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Pflanzenwelt => Arboretum => Thema gestartet von: troll13 am 29. August 2017, 21:04:03
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Irgendwie stehe ich auf dem Schlauch. :-\
Für eine schmale Ecke im Garten suche ich ein "Bäumchen", das ich aus einem Großstrauch selber ziehen möchte. Die Pflanze muss mindesten auf 1,8 m einstämmig zu ziehen sein, darf jedoch viel größer als max. 4 Meter werden und die Krone hat in der Breite auch nicht viel mehr als 2 Meter Platz.
Da in dieser Ecke bereits ein uralter Sambucus und ein selbst gezogener Hochstamm Acer griseum steht, soll es etwas mit möglichst großen ungeteilten Blättern sein. Ich habe hier einen eintriebigen Haselnusssämling stehen, der vermutlich von der Sorte 'Aurea' abstammt. Hat schon jemand hier versucht Corylus avellana als "Baum" zu ziehen?
Eigentlich gehört so etwas in die Kategorie "karierte Maiglöckchen". Vielleicht habt ihr ja anderen Ideen?
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Vielleicht ist ja Paulownia eine Möglichkeit.
Immer wieder auf Stock setzen und die jährlich erscheinenden Triebe wachsen straff aufrecht & haben riesige ungeteilte Blätter.
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An Paulownia oder Catalpa habe ich auch schon gedacht aber das werden eben zu schnell "richtige Bäume" mit einem Stammzuwachs im Durchmesser, der für die Ecke einfach zu viel ist.
Ich bin mir bewusst, dass ich diese Idee von einem "Baum", der eigentlich keiner werden soll mit Bambusstäben und Schere "quälen" muss und dass es auch keine Lösung für die Ewigkeit sein kann.
Leider hört das Zierstämmchensortiment bei Stammhöhen von 1,25 m auf und ich muss an dieser Ecke im Garten unter der Krone hergehen können.
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Ich hatte bei Paulownia eigentlich an bodennahes jährliches Schneiden gedacht. Dann spielt der Stammdurchmesser keine Rolle, aber ein Bäumchen, unter dem man durchgehen kann, kommt natürlich nicht zustande.
Pyrus salicifolia, ggf. die Hängeform.
Lässt sich sicher einstämmig erziehen und ich kann mir vorstellen, dass die auch (mit Augenmaß) geschnitten nicht nach Besen aussieht.
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Ich hatte mal einen Hibiskus mit 1,5m Stammhöhe. Allerdings im Topf, das hat er einen Winter nicht überlebt.
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Bei der weidenblättrigen Birne fehlt mir der Kontrast in der Laubform und -Größe zu dem Holunder und dem Zimtahorn.
Amelanchier 'Robin Hill' könnte ich mir eventuell vorstellen aber die gibt es auch nur als Veredelung, meist auf Sorbus aucuparia, was dann auch wieder zu starkwüchsig für diesen Gartenplatz wäre und außerdem als Hochstamm zu teuer, um ihn zu entfernen, wenn er zu groß wird.
Ich habe schon mehrfach versucht, Euonymus europaeus als Hochstamm zu erziehen aber gerade Stämme mit mindestens 1,8 m Stammhöhe habe ich nie hinbekommen. Vielleicht klappt es ja mit dem Haselnusssämling. Die Frage bleibt hier jedoch... Bleibt ein Sämling "einstämmig", wenn man ihn an einem Bambusstab aufbindet und auf eine Höhe von vielleicht 2,5 m zieht, bevor man das erste mal eine Schere ansetzt um eine Verzweigung zu fördern?
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Gerade komme ich zurück von Steinegger in Rheinfelden mit 2 wunderschönen Lagerstroemia. Eine ist aus der Black Diamond Serie mit dunklem Laub und die möchte ich auch vom kleinen Busch zu einem Bäumchen ziehen. Vielleicht wäre das auch eine Idee für dich?
Die Black Diamonds scheinen relativ schmal zu wachsen und man kann sie wohl gut mit Schnitt im Zaum halten. Für meine 'Purely Purple' hab ich Angaben von
3-3.6m x 1.5-3m (HxB) gefunden und bis -18° kälteverträglich.
Auf dieser Seite finde ich die Farben der Balck Diamons (oder Black Solitaire) am besten getroffen:
Lagerstroemia 'Black Diamonds'
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Die Frage bleibt hier jedoch... Bleibt ein Sämling "einstämmig", wenn man ihn an einem Bambusstab aufbindet und auf eine Höhe von vielleicht 2,5 m zieht, bevor man das erste mal eine Schere ansetzt um eine Verzweigung zu fördern?
Nein, man muss immer wieder die sich bildenden Seitentriebe ausbrechen.
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Bei der weidenblättrigen Birne fehlt mir der Kontrast in der Laubform und -Größe zu dem Holunder und dem Zimtahorn.
Damit fallen vermutlich auch alle Zieräpfel raus?
Wie wäre es denn mit Crataegus persimilis 'Splendens' ? Müsste doch recht schnittverträglich sein...
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Leider ja. Da hätte ich sogar einen fast fertigen Hochstamm von einem rotblättrigen Sämling stehen. Der wird einfach zu breit.
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Es git auch schmalere Zieräpfel. Ich ziehe mir gerade 'Adirondack' heran, aus dem üblichen Winzling vom Gärtner Scholl. Bei dem findet sich vielleicht auch noch anderes, wenn er seinen Shop etwa Mitte September wieder geöffnet hat.
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@ tarokaja,
mit der Lagerstroemia hast du mich ja angefixt! ;) - 18 ° C klingt hoffnungvoll aber nicht für diese Gartenecke.
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Und für eine ausreichende Blüte ist wohl viel Sonne nötig.
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Amelanchier 'Robin Hill' könnte ich mir eventuell vorstellen aber die gibt es auch nur als Veredelung, meist auf Sorbus aucuparia, was dann auch wieder zu starkwüchsig für diesen Gartenplatz wäre und außerdem als Hochstamm zu teuer, um ihn zu entfernen, wenn er zu groß wird.
Von beiden gibt es auch Säulenformen, die ich gerade teste.
Amelanchier 'Rainbow Pillar' und Sorbus 'Autoum Spire'.
Der Sorbus wäre aber in Bezug auf das Blatt dann kein großer Kontrast.
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Und für eine ausreichende Blüte ist wohl viel Sonne nötig.
Das ist richtig, Lagerstroemia lieben Sonne und im Sommer auch Wärme.
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Platanenblättriger oder Großblättriger Maulbeerbaum (Morus alba f. macrophylla), sehr große Blätter mit einem schönen glänzenden Grün, Stämmchen-ziehbar, schnittverträglich.
Ich kenne zwei ganz tolle frohwüchsige und gesunde Exemplare, die alle paar Jahre vom Hausmeister "zammegschnerre" :P werden und das offenbar auf die leichte Schulter nehmen.
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Wäre es an der Stelle nicht zu wüstentrocken, könnte man eine Kopfweide in Betracht ziehen - besonders Sorten mit schöner Winterfärbung der Rinde.
Laub ist allerdings auch fein.
Um die Paulownia-Coppicing-Idee nochmal zu illustrieren.
die hab ich Ende April bodeneben abgeschnitten, die 2 Stämme sind Mitte August 4-5m hoch, wenn man die untersten Blätter ausbricht, kann man problemlos drunter durchgehen ;D
(https://up.picr.de/30219442iz.jpg)
Vor einer Weile hat hier jemand einen Cotinus gezeigt, den er auf ein Grundgerüst dicker Stämme à la Kopfbaumschnitt zurückgenommen hat - da könnte ich mir ne einstämmige Version auch vorstellen.
Habs wiedergefunden, neo wars:
Schnelles Update: Der Perückenstrauch-baum hat jetzt seine Sonnenschirmfunktion für den darunter liegenden Parkplatz übernommen. (Was jetzt eifrig ausgetrieben hat wird dann im Herbst wieder total zurückgeschnitten, so was wie ein Kopfbaum.)
Aber auch Hasel müsste gehen, die bilden ja schnell einen recht dicken Stamm, die Frage ist, wie oft und viel man Nebentriebe am Stamm, der freibleiben soll, abmachen müsste.
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Eine Magnolie, die in die gewünschte Größe passt?
Keine großen Blätter, aber immer ein auffallendes Kontrastprogramm: Tamarix parviflora. Die geht auch sehr gut eintriebig und ist bestens schnittverträglich.
Tamariske
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Wie wärs mit Corylus colurna ?
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An unserer Wohnung stand eine Haselnuss die der Hausmeister jährlich bis auf einen Stamm zurückgeschnitten hatte. Ich habe darauf dann quasi eine Kugel gezogen, die ich einmal jährlich zurückgeschnitten habe. Die Höhe lag bei 2,5 - 3 m. Einzig die Triebe aus der Basis haben genervt.
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Habe noch ein Bild gefunden.
Gestäbt habe ich da übrigens nichts.
Noch stressfreier funktioniert es mit Cornus mas.
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Danke Mümmel,
so ähnlich habe ich mir das vorgestellt. :D
Dein Beispiel bestätigt jedoch auch meine Befürchtungen, dass sich aus einer Haselnuss auf Dauer wegen der Bodenaustriebe kein "echter" Baum ziehen lässt. Einen Cornus mas habe ich bereits als "Baum" im Garten und bei Magnolien besteht das Problem eine geeignete Ausgangspflanze zu finden, dass sie als Verkaufsware meist so beschnitten sind, dass man keinen geraden Stamm mehr daraus erziehen kann.
Über Nacht ist mir jedoch die Idee gekommen, dass ich vielleicht nach einem Cornus kousa oder einer Stewartia schauen sollte. Vielleicht finde ich hier ja ein jüngeres Exemplar mit halbwegs ausgeprägtem Leittrieb, den man so formen kann, wie ich mir das vorstelle.
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Beim Nachbarn steht vollsonnig ein roter Perückenstrauch, der wie ein einstämmiger Baum mit einer dichten Krone aussieht. Derzeit so ungefähr 3 Meter hoch - und wohl schon an die 40 Jahre alt. Den kann man schneiden wie einen "Groß-Bonsai". Mein eigener ist kleiner und mehrstämmig und wächst auch gut im Halbschatten, blüht da auch.
Ich finde, das ist ein wunderschönes Gehölz, zu jeder Jahreszeit schön - und das intensivdunkelrote Laub und die Blüten + Blütenstände sehen fabelhaft aus!
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Komisch diese Frage kommt ausgerechnet von dem Hortensienmann? ;) Das schreit doch geradezu nach einer Hortensie (H. paniculata) wie 'Limelight' etc.
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In dem hier gezeigen Beispiel beginnt die Verzweigung genau bei 180 cm. Das Bäumchen ist aus einem der üblichen Sträucher gezogen und etwa im 3-4 Jahr. Der Stamm ist noch gestäbt und hier etwas verdeckt.
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Und zu welcher Sorte gehört das Stämmchen rechts daneben? Kyushu?
Gefällt mir persönlich besser, weil die Blüten filigraner wirken.
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@eneira: gekauft als H. paniculata 'Grandiflora' und erst letztes Jahr zum Bäumchen erzogen.
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Dein Beispiel bestätigt jedoch auch meine Befürchtungen, dass sich aus einer Haselnuss auf Dauer wegen der Bodenaustriebe kein "echter" Baum ziehen lässt.
In dem Fall bot sich einfach an sie so zu erziehen. Würde ich sowas geplant machen, würde ich wahrscheinlich eine Veredelung auf Corylus colurna probieren.
Einen Cornus mas habe ich bereits als "Baum" im Garten und bei Magnolien besteht das Problem eine geeignete Ausgangspflanze zu finden, dass sie als Verkaufsware meist so beschnitten sind, dass man keinen geraden Stamm mehr daraus erziehen kann.
Bestelle doch einfach bei Lunaplant. :-X
Bei der Pflanze die ich bestellt habe stand mit Leittrieb. Ich hatte nicht erwartet quasi nur Leittrieb zu bekommen. Davon aber 2,2 m. Die Seitentriebe entprachen ziemlich genau einer 10er Packung Bleistifte. ::)
Für dein Vorhaben wäre sowas ideal. ;D
Da Du schnittwillig bist, wie wäre es mit Tilia cordata "Winter Orange"? Auf diesem Bild ist die Fernwirkung ähnlich wie bei der Haselnuss. Da kann ich allerdings noch keine langfristigen Erfahrungen beisteuern. Meine habe ich dieses Jahr erstmal von 60 auf 190 cm katapultiert. 8)
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Komisch diese Frage kommt ausgerechnet von dem Hortensienmann? ;) Das schreit doch geradezu nach einer Hortensie (H. paniculata) wie 'Limelight' etc.
N'Abend,
und gerade weil der "Hortensienmann" weiß, wie kopflastig und bruchanfällig junge Hochstämme von Hydrangea paniculata sind, muss dort etwas anderes hin. Gerade an dieser Ecke deckt mir der Wind, wenn er denn einmal etwas kräftiger wird, schon mal das halbe Gewächshaus ab, das hinter der geplanten Pflanzstelle steht. ;)
Zurück zu meiner Ausgangsfrage und der Idee, eine gewöhnliche Haselnuss als Stamm zu ziehen. Es ist ein Sämling und keine vegetativ vermehrte Pflanze, die ich da im Auge habe. Kommt die Mehrtriebigkeit hier wirklich zwangsläufig und wenn ja wie schnell, wenn man den einen Trieb dieser Pflanze weiter gerade hoch zieht und eine "Krone" bilden lässt.
Es ist doch schon etwas anderes als eine aus Ablegern gezogene Kulturpflanze, bei der sicher mehrere "schlafende Austriebe" im Boden sitzen. :-\
Aber die Idee mit dem Blumenhartriegel gefällt mir eigentlich eh immer besser. Ich brauche ihn auch nicht irgendwo als "Wundertüte" bestellen sondern kann ihn mir selbst aussuchen.
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Meiner Erfahrung nach, schieben glückliche Haselnüsse von unten einfach Triebe nach. Solange der Hausmeister die Haselnuss oben auf dem Bild jeden Winter fast tot geschnitten hat, hielt es sich in Grenzen. Als ich sie weniger geschnitten habe, wurde es deutlich mehr. Auf dem Bild ist sie übrigens knapp über 20 Jahre alt. Die Haselnüsse die ich jetzt im Garten habe, wurden jährlich mit der Heckenschere rund rasiert. Ich habe versucht das Verwachsene rauszuschneiden und lasse sie weitestgehend frei wachsen. Jetzt sind sie zwischen 4 und 6 m hoch und fangen an von unten mehr neue Triebe nachzuschieben. Unsere Nachbarin hat vor maximal 3 Jahren eine Haselnuss gepflanzt, die noch nicht über 2 m Höhe kommt, aber schon in die Breite geht.
Du könntest versuchen die Vitalität zu begrenzen, indem Du den Wurzelballen regelmäßig abstichst, aber verhindern wirst Du den Austrieb aus der Basis nicht können.
Bei unserer 'Contorta' habe ich mich im Frühjahr um die Unterlage gegraben und wirklich alle Austriebe, die man sonst oberirdisch abgeschnitten hat, bis auf den Wurzelstock entfernt. Hat ein paar Wochen geholfen. Mehr aber auch nicht.
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Kommt die Mehrtriebigkeit hier wirklich zwangsläufig und wenn ja wie schnell, wenn man den einen Trieb dieser Pflanze weiter gerade hoch zieht und eine "Krone" bilden lässt.
Wissen tu ich es nicht. Aber wenn wie bei dem Hasel auf dem Foto der aus einem Mauerloch wächst (pinken Stuhl ignorieren ;)), dieser äussere Umstand den Strauch ganz anders formt wie seinen Artgenossen in der Umgebung, so sollte dies doch auch durch Erziehung und (sehr konsequenten) Schnitt grundsätzlich möglich sein? Bei diesem Hasel war dies nie Ziel, wäre aber zu früherer Zeit eigentlich eine gute Anregung gewesen. Seine Krone ist übrigens sehr ausladend, hängend.
Wurzelraum abstechen oder durch einen engen "Kragen" begrenzen? ;) (Aber ich denke, Hasel wird für troll`s Situation zu breit.)
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Vielleicht ziehe ich diesen Sämling spaßeshalber einmal in einem Kübel so wie ich mir das vorstelle. Mal schauen, wie er sich entwickelt. ;)
Beispiele wie 'Contorta' halte ich hier für ungeeignet, weil solche "Krüppelformen" in der Natur auf Dauer vermutlich eh keine Chance hätten, dauerhaft zu überleben. Die Veredelungen auf die Wildform C. avellana ist daher auch nicht unbedingt pflanzentechnisch wirklich sinnvoll, wird jedoch vermutlich gemacht, weil es wirtschaftlicher ist als auf C. colurna zu veredeln.
Gleiches gilt für die meist kümmernden Prunus x cistena, veredelt auf Prunus cerasifera oder noch schlimmer... Prunus spinosa 'Purpurea' auf die Naturform der Schlehe. Wie lange kann dies gut gehen?
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Bei der 'Contorta' ging es mir hauptsächlich um den Austriebswillen der Unterlage. ;)
Aber auch die macht es hier schon seit 25+x Jahren und hat über 10 cm Stammdurchmeser erreicht.
Von der Catalpa gibt es übrigens auch eine 'Nana' die für deine Zwecke passen könnte.