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Pflanzenwelt => Obst-Forum => Thema gestartet von: mycorrhiza am 27. Dezember 2017, 17:22:07

Titel: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: mycorrhiza am 27. Dezember 2017, 17:22:07
Hallo zusammen,

ich habe letztes Jahr eine neue Streuobstwiese angelegt und habe natürlich letztes Jahr dann auch gleich den Pflanzschnitt gemacht. Ich weiß noch nicht so recht was ich von meinem Pflanzenmaterial halten soll...die Stämme sind schon sehr dünn, dafür war der Kronenansatz wirklich sehr hoch (auf mind. 1.80m). Auch die Veredelungsstelle war ausreichend weit über der Unterlage.
Jedenfalls hatten die Bäume mit Trockenheit zu kämpfen und deswegen sind sie fast gar nicht gewachsen.
Ich weiß nun auch nicht, ob sie diesen Winter überhaupt einen Pflanzschnitt bekommen soll. Irgendwie sehen sie so mickrig aus, dass ich Angst habe, dass sie dann nächstes Jahr überhaupt nicht mehr austreiben. Oder wenigstens eine Knospe wegschneiden? Bringt es das überhaupt? Was würdet ihr tun?

P.S.
Um Missverständnisse vorzubeugen: Wer mich bereits kennt: Ich bin über Weihnachten heim geflogen, Streuobstwiese befindet sich also in Deutschland und nicht Australien.
Wegen dem Pflanzmaterial: Wegen einer Förderung vom Bund musste ich den günstigsten Anbieter nehmen, deswegen hatte ich da keinen großen Einfluss drauf.
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: mycorrhiza am 27. Dezember 2017, 17:22:29
Ein anderes Beispiel.
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: mycorrhiza am 27. Dezember 2017, 17:22:52
Auch der wird mal ein ganz ein großer...irgendwann....
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: thuja thujon am 27. Dezember 2017, 17:55:57
Hallo,
Foto 1 und 3 sind die selben.

Da hat das Amt mit der Förderung ja was gewonnen. Ist fast so wie die ihre Flughäfen bauen.
Viel weniger Wuchs geht nicht im ersten Jahr.
Wasser nächstes Jahr wäre nicht schlecht. Baumscheibe freihalten. Dünger wenn nötig. Alles mögliche tun, damit die wachsen.

Viel zu schneiden ist nicht, einkürzen würde ich die einjährigen Triebe trotzdem und wenn die Bäumchen blühen sollten, rigoros alles was Blüte ist wegmachen, die dürfen auf keinen Fall auch noch Früchte tragen.
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: Rib-isel am 27. Dezember 2017, 18:12:25
Der Kronenansatz mit 1,80m ist Standard für Hochstämme. Auf welcher Unterlage stehen die Bäume? vielleicht erklärt dies den Wachstum. Ich würde aber nicht all zu viel in das Wachstum vom ersten Jahr hinein interpretieren. Mal gucken was das 2. Jahr sagt...
Das erste jahr ist immer stressig.

Die wenigen Äpfel, die an den Bäumen wachsen werden, werden auch kein Problem sein. Da braucht man nichts ausdünnen
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: willi2000 am 27. Dezember 2017, 18:34:02
Wichtig wäre eine Baumscheibe, Kontrolle auf Schädlingsbefall und bei starker Trockenkeit müssen sie natürlich gegossen werden.
Auf den Schnitt kann man hier getrost mal verzichten. Eventuell haben sich die Bäumchen im ersten Standjahr vorwiegend auf das Wurzelwachstum konzentriert. Also erstmal das 2 Standjahr abwarten und ja nicht auf die blöde Idee kommen, düngen zu müssen.

Gruss
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: Rib-isel am 27. Dezember 2017, 18:39:30
Baumscheiben wäre für ihn schwer zu realisieren sein, so von Australien aus ;) Aber das halte ich auch nicht für sehr wichtig. Wir haben hier Hochstämme, das dauert sowieso noch länger bis sie in Ertrag kommen. Bis dahin dominieren sie sowieso. Ich sehe selber auch selten Baumscheiben auf Streuobstwiesen :)
Das mit dem Wurzelwachstum würde ich auch vermuten. Da es sich um günstigen Baumschulwahre handelt, wird es sich nicht um Kontainerware gehandelt handen.
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: thuja thujon am 27. Dezember 2017, 18:46:20
Gartenmythos: sie haben sich erstmal auf das Wurzelwachstum konzentriert.

Wenn die Wurzeln gewachsen sind, sieht man das oben am Zuwachs der Triebe.
Wenn sie vertrocknen, bevor sie an Wasser kommen, fangen die Bäume an zu fruchten bevor sie wachsen konnten. Das ist der Anfang vom Ende.

Letztes Jahr hat an ihren Reserven gezehrt. Wenn Blätter da sind, Harnstoff als Blattdünger geben, einmal zum Austrieb und einmal kurz vor der Herbstfärbung.

Schuld an solchen nicht einwachsen wollenden Bäumen haben zum Teil die Baumschulen mit ihrer Rodetechnik und Erziehungsmethode, zum Teil der zu heftige Pflanzschnitt, zum anderen der Frühjahrspflanztermin, keine gute Pflanzung mit gutem Bodenschluss und fehelendes Wasser bzw zu ungünstige Witterung im Frühjahr. Es gibt viele Möglichkeiten, wenn man was entdeckt, was einem bekannt vorkommt, kann man es ja abstellen.
Von Australien aus notfalls mit einer fähigen Person vor Ort, die sich drum kümmert, wenn es notwendig ist.
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: mycorrhiza am 27. Dezember 2017, 18:57:03
Keine Sorge, die Baumscheibe wird freigehalten. Habe einen rüstigen Pensionär der das gut und gerne macht. Ist denke ich auch ein schönes Hobby für nach dem Ruhestand...deswegen habe ich mit der Pflanzung halt schon jetzt begonnen, damit ich später eine gute Beschäftigung habe  ;D
Bisher habe ich/wir immer das Mulchmaterial um den Stamm gerecht. Das finde ich die beste Methode. Das Gras das dort bereits wächst wird unterdrückt und es bleibt auch so das ganze Jahr über. Und pünktlich zum Spätherbst ist das Mulchmaterial schon so kompostiert, dass man gar nichts mehr auseinander rechen muss (wegen Wühlmausgefahr).
Natürlich wäre es wohl am besten jede Woche einmal durchzuhaken, aber wer hat dafür schon die Zeit...

Unterlage ist Bittenfelder Sämling.

Kann sein, dass mein Pflanzschnitt zu radikal war. Aber andererseits könnte man auch sagen, dass er nicht radikal genug war....starker Rückschnitt = starker Austrieb und der fehlt ja hier etwas. Im Vorfeld kann man es halt nie so genau wissen....

3 Jahre zuvor habe ich schon eine andere Streuobstwiese gepflanzt. Wieder mit Ausschreibung und die Baumschulware war...naja...Kronenanfang bei ca. 1,50 - 1,60 m und mindestens 5 von den 65 Bäumen hatten keine Äste. Waren beim Transport abgebrochen oder so. Und mittlerweile erkennt man keinen Unterschied mehr zwischen diesen und den anderen Bäumen.

Pflanzung erfolgte im Herbst. Wühlmausschutz ist vorhanden. Und sie litten schon stark an Trockenheit. Ich bin ein paar mal mit dem Güllefass rausgefahren aber das ist an starken Sommertagen ja auch nur ein heißer Stein auf dem Tropfen.

Hab aus eigenem Geld noch ein paar Bäume dazu gekauft von einem ordentlichen Produzenten....das ist halt kein Vergleich. Da hat man die absolute Qual der Wahl bezüglich der Leitäste. Richtig schön. Aber naja, ich lass die Natur einfach mal machen.

Problem war zusätzlich, dass wir als ökologischer Betrieb nur von ökologischen Baumschulen einkaufen durften. Und da gibts bei uns in der Region niemanden und deutschlandweit nur gefühlt 20....
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: Rib-isel am 27. Dezember 2017, 19:05:29
Warum :
Zitat
Gartenmythos: sie haben sich erstmal auf das Wurzelwachstum konzentriert.
???? Wurzelnackteware hat keine Saugwurzeln. also müssen Wurzeln gebildet werden. Dann ist der Nähstoffeintrag gesichert und erst dann kann die Pflanze sich um die Krone kümmern. Wasser können die Pflanzen auch mit weniger Wurzeln bekommen. siehe Stecklinge. Das ist alles Hormongesteuert. Erst im 2. Jahr kann man dazu mehr sagen.
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: mycorrhiza am 27. Dezember 2017, 19:14:33
Bzgl. Erziehungsschnitt dieses Jahr: Ja oder Nein.

Wenn ich theoretisch ran gehe, dann erzwinge ich durch den Erziehungsschnitt einen Knospenaustrieb durch das Unterbinden des Auxintransports von der Triebspitze zu den Wurzeln. Also mehr und stärkerer Austrieb während die Blätter noch Kohlenstoff und Nährstoff-Sink anstatt -Source sind. Und da meine Bäume schon sehr mager ausschauen tut ihnen das wohl nicht so gut.....

Tut mir Leid für dieses Klugscheißen, aber so lege ich mir das im Kopf zurecht um nun eher zu sagen, ich mache keinen Erziehungsschnitt. Haben Andere eine Meinung dazu?
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: willi2000 am 27. Dezember 2017, 19:17:13
Ok, sieht also aus wie ein Problem mit der Trockenheit.
Wie ist denn die Bodenbeschaffenheit?
Auch die Sortenwahl ist ein wichtiger Faktor. Wenn man sich nicht so um die Bäume kummern kann, sollte man nur robuste, starkwüchsige Streuobstsorten wie Kaiser Wilhelm oder Boskop anpflanzen.

Ich würde also diesmal nicht schneiden, vielleicht suchen die Bäumchen ja auch noch nach ihrem geeigneten Mycorrhizapartner ;)

Gruss
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: mycorrhiza am 27. Dezember 2017, 19:22:23
Boden ist sandiger Lehm. Ich glaube stellenweise kann er wirklich nicht viel Wasser halten. Noch dazu stehen am Rand ein paar sehr alte und große Pappeln und Weiden, die werden wahrscheinlich den Apfelbäumen das Wasser wegnehmen.

Im Großen und Ganzen sorge ich mich nicht all zu stark um die Streuobstwiese. Immerhin sind es Apfelbäume und die sind so mit die robustesten Obstart was wir hier haben.

Meine Hauptfrage war ob nun Erziehungsschnitt oder nicht, und das Feedback hier hat mir sehr geholfen. Ich hoffe nun kommt niemand daher und sagt etwas radikal anderes  :-X :-X
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: willi2000 am 27. Dezember 2017, 19:24:38
Da fällt mir noch das Thema Bodenmüdigkeit ein.
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: mycorrhiza am 27. Dezember 2017, 19:26:10
War zuvor eine extensive Biogasmischung. Also ca. 10 verschiedene Pflanzenarten. Alles andere als Faktor für Bodenmüdigkeit.
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: Staudo am 27. Dezember 2017, 19:28:52
Haben Andere eine Meinung dazu?

Gönne den Bäumen eine ordentliche Baumscheibe, damit der rare Sommerregen auch bei den Wurzeln ankommt. Wässere die Bäume im Sommer mehrmals kräftig und dünge sie ab März. Natürlich kann es sein, dass sie auch ungepflegt wachsen. Sie werden das aber deutlich langsamer machen, die Gefahr von Wühlmausschäden ist viel größer, ein Teil der Bäume kann vergreisen. Ob Du die Bäume schneidest oder nicht, ist dabei zweitrangig. Erstmal müssen sie in Schwung kommen.
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: mycorrhiza am 27. Dezember 2017, 19:31:42
Ich will ja nicht den Eindruck hinterlassen, dass ich mich überhaupt nicht darum kümmern werde. Ich bin ja öfters im Jahr mal wieder daheim für ein paar Wochen und in wenigen Jahren wieder für immer.
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: willi2000 am 27. Dezember 2017, 19:44:26
Ich verzichte eigentlich inzwischen meist auf einen Pflanzschnitt und auch den Schnitt im ersten Jahr. Dabei kann man sehr gut beobachten, wie sich im ersten Jahr kaum etwas tut, weil der Baum halt, um wieder ins Gleichgewicht zu kommen, erstmal neue Wurzeln bildet, um dann im 2. Jahr richtig loszulegen.

Theorie nachzulesen in "Physiologische Grundlagen des Obstbaues", Friedrich, Fischer, 2000
 
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: thuja thujon am 27. Dezember 2017, 19:45:58
Rib-Esel:
ja, die gehen (lässt man die wenigen Feinwurzeln außer acht) erstmal in Vorleistung und treiben mit den Reserven Feinwurzeln aus den dickeren Wurzeln(Schnittflächen). Diese können wenige Tage später ihren Beitrag für die Versorgung des Gehölzes leisten, sprich, wenn oben Blätter da sind, und die kommen gut wenn kein Wasserstress besteht (Luffeuchtigkeit beachten), dann kommt von den Blättern das Signal an die Wurzel `wachse´ und dann geht die Post ab. Oder auch nicht, wie man auf den Bildern sieht.
Gräbt man solche Bäume aus, haben sich meist nur 3-4 nichtmal 10cm lange Feinwurzeln im kompletten ersten Jahr gebildet.
Das sollte wenn alles gut läuft normalerweiße nach 14 Tagen passiert sein und erst dann gehts normal mit wachsen los. 

Wenn ich theoretisch ran gehe, dann erzwinge ich durch den Erziehungsschnitt einen Knospenaustrieb durch das Unterbinden des Auxintransports von der Triebspitze zu den Wurzeln. Also mehr und stärkerer Austrieb während die Blätter noch Kohlenstoff und Nährstoff-Sink anstatt -Source sind.
Momentan hast du nur erst Knopsen. Die treiben aus, wieviele, je nach dem, wie die Reserven im Holz sind und wie die Wurzel schiebt. Lässt du die Spitzenknospe dran, treibt die aus und die 2-3 darunter. Wenn dann die Wurzel nicht richtig schiebt, kann da oben noch so viel Auxin gebildet werden und die Knospen unter der Spitzenknospe machen nur Rosettenstadium statt einem Trieb. 

Du könntest das Holz als Reservespeicher stehen lassen und die Knopsen, die für den Leitastaufbau nicht benötigt werden ausbrechen. Dann wird dort keine Energie für den Austrieb verschwendet und das bereits gestresste Bäumchen startet mit den weniger Knospen eher durch.
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: thuja thujon am 27. Dezember 2017, 19:50:13
willi, bei gut gerodeten Knipbäumen sehe ich das auch so. Wenn dem Hochstamm 80% Feinwurzeln fehlen und mit den gestörten Saftflüssen durch die amputierten Seitenäste zu kämpfen hat, dann braucht der erstmal 2 Jahre Reanimation. Schnitt hat damit eher wenig zu tun.

Gibts von dem von dir empfohlenen Buch eine verlinkbare Leseprobe?
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: landfogt am 27. Dezember 2017, 20:14:17
@willi2000:
wenn du den pflanzschnitt nicht machst,bekommst du keine stabielen äste sondern dünne hängende ruten die meist nicht oder besonders wenig wachsen.wenn du dann noch ne sorte hast,die sehr fruchtbar ist und schon blütenknospen hat,steckt der baum die ganze kraft in die früchte und nicht in des baumwachstum.und wer kommt da nicht in Verlockung die früchte die da eventl.schon ansetzten,hangen zu lassen.
deswegen die äste auf ca 30-35cm kürzen und so den ast von jahr zu jahr mehr und mehr verlängern.so hast du ein dicken Verhältnis wie bei einem Kranwagen ;)
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: b-hoernchen am 27. Dezember 2017, 21:02:21
Eigentlich sehen die Bäume auf den Fotos schon lebensfähig aus, hatten halt im ersten Jahr etwas zu kämpfen, aber das wird schon.
Kannst diesen Winter mal mit Mist auf der Baumscheibe düngen (1 Schubkarre pro Baum).
2017/18 nicht mehr schneiden, erstmal abwarten, wie die Bäume im kommenden Jahr wachsen, bevor man wieder zur Schere greift.

Pflanzschnitt ist eigentlich um so wichtiger, je schlechter bewurzelt die Setzlinge sind. Nützt gar nichts, wenn die eine tolle Krone haben und aus tausend Knospen Blätter treiben, wenn das Wurzelwerk diese Blätter nicht versorgen kann. Im Ernstfall treibt der Baum aus und vertrocknet unterm Austrieb oder kurz danach.

Du sagst Wühlmausschutz sei vorhanden. Hmm - darüber, was ein guter Wühlmausschutz ist, gehen die Meinungen auseinander. Die meisten Bauern hier geben den Wurzeln nur einen Minimalkorb, oft nur 1m² Sechseckgeflecht in die Pflanzgrube getreten und um den Ballen geschlagen, das sind effektiv kaum ein paar Liter geschützter Raum um den Wurzelballen. Bei hohem Befallsdruck kann der Baum nie Wurzeln aus dem Drahtkorb hinaus bilden - der kümmert dann ewig.

Noch was - du forscht doch am Wurzelwachstum. Bei ganz wenig Wurzeln hilft es den Setzling vor dem Pfanzen mit angeschnittenen Wurzeln für ein paar Stunden in lauwarmes Wasser mit ein paar ppm Heteroauxin einstelllen, zumindest schadet es nicht. Ich hab' die Hypothese: In die Pflanzgrube eingebrachtes tierisches Eiweiß (olle Eier, Schlachtabfälle) fördern die Bewurzelung durch Zersetzung von Tryptophan zu Indol-3-essigsäure... .
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: willi2000 am 27. Dezember 2017, 21:37:11
@landfogt:
Ich lasse natürlich meine frisch gesetzten Bäumchen in den ersten Jahren noch nicht fruchten, i.d.R. breche ich die Blütenknospen aus oder entferne die Früchte sofort.
Und ich verzichte ja nicht auf eine Erziehung, sondern warte nur eine Weile, um mir einen Eindruck von meinen Jungbäumchen machen zu können. Wenn das Bäumchen gleich abgeht, wird es schon im ersten Winter geschnitten. Auch werden grobe Korrekturen schon gemacht.
Die Erklärung für mein Handeln ist meine Ansicht, dass so ein Bäumchen am bestern selbst weiss, was gut für es ist.

Gruss



Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: Rib-isel am 27. Dezember 2017, 21:53:52
Boden ist sandiger Lehm. Ich glaube stellenweise kann er wirklich nicht viel Wasser halten. Noch dazu stehen am Rand ein paar sehr alte und große Pappeln und Weiden, die werden wahrscheinlich den Apfelbäumen das Wasser wegnehmen.



Wasser halte ich nicht für das Problem. Lehm hällt gut Wasser und Nährstoffe. Pappeln und Weiden brauchen weit mehr Wasser als Äpfel. Wie weit sind die Bäume denn con deinen Äpfeln weg.

Es kann auch am trockenen Frühjahr und mit dem Pflanzstress gelegen haben. KA ich denke es hat auch nicht viel Sinn darüber zu Diskotieren. Bei Kirschen  ist es z.B bekannt, das sie im 1. Jahr schlecht wachsen. Ich schließe mich da b-hörnchen an. Die Bäume sehen ansonsten toll aus. Einfach abwarten. Danach kann man immernoch korrigieren. Auch in den nächsten zwei Jahre wird der Baum keine sonderlichen Früchte tragen sondern eher die Krone aufbauen. Das giebt die Wurzel vor. In der Zeit kannst du korrigieren. Bei schwächeren Unterlagen ist es anders. Der Baum geht schneller in den Ertrag also  musst du die Pflanze schneller erziehen.

Schlachtabfälle würde ich nicht nehmen, denn das ist illegal und lockt nur Mäuse Ratten und Wildschweine an. Spätestens bbeim Wildschwein nützt kein Mäusedraht. :)

Ich halte dass Blütenausbrechen nicht für so wichtig weil die Hochstämme generell später den Ertrag liefern und weil sie sowieso bei Bedarf alles abwerfen werden, es sei denn du hast hier Hochleistungssorten. Aber danach sieht es nicht aus.
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: Wühlmaus am 27. Dezember 2017, 22:26:25
Zu Schnitt, Wasserversorgung und Baumscheibe wird ja schon viel gesagt ;)
Ich habe eine andere Frage: zumindest auf den Bildern sieht es aus, als seien die Bäume sehr tief an den Pfählen fixiert. Ich habe gelernt, dass die jungen Bäume entweder direkt unter oder gar innerhalb der Krone angebunden werden sollten.
Starke Winde/Gewitterböen können so ziemlich arg an den Bäumen rupfen und das Anwachsen erschweren...
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: mycorrhiza am 28. Dezember 2017, 01:16:02
B-Hörnchen:
Das mit den Auxinen ist ja so ne Sache. Ab einer bestimmten Konzentration und ab einem bestimmten Wurzelstadium hindern sie ja eher das Wurzelwachstum als dass sie es fördern. Ich habe jedem Pflanzloch eine Handvoll von meiner eigenen vermehrten Mykorrhizakultur (Rhizophagus irregularis) gegeben, aber mehr auch nicht.

Aber ansonsten habe ich von meiner Oma immer gelernt, dass ein toter Fisch im Pflanzloch der beste Dünger ist. Von meiner Zeit in Australien weiß ich, dass wohl das selbe für ein totes Lamm im Pflanzloch gilt. Vielleicht liegt es ja an den Auxinen.

Wühlmaus:
Ohje, noch was was man bei der Pflanzung beachten muss....ich glaube prinzipiell hast du Recht ABER...meine Pflanzpfähle nicht lang genug. Na gut, ein bisschen höher könnte ich schon gehen, aber dann ist es auch körperlich anstrengender. Ich glaube in diesem Punkt will ich einfach einen Kompromiss machen und meine kaputte Schulter etwas schonen.
Was ich auch gemerkt habe ist, dass, wenn ein Apfelbaum sich nun etwas neigen will, er das einfach macht. Da kann man ihn auch 5x korrigieren, nach ein paar Tagen steht er wieder leicht schief.
Aber na gut, bei meiner ersten Streuobstwiese habe ich sowieso das Phänomen, dass sich manche Bäume brutal von der unterirdischen Draine abwenden. Manchmal haben die einfach ihren eigenen Kopf und machen nicht was ich ihnen sage...ts ts ts.
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: Gartenplaner am 28. Dezember 2017, 14:25:24
Auch der wird mal ein ganz ein großer...irgendwann....

Zumindest bei dem Baum auf dem Bild ist die Anbindung durch die Bewegungen durch den Wind einfach viel zu tief abgerutscht - oben, knapp unter der Krone wär am besten.
Die Pfähle sind ja sogar höher als die Bäumchen, das erscheint mir völlig ausreichend, könnte sogar eher zu Scheuern der unteren Äste am Pfahl führen.
Ich glaube am besten ist es, wenn der Pfahl knapp unter den untersten Ästen endet.

Aber die Rutschung des Anbindeseils lässt sich leicht verhindern, indem man auf der gegenüber vom Baum liegenden Seite des Pfahls einen Nagel unterhalb des Seils einschlägt, der etwas heraussteht.
Dann rutscht das Seil nur bis zum Nagel und nicht weiter runter.
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: b-hoernchen am 29. Dezember 2017, 21:27:53
Das mit den Auxinen ist ja so ne Sache. Ab einer bestimmten Konzentration und ab einem bestimmten Wurzelstadium hindern sie ja eher das Wurzelwachstum als dass sie es fördern.
Tunken in eine 2 - 5ppm-Lösung IAA für ein paar Stunden hat bei mir noch nie geschadet, hab' damit sogar einmal einen Aldi-Apfelbaum quasi ohne (!) Wurzel (nur ein Stecken) zum Anwachsen gebracht.
Aber ansonsten habe ich von meiner Oma immer gelernt, dass ein toter Fisch im Pflanzloch der beste Dünger ist. Von meiner Zeit in Australien weiß ich, dass wohl das selbe für ein totes Lamm im Pflanzloch gilt. Vielleicht liegt es ja an den Auxinen.
Hierzulande sprechen die Bauern davon, ein totgeborenes Kalb beim Pflanzen mit einzugraben. Zu viel Auxin scheint's damit nie zu geben... . Wer keinen Kuhstall hat, kann Schlachtabfälle nehmen... .

Übrigens vermisse ich bei deinen Streuobstbäumen einen Verbissschutz - Drahthose!
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: Rib-isel am 29. Dezember 2017, 21:53:47
Eine Ähnliche Erfahrung mit Auxinen habe ich auf 'natürliche' weise erlebt. Da habe ich in einem Topf Steckhölzer eines unbekannten Zierbusches mit Sauerkischen gesteckt. Es zeigte sich das der Zierbusch sehr leicht zu vermehren war und somit viele Auxine beinhaltete, die wiederum ein Ast der Sauerkirsche bewurzelte. Mir ist dennoch alles eingetragen.
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: Deviant Green am 29. Dezember 2017, 22:06:43
Wer Bedenken wegen der Dosierung von Auxinen hat, kann es gefahrlos mit Weidenwasser probieren.
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: mycorrhiza am 30. Dezember 2017, 11:03:29
Die Bäume haben einen Verbissschutz, ähnlich wie hier im Bild zu sehen.
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: landfogt am 02. Januar 2018, 21:26:51
@willi2000,
das heißt du machst dein eigenes ding?!
ist ja nicht verboten und wer weiß,vieleicht gibt es ja irgendwann den willi2000 schnitt ;D
ne spaß beiseite,es wird warscheinlich niemand geben der seine bäume gleich wie der andere schneidet.auch wenn man sich an die "vorgaben"der jeweiligen schnitttechniken hält.
und streitbar sind bekanntlich alle schneidetechniken.bei uns ist es das 3 leitastsystem nach Palmer(Rebell vom Remstal) gegen das 4 leitastsystem das ich übrigens bevorzuge.
bei der Rekultivierung von alten,vergreisten Obstbäumen,muss man oft improvisieren und eine alternative finden.so ergeht es mir oft,wenn ich den kronenaufbau von bereits vorhandenen dicken ästen neu gestalten will ;)
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: mycorrhiza am 03. Januar 2018, 14:53:46
3 oder 4 Leitäste...ja schön wärs wenn es in der Praxis so hinhaun würde. Aber dann setzt sich doch irgendwann einmal ein dicker Vogel auf den dritten Leitast und schon hat man nur noch 2.
Und mittlerweile habe ich auch schon 3 Bäume die dank besagtem Vogel nun eher zur Hohlkrone tendieren. Also ja, man muss da immer improvisieren.

Es heißt ja immer auch ein falscher Obstbaumschnitt ist besser als gar keiner. Und an der Uni hat auch jeder was anderes gesagt. Hatten sogar mal einen netten Herren vom Bodensee zu Besuch der als "der Reisser" bekannt war. Der Mann hat grundsätzlich alle Äste nur runtergerissen und bei dicken Exemplaren dann eben den Frontlader geholt. Und was soll ich sagen? Der hat auch schöne Äpfel bekommen.
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: Weidenkatz am 03. Januar 2018, 15:14:29
Es heißt ja immer auch ein falscher Obstbaumschnitt ist besser als gar keiner.
Falls hier Schnittanfänger mitlesen, stelle ich das lieber infrage  :-\...
Meiner Erfahrung nach ist es schlimmer als gar nicht schneiden, wenn zu "mutig", nenn ich's mal ;) , drauf los geschnitten wird. Die letzten beiden stehen bei uns im Garten und der Vorgänger dachte, was einer Kopfweide nicht schadet, müsste auch der Apfelbaum mögen ...
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: Weidenkatz am 03. Januar 2018, 15:15:02
...
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: Weidenkatz am 03. Januar 2018, 15:15:30
...
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: willi2000 am 03. Januar 2018, 18:42:05
@landvogt,
ich habe bestimmt einige Eigenheiten in meiner Schnittphilosophie, jedoch bin ich ein eifriger Anhänger des naturgemäßen Obstbaumschnittes.
Und da braucht man eigentlich nur die 2 Bücher: den Friedrich, Fischer " Physiologische Grundlagen des Obstbaues" und von Hans-Thomas Bosch " Naturgemäße Kronenpflege am Obsthochstamm".

Gruss
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: thuja thujon am 03. Januar 2018, 19:27:19
Ich warte noch auf das Schriftstück, dass die Baumbiologie mit hohen, qualitativ hochwertigen Erträgen verknüpft.
Könnte mir sowas wie ein Regelwerk vorstellen, wie es sowas in der (öffentlichen) Baumpflege schon gibt.

Ob das Ergebnis später optisch ansprechend oder naturgemäß ist, lässt sich dann nicht mehr klären und ist für Leute, die in erster Linie Obst anbauen wollen, dann auch absolut zweitrangig. 


mycorhizza: junge Leitäste sollten eigentlich auch mit den dicksten Vögeln drauf nicht abbrechen. Notfalls bis ins 2te Jahr Sitzstäbe, die über die Leitäste ragen, in den Baumpfahl nageln.
Im übrigen tendiere ich eher zu 5 als 4 Leitästen, da bleibt der Baum niedriger und damit leichter pflegbar. 
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: zwerggarten am 03. Januar 2018, 20:19:14
... was einer Kopfweide nicht schadet, müsste auch der Apfelbaum mögen ...

etwa sowas habe ich gerade mit entsetzen auf dem land gesehen, an einer apfelbaumreihe in niedersachsen: alte knorrige apfelbäume quasi mit kopfschnitt. allerdings wurde hier und da noch ein dünnes, kurzes zweiglein drangelassen... das sah zwar eher wie unachtsamkeit aus, aber ob es vielleicht doch eine verjüngungsmaßnahme darstellen soll?
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: landfogt am 03. Januar 2018, 20:36:35
also gegen abgeknickte äste wegen großer dicker vögel helfen Sitzstangen die am stamm entlang bis über die krone hinaus befestigt werden!
und wegen dem reisser,das ist vergleichbar mit einem Ehemann der seine frau zärtlich behandelt im vergleich den obstbaum behutsam nach bestem wissen und gewissen schneidet.der Ehemann kann auch auf sadomaso stehen im vergleich zum Obstbaum seine frau mit der peitsche bearbeiten.und der Ehemann kann auch auf extrem sadomaso stehen,das heiß er hängt die peitsche an die wand und schmeißt die frau dagegen.im vergleich zum Obstbaum den Traktor nehmen und die äste runtereisen und somit oft riesige schlitzwunden verursachen :P
den sommerriss lasse ich gelten.das betreibe ich auch selbst aber es werden nur "neue" etwa halbjährige bis jährige triebe abgerissen um ein neuses austreiben zu verhindern.beim schneiden lässt man häufig ein wenig des triebes stehen,oft nur wenige mm aber das reicht damit sich im darauffolgenden jahr wieder knospen bilden können.
selbst bei den dünnen jahrestrieben muß man an manchen stellen sehr aufpassen,damit nicht grössere schlitzwunden veruhrsacht werden ;)
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: mycorrhiza am 03. Januar 2018, 22:19:58
Haha ich liebe dieses Thema. 4 Experten und 6 Meinungen.
Also ne Greifstange bei einer Streuobstwiese an jeden Baum anbringen ist schlichtweg unmöglich. Ich hab nun insgesamt rund 130 Hochstämme, so viel Greifstangen will ich nicht anbringen. Ich habe hie und da schon ein paar aufgestellt, vll 8 Stück insgesamt, aber es reicht ja schon wenn es sich so ein Vogel ein oder zweimal pro Jahr anders überlegt.

Und ja, dieser Hausmeisterschnitt ist nun wirklich nicht Vorteilhaft. Den habe ich mit meinem Sprichwort nicht ausgeschlossen, aber auch nicht einbezogen. Und hier hören wir es ja schon....3 Leitäste, nein 5 Leitäste!!!! Die Natur macht es schon irgendwie, da stresse ich mich gar nicht rein und fange auch keine hitzigen Diskussionen an.  :-*
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: willi2000 am 03. Januar 2018, 23:23:53
Die Zahl der Leitäste ist eine rein praktische Frage. Bei Hochstämmen mit 3 Leitästen und Öschberg bekommt man 3 sehr stabile Leitäste und kommt mit der Leiter gut in den Baum. Bei einer Fahrgasse nimmt man ehr 4 Leitäste, wobei keiner der Leitäste in die Fahrgasse darf. Und im Hausgarten ist es meist eh egal.

Gruss
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: landfogt am 04. Januar 2018, 21:14:48
ja da kann ich dem willi2000 nur zustimmen!
und eine hitzige diskusion haben wir hier doch nicht ::)
ich selber habe auch an die 100 hochstämme und mache meine Sitzstangen nur an die jüngeren bäume.bei den älteren ist es nicht schlimm wenn mal der eine oder andere ast bricht.
so ein vogel sucht nur ne landemöglichkeit.da reicht eine alle paar bäume.mann kann  auch drei füßer mit einem verlängerten füß aufstellen.aber jedem das seine.
ich finde halt mann sollte an einem Obstbaum sehen,ob der Kulturgut oder wildpflanze ist.
Bussi zurück ;D
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: thuja thujon am 04. Januar 2018, 21:36:18
Notfalls bis ins 2te Jahr Sitzstäbe, die über die Leitäste ragen, in den Baumpfahl nageln.
Ich meinte das so, dass anfallendes Schnittholz von älteren Bäumen an die Baumfesthaltepfosten genagelt werden kann, so, dass es die Leitäste schützen kann, falls sich ein Vogel da hin quetschen will.
Eine Sitzstange in T-Form usw ist was anderes.

Und klar, Leitastanzahl immer je nach Situation, was gewünscht ist. 3, 4 und 5 ist richtig. Das schöne ist, wenn man soweit gediegen ist, dass man genau sagen kann, was man will, dann kann man den Baum entsprechend pflegen. Manchmal mit 3 und manchmal mit 5 Ästen, wenig oder viel Schnitt usw., jenachdem, was eben das Ziel, also der Wille ist.
Auch Hobbygärtner im Hausgarten haben da den ein oder anderen Anspruch an Kronenarchitektur und Pflegeerleichterung. Die müssen zwar nicht mit dem Traktor rein, aber wollen trotzdem nicht von der Leiter fallen oder sich ein Auge ausstechen.
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: landfogt am 05. Januar 2018, 21:51:57
2 mal habe ich auch 5 leitäste stehen lassen weil der eine mir zu schade war um ihn wegzuschneiden.hat sich aber nicht gut ausgewirkt da einfach zu wenig platz für alle waren.resultat lange kahle äste mit am ende ein paar zweigen dran.habe nach einigen jahren einen rausgenommen und die anderen auf die hälfte der länge zurückgenommen.jetzt sind die verbliebenen 4 äste gut verzweigt.
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: landfogt am 05. Januar 2018, 21:53:28
meinte natürlich war nicht waren ;D
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: Staudo am 05. Januar 2018, 22:00:52
Was macht man, wenn ein Baum partout nur drei Leitäste haben möchte und auf der vierten Seite kahl bleibt?
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: landfogt am 05. Januar 2018, 22:14:09
wenn es ein junger baum ist,sieht man manchmal an der kahlen seite trotzdem kleine knospen.wenn dies so ist,einfach mit dem messer über der knospe (ca einen knappen cm drüber)eine kerbe(ca 5mm tief)machen.dies bewirkt,daß der saft nicht so extrem Richtung krone schießt und dadurch die Energie in die knospe fließt.somit bildet sich mit hoher warscheinlichkeit ein trieb!
ansonsten einfach im frühjahr ein reis wie ein schlitz Schraubenzieher schneiden und durch gleiches anschneiden am baum einschieben.rindenlappen wieder hochklappen und reis und rinde mit nem kleinen stahlnagel leicht annageln und verschmieren mit Baumharz.mit etwas glück wächst der dann an und du kannst den nagel entfernen ;)
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: Rib-isel am 06. Januar 2018, 07:02:33
Ahh, das gute alte Kerben :)

Ich würde zum Veredeln den Reis in ein T-Schnitt hinein schieben. Das verheilt gut wenns nicht anwächst. Bei Nägel wäre ich vorsichtig, da muss man wissen was man für welche hat. So mancher Edelstahlnagel rostet wunderbar und emittiert auch, für die Pflanze giftige, Metallionen. Da sind Nägel aus lebensmittelechten Stählen, wie zB V2A-Stahl, sinnfoll
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: Staudo am 06. Januar 2018, 17:04:40
wenn es ein junger baum ist,sieht man manchmal an der kahlen seite trotzdem kleine knospen.wenn dies so ist,einfach mit dem messer über der knospe (ca einen knappen cm drüber)eine kerbe(ca 5mm tief)machen.

Danke.
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: Monti am 06. Januar 2018, 17:46:09
Selbes Problem hatte ich bei einer Kirsche, die ist nur zweidimensional gewachsen. Wenn du wenigstens einen Stummel hast, anschneiden. Kerben wurde erwähnt, ist eine gute Lösung fuktioniert aber auch nicht immer. Zusätzlich gut Stickstoff düngen und nach Möglichkeit wässern. Mit Stickstoff, Wasser und kräftigem Rückschnitt hat meine Kirsche dieses Jahr gleich zwei lange Triebe angesetzt, die ich gut zum Leitast ziehen kann.
Einen Reiser ran veredeln (anplatten), das hab ich auch mal probiert. Nachdem ich ihn dran hatte hab ich gemerkt, dass das keine gute Idee ist. Der Abgangswinkel kann praktisch nur ziemlich steil realisiert werden und man zieht sich Schlitzäste/Druckzwiesel. Mit dem Okulieren könnte es gehen, kommt aber dem Kerben gleich.
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: landfogt am 06. Januar 2018, 20:01:14
ich habe diese praktiken bei meinen bäumen im kronenbereich noch nie gebraucht.
nur einmal wollte ein baum (fraas sommerkalvill)nicht richtig wachsen.da habe ich nen 2 jährigen Wildling 20 cm vom stamm entfernt hingepflanzt und als vorspanner unter die rinde geschoben.muss aber gestehen,daß es erst im 2ten jahr geklappt hat mit dem anwachsen.ich habe da einen dünnen beschichteten stahlnagel genommen den man normalerweise im haus zum bilder aufhängen nimmt.
nach dem 3 standjahr habe ich den vorspanner dann halb,in Keilform durchgesägt und letztes jahr komplett am eigentlichen stamm abgenommen.
das hat echt was gebracht.in der Zwischenzeit hatte ich die sorte aber auch aufveredelt und da konnte ich nach 3 jahren die ersten früchte ernten.
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: Rib-isel am 07. Januar 2018, 09:08:27
nur einmal wollte ein baum (fraas sommerkalvill)nicht richtig wachsen.da habe ich nen 2 jährigen Wildling 20 cm vom stamm entfernt hingepflanzt und als vorspanner unter die rinde geschoben.

Sorry, da komme ich nicht ganz mit. Du hast eine 2.te Pflanze  neben deinem problembaum gepflanzt und die Spitze dieser Pflanze unter die Reinde deiner  Problempflanze veredelt, richtig? Und diesen Wildling nennst du dann "Vorspanner", richtig? Was soll das genau für einen Effekt haben? Was sind die Schlüsselwörter, wo ich das nachschlagen kann?

Unten habe ich ein Bild, so wie ich das versanden habe. Ist das so richtig?
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: thuja thujon am 07. Januar 2018, 10:01:25
Ammenveredlung

http://www.streuobst-lueneburg.de/docs/themenblaetter/Themenblatt_02-Ammenveredlung.pdf
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: Rib-isel am 07. Januar 2018, 10:08:03
merci :) Ammenveredelung kenne ich, habe es auch gut getroffen. he? Rob Ross könnte es nicht besser ;D
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: thuja thujon am 07. Januar 2018, 10:08:19
Fehlende Leitäste bei jungen Bäumen ziehe ich ein Jahr später nach, also im jungen Holz von der Stammverlängerung. Die Leitäste sollen auch nicht als Quirl stehen, sondern können ruhig ein bisschen Abstand voneinander haben. Die Aufhebung vom Internodienabstand macht sonst evtl. Jahre später Probleme, wenn die Äste zu dick geworden sind und sich so gegenseitig am Stamm behindern.

Die Richtung vom Austrieb/Leitast an der einjährigen Stammverlängerung kann man am jungen Holz gut beeinflussen, durch Anschnitthöhe und Knospen blenden, notfalls zusätzlich kerben bei sich schlecht verzweigenden Sorten.

Augen reinveredeln in älteres Holz kann ich mir nicht vorstellen dass das wirklich funktioniert ohne Jahre zu verlieren. Der Austrieb muss so gefördert werden, dass auch wirklich ein Leitast draus wird und sich nicht der recht schwache Trieb schon nach 3 Jahren absenkt und ein Fruchtast draus wird. Zusätzlich noch die Probleme mit der Stabilität, also Verankerung im Stamm.
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: Floris am 07. Januar 2018, 10:47:26
Fehlende Leitäste bei jungen Bäumen ziehe ich ein Jahr später nach, also im jungen Holz von der Stammverlängerung.
Das und der Rest des Beitrages waren auch meine Gedanken dazu, es ist aber wohl nicht selbsverständlich, eine Stammverängerung zu haben.
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: Monti am 07. Januar 2018, 11:41:00
Fehlende Leitäste bei jungen Bäumen ziehe ich ein Jahr später nach, also im jungen Holz von der Stammverlängerung.
Das und der Rest des Beitrages waren auch meine Gedanken dazu, es ist aber wohl nicht selbsverständlich, eine Stammverängerung zu haben.
Bei meiner Kirsche (Lapins) musste ich darauf 4 Jahre warten. An der Stammverlängerung wollte ums verrecken kein Trieb in die eine Richtung wachsen. Der Baum stand erst zweidimensional wie ein Fächer. Die eine Seite hatte ich durch Binden, Schneiden und Blenden hinbekommen, auf der anderen war nichts geeignetes da.
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: landfogt am 07. Januar 2018, 15:01:55
also bei uns heißt es eigentlich vorspannen aber egal.
eine seite reicht vollkommen.mit Fäulnis am stamm hatte ich aber Gott sei dank noch nie probleme 8)
sollte aber wirklich der hauptstamm betroffen sein würde ich den roden,denn eine Patentlösung für die Zukunft ist das bei leibe nicht.
bei Spalier im erwerbsobstbau ok,da die bäume eh nicht alt werden.
dennoch würde ich sagen auch hier wegen zeitaufwendig eher in einzelfällen
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: thuja thujon am 07. Januar 2018, 17:18:07
Hatte ich auch noch nicht machen müssen. Bäume gut im Wuchs halten, dann gehts oft ohne oder im Zweifelsfall ist es eh hoffnungslos.

Was die einseitigen Kronen angeht, wenn ich 2 Leitäste unten habe, plus einen darüber, also eigentlich einer fehlt, dann pflanze ich den Baum so, dass er mit dem fehlenden Leitast zur Sonne hinzeigt. Dort entsteht jedenfalls eher ein neuer Austrieb wie auf der Nordseite. Die Nordseiteleitäste kann ich hier auch fast nicht zu steil erziehen bzw darf nicht aufs Knospenblenden verzichten. Sonst wächst das meiste nach innen und muss unnütz gewachsen weggeschniten werden.

Ist der Baum schon jung gepflanzt und noch keine Leitäste da, blende ich die Knospen bzw schneide so an, dass die Nordseite die am ehesten wüchsige ist. Meist der obere Leitast, so gut wie nie der unterste, der entpuppt sich bei den ertragreichen Sorten gerne mal nach 3 Jahren als abkippender Fruchtast.
Damit ist die Regel Sonnenseite bleibt Sonnenseite und Veredlungsstelle gegen den Wind erstmal aufgehoben.
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: Staudo am 07. Januar 2018, 17:24:33
Hoffentlich kommst Du nie, um meine Schnittkünste zu kontrollieren.  :-X
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: thuja thujon am 07. Januar 2018, 18:56:08
Kann man ja auch extensiv handhaben. Ich kann da durchaus 2-3 Augen zudrücken.

Hier mal ein Beispiel von ich mache aus 3 Leitästen 5. Nach dem anschneiden einfach seitlich verzweigen lassen und die gewachsenen Triebe erhalten

(http://up.picr.de/31467285pg.jpg)
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: Floris am 08. Januar 2018, 07:54:10
An der Stammverlängerung wollte ums verrecken kein Trieb in die eine Richtung wachsen. Der Baum stand erst zweidimensional wie ein Fächer.
Manchmal wollen sie halt nicht, hatte ich bei Kirsche bisher aber noch nicht, die machen am Leittrieb in der Regel einen Quirl Seitentriebe.
In so einem Fall habe ich die Bäume insgesamt stark zurückgeschnitten. Dann war ich zwar wieder ein Jahr beim Kronenaufbau zurück, hatte aber viele Triebe zur Auswahl.
Wenn die Leittriebe zu unterschiedlich stark sind erwarte ich Schwierikeiten mit der Gleichmäßigkeit in der Entwicklung, die schwachen hängen immer nach.

Verzweigte Leittreibe habe ich auch schon zugelassen, mache ich aber ungern.
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: landfogt am 09. Januar 2018, 22:01:53
also in welche Richtung ich die leitäste bei einer neupflanzung schauen lasse,da habe ich mir noch nie Gedanken darüber gemacht bzw. darauf geachtet.
das wichtigste für mich ist wenn ich einen baum kaufe,das kein schnitt von der Baumschule vorgenommen wurde!!
dadurch sind noch viele,in alle Richtungen wachsende Ästchen am baum,die ich dann so schneiden bzw.rausnehmen kann wie ich will.es ist oft erschreckend wie schlecht ein pflanzschnitt von einer Baumschule durchgeführt wird.
mittler weile ziehe ich aber meine bäume selbst.wenn man viel unterwegs ist bietet sich einem des Öfteren die Möglichkeit,irgendwo in der Pampa nen Sämling zu finden und mitzunehmen.
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: landfogt am 09. Januar 2018, 22:07:30
ach ja wegen der unterverzweigung von leitästen:mein cox orange und goldparmähne haben so was auch.also nen y ast ;D
ich versuche es aber seither eher zu verhindern,da sich sonst keiner der beiden richtig entfalten kann.weniger ist da manchmal mehr und je früher man da einen rausnimmt,um so besser für den baum im bezug auf die wunde.
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: thuja thujon am 09. Januar 2018, 22:09:59
So elitär es auch klingen mag, viele Bäume sind ja schon vor dem Pflanzschnitt verschnitten.
Anschnitt nach dem ersten Jahr auf der falschen Höhe, keine Knospen geblendet, aus dem obersten Auge 2 Triebe, einer davon soll die Stammverlängerung sein, darunter das Auge ist Schlitzast, wenns ein gutes Wachstumsjahr war das darunter auch, ansonsten gibts noch 1-3 Triebe, wovon eigentlich nur einer als Leitast und der Rest als Fruchtspiess taugt.

Solches Material ist zu 90% das, was hier vom Stadtverband der Kleingärtner ausgehändigt wird bzw eins zu eins von ihm aus den Baumschulen weitergereicht wird.
In den anderen Baumschulen im Umkreis siehts auch nicht wesentlich besser aus.

Das hat mich vor ein paar Jahren auch dazu gebracht, Steckholzvermehrung von Unterlagen usw auszuprobieren und Kontakt mit dem Pomologenverein aufzunehmen.

Und nun stehe ich vor dem selben Problem: in welcher Höhe anschneiden, wie gut wurde er gepflanzt, wieviel Wurzeln hatte er, wie lange war das Laub im Herbst noch drauf, wie kräftig ist der Austrieb zu erwarten, wieviele Augen sollten geblendet werden...  ???
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: mycorrhiza am 12. Januar 2018, 00:35:12
thuja thujon:
Also das mit der schlechten Baumschulware ist ein haeufiges Problem. Teilweise liegt es sicher daran, dass das Wissen mangelt oder es eben schnell gehen muss oder einfach der Praktikant rangelassen wurde.

ABER

Wie du schon sagst: Welches Auge nehme ich jetzt? Welche Hoehe anschneiden?
Das sind Sachen die man bestimmt in einem schlauen Buch nachschlagen kann, und dann macht man es so wie es dort steht und dann hatte der Baum wieder seinen eigenen Willen. Dann bleiben ein paar Knospen aus, der Trieb waechst in einem voellig verrueckten Winkel oder vielleicht setzt sich wieder ein Vogel auf den Ast hehe.....

Einen Hochstamm heranziehen, schneiden und pflegen ist schon eine kleine Kunst fuer sich aber man darf halt auch nie vergessen, dass es sich um ein Lebewesen mit eigenem Charakter handelt.

An meine erste Streuobstwiese bin ich auch hochmotiviert rangegangen. Erster Daempfer war dann das schlechte Ausgangsmaterial und der zweite Daempfer dann die Eigenheit eines jeden eigenen Baums. Am Anfang habe ich auch noch die Aeste gebunden und gespreizt um den richtigen Winkel zu bekommen...der Arbeitsaufwand hat mich nicht abgeschreckt, aber die Sturrheit vom Baum.

Haben wir eigentlich schon ueber Energie- und Wasserfluesse im Boden und den Einfluss auf den Baum gesprochen?
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: Staudo am 12. Januar 2018, 07:27:00
Das lassen wir mal lieber sein.  ;)

Ich betreue derzeit rund junge 180 Hochstammobstbäume. Da kann ich nicht bei jedem Zweig eine halbe Stunde lang sinnieren. Wichtiger als der superkorrekte Schnitt, falls es den geben sollte, ist, dass sich überhaupt jemand darum kümmert und das möglichst mit einem gewissen Grundverständnis. 
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: Floris am 12. Januar 2018, 08:34:27

Welches Auge nehme ich jetzt? Welche Hoehe anschneiden?
Es gibt Grundsätze dazu, nach denen die Augen unterschiedlich austreiben, je nachdem in welchem Bereich des (einjährigen) Triebes sie sich befinden.
Man wird aber nie vorab genau ausrechnen können, was passieren wird, wenn ich irgendwo anschneide. Ist ja zusätzlich auch noch davon abhängig, wie wüchsig der Baum an sich ist und in welchem jahreszeitilchen Stadium er sich gerade befindet.

Diese Unterschiede gibt es auch bei anderen Pflanzen, auch bei vielen Zierpflanzen die früher (mehr als heute) während der Kultur gestutzt und pinziert wurden.

Daher ist es endlich Gefühlssache, wo genau ich anschneide. Hängt auch davon ab, wie gut ich mich erinnern kann was ich getan habe, wenn ich später das Ergebnis anschaue.
Ja, zum Glück, kommt es nicht darauf an, dass jeder Schnitt exakt an der richtigen Stelle gesetzt wird, schließlich erziehe ich den Baum über viele Jahre und passe die aktuelle Maßnahme immer an die bisherige Entwicklung an.
Das geht aber nur dann gut, wenn ich einen Baum über eine längere Zeit betreue, also ein wenig kenne.
Schlecht ist immer, wenn man vor fremde Bäume gestellt wird und mit einer Maßnahme alle bisheringen Versäumnisse beheben soll.

 
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: thuja thujon am 12. Januar 2018, 09:21:40
Mit ein bisschen Erfahrung mit seinen eigenen Bäumen kann man meist schon ganz gut abschätzen wo was wie kräftig austreibt. Ich kann nur nicht sagen, ob zB. der vierte Trieb noch kräftig genug ist oder nur langer Fruchtspieß wird. Bei Kernobst und speziell Apfel ist das ungleich einfacher als bei zB. Zwetschgen.

Bei fremden Bäumen, die man zum ersten mal sieht, ist nach der Baumansprache (die verrät viel Geschichte) oft noch die Frage berechtigt, wie der Baum um die Wurzel rum gepflegt wurde oder in Zukunft gepflegt werden soll.
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: Staudo am 17. Januar 2018, 17:06:26
So erzieht man Besenbäume.
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: Sternrenette am 17. Januar 2018, 17:22:53
Welche Fachfirma macht sowas :o
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: Wühlmaus am 17. Januar 2018, 18:44:52
Immerhin gibt es für jeden Ast eine Verlängerung - zumindest aus Fruchtholz.
Wenn die Witterung einen Fruchtansatz erlaubt, wird der Austrieb zu einer deutlichen Verjüngung der Kronen führen. Gibt es witterungsbedingt keinen Fruchtansatz (so wie hier in den letzten beiden Jahren) gibt es wirklich richtige endständige Besen :P

Ich hab schön Schlimmeres gesehen: Mit der Säge stumpf amputierte Leit- und Seitenäste :-X Waren keine Platanen ...
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: Sternrenette am 17. Januar 2018, 18:56:13
Hier muß man drei Jahre konsequent und fachkundig nachschneiden.
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: Wühlmaus am 17. Januar 2018, 18:57:15
Auftragsbindung 8)
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: Staudo am 17. Januar 2018, 19:03:05
Ihr verkennt die Lage. Dort war 2000 eine Landesgartenschau. Offensichtlich wurde der Schnitt von Bäumen und Hecken seit dem vernachlässigt. Jetzt wurde kräftig gestutzt und gerodet. Ich bezweifle, dass dort jetzt ein regelmäßiger Schnitt beauftragt wird.
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: Sternrenette am 17. Januar 2018, 19:05:03
 :P
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: Floris am 17. Januar 2018, 20:22:56
Jetzt wurde kräftig gestutzt und gerodet. Ich bezweifle, dass dort jetzt ein regelmäßiger Schnitt beauftragt wird.
Das erste war evtl. die Folge des dafür vorgesehenen (geringen) Budgets. Wenige kräftige Schnitte erfordern deutlich weniger Zeit als publikumsverträgliches Rumschnippeln.
Wenn dein Blick in die Zukunft sich bewahrheiten sollte, ist das natürlich Mist.

Ich lese gerade in dem Buch von J. P (Da wächst nichts). Das Prinzip, in größeren Zeitabständen eine Firma zur Pflege zu beauftragen  ("Das hat aber mal wieder richtig Luft gegeben") scheint zumindest so weit verbreitet zu sein, dass es erstens ihm einen Beitrag wert war und zweitens ich die beschriebene Situation gut nachvollziehen konnte.

Wer weiß denn wie die Bäume vorher aussahen? Ich kann mir vorstellen, dass da zur Gartenschau recht große Bäume verpflanzt wurden. Möglicherweise sind die nie richtig angewachsen und waren inzwischen hoffnungslos vergreist? ("Der Schnitt wurde seitdem... vernachlässigt" ist sehr nett formuliert.)

Ich bin bei solchen Meldungen immer ganz vorsichtig. Man kann an Gehölzen in der Öffentlichkeit kaum noch was machen ohne dass es Beschwerden gibt.

 
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: Staudo am 17. Januar 2018, 20:29:21
Ja. Vermutlich waren Teile des Parks wirklich zugewachsen. Das geschieht quasi unbemerkt jedes Jahr ein Stück. Wird dann einmal ordentlich Luft gemacht, fällt das natürlich auf.
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: Floris am 17. Januar 2018, 20:37:29
Auch ein Beispiel, bei dem Gartengestalter mit Obstbäumen zusammentrafen.
Die sehen durch das Laub ja ganz gefällig aus. Ich vermute, dass sich darunter ein Kopfschnitt verbirgt, also eher was untypisches für Apfeläume.
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: Staudo am 17. Januar 2018, 20:59:25
Das sieht mir so aus, als ob der Planer Kugelbäume wollte, aus irgendwelchen Gründen aber Obstbäume vorgeschrieben waren. An der Stelle finde ich das in Ordnung, weil sich jemand was dabei gedacht hat.  ;)
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: landfogt am 17. Januar 2018, 21:46:36
vielleicht zieht ja mal einer nen kugelbaum wie ein obstbaum ;D
solange er sich was dabei denkt ;D
spaß :-X
dein Foto mit den radikal geschnittenen bäumen-meine alten verkorksten sahe noch etwas kahler aus.allerdings habe ich sofort alle abgesägten äste veredelt.für mich die einzige Möglichkeit solche bäume zu sanieren
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: thuja thujon am 18. Januar 2018, 00:12:32
Zumindest sehe ich keine extremen Starkastamputationen auf den Bildern. Um mal was positives dazu zu sagen.

Jedes Jahr die konsequente Frevelei und das ungenierte vergreifen an unschuldigen Obstbäumen lässt mich manchmal mehr stocken als ein paar Bäume, die schon ohne Zukunft gepflanzt wurden und nach x Jahren der Null-Pflege dann auch mal mit ihnen zumindest irgendwas passiert. Die wurden beim pflanzen schon geopfert, das tut irgendwie weniger weh als Bäume, bei denen sich jemand mit Elan drum kümmert, dass sie regelmäßig verstümmelt werden.

Wer nutzt die Bäume in dem Park? Warum kümmern die sich nicht drum? Wollen die nur ernten oder will überhaupt niemand mehr das Obst? Das Problem ist doch fast jedesmal das selbe bei Dingen, die keiner mehr will. Die sind nur mit Ärger durchzuboxen.
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: landfogt am 18. Januar 2018, 20:23:23
ja da hast du recht.leiber der Natur überlassen als dran herum murksen und verstümmeln.siehe Straßenbauamt.raufputzen bis kein ast mer da ist und dann umsägen.
wenn man genötigt ist eine radikahlkur zu machen sollte man ein paar zweige dran lassen wegen der Wasserführung.
ein gesunder alter stamm ist es wehrt den baum zu erhalten.nur durche meine alten hochstämme,konnte ich so viele sorten aufveredeln
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: mycorrhiza am 11. Mai 2018, 00:24:07
Hallöchen, ich bins wieder. Kurze Frage: Sollte man Triebe die am Stamm unter dem Kronenansatz wachsen noch in der Vegetationsperiode abschneiden oder bis zum Winterschnitt warten?
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: cydorian am 11. Mai 2018, 00:27:19
Sind sie dünn, reisse ich sie Ende Juli ab. Das erwischt auch schlafende Augen und die Heilung geht schnell. Muss ich sägen weil sie schon kräftiger sind, mach ich das beim Winterschnitt.
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: mycorrhiza am 27. Dezember 2018, 16:45:02
So, mittlerweile ist wieder ein Jahr rum und der nächste Winterschnitt steht bevor. Ich glaube bezüglich der Regenfälle in diesem Jahr muss ich nichts weiter dazu sagen....natürlich hat die Trockenheit auch meinen Bäumen zu schaffen gemacht. Um schlimmeres zu verhindern wurde ein altes Güllefass umgebaut und zur Bewässerung verwendet. Das hat zwar den Apfeltod verhindert, aber so richtig viel ist natürlich auch nicht gewachsen. Anbei ein paar Fotos.

Nun wieder die gleiche Frage: Schneiden oder nicht schneiden? Viel dazu gewachsen haben sie ja fast gar nicht.

Kurz zur Info:
Gepflanzt: Herbst 2016 und Pflanzschnitt gemacht
Winter 2017/2018: Nicht geschnitten weil fast kein Neuwuchs (wenig Regen und schlechte Baumschulware (wegen Förderung....))
Winter 2018/2019: Schneiden oder nicht schneiden? (Absolutes Dürrejahr, wiederum fast kein Neuwuchs)
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: mycorrhiza am 27. Dezember 2018, 16:45:20
Beispiel 2
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: mycorrhiza am 27. Dezember 2018, 16:45:32
Beispiel 3
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: thuja thujon am 27. Dezember 2018, 17:48:26
Warum schneidet man eigentlich Bäume?
Damit sie kräftig wachsen und damit kräftige Leittriebe bekommen, die später einmal Früchte tragen können ohne abzuknicken oder zu brechen.

Wenn du das beherzigen willst sollten nicht viel mehr Fragen offen sein. Ansonsten finde ich den Wuchs ok. Da scheinen auch 30-40cm Triebe dabei zu sein.
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: Rib-isel am 28. Dezember 2018, 12:10:12
Ich würde den ein o. anderen Korrekturschnitt ansetzen aber keine großen Schnittmaßnahmen.

Beim ersten Bild scheint die Pflanze einen doppel-Leittrieb zu bekommen. Da würde ich einen entfernen.

Beim dritten Bild scheint es, dass da sich rel viele Kongruenztriebe bilden. Kann auch eine schlechte Perspektive sein. KA.

Beim 2. Bild den rechte Leitast auf 1. Blütenknospe/Kurztrieb kürzen um ihn ein wenig auf den rechten "Leitast" anzugleichen. Den linken "Leitast um 1/3 einkürzen um das Wachstum anzuregen.  (ich habe wohl einen kleinen Fehler gemacht, den ich korrigiert habe, ich verwechselte links mit rechts. Sowwy)
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: mycorrhiza am 28. Dezember 2018, 12:49:55
Ich hatte ja vor allem die Befürchtung, dass die kleinen Bäumchen nach dem ganzen Stress eine Schnittmaßnahme nicht so gut vertragen. Aber ja, ohne Rückschnitt gibt es keinen starken Neuaustrieb. Also ich denke ich werde mal ganz leicht regulatorisch eingreifen  ;D
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: thuja thujon am 11. Januar 2019, 21:59:42
Ich will mal ein Bäumchen zeigen das ich seit rund 5 Jahren schneide.

Es wird nicht besonders gepflegt, der Wuchs ist bescheiden und die 2 großen Wunden am Stamm hat es wohl schon seit eher 10 als 5 Jahren.
Also Apfel, schwachwüchsig, aufgeastete Spindel, wurde nie als solche erzogen. Trägt regelmäßig.

Foto vor dem Schnitt. Wäre eigentlich fast nix dran zum schneiden.
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: thuja thujon am 11. Januar 2019, 22:02:50
Nach dem Schnitt, eigentlich nur das zuviel an Fruchtholz entfernt, damit das bäumchen wieder etwas mehr Energie zum wachsen hat und sich nicht totträgt.
Zusätzlich nur 2-3 Ästchen, die in die falsche Richtung gingen oder für die Stelle am Ast zu stark waren, entfernt.

Foto nach dem Schnitt. Ich denke der hat noch ein paar Jahre, auch wenn man es nicht gleich vermuten würde und der Baum eigentlich schon vor 5 Jahren abgeschrieben war.
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: Wühlmaus am 11. Januar 2019, 22:16:25
Kann es ev sein, dass da zuviel im Bereich der "Baumscheibe" wächst (Goldrute?)?
Auch wenn das vergangene Jahr extrem war, hat der Baum offenbar seeehr wenig Zuwachs :-\ Ich würde ihm an den Wurzeln  Luft machen und eine dicke Packung Kompost spendieren.
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: thuja thujon am 11. Januar 2019, 22:34:52
Würde ich auch, ist aber nicht mein Baum.
Ja, da wächst einiges. Auch Feldsalat, also gehackt wird da auch nicht so oft. Wasser bekommt er wohl nur die Reste vom Rasensprenger, der ist geschätzt 2-3 mal gelaufen in 2018. Also auch da kommt nix. So wird das nix mit den schwachen Unterlagen wenn die vollhängen. Es bleibt für mich trotzdem ein Baum. Ich als Nichtbesitzer achte da mehr drauf als diejenige, die die Äpfel erntet (oder hängen lässt). Mich würde ja mal interessieren wie die von der Aromatik sind. Könnte sich bei Bäumen in einem solchen Stadium ja an die von der selben Sorte auf stärkerer Unterlage angleichen.  ???
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: Wühlmaus am 12. Januar 2019, 00:29:10
Zitat
Es bleibt für mich trotzdem ein Baum.
Das auf jeden Fall! Und wenn man "nur" nach der Optik geht, kann ein solch kleiner "Hungerhaken" recht bizarr und auf seine Weise attraktiv sein.
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: Aella am 12. Januar 2019, 06:47:24
Hat jemand schon das Video hier gesehen?

Finde ich ja interessant einen Nichtsäulenbaum wie eine Säule zu erziehen
https://m.youtube.com/watch?v=oP7eLC3inXk
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: b-hoernchen am 12. Januar 2019, 15:39:05
Ich sag' ja auch, ich brauch keine Säulenobstbäume  - hab' keine Lust mich mit der minderwertigen  Obstqualität von Säulensorten herumzuschlagen, nur weil der Baum genetisch auf dieses Wachstum getrimmt ist.
Eine "normale" Sorte auf M9 mit kurzgehaltenen Ästen tut es auch und ist viel besser.  Und der Schnitt ist einfacher, als man denkt - notfalls "gedanklich" mit der Heckenschere in 10-20cm Entfernung am Hauptstamm entlang fahren und so schneiden, dass das Ergebnis auf Dasselbe rauskommt. Dann noch Hängendes und zu dicht Gewachsenes rausschneiden - und voilá!
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: Rib-isel am 12. Januar 2019, 15:54:40
Was bitte, soll am Schnitt einer echten Säule komplizierter sein, als eine normale Sorte auf schwacher Unterlage zur Säule herunter zu schnipseln? :)  :o ???

Die Geschmacksproblematik kann ich ad hoc nicht wiedersprechen.
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: b-hoernchen am 12. Januar 2019, 16:46:05
Was bitte, soll am Schnitt einer echten Säule komplizierter sein, als eine normale Sorte auf schwacher Unterlage zur Säule herunter zu schnipseln? :)  :o ???
Das war auch nicht die Frage.
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: Starking007 am 12. Januar 2019, 18:38:48
"...minderwertigen  Obstqualität von Säulensorten..."

Das war einmal!
Ich hab hier einige, bin sehr zufrieden, schöne Optik als schlanke Hecke,
viele große Äpfel, wenige Minuten Schnitt ausm Stand.
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: cydorian am 12. Januar 2019, 19:00:30
Säulenobstdiskussion z.B. hierhin: https://forum.garten-pur.de/index.php?topic=21339.15
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: Vogelsberg am 12. Januar 2019, 19:13:29
"...minderwertigen  Obstqualität von Säulensorten..."

Das war einmal!
Ich hab hier einige, bin sehr zufrieden, schöne Optik als schlanke Hecke,
viele große Äpfel, wenige Minuten Schnitt ausm Stand.

... für vom Ertrag und Qualität gute Säulen finde ich bei mir sicherlich auch noch ein Fleckchen  ;)... welche Sorten sind bei Dir denn empfehlenswert - Antwort bitte im Säulenapfelthread  :)
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: thuja thujon am 13. Januar 2019, 18:46:09
Danke fürs Video, Aella.
Klikschnitt hat nun aber nix mit Säule zu tun. Vielmehr ist das wohl was für Sorten die halbwegs gut verzweigen bzw nicht zum verkahlen an der Basis neigen.
Ich werds wohl ausprobieren, habe ja noch 9 Bäumchen mit 92cm Pflanzabstand, die ab nächstes Jahr ein Konzept brauchen. Und das Konzept finde ich, haben die gut erklärt. Das es eben nur funktioniert wenn alles stimmt. Deshalb auch die hohen Bäume. Die Wuchskraft muss ja verteilt werden ohne von der Frucht ins Holz zu gehen.
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: b-hoernchen am 13. Januar 2019, 23:08:11
Funktioniert sicher am besten bei modernen Sorten. Bei meinem Boskoop auf M9 hätte ich auch Bedenken, dass das funktioniert. Also alte triploide Sorten werden da wohl nix. Dafür ist es aber sowieso fraglich, was solche Sorten auf M9 sollen. Mein Boskoop auf M9 hat zu 100% stippige Früchte, die zu ungefähr 3/4 von innen her faulen, Kernhausbräune zeigen und zu füh reifen, kaum lagerbar sind - kurzum alle Schandtaten zeigt, die ein Baum auf nicht geeigneter Unterlage so macht.
Andererseits kenne ich auch keine Säulenboskoopsorte... - und zur Marssoninaproblematik schweigen sich unsere Säulenapfelfreunde aus.

Interessant wäre, ob man mit dem gezeigten "Säulenschnitt" vielleicht der Marssonina in gewissem Rahmen ein Schnippchen schlagen kann.
Marssonina coronaria schlägt am heftigsten bei Blättern aus altem Holz zu, diesjährige Triebe behalten trotz Anfälligkeit ihre Blätter  - relativ - lange. Wenn der Baum also kaum altes Holz hat und ansonsten zu 90% seine Blätter an Neutrieben hat - tja, wer weiß-?
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: Helene Z. am 17. Januar 2019, 13:58:46
Darf ich meinen Apfelzwerg hier einmal vorstellen?
Er ist vor ein paar Wochen hierher verzogen, ein kleiner schon etwas älterer Braeburn mit Familiengeschichte, gerade gerichtet keine zwei Meter hoch. Er hat am alten Platz mehrfach kleine "Zwergbraeburn" getragen. Ich würde nun das Wachstum gerne etwas anregen, hadere aber mit dem "Pflanzschnitt".

Frage Bild 1: Spitze/Krone gerade richten, zwecks Höhengewinn, oder besser im Knick kappen?
Frage Bild 2: Radikale Schnittkur und dabei gezielt die Flechten reduzieren?

oder einfach abwarten, erst einmal den neuen Austrieb ansehen und dann einen Sommerschnitt durchführen?
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: Helene Z. am 17. Januar 2019, 13:59:12
Bild 2
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: Arachne am 17. Januar 2019, 19:21:25
Ist das Bäumchen bisher im Topf gehalten worden?
Es hat viel altes Fruchtholz, aber kaum junge Triebe. Leider ist die Spitze des Bäumchens nicht mit auf dem Bild. Sieht es da besser aus?
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: Rib-isel am 17. Januar 2019, 20:05:55
Bei meinem Zwergbaum Garden sun red habe ich auch vor Jahren einen Schnitt zwecks Verjüngung gemacht. Das  verlief sehr erfolgreich. Dabei habe ich folgendes gemacht:

Einen o. zwei stärkere Äste entfernt (Da müsste ich noch einmal nach gucken, spielt aber keine Rolle), sowie die Wurzeln mit der Hilfe eines Rasenkantenstechers gekappt. Dabei habe ich einfach mit diesem Stecher, entlang der Kronebreite, um dem Stamm in den Boden gestochen.
Das Entfernen der zwei Äste, sowie der Wurzelschnitt regte die Pflanze deutlich zum wachsen an.
 Im Frühjahr habe ich kräftig mit stickstoffhaltigen Düngern gedüngt. Mehr nicht.

Ich würde die Äste deines Baums nicht auf Blütenknospe zurück schneiden, dass könnte eher nachteilig sein.

Die Flechten sind weder schädlich noch nützlich. Du kannst sie einfach ignorieren.
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: b-hoernchen am 17. Januar 2019, 21:05:18
Auf welcher Unterlage steht denn so ein Zwergenbaum bitte?

Wenn der Baum letzten Herbst/diesen Winter umgesetzt wurde, wurden vermutlich auch Wurzeln verletzt. Um die Verdunstungsfläche der Blätter (nach Austrieb) dem verringertem Nachschub durch die kleinere Wurzelmasse anzupassen, ist ein kräftiger Rückschnitt unerlässlich.

Auch um Wachstum und damit dereinst (übernächstes Jahr) neues Fruchtholz zu erzeugen, würde ich kräftig zurückschneiden, Höhe um ca. 1/2 verringern,  hängende und einge waagrechte Äste ganz entfernen und von den kräftigeren ca. 4 behalten.
Die würde ich durch sachtes Hochbinden ca. in einen 45° Winkel zum Stamm bringen, damit sie wieder "durchblutet" werden; außerdem um ca. 1/2 einkürzen - aber nur so, dass mindestens noch 1-2 Austriebsknospen vom Stamm aus gesehen übrig bleiben.

Das klingt zwar erstmal brutal, dürfte aber wieder "Leben in die Bude" bringen.

Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: Helene Z. am 17. Januar 2019, 21:06:58
Vielen Dank für Eure Antworten.
Die "Krone" des Baumes ist im ersten Bild oben rechts zu sehen, mehr ist da nicht. 2018 gab es, wenn überhaupt, nur minimales Astwachstum. Die Wurzeln wurden mehrfach durch eine Mausefamilie gekappt, ala Bonsai-Schnitt  ::) aber ohne Topfhaltung, Lehmboden.

@rib-huftier: Könnte Dein Vorschlag auch klappen, wenn ich die unterste Astebene entferne oder besser doch die derzeitige "Krone"? Die Wurzeln wurden ja schon beim Umsetzen gekappt und im Pflanzloch sind Hornspäne; später kommt dazu noch die Frühjahrsdüngung.
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: b-hoernchen am 17. Januar 2019, 21:12:09
dann vergiss bitte nicht dem Wurzelballen einen Wühlmauskorb aus 6-Eckgeflecht (13mm) und Deckel aus dem gleichen Material zu geben, mindestens ca. 50cm Durchmesser.
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: Helene Z. am 17. Januar 2019, 21:16:03
@b-hoernchen
"Auf welcher Unterlage steht denn so ein Zwergenbaum bitte?"
Keine Ahnung, es war vermutlich Ausschuß aus einer Produktion für den gewerblichen Anbau. (Der einzige Braeburn den ich zu der Zeit auftreiben konnte)

"Wenn der Baum letzten Herbst/diesen Winter umgesetzt wurde, wurden vermutlich auch Wurzeln verletzt."
genau

"Um die Verdunstungsfläche der Blätter (nach Austrieb) dem verringertem Nachschub durch die kleinere Wurzelmasse anzupassen, ist ein kräftiger Rückschnitt unerlässlich."
So habe ich befürchtet.

"Auch um Wachstum und damit mal dereinst (in ca. 3 Jahren) neues Fruchtholz zu erzeugen würde ich kräftig zurückschneiden, Höhe um ca 1/2 verringern,  ..."
Dazu würde ich den oberen Teil auf Höhe der grünen Stütze kappen *?* dort ist ein kleiner Seitentrieb.
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: Helene Z. am 17. Januar 2019, 21:19:03
dann vergiss bitte nicht dem Wurzelballen einen Wühlmauskorb aus 6-Eckgeflecht (13mm) und Deckel aus dem gleichen Material zu geben, mindestens ca. 50cm Durchmesser.
Daran habe ich leider nicht gedacht  :-\ zu spät.
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: b-hoernchen am 17. Januar 2019, 21:38:08
Was heißt da zu spät? Den Baum kannst du locker nochmal ausgraben, der hat sowieso kaum mehr Wurzeln, wie der aussieht... .
Nur den kräftigen Rückschnitt nicht vergessen!

Dazu würde ich den oberen Teil auf Höhe der grünen Stütze kappen *?* dort ist ein kleiner Seitentrieb.
Mindestens bis zur Oberkante der Stütze zurückschneiden!

Wenn du Braeburn magst, würde ich dir übrigens den Paradis New Year einer Schweizer Versandbaumschule (Lub...) empfehlen, meiner Meinung nach viel besser als Braeburn, vielleicht mit der beste und aromatischste Lagerapfel, den ich kenne. Und du musst dich nicht mehr mit deiner Minikrücke abgeben. Bis die jemals wieder trägt, hast du mit einem neuen Baum auf M9 auch schon Ernten... .
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: Starking007 am 17. Januar 2019, 21:46:49
Apfelzwerg:

Sowas würde meine Frau ohne zu fragen quer ins Fenster hängen, ein paar Eier zu Ostern dran, fertig!
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: Helene Z. am 17. Januar 2019, 22:00:04
Das Bäumchen soll nur ein bisschen in Schwung kommen, es hat Bleiberecht und ein "großer" Baum wäre an dem Platz zuviel ;D *geht dann mal Gitterkorb, Spaten und eine "große" Schere holen* Ich danke Euch.
... Durchaus möglich, dass es zeitweise als saisonnaler Eierbaum genutzt wird, der Standort paßt  ;)
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: thuja thujon am 18. Januar 2019, 10:14:44
@rib-huftier: Könnte Dein Vorschlag auch klappen, wenn ich die unterste Astebene entferne oder besser doch die derzeitige "Krone"?
Für mich sind die unteren Äste in der Regel die wertvollsten. Diese erhalte ich soweit es geht. Wenn unten alles ausgeputzt wird leidet in der Regel auch das oben darunter, oder zumindest machen viele Wunden am Stamm die Situation nicht besser.
Eine einzelne Wunde über der Blütenknospe in Höhe vom grünen Stab erreicht das selbe Ziel (Kronenreduktion) deutlich Baumverträglicher.
Tja, und nach diesem Schnitt würde ich die unteren Äste etwas einkürzen, also das viele Fruchtholz reduzieren und auf die Blütenknospen möglichst in Stammnähe einkürzen. Bei dickeren Ästchen würde ich 2-3 nach oben zeigende stehen lassen, nach unten zeigende alle weg. Bei dünneren ästchen nur eine nach oben zeigende.

Damit wäre der Schnitt erledigt, dazu kommt noch Mist jetzt drauf oder ein Nitratdünger im Februar/März geben. Ganz wichtig, ohne das alles sinnlos ist: die Blüten entfernen sobald sie aufblühen. Der Baum verkraftet im aktuellen Ernährungszustand keine Früchte. Der ist ausgemergelt und muss erstmal wieder Stärke und Zucker aufbauen.
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: Rib-isel am 18. Januar 2019, 15:38:44
Nach meiner Meinung solltest du keine ganze Astreihe entfernen. Ich merke, dass dir die Krone ziemlich gegen den Strich geht. ;) Dann kürze sie, wie Thuja vorschlug, auf Höhe des grünen Stabs. dann hat der Baum genug Wachstumsanregung :)
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: Elro am 18. Januar 2019, 18:28:14
So wie ich das sehe ist das eine schwachwachsende Unterlage und ein Spindelbusch. Daran würde ich gar nichts ändern. Das einzige was gut tun würde wäre ein Fruchtholzschnitt. Also Fruchtquirle entweder auf Stummel entfernen(um neue Triebe zu erhalten) oder die stark hängenden Fruchttriebe ableiten auf weniger stark hängendes Holz.

Ich habe einen 20 Jahre alten Braeburn auf M9, der ist ca.2,60m hoch. Mir scheint, daß diese Sorte nicht gerade starkwüchsig ist. Ich habe zum Spaß, weil die Sorte Braeburn sehr schorfanfällig ist, Ellison Orange auf einen Ast gepfropft. Jetzt muß ich leider feststellen, daß die zwei gar nicht gut zusammen passen, der Ellison wächst dreimal so stark und schnell, will den Braeburn überholen. Der muß also wieder alleine wachsen ;D
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: thuja thujon am 18. Januar 2019, 20:25:43
Ich habe bei solchen Todeskandidaten noch keine guten Erfahrungen gemacht mit Äste auf Stummel wegschneiden. Die haben die Energie nicht, um aus den schlafenden Knospen auszutreiben. Wenn du Fruchtholz ausdünen meinst, sind wir d´accord.

Ich kenne einen Birnbaum, der war nach diesem Stadium mal ein Jahr komplett ohne Austrieb, nicht ein einziges Blatt das ganze Jahr, hat er einfach nicht geschafft, im Jahr drauf trieb er dennoch aus, Zuwachs seitdem mit allen Trieben zusammen etwa 20-30cm in 5 Jahren. Er lebt...
Ich denke ein Patient auf der Komastation mit künstlicher Beatmung wird eher einen Marathon laufen als das solche Bäume ohne `Gesundungsschnitt´ und extra-Stickstoff innerhalb von einem Jahr kräftig durchtreiben und wieder Substanz aufbauen.
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: Elro am 18. Januar 2019, 21:12:36
Wenn du Fruchtholz ausdünen meinst, sind wir d´accord.
Genau das meine ich ;)
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: Helene Z. am 18. Januar 2019, 23:39:05
So wie ich das sehe, ist das eine schwachwachsende Unterlage und ein Spindelbusch ...

Perfekt! Das ist es  :D  Dein Hinweis hat mich zu passenden Bildern zum Umsetzen Eurer Vorschläge geführt. Nun habe ich eine Vorstellung davon, was eventuell mal möglich ist *das Ziel vor Augen*
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: Helene Z. am 22. Mai 2019, 22:31:42
Update: Dem kleinen Braeburn geht es prima.
Er hat sehr viele Seitentriebe gebildet und auch an der gewünschten Stelle zur Stammverlängerung haben die schlafenden Augen ausgetrieben. Nun sind aber genau diese zentralen Triebe (3 cm) weniger wüchsig als die Seitlichen (15 cm). Die Seiten beginnen die Mitte in der Höhe zu überragen. Zwei habe ich schon per quereingelegten Stock runtergebogen, nun schießen die anderen  ...

Deshalb eine neue Frage:
Was ist besser, die seitlichen jungen Triebe nach unten lenken (s. o.) oder kann ich deren Wachstum durch Entspitzen etwas abbremsen, damit die Mitte kräftiger wird? Der Baum soll sowieso eher schmal bleiben. Gibt es einen geeigneten Zeitpunkt, Stichwort Sommerschnitt?
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: thuja thujon am 23. Mai 2019, 00:06:26
Wenn die Mitte nicht durchstarten will, kommt manchmal vor bei einjährigem Holz wenn man zu dicht an der Knospe schneidet oder im mehrjährigen Holz wenn die Saftleitungsbahnen die anderen knopsen bevorzugen, dann wird da auch später nichts mehr draus. Es macht also keinen Sinn die Seitentriebe zu bremsen um die Spitze zu fördern. Die bleibt schwach, egal was man tut.
Besser ist es, einen Seitentrieb auszuwählen und diesen nach oben zu drappieren, als neue Mitte. Die ursprünglich angedachte kann dann auch gleich weg. Zeitpunkt jetzt, egal ob das Längenwachstum schon 20cm gebracht hat oder erst 5cm. Das was man Anfangs beobachtet, verstärkt sich nur noch. Triebe die nicht wollen, werden komplett abgehängt übers Jahr, machen manchmal nichtmal eine Blütenknospe.

Anders sieht es aus wenn die Mitte aus wirklich altem Holz kommt, also eher ziemlich dick und von den Leitungsbahnen noch gut versorgt, wenn gekappt wurde und obendrüber mal viel war zum Beispiel, dann können die Anfangs schwachen Triebe, was etwa kurz nach der Blüte schon austreibt, noch deutlich zulegen. Das sind Stellen mit Wasserschosserpotenzial und eignet sich als zukünftige, kräftige Mitte oder Leitast. Ich hoffe das ist bei deinem Baum der Fall und dann würde ich das erstmal lassen oder auf eine einzelne neue Mitte vereinzeln, also unnötiges aus dem alten Holz ausbrechen.
Ist der Baum schon etwas weiter als nach der Blüte und unbestäubte Früchte zeichnen sich ab, fallen evtl schon oder färben nach gelb um, und die Austriebe aus dem alten Holz um die es geht lassen das dritte oder gar vierte Blatt erkennen, ist alles in Ordnung. Der Teufel steckt praktisch im Detail. Wenn man den verdacht hat es stockt etwas, kann man da auch nochmal mit Blattdüngern, etwa Harnstoff, nachhelfen, um da etwas mehr Dynamik und Wuchskraft in den Baum reinzubringen.

Rein aus Neugier, vielleicht auch fürs Verständnis, stell doch bitte mal ein aktuelles Foto ein. 
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: Helene Z. am 23. Mai 2019, 14:05:32
Wenn die Mitte nicht durchstarten will ...
Rein aus Neugier, vielleicht auch fürs Verständnis, stell doch bitte mal ein aktuelles Foto ein.
Hier der "Baum" im Ganzen. Eine Ursache ist nun erkannt: Heute mußte ich sehr viele Läuse aus den Spitzentrieben entfernen.
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: Helene Z. am 23. Mai 2019, 14:08:28
Die gekappte Kronregion mit der potentiellen neuen Stammverlängerung. Vermutlich sollte ich zwei der drei Anwärter entfernen?
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: thuja thujon am 23. Mai 2019, 15:17:49
Fein, der Baum zieht durch. Das sollte nächstes Jahr ordentlich Äpfel geben.

Von den Austrieben oben würde ich noch 2 Blätter entfalten lassen und dann die unteren 2 ausbrechen.

Auf dem ersten Bild ist etwas unterhalb der Spitze auf der linken Seite ein mindestens 6-blättriger Trieb zu sehen, der recht senkrecht hochgeht. Der könnte sich eventuell zu einem Konkurrenztrieb für die Spitze entwickeln, den würde ich beobachten, evtl flachstellen (Wäscheklammer dran), pinzieren oder ganz entfernen. Kanns nicht beurteilen, da die Triebbasis auf dem Bild nicht erkennbar ist. 
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: Helene Z. am 23. Mai 2019, 22:40:33
"Fein, der Baum zieht durch ..."
 :D !Dank Eurer Unterstützung!  :D

"Von den Austrieben oben würde ich noch 2 Blätter entfalten lassen und dann die unteren 2 ausbrechen."
Die Läuse haben heute abend eine Wasserdusche erhalten, nun hoffe ich ebenfalls sehr auf den obersten Seitentrieb.

"Auf dem ersten Bild ist etwas unterhalb der Spitze auf der linken Seite ein mindestens 6-blättriger Trieb zu sehen, der recht senkrecht hochgeht. Der könnte sich eventuell zu einem Konkurrenztrieb für die Spitze entwickeln, den würde ich beobachten, evtl flachstellen (Wäscheklammer dran), pinzieren ..."
Es sind randständig mehrere, die da sehr in Konkurrenz gehen. Der Genannte lässt sich noch gut zur Seite legen. Für die Anderen ist deutlich mehr Gewicht erforderlich. Da neige ich zum Pinzieren, noch vor dem Junitrieb: Breiter als ca. 70 cm Radius (<=> Astlänge) soll der Baum nicht werden und viele Äpfel werde ich auch nächstes Jahr noch nicht dranlassen. Für die Blüten im nächsten Jahr sollten dann doch die jetzt eher kurzen Triebe reichen, stimmt das?
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: thuja thujon am 24. Mai 2019, 01:34:56
Jenachdem wie es weitergeht. Die längeren Triebe müssen nicht unbedingt endständige Blütenknospen machen, die sollten nach dem Foto eher durchziehen und Holz liefern. Dann ist alles gut fürs nächste Jahr. Bleibt der Baum diesen Sommer stecken, sollte nochmal im Winter oder vor der Blüte schon Fruchtholz ausgedünnt werden.

Alles was zur Konkurrenz werden könnte, sollte in den nächsten 2-4 Wochen beobachtet und korrigiert werden. Im Juli oder August braucht man keine Hoffnung mehr haben das Konkurrenztriebe entfernen noch etwas bringt. Pinzieren reicht nicht immer wenn die Triebe wirklich durchstarten wollen.

Das was sich jetzt schon als echt kurz bleibender Trieb abzeichnet und nächstes Jahr wohl blühen will, darf dieses Jahr ruhig noch etwas wachsen. Im nächsten Jahr diese Blütentriebe unbedingt ausdünnen. Altes Fruchtholz, was nach Stagnation wieder kräftig gewachsen ist und dann blüht ist oft sehr bruchgefährdet, da sollte nicht mehr als ein einzelner Apfel hängen bleiben. 
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: Helene Z. am 25. Mai 2019, 21:36:20
Jenachdem wie es weitergeht ...

Habe soweit die Konkurrenztriebe nach unten gezogen bzw. völlig entbehrliche entfernt. Nun werde ich etwas abwarten. Vielen Dank nochmal für Deine Hilfe.
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: Helene Z. am 22. Juli 2019, 22:11:04
Update:
Nun bekommt der neue Mitteltrieb den vollen Schub. Es hat geklappt  :D An der Basis hat er schon gut an Durchmesser zugelegt.

Pinzieren wäre nicht gut gewesen. Wo immer es nötig war, habe ich mit einem kleinen Gewicht an einer Klammer nachgeholfen. Die Seitenäste werden inzwischen auch von ihrem eigenen Gewicht nach unten gezogen.

Das Bäumchen hat sich gut in alle Richtungen ausgebreitet.
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: thuja thujon am 23. Juli 2019, 02:08:07
Sehr schön.  :)
Dort wo die Blätter gekräuselt sind wegen den Blattläusen werden auch eher weniger Blütenknospen angelegt, falls es eine Sorte ist die am einjährigen Holz schon Blüten macht.
Also aus meiner Sicht vom Bildschirm aus ziemlich viel richtig gemacht.
Falls der überschwenglich blühen sollte nächstes Jahr, ausdünnen nicht vergessen. Sollte man in einem solchen Fall als Investition verstehen.
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: Waldgärtner am 07. September 2019, 08:58:37
Um keinen neuen Thread aufzumachen:
Wie weit kann die Anbindung bei einem Spindelbaum sinnvollerweise entfernt sein?

Hintergrund: Seit kurzem habe ich hier wieder einen kleinen "Schlauchgarten" (ca. 7 x 20) an der Rückseite einer alten Scheune.
Die Mittagssonne scheint schön auf die Längsseite und in regelmäßigen Abständen sind vertikal verlaufene Holzbalken des Fachwerks, in denen allerlei Haken u.ä. stecken.
Also war meine Idee, da Buschbäume zu pflanzen und die direkt an den Balken anzubinden. Allerdings müsste ich mind. 50 cm Abstand halten, weil da Platten liegen.
Würde das trotzdem halten? Das Grundstück ist auf allen Seiten von Gebäuden/Mauern umgeben. Der Wind sollte sich also in Grenzen halten.
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: 555Nase am 08. September 2019, 05:35:57
Was Pflanzen erdulden müssen, würde kein Mensch aushalten können !  8)
Titel: Re: Fragen zu Obstbaumschnitt (Apfel)
Beitrag von: Tresenthesen am 08. September 2019, 12:15:24
Das stimmt, wer würde sich schon gerne in nem Garten anbinden lassen?