titel: Re: Kompostmengenschätzung - Produktion/Verbrauch erbeten
Beitrag von: Mediterraneus am 12. April 2018, 12:31:47
Eben. Ohne langwierige Rechnerei. Für mich persönlich ist klar: hätte ich als Kompostier- Neuling so einen Fred begonnen, hätte ich mich "besoffen" gerechnet und dann aufgegeben.

 ;D
Ich habe angefangen zu lesen und aufgegeben. Ich brauche meine Zeit für den Garten, nicht für den Kompost  8)

Mein Kompost"Haufen" kriegt mittlerweile eh viel zu wenig Grünzeug ab, seit ich im Schatten- und im Gemüsegarten alles an Ort uns Stelle als "Flächenkompost" (man kann auch Mulch dazu sagen) liegenlasse.
Überall im Garten freuen sich nun die Würmer  :D

Zum Glück bekomme ich noch Rasenschnitt und Gartenabfälle vom Nachbarn.

Titel: Re: Kompostmengenschätzung - Produktion/Verbrauch erbeten
Beitrag von: Zausel am 14. April 2018, 10:51:52
... Ich habe angefangen zu lesen und aufgegeben. Ich brauche meine Zeit für den Garten, nicht für den Kompost. ...
Für die Enthusiasten unter den Kompostneulingen, die den Faden bis hierher gelesen haben und immer noch rechnen möchten,  noch  die Einschätzung der Autorin Martina Kolarek aus ihrem Buch "KOMPOSTIEREN! Biologisch einfach schnell" , in dem sie ihre siebenjährige Erfahrung beim Kompostieren zusammenfasst:
"... Allein aus den jährlich anfallenden Küchenresten können Sie Kompost für 100 bis 200 Quadratmeter Boden im Jahr herstellen. Kommen dann noch die Reste vom Garten, Feld oder Markt hinzu, kann eine Person mit vier Tagen Arbeit eine Fläche bis zu 1 000 Quadratmetern mit bestem Kompost versorgen.

Was theoretisch vielleicht etwas kompliziert klingt,  ist in der Praxis ganz einfach. ..."
Titel: Re: Kompostmengenschätzung - Produktion/Verbrauch erbeten
Beitrag von: Nemesia Elfensp. am 14. April 2018, 11:15:11
;D
Ich habe angefangen zu lesen und aufgegeben. Ich brauche meine Zeit für den Garten, nicht für den Kompost  8)
ohne Kompost- oder Flächenkompost ist der Kreislauf im Garten aber auch eben nicht geschlossen und die Fruchtbarkeit eines kompostfreien Garten wird über die Jahre kontinuierlich abnehmen...............wobei ::) viele Menschen gar keinen fruchtbaren Garten wollen, sie sagen "..dann muß ich ja noch öffter den Rasen mähen."

Zitat
im Schatten- und im Gemüsegarten alles an Ort uns Stelle als "Flächenkompost" (man kann auch Mulch dazu sagen) liegenlasse.
Überall im Garten freuen sich nun die Würmer  :D
ja, eine sehr gute Möglichkeit, spart Zeit und Wege und auch Kräfte.............es wird aber Menschen geben, die mit dem "Anblick" nicht klar kommen - für die ist dann der ordentliche :) Komposter die Aternative.

Zitat
Zum Glück bekomme ich noch Rasenschnitt und Gartenabfälle vom Nachbarn.
ich habe das in den Anfangsjahren hier auch so gemacht. Das hat die Nachbarschaft gefördert und meinen Sandboden genährt . Inzwischen habe ich hier selber genügend humusbildende Biomasse und unser lieber Grasschnittlieferant ist leider schon verstorben.


Nemi
Titel: Re: Kompost-Anfänger - sind wir auf dem richtigen Weg?
Beitrag von: Mediterraneus am 19. April 2018, 15:42:32
Es ist erstaunlich, wie schnell man den Boden aufbauen kann. Viele Beete sind bei mir durch "Mulch vom Nachbarn" erst entstanden. Vorher roher Wiesenboden, jetzt richtig humusreich und irgendwie "höhergelegt".

Aufkommendes Unkraut an den Beeträndern wird durch den Rasenschnitt des Nachbarn "übermulcht". Sämtlicher Rückschnitt auf der Streuobstwiese wird gehäckselt oder das Grobe auch im Kachelofen verfeuert. Sowas wie Grünabfallsammlung brauch ich nicht. Alles bleibt im Garten. Ok, Ausnahme ist Rosenschnitt und Krankes/Ansteckendes.

Ich hab einfach viel zu wenig organisches Material, trotz 2000 m2 (und da sind noch Kiesbeete dabei, die gar nicht gemulcht werden)

Kompost funktioniert mit viel Wissenschaft, aber auch komplett ohne  ;D
Titel: Re: Kompost-Anfänger - sind wir auf dem richtigen Weg?
Beitrag von: susanneM am 19. April 2018, 20:39:32
Bei mir sind die Kompostplätze  zwei Meter hoch.

Baust du gleich 2 m Höhe oder wächst das langsam? 2 m auf einmal üben schon sehr viel Druck aus, das mag nicht jeder Kompost-Aktive.
Ich bau nicht gleich 2m hoch, sondern versuch alle Jahre einen Kompost-teil zu leeren=heißt da wird kein frisches Material mehr drauf gegeben, sondern die groben Sachen werden rüber in den noch unreifen Kompost. Und dann wird durchgesiebt oder auch nicht!  Ich lass oft den Kompo nicht mal sieben. (Außer für spezielle Beete) der verottet ja weiter auf den Beeten, nur die großen Teile (Holzreste, Fichtenzapfen etc) werden vorsichtig ausgerecht.
Derzeit hab ich grad 8 schwarze Säcke bereit liegen mit Laub von den Winterbeeten um zwischen den "Abfall" vom Grasmähen das Ganze bisserl lockerer zu machen.
Sehr froh bin ich, dass mein Kompo wieder langsam warm wird, denn der vom vorigen Jahr zeigt bereits im unterem Berechi wunderbare Erde. :)