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Garten- und Umwelt => Atelier => Thema gestartet von: Bufo am 06. Juni 2018, 23:16:18
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Unter dieser Eiche stand bisher eine Rundbank, die aber immer Zentimeterdick mit Krähenkot voll war.
Stadt und Kirchengemeinde von Krötenhausen wollen hier am Fuß dieser Eiche jetzt etwas Grünes haben und haben mich gefragt, was da wachsen könnte. Die Vorgaben sind:
- Gras wächst da sowieso nicht, nicht einmal das Unkraut will da ordentlich wachsen.
- Sollte das Gras dennoch wachsen, müsste es gemäht werden.
- Etwas Blühendes wäre dort viel schöner.
- Es darf nichts kosten, weil beide Quellen mehr als klamm sind.
Der Boden ist lehmiger Sand, trocken, verdichtet und ohne Humusauflage. Auf Grund der schütteren Krone ist es dort nicht wirklich schattig. Ich empfinde die Fläche dort als einen Extremstandort.
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Meine Gedanken dazu waren spontan Thymus pulegioides wie ein Teppich auf der ganzen Fläche und dazu ggf. Helianthemum Hybride 'Bronzeteppich' locker eingestreut als zusätzliche Farbtupfen. Dazu eine niedrige Einfassung, die die Autos auf Abstand hält.
Jetzt kommen mir doch Zweifel, ob diese Pflanzen mit dem Halbschatten zurechtkommen. (Vinca will ich dort nicht haben – nieeemals, nein, ich will nicht.)
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Es sind insgesamt etwa 16m² Fläche. Die Fotos sind gegen 12:00 Uhr mittags entstanden.
Die Betonfundamente der Bank werden demnächst ausgebuddelt.
Habt ihr bessere Vorschläge?
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Soll es auch im Winter grün sein, oder ist das zweitrangig?
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Ja, es soll auch im Winter einigermaßen grün (jedenfalls nicht kahl) sein.
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Wieviel Pflege möchtest Du im Jahr leisten? Ist ein ein- bis zweimaliger Pflege-Rückschnitt für Polsterstauden drin?
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Das sollte drin sein.
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Sehr pflegeleicht, praktisch unkaputtbar, im Winter aber nicht ganz so schön anzuschauen wäre z. B. Sedum spurium, das kommt auch im Halbschatten ganz gut zurecht, muss nie gegossen, zurückgeschnitten oder sonstwie gepflegt werden, könnte sich auf so einer Baumscheibe ja problemlos ausbreiten und ist unschlagbar preiswert. Macht optisch natürlich nicht ganz so viel her, ist vor allem zur Blütezeit aber doch recht hübsch.
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Geranium sanguineum 'Apfelblüte' ist niedrig, blüht hübsch rosa, dazu passt Buglossoides purpurocaerulea, beide wachsen bei mir auch unter Bäumen, wo es knochentrocken ist (so richtig trocken, wie es eben hier grad so ist...).
Für den Herbst vielleicht Ceratostigma plumbaginoides, das scheint auch überhaupt kein Wasser zu brauchen. Treibt erst später und hat eine rote Herbstfärbung.
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Der Steinsame spukte mir auch schon im Kopf herum...
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Guckst Du hier:
https://www.deutschlands-natur.de/lebensraeume/waelder/atlantischer-saurer-buchenwald-mit-unterholz-aus-stechpalme-eibe-quercion-robori-petraeae-ilici-fagenion/
und
ganz unten bei Pflanzengemeinschaften:
http://biotoptypen.lareg.de/waelder/6/
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@bufo,
Du schriebst am Anfang, dass die Bank, welche dort stand immer zentimeterdick voller Krähenkot war.
Das heißt doch, dass auf diesen Boden immer noch ständig Krähenkot fallen wird.
Es braucht also eine Bepflanzung, die mit dieser starken Düngung zurecht kommt. Vogelkot kann recht ätzend sein, soviel ich weiß.
Man kann es mit Lithospermum versuchen. Die Pflänzchen kannst Du gerne von mir geschenkt bekommen, ich jäte die immer aus einem Beet aus, in das ich es einst in Unkenntnis setzte. Lithospermum wächst nicht ganz einfach an, aber wenn etabliert, dann ist es nahezu unkaputtbar.
Aber es wird sich nicht auf die Fläche unter dem Baum beschränken wollen. Man muss seinem Ausbreitungsdrang immer wieder Grenzen setzen.
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Der Steinsame spukte mir auch schon im Kopf herum...
Der ist jedenfalls absolut robust, wenn er sich einmal etabliert hat. In der Anwachsphase muss halt gegossen werden.
Hier bildet er an einer Stelle eine Gemeinschaft mit Vinca balcanica - sieht zur Blütezeit sehr schön aus und ein bißchen schräg, ich muss es aber immer Mal radikal runterschneiden, das Gewuchere... ;D
Vielleicht wüchsen an diesem Standort auch Helleborus foetidus?
Lilo meinst Du mit Lithospermum Buglossoides? Dann denken wir an das Gleiche...
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Hier kann man sich zumindest Anregungen holen. Hier halten sich an so einem Standort mit Mulchauflage Helleborus foetidus, Geranium macrorrhizum, Aster divaricatus und Galanthus nivalis.
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Nach einem Rundgang durch meinen Garten würde ich noch Potentille recta in der schwefelgelben Form und Campanula poscharskyana vorschlagen. Melica ciliata wächst überall, auch im Halbschatten, hat schöne Blütenrispen jetzt, auch im Halbschatten. Epimedium 'Frohnleiten' sieht hier im Halbschatten völlig ungewässert sehr propper aus, immer noch.
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Wieviele Autofahrer treffen die Spur nicht?
Ich spreche aus Erfahrung, nicht zu glauben, wo manche Leute hinfahren (und treten! )
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Wenn's auch was Höheres (und damit vom Kraftfahrer vielleicht besser Wahrgenommenes ;)), allerdings nicht Wintergrünes sein darf: Hemerocallis fulva dürfte selbst dort noch zurechtkommen.
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Dann braucht es auch nichts anderes mehr dort.
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Jetzt habe ich es geschafft mal wieder ins Internet zu kommen und bin begeistert von euren vielen Anregungen. Danke dafür :D
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Man kann es mit Lithospermum versuchen. Die Pflänzchen kannst Du gerne von mir geschenkt bekommen, ...
Das behalte ich mal im Hinterkopf und werde eine Schenkequelle gegen Porto anbieten. :D
Ich habe jetzt eine übersichtliche, für Laien lesbare Liste gemacht und reiche die an Stadt und Kirchengemeinde weiter. Dann sollen die sich entscheiden, was sie mit der Fläche machen wollen. Da stehe ich beratend (und in Grenzen auch helfend) zur Seite.
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Carex "Ice Dance" hält bei mir im trockenen Schatten durch. Ist wintergrün.
Mit Blüten ists aber nicht weit her.
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Als immergrüner Solist ohne Blühaspekt könnte Euonymus nanus an solchen Ecken bestehen. Mit etwas Glück, bei ausreichendem Lichteinfall, macht er ab dem Sommer rosa Pfaffenhüte.
Hier ein älterer Bestand. Kriecht dicht verschränkt über den Boden, fängt die Streu und wurzelt darin, geht spalierartig ein Stück die Baumstämme hoch.
(https://forum.garten-pur.de/galerie/albums/userpics/16304/euonnanu173wd.jpg)
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Eggert sagt dazu humoser, kulturfeuchter Boden.
Da ist weder Humus (nicht einmal in homöopathischer Dosierung) noch ist es kulturfeucht. Der Wind trocknet diesen exponierten Standort zusätzlich aus.
An dem von dir gezeigten Standort dürfte ein schöner humoser Waldboden sein, der von den Bäumen drumherum einen rel. guten Windschutz hat.
Trotzdem danke für euer Mitdenken. :D
Ich habe die Liste eingereicht und warte jetzt erst einmal ab.