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Speakers Corner => Haustiere => Thema gestartet von: frauenschuh am 09. Mai 2019, 19:40:11

Titel: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 09. Mai 2019, 19:40:11
… machen wir hier weiter. Fortsetzung von Schafe halten II

Das ist die Rückseite von Antjes Wollvlies. So was sah ich ehrlich noch nie. Praktisch vom Schaf verfilzt. Daraus sollte man doch was machen können...
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Wühlmaus am 09. Mai 2019, 22:50:36
Mit Farbspiel?
Oder war sie dort markiert?
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 10. Mai 2019, 05:50:44
Nein, das ist normal. Das gelbliche ist vom Wollwachs und das gräuliche sind zerriebene Pflanzenbestandteile mit Erde und allem, was einem Schaf auf der Weide so um die Ohren fliegt. Geschoren wird ja auch auf dem Boden, da kommt dann vom staubigen Maulwurfshügel auch noch Panande dazu  ;D Wenn die anderen geschoren sind, zeige ich die mal als Gegenbeispiel: Das sieht aus, als wenn man eben Haare frisch abgeschnitten hätte, die, weil sie so dicht sind, scheinbar am Stück sind. Das reißt aber meist schon beim hochheben. Zumindest wenn man das an einem Punkt hochheben will. Hier ist so auffällig, dass sich durch das selbstständige Lösen am Schaf mit strategischen Aufhängepunkten, eine Art verfilzte Rückseite gebildet hat, weswegen das Ganze ziemlich stabil ist. Und da möchte ich jetzt gerne ansetzen und das richtig verfilzen. Problem nur... hab ich noch nie gemacht. Aber wer deutlich in der zweiten Lebenshälfte mit der Wurstproduktion beginnt, der wird ja wohl auch das lernen können  ;D Das ist etwas, was ich an der Schafhaltung total toll finde. Jedes Jahr erlebe und lerne ich was Neues, Spannendes.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 10. Mai 2019, 06:52:57
Das ist ein Bild der gelben Lanolintröpfchen
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Wühlmaus am 10. Mai 2019, 10:02:13
Machst Du bitte noch einen Link zu diesem Faden in den ersten Beitrag des neuen Fadens, Frauenschuh  :). Die Zusammenhänge sind zukünftig dann einfacher zu finden.
Frauenschuh, kannst du das bitte machen :-*

Danke für die Erklärung zur "Farbe"!
Zum Filzen: Hatte Nina das nicht mal ausprobiert ?
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 12. Mai 2019, 06:42:59
Die Veranstaltung gestern fiel grausam ins Wasser. Nur 2 Radler zogen das Ding durch und besuchten die Solling-Schäferei  8) Es hat denen aber so gut gefallen, dass die Veranstaltung nächstes Jahr wiederholt werden soll. Das Interesse sei groß gewesen. Aber bei 8 Grad und Dauerregen... äh neeeeee. Ich bin ein kleines Stück mitgeradelt - die Bockgruppe stand oben im Tal, die andere Gruppe in der Mitte. Ich habe auch was gelernt, nämlich dass dazwischen 50 Höhenmeter liegen. Das erklärt klein Sibirien ab hinterm Fichtenriegel. Nimmt man optisch so gar nicht wahr. Nur die Schneefallgrenze liegt im Winter eben oft genau da.

348 m unsere Büwiese
400 m die Wohlkopfswiesen

Ich war hinterher sehr dankbar über den Ofen  ;D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 14. Mai 2019, 10:51:49
heute wird es spannend. Die Skudden müssen zu Fuß umziehen. Das erste mal mit den Lämmern. :P Dazu hängen dazwischen Grundstücke, wo sie nicht rauf dürfen und die Hecken lückig sind. Erschwerend sind sie diesen Weg erst einmal gezogen. Das hört sich für mich nach Chaos an  ::)
Es hilft alles nicht. Wir hatten gehofft die Nachbarfläche mit abhüten zu können, doch der Besitzer ist unauffindbar. Da die Fläche von uns umzingelt ist und keine eigene Zuwegung hat, wird sie wohl brach fallen  :P

Nun gut. Also mähe ich heute eine andere Fläche am Rand aus und zäune. Mindestens so, dass sie erst einmal landen können. Dann folgt die alles entscheidende Frage: Heu machen ja/nein. Ich glaube da nicht dran und dann müssten die Skudden verladen werden, damit wir statt Mahd Beweidung leisten. Das dann aber morgen. Heute müssen sie erst einmal aus dem Tal. Hilft nüscht.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 14. Mai 2019, 20:35:45
Die Skudden und ihre Lämmer haben das total super gemacht. Da kann man doch mal sehen, was für ein außerordentliches Gedächtnis Schafe haben. Und was wir alle zueinander für ein wunderbares Vertrauensverhältnis haben. Das waren mal eben so knapp 50 Tiere, die in einer Staubwolke mit mir durchs Tal zogen, während mein Mann die Nachhut bildete um etwaige Abweichler auf Kurs zu bringen. Wir sind begeistert. Das wären 4-5 Fuhren mit dem Hänger gewesen. Wäre eh nicht gegangen, weil man nicht direkt an die Fläche kommt (von dieser Seite). Aber so rechnet man mittlerweile. 10 Minuten statt Stunden.

Aber anstatt heute Abend zufrieden zu sein, muss ich hier doch mal... Danpf ablassen. Die 10 jährige Lotte nahm heute Abend Anlauf. Kurz, knackig, kraftvoll. Im Visier: Mein Knie. Das hat jetzt einen dekorativen blauen Fleck. Also ICH kann verstehen, dass Leopold unrund läuft. Es geht ihm übrigens gut. Er bleibt langsam, aber happy. Er mümmelt zufrieden das satte grün, der Pansen ist voll. Einmal am Tag bekommt er noch die Sonde. Heute habe ich´s mir verkniffen. Sonst wäre ich zerschossen worden. Mit Mühe habe ich Lotte zum Zaun bugsiert, damit ich über selbigen steigen konnte. Warum nur erinnert mich das an Ludwig. Und warum nur bin ich einfach kein Ziegenfan. Ich hab sie ja gern. Aber im Vergleich zu den Schafen?! Keine Chance.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Ephe am 15. Mai 2019, 08:29:52
Zitat
Das waren mal eben so knapp 50 Tiere, die in einer Staubwolke mit mir durchs Tal zogen, während mein Mann die Nachhut bildete um etwaige Abweichler auf Kurs zu bringen.

Das hätte ich gerne gesehen.  :D
Wünsche dem Knie baldige Genesung!
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 15. Mai 2019, 09:23:31
… fühlt sich heute morgen so an, als seien die 50 über mich drüber gebrettert  :P Aber ansonsten ist alles gut. Der blaue Fleck durch Lotte ist harmlos, wichtige Teile hat sie Gott sei Dank verfehlt. Heute morgen haben wir schon die zweiten Schnuckenfuhre verladen. Jetzt füllt sich das eine Wiesental enorm  ;D Ich bin spät dran. Erstmal restliche Kontrolle der Tierstandorte und dann steht eine Mahd mit anschließender Zäunung im Steilhang an  :-X Die Lummerke ruft...
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 16. Mai 2019, 07:47:09
Mir fällt es zuweilen schwer Grenzen zu akzeptieren. Nach 4,5 Stunden ging´s einfach nicht mehr weiter. Ich musste meinen Mann leider noch den Abbau von 4 mal 25 m Netzen aufbürden, bevor der in Schicht fuhr. Das ärgert mich heute morgen immer noch. Was hat sich verändert zum vergangenen Jahr? Ich mähe vorher mit meinem kleinen Akkumäher. Das war in den ersten Jahren nicht möglich, da musste mein Mann mit schwerem Gerät ran. Nun ist es aber auch kein Zuckerschlecken den kleinen Mäher den Hang runter - und vor allem wieder rauf zu bekommen. Der hat natürlich keinen Antrieb, ist dafür aber so handlich, dass ich ihn im Kofferraum von a nach b bekomme. Zudem hingen die ersten beiden Zäunungen wegen des Unterstands aneinander, sprich, das war ein großer Abbauaufwand. Dazu allein den Akku die 150 m schleppen... jaja, wir finden bestimmt eines Tages einen Nachfolger für diese Traumweide. Der Begriff ist nur teilironisch gemeint, denn außer des enormen Aufwands hier, ist die Lummerke wirklich traumhaft schön. In der Sonne zwischendrin meditieren... ich kann diese Bilder nachts abrufen. Was wichtig ist, denn die Nächte danach sind merkwürdigerweise nicht so pralle  :P

Dass das eine "besondere" Lummerkezäunung werden würde, sah ich ziemlich umgehend. Strom ausgemacht, umgedreht, Material geholt, auf dem Rückweg realisiert der Verstand als Erstes: Hier ist was falsch.

Leonore war in dieser kurzen Zeitspanne mal eben elegant über Zaun samt Litze gesprungen. Ziegen eben. Die sehen, dass man das Gerät ausmacht und schon hat man den Ärger. Nun gut. Eine Jungzibbenziege auf der falschen Seite ist kein Weltuntergang und so habe ich sie ignoriert und munter mit der Arbeit begonnen. Wohl wissend, dass die nicht alleine in den Wald stiften geht. Und so bequemte sich die junge Dame schließlich auch den Hang abwärts in die bereits gezogene Zäunung. Happy end.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: lord waldemoor am 16. Mai 2019, 08:05:22
direkt neben meinem garten wurden 2 schafe gestohlen..............ich wars nicht
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 16. Mai 2019, 08:13:16
Es nähert sich ein religiöses Fest  :-X

Das Bild der Lummerke setze ich in "Beweidungsprojekte"
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 18. Mai 2019, 16:44:00
Mein Mann fand Birte heute morgen mal wieder auf dem Rücken vor. Der Grund ist hier keine Trächtigkeit, sondern das exorbitante Wollgewicht, das den Schwerpunkt verlagert. Also habe ich mich nach dem Dienst umgehend in die Arbeitsklamotten gestürzt, kurz dem Herrgott gedankt, dass auf jener Fläche teilweise Schatten herrscht und Birte ein zutrauliches Schaf ist. Und schon saß die Schnucke auf dem Poppes und los ging´s. Leider hat sie mitnichten bereits mit dem Wollabwurf begonnen. Sehr wohl aber mit der Bildung der neuen Wollgeneration. Und so war es um die Ohren, die Hörner, den Hals und den Nacken ein Kampf, danach halt Arbeit. Am Ende sieht sie nun zwar nicht hübsch, aber doch um einige Kilo Wolle leichter aus. Ärger machen wieder mal dort oben die Insekten. Dieses mal welche, die in die Nasen wollen.  ::) So schön die Wohlkopfswiesen sind. Aber Ende Mai/Juni... ist es dort oben grässlich. Jetzt ist der Anfang der Insektensaison dort...
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Nemesia Elfensp. am 18. Mai 2019, 18:49:10
Ärger machen wieder mal dort oben die Insekten. Dieses mal welche, die in die Nasen wollen.  ::)
hier gab es vor wenigen Tagen ein Insekt, welches mir direkt ins Ohr geflogen ist :o und dort blieb :o ich hörte es immer summen und fühlte es krabbeln...........schlussendlich habe ich mein Ohr im Badezimmer unterm Wasserhahn mit warmen Wasser gespült -  dann war endlich Ruhe ::) So was habe ich ja noch nie erlebt ::)
Ist das 'ne neue Insektenart?
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 19. Mai 2019, 10:33:52
Ich hoffe darauf, dass das keine Dassel-Fliegen sind ::) Die ein, die auf frischer Tat bei Birte rein wollte, sah Gott sei Dank nicht so aus.

Heute steht eine Skuddenschur an. Ich bin jetzt schon krebsrot, weil wir zu zweit endlich mal das Gewächshaus geräumt haben. Meine Tochter hatte mir Gurkensämlinge mitgegeben. Da ich die Skudde alleine nicht bekomme, wird der Hauseigene Schäfer mich mit dem Schäferstab begleiten. Etwas Lockstoff und dann erfolgt der Übergriff von hinten. Es ist Toasties Tochter, die schon weitegehend selber gelöst hat und mit diesem Nichtergebnis sehr unzufrieden ist. Heißt auch... das Schäfchen wittert auf 100 m Entfernung schon, dass ich was von ihr will. Nur hat sie noch nie eine Schur miterlebt und kann somit nicht hellsehen wie Birte.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 19. Mai 2019, 15:15:58
Die haben wir natürlich nicht bekommen  :P Man mache aus der Not eine Tugend: Jetzt ist Britta geschoren. Tippitoppi. Die Dame hatte immerhin den Po gewechselt. Das ist für den Scherer sehr angenehm  ;D

Handschur sieht hinterher aus wie... Pudel. Also wenn die Schafe sich nicht selber raus pellen wie Antje. Das hat aber gerade hinsichtlich der Insekten auch Vorteile. Zudem... alle drei bisher geschorenen Damen haben nicht mal einen Kratzer abbekommen. Das ist bei der Maschinenschur eben meist doch nicht so. Also why not. Mein Mann war auch ganz zufrieden. Denn im Gegensatz zur Maschinenschur, wo wir erbittert streiten können (weswegen der Scherer kommt, hihi. Grund ist mit 100%iger Sicherheit die Angst meines Mannes ein Tier zu verletzen plus der langen Zeitdauer wenn die ganze Herde geschoren werden muss. Das belastet die Knochen, die Nerven und zudem auch noch das Material), ist die Handschur zu 100% ruhig und friedlich. Das genießt nicht nur das Schaf! Also werde ich munter weiter bei schönem Wetter pro Tag eins nackig machen...
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 23. Mai 2019, 21:07:02
Alle Jahre wieder... kommen die Böcke in den Garten um geschoren zu werden.

Und jedes Jahr kappeln wir uns dann richtig  ::) Das klappt mit der Maschine a) technisch nicht und b) emotional nicht.

Und so ist auch dieses Jahr der erste Bock wieder unter die Handschere gekommen. Hier ist "doof", dass meine Hände 10 cm zu kurz sind. Jonas war einfach zu lang und so musste jemand ihn halten, während ich den Po frisiert habe.

 ::) Wenn ich mir etwas wünschen dürfte... ein paar geduldige Hände, die nicht die fehlende Zeit sehen, sondern die wahrlich braven Böcke einfach nur halten  ::) Das Leben ist indes kein Wunschkonzert. Morgen früh schnapp ich mir den nächsten. Vielleicht Mäphisto (im Bild) oder Knut.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 24. Mai 2019, 08:03:18
Das Leben ist doch ein Wunschkonzert. Meine Freundin kommt heute Vormittag für einmal ein Schaf festhalten und meine Tochter saust morgen hierher... in meinen kühnsten Träumen hoffe ich, dass wir dann auch mindestens die zweite Hälfte der Gruppe in Arbeit haben. Jungs, jetzt geht´s euch an den Kragen!
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Wühlmaus am 24. Mai 2019, 14:00:31
Dann wünsche ich eine gute Schur  :D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 24. Mai 2019, 14:48:42
Danke, bis jetzt sieht es gut aus. Meine Freundin hat tapfer durchgehalten. Knut und Mähphisto sind so bereits geschoren. Nach einer Pause nehme ich mir dann noch Tristan vor. Wir hoffen - so das Wetter mitspielt, die 4 Böcke abends an den Vandalismus-Teich umzusiedeln. Wird ja wohl keiner so blöd sein zu Böcken auf die Weide zu wollen. Zudem ist seit der Umstellung aufs Funkgerät Ruhe... da wird wohl einer naiv angefasst haben (das Kleine Gerät haben wir zur Tarnung stehen lassen. Da das Funkgerät nur eine Stufe kennt - nämlich volle Pulle - wird´s gezwackt haben.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Waldschrat am 24. Mai 2019, 15:47:09
...wird´s gezwackt haben.

Super  ;D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 24. Mai 2019, 21:40:42
 ;)

Planziel erreicht: Auch Tristan ist geschoren. Und schon trabten die 4 Böcke brav in den Hänger und stiegen am Teich wieder aus. Wohl bekomm´s. Sie haben nur einen Teil des Geländes zur Verfügung, aber da steht´s hoch. Bis die anderen 4 geschoren sind, wird´s reichen. Danach schieben wir alle 8 gepflegt auf die Lummerke in den Steilhang. Die 3 Ziegenböcke bzw. Kastraten schrubben derweil eine Magerrasenfläche. Angesicht der Wildrosen dort, fand ich das besser. SO kurz ist Handschur nun mal nicht.
Somit müssen morgen 4 Böcke geschoren und die Skudden umgestellt werden. Gut, dass mein Töchterlein angesaust kommt.  ;)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 25. Mai 2019, 11:01:29
Schon stehen die nächsten 4 im Garten und Mutti schwingt die Schere. Doof, wenn man kurz vor Schluss sich freistrampelt, aber "keiner kommt ungeschoren davon" und so hab ich ihn doch noch wieder zu fassen bekommen und er kann ohne Zierpudelfrisur an den Teich  ;D Patrick ist ein Sommerlamm vom letzten Jahr. Man merkt´s an der Größe. Die brauchen länger um solche Prachtburschen zu werden, wie Valentin daneben. Valentin ist ungekört, bleibt aber seit Jahr und Tag wegen umgänglicher Umgangsformen und Schlichterqualitäten. Auch wenn ich heute Abend vermutlich kurzzeitig versucht bin Wursttermine zu machen  :P Gott sei Dank kommt Lena. Mein Cheerleader.  :-*
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 25. Mai 2019, 11:01:59
da fehlte doch glatt das Bild
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 25. Mai 2019, 21:32:53
Geschafft. 8 Böcke stehen am Teich. Mit sommerlicher Frisur und pedikürt... Morgen mache ich mal ein Bild vom Idyll...
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Waldschrat am 26. Mai 2019, 07:37:23
*Daumen hoch*  :D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 26. Mai 2019, 07:41:35
Am Morgen danach zeigt sich doch mal wieder, dass die Armprobleme nicht belastungsabhängig sind. Hier müsste die Hand nun vollgelaufen sein und ist es nicht - nur ein Muskelkater so brav über den Körper verteilt wie die blauen Flecken auch stören etwas, aber nicht so, dass ich nicht schon mit einem gewissen Lächeln hier sitze und an die Lummerke denke. Denn... da muss ich heute ran. Heute sind es wohl die Ziegendamen die weiter müssen. Da ich morgen arbeite, bin ich ganz zufrieden, dass der Teich wohl bis Dienstag Futter hergeben wird (hoffe ich, hihi). So kann ich Dienstag dann die Riesenzäunung Lummerke in Angriff nehmen. Vor der habe ich ehrlich Respekt. Da mein Mann Frühschicht hat, kann er mir da aber notfalls nachmittags zu Hilfe eilen. Was ich am Sommer besonders liebe??? Das man bis 22 Uhr Licht hat. Da sind auch mal Pausen möglich.

So... jetzt sause ich auf die erste Tierkontrolle, Teich inkl. und gönne meinem Mann seinen Schlaf. Für ihn waren die Tage emotional belastend, hihi. Mutti ist nicht gut drauf, wenn sie einen Berg von Böcken gedanklich und optisch vor sich hat, den sie bewältigen muss. Gestern Abend fiel es zentnerschwer von mir ab, als das Ziel erreicht war. So schwer, wie der eng gestopfte Bettbezug Wolle. Man glaubt es nicht, was so ein paar Tiere Wolle produzieren!

Den Abend ließen wir zu viert sprichwörtlich unbeschwert und fröhlich bei Schafswürstchen ausklingen  ;D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 26. Mai 2019, 09:00:26
So. Den Jungs geht´s gut.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 26. Mai 2019, 15:46:17
Kaum in der neuen Zäunung zeigen die Ziegen doch wieder ganzen Körpereinsatz.

Die sind happy. Ich weniger. Bin gestürzt. Es folgt PECH. Mal sehen wie´s dann ausschaut.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 26. Mai 2019, 15:47:06
nun aber
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Ephe am 27. Mai 2019, 08:00:18
Ist das am Zaun ein Ausbruchsversuch?
Hoffe, du hast dich nicht verletzt bei deinem Sturz.  :o
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 28. Mai 2019, 08:35:54
Zwackt noch etwas, aber hält

Sollte ich hier sagen leider?!

Stand ist: Ich war vergangene Woche wegen meines letztjährigen Unfalls bei der betroffenen BG zum Termin geladen. Unterm Strich kam raus: Man möchte mich gerne in Reha schicken.

Gut gemeint. Aber das wird wohl nichts werden. Denn... ich kann hier nicht weg. Auch der diesjährige Versuch einen Betriebshelfer von der einen oder auch der landwirtschaftlichen BG zu bekommen, ist gescheitert. Da mein Mann mich nicht allein ausgleichen kann, wird das wohl nichts werden. ich habe zwar noch brav beim Maschinenring nachgefragt, was ein Betriebshelfer kostet... und hab hinterher gegackert wie ein Huhn. Also da muss man sich erst besprechen ob man SO einen Betriebshelfer für wieviel denn hat.

Mit anderen Worten... der Fuß wird weiter fest verschnürt (hatten die Fachärzte nicht gerade gesagt ich soll das lassen? Hihi... an der Realität vorbei). Und ansonsten geht man diesen Weg mit Durchhalteparolen und Meditation im Wechsel.

Gestern Abend nach dem Dienst habe ich noch ein Schaf geschoren (Skudde schwarz, es wird warm). 21.30 war der Tag zuende. Jetzt bin ich wegen der Bürokratie spät dran - aber wie geschrieben... der Sommer erfreut mit langem Tagesicht. Das schaffe ich schon... heute will ich nach der Tierkontrolle die Schnuckenherde weiter stellen. Heißt vorneweg mähen, dann zäunen. In der Hoffnung, dass die Fliegenplage noch nicht voll ausgebrochen ist. Alle Jahre wieder...

Ganz widerlich sind dieses Jahr die Zecken und kein Spray hilft. Sonntag Abend hat mir mein Mann 20 (!) Stück vom Rücken gezogen.  :P

Weiß jemand welche Vogelarten Zecken fressen???
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 28. Mai 2019, 08:39:09
Ach so... warum" leider". Wäre der Unfall in der Landwirtschaft passiert... wäre ja alles kein Problem. Weil der Fuß da aber immer in ganz hohen Stiefeln verschnürt ist, muss ich mir Arm oder Kopf brechen. Dann würde gezahlt. Na im Falle des Kopfes wohl nicht. Die Bestattung bliebe wohl an meinem Mann hängen, hihi.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 28. Mai 2019, 10:39:29
 :D der Morgen startet wunderbar. Kühles trockenes Wetter... schwupp saß die nächste Skudde auf dem Po. Wieder schwarz. Paola ist nun auch nackig. Es soll warm werden. Da sind die schwarzen Ladys vorrangig zu bearbeiten. Wenn´s weiter so flutscht... schielt auf das nächste Schaf...
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 28. Mai 2019, 16:59:37
Seeehr guter Tag. Paola ist verkauft. Das ist ein Gespenster-Schaf. Eines, was nicht da sein dürfte und was sozusagen auch eine meiner Unfallfolgen ist. Die hätte wegen Zahnfehlers in die Schlachtung gehört. Doch da kam sie nie an, weil sich alles um mich drehte. Im Herbst bildeten wir die Zuchtgruppen und hartnäckig hatten wir beim Durchzählen in beiden Gruppen ein Schaf zu viel. Das Schnuckenplus war zügig erklärt: Kreuzungsschaf Seute Deern war beim Bock gelandet. Aber bei den Sukdden? Kopfkratz... bis es endlich dämmerte. So war die bildhübsche Paola beim Bock, wo sie partout nicht sein sollte. Da war´s aber schon zu spät. Sie hätte dann dieses Jahr im Herbst in die Schlachtung sollen. Madame bekam ein Lamm, vermeintlich Schlachtvieh. Bildhübsch und propper. Es blieb propper und als ich die Mutter heute geschoren habe, durfte ich feststellen, dass dieses Schaf aber auch ganz sicher kein Problem hat sich zu ernähren. Die ist mit Verlaub schneckenfett trotz Lamm und Fehler. Der neue Platz ist mir bekannt. Dort hat es schon lange Schafe, nur weibliche. Das ist doch nicht zu fassen, aber genau so ein Plätzchen passt wie die Faust aufs Auge. Die Dame spinnt gerne Skuddenwolle und wollte schwarz. Das haben wir als Lamm nicht, wegen der Farb-Reinerbigkeit des Bocks. Der Zahnfehler stört sie nicht, weil Herdbuch interessiert nicht. Sie hat eh eine bunte Truppe nicht belegter Schafe, darunter ein Goteschaf ect. Und das Tochterlamm... zieht ebenfalls um. Trotz Farbe weiß.
Mensch Paola. Da werden Träume wahr. So ein liebes und zutrauliches Schaf, dem Schlachter von der Schippe gesprungen.
Sehr guter Tag. Planziel Zäunung auch erreicht: Zufriedene Schnucken auf großer Megaweide... und das alles bevor der große Regen kam.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Staudo am 28. Mai 2019, 17:26:59
Ein schwacher Trost: Ein Kollege bekam einen Betriebshelfer von der BG gestellt und hat ihn am zweiten Tag wieder fortgeschickt. Ihm fehlte eine Arbeitskraft (seine) und nicht ein weiterer Chef. Den konnte er auch mit einem kaputten Bein abgeben.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 28. Mai 2019, 19:28:16
 :-X  ;D also weiter wie gehabt.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 29. Mai 2019, 11:01:34
was es nicht alles gibt.

Heute wollte ich Anne scheren. Gut gemeint - ging nicht. 20 Minuten habe ich gekämpft und dann aufgegeben. Das Vlies möchte sich wohl wie bei Antje selber ausziehen. Das wird aber noch dauern. Weswegen die zu schneidende Schicht so dicht an der Haut ist... keine Chance. Na nun hat sie immerhin schon mal nackige Beine und einen frisierten Hals. Sieht gar nicht so schlimm aus wie ich dachte  ;D

Mal sehen ob ich mich abends noch mal aufraffe. Heute steht noch so viel auf der Agenda...
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: MissEd am 29. Mai 2019, 12:18:05
Gibt es schon einen Termin für den Kurs?
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 29. Mai 2019, 14:24:04
Noch nicht, ich frag noch mal nach...
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 30. Mai 2019, 18:49:56
Abschiedsfoto von Paola und ihrem Lamm
Schwarz, geschoren. Ihr propper Lamm hinter ihr
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 31. Mai 2019, 22:05:57
Die beiden sind heute umgezogen. Und ich war nicht mal dabei  ::)

Nach meinem Dienst... schnell noch eine kleine Zäunung bei den Böcken und... eine gute Tat am Tag: Helena ist geschoren. Da löste sich die Wolle schon perfekt.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 02. Juni 2019, 17:15:50
28 Grad...

Gestern waren wir auf einer Exkursionsfahrt. Das hinderte nicht abends noch Schafe zu scheren. Heute morgen ging es in aller Herrgottsfrühe weiter. Ab 10 hatte ich einen Vereinstermin. Mein Mann zog los um ein großes Zelt zu bauen. 15.30 Uhr... erneute Schur eine weiteren Schafs. Skudde hornlos. Keine gute Kombi. Nur mit Mühe konnten das Schaf und ich uns auf ein Prozedere verständigen. Irgendwie muss ich nun mal an den Po. Skudde heißt nicht wie Schnucke "tiefenentspannt wie nach Meditation auf dem Rücken liegend" sondern... da hinten winkt ein Gras, der Kollegin wollte ich längst mal den Marsch blasen, und Hilfe!!!!! Wer passt solange auf meine beiden Bocklämmer auf!  :P Unverschämt war bewusste Kollegin, die plötzlich von hinter mir Anlauf nahm um mein Scherschaf zu boxen. Dir brennt wohl der Hut! Uff. Also die Schur empfand ich als anstrengend. Gott sei Dank sind auch andere dabei. Eine Jungzibbe spielte Schnucke und fiel in Trance. Die Wolle floss wie Butter durch die Schere... im Handumdrehen stand sie nackig - mit entsetztem Gesichtsausdruck (habe ich Exhibitionist spielen wollen???? Nicht dass ich wüsste!!!) wieder bei den Kolleginnen. Heute Abend geht es weiter. Da wollen noch Helfer anrücken. Optimal würde ich mir da wieder eine der wenigen Hornlosen greifen.

Pauline ist auch geschoren. Nur noch zwei Zähnchen lachten mir aus dem Maul entgegen. Aber immer noch ist sie sehr gut im Futter. Den Sommer darf sie noch genießen. Dann ist Schluss  :-X
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Waldschrat am 02. Juni 2019, 17:41:02
 :-\
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 03. Juni 2019, 13:53:59
Eine der beiden Schurkandidatinnen vom morgen hatte so schlechte Schurwolle (das ist unabhängig von der Wollqualität fürs Schaf!), dass ich wirklich dankbar war noch einmal Hilfe gefunden zu haben. Wer den Unterschied mal sieht von: Schere segelt durch die Wolle zu: schnipp, schnipp. Schnippelchen, Schnippelchen... :P Muss man erlebt haben. Nach 2 Schafen war ich fix und alle. Eben wollte ich wieder los.... Gewitter.  >:( Na gut. Jetzt ist auch keiner zu warm. Dafür darf ich hinterher die zweite komplette Tierkontrolle machen. Nicht, dass irgendwo ein Baum vom Blitz getroffen den Zaun niedergerissen hat.  ::)

Aber... es ist ja langweilig wenn ich hier aufzähle, welche Schafe ich scheren konnte. Die absolut gute Nachricht des Tages ist eine ganz andere. Ich hatte Leopold zeitnah in die Schlachtung geben wollen. Etwas verärgert, weil an dem kleinen Knopf ja nun wirklich nicht viel dran ist. Dieses ständige Lahmgehen… sollte sei Ende finden.

So weit waren wir doch schon mal. Nur dass der Tierarzt den Schlussstrich ziehen sollte und ich schon das Handy in der Hand hatte. Was sah ich heute auf Tierkontrolle??? Einen Leopold, der das Bein belastet und in Sprüngen (!) über die Weide hechtet. Also... hätte mir mein Mann das erzählt, hätte ich ihm seine Brille empfohlen, weil er bestimmt das falsche Lamm gesehen hätte. Nun gut. Jetzt zäune ich die Woche die 4 noch mal um, weil die Fläche es nötig hat. Danach aber... ziehen die 4 doch tatsächlich auf die Lummerke. Was toll ist, denn dann können die Böcke ins Naturschutzgebiet.

Und so hat der Aufwand am Ende sich also doch gelohnt.

Ein anderes "Lohnen" konnte ich gestern bewundern: Auf einer von unseren Tieren beweideten Vereinsfläche blüht derzeit die Kuckuckslichtnelke. Dass ich so was noch mal erleben darf! Und unter den ganzen wunderhübschen rosa blühenden Pflanzen... steht eine schneeweiße. Welch nette kleine Mutation.

Ich sehe derzeit grün und blau aus, weil die Skudden während der Schur wirklich keine Engelchen sind. Oder nur teilweise. Wer mich im Kleid sieht, wird häusliche Gewalt vermuten. Der eh lädierte Arm fände eine Reha besser als diesen Kraftakt. Aber sobald da so ein paar Positivbeispiele zu bewundern sind... ist alles vergessen. Das wäre eben nicht, wenn wir die Weidetiere nicht hätten. Ich kenne die Vereinswiesen. Die beweideten Flächen sind eine wahre Freude. Der Rest ist eine ständige Herausforderung... ::)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Ephe am 04. Juni 2019, 08:11:09
Zitat
Was sah ich heute auf Tierkontrolle??? Einen Leopold, der das Bein belastet und in Sprüngen (!) über die Weide hechtet.

Das ist gut. Ich frage mich, ob er das Bein einfach nur weiter geschont hat, weil es mal weh getan hat, sozusagen Gewöhnungshumpeln. Darf er jetzt bleiben?
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 04. Juni 2019, 21:48:30
Na, also mindestens erst einmal bis zum Herbst. Wir können ihn in der Biotoppflege gut gebrauchen und der Seele tut´s gut den kleinen Mann mit Spaß durchs Leben gehen zu sehen
Er ist halt betulich. Wenn ich mit dem Kraftfutter an die Streuobstwiese komme, rennen 3 Ziegen um die Wette. Bis er das mitbekommt... bis er sich erhoben hat... bis er losgeht... bis er losrennt... boah eh. Derweil bekommt seine Mutter schlechte Laune, weil extra Leckerei gibt´s wenn der kleine Mann auch angekommen ist. Breitwürfig, damit die Mutter nicht das boxen bekommt  :P Also die hellste Kerze auf der Torte ist und bleibt er nicht. Aber er genießt sein kleines Leben. Morgen zäune ich die Gruppe weiter. Dank Leopold sind die mehr als gut im Futter. Ich bau bei ihm keinen Weidedruck auf.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 06. Juni 2019, 08:28:06
Seine Begeisterung über den Umzug war höchst mäßig. Im hohen Gras sah er seine Mutter nicht mehr und die stapfte natürlich ungerührt davon und ließ sich nicht mehr blicken. Da konnte er rufen wie er wollte. Zwischendrin nahm ich ihn mal hoch, damit er eine gewisse Richtungsortung hatte  ::)
Allerweil habe ich mich gestern furchtbar übernommen. Dank der noch nicht eingestellten Schilddrüse lief mir das Wasser schneller als ich nachtrinken konnte. Mangels Empfang war auch nix mit Hilfe holen, so dass ich schließlich im Bach landete, weil... kühl, juchu. Mit Müh und Not schaffte ich es schließlich heim und ab aufs Sofa. Kannst nur hoffen, dass die Werte bald kommen und ich ein normales Leben wieder bekomme.
Heute steht ja nur die Zäunung auf der Lummerke, im Steilhang an. Zwischen 3 und 5 Stunden. Kurzfristig soll ich nachmittags arbeiten. Ob das so eine gute Idee ist... bin ich noch nicht sicher. Ich vermute, ich hätte da besser ins Bett gehört. Aber der Rubel muss ja auch rollen...
Ah ja, gestern fanden wir übrigens Fliegenmaden (frisch geschlüpft) auf den Ziegenböcken. Da hat mein Mann jetzt gerade das erneute Kontrollvergnügen. Meine Freundin und ich hatten gestern das "Erstversorgerglück". Was keines ist, denn bekanntermaßen kann ich da nicht auf die Fläche. Vom Zaun aus alle zu erwischen... nicht einfach, glückte aber schließlich. So abgelenkt konnte ich auch kurz den Wasserwechsel übernehmen... und schon drehte sich Ludwig um, Begeisterung im Gesicht. Sabine zum umwerfen auf der Fläche, hurra. Muss man mal gesehen haben. Was habe ich an mir, dass ich so Zielscheibe bin???

Samstag soll ein WGH Jungbock verlauft werden.

Alles in allem.... also Juni ist schon echt Hochkampfzeit in den Schäfereien. Es wächst abartig in diesem Jahr und das, was einerseits schön ist: Insektenvielfalt und Insektenvielzahl... kann dann auch mal echt nerven.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 08. Juni 2019, 21:10:59
was für Tage, was für eine Zeit...

Unwetter, anhängliche ausgebrochene Rinder, Grätsche zwischen Beruf, Ehrenamt und Tierhaltung minutengenau getaktet, wenigstens kühlere Temperaturen... und ein Mann, ein ureingeborener Sollingbewohner. Für die passt Holz

Also tut Mann, wozu er geboren ist... mindestens spaltet er schon 10 Stunden Holz.

Meinereins hat nach dem Dienst fröhlich 2 Skudden vorverkauft. 4 sind gestern bereits telefonisch vorbestellt worden. In 2 Wochen schrumpft die Herde akut.

Bis 20 Uhr habe ich gezäunt, respektive Holz zum spalten eingesammelt. Ich würde sagen... unser Leben hat keine Briefmarke Zeit übrig.

Der Knaller des Tages kam mit der Post. 65.50 € kostet EIN Herdbuchnachweis. Sagt mal... wofür soll ich den Bock verkaufen, dem dieses Papier gehört damit sich das rechnet? Durch den Winter gezäunt und gefüttert... nun hoffentlich am Montag verkauft. Wobei schon eine zweite Nachfrage kam, also hoffe ich, dass der höchst sympathische Kerl eine eigene Herde bekommt.

Wenn ich mal Zeit habe... schildere ich eine Exkursion, die wir besucht haben. Die Weidetierhaltung ist zukünftig...völlig out! So... crazy. Wie... verlogen ist Politik, wenn sie über Insektensterben und Vogelschwund schwafelt  ::)

Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 08. Juni 2019, 21:12:24
Ach so... der Pflegeaufwand "insektizid frei" hat gelohnt. Keine Maden mehr auf den Ziegenböcken.  :)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Staudo am 08. Juni 2019, 22:48:47
Wie... verlogen ist Politik, wenn sie über Insektensterben und Vogelschwund schwafelt  ::)


Sehr.  :P
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 09. Juni 2019, 13:38:30
Genau!

Für die 4 Rinder müssen wir uns ehrlich mal was einfallen lassen. Uns lassen sie inzwischen meist recht gut ran. Womit der Gedanke kam, die mal in Schafnetz zu zäunen und volle Kanne Strom raufzulegen. Morgen starten wir einen Versuch - so sie denn weiter auf unserer Fläche rumturnen. Sie schätzen die Nähe unserer Schafe. Warum um alles in der Welt nicht die der Rinder in dem gleichen Tal? Wir müssen sehr liebenswürdige Schafe haben.

Mit ach und krach holper ich dem Zeitdruck hinterher... ich muss noch ins NSG. Mähen und zäunen. Heiliger Strohsack. Ich fürchte mich holt die Gewitterfront ein. Aber irgendwann... brauchte ich jetzt auch mal ein Frühstück! Mein Mann spaltet derweil unverdrossen weiter. ich bin weiter Schaf-alleinerziehend. Inkorrekt. Die Ziegenböcke wurden von Freunden kontrolliert. Ah, und die 10 jährige Mutter meinte wieder mich boxen zu müssen. Man sollte vorher schauen, was die Schäferin in der Hand hält! Hier gab es eine nasse Dusche aus dem Kanister, weil ich den Angriff schon kommen sah. Oh... das ergab eine sehr beleidigte Ziege, die sich umgehend verkrümelte.  ;D Na warte Ludwig. Beim nächsten mal geht´s Dir genauso!
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Ephe am 10. Juni 2019, 09:55:30
Ziegen sind wasserscheu?
Da fällt mir ein, trinken eure Tiere eigentlich gar nicht? Auf der einen Wiese gibt es wohl einen Bach, aber ich habe noch nie eine Tränke gesehen.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 10. Juni 2019, 18:54:45
Die Tränke kommt unauffällig in Form von Maurerkübeln daher. Und das Wasser findet durch Kanister dort hinein.
Mengenmäßig ist das nicht mit Rind oder Pferd vergleichbar. Aber auch das Schaf will frisches Wasser. Laut Tierschutzgesetz gehört es einmal am Tag gewässert. Unsere haben den Kübel immer da stehen. Nach Möglichkeit so, dass der Wanderer hinein sehen kann  ;) In der kalten Jahreszeit steht er da nämlich mehr als Zierde. Das ist der Wasserbedarf extrem gering. Aber in der Säugezeit und bei der Hitze ist es selbstredend etwas mehr. Was nichts daran ändert, dass das meiste Wasser ausgekippt wird, weil kein Mensch und kein Tier schales Wasser trinken mag  ;)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 10. Juni 2019, 18:55:57
Wie sagte eine Freundin: Ziegen sind wie Katzen eigenwillig und unwiderstehlich.
Auch die Scheu vor Wasser teilen beide Spezies  ;D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 10. Juni 2019, 18:58:57
Bild vom letzten Jahr mit Maurerkübel  8)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Ephe am 11. Juni 2019, 09:17:29
Aha, es gibt sie doch.  ;D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: roburdriver am 11. Juni 2019, 10:18:28
Ich mähe die Wiese nicht mehr für die Netze kurz. Das hat sich bei mir nicht bewährt. Nur unter festinstalliertem Litzendraht gehts mit der Motorsense lang. Ich trete das Gras einfach platt und stell das Netz drauf, das Gras sollte immer in eine Richtung liegen(quer zum Zaun ist ideal), da bleibt es auch  ;) wenn Platz ist kann man auch mit Traktor oder Auto eine Spur fahren, muss man ja ans Alter denken  ;D
Ordentlich Dampf auf dem Netz und alles passt. Der Wolf blieb bisher draußen.

Gruß Robin
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 11. Juni 2019, 16:03:37
Wohl dem, der da nur Gras hat. Bei mir sind´s auch Schlehe, Pappelausschläge, Brombeere und Rainfarn, auf der Lummerke auch die ehemaligen Haibuchen, die nach wie vor schieben. Nichts was sich von meinen Tritten beeindrucken ließe.

Derzeit habe ich Lämmer-Telefonterror. Es gibt Menschen, die ein NEIN nicht verstehen. Und zwar entweder vom Verstand her oder von der Muttersprache her. Die Akustik ist eher seltener das Problem. Doof, dass man unterdrückte Rufnummern nicht sperren kann. Nun ist das Handy dauerhaft still. Was doof ist, denn es dient ja auch der Prophylaxe von Weidezwischenfällen und meiner Chefin als quasi Standleitung.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Roeschen1 am 11. Juni 2019, 21:23:47
Hoffentlich bleiben die Kleinen alle heil.
Hier wurden schon Lämmer aus der Jugendfarm gestohlen.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: roburdriver am 12. Juni 2019, 09:10:09
Fressen deine Schafe das Gebüsch nicht kahl? Ich hab auch eine Ecke Eichen die ständig aufgehen, aber da lassen meine Schafe nicht viel von übrig  ;D

Ja Lämmer geb ich nur an Leute ab aus hießigem Kulturkreis, auch Schlachttiere haben einen quallosen Abgang verdient. Unter 80Euro geht bei mir kein Lamm vom Hof, das hält schon einen Teil dieser "Kunden" fern.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 13. Juni 2019, 13:18:08
Doch schon. Aber vielleicht hilft das Bild ein wenig:

Die Zäunung verläuft direkt am Weg. Wegen des Schotterbetts kann man aber nicht direkt im Stein zäunen. Die Höhe des Bewuchses dort entspricht der im vorderen Bildrand, wo ebenfalls ein Weg verläuft. Die Seggen und Binsen im feuchten Bereich unten an der Fläche sind kniehoch und hart. Zudem mit Brombeeren durchsetzt. Vielleicht habe ich nur nicht den 7 Meilen Tritt. Den bräuchte es indes auch, weil die Flächen so groß sind. Letztes Jahr hatten wir diese Fläche nach Mitte Juni in der Beweidung. Mit der "großen Herde" aus allen Muttern und Jungzibben. Dieses Jahr sind es so viele, dass die Schnucken mit den Lämmern allein dastehen. Sortiert wird nun, wenn wir den "Narrensprung" auf die andere Bachseite machen.

Die Treckerspuren sind übrigens nicht von uns. Da hat wohl einer eine Abkürzung genommen.  8)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Staudo am 13. Juni 2019, 21:32:58
Es wäre schade, wenn das kleine Tal zugewachsen und damit kaum noch wahrzunehmen wäre.  ;)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 14. Juni 2019, 12:55:27
In dem Tal vermutlich sprichwörtlich nur über meine Leiche.

Ein anderes Tal... können wir nicht zwischen grätschen, weil wir die erforderliche Wirtschaftlichkeit nicht haben. Sonst: Berufe an den Nagel und nur noch Schafe (und ein paar Ziegen-Aliens)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 15. Juni 2019, 21:05:34
so langsam leert es sich: 4 Skuddenlämmer sind heute ausgezogen. Und wie ich schon per Bildchen gesehen habe... haben sich die vier Fräuleins auch gleich eingelebt.  :) Ich bin sicher, dass man dort gegenseitig viel Freude aneinander hat.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 17. Juni 2019, 07:25:36
Tja... mich hat´s zerbröselt. Verhoben, weiter gemacht und jetzt rumjammern wie ein Waschweib, weil es nicht vor und zurück und vor allem nicht rauf und runter geht.  :P

Immerhin... im NSG ist schon gemäht und halb weiter gezäunt. Morgen muss notfalls mein Mann ran, damit das vollendet wird und die Böcke rüber können. Von der Kleinfläche im NSG, die nun schon fast fertig beweidet ist. Wer da abzäunt... entzieht sich meiner Vorstellungskraft. Das wird wohl bis Sonntag unter Strom stehen, da ich die Tage beruflich mehr ran muss.  ::)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 19. Juni 2019, 06:59:57
Das Leben ist kein Wunschkonzert. 21.45 Uhr war ich mit allem fertig. Man wächst über sich hinaus. Schöner wäre, man könnte den Beruf an den Nagel hängen. Da greift dann wieder der erste Satz  :P Die ersten beiden Tierkontrollen habe ich schon hinter mir. Vor der Arbeit steuer ich noch eine Fläche an. Mittags spült es mich wieder in mein paralleles Leben zurück, um nach den weiteren 3 Kontrollen dann einen Vereinstermin wahrzunehmen. Ja, da ist was zu viel in meinem Leben und es ist nicht die Tierhaltung  ::)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Wühlmaus am 19. Juni 2019, 18:08:11
Hoffentlich haut dich dein Tempo nicht mal ganz heftig aus der Spur :-\
Mir ist unheimlich, was du alles machst/schaffst!
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 19. Juni 2019, 19:41:57
Falls es Dich beruhigt... da habe ich auch ab und an Angst. Aber ich habe in manchen Bereichen bereits zurück gefahren. Und ich bleibe am Thema dran, da es mir bewusst ist.

Angeblich (ich glaube es immer erst, wenn sie im Hänger davon rollen), ist Anfang Juli Ausverkauf vom Produzenten: Es wären dann alle weiblichen Skuddenlämmer verkauft. Was volle Belegung im Herbst bedeutet. Medea bleibt aber. Unverkäuflich.
Bei den Schnucken zieht es sich zwar zäh, aber auch da scheinen zwei Jungzibben vom vergangenen Jahr noch weg zu gehen. Dennoch muss man hier überlegen, ob man alle Muttern belegen lässt. Irrsinn. Dennoch... erst mal sind jetzt einige potentielle Käufer für Lämmer da und das freut sehr.

Noch mehr freut, dass die bisherigen Verkäufe ihre neuen Besitzer total glücklich machen. Zutrauliche Lämmer in schönen neuen Heimaten... so was stimmt die Züchter sehr zufrieden. Und nicht nur die  ;)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 27. Juni 2019, 20:30:10
Jo. Die Anzeige zwecks Skuddenlämmer ist tatsächlich raus aus dem Internet. Nettes älteres Ehepaar. Waren heute schon mal da zum schauen und holen übernächstes Wochenende 8 Tiere ab. 6 Lämmer und 2 Jungzibben. Wobei ich noch mal durchzählen muss. Kann auch sein, dass es 3 Jungzibben werden. Morgen will wohl ein Schnuckeninteressent vorbei schauen. Auch von weit weg. So langsam leert es sich.

Abends habe ich auf unseren Büwiesen weiter gezäunt. Es beginnt jetzt die Blüte der Sumpfschafgarbe... auch hübsch  ;)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Wühlmaus am 28. Juni 2019, 13:29:28
Es ist doch ein schöner Lohn, wenn ihr nun auch in gute Hände weiterverkaufen könnt  :)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Waldschrat am 28. Juni 2019, 19:45:15
Ich finde das Engagement von Frauenschuh und GG absolut bewundernswert. Muss aber zugeben, dass ich als ganz schlechtes Mensch zwar sehr gern was von den Viechern hätte, aber doch lieber für Sibirien als für die Weide.  :-[
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Wühlmaus am 28. Juni 2019, 22:42:02
Wenn schlussendlich keiner Schaf essen wollte, wäre die Schäferei eine noch brotlosere Kunst. Also brauchst du absolut kein schlechtes Gewissen haben  8)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 29. Juni 2019, 07:00:48
So ist es!

2 Schnuckenjungzibben sind verkauft - keiner will Lämmer  ::) Nun gut. Wenigstens haben sie es da gut, in ihrer eigenen kleinen WGH Herde. Oder wie eine Freundin nach meinem Gejammer sagte: Na wachsen tun sie doch wohl von allein. Während mein Mann sagte: Es werden keine weiteren Jungzibben verkauft, dass das klar ist!

Der Abend war überschattet von einem Unfall. Ein Bocklamm musste zum Tierarzt. Schaut jetzt etwas eigenartig aus... Lamm mit Schiene. Wird aber wieder, sei wohl "kein Problem". Ich glaube... wir haben mindestens ein paar graue Haare mehr. Merke: Hürden sind auch nicht ohne. Auch da kann es ganz doofe Situationen geben. Wir hatten vorher stets mit Netzen gefangen - auch das ist unfallträchtig. Schlussendlich leiden m.E. darunter aber mehr die Netze, auch wenn es unschön aussieht, wenn einzelne Lämmer versuchen mitten durch zu kommen und man "enttüddeln" muss. Aber bitte. Angeblich sei es in den Hürden schonender  :P

Somit habe ich gestern morgens nach der Kontrolle gemäht, vormittags die Tiere verkauft und aus der Herde geholt, späten Nachmittag die Bocklämmer rausgefangen und abends gezäunt. Keiner möchte zusammen rechnen, wie viele Stunden das allein wieder waren. Ab dem Nachmittag war mein Nachtschicht-Mann ja auch dabei. Um 22 Uhr war ich fertig, mein Mann bastelte danach noch die Technik und das Wasser hin. Heute geht es wieder in den Job.  ::) Wobei... die Klimaanlage weiß ich zu schätzen  ;D Die Schnucken haben auch auf der neuen Fläche Schatten. Mittlerweile längst alle geschoren weiß ich nicht, ob sie darüber so ganz glücklich sind. Die Bremsen und Fliegen sind wie jedes Jahr ein Problem da oben. Wobei ich das Ausmaß letztes Jahr schlimmer fand. Allerdings ohne Pferdebremsen.

Heute Nachmittag ist... Ruhe. Huch. Ob wir noch wissen wie das geht? Na, die Hitze wird es uns lehren.

Und dabei haben wir es doch noch gut. Bei der Affenhitze heute und morgen Heu machen... das wäre jetzt für mich der totale Supergau.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 02. Juli 2019, 07:14:14
Mal ein sommerliches Bild von den Schnucken...

gut zu erkennen sind auch die Wildschweinschäden, für die es auf diesen Flächen auch keinen Schadensausgleich gibt. Das wollen die Landesforsten nicht. Heißt zweierlei: Unwahrscheinlich, dass jemals eine Rückwandlung zur Mähwiese stattfindet. Und zweitens, dass man auf diesen Flächen kreuz und quer läuft zwecks Saatgutübertragungen. Denn gleichzeitig sind wir angehalten am Blümchenprogramm teilzunehmen und es gäbe satt Ärger, wenn die entsprechenden Kennarten nicht mehr da wären. Da gehe ich kein Risiko ein.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 03. Juli 2019, 11:34:22
Mein Mann darf Gewichte stemmen. Ich darf gerade nicht - Zahn-OP.  ::) Aber das Foto wollte ich doch nicht vorenthalten. Abzüglich 2er Vliese, die für Versuchszwecke "vegetarische Schaffellprodukte" herhalten müssen, ist das der Berg, den unsere Tiere zusammengewollt haben  ::)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Waldschrat am 03. Juli 2019, 13:07:17
Nicht schlecht
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 03. Juli 2019, 22:39:29
Heute kam Finn zurück. Für immer  ;D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Staudo am 03. Juli 2019, 22:40:49
gut zu erkennen sind auch die Wildschweinschäden, für die es auf diesen Flächen auch keinen Schadensausgleich gibt.

Ist es nicht sogar von Vorteil, wenn die Wildschweine die Grasnarbe aufbrechen, weil dadurch allerlei Samen angeregt werden zu keimen?
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 04. Juli 2019, 08:07:22
Klares Jein.

Hier nicht. Diese Flächen hatten immer schon offene Stellen, die durch den Viehtritt immer wieder Rohboden geboten haben. Daher dort auch 8 Kennarten zu finden sind.
Auf einer Vereinswiese ist es tatsächlich anders. A) Schäden geringer B) dichte Grasnarbe, da ehemalige verwahrloste Pferdeweide (1 Pferd auf 8000 qm)
Bei der bin ich tatsächlich zufrieden über die Wühlerei.

Wie gesagt... hilft nur flexibel sein. Eingesät hätten wir eh nicht, aber doch gewalzt. Weil Brennesseln ect. nachmähen wenn man eine Kraterlandschaft pflegt... geht nur noch mit dem Freischneider. Brav habe ich mir nun auch einen Akkufreischneider gekauft. Unser kleines Treckerlein ist auf der Fläche überfordert. Der purzelt uns da um. Die Fläche ist ja eh teilweise hängig und wenn man dann noch plötzliche up und downs hat... sind wir mit der Pflegemöglichkeit am ausgereizten Ende. Hier bleibt es... interessant, was der Management-Plan vorschreiben wird. Ich fürchte ja, dass es da die große Verbal-Schlacht geben wird, weil den keine Beweider schreiben werden. Ich zitiere mal einen anderen Schäfer: Zu solchen Treffen gehe ich gar nicht mehr hin. Da schicke ich XY.
Da kommen dann so interessante Sachen wie Schmetterlingskorridore raus. Hieße, noch mal eine Querzäunung vormähen, extra Zäunen, wieder ein paar Stunden weg. Gut für die Schmetterlinge. Wenn der letzte Beweider geht, weil nicht mehr handlebar… ist denen aber gar nicht geholfen. Dann erinnere ich mich ans NSG und sehe es bildlich vor mir, was dann passiert. Ein paar Jahre ist es erst besser... bis es dann schlagartig abwärts geht.

Apropro NSG... es landet tatsächlich die Tage der Vertrag bei uns. Jährlich beiderseits kündbar. Aber wenn nun wegen Unterbesetzung und Schwerpunktverlegung bei der UNB nichts mehr ginge... sind wir als Beweider mal immerhin weiter offiziell drin.

Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 04. Juli 2019, 08:10:12
Ach so... zur Saatgutübertragung ja und Einsaat nein: Ich trage von der gleichen Fläche Saatgut von anderer Stelle an die zerwühlten Flächen. Damit verändert sich die Zusammensetzung der Wiese nicht. Einsaat von Fremdsaatgut... bei Landwirten meint das eh Weidelgras - wollen wir nicht. Anderes Einsäen... eh nicht erlaubt.
Die Saatgutübertragung leisten teilweise auch die Tiere, die bevorzugt in den Kuhlen liegen. Ich beschleunige das somit nur.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 04. Juli 2019, 15:10:06
Das Fell ist übrigens "biologisch gegerbt". Weswegen das wohl auch mit so lange gedauert hat. Fragt mich bitte nicht, mit welchen Pflanzenauszügen das gegerbt worden ist. Ich bin über das Ergebnis sehr glücklich. Die Rückseite ist etwas härter als man das gewohnt ist. Im Moment kaschiert es eine häßlichen Kunstledersessel. Aufgrund der Rückseite könnte man es aber auch gut als Teppich nehmen. Wird die Zeit weisen... wär auf jeden Fall schade gewesen, den Riesen so nicht wieder einziehen zu lassen. Mäphisto werde ich eines Tages auch so gerben lassen. Dem seine melierten Spitzen sehen bestimmt auch "knorke" aus.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Wühlmaus am 04. Juli 2019, 15:46:02
Heute kam Finn zurück. Für immer  ;D
Er ist wirklich schön geworden  8)
Hat er denn auch noch geschmeckt?

Zitat
...Hier bleibt es... interessant, was der Management-Plan vorschreiben wird...
Wie naturnah arbeiten denn die Planersteller?
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 05. Juli 2019, 08:08:33
Die Naturnähe will ich ihnen gar nicht absprechen  :-X

Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Staudo am 05. Juli 2019, 08:36:23
Naturnah aber praxisfern?  ;D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Wühlmaus am 05. Juli 2019, 08:46:10
So scheint es wohl leider zu sein :-\
Und ich denke, solche Kämpfe kosten die meiste Kraft :-\
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Staudo am 05. Juli 2019, 08:47:49
Sie verderben den Spaß.  ;)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 06. Juli 2019, 21:14:42
so ist es...

Weil mal wieder alles zeitlich viel zu eng ist... haben wir die "große Herde" mit gut 2 Wochen Verspätung gebildet. Bild von vorgestern im letzten Büchsenlicht. Lob an die Tiere: Die haben perfekt mitgemacht. In zwei Fuhren haben wir die Skudden verladen können und im Anschluss sortieren: Jungzibben raus, weil werden morgen abgeholt. Jungböcke raus zu den Schnucken Jungböcke. Muttern ab in die große Herde (in der noch die Special case Fälle Medea und Co fehlen, aber das richtet sich morgen). Großes Gekloppe unter den Zibben... bis da die Rangordnung wieder sitzt... das dauert. Da kontrolliert man derzeit lieber zweimal... sicher ist sicher.

Das Tempo erhöht sich nun Gott sei Dank drastisch. Es ist bei uns ein sehr wüchsiges Jahr, weil immer wieder dann doch noch eben Regen fällt. Zuletzt heute. Nicht wahnsinnig ergiebig, aber genug, dass es wieder schieben wird.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 06. Juli 2019, 21:25:30
Morgen kommen da also noch die Special cases Medea und Mina, Luna mit Jette und Jana sowie Trutchen mit Gira rein sowie... eine Junzibbe/Lamm. Mit dem Absetzen sind es ja nunmehr Jungzibben. Eine... wird bleiben, dafür geben wir die hornlose Toastie-Tochter ab. Vermutlich wird es Siara sein, da wir schweren Herzens ja ihre Mutter Sina abgegeben haben. Schräg. Wir dachten zahlenmäßig zu explodieren... stattdessen sind die Skudden-Mädels der  Verkaufsschlager.  ;D

Bei den Jungs gibt es halt viel Wurst. Aber das passt in diesem Jahr auch nicht schlecht.

Wir waren heute auf Exkursion bei Braunschweig. Beweidungsprojekt. Oha. Da ist es deutlich trockener als bei uns, hüstel… es staubte. Reicht noch, alles gut. Aber der Trend... ist eindeutig. Das Thema war eigentlich Teichpflege. Merke: Was hat unser Teich das gut. Derzeit ist das Gelände zwar gut durchgewachsen... aber die nächste Beweidung kommt nach dem NSG, also alles im sehr grünen Bereich
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 06. Juli 2019, 21:59:11
Zusammenfassend hatte die Exkursion eine gute und eine schlechte Info für uns:

Auch da sucht einer bislang vergeblich Nachfolger  ::)

Da wird Gewinn geschrieben - das ist unabdingbar wegen der Steuer (wegen der Größe nötig), da wollen wir zwingend hin. Immer wenn das wer schafft... kommen kleine Puzzlesteine und Ideen. Und so lohnte der Ausflug wieder unbedingt.

Und nebenbei... ist der Vertrag mit dem Nachbarlandkreis heute auf den Weg gegangen. Damit das NSG trotz aller Turbulenzen ein sicherer Hafen bleibt. Für so viele Arten...
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Waldschrat am 07. Juli 2019, 01:46:10
 (https://www.cosgan.de/images/midi/froehlich/a040.gif)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 07. Juli 2019, 08:23:42
Wer weiß, vielleicht bringt der Tag auch schon ein Happy End für unser Kreuzungskind Flecki. Die muss raus aus der Herde, hat aber bis zum Herbst Zeit ein neues Daheim zu finden. Gestern Anzeige geschaltet, kam schon nachts die erste Rückmeldung. Also wer weiß...
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 07. Juli 2019, 14:47:22
Na auch wenn sich Fleckis Interessent nicht mehr gemeldet hat... 9 Lämmer/Jungzibben haben uns heute verlassen. Das stimmte sehr froh. Super Plätzchen und ein komfortabler Hänger garantierte auch eine ruhige Überfahrt nach Mittedeutschland. Was will das Züchterherz mehr!

Na gut. Es will, dass das bei den Schnucken ähnlich wird, aber da werde ich vergeblich drauf hoffen. Hoffen wir auf interessierte Endverbraucher  :-X

Nun folgt erst einmal die Bürokratie, die es im Anschluss immer hat. Austragen aus dem Bestand ect.  ::)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 07. Juli 2019, 14:49:56
 ;D Siara blieb übrigens. Sie zog nun in die große Herde.

Und die erste Vorfreude auf die kommende Decksaison stellt sich ein. Alle Skuddenmädels ab zum Bock bitteschön. Im Oktober, klar. Aber allein nicht knausern zu müssen... wen dürfen wir belegen, wen nicht damit es den Bestand nicht sprengt... das tut so gut!
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 07. Juli 2019, 21:20:11
Beeindruckende Menge Jungböcke, oder?  :-X Einer fehlt noch. Den müssen wir spätestens übermorgen catchen. Mich stresst das, weil die Skudden dabei sind. Die sind ja asaisonal. Gut. Wenigstens ist der Jungbock ein WGH und er scheint auch nicht frühreif zu sein. Die Mütter sind noch exzessiv mit der Rangordnung beschäftigt. Heute kamen ja noch die Special cases dazu.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 07. Juli 2019, 21:21:48
Schön ist doch, wie unbeeindruckt unser blau gegipster WGH Jungbock in der Gruppe integriert ist. Der mischt locker mit. Freut mich ungemein.

Links vorn sind übrigens die beiden Drillinge Max und Moritz. Für Drillinge haben die sich schön gemacht. Sie sind ja auch die zuletzt geborenen. Medea ist ein richtiger Brummer. Nicht in der Höhe. Aber im Umfang. Und irre kräftige Hörner hat sie entwickelt. Sehr ungewöhnlich.

Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 08. Juli 2019, 09:11:14
In der Mitte steht ein 1,5 Horn: Drillingsmutter Mina (bitte gute Kondition beachten, sie hat bis gestern 3 gesäugt). Rechts neben ihr mit dem vermeintlichen Bockgehörn: Medea. Sehr ungewöhnlich. Born to be different
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 08. Juli 2019, 14:20:01
...und ein tagesaktuelles Bild von Leopold, der zwar deutlich kleiner geblieben, aber es am Ende doch irgendwie wert war, oder?  ;)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 08. Juli 2019, 14:27:19
Der Tierarzt war heute da. Leopold hat zwei Abzesse unter der Haut. Entweder war´s wieder seine Mutter oder aber es sind Folgen der widerlichen Pferdebremsen, die dieses Jahr so aktiv sind. Da er nun abgesetzt bei uns im Garten steht (mit Schwester Lilo) und die Prognose rosig ist, hat er seine schwierige Kindheit überstanden. Er ist zwar... beschaulich. Aber er spielt munter und mümmelt gerne mal Kraftfutter (immer jedes Korn einzeln, versteht sich. Ebenfalls Born to be different). So vermute ich mal, dass er kastriert bleiben wird. Als Braten wäre er eh zu teuer  ;D Langsame Tiere haben auch ihr Gutes. Die halten die anderen auf der Fläche bei unerwarteten Situationen. Hunde ect. Bis Leopold "Hund" verstanden und erkannt hat, hat sich der Hund schon längt beruhigt, hihi. Hinten lahm er übrigens nicht mehr. Aktuell vorne etwas. Seine Mutter war aber zuletzt auch wirklich wieder garstig  :P Die soll noch ein Grundstück platt pflegen mit ihrer Schwester und dann ist sie 10 jährig reif für die Wurst. Steht zwar wie eine eins da, aber da die ersten Zähne (Plural) fehlen, ist das die einzig vernünftige Lösung. So kommt sie auch nicht mehr an die Lämmer ran.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 08. Juli 2019, 14:28:37
Was übrigens zu beweisen ist: Lilo ist wie ihre Mutter Liese in jungen Jahren ein misstrauisches etwas. Stets auf dem Sprung. Weil aber Leopold kommt... schaut man doch... und hält zumindest schon mal Nähe aus
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Rosenfee am 08. Juli 2019, 15:26:52
Klar war Leopold die Mühe wert! Er sieht so richtig schnuckelig aus :D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 08. Juli 2019, 18:12:48
Juchu. Der Letzte Jungbock ist abgesetzt. Jetzt gehts relaxed durch den Sommer!
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Wühlmaus am 08. Juli 2019, 19:58:58
Dann wünsche ich euch einen möglichst geruhsamen Sommer :) zumindest soweit das bei euch machbar/möglich ist 8)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 09. Juli 2019, 15:48:33
 ;D

Es sind die innerlichen Treiber weg. Bei den Zäunungen hat man so ca. 3 Tage Spielraum. Zwischen: Sie könnten, sie sollten, sie müssen umziehen. Scheren und Böcke rausangeln... war immer: Muss möglichst zeitnah passieren.

So habe ich heute erst mal gemütlich eine Stunde Lummerke gemäht. Nach einem Kaffee werde ich aufbrechen und zäunen. Der Sommer bietet langes Tageslicht. Das nenne ich entspannt. Kommt der Herbst, hat man ein Zeitproblem. Aber jetzt... ist es entspanntes Arbeiten. Das genieße ich sehr.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 10. Juli 2019, 15:09:28
Waren übrigens insgesamt dann knapp 5 Stunden Lummerke gestern, die auch etwas unentspannt endeten, da ich die Technik nicht alleine versetzen konnte und mein Mann noch mal los musste  :P

Heute ist dafür außer der Tierkontrolle Pause - da habe wir ja auch nur einen Ferienpasstermin  :-X der fängt in 1,5 Stunden an. Gepackt ist alles. Ich genieße es den Termin wetterunabhängig an der Scheune anbieten zu können. Die Falknerin berichtet über Schleiereulen. Nebenher basteln wir mit den Kids einen Schleiereulenkasten. Nächste Woche - so keine enorme Hitzewellen kommt - bringt die Falknerin sogar ihre Schleiereule mit  :D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 14. Juli 2019, 19:24:27
 ;D

Das Bild will ich Euch nicht vorenthalten: Mähphisto im Naturschutzgebiet
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Ephe am 14. Juli 2019, 21:35:50
Ein schönes Bild! :D
Schielt er?  :-[
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Wühlmaus am 14. Juli 2019, 23:11:12
Er fixiert sicher die Blüten  8)

Ein wirklich gelungenes Bild :D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 15. Juli 2019, 00:18:57
 ;D ich hatte eher den Eindruck, er fixiert mit jedem Auge etwas anderes. Und muss immer noch kichern, weil unser Schafsitter im NSG am Anfang gleich meldete: Ein Schaf ist heiser. Mein Mann und ich zeitgleich: Mähphisto  ;D Dessen Stimme ist einmalig. Somit lautete die Antwort: Werd Du mal so alt, da säuselst Du auch nicht mehr wie ein Knabe  ;D

Mähphisto erfreut sich weiter bester Gesundheit. Kein Grund ihn "abzusägen". Im doppelten Sinne, denn unverkennbar ist ja, dass die Hörner sich dem Gesicht sehr nähern, er dreht eng. Ich bekam aber heute immer noch ein Fingerchen dazwischen, so dass ich nicht glaube, dass wir vor seinem Ende irgendwann in hoffentlich ferner Zukunft die Kreissäge ansetzen müssen  :-X

Den Lacher brachte heute aber meine Tochter. Sie sah Valentin an und meinte: Der dreht aber dieses Jahr weit.

 ;D Tochter, so weit wie jedes Jahr. Raus und reindrehen können die Böcke ihren Kopfschmuck noch nicht nach Belieben
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 16. Juli 2019, 23:26:24
Heute habe ich sozusagen aus Tierschutzgründen zwei Schafe eines anderen Halters geschoren. Ich schwöre feierlich niemals auf größere Rassen umzuschwenken.  ::) Die eine Zibbe zeigte mir deutlich, dass meine Arme dazu um einiges zu kurz sind. Nur mit Mithilfe war mir die Schur dieses Schafs möglich. Zudem war die Wolle dieses Kreuzungsschafs deutlich schwerer zu scheren. Es war eine Jungzibbe. Mal sehen, ob sich das nächstes Jahr verändert. Eigenartig, denn unsere Jungzibben sind eher leichter zu scheren als die Muttern.

Nachdem ich nachmittags noch im Akkord ab- und aufgezäunt habe, habe ich heute Abend irgendwie das Gefühl ein LKW ist über mich drüber  ::)

Im Garten stehen nach wie vor Leopold und seine Schwester Lilo. Die sind beide sehr laut. Hoffentlich ist auch der zweite Abszess des Knabens bald abgeheilt. Die gehören dringend raus in die Biotoppflege. Sonst sind nicht nur die Nachbarn genervt  :-X
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 17. Juli 2019, 20:41:05
nach einem langen Tag kommt man nach Hause. Das Netz der beiden Lämmer ist eingerissen. Nur ein Wildtrieb der Sauerkirsche hielt ihn so auf halb 8, dass die beiden nicht durch den Ort spaziert sind.

Und was hängt IM Zaun?!
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Sternrenette am 17. Juli 2019, 20:50:45
Die Zaunkosten beim Hundehalter einfordern?
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 17. Juli 2019, 21:02:08
 ::) ist doch wieder mal ohne Worte, oder?
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Sternrenette am 17. Juli 2019, 21:07:48
Meinem Kollegen sind wegen wildernden Hunden mal drei Pferde durch den Elektrozaun. Panik.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Wühlmaus am 18. Juli 2019, 08:53:40
nach einem langen Tag kommt man nach Hause. Das Netz der beiden Lämmer ist eingerissen. Nur ein Wildtrieb der Sauerkirsche hielt ihn so auf halb 8, dass die beiden nicht durch den Ort spaziert sind.

Und was hängt IM Zaun?!

Gut, dass es nochmal gut gegangen ist :o
Der Halter dürfte so ja zu ermitteln sein...
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 19. Juli 2019, 21:48:14
Da Halsband sehr klein... wird die Nachhaltigkeit gewährleistet sein  :-X Es war ein schlagstarkes Gerät  :-X

Heute haben 3 Lammböcke ihren DNA Test bekommen. Darunter der Pechvogel mit dem gegipsten gebrochenen Bein (er hüpft damit unverdrossen und erstaunlich schnell, das wird). Der Lacher war, das ich morgens noch mal kritisch in die Runde schaute. Und die in Frage kommenden 4 Nummern notierte. Eine fand sich nicht im Herdbuchzuchtordner. Hä? Inzwischen klickt es schneller. AH! Ja auch wenn es 100% phänotypisch stimmt... das ist ein Kreuzungszwilling zu Flecki. Sprich, ein Kreuzungslamm. Somit gingen nur 3 Lämmer in die Blutabnahme.

Drücken wir die Daumen. Einer hat höhere Chancen G1 zu sein. Bei G2 könnten wir aber auch alle 3 im Bestand halten. Die Bockgruppe kann gerne noch etwas wachsen. Die nutzen in der Biotoppflege und dienen als genetische Reserve. Denn.. wenn weiter so wenig WGH verkauft werden, können wir hier nicht mehr beliebig teure Böcke kaufen. Da rettet der Aufbau der privaten Genbank. Wie traurig für die Rasse. Noch eine weitere Beschränkung. Aber man muss der Realität ins Gesicht sehen..

Skudden... da hätte ich heute erneut ein weibliches Tier verkaufen können. NO! Keine Chance. Das wäre genetischer Selbstmord.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Wühlmaus am 19. Juli 2019, 22:00:34
Da Halsband sehr klein... wird die Nachhaltigkeit gewährleistet sein  :-X Es war ein schlagstarkes Gerät  :-X
...
War der Hund etwa noch am Halsband dran  ??? :o :-X

Und der "Rest" mit der Züchterei klingt ziemlich kompliziert  :-\
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Staudo am 20. Juli 2019, 07:27:15
Das ist das Problem bei allen seltenen Haustierrassen. Die werden immer seltener und damit sinkt die genetische Variabilität und die Gefahr verstärkter Inzucht steigt.  ;)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 20. Juli 2019, 13:41:54
Nein, der Zaunkolllisionist hing nicht mehr drin  ;)

Ich glaube, wir sind einer von wenigen Betrieben, die diesen Gentestwahnsinn noch machen. Alle anderen haben auf G1 Tiere reduziert und damit der genetischen Varianz dieser Rasse ein gutes Stück Breite beraubt. Wir haben G1, G2 und sogar ein G3 Zuchttier. Birte kommt halt nur zum Bock wenn der jeweilige ein G1 ist. Ansonsten pausiert sie halt. Vielleicht ist es der Vorteil der relativ übersichtlichen Tierzahlen, dass wir die unterschiedlichen Linien am Verhalten oder den Lämmern erkennen können. Wir möchten uns da nicht reduzieren. Also müssen wir weiter den Aufwand und die Kosten stemmen um die Lämmer testen zu lassen. Herdbuchböcke sind nur mit Gentest verkäuflich (es sei denn, sie kommen aus G1/G1). Und wegen der Exporte und der daraus folgenden Umstellung der großen Züchter ist G2 kein Verkaufsschlager. Gesundheitlich... ist ein G2er vollkommen unbedenklich. Und wer von den kleinen Züchtern wird wohl ins Ausland exportieren? Wenn man aber an den einen Bioland Betrieb denkt, der seine 400 Lämmer im Jahr nach Frankreich verkauft, weil sie hier keiner essen will... der hat etwas Verständnis.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 21. Juli 2019, 15:28:23
Auch heute schrumpfen wir: Flecki und ein Bocklamm werden uns verlassen.

Passt ganz gut, wir können sie demnächst rausfangen und im Garten parken. Da standen bis zum Morgen noch Leopold und Lilo, die wir wegen Lilos Schreierei aber entnervt an die Scheune ausquartiert haben. Jedes mal wenn sie uns sah ging die Schreierei los  :P Da stört´s nicht  ;)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 21. Juli 2019, 21:19:17
So lief es. Erste Bilder aus der neuen Heimat erreichten uns schon. Und wer weiß, vielleicht zieht nächstes Jahr noch eine Burenbocklamm hinterher, denn Buren hat die Familie auch. Und staunte nicht schlecht über Ludwig. Ich ehrlich gesagt heute vormittag auch. Gefühlt hat der in den letzten zwei Wochen enorm zugelegt. Er ist ja auch noch jung. Aber mittlerweile... äh... also der ist nicht mehr meine Kampfklasse, sondern definitiv eine drüber! Pan hinter ihm ist um einiges älter.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 21. Juli 2019, 21:20:30
Und stinken tut er auch wieder wie ein ganz großer. Der arme Leon macht echt was mit mit ihm.  :P
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 27. Juli 2019, 16:05:40
Diese Woche hat mich der Stinker sogar angepinkelt  :P Oder wie mein Mann sagte: Wenn wir zur Zucht keinen Bock bräuchten, hätten wir keinen. Auch ein Freund wurde die Woche angegriffen... der scheuchte den Stinker aber über die ganze Weide  ;D

Ansonsten war es eine gute Woche. Hier gab es ein Zeitungshin- und her über den Artikel eines Naturschutzbeauftragten. Mein Leserbrief ging über eine halbe Zeitungsseite (was mein Mann besonders erheiternd fand, denn darunter prangte der Standartsatz der Zeitung. Sinngemäß: Fassen Sie sich kurz, dann steigt die Wahrscheinlichkeit der Veröffentlichung). Auf den Artikel haben mich inzwischen viele angesprochen. Angesichts der Tatsache, dass wir dank des Abbaus der ISDN Technik kein Festnetz mehr haben und auch nicht im Telefonbuch stehen und die Familie, wo verirrte Anrufer landen um uns irgendwie zu finden auch noch dem Ganze sehr kritisch gegenüberstehen, ist das besonders erstaunlich. Es lebe notfalls der gute alte Briefkasten  8)

Falls Ihr auch Interesse am Lesen habt:

Schäfer und die Agrarwende
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Waldschrat am 27. Juli 2019, 17:04:48
Super Artikel *Daumen hoch*
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Rosenfee am 27. Juli 2019, 19:10:43
Sehr gut geschrieben!!!! Ich habe am Schlachtertresen auch die Auskunft bekommen "zu teuer, haben wir aufgegeben" als ich hier in Bremen nach Salzwiesenlamm gefragt habe.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 27. Juli 2019, 20:42:54
Bei allem Lob... ganze 2 kamen auf die Idee auch ein Lamm zu bestellen
Das ist nicht viel. Aber 2 sind besser als keins. Es zeigt indes die Richtung: Der "gemeine" Verbraucher bleibt beim Preis als Entscheidungskriterium. Weswegen es eben zusätzlich und leider hauptsächlich die Agrarwende braucht.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Waldschrat am 27. Juli 2019, 21:15:20
Bei allem Lob... ganze 2 kamen auf die Idee auch ein Lamm zu bestellen
Das ist nicht viel. Aber 2 sind besser als keins. Es zeigt indes die Richtung: Der "gemeine" Verbraucher bleibt beim Preis als Entscheidungskriterium. Weswegen es eben zusätzlich und leider hauptsächlich die Agrarwende braucht.

Nun ja, auf die Bestellidee kam ich auch schon. Aber Fleisch per Post schicken - ich weiß ja nicht. Und Hinfahren lohnt entfernungstechnisch auch nicht wirklich - sofern man nicht 'um die Ecke' wohnt.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 28. Juli 2019, 07:56:20
Nee, gar nicht  ;D das bezog sich hier auch auf die Reaktionen durch den Artikel in der lokalen Presse.

Derzeit arbeite ich mehr und um so mehr freue ich mich auf den Sonntag. Da kann ich körperlich "ran". Ich bekomme sonst schlicht einen Zwingerkoller. Ich nehme an, dass wir später auch noch die große Herde umstellen. Die muss nun in ein anderes Tal. Ende Juli geht das alles entspannter... die Lämmer trinken ja nicht mehr. Also kein großes Geplärre nach und von Muttis wenn verladen wird. 50 Tiere... da fährt man schon ein paar mal.  8) Manchmal denke ich... ein umsetzbarer Traum wäre noch das auch zu Fuß zu bewerkstelligen. Das geht aber nicht, weil wir über Feldwege ziehen müssten und die Schafe ohne Hund sich ganz sicher mal in eine Feldfrucht absetzen würden. Das müsste dann wenn schon mal punktgenau hinhauen, wenn der Weizen (witzigerweise haben wir hier oben eigentlich fast nur Weizen, beim anderen Dorfausgang geht es mit Mais und Rüben los) abgeerntet wäre. Ich erinnere mich irgendwie gerade an eine Hündin von uns, die mal auf einem zugefrorenen Minigartenteich stand. Mutti motzte: Komm da runter, das Eis trägt noch nicht! Hund: Es trägt. es trägt, es....PLATSCH...trug.
 ;D
Ein aber bereits gährender Plan in mir, sieht vor manch eine Fläche auf alte Zugwege hin zu überprüfen. Ob da Rechte eingetragen sind. Im Landkreis Göttingen könnte man sich mit so was an den Landschaftspflegeverband wenden. Hier macht man das als kleiner Nebenerwerbsschäfer alleine  :P

Ha! Das war auch ein schlechter Scherz: Im Ort verbreitet jemand, wir bekämen 200 € Förderung pro Tier.

Ich habe mal nachgesehen. Für die WGH haben wir 2017 (18 weilt gerade beim Steuerberater) enorme 175,35 € bekommen. Für die ganze Herde. Nicht fürs Tier. Allein nur der letzte Gentest für die 3 Böcke (leider alle G2) hat 40 € gekostet. Tierarztkosten für die Blutabnahme kommen noch. Ahnentafel und Hofkörung schlagen pro Tier mit 65 € zu Buche. Ein neuer Bock muss dieses Jahr wohl her (wenn alle Stricke reißen haben wir ja noch Tristan, dann gehen die Jungzibben vom vergangenen Jahr und Birte eben nicht in die Zucht). Und die Jungzibben von diesem Jahr gehen auch nicht kostenneutral ins Herdbuch

Wie? Ihr seht da keinen Gewinn? Ich auch nicht. Aber wir bekommen doch Fördermittel!

Man muss es mit Humor nehmen und dieses Jahr überwiegen doch die positiven Seiten, auch wenn wir so manchen Knuff in die Magengegend bekommen haben. Ich glaube, wir haben da mittlerweile Hornhaut. Als Schäfer darf man kein Sensibelchen sein. Was nicht heißt, dass man sich nicht Sentimentalitäten gönnen darf. Dieses Jahr war es ja Leopold - der es endlich richtig dankt. Der Herr wird immer flotter, wächst und gedeiht und wird auch noch richtig hübsch. Bislang haben wir noch nie das Ausleben unserer Gefühlsseite bereut. Sogar unser vorletztes Jahr behaltenes Kreuzungsschaf Seute Deern, deren Anwesenheit in der Herde ja irgendwie scheinbar kaum Sinn machte, war die richtige Entscheidung. All die Zeit latschte die Dame uns über die Füße und hielt so die Scheueren bei uns. Dieses Jahr zieht sie um, drei Orte weiter. Merke: Hat sich gelohnt zu warten. Dieses Jahr haben viele ein Problem mit dem Aufwuchs. Letztes Jahr dürrebedingt reduziert, reicht da oft der Bestand nicht mehr für die Flächen. Wir hätten zwar auch eine Adulte zu diesem Zweck gerne behalten. Aber uns ist auch klar, dass sich dieser Trend nächstes Jahr wohl nicht fortsetzen wird und so nutzen wir die Gelegenheit uns zu "verschlanken". Mehr werden die beiden Herden fast von allein  ;) Allein die dieses Jahr geborenen Schnuckenmädels müssen ja in die Herde eingepflegt werden, da für die keine Nachfrage besteht. Und optisch sehe ich hier keine so schlecht, dass sie raus müsste. Also greift wieder die Sentimentalität. Sie verursachen so halt leider Kosten durch die Herdbuchaufnahme. Aber ansonsten steigen auf diese Art die Aussichten sie nächstes Jahr zu platzieren. Die meisten Kleinhalter haben eben keine Bockgruppe und wollen daher keine Lämmer zukaufen.

So. Nun starte ich vergnügt in den Tag...

Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Sternrenette am 28. Juli 2019, 08:12:15
Nein, das ist nicht der Preis, sondern Nachkriegserfahrungen. Die ganze Generation meiner Eltern ißt kein Schaf und erzählt natürlich daß man das nicht essen kann. Das war auch so.

Hängt Euch an irgendein Hoffest, Tag der offenen Tür, Mittelalterfest... ran und verkauft gegrilltes Lamm aus heimischem Anbau. Dann läufts.

Oder Eure zwei Besteller erzählen es weiter...
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Ephe am 28. Juli 2019, 08:14:19
Sehr gut geschrieben, der Artikel. Ich wünschte, ich könnte irgendwas tun, damit sich eure Situation bessert. Aber hier gibt es noch nicht mal mehr Metzger, die ich nerven könnte.  :-\
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 28. Juli 2019, 10:00:10
Das dürfen wir ja wieder rechtlich nicht. Wir dürfen nur halbe und ganze Lämmer verkaufen  ::)

Die Kriegsgeneration hat ja auch nicht Lamm gegessen, sondern Schaf. Wobei unsere neuen Mitbürger da wenig empfindlich zu sein scheinen. Die Verwertung von Schaf ist eben eine kunstvolle Angelegenheit. Ich erinnere an das 7 Jahre alte Schaf, das wir in Form von Sauerbraten konsumiert haben. Das war sehr lecker.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Wühlmaus am 28. Juli 2019, 10:20:26
Und ich erinnere mich auch noch an SchafsHammelfleisch, das meine Mutter zubereitet hat. Da mussten die Teller vorgeheizt (!) sein, damit das Fett nicht gleich wieder fest wurde. Geschmacklich war für mich das Fleisch nicht das Problem, sondern das Fett :-X. Damals war ich so 5 oder 6 und fand es grausam.
Heute esse ich mit Begeisterung Lamm. Bei meinem Mann überwiegt die Ablehnung wegen ähnlicher Erinnrungen :-[
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Wühlmaus am 28. Juli 2019, 10:26:42
...
Falls Ihr auch Interesse am Lesen habt:

Schäfer und die Agrarwende

Sehr gut geschrieben :D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Crambe am 28. Juli 2019, 14:05:59

Heute esse ich mit Begeisterung Lamm.

Wir sind auch begeisterte Lammesser und bekommen das (regionale) Lammfleisch auf dem Markt. Obwohl es ja immer Schafsherden hier auf der Alb gab, die sogar hinter meinem Elternhaus weideten  ( wir mussten Schafsköttel sammeln für eine Jauche! Uuuahhhh!) , gab es nie Schaf. Schmeckt nicht, hieß es. Die erste Begegnung mit Schaf war am ersten Unitag in der Mensa mit Hammelragout. UUaaah. Das hatte zur Folge, dass ich sowohl von der Mensa als auch von Hammel-/Schaf-/Lammgerichten weiten Abstand nahm. War für mich alles daselbe. Und irgendwann habe ich dann mal Lamm bei einer Freundin essen müssen und fand es köstlich. Seither gehört es ständig zu unserm Speiseplan. Lammragout, geschmorte Lammkeulen,  ........
Was ich mit meiner langen Ausführung sagen will, ist, dass ihr tatsächlich versuchen solltet, mit Kostproben von z.B. Lammragout ( mit Salzzitronen) den Leuten zu zeigen, dass Lamm eben nicht diesen widerlichen Fettgeschmack von alten Hammeln hat. Schade, dass ihr so weit weg seid.  :-\
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Jule69 am 28. Juli 2019, 15:27:40
Wenn Du nicht so weit weg wohnen würdest, könnte ich mal sagen:
Koch und ich sag Dir dann, ob es mir schmeckt...aber leider nicht durchführbar. Schade!
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Crambe am 28. Juli 2019, 16:09:00
Wenn Du nicht so weit weg wohnen würdest, könnte ich mal sagen:
Koch und ich sag Dir dann, ob es mir schmeckt...aber leider nicht durchführbar. Schade!
Ich schicke dir ein Care-Paket! ;) ;D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 29. Juli 2019, 07:07:02
Das will eben der Gesetzgeber wieder nicht. Unser Lamm darf nur die Familie essen.

Wir brauchen sonst den bis oben hin gefliesten und mit Abfluss versehenen, behördlich abgenommenen Zerlegeraum. Davon kann ich zwar träumen - aber ganz realistisch weiß ich auch, dass ich das zeittechnisch nicht auf diese Lebensart gebacken bekomme. Dazu müsste ich stundentechnisch deutlich weiter beruflich runter fahren. Da wollte ich schon mal hin, bis die letzten Stürme meiner Scheune so zugesetzt haben, dass ich hier ein Leader Projekt in Angriff nehmen musste. Das muss aber vorfinanziert werden. Und wird trotz meiner Mehrarbeit nur funktionieren, weil uns ein Freund kurzfristig unter die Schultern greift. So ein Scheunendach kostet round about 20000.- €  ::) Gut, nächstes Jahr sollte dieser Spuk vorbei sein und ja, ich gedenke dann wieder Stunden runter zu fahren - schlicht, weil ich sonst auch schon mal im Friedwald ein Bäumchen aussuchen solle  :P Und ja, ich glaube auch weiterhin daran die Wirtschaftlichkeitskurve zu nehmen. Nicht zeitnah, aber dauerhaft. Dieses verbissene Wollen rührt nicht daher, dass ich uns die Taschen füllen will, sondern dass es die Grundvoraussetzung dafür ist, dass es eines Tages jemand weiter macht. Und das mehr oder minder ja nicht nur mein Betrieb daran gekoppelt ist, sondern die Weidetierhalter der Region. Wenn sich Geschmack etabliert, dann ist das nicht auf einen Betrieb fokussiert. Wenn die beweideten Grünlandhanglagen ausreichend gefördert werden, kommt das dem Erosionsschutz und der Weidetierhaltung der Region zu Gute. Also ist die Bühne keine kleinkariert private, sondern eben öffentlich großräumig zu sehen. Ich bin dem Kursleiter in Bayern auf ewig dankbar, denn den Mut, den ich wiederbekommen habe, habe ich da gefunden.

So. Nun aber mal zurück zu den Tieren: Liese und Lotte... sollten eigentlich jetzt gerade auf der letzten Fläche ihres Lebens stehen. Es kam anders...
Gestern habe ich die Lummerke kontrolliert und beschlossen, dass es da viel zu langsam voran geht. Insbesondere, wenn da auch noch demnächst die Lämmer abgeholt werden. Ergo habe ich meinen Mann überzeugt: Liese und Lotte müssen bis zum Herbst da noch rein. Wer Rohrkolben verbeißen kann, kann auch Hainbuchenblätter zupfen  8)

2 von 3 Fuhren Schafen sind gestern umgezogen. Die 3. will mein Mann heute alleine machen. Ist vielleicht nicht verkehrt die Fläche gründlichst abzuweiden, denn in der Gruppe sitzt Pauline  :P Ich bin gespannt wie dieser Krimi ausgeht. Das ist vermutlich ihr vorletzter Hängertransport - auch wenn ich mittlerweile s.o. mit solchen Aussagen vorsichtig geworden bin  ;D

Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 31. Juli 2019, 09:46:32
Die Woche war geprägt von einigen ups and downs. Manchmal hat man das Gefühl, wer zu viel Zeit hat, verschwendet die gerne mit unsinnigen Projekten.  ::)
Da muss man sich dann erst mal raus manövrieren...

Derweil stapelte sich die Bürokratie - und das sind die Momente, wo ich herzlich über meine beruflichen Notdienste dankbar bin.  ;D Es hat sogar noch für den Verein zeitlich gereicht um einen Antrag an eine Stiftung zu schreiben. Ich bin zuversichtlich! Dafür fehlt dann heute Schlaf  :-X

Die letzte Fuhre hat mein Mann vorgestern übrigens doch tatsächlich in 2 Ladungen aufteilen müssen. Allerdings dann auch ohne Revolten. Und im letzten Hänger saß... Pauline. Altersweise hat sie da aber wohl beschlossen, dass man wohl besser zügig rein läuft um ohne Stress auf die neue Fläche zu kommen. Im Zuge einer Besichtigung gestern, konnte dem Besucher eine höchst zufriedene Herde gezeigt werden. Nicht das leiseste Mähen war zu hören. Wir befinden uns dort im zweiten Weidedurchgang, sprich Überständiges gibt´s fast nicht. Der Besucher schätze auf 20 Schafe und fiel vom Glauben ab... nein, 48 grasen dort.  ;D Das kann das menschliche Auge nicht packen.

Heute steht einiges an Vereinsarbeit an. Praktischer Natur. Ich werde in unser saniertes Gewässer steigen und die Bewohner kontrollieren. Da die Jungfrösche an Land sind, wird auf Fischbesatz kontrolliert, wozu der Wasserstand deutlichst reduziert wurde. Was Zusatznutzen hat, denn nun wird der Rand auch von den Ziegen heimgesucht. Dass Rohrkolben so gut schmeckt, wer hätte es gedacht. Dank Fortbildung sind wir da fachlich auf dem Laufenden. Ich hatte mir schon den Kopf zerbrochen, wie wir den Rohrkolben wohl im Griff behalten. Aus wenigen Rhizomstücken hat der sich prompt aufgemacht den Teich zu erobern. Nix da! Also doch mal ein Punkt, der an die Ziegen geht. Denn bei den Schafen musste ich einen Innenzaun ziehen, damit die Wollies nicht absaufen (da wären sie nicht die Ersten gewesen und die grausamen Schilderungen haben mich da absolut unexperimentierfreudig gemacht. Da aber Ziegen wasserscheu sind, folgen sie peinlich genau dem Wasserstand  ;D Mal davon ab, dass das Fell eine ganz andere Beschaffenheit hat, sprich, man auch im Falle des Falles wieder raus käme.

Zudem wird eine Vereinsfläche inspiziert, auf der wir beweiden wollen und nun auch können. Denn hier braucht es die Mithilfe anderer, da das kleine Obstwiesenstück in einer anderen Himmelsrichtung liegt. Gestern hat mein Mann da schon den Rand ausgemäht, heute folgt Zäunung und gemeinsame Besichtigung... abends kommt die Bockgruppe aus dem Landkreis Göttingen heim. Heißt auch: Das NSG ist mit einem sehr guten Weideergebnis fertig beweidet.  :D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 01. August 2019, 09:06:22
Die dicken Popo´s sind zurück im heimischen Landkreis. Meine Güte ist auf der Fläche viel Rainfarn. Geht ja gaaaaar nicht. Sei´s drum. Wir hatten Hilfe beim zäunen. Die Dame ist ein Naturtalent. Woran ich das sehe? Nur 10 % der Helfer in den vergangenen bald 10 Jahren setzen einen Weidepfahl richtig, sprich, klemmen nur die unterste, nicht Strom führende Litze fest. Hier hab ich nicht mal was erklären müssen. Und morgen kommt sie mit auf Tierkontrolle, die große Runde.  :D

Den Rainfarn müssen wir nachpflegen. Lohnt ja jetzt auch. Wichtig ist immer die Beweidung sicher zu stellen, dann findet sich der Rest von allein. Die Fläche ist zweigeteilt, sprich... man kann bei der Tierkontrolle alle 3 - 4 Tage (dazwischen macht es die Dame) den Freischneider mitnehmen und sich sprichwörtlich Stück für Stück durchfräsen.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 01. August 2019, 09:10:25
Ach so... und der Baumschutz kann und muss dann auch mal richtig gesetzt werden. Der ist im Winter nur notmäßig festgebunden worden, was die Jung dankenswerter Weise akzeptiert haben. Ein anderer Schafhalter war auf einer alten Streuobstwiese hier... meine Güte  :-X Aber die Eignerin ist ja eh dankbar um jeden abgängigen Baum.  :P

Mit dem System des auf dem Bild zu sehenden Baumschutzes bin ich indes sehr zufrieden. Wenn man genug Helfer hat um die richtig einzusetzen...
Man kann mehrere aneinander setzen, so dass auch sehr alten Bäume gut geschützt werden können.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 04. August 2019, 12:14:07
Heiliges Blechle! Die dicken Popos sind mit dem Teilstück schon durch, die muss ich nachmittags schon weiter zäunen. Die Woche arbeite ich voll, das klappt sonst nicht.  ::) Eigentlich hatten wir heute noch einen auf eine Weide abgestürzten Baum aufarbeiten wollen. Hmpf!  :(
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 04. August 2019, 21:10:11
So, der Handschurkurs wird am 9.5.2020 stattfinden  ;)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 04. August 2019, 21:16:42
 ;D die beiden müssen nicht geschoren werden. Hinten: Leopold. Wächst und gedeiht. Zeigt keine Auffälligkeiten mehr. Ist gefräßig geworden und genießt sein Leben
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 04. August 2019, 21:21:46
Als nächstes gibt´s Ohrmarken für die Meckerfraktion. Mensch Leopold, keine Schlacht- sondern eine Bestandsmarke!
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Secret Garden am 04. August 2019, 21:26:03
Hinten: Leopold ... genießt sein Leben
Wie schön. :D Sein junges Leben stand ja mehr als einmal auf der Kippe.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 04. August 2019, 21:34:52
Es gibt eben doch Wunder  ;D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Staudo am 04. August 2019, 21:47:51
Weil Du die Ziegenhaltung aufgeben willst, sind das jetzt Schafe.  :D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 05. August 2019, 06:33:38
Die vordere Madam kommt so sicher weg wie das Amen in der Kirche. Zu laut. So laut... na ich will nicht sagen kann kein Schaf sein. Aber zumindest sind selbst die derzeit lautesten Trompeten im Wollie-Orchester weit von diesem Stimmwunder entfernt.  :-X
Ich brauche sie noch für den Landschaftag, der sich jetzt mit großen Schritten nähert- Da wartet auch noch einiges an Vorbereitungen. Ausgerechnet jetzt ist der Traktor kaputt, Kühler geplatzt. Ich mäh mich gerade fusselig.  :P Die Scheune muss noch aufgeräumt werden und ausgerechnet jetzt arbeite ich mehr. Also wenn im September der vorerst letzte Programmpunkt fürs Jahr abgehakt ist, mach ich drei Kreuzzeichen.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 07. August 2019, 16:58:38
In den frühen Morgenstunden gab es wieder Vandalismus am Teich. Derjenige hat auch in Kauf genommen, dass die Ziegen ausbrechen. Nun sind da ja derzeit die beiden Rentnerinnen drauf, die zudem auch noch siamesische Zwillinge sind. Kaum hatte mein Mann die eine Ziege, trabte die andere bereitwillig an. Ein paar Weidepfähle wurden zerbrochen (daher tendiere ich auch zu derjenige, da diejenige mutmaßlich Kraftprobleme für solche Streiche hätte).

Das heißt, der gefahrene Kurs passt: Wertvolle Tiere können da nicht über Nacht bleiben. Liese und Lotte verbringen ja ihre letzten Wochen auf den Weiden und sind zudem absolut nicht schreckhaft oder wie Schnucken lauffreudig bis zum Horizont. Also nehme man es gelassen  ::) Ich hoffe nächstes Jahr beruflich Stunden herunter fahren zu können: Dann fahre ich mit der großen Herde vor, beweide 1/2 Tag und bin wieder weg  ;D Mal sehen, ob es gelingt.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 10. August 2019, 10:02:40
Früh morgens der "Aufbauer" des Tages: Ingo ist der Gips abgenommen worden. Der Bruch ist 1A verheilt.  :D

Und gleich geht´s weiter... auf der frisch beweideten Fläche des Vereins werden die restlichen Obstbäume geschützt. Die Jungs waren zwar artig, aber im Winter müssen wir so nicht mehr Slalom zäunen  ;) Macht Spaß, wenn sich Helfer dafür finden  :)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 11. August 2019, 20:07:15
Heute möchte ich wieder einmal das hohe Lied auf Freunde singen: Ein Freund hat uns geholfen den Traktor zu reparieren. Das Gefährt litt unter geplatztem Kühler. Allein hätten wir das nie geschafft. Vielen lieben Dank an Robert!!!!

Töchterlein hat indes schon geholfen die ersten Hürden für den Landschaftag aufzubauen. Und an der bereits gezeigten Vereinsfläche Nisthilfen anzubringen, die an einem Trafoturm frei geworden wind, weil der welche ohne Patina bekam (Turm frisch saniert). Die alten Kästen fügen sich mit ihren Flechten besonders gut in die Streuobstwiese ein. Wir waren zufrieden mit unserem Werk.

Nun muss ich morgen aber ranklotzen und Flyer samt Zeitungsartikel erstellen. Die Aufregung wächst  ;D Unser erster Landschaftag an der Scheeven Schüne. Entweder kommt keiner oder wir werden überrannt - so das Gefühl. Die Hoffnung geht Richtung aber gen reges Interesse  :)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Ephe am 12. August 2019, 10:08:51
Landschaftag zuerst dachte ich, da fehlt ein t und ein s...  ;D
Wahrscheinlich werdet ihr überrollt. Viel Erfolg wünsche ich euch bei der Veranstaltung!
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 12. August 2019, 13:48:35
Danke  ;)

Heute gibt es ein Bild von Ingo, rechts im Bild. Der Gips ist ab, aber noch fehlt Muskulatur. Dafür setzt er sich aber schon erfolgreich gegen die anderen durch. Die Fläche ist frisch bezogen. Da haben die 19 Schafe aber auch eine Weile zu tun.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 12. August 2019, 13:54:59
Auf der Weide gab es heute einen Zwischenfall. Etwas Rotes hing im Zaun. Handschuhe an und... Mist. Ein Fuchs. Lebendig. Ja wie bekommt man den raus ohne selber Blessuren zu bekommen?! Der Jungfuchs fauchte wie ein Großer. Na gut, man hebe das Netz hoch und baumelnd kopfüber konnte ich die verhedderte Hinterpfote befreien. Er bekam ein paar laute Rufe meinerseits hinterher, damit er bitteschön zukünftig Abstand hält. Lange kann er da noch nicht gehangen haben. Sonst hätte er den Strom nicht überlebt
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Waldschrat am 12. August 2019, 15:18:25
Bei Euch ist aber auch immer was los  ;D :-\
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 13. August 2019, 18:22:38
Das ist nicht von der Hand zu weisen. Da die Schafgruppen aber alle sehr stabil sind (keine Aggression und keine Ängstlichkeit), sehen wir das eigentlich recht gelassen. Der gestrige Fuchs war schlicht uninteressant für die Schafe. Den Böcken ist allerdings heute der Himmel auf den Kopf gefallen. Da war dann doch einer so erschrocken, dass er den direkten Weg durch den Zaun nehmen wollte. Gott sei Dank ist er nicht hängen geblieben. Zaun platt, Gerät umgerammelt. Warum? 4 uralte Fichten wurden gefällt. Und die Schafe hatte man wohl nicht gesehen  :-X

Die Ziegen wären längst auf der Walz gewesen. Eine kleine Entscheidungshilfe für die Zukunft. Wir haben entschieden die Ziegen nicht mehr mit den Schafen zusammen zu halten. Dieses Jahr war das unfreiwillig so. Die Gruppen gefallen uns so aber besser. Ludwig... nein. Ich möchte den meinen lieben Schafböcken nicht zumuten. Es kann auch gut sein, dass wir bei den Ziegen diesen Herbst deutlich reduzieren. Die Gruppe, die auf der Lummerke schrubbt, bleibt aber zumindest was die weiblichen Tiere angeht. Das ist eine vergleichsweise harmonische Gruppe. Einen Underdog hat´s immer, aber die kommt damit sehr gut zurecht und weiß sich mit List ihren Anteil zu holen. Sie liebt nämlich Streicheleinheiten. Sie und ich wissen, dass das die Leitziege Lena nicht mitbekommen darf.

Mein heutiger Dank geht an die Landesforsten. Auf einer Waldweide im Pflegevertrag hat man uns enorm unter die Arme gegriffen. Ich denke, das war der endgültige Durchbruch. Zufrieden habe ich heute dort die drittletzte Zäunung geleistet: 4 Stunden  ::) Die nächsten beiden Zäunungen sind erheblich größer. Das geht nicht ohne Vorbereitung in einem Rutsch - aber das ist nach dem Landschaftag  ;)

Der eingestürzte Himmel von heute muss allerdings noch weg. Dort befand sich unsere Zuwegung zu einer Vereinsfläche. Gut, dass die Bockgruppe schon drauf ist. Es ist wie so häufig eine Fläche, die durch ein trockenes Bachbett geteilt ist. Abzug... ist auf der anderen Seite. Aber raufziehen... müssen wir zukünftig trotzdem können. Mal sehen, ob wir die Notwendigkeit erklären können  ;)

Hier also der "eingestürzte Himmel"
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 13. August 2019, 18:29:14
Und hier ein Bild von den 48 Mädels. Steter Quell der Freude. Ob die ganz alten oder die ganz Jungen... große Freude wenn wir kommen, prima Pflegergebnisse (die Disteln sind hinterher nur noch Stümpfe, die Brennnesseln ebenso). Ich wüsste wirklich nicht, wie unsere Schafhaltung besser laufen könnte.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 14. August 2019, 11:05:31
Da sollte besser noch angefügt werden... die Fläche der Muttern ist erst dieses Jahr in Pacht übernommen worden.

Eigentlich... besteht ein familiärer Aufnahmestop für Flächen. Schlicht, weil die Abnahme der Lämmer nicht gewährleistet ist und wir daher auf dem Niveau bleiben werden. Ausnahmen bestätigen die Regel  :-X Eine für dieses Jahr eingeplante Fläche (Neuzugang) kann erst nächstes Jahr beweidet werden. Jetzt hat´s aber noch was in der Größe übersichtliches gebraucht... so kam dieser "Traum" dazu
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 14. August 2019, 11:12:59
Das ist gewissermaßen ein Reinbestand Disteln und Brennnesseln.  ::) Die Lage ist tiiiiiiiief im Wald. Die Fläche ist aufgegeben, sprich, hier kann man nichts verkehrt machen. Was an Pflege laufen wird, ist gut. Was nicht geschafft wird, ist egal. Heute gezäunt bin ich gespannt was mich morgen erwartet. Manchmal hat man Wild, das um keinen Preis alte Zugwege aufgeben will. An anderen Standorten ist es dagegen völlig unproblematisch.

In der Gegend sind gerade mutmaßliche Schafkadaver entsorgt worden. Möglich sind hier m.E. auch illegale Schlachtungen mit ebenso illegaler Entsorgung der Reste. Wenn sich die Tierart nicht mehr eindeutig erkennen lässt, tippe ich auf so was. Solche Vorkommnisse sind mit ein Grund, warum ich diese extrem versteckten Weidestandorte sehr schätze. Mal eben vorbeifahren und einpacken... nur möglich, wenn man vorher stundenlang im Wald wandern war. Und bei dem regen Holzrücke- und Holztransportverkehr derzeit ist selbst das höchst risikobehaftet.

Das ist nämlich der Nachteil wenn man so menschengeprägte Tiere hat. Wären die Skudden so scheu wie ihr völlig verkehrter Ruf meint... hätte man da weniger Sorge.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 14. August 2019, 11:17:10
Da stehen übrigens 4 versprengte Obstbäume drauf. Der hohe Baum ist eine Birne...
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 17. August 2019, 23:58:13
Landschaftag

Uffz. Stundenlang gemäht, Sperrmüll aus der Scheune zur Deponie gebracht, Schild angebracht.... wir laufen langsam aber sicher in die heiße Phase der Vorbereitungen... hoffentlich ist Interesse dann da und das Wetter spielt mit.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: neo am 18. August 2019, 11:30:12
... so kam dieser "Traum" dazu
Deine Schafe fressen dort so ziemlich alles ab? Dann haben sie meinen Respekt. ;)
Nicht so wie die "verwöhnten" Hausschafe (oder wie immer man sie korrekt benennt); die hat der Bauer ein Mal auf dem Fleck mit dem minderen Gras fressen lassen, danach nie mehr. Die hatten ziemlich gestreikt und das meiste stehenlassen. (Und seither wird ein Mal im Jahr wieder durchgemäht.)
Aber wir sind hier auch nicht ab vom Schuss sondern am Rand des Dorfes. Er muss einfach immer aufpassen, dass der Traktor nicht steckenbleibt weil sehr nasses Land.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 19. August 2019, 07:58:37
Das dürfte eben der Vorteil der Landschafrassen sein. Wobei ich derzeit hier auch Leineschafe sehen, die Brennnesseln stehen lassen  :-X Das täte unseren ab den Sommermonaten nicht passieren, wobei: Im Mai... machen auch sie einen Bogen drumherum. Disteln werden immer verspeist. Sogar sehr gerne.

Jetzt kommt der Nachteil: Wenn wir mit etwas mehr Weidedruck auf Flächen mit Baumbestand stehen... sind die säuberlich geschält (deswegen standen die Böcke zuletzt eben so kurz auf einer Fläche mit alten Obstbäumen. Da muss man sonst mit Totalschäden rechnen). Da sind andere Schafrassen besser geeignet als unsere. Also wenn die Bäume stehen bleiben sollen  :-X

So zielt der Landschaftag eben auch auf die Wahl der richtigen Bäume (Hochstamm), der taktischen Pflanzung (ich habe auch einen Satz Buschbäume, die stehen aber mittig und die Fläche wird in der Beweidung halbiert) bzw. des richtigen Baumschutzes (und der geht eben nur bei Hochstamm. Am Rand haben wir bereits mit der Nachpflanzung der Hochstämme begonnen. Da müssen nächsten Winter aber noch ein paar Nadelbäume weg). Beim Letzteren haben wir über die Jahre auch mal Lehrgeld bezahlt. Drei Beine und engmaschigen Draht rum... ginge ja, wenn man ihn unten eingebuddelt hätte. Ansonsten sind unsere Schafe rabiat und quetschen den Kopf unter durch. Der "auf die Schnelle" Palettenschutz funktioniert bei nicht zu hohem Weidedruck und Schafen - aber nicht wenn Lämmer dabei sind, die mogeln sich irgendwie durch. Bei Ziegen eh nicht. 3 Hürden senkrecht war die bisher bekloppteste Idee: Gedacht, weil die dicken Ziegenköpfe doch da nun wirklich nicht durchgehen würden.... dafür haben sie eine spechtartige Zunge und mit geduldigem Angeln wurde der Jungbaum an Land, pardon, ans Maul gezogen und vernichtet. Na gut, er hat wieder ausgetrieben. Bleibt aber als Negativbeispiel so stehen. Denn... andere müssen unsere Fehler ja nicht wiederholen.

Ratschläge wie: Nehme einen Salzleckstein, dann gehen sie nicht an die Bäume - mag auf andere Schafrassen zutreffen, kann ich nicht beurteilen. Aber unsere Landschaftspflegetiere nehmen alles - bis auf Pappel, die geht leider nicht immer, auch mit hohem Weidedruck nicht. Da muss man etwas jonglieren bis man Tiere in den Gruppen erwischt, die sich tatsächlich auch dieser Pflanze erbarmen.

Mir erzählte mal jemand, irgendein Verein (Heimatpflege oder so was) würde einer Ziegenhalterin sehr viel Geld für die Beweidung einer Streuobstwiese zahlen. Da zucke ich innerlich noch beim schreiben zusammen. Also wenn unsere Ziegen tatsächlich mal auf so einer sind... bekomm ich Pickel vor Stress. Das vermeiden wir nach Möglichkeit. Auf unserer, wo sie ab und an auftauchen, sind die Bäume geschützt... aber wer einmal eine senkrechte Burenziege gesehen hat - oder noch besser eine Burenziege auf der anderen... der wird verstehen, warum das mindestens für uns nur eine absolute Notlösung darstellt.  :-X

Ich hatte gestern Abend ein Gespräch an der Streuobstwiese, auf der der Landschaftag stattfinden soll. Über das für und wider Schaf/Ziege. Aber spätestens bei Ludwig... rauft sich dann doch jeder die Haare. Er hat jetzt die Unsitte entwickelt jeden Besucher über den Zaun anzupinkeln. Auch die Herren, vor denen er wenigstens etwas Respekt hat. Also wenn er nicht ganz doll aufpasst... fliegt er nach der Deckzeit raus. Er überwintert im Dorf. Ich möchte da keine Reinigung bezahlen  ::)

Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: neo am 19. August 2019, 10:36:02
Trifft Ludwig stets zielsicher? ;D ;) (Eine Altersmarotte?)
Das wegen den Bäumen habe ich mir gar nicht überlegt, interessant was du schreibst. Wo Ziegen weiden war es mir bewusster, da sieht man ja dann auch die geschützten Bäume.
Es klingt recht aufwändig, die Bäume wirklich sicher schützen zu können.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 19. August 2019, 11:49:24
Der Kerl befindet sich im dritten Lebensjahr, womit ich eher sagen würde: Von Anfang an teuflisch  ::). Und ja, er zielt.

Folgendes Bild zeige ich dagegen breit grinsend mit großer Genugtuung. Nix mehr da von Brennnessel und Disteln
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 19. August 2019, 11:55:31
Und wer das Bild mit dem Bild 6 Tage vorher vergleicht... selbst die drögen Sauerampfersamen wurden noch verputzt. Für uns ist Sauerampfer kein "Feind" wie in der Intensivlandwirtschaft. Oder wie ein Wanderschäfer erst dieses Jahr sagte: Den fressen unsere immer zuerst.
Hier kann ich ergänzen: Solange er frisch ist, ist er tatsächlich Leib und Magenspeise und wird bevorzugt gefressen. Wenn er aber vertrocknet auf der Fläche steht, ist er B Ware. Da braucht´s etwas mehr Weidedruck. Man könnte ja meinen, dass Oxalatnierensteine auftreten. Nachdem die drei 10 jährigen Schafe (eigentlich 5 Tiere, denn 2 Ziegen sind ja auch 10 Jahre alt) all die Jahre diese Kost hatten, scheint mir die Anlage mindest bei unseren Tieren da nicht hoch zu sein.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 19. August 2019, 18:03:58
Was für ein prächtiger Tag! Außer lauter guten Nachrichten kam nachmittags noch mein Töchterlein vorbei gesaust und packte an der Scheune mit an. Ich konnte meinen mittlerweile absolvierten Sägeschein umsetzen: Es waren noch 2 Stämme aufzuarbeiten  ;D Das Holz liegt nun auf dem Hof. Give me five. Wir Mädels können auch Brennholz!  ;D Jippiehjäh. Jetzt muss ich morgen nur noch den Mulcher allein angeworfen bekommen... 2 Flächen weiter können wir die Jungböcke hinstellen, so dass sich die auch noch präsentieren können. Ich habe die Woche Urlaub und CHACKA, ich bin sicher am Ende der Woche alles aber tippitoppi zu haben  :D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 19. August 2019, 18:09:53
Ach so... Liese und Lotte haben wir noch ein letztes mal die Klauen geschnitten. War nötig - logisch, die waren gedanklich ja schon in der Wurst. Meine Tochter setzte mich in Kenntnis, dass sie vielleicht ja mal Schafe haben wird. Aber keine Ziegen.

 >:( Lotte. Wie immer schlecht gelaunt, jat sie blaue Fleckenverteilt. Nein, freiwillig würde ich mir das auch nicht noch mal antun. Wir sind an dieser Aufgabe gewachsen. Aber nein, stünde ich vor der Entscheidung noch mal, fiele sie gegen die südländischen Zierpflanzen aus.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Staudo am 19. August 2019, 21:26:12
Vermutlich giltst Du im Dorf als Hexe.  :-\
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 20. August 2019, 07:04:40
schon allein berufsbedingt. Man gewöhnt sich daran  ;)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: fips am 20. August 2019, 12:03:08
Aber eine "gute Hexe". Ich käme nicht auf die Idee, dass Du  keine bist.... 8)

 
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: neo am 20. August 2019, 20:34:08
Und wer das Bild mit dem Bild 6 Tage vorher vergleicht... selbst die drögen Sauerampfersamen wurden noch verputzt.
Sie putzen wirklich sauber!
Wenn es eine Ausleihe für "Allesfresserschafe" gäbe, dann würde ich mir mal ein paar wenige mieten für schlechter zugängliche Stellen. ;)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 20. August 2019, 22:09:14
Vor ca. 10 Jahren hatte ich mal die Idee zu einem "Miet-Mäh"- Service. Es kam dann aber anders  ;)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 21. August 2019, 17:30:53
Höchst ungern gebe ich zu, dass diese Weide mich das Alter spüren lässt  :-X 3 Stunden laufe ich da schwitzend fröhlich bergauf und bergab. Die Zäunung dauerte aber 4,25 Stunden und am Ende plumpste ich ständig hin.  :P Bin ich etwa keine 25 mehr?  :-X
Dennoch... mit dem Alter lernt man auf sich zu achten. Meditieren ist seit vergangenem Jahr mein Favorit. Im Hang mit fröhlichem Bachgegluckse im Hintergrund... muss ich glatt aufpassen, dass ich nicht eingeschlafen den Hang runter rolle  ;D

Am Ende... sind die vorher zutiefst entrüsteten Ziegen happy gewesen.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Wühlmaus am 21. August 2019, 19:17:38
Das ist aber auch steil  :o
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 21. August 2019, 20:19:07
Ähm ja, das geht teilweise zwischendrin mal zur Sicherheit auf allen vieren hoch, gerade wenn man müde ist  :-X Und dann sieht man, wie die Ziegen da runter stürmen und fragt sich, was für eine evolutionäre Fehlentwicklung der Mensch doch eigentlich ist  ;D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Roeschen1 am 21. August 2019, 20:20:30
Ich denke, die Ziegen brauchen das, klettern am Steilhang, plattes Land fordert sie zu wenig.
An Steilhängen im Rheintal sorgen sie für Entbuschung, wo Menschen nicht mehr gehen können
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 21. August 2019, 20:27:52
 :-X Ludwig steht auch in Hanglage. Ich wette, er hält sich auch für ausgeglichen.  ::) Er würde sich nur zusätzlich ganzjährig Zibben wünschen, was ich mir nicht wünsche, weil ich nicht alle naslang und zu unpassenden Zeiten Lämmer haben will  8)
Seine Söhne müssen deswegen auch mal langsam auch von den Müttern weg. 2 Stück. 1 namenloses XXL Exemplar und ein Zwilling, Herr Cara Mell.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 23. August 2019, 21:50:36
Gesagt, getan.

Herr Cara Mell und der nunmehr Louis genannte Bruder sind die Kandidaten für den Landschaftag - und hinterher gehen sie in den Verkauf.

Leute, nach diesem Event haben ich 101 graue Haare mehr. Bis in die Dämmerung haben wir gemäht und vorbereitet. Fertig sind wir noch lange nicht. Morgen früh müssen die Muttern umziehen. Sie ziehen in eine enge Zäunung, damit wir da die 8 Kandidatinnen für die Scheune abgreifen können. Die Jungböcke sind schon seit heute drüben.

Die Tierstandorte auf dem Landschaftag haben nun auch noch eine Planenbahn übergezogen bekommen. Da Hitze angesagt ist, müssen wir für Schatten sorgen. Allerdings auch für die Menschen. Weswegen morgen vormittag noch mal umgeplant wird wo was stehen wird. Wochenlang ist das Wetter so lala. Jetzt... wird die Hitze uns alles abverlangen.

Uffz. Hoffentlich kommt der Tag gut an  ::) Und noch mehr hoffentlich: Hoffentlich bewirkt er auch was,  :-\
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 23. August 2019, 21:51:47
Ach so... die sind Louis und Herr Cara Mell
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 23. August 2019, 21:59:11
Sie sind übrigens für in der Biotoppflege aufgewachsene Lämmer groß geraten. Finden sie keine Käufer... bleibt Herr Cara Mell (links) als Kastrat und Louis ersetzt Ludwig. Selbiger braucht derzeit pro Tag einen Wasserkübel, weil er so viel Urin verteilt  ::) Das erscheint mir doch etwas übertrieben.  :P

Herr Cara Mell ist ein Zwilling von Lola, die ebenfalls im Bestand verbleibt. Die beiden stellen wir uns derzeit fürs Ziegentrecking vor. Sie sind sehr menschenbezogen. Was man auf dem Foto nicht sieht: Herr Cara Mell hat die Farbe von Sahnekaramell  ;D So sonderlich hübsch ist seine Zeichnung nicht, aber originell. Und wenn ich mal an Lieses Lämmer denke... alle drei nicht zu unterscheiden. Selbst die Extraflecken am Bein... fast identisch. Ich möchte in einer Herde gleich sehen wer wo ist und was mit dem Tier ist. Bei den Schafen musste die Dicke Berta entwurmt werden... kurz eine Hand voll Leckerlies, zack hatte ich das Schaf ohne hinten schauen zu müssen, ob die betroffen ist. Ein - wieder mal - hohes Lied auf die individuellen Skudden  ;)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Staudo am 23. August 2019, 22:04:19
Uffz. Hoffentlich kommt der Tag gut an  ::)


Die Besucher werden gar nicht merken, wenn es nicht ganz perfekt läuft.  ;)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 23. August 2019, 22:13:14
Hoffen wir´s mal  ;D ein paar Meckerer wird es immer geben. Solange die meisten das fanden, was sie erwartet haben... wollen wir zufrieden sein.

Herr Cara Mell und Louis stehe derzeit noch in dem Musterexemplar "wolfssichere Zäunung" (inzwischen mit Weidepfählen und Litze entsprechend aufgerüstet). Jene Zäunung ist die, die wir tief im Wald im Hang anwenden. Da ist der Wolf zwar schon mal Thema gewesen. Standard ist aber der Luchs und ich sag gerne: Ist mir völlig wurscht wer vorm Zaun steht. Ich muss es demjenigen möglichst schwer machen. Und bislang - man klopfe auf Holz - hält das auch. Was heißt... die beiden hiesigen Wölfe (sollen noch da sein, ich hatte schon länger keine Spuren mehr gesichtet), sind keine Springer. Möge es so bleiben.

Dies ist die "Ausstellungszone" am Sonntag
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 23. August 2019, 22:35:59
Die Schafe und Ziegen haben übrigens auch je eine Hürde Pufferzone zueinander. Das Ganze soll für die Tiere möglichst stressfrei laufen. Ich kann´s nicht haben, wenn Kinder um die Hürden kreiseln und die Tiere "auf Trab" halten wie anderswo gesehen. Das ist hier nicht möglich. Man kann von vorne schauen. Aber die Tiere können hinten auch entspannt liegen und in Ruhe wiederkäuen. Ohne dass ein Hund sie aufscheucht oder ein vorwitziges Kind mit dem Stöckchen durchs Gatter piekt.  ;)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 25. August 2019, 07:48:35
Für mich fast unfassbar laufen wir rechtzeitig durch die Ziellinie.

Die Schafe sind schon im Ausstellungsbereich, Aufbau ab 8.30. Bleibt Zeit für ein Frühstück...

Im Hintergrund rumpeln noch die Zettel für das Preisausschreiben aus dem Drucker. Innerlich fühle ich mich wie ein gespannter Bogen. Bestimmt habe ich total viel vergessen. Ah, und eventuell schauen nur Interessenten für Herrn Cara Mell und Louis vorbei. Ein Tag, wo man 10 Köpfe und 100 Hände haben könnte und es würde dennoch nicht reichen. Egal. Wir hoffen auf viel Spaß und dass wir die Hitze gut wegstecken. Die Tiere haben alle einen Sonnenschutz verpasst bekommen. Ich Hoch auf unsere Metallhürden, an die man alles mögliche spannen, knüpfen, knoten kann.

Mein Mann äußerte Bedenken, dass Louis und Herr Cara Mell vor Ort bleiben würden. :-X So wirklich ziegensicher... sind Hürden eben nicht. Anders geht es aber auch nicht, denn die beiden stehen schon auf den Radkästen der Weidehütte und überlegen, wie sie zu den Schafen gelangen könnten.  :-X

Drückt uns die Daumen, dass es eine schöne Veranstaltung wird!
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Staudo am 25. August 2019, 08:01:46
Machen wir.  ;)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Ephe am 25. August 2019, 09:15:40
Wird schon klappen - viel Erfolg!
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Waldschrat am 25. August 2019, 10:43:28
*drückt*
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 25. August 2019, 18:05:37
Die Veranstaltung war schön. Nicht überlaufen, hihi. Aber wie ein Veranstalter sagte: Was nutzen uns Massen, wenn die nur uninteressiert an uns vorbei zur Gastronomie schieben.
Hier kamen eben Interessierte und was mich freute... man konnte tatsächlich einiges an die Weitergeben, die entweder gerade mit einer Tierhaltung begonnen oder aber in Planung haben. Dafür war es ja gedacht. Ebenso gab es Anmeldungen für den Handschurkurs.

Kleiner Lacher... keiner füllte das Preisausschreiben korrekt aus. Besonders oft tippte man hier verkehrt:

Was ist ein Lamm?

A) ein Schaf unter 1 Jahr
B) Ein Lamm, solange es bei der Mutter trinkt
C) Mit 4 Wochen schlachtreif, weswegen 7234 Keulen in einen Bräter passen

Warum sollte man nicht zu nah an einen Ziegenbock ran gehen (Mehrfachnennungen möglich):

A) Weil er Besucher mit Urin besprengen könnte

B) Weil er stärker als Besucher und übel gelaunt sein könnte

C) Weil er in der Paarungszeit äußerst unangenehm riecht

Fröhliches Mitraten  ;D

Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Secret Garden am 25. August 2019, 19:43:57
Beim Lamm tippe ich auf A und beim Ziegenbock auf alles. ;D

Fein, dass der Tag ein Erfolg war.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Wühlmaus am 25. August 2019, 20:17:49
Ich würde so wie Secret meine Kreuzchen setzen 8)

Ich denke, alle Mitleser haben fest an ein Gelingen geglaubt  :D Nun hoffe ich, dass ihr noch eine gute Presse bekommt!!
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 25. August 2019, 20:30:25
So isses! Hauptproblem war der Ziegenbock. Nur 2 haben A mit angekreuzt.  ;D

Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Secret Garden am 25. August 2019, 20:34:11
Wer hier mitliest, ist im Vorteil. ;)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 27. August 2019, 10:18:32
 ;)

Jetzt kommt noch ein Lacher: Gestern Abend haben wir zu zweit die Hürden abgebaut und die Schilder demontiert. Ich war komplett genervt, weil die Hose ständig rutschte. Ich schob das auf das Material der Unterhose und beschloss die zeitnah zu entsorgen. Lästig so was.

Heute morgen zerr ich am Gürtel und denke... meine Güte, warum geht denn der Steg nicht rein... prust… ich hab am Wochenende maßgeblich Gewicht verloren. 2 Gürtel fliegen raus  ;D Und dabei war ich dieses Jahr so unglücklich: Wenn ich beruflich mehr arbeite, zeigt die Waage auch zwangsweise mehr. Weswegen ich zuletzt etwas mopsig war.

 ;D Gesundheitlich gibt es nicht besseres als Tierhaltung mit allem drumherum. Punktum.  ;)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Staudo am 27. August 2019, 14:22:06
Der Teint leidet unter Wind und Wetter.  :-\
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 27. August 2019, 20:34:20
Gut. Ich rauche nicht und benutze Sonnencreme und davon ab... ist in meinem Alter der Lack ab und ich gehöre nicht zu denen, die künstlichen auftragen. Wer Falten hat, hat Potential sich zu entfalten.  8)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: neo am 27. August 2019, 21:31:53
"Wer morgens zerknittert aufwacht, hat tagsüber viele Entfaltungsmöglichkeiten." ;) (von unbekannt)
Der Spruch hing beim Vater im Büro.
Wie alt wird eigentlich so ein Schaf im Schnitt?
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 28. August 2019, 00:25:50
Die Frage ist zu pauschal gestellt.

Man kann ein Schaf sicher biblisch alt bekommen. Unsere 10 jährigen stehen derzeit sehr gut da - gehen aber im Herbst in die Schlachtung, weil Zähne fehlen (nicht nur einer mittlerweile). Das können sie im Sommer gut kompensieren. Im Winter würde es haarig. Da muss ja das Schaf dann mehr fressen wegen der Kälte.
Würde man die im Winterhalbjahr aufstallen, nicht belegen lassen und täglich ordentlich Kraftfutter füttern... könnte man die noch ein paar Jahre halten.

Nutzungsdauer (also die Zeit, in der das Mutterschaf Lämmer bekommt) einer hiesigen Schäferei: Zwischen 6 und 7 Jahren
Bei uns: 9 Jahre (das 10 Jahr ist geschenkte, unbelegte Lebenszeit als Dankeschön)

Wird man aber auch mit weniger Jahren haben in Haltungsformen , wo man asaisonale Schafrassen ständig lammen lässt. Was sicher noch mal drastisch nach unten geht, wenn diese Praxis schon ab dem ersten Lebensjahr praktiziert wird.

Das dürfte aber eher selten sein, vermute ich. Ein Mutterschaf ist Kapital auf 4 Beinen.

Auch der hiesige Wanderschäfer berichtet beispielsweise von alten Tieren, die bei ihm mitlaufen und die sein Herz erfreuen.

Ob jetzt noch regionale Einflüsse (Klima, Bodenfeuchte) eine Rolle spielen, bin ich überfragt  ;)

Sieht man aber diese Lebensjahre im Vergleich zu Mastsauen oder Milchkühen, dann sieht man um wieviel natürlicher die Haltung von Schafen ist.

Wer jetzt anfängt zu rechnen... Moooment. Die hat doch mal mit 7 Schafen angefangen, wo ist der Rest zu 3?! 2 Schafe wurden weiter gegeben, weil sie im Verhalten nicht passten (wir haben ja keinen Hund, bei uns muss das Schaf auf den Menschen zu konditionieren sein) Hornträgerin Sirene ist leider vor Jahren bei Nässe im Hang ins Stromnetz gerutscht (und man kann mir glauben, darüber bin ich heute noch traurig. Seitdem zäunen wir nicht mehr diagonal im Hang, sondern passen die Flächen im Winterhalbjahr "gewaltsam" mit der Säge an) und der 7. war der Bock. Ähm... Böcke haben eine geringere Nutzungsdauer  :-X Sie landen meist als Wurst auf dem Teller oder werden eingetauscht. Jener wurde Wurst. War lecker  8)

Was wir noch nicht hatten, waren Mutterschafe, die bei uns geboren wurden und dann geschlachtet wurden weil die Nutzungsdauer weniger gewesen wäre. 2 haben wir abgegeben, weil sie unserer Haltung bzw. dem Zuchtziel nicht entsprachen. Die hüpfen aber noch fröhlich in der Nähe von Göttingen bei ihren neuen Besitzern rum. Aber bei uns verbliebene, von uns gezogene Muttern, sind nach wie vor alle "in der Nutzungsdauer". Ob da ein paar Rentnerinnen werden, sehen wir im Herbst vor der Belegung, wenn wir vorher noch mal wieder durchchecken, ob alle Zähne da sind. Kann auch sein, dass die dann ja 9 jährigen nochmal zum Bock gehen. Hier würde ich bei Vollzahnigkeit den Gesamteindruck entscheiden lassen. Afrodithe ging vollzahnig letztes Jahr raus. Sie war behäbiger geworden. Das letzte, lammlose Jahr genießt sie jetzt in den Reihen ihrer Töchter, Enkelinnen und Urenkelinnen.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 28. August 2019, 07:33:14
Endlich ist auch der Bericht auf dem Blog

Landschaftag
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: neo am 29. August 2019, 07:25:58
Nun weiss ich endlich detailliert und nicht nur der Spur nach was ein Landschafttag ist.
(Und auch der Ludwig findet Erwähnung, wenn auch nicht namentlich. ;))
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Staudo am 29. August 2019, 15:22:14
Tag schreibt sich nur mit einem t.  ;)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 31. August 2019, 16:13:05
Befindet sich in guter Gesellschaft. Heute war ein Pressebericht in der Zeitung: 1. Landschaftstag

Vielleicht sollte ich das umbenennen: Landschaf(ts)tag. Dann kommt die Rechtschreibkorrektur der Zeitung ins stolpern  ;D

Ich habe mich sehr gefreut: Das nächste mal will ein weiterer Schafhalter der Region dabei sein. Damit sind dann auch Coburger Füchse und Thüringer Waldziegen vertreten!
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 03. September 2019, 20:16:25
Derzeit überschlagen sich die Ereignisse!

Es scheint endlich Hilfe bei der Vermarktung zu geben und damit wird der Weg frei zu mehr: Mehr Flächen in ökologische Bewirtschaftung zu bringen, mehr Biotopflächen zu sichern und mehr Tiere naturnah zu halten.  :)

Ich will nicht vor lauter Träumen die Bodenhaftung verlieren. Aber Träume umsetzen zu wollen... bringt einen ja auch weiter.

Aus anderem Grund: Der hiesige Naturschutzbeauftragte stand heute vor den Muttern und war ob der Menge und der Tiere beeindruckt. Und ich dachte... wer weiß, wie sich das noch entwickelt. Allein zu sehen, wie die Schafe auf der Fläche der fremden Person neugierig aufgeschlossen direkt vor den Füßen rumliefen... (auch Pauline, hihi) es ist in einer großen Herde eine ganz andere Dynamik drin. Wie wäre es, wenn es nochmal - na sind wir mal realistisch - 1/3 mehr Tiere wären?!
Ob wir sie immer noch beim Namen nennen würden? Ob eine Britta immer noch senkrecht an mir stünde? Medea sich immer noch gerne hinterm Ohr kraulen lassen würde?

Ich will es gerne ausprobieren  ;D

Aktuell muss der neue Zuchtbock her. Heute erfolgte die genetische Beratung. In Verden ist dieses mal für uns nichts optimales dabei. Wir fahren dennoch. Es wird auf die Preise drauf ankommen. Aber... wir haben ja Tristan. Den Guten. Ist ja wahrlich nicht selbstverständlich, dass ein WGH-Bock höchst vergnügt und friedlich in einer Bockgruppe steht. Unsere genetische Reserve. Wobei... ein G1er wäre schon nicht übel. Dann könnte Birte wieder in die Zucht und eigentlich...brauchen wir jetzt jede Wollnase!

Ein Skuddenzüchter sei an uns verwiesen worden. Ähm... sorry. Aber wir geben keine einzige Skudde mehr ab. Geradezu eifersüchtig wache ich über die Schäfchen. Alles unverkäufliche Schätzchen. WGH Tristan steht zwar offiziell zum Verkauf. Das setzt aber voraus, dass wir in Verden Ersatz auftreiben. Ohne Bock geht nicht, weil wir ja eine Herdbuchverpflichtung haben.

Interessant war auch... ein anderweitig angebotener Bock kommt wegen zu hoher Fruchtbarkeit nicht in Frage. Danke. Ich brauche ehrlich keinesfalls mehr als Zwillinge bei den WGH. Bei den Skudden sehe ich das relaxter. Muss auch wirklich nicht sein. Aber da ist - siehe Medea - das selbst in der freien Haltung ziemlich unkompliziert. Alle drei sind prima geworden. Nur eine war an der Flasche und Mutti sieht auch noch gut aus (wobei ich Medea heute erwischt habe, dass sie sich noch der Bar bedient. Das geht ja gaaar nicht!).

Aufregende, aufwühlende Tage. Planspiele im Kopf. Hm... na erst einmal muss das EU-Projekt Scheunendach funktionieren bevor man Großprojekte plant. Die wären dann dran, wenn unser Fall auch noch Leuchtkraft auf die anderen Schafhalter hätte und man zusammen das Schlachtproblem anginge. Wer weiß. Dieses Jahr laufe ich zur alten Form auf. Auch - und hier geht der Dank an die BG meines Unfalls - weil ich das Gefühl vermittelt bekommen habe, dass die Unfallfolgen jetzt ernst genommen werden. Das war ja nach dem Unfall ein extremer, stark heilungsverzögerter Verlauf, der mich immer wieder zurück geworfen hat. Aber erfahren zu dürfen, dass das anerkannt wird und man Hilfe angeboten bekommt... allein das hat schon viel bewirkt. Ich gehe mit den Zipperlein ganz anders um. Das wird.  8)

In dieser Woche werden wir - deutlich früher als sonst - die Ziegenzuchtgruppe bilden. Sie werden eh im Stall geboren. Wir brauchen unter der Saison leistungsstarke Tiere, sprich... ältere.

Der erste Zyklus des Lebens.... es geht wieder los. Die anderen sind in Planung. In 4 Wochen ist es wieder so weit. Und jedes Jahr ist Stolz dabei. Das wir es wieder schaffen allen kommenden Lämmern ein gutes Zuhause und gute Bedingungen zu bieten. Erntezeit für die Landwirte. Und eine etwas andere auch für uns  :)

Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Staudo am 03. September 2019, 20:42:11
Schön.  ;)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Ephe am 03. September 2019, 23:11:04
Beharrlichkeit führt zum Ziel...  ;)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 05. September 2019, 16:41:46
Noch ist man sich einig. Auf den ersten Blick. Wer länger verweilt, der hört die Hörner krachen. Herbstzeit ist Rangordnungszeit.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Ephe am 06. September 2019, 09:50:04
Tolles Bild. Sind das nur Böcke?
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 06. September 2019, 19:03:00
Nein, nur Mädels  ;)

Dafür ist Ludwig heute wie geplant zu den Mädels gezogen. Leon wird den Tag mit Dankesgebeten verbracht haben. In Ermangelung von Damen war Ludwig intensivst fallen in love mit dem Kastraten Leon  :-X

Die Damen haben Ludwig willig aufgenommen. Abends lagen sie schon entspannt beinander. Den ganzen Tag Hang auf und Hang abwärts... schafft den stärksten Deckbock  ;D

Hier also Ludwig - der übrigens gerne ab Oktober umziehen dürfte, wenn er einen Käufer findet.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 07. September 2019, 17:29:32
  ;D
Der Neue
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 07. September 2019, 17:42:08
Der Beste
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 07. September 2019, 19:58:58
Ståtlig, angekommen im Solling. Mit Grete vergesellschaftet: Die führt ihn hier routiniert ein  ;)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Secret Garden am 07. September 2019, 21:56:03
Ein prächtiger Bursche, Glückwunsch. :D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 08. September 2019, 07:34:54
Danke, der Erwerb war ein echter Krimi. Die Nerven waren nur wegen Tristan da, den wir ja als genetische Reserve im Bestand haben. Es war dieses mal wenig Auswahl. Kein einziges Lammbock und unter den Jährlingen G2er (Scrapie-Gentest), die ich wegen Birte nicht brauchen konnte. Und bis auf einen Prachtknaben auch kein anderer wollte, bitter. Und ausgerechnet der Sieger blieb, weil er als letzter vorgestellt wurde und alle hektisch vorher gekauft hatten, im selbst gesetzten Preisrahmen. Und "Bio" ist er auch noch  ;D

Die Preise sind zu hoch, dass man sich vorher einen ersteigert und dann beim besten auch noch "zuschlägt". Mindestens für uns. Mit Gebühren hat Ståtlig 475 € gekostet. Man glaube nicht, dass das das ist, was der Züchter bekommt. 400.- war das Gebot. Davon zahlt der Verkäufer aber auch wieder Gebühren.

Merke: Wir werden uns eine Auswahl Jungböcke in die Bockgruppe stellen und immer tiefenentspannt nach Verden fahren. Man erlebt die Auktion dann mit einer ganz anderen Ruhe!

Vielleicht fahren wir das nächste Jahr wieder mit Ausstellungstieren, wer weiß. Mit einem G1er steigt ja die Wahrscheinlichkeit auf G1 Nachwuchs und wenn ich mir die Jungs so ansehe... ich finde man sieht, dass die optimal ihre Jugend verbringen. Mir gefällt da so mancher.

Die Nachfrage nach Schafen soll landauf landab auf den Auktionen geringer werden. Na das wundert ja nicht wirklich. Wenn ich mir den Altersdurchschnitt der Züchter ansehe... Leute, esst Weidelamm, solange Ihr es noch bekommt! Wenn sich nicht bald politisch was ändert, ist das nur noch eine romantische Erinnerung.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Obstjiffel am 08. September 2019, 11:20:34
Ein wunderschöner Bock, sein Name ist äußerst passend, stattlich ist er ja nun wirklich. Da kann man sich auf die Lämmer im nächsten Jahr tüchtig freuen und gespannt sein. Ist eigentlich, wenn er als Bester gilt, damit auch schon klar wie gut er vererbt?

Leute, esst Weidelamm, solange Ihr es noch bekommt! Wenn sich nicht bald politisch was ändert, ist das nur noch eine romantische Erinnerung.

Und dabei ist es so lecker! Aber tatsächlich ist es so, dass ich hier bei uns schon lange auf der Suche nach Schaffleisch war, um es zumindest mal beurteilen zu können. Nichts zu machen. Zufällig ergab sich dann die Möglichkeit bei unserem verlängertem Wochenendeurlaub letzte Woche. Vom Grill total lecker, kurz ordentlich heiß und dann an den Rand zum durchziehen. Wenn ich hier etwas bekommen würde, dann wäre mein eh geringer Fleischkonsum wohl komplett damit gedeckt.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Wühlmaus am 08. September 2019, 21:53:28
Gratulation zu Herrn Ståtlig :D

Wie friedlich oder unfriedlich ist er denn euch gegenüber?

Obstjiffel, schau mal hier. Vielleicht verschicken die auch? Ich weiß es aber wirklich nicht.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 09. September 2019, 07:27:27
Danke, bislang ist er unauffällig. Das ist etwas eigenartig für mich: Wenn ich auf die Fläche gehe, bin ich arglos. Oder tu ich nur so? Vielleicht löst ja auch irgendwas an mir das Ganze aus. oder aber, es ist die Tatsache, dass ich weiblich bin. Denn eine Züchterfrau hat berichtet, wie ein Bock sie über den Zaun geknufft hätte. Der war bei Männern unauffällig.
Bei mir bleibt erst mal Unsicherheit. Und wenn er das merkt... hab ich verloren  :P Also äh... werde ich ganz "normal" (was ist das?!) auf die Weide gehen und ins Wasser schauen.

Und Nachdenklichkeit nach dem Schäferfest gestern: Wieder hat einer erzählt, er stockt nicht auf (trotz aktuellem Angebot an Naturschutzflächen), weil die gesetzlichen Rahmenbedingungen das nicht zulassen.

Zur Erklärung: Es braucht einen Beruf über Minijob um die Nebenerwerbslandwirtschaft ohne Renten- und Krankenkassenbeiträge ausüben zu dürfen. Und da die Schäferei nun mal nichts abwirft, ist es illusorisch diese Beiträge zu leisten. Also wenn man nicht 200 Muttern und eine Käserei dabei hat. Dann mag das funktionieren. Aber hier ging es um reine Naturschutzflächen mit einer Landschafrasse. Und so wird sich dann eben auch um diese zukünftig eine Fragezeichen drehen.

Traurig.

Tief durchatmen. Weitermachen.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 12. September 2019, 11:24:07
Motto des Tages: Faxen dicke!  :-X

Lummerke Zäunung... avisierte 5 Stunden.

Nach 2 Stunden stand das Netz der neuen Zäunung (danach folgt Abbau und Aufbau der Weidepfähle plus Litze) und die Ziegenzuchtgruppe konnte rüber. ich ahnte schon, was dann kam...

Kaum hatte ich das Netz offen, stieg Ludwig hoch (Steilhang wohlgemerkt). Ich bekam in der Ausweichbewegung sein Horn zu fassen, weswegen ich immerhin nicht im Hohen Bogen den Hang abwärts gepurzelt bin. Was danach kam, löste bei mir ein Kopfkino aus und verlangsamte die Realität in Zeitlupe. Neben diversen Schreien meinerseits und dem Ringkampf der Gewichtsgiganten Ludwig versus Sabine, wollte Lola nicht mehr rüber, weil wir gewissermaßen den Eingang versperrten. Was wiederum den Ringkampf verlängerte und meinerseits, sorry, für eine nasse Hose sorgte. Weil... nicht nur Lola hatte Panik  :P Als Lola endlich rüber huschte habe ich es irgendwie geschafft ihn ein letztes mal von mir zu stoßen und das Netz (Gott sei Dank nicht vertüddelt) vor mich zu ziehen.

Schluss aus Ende. Ich zäune die Lummerke nicht mehr allein, solange der Bock in der Gruppe ist. Und soll ich mal spekulieren? Louis bleibt, Ludwig geht (notfalls in die Wurst) und wenn Louis in 2 Jahren sich genauso aufführt, dass war er der letzte Burenbock und ich gebe altersbedingt die Ziegenzucht auf. Meine Güte was sind die Schafböcke einfach. Da würde ich sogar noch die durchgeknallten Finn und Ansgar gegen getauscht haben, denn auch in der Deckzeit war eine neue Fläche so toll, dass man die Halterin nicht aufspießen wollte. Umziehen ging immer einfach. Nur Maßnahmen auf der Fläche waren schwierig. "nur" in Anführungsstrichen.

Aber nein.... allein wie ich jetzt stinke. Trotz Waschen und Umziehen stinke ich 3 Meilen gegen den Wind nach Ziegenbock  :P
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Staudo am 12. September 2019, 19:30:27
 ;D

 :-X
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Wühlmaus am 14. September 2019, 08:26:17
 :o
Die Zahl der blauen Flecken ist hoffentlich überschaubar und der "Duft"  entwichen  :-\
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 14. September 2019, 14:29:59
Dass es auf der Lummerke meinerseits einen Filmriss gab, sehe ich erst jetzt, wo sich die ganzen Hämatome rausarbeiten. Die linke Seite hat´s ziemlich erwischt. Sei´s drum. Gestern habe ich ganztags gearbeitet. Das ist dann für den Körper Schonzeit. Heute habe ich dafür schon drei Gruppen weiter gestellt und Flächen mit dem Freischneider nachgepflegt. Das möchte ich abends noch weiter machen. Jetzt aber zeigt der Körper erst mal die rote Karte und ich gehe brav einen Mittagsschlaf halten.

Nicht ohne ein Bild der Böcke zu zeigen. ich habe leider den Moment verpasst, in dem sie alle den Kopf oben hatten  ;D Herbstzeit ist Schlaraffenlandzeit. Lecker Fruchtstände von den jetzt niedrig hängenden Hainbuchen.... hmjam!
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 14. September 2019, 14:34:02
Beinahe tragisch endete ein Stromunfall in der Lammbockgruppe. Da kam ich wohl im allerletzten Moment. Nur noch ein Öhrchen zuckte. Das Lammbock auf dem Arm lief ich erst einmal in den Schatten, flösste ihm Wasser ein und hoffte das Beste. Tatsächlich scheint er sich zu berappeln, öffz. Während der Zäunungen hatte ich ihn im Blick. Er steht (!) zwar noch abseits... frisst aber und käut wieder. Damit scheint er über den Berg zu sein. Es ist eine gefährliche Zeit wenn die Hörner stark wachsen. Da sind sie einfach ungeschickt!
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 14. September 2019, 14:36:33
Noch mal zurück zur im Foto gezeigten Bockgruppe: Auf der Weide drehe ich den Jungs aber so was von sicher den Rücken zu. Da käme gar keiner auf den Gedanken mich anzugreifen. Und es ist beileibe ja nicht so, als wenn die WGH-Jungböcke oder aber Mähphisto nicht auch erheblich Schaden anrichten könnten - wenn sie denn wollten. Denen gebührt der Schaf-Friedensnobelpreis.  :)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Waldschrat am 14. September 2019, 17:11:05
Gute Besserung  :-\
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 15. September 2019, 07:15:50
Gestern Abend ( 2. Runde Freischneider-Nachpflege) lief er schon wieder mit den Brüdern mit.  :D

Und dann denke man an die Kasperköpfe, die meinen eine tägliche Tierkontrolle sei überflüssig  :-X Ich erinnere da eine Nachfrage in einem Forum zwecks einer geplanten Solarparkbeweidung. Wieso um alles in der Welt müsse man da täglich hin?

Weil man so dumm gar nicht denken kann, wie das Leben spielt.  ::) Manch einer vergisst, dass man nicht nur Schafbesitzer ist, sondern auch Hirte. Da gab es aber wohl schon zu biblischen Zeiten Qualitätsunterschiede  :-X
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Wühlmaus am 15. September 2019, 14:27:20
Gestern Abend ( 2. Runde Freischneider-Nachpflege) lief er schon wieder mit den Brüdern mit.  :D

Prima  :D

Zitat
Weil man so dumm gar nicht denken kann, wie das Leben spielt.  ::)

Wohl wahr 8)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 15. September 2019, 21:26:18
Der junge Mann ist wieder voll fit. Spielt schon wieder fangen mit den Brüdern und trabt eifrig zu mir. So eine durchstandene Not verbindet  ;)

Abends sind die Zibben über den Bach gesprungen. Wir erinnern uns... im Frühjahr war das ein echter Kampf gewesen. Eng wie die Ölsardinen standen sie vorm Steg und wollten um keinen Preis mit ihren kleinen Lämmern rüber. Heute wurde unter großem Geblöke und in Schallgeschwindigkeit die Seite gewechselt  ;D A) sind die Lämmer ja nun groß B) haben sie einfach ein sehr gutes Gedächtnis. Seit dem Frühjahr hat sich einiges verändert. So ist die bei Friederike umgestürzte Eiche aufgearbeitet verschwunden. Man merkt die Fortschritte der Fläche, die ja seit diesem Jahr bei uns in Pacht ist. Allein der saubere Rand...  :D

Ich habe abends wieder mal eine Akkuladung auf meiner Büwiese vermäht (Rand ausmähen fürs Zäune stellen). Dort tummeln sich ja gerade 4 Gruppen. Ab morgen 3, denn 2 Gruppen werden vereint. Die eine frisst besser Disteln, deswegen mussten die ein Teilstück noch alleine bearbeiten. Am Ende ist die Fläche aber so was von tippitoppi…  ;D das macht richtig Gaudi denen bei der Arbeit zuzusehen. Vor 2 Wochen sah die Weide noch etwas überständig aus, was kein Wunder war, denn da waren wir im Juni zuletzt. Jetzt kann man direkt zusehen, wie die sich verändert.

Die Woche arbeite ich nicht  ;D Das passt gerade wie Faust aufs Auge. Ich arbeite gerade Bürokratie auf. Darunter auch die Anmeldung zu einem Obstbaumschnittkurs im November. Jahrelang habe ich mich gewehrt. Ich kann doch nicht alles alleine... doch was hilft´s. Auf einer Streuobstwiese ist schon wieder ein Baum auseinander gebrochen. Gut, hier war wohl auch ein Krebsgeschwür dran Schuld. Dennoch... ich pflück mich da auf der Wiese schon dämlich, weil die Äste die Äpfel nicht tragen. Und ich kann dabei noch nicht mal sagen, dass es ein gigantisches Obstjahr ist. Das geht so nicht mehr weiter. Also doch: Selbst ist die Frau  :P Herr, schenk mir Zeit!
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Staudo am 16. September 2019, 07:38:46
... Kraft und Gesundheit.  ;)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Wühlmaus am 16. September 2019, 08:59:55
Frauenschuh, ließe sich Baumschnittkurs nicht vielleicht auf eurer Wiese organisieren ;)
Ich weiß, dass man für praktische Unterweisung und Übung mitunter froh ist, wenn entsprechende Bäume zur Verfügung stehen  8)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 16. September 2019, 15:24:06
Das habe ich der KVHS angeboten - allerdings wäre das für alle anderen eine weite Fahrt. Dafür bieten wir Alt- und Jungbäume, Hoch- und ähem... auch Halbstamm  :P Apfel, Birnen, Kirschen. Zwetschen und eine Mirabelle.

Staudo, folgende Frage kannst Du mir sicher beantworten: Darf ich hoffen, dass ein "Ausläufer" einer uralten Pflaume in ca 2 m Entfernung ein samenfester Wurzelschossling ist? Oder ist ein Sänmling wahrscheinlicher? Die Pflaume war sehr schön - muss aber leider diesen Winter endgültig weichen. Dass die überhaupt noch hält grenzt an ein Wunder  :-X Die Pflaume steht an meiner Scheune. Selbige steht da seit 1912. So alt ist die Pflaume sicher nicht. Aber sicher steht sie da schon sehr lange, denn es ist wirklich ihr natürliches Lebensende...
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Staudo am 16. September 2019, 19:48:38
Es gibt wurzelechte Pflaumen und es gibt veredelte. Früher hat man vor allem auf Sämlinge der Kirschpflaumen veredelt. Pflaumensämling halt ich für eher unwahrscheinlich, das merkst Du aber beim Ausgraben. Gehölzsämlinge haben anderes Wurzelwerk als Ausläufer. Dass es ein Ausläufer einer evtl. Unterlagekirschpflaume ist, kann durchaus sein.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 16. September 2019, 20:28:19
Dann schreite ich mal demnächst zur Tat und zeige mal ein Bild vom Wurzelwerk. Dann gibt es wieder zwei Möglichkeiten, die dann wohl nur die zeit zeigen wird  ::)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 17. September 2019, 21:20:44
Während ich heute abzäunte, knallten in der Bocklammgruppe die Hörner. Was dann da ablief... machte sogar mich sprachlos. 2 Skuddenbocklämmer nahmen enorm Anlauf und wurden sich aber auch nach mehrfachen Kraftproben nicht einig. Der eine nutzte den Hang und schoss den anderen schlussendlich in den Zaun. Der blieb prompt drin hängen und riss in seiner Panik gleich den ganzen Zaun nieder. Also durfte ich schimpfend wie ein Rohrspatz erst hangabwärts, übern Bach, dann hangaufwärts... ganz außen rum, weil ja Strom auf dem Zaun...
Ächz!
Und nur weil die Jungs immer noch alle so sehr mit sich beschäftigt waren, haben sie nicht mitbekommen, dass sie in die Bockgruppe hätten hinein laufen können. Und die Böcke... waren so glücklich ins frische Grün vertieft, dass sie das ganze Spektakel glatt verpasst hatten. Besser so, denn hätte dort ein vorwitziges Lamm seinen Respekt vergessen... wäre er vermutlich gleich im hohen Bogen über den Zaun geflogen  :-X
So konnte ich also den Zaun in Ruhe richten.

Die Bockgruppe bekam heute den kleinen Hänger auf die Fläche gestellt. Ich kann in dem Tempo der Zäunungen nicht ständig für die Ziegen ein Zelt bauen. Jetzt können alle 4 sich trocken in den Hänger kuscheln. Passt.  ;)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Caira am 17. September 2019, 21:39:41
Ich hätte da mal eine frage.
Letztens haben wir am ortsrand auf einer kleinen weide eine herde schafe gesehen und waren von dem aussehen sehr fasziniert. Solch eine schafrasse sah ich noch nie.
Was ist denn das für eine rasse?
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Arachne am 17. September 2019, 23:29:40
Jakobschaf.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Caira am 18. September 2019, 07:01:46
danke!  :D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Roeschen1 am 18. September 2019, 17:02:52
Dann schreite ich mal demnächst zur Tat und zeige mal ein Bild vom Wurzelwerk. Dann gibt es wieder zwei Möglichkeiten, die dann wohl nur die zeit zeigen wird  ::)
Kirschpflaume, möglicher Ausläufer der Unterlage kannst du aber leicht von Pflaume unterscheiden, da sie kleine, ganz dünne Blätter hat.
Ein Pflaumenblatt ist ganz anders, dicker, derber, anders gezähnt.
Vergleiche mal die Blätter deines Altbaumes mit dem Ausläuferblatt.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 24. September 2019, 18:05:49
Dazu bin ich immer noch nicht gekommen  :-[

Letzte Nacht hab ich Notdienst geleistet. Heute morgen um 9.30 ging´s heim. Umziehen und los auf die Lummerke. Sorry, 5 Stunden. Da pfeifst doch aus dem letzten Loch und fragst Dich, ob Du einen Dachschaden hast.

Es ging jetzt rückwärts... also war eine Zäunung zu überspringen. Das wäre ja kein Problem... gäbe es nicht das personifizierte Problem namens Ludwig. Da Mann Spätschicht hat, war klar, dass ich nicht rechtzeitig genug fertig werde. Was also tun... die 50 m Zäunung einfach auch hinstellen und den Moment abwarten, wo Ludwig meinen Standort verpennt hat. Tatsächlich gelang so der Umzug ohne blaue Flecke und Risiko. Nur dauerte es gefühlt ewig. Nun steht immer noch die halbe alte Zäunung (weil: Ist ja die Größte). Zwar unter Strom und nur als Winkel und nicht als Trichter. Aber das geht gefühlt gegen die Ehre. Nutzt aber nix. Wenn ich anfange über die eigenen Füße zu stolpern, muss ich aus dem Hang. Das wäre sonst leichtsinnig.

Ludwig hat gebrüllt wie ein Stier: So ein Mist. Ich hatte mich SO darauf gefreut Sabine zu zerlegen.

Zudem wurde es immer dann lauter, wenn ich beim rumlaufen auch nur in die Nähe seiner heiß (!!!) geliebten Lena kam. Unter gar keinen Umständen darf ich der nahe kommen  :P

Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 24. September 2019, 18:07:16
Jetzt kommt noch ein Schmunzler:

Töchterlein weilt gerade mit der Uni auswärts und bekam ein Beweidungsprojekt gezeigt. Und so ein Mist, fressen die Schafe doch Brombeeren und Büsche nicht...

Töchterlein rollte die Augen und schrieb: Kann auch nix werden. Fleischschafe.

 ;D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 24. September 2019, 18:21:11
Der Übeltäter  :-X
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 24. September 2019, 18:21:32
Fett wie...  :-X
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Waldschrat am 24. September 2019, 18:48:55
Mit dem würde ich mich auch nicht anlegen wollen  :-\
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 24. September 2019, 18:58:30
Ich auch nicht  ::)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Roeschen1 am 24. September 2019, 19:58:06
Der Übeltäter  :-X
Mit dem ist nicht gut Kirschen essen...
der sträubt schon seinen Kamm...
wie der sich gewandelt hat...uih.
Hier grasen friedlich die Schäflein auf der Alb.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 24. September 2019, 20:15:26
Idyllisch!!!

Ja. Da kam ich in Lenas Nähe.  ::)
Er fing schon an zu schnauben als ich vormittags den Hang runter lief und über den Bach setzte. Er hat mich wirklich zum Fressen gerne  :P
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 24. September 2019, 20:17:55
Ich habe heute die Ahnentafel vom neuen wgh Bock zugeschickt bekommen. Lach... wir haben einen Enkel von Harry Potter  ;D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Rosenfee am 24. September 2019, 21:10:37
Wäre Ludwig nicht so ganz spontan etwas für den Fleischwolf? Das würde Deine Arbeit doch erheblich entspannen.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Wühlmaus am 24. September 2019, 22:36:12
Der Übeltäter  :-X
Das ist ja eine richtige Kampfmaschine :-X Alleine das Bild ist ja schon Respekt einflößend!
Kannst du ein ungefähres Gewicht von ihm sagen?
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 25. September 2019, 07:35:02
Mein Mann hat ihn eben auf 100 kg geschätzt. Dann hätte er doch noch einige Kilo mehr als ich. Was wiederum erklärt, warum ich mir sprichwörtlich in die Hose gemacht habe  :-X Und außerdem erklärt es, warum er sich so diebisch freut wenn ich komme. Er kann Gewichte besser schätzen als ich  :-X
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 25. September 2019, 07:38:02
Der derzeitige Plan sieht tatsächlich vor ihn nach der Deckzeit in die Wurst zu stecken. Kann ja sein, dass er noch ein neues Plätzchen findet. Er ist ja ein "Männerbock". Man kann also durchaus verantworten ihn weiter zu geben. Nur... an eine Frau verkaufe ich mutmaßlich nicht. Es sei denn, es sei eine Wallküre  ;D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Obstjiffel am 25. September 2019, 09:20:03
Phüü der sieht ja richtig grantig aus. Da wäre mein Bogen aber sehr riesig um ihn herum. Er vermittelt so irgendwie das Gefühl, ein schlecht gelauntes Wildschwein steht neben einem. Da wäre ich auch lieber auf dem Mond.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Roeschen1 am 29. September 2019, 22:12:31
Liebe Schafe...
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 01. Oktober 2019, 07:05:22
Wohl wahr  8) Bei der Kürze des Grases hätten meine die Kraft ihrer Zähne ausprobiert...  :-X
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Staudo am 01. Oktober 2019, 07:23:12
Wieso gehen die Schafe nicht an die Bäume? Machen das die Leistungsrassen nicht?
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 01. Oktober 2019, 09:18:50
Verallgemeinern lässt sich das zwar nicht. Zumal man auch die Wirtschaftsrassen zum schälen bekommt, wenn der Weidedruck zu hoch ist. Zudem bei den meisten wohl eher "Gebrauchskreuzungen" unterwegs sind. Sprich... wenn einer lustig ist, könnte er uns einen WGH Bock abkaufen und auf seine Schwarzkopfdamen setzen. Aus den verschiedensten Gründen gibt es solche Cross-over Schafe. Notfalls wie bei den Hunden: Kinder der Liebe. Ist ein Bock nicht gut gesichert, besucht er die Damen der Nachbarschaft. Wer wollte es ihm verdenken.

Aber...

A) ist beispielsweise von Shropshire Schafen bekannt, dass sie schadlos Weihnachtsbaumplantagen pflegen

B) hab ich als großes Schaf sicher mehr Lust auf energiereichen Input als an "Gemüse".

Das wiederum deckt sich dann mit dem, was meine Tochter gerade berichtete. Und erklärt wohl auch, warum die UNB´s so einen Narren an der Ziegenhaltung haben. Unsere Schafrassen müssen als gemeingefährlich hinsichtlich Bäumen gelten. Was nicht konsequent benagt wird, dient obendrauf noch dazu sich die Hörner bzw. die Stirn dazwischen zu kratzen. Irgendwie bekommt man die schon gemeuchelt. Das ist in unserem Fall ja auch gewünscht. Auch wenn es eben auf unseren Streuobstwiesen heißt konsequent die Bäume zu schützen.

Wir hatten ja vor Jahren schon mal das Thema was "das Schaf" frisst. Das lässt sich beim allerbesten Willen nicht vorher sagen. Also schon vom Schäfer in so weit, dass er von den Schafen akzeptierte Futterpflanzen kennt. Das schützt aber nicht vor Übverraschungen. Im Nachbarlandkreis pflegte ein Schäfer viele Jahre einen orchideenreichen Kalkmagerrasen mit altem Wacholderbestand. Eines schönen Tages kam er auf den Berg und sah.... die Wacholder gemeuchelt. Seitdem tragen die eine Drahthose. Also es gibt nichts, was es nicht gibt. Irgendwann haut ein Schaf seine Zähne in den Stamm. Wegen hohem Weidedruck oder Langeweile. Und aus beiden Gründen wird es das nicht bei einem Versuch lassen.

Ein Salzleckstein soll davor schützen. Ich halte das eher für einen sehr frommen Wunsch  :-X Ich glaube eher, dass der Schlachtruf meiner heute morgen auf die neue Zäunung gelassenen Muttern einfach zu übersetzen ist mit: YESSSSSSS, oben hat´s Eichensämlinge, wer ist die Erste?! ICHHHHHHHHH!
 8)

Wenigstens lassen sie die drei ausgewachsenen Birken bislang in Ruhe. Aber auch das ist sicher wieder eine Frage von Weidedruck und Langeweile

Ab kommender Woche sind sie wieder beschäftigt. Da treibt der Bock  ;D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Roeschen1 am 01. Oktober 2019, 11:56:44
Wohl wahr  8) Bei der Kürze des Grases hätten meine die Kraft ihrer Zähne ausprobiert...  :-X
Das Gelände war schön "gemäht".
Ich denke sie bekommen abends Getreide, weil sie blökend Richtung Hof warteten, ein sattes Schaf geht vermutlich nicht an Bäume.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: neo am 02. Oktober 2019, 17:54:48
ein sattes Schaf geht vermutlich nicht an Bäume.
Bei dem ungemütlichen Schauerwetter heute hätte ich den Schafen auf der Weide gegenüber einen Baum gegönnt, zum Unterstehen.
Insbesondere, weil da ziemlich frischer Nachwuchs da ist. :) Wenigstens soll es morgen schön sonnig werden.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: neo am 02. Oktober 2019, 17:56:51
Die Tante guckt auch. ;)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Roeschen1 am 02. Oktober 2019, 22:20:36
Heute nacht wird es richtig kalt.
Hoffentlich durfte das kleine Lämmlein mit Mama in den trockenen warmen Stall
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 03. Oktober 2019, 07:43:45
Wenn der Besitzer das Lamm nicht reinholt, mach Dir bitte keine Sorgen. Das sind keine Temperaturen, wo die Lammung Probleme macht. Natürlich gibt es auf der Weide Gefahren. Je nachdem wie die Gruppe gesichert ist, kann nachts der Fuchs kommen ect. Ist die Gruppe mit Stromnetz gesichert, ist das Kleine draußen gut aufgehoben. Mutti hat sich (so sie instinktsicher ist) vermutlich etwas abgesondert, hat in Ruhe ihr Lamm bekommen und sobald es "sich angepasst hat" (kein Lamm kommt hüpfend auf die Welt. Man muss erst einmal Beine sortieren, üben, Mamas Geruch kennen lernen, einen Schluck milch finden), tippelt Mama samt Nachwuchs in die Gruppe. Die Gruppe wiederum spendet Wärme. Man kann nachts sehen, dass die Lämmer entweder beidseits gewärmt werden oder sich auf die Beine legen. Ja nach Gusto.
Dass vor der Zussammenführung eine Tante schaut, ist auch normal. Unerwünscht sind Möchtegernmuttis (da hatte ich ja auch eine), die versucht den Nachwuchs als eigenen auszugeben. Das ist aber selten. Sprich: Im Normalfall kann das Lamm draußen bleiben. Wenn der Besitzer es rein holt, kann er das machen.

Warum haben wir jetzt keine Lämmer?! Weil unsere ganzjährig draußen bleiben. Bei uns kommen die Böcke (bis auf die Ziegen, weil die Stallgeburten haben) im Oktober dazu. Im März... ist da Wetter kein Deut besser als jetzt. Wir haben eine sehr hohe Geburten- und Aufzuchtrate. Das Wetter ist dabei nicht ausschlaggebend. Der Unterschied ist: Unsere Lämmer wachsen ins warme Frühjahr. Winterlämmer draußen.... würden länger brauchen bis sie ausgewachsen sind. Oder man holt sie rein füttert drinnen eben zu.

Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 03. Oktober 2019, 07:58:09
Ach so: die "Wolle" frischgeborener Lämmer ist übrigens ein mit Käseschmiere verwobenes Etwas, was sich erst nach einigen Tagen langsam "entfaltet" und wächst. Da ist also keine Wolle, die sich vollsaugt und das Lamm auskühlt.

Ich bringe gerne den Vergleich mit dem Mufflon. Auch die sind im Winter draußen und bekommen sehr zeitig Nachwuchs. Da mag mancher einwenden, die sind hier nicht heimisch. Nachdem uns das Hausschaf schon 5000 Jahre begleitet, kann man aber davon ausgehen, dass es nicht mit am Feuer gesessen hat  8)

Hätte da ein Stall gestanden, hätten vermutlich die anderen Schafe bei deren Wollstruktur drin gestanden. Dann wäre eine instinktsichere Mutter trotzdem raus in den Regen und hätte dort gelammt. Viel bedrohlicher als der Regen ist es, wenn das Lamm den Geruch der Mutter und umgekehrt nicht einprägen kann. Das sind dann im besten Fall Flaschenlämmer. Deswegen geht sie raus aus der Gruppe. Da gibt es nur ihren und den Geruch ihres Lamms

Schief gehen kann in allen Varianten was. Aber dann war es nicht der Regen - auch wenn wir jedem Schaf natürlich milde 15 Grad und Sonnenschien wünschen. Was schon daran scheitern würde, dass sie meisten Geburten in den gaaaanz frühen Morgenstunden kommen.

Zeig bitte ein Bild von heute, ja?
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 03. Oktober 2019, 10:20:05
Ein letzter Gruß vor der Zuchtgruppenbildung. Derzeit schneide ich Stück für Stück Klauen - auch wenn am Sonntag ein großer Berg Arbeit übrig bleibt. Es laufen die Vorbereitungen. Mein Mann wird heute die Flächen zäunen, auf denen Sonntag die Paarung eingeläutet wird.

Ich bin sehr zufrieden, weil wir kaum entwurmen müssen. Damit sind der überwiegende Teil der Muttern ein Jahr ohne  :)

Konditionell stehen sie sehr gut da. Spannend wird noch mal die Zahnkontrolle. Bislang noch kein "Abgang" gefunden.

Und ätzend ist die Tatsache, dass es erneut ein Eiertanz mit der Schlachterei gibt. Wir wollten Liese und Lotte schlachten. Die erste Anfrage war prompt eine Absage. Alles voll.  :P Auch unsere 3 Schafseniorinnen stehen noch da. Gut, die gehen ja wieder zu den Jungzibben, wo man sie gnadenlos mit energiereichem Zubrot versorgen kann. Aber Leute.... die Politik bricht der Schäferei Stück für Stück das Genick. Gerüchteweise möchte hier ein Schlachter die EU Zulassung für Schaf bekommen und dreht Warteschleifen in der Bürokratie. Vielen Dank.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 03. Oktober 2019, 10:20:41
Na, da fehlte doch prompt das Bild
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 03. Oktober 2019, 10:23:23
Zur Diskussion Horn ja oder nein (neulich durfte ich mir erst eine Belehrung anhören, wie unmöglich es ist wenn Skudden Hörner haben) noch ein Bild aus der Landschaftspflege. Es gab in der Region eine Burenziegenherde, die die Hörner ausgebrannt bekam. Das ist dem Himmel sei Dank Geschichte. Wenn man mal den Tierschutzgedanken zur Seite lassen wollte (wir sicher nicht, wir finden Hörner für das soziale Verhalten sehr wichtig), bliebe ja mindestens in der Landschaftspflege noch dieses Argument:
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 03. Oktober 2019, 10:30:11
Also natürlich hat man diesem Busch das Blattwerk abgenagt. Die Rindenschäden allerdings... entstehen hier anders: Nicht nur der Bock traktiert den Busch mit seinen Hörnern. Natürlich jetzt in der Deckzeit per se. Aber in allen Jahreszeiten dienen diese Buschleichen dem persönlichen Wohlbefinden der Tiere. Man kratzt sich überall - aber eben auch und besonders gern zwischen den Hörnern. Und dabei schleifen die Hörner dermaßen an der Rinde, dass das Endprodukt sei letztes Leben aushaucht.

Merke: Es liegt nicht nur am Weidedruck, wenn Bäume leiden. Oder noch deutlicher: Hornträger sind zweifelsohne Bäumen weniger zuträglich als Nichthornträger.

Dieser Schaden ist explizit gestern entstanden. Ich habe 4,5 Stunden gezäunt und Ludwig hat in mehreren Durchgängen diesen Busch dem Grünland geopfert  ;)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: neo am 03. Oktober 2019, 10:43:42
Im Normalfall kann das Lamm draußen bleiben.
Interessante Infos, danke. Das Lamm war über Nacht draussen, alles i.O. ;)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Roeschen1 am 03. Oktober 2019, 13:22:57
Im Normalfall kann das Lamm draußen bleiben.
Das Lamm war über Nacht draussen, alles i.O. ;)
Schön, daß es dem "Schwarzen Schaf" der Familie gut geht ... ;D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Sternrenette am 03. Oktober 2019, 14:25:39
Hier hat ein Milchziegenhof übrigens einen EU-Schlachtraum aus drei Containern. Bei Interesse Kontakt per PN.

Ich kauf da Geißkitze.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Wühlmaus am 03. Oktober 2019, 18:36:45
Im Normalfall kann das Lamm draußen bleiben.
Interessante Infos, danke. Das Lamm war über Nacht draussen, alles i.O. ;)
Ja, das waren sehr interessante Ausführungen  :)  Hier sieht man derzeit auch eine Menge Lämmer und frisch ist es allemal.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Staudo am 03. Oktober 2019, 19:30:56
Man kratzt sich überall - aber eben auch und besonders gern zwischen den Hörnern.

Wenn man einem Schaf oder einer Ziege einen großen Gefallen tun will, bearbeitet man ihre Stirn mit der Hand oder noch besser mit den Fingerknöcheln.  ;)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 03. Oktober 2019, 19:42:02
Vermutlich blasen sie dann Halali  :-X mindestens aber stinkt ihr nach einmal Ludwig kraulen wie... äh... na mindestens wird sich der menschliche Partner so vorhanden beschweren  ;D

Noch zwei Bilderchen von heute:

Bild 1: Da müssen sie jetzt loslegen
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 03. Oktober 2019, 19:42:33
und da ist man praktisch fertig
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 03. Oktober 2019, 19:43:15
und hier die Auflösung, wer da gerade "arbeitet"
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 03. Oktober 2019, 19:45:17
Erkennt Ihr den Moppel links noch?!  ;D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Secret Garden am 03. Oktober 2019, 20:07:09
Ist das etwa der kleene Mickerling, der einige Male dem "Erlösen" entkommen ist?
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 03. Oktober 2019, 20:58:30
Genau der. Sieht man Leopold nicht mehr an, oder?
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Secret Garden am 03. Oktober 2019, 21:01:14
Nein, er sieht propper aus. :D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Ephe am 04. Oktober 2019, 10:44:53
Schön!  :D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Roeschen1 am 04. Oktober 2019, 13:49:07
Nein, er sieht propper aus. :D
Er soll doch weg.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 05. Oktober 2019, 14:49:04
Man wird sehen. Heute ging Louis in eine neue Herde.

Spannend wird es ab morgen. Heute nachmittag ziehen Ståtlig und Grete auf die Zuchtfläche um. Durch die neue Zäunung war doch tatsächlich nachts Wild gepfiffen  >:(
Grete bekommt noch eine Pediküre, denn morgen... wird die Bildung der Zuchtgruppen ein ehrlich mega anstrengendes Programm. Wollen wir hoffen, dass das Wetter mitspielt!
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 06. Oktober 2019, 18:59:22
Erwartungsgemäß haben wir´s nicht ganz geschafft. Aber fast.

17 Weiße Gehörnte Heidschnucken sind beim Bock gelandet.

Gewissermaßen ist uns heute ein Schaf verlustig gegangen. Unerwartet fehlen bei einem Schaf Zähne. 6,5 Jahre alt. Erklärungsversuch: Sie hat immer extrem große Lämmer geboren. Völlig über ihre eigene Statur hinaus.

Inken ist noch sehr mopsig und sitzt nun bei den Rentnerinnen und den Jungzibben. Bei dem Rentnerinnen überraschte die 11 jährige Afrodithe: Vollzahnig. Sie bleibt somit im Bestand. Aber selbstverständlich nicht beim Bock.

Ståtlig wirkte deutlich überfordert. Etwas ähnlich dem jungen Knuth vom vergangenen Jahr. Immerhin zeigt er deutlich Interesse. Die teilweise aber extrem kräftigen Muttern flößen ihm aber auch Respekt ein. Der wird ein paar Tage brauchen, bis die Damen ihn lassen. Und so ist es gut, dass diese Zuchtgruppe fertig gebildet ist. Es dauert eben.... das sortieren verzögerte sich, weil die Skudden auf der Fläche bleiben sollten. Das versteht kein Schaf. Dann mussten natürlich auch alle Jungzibben und Rentnerinnen abgepflückt werden und am Ende zuckelte Inken auch noch allein in diese Gruppe.

Die Schnucken haben alle Klauen geschnitten bekommen. Bei den Skudden können wir immerhin schon sagen, dass alle vollzahnig sind. Zu mehr reichte es hier noch nicht.

18 Skudden sind also immerhin schon sortiert. Hoffentlich schaffen wir am Mittwoch den Klauenschnitt und die Zuführung von Knuth. Beruflich ist es gerade sehr eng bei uns  :P Die Gruppen dürfen keinesfalls zu weit auseinander gebildet werden, damit unser Urlaub für die Lammzeit reicht.

Ich bitte die Daumen zu drücken
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 06. Oktober 2019, 19:12:20
Der Tag ließ keine Pause zu. Abends wurde mir furchtbar schwindlig und ich fiel im Keller um. Viel zu wenig getrunken. Sprich: Dieser Tag endet genau jetzt. Habt einen schönen Abend. Schaut vielleicht noch auf meinem Blog vorbei. Da trägt mein Mann die kleine Medea, unseren Drilling. Man kann nur staunen, was aus der geworden ist.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Ephe am 06. Oktober 2019, 20:36:44
Ein hübsches Paar  ;D ... was wiegt Medea (ungefähr)?
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: MissEd am 06. Oktober 2019, 21:07:31
Dieser Tag endet genau jetzt.

Bitte pass gut auf Dich auf :o! Erhol Dich gut :).
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 07. Oktober 2019, 07:02:15
Wieder auferstanden  ;D

Puh, was Medea wiegt muss ich schuldig bleiben. Allerweil wird sie vermutlich ihre Brüder locker in den Schatten stellen. Flaschenkinder wissen wo man Leckerchen findet. Medea ist ein durchsetzungskräftiges, findiges Schäfchen. Ihre Mutter wird dankbar sein, dass sie die Landplage los ist. Da die aber ja ebenfalls ein ehemaliges Flaschenlamm ist, hat auch die sich beständig ihre Extraration abgeholt und sieht gut aus. Drei auf einen Streich sind schließlich kräftezehrend. Gott sei Dank ist sie noch vollzahnig. Also das wird für mich ein harter Gang, wenn meine hässliche Mina eines Tages in die Wurst muss  :-X Eine Nervensäge wie ihre Tochter (Mina weiß wann der Strom weg ist). Aber eben auch ein Leittier, dem sich sogar die Schnucken unterordnen. Wenn es wirklich mal eine größenwahnsinnige gibt, die den Zweikampf aufnimmt, vertrümmt Mina sie über die ganze Fläche. Gerne die Schwerkraft des Hangs nutzend...  ;) Wenn wir ziehen, sind solche Schafe eben Gold wert. Und Medea wird diesen Job ganz sicher eines Tages inne haben.

Deswegen waren wir so dankbar, dass das Flaschenkind ein Mädel war. Da hat man jahrelang Erntezeit zu jeder Zeit  :D

Ich düse gleich los, weil ich noch vor dem Dienst die Schnucken kontrollieren will. Da hat´s viel Wild und b treibt der Bock... da schaut man lieber gleich bei Dämmerung nach dem rechten.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Waldschrat am 07. Oktober 2019, 11:09:06
Ich drücke alle Daumen für alle Eure Wünsche. Allerdings wünsche ich mir inständig auch etwas: Die Hälfte Deiner Energie.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 08. Oktober 2019, 06:43:53
früher war mehr Glitter?

 ::) kommt mir bekannt vor  :P

Dies Bild wollte ich gerne noch zeigen. Mein Mann bei der Pediküre. Das ist ja einer der Gründe, warum das Sortieren so lange dauert. Was man auf diesem Bild so schön sieht ist die hier scherzhaft so genannte "Brustbehaarung". Die Wolle am Bauch wächst jetzt schön dem Winter entgegen. Ich denke, man sieht auch wie sauber unsere Schafe sind. Die Außenhaltung bekommt den Tieren. Ich ernte ja gerne entgeisterte Blicke: Wie, die Schafe sind immer draußen?!
Ja, sind sie. Aber ich vermute, dass so mancher dann flotschende Flächen vor Augen hat und nasse Tiere mit schlechten Klauen. Gerne weise ich immer wieder darauf hin: Schaf ist nicht gleich Schaf. So wie Hund nicht gleich Hund. Diese Tierarten sind nachhaltig vom Menschen züchterisch bearbeitet. Unsere Schafe können draußen bleiben, weil in der Zucht (ist ja Herdbuch) peinlich darauf geachtet wird, dass die Wolle am Bauch da ist und die Wollstruktur passt. Wenn´s nicht passt, fliegt das Schaf raus. Wir haben ja - ich meine das war vor 2 Jahren - auch eine Mutter akut rausgenommen, weil die urplötzlich keine Wolle am Bauch hatte und das fällt eben bei der Zuchtgruppenbildung auf. Das geht nicht. Verlust hin oder her, wir ziehen durch und dazu muss das Schaf entsprechend ausgerüstet sein.
Wir haben übrigens keine einzige Schnucke entwurmen müssen!  :D Ich denke so häufig, dass wir es da echt unfassbar gut haben. Wie oft sieht man Schafe mit verschissenen Hintern. Und dann seht Euch diese strahlende Wolle an.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 08. Oktober 2019, 06:47:05
Und ganz toll sieht man auch das von Natur aus kurze Schwänzchen. Ein Lob auf die kurzschwänzigen nordischen Schafrassen.
Das Schaf liegt übrigens in Extase da. Bei den Schnucken schläft so manche Dame beim Klauenschnitt ein. Bei den Skudden ist das anders  ::)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 09. Oktober 2019, 09:54:16
Yessssssss!

Im Morgengrauen ging´s los.... im Handumdrehen waren die Skudden in den Hänger eingestiegen. Geschwind Nummern noch kontrolliert, alles deckungsgleich mit der Theorie. Schnell Klauen geschnitten. Bock Knuth geholt. Ebenfalls Pediküre. Ab zu den Damen...

10 Sekunden später der erste Deckakt  ;D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 09. Oktober 2019, 09:57:56
Und so, wie Bock und Zibben reges Interesse zeigen, erwarten wir da eine komprimierte Lammsaison  ;D Anders als bei den Schnucken  ::) Nun... jeder Bock muss erst lernen. Knuth war letztes Jahr erst völlig überfordert... Hilfe. Weiber. Was macht man mit denen? Und warum sind es so viele? Dieses Jahr wohl eher: Hätten gerne noch mehr sein dürfen!  ;D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Roeschen1 am 09. Oktober 2019, 10:47:52
Ist die 2. von rechts, die schwarze Skudde, trächtig?
Deswegen steht sie abseits, hat kein Bock auf Bock?  ;D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 09. Oktober 2019, 11:32:51
Nö. Nur wohlgefüllter Pansen  ;D Mangels Bock sind hier keine asaisonalen Trächtigkeiten möglich. Hätten wir immer einen dabei, fielen die Lämmer wann sie wollten munter durchs ganze Jahr. Das halten meine Nerven nicht durch  :-X

Nicht bei dieser Menge Schaf. Eben stand ich versonnen vor der Jungzibbengruppe. Ja, nur 2 Skuddenmädels. Das ist überschaubar. 8 Schnuckenmädels… lassen einen indes spähen, ob da nicht Ausschuss dabei wäre... ein Hintern war kleiner. Ha. Dreht sie sich um, bildbübsches Gesichtchen und außerdem kann sie 2 Wochen jünger sein  ::) Also vermutlich 8 mal Herdbuchaufnahme. Und nächstes Jahr wird´s dann knackig bei den Schnucken. Ich habe es oft gesagt: Wir kommen an die Grenze. Die Skuddenzibben passten heute mal eben alle in den Hänger. 2 oder 3 hätten noch mehr Platz gefunden. Bei den Schnucken... ist dieser Punkt bereits überschritten. Das verzögert das handling enorm. Solange sich politisch nichts ändert und man nebenher arbeiten muss... man will den Tieren ja auch gerecht werden. Ich zeige sie hier voller Stolz. Weil wir bislang die Zeit finden ihnen die Pflege, die schnellen Weiterzäunungen und die Aufmerksamkeit zukommen zu lassen, die sie brauchen. Gerne hätten wir mehr. Aber in dieser Konstellation ist "mehr" eben sehr begrenzt zu verstehen.

Dafür habe ich heute endlich einen Schlachter gefunden, der noch Kapazitäten hat. Uffz. Spätestens Anfang November geht dann die Verwertungsrunde los. Vorher wird es eng... aus beruflichen Gründen und der Herdbuchaufnahme. Dann müssen die Jungs und Mädels wieder leicht erreichbar stehen.

Aber dann ist für die Seniorinnen mindestens eine erste Runde der letzte Gang angesagt. Liese, Lotte und Toastie. Pauline und Inken... na. So mopsig wie sie sind, gehen vielleicht noch mal 4 bis 8 Wochen mehr.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Roeschen1 am 09. Oktober 2019, 12:40:30
Wenn die Tiere einen Namen haben, sie zu schlachten...
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 09. Oktober 2019, 19:39:29
Nö. Mich dauert das Supermarkt-Tier. Verpackt stilisiert zu etwas schon immer Leblosem. Würdelos.

Schwierig wird´s, wenn es tierische Freunde sind. Wie bei Mina.

Ansonsten ist es die letzte Wertschätzung, dass diese alten Begleiter auf dem Teller landen und nicht...  :-X

Ich habe kein Problem damit Liese, Lotte, Toastie und Pauline als Sauerbraten oder Wurst zu servieren und auch selbst zu essen.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Roeschen1 am 09. Oktober 2019, 20:18:17
War das schon immer so, oder ändert sich das nach Jahren, gewöhnt man sich daran?
Ich weiß, der Bestand muß reguliert werden...
Wie denkt deine Tochter darüber?
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 10. Oktober 2019, 07:10:05
Nach meinem Schafhalterkurs hatte ich 7 Schafe und 2 Ziegen angeschafft. Und gesagt: Wenn es mir irgendwie nicht taugt, esse ich sie auf.

Das gehörte also von Anfang an zum Plan.

Töchterlein war mit auf dem Altschafverwertungskurs und säbelte fleißig mit. Nein. Die hat damit keinerlei Problem.

Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 10. Oktober 2019, 07:19:20
Unsere Lämmer sind ja zudem keine Babys mehr, wenn sie in die Verwertung gehen. Das sind kühne Pupertierende.

Gestern - durch die Entnahme von Knuth bedingt - haben wir die Böcke mit den Lammböcken zusammen geführt. Die jetzige Fläche ist sehr groß, da können sie Haken schlagend entweder einem Streit aus dem Weg gehen oder ihre Kräfte messen. Gerade bei den WGH´s haben die Lammböcke schon ganz gut Statur, die geben nicht zwingend nach wenn ein ausgewachsener Skuddenbock des Wegs kommt. So knallten munter die Hörner und wenn man sie kennt.... sie haben es genossen. Wenn man schon keine Mädels beglücken kann, dann will man sich wenigstens in einer grobmotorischen Männergruppe austoben können. Besonders "lieben" sich derzeit Autumn und Patrick. Einer von beiden trägt auch eine Beule. War der andere wohl so pfiffig den Hang auszunutzen.

Unsereins kann das nicht so nachvollziehen  ;D Bin ich bei den Ziegen, könnte ich schwören die Zibben sagen: Hach, ist er nicht doll. Gleichzeitig hupt Ludwig, schiebt eine Zibbe grobmotorisch weg und treibt die nächste kein Deut zärtlicher. Was mag so eine Ziege an so einem Kerl finden?! Die Natur wird´s wissen. Die Ziegen finden Ludwig unwiderstehlich, daran ist nicht zu rütteln.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Roeschen1 am 10. Oktober 2019, 11:01:37
Es ist das männliche Parfum, was die Damenwelt betört... ;D
Er riecht so gut.
Ist bei uns Menschen nicht anders.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Roeschen1 am 10. Oktober 2019, 11:05:34
Was passiert mit den Lämmern in Betrieben, die Käse herstellen?
Werden die männlichen Lämmer geschlachtet?
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Staudo am 10. Oktober 2019, 19:39:55
Bocklämmer werden in der Regel kastriert und zum Sommerende geschlachtet.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Sternrenette am 10. Oktober 2019, 22:02:06
Ja, die Lämmer werden geschlachtet.

Ich kauf im April Geißkitz.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 11. Oktober 2019, 06:18:25
Der Altschafverwertungskurs war schon deswegen den Besuch wert, weil der Kursleiter - selbst Schlachter - mit dieser Mär aufräumte. Da muss nichts kastriert werden.

Unsere Schaflämmer sind niemals kastriert worden und die Ziegenböcke bekamen wir immer irgendwie weiter. Kastrieren und dann meucheln... damit konnte ich mich nie anfreunden. Und wenn dieses Jahr tatsächlich endlich mal einer in die Wurst geht... hat er noch alles dran gehabt. Der Schlachter muss sauber arbeiten. Wenn er das nicht tut, ist es nicht unserer  ;)

Einem unkastrierten Schafbocklamm - so weit lehne ich mich bereitwilligst aus dem Fenster - wird es keiner "anschmecken" ob er männlich oder ein weiblich war. Bei Ziegen wird es wohl dieses Jahr den Selbstversuch der Geschmacksprobe geben  ;)

Was ich nicht täte.... Ludwig jetzt in die Schlachtung geben. Da kippt der arme Schlachter während der Arbeit um  :-X Aber wenn der Ziegenbock nach dem Decken wieder eine Zeitlang mit seinem Kastraten stand und "runterfährt"... ist das eher ein leichter Grundgeruch als die Stinkbombe, die er jetzt darstellt.  ;D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 11. Oktober 2019, 06:22:36
Ziegen sind übrigens mehrfach im Jahr deckbereit. "Saison" ist da ein relativer Begriff. Es hängt von der Haltung der Besitzer ab, wann die lammen lassen. Viele planen die um die Jahreswende. Das ist bei uns ungünstig, da die weiblichen Lämmer bei uns fröhlich mit den Müttern im Sommer über die Wiese springen. Die müssten wir dann auch wieder extra stellen. Das gibt die Menge oftmals nicht her und zudem können wir die zusätzlichen Knabberer auf der Lummerke gut gebrauchen.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Roeschen1 am 11. Oktober 2019, 13:05:14
Ja, die Lämmer werden geschlachtet.

Ich kauf im April Geißkitz.
Beim Schlachter habe ich die auch schon gesehen,
das sind Tierbabys!,
möchte ich nicht essen.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Roeschen1 am 11. Oktober 2019, 13:12:07
Nochmal meine Frage,
wenn ich Käse machen möchte, Schaf, Ziege hat ein Lamm, darf das Lamm von der Muttermilch trinken und nur ein Teil geht in den Käse.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 12. Oktober 2019, 20:48:35
Kann ich nicht beantworten. Also sicher werden die abgesetzt. Aber ob die dann Ziegenmilch oder Milchaustauscher bekommen... weiß ich nicht.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 13. Oktober 2019, 18:14:54
Weder im Sommer noch an Feiertagen oder zu Urlaubszeiten sieht man so viele Besucher im Solling, wie zur Pilzzeit.
Es beglückt, wenn man belehrt wird, man dürfe das Tal nur befahren um die Schafe abzuholen.  ;D
Nö. Als Eigentümerin düse ich da durch um beispielsweise: Schafe zu bringen, zu holen, zu versorgen, einzelne zu ergänzen oder abzuholen, zu zäunen oder gar abzuzäunen, Hecken zu pflegen oder zu pflanzen. Und … jetzt kommt der Supergau: Womöglich auch noch nur zur Kontrolle! Ob die Schafe da sind oder scih von dannen gemacht haben, sich eins verheddert hat, noch Wasser da ist, eins entwurmt werden muss oder aber gar - Supergau hoch 3 - einfach um zu kontrollieren ob ein Käferbaum des Nachbarn auf mein Grundstück gekippt ist ohne dass auch nur ein Schaf da ist.  ;D Man, bin ich dreist. Ich trau mich was! Ich trau mich sogar von oben ins Tal zu fahren, wenn der große Hänger nun mal partout nicht durch die Furth passt
;D
Weil der Weg hin und zurück und oben drehen nämlich länger wäre, prust.

Ja, da kann man argumentieren bis die Puste ausgeht, aber da bleibe ich merkwürdiger Weise stur
8)

Aber dem Himmel sei Dank sind die allermeisten Besucher gut drauf, unterhalten sich fröhlich mit uns und fragen interessiert nach. Man einer versteht schon von sich aus, dass lichtdurchflutete Täler Bewirtschafter brauchen, sonst trabt man nämlich durch den dunklen Wald  8) Und manch ein Pilzsammler schätzt auch die angebotenen Mitfahrgelegenheit  ;D Wir nehmen sie gerne mit. Gemeinsam macht das Walderlebnis nämlich mehr Spaß  :)

Hier zwei Spooky Pilzbilder von heute  8)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 13. Oktober 2019, 18:19:03
Wunderschöne Farben und Formen. Zum Niederknien - oder... warum sich die Kraxelei auf der Lummerke eben doch immer wieder lohnt  :D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Staudo am 13. Oktober 2019, 19:00:16
Das ist hier o.t.!
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: dmks am 13. Oktober 2019, 20:34:47

das sind Tierbabys!,
möchte ich nicht essen.
Lämmer, Geißkitz, Kalb...benennen Jungtiere bis zur Vollendung des ersten Lebensjahres.
'Osterlämmer' sind beispielsweise die Jungtiere des Vorjahres und nicht die neu geborenen Lämmer. ;)
Tierbabys sind das jedenfalls nicht mehr.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Roeschen1 am 13. Oktober 2019, 22:45:13

das sind Tierbabys!,
möchte ich nicht essen.
Lämmer, Geißkitz, Kalb...benennen Jungtiere bis zur Vollendung des ersten Lebensjahres.
'Osterlämmer' sind beispielsweise die Jungtiere des Vorjahres und nicht die neu geborenen Lämmer. ;)
Tierbabys sind das jedenfalls nicht mehr.
Die Ziegenkitze, die ich beim Schlachter gesehen habe, waren Babys, der Rücken, so groß wie von einem Stallhasen.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 14. Oktober 2019, 06:49:05
Das erscheint mir dennoch untypisch. 2 mal konnte ich Bio Zickenlamm vom T....t ergattern - da hatte die Keule aber locker das Format unserer mehr als Halbjährigen. Und wir haben ja die großen Fleisch-Ziegen.

Bei der angegebenen Größe fällt das genannte Produkt wohl eher unter Milchlamm. Also so was wie Stubenküken.

Jeder, der schon mal Lammkotelett oder Lammkarree gekauft hat, kann sich gedanklich daran ableiten, wie groß die Tiere waren. Wenn das ganze Tier in den Römertopf passen würde, dann wäre das Lammkotelett mit der Feinmechanikerlupe zu konsumieren  ;)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 14. Oktober 2019, 06:50:53
Einzige Möglichkeit für Nicht-Milchlamm wäre Ziegenkitz von der Zwergziege. Aber dass die im Geschäft liegt... eher unwahrscheinlich.  8)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Wühlmaus am 14. Oktober 2019, 22:35:22
Hab gerade die letzten Seiten in einem Rutsch gelesen und bin einfach wieder von deiner Begeisterung und deinem Wissen begeistert und froh, dass du uns teilhaben lässt :)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Roeschen1 am 15. Oktober 2019, 12:38:53
Einzige Möglichkeit für Nicht-Milchlamm wäre Ziegenkitz von der Zwergziege. Aber dass die im Geschäft liegt... eher unwahrscheinlich.  8)
Deshalb wollte ich wissen, ob Ziegenlämmer als Konkurrenz schon zum Schlachter müssen, weil man die Milch braucht.

Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 16. Oktober 2019, 06:12:18
Definitiv ist das kein Grund für ein Extrem-Milchlamm. Dafür dürfte schon der Kundenkreis extrem gering sein. Das ist ja vom Fleischvolumen her, als ob Du am Brathähnchen knabberst. Wer will das?! Stubenküken sind auch nur ein Nischenprodukt, wobei bei denen der Denkansatz ja sehr praktisch war.... erkenne man endlich ob die Küken weiblich oder männlich waren, verwerte man das männliche. Das geht ja im heutigen Zeitalter leider meist anders  :-X

Auf keinen Fall kann die Menge Extrem-Milchlamm mit der Menge Ziegenmilch in Zusammenhang gebracht werden. Für die "Großen Betriebe" gibt es Absatzmärkte für Lämmer zur Weitermast. Die können geschlossen exportieren, kaum dass die Lämmer abgesetzt sind. Das gleicht die Kosten besser aus als das einzelne Extrem-Milchlamm irgendwo in einer Auslage. Du musst mal rechnen... wenn der Schlachter oder einer seiner Familienangehörigen selber ein paar Ziegen hält, dann mag sich das lohnen. Beispielsweise weil die Mutter mit.... man denke sich was aus...Gebärmuttervorfall nachts bei der Geburt verendet ist. Also nichts Ansteckendes. Dann stehen da ein oder zwei oder drei Milchlämmer, deren Aufzucht sehr aufwändig ist. Da mag der nach 4 Wochen den Schlussstrich ziehen, weil ihm das vom Aufwand zu viel wird. Als Schlachter lege man da vielleicht los. Der Tierhalter wie meinereins, zahlt Minimum 35 € für Schlachten pro Tier (Größe von den reinen Schlachtkosten her egal), plus Fleischbeschau plus Entsorgungskosten. Dann ist das Tier am Stück, nicht weiter zerlegt, war klein und hornlos (treibt sonst die Entsorgungskosten hoch. Letztes Jahr hat man zudem zusätzlich Fahrtkosten für die Entsorgung zahlen müssen, weil ja angeblich der Sprit über den Rhein schippert und das wegen der Dürre nicht ging)  ::)). Und selbst wenn Du als Tierhalter selber schlachten darfst, weil Du Schein, Kühl- und Schlachtraum hast... bleiben Entsorgungskosten und Fleischbeschau und der nicht unerhebliche Aufwand diese winzigen Tiere zu schlachten. Nur zum Vergleich: Unsere Skudden-Lämmer haben unter 20 kg wenn sie in die Schlachtung gehen. Die kauft uns kein Mensch zur Weitervermarktung ab. Dabei haben die ein Vielfaches an Gewicht eines solchen Extrem-Milchlamms, wie Du es beschrieben hast.

Was soll dieses Extrem- Milchlamm denn in der Auslage kosten?!

Also nein, das ist ein kurioser Fall, aber für wirtschaftlich rechnende Betriebe... keine Variante. Das wäre ein draufzahlen in einem Ausmaß, das den Betrieb in der ersten Lammzeit zerlegt.

Dass man in wirtschaftlichen Betrieben einen Leopold beispielsweise nicht groß zieht...  :-X dafür hab sogar ich Verständnis. Aber ganz ehrlich... die Realität wird hier eher Euthanasie sein und nicht eine "Vermarktung" als Extrem-Milchlamm. Auch das ist ja Aufwand.

"Milchlamm" ist zudem ein dehnbarer Begriff. Also theoretisch... gibt´s auch Milchlämmer mit knapp 1 Jahr. Medea bediente sich frecher Weise immer noch an der Bar, als sie abgesetzt wurde. Wenn man Gerichte auf den Kochseiten sieht... also wenn die Keule 1 kg wiegt... dann passt das Tier ja definitiv nicht in den Bräter, sprich, hüpfte länger über die Weide.

Die Antwort ob Milchaustauscher oder Milch - dürfte eben auch eine finanzielle Frage sein. Milchaustauscher ist ja deutlich günstiger als die zum Verkauf gedachte Milch. Es sei denn, in einzelnen Betrieben wird selber weiter verarbeitet und dafür besteht nur Kontingent XY. Also könnte was übrig bleiben, was in Betrieben mit Abholung der Milch zur Weiterverarbeitung nicht möglich ist. Das würde selbstredend verfüttert.

Aber ob diese denkbare Variante existiert... wäre für mich eine reine Spekulation.

Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Roeschen1 am 16. Oktober 2019, 10:04:49
Danke für deine Einschätzung, viele Schlachter haben die Möglichkeit selbst zu schlachten, dann entfallen die Gebühren.
Es war in der Osterzeit, vielleicht gibt es einen Kundenkreis aus südlichen Ländern, für die das Tradition ist.
Die 1. Ziegenmilchlämmer werden vor Ostern geschlachtet!
https://www.ziegenhof-kohl.de/aktuelles/hofladen-geoeffnet-ziegenlaemmer-auf-vorbestellung/
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Sternrenette am 16. Oktober 2019, 13:41:27
Ja, da haben sie aber etliche Kilo Schlachtgewicht, ich kauf da zerlegt 7 kg.

Milchaustauscher funktioniert bei Ziegen nicht immer gut, der Betrieb den wir angeschaut haben füttert Ziegenmilchpulver und Ziegenmilch, trennt die Tiere aber trotzdem von der Mutter, da er Milch und Käse verkauft.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Roeschen1 am 16. Oktober 2019, 14:56:09
 :o
und das bei einem Geburtsgewicht von ca 5 kg bei Einlingen.
7kg,
so viel wiegt der (große) Kater einer Freundin.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Sternrenette am 16. Oktober 2019, 14:57:50
Ohne Kopf, Innereien, Haare, Füße?
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Paw paw am 16. Oktober 2019, 15:12:08
Die 1. Ziegenmilchlämmer werden vor Ostern geschlachtet!
https://www.ziegenhof-kohl.de/aktuelles/hofladen-geoeffnet-ziegenlaemmer-auf-vorbestellung/
Die ersten Kitze werden Dez/Jan geboren (Geburtsgewicht um die 4kg). Die haben zur Osterzeit, wenn die Nachfrage nach Kitzen am größten ist, das optimale Schlachtgewicht (20 - 24 kg) mit der besten Fleischqualität erreicht.

Übrigen fangen Ziegenkitze mit 2 Wochen an Gras und Heu zu knabbern. Die ersten Tage bekommen alle Kitze die unersetzbare Biestmilch der Mütter. Milchaustauscher wird in einigen Betrieben eingesetzt. Bei einem Bioland-Betrieb kann ich mir das nicht vorstellen. Doch nach der 6. Woche kann man den Jungen problemlos einen Teil der Milch "klauen", ohne negative Folgen für ihr weiteres Wachstum.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Roeschen1 am 16. Oktober 2019, 15:23:21
Mit 20-24 kg ist das aber vermutlich kein Milchlamm mehr.
Die Meisten werden ja deutlich später im Frühling geboren.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Roeschen1 am 16. Oktober 2019, 15:25:00
Die 1. Ziegenmilchlämmer werden vor Ostern geschlachtet!
https://www.ziegenhof-kohl.de/aktuelles/hofladen-geoeffnet-ziegenlaemmer-auf-vorbestellung/
Die ersten Kitze werden Dez/Jan geboren (Geburtsgewicht um die 4kg). Die haben zur Osterzeit, wenn die Nachfrage nach Kitzen am größten ist, das optimale Schlachtgewicht (20 - 24 kg) mit der besten Fleischqualität erreicht.

Übrigen fangen Ziegenkitze mit 2 Wochen an Gras und Heu zu knabbern. Die ersten Tage bekommen alle Kitze die unersetzbare Biestmilch der Mütter. Milchaustauscher wird in einigen Betrieben eingesetzt. Bei einem Bioland-Betrieb kann ich mir das nicht vorstellen. Doch nach der 6. Woche kann man den Jungen problemlos einen Teil der Milch "klauen", ohne negative Folgen für ihr weiteres Wachstum.
Was macht ihr mit den männlichen Ziegenkitzen, macht ihr Käse?
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Paw paw am 16. Oktober 2019, 16:57:49
Die Ziegenzucht habe wir vor einigen Jahren aufgegeben. Von unserer ehemaligen kleinen Herde mit Bockhaltung lebt mittlerweile nur noch eine alte Ziegendame bei uns.

Im Schnitt liegt das Verhältniss von männl. und weibl. Kitzen bei runden 50% zu 50%. Nicht jedes Bockkitz eignet sich zur Zucht. Zudem werden auch nicht soviele Böcke benötigt. Ein Bock ist mit 40 zu deckenden Ziegen nicht überlastet. Es kann auch nicht jeder einen oder mehr Böcke halten. So ein 100 kg Muskelpaket ist besonders während der Deckzeit ganz schön zerstörerisch und nur mit äußerster Vorsicht zu begegnen.
Kurz gesagt, die allermeisten Bockkitze werden mit 3 - 4 Monate geschlachtet. Beste Fleischqualität! Zudem werden sie nach dem 3. Monat bereits geschlechtsreif, beginnen zu stinken und können theoretisch schon den nächsten Nachwuchs zeugen.  Die Mädels brauchen zur Geschlechtsreife länger, mindestens 7 Monate. Das ist auch ein Zuchtziel. Das gilt für alle Ziegen, egal ob Milch- oder Fleischziegenrassen.

Bei den Ziegenrassen, die ich kenne, sind nur die Buren- und die Zwergziegen asaisonal. Hier rechnet man mit 3 Geburten in 2 Jahren. Diese 2 ursprünglich in Afrika entstandene Ziegenrassen wurden nicht auf Milch gezüchtet.
Bei den europäischen Ziegenrassen beginnt die Deckzeit Ende August/Anfang September und kann bis Januar/Februar dauern. Frühe Deckzeiten sind günstig um die Hauptnachfrage um die Osterzeit bedienen zu können. Eine lang gestreckte Deckzeit ist für die großen Betriebe mit Molkerei von Vorteil, um die Milchmengen gleichmäßiger verteilt zu bekommen. Dazu muss man wissen, dass die Milchziegen 8-6 Wochen vor der Geburt trocken gestellt werden. D.h. sie werden nicht mehr gemolken, damit das Euter sich erholen und neu aufbauen kann. Die Milch der 1. Woche (Biestmilch) ist für die Kitze lebensnotwendig und für den Menschen ungenießbar.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Roeschen1 am 16. Oktober 2019, 19:05:42
Bei den Schafen ist das vermutlich ähnlich.
Ich habe von einem Milchbetrieb gelesen, daß sie nur 1/3 der Ziegendamen decken lassen um Die Milchleistung der ungedeckten zu verlängern. Ist das die Lösung? um die Käsesaison zu erweitern.
Aber was passiert mit dieser Ziege, die dann kein Lamm bekommt?
Irgendwann hört sie auf Milch zu geben.
Wird sie später gedeckt und bekommt ihr Lamm dann im Herbst?
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Sternrenette am 17. Oktober 2019, 09:29:52
Kühe brauchen jährlich ein Kalb, Ziegen offenbar nur alle 3 Jahre, zwecks Milchproduktion
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: dmks am 17. Oktober 2019, 22:17:56
So wie ich das kenne werden Ziegen jährlich gedeckt.
Das Problem besteht darin, daß viele "Möchtegern-Gourmets" zwar Ziegenkäse wollen - aber Ziegenfleisch nicht.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 20. Oktober 2019, 12:43:54
Heute: Ein Lachendes, ein Weinendes Auge.

Lachend weil... nach meiner beruflichen Mehrarbeit bin ich wieder im hier und jetzt angekommen. Gut, dass ich letztes Wochenende Vollgas gegeben habe. Heute war prompt erneut die Lummerke dran - eine große Aufzäunung, eine kleine Abzäunung. Machte für mich 3 Stunden exakt. Und meine Randbemerkung: Man baut schnell Muskulatur ab  ::) Dennoch hier ein lachendes Auge. Planziel erreicht und ich kann gar nicht sagen, wie glücklich im Vergleich da draußen bin.

Ein Weinendes...

Mein Mann hat die Woche einen Telefonanruf übernommen, der mir beruflich nicht möglich war. Der Landesschafzuchtverband hatte angerufen. Schlussendlich sollte Mähphisto vermittelt werden. Wäre ich dran gewesen... hätte ich´s abgeschmettert. Aber so war mein Mann dran und der ließ sich überreden. Aber nur, wenn wir nächstes Jahr ein Bocklamm bekommen.

Ja, gut. Aber Mähphisto sollte hier nächste Jahr zwei Jungzibben belegen und ich schätze ihn neben allen anderen Qualitäten auch als sehr guten Vererber.

Sei´s drum. Nun wird er uns also vermutlich zeitnah verlassen und noch mal 2 Jahre gute Dienste leisten und natürlich auch selber Bocksprünge vollziehend über die Weide sausen. Nie werde ich ja diese einmaligen Frühjahrsbilder von ihm vergessen, wo er vor Freude über die länger werdenden Tage mit allen Vieren in der Luft über die Weide hopste, mit wehender Wolle... das Sinnbild eines zufriedenen Bockes mit eigener Herde in Erwartung der Lammzeit.

Bye bye Mähphisto  :'(
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Wühlmaus am 20. Oktober 2019, 21:13:16
Das kann ich nachvollziehen :-\ Es sind wohl auch die Tiere aus euren Anfängen, an denen man dann besonders hängt...
Aber schön, dass er nochmal ein neues "Aufgabenfeld" bekommt :)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 21. Oktober 2019, 02:43:27
Wir haben glatt Ältere. Mähphisto ist 7. Das ist für einen Bock definitiv alt. Nicht, dass die nicht deutlich älter werden könnten. Aber man wechselt ja die Linien und die wenigsten Züchter - gerade bei den Skudden - haben eine Bockgruppe. Unsere ist dieses Jahr so geschmolzen, dass wir hoffen bei den WGH rückt was nach. Da können zwischen 3 und 4 ins Herdbuch schlüpfen. Wir brauchen im Sommer dringend fressstarke Tiere.
Mähphisto hat sich bei uns einfach unvorstellbar weiter entwickelt. Er war ja schon 3 als er kam. Und da war er ein zotteliger Hänfling. Heute ist er mehr breit als hoch  ;D Und das nicht, weil er irgendwelche Leckereien gäbe. Das ist bei den Böcken verpönt. Damit handelt man sich nur Ärger ein. Dennoch saust er stets mit einem breiten Grinsen an. Er ist einfach eine gute Seele und ein treuer Wegbegleiter. Aber ja, wir gönnen ihm auch noch 2 Jahre eigene Herde. Das ist ja doch was anderes als Dauerbockgruppen-Insasse. Auch wenn man da unbestritten der Chef ist  8)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 25. Oktober 2019, 20:16:03
Heute Abend ist ein Feierabend  :D

Der Förderbescheid für unsere Scheune ist da! Damit bekommt unsere über 100 Jahre alte Scheune ein neues Dach. Hurra!

Und ich bin dankbar durch meinen Zweitjob den Eigenanteil stemmen zu können  :-X

Feiergrund 2: Der Volkshochschulkurs zum Obstbaumschnitt wird an unserer Scheune stattfinden.  ;D

Also auch wenn ich ehrlich gesagt dieses Jahr über meine Kraft arbeite... die Ziellinie ist jetzt in Sicht. Uffz!
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: MissEd am 25. Oktober 2019, 21:36:46
Gratulation  :D! Das sind sehr gute Neuigkeiten.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Nina am 25. Oktober 2019, 22:05:43
Tolle Nachrichten Frauenschuh!  :D

Bei mir herrscht zur Zeit etwas Frust.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: MissEd am 25. Oktober 2019, 22:41:52
Wildschweine?
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Wühlmaus am 26. Oktober 2019, 10:16:13
 :o
So tief muss man aber eigentlich nicht vertikutieren ;) :-X

Frauenschuh, dass sind ja allerbeste Neuigkeiten :D Gratulation!!
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 26. Oktober 2019, 10:18:46
Danke!

Ja, so hätte ich die Schäden auch interpretiert.

Es gibt ein Wildschweinabschreckmittel, das aufgestreut wird. Nach dem Fressen wird den Sauen übel und angeblich verbinden sie so das mit den Flächen, die sie zukünftig meiden. Ob das funktioniert... keine Ahnung. Aber auch ich war schon am überlegen, denn auch wir kennen flächig umgebrochene Wiesen und die Jägerschaft...  :-X ohne Worte. Weder vor noch nach den Schäden eine Lösung.

Ich nutze heute das gute Wetter und streiche mein Scheunentor  ;D Hochmotiviert!
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Albizia am 26. Oktober 2019, 10:31:58
Bei mir herrscht zur Zeit etwas Frust.

Das ist ja eine Riesenfläche.  :o Das waren aber wohl sehr Viele. Und die Schäfchen gucken bedröppelt.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Nina am 26. Oktober 2019, 10:52:10
Wildschweine?

Hier treibt sich eine Rotte von Wildschweinen rum!  :P

Ich kann nur jeden darum bitten beim Metzger nach Wildschwein zu fragen ...  ;)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Conni am 26. Oktober 2019, 12:12:53
Ach du Schreck!  :o Nina, das sieht ja fürchterlich aus. Da würde ich auch von einer XXL-Jagdstrecke träumen (ich krieg ja schon Mordgelüste, wenn mir nur ein Fuchs zum x-ten Mal den Gemüsegarten umgräbt ...  :-X ).

Gratulation, Frauenschuh!  :D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Nina am 26. Oktober 2019, 14:27:06
Glücklicherweise habe ich einen befreundeten Jäger, der sogar schon mal zwei auf einen Streich schafft. Die standen wohl nebeneinander und der Schuss hatte Durchschlagskraft. 😀

Aber direkt an den Weiden darf nicht gejagt werden, weil es zu nah an bewohnten Gebieten ist.  :-\
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 26. Oktober 2019, 19:47:38
Auch wenn die Knochen motzen... das Tor wurde fertig, wofür ich sooooo dankbar bin. Ich bin ich weiß nicht wie oft die hohe Leiter hoch und runter. Das ist deswegen so beachtenswert, weil ich nicht schwindelfrei bin.  ;D So klapperte die Leiter im Takt der wackelnden Knie  :-X Weswegen ich mich nicht traute die Farbe mit nach oben zu nehmen  ::) Egal. Das Ergebnis zählt: Fertig bevor das Regengebiet ankommt. Entzückt bin ich wieder mal von der Farbe. Die ist aus eigener Erfahrung irre langlebig und vor allem.... ergiebig.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Roeschen1 am 27. Oktober 2019, 19:44:29
Schwedenrot...
was Frau alles schafft...
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 31. Oktober 2019, 22:13:21
Good bye Mähphisto  :'(

Unser 7 Jahre alter Bock zog heute aus um 7 Skudden-Damen zu beglücken. Er schritt wohl umgehend zur Tat, auch wenn er erst im Dunkeln an seinem neuen Wohnort ankam  ;D

Mich hat´s emotional heute etwas mitgenommen. Er wird uns fehlen. Sehr gespannt bin ich auch, wie sich nun die Hierarchie in der Bockgruppe verändern wird. Ich hoffe, dass nicht ein WGH Jährling die Führung übernimmt. Und wenn er sie übernimmt... dass er dann nicht überschnappt.  :P Aber gut. Vielleicht ist das dann doch auch noch die Bewährungsprobe für Jonas und Tristan, die beiden WGH-Jährlinge. Bislang Turbo friedlich... werden die nächsten Tage nun weisen, wohin die Rangordnungsrichtung geht.  ::)
Titel: Re: Schafe halten IIIphisto
Beitrag von: Wühlmaus am 01. November 2019, 17:34:51
Das scheint Dynamik in die Gruppe zu bringen.  Spannend  8)

Dass dir Mähphisto fehlt, ist mur zu verständlich  :)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 01. November 2019, 19:49:47
Ein letztes Bild von vergangener Woche
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 01. November 2019, 19:52:47
Derzeit haben wir Alm-Schnucken. Unsere Scheune ist übrigens im Hintergrund erkennbar
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 02. November 2019, 07:28:21
Nach der großen letztjährigen Ausstattungsrunde im vergangenen Jahr hätte ich gedacht, das auf absehbare Zeit nicht mehr tun zu müssen: Statt dessen habe ich gestern 4 mal 25 m Netze gekauft. Weil es wieder mal nicht reicht und zudem einige Netze geflickt werden müssen. Allein in den letzten beiden Tagen sind 2 mal 50 Netze durch Wildschweine zerstört worden.
Das waren gestern mal wieder locker aus dem Handgelenk 235 Eur  :P

OT. Jemand hat doch geraten den Volkshochschulkurs zum Obstbaumschnitt hierher zu locken: Der Kurs findet heute bei uns an der Scheune statt. Ich freu mich wie ein König. Zudem spart es Zeit, die bei uns heute wieder mal nur minimal vorhanden ist. Die Jungzibben müssen weiter gezäunt werden, die alten Zäunungen abgebaut werden... gestern war großer Umzugstag. Nicht nur die Schnucken sind auf den Berg gekommen. Rentnerinnen und Jungzibben sind auf dem Berg umgestellt worden. Im allerletzten Büchsenlicht zigen sie neben 2 Fersen. Für die war es wie Kino: Ein Zug fremder Art vorbei an und neben einem rauf... das war bestimmt die erste große Abwechslung seit Wochen.  ;D Die Schafe waren wenig beeindruckt von den Großkopferten. Merke: Unsere Rentnerinnen haben ihren erzieherischen Sinn. Wenn es so weiter geht, geht Inken im Winterhalbjahr in die Wurst, weil sie bislang nicht aus der Hand frisst. Um die drei anderen brauche ich mir wenig Sorgen machen. Auch Pauline steht fordernd vor mir und die spinnerte Schäferin hat eine ganze Schüssel klein geschnittener Äpfel dabei. Für die Seniorinnen.... und die Jungzibben. die sich jetzt das Verhalten schon so wunderbar abschauen. Siara z.B. sah ich bislang immer nur von hinten. Jetzt ist sie vorne mit dran. Auch das Winterhalbjahr hat sein Gutes

Ah... und aus aktuellem Anlass noch mal der Hinweis: Nein, unsere Schafe ziehen nicht in den Stall  ::) Ich habe langsam aber sicher ein etwas gestörtes Verhältnis zu Hundebesitzern. Also nein, die Schafe liegen nicht gerne vorm Ofen. Und auch wenn es Schäfer gibt, die die Schafe demnächst scheren um mehr davon in den Stall zu bekommen (kein Scherz)... unsere haben ihre Wolle gerade deswegen "an", damit sie munter draußen bleiben können. Gerade erst hörten wir wieder wunderliche Geschichten darüber, was Schafen alles passieren kann. Auch nach 10 Jahren Tierhaltung kann ich da nur feststellen, dass unsere Außenhaltung ganz offensichtlich gesündere, robustere Tiere "schafft". Es rennt auch keiner den Mufflons hinterher und möchte die aufstallen. Oder hinter Rehen (die deutlich weniger Haarkleid haben) um ihnen ein Mäntelchen anzuziehen. Kümmern.... muss man sich um Schafe im Stall wie draußen auch. Mich stört an diesen Stallforderungen dieses "aus den Augen aus dem Sinn" Prinzip. Die Idee, dass im Stall die gute Haltung beginnt. Wie es im Stall zugeht... ob man dann vielleicht mal so eine Idee bekommen könnte, warum die Schafe draußen mit viel mehr Bewegung in frischer Luft zufriedener sein könnten. Zu sehen, wie sie ihre Instinkte ausleben können...  :-X Aber so genau will das dann keiner mehr wissen.

Gut. Diese Diskussion wird es jedes Jahr wieder geben. Also: Wir haben keine chinesischen Nackthunde  ::) Sie werden bei Regen auch nicht nass.  ::)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Ephe am 02. November 2019, 09:35:43
Euer Regionalfernsehsender sollte mal einen aufklärenden Bericht bringen. Natürlich mit euren Herden und einer entsprechenden Honorierung.

Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 02. November 2019, 18:55:18
Es war ein gelungener Nachmittag: Theorie in der Scheeven Schüne ( eine Maus schaute hartnäckig immer wieder, ob wir immer noch da wären und ihre Routine stören  ;D) - was mehr als gut war, denn es regnete Hunde und Katzen vom Himmel. Pünktlich zum Praxisteil.... trockenes Wetter. Unfassbar, oder? Immer wieder warfen mein Mann und ich einen Blick den Berg hinauf... nichts erfreut das Schäferherz mehr, als wenn man eine seiner Herden friedlich grasen sieht. Am Ende gab es noch eine richtig gute Nachricht: Es wird noch einen Praxisvertiefungsteil geben.  ;D Weil so viele alte, nicht gepflegte Bäume an der Scheune stehen, gibt´s den auch an der Scheeven Schüne. Juchu!

Mir hat´s eine Entscheidung abgenommen. Ein Baum ist echt gruselig. Gruselige Äpfel und ein Wuchs.... der Baum wurde mal schnitttechnisch malträtiert. Und reagierte dann mit ganzen Besen von Neutrieben, die aber nicht nachgeschnitten wurden. Also wirklich übel. Der Baum darf bodeneben gepflegt werden  :-X ;D Danke. Ich möchte noch Hochstämme nachpflanzen und der Baum stand bei mir auf der Abschussliste. Wobei der Naturschützer in mir mich ständig rügte... man fällt keine alten Bäume. Doch. Solch ein Gruselexemplar darf weg. Öffz. Ich habe schon eine schöne lange Liste an Obstbäumen  8)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 02. November 2019, 18:57:16
Und außerdem habe ich Hoffnung, dass wir einen letztjährig gebrochenen alten Hochstamm vielleicht noch mal durch Schnitt entlasten und dann neu aufbauen. Um den würde ich gerne ringen.  :)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 03. November 2019, 19:54:07
Es war ein Fehler Mähphisto abzugeben  >:(

Heute mussten die Böcke umziehen. Prompt gab es Theater und 6 Bocklämmer blieben stehen. Nichts zu wollen.

Wenigstens war in der Gruppe der Unwilligen Ingo. Das war der Unglücksrabe, der sich im Sommer ein Bein gebrochen hatte und der aller Voraussicht nach deswegen bleibt. Probleme hat er keine mehr, der Bruch ist gut verheilt. Und wie immer, wenn besondere Umstände das Verhältnis Schäfer/Schaf intensivieren, bleibt ein besonderes Band. Das hat geholfen. Bedingt, aber genügend. Er war der einzige, der sich wenigstens etwas mit Leckereien locken ließ.

Allein auf der Fläche ohne Netz... schlugen alle Versuche fehl sie in den kleinen Hänger zu locken, der als Ziegennässeschutz auf der Fläche stand. Geruchlich wohl nicht schaftauglich  ;D

Ein Netz stand teilweise doppelt, weil das E-Gerät noch auf der anderen Grabenseite angekettet war. Mit diesem kleinen Zaunteil konnte ich eine "Fangblase" bauen und Ingo zog brav mit seinen Kumpels hinein. Doch dann wurde es dunkel und mein Mann war nicht erreichbar. Weg konnte ich nicht, weil kein Strom mehr da war. Die Jungs fühlten sich unwohl, sobald ich aufhörte zu sprechen. Ich muss ein sehr seltsames Bild abgegeben habe. Allein im Dunkeln, meinen Schafen Referate haltend  ::) Sobald ich aufhörte, fingen sie an ängstlich zu blöken.  ::)

Man, war ich froh als endlich mein Mann einbog und wir die 6 einzeln in den Hänger stecken konnten. Uffz. Werden die jetzt auch denken, denn endlich sind sie wieder in der großen Bockgruppe.

Ich arbeite wirklich nicht gerne im Dunkeln. Ich habe da immer Angst umzuknicken. Nein. Mit Mähphisto wäre der Stress nicht passiert.  :P

Hoffentlich setzt sich einer der Böcke bald den Hut auf und füllt die Lücke!

Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 06. November 2019, 06:43:12
Ohne Mähphisto ist alles doof!  ::) Jetzt habe ich eine totalverbeulte Bockgruppe. Beide WGH´s haben Platzwunden und Mähphistos Söhne genauso. Hoffentlich sind die bald mal fertig mit der neuen Rangordnung. Wenigstens ist keine Fliegenzeit  :P Ich überlege schon den armen, eher kleinen Knuth bei den Zibben zu lassen. Skudden sind ja brave Väter. Der zurückhaltende Kerl und diese Raufbolde...  :-X

Meckern befreit und so tue ich das hier heute morgen: Letztes Jahr haben wir 2 Jungzibben behalten. Die haben schon bei der Schur gestresst, weil sie kaum zu fassen sind. Jetzt ist Winterzeit und eigentlich latscht man mir unter großem Geblöke über die Füße, weil man weiß, dass ich mit Leckereien komme. Derzeit sind es Äpfel. Klein geschnitten, weil so was gibt´s aus der Hand. Für mich ist es eben auch die Gelegenheit jedes Schaf genau zu begutachten. Mir ist das wichtig. Eine kann nicht ganz ran, weil sie in der Rangordnung unten ist. Die ist aber so nah in der zweiten Reihe und fängt die Apfelstücke im Flug, dass ich sie beurteilen kann. Aber diese beiden Schnepfen vom letzten Jahr... stehen zwar gesund und wie gemalt da. Aber mich ärgert es, dass sie konsequent weg bleiben. Und daran ist nur mein Unfall Schuld. Grrr. In der Prägephase zu wenig Kontakt gehabt. Na warte. Wer Pauline an die Taschen bekam... der wird ja wohl auch diese beiden störrischen Weiber noch bändigen. Das geht ehrlich gegen meine Ehre!  >:(

Ansonsten muss heute der zweite Schlachter angerufen werden. Seit 2 Wochen warte ich auf einen Termin. Das ist nicht mehr zu halten. Zwar arbeite ich derzeit nur sehr wenig. Aber die Böcke zäune ich derzeit 2 mal täglich weiter. Ich habe ja auch noch andere Gruppen  >:( Heute morgen geht´s mit den Böcken los, ab mittag stehe ich dann wieder auf der Lummerke. Die Tage sind jetzt einfach zu kurz!

Klar. Man kann das Tempo mit ein paar Kübeln Heu drosseln. Aber auch das geht gegen die Ehre. Wenn frisches Grün auf der anderen Zaunseite steht...
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 06. November 2019, 09:39:43
Meckern Teil 3: Wenn ich zu den Böcken komme, und der Zaun ist zu denen reingedrückt.... dann weiß ich, dass es an dieser Hundestrecke nicht meine Böcke waren, die raus wollten. Die waren auch brav alle versammelt, wenn auch hungrig.

Jetzt drückt noch Bürokratie und aber allerspätestens muss ich um 12 auf der Lummerke stehen. Sonst funzt das heute nicht mehr!

 :P Stress. Mach doch bitte einer mal das Tageslicht an. Und wer hat das Tageszeitverlängerungsformular verschlampt! Rausrücken. Aber sofort!
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Waldschrat am 06. November 2019, 11:14:38
Tschakka  ;)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Wühlmaus am 06. November 2019, 14:51:19
Zitat
OT. Jemand hat doch geraten den Volkshochschulkurs zum Obstbaumschnitt hierher zu locken: Der Kurs findet heute bei uns an der Scheune statt.
Freut mich, dass es geklappt hat 8) Und dir hilft!!

Ansonsten: gute Nerven und genügend Äpfel :)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 06. November 2019, 17:29:58
Das klappte perfetto: Der Praxisvertiefungskurs kommt wieder an die Scheune. Und einen weiteren Anfängerkurs holen wir auf eine Vereinsfläche.

Tschakka!  ;D

Ja, nach der Steuer-Bürokratie stand ja wieder der Steilhang auf dem Programm. Mangels Vorarbeit waren es 4 Stunden  ::) Ich sag mal... hier wird´s für mich grenzlastig. Morgens hatte ich ja schon die Böcke gezäunt. Gut... 4 mal 25 m waren da nicht die Welt. Aber auch da musste vorher gemäht werden... und nur die Netze sind 25, nicht ich  ::)

Nachdem ich um 16 Uhr fertig war, habe ich mir dann die Freiheit heraus genommen das Abendbrot der Böcke als Heu zu kredenzen.

Ohne Mähphisto ist alles doof  >:(

Tristan war sichtlich am überlegen, ob er zur Abwechslung mal mich aufs Korn nimmt.  ::) In der Bockgruppe herrscht Krieg. Also mir war das eine Lehre. Einen Leitbock gebe ich nie mehr ab.  ::)

Hier ein Bild der Jungs beim Abendbrot. Gut auch zu erkennen: Die Größenunterschiede. Und ob Ihr es glaubt oder nicht.... keine Skudde zeigt Respekt vor den WGH´s Tristan und Jonas, die dementsprechend mega schlechte Laune haben. Die Krönung ist dabei ein Skuddenbocklamm, das den WGH´s aufreitet.  :P
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Waldschrat am 06. November 2019, 17:49:40
Könnt Ihr Mähphisto evtl. zurückbekommen?
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 06. November 2019, 18:19:20
Das würde vermutlich nicht mehr helfen. Die Struktur ist aufgebrochen  ::)

Blick von der Scheune auf die Alm-Schnucken
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Rosenfee am 07. November 2019, 22:27:23
Könnt Ihr Mähphisto evtl. zurückbekommen?
Die Idee hatte ich beim Lesen auch...
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 08. November 2019, 06:25:04
Der wäre selber höchst übellaunig, würde er jetzt von den Mädels weggezerrt. Und ich will doch stark hoffen, dass sich von den Jungs einer den Hut aufgesetzt hat, bis Mähphisto seine Deckzeit absolviert hat.

Ungemach kommt von anderer Seite: Wir sollen ein Wiesental bis zum XY. November wegen Jagd verlassen haben. Aha. Ja das sind neue Sitten. Neue Besen kehrt eifrig.
Nun ist das nicht so schnell gemacht.... eine Herde aus dem Tal holen. Bisserl schmunzeln musste ich, weil... ich wüsste auch nicht wohin. Denn Rotes Harzer Höhenvieh tauchte diesen Herbst ein Tal weiter auf und graste die bis dato uns freundlich zum Nachhüten zur Verfügung gestellten Flächen ab. Ergo... tut mir das ja ganz doll leid, aber dann muss die NLF ganz schnell unsere Einfahrt zu einer Wiese frei räumen. Die ist nach dem Fällen von Käferbäumen nicht zu durchdringen. Andernfalls gibt es noch genau eine Lösung: Wir bleiben in dem Tal (wie all die Jahre vorher auch während der Jagd) und zwar auf meiner Eigentumsfläche. Und ich untersage die Jagd auf meiner Fläche. Wie erinnern uns.... hatten wir diese Diskussion (Untersagung der Jagd auf dieser Fläche) nicht dieses Jahr schon mal?!  ::)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 08. November 2019, 13:59:20
Na geht doch. Die Schafe bleiben eng gezäunt im Tal.

Dafür gab´s schlechte Nachrichten: Auf der Kontrolle fand ich eine verendende Ziegen-Jungzibbe vor.

Geschwind den Tierarzt gebeten zu kommen... und gleichzeitig mir die Dame (platschnass und kalt auf der Fläche gelegen) unter die Jacke gestopft. Passte ihr auch nicht. Im Vorbeistreifen schnappte sie wie ein Krokodil nach einem Obstbaum. Aha. Sterbender Schwan wollte Blattwerk und zwar zügig. Mir fallen akut die Arme ab, die junge Dame ist schwer.
Der Tierarzt kam und spritzte ein Arsenal … und fragte sich und mich... was das wohl sein könne? Vergiftung? Als er gefahren war... wurde es mir klar. Von der Straßenhecke kamen Blätter: Frühblühende Traubenkirsche. Sprich: Blausäurevergiftung!
Nunmehr befindet sie sich mit Leopold in der Scheeven Schüne und mümmelt Heu. Aber immer noch gestützt liegend und... unter meiner Jacke. Jetzt gibt´s gleich Kirschkernkissen und dann hoffen wir das Beste, lieber Leser  :-X
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Waldschrat am 08. November 2019, 15:41:10
Ich drücke die Daumen.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Rosenfee am 08. November 2019, 16:34:58
Ich auch! Das sind Dinge, die Du ja überhaupt nicht kontrollieren kannst: rüberwehendes Laub. Hat nur das eine Tier davon gefressen?
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Staudo am 08. November 2019, 17:22:48
Ich könnte mir vorstellen, dass Frau frauenschuh mitunter nicht nur nach Veilchen duftet. :-X
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Roeschen1 am 08. November 2019, 17:48:03
Auf was man alles achten muß, meine Daumen sind gedrückt,
daß sie nicht viel erwischt hat.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Wühlmaus am 09. November 2019, 00:21:19
Frauenschuh - dir bleibt aber auch nix erspart :P
Ich hoffe, sie kommt durch!! Vielleicht entsteht da ja wieder eine der speziellen Bindungen...
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 09. November 2019, 01:33:53
Vergebens gehofft. Ist entschlafen  ::) Ein langer Tag geht unerfreulich zu Ende.

Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Waldschrat am 09. November 2019, 07:05:04
Menno, das tut mir leid.  :'(
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Roeschen1 am 09. November 2019, 10:32:54
 :'(
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Rosenfee am 09. November 2019, 12:31:19
Traurige Nachricht :'(
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 09. November 2019, 18:12:44
Jetzt wird´s bizar und bitte nicht zu früh jubeln:

Sachstand gestern Abend: Jungzibbe eiskalt, steif ohne Augenbewegung und Muskeltonus.

Um Leopold die Nacht neben dem toten Tier zu erleichtern (das war so nicht zu ändern), schob ich nochmal Kirschkerkissen an die Jungzibbe und deckte sie wieder mit meiner Jacke zu. Leopold kuschelte sich an dieses Gebilde.

Morgens: Fanden wir eine Lilo mit einem neuen Zweitnamen: Lazarus. Zurück aus dem Reich der Toten.

Nun darf man sich hier keine Wunderheilung vorstellen. Sie kann hingestellt 3 Schritte laufen, aber sehr wackelig. Sie frisst. Wasser gibt´s per Spritze. Neuerdings hält sie aber die Körpertemperatur. Leider mussten wir die beiden Jungtiere trennen. Sie stehen nun Seite an Seite. Mich ärgert das. Aber er benutzte sie als Gummipuppe  :-X

Nun brennt das Nachtlicht. Sie mümmelt weiter Blattwerk (gesundes) und hat wieder 2 Kirschkernkissen untergeschoben bekommen. Nachts werde ich noch mal rüber rollen und nach dem Rechten sehen...

Also bitte nicht zu früh jubeln. Aber hätte ich diese Wiedergeburt nicht mit eigenen Augen erlebt, hätte ich sie ins Reich der Fabeln verbannt. Allerdings... ist es Leopolds Schwester und das sagt eigentlich alles. Der war ja auch schon mehrfach "weg".  ::)

Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Waldschrat am 09. November 2019, 18:36:16
Donnerwetter - da drücke ich noch mal die Daumen. Unglaublich  :o
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Ephe am 10. November 2019, 11:36:54
Scheintot?  :o Was sagt denn der Tierarzt dazu?
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 10. November 2019, 17:45:51
Nix Infektiöses

Madame macht sich. Sie kann alleine aufstehen und Blätter mümmeln. Und trinken. Und Salz schlecken. Und pinkeln. Und "perlen". Fazit: Die Grundfunktionen klappen wieder. Aber Madame muss nun aufholen. Das hat sie Kraft gekostet.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 10. November 2019, 17:49:00
Heu nimmt sie gnädiger Weise auch. Aber kein Kraftfutter  >:(
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 10. November 2019, 17:51:26
Ich habe im Straßenbegleitgrün einen Baum übersehen.  ::) Die muss ich da diesen Winter raus holen. Wir haben da eine Absprache mit dem Straßenbauamt. Die haben uns immer zu viel gepflegt. Also haben wir das gemacht und die haben abgeholt. Dieses mal wird´s etwas mehr  ::)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Roeschen1 am 10. November 2019, 19:08:52
Schön, daß so ein junges Leben noch weitergeht.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 10. November 2019, 21:10:58
So ist es!

Gerade komme ich von der Abendfütterung. Neuer Name: Lilo Nimmersatt!

Ich hatte vorher beim zäunen schon Äste geschnitten. Das reichte dem kleinen Piranha aber keineswegs, weswegen die Schäferin im Dunkeln mit Stirnlampe auf ihre Streuobstwiese zog, um den vom Obstbaumschnittkurs aufgegebenen Apfelbaum zu plündern. Die dort entkommene Unterlage hat nämlich noch kritzegrüne Blätter.

Und so fraß die kleine Raupe und rülpste, verlangte nach mehr und fraß weiter, weiter, weiter und wirkte sehr zufrieden, als ich die beiden endlich allein ließ. Das Nachtlicht brennt. Man kann Heu bis zum Abwinken mümmeln. Wasser steht vor der Nase. Gut, aufstehen muss man - aber kann man ja mittlerweile auch. Ich würde sagen... wir haben uns unsere Nachtruhe verdient! Die Nacht wird deutlich ruhiger, denn heute kann man guter Hoffnung sein, sie morgen nicht schon wieder aus dem Grab ziehen zu müssen  :P
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Waldschrat am 11. November 2019, 08:17:15
Super  :D :D :D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Rosenfee am 11. November 2019, 16:06:35
Das ist ja eine tolle Entwicklung! :D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 12. November 2019, 17:35:14
Es geht auf und ab. Aber auf jeden Fall nicht wieder total runter.  ::) Oder anders gesagt... es nervt. Morgen kann der Tierarzt vielleicht noch mal kommen. Schwierig, weil ich derzeit am Rad laufe. Zeitlich alles unter zu bekommen... fast nicht möglich. Ansprüche von anderen "zeitnah"... äh... schon ganz schlecht. Das Wort sollte man nicht benutzen, wenn es um ein Ehrenamt geht. Bis 17.15 Uhr hatte ich exakt ein TTeilchen vom Bäcker reingestopft und fast nix getrunken. Reicht manchem immer noch nicht. Stundenlang gezäunt für die Natur, pfffff… nüscht. Wissen Sie was sie sind???

Ja, Naturschützer!

 ;D

So. Dampf rausgelassen. Mein Amt darf gerne wer anders übernehmen, kein, überhaupt gar kein Problem.

Ich kann mich nicht zergrätschen.

Morgen hätte ich einen Arzttermin gehabt. Vergiss es Sabine, gar kein dran denken. Jetzt drücken Käferbäume, die gefällt werden sollen, während die Schafe vor Ort sind. SO was ist wichtig. Irgendwelche Nachbarschaftsstreitereien… nein. Reißleine.

Heute sind immerhin Liese und Lotte in die Schlachtung gerauscht. Danke für 11 gemeinsame Jahre. Und uufz. endlich sind die 11 Jahre blaue Flecke vorbei.

Deren Zäunung haben die Kastraten und der kleine Herr Caramell übernommen. Die Schafböcke derweil geparkt, aufgezäunt, abgezäunt. Das Scheunentor fiel dem Sturm zum Opfer (ausgehebelt).

Also... kein guter Tag.

Mit der Erkenntnis: Ich muss nicht every Bodys Darling sein. Ich kann es gar nicht und ich will es auch nicht  :-X So viel Selbstschutz muss sein.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Staudo am 12. November 2019, 17:47:33
Das, was Du machst ist wertvoller.  ;)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 12. November 2019, 18:03:08
Meine Tochter sagte mal: Mama, Du musst Dich entscheiden zwischen Verein und der Schafhaltung.

Die Antwort war damals schon - förmlich aus der Pistole geschossen -: Die Schafe!

Darauf arbeite ich hin. Ich möchte die Nachfolge geordnet übergeben, aber nein... dauerhaft ist meine Entscheidung gefallen. Ich mache gerne noch was zeitlich machbar ist: Exkursionen, den ein oder anderen Vortrag, gerne auch Jugendarbeit. Aber den ganzen Hickhack und das Anspruchsdenken... vor allem auch noch von Nichtmitgliedern... also nein. Mein Wollen hat Grenzen. Ich habe es jetzt bald 10 Jahre geleistet - dann kann auch wirklich mal wer anders ran!
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 13. November 2019, 11:33:38
Der Tierarzt war heute da und hat gemeint, das würde nichts mehr  :-X Sie baut halt Gewicht ab, weil die dumme Pute kein Heu nimmt, sondern weiter auf Blättern und Knospen beharrt. So viel kann ich davon nicht anschleppen. In der Scheune türmt sich schon ein Asthaufen.

Nun lässt das die Ehre ja nicht zu. Und heute ist gutes Wetter. Also haben wir einen Ausflug nach draußen gemacht und solange sie kräftetechnisch durchhielt, hat sie Gras gemümmelt. Könnte ihr nicht einer mal erklären, dass Heu auch nichts anderes ist? Das ist 1A Heu, das die Schafe voller Wonne fressen! Der Ausflug limitierte sich dadurch, dass Leopold sie schließlich wieder als Gummipuppe missbrauchen wollte und ich ihn daher wieder verknasten musste. Schwupp klappte auch sie zusammen und wollte nicht mehr. Na gut. 20 Minuten Gras ist jetzt im Bauch. Man sitzt wieder vor einem Blättermeer  ::)

Ich will ja nichts sagen. An wen erinnert mich das bloß?!  :P

Leopold hat übrigens heute ein Bluttestergebnis bekommen, Wir wollten auf Nummer sicher gehen, wenn er im Bestand verbleibt. Seine Statur ließ es indes erahnen: Der ist pumperlgesund. Fett wie eine Frikadelle und biestig drauf wie ein großer. Was hat er sich heute geleistet? Er hat mich mit Schwung angepinkelt  :P Das ist der Dank dafür, dass ich ihn mehrfach von der Schippe gepflückt habe.

Also erst mal der Suppenkasper, Modell Twiggy
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 13. November 2019, 11:35:02
Da erschreckt man sich, oder?

Und der hier war mal Modell Gerippe, und ist nun Frikadelle
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 13. November 2019, 11:36:20
Und weil er mal so war wie sie jetzt ist... wollen sie und ich das Urteil vom Tierarzt nicht hören, sondern suchen weiter wie Kafkas Hungerkünstler nach der rechten Speise  ::) Irgendwas fällt mir noch ein  >:( Hier gibt man nicht einfach mal eben den Löffel ab!
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 13. November 2019, 11:38:32
Erinnert Ihr noch wie Leopold sich weigerte Blätter zu zupfen und die im Schüsselchen kredenzt bekam?  :-X Nee, also wirklich. Dass der mal so ein hübscher kräftiger Kerl werden würde... hätt ich keinen Pfifferling drauf gewettet. Der Tierarzt übrigens auch nicht  ;D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Roeschen1 am 13. November 2019, 12:08:43
Never give up...
Sie hält schon noch bis Weihnachten durch, dann gibt es Tannenbäume...
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 14. November 2019, 05:41:59
Heute Nacht sah es ganz gut aus. Wir haben nun gekrautet und weiterhin gibt es Blätter. Und so sah der Pansen direkt mal leidlich gefüllt aus, als ich ging. Der Tierarzt hatte zudem gemeint, sie dürfe ganz dünn Traubenzuckerlösung - hätte ich mich wegen Pansenübersäuerung nie getraut. Das machte so 1/4 Drop pro Thermoskanne, weil Wasser bekommt Madame temperiert. Sieh an... man zeigte dann doch Interesse. Gut. Heute versuchen wir mal Tee. Hat auch Geschmack. Ist aber für die Pansenflora sicher gesünder. Auf jeden Fall war sie gestern sehr wackelig. Nachts stand sie fest und tippelte ein paar Schritte. Aber gut... ich weiß mittlerweile auch, dass sie gleich wieder daliegt als sei sie verschieden. Mich foppt sie indes nicht mehr. Gestern lag sie so mit Heu eingepudert. Also wirklich wie etwas, was die Katze reingetragen und dann mit Flusen paniert in der Ecke gelegen hätte. Um dann hingestellt und eine Runde massiert vorne den Piranha anzuwerfen und Laub reinzustopfen.

Immerhin frisst sie inzwischen auch die Kätzchen von der Hasel. Das wollte der Suppenkasper ja auch erst nicht.

Ein zäher Kampf! Aber jedes mal, wenn ich Leopold nebenan sehe, denke ich: Das ist nüscht. Nüscht gegen das, was sich diese Frikadelle seinerzeit geleistet hat. Der wollte nicht mal! Lilo will ja wenigstens....
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Rosenfee am 14. November 2019, 22:50:06
Frauenschuh, Du bist einfach genial :D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Wühlmaus am 14. November 2019, 22:58:06
Unglaublich, was ich da jetzt nachgelesen habe :o :D

... Vielleicht entsteht da ja wieder eine der speziellen Bindungen...
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 15. November 2019, 05:59:17
Darüber lässt sich streiten. Mein Mann und eine Freundin sagen: Keine Veränderung.

Bei mir lief sie vormittags im abgeteiten Wiesenstück insgesamt eine Stunde und fraß. Abends war es allerdings wieder schlechter. Dazwischen lag eben der Besuch der beiden anderen. Gestern war ich dann noch mal spät da. Da lag sie wieder wie verschieden drin. Na das kennen wir ja inzwischen. Also hinstellen. Fand sie auch erst doof. Kennen wir auch. Einmal massieren.... dreht sie sich um, tippelt zum Salz.

Wer Salz schleckt brauch Tee, also gab es 40 ml Tee per Spritze. Mäßige Begeisterung, aber immernoch geht Tee besser als Wasser. Also kocht jetzt im Hintergrund das Wasser...

Madame knusperte lustlos ein paar Blätter und etwas Gras... bis ich entschied, dazu kann man sich auch geordnet hinlegen. 2 Kirschkernkissen unter, Jacke drüber... und  nun werde ich sehen, was mich heute morgen erwartet  ::) Wenigstens kann ich am möglichen Ende sagen... ich habe alles versucht.

Allerdings muss ich auch irgendwann mal an mich denken  :-X

Der Grund, warum gestern andere den Pflegejob übernehmen mussten, war die letzte Steilhangzäunung des Jahres. 5 pumperlgesunde Ziegen mit Winterwolle warteten lautstark protestierend. Es ergab am Ende eine Mega Zäunung, die in 5 Stunden erstellt wurde - weswegen es schon dämmerte, als ich losfuhr  :P

Ich hatte die dumme Idee den dortigen Unterstand mit einer Plane zu versehen. So als extra Komfort. Sehr sehr sehr dumme Idee.

Zur Erklärung: In allen anderen Teilabschnitten hängt in den überhängenden alten Bäumen freischwebend ein Zelt. Ich dumme Pute hatte wohl vergessen wieso  :P

Innert 3 Minuten riss Ludwig die Plane begeistert in Streifen. Erst hatte ich noch Angst, er würde drin hängen bleiben. Da war aber natürlich bei seinem Gewicht gar kein dran denken. Ob die auf die Packung drauf schreiben "reißfest" "verstärkt"... alle vollkommen mumpe. So was ist nicht "ziegenbockfest"

2 Gedanken schossen mir durch den Kopf:

1. diese Wurst wird mir besonders gut schmecken!

2. Dem Himmel sei Dank bin ich nicht auf der Fläche

 :-X

Einen blauen Fleck trug ich dennoch davon: Und zwar von seinem Sohn, dem guten Leopold. Mein kleiner Hosenscheißer wird langsam erwachsen. Weil er Lilo ja draußen begleiten kann/darf/muss, läuft er mir frei um die Füße. Um mal eben voller Absicht vor mir stehend seinen Kopf rumzuwerfen und mir das Horn in den Oberschenkel zu rammen. Ganz der Papi  >:( Der Herr "flog" umgehend wieder in den Knast. Was eine protestierende Lilo nach sich zog.

Herr, schenk Hirn!

Hier nun die Bilder von gestern

Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 15. November 2019, 06:14:29
Alle fett wie die Frikadellen. Und mit wunderbarer Unterwolle. Wenn etwas auffiel, dann das Lilo die einzige war, die keine Unterwolle bekam. Als wollte sie den Winter leugnen.

Heute wird es für mich schon wieder hart. 2 Ziegen kommen aus der Schlachtung heim. Bis ich die im Akkord in die Tiefkühltruhe gesteckt habe...  :P

Wie war das? Tschakka, Du schaffst das  ;D

Und dann brauche ich am Wochenende mal dringend richtig Schlaf. Gestern Abend hatte ich noch einen Vereinstermin absolviert - gut, ich musste wegen Lilo eh noch wach bleiben. Aber so langsam... mache sogar ich mir Sorgen um meine Person. Das Tempo muss runter!
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 15. November 2019, 10:27:12
Kurzer Sachstand: Beim ersten Besuch lag sie wieder - aber ihre Schüssel war leer und sie lag auf der Jacke. Also nicht runtergerutscht, sondern daraus ein Nest gebaut. Das hat Dich verraten mein Schatz. Und wenn wir dann 10 mal wieder die Leiche spielen.
Beim 2. Besuch stand sie folgerichtig (Schüssel wieder leer) und schwupp trug ich sie wieder rauf auf die Wiese. Dort hat sie munter weiter gefressen. Als sie sich schließlich hinlegte, trug ich sie wieder rein, sie bekam 40 ml warmen Thymiantee und meine Jacke wieder drüber - heute ist es ja etwas frisch.

So. Nun muss ich die essbar zubereiteten Mütter abholen  :-X
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Staudo am 15. November 2019, 14:11:46
Obwohl man die Viecher gern hat, darf man nie vergessen, dass sie zum Essen sind. Es mag Ausnahmen geben. Mähphisto und unser Hahn sind solche.  ;)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 15. November 2019, 14:29:47
So ist es. 3 Kisten Fleisch... ich habe heute zu tun  :-X

Eben musste ich kurz rüber in den Stall fahren. Die Zibbe würde jetzt sterben.

Das glaube ich erst, wenn der Abdecker sie abgeholt hat. Vorher nicht  8)

Sie war zugegeben unfit. Hinstellen.... Gummibeinchen. Ja wenn man nur rumliegt eh. Also kräftig massiert und draußen auf die Wiese gestellt... fing klein Lilo an zu pinkeln und zu perlen. Bauchweh ist ja auch uncool. Also wieder reingetragen. Aufrecht liegend positioniert. Jacke zurecht gesteckt... PLING... fing vorne die Fressmaschine wieder an zu arbeiten.

Aha. Mal wieder nur scheintot  8)

Früher... hätte ich mit so was gefühlstechnisch Probleme gehabt. Heute komme ich damit gut klar. Solange ich was tun kann und nicht einem Siechtum zusehen muss, geht das in Ordnung. Auch wenn´s Kraft kostet.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Alstertalflora am 15. November 2019, 16:27:03
Toll, wie Du Dich um Deine Tiere bemühst, Chapeau 👏!
Ich kenn das von meinen Pferden - wenn es ihnen schlecht geht, hat man keine Ruhe ...  :-\::)
Denk aber auch an Deine Gesundheit!
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 19. November 2019, 06:21:01
Nun war es doch so seit.

Am Wochenende spannte sich zwar ein tolles Rettungsnetz, weil ich total ausfiel (die Schulter sperrte. Da ging nichts mehr vor und zurück), aber als ich gestern erstmals selber wieder nach ihr sah, fiel mir die Veränderung stark auf: Sie konnte sich nicht mehr auf den Füßen halten.
Dann muss man auch gehen lassen können. Also Tierarzt angerufen... und Lilo über die Regenbogenbrücke gehen lassen.

Hinterher schicksalszornig mit der Tierärztin gesprochen, die widerspiegelte, was ich eben auch so denke: In all den Jahren gab´s fast nie was bei den Schafen. Den Tierarzt brauchte ich da praktisch nie. Sprich... ist mal ein Schnüpfchen da, gibt´s Homöopathie und Apfel mit Thymian. Ob man dran glaubt oder nicht - funktioniert. Ob sie´s auch ohne dem hinbekämen oder nicht. Auf jeden Fall braucht´s keine schweren Geschütze. Das Schaf ist instinktsicher, sieht - war gestern mit einer Vereinskollegin bei den Skudden - auch bei Regen glücklich aus, ist anspruchslos und immer freundlich (gut, WGH-Deckböcke ausgenommen), und schlicht: Robust.

Das ist die Ziege nicht. Leopold wird der letzte Deckbock sein. Danach halten sich ja die Ziegen noch ein Jahrzehnt im Bestand. Und danach ist es nur noch Schaf.

So sehr ich gerade auch den Geschmack (gestern gab es Ziegenfrikadellen) schätze... aber nein. Diese Selbstkasteiung muss ein absehbares Ende haben.

Heute hole ich mit der Vereinskollegin die schneckenfetten, Winterwolle-tragenden Ziegen aus dem Steilhang (mega Zäunung ist schon wieder leer gefressen). Die werden mir vor Augenführen, dass ich eine Närrin bin. Bitteschön. Die Problemlämmer waren von Liese und Lotte, die nunmehr in der Truhe ruhen. Ihr könnt mir ja beweisen, dass nunmehr jeder Spuk vorbei ist. Glaube ich im Leben nicht dran. Aber wenigstens wird mich der Anblick der 5 pumperl gesunden und wahrlich prächtigen Tiere etwas trösten.

2 Schafbocklämmer sind gestern in die Schlachtung gewandert. Ich bin jetzt froh um jedes Tier, was raus geht. Das war kurzfristig ein Supergau wenn einer total ausfällt. Wie gut, dass das soziale Netz so gespannt ist. Fange bitte bloss niemals einer alleine eine größere Tierhaltung an! Mein Mann hat Nachtschicht. Da bin ich alleinerziehend.  ::) Im Sommer fährt er danach noch einen Standort auf Kontrolle. Da muss man ja gar nicht viel machen. Aber allein dass man nicht noch in ein weiteres Tal muss, hilft enorm. Aber im Winter gibt das das fehlende Tageslicht nicht her.

Das Vereinsmitglied ist super lieb und tatkräftig und es hat das "Schafgen".  ;D Glück gehört auch dazu. Wir können so tatsächlich mal eine Nacht außer Haus bleiben. Unfassbar. Das wird unser Urlaub 2019. Ist zwar auch eine "Schaftagung"... aber der Tapetenwechsel wird gut tun.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Waldschrat am 19. November 2019, 11:00:06
Tja, manchmal kann mal halt nix machen, Ihr habt wahrhaftig alles getan. Hut ab. Und was die Ziegenhaltung betrifft, muss man eben Prioritäten setzen. Mehr als arbeiten kann man nicht. Ich wünsche Euch weiterhin viel Kraft, meine/n Bewunderung/Respekt habt Ihr eh.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 19. November 2019, 16:39:19
Schon ging das Ziegenelend weiter
 >:(
Die Vergesellschaftung von Leopold ist nicht gelungen. Kastrat Pan hat ihnverletzt und vor Stress hat der kleine Mann nun Durchfall.
Nun sind die beiden Kastraten extra aufgestallt sowie Leopold und Herr Caramell.
Heu Salz einmal entwurmt... nun hoffe ich das Beste.

Braucht es so was?!

Für den kleinen Herrn Caramel ist es dagegen wohl ein happy End. Mangels anderer Partner für Leopold wird er wohl kastriert und verbleibt im Bestand
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 19. November 2019, 16:42:56
Aber wenigstens sind alle Aufgaben erfüllt. Die 5er Zuchtgruppe steht an der Scheune mit großer Weidehütte. Ludwig hat sich zivilisiert benommen. Alle sind brav eingestiegen und dank des sanierten Weges bekam ich auch den großen Hänger akurat wieder Abwärts abgekurbelt. Öffz.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 21. November 2019, 06:29:10
Wie ich gestern mit einer Freundin im Stall stand und später draußen vor Lola... waren wir uns einig. Dieses hochbeinige, schlanke Äußere von Lilo war sicher auch ein Grund, dass siedie Krankheitsphase nicht überstanden hat. Da hat man einfach  nichts zum zusetzen. Während Frikadellen wie Lola und Leopold eben Reserven haben. Gestern morgen schiss der arme Tropf noch wie ein Weltmeister. Mittags perlte er erstmals. Abends war alles trocken. Die Frikadelle hat immer noch reichlich Fettanteil  :-X Er genießt es außerordentlich seine Streicheleinheiten zu bekommen. Der kleine Prinz ist Gefolge und Personal gewohnt. Daher war die Bockgruppe ein Schock. Der Tierarzt diagnostizierte Stress. Leopold wird bestimmt ein furchtbar garstiger Bock bei dem Verwöhnprogramm.  ::) Aber auch mein Mann war komplett blass um die Nase, als ich den Akutzustand gemeldet hatte. So viel Zeit und Arbeit wie in diesem Bock steckt... das ginge weder emotional noch überhaupt irgendwie ihn zu verlieren. Da hat man ja eine Bindung wie zu einem Hund.

Für Ludwig wird es langsam eng. Auch da meinte meine Freundin gestern: Aber schön ist er.

Das lässt sich nicht von der Hand weisen. Schön und imposant. Frikadellenfett. Aber das reicht nicht um im Bestand zu verbleiben. Wobei ich gut Lust hätte ihn zu Pan und Leon zu stecken. Wahrscheinlich bricht dann aber der 3. Weltkrieg aus  :-X
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Roeschen1 am 21. November 2019, 11:12:24
Jetzt wage ich mal eine Frage,
ohne deine Zuchtziele zu kennen,
wäre es nicht viel stressfreier ohne Ziegen bzw Ziegenböcke?
Brauchst du sie für die Flächen, Gehölzpflege?
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 21. November 2019, 16:43:11
Haargenau so ist es. Auch das beste Landschaftspflegeschaf kommt nicht an den Gehölzverbiß der Ziege ran. Räuberleiter und auf den Hinterbeinen balancieren... das Wunderlichste, was ich sah, war sogar eine Ziege IM Baum. Die sind mit Affen verwandt.

Und ja, natürlich wäre unsere Zucht wesentlich weniger nervenaufreibend, wenn die Ziegen nicht da wären. Wir sehen sie gewissermaßen als Auslaufmodell. Am Ende müssen die Weiden so in Schuss sein, dass die Schafe die Pflege alleine schaffen. Da haben sie ja nun auch noch ca. 12 Jahre Zeit, bis die letzten Ziegen über die Klinge springen  ;)

Derweil hat sich der Durchfall verflüchtigt. Und Leopold schmust einerseits mit mir - und hackelt mit seinem Halbbruder. Was aber unbedenklich ist. Das ist eine Größenordnung. Pan passt da einfach nicht rein.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: MissEd am 21. November 2019, 17:35:38
 ;) ;)


... hier sieht man, wie hoch.

(https://forum.garten-pur.de/index.php?action=dlattach;topic=64854.0;attach=636227;image)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 21. November 2019, 19:14:28
 ;D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Roeschen1 am 21. November 2019, 19:27:42
Genial diese "Viecher".
Die schweizer/italienische Steinböcke setzen noch eins drauf.
https://www.youtube.com/watch?v=yEKu1VKwR2w
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 25. November 2019, 07:35:11
Endlich pendelt es sich wieder auf Normalzustand ein:

Einzig Jonas hatte eine Trumpfkarte: Er hatte sich einen Heukübel auf beide Hörner gesetzt. Als ich morgens auf Kontrolle kam, trabte er gleich an. Schäferin, bitte, kannst Du mal?!

Ja mein Schatz.

Und die Schäferin denkt sich: Eben deswegen bist Du geblieben. Weil Du so umgänglich bist. Hätte ich da stundenlang hinterher laufen müssen, dann wärst Du Wurst.

Ich hatte das mal mit einem Eimer, den ich abgestellt hatte. Eine Zibbe musste ihren neugierigen Rüssel reinhängen und ehe ich mich versah... hing der Eimer um den Hals. Die bekam ich nicht sofort (das war noch zu einer anderen Zeit, als ich wenige Schafe hatte und die Gruppendynamik nicht zog). Eng und enger einnetzen, damit ich endlich diesen Eimer wieder bekam.

Das ist der Nachteil von Hornträgern. Da muss man immer mitdenken. Jetzt haben sie andere Heukübel.  ;D

Leopold hat sich gefangen. Kein Durchfall mehr. Dafür gesegneter Appetit  ;D

Gestern habe ich die Skuddenmuttern (die sind ja das Modell: Bei uns ist immer alles in Ordnung) eng weiter gezäunt. Hier droht morgen die Jagd. Fundsituation gestern: Auch ohne Jagd lag der Zaun auf 25 m. Die Skudden mit dem Kochlöffelchen und der Schürze hat es nicht interessiert. Obwohl sogar die Fläche "durch" war. Koppelschafe eben. Ich liebe Skudden. Und wenn sie 100 mal wirtschaftlicher Totalschaden sind. Sie sind einfach. Einfach in allem. Im handling, in der Gesundheit, in der Geburt, bei den Böcken - nur nicht in der Vermarktung.

Auf jeden Fall passte die Umzäunung jetzt genau.

Die Jungzibben sind auch am Ort gelandet. Sie mussten auf dem Berge einen Weg in den Hänger ziehen. Da haben wir zwar zur Sicherheit 2 Netze gestellt. Aber auch da gab es ja Jahrgänge (letztes Jahr z.B. unfallbedingt), wo 2 oder 3 eine Ehrenrunde drehten. Dieser Jahrgang begab sich ohne Federlesens geschlossen und unter Begeisterungsrufen in den Hänger. Super. So was spart Zeit und Nerven.

Heute stehen "nur" 2 Zäunungen auf dem Programm. Gleich nach dem Kaffee geht´s los. Die Schnucken haben ein aberwitziges Tempo. 3 Tage und schon geht´s wieder in die nächste Zäunung.  :-X Was man im Sommer schätzt - die Fressleistung - wird jetzt zum Kampf. 3 Tage reichen zudem nicht für die nächste Zäunung, da die zweite Jagd am 30. ist. Erst danach können wir in ein Tal hinein.  ::) Heißt mit anderen Worten.... wir müssen kurzfristig auf Heuversorgung gehen und "strecken".

So... auf geht´s. Das Tageslicht ist da!
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 25. November 2019, 11:14:16
Nun drucke ich gerade ein Schild:

Füttern verboten!

"Vielen Dank" an denjenigen, der giftiges Kreuzkraut in die Zäunung geworfen hat. Wir hatten einen Todesfall.

Tierfreunde wissen, dass nur Schäfer ihre Tiere füttern dürfen. Tierhasser werden zur Anzeige gebracht.



Also der Todesfall bezieht sich auf Lilo, aber das muss der Vollidiot nicht wissen. Und da es instinktsichere Schafe sind, haben sie auch nur ganz wenig aufgenommen, was nicht gleich für Todesfälle sorgen wird. Aber es geht ums Prinzip. Der nächste schneidet im Garten Eibe oder frühblühende Traubenkirsche und "füttert" damit die Tiere und dann wäre es so weit. Ergo muss man da jetzt mal ein wenig drastisch werden  :P
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 25. November 2019, 12:36:46
3 mal 11 Jahre alt: Afrodithe (hinten), Toastie (links) und Pauline
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 25. November 2019, 12:38:54
Die Größte vorne: Zahnlose Inken. Hat es doch noch gelernt ganz ran zu kommen....  :) links neben ihr... Drilling Medea
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 25. November 2019, 12:41:46
Jungzibbenstudie: Neben Inken links steht die Skuddenjungzibbe Siara. Hinten und rechts zwei Schnucken Jungzibben.

Man merkt... bei uns braucht´s seit Tagen ein Nebelhorn  ::)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 25. November 2019, 12:45:50
Und hier steht rechts eine Monster Schnucken Jungzibbe. Die 4. links ist Inken als Größenvergleich. Der arme Bock... wenn er die nächstes Jahr belegen muss, dann muss er erfinderisch sein.  ;D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 25. November 2019, 12:47:11
Bei den Schnucken sprach man mich heute an: Das sind aber wohlgenährte Schafe!

 :-X

Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Secret Garden am 25. November 2019, 12:52:47
Ist die kleine weiße ganz links wieder Medea? Dieses Gesicht ist zu süß. :D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 25. November 2019, 14:17:53
Genau! Unwiderstehliches Hosentaschenschaf. Weil... krempelt jede Hosentasche um  ;D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 27. November 2019, 13:33:42
Die Tage haben es in sich. Die positive Nachricht vorneweg: Ludwig ist in der Schlachtung. Ich bin von dem Schlachter sehr angetan. Ludwig steht jetzt in sehr lichter Stallung. Extra abgeteilt. Für ihn stressfrei: Freier Blick auf andere Artgenossen. Aber ohne dass er anderen gefährlich wird. Morgen früh dann Endpunkt. Man suche sich mal überhaupt einen, der einen aktiven Ziegenbock schlachtet.  :-X Da gibt´s ja immer noch die Mär, die müssten vorher kastriert, oder der Sack gezogen und abgeschnitten werden, während gleichzeitig vorne massakriert wird. Dabei ist´s kein Hexenwerk. Und ich danke wieder dem Altschafkursleiter, der - selber aus dem Gewerbe - diese Mythen berichtet und vertrieben hat. Bislang konnten wir zwar jeden Bock weiter reichen. dass aber der Tag käme, wo mal einer keinen neuen Platz bekäme, war ja logisch. Schön, dass wir einen vernünftigen Schlachter für ihn gefunden haben. So hat es also seine Majestät Ludwig den I. nun erwischt. Seine Damen waren sehr traurig. Mein Mann kommentierte was ich 1:1 dachte: Wie kann man so einem Blödmann hinterher trauern. Auch im letzten Anlauf wollte er erst meinen Mann erlegen. Der kam dem Himmel sei Dank Dank meines Warnrufs rechtzeitig rausgesprungen. Die Lösung war hier einfach. Einen Heukübel hinstellen. Prompt tauchte der große Kopf in dessen Tiefen und am Horn gegriffen hatte mein Mann ihn dann sicher.

Das alles nach dem gestrigen Tag, der für mich.... emotional eine echt schwierige Kiste war:

Weil gestern Jagd war und meine Nerven daher eh angespannt, wollte ich bei den Böcken etwas umzäunen und schon einen Teil abbauen. Die stehen da noch in Warteschleife bis die 2. Jagd vorbei ist...

Während ich da so rumwerkel, knallt es hinter mir. Das ist in einer Bockgruppe ja nicht ungewöhnlich. Die Intensität aber schon. Lange Rede, kurzer Sinn: Die beiden WGH´s beschlossen eine Skudde zu ermorden. Gut, der Skuddenbock ist eine Nervensäge. Und unbelehrbar. Aber 2 gegen 1...

Es half nichts. 10 m Anlauf von beiden 15 Minuten lang. Ich habe alles versucht. Sie mit Maurerkübeln und Weidepfählen beworfen.... ich schwöre, die haben das nicht mal bemerkt. Der Skuddenbock lag zwischendrin kieloben. Dem einen WGH lief das Blut aus der Nase. Völlig aufgelöst rannte ich nach unten und hab gefühlt eine halbe Weide gefällt. Alle Böcke kamen zum Festschmaus - nur die 3 Streithähne nicht. Mit einem Riesenast rannte ich zurück zu denen und warf ihn zwischen die Kontrahenten und tatsächlich knipselte der eine WGH an einem Zweig. Ganz, ganz zögerlich ließ man voneinander ab. Allen drei hing die Zunge raus. Dank meiner Neuerung - ein 60 l Maurerkübel als Wassertrog - musste ich kein neues Wasser holen. Den alten Mörteleimer hatten sie prompt umgerannt.


Ich bekam den ganzen Abend weder das Knallen, noch das Bild des kieloben liegenden Skuddenbocks aus dem Hirn.

Nachts musste mein Mann nach der Spätschicht die Heuversorgung übernehmen. Sorry, traute mich allein nicht rauf. Heute morgen bin ich unter Aufsicht rein. Ging alles gut. Ich habe versucht mich so normal wie immer zu benehmen. Aber der Kopf weiß: Wäre ich da gestern rein, wäre ich nicht lebend wieder raus gekommen.

Abends hatte ich ein Telefonat mit einem anderen WGH Züchter, der prompt bestätigte so was auch schon mal erlebt zu haben.

Nein. Das sind keine Anfängerschafe.

Dieser Skuddenbock glaubt zudem er sei eine SGH. Eine Schwarze Gehörnte Heidschnucke. Unbelehrbar, dass es so was nicht gibt.  ::)

Auf jeden Fall hat Knuth den Lammzeitfahrschein gebucht. Mein niedlicher kleiner weißer Skuddendeckbock wird keinesfalls in diese Bockgruppe gehen. Und weil WGH´s das nicht sicher können (die Vaterrolle, habe extra den anderen Züchter befragt), wird Ståtlig eine Pärchenverbindung im Frühjahr eingehen. Auch er klein und zurückhaltend.... ist mir zu wertvoll, als dass ich ihn diesen Knallköpfen überlasse.

Wie gesagt... mir gegenüber hat sich keiner komisch benommen. Alles war gut. Nur dazwischen... hätte ich nicht gehen dürfen.

Die Moral aus der Geschichte: Man verkauft keine Clanchefs! Und ich werde versuchen einen der beiden WGH´s abzugeben. Vorzugsweise den ohne Herdbuch, da der andere als genetische Reserve vorgehalten werden sollte...  ::) umgekehrt wäre es mir lieber gewesen.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Roeschen1 am 27. November 2019, 13:52:45
Ludwig ade... :-\
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 29. November 2019, 13:33:26
Juchu. Wir sind wieder in den Tälern!
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Nina am 29. November 2019, 16:55:09
Schön sieht es dort aus!  :D

Und weil ja Gefahr besteht, dass einem langweilig werden könnte ist gestern Abend ein Paketauslieferer in unseren beiden Zaun gefahren.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Waldschrat am 29. November 2019, 16:56:05
Bei Euch ist aber auch immer was los - und jetzt noch Gefahr für Leib und Leben  :o Der Ludwig hat es sich redlich verdient.  :-\
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Nina am 29. November 2019, 16:57:18
So sah es aus nachdem er heute von einem Abschleppunternehmen ausgezogen wurde.  >:(
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Nina am 29. November 2019, 16:59:43
Bei Euch ist aber auch immer was los - und jetzt noch Gefahr für Leib und Leben  :o
Da sagst du was! Glücklicherweise hat heute die Sonne geschienen und in 2 Stunden waren neue Pfosten gesetzt. Es sieht zwar nicht mehr so gut aus aber es hält.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Staudo am 29. November 2019, 17:56:02
Wir sind wieder in den Tälern!

Der Anblick lässt hoffentlich den einen oder anderen Ärger vergessen.  ;)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Roeschen1 am 29. November 2019, 19:30:30
  :o Der Ludwig hat es sich redlich verdient.  :-\
in der Wurst zu landen?
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 29. November 2019, 22:33:04
Oh Nina! Waren die Schafe in der Zäunung oder gerade woanders? Das ist ja ein Albtraum!

Ja... die Schnucken im Tal in der Sonne... rücken das Weltbild gerade.  ;)

Der halbe Ludwig ist schon in der Truhe. Andere Hälfte morgen. Mir reicht´s  :P Gott sei Dank ist Wochenende. Da kann ich mich aufs Filetieren konzentrieren.  ::)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Albizia am 30. November 2019, 08:41:16
Ach du meine Güte!  :o Das ist ja echt gruselig.

Wollte er Päckchen an die Schafe liefern?  ;) Da wohnt doch gar keiner.  ::)

Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Waldschrat am 30. November 2019, 10:00:03
  :o Der Ludwig hat es sich redlich verdient.  :-\
in der Wurst zu landen?

Ja
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Nina am 30. November 2019, 12:55:57
Oh Nina! Waren die Schafe in der Zäunung oder gerade woanders? Das ist ja ein Albtraum!

Ja, die Schafe waren genau auf der „Weide und wir waren gar nicht zuhause sondern in Köln und hatten schon kräftig Wein getrunken und haben bei Freunden übernachtet.  ::) :P
Glücklicherweise habe ich einen lieben Nachbarn, der sich um alles gekümmert hat und unsere Schafe haben kein Interesse ihre Weiden zu verlassen.  :)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 30. November 2019, 17:12:59
Oh Nina, das war ja echt dumm gelaufen. Wie gut, dass Du so nette Nachbarn hast!


Ludwig schmeckt  ;) Frikadellen, Leber.... uffz, bin ich satt. Auch die Tiefkühltruhe mag jetzt kein Blatt mehr. Passte gerade eben noch alles rein.


Was mir auch sagt... ich brauch jetzt andere Abnehmer. Bin am hin, vor und zurück überlegen. Über den Verein des guten Essens tut sich leider nichts auf und bis März müssen die Jungs weg. Was meint Ihr? Kleinanzeige oder Geld in die Hand nehmen für große Anzeige? Ich fühle mich gerade wie Rudi Ratlos nachdem auch noch ein Käufer absprang. Weil... wir hätten ja Ende Oktober gesagt. Ja, aber da hatten wir wochenlang Verstopfung bei den Schlachtern. Jetzt rutscht es gerade - aber keine Käufer da  :P

 ::) Ich hasse es. Jedes Jahr der gleiche Schrott. Vor Weihnachten ist dann eh wieder Stillstand bei den Schlachtern.

PS: Nein, ich verschicke nichts. Das ist also keine Werbung, die auf Euch abzielt ;D

Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Roeschen1 am 30. November 2019, 17:17:43
Ich würde es auf e...-Kleinanzeigen versuchen
und einen Bauern mit Hofladen ansprechen.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Ephe am 01. Dezember 2019, 10:06:03
PS: Nein, ich verschicke nichts. Das ist also keine Werbung, die auf Euch abzielt ;D

Ginge abholen?
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 01. Dezember 2019, 10:38:03
Die Bucht scheue ich etwas wegen der Klientel  :-X Ich stelle da lebende Tiere ein und habe dann ein Feuerwerk an Anrufen nach Schlachtvieh. Allerdings zum Abstechen hinten auf dem Hof. Was ich nicht mache. Weswegen diese Telefonate für beide Seiten recht unerfreulich sind  :-X

Aber gut. Vielleicht muss man in den sauren Apfel beißen und inserieren. "Wir" haben Frühschicht. Also nach 15 Uhr  ;D

Eben hatte mich ein Nachbar angesprochen. Zwecks Keule. Also leider eben nein, weil Gesetzgeber das nicht will. Habe ihm die Schlachtgewichte der letzten beiden Lämmer genannt. Da verliert ganze und halbe Tiere den Schrecken für den Verbraucher. Beziehungsweise war mein Schrecken, weil an denen nicht viel dran war.

Gut. Es war ein klein geratenes Schnuckenlamm. 9,22 kg am Haken Auf Kundenwunsch in Form von Keulen, Schultern und ausgelöstem Hackfleisch. Sprich: Teure Anfängervariante. Resonanz: Sehr gut, sehr zart. Auch für ungeübte Lammesser ein Festschmaus mit Wiederholungswunsch. Was mich doppelt freut.
Ein Skuddenlamm, normal entwickelter Drilling: 7,8 kg am Haken. Ebenso verarbeitet auf Kundenwunsch. Ebenfalls Begeisertung
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Waldschrat am 01. Dezember 2019, 22:07:23
Na ja - 7 bis 8 kg könnte ich zur Not unterbringen (habe mehr gedacht). Gibts auch mal Ziege?
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 02. Dezember 2019, 06:47:42
Das ist jetzt nach 11 Jahren das erste mal, dass wir Ziege in der Truhe haben  ;D Da steht auch auf absehbare Zeit nichts mehr zu erwarten. Herr Caramel wird zwecks Leopold gebraucht. Mal sehen wie es nächstes Jahr läuft. Eine Ziege ist gefühlt jetzt schon kugelig. Lammzeit beginnt bei denen im Februar im Stall.

Noch mal kurz der Ablauf eines Kundenwunsches: Kunde bestellt. Ich rufe beim Schlachter an und hoffe einen Termin buchen zu können. Schlachter ruft irgendwann zurück und sagt: Morgen isses so weit.
Wir holen die Tiere von der Weide und fahren sie zum Schlachter. Schlachter 1 fragt: Was will denn der Kunde Schlachter 2 (deutlich günstiger) fragt nix und macht auch nichts außer das Tier zu schlachten und grob zu zerlegen. Beide sagen: Tag Y sind wir fertig
Schlachter wird tätig. Schlachter 1 sofort, Schlachter 2 parkt die Tiere einen knappen Tag im Stall (wie beschrieben groß, sauber luftig)
Tag Y gibt es entweder die Möglichkeit, dass der Kunde selber abholt, oder wir die gekühlten Kisten ( 1/2 oder ganze Lämmer) ausfahren.
Abrechnung für Kunde ist dann Schlachter plus wir.

Schlachter 2 ist dieses Jahr für uns neu. Ob sich der für die Kunden etablieren wird, bleibt abzuwarten. Weil das Zerlegen von Fleisch wohl viele überfordert. Nun sind aber auch ein paar Kunden ganz unbedarft neu dabei. Man nähert sich dem Thema ja auch an. Hätte mir vorher jemand gesagt, ich würde in aller Gemütsruhe einen 100 kg Bock in die Truhe filetieren... äh. Nein. Das wäre in etwa so, als hätte jemand gesagt, Du ziehst mal mit 114 Tieren durch eine Weidesaison. Volkszählung zum 1.11. ergab übrigens 86. Aber auch hier... hätte ich gelacht und meinem Gegenüber mindestens innerlich einen Vogel gezeigt. Ich. Schafe. Ziegen. Lachhaft.

Nose to tail wäre halt das Optimum. Aber das erreiche selbst ich nicht ganz. Ludwigs Haksen ausgelöst... bekam ich beim besten Willen in keinen Suppentopf  8)

Noch als Ergänzung: 1/2 und ganze Lämmer "gehen" zum Beispiel gut an Jäger. Die sind "versiert" mit der Klinge  8)



Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 02. Dezember 2019, 07:43:57
Und noch eine Ergänzung zur Bucht: Dort darf ich nicht angeben, dass wir die Tiere zum Schlachter fahren. Ob da auch noch eine gesetzliche Regelung hinter hockt... bin ich überfragt. Aber dazu stehe ich: Wir fahren die Tiere da hin. Das ist stressfrei. Und jetzt kann sich jeder vorstellen, wie die Telefonate ablaufen. Nein. Nicht im Kofferraum. Nein. Mach ich nicht mit. Nein nicht in der Hundetransportbox nach irgendwo. Nein. Nicht auf der Rückbank. Auch nicht wenn die Beine gefesselt werden  :-X
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Waldschrat am 02. Dezember 2019, 11:45:52
Ich staune immer wieder, was man alles nicht darf. Damit meine ich jetzt die die unsäglichen Anrufe.

Aber ansonsten freunde ich mich immer mehr mit dem Gedanken an eine Abholfahrt an. Zumal Hortensis nur 60 km weiter ist, also wenn schon, kommt es darauf auch nicht mehr an. Erst Grünzeug, auf zurück zu Nahrhaftes. Also erstmal 1 Fach leeressen.  ;D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 02. Dezember 2019, 11:53:20
Vielleicht wäre die Welt etwas friedlicher, wenn sie nicht Adrenalin hochgepuschtes Fleisch konsumieren würde  :-X Dass solche Transporte die Tiere stressen, wird man nachvollziehen können. In unseren Hänger laufen sie freiwillig und von einem Tal ins nächste gefahren zu werden, kennen sie auch. Die Tiere kommen entspannt an. Wenn Schlachter 2 die vorher "parkt", dann wird er wissen warum. A ist nasse Tiere schlachten widerlich B kommen da mit Sicherheit auch Tiere an, die solche Transporte nicht kennen. Und die kommen im Stall erst einmal zur Ruhe.

Der Solling ist durchaus auch mal des Verweilens wert  ;D Wir freuen uns. Ich zeige auch gerne mal die Flächen... die Tiere sowieso  ;)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 02. Dezember 2019, 11:56:06
Hier wird´s langsam unerfreulich  ::)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 02. Dezember 2019, 11:59:58
Das ist eine seminutzbare Zuwegung. Machte 75 m Zaun pro Gang extra, damit wir nicht abwärts rutschen und zudem keinen Baum aufs Dach bekommen  :P Da fehlen jetzt glatt noch 2 mal 25 m.

Im Sommer kann man den Weg auch mal befahren wenn es sein muss. Aber mit Hänger machen wir das selbst dann nicht. Man sieht hier die Steigung schlecht. Ist der Weg erst mal kaputt gefahren... kannst ihn auch nicht mehr mit dem Auto nutzen. Und man ist schon dankbar, wenn man wenigstens noch bis an die Fläche direkt ran fahren kann, weil die Netze ja auch Gewicht haben.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 02. Dezember 2019, 12:01:57
Das Ganze sind dann ca. 10 Tage Frischfutter für die Böcke  ::)
Frei ziehen geht da übrigens ganz schlecht. Man müsste im spitzen Winkel abbiegen und parallel zur Fläche ziehen. Das haben wir einmal mit den Muttern versucht. Die spratzten in alle Himmelsrichtungen. Kein Nerv für Bockkapriolen. Nein Danke. Heute knallen wieder exzessiv die Hörner.

Heute Morgen lag übrigens in einem anderen Tal der erste Schnee. Aber noch so, dass die Skuddenmuttern an Frischfutter kamen. Dennoch... es ist Winter  :P Am Wochenende stallen wir die Ziegenmuttern auf.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 03. Dezember 2019, 11:00:48
Und das ist die Bockgruppe nun auf eben jener Weide. Tief versteckt im Wald
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 03. Dezember 2019, 11:03:42
Mal ein Bild der beiden Jährlinge. Die derzeit wieder kein Wässerchen trüben können. Na gut. Wir können ja auch unbedenklich auf die Weide. Es ist Autumn, der die anderen stresst. Uns stresst der auch nicht an. Sie hätten halt alle besser ihre eigene Herde.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 03. Dezember 2019, 11:04:30
Und dieser ist Herdbuchbock
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 04. Dezember 2019, 04:44:33
Gestern gab es übrigens Erbsensuppe aus Ludwig-Grundlage  8) Eh, so was Leckeres... von dem Riesentopf blieb nullkommanix übrigen. Über den Rest fiel mein Mann noch in der Nacht her  ;D

Mega gespannt bin ich auf den Sauerbraten, den es am Wochenende geben wird. Der reift und reift  :-X

Herrlich. Das ist so wunderbares Fleisch!

Heute erfolgt der Probelauf für unseren eintägigen Ausflug. Sprich: Die Runde absolvieren wir zu zweit. Ich bin neugierig, ob die Jungzibben trotzdem ihre Leckerei abholen und ob Britta nicht nur an mir senkrecht steht. Wie sich diese Zutraulichkeit auf Jacken auswirkt, erwähne ich besser nicht. Aber Britta hatte beispielsweise ein Schnüpfchen: Kuriert mit Apfelspalten in Thymian gewälzt.  ;D Das klappt auf der Weide natürlich nur, wenn die Tiere sich auch behandeln lassen.

Vielleicht schnappen wir uns auch ein Schäfchen zum Klauenschnitt. Nicht weil sie´s nötig hätten. Sondern weil die Begleitung selber mal Skudden haben möchte.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 04. Dezember 2019, 04:51:44
PS: Und eine familiäre Diskussion gibt es noch, eher ein Streitpunkt:

8 (!) Schnuckenjungzibben… heißt für mich, wir müssen/sollten da noch 2 aussieben. Mein Mann empört: Wieso???

Und als wenn diese Aufgabe nicht schon schwer genug ist, habe ich mir vorgestern 2 ausgesucht. Weil... die zwar unauffällig mitlaufen, aber kleiner sind und nicht ran kommen. Gestern: Wer holt sich energisch eine Leckerei aus der Hand?  :-X Am 19. kommt der LSV. Soll der mal bewerten.

Letztes Jahr war eine nicht gut genug fürs Herdbuch. Ich glaube indes... die diesjährigen 8 würden alle reinrutschen. Allerdings habe ich noch nicht in die Zähnchen geschaut. Vielleicht ist das noch ein Kriterium.

Ansonsten sprengt mein Mann die Bank mit seinem 8er Wunsch. Dann haben wir die Schnucken-Schlachtlämmer schon fast los. Allerdings wird auch da der LSV noch auf die Jungböcke schauen. 3 - 4 haben wir fürs Herdbuch ausgesucht. U.a. Ingo... eigentlich vom Horn her eher mau. Aber der hat eigentlich seinen Freifahrtschein wegen des Beinbruchs. So viel Pech wäre doch gern auszugleichen. Ist auch prima verheilt und groß ist er... seufz.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 04. Dezember 2019, 07:14:56
warum Zäune nicht stehen bleiben sollten

aus gegebenem Anlass  ::)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Staudo am 04. Dezember 2019, 07:34:54
Fingst Du einen Hirsch mittels Netz oder bekamst Du gute Ratschläge?
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 04. Dezember 2019, 08:29:26
Mein letzter Fang ist ein paar Monate her und bestand aus Meister Reineke. Den konnte ich mehr oder minder unverletzt befreien.

Nein. Jemand anders lässt hier seit Wochen seine Zäunung stehen. Unsereins sollte bei der Jagd raus aus dem Tal... und der lässt einen Trichter ohne Strom stehen.  ::) Ich fahre da täglich dran vorbei und ärgere mich. Jemand witzelte schon: Pass auf, nächstes Jahr fragt der sich, wo seine Netze stehen.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Staudo am 04. Dezember 2019, 08:38:53
Der lehrt den Wildtieren also, dass Weidezäune lästige, aber harmlose Hindernisse sind?
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Ephe am 04. Dezember 2019, 09:50:00
Mal ein Bild der beiden Jährlinge.
Herrliche Tiere!  :D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 04. Dezember 2019, 18:15:01
Find ich auch  ;)

Staudo, wenn es nicht bizzerlt versucht man halt das Netz zu überwinden. Ich scheuchte mal beim zäunen einen Feldhasen auf, der um jeden Preis durch eine Masche des gerade gestellten Netzes wollte. Man glaubt gar nicht, was solch ein Tier für panische Geräusche von sich gibt, wenn es nicht vor und zurück geht. Wenn Strom drauf ist... springt das Tier fast immer rückwärts. Wenn so ein Fangnetz wochenlang steht... wer bekommt so eine Quälerei wie bei dem Häschen mit?
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 04. Dezember 2019, 18:35:00
So. Jetzt räume ich mit noch einem Klischee auf: Schafe wollen nicht spielen. Jedenfalls nicht mit Hunden. Häufig erwähnt, hat das heutige Erlebnis meine Meinung zur "modernen Hundehaltung" weiter verfestigt. Bitte warum kommt man auf die Idee, einen Jagdterrier aus dem Haus zu lassen, während ich gegenüber zäune und die Schafe gerade in einer kleinen Zäunung stromlos geparkt sind damit ich die anderen Netze abbauen und gleich wieder verbauen kann. Was geht im Kopf vor, wenn man den töhlenden rum rasenden Hund nicht mal ansatzweise wieder zu bekommen versucht, sondern einfach in der Tür stehen bleibt und dem Treiben zusieht. Während ich das nächste Netz holte, löste sich der Hund auf der Weide. Als ich mit dem nächsten Netz ankam, knurrte und kläffte der Hund mich in einer Tour an und...niemand hielt es für nötig das Ganze zu beenden. Weswegen es meinerseits dann sehr laut wurde. Bis der Spuk schließlich ein Ende hatte. Ich verstehe das einfach nicht.

Spielen... vielleicht mal schaukeln?
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Waldschrat am 04. Dezember 2019, 20:35:30
So etwas verstehe ich auch nicht. Eine bodenlose Rücksichtslosigkeit.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 05. Dezember 2019, 08:55:34
Auch schon oft geschrieben aber aus gegebenem Anlass noch mal wiederholt:

Wir hüten im Solling (auch diese Fläche grenzt direkt an den Wald) mit einem schlagstarken Gerät, das auf Wildschwein, Luchs und Wolf ausgerichtet ist. Hätte ich noch einen Hund - und ich war über 20 Jahre Hundebesitzerin - täte ich ihm den Kontakt zum Netz ersparen und ihn an die Leine nehmen.  :-X
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 05. Dezember 2019, 08:57:55
 :-X ich war doch ausgesprochen zufrieden, dass ich da gestern in etliche Elemente noch zusätzlich einen Weidepfahl gerammt habe. Ist Mehrarbeit für mich. Aber nein, ich möchte die Schafe nicht entweder im Wald oder auf den Dorfstraßen wieder einsammeln müssen...
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Staudo am 05. Dezember 2019, 16:31:47
täte ich ihm den Kontakt zum Netz ersparen und ihn an die Leine nehmen.  :-X

Gibt es im Solling rückwärts springende Hunde?
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 07. Dezember 2019, 07:50:32
So es der war, auf den ich tippe, wird er eher rückwärts geflogen sein  :-X

Zwei Tage waren wir weg! Das war unser Urlaub 2019. Unser Dank an eine Vereinskollegin, die mit viel Liebe unsere Tierchen betreut hat und uns diesen Ausflug ins Nachbarbundesland ermöglicht hat!

Schaf schafft Landschaft

Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 07. Dezember 2019, 08:16:43
Seit Jahren berichte ich hier und auf Veranstaltungen einerseits von den extremen Schwierigkeiten der Schäferei, die so vielschichtig wie existenzbedrohend sind, wie ich ebenso davon berichte, wie ultimativ wichtig die Weidetierhaltung für die Artenvielfalt ist. Das ist aber nicht korrekt ausformuliert. Artenvielfalt ja, aber wir "produzieren" eben auch enorme Masse an Insekten und draus logisch folgend auch allen an diese Nahrung gebundenen. Wenn man das zu Ende denkt, an fast alle, deren Nahrung nicht selber aus Gras oder Holz besteht.

In unserer Region hat man mir oft genug gesagt, dass man a) entweder ganz viel für die Weidetierhalter tut (das meint Beratung in Förderprogrammen, die nicht die Bohne für uns Schäfer taugen) bzw. b) dass man eigene Beweidungsprojekte (Rinder, Ponys) hat, die unterstützt werden müssen bzw. c) dass das keinen Sinn hätte, weil das hat man schon mal versucht.

Die existenzbedrohenden Umstände erzeugen bei den Schäfern mittlerweile eine ungeheure Wut oder Frustration. Zumal von Seiten der Politik ja in geradezu lächerlicher Weise Artenschutz, Insektenschutz, Naturschutz, FFH-Gebiete als Ultra wichtig bezeichnet werden. Und gleichzeitig schaut man tatenlos dem Höfesterben zu. 2 Prozent weniger Schäfer pro Jahr, dto. Schafe.

Da praktisch kein Schäfer auf fetten Flächen ausschließlich hütet, fallen damit jährlich auch entsprechend naturschutzfachlich wertige Flächen aus der Nutzung raus. Entweder ganz raus, oder sie werden intensiviert, womit der ökologische Nutzen weg ist.

An der Uni Kassel hat man diese Zusammenhänge erkannt und gehandelt. Wie immer dieses Projekt ausgeht: Ich ziehe meinen imaginären Schäferhut davor es einfach gewagt zu haben! Viele, viele Jahre Vorbereitung, Geld vom Staat beantragen - in einer Größenordnung, dass daraus was werden kann und im Gegensatz zu so vielen anderen Projekten die Betriebswirtschaftliche Seite der Betriebe dabei mit im Fokus zu haben.

Es geht um bereits zerstörte Vermarktungsstrukturen (selbst die Größte Schäferei schafft es gerade einmal ca. 70 Lämmer pro Jahr direkt zu vermarkten), um die lächerliche Situation der Wolle (das schon oft erwähnte Abfallprodukt mit Sondermüllstatus), um die auf keinen Fall vermarktbaren Altschafe (weil - DANKE - auch dieser Schäfer sich weigert die Schafe lebend nach Drittländer zu verschiffen, was mindestens eine unvorstellbare Transport-Quälerei für die Tiere ist) und um die nicht... wie soll ich es beschreiben … keine belastbare Vermarktungsoption durch die Gastronomie.

Wie so viele habe auch ich mir gedacht: Was tönen die Verbraucher nicht alles: Sie wollen Fleisch aus guter Haltung, naturnah produziert, nachhaltig, klimaschonend... nur kaufen - nö.

Mangels Angebot sicher auch. Aber wie ich es schon ebenfalls häufiger schrieb: Lieber Verbraucher: Fragt doch AKTIV in Euren Metzgereien nach. Nach Lammfleisch aus der Region. Fragt doch mal bei Schäfereibetrieben! Noch gibt es sie. Immer weniger und immer weniger, die nicht ihre Lämmer en bloc an Händler verkaufen, die ins Ausland verkaufen, weil der Deutsche lieber das gefrorene, um die Welt gereiste, aber so schön günstige Fleisch aus Neuseeland kauft. Für den Preis kann der Deutsche Schäfer nicht produzieren.

Der Weltmarktpreis für Lammfleisch pro Kilo, liegt derzeit bei round about 2 €

Der besuchte Schäfer zieht wie wir durchs ganze Jahr. Er verbringt gerade mal die Lammzeit drinnen (übrigens auch nur wegen der Leute - die bei uns offensichtlich doch noch etwas Tierhaltungs-näher sind). Damit sind das Betreibe, die kontinuierlich N (Stickstoff) den Böden entziehen. Auch dies wurde breit dargelegt. Fleisch, das der Verbraucher doch aus Bodenschutzgründen begeistert kaufen müsste!

Die Muttertierprämie für Weidetierhaltung wurde gerade erst wieder abgelehnt. Die Schäferei wird dem Sterben ausgesetzt. Und mit ihr... auch das Sterben so vieler Arten. Politisch so gewollt, egal, was man proklamiert.

Ob es dieses Projekt schaffen wird eine Trendwende mindestens in dem Projektgebiet zu erreichen... bleibt abzuwarten. Aber wenigstens haben sich ein paar kluge Köpfe zusammen gesetzt und haben gehandelt. Dafür haben sie meinen allergrößten Respekt!

Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Staudo am 07. Dezember 2019, 08:22:44
Vielen Dank für die klaren Worte.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 07. Dezember 2019, 09:19:10
Immer wieder gern! Denn resigniert wortlos Sterben... wird auf jeden Fall keine Trendwende erreichen.

Noch ein Satz zur Muttertierprämie: Die ist auch nicht für die Schäfer zu Ende gedacht. Zumindest nicht, wenn es um Biotopschäfereien geht. Lämmer, die dort auf diesen Flächen groß werden sollen... äh, das kann man vielleicht mit Skudden machen. Das ist aber - wie Ihr wisst - der wirtschaftliche Totalschaden. Magerste Lämmer von größeren Rassen sind es auch. Wie das Projekt richtig erkannt hat, müsste es dazwischen fette Flächen geben, was angesichts der Bodenspekulation mittlerweile meist utopisch ist. Alternativ kann man natürlich auch Böcke oder Kastraten verwenden für so edle, aber eben auch extrem magere Flächen, wie beispielsweise das NSG bei Göttingen. Aber für die gäbe es wieder keine Förderung, so eines fernen Tages denn eine Prämie gäbe.

Wie fern wieder mancher denkt, war auch erheiternd: Man müsse die Wollstruktur bei vielen beklagen. Insbesondere weil die meinen, man müsse alte Rassen erhalten  ;D Da kippst vor Lachen vom Stuhl.

Der Wanderschäfer hat den Großteil seiner Herde umgestellt, weil Leineschafe mit der Witterung besser zurecht kämen als Merinos. Vollkommen korrekt erkannt. Unsere Schafe haben da im Vergleich natürlich im Umkehrschluss die ultimative Wetter-Funktionskleidung an. Aber ja, richtig erkannt. Die taugt nicht für einen Pullover. Nicht die Bohne. Nur dem Schaf  8)





Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 07. Dezember 2019, 09:30:15
So sehr übrigens die Wanderschäferei das non plus Ultra ist: Wenn man erst ab 700 Tieren aufwärts eine Wirtschaftlichkeit erreicht, heißt das eben auch, dass alle anderen Schafhalter einen betriebsfremden Job haben um Leben zu können. Das schließt eine Hutung aus. Der Tag hat ja nur 24 Stunden. Also auch da liegt in der Schlüssel u.a. beim Geld (neben Zugwegen, Auflagen und der Bodenspekulation, Konkurrenz zu Biogasanlagen ect.).
Und das haben die Berufsschäfer aber auch ganz klar gesagt: Hier ist der Zug praktisch schon aus dem (Bahn)Hof gefahren: Das Wissen wie Schafe gehütet werden... geht bereits verloren. Dazu hat man mehr oder minder schon zu lange tatenlos zugesehen.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Ephe am 07. Dezember 2019, 10:03:04
Wie finde ich eine Schäferei in meiner Nähe?
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Staudo am 07. Dezember 2019, 10:11:33
Das größere Problem ist, wo man heimisches Schaffleisch kaufen kann.  ;) Am ehesten gibt es das in türkischen Fleischereien. Wir haben mal ein Stück aus einem Bioladen in Berlin mitgebracht. Nach den dort verlangten Preisen müssen Schäfer sehr wohlhabend sein.  :-X
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Albizia am 07. Dezember 2019, 10:27:01
Es geht um bereits zerstörte Vermarktungsstrukturen (selbst die Größte Schäferei schafft es gerade einmal ca. 70 Lämmer pro Jahr direkt zu vermarkten).....

Mangels Angebot sicher auch. Aber wie ich es schon ebenfalls häufiger schrieb: Lieber Verbraucher: Fragt doch AKTIV in Euren Metzgereien nach. Nach Lammfleisch aus der Region. Fragt doch mal bei Schäfereibetrieben! Noch gibt es sie.

Ich selbst habe ja das große Glück, noch eine Schäferei hier direkt vor der Haustür zu haben, wo ich ab und an Schaffleisch kaufe. Hier! Aufgestallt für die Lammzeit wurde gerade erst in der letzten Woche, da sind sie wohl fast 20 km gezogen, was kein kleiner Akt ist, da es auch über einige größere Straßen gehen muß. Ich weiß es daher, weil die Tochter einer Arbeitskollegin mit dem Jungschäfer verheiratet ist und die sechste Generation Schäfer  ;) gerade erst vor paar Monaten geboren wurde.

Der Betrieb ist seit Generationen als Schäferei hier etabliert, weitregional bekannt und schlachtet ausschließlich vor Ort in der betriebseigenen Metzgerei, wo danach sowohl im hofeigenen Laden als auch auf einigen Wochenmärkten verkauft wird. Aber klar, das ist natürlich ein Großbetrieb und mit den langjährigen Verkaufsstrukturen überhaupt nicht mit Frauenschuh vergleichbar. Für mich ist es noch nicht mal ein Umweg im hofeigenen Laden zu kaufen, da ich ganz in der Nähe arbeite.

Insofern bin ich in der glücklichen Lage, gutes Fleisch von Weidetieren, die einen Großteil ihres Lebens auf der Weide stehen durften, vor Ort kaufen zu können.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Albizia am 07. Dezember 2019, 10:38:40
Wir haben mal ein Stück aus einem Bioladen in Berlin mitgebracht. Nach den dort verlangten Preisen müssen Schäfer sehr wohlhabend sein.  :-X

Wohlhabend wohl nicht, aber es ist tatsächlich richtig, dass Schaffleisch im Vergleich zu anderen Fleischarten wirklich hochpreisig ist

Aber die Maxime: lieber nicht ständig, sondern nur ab und an mal Fleisch, dafür aber dann von freilebenden Tieren macht es im Wert besonders und ist auch letztlich nicht teurer, wenn ich insgesamt seltener Fleisch kaufe. Und das tue ich in der Tat, seltener Fleisch essen als früher.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 07. Dezember 2019, 12:00:08
Die Betriebe funktionieren, wenn mehrere Generationen mithelfen. Wenn der Schäfer 6 Stunden draußen hütet, damit die Tiere satt werden... schlachtet der danach nicht selbst und vermarktet. Da steht dann eine Familie dahinter. Wie gesagt: Das gibt es noch. Nutzt es, wenn Ihr es findet!

Für Niedersachsen gilt: Direktvermarkter die Gelegenheit war ganz gut, bei der Überprüfung musste ich feststellen, dass ich da nicht aufgeführt bin  ::) Mal gleich eine E-Mail geschickt.

Fleischpreise: Zur Erinnerung: Dem Schlachter ist es herzlich mumpe, ob er ein Schwein oder ein Schaf schlachtet. Preislich betrachtet. Nur dass am Schwein mit 200 kg eben das 10 fache von dem dran ist, wie an meinem Schaf. Lege ich somit die Schlachtkosten um (was ich ja muss, ich kann ja nicht da auch noch draufzahlen), dann hat man da eben schon den Kostentreiber identifiziert. Liegt es dann noch im Laden... legt der Ladenbesitzer natürlich seine Kosten von Laden und Personal oben drauf. Und dann hat man eben flott Preise, die ausufern. Das ist ja aber auch politisch gewollt. Da quakt man von regional.... und hat aber die ganzen Hausschlachtereien gesetzlich zerlegt.

Mir flatterte heute ein Schreiben rein wegen Flächendiskrepanz. Leute. Etwas Geduld. Zum Jahreswechsel kommt doch die Meldung. Dass der Betrieb sich ständig verändert.... Flächen dazu und wegfallen... liegt in der Natur der Sache. Aber das versteht der Beamte nicht. Das ist doch bei Ackerbetrieben so einfach. AUM Meldung gleich BG Meldung gleich TSK Meldung... und bei uns ist immer alles im Fluss. Wir passen eben nicht in die Raster, sorry. Helfen würde ja auch, wenn sie alle die gleichen Tierzahlen zu den gleichen Zeitpunkten abfragen würden. Da bekommt es eine fast komische Seite. Wenn ich jetzt zu Anfang November an das Wasserwerk gemeldet habe, ist zum Jahreswechsel nach der nächsten Verwertungsrunde schon wieder alles anders.  ::)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Asinella am 07. Dezember 2019, 19:36:06
Ich kann noch etwas Werbung machen für Altschafe. Die haben hervorragendes Fleisch, mir ist es eher lieber als Lammfleisch. Das gibt sehr gutes Siedfleisch und schön langsam geschmort einen sagenhaften Braten. Der schmeckt entgegen aller Unkenrufe, dass man Schaffleisch nur sehr heiß essen kann, auch kalt sehr gut. Wir haben oft Schafe mit 12-14 Jahren geschlachtet, die waren kein bisschen zäh, auch wenn man die Garzeit natürlich verlängern muss.

Ich hatte Onkel und Tante im Ruhrgebiet, die ein paar mal im Jahr zu Besuch kamen. Mein Onkel war immer ganz wild auf Lamm und Schaf, während Tantchen sich geziert hat: hach, ich ess das ja nicht so gerne.... Meine Mutter hatte keine Lust wieder zwei mal zu kochen und hat ihr das Siedfleisch vom Bock als Jungbullenfleisch verkauft. Tantchen war begeistert von dem zarten Fleisch  ;D.

Also ruhig auch mal nach Altschafen fragen. Wir haben die immer selber gegessen  :)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 08. Dezember 2019, 05:27:50
Genau so isses!  ;D

Hier ein fertiger Sauerbraten von Ludwig: Über eine Woche im Kühlschrank gezogen - ich hatte den Riesenbatzen schlicht nicht mehr in die TK bekommen. Mengenmäßig eine Herausforderung. Aber das Fleisch zerfällt praktisch, wenn man das Messer ansetzt. Geschmacklich... sehr gen Rind gehend. Wer es nicht weiß... wäre hier rasch genarrt.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 10. Dezember 2019, 20:35:31
So sieht es aus, wenn ein Wildschwein "durchbricht". Das ist nur eine der beiden "Fehlstellen". Damit ist natürlich die Zäunung "inexistent" gewesen. Die gute Nachricht: "Inhalt" waren die Skuddenzuchttiere. Wir erinnern uns: Die Skudde ist ein "Koppelschaf". Alle 18 waren immer noch "drin". Auch ohne Zaun.  ;D Die Muttis haben eben ihr Kochschürzchen und ihr Kochlöffelchen. Sie lieben den heimischen Herd....
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 11. Dezember 2019, 06:26:15
Nun ist auch der Apell zur Landwirtschaftlichen Rente und Krankenversicherung ins Haus geflattert. Damit habe ich schon länger gerechnet. Na gut, es wird eine Papierschlacht. "Falls Sie verheiratet sind, gilt dies auch für Ihren Ehemann, egal ob er in der Landwirtschaft mitarbeitet oder nicht" Allein die Rente würde mit gut 250 € zu Buche schlagen. Monatlich. Zu zweit also über 500 € Auch egal, ob wir bereits im anderen Job eine Rente erwerben würden. Und dann überlegt mal, wieso die Schäferei keiner mehr machen will bzw. eben kann. Was sollen denn die paar Schafe, die wir haben, überhaupt abwerfen?!

Das würde jetzt auch für uns eng, wenn wir da nicht rauskommen. Das würde heißen, ich müsste weiter Stunden hoch anstatt runter fahren. Da kommen wir an die Grenzen, denn der Tag hat nur 24 Stunden...
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Staudo am 11. Dezember 2019, 07:34:33
Du kommst nicht raus.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 11. Dezember 2019, 13:53:26
Nur zum Teil. Also Rente lassen sie mich wohl raus. Aber Krankenkasse - Stand derzeit - nicht. We will see. Hihi... wollen wir noch mal hochrechnen, was das Kilo Schaffleisch kosten soll?!
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 14. Dezember 2019, 18:24:10
"Putzig" sind allein Formulierungen wie: Sie haben Beschäftigung aufzunehmen  8)

Ich habe keine Ahnung, wieviel Stunden deren Tage haben. Aber ich habe einen Job, einen Minijob und leiste selbstverständlich auch Notdienste. Wenn sie das Tageszeitverlängerungsformular rausgerückt hätten, wäre das ja alles kein Problem  8)

Sehr interessant finde ich auch das Informationsschreiben der Tierseuchenkasse.

Auszug: Entsorgung Kalb Totgeburt und bis 14 Tage: 0,70 €
Entsorgung Lamm Totgeburt und Lamm 0,73 €
Kalb bis 7 Monate: 1,14
Schaf bis 18 Monate: 1,55

Wonach mag das gehen? Auf jeden Fall hat mein Schaf bis 18 Monate sicher kein Gewicht eines Kalbes mit 7 Monate. Man weiß es nicht.

Ein Schelm, der Böses dabei denkt. Ich persönlich denke... wir Schäfer haben einfach keine Lobby.

Und wenn ich das nächste mal im Dienst bin, hole ich "Ewiges Leben" "Niemals krank" und "Alterslos" sowie "Neverpain" - denn eines ist auch klar: Es ist vollkommen illusorisch, dass unsere Arbeit irgendeiner fortführen wird. Und ebenso klar ist auch: Ich darf niemals nicht Stunden runter fahren. Damit limitiert sich alles. Was schade ist, denn das heißt deutlich: Weitere Biotopflächen können wir nicht annehmen. Liebes Deutschland: Wir wirtschaften in 2 FFH Gebieten. Da hat doch die EU schon angeklopft?! Nanu?! Denken?!

Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Staudo am 14. Dezember 2019, 20:31:57
Es ist vollkommen illusorisch, dass unsere Arbeit irgendeiner fortführen wird.

Das ist bei Idealisten so.  ;)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 15. Dezember 2019, 07:38:20
Gott sei Dank weigere ich mich erwachsen zu werden. Ich sei das Sandkorn im Getriebe. Wahrscheinlich werde ich zermahlen. Wenn aber ein unbeweglicher Koloss wie die EU einen Felsbrocken wirft... die ist ja unfreiwillig Partner, weil es bei vielen Schäfern um FFH Gebiete geht... könnte man über die Jahre mal sehen, ob sich nicht doch irgendwas ändert an den Vorzeichen. Auf der Tagung hat der eine dem Politiker noch mal eindringlich (dazu wurde er leise, als ginge es um etwas, was die Spatzen bereits vom Dach pfeifen) gesagt, dass man die FFH Gebiete selbstverständlich auch anders pflegen könne. Nur zu was für exorbitanten Preisen?!

Also ich sag mal... wenn man mir exorbitant viel Geld gibt, zahle ich auch gerne zusätzlich zu meiner bereits erworbenen Rente und meiner brav bezahlten Krankenkasse noch Beiträge oben auf. Gar kein Problem. Wird mir bei der Rente nicht viel nutzen, da ich nicht BfA Kunde bin und da keine 15 Jahre mehr voll bekomme (also es sei denn "Niemalsalt" und "Immerfit" lassen mich auch mit 70 die Netze durch die Steilhänge wuchten), aber egal. Das Ziel ist wirtschaftlich zu überleben. Das wäre mindestens eine schwarze Farbe der Zahl, die am Ende steht. Da sind wir ja noch ganz weit von weg.

Und noch zur Klarstellung: Berufsgenossenschaft zahlen wir bereits brav seit Jahr und Tag. Es geht also um Rente und Krankenkasse.

Die Alternative kam mir nach der Exkursion im Sommer durchaus in den Sinn: Man schreibe den nächste EU Antrag. Bekomme einen in sich verbiegbaren Traktor und pflege dann für satt Geld die Hänge durch mulchen. Dann würde der Mensch finanziell überleben, dummerweise nur die Insekten und die Blümchen nicht. Aber manch ein Politiker kennt eben nicht den Unterschied zwischen Kulissenlandschaft und dem, was die Schäfer leisten. Ich dachte mir halt... gut, ein paar bestbezahlte Pflegeaufträge und dann kannst mit den Schafen weiter machen.

Die derzeitige waaaaage Überlegung sind crowed founding Seiten. Das hat schon mal eine Schäferei gemacht. Ob´s geglückt ist, weiß ich leider nicht. Ich meine mich zu erinnern, dass die 30000 € pro Jahr brauchten um weiter machen zu können.

Alle Welt redet von Mindestlohn  ;D Der Schäfer schafft den auch. Leider in rot.  :P
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 15. Dezember 2019, 17:19:58
Wer lachen will:

Fienchen reist ins Herdbuch
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: MissEd am 15. Dezember 2019, 18:50:07
So ein süßes Bild :D :D :D.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Rosenfee am 15. Dezember 2019, 22:44:06
Herrlich :D :D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Ephe am 16. Dezember 2019, 16:00:30
Ihr seid zusammen angegurtet?  :o  ;D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Nemesia Elfensp. am 16. Dezember 2019, 18:35:25
So ein süßes Bild :D :D :D.
Ja :D die beiden strahlen um die Wette :D da geht mir so das Herz auf und ich schicke in Gedanken Kraft und einen lieben Schutzengel für die Familie und die ganze vierbeinige Bande - alles Gute für das kommende Jahr!
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Waldschrat am 16. Dezember 2019, 18:41:40
 :D ;D :D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 17. Dezember 2019, 17:32:21
Finde den Fehler  :-X
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: MissEd am 17. Dezember 2019, 17:42:34
Rübergeklettert?
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 17. Dezember 2019, 17:50:18
Diese heute Nachmittag in der Scheune zwischen geparkte Gruppe nennt sich Spreu und Weizen. 3-4 von ihnen gehen morgen ins Herdbuch. Bzw. Nr. 4 wird vorbegutachtet für 2020. Der führe dann mit nach Verden auf die Bockauktion.
Ganz links übrigens eine Skudde. Für die ist morgen der letzte Gang auf jeden Fall vorgesehen.

Morgen ist also der LSV zu Gast. Satte 8 Schnuckenjungzibben, 2 Skuddenjungzibben, Fienchen und 3-4 WGH-Bocklämmer...  :-X das ist nicht innert 5 Minuten erledigt, weswegen wir erstmals brav wenigstens die Jungs aufgestallt haben. Die waren davon nicht so wirklich begeistert. Morgen geht´s auch wieder raus in die Frischkost. Die Mädels.... äh... da müssen wir im Morgengrauen noch vorarbeiten. Das ist keine einfache Gruppe mit Pauline und Co  ::) Sie müssen noch zu Fuß umziehen. In einen Bereich, der mit Maschendraht gesichert ist und in den zusätzlich ein Netz gestellt wird. Und dann heißt es Daumen drücken. So eine ausgewachsene Schnucke wie Inken kann nämlich aus dem Stand da rüber.

Davon ab... hab ich herzhaft gelacht als die Jungzibben eine Tobeattacke bekommen haben. Völlig normal, die wollen müssen sollen ihren Bewegungsdrang leben können (mein Beileid an die, die im Stall sein müssen). Es saust also im Hochgeschwindigkeitstempo über die Fläche. Eine einzige Wolke aus Wolle. Mitten drin... die 3 zwölfjährigen. Und wenn man sie genau kennt, dann hat man sie grinsen gesehen.  ;D So breit wie ihre Schäferin. Möge ich in diesem biblischen Alter bitte auch noch so fit und lebensfroh sein.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 17. Dezember 2019, 17:53:00
Noch lustiger. Die trächtige Grete ist ja die Gesellschafterin der Abgangs-Schnucke Antje (der es übrigens bestens geht). Gesichert mit Hürden beschloss sich Grete durch den Lämmerschlupf zu quetschen. Weil... da kann man die Heuvorräte nach den besten Halmen durchforsten  ;D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 18. Dezember 2019, 11:07:48
Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt. Von den Böcken gehen nur drei in die nächste Runde und werden auch erst im Frühjahr frühestens bewertet. Man merkt eben, dass wir nicht mästen können. Die Schnuckenmädels, die sich ihr Leckerchen aus den Hand holen und die man auch auf die wertigeren Flächen stellt (das ist schließlich unser Zuchtkapital von morgen), haben dagegen durchweg begeistert.

Ein dicker Wermutstropfen kam dann bei Medea und den ahnte ich schon. Es ist vermutlich ein Zwitter. Das Gehörn lässt es vermuten. Sollte sie widererwartend ein Lamm zustande bringen, dürfte sie ins Herdbuch rutschen. Andernfalls ist sie... teuer. Denn wenn sich das im Verhalten in der Gruppe als schwierig herausstellt, müsste ich das Mäuschen kastrieren lassen. Via Bauchschnitt, also ein Schnapper wird das nicht. Andere Schäfer haben Hunde. Die kosten auch. Ich gönne mir pro Jahr ein Schaf fürs Herz. Das ist Medea in diesem Jahr. Es sei denn, das Mäuschen würde gegen uns boxen, dann Wurst  :-X

Dafür werde ich den Gesichtsausdruck seinerseits nie vergessen  ;D Nicht Euer Ernst!

Sie ist ja auch wirklich... einmalig  ;D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 18. Dezember 2019, 12:38:19
Übrigens war der Zaun beim Besuch des LSV mehrfach eingedrückt. Ich sagte prompt: Hund!

Eben zäunte ich um... prompt ging es in die nächste Runde. Der Jagdterrier dieses mal in Begleitung eines Westies. Auf mein Rufen, ob denn jemand mal die Hunde holen möchte... gab es selbstredend nur das Schweigen im Walde, pardon, auf der Anlage. Dieses mal habe ich das Ganze auf Video. Und dieses mal habe ich auch das schlagstarke Gerät bis zum Anschlag gestellt. Dennoch denke ich, dass wir morgen da die Beweidung abbrechen. Das sind hochwertige Tiere, davon auch eine trächtig (Fienchen). Kein Bock auf Verluste.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Secret Garden am 18. Dezember 2019, 13:29:16
Medea - dieses hübsche Schätzchen erkenne sogar ich auf Deinen Fotos heraus, hoffentlich geht es ihr weiterhin gut. :) Das mit den bedrohlichen Hunden ist eine bodenlose Frechheit. >:(
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 19. Dezember 2019, 12:03:58
Bei tollstem Kaiserwetter ziehen die Mädels gleich um. Ich habe derweil 19 (!) Seiten Bürokratie hinter mir  ::) während mein Mann das Vergnügen (ohne Ironie) der Zäunung hatte.

Einmal Pediküre steht noch an. Es ist ein feuchtes Winterhalbjahr. Es haben sich Taschen gebildet, die ausgeschnitten werden müssen bevor es noch zu Problemen kommt. Na, bei dem Sonnenschein ist das eine Wohltat gegenüber dem Schreibtisch. Wenn ich noch einmal die Adresse der Krankenkasse schreiben muss (4 mal auf den Formularen) oder die Rentennummern... träume ich nachts davon und bete sie auswendig vor  :P

Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Staudo am 20. Dezember 2019, 08:18:32
Schäfer brauchen nicht viel zum Überleben. Darüber besteht gesellschaftlicher Konsens. Jetzt, wo dieses Wenige noch durch den Wolf gefährdet wird, einigte sich der Gesetzgeber auf ein (vermutlich praktikables) Verfahren, Wölfe zu schießen. Gleichzeitig bemerkte der eine oder andere, dass Schäferei aktiver Naturschutz ist. Es werden Stimmen laut, dass der Naturschutzaspket der Schäferei besser vergütet werden soll. Ich bin gespannt, was eher kommt, das Ende der Schafhaltung in Deutschland oder eine Regelung, die Schäfern die Erzielung des Mindestlohns ermöglicht.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 22. Dezember 2019, 07:03:48
Das Ende der Schafhaltung  :P

Gestern bin ich in Kenntnis gesetzt worden, dass kleine Terrier Angst vor großen 30 kg Schafen haben. Und das es "Natur ist", wenn ein Schaf nach Hundeattacke verlammt.

Erkenntnisse in der Gesellschaft Staudo… kommen da noch wenig an. Da juckt weder vom Aussterben bedrohte Nutztierrasse noch zusätzliche Arbeit des Schäfers.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Rosenfee am 22. Dezember 2019, 10:26:08
Das ist ja eine Unverschämtheit! Kannst Du da gar nichts gegen unternehmen?
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 22. Dezember 2019, 12:33:24
Naja tätig wurde ich dadurch, dass ich die Tiere in vermeintliche Sicherheit gebracht habe. Sollten sich unerklärliche Vorfälle ereignen, würde ich das Video dem Ordnungsamt zuspielen. So aber... überzeugen kann man solche Menschen nicht. Sprich, man kann sich die Luft sparen. Wichtig ist mir nur, dass die Schafe safe sind. Von anderen Schäfern hörte ich schon, dass sie dorfnahe Flächen aus genau solchen Gründen aufgegeben haben. Weil man mit allen Argumenten und Reden auf keine Einsicht stieß.

Wir haben durchaus noch dorfnahe Flächen. Am besten sind die, die von anderen Anwohnern einsehbar sind. Da ist der Beobachtungsdruck so stark, dass Hündeler dieser Art vorsichtig sind. Die sind dann eher wieder im Außenbereich Thema. Ich erinnere da nur an den Terrier, der kurz nach einer Geburt neben Lamm und Mutter rumhopste. Und ja auch völlig unerklärlich war, wieso ich mich aufregte.  ::) War übrigens ein anderer. Wer selber über 20 Jahre Hunde hielt, der kennt Terrier. Deren Gebell meint nicht: Make Peace, not war.  :P

Ich würde es auch durchaus mal umgekehrt sehen. Junge, rüstige Terrier überleben solche Stromschläge ja unbeeindruckt. Wenn deren Pumpe in die Jahre kommt, wäre ich da nicht sicher. Wie kann man einerseits so die Hündchen über alles stellen und sie gleichzeitig einem solchen Risiko aussetzen?!

Nachdem ich durchaus hundeaffin bin, ist innerlich eine geringe Hemmschwelle vorhanden den Wolfsschutz bei Notwendigkeit aufzurüsten. Aber was meint Ihr, was für Stress entsteht, wenn ein Herdenschutzhund in der Zäunung wäre. Die Erzählungen der anderen Schäfer sind nachvollziehbar. Der böse Schäfer hat dann die bösen Hunde. Diese Beschützer der Schafe machen da wenig Federlesens, was beim xten Vorfall dann die Versicherungen zicken lässt. Umgekehrt... fehlt mir der Glaube dass all diese ursächlichen Hündchen eine Versicherung haben. Und wenn ich da so ans NSG denke, wo ein Hund die Ziegen rausgetrieben und uns stundenlang Arbeit verschafft hat... da stand die Besitzerin ja auch nur in Sichtweite mit dem Handy in der Hand. Hilfe oder das Zauberwort "Entschuldigung"... gab´s noch nie bei so was. Und unsereins hat in solchen Fällen anderes zu tun, als der Halterin hinterher zu laufen. Da ist erst einmal wichtiger die Ziegen davon abzuhalten auf die Straße zu laufen.  ::)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Staudo am 22. Dezember 2019, 13:18:46
Es gibt eben solche und solche Ziegen.  :-\
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 23. Dezember 2019, 07:20:42
Tatsächlich muss ich bestätigen, dass bei solchen Hündelern Frauen einen sehr hohen Anteil stellen. Wohl aus verschiedenen Gründen. Einerseits ist gerade bei kleinen Hunden eine Art Verniedlichung dabei, die die natürliche Art eines Hundes ad absurdum führt. Bei größeren Hunden ist es wohl oft Unterschätzung des Hundes und die mangelnde körperliche Durchsetzungskraft der oft eben doch "grazileren" Frauen, was der Hund schlicht weiß und dementsprechend handelt. Der 45 kg Rüde kann da auch durchaus an der Leine hängen. Die flattert dann einfach hinterher. Wenn er sich ausgetobt oder die Nase verbruzzelt hat, trabt er dann irgendwann wieder zu Frauchen.
Bei Männern... können selbstverständlich auch die oben genannten Gründe greifen. Hier fürchte ich aber noch einen anderen: Das Zusehen bei der Machtausübung des Hundes. Weil er die selbst nicht hat? Ich kann in solche Köpfe nicht reinsehen. Aber wenn mehrere große Hunde von einem Mann auf die Rinderweide gehetzt werden, dreht sich mir alles um.

Bei allen - Männlein und Weiblein und div -gilt zudem: Trotz Hundeführerscheinpflicht scheint so mancher daran vorbei zu jonglieren oder die Ausbilder diese Thematik nicht anzusprechen (dem ist tatsächlich so, und mindestens den einen Ausbilder gedenke ich deswegen noch anzusprechen) oder aber die Minimalanforderungen sind extrem gering und die Halter haben nicht die allergeringste Lust sich mit dem Hund weiter zu beschäftigen, außer das er knutschbereit auf dem Sofa liegen sollte (der Hund).

Und bitte behaltet im Hinterkopf: Hunde sind für mich etwas Tolles! Ich freue mich jedes mal wenn ich beispielsweise den Labradormix Lucie treffe. A) gut erzogen und B) mit Weidetieren aufgewachsen habe ich da nie Angst um Schaf oder Ziege, gar Lamm. Oder Kind oder anderen Hund.

Zuletzt haben sich die Situationen gehäuft und der Schäfer hat irgendwann genug gesehen und verfällt in Frust  ::)

Die Belehrung bekamen wir übrigens von einem Mann
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Staudo am 23. Dezember 2019, 08:00:54
Es gibt eben solche und solche Ochsen.  :-\

Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Sternrenette am 23. Dezember 2019, 11:14:50
Der nahe Schäfer hat extrem greisliche Hunde, die auf Menschen und Hunde abgerichtet sind.

Ich brauch einen Gefrierschrank, ich kann ganze und halbe Schafe kaufen.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 23. Dezember 2019, 14:14:31
Schnucken sind inzwischen alle vorbestellt. Skudden... bleiben ein Problem, weil zu klein  ::) Die müssen zumindest ihr Jahr knapp ausreizen um leidlich Gewicht zu haben  :-X

Ich kenne auch eine Schäferin, die mal absichtlich länger einen Mann samt Hund durch die Herdenschutzhunde "bewachen" ließ. Nachdem sie x mal vorher den gleichen Text zu vermitteln suchte, ließ sie die Hunde (übrigens auf ihrem Grundstück) sprechen. Es war ein ausführliches Gespräch  :-X ohne das jemand zu Schaden gekommen wäre. Man kam aber auch nicht vor und nicht zurück...
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Sternrenette am 23. Dezember 2019, 15:03:59
Hoffentlich mit nachhaltigem Lerneffekt 8)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Asinella am 23. Dezember 2019, 19:37:43
Puh, solche Pfeifen haben wir hier zum Glück nicht. Habe schon Jahre nichts mehr mitbekommen, dass ein Hund zu den Schafen gerannt wäre. Die sind wirklich alle gesittet. Allerdings sind die Schafe auch beim Haus und der Zaun ganz selten direkt an der Straße.

Ich hatte allerdings mal eine unangenehme Begenung mit Herdenschutzhunden in einem Hochtal in den Abruzzen. Dort waren immer wieder kleinere Schafherden mit ihren Hirten und den Herdenschutzhunden beim Weiden.
Einmal kam mir so eine Herde auf der Straße entgegen, ich auf dem Rad. Ich bin schön langsam weitergerollt, die Schafe zeigten keinerlei Aufregung. Allerdings war kein Hirte dabei, wo immer diese Meute hinwandern wollte. Und die beiden etwas größeren Schafe weiter hinten entpuppten sich bei genauerem Hinsehen als ziemlich große Hunde, die gar nicht amused waren, dass ich da durch fuhr  :o.  Zum Glück ging es ganz sachte bergab und ich konnte das Rad rollen lassen, ohne die Beine zu bewegen. Hab mich so unauffällig und uninteressiert wie möglich gemacht. Aber ich war schon etwas in Sorge um meine Waden ... ;D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 24. Dezember 2019, 04:51:16
Es gibt ein sehr schönes Comic-Heft, das Herdenschutzhunde und ihr Verhalten erklärt. Das braucht es auch, wenn in der Nähe Herdenschutzhunde im Einsatz sind. Es ist ja ihr Job, dass sie wachen. Das heißt nicht, dass sie jeden zerfleischen. Sie prüfen eben ab, ob das, was da kommt bedrohlich ist und erklären auch deutlich, dass sie im Falle einsatzbereit wären. Das ist zugegeben nicht unbedingt angenehm.
Es gibt übrigens Schafe, die höchst nörgelig werden, wenn ihre Herdenschutzhunde nicht bei ihnen sind. Die Hunde switchen ja zwischen den Gruppen, so der Schäfer/in mehrere hat. Die Gruppe ohne findet das u.U. weniger lustig, wenn ihre Beschützer nicht bei ihnen sind. Die werden wissen warum  :-X
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Roeschen1 am 24. Dezember 2019, 12:02:58
 ;D
Die Hündin (Schleppleine) meines Sohnes, sieht aus wie ein kleiner zierlicher Aussi, wird schonmal von selbstbewußten Schafen "angegriffen",
zeigen eine Drohgebärde
Sie stampfen mit den Füßen, rennen nicht weg.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 24. Dezember 2019, 13:05:58
Als Hütehund somit unbrauchbar  ;)

Gemeint waren hier diese Herdenschutzhunde

Vor denen sollen die Schafe auch keine Angst haben. Aus guter Zucht werden diese Hunde mit den Schafen groß und meinen, sie seien selber wehrhafte Schafe  ;) Also bevor - schon mal passiert - mir jemand einen Kangal aus dem Tierschutz anbietet... nein. Wenn wir müssen, dann kommen unsere aus einem VDH-Zwinger (meint Zuchtstätte). Denn ich möchte eben keinen Ärger mit dem unbefugten Gebrauch von Beisserchen  :-X
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Roeschen1 am 24. Dezember 2019, 17:24:07
Als Hütehund somit unbrauchbar  ;)
Kam als 7monatiger Welpe aus Rumänien. Sie ist ein ängstlicher Hund, muß keine Schafe hüten...  ;D
Rona hat Angst vor Schafen, das spüren sie vermutlich.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 27. Dezember 2019, 06:50:05
wenn es Hunde-gewohnte Schafe sind, sicher  ;)

Um mal so ein Gefühl zu bekommen... gestern wollten die Weihnachtswichtel schon wieder weiter. Damit haben sie die eine Fläche innert 5 Tagen platt gemacht. Ebenso zogen gestern die Jungzibben um. 2 Tage Weihnachten "blau machen"geht zwar, danach drängelt es aber. Im Winter 4 Gruppen zu bewegen ist amitioniert. Allerdings sollen es demnächst nur noch 3 sein. Die Jungzibben sollen zu den Schnucken, weil wir den Bock rausnehmen wollen. Ist mir zwar sehr unwohl bei. Wir wollen die beiden WGH- Jährlinge indes überlisten, weil wir zeitgleich die beiden Ziegenkastraten aus der Scheune dazu schubsen. Ich hoffe inständig, dass der Trick gelingt  :-X

Das sind die Weihnachtswichtel. Sie sehen sehr erwartungsfroh aus. Endlich geht´s wieder weiter  :-X ;D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 31. Dezember 2019, 06:43:30
Winter ist Pflegesaison. Das heißt, man kann und muss die Hecken zurück pflegen.

 8) Bei Sonnenschein gibt es schlimmere Tätigkeiten, auch wenn meine Schulter heute morgen an ihr Alter erinnert.

Weil das mancher, der der Landwirtschaft fremd ist, nicht weiß: Die Heckenpflege an sogenannten AUM Flächen ist ein muss. Um es laienhaft runter zu brechen: Man gibt eine Fläche exakt per Satelitenbild an. Wächst da was rein, gibt´s Haue, die wehtut. Also schrumlaglzfgalfgalrhgfarhgalfjgflargflGFL die professionellen Häcksler der Landwirte durch die Landschaft und die Hecken werden immer weniger. Weil unsere Landwirtschaft wie von anno dazumal ist, ist es mehr oder minder händisch zu sehen, auch wenn uns eine Motorsäge (in diesem Fall meist eine süße kleine Akkusäge eines namenhaften Herstellers, die ich nicht mehr missen möchste) dabei unterstützt. Immer noch geht ein Großteil mit der Astschere, was schlicht Fleiß voraus setzt. Dennoch... diejenigen, die in dieser Art zurück pflegen, kennen ihre Flächen (Grünland) auch noch mal ganz anders als andere. Was wo wächst, wo sich Brombeeren reinschummeln, dass die ersten Nistkästen schon wieder bezogen sind  :) Immer noch machen wir es gern. Und immer noch bin ich froh, dass wir nicht nur AUM Flächen haben, hihi.

Ich wünsche Euch und uns das Wichtigste: Gesundheit und Frieden. Gepaart mit Glück und Zufriedenheit. Habt einen guten Rutsch!
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 31. Dezember 2019, 06:49:48
AUM steht übrigens für Agrar- Umwelt- Maßnahme

Alles, was nur ein wenig wackelig ist, setzt man da nicht rein. Die Büwiesen sind unsere wertigsten AUM Flächen. Sie beinhalten 8 verschiedene sogenannte Kennarten. Dieses Jahr bislang auch noch ohne Wildschweinstress. Bequemer sind Pflegevertragsflächen. Da besteht die vertragliche Pflege aus Beweidung. Punkt.

Davon ab sind die Büwiesen trotz des AUM Aufwands meine Lieblingsfläche  ;)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 02. Januar 2020, 07:02:42
Verrückter Weise kann man auch alte Schultern noch trainieren. Am 3. Morgen der Heckenpflege ziept´s nicht einmal.  ;D

Gestartet wurde auf den Büwiesen - dieses mal aber vergleichsweise kurz, weil... der Verein am Samstag Kopfweiden pflegt. Nun weiß man nie, ob und wieviele Sägescheininhaber erscheinen. Zudem ist nichts mehr verhasst, als wenn den beiden Sägescheininhabern vor Ort (mein Mann und ich) unerfahrene Helfer trotz Ansage im Fällbereich rumwuseln. So hat es sich schon seit einiger Zeit bewährt einfach den Einsatz schon zu zweit vorher zu beginnen. Vorzugsweise bei gutem Wetter. Das meinte gestern Frost und Hochnebel - nur die Büwiesen liegen deutlich höher und somit im Sonnenschein - sei nur erwähnt, weil ich noch ein Bild einstelle.
Dieses günstige Wetterstunde nutzten wir und mein Mann schneitelte zwei uralte Kopfweiden, davon eine XXL. Ich stierte derweil wie ein hypnotisiertes Kaninchen in die Baumkronen, denn derartig ausgewachsene Kopfweiden sind leider unberechenbar. Die Kopf... äh... stämme fielen zwar alle wie gewünscht, dennoch kam da wieder etwas Unmut bei uns hoch. Wie gesagt... diese Bäume sind gar nicht bei jeder Wetterlage zu erreichen. Sie stehen aber auch noch an einem Zaun, den ein Nachbar errichtet hat. So langsam muss ich mich damit auseinander setzen, ob der Zaun da rechtens ist (Maschendraht und Stacheldraht), denn es ist eine Frage der Zeit, bis der erste Kopfbaum dort hinein bricht.  :P

Als wenn das nicht schon genug Aufregung ist, fuhr ich abends noch mal zu den Böcken. Die standen den 3. Tag auf einer Fläche und haben - weil immer noch 19 köpfig - die Fläche schon geplättet. Ergo fütterte ein Vereinsmitglied mittags Heu und ich wollte die Abendversorgung übernehmen. Ich fand die Böcke auch alle brav vor und gab erst mal Heu. Um dann 15 m Netz und 5 Weidepfähle wieder aufzustellen, die offensichtlich ein Hund geplättet hatte. Der Zaun war ein-, nicht ausgedrückt. Also waren es nicht die Böcke.
Man könnte ja anrufen, unsere Zettel mit der Telefonnummer hängen ja an jeder Weide. Aber nein. Lieber klammheimlich auf und davon.  ::)

Mein Dank geht somit erst einmal an meinen Mann, wegen seiner virtuosen Sägeleistungen. An unsere Bekannte, die mithilft und zeitlichen Freiraum dafür zu verschaffen und an 19 Wichtel, für die es zwar anstregnden ist Futter herbeizuschaffen, die aber bei aller Rauheit (Bertram troht eine Riesenbeule hinter den Hörnern) eine wirklich leicht zu handelnde Gruppe sind.

Hier also erst einmal ein Blick auf unsere (das meint es wörtlich) Büwiesen. Unsere wertigste, heiß geliebte, flachgründige Fläche. Artenreiches Grünalnd mit 8 Kennarten. Derzeit im Etappenheckenrückschnitt, wobei wir schon gut voran kommen. Rechts ist das Ziel übrigens nicht zurück um jeden Preis mit schrlhlaflvbbfvabvabvfjöhvb- Gerät. Das muss früher der Fall gewesen sein, man sieht es noch an der verstümmeten Eiche. Beim Schäfer gilt: Bis zum Rand zurück ist ein Muss. Oben drüber ist aber gern gelitten, weil Sonnenschutz und juchu, Eichelregen  ;D Das kann natürlich für Probleme sorgen, weil das Satelitenbild dann nicht wiederspiegelt, dass zurück gepflegt wurde  :P Da sind es dann zwei Zielkonflikte. Ein Amtstierarzt im Nachbarlandkreis bereitet die Schäfer darauf vor, dass auf jeder Fläche zukünftig Schatten vorhanden sein muss. Das ist ja auch nicht ungerechtfertigt. Auf den Büwiesen hatten wir selber schon 2018 ein XXL Zelt aufgebaut, damit alle Wollies Schatten hatten. Also ist das Ziel eben natürlichen Schatten zu schaffen. Der Bach ist übrigens von der AUM Maßnahme ausgenommen. Die Fläche selber ist durch den Bach zweigeteilt. Die Diagonale also bitte auf jeder Bachseite denken. Umständlich. Sorgt allerdings hier dafür, dass man am Bach was pflanzen kann. Wir reden hier von Solitärbäumen. Wir kleistern da keinen Erlenwald hin wie andere Flächeneigentümer. Wassertemperatur senken, aha. Ab Mai fragt man sich.... von welchem Wasser reden die?! Da unten indes 2 Bäume strategisch gesetzt, ergibt Schattenwurf auf die Sommerseite. Ich bin allerdings noch am Überlegen welche Baumart. Keine Erlen. Erlensämlinge werden schlecht verbissen.

Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 02. Januar 2020, 07:14:01
Ach so... noch zum einbrechenden Hund: Da ist man antürlich etwas entspannter, wenn es die Bockgruppe trifft. Gut möglich, dass der/die Besitzer/in herzlich Mühe hatte den Hund vor den Böcken zu beschützen. Die Lämmer werden geflitzt sein. Ob die WGH Jährlinge und ausgewachsenen Skuddenböcke geflitzt sind oder plötzlich stehen blieben und einer rückwärts ging... also mindestens ich hätte um meinen Fifi etwas Angst gehabt.

Hier noch ein Bild von Nebelkopfweiden, weil es so schön ist. Die sind vergleichsweise junge Exemplare aus den 90ern. Sie stehen leidlich trocken und sind für uns easy going in der Pflege.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Staudo am 02. Januar 2020, 07:23:16
Nehmt ihr die Weiden komplett zurück?
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 02. Januar 2020, 08:01:15
Im Sinne von 1/3 auf den Köpfen stehen lassen oder einzelne Weiden unbearbeitet zurück lassen? Wir praktizieren Letzteres. Ich glaube, man sieht das auch auf dem Bild. Eine ist vor 2 Jahren das letzte mal gescheitelt. Die ist dieses Jahr dran. Die Letztjährigen bleiben dieses Jahr unbearbeitet. Die Bienchen kommen sicher nicht zu kurz. Sind ja genügend XXL Weiden unbearbeitet im Feuchtbiotop  ::) Früher mag das ja problemlos gewesen sein. Da fror es im Winter ja häufiger mal durch. Wir haben indes ziemlich Planungsvorlauf bei Mitmachaktionen. Da muss der Frost sich dem Kalender fügen und der ist selten willig.  :-\
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Staudo am 02. Januar 2020, 08:14:55
Hier stehen auch ein paar junge Kopfweiden. Die schneide ich jedes Jahr zurück, weil der Schatten in Nachbars Garten fällt.  ;)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 02. Januar 2020, 11:17:39
Ich finde die auch durchaus gartentauglich. Draußen in der Landschaft brechen sie eh zunehmend auseinander  :P

Bisserl unscharf. Aber das ist ein Kopfweidenveteran nach dem Friseurbesuch
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 02. Januar 2020, 11:23:55
Hecke zurück... so sieht das Endergebnis aus. Ca. 2/3 der Fläche ist schon "well done"
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 02. Januar 2020, 11:32:50
Anmerkung 1: Mancher wird zu Recht knurren wegen des Stacheldrahts. Ja, der ist doof. Der Bolzenschneider ist leider so schwer, dass ich da jedes Jahr nur häppchenweise entfernen kann. Heute habe ich mir das nach dem restlichen "Astmaterial in Hecke einpflegen" nur 10 Minuten lang "gegönnt". Ich tröste mich damit, dass es ja immerhin vorwärts geht. Einen Positivnutzen hat es an der oberen Seite: Ich kann da das Astmaterial gut hinterklemmen und einen gewissen Schutz vor Terriern ergibt das Endkonstrukt auch  :-X Schließlich wird auf dieser Fläche wieder mindestens ein Teil der Lammzeit stattfinden.

Anmerkung 2: Bitte fragt ruhig nach, wenn Ihr hinsichtlich AUM etwas nicht versteht. Es hilft Landwirte besser zu verstehen oder warum "das Problem" ein politisches ist. Bäume... kann ich nicht auf der AUM Fläche pflanzen. Wir erinnern uns... das heißt Agrar Umwelt Maßnahme. Bäume... würden von der Förderung abgezogen. Tierwohl?! Ja mei...
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 04. Januar 2020, 07:18:50
 ::) Bei den Böcken tobt der dritte Weltkrieg. Gestern haben wir den Altböcken die Klauen geschnitten - auch hier merkt man den nassen Winter. Allen Altskudden mussten auch Beulen gesprüht werden.Wie gut, dass keine Fliegenzeit ist. Nur die WGH´s standen noch ohne nenneswerte Verletzungen da. Ich muss auch zugeben... die fangen den Krieg nicht an. Steigen aber bereitwillig ein. Mittlerweile bin ich bereit einen der scwharzen Skuddenböcke in die Schlachtung zu geben. Ich arbeite beharrlich an Platz in der Tierfkühltruhe!

Vielleicht liegt es auch daran, dass sie jetzt in einem Tal stehen, in dem es viele Mufflons hat? Man riecht vielleicht die holde Weiblichkeit?

Auf jeden Fall haben wir beschlossen: Das Experiment Ståtlig in die Gruppe zu bringen, lassen wir sang- und klanglos ausfallen. Nachdem Grete als Quaratäneschaf bereits im Februar lammt und in der Scheune steht (neben Antje, die einen Frühabgang hatte), stellen wir einfach den jungen Mann in die Scheune. Er ist so unauffällig und friedlich, viel zu schade für die Krawalljungs - gut, kann sich alles ändern. Aber sicher muss ich ihm nicht Anschauungsmaterial daneben stellen wie man es nicht macht.  :P Zudem ist er deutlich kleiner als unsere beiden WGH-Jährlinge. Wer weiß, ob er das überleben würde? Beulen sind ja das eine. Kieloben liegen was vollkommen anderes!

Knuth hatte ja schon im Vorfeld seine "bei der Geburt dabei"-Karte gelöst. Auch der ist mir zu schade. Skuddenböcke können das ja auch. Wenigstens eine Sorge weniger  ::)

So. Heute kommt das Finale bei den Kopfweiden. Mal sehen was das Wetter spricht. Nachdem gestern Abend Dauerregen fiel, wird die Fläche heute nur noch zum Aufräumen betreten werden können  :P Wie gut, dass mein Mann vorgearbeitet hat.

Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 05. Januar 2020, 10:53:55
Noch vor 11 Uhr und hier hat eben ein Sektkorken geknallt. Man wird alt. Alkoholfreier Sekt, aber immerhin  ;D

Wir verkaufen dieses Frühjahr 8 Skuddenlämmer zum schlachten! Heidewitzka! Unser erster Skuddenschlachtverkauf und die große Sorge weniger, dass wir die Lämmer hier stapeln.

Jungs... ihr müsst noch wachsen!  :-X Aber das erscheint jetzt das kleinste aller Probleme
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 05. Januar 2020, 17:09:04
Dass die Ziege ein Widerspruch in sich ist, zeigt Folgendes:

Pan und Leon flogen heute aus der Scheune - weil die Schafböcke auf einer Fläche mit Unterstand stehen und wir so in Ruhe umräumen können um Ståtlig einen extra Salon zu basteln. Danach können die beiden wieder zurück.

Als Pan und Leon sich sträubend den Stall verließen, plärrten Herr Caramell und Leopold erbärmlichst. Wohlgemerkt stand man ja aus gutem Grund mit einem Gitter getrennt im Stall. Würde Leon an Leopold heran kommen, würde Letzterer das nicht überleben. Und dennoch plärren die beiden Lämmer um ihr Leben. Niemals nicht dürft Ihr die Götter mit Hörnern von uns nehmen  :P

Widersprüchlicher geht´s doch nicht?!

Man sah die beiden Schafzibben sich innerlich ans Hirn tippen. Boah, endlich sind die Aliens raus.

Auf der Weide angekommen flitzten die Schafböcke den Hang aufwärts. Hilfe,die Aliens kommen. Na...ich kann jetzt nicht gerade sagen, dass das ungelegen kommt. Haben die Böcke vielleicht mal etwas anderes im Hirn als Keilerei. Heute herrschte ürbigens zur Abwechslung Ruhe in der Gruppe. Die beiden Ziegen waren stramm beleidigt. Pan griff umgehend meinen Mann an. Sorry Pan, nicht dessen Kampfklasse  ;D



Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 07. Januar 2020, 12:29:26
In ewiger Erinnerung bleiben zwangsweise Beulen am Hänger, die der wütige Finn hinterlassen hat, als er die Zibben verlassen musste. Von Ansgar mal ganz zu schweigen. Noch übler Sören  :-X

Was machte nun Ståtlig heute? Liess sich einfangen und abtransportieren. Blökte etwas unglücklich, schaute unsicher aus dem Hänger, stieg an der Scheune aus. Liess sich brav die Klauen nachpflegen (in 1A Zustand) und aufstallen. Blökte beglückt, weil er nun neben Grete und Antje steht. Kein Anlauf genommen, kein Hänger verbeult, nicht gegen die Hürden gerammt. Also wenn der so bleibt... ein Träumchen.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 07. Januar 2020, 12:36:04
Ebenso wurden heute Inken und Toastie aufgestallt.

 :-X  ::)  :-\  :'(

Die Entscheidung ist gefallen. Toastie hat zwar noch zwei Zähnchen. Aber von den Zahnlosen ist sie die Schmalste. Inken ist zwar noch ein echtes Schlachtschiff. Aber sie kommt nicht zuverlässig jeden Tag ran. Ergo: Verwertung. Noch ohne Termin werden die Damen noch ein paar Tage gehätschelt. Dann enden Toastie mit 11 Jahren und Inken mit 6 Jahren in der Tiefkühltruhe. Gerade bei Toastie ist das ein blödes Gefühl. Ist jetzt besser, weil der Schalter umgelegt ist. Aber die letzten Tage habe ich innerlich gerungen. Auch, ob Pauline und Afrodithe mitgehen. Einerseits ist der Platz in der Tiefkühltruhe begrenzt. Andererseits sitzen mir beide täglich in den Taschen und sehen folgerichtig eher schneckenfett als spärlich aus. Nun kommen demnächst die Schnuckenmuttern in die Gruppe. Da muss man noch mal nachbewerten. Bislang aber würde keine wagen Pauline in die Quere zu kommen, die ihr Recht einfordert. Weg da. Ich bin eine der Stammmütter dieser Herde. Husch, sonst gibt es Kloppe! Unvergessen ihre letzten Aktionen. Unseren Zwitter Medea hat sie nach Strich und Faden vertrümmt, weil zu frech. Und beim Klauenschnitt entkam sie, indem sie einfach aus dem Hänger sprang. Dazu muss man sich a) flach wie eine Flunder machen und b) die Sprungfedern benutzen, die offensichtlich noch rostfrei sind. Seitdem schließt mein Mann penibelst nicht nur die Gatter, sondern auch die Hecktüre am Hänger  ;D (zum Klauenschnitt holt man jedes Tier einzeln raus, da hatte er schwungvoll die hintere Klappe offen gelassen. Vor Pauline hat das nur Mina mal geschafft)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 08. Januar 2020, 10:10:59
Finde den Fehler Teil 2

Ich habe heute morgen Tränen gelacht!
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 08. Januar 2020, 10:16:02
Ståtlig stand neben den beiden Zibben. Gestern. Heute Nacht hat er Sprungfedern bewiesen.  ;D

Weil er aber so ein friedlicher Kerl ist, lässt er die Damen auch in Ruhe und kann da bleiben. Habe somit nur die Trennhürde raus genommen. Mir ist es lieber, dass er sich mit Grete und Antje beschäftigt und nicht etwa noch im vorderen Bereich der Scheune Toastie und Inken besucht.  :P

Man merkt eben, dass er kleiner und damit wendiger ist. Ansgar wäre auf halber Höhe abgeschmiert, weswegen er nie auch nur einen Sprungversuch gemacht hat. Finn ist eh lieber mit dem Kopf durch die Wand  ::) Aber Ståtlig hat nun mal wieder bewiesen, warum Schnucken so einen gewissen Ruf haben. Anspruchsvoller. Weil flippiger. Und nachdem Grete heute beim Abbau prompt erneut durch den Lämmerschlupf wollte... auch pfiffiger. Experimentierfreudiger. Man kann es aber auch anders herum ausdrücken: Es sind Schafe für Kenner  ;D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 08. Januar 2020, 10:19:21
Inken ist übrigens der Grund, warum ich wiederum nun peinlich das Scheunentor geschlossenhalte. Man sah es schon im Ansatz... zu gerne würde auch sie springen. Raus aus dem Tor und über die Weiden.... hinterm Horizont läge das Glück  :P
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 09. Januar 2020, 07:44:09
Gestern flog übrigens der Sektkorken. Die 19 Seiten Nachweis der beruflichen Tätigkeiten hat "gezogen". Wir sind raus aus landwirtschaftlicher -KK, -Pflegeversicherung und Alterskasse. Öffz. Damit geht´s heiter immer weiter. Beruflich und nebenberuflich in der Landwirtschaft. :) Das bleibt ein Spagat. Aber es bleibt immerhin wie gehabt und verschärft sich nicht.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: MissEd am 09. Januar 2020, 16:41:29
Gratulation :D!
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Rosenfee am 09. Januar 2020, 20:43:48
Klasse! :D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Waldschrat am 09. Januar 2020, 20:54:53
*freut sich mit*
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 10. Januar 2020, 08:35:13
... läuft nach links.... läuft nach rechts... öffnet die Arme... korrigiert nochmal... und dann.... hoffentlich....

landet weiteres Grünland bei uns  ;D

Bitte Daumen drücken. Erfahrungsgemäß dauert das Ganze ein paar Wochen, aber wenn alles gut geht, dann ist das artenreiche Grünland künftig gesichert.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Ephe am 10. Januar 2020, 08:47:33
Ihr habt eine Glückssträhne!  :D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Waldschrat am 10. Januar 2020, 09:10:45
*drückt alle vorhandenen Daumen*  :D. Verdient hättet Ihr es wirklich, aber sowas von.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Rosenfee am 10. Januar 2020, 11:59:45
Das schließe ich mich an!!!
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 10. Januar 2020, 19:03:07
knipst die Landebeleuchtung an, es sieht mittlerweile sehr gut aus!  8)

Wenn man solche Bilder sieht, kann´s doch gar nicht anders sein, oder  ;D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 11. Januar 2020, 14:53:30
Dies sahen nicht etwas umzugswillig aus, oder?!  ;D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 11. Januar 2020, 14:56:05
2 Hängerladungen später standen dann endlich 30 Tiere beisammen: Rentnerinnen (black is beautifull Pauline und Afrodithe), die Jungzibben und die Schnuckenmuttern beinander. Test, Test, Test... lach, klappt. Immernoch vertrümmt Pauline jeden, der ihr ein Stückchen Leckerei streitig machen will und selbst Siara, die kleine Skuddenjungzibbe hat sich mehrfach aus der Hand geholt trotz der großen Schnucken drumherum. Funzt. Lehrzeit abgeschlossen. Mein Dank an die Seniorinnen!
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Staudo am 11. Januar 2020, 17:08:22
Dies sahen nicht etwas umzugswillig aus, oder?!  ;D


Wenn Chefin naht, gibt's was zu fressen.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 13. Januar 2020, 10:53:49
Liebe geht halt durch den Magen  :-X Oder wie ich zu sagen pflege: Unser Hund heißt Eimer. Wobei ich niemals mit einem Eimer auf die Fläche gehe A wenn es zufütterungsverbotene Flächen sind B wenn ein Bock in der Gruppe weilt.

Wenn wir schon beim Bock sind... also so was lammfrommes wie den jetzigen WGH Bock finden wir nie wieder. Wie lieb der mit den beiden Zibben im Stall umgeht. Ein Traum. Auch nach der Eingewöhnungsphase ist das so geblieben. Er frisst an der linken Raufe, die Mädels an der rechten... keiner rempelt neidisch... ich bin versucht zu sagen, man versucht das lammen mit ihm im Stall unter Aufsicht. Grete schläft an ihn gelehnt. Sollte der auch noch Vaterqualitäten aufweisen, hat der seinen natürlichen Tod in hoffentlich vielen Jahren gebucht. Also so was Außergewöhnliches... unfassbar.

So... der Notartermin wird gerade vereinbart. Knapp 1 ha landet. Oder wie mein Mann sagte: Ha. Wieder ein ha gerettet!
Warum? Es war bereits aufgegeben, ist aber noch leicht zu reaktivieren. Also gerade rechtzeitig die Kurve bekommen. Damit sind wir 2020 dann bei knapp 15 ha Bewirtschaftung  :o Was so viel klingt... eine der größten Flächen liegt relativ weit weg. Wenn die Pacht dort ausläuft, wird sie unsererseits nicht verlängert. Macht auch keinen Sinn, denn das intakte Grünland können auch andere vor Ort bewirtschaften. Während "unsere" Zielflächen ja Biotopflächen sind. Das können, respektive wollen andere nicht mehr machen. Darin sehen wir unsere Aufgabe: Artenerhalt leisten, wo eine konkrete Bedrohung durch Intensivierung bzw. Verwahrlosung besteht. Die Fläche, die jetzt in den Bestand kommt, ist nur in Teilen zu befahren. Hat aber eine tiptop Zuwegung. Wenig Verkehrssicherheitspflichten, keine nörgelnden Nachbarn (einmal Wald, einmal intaktes Grünland). Und - wie ich durchaus wichtig finde - der Zustand wird nach uns nicht schlimmer als er bei der Übernahme war. Denn ob wir in hoffentlich erst vielen Jahren eine Nachfolge finden... bleibt ja fraglich. Kann man nicht wissen. Wenn es politisch weiter wie bisher oder eher schlimmer weiter geht, sicher nicht. Wenn sich das Blatt doch noch mal wendet, dann schon. Wenn der Notartermin gelaufen ist, zeige ich Bilder.  :)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Waldschrat am 13. Januar 2020, 11:31:34
 :D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 13. Januar 2020, 17:41:32
Im Moment bin ich wieder an einer Schule unterwegs: Schulstunde der Wintervögel.

Die schlechte Nachricht: Amsel und Spatz? Keine bekannten Größen mehr

Die gute Nachricht: Der Junge, der letztes Jahr schon dabei war, zeigt mittlerweile ein erstaunliches Wissen. Ein paar weitere zeigten regeres Interesse.

Mir macht das immer noch so viel Spaß. Ach hätte der Tag doch 36 Stunden. So vieles wäre möglich. Stattdessen habe ich ja beschlossen mich auf meine Kernkompetenzen zu konzentrieren. Die Jugendarbeit gehört allerdings ganz sicher dazu  :)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 17. Januar 2020, 05:38:41
Auch das letzte Schäfchen ist nun im Herdbuch gelandet. Grund der Verzögerung: 2 ausgerissene Ohrmarken. Manch einer wird die Maus noch kennen: Hannah, die den sehr großen Bruder Helge hatte und so in den "Genuss" kam ein paar Tage im großen Hänger zu verbringen um mit der Pulla da auszugleichen.
Was nicht eindeutig identifiziert werden kann, kann nicht ins Herdbuch. Lösung: Bolus. Den kann ich aber nicht setzen und beim letzten mal war das Eingabegerät des LSV anderweitig unterwegs. Nun also noch mal ein Schlenker über unsere Scheune, wo Hannah als mies gelaunte Begleiterin von Inken und Toastie (die ja in die Schlachtung gehen) stand, als der Bewerter kam. Mies gelaunt, weil Stall.... findet sie ganz ganz doof. Da fehlt die große Herde, in der man wegtauchen kann. Inken neben ihr verstärkt dieses Verhalten. Brav hat Hannah ihren Bolus geschluckt - vergleichbar mit einem Mikrochip beim Hund. Überraschend großes Teil übrigens. Das "wohnt" nun bei ihr im Pansen und lässt sie elektronisch verifizieren. Am Wochenende kann sie zur aller Erleichterung nun wieder raus. Mit einer 7 8 8 Bewertung  :) Wir begrüßen somit auch Hannah in der Reihe unserer Zuchttiere.

Das Bild fand ich ganz gut. "Ich bin nur ein wenig ganz kurz sichtbar. Duck und weg..."

Sie macht sonst aber keine Probleme. Läuft mit den anderen gut in den Hänger, lässt sich handeln. Das ist nur wegen der Aufstallung mit Inken und wird sich wieder geben.

Draußen in der großen Herde freue ich mich wie ein Schnitzel, weil es dabei bleibt dass die kleine Skuddenzibbe Siara zwischen den großen Schnucken durchtaucht und sich ihr Leckerchen abholt und Pauline mit Anlauf oben drüber springt - wer drunter ist hat Pech gehabt.  ;D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Lilia am 18. Januar 2020, 13:29:53
es ist einfach immer wieder schön, deine berichte zu lesen. nee, berichte sind es eigentlich nicht, eher episoden aus dem leben einer gemischten schafherde mit bezugspersonal.
ich drück euch feste die daumen, auf das alles so werde, wie ihr es euch vorstellt.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 18. Januar 2020, 19:23:06
 ;) Danke

Die ersten 3 Anmeldungen zum Zukunftstag der weiterführenden Schulen zwecks "Schäferei" sind schon da.  ;D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 21. Januar 2020, 06:27:33
Nur noch 2 Plätze frei  ;D

Übrigens wieder mal mit mehr Mädels als Jungen. Ich darf auch nicht mehr beim girlsday anmelden, weil es gleich viele Schäfer wie Schäferinnen gäbe.


Rennt wieder nach links.... rennt nach rechts.... macht weit die Arme auf.... knipst die Landebeleuchtung an...Daumen drücken. Heute vormittag könnte das nächste Stück Grünland in die Landung gehen.  ;D Intaktes Grünland, dessen Pächter den Verpächter in Kenntnis gesetzt hat, dass er stilllegt weil aufhört oder zurück fährt. Leicht anfahrbar in unserem Zielgebiet. Was wollte man mehr.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Staudo am 21. Januar 2020, 07:38:00
Es sieht aus, als ob es Dir auf absehbare Zeit nicht langweilig würde.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 21. Januar 2020, 20:36:00
Nö. Anders wäre es ja langweilig. Hier ist der Sektkorken geflogen: ca. 1,25 ha sind sanft in unseren Armen gelandet.  ;D :D ;D :D ;D :D (in Pacht)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 21. Januar 2020, 20:38:51
Und morgen früh... sind wir wegen dem knappen ha beim Notar.

Das beides... bringt Planungssicherheit für die ca. 140 Tiere (inklusive Lämmer), die wir dieses Jahr haben werden.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Ephe am 21. Januar 2020, 22:45:55
Wolltest du nicht mal bei 50 aufhören?  :o
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 22. Januar 2020, 06:16:08
Hätte ich damals den neuen großen Hänger nicht gekauft, wäre es auch dabei geblieben. Mit dem kam dann der Durchbruch. Die Schafe liebe diesen Hänger. ich nehme an, weil man während der Fahrt so lustig aus dem Hänger schauen kann. Schneller verladen, mehr auf einmal durchs Land gefahren... war die Lösung. So sind es derzeit noch 73 Tiere Naja. Und dann nimmt die Natur im März ihren Lauf  ;D
Ein paar gehen ja noch in die Schlachtung  ;) Aber nein, Angstzustände bekomme ich wegen der Menge nicht. Auch Flächentechnisch hat sichwas verändert. Viele Flächen sind jetzt zusammenhängend. Auch die 5,5 Morgen von gestern liegen beinander, trotz zweier Eigentümer. Da muss man ja "nur" umstecken. Das geht natürlich schneller als verladen.
Ein Verpachtargument war übrigens neu: Die neuen Traktoren sind so schwer, dass sie die Drainage kaputt machen.
Das machen kleine Schäfchen natürlich nicht.  ;)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: MissEd am 22. Januar 2020, 07:25:23
Pluspunkt für euch :D.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Alstertalflora am 22. Januar 2020, 10:23:13
Und die neuen Trecker samt angekoppelter Arbeitsgeräte haben Dimensionen, bei denen sich die Bearbeitung kleinerer Flächen fast nicht lohnt. Mein Hofplatz hat eine Größe, wo „mein“ Bauer gerade noch mit seinem Trecker wenden kann. Ich hab schon geunkt, dass er sich keinesfalls noch größere Trecker anschaffen darf 😁!
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 22. Januar 2020, 10:32:25
So isses. Nun ist es mir als Naturschützer nicht so unrecht, wenn die ein oder andere Drainage versagt. Ich sehe auch den Wasserabtransport bei gleichzeitig versiegenden Quellen als problematisch.

Aber ich muss es eh nehmen wie es ist. Und hier heißt es: Das ist eine in Teilen trockene Lammzeitfläche. Ist auch schon freigegeben, sprich, Pachtvertrag läuft rückwirkend. Das nimmt unvorstellbar Druck raus, denn Lammzeitflächen... brauchen gewisse Voraussetzungen und bei der Menge Muttern auch eben gewisse Größe. Kannst ja die gerade lammenden Muttern nicht alle 5 Minuten in den Hänger setzen. Hier werden die Schnucken prima zurecht kommen. Jede kann ihre natürlichen Instinkte ausleben. Hygienisch perfetto. So manch ein heimkehrender Rotmilan wird erwartungsfroh über die Fläche kreisen wegen der Nachgeburten (nein, die wollen nicht an die Lämmer). Höchst zufrieden seufz... ein Träumchen.

Der Notartermin ist auch reibungslos über die Bühne gegangen. Verzückt stolperte ich hinterher schon über Ameisenhügel und Labkraut im sonnigen Hang  :) Schöööön!
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Rosenfee am 22. Januar 2020, 11:46:37
Klasse, das sich alles so zum Guten bei Euch fügt :D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Alstertalflora am 22. Januar 2020, 12:07:06
Ja, das finde ich auch, da hat es mal die Richtigen getroffen  :D!
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Wühlmaus am 22. Januar 2020, 13:16:43
Und morgen früh... sind wir wegen dem knappen ha beim Notar.

Das beides... bringt Planungssicherheit für die ca. 140 Tiere (inklusive Lämmer), die wir dieses Jahr haben werden.
Nö. Anders wäre es ja langweilig. Hier ist der Sektkorken geflogen: ca. 1,25 ha sind sanft in unseren Armen gelandet.  ;D :D ;D :D ;D :D (in Pacht)

Herzlichen Glückwunsch dazu!!

Und deine Berichte hier zu lesen, ist immer wieder unglaublich eindrucksvoll!!!
Und mein Respekt vor eurem Einsatz wächst permanent!
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Waldschrat am 22. Januar 2020, 15:55:45
ich freue mich für Euch  :D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 23. Januar 2020, 06:28:30
Dankeschön  :-*

Toll ist auch, dass wir mal Hilfe bekommen. Gestern half ein Vereinsmitglied. Arbeitsaufwand: 10 Minuten. Aufgabe: Verladen der Bockgruppe. Ich ahnte schon, dass die Gruppe dieses mal etwas zicken würde. Es musste ein Gang gebaut werden und in dem standen ja nun 3 grüne Grashalme, womit prompt ein paar stehen blieben. Mit List und Ruhe bekamen wir sie aber alle hinein in den Hänger. Weil einer hinten mehr oder minder sanft nach vorne schob und einer die Klappe schließen konnte. Das sind so kleine Handgriffe, wo es eine zweite Person braucht. "Wir" haben aber gerade Nachtschicht und ergo bin ich "alleinerziehend". Es hilf ungeheuer, wenn man da kurz Helfer aquirieren kann!  :)

Wir sind jetzt mit der Bockgruppe auf der am weitesten entfernten Weide hier im Landkreis. Am Wochenende kommen die beiden anderen Gruppen ebenfalls auf die Hochebene. Damit sich die Fahrerei auch lohnt  ;)

Dann kommt auch endlich Hannah raus, die letztes Wochenende schlicht aus Zeitmangel im Stall blieb. Dort gab es eine große Veränderung. Ich hatte eine Leckerei in einen Mauerkübel geworfen (den hat sie, weil Toastie und Inken sie nicht an die Raufe lassen). Seitdem haben wir über eine Vereinbarung viel erreicht: Morgens im Halbdunkeln hielt ich ihr eine Leckerei hin und sie nahm sie aus der Hand. Gestern... stand sie gleich vorne am Gitter. Da ging es auch mit Licht. Hannah? Du wirst doch nicht etwa ein zutrauliches Schäfchen werden?! Die Rechnung für den Ersatz-Bolus ist gekommen: 1.49 € Gut investiertes Geld, hihi. Ich glaube, da kostet die Bürokratie mehr.

Draußen in der großen Herde sind mittlerweile fast alle Jungzibben auf uns fixiert. Trotzdem oder weil die Mütter nun dabei sind. Ein großes Jubeln bricht aus, wenn wir auf die Weide gehen. Und so wie es aussieht, gehen Afrodithe und Pauline in einen weiteren Sommer. Wenn ich bei der Schur das bestätigt finde was ich meine zu sehen... dann dürfen sie noch eine Ehrenrunde drehen.  ;) Die beiden haben als Erzieherinnen wertvolle Dienste geleistet. Pauline im doppelten Sinne. Sie ist das einzige schwarze Schaf in der Herde  ;D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 26. Januar 2020, 09:29:09
Weil ich gestern Abend einen Vortrag gehalten habe und wie immer last minute noch in Vorbereitung gehen musste  ::) , haben wir gestern die große Herde nicht mehr umstellen können. Mit einem lachenden Auge, denn die Hochebene, die ab heute alle drei Gruppen besiedeln (2 sind schon da), ist ein Albtraum in Tüten was die Wilddichte angeht. Die Woche war es leicht gefroren. Da konnte man schon wieder sehen wo die Wildschweine den Acker gefühlt flächendeckend umwühlen. Die Skudden landeten deswegen in einer kleinen kuscheligen Zäunung zwischen zwei Wildautobahnen. Mein Mann zäunte gestern für die große Herde. Da ist nichts mit kuschelig zu wollen, weil die Gruppe aus zu vielen Individuen besteht. Heute morgen auf der Tierkontrolle denn prompt auch ein "Befund" - wenn auch ein eher unerwarteter. Ein Fuchs befand sich in der Zäunung. Den bekomme man erst einmal wieder heraus...

Womit mein Mann mal wieder Recht behielt: besser die Zäunung eine Nacht leer laufen lassen und vorm Umstellen kontrollieren...  ::)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 26. Januar 2020, 17:56:01
uffz, na hoffenwir mal, dass die beiden Gruppen artig bleiben.Sie finden es sehr doof sich zu sehen aber nicht vereinigt zu werden. Das geht aber nicht, weil Knuth bei den Skudden ist.  :P

Nun gut. Die Schnucken finden es weniger schlimm. Die Muttern runden sich schon deutlich. Vorneweg vor allem: Purzelqueen Birte  ::) Das werden interessante vorgeburtliche Wochen. Noch purzelt nichts, aber lange kann diese Phase nicht mehr auf sich warten lassen.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 26. Januar 2020, 18:02:21
Die Böcke stehen zwar auch der gleichen Hochebene, können aber aufgrund der Topographie die Damen nicht sehen. Sonst wäre das Chaos perfekt  :-X
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Ephe am 27. Januar 2020, 08:42:44
Aber können sie die Damen nicht hören und riechen?  ???
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 27. Januar 2020, 18:13:19
Auf dieser Hochebene riechen sie immer was. Das ist Mufflongebiet  ;D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 27. Januar 2020, 18:14:23
Hier herrscht Aufregung! Morgen kommt das Gerüst für die Scheune. Der Countdown läuft. Die Scheeve Schüne bekommt ein neues Dach! 8)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 29. Januar 2020, 10:15:59
Mittlerweile "galloppiere" ich mit den Skudden über die Hochebene, weil der Zaun Nacht um Nacht Angriffen ausgesetzt ist. Was kein Wunder ist. Man sieht die Wildautobahnen. Es ist grausam, denn die Muttern kommen gar nicht mehr an mich ran und erschrecken bei jedem Geräusch.  :P

Hilft nüscht. Und wenn man es gar nicht zeitlich gebrauchen kann, muss ein Bocklamm entwurmt werden.  :P

Dafür geht es nach dem Sturm an der Scheune vorwärts. Die Scheune zeigt ihre Gräten. Sandsteinplatten mussten weichen, damit das Gerüst verschraubt werden kann. Immerhin kamen die Platten heil runter. Wir müssen eh einige nachkaufen. Da sie nicht mehr hergestellt werden, heißt es die Anzeigenmärkte durchforsten und gebraucht welche ergattern...  ::)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Sternrenette am 29. Januar 2020, 10:33:20
Ich weiß nicht obs die Internetseite noch gibt, aber es gab mal so eine Art Netzwerk "historische Baustoffe".
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 29. Januar 2020, 11:49:13
Es gibt die ortsnah gebraucht. Das wird!  :)

Böse Überraschung  bei den Böcken. Von jetzt auf eben muss ein Drittel der Gruppe entwurmt werden.
Schulterzuckend....kein großes Problem. Mann eilt mit dem Hänger vorbei. Ich habe derweil neu gezäunt. Kurz einsteigen lassen, allen Betroffenen die Wurmpistole in den Hals stecken, Nummer notieren, Markierung setzen, wieder aussteigen lassen. Zuhause Bürokratie erledigen. Jede Entwurmung muss ja eingetragen werden.

Dann alles wieder schick.

Ob das wohl mit an der Wilddichte hier liegt?  :-\
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Rosenfee am 29. Januar 2020, 13:25:52
Wenn Ihr das sonst mit Euren Tieren so in der Form nicht hattet, liegt der Verdacht nah, dass die Wildtiere der Auslöser sind.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 29. Januar 2020, 15:17:37
Unterm Zäunen spazierten seelenruhig 2 Rehe vorbei  ::)

Ja, meine Vermutung geht auch dahin, denn tatsächlich ist nun auch die erste Schnuckenmutter dran. Auch kein Thema, morgen werden die weiter gezäunt, da greifen wir die Dame gleich ab.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 29. Januar 2020, 15:36:15
Falls sich jemand fragt warum das Vereinsschild an meiner Scheune prangt... das hat rein praktische Gründe, weil dort Veranstaltungen stattfinden wie z.B. demnächst der Obstbaumschnittvertiefungskurs. Eigentümerin bin ich.

Abends klingel ich mal zwecks Sandsteinplatten an. Mal sehen, vielleicht kann ich die zeitnah entern.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 29. Januar 2020, 15:38:15
Nachdem es die Tage recht stürmisch ist... es purzelte ein Tränchen der Erleichterung, dass meine alte Dame durchgehalten hat  :-*
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Roeschen1 am 29. Januar 2020, 18:38:37
A propos Scheune, gibt es ein Schlupfloch für die Schleiereule?
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 29. Januar 2020, 20:36:12
Der Spitzgiebel ist offen. Neu habe ich auch eine Sandsteinplatte mit Eulenloch ergattert  ;D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Roeschen1 am 29. Januar 2020, 21:22:05
Hast du Gäste unterm Dach schon gesehen?
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 31. Januar 2020, 06:50:15
Unterm Dach klettere ich vor der Sanierung nicht rum  :-X

Aber in der Streuobstwiese wurden schon mehrfach Eulen gesichtet. Bestimmung ist indes nicht so einfach. Das Foto meines Mannes zeigte unscharf eindeutig eine Eule, mehr nicht. Und wenn ich zur Abendversorgung der Scheunencrew vorfahre, hebt häufiger mal eine ab. Aber auch ich tue mich mit der Bestimmung schwer, ich seh immer nur den Abflug von hinten.

Bekannt ist, dass im Ort Schleiereulen als auch Waldkäuze da sind.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 03. Februar 2020, 20:50:34
So, heute habe ich den ersten von 2 Pachtverträgen unterschrieben. Teuflisch gut wandeln wir zukünftig auf dem "Teufelspfad" Flurstücken  ;D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Waldschrat am 03. Februar 2020, 21:00:06
Teuflischen Glückwunsch  :D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 04. Februar 2020, 05:51:05
Einzig bin ich traurig, weil man nicht mehr weiß woher die Namensgebung kommt. Daneben liegt Teufelsgrund. So was hieß ja gern mal so, weil Colchicum oder ähnliches dort wuchs. Aber Teufelspfad... klingt nicht nach plötzlich verendetem Weidevieh. Ich habe extra das Sagenbuch des Sollings rausgekramt... leider kein Hinweis.  ::)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 05. Februar 2020, 05:37:52
Heute morgen endet die Reise für 3 Tiere: Inken, Toastie und ein Bocklamm fahren in die Schlachtung.

Und... gestern trudelte die Leistungsprüfung des LSV ein. Also davon ab, dass die meisten WGH Züchter in Weser-Ems organisiert sind, sind es im LSV 4 Züchter, wovon wir der zweitgrößte sind. Bei - man weiß es ja, aber es schwarz auf weiß zu sehen ist dennoch Anlass eines asugesprochen breiten Grinsens - 142 % Ablammquote und 100 % Aufzuchtquote. Die Ablammquote variiert von Jahr zu Jahr. Schnucken sindja nicht so produktiv wie Skudden und esweiß der Himmel wann die mehr Zwillinge haben und wann weniger. Aber... die Aufzuchtquote ist die, die uns immer wieder sagt, dass die outdoor Geburten auch bei nicht optimalen Witterungslagen (wir erinnern uns, letztes Frühjahr lag teilweise Schnee) bei engmaschiger Kontrolle und nötigenfalls Eingreifen der absolut richtige Weg sind.

Und dass unsere Jährlinge nicht lammen  ;D sei ihnen herzlich gegönnt. Gestern stiegen 3 Jungzibben ein, die tags zuvor von der großen Herde getrennt wurden, weil ein Unfall den Transport von 3 Fuhren Schnucken verlangsamt hatte und schließlich das Tageslicht weg war. Der UNfall machte die Durchfahrt zwischen 2 Ortschaften unmöglich. 3 kleine Mädels standen somit einsam und allein... nein. Es mag ja an der Biotophaltung liegen. Sie erinnern an Teenies. Unfertig. Hübsch, alles gut. Aber noch schlaksig. Bis da so eine Riesin wie Inken draus wird (ich hoffe, ich bekomme das Schlachtschiff in die Tiefkühltruhe), braucht es einfach noch eine Saison. Und die Zeit gibt es hier.

Größe... ist übrigens auch ein besonderes Stichwort: Ståtlig ... war ja eher Modell Hänfling als XXL Version als er hier ankam. Im Stall wird es jetzt langsam unheimlich. Der Kerl wächst zu enormer Größe und wird - da bin ich sicher - mich die nächsten Tage hinterm Scheunentor begrüßen.Schlich, weil er es kann. Mal eben wupp über die Hürden. Neugierig rumstrawanzen... das beste Heu rauslutschen... nachdem auch noch die Matratze zwangsweise wächst, ist da demnächst kein halten mehr. Na gut. Nächste Woche wird die Scheune saniert. Da zieht er kurzfristig um. Und wir misten. Vielleicht bremst ihn das nochmal...
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: uliginosa am 05. Februar 2020, 23:03:00
"Während "unsere" Zielflächen ja Biotopflächen sind. Das können, respektive wollen andere nicht mehr machen. Darin sehen wir unsere Aufgabe: Artenerhalt leisten, wo eine konkrete Bedrohung durch Intensivierung bzw. Verwahrlosung besteht."

 :-*

Schade, dass ihr nicht hier seid, so viele Hänge, die schon völlig zugewachsen sind, verbuschende Halbtrockenrasen, ein misslungenes Beweidungsprojekt.  :P
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Staudo am 06. Februar 2020, 07:12:58
Warum sollen es immer die anderen machen?  8)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 06. Februar 2020, 07:14:01
Wenn wir mal woanders sind (selten genug)... fällt uns das auch immer wieder auf. Man hat da ja einen Blick für. Bleibt die Frage... was kann man tun? Ich kann nur immer wieder ermuntern: Es macht Spaß. Es muss ja nicht so ausufern wie bei uns. Finanziell ist es wie äh... ein Pferd halten? Allerdings mit leckeren Nebenprodukten. Ich habe sehr engen Kontakt zu einer Käuferin vom letzten Jahr. Die 4 Skuddenmädels erinnern nicht im mindesten an eine lustlose Schafgruppe, die träge immer im gleichen Garten hockt so wie man es von früher kannte. Also es gibt Menschen, die sich richtig in die Persönlichkeit von Schafen reindenken können und dann sind die auch ähnlich spannend wie Hühner, Pferd und Katz. Ich freue mich immer wenn ich Videos und Bilder bekomme. Die Besitzerin hilft inzwischen auf den Flächen mit, wenn Pflegeeinsätze anstehen. Da wächst man dann so rein. Im nächsten Schritt sieht man eben was um uns herum passiert. Wieviel da gerade verloren geht. Das ist ja irre. Da zeigt die deutsche Politik mit dem erhobenen Finger auf Länder, die ihre Natur zerstören und denen Arten verloren gehen - und vor der eigenen Haustür passiert es ähnlich auch und keiner nimmt es wahr. Da wirft die Politik den wenigen verbliebenen Beweidern und damit Bewahrern noch Knüppel zwischen die Beine. Nur besonders elegant: Regionales Essen ist ja sooooo wichtig. Und nachhaltig... ist sooooo wichtig.
Und dann sitze ich in einer Veranstaltung und höre mir an, dass Netze aus der Wolfprävention nicht zusammen gehen mit dem Förderprogramm BB1 (Besondere Biotope) wegen Doppelförderung. Hab ich das schon erzählt? Da fällst vom Glauben ab. Und denkst Dir innerlich zweierlei:
A) gut, dass ich nicht so depp bin solche BB Förderungen abgegriffen zu haben
B) die lernen nichts. Gar nichts. Da wo die Hessen wenigstens gedanklich etwas Bewegung zeigen (ob daraus auch eine tatsächliche Bewegung wird, bleibt abzuwarten), ist der Niedersachse gefangen ohne die geringste Bereitschaft über den Tellerrand zu sehen.
Die Politik ist nicht in der Lage gedanklich zwischen dem Stalltier und dem Weidetier zu unterscheiden. Das ist ein landwirtschaftliches Produkt, das kostengünstig produziert werden muss. Punkt. Nicht links den Magerrasen gesehen und nicht rechts das Wiesental. Oder wenn das Wiesental gesehen, dann auch noch die falschen Knöpfe gedrückt.

Weswegen ich unsere Politik geändert habe. Auch wenn ich die Woche abends schon umgeklappt bin. Ich habe meinen Minijob aufgestockt weil Geld mal wieder das Ding ist um das sich alles dreht. Hier wird jetzt Geld in die Hand genommen für Pachtflächen. Weil Nachhüteflächen inzwischen verloren gegangen sind, was man auch beim hiesigen Wanderschäfer sieht.
Gute, große Flächen... da steht seit vergangenem Jahr Rotes Harzer Höhenvieh einer Genossenschaft. Natürlich nicht bis über den Bach auf die schmale Seite gezäunt, wo noch Borstgrasrasen wäre. Der Farn hat das schon bemerkt.
Für große Projekte gibt es ganz viel Geld. Die selbstständigen Beweider, die die schwierig zu erreichenden, im Hang gelegenen, häufig kleinen und mageren Flächen bewirtschaften, werden erfolgreich verdrängt. Ich musste meiner Chefin schon erklären, dass ich kein Geld aus Hannover bekomme. Wo doch in der Zeitung stand, es seien Millionen für die Beweidung des Sollings aus Hannover geflossen.
Ja. Schon. Aber nicht so wie sich der Laie das vorstellt. Beim kleinen Beweider wie unsereins kamen 0 Euro an.

Ich schwafele schon wieder  ;D

Auf jeden Fall ist hier ein Bild des neuen Pachtlands Teufelspfad. Für solche Flächen: Mehrfach anfahrbar, relativ eben, leidlich trocken, artenreich, nicht Gülle verseucht.... zahle ich bereitwillig. Auch wenn das manch einer in der Gegend nicht nachvollziehen kann... das ist für uns richtig gutes Pachtland.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 06. Februar 2020, 07:21:45
Das war ja genau der Satz, der mich damals dazu brachte: Man müsste einen Beweider finden

Und ich dachte... äh... und warum ist keiner dieser "man"? Und warum ich nicht selbst? "Man selbst"?!

Das Risiko ist ja vergleichsweise gering. Ein Schafhalterkurs macht Spaß. Man lernt neue Leute kennen. Neue Blickwinkel. Ein Stück Land mit einem kleinen Unterstand gibt es auch noch häufig zu pachten. Biotopflächen zum entern gefühlt wie Sand am Meer. Und wenn es einem nicht taugt, kann man die Tiere aufessen.

Die Woche habe ich in der Mittagspause gezäunt. Im Dauerlauf mit Netzen Hang rauf und runter - gerade noch fertig geworden. Was denkt sich Sabine: Liebe Leute, ich bin noch richtig fit. Beruflich habe ich jede Menge Gegenbeispielse. Viele Schicksalsbedingt. Aber viele auch durch mangelnde Bwegung verursacht. Kann uns nicht passieren  ;D Nein ehrlich. Rechnet mal aus, was andere an Zeit und Geld im Fitnessstudio lassen. Wir haben noch frische Luft dabei  ;D

Wegdenken von unserer jetzigen Größenordnung. Mit den 7 Schafen und 2 Ziegen hätte ich damals die 2 Flächen im NSG bestens versorgen können. Das ist doh was. Man muss ja nicht jede Fläche adoptieren. Wir sind nächste Woche im Pflegeinsatz genau auf diesen beiden Urflächen. Bis heute sind sie etwas ganz besonderes für uns. Das gibt Schwung. Zur Nachahmung gerne empfohlen!
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Staudo am 07. Februar 2020, 18:59:49
Ich war gestern im Solling und habe mir die Lummerke angeschaut. Das ist ein schattig gelegenes, steiles Wiesental mit munterem Bach ganz unten. Schafe haben wir auch angeschaut. Das sind hübsche Tiere. Nur Ingo war nicht wiederzuerkennen. Der wird gerade von Madame in handliche Stücke zersägt.  :-\
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 08. Februar 2020, 07:03:01
 ;D Es war wunderbar Dich persönlich kennen zu lernen!!!

Bis gestern Abend habe auch ich das Messer geschwungen und die beiden Alttiere Inken und Toastie portionsgerecht verarbeitet. Das Schlachtschiff Inken passte tatsächlich in die Tiefkühltruhe, uffz. Bizarr, absolut bizarr war aber die 12 jährige Toastie. Boah war die fett  :P Ich habe gefühlte Berge von Fett rausgeschnitten. Schmecken tut sie, es gab gleich mal Toastie Gulasch  ;D Die Quintessenz: Pauline und Afrodithe werden noch ein weiteres Jahr über die Weide hüpfen. Die sind eher mopsiger als Toastie und somit gibt es überhaupt gar keinen Grund die beiden einen Kopf kürzer zu machen.

Gestern gab es schlechte Nachrichten: Wieder mal ein Ziegennotfall. Da beobachtet wurde, was passiert ist, kann ich den Unfall wiedergeben. Bureziege Lena hatte schlechte Lauen und nahm mehrere meter Anlauf gegen eine andere trächtige Burgenziege. Sie konnte nicht mehr aufstehen. Der Tierarzt kam. Ungern so kurz vor der Geburt Medikamente zu geben... aber sie muss unter der Geburt aufstehen können.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 08. Februar 2020, 15:16:25
 :) so, die ersten 4 Vorbestellungen für Herdbuchskudden sind da. Die Lammzeit kann kommen. Gestern sind 4 Böckchen in die Verwertung gegangen. Die Bockgruppe lichtet sich somit pünktlich vorm ersten Geburtstag der Lämmer. Noch zwei Runden, dann sind die Schlachtkandidaten raus.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 08. Februar 2020, 19:44:34
Die heutigen Bilder befinden sich auf keiner Kamera. Aber wieder mal unauslöschlich im Hirn  ;D Der Frühling naht! Immer wenn die Skuddenmuttern auf einmal wieder 8 Wochen alt sind und bockspringend high speed über die Weide rasen (mit, ich schwöre, breitem Grinsen im Gesicht), ist der Frühling nicht mehr weit. Dieses Jahr habensie das Vernpgen Knuth bei sich zu haben. Das meint hier tatsächlich Vergnügen, denn Böcke in einer Muttergruppe spüren zwar alle den Frühling. Aber Knuth saust mit und bremst im letzten Moment ab. Im Gegensatz z.B. zu Ansgar, der dann separiert werden musste, weil er eine Mutter als Bremsklotz benutzte. Knuth erinnert somit an Mäphisto, der den Mädels auch eine Stütze war und kein Ärgernis. Meine Bilder des Tages sind somit fliegende Wollknäuel und ein Bock, der seinen Platz im Leben gefunden hat. Da gehört er hin, gar keine Frage. Leider muss er im Sommer spätestens raus ::) Am besten mit seinen Söhnen. Sonst drohen Herbstlämmer  :P

Ansonsten stand der Tag unter den Vorzeichen des Orkans "Sabine". Sabinen sind meist etwas alte Schule-Revoluzzer, also zurrt alles fest! 8)

Die große Herde ist auf einem Sportplatz "gestrandet". Da bewegen wir uns nicht weg, bis Sabine vorbei gezogen ist. Da kann nichts umkippen. Die Skuddenmuttern wurden weiter gezäunt - allerdings weg vom Waldrand. Auch da werden sie erreichbar bleiben. Die Böcke werden morgen noch ein zusätzliches Netz eingearbeitet bekommen, so dass aus dem Wald notfalls was purzeln kann, ohne dass es einen erschlägt. Aber auch die werden im Fall der Fälle erreichbar bleiben und so bin ich aufrichtig dankbar, dass wir derzeit in keinem Wiesental sind. Wir werden also bei den 3 Gruppen keinen Albtraum erleben. Scheune... bleibt ein Fragezeichen. Ob sie kurz vor der Sanierung - eingerüstet ist sie ja schon - noch einmal durchhält... man weiß es nicht. Aber mindestens... ist der Dachdecker bereits avisiert, so dass auch im Schadensfall gehandelt werden kann. Also... wieder einmal herrscht hier das Gefühl, dass die oebere Etage die Hand über unsere Tierhaltung hält.

Die Landesforsten haben bereits die Straßensperren aufgebaut.  :-X



Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 09. Februar 2020, 06:12:03
Nett. Der Orkan wartet noch. An der Scheune haben wir heute morgen einen Obstbaumschnittvertiefungskurs zu Gast. Sag ich doch.... derzeit läuft´s einfach rund!  ;D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Staudo am 09. Februar 2020, 08:36:53
Guten Morgen.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 09. Februar 2020, 13:24:53
 :-X ja, 12.30 Uhr war Schluß. Da wollte keiner mehr auf die Leiter. Alles gut gegangen. Ein paar Bäume sind nun fertig geschnitten. Einer hat zumindest Luft bekommen. Auf den oberen Bereich haben wir verzichtet  ::)

Kurze Mittagspause und dann geht es noch mal raus, alles verzurren. Die Stallfraktion umpositionieren, so dass notfalls Dachziegel auf dem Zwischenboden landen, ect.

Haltet Euch gut fest! Liebe Grüße aus dem Solling, dem teilweise schon die Zubringerstraßen gesperrt wurden
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Rosenfee am 10. Februar 2020, 20:38:13
Frauenschuh, wie habt Ihr den Sturm überstanden? Sind alle Tiere wohlauf? Hat die Scheune gehalten?
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 11. Februar 2020, 06:25:20
Naaajaaaa. Die erste Runde haben wir gut überstanden. Aber vor der Zweiten ist mir bange. Erstens ist die Sanierung Scheune verschoben worden. Was ja auch bei dem Sturm nicht wundern kann. Da fliegen uns ja die Dachdecker vom Dach. Und es hat keinen Sinn Freitags anzufangen und dann übers Wochenende oben ohne zu verbringen.

Die Scheune hat es am First getroffen. Man sieht zwar nichts - wir haben aber massiven Wassereinbruch. Gott sei Dank in Bereichen, wo gerade kein Tier steht. Bzw, zwei Kastraten müsen sich halt bitte bevorzugt in einer Hälfte aufhalten.

Die große Herde wird deswegen unangenehm, weil wir wegen des Sturms nicht in die Täler dürfen. Da fängt jetzt die Grasnarbe an zu leiden. Hätte es Frost gegeben... wäre alles gut. Sollte nicht sein. Wir sind noch am diskutieren, wohin wir uns nun verkrümeln.
Ist aber alles nichts Lebensbedrohliches und somit ist das Danke nach der ersten Runde sehr groß.

Den Verein hat´s es schlimmer getroffen. Dort war ich gestern mit der Säge unterwegs um einen Weg wieder frei zu bekommen. Nachdem der Baum keinen erschlagen hat, orakel ich jetzt nur: Wenn ich sage, wir können die Verekhrssicherheit nicht mehr gewährleisten.... dann kann man mir das glauben.

Trockene Birken halten einfach nicht ewig  :-X

Und noch ein Hinweis - wobei Ihr bestimmt nicht so was macht: Wenn Wege gesperrt sind, gar ein Verein noch extra erklärende Schilder aufgestellt hat, dann umrundet man besser nicht die Absperrung, auch wenn die vom Sturm umgeworfen auf dem Boden liegt  :-X
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 11. Februar 2020, 08:27:15
Läuft! Die große Herde hat eine Nachhütefläche angeboten bekommen. Mittags fange ich an zu zäunen. Somit können wir die Sturm-gebeutelten Wälder noch meiden.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Waldschrat am 11. Februar 2020, 09:57:32
 (https://www.cosgan.de/images/midi/froehlich/a040.gif)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 11. Februar 2020, 18:57:19
Wie gewonnen, so zerronnen  >:(

Schon in der Arbeit erreichte mich ein Anruf des UNB. Zuhause war der Anrufbeantworter schon hektisch. Die morgige Kopfweidenaktion spaltet die Gemüter. Ich geselle mich da gerne zu. Auch mir sträubte es die Nackenhaare. Denn anstatt heute meine Muttern weiter zu bringen, habe ich Schilder gebastelt und aufgestellt.

Ohhhhmmmmm....  8) Ich werde im Alter ruhiger. Meiner Ziege geht es besser. Ist doch schon mal was. Die Skuddenmuttern sind wenigstens weiter. Auch schon was. Ich stehe einfach um 4 wieder auf und rocke die Bühne. Punkt. Was soll ich mich ärgern, bringt eh nichts. Statt dessen laden die Akkus für die Säge und meine. Also morgens ganz schnell alle Tiere gefüttert und beim ersten Morgengrauen stehe ich bei den Kopfweiden und lege los. Und wenn der Herrgott mir wohlgesonnen ist - das ist ja meist der Fall - bin ich mittags noch so fertig, dass ich vor dem Schultermin zäunen kann. Dann kann ich Donnerstag endlich meine Muttern umstellen  ::) Gegen das, was der Wanderschäfer seinen Schafen geboten hat, ist die Fläche ja noch gut. Wobei sie von diesem Schafbesuch länger was hat  :-X

Merke: Eine einstige Schandtat macht man nicht durch nichtstun wieder ungeschehen. Das Geschredder wird zwar bitter. Aber neue Kopfweiden brauchen Platz! 19 Stück stehen in meiner Regentonne!



Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Rosenfee am 11. Februar 2020, 19:04:55
Den Tieren geht es erstmal soweit gut - das lese ich aus Deinen Posts heraus. Ansonsten geht mir fast schon beim Lesen Deines Pensums die Puste aus.

Toi toi toi für morgen!
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 12. Februar 2020, 05:30:47
Es wurde 5 Uhr. Weil... die Geschichte gestern Abend allen Ernstes noch mit DINGDONG an der Haustür weiter ging. Da hatte ich schon geschlafen  ::)

 ::)

Gut, Tee runter kippen, chakka...

Haltet Euch weiter gut fest. Der Sturm lässt irgendwie nur bedingt nach, kommt mir vor. Einzig gut, dass diese Weide einen beim allerbesten Willen nicht erschlagen können  8)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 12. Februar 2020, 19:27:22
Auch wenn der Tag hakelig begann... bin ich mit dem Verlauf doch sehr zufrieden. Der Start wurde erwartungsgemäß von Diskussionen begleitet. Ein sehr ehrlicher Artikel dazu hier

Kahlschlag

Der Schultermin verlief gewohnt gut. Hihi... die Garten AG wird eine Kopfweide ziehen. Weil... erneut kein Schüler den Begriff Kopfweide kannte  :-X

Der Abend krönte sich unter der Zäunung für die Schnuckenmuttern mit folgender Meldung:
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Staudo am 12. Februar 2020, 21:03:30
Naturschutz ist, wenn man selbst anfasst. Umweltschutz ist, wenn man versucht, Ressourcen zu schonen. Klimaschutz ist, wenn man demonstriert und sein Verhalten nicht ändert.  ;D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: dmks am 12. Februar 2020, 23:30:32

Der Abend krönte sich unter der Zäunung für die Schnuckenmuttern mit folgender Meldung:

 :) :) :)
ist immer ein bißchen matschig - aber sooo schön!
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 13. Februar 2020, 06:40:55
 ;D ;D ;D

Sehr schön war gestern auch eine Anfrage nach dem Bild: Ob das ein Wolfs- oder Luchsriss sei. Ich konnte da doch beruhigen  ;D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Wühlmaus am 13. Februar 2020, 09:12:40
Gratulation zum ersten diesjährigen Nachwuchs :D

Gestern war hier zu lesen, dass DER niedersächsische Problemwolf von einem Auto zur Strecke gebracht wurde.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 13. Februar 2020, 21:43:44
Dafür ist einer seiner Artgenossen hier gelandet. Offiziell bestätigt. Letzteres betone ich, weil es beileibe nicht der Erste ist. Da vor meinem Auto einer rasant über die Straße rannte, brauchte ich auch keinen anderen Sichtungen, deren Wahrheitsgehalt ich nicht überprüfen konnte. Mich hat es ziemlich genervt, dass das von offizieller Seite bestritten und ins Lächerliche gezogen wurde. Bislang waren das Pärchen (die geisterten ja um unsere Weide an der Lummerke)und die Durchzügler stets unauffällig. Wenn das Video von heute den jetzigen zeigt, darf ich mit dem Kopf wackeln... der zeigte mir persönlich zu wenig Scheu. Aber da kann ich schon wieder nicht verifiziert sagen... zeigt das Video diesen Wolf oder ist es ein anderer. Mein Mann hat gerade das Gerät bei den Schnucken hochgeregelt. Die anderen beiden Gruppen liegen nicht in Laufrichtung (es gab heute mehrfach Sichtungen, weswegen die bekannt ist)

Die Zeit wird´s weisen  ::)

Ebenso bestätigt ist ja der letztjährige Luchs-Nachwuchs. "Der" steht ja eh häufiger vorm Zaun und grübelt. Von daher... warten wir es ab.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 15. Februar 2020, 05:55:28
Im Moment sieht es so aus, als hätte er den Solling bereits in südlicher Richtung verlassen. Hinterherwink...

Bei unseren drei Gruppen ist alles ruhig geblieben.

Gestern ist die erste Mutter gepurzelt. Die Telefonkette funktionierte. Bitte denkt daran: Schafe schubsen kann Leben retten! Wenn Ihr ein Schaf auf dem Rücken liegen sieht muss entweder Hilfe geholt werden oder man greift sich ein Herz, macht das Gerät aus, schubst das Schaf um und stellt das Gerät wieder an  ;)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 15. Februar 2020, 17:35:44
Eventuell läuft mein Wolf rückwärts. ::)

Aaaaber... heute gibt es kein Halten heute, die Freude war riesig: 25 Helfer im Naturschutzgebiet - Dzrchschnittalter gefühlt 25. Also... was will ein Naturschützer mehr?!

Dazu ist uns eine Idee gekommen. Ich werde dieses Jahr noch bei den Kollegen der BSG einen Vortrag halten. "Man müss einen Beweider finden. Entwichlung des NSG O.-F."
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 15. Februar 2020, 17:38:46
Hintergedanke: Man müsste einen neuen Beweider finden, der dicht dran wohnt. Oder jemanden neu mit dem Beweidervirus infizieren  8)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Staudo am 15. Februar 2020, 17:47:11
Bei uns gab es heute gebratene Leber vom Sollingschaf. Köstlich!  :D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Schnefrin am 15. Februar 2020, 18:06:35
Entschuldigung für meine (sicher bekloppte) Frage: Meinst Du mit "Gerät ausschalten" das Stromgerät vom Weidezaun? Und wie macht man das? (Nur, falls ich mal in die Situation komme, dann möchte ich auch gern helfen).
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 15. Februar 2020, 18:18:55
Unterschiedlich: Manche Geräte haben Kippschalter. Manche drückt man einfach nur aufs Knöpfchen. Bei manchen muss man lang aufs Knöpfchen drücken. Wenn es nicht mehr blinkt, ist es aus  8)

Heute purzelte nichts. Nicht mal Sabine im Hang  ;D

Erschreckend indes: Es waren auch Kinder vor Ort: Die sprangen wie die Gazellen, wo meinereins vorsichtig den Hang abwärts rutscht  :-X
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 15. Februar 2020, 18:20:26
Ich hatte hinterher so Hunger, dass das simpelste Brötchen noch exquisit lecker war. Aber Sollingschaf hätte ich noch weit aus begeisterter vertilgt  8)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Schnefrin am 15. Februar 2020, 18:35:16
Danke für die Info!  :D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Staudo am 15. Februar 2020, 20:39:15
Aber Sollingschaf hätte ich noch weit aus begeisterter vertilgt  8)


Morgen gibt es bei uns Lammbraten vom Sollingschaf.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 16. Februar 2020, 14:29:25
Dramatischer Zwischenfall im Stall. Kastrat Pan hat gewaltige Ziegenhörner. Der Depp musste wohl mal wieder versuchen Leopold durchs Gatter in die Grenzen zu setzen. Hin ging. Zurück nicht. Auch nicht mit Hilfe. Auch nicht, als die Hilfe Hilfe holte. Erst ein weiterer Helfer mit Schraubzwingen konnte den Durchbruch erreichen.  ::) Ziegen sind.... "zensiert".  :P
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Waldschrat am 16. Februar 2020, 16:45:28
geistesgestört ?  :-\
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: dmks am 16. Februar 2020, 21:18:06
Eventuell läuft mein Wolf rückwärts. ::)

Ich fühle mich in der Erinnerung knapp zehn Jahre zurückversetzt.
Gott erhalte Dir Deinen Humor!
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Staudo am 16. Februar 2020, 21:22:25
Neulich las ich die Ergebnisse einer Umfrage zum Thema Wolf. Fazit: Der Wolf ist dort am beliebtesten, wo er nicht lebt.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: dmks am 16. Februar 2020, 21:55:54
Sein Beliebtheitsgrad wird rapide schwinden, wenn seine Anwesenheit in Berlin bemerkt wird.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Roeschen1 am 17. Februar 2020, 12:51:56
Neulich las ich die Ergebnisse einer Umfrage zum Thema Wolf. Fazit: Der Wolf ist dort am beliebtesten, wo er nicht lebt.
Macht ja ne Menge Arbeit ihn auszusperren und dann kostet es auch noch Geld.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Staudo am 17. Februar 2020, 19:46:38
Unter Umständen bedroht er die Existenz. Das ist für den Schafhalter gefährlicher als für den Politiker, nicht wiedergewählt zu werden.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Roeschen1 am 17. Februar 2020, 21:11:05
Daß es immer weniger Vollerwerbsschäfer in D gibt, ist aber nicht dem Wolf geschuldet.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Staudo am 17. Februar 2020, 21:20:13
Nein. Das liegt an verfehlter Naturschutzpolitik. Die zunehmenden Wolfsbestände beschleunigen den Prozess nur. Die jüngsten Entscheidungen des Bundesrates zum erleichterten Abschuss von Wölfen, die sich problematisch verhalten, sind dagegen vermutlich sehr hilfreich.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Roeschen1 am 17. Februar 2020, 21:39:04
Das ist die Agrarpolitik in D und der EU
und der Verbraucher, der lieber billiges Schweinefleisch kauft als Weidelamm.
Von wegen "Problemwolf",
wir hatten schon mal einen "Problembär", der auf der Abschußliste stand.
Ein Wolf frisst das Wild, Vieh, das er erwischen kann. Ohne Schutz der Weidetiere geht es nicht mehr, wo der Wolf lebt.
Das erinnert mich sehr an die Abschußforderungen bezüglich des Kormorans. Er frißt zu viel Fisch, deshalb muß er bejagt werden.
Auch Luchse fressen Rehe und Hasen.
Welche Tiere gehören in unsere Wälder und gibt es einen gesellschaftlichen Konsens darüber?
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: dmks am 17. Februar 2020, 22:44:06

Welche Tiere gehören in unsere Wälder


Welche Tiere gehören in unsere Großstädte?
Wolf und Bär sind gerngesehene Wappentiere! ;)

Wer denkt, daß der Wolf im Wald lebt hat irgendwas verpasst.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Roeschen1 am 17. Februar 2020, 22:57:23
Bei Rotkäppchen kam er aus dem Wald...
gemeint war natürlich Wald und Umgebung.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: dmks am 17. Februar 2020, 23:35:04
Das hilft den Schafen wenig.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Sternrenette am 18. Februar 2020, 12:30:54
Das ginge schon, in anderen Ländern gehts mit Herdenschutzhunden auch.

Die Vermarktung ist sicher ein Problem. Die ganze Kriegsgeneration erklärt Schaf für ungenießbar und gibt das natürlich weiter, weil sie das zu essen gekriegt haben, was altersschwach halbtot noch schnell abgestochen wurde.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Roeschen1 am 18. Februar 2020, 12:45:43
Und vermutlich nach Hammel geschmeckt hat.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Sternrenette am 18. Februar 2020, 13:23:26
Zu mir hat ein Tunesier gesagt: "Älter als 5-7 Monate kannsch vergessen!"

Er hatte mich gefragt warum man hierzulande kein Schaffleisch ißt, und ich hatte ihm wie im obigen Post geantwortet.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 18. Februar 2020, 16:05:11
Er stand vermutlich nie selber in der Küche und hatte eine unwillige Frau?!

Um mal das sachlich zu erklären: Am alten Schaf schmeckt das Fett nicht! Das ist das, was daran schafelt, nach Hammel schmeckt oder wie immer die Leute das nennen.

Wer sauber arbeitet... kann daraus total leckere Sachen machen. Mein Mann wäre der Erste, der angewidert den Teller von sich schieben würde. Das ist aber auch ein Grund, warum mich 2 Tiere einen ganzen Tag in der Verarbeitung für die Tiefkühltruhe beschäftigen. Wer aber derart sauber gearbeitet hat... dem gibt mein Mann ein Strahlen und ein Kompliment: Das schmeckt man nicht, dass das Toastie war!

Toastie kam wohlgemerkt mit 12 Jahren in die Schlachtung.

Weil weniger Fett auch weniger Gewicht ist... könnt Ihr Euch vorstellen was in den Theken landen würden. Und deswegen gilt die magische 1 Jahres-Regelung des Lamms!

Perfekt geht z.B. wenn ich Gulasch auftaue und die ebenfalls eingefrorene Mango-Annanas Marinade oben auf stülpe (vorher etwas in der Mikrowelle vorsprungsmäßig aufgetaut). Dann bearbeitet die Marinade das Fleisch schon so gut, dass ich das meinem Mann zuletzt als Kurzgebratenes angeboten habe. Weder schafelte das, noch kaute man auf Schuhleder. Hier allerdings auch der Hinweis: Was ich an Sehnen runter bekomme, entferne ich penibel. Dennoch. Gulasch ohne Vorbehandlung braucht halt lange Kochzeiten. So war das aber ursprünglich ja auch mal gedacht!

Also... eigentlich braucht es a) einen guten Schlachter b) ein/e Wichtel/Fee in der Küche und raffinierte Rezepte und auch der nicht ver- sondern entwöhnte deutsche Gaumen täte bereitwillig Schaf auf den Tisch bringen. Warum der Deutsche lieber das plastikverpackte Massenprodukt aus der SB Abteilung nimmt... bleibt ungeklärt bzw. eine Folge von Werbung, die den Verbraucher auf billig getrimmt hat. Am rüstigen Altersschaf liegt´s nicht  ;D

Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Sternrenette am 18. Februar 2020, 16:27:34
Bitte das Rezept für die Marinade :-*

(Nö, die meisten Deutschen m/w/d können oder wollen nicht kochen, und schuld ist dann der Erzeuger, dessen Viech schlecht war)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: dmks am 18. Februar 2020, 18:44:15
Das ginge schon, in anderen Ländern gehts mit Herdenschutzhunden auch.

Natürlich geht das mit den Schutzhunden recht gut - und sie sind sogar ziemlich pflegeleicht. Sieht auch hübsch aus.
Bleiben nur noch die Kosten: Anschaffung, Ausbildung, Tierarzt, Steuer, Zeit und etwa 1000 Euro Futter im Jahr - macht über das Hundeleben gesehen so 15 bis 20Tausend Euro pro Tier, und je nach Herdengröße braucht es mehrere dieser Hunde. Da sind die Schäfer auf Unterstützung angewiesen.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 18. Februar 2020, 19:07:56
Vollkommen einfach: Mango und Annanas pürieren. Je nach Geschmack Tomatenmark und verschiedenste Gewürze nach eigenem Gusto. Das ist portionsweise eingefroren und wird wie beschrieben dann drüber gegeben. Persönlich lasse ich das nicht länger als maximal 24 Stunden ziehen. Also auch dann nicht, wenn das Fleisch frisch ausgelöst ist. Das denaturiert das Fleisch zügig  ;) das Fleisch verliert dannKonsistenz und ich möchte schon noch wissen was ich da in den Mund schiebe.


Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Roeschen1 am 18. Februar 2020, 20:25:37
Das ginge schon, in anderen Ländern gehts mit Herdenschutzhunden auch.

Natürlich geht das mit den Schutzhunden recht gut - und sie sind sogar ziemlich pflegeleicht. Sieht auch hübsch aus.
Bleiben nur noch die Kosten: Anschaffung, Ausbildung, Tierarzt, Steuer, Zeit und etwa 1000 Euro Futter im Jahr - macht über das Hundeleben gesehen so 15 bis 20Tausend Euro pro Tier, und je nach Herdengröße braucht es mehrere dieser Hunde. Da sind die Schäfer auf Unterstützung angewiesen.
Das Land Brandenburg unterstützt Schäfer mit Förderung eines Herdenschutzhundes bis zu 3000€.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Sternrenette am 18. Februar 2020, 22:24:44
Danke :D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Staudo am 18. Februar 2020, 23:23:22
Es ist halt so, dass Schafhaltung in Deutschland einfach unrentabel ist. Die landwirtschaftsüblichen Subventionen helfen den Betrieben sich geradeso über Wasser zu halten. Reich wird damit keiner. Daher gibt es auch immer weniger Schäfer. Dabei kann Schafhaltung aktiver Naturschutz sein - muss aber bezahlt werden. Das, was frauenschuh macht, ist einfach ein verdammt teures und anstrengendes Hobby. Zum Glück für ihre Biotope macht ihr die Arbeit großen Spaß.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 19. Februar 2020, 06:54:55
Jaha, und das Land zahlt die Anschaffung -mehr aber nicht. Jeder, der einen Hund hat, weiß dass der kostet.

Der Spruch lautet: Woran erkann man den Schäfer? Tausend Lachfalten um die Augen, Sorgenfalten auf der Stirn und eine Zahnlücke im Mund.

Heute Morgen kommen weitere Lachfalten dazu: Der nächte Nachwuchs ist da. Sieht wieder nach einem kapitalen Einling aus. Geschlecht noch unbekannt. Unsere Ziegenherde bleibt dieses Jahr somit übersichtlich. Soll mir mehr als Recht sein! Letztes Jahr waren es 3 Lämmer auf der Lummerke. Dieses Jahr sieht es ebenfalls nach 3 aus, denn Lena hat sich lange nicht so gerundet wie in den vergangenen Jahren und sie repräsentiert die letzte Ziegengeburt, die aussteht. Dafür steht ja Jungzibbe Lola dann im Sommer mit im Hang. Die Fressleistung müßte also noch besser als im letzten Jahr sein.

Sie hätten uns auch 3 mal 3 hinsetzenkönnen  :-X Nee Danke!
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 19. Februar 2020, 06:56:42
Dass wir keine extra Gruppe mehr mit super Domina Lotte mehr haben,entlastt dabei wenig. Denn derzeit sieht es so aus, als hätten wir eine Extragruppe mit Leopold  :P Dennoch, es war weise die beiden alten Schlachtschiffe zu verwerten. :)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Roeschen1 am 19. Februar 2020, 12:13:29
Die landwirtschaftsüblichen Subventionen helfen den Betrieben sich geradeso über Wasser zu halten. Daher gibt es auch immer weniger Schäfer. Dabei kann Schafhaltung aktiver Naturschutz sein - muss aber bezahlt werden.
Ob wir das noch erleben, daß sich da was ändert.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Staudo am 19. Februar 2020, 17:38:39
Die Leute, die über die Vergütung von Vertragsnaturschutz nachdenken, sollten sich mal mit einem Betriebswirtschaftler zusammensetzen und die eigenen Gehaltsvorstellungen als Kalkulationsgrundlage nehmen.  ;)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Waldschrat am 19. Februar 2020, 17:49:06
Das wird wohl kaum jemand tun.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: dmks am 19. Februar 2020, 22:26:27
Fördermittel gibt es übrigens nur für Steuer zahlende Erwerbslandwirte.
"Hobby" Schafhalter gehen leer aus.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 20. Februar 2020, 07:25:12
Nö. Ich kenne sogar Pferdehalter, die von einem Landkreis direkt Förderung bekommen. Ist ja nichts anderes mehr da.

Wir haben übrigens einen auch steuerlich angemeldeten Nebenerwerb. Da der Betrieb rote Zahlen schreibt, wartet der Staat da bislang vergeblich auf Steuereinnahmen. Selbstverständlich haben wir aber Gewinnabsicht. Der Betrieb kann ja nur Nachfolger finden, wenn er schwarze Zahlen schreibt. We will do our very best!

Das Projekt Schaf schafft Landschaft im Werra Meißner Kreis tut ja u.a. auch genau das: Die Betriebswirtschaftliche Seite der Schäfer unter die Lupe zu nehmen um die Situation zu verstehen und gegebenenfalls zu verändern. Manch einer wird bislang nicht mal ahnen, wie drastisch die untersuchte Situation ausfällt.

Es hat sich ja in den letzten Jahren von mehreren Seiten her verschlechtert. Es gab ja durchaus gut laufende Hofläden. Der Verbraucher ist aber immer bequemer geworden. Ob zumindest ein Teil der Verbraucher gänzlich unwillig ist, glaube ich gar nicht. Aber sich aufzuraffen nachzusehen... wo bekomme ich das her, bei halben Tieren.... von wieviel reden wir da, habe ich so viel Platz in derTiefkühltruhe, essen 2 Personen das jemals auf ect. hat diesen Markt starkschrumpfen lassen. Bei einem Weltmarktpreis von 2 € pro Kilo kann das nicht funktionieren. Der Ansatz der Förderung ist einfach komplett falsch. Anstatt für den auf dem Weltmarkt gültigen Preis konkurrenzfähig produzieren zu können, muss was ganz anderes gefördert werden. Der Weltmarkt kann dem Schäfer nie ein Auskommen geben. Wenn man in anderen Ländern nicht mal Heu benötigt, gar kein Zäunungsaufwand besteht... geht das nie zusammen! Darauf zu warten, dass die großen Lebensmittelkonzerne hier für die Schafhalter die Lösung sein sollen.... kann man ja machen. Aber passieren wird das m.E. nicht. Womit tatsächlich nur das Umdenken in der Bevölkerung direkt das einzige Mittel bleibt um akut an der Situation was zu ändern. Von der EU Seite aus - und das ist ja die Quelle wenn man von Vertragsnaturschutz absieht - wird es eher schlechter als besser. Das ist ja schon angekündigt. Und der Vertragsnaturschutz.... bei aller Liebe, aber diejenigen haben wirklich keine Vorstellung von der Realität. Weder von den Kosten der Tierhaltung noch von der erbrachten Leistung. Einmal, nur einmal ein Netz im Hang schleppen, wenn von einem Pflegeeinsatz lauter Ästchen, womöglich auch noch Schlehdorn rumliegen. Das Netz an den Hang und die Unebenheiten mit mitgeschleppten Weidepfählen anpassen. Nur ein einziges mal...

Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: dmks am 20. Februar 2020, 19:43:08
Wir haben übrigens einen auch steuerlich angemeldeten Nebenerwerb. Da der Betrieb rote Zahlen schreibt, wartet der Staat da bislang vergeblich auf Steuereinnahmen. Selbstverständlich haben wir aber Gewinnabsicht.

Vorsicht und bitte nochmal Kontakt zum Steuerberater!  ;)
Es gibt Fördermittel, die bei Nicheintreffen von Gewinn nach einiger Zeit von Mutter Staat zurückgefordert werden können.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 21. Februar 2020, 09:34:16
Das ist uns sehr wohl bewußt. Deswegen ist ja so Druck drin. Andernfalls zerbeamt es halt einen der letzten Biotopbeweider in der Region. Noch haben wir etwas Zeit. In der Hoffnung, dass sich beim Verbraucher was ändert. Sonst... sind es halt zwei weitere Herdbuchherden die eingestampft werden müssen.  ::) Muss man mal so deutlich sagen.

Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 22. Februar 2020, 19:41:31
Liane hat Probleme gehabt. Hinten wackelte sie wie Wackelpudding. Selen- und Vitaminspritze... es geht deutlichst vorwärts. Liane will aber auch. Um jeden Preis. Dieses Leben ist das einzige, was ich habe. Also muss es gehen. Wie doof wenn man vor einem Holzstapel steht und nicht rauf kann. Liane (hangelte sich durchs Leben) am Tag 3: Fast nichts mehr zu sehen vom Problem. Madame nervt die andere Mutterziege, klettert durch die Absperrung (ohrenbetäubendes Geplärr ihrer Mutter) und wieder zurück (Mutter seufzt im Gesicht zu sehen erleichtert auf).

Und so ist dieses unscharfe Bild ein Abbild einer Kämpferin, die dort gerade auf der anderen Mutter rumturnt, die komplett empört reagiert. Ihr Sohn Lasse pennt gerade links neben ihr. Auch nicht freiwillig, sondern weil Mutter es ihm befohlen hat. Liane... lässt sich nichts befehlen. Kleine Revoluzzerin  ;D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 22. Februar 2020, 19:46:17
Hinter der Absperrung. Mutti: Out of order  ;D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 22. Februar 2020, 19:48:27
Falsches Bild
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 22. Februar 2020, 19:49:58
Ich muss mich entschuldigen: Manch einer wird es gemerkt haben, dass in meinen Texten häufiger das Freizeichen fehlt. Auch Bilder speichern ist neuerdings ein Abenteuer  ::) Mein alter PC hat sich verabschiedet und der neue Gebrauchte... hat leider seine Tücken. Geschenktem Gaul...  :-X
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 23. Februar 2020, 07:04:37
Kennt Ihr solche Wochen, in denen alles schief zu gehen scheint?

Die vergangene war so eine  :-X Zum Wochenstart kam ich fast nicht zur Arbeit, weil die Ausfallstraßen aus dem Solling dicht waren. Nach der Arbeit musste ich nachts noch zäunen - Nachtzäunungen sind der neue Trendsport - und 2 Gruppen, die auf Heuversorgung standen füttern.
Ärgere mich über meinen Mann, der offensichtlich einen Trichter gezäunt hatte. Unten lag der Zaun. Im Hang im Dunkeln alles abgelaufen. Sonst schien nicht zu sein. 22.30 Uhr, mein Mann kommt aus Schicht und ich kullere auch endlich auf den Hof. Wieso Trichter? sprach er.
4 Netze waren mit einer Wildschweinrotte spazieren gegangen. Sein Tagesendpunkt war Mitternacht.

Das Lamm rutscht mega kräftig aus der Mutti. Beim nächsten Besuch dann die Enttäuschung... Liane s.o.

Freitag gibt der Kleinwagen meiner Tochter, den sie im Studium nicht braucht und den wir fahren wenn wir nicht im Gelände sind, den Geist auf. Gut, bei dem biblischen Alter musste man irgendwann mal damit rechnen.

Gestern Morgen: Hängerreifen platt. ich düse derweil mit dem Yeti zur Tierkontrolle. Und komme mit Warnblinkanlage noch die letzten meter zurück auf den Hof: Reifen platt.
Gestern Abend: Totalausstieg des Yetis.

Heute morgen muss der Pickup bitte ohne irgendwelche Pannen durchhalten. Noch stehen die Skuddenmuttern auf der entferntesten Winterweide. Sie sollen heute zurück geholt werden. Erst danach... ist zumindest theoretisch eine Tierkontrolle mit dem Fahrrad möglich.

So was darf es bei einer Tierhaltung nicht geben. Hier ist nichts mit öffentlichem Verkehrsmittel erreichbar.

Und ausgerechnet jetzt, wo am Freitag bereits die ersten Abbrucharbeiten an der Scheune liefen... kommt wieder Sturm. Gestern flogen Pan und Leon aus dem Stall. Die stehen jetzt auf einer Fläche mit Zelt. Leopold und Herr Caramell sollten in den fahrbaren Offenstall. Der ist beim Vorbesitzer aber schon mal umgeflogen. Man traut sich ja kaum! Und wenn der Scheune die Ziegel wegfliegen sind die restlichen 4 Schafe oben ohne. Na gut, solange denen nichts anderes als Wasser aufs Haupt fliegt, überleben sie das am Leichtesten.

Aber so langsam... könnte es mal bergauf gehen.  :-X
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Waldschrat am 23. Februar 2020, 11:26:20
Oh je - da fehlen mir die Worte. Mein Mitgefühl ist Euch sicher - hilft aber so reinweg garnüscht.  :-\
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Brezel am 23. Februar 2020, 11:29:30
Sämtliche verfügbaren Daumen sind gedrückt.
Sturm wird auf jeden Fall abbestellt, den kann hier auch niemand brauchen.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 23. Februar 2020, 21:55:38
Die Lage ist fast dramatisch zu nennen:

Glück im Unglück ist, dass bei den extremen Niederschlägen 2 Gruppen im Hang stehen. Die Bockgruppe... steht an einem Bach, der derzeit noch im Bett geblieben ist. Damit ist er aber alleine. Hier bilden sich irre Seenlandschaften  ::) Heißt auch, die Tiere können nicht aus der Scheune. DerDachdecker will morgen anfangen. Hieß... Planen über die Hürden. 2 Tische stehen in 2 Boxen. Unter denen kann einem nichts aufs Haupt fallen.

Der Unglückswagen ist in der Werkstatt gelandet. Immerhin.

Bei den Nachbarn hat das Dach Ziegel eingebüßt. Gut, konnte man Details mit dem Dachdecker gleich hier absprechen  :-X

Unsere Koniferen müssen nun endgültig gefällt werden. Sollten sie längst,nur nie Zeit gefunden. Wenigstens bin ich dann die Friedhofsraketen los. Zum Entsetzen meiner Nachbarn werden Laubbäume folgen  :-\

Der Solling ist wieder in Teilen abgeschnitten. Noch hoffe ich morgen in den Dienst über die Nebenstrecke zu gelangen. Die Hauptroute wurde nachmittags gesperrt. Wenn man mich fragt... mir kommtes vor, als seien die Schäden größer als bei "Sabine". Alte Weiden an Bächen hat´s geworfen. Welch Wunder. Die Bäche sind nicht mehr in ihren Betten. Noch.... hält unser Teich. Was man nämlich auf dem scheinbar idyllischen Bild nicht sieht... normalerweise ist neben dem Teich nur ein klitzekleines Bächlein. Jetzt... frisst der Bach am Damm. Nicht gut  :-X Ich muss nach dem Hochwasser mit dem Wasserverband sprechen. Bildqualität bitte entschuldigen. War kurz vorm dunkel werden...
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 23. Februar 2020, 22:12:28
Was mich vor allem maßlos geärgert hat... nirgends hat man gehört wieviel Regen da kam! Unsere Tiere... also auch die Böcke bekommt man da notfalls weg. Andere Schäfer hüten aber in Auen. Da kannst doch...  >:( Schwimmflügel verteilen oder was?! Und wer meint... ha, hätten sie mal doch aufgestallt... der Graben vor der Scheune ist übergelaufen und schickt derzeit das Wasser über den Weg ins Dorf. Der Bach hinter der Scheune steht jetzt noch 1.50 m weg. Also neeeeee... die sichersten Lagen sind und bleiben die Hänge.

Also eins weiß ich sicher... der nächste Supersommer kann bei uns kommen. Unsere Weiden sind nass wie Schwämme. Das sieht, ich weiß, anderswo anders aus. Aber bei uns haben wir jetzt erstmal Wasserreserve aufgebaut. Wenn die gut drainierten Flächen der meisten Landwirte diese Gewissheit nicht halten können... auch bei längerem Nachdenken fallen mir nur 2 Flächen von uns ein, in denen eine Drainage liegt. Skwuuuuutsch  :-X ;D

Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 26. Februar 2020, 06:38:13
Wenn ich mal wenigstens Zeit hätte zu sehen, ob die Grasfrösche ihren Weg in den Teich gefunden haben  ::) Sozusagen Erntezeit für die Teichschützer und dann hat man Zeit für nix. Toll  >:(

Als Folge der bekloppten Küchenabfallfütterung am vorherigen Standort, sind die Schnucken derzeit laut... baoh eh. Ein vielstimmiger Kanon aus bewundernswerten Resonanzkörpern  ;D

Meine Schnuckis müssen heute über den Bach, hilft nix. Deswegen mussten sie gestern etwas hungrig in die Nacht, sonst fehlte denen heute der Mut. So schlimm ist es auch nicht mehr, Mädels. Eigentlich.... pfeife ich gerade aus dem letzten Loch. Die dauernen Sturmlagen haben an den Nerven und den Kräften gezehrt. Aber wenn dann beim zäunen so die Sonne rauskommt... huscht doch wieder das Lächeln ins Gesicht.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 26. Februar 2020, 06:43:48
Ach so: Wie Sie sehen, sehen Sie eine Schnuckenstammzucht.  ;D

Die Anerkennung kam per Post samt Schild.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 26. Februar 2020, 14:00:46
Mich erreichte heute eine e.mail zwecks eines Förderprogramms von Landkauf Landwirtschaftliche Fläche zwecks Insektenschutz. Herausgeber ist das NLWKN
Beim durchlesen krauste sich meine Stirn. Bei der LWK angerufen und... prompt festgestellt, dass das auf keinen Fall geht.
Ich frage mich... warum kann eine Behörde nicht wissen was die andere Behörde fördert bzw. dann eben nicht mehr fördern kann?! Würde ich da über einen Antrag Land kaufen... wäre das für alle AUM Förderungen unmöglich wegen Doppelförderung. Also wer eine Fläche dauerhaft aus der Nutzung raus bekommen will, der mache so was. Also genau das Gegenteil von dem ausgeschriebenem Ziel  ::)

Also ... lieber einen Kaffee auf die Schnelle hinein geschüttet und dann wieder hinaus ins garstige Wetter. Da höre ich mir sehr viel lieber leidenschaftliches Schnuckengegröhle an. Die Damen sind nun übern Bach - was doppelt gut ist. Wir liegen an der Schneefallgrenze. Eine höher gelegene Gruppe steht prompt seit heute im Schnee und damit auf Heuversorgung. Äh... hat auch Vorteile, sonst hätte ich wieder bis in die Dämmerung hinein gezäunt. So muss ich "nur" einmal abzäunen.

Eine hatte den Anschluss verpasst. Die alten Beinchen von Afrodithe wollten keinen Narrensprung mehr machen. Zugegeben ist noch reichlich Wasser im Bach. Aber wenn Pauline es schafft mit unnachahmlicher Eleganz über den Bach zu segeln, dann ist das auch bei Afrodithe eine Frage des Anreizes. Einmal Kraftfutter aus dem Auto geholt. Alle Schäfchen gerufen und... schon segelte auch Afrodithe hinüber und verschaffte sich schnaufend Zutritt zum Eimer des Begehrens.

Diese Zeit ist ja mit die Schönste des Jahres. Wenn erst mal wieder die Lämmer da sind... hast den Mist. Dann hast Helikoptermütter, die panisch brüllen, wenn der Nachwuchs außer Sicht ist oder traumverloren am anderen Ende der Herde spielt.  ::) Seuzf. Die letzten Tage der Ruhe.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Rosenfee am 26. Februar 2020, 15:36:00
 ;D So sind sie, die Mütter ;D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 26. Februar 2020, 18:40:14
Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt.  ::)

Nach dem Abzäunen bin ich raus zu den Skudden, die auf Heuversorgung saßen. Pustekuchen. Fläche frei. Also... die kalten Hände gerieben und losgelegt. Beule gezäunt, rüber geschickt, abgezäunt und damit aufgezäunt... bis in die Dämmerung  :P

Hach ja. Wenigstens werden die Tage länger. Ich bin ohne Stirnlampe ausgekommen  ;D

Beim Heimfahren: Dichtes Schneetreiben. Jetzt stehen sie wieder im Schnee  ::)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Wühlmaus am 26. Februar 2020, 19:07:42
Frauenschuh - ich kann mich nur wiederholen:
Mein Respekt und meine Bewunderung sind mit dir :D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 27. Februar 2020, 06:21:51
Daumen drücken wäre wichtig. Wir haben noch 2 WGH Bocklämmer. Die können ab Mitte März weg. Die sind sozusagen auf Abruf bestellt. Möglich scheint jetzt aber, dass ein Lamm in die Gastronomie geht. Dann müsste das dort natürlich auch gefallen, denn Riesen sind es ja nicht. Aber wenn... wäre das ein Meilenstein
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 27. Februar 2020, 06:29:36
Ich bin übrigens wieder mal nicht artig gewesen. Ich habe eine tolle Einladung bekommen zwecks hiesiger Beweidungsprojekte  :-X

Das meint natürlich nicht unsere Projekte und sakradi... wir beweiden auch den Solling, stellvertretend für viele kleine Beweider, die nicht große Prestigeprojekte mit öffentlichen Geldern stemmen, sondern kleine , häufig vereinzelte Flächen pflegen, wovon viele Flächen auch gar nicht in Förderprogramme zu bringen sind.

Das Buffet der Köstlichkeiten interessiert mich zudem ja sehr. Wir können Wetten abschließen. Ob es da wohl Lamm gibt? Oder doch Rotes Höhenvieh und Heckrind, punkt.

Na sie haben ja jetzt noch eine email bekommen und haben die Möglichkeit abzuwägen. Und ich hab mich mal wieder furchtbar unbeliebt gemacht. Aber wie sagte meine Mutter so schön: ist der Ruf erst ruiniert...
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 27. Februar 2020, 06:34:25
Zu den Förderprogrammen... unser neues Pachtland wird diesbezüglich prompt schwierig. Bislang war da ...ich nenne es jetzt mal "Wasserförderung" drauf. Das können wir irrer Weise nicht abgreifen. Also während das Credo im Werra Meißner Kreis ja war: Beweidung ist immer Nährstoffentzug... möchte man hier für die Förderung eine Mahd. Jetzt ist Mahd so eine Sache. Zuweilen klappt das, dann wieder nicht. Das liegt an den Lohnunternehmen, die aus unerfindlichen Gründen trotz Absprache dann doch nicht kommen oder auch ja. Das geht nicht für Förderungen. Hab ich das unterschrieben, dann muss das gemacht werden. Also kann ich nur unterschreiben, was ich selber machen kann. Für Mahd, wenden, einpressen... fehlt mir die Technik
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Staudo am 27. Februar 2020, 06:39:47
Ganz, ganz vielen Dank für Deine Berichte. Sie zeigen die Mühen der Basisarbeit sehr deutlich.  ;)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 27. Februar 2020, 06:42:53
Immerhin dürfen wir zur Lammzeit rauf. Das ist mir das Wichtigste

Sehr geschmunzelt habe ich über den Rückruf, der noch mal darauf hinwies dass der Graben nicht beweidet werden darf.

Der Aufbau und das Prinzip eines Schafnetzes ist nicht jedem gegenwärtig  ;D
Wasser und Strom passt nicht zusammen. Wir hüten keine Bäche und Gräben. Auch wenn man bei Letzterem streiten könnte, ob es manchem Graben nicht gut täte. Bei dem hiesigen Graben möchte der Eigentümer den frei halten.

Also ist unterm Strich zu vermerken: Durchwandernde Wölfe wie zuletzt, die auch noch fast unmittelbar an unserer Herde vorbei laufen  halte ich nur ab, wenn das Netz ohne Lücken ( meint hier unten) schließt und ordentlich Wumms zuverlässig auf dem Zaun ist.
Bei Gräben... wäre das nicht gewährleistet, denn ich muss ja nachts auch mal mit Regen rechnen. Dann wäre das Netz plötzlich im Wasser und null Strom drauf. Ergo... wir haben keinerlei Interesse an der Beweidung von Gräben oder Bächen.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 27. Februar 2020, 06:45:48
Ohne die wird sich ja auch nichts ändern. Dann hätte man wissentlich zugesehen wie die Schäferei (allgemein) gegen die Wand fährt. Bei gleichzeitigem Glauben, man hätte ja staatlich furchtbar viel für die Schäfer getan, sprich, könne sich nur um Nachwuchsmangel handeln. Es ist anstrengender ein Sandkorn zu sein als Schäferin bei Wind und Wetter.  ::)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 27. Februar 2020, 09:58:03
Sogenannter Weidezwischenfall
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 27. Februar 2020, 10:00:59
Weswegen die Schäferin a aus gutem Grund diese Fläche mehr als einmal am Tag kontrolliert und b die Schäferin eine Schere in der Jacke hat  :P

Die Jungzibbe nahm es mit Geduld und einem Leckerchen im Bauch. Kam aber nach der 5 minütigen Operation auch gleich noch mal ran: Belohnung darf man da ja wohl erwarten dürfen, oder?
Gab es natürlich auch  ;)

Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Wühlmaus am 27. Februar 2020, 12:57:36
Sogenannter Weidezwischenfall
:o
Was war denn da los?

Und ja, Daumen werden gerne gedrückt 8)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Roeschen1 am 27. Februar 2020, 13:08:56
Brombeeren?
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 27. Februar 2020, 18:42:38
Ja, fiese Schlängelbrombeeren. Ich zupf so mancher anderer auch Ranken raus aus der Wolle. Nervig. Aber das Schlimmste ist ehrlich wenn sie festhängen. Ich habe jedes mal wenn ich da hinfahre ein flaues Gefühl im Magen. 3 mal war ich heute da. Bislang geht´s gut. Ich bin froh wenn sie da wieder runter sind und dann kreisel ich da mit dem Mulcher höchstpersönlich hinterher. Habe ich aber letztes Frühjahr auch. Und es ist ja nicht so, dass das der einzige Weidegang wäre  :P Die Fläche hatte ursprünglich riesige Brombeeraugen, war furchtbar verwahrlost. Seufz.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 29. Februar 2020, 06:37:07
Gestern gab es a) einen erneuten Weidezwischenfall. Die selbe Jungzibbe hing wieder in den Brombeeren fest. Dieses mal hatte mein Mann das zweifelhafte Vergnügen sie frei zu schneiden. Morgen kommen sie von dieser Fläche runter.
und was war b)?????

 ;D

Da haben es zwei eilig gehabt
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 29. Februar 2020, 06:41:03
Zwei süße und fitte Schnuckenmädels. Mein Mann war wieder die Krönung:

Auf die Frage:Wer ist denn die Mutter? sagte er: Äh, die, die immer so treudoof schaut  ;D

Ich fahre jetzt gleich in der Dämmerung raus und markiere sie und bestimme das Muttertier. Unsere ersten Schaflämmer 2020 und gleich so typisch: Hinschauen, feststellen dass alles klappt und freuen. Da flog gestern Abend ein Sektkorken: Auf eine gelungene Lammsaison 2020  :D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Waldschrat am 29. Februar 2020, 10:09:46
*freut sich mit und drückt alle Daumen*    :D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 29. Februar 2020, 15:28:59
 >:( wurde dann doch noch spannend. Von morgens auf mittags baute die deutlich kleinere ab. Ansonsten grundlos bei Sonnenschein und 9 Grad kann man nun wirklich nicht nörgeln. Hier wird nicht gestorben  >:( Weil die Schäferleins aber engmaschig kontrollieren, flog man auf. Hänger geholt, die drei reingesetzt. Kritisch mit dem Kopf gewackelt. Pulla gegeben, 2 Stunden drinnen auf Kirschkernkissen pennen lassen. Aha. 70 ml gesoffen. Konnte jetzt wieder in den Hänger. Mutti sichtlich erleichtert (das ist der Vorteil, wenn man nicht zu früh reingrätscht. Die Mutterbindung sitzt). Kräftige Stimme des Lamms... Hoffnung ist berechtigt.

Heißt für Schäferlein 1 : Ab zum Abzäunen und für Schäferlein 2: Ab zum Aufzäunen  ::) Danach.... kritische Überprüfung des Lamms. Notfalls noch mal eine Anschubfinanzierung, wie wir hier so Starterfläschchen nennen. Biestmilch hat sie ja. Sie ist allerdings wirklich sehr zierlich und Mutti hat das größte Schafeuter, das ich je sah  ::) Mutti ist übrigens Betty. Und die Töchter haben trotzig beide Namen bekommen, weil... wie gesagt. Hier gibt man den Löffel nicht so einfach
ab. Das haben bisher nur ganz wenige geschafft und wer Leopold mehrfach wieder vom Fluße Styx gefischt bekommen hat, den schockt so leicht nichts mehr. Sie heißen nun also Eibe und Esther. Mit B viel mir nichts sinnvolles mehr ein. Dann ist aber die Devise: Wenigstens Geschwister mit gleichem Anfangsbuchstaben.

Die junge Ziegenzibbe ist übrigens längst übern Berg. Fit wie Turnschuh  ;)

Ein letzter Blick in den Hänger: Lämmchen stehen beide neben Mutti und sehen gut aus. Na bitte. Jetzt bin ich auch sicher, dass Esther die Kurve bekommt
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Schnefrin am 29. Februar 2020, 18:02:26
Gratuliere!  :D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Waldschrat am 29. Februar 2020, 18:16:44
ja, auch  :D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 29. Februar 2020, 19:05:25
Sieht gut aus. Gab noch eine weitere Pulla. Die haben sich die Geschwister geteilt. Beide kreisen um ihren Trabanten Mutti. Meine Tochter ist im Landeanflug. Die darf die Bar noch mal um 20 Uhr öffnen. Ist ganz gut, dann bin ich nicht Konkurrenz zu Mutti und falls sich doch ein Flaschenlamm andeutet, ist das auf Flasche, aber nicht auf Person fixiert. Ansonsten wie erwartet Ruhe an der Lämmerfront. Morgen ziehen die Schnucken um. Dann haben wir auch nicht mehr das Brombeerrisiko. Allerdings ist auf dem Teufelspfad noch nicht rasend viel Futter. Egal. Da bekomme ich sie in der Nachtschichtwoche allein weiter geschubst. Das ist nur Zeitaufwand, aber kein technisches Problem. Aktuell wollen die Wuldschweine die beiden Wiesen umgraben. Na warte. Das schlagstärkste Gerät voll aufgedreht... mal sehen, ob da auch die Wilde Sau hupft.  ;D

Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Roeschen1 am 29. Februar 2020, 20:06:32
Ich drücke die Daumen, daß die 2 Kleinen übern Berg sind.
Falls du noch B-Namen suchst:
Bianca, Bea, Beatrice, Bella, Biggi, Berta, Biene, Berit, Brit, Babette, Becky, Bele, Benita, Bernadette, Bettina, Blanca, Blanche, Bobby, Branca, Bridget, Bruna, Britta, Brooke.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 01. März 2020, 07:23:56
Danke,viele laufen hier schon auf vier Beinen rum  ;D

Esther ist übern Berg. Wenn sie noch nicht auf der Talsohle angekommen ist, dann nur wegen der Größe. Heute morgen hat sie noch mal 60 ml gesoffen. War aber sichtlich nicht ganz nüchtern (das sieht man an der Flanke). Beide Lämmer laufen vergnügt im Hänger rum. Mama ist ein wenig verdrossen, was man ihr nachfühlen kann. Unsere Schafe sind das ja nicht gewöhnt. Das Trio bleibt mindestens bis morgen. Ist dann auch etwas wetterabhängig.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 01. März 2020, 10:11:04
Wenn wir etwas nicht geglaubt hätten, dann dass Ståtlig umgehend zur Tat schreiten würde. Wie verschüchtert sah der Herr neben den großen Schnuckendamen aus. Da kein anderer in Frage kommt, sind das seine Lämmer. Er hat also nur darauf gewartet bis wir davon gefahren waren und hat dann eifrig seine Mädels vernascht: Ein Bocklamm wurde heute geboren.  ;D Kräftig und fit. Seine Halbschwester Esther ist fit. Hat eben noch mal 70 ml gesoffen und stellte sich danach wie gewünscht gleich an Mamas Flanke.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 01. März 2020, 16:43:51
Es war Bentje, die das Bocklamm bekam. Sehr fitter Mops. Meine beiden Twiggys im Hänger sindallerdings auch fit. Drer Hänger rumpelt, hihi. Morgen dürfen sie in den Garten. Wenn ich dann den Sichtbeweis habe, dass Esther bei Mama mittrinkt und nicht nur bei mir die Pullas schlürft, dürfen sie wieder zu den anderen. Was nicht schlecht wäre, dennmanch eine Jungzibbe ist mit dem kleinen Bocklamm überfordert. Bentje ist zwar eine gewohnt gute Mutter, aber der kleine Vorwitz möchte halt zu gern mit anderen spielen.

Alle drei Fuhren sind umgezogen. Die ersten beiden gerammelt voll (bewusst), die dritte nur zu 1/3 belegt, weil der Lütte fit genug für hintenwar. Frisch ausgestreut war der Hänger eher ein Spieleldorado als alles andere.

Bei der dritten Fuhre gab es einen drive in: Fischbrötchen, hihi. Ein Ort feiert noch völlig unbeeindruckt vom Aschermittwoch Karneval. Wir kamen rechtzeitig mit der dritten Fuhre vor dem Umzug durch. So ein Fischbrötchen... ich könnte gar nicht mehr sagen, wann ich das letzte gegessen hätte. In den 90ern?! War auf jeden Fall urkomisch. Zwischen allen Jecken mit den Schafen  ;D

Birte war morgens mal wieder umegpurzelt. Bei den Skudden purzelte heute die dicke Berta. Direkter Hinweis darauf, dass es auch in der Gruppe nicht mehr lange dauert.

Hier ein Bild nach dem Umzug. Vorne rechts.... das Schlachtschiff Birte.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 01. März 2020, 16:50:16
Das neue Pachtland geht bis zu den Silageballen, die natürlich nicht von uns sind. Füttern nur Heu, keine Silage. Sie ziehen erst auf der einen Seite vom Graben runter und dann auf der anderen wieder zurück. Ein Wildschwein hatte sich nachts übrigens tatsächlich die Nase verbruzzelt. Hat dann aber doch danken Abstand davon genommen da durchzubrechen. Wir haben die Gerätemeist gedrosselt laufen, sonst fressen sie zu viel Strom. Aber für solche Flächen, die gewissermaßen "erstbesiedelt" werden... ist Strom der einzig wirksame Schutz. Auch vor den Hunden.  :P

Heute bekamen schon wieder so ein höchst durchdachter Spruch zu hören: Na kommt ja eh bald wieder die Zeit wo wir anleinen müssen.

Es ist meinen hochträchtigen Schafen ehrlich gesagt herzlich egal ob zum 1.4. wegen Setzzeit angeleint werden muss. Ich kann den Zusammenhang nicht verstehen. Umgekehrt wurde der Satz:" Das sind hochträchtige Schafe" auch nicht verstanden.

Ich habe den Herrn angerufen, der hier die Hundeführerscheinprüfung abnimmt. Er wird den Neulingen noch einen Satz zu Weidetieren mitgeben. Das ist sehr nett von ihm und erreicht sicher mehr als wenn wir uns den Mund fusselig reden.

Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 01. März 2020, 19:25:42
Bild von gestern: Esther. Gebraten auf und unter Kirschkernkissen.

Heute: Springinsfeld, na gut, Springimhänger

Belohnt wird man durch einen ruhigen Abend auf dem Teufelspfad. Meinereins mit dem Rechen Blätter aus dem Graben fischend, während bei den Schafen das Frühjahr ausbricht. Wörtlich. Lauter Jungzibben, die Bocksprünge-vollziehend über die Weide rasen. Mittendrin ein schwarzer Derwisch, der ganz vorne mitmischt. Mit fliegender Wolle: Die 12 jährige Pauline.

Nee, hihi. Die ist noch zu schade für die Wurst  ;D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Wühlmaus am 02. März 2020, 19:48:06
Zitat
Bild von gestern: Esther. Gebraten auf und unter Kirschkernkissen.

Heute: Springinsfeld, na gut, Springimhänger

Aus solchem Lohn zieht ihr sicher sehr viel Kraft :D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Sternrenette am 02. März 2020, 20:48:12
Süß :D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 03. März 2020, 19:49:17
Padauz, da lag die Schäferin auf der Nase. Mich hat ein Infekt ausgehebelt. Da ging nix mehr. Die Moral von der Geschicht: Beweidung macht man nicht allein. Es braucht ein Netzwerk im Fall der Fälle. Dankenswerter Weise haben wir ein solches. In diesem Fall kam mein Töchterlein angebraust, fütterte Esther, kochte für Mutti, zäunte und fütterte noch mal Esther... jetzt bin ich so weit erst mal wieder fit, nur müde. Das wird die Nacht richten. Morgen geht es wie gewohnt weiter.

An solchen Tagen kommt es ja gerne dicke. Mein Mann kam aus Nachtschicht. An Feierabend war nicht zu denken, da der Pickup ausgestiegen war. Das Allrad ging nicht mehr rein. Die Werkstatt fand den Fehler dem Himmel sei Dank flott. Ein Marderbiss  ::) Man könnte ja meinen... na und? Das andere Auto hat doch auch Allrad, dann nehmen sie halt den. Das geht leider derzeit nicht, denn der "Maiglöckchenweg"... ist kein Weg mehr. Der Abransport der Schnucken war schon "wildwest". Weil der Weg nur noch eine Sackgasse ist, muss der große Viehhänger ein gutes Stück rückwärts rein. Der Weg gleicht einer Schlammwüste. Der Hänger rutschte sonstwohun. Ich habe schon zu Fuß in der Weidezeit kontrolliert um den Weg zu schonen. Aber Wasser und Akku... da muss der Pickup ran. Nun nach dem Abstransport ist dort endgültig das Unterste nach oben gekehrt. Mit dem Yeti wäre gar nicht mehr dran zu denken da hin zu kommen. Das Zaunmaterial muss aber noch weg.

Ich erinnere noch den Satz, den ich bestimmt bald wieder in der Zeitung lesen kann: Der N. hält den Schäfern die Zugwege offen. Nun ja... ich würde ja durchaus rausziehen. Nur wohin? In die Vorgärten? Auf den jüdischen Friedhof?

 ::) Und dann wundern sie sich, wenn Flächen brach fallen. Völlig unerklärlich.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 04. März 2020, 10:58:19
Na endlich!  ;D

Die erste Skudde ist geboren. Quadratisch, praktisch, perfekt. Selbst wenn ich wollte, könnte ich den Floh nicht einfangen. Markiert wird, wenn wir über den Bach setzen. Ich denke, auch der Laie kann den Unterschied sehen. Skuddenlämmer haben nichts filigranes. Kompakt, geballte Ladung Leben. Man muss nicht exorbitant groß sein, um zäh zu sein.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Secret Garden am 04. März 2020, 11:12:12
Glückwunsch. :) Hach, diese süßen Löckchen.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Waldschrat am 04. März 2020, 12:44:20
Die Kirschkern-Esther ist ganz allerliebst  :D

Habt Ihr eigentlich mal was von Mäphisto gehört?
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 05. März 2020, 06:56:57
Leider noch nicht  ::)

Hier ein Bild von Medea. Nein, unser Div.-Schaf hat sich nicht eingeschissen. Es liebt die Leckmasse und schaut aus.... unbeschreiblich. Ich habe mich erst erschrocken, bis Medea vorführte wiiiiiie toll das Zeug ist  :-X

Es bekommt beachtliche Hörner, gelle?  8) Ich bin froh, dass Medea in der Lammzeit friedlich geblieben ist. Wenn es so bleibt wenn sie erwachsen ist, kann das ein Erfolgsmodell werden. Unsere Wacheinheit, die trotz Renntnerinnen und Jungzibbenin der Gruppebleiben kann. Am Ende hat alles sein Gutes
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 05. März 2020, 06:58:46
Ich kann mich noch so mühen, ich nenne sie immer noch "sie". Ich übe weiter, versprochen.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 05. März 2020, 08:31:20
Der Reigen geht weiter. Gerade als ich auf Kontrolle war, rutschte ein zweiter Zwilling auf die Welt. Mutter Maren kümmert sich routiniert. Unter das andere konnte ich schon drunter linsen. Eine Zibbe, Juchu!
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 05. März 2020, 21:26:20
Schade, dass keine Videos hochladbar sind. Die 2 sind der Knaller. Sie hüpfen in Bocksprüngen über die Weide. Am allerersten Tag ihres Lebens. Wenn man das nicht mit eigenen Augen gesehen hat... unfassbar  ;D

Alle sind wohlauf. Morgen möchte ich das Trio aus dem Garten schubsen. Zumindest testweise. Betty bekommt sonst einen Koller!
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 06. März 2020, 08:49:56
Zufriedenes Lächeln... heute herrscht Ruhe an der Geburtenfront. Nachdem das Wetter eher mau ist, ist mir das ganz recht. Zur Kontrolle hatte ich Kirschkernkissen und Notpulla dabei. Das konnte alles wieder unbenutzt heim gefahren werden. Die Zwillinge von gestern hüpfen weiter wie die Gummibälle über die Weide. Die Größeren sind eh außerhalb jeglicher Reichweite. Wollte ich Beowulf oder Theas Lamm einfangen... bräuchte ich großes Geschütz. Selbiges wird diesen Nachmittag eh aufgefahren: Der Wechsel über den Bach steht an und da werden sich die beiden Skuddenmütter zu recht weigern. Sprich.... Zaun stellen, Lämmer greifen, über den Bach tragen und dann setzen die Mütter ihrerseits höchst freiwillig rüber. Dann können wir die Lämmer auch endlich markieren. Wir tippen auf Mädels, eins wissen wir ja schon. Das wären dann Melinda und Melissa.  :D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Staudo am 06. März 2020, 09:42:40
Wenn ein Tier über dem Bach getauft wird, fände ich Mähander ganz passend.  8)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 07. März 2020, 07:02:49
Der ist echt saugut!

So, der Herrgott beliebt zu spaßen. Ich hatte gestern einen schweren Unfall. Ich wollte eine Schnucke entwurmen (Mann hatte ja Nachtschicht), bekam die auch zu fassen, klemmte sie zwischen die Beine, Emtwurmungspistole in der Hand.... ein Bocksprung des derzeit geschätzt 20 Prozent schwereren Tiers und ich dreht einen riesigen Salto undkam mit einem Krachen wieder auf. Nach einigen Minuten konnte ich immerhin hoch und auf einem Bein zum Zaunhumpeln. Beim Übersteigen des Zauns musste ich das Bein belasten - es krachte erneut, ich fiel erneut und dann ging nichts mehr

Warum ich das - trotz Tränchen im Gesicht, weil die Schmerzmedikation wieder ein Witz ist - immernoch vergleichsweise positiv bewerte:Es ist wahrlich kein ungefährliches Vergnügen, wenn man im Regen bei lausigen Temperaturen ohne spezielle Schafwolle rumrobbt. Ich sah aus wie ein Bundeswehrsoldat bei der Übung. Beim Auto angekommen, bekam ich immerhin noch mein Handy zu fassen und... das ist das eigentliche Wunder daran: Bekam Empfang. Also auf jeder anderen Weide wäre das ausgeschieden und dann wäre es äh... noch kälter geworden. Mann geweckt und nochmal 15 Minuten im Regen gelegen. Ins Auto rein kam ich nicht, ging auch doppelt nicht, denn mir war schlecht.

Das war alles wohlgemerkt mittags. Bis 15 Uhr saß ich klappernd im Krankenhauswartezimmer. Neuerdings ist der Ofen mein aller-, allerbester Freund

Es gilt wieder einmal (bitte nicht zukünftig alle 2 Jahre!) das soziale Netz einzuspannen. Heute, morgen und Montag sind schon mal gesichtert, inkl. Vereinseinsatz, der heute angesetzt war. Montag rufe ich bei der BG an und hoffe, dass - weil andere BG dieses mal - ein Betriebshelfer gewährt wird.

Was kaputt ist, weiß man nicht. Dazu braucht es ja MRT. Müsse ich halt rumfragen ob wo Termine zu haben seien.  :-X
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Staudo am 07. März 2020, 07:28:31
Mist.  :-\
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Rosenfee am 07. März 2020, 09:55:56
Menno :-\ Du musst Dich bei einem Unfall selbst um einen MRT-Termin kümmern? Obwohl Du im KH warst? Ich drück Dir sämtliche verfügbare Daumen, dass alles den Umständen entsprechend geregelt werden kann!!!!
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Waldschrat am 07. März 2020, 10:08:34
Oh je - gute Besserung und viel Hilfe  :-\
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: MissEd am 07. März 2020, 11:08:10
Verd... das sind keine schönen Neuigkeiten :o :(. Alle verfügbaren Daumen sind gedrückt - für schnelle Besserung, möglichst wenig bleibende Schäden an Dir, für ein reibungslos funktionierendes stabiles Netzwerk, für die Bereitstellung des Betriebshelfers und für (trotzdem) viel Humor und Optimismus!
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Schnefrin am 07. März 2020, 14:06:19
Ach du Sch ... das hat Dir ja grade noch gefehlt.
Wurde wenigstens geröntgt? Sind die Knochen heile?
Bei mir ging es damals mit MRT schnell, man muss aber ausdrücklich dazu sagen, dass es sich um Unfallfolgen handelt!

Ganz schnelle, rasche Besserung wünsche ich Dir und dass Du und die Schafe gut durch die Zeit kommen!
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Waldschrat am 07. März 2020, 14:34:23
Und darauf achten, dass es auch BG-Fall aufgenommen und gemeldet wird.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Euphrasia am 07. März 2020, 17:25:12
Oh nein! Gute Besserung!!!
Die haben Dich nach Hause geschickt, obwohl nicht klar ist, was los ist?  :o :-\
Ich drücke alle Daumen.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 07. März 2020, 18:34:57
Ich verstehe das auch nicht. Ja, ist als BG aufgenommen.

Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Luckyman am 07. März 2020, 19:18:23
Gute Besserung! Ich hatte nach einem Arbeitsunfall (Knie), bei einem Röntgeninstitut angerufen und sofort einen MRT-Termin bekommen am nächsten Tag, musste "nur" angeben, dass es ein Arbeitsunfall war. Viel Erfolg und ich drück die Daumen, dass es nicht so arg ist.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: dmks am 07. März 2020, 20:03:15
Ich drück die Daumen daß nix schlimmes ist und wünsch gute Besserung!
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Alstertalflora am 07. März 2020, 20:40:51
Verd..., was für ein Pech ! Gute Besserung ! Ich laboriere seit bestimmt 4 Wochen auch noch immer mit meinem Knie herum, obwohl es „nur“ eine starke Prellung war ( übrigens ohne „Feindeinwirkung“, es sei denn, man bezeichnet eine Obstkiste als Feind). Sowas kann man als Tierhalter so überhaupt nicht gebrauchen  >:(! Ich drücke die Daumen, dass es nichts gar so Schlimmes ist 👍!
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 08. März 2020, 08:23:03
Wenn der komisch zusammengewachsene rechte Fuß wieder für die Tierhaltung taugt, dann wird das Knie den Status auch erreichen können. So ist zumindest meine Einstellung.
Seit gestern habe ich einen Rollator, juchu. An dem hüpft es sich besser als an Krücken und man kann in der Küche hin und her rollern anstatt jedes mal von der einen auf die andere Seite zu springen. Da der lauter Extras hat, kann ich jetzt auch was transportieren, anstatt alles in einen Sack um den Hals zu stecken.
Langeweile werde ich bestimmt nicht bekommen.  ::) Es ist genügend Bürokratie da.

Das Wetter ist goldig. Ich bin gespannt wann ich die erste Meldung von draußen bekomme. Gestern hat das Fienchen gelammt. Großer Einling. Beide wohlauf.

Es ist das Härteste die Lämmer nicht aufwachsen sehen zu können  >:( Aber vielleicht geht Knie ja schneller als Fuß. Morgen wissen wir mehr.

Heute kommen drei Helfer. Sprich... Sorgen muss ich mir keine machen. Das soziale Netz greift.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Secret Garden am 08. März 2020, 10:38:46
Ach frauenschuh, was für ein Mist. Hoffentlich heilt alles schnell und vollständig. Schön, dass Du den Mut und Deinen Humor nicht verlierst. :)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: oile am 08. März 2020, 11:45:41
Oh je frauenschuh, gute Besserung! Bei allen Terminen,  die Du machst, bitte gleich sagen,  dass es ein BG-Unfall ist. Die müssen dann bestimmte Zeitfenster einhalten.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Roeschen1 am 08. März 2020, 14:16:10
Alles Gute für die Schäferin und Schäfchen mit Lämmchen.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 09. März 2020, 10:34:07
Da fiel heute morgen mit lautem Poltern ein Stein vom Herzen. Töchterlein weilt jetzt wieder in Hannover. Wir bekommen von der BG einen Betreibshelfer bezahlt, der diese Lücke dann füllt.  :) Da kann man sich doch wirklich guten Gewissens auf die Heilung konzentrieren.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 09. März 2020, 10:49:35
Nur das mit dem MRT... prust... Ende März. Nach Ende meiner Krankschreibung.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Rosenfee am 09. März 2020, 17:16:15
Dann ist Dir ja erstmal ein bisschen Last von den Schultern genommen, wenn ein Betriebshelfer bewilligt wurde. MRT-Termin in vier Wochen, bei einem Unfall - das verstehe ich nicht.
Alles Gute für Dich und die Schafe!
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 10. März 2020, 07:10:36
Trallahops... morgen MRT. Ich kullere in den Harz dazu.  ;D Geht doch vorwärts, juchu.

Betriebshelfer ist auch gefunden.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: oile am 10. März 2020, 12:37:02
Trallahops... morgen MRT. Ich kullere in den Harz dazu.  ;D Geht doch vorwärts, juchu.

Sag ich doch. BG kann ein Zauberwort sein.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Waldschrat am 10. März 2020, 15:24:45
So isses - gute Besserung
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Staudo am 10. März 2020, 15:51:05
Die BG zahlt besser als die Krankenkassen. Das merke ich an den Beitragsbescheiden.  ::)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Rosenfee am 10. März 2020, 19:16:23
Gut so, Frauenschuh!
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Wühlmaus am 10. März 2020, 22:48:33
Unabhängig vom Ergebnis des MRT: einfach Gute Besserung!!
Und ich finde es toll, dass es einen Betriebshelfer gibt ;) Ich hoffe, er kommt mit euren Tieren und dem Gelände klar!
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Staudo am 11. März 2020, 07:58:18
Ein Gärtnerkollege hatte mal den gestellten Betriebshelfer vom Hof gejagt.  ;D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Rosenfee am 11. März 2020, 11:26:46
Nimm ihr nicht die Zuversicht!
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Krusemünte am 11. März 2020, 14:54:56
Auch von mir gute Besserung!  :)

Normalerweise bin ich hier ja nur ein stiller, aber sehr interessierter Mitleser. Deine regelmäßigen Berichte und Appelle haben mich dazu animiert doch mal zu schauen ob ich hier in der Umgebung jemanden finde der auch Schaffleisch verkauft. Ich konnte sogar einen Hof finden, zwar am anderen Ende des Landkreises aber Bio und sogar Skudden. In der näheren Zukunft werde ich also mal einen Ausflug dahin machen und meiner Familie Schaffleisch näher bringen.  :D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 12. März 2020, 08:02:40
Unsere Betriebshelferin ist wunderbar. Sie hat ganz viel richtiges Gesprür für Tiere und hat im Handumdrehen gelernt Netze zu stellen und abzubauen. Manche Momente sind auch sehr lustig. Gestern war ja das MRT und uns erreichte ein Anruf: Ein Tier ist nicht fit.
Frank rätselte: Was für eine Markierung hat es denn. Vorne? hinten? Grün oder blau?
Alles nicht
???
Ah, eine Mutter? Ohrmarke?
Weiß ich nicht. Liegt auf dem Rücken!!!
 ;D
Bitte umdrehen!

Ihr hättet es schon gewusst. Purzelqueen Birte hatte es mal wieder geschafft. Konnte aber noch nicht lange gelegen haben, da mein Mann aus gutem Grund für 3 mal täglich Kontrolle sorgt. Alles gut. Birte trollte sich ihrer Wege  ;)

Sehr zu pass kommt uns, dass wir ein überwiegendes Einlingsjahr haben!!! Lauter kapitale Lämmer. Die Wiedereingliederung von Betty mit Eibe und Esther ist indes gescheitert. Die sind in den Stall umgezogen. Esther lebt, so weit alles gut. Aber sie benötigt weiter Zusatzpulla und kommt nicht dafür ran. Und keiner hat Lust auf der Weide quer hinter ihr her zu laufen. Es gibt Schlimmeres als eine Stallcrew, die nun neben den Ziegen steht. Die Verlustrate liegtweiter bei 0  :D

Mein MRT: Sagte nichts Gutes. Ich weiß inzwischen ganz genau, wie es sich anhört wenn Bänder und Sehnen reißen. Ich sagte es mehrfach am Freitag in der Klinik. Dort hat man nur widerwillig überhaupt eine MRT-Überweisung ausgestellt. Prellung ja. Eventuell einen Kniebinnenschaden. Das MRT sprach dagegen schwarz auf weiss-grau und unmissverständlich: OP

Ich glaube ja, dass denen täglich einige Simulanten durch die Notfallambulanz hopsen. Aber persönlich fühle ich mich nicht ernst genommen. Nun muss erst der Befund zum BG Arzt. Morgen, am Freitag wird der sagen: OP. Und dann überlegt Euch, wann dann ein Termin erfolgen wird. Frühestens ja nächste Woche. Das alles in einer Zeit, in der in den beiden hiesigen Landkreises die ersten Coronafälle aufgetreten sind. Sprich... ich habe weniger Angst vor Corona als davor, dass wie bereits in anderen Krankenhäusern geplante OP´s abgesagt werden. Und dann würde sich meine Nase noch deutlich mehr krausen, denn ein MRT.... hätte die einliefernde Klinik ja gehabt und der BG- Arzt vorgestern meinte eben auch prompt: Verstehen muss man das nicht.

Kann man auch nicht. Oder mindestens ich nicht. Ich hätte im Bett auch bis 22 Uhr ausgeharrt, wenn nur ein Bildchen gemacht worden wäre. Dann wäre mindestens schon der OP Termin gestanden.

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Bringt nichts. Trotzig guck. Ich bin resilient. Ich komme schon wieder auf die Beine. Irgendwann. 4 Wochen haben wir diese wundervolle Betriebshelferin. Danach... verzieht sie leider. Entweder kann ich dann wieder hopsen oder es muss ein anderer Betriebshelfer her.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 12. März 2020, 08:07:03
Man sollte es nicht beschreien  ;D Eben erreichte mich ein Foto von Skudden-Zwillingen. Aber gut. Bei den Skudden ist es wurscht, solange sie nicht zu dritt sind. Das doppelt wachsame Augenmerk liegt einfach auf den Schnucken, deren Lämmer deutlich filigraner sind.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Staudo am 12. März 2020, 08:12:02
4 Wochen haben wir diese wundervolle Betriebshelferin.

Lobe sie ordentlich.  ;)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: oile am 12. März 2020, 09:50:10
Gute Besserung weiterhin.
Aus meiner Sicht ist die OP in Deinem Fall notwendig, insofern unabweisbar. Du bist ein BG-Fall und da geht es um Wiedereingliederung.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 12. März 2020, 11:20:36
Im Moment rudert die BG am Telefon sogar beim Betriebshelfer zurück.  ::)

Das nutzt nix. Ohne die Betriebshelferin geht es nicht. Also notfalls gehen hier die Reserven drauf. Gar keine Wahl.

Solche psychischen Belastungen verzögern Heilungsverläufe. Ob denen das klar ist? Ich höre jetzt eine Meditation und versuche wieder ruhig zu werden.  :-\
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Staudo am 12. März 2020, 12:07:56
Wie wäre es mit Schäfchenzählen?
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Roeschen1 am 12. März 2020, 12:13:21
Oh je, gestern hörte ich, "wir haben ein sehr gutes Gesundheitssystem".
Wenn ich hier lese, denke ich, es sind verschiedene Länder gemeint.
Ich wünsche dir sehr, daß nicht noch mehr Zeit verloren wird und du bald wieder auf die Beine kommst.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 12. März 2020, 12:28:51
Lieben Dank  :-*

Ich dachte das am Freitag. Ich kam eingesudelt in die Klinik. Ich habe Rollstuhl, Helfer und Betten angefasst. Dass ich Tierhalterin bin, war von Anfang an bekannt. Dass mir nur einer mal die Hände wenn nicht gewaschen so doch desinfiziert hätte?
In Tierhaltung kreisen oft multiresistente Keime.
Im Hygieneumgang... sehe ich dieses Gesundheitssystem im Mittelalter.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Roeschen1 am 12. März 2020, 12:36:40
Armes Deutschland
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Crambe am 12. März 2020, 13:05:42
Frauenschuh, ich wünsche dir alles Gute!  :-*  Und deinen Schafmamas und Schafbabys natürlich auch!
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 13. März 2020, 08:22:19
Ich bin deprimiert. Die Befunde sind immer noch nicht da. Ich versuchte es jetzt telefonisch erneut zu beschleunigen... aber ob bis mittag da noch der Durchbruch kommt?! Und geplante Operationen sollen eh nicht mehr durchgeführt werden.  :-X

Hm... kann man ein Knie so fest tapen, dass nichts rausspringt? Operationen wo plastisch ersetzt werden muss, können doch wohl auch später noch stattfinden oder bleibt das ein Dauerausfall? Keine Tabletten mehr - und ich bekomme nur einen Termin wenn die Befunde da sind?! Tut mir leid... aber jetzt liegen die Nerven blank. Eine Woche lang ist nüscht Richtung Instandsetzung passiert. Für BG.... schwach. Gut, noch nicht so schwach wie bei der BG das letzte mal. Aber so langsam geht es in die Richtung. Die Thrombosespritzen gehen auch aus. Wenn da Montag kein Nachschub rollt... geht das oder nicht. Pervers. Man surft im Internet für Infos. Aber bitte... wenigstens habe ich kaum Chancen mich mit Corona zu infizieren.  :P Raus komme ich eh nicht. Das sind jetzt auch Zeichen eines Zwingerkollers. Wer sonst jeden Tag stundenlang draußen ist, der bekommt Zustände. Erst recht wenn - und da gleich sich die Szenarien zum letzten Unfall - Zeit verplempert wird und kein Ende in Sicht. 3 Monate nach OP wieder voll belastbar steht im Internet. 3 Monate. Ob das jemand versteht was das für uns heißt?????
Ohne Betriebshelfer? Wie soll das denn gehen???

Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 13. März 2020, 09:07:03
Termin Uniklinik frühestens Ende April zur Besprechung Nicht zur OP wohlgemerkt. Also BG... ist kein Zauberwort
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 13. März 2020, 09:15:39
Und jetzt kommt die Krönung: Die BG sagt, Knie ist kein BG_Fall. Sie übernehmen die Kosten nicht.

Aufknüpfen?
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Secret Garden am 13. März 2020, 10:06:42
Einen Rechtsanwalt kontaktieren. Meine Nachbarin musste nach einem Treppensturz bei der Arbeit einen Kreuzbandriss am Knie operieren lassen, da wollte die Berufsgenossenschaft auch nicht zahlen. So etwas braucht man zusätzlich zu Schmerzen und Sorgen wirklich nicht auch noch. Halt die Ohren steif, frauenschuh. :-*
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 13. März 2020, 10:29:44
Danke für die Info. Wenigstens habe ich eine Rechtschutzversicherung. Wobei... konsequenterweise würde die jetzt auch nicht zahlen wegen irgendwelcher Schlupflöcher.

Hatte ich bei der letzten BG Geschichte ja Glück dass der Fuß und nicht das Knie betroffen war. Dass ich das mal sage!
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Roeschen1 am 13. März 2020, 11:07:55
Schlimmer geht nimmer.
Was sagt denn dein Arzt dazu?
Bekommst du in einer größeren Stadt einen früheren Termin?
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Waldschrat am 13. März 2020, 11:08:12
Was war denn die Begründung für die für mich unverständliche Ablehnung?
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 13. März 2020, 11:51:02
Knie kann man auch durch Sport oder so vorverletzt haben. Deswege hat es auch einen Extrafragebogen Knie.

Ich habe in meinem ganzen Leben noch nie was mit einem der Knie gehabt. Nüscht. Und ich habe für Sport keine Zeit. Die Weiden sind genügend Sport.

Die Rechtschutzversicherung habe ich vorbereitet. Auch da kam ein wackelnder Kopf. Ich bin gespannt.

Ebene kam der Anruf des D Arztes der Befund sei da.

Das nutzte aber nichts mehr, denn ich kann vom Land nicht in die Stadt bis 12 Uhr. Sprich... Termin Montag.

Die Kniesprechstunde ist ja Uni. Wie geschrieben... da ginge es erst Ende April weiter. Ich nehme kaum an, dass die Praxis das operieren kann, aber ich lass mich überraschen. Mittlerweile schiele ich nach Kniebandagen, die das Bein schienen. Weil... das wird ja auf absehbare Zeit nicht operiert werden und irgendwie müssen wir zurecht kommen.

Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Waldschrat am 13. März 2020, 12:15:42
Auf jeden Fall Rechtsmittel einlegen.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Roeschen1 am 13. März 2020, 15:14:45
Mein Freund hatte mit den Bändern an Knöchel und Knie zu tun. Er trug eine Manschette, ein enger stabiler Gummistrumpf, welcher das Gelenk stabilisiert.
Vielleicht ist das was für dich.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Sternrenette am 13. März 2020, 22:31:22
Keinen Anwalt, die haben keine Ahnung und sind teuer: VdK. Das sind die Spezialisten dafür, ca 50 Euro Jahresbeitrag.

Ein Anwaltsbrief kostet 300 Euro.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Schnefrin am 14. März 2020, 17:21:17
Das kommt auf den Anwalt an.

Frauenschuh, das liest sich ja alles ganz schlimm. Ich drücke die Daumen, dass bald alles wieder ins Lot kommt und die BG letztendlich zahlt!
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Brezel am 14. März 2020, 21:27:26
In meiner Wunschvorstellung gäbe es einen engagierten Hausarzt, der alle Hebel in Bewegung setzt, damit die OP zeitnah (notfalls in einem weiter entfernten Krankenhaus) durchgeführt werden kann. Und den Streit mit der BG müsste dann die Krankenkasse austragen. Aber ist wahrscheinlich naiv, diese Vorstellung.  :-\

Alles Gute für Dich!
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 14. März 2020, 21:55:14
Von gestern mittag bis heute habe ich das Bett nicht verlassen. Das nennt man moralische Aushölung. Bis eben ein Anruf kam von einer Freundin. Jetzt bin ich einerseits wieder bereit die Ärmel hochzukrempeln, andererseits erschüttert was die Diagnose angeht, sprich... ich fühle mich gerade wie im Schleudergang. Na warte. Ich komm zurück auf die Weide!  >:( Jetzt erst recht!

Sie nutzt ihre Kontakte bei der Presse, ich meine. Jetzt werden Helfer über die Zeitung gesucht. Schlicht weil ich nicht in der Lage bin über einen so langen Zeitraum einen Betriebshelfer zu zahlen. No chance. Das hieße Notschlachtung der vom Aussterben bedrohten Rassen. Das kann es nicht sein, um keinen Preis. Ich liege ja noch nicht in der Kiste! Das Leben der Tiere kann ja nicht an den Anwandlungen einer BG liegen. Prozesse sind gut und schön - dauern aber zu lange. Wir brauchen die Hilfe jetzt!

Dazu muss ich mich schlau machen zwecks crowdfunding. Noch keinen Plan. Aber ohne OP - und so sieht das dank Corona wohl aus - wird das lange dauern. Das hält kein Betrieb aus, darauf muss man sich einstellen.

Wer weiß wofür es gut ist - hätte meine Mutter gesagt. Normalerweise stünde ich in den Apotheken im Virenfeuer. Auch daran ist gar nicht dran zu denken.

Pikant dabei... da ich mit ziemlicher Sicherheit die magische 6 Wochen Grenze reißen werde: Ich durfte nur entweder den Antrag auf Betriebshelfer oder auf Verletztengeld stellen. Ich habe mich für Betriebshelfer entschieden, weil die Tiere versorgt werden müssen. Den ich eventuell aber eben nicht genehmigt bekomme. Darauf müsse ich mich einstellen. Ich bin ja gespannt, woher dann das Verletztengeld nach den 6 Wochen kommen wird. KK? Oder doch gar nicht? 

Eins ist mir bewusst: In diesen Zeiten bin ich bei weitem nicht die Einzige, die sich über die finanzielle Existenz Sorgen macht. Das eint sogar einen großen Teil der Bevölkerung.
Corona hat auch auf verschlungene Wegen uns alle im Griff.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Roeschen1 am 14. März 2020, 22:03:31
Wieviele Tiere hast du?
Gäbe es eine Möglichkeit die Schafe zeitlich begrenzt wo unterzustellen?
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 15. März 2020, 08:28:52
Scheidet aus. Man kann die kleinen Lämmer gar nicht über weitere Strecken transportieren. Die Bockgruppe reduziert sich demnächst wegen Verwertung auf die Hälfte. Wenn es sich zuspitzt, müssen Pauline und Afrodithe als erstes in die Truhe. Da ich aber nicht sehe, dass 2 Tiere einen durchschlagenden Erfolg bringen - zumal spätestens im Mai die Fressnasen auch gebraucht werden damit die Flächen gepflegt werden können - ist das kein sinnvoller Gang.

Nein, auch am Tag 1 nach restart glimmt ein entschlossener Funke in meinen Augen. Wir schaffen das!
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Staudo am 15. März 2020, 08:33:27
Wenn mir zwischenzeitlich nicht der Himmel oder andere schlimme Sachen auf den Kopf fallen, kaufe ich Dir nächstes Jahr wieder ein geschlachtetes Lamm ab. Versprochen!  ;) Suchst Du weitere Käufer oder ist der Absatz gesichert?
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 15. März 2020, 09:52:13
Weitere Käufer auch  ::) Wir bekommen zwar noch mal 4 - 5 Skudden zur Osterzeit vom letzten Jahr los - allerdings zum Wursten, das tut preislich und "an sich" weh. Kleine Skudden sind ja nicht giftig. Der Braten sättigt nur keine ganze Familie. Da sind aber dieses Jahr noch 2 WGH, zu dem einen, der ins Herdbuch soll. Das ist nicht tragisch, erstens kann ich noch mal 2 Wackelinteressenten anrufen und notfalls gehen die in den nächsten 2 Wochen bei uns in die Truhe. Meine Hände sind ja einsatzfähig. Aber das nächste Jahr, sprich der Absatz der jetzigen Lämmer... wird wieder spannend. Slow food... bin ich bis heute nicht in die Liste der Produzenten aufgenommen. WGH
Ist ja schön, dass ihnen die WGH so gefällt. Aber solange keiner kauft... nutzt das für den Erhalt auch nichts.
Das eine Testlamm für die Gastronomie wird Montag vom Gastronomen direkt vom Schlachter geholt. Schaun wir mal, wie die Resonanz sein wird. Für uns war es jetzt passend eine Fressnase weniger. Einzig an der Bockgruppe kann man ja mengenmäßig derzeit schrauben. Wobei mein Mann betont wie ihn diese Bockgruppe begeistert. Hänger vorfahren, ein Pfiff, alle drin.  ;D Den Zögerling hattest Du ja auf Deinem Tisch. Seitdem geht das Umstellen deutlich schneller  ;D

Es ist eine mixed pickeld Lammsaison was die Stückzahlen angeht. Viele Einlinge und einige Zwillinge. Damit müsste die Menge Lämmer in etwa der vom vergangenen Jahr entsprechen. Abwarten. Noch stehen etliche Geburten aus. Es ist für uns in der Situation sehr angenehm, dass sie so portionsweise "fallen". Heute gab es bei den Skudden einmal Zwillinge, fit, alles gut. Bislang sind 0 Verluste aufgetreten, sprich... wir können sehr zufrieden sein. Es wäre alles gut... wenn nicht die BG das Damoklesschwert über uns aufgehängt hätte. Das muss ich jetzt wegpusten, umhängen... irgendwas muss mir einfallen!
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Staudo am 15. März 2020, 10:05:27
Falle bloß nicht um!

Wer hier mitliest und in der Nähe Göttingens wohnt oder dort vorbeikommt, darf sich also gern beim Sollingschaf melden. Wer Sollingschaf isst, macht aktiv etwas für den Naturschutz.  8)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Roeschen1 am 15. März 2020, 17:21:47
Gibt es die Möglichkeit einen Praktikanten/in anzuheuern?
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Felcofan am 15. März 2020, 21:45:50
oder eventuell solche WOOFer?

(working opportunities on organic farms)

https://www.wwoof.de

keine Ahnung, wie passabel dein Englisch ist und wie schnell das bei denen geht, oder ob auch deutsch-sprachige unterwegs sind

meine Nichte hat mal in Canada Blaubeeren geerntet 3 Wochen lang.

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jetzt mal so gesehen, ist das natürlich nicht optimales Timing, in nächster Zeit international reisende Globetrotter-Leut auf euren Hof zu holen...

vielleicht was für längerfristig?

"Erleichterungs-Faktor" schwankt natürlich von Volontär zu Volontär, ich hab mal den Berichten einer Flower farming-Dame gefolgt, ein paar waren halt auch komplett unbegabt...


gutes Durchhalten und Nerven bewahren von einer Gelegenheitsverspeiserin von weißen hornlosen Moorschnucken

(ergänzt) PS: da scheint der Ansatz, per Zeitungsartikel in der Region zu suchen, vielversprechender
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 16. März 2020, 08:15:20
Auch ein guter Tipp, vielen Dank! :-*

Gestern hat mich mein Mann zu 2 Gruppen gefahren. Kurz vorher waren erneut Skuddenzwillinge gefallen. 2 fitte Mädels  ;D Es war schön zu sehen, wie tiefenentspannt Knuth in der Gruppe graste. Und eine völlig aufgelöste Helikoptermutter Thea versuchte hinter ihrem Lamm her zu hechten, das mit Marens Zwilligen als "hasch mich ich bin der Frühling" über die Weide sauste.  ;D
Bei den Schnucken sah es etwas weniger gut aus. Esther bleibt winzig. In der Gruppe ist auch Fienchen, eine Skuddenmutter mit Lamm. Ein Bild der beiden Lämmer nebeneinander zeigt, dass die jüngere Skudde größer ist als Esther. Alle anderen sind fit wie die Turnschuhe. Esther auch in so weit, als dass es Geschick und Geduld benötigt sie zu catchen. Das ist ja nunmal zwingend für die Flasche  ;D Mein Mann kann sich nicht recht überwinden sie aufzustallen. Für die Sozialstruktur ist es draußen auch besser und es ist derzeit mild.

Heute ist noch mal D Arzttermin. Mal sehen, was der jetzt spricht. Mindestens brauche ich mal wieder Schmerzmittel und Thrombosespritzen.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Wühlmaus am 16. März 2020, 10:21:47
Mönsch Frauenschuh :o Wat ein Schiet :o :-\
Das kann ja nur noch besser werden!!!
Haltet durch und du die  Ohren steif🤗
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 16. März 2020, 14:01:25
Danke  ;)

Ersteinmal bin ich dankbar, dass der D-Arzt einen eindeutigen BG Fall sieht. Mein Knie war in total altersgerechtem Zustand bevor ich durch die Luft segelte, das beweist das MRT. Und es war ja auch kein aus dem Stand umfallen, sondern mit Katapult durch die Luft geschossen, weswegen ich mir da erst mal keine Sorgen machen solle. Gut. Bleibt abzuwarten, ob das meine Sachbearbeiterin nach den Befunden auch so sehen wird, oder ob es tatsächlich auf einen m.E. völlig überflüssigen Rechtsstreit hinaus läuft.
Er konnte auch noch erwirken, dass ich Donnerstag in der Uniklinik vorstellig werden darf. Ob es allerdings wegen Corona noch zur OP kommt... unklar. Beruhigt hat er mich, indem er sagte, für das Endergebnis sei es wurscht, ob ich in 2 oder 10 Wochen operiert werde. Antwort meinerseits: Ähm... wenn die BG einen Betriebshelfer zahlt, ja. Sonst... grande Katastrophe.

Davon ab, dass meine beiden Arbeitgeberinnen natürlich unglücklich sind. Corona und logisch viel zu tun. Ausgerechnet jetzt eine Angestellte auf der Wartebank einer OP... ist da nicht die erfreulichste Vison. Ich solle darstellen, dass ich versorgunsrelevant bin 8) Ich glaube nicht, dass das Einfluss hat.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: oile am 16. März 2020, 14:34:26
Versorgungsrelevant? Doch, das kann sehr wohl entscheidend sein.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: RosaRot am 17. März 2020, 16:01:05
Alles Gut für Dich Frauenschuh! :-* :-* :-*
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 17. März 2020, 18:08:05
Danke! Heute habe ich Teil 1 der Herdbuchdaten übermittelt. Also von 16 der 17 Lämmer. Bei Nummero 17 fehlt mir noch das Geschlecht. 4 Mütter stehen noch aus. Wenn ich das unübersichtliche Programm noch richtig im Kopf habe, müsste ein deutlicher Mädelsüberschuss vorhanden sein. Ich hoffe, das ist nicht nur Wunschdenken. Für mich war das jetzt sehr mühsam, da mein Mann per Handy an mich meldet. Die sehr kleinen Skudden sind mit Farbmarkierungen versehen, noch nicht mit Nummern. Jetzt wäre es hilfreich gewesen, wenn man die Ablammliste hätte ausdrucken können. Dann könnte man mit dem Ausdruck auf die Weide und dort tackern und die Nummern gleich an die entsprechenden Stellen einsetzen.  ::) Gut, das Leben ist kein Wunschkonzert. Ich werde den Ausdruck postalisch anfordern. Immerhin sind Namen gefunden - auch deswegen war das kein Spaziergang. Da mag der LSV ja drüber schmunzeln - aber wie oft hat uns das schon die Arneit vereinfach. Ala... Minette muss entwurmt werden oder muss die Klauen geschnitten bekommen. Wer sucht denn auf der Weide nach einer Nummer? Da würde man ja irre!

Immerhin habe ich jetzt schon mal bei den Skudden den Überblick. Wir sind dort bald fetig mit der Lammzeit. Morgen mache ich die Eintragungen der Schnucken. Da liegt der Schwerpunkt auf nordischen Namen, sprich... wird es noch etwas schwieriger  ;D Da sind aber wohl - so ich die ganzen Meldungen im Hirn richtig zuordne - die Zibben noch lange nicht mit der Lammung durch. Das wäre ja auch zu erwarten, da der Bock ja neu im Geschäft war.

Beunruhigen tut mich, dass von Mähphisto noch keine Lämmer eingetragen sind. Gut. Normalerweise meldet man ja auch erst, wenn die Nummern drin sind. Ich habe mich jetzt nur vorgewagt, weil es für mich ferndiagnostisch schwieriger als sonst ist, den Überblick zu behalten.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 19. März 2020, 12:05:42
Tja... was soll ich sagen. Super nette Ärztin. Aber geplante OP´s... ist nicht mehr. Also OP bei mir irgendwann. Gibt noch eine hübsche Orthese und dann... äh, sowas wie Corona-knockout auf andere Art halt. Dass ich ja nicht zu viel und keinesfalls, bei aller Versorgunsrelevanz und gutem Willen in Ehren, sprich NEIN.  :-X
Das ist ja wie wenn man einen Wildvogel in den Käfig sperrt. Auf unbestimmte Zeit, nicht nur für einen überschaubaren Zeitraum.  :-X So wartet jetzt alles auf den Bescheid der BG.

Davon unbeeindruckt purzelte heute ein weiteres WGH-Lamm. Soll fit und munter sein.  ::) Ich bekomme ja alles nur noch second hand gemeldet. Ich zeige Symptome eines Zwingerkollers  :P
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Staudo am 19. März 2020, 13:16:21
Beantrage bei der BG einen Behindertenfahrdienst.  :-X
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 19. März 2020, 15:43:18
Das muss wenn der Arzt verschreiben ::) Ich weiß auch noch nicht, wie ich zur Physio komme.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Waldschrat am 19. März 2020, 16:05:21
Das ist aber auch ein Mist. Außer Daumendrücken, und das tu ich,  kann ich leider nix helfen.  :-\
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Crambe am 20. März 2020, 13:14:54
Wir sind weit vom Solling weg, aber wenn wir dir mit Bestellungen helfen können, gerne! Ansonsten gerne weitere Hilfen über PM!  :-*
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 21. März 2020, 17:42:45
Danke für´s Angebot.

Heute habe ich von meinem Mann zwei gute Nachrichten bekommen: Er hat sich entschieden die Deckböcke raus zu nehmen. Das ist... nicht gerade wenig heikel und ich war leicht grün um die Nase. Er hatte sich allerdings einen Schlachtplan zurecht gelegt: Erst 4 Skuddenbocklämmer vom letzten Jahr auf eine jungfräuliche Weide bringen. Dann Skuddendeckbock Knuth dazu. Dann den WGH.... DONG!!!! Nicht unerwartet wurde es hier kritisch. Er wollte in dem Gemenge wohl über den Zaun. Da er im Stall kugelrund geworden ist, bremste ihn die Schwerkraft, was meinen Mann in Action brachte  ;D Liegender Zaun und wegspratzende Böcke... bitte nicht. Er bekam den Eingewickelten rechtzeitig aus dem Netz geborgen und irgendwann bekam sich die Gruppe ein. Dann kamen aber noch die anderen, ausgewachsenen Böcke. Heute werden sie abends müde sein :-X Immerhin konnte mir mein Mann berichten, dass keiner zu Schaden kam. Und er hat damit natürlich die Gefahr gebannt, dass Knuth gleich wieder deckt. Sonst haben wir im Herbst erneuten Lämmersegen  :P

Zweite gute Nachricht: Längst überfällig und bereits als unbemerkt verlammt erachtet, gab es Nachwuchs bei Grete, die ja bis heute beim Bock stand. Damit entfiel die Premiere WGH-Bock und Lamm. Man muss sich mal vorstellen, wieviele Wochen die mit ihm in Quarantäne stand, ohne dass er sie belegt hat! Wenn irgendwas streng saisonal ist, dann WGH´s!

Hier ein Bild, das mein Mann von den Böcken nach der Vereinigung schickte. Friedliches Mampfen  ;)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 22. März 2020, 10:46:35
Prust, ich muss mich korrigieren. Mein Mann pingte eben pflichtschuldigst die Nummer der Mutter. Das war die definitiv verlammte Antje. Sprich... da ist wohl nur in der Frühträchtigkeit eine Zwillingsanlage abgegangen. Da war der Popo blutig und wir waren alle traurig. Gestern hat sie eine Zibbe gelammt. Klasse. Derweil schauen wir ratlos auf Grete. Hat er die gar nicht belegt?! Sie war in der Quarantäne auch etwas dominant ihm gegenüber. Aber gut... noch sind nicht die letzten Lämmer da. Da kann man noch hoffen. Sehr rund ist sie allerdings nicht  ::)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Wühlmaus am 22. März 2020, 14:30:53
Nur gut, dass das Lammen offenbar heuer recht unproblematisch verläuft und  es keine Flaschenkinder (bis auf Eines?) gibt.
So liest es sich zumindest für mich.
Halte(t) weiter die Ohren steif  :-*
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 23. März 2020, 07:53:00
Hätte ich bis heute morgen auch gesagt. Heute morgen leider ein Lamm tot. Ein Älteres. Da muss mein Mann die Mutter fangen und nachsehen, denn der Pansen war nicht gefüllt. ::) So was kann einem echt den Mut nehmen. Ich muss aber auch fair bleiben... all die Lämmer und Gruppen ohne mich im Griff zu behalten ist eine Kür, die bestmöglich gelingt. Dass meine Erfahrung dabei fehlt... können wir in diesem Jahr leider nicht ändern.  ::) Wenigstens konnte ich gestern Abend ferndiagnostisch einem Züchteranfänger zur Seite stehen. Das scheint auch gefruchtet zu haben. Trauer bleibt dennoch. Und Frust, weil ich ja immer nur alles ferndiagnostisch mitbekomme. Bei den eigenen und den anderen  >:( Kurzer Anfall von Zwingerkoller...
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 25. März 2020, 10:21:03
Hier rollt ein Felsen vom Herz: Die Betriebshelferin ist genehmigt worden!

Ich wüsste auch nicht, was wir ohne die gemacht hätten  ::)

;D egal, wir sind gerettet

Meine Person wurde heute an die Scheune gekarrt, weil ein weiterer Problemfall bestand: Trutchen hat eins ihrer Lämmer verstoßen. Das korrigierte auch kein enges Aufstallen, womit ich heute entschieden habe: Raus. Raus bevor sie die kleine Theodora noch umbringt. Theodora plärrte gar fürchterlich, weil eine Rabenmutter besser als keine Mutter. Sie verstummte aber schlagartig, als Esther dazu geholt wurde, die locker für 2 brüllte. Da Esther aber extrem zurück bleibt, macht das Sinn sie ebenfalls raus zu holen. So sitzen Theodora und Esther also nun im Hänger. Vorzugsweise in der Sonne und verdauen gemütlich. Denn Hunger hatten sie prompt beide. Obwohl Esther erst vor einer Stunde und Theodora vor 20 Minuten die letzte Flasche hatten. Gut. Darf ich jetzt mal so egoistisch sein? Für meine Psyche gibt es Schlimmeres, als dass ich mehrfach täglich ein Lamm auf den Schoß gesetzt bekomme  8)

Denn zu verdauen gibt es schon den nächsten Klops: Physio... bekommen nur noch Notfälle. Für diese Woche bin ich als Notfall betrachtet worden. Das entscheidet sich aber von Woche zu Woche neu. Also jaaaaa, dann bliebe noch Selbstheilungshypnose bei youtube und auf dem gleichen Kanal irgendwelche Physiovideos. Am Ende bin ich vollkommen "alternaiv" unterwegs. Zumindest falls das Ergebnis überzeugen sollte.Das kann man nur mit Galgenhumor nehmen, sonder verzweifelt man. Wobei... auf meine Hypnosen lasse ich eh schon nichts kommen. Das ist mir vollkommen wurscht was andere dazu sagen. Wobei damals das Schmerzseminar der anderen BG witzigerweise genau das mit empfohlen hat. Wie gut, dass ich das in meiner Verzweiflung vorher schon online gefunden hatte.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 25. März 2020, 10:22:13
 :D Na Mensch, hätte ich Euch doch beinahe das Bild der beiden Mädels unterschlagen. Man beachte die Größe bei deutlichem Altersunterschied!!!
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Staudo am 25. März 2020, 11:22:41
Das wirkt besser als jede Physio.  ;)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Roeschen1 am 25. März 2020, 12:21:12
Viel Glück den beiden Lämmchen,
und der Adoptivmama.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Waldschrat am 25. März 2020, 18:43:49
Ja  :D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: dmks am 25. März 2020, 20:56:10
Ein Programmierer sieht auf den Foto zwei defragmentierte Zebras! ;D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Schnefrin am 25. März 2020, 23:22:49
Ich sehe zwei knuddelige Lämmer. Alles Gute für die Beiden und für alle anderen natürlich auch!
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Wühlmaus am 26. März 2020, 10:07:06
Hier rollt ein Felsen vom Herz: Die Betriebshelferin ist genehmigt worden!
...

Das ist ja mal eine gute Nachricht :D

Und viel Erfolg für dich und die kleinen Seelentröster!
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 28. März 2020, 12:20:49
So, die Lämmer sind abgegeben. Weil...

Ich den nächsten Sturz hatte. Mangels Schiene ist nun alles im Knie kaputt. 6 Wochen nicht belasten. Schwere Knochenkontusion obenauf.

Ich werde mich in diesem Faden lange nicht mehr melden, denn das soll ja hier um Schafe gehen und nicht um Krankengeschichten

Bleibt gesund. Nicht nur hinsichtlich Corona. Es ist nicht einfach denn der Rettungswagen abgewiesen wird weil nur noch Corona geht.

Alles Gute!
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Waldschrat am 28. März 2020, 13:13:08
Ach Herrje - gute Besserung *drück Dich*
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Rosenfee am 28. März 2020, 17:42:39
Menno, Frauenschuh, was für ein Mist! Gute Besserung und fühl Dich gedrückt....
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Wühlmaus am 29. März 2020, 01:04:51
 :o :-[
Mönsch Frauenschuh :-\
Ich wünsche alles, alles Gute! Und bitte, bitte, halte die Ohren steif!
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 12. April 2020, 14:09:34
Frohe Ostergrüße aus dem Krankenstand!

Am besten mit einem Bild von Theodora. Erfreulicherweise bekomme ich immer wieder Bildchen. Ist ein wenig wie dem Esel eine Karotte vor die Nase hängen. Nur dass dieser Esel derzeit angebunden ist.  :P Immerhinsoll ich heute noch raus gebracht werden um die nächsten Lämmer zu tackern. Wichtig fürs Herdbuch bevor noch die Markierungen verschwinden...
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 12. April 2020, 17:44:31
Vorsichtig auf eine Bank gesetzt, bekam ich heute 7 Lämmer gereicht. Und so klackerte es eifrig und die Piercings saßen.

Eine von 2en, die auf jeden Fall gehen werden: Marens Tochter. Maren kam zurück und ist deswegen eine unserer ganz wenigen hornlosen Skuddenmütter. 2 Mädels. 2 mal hornlos  :P Da kann man hier noch so süß aus der Wolle schauen
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 12. April 2020, 18:24:08
Da war sie konsequent. Unsere Thea - ebenfalls hornlos - hat behornten Nachwuchs. Thea ist ein liebenswerter Füßetrampler. Deswegen durfte sie trotz Manko (in unseren Augen) bleiben. Es erfreut besonders, wenn sie Nachwuchs mit Hörnern "liefert".
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Roeschen1 am 14. April 2020, 20:09:25
Das schwarze Schaf der Familie, so süß.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 15. April 2020, 08:08:54
So ist es! Das fehlt mir auch total: Dank dem reinerbig weißem Knuth hat es hier ja nur weiße Lämmer. Der nächste Deckbock muss wieder schwarz sein!

Gestern war ich mit unserem neuen Betreibshelfer draußen. Am Rand stehen und Tipps geben  ::) Heute morgen bin ich vollkommen zerrissen. A) war es körperlich zu viel B) hatte das auch etwas von seelischer Grausamkeit. Mir fehlen eben nicht nur die Schafe und die Lämmer - mir fehlt auch die Arbeit. Diese fast meditative Tätigkeit des Zaunsteckens  ::)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Anubias am 15. April 2020, 19:42:33
Klappt es denn gut mit dem Betriebshelfer ?
Glaub ich, dass man da frustriert neben steht.  :-\

Meine Schwester hat mir Bilder ihrer diesjährigen Lämmer geschickt.
Das ein oder andere wird wohl in Salamiform zu Weihnachten bei mir landen...
Das ist eine nicht näher definierte Mischung aus Suffolk, Schwarzkopf und ganz viel Coburger Fuchs, hat man mir erklärt.

Ursprünglich war das mal eine Pferdeweide, der schaf- und wolfsichere Zaun geht einmal ganz außen drum herum.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 16. April 2020, 09:54:51
Doch, wir sind zufrieden. Ist ja auch noch Einarbeitungsphase, da ist noch alles neu für ihn. Heute stellen sie Tiere um und sammeln Kotproben.

Diese Woche sollen die letzten Skuddenjungböcke in die Schlachtung. Das müsste noch mal Arbeitserleichterung bringen. Ein WGH Jungbock hat wohl einen Käufer gefunden. Glaueb ich immer erst, wenn er vom Hof rollt. Aber wenn, kann das dem Knaben nur zu wünschen sein. Die wenigsten ziehen ja das große Los und haben fortan eine eigene Herde. Wenn ich es richtig im Kopf habe, müssten es am Ende 8 Tiere weniger sein. Das wird man in der Zäunungsgeschwindigkeit der Bockgruppe deutlich spüren.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 16. April 2020, 12:56:46
Was mir übrigens Sorgen bereitet: Die Landesforsten beklagen schon einen mangelnden Absatz von Wildbret.
Bei uns war der Absatz ja eh gering und muss noch dringlich wachsen.
Offenbar schleudert aber Corona das Ruder wieder rum. Billig muss es sein. Ja also... wir können viel. Aber billig können wir nicht. Nicht dauerhaft.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Staudo am 16. April 2020, 13:45:35
Wildbret kauft man sich für gewöhnlich für festliche Anlässe. Da die österlichen Familienfeiern ausgefallen sind, kann das durchaus Folgen auf den Preis haben. Mal unter uns: teuer finde ich euer Schaffleisch wirklich nicht. Da werden in Berliner Bio-Läden ganz andere Preise verlangt.

Ende der Werbung.  ;)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Sternrenette am 16. April 2020, 16:23:06
Das Gleiche hieß es von Rindfleisch. Rindsrouladen und Rinderbraten werden anscheinend nur in der Wrtschaft gegessen, daher gibts in dem Bereich grad Absatzschwierigkeiten.

 ???
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 17. April 2020, 17:30:08
Folgerichtig geht auch unser Schlachter nicht ans Telefon. Wir ziehen nächste Woche die Reißleine und bringen die erste drei zum türkischen Schlachter für Eigenbedarf. Die sind jetzt ein Jahr alt, da wird nicht auf ein Wunder gewartet.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Roeschen1 am 17. April 2020, 19:37:03
Gibt es einen Unterschied in der Art des Schlachtens zwischen deutsch und türkisch?
Wie wird ein Schaf bei euch ins Jenseits befördert?
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 18. April 2020, 09:26:48
Ich kann den nur allerwärmstens loben! Er ist ohne dass er es wusste von einem Schäfer beim Tötungsprozess beobachtet worden. Er macht das sehr ordentlich, den Vorschriften entsprechend. Nix schächten! Er hat auch sehr große, helle, fluffig ausgetreute Stallungen, wo die Tiere einen Abend vorher zur Ruhe kommen können.

Das ist stramm zu trennen von den Deppen, die mich mit Anrufen terrorisieren: Du Lamm, ich schächten, was kosten.

Da kannst schon mal den genervten Tonfall in meiner Stimme deutlich raushören. Denen kommt man auch mit keinem Text in der Anzeige bei. Weil sie nicht genug Deutsch können. Die lesen nur "Lämmer" und schon geht der Automatismus los. Auch der Preis hindert sie nicht. Da mutiert das Telefon zum türkischen Basar. Bislang bekommt man sie fast alle mit der Nachfrage nach der Betriebsnummer.

Nervig.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 22. April 2020, 07:20:24
Was für ein schrottiges Jahr. Gestern lag eine Skuddenmutter auf der Weide. Euterentzündung. Hatten wir in all den Jahren so nicht. Der Tierarzt spritzte ein Antibiotikum. Man kann nur hoffen, dass Minette es schafft. Auch wenn sie automatisch aus der Zucht fällt (Risiko zu hoch, dass eine Zitze nicht mehr produziert), könnte sie hier bei uns alt werden. 6 Jahre ist für so ein nettes Tier eigentlich zu wenig. Sie war das erste Lamm meines ehemaligen Flaschenlamms Mina. Weil Mina damals komplett panisch war, hat Mutti bei der Geburt geholfen und auch nachdrücklich dafür gesorgt, dass Mina eine gute Mutter wurde. Nein. Ich bin nicht bereit dafür Minette gehen zu lassen.  :P Ich kann ihr aber nicht helfen. Es ist seelische Grausamkeit auf andere angewiesen zu sein. Mal sehen welche Meldung ich heute morgen bekomme. Sie ist aufgestallt.

Ein WGH Flaschenlamm war eingegangen. Das Einzellamm stellte mich vor unlösbare Probleme - auch wenn sie nicht bei mir ist. Also kaufte ich ferndiagnostisch ein Coburger Fuchs Drillingslamm. Gestern kamen nun also Skuddenzwillinge dazu.  :P

Drückt bitte die Daumen. Auch wenn die Quoten im Normlbereich sind - ich bin mental angeschlagen. Es muss jetzt ruhiger werden.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 22. April 2020, 12:58:44
Wenn Du glaubst es geht nicht mehr...

Das Lichtlein scheint für Minette, die die Kurve zu bekommen scheint. Öffz. Und als letzte Geburt kam heute das Lamm von Grete an: Eine kleine Zibbe. Nachdem ihre älteste Tochter Trutchen auch aus der Zucht genommen wird, bin ich heilfroh, dass die Linie erneut weiblichen Nachwuchs bekommen hat. Da stammen so Traumschnucken wie Isolde raus. Kann nur gut werden  :)

Gut, wer Kinder oder Tiere hat, hat Sorgen. Aber so langsam würde eine ruhigere Phase echt gelegen kommen...
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 22. April 2020, 13:40:31
Das ist mein Schoggi-Schaf  :)

Im Vergleich, trotz Drilling,deutlich größer als unsere
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 22. April 2020, 13:42:09
Das hatte vor dem Umzug bislang nur Stall gekannt. Sie werden an der Leine auf die Wiese gebracht - unsere mümmeln begeistert Gras. Schoggischaf meint: Meine Grassuppe fress ich nicht. Was die Bäuerin nicht kennt...
Abends gehen sie in den Stall.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Staudo am 22. April 2020, 14:08:05
Weil Du zu Hause Langeweile hast, kaufst Du Schafe?  ;)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 22. April 2020, 16:56:05
Du würdest nicht glauben, wie oft ich das gehört habe  :-X

Für die, die sich diese Frage ernsthaft stellen: Ein Schaf ist ein Herdentier. Ein Schaf oder Lamm allein ist Tierquälerei. Davon ab, dass das Lamm sich dann Ersatz sucht: Den Betreuer. Der kann dann keinen Schritt mehr tun, ohne dass das Lamm nicht blökt BÖÖÖH?
Geht der Betreuer gar weg, dann klingt das für die Nachbarn so:
BÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖH

 ;D

Das Schoggischaf war somit die einzige erträgliche Variante. Für beide Seiten. Was ich am Ende mit einem Coburger Fuchs anfangen soll... habe ich auch keinerlei Ahnung. Wahrscheinlich läuft sie mit den Rentnerinnen mit.  ::)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 22. April 2020, 16:57:40
Einzig interessant sind die Verhaltensstudien. Die Schnucke ist auf jeden Fall die Stimmgewaltigste  :-X
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 23. April 2020, 17:04:29
Es sieht so aus, als könnte ich im Mai operiert werden. Bitte haltet Abstand, damit die OP nicht erneut ins Nirwana verschoben wird  ;) Meine Schäfchen und ich würden es herzlich danken!
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Irm am 23. April 2020, 17:25:46
Ich halte Abstand und drücke Daumen  :D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Waldschrat am 23. April 2020, 17:49:50
Ich auch  :D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Rosenfee am 23. April 2020, 20:31:23
Ich auch :D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Wühlmaus am 23. April 2020, 22:58:02
Da schließe ich mich doch gerne an!!!
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 24. April 2020, 08:05:51
Mit Entsetzen musste ich heute in der Zeitung lesen, dass Niedersachsen vorpreschen will: HerrWeil hofft auf Sport und Kultur, Gottesdienste und Angebote für Kinder.

Es mag ja manchem entgangen sein: Aber nicht nur Corona-Krüppel wie ich warten vergebens auf eine OP. Selbst Tumor-OP´s sind ausgesetzt.

Bitte haltet Abstand!!!! Und vielen Dank an all die, die im Hinterkopf haben, dass sie damit die Schwachen der Gesellschaft schützen und diese nicht durchs Sieb fallen lassen.

Wie krass ist die Situation für die, deren Einschränkungen wirklich belastend sind. Zum Beispiel die Downie Tochter meines Mannes, die wir auch weiterhin auf absehbare Zeit nicht besuchen dürfen. Die nicht arbeiten darf und das Heim nicht verlassen darf. Die das Ganze auch geistig gar nicht begreifen kann Das... sind Einschränkungen, die weh tun. Und nicht, ob man einen Gottesdienst viral oder live erlebt.  :P Und dennoch sehen wir sie lieber von verantwortlichen Entscheidungsträgern so geschützt, als von Träumern, die sich mit den wissenschaftlichen Hintergründen nicht hinreichend beschäftigt haben.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Roeschen1 am 24. April 2020, 09:55:49
Gestern sah ich bei vielen jungen Leuten nicht die Verantwortung, Begrüßung mit Handschlag, in Gruppen unterwegs ohne Abstand.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 24. April 2020, 18:50:11
Von einem, der auszog seine eigene Herde zu finden...

Viele Grüße nach Erfurt: Arne hat uns heute verlassen. Zukünftig hat er seine eigene kleine Schnuckenherde.

So etwas freut. Ist ein hübscher kleiner Kerl, der heute Abend spontan 5 cm wachsen wird  ;D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Waldschrat am 24. April 2020, 19:50:58
schön - freut mich für beide Parteien (Arne und Euch)  :D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 24. April 2020, 21:07:35
 :) Er gefällt. Schon sind erste Bilder gelandet. Inkl. Wunsch im Herbst die Herde über uns noch weiter aufzustocken.  ;) Gerne doch!
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Wühlmaus am 26. April 2020, 13:24:29
Gute Nachrichten tun zu diesen Zeiten doch besonders gut :)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Roeschen1 am 26. April 2020, 21:45:26
Umzug zur nächsten Weide.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Roeschen1 am 26. April 2020, 21:47:49
 :)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Roeschen1 am 26. April 2020, 21:51:11
Der Schäferhund war beschäftigt.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Roeschen1 am 26. April 2020, 21:55:02
Angekommen,
ein schwarzes Schaf geschoren sieht besonders aus.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Roeschen1 am 26. April 2020, 21:58:37
Rast im Schatten
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Felcofan am 28. April 2020, 16:30:24
schüchterne Fachfrage, wo der Schafe-Faden grad aktiv ist, zur Schur...

gibt es einen sinnvollen Grund, im Herbst zu scheren?

Sohnemann kam von einem Schulprojekt wieder, und berichtete, da hatten sie auf ca. Oktober einige Schafe der kleinen SchauHerde geschoren.

Hat mich sehr verwundert von wegen Winterfestigkeit und so.

Dankeschön

F
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Roeschen1 am 28. April 2020, 19:29:34
Vielleicht waren es Merinoschafe, welche für ihre große Menge feine Wolle gezüchtet wurden. Denen wird es vielleicht im Stall,
wenn es eng ist, sonst zu warm.
Den Schafen vom Geigersberg war es geschoren viel zu warm.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Asinella am 28. April 2020, 20:26:28
Bei manchen v.a. rauhwolligen Rassen wie Bergschafen wächst so schnell soviel Wolle, dass eine zweite Schur im Herbst sinnvoll ist.
Die kräuslige Wolle der Merinos ist da anders.

Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Felcofan am 29. April 2020, 15:13:36
dankeschön,
hatte überhaupt nicht "Stallproblem" in Erwägung gezogen.

es war eine kleine Landschafrasse, und die Aufstallung scheint da ein Faktor zu sein  ???

dabei bräuchten die das wohl nicht, aber ist dann anderes THema
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 29. April 2020, 17:20:00
Wenn die Überwinterung im Stall stattfindet, ist die Herbstschur ganz normal. Dann passen mehr in den Stall. Ganz davon ab, dass es denen sonst auch tatsächlich sehr warm im Stall wird.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 30. April 2020, 15:51:41
Richtig gut finde ich, dass die Skudde nun auch in die Arche des Geschmacks von Slow food geschlüpft ist. Vielleicht ergibt sich ja zukünftig daraus etwas...
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 03. Mai 2020, 16:26:20
Anfang Mai: Die weiblichen Skuddenlämmer sind Ausverkauf vom Hersteller. Es sind mehr Interessenten als Lämmer da.  ;D Anzeige ist deaktiviert

Anfang Mai: Kein einziger Kaufinteressent für die WGH´s. Wie immer  ::)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 04. Mai 2020, 13:18:36
Es droht mal wieder Ungemach. Es folgen die neuen FFH Ausweisungen. Nachtigall ich hör ...
Jip.
Es droht damit die Kulissenänderung und damit deutlich weniger Förderung. Dazu noch zeitliche Beschränkung. Damit droht das Gesamtkunstwerk zu kippen

Nun... auch der einzige Wanderschäfer der Gegend jettet im Winterhalbjahr durch die Täler. Wir sind also nicht allein mit der Problematik. Im Umkehrschluss sind wir aber eben so ziemlich die letzten Bewirtschafter.

Man darf gespannt sein wie das Tauziehen endet 🙄
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Wühlmaus am 06. Mai 2020, 09:32:33
Ich musste erst nachsehen: FFH=Fauna-Flora-Habitat
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 06. Mai 2020, 14:28:50
Genau!

Also wir scheinen mit einem blauen Auge davon zu kommen. So ich die winzig kleinen schwarz weißen Karten richtig gedeutet habe, ist nur ein Tal betroffen, das wir im Pflegevertrag bewirtschaften. Dazu eine Streuobstwiese, die mein Mann im kommenden Jahr entern wollte. Dann eben nicht. Ärgerlich ist ein Tal, das wir ebenfalls entern wollten, das derzeit fast komplett brach gefallen ist. Also sozusagen schon 15 Minuten nach 12 in der Sukzession. Auch hiervon nehmen wir dankend Abstand. Dabei gab es da schon ein Kaufangebot.

 ::)

Mei... persönlich hätte ich gesagt... die Täler ließen sich am besten erhalten, wenn sie als Gesamtkunstwerk einen Betrieb ernähren könnten. Wenn man da einzelne raussäbelt, kann das den anderen das Genick brechen. Aber die Bewirtschafter sind bei so was bislang wohl eher selten gefragt worden. Eher freut man sich dann an Kulissenlandschaften, die zwar so aussehen wie intaktes Grünland, die aber das Versprechen nicht halten, wenn man genauer hinsieht.  ::)

Keine Kennart, nicht gefördert... aber so eine zarte Arnikablüte, die uns, wenn mich nicht alles täuscht, dieses Jahr begrüßen könnte... bekommt man nicht ohne extensive Bewirtschaftung.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Staudo am 06. Mai 2020, 21:33:48
Verstehe ich es richtig, dass der behördliche Naturschutz den praktischen verhindert ???
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 07. Mai 2020, 14:24:58
Genau!

Wenn man bedenkt wieviel Geld andernorts ausgegeben wird, um verloren gegangene Strukturen neu zu erstellen... könnte man sich die Haare einzeln ausreißen.

Dabei führt insbesondere die Vorstellung, dass nur von Mai bis Oktober beweidet werden soll, zu irrwitzigen Konstrukten und zusätzlich mangelnder Wirtschaftlichkeit. Da rast mancheiner im gestreckten Galopp mit seiner Herde durch Täler um die Prämie einzustreichen - dashat aber nichts mit notwendiger Pflege zu tun!

Anekdote am Rande: Unser Schoggischaf-Lamm kannte nur Muttermilch und Silage wegen Stallaufzucht. Da wir Letztere nicht haben und auch nie haben werden, hatte Schoggi ein Problem. Gras? Heu? Nein Danke! Kannte sie nicht.Die Quintessenz waren einige Tierarztbesuche und ein aufgepiekter Bauch, weil die Verdauung streikte. Inzwischen hat sie gelernt Gras zu fressen, was das Lamm genesen ließ. Solche Anpassungsschwierigkeiten haben unsere draußen geborenen und gehaltenen Lämmer nicht!

Immer wieder versuche ich den Verantwortlichen zu erklären, dass "durch den Winter ziehen" etwas völlig anderes meint als Winterstandweiden. Wir verursachen keine Matschestellen. Wir haben einen peinlich genauen Blick auf Grasnarbe und Tiere. Wäre ja möglich auch so etwas im Gesetzestext auszuformulieren. Sehnsüchtig denke ich an das Projekt "Schaf schafft Landschaft". Da setzen unter anderem deren Landesforsten (anderes Bundesland) darauf den Schäfern Flächen zu verschaffen, auf denen sie in der kalten Jahreshälfte (und davon ist ja beileibe nicht alles kalt) und zum Kräfte tanken nach den Magerrasen ziehen können. Da hat wer zugehört.

Hier hat man als "Lösung" überwiegend die Wiesentäler aus dem FFH Gebiet ausgeklammert. Das führt zu dem Paradoxon, dass man sogar Gülle fahren dürfte. Auf unserer benachbarten Fläche ist die Grasauflage über Stein so dünn, dass man nur mit viel Gefühl und stabilisierenden Weidepfählen das Netz stellen kann. Am Ende des Tals ist eine Trinkwasserquelle. Nun gut. Darüber muss man sich nicht aufregen, denn die wird dauerhaft eh versiegen. Dennoch fragt man sich ja...

Umgekehrt sollte das NSG im Nachbarlandkreis ja in die landwirtschaftliche Förderung gehen, weil die ca. 250 € pro Jahr dem Landkreis zu viel sind. Letztes Jahr wurde eingemessen. Dieses Jahr folgerichtig die Nachricht, dass die eine Fläche die Mindestgröße für eine landwirtschaftliche Förderung unterschreitet. Wenn ich allein vorrechne, was Spritkosten und Netzeverlust (beratungsresistentes Reh) uns da kosten... dann müsste jeder Landkreis vernunftsorientiert die Landebeleuchtung anknipsen und den roten Teppich ausrollen damit wir die Tiere hinstellen. Wohlgemerkt liegen beide Flächen im Hang. Plus Colchicumbestand, weswegen der Mäher über den Hang auf die andere Seite transportiert werden muss. Hier sehe ich nach wie vor raaaaabenschwarz, dass das ein anderer nach uns machen wird.

Umso wichtiger ist es uns, dass wir wenigstens für die hiesigen Flächen später einen Nachfolger finden. Alles arbeiten zielt genau darauf ab. Für uns wäre es zweifelsohne besser wir würden nicht noch weiter wachsen. Nur noch umschichten. Aber das Gesamtkunstwerk wäre eben ein anderes: Durch die Täler durchziehen können. Möglichst wenig Hängertransporte. Ganzjährige Nutzung und genügende Größe. Ob der Nachfolger Lammzeit drinnen oder draußen haben will - da werde ich Abstriche machen. Die Schäfer lernen es so. Dutzende Buchten bauen... wer sich das antun will, bitte. Hat bei Wirtschaftsrassen ja den Vorteil, dass die Mütter zielgerichtet gepimpt werden können. Bei vielen Rassen ist auch nicht mehr die notwendige Mütterlichkeit da.

Derzeit steht Leopold gerade hier. Ich müsste mal ein Bild einstellen. Damit man den Zwergenwuchs von Burenziegen auf Magerflächen versteht. Die sind eben nicht Kraftfutter-gepimpt. Seine Mutter war riesig. Die Ziegenlämmer von Wirtschaftsrassen stünden jetzt  bei anderen auch noch drinnen. Gepimpt und mit folgerichtig reichlich Fleischansatz. Unsere Lämmer sind "Flächen-adaptiert". Das zeigt ich mit jeder 2. Generation. Egal wie groß die Mütter waren. Und auch die 2. Generation kleinere Mütter produziert exakt diese Größe. Nur eine Biotopfläche weicht davon ab: Die Lummerke. Der Rest ist im Ergebnis immer gleich. Bure in fast Zwergziegenformat.

Drum... das Ganze ist so vielschichtig, dass nur der, der tieferen Einblick in die Materie hat, ein Flächenmanagement aufstellen kann, das dem Flächen- als auch dem Tierwohl dient. Ich musste ja auch gerade erst von einer Naturschutzvertreterin hören, dass die Schäfer eben wegen dem Wolf dann nachts die Tiere reinholen müssen.  :-X Ohne Worte. Dazu hätten wir keine Möglichkeit. Und ich muss kein Hellseher sein, um zu wissen, dass das viele andere auch nicht können. Wegen der Distanz, wegen dem Platz, wegen der Bockgruppe und den Muttern und den abgesetzten  Lämmern – alle getrennt, wegen Zeit (Nebenerwerb?!) ect. Also wollte ich von der Lummerke jeden Tag heimziehen, zahlt der Staat wie in der Schweiz eine Behirtung? Arbeiten nebenher geht dann nimmer. Problem: Sommerwärts sind es Minimum 3, meist 4 Gruppen, die stehen. Die alle im Größenbereich 20 km ziehen müssten. Wann wäre denn da der Tag zu Ende? Und wann begänne er morgens? Wie regelte sich das mit der Straßenverschmutzung? Wer zahlt die Kosten für die Hunde (mehrere, die müssten in Schicht arbeiten). Aber dieses mangelnde Wissen der Natur der Schäfereien ist beileibe nicht nur ein Problem der Naturschützer, sondern eben viel mehr von Beamten und der Politik. Und manchmal paradoxer Weise auch von den Schäfern untereinander. Jede Schäferei ist eben anders. Was eben schon mal an den Naturräumen liegt, die sie pflegen. Und ob man Wirtschaftsrassen, Mix oder Herdbuchzucht betreibt. 101 Parameter. Helfen kann also keine Pauschallösung, sondern eigentlich nur die, die sich an den Möglichkeiten vor Ort orientiert. Hier gibt es keine fetten Flächen zu erschwinglichen Preisen. Das mag andernorts möglich sein. Aber hier habe ich nicht die Möglichkeit vor den Tälern Flächen zu pachten. Das ist gutes Ackerland. Keine Chance da rein zugrätschen. Und wenn stünden die Tiere auch noch ortsnah. Mehr als ein paar Tage im Jahr machen das Anwohner nicht mit. Wohldosiert sind wir gern gelitten. Jeden Tag verköddelte Straßen und abendliches Geblöke... alles hat ein Ende nur die Wurst…
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 07. Mai 2020, 14:56:16
Burenzwergziegen  ::) Rechts Leopold, links Herr Caramell
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 07. Mai 2020, 15:01:34
Nix Zwerge, sondern stattliche Schafböcke - weil Landschaftspflegerassen, die eben mit weniger auskommen als die Fleischziegenrasse Bure. Da hat sich übrigens einer reingeschummelt. Da hat mein Mann wohl denÜberblick verloren gehabt. Als die Gruppe ausstieg rief die Schäferin kritisch aus dem Küchenfenster: was ist das???
Vorne im Bild steht eindeutig ein WGH Bocklamm vom letzten Jahr. Laut meinem Mann waren bereits alle weg.

Die stehen übrigens im Garten, weil mein Mann und unser Betriebshelfer gleich anfangen zu scheren  :)

Da wird dann später mit der Ohrmarkennummer zu analysieren sein, wer dem Schlachter von der Schippe gesprungen ist. Und dann husch zu ebay Kleinanzeigen mit ihm.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 07. Mai 2020, 15:16:29
Hab nachgeschaut... es ist Gero, der Bruder von der letzjärigen Gira, der zierlichen Giraffe mit Startproblemen. Der ist noch nicht mal vorbewertet gewesen. Na gut. So übel schaut er nicht aus. Wenn ein Mixerl-Züchter ihn entern möchte, dann bitte. Ansonsten hat er jetzt wohl Zufallsglück gehabt und verstärkt die Bockgruppe. Anbieten kann ich ihn nur, bis sie kommende Woche auf die Lummerke gebracht werden. Aus dem Hang fängt ihn keiner mehr. Die Zeiten solcher Schabernaks sind vorbei. Nicht, dass mein Mann auch noch mit Bänderrissen ausfällt  :-X

Dass sich so ein Bock ums Schicksal herum schummelt, hatten wir auch noch nicht. Der muss ja beeindruckend jedes mal weggetaucht sein  ;D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 07. Mai 2020, 16:27:51
Tristan. Man beachte die Wolle. Nein, so ein Schaf friert im Winter nicht  ;D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 07. Mai 2020, 16:40:20
Der einzigartige Jonas. Ein männliches Hosentaschenschaf ohne Aggressivität dem Menschen gegenüber. In der Gruppe sind Tristan und Jonas allerdings die Chefs. Seine Schwester Isolde ist ebenfalls ein Hosentaschenschaf und ich denke auch für meinen Mann zu sprechen: Unsere absolute Lieblingsschnucke.

Man merkt: Sabine ist im Schaf-Rausch. Da die Böcke im Garten geschoren werden, kann ich endlich mal schwelgen  ;D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Irm am 07. Mai 2020, 16:47:04
 ;)

was anderes: Hast du schon einen Termin für Deine OP  ???

Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 07. Mai 2020, 17:08:35
Nö. Montag ist der nächste Arzttermin.

Und hier folgt noch Ståtlig  :) Kein Hosentaschenschaf. Aber auch nicht aggressiv.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 07. Mai 2020, 17:10:53
Ich bin sozusagen nur Schurreporterin  :P
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Irm am 07. Mai 2020, 17:12:12
Aber Ihr schert ein bisschen früh, fürs WE ist doch Schnee angesagt !
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 07. Mai 2020, 17:36:04
Bei uns ist Regen und 0 Grad als tiefste Temperatur angesagt. Das ist unbedenklich. Die Böcke müssen jedes Jahr deutlich vor den anderen geschoren werden, weil sie in den Steilhang müssen. Da brauchen sie bis zum Herbst um die Weide zu pflegen. Ein früheres rausholen oder eine Schur ist dort unmöglich. Die Weide ist 500 m lang im Steilhang und hat nur eine Zuwegung.

Es mag trösten, dass es das am niedrigsten liegende Tal ist, das zudem sehr geschützt ist. Dazu plätschert dort ein munterer Bach, der in den Übergangszeiten deutlich wärmt. Es sollte mich arg wundern, wenn sich eine Schneeflocke in dieses Tal verirrt.

Die Muttern werden erst Mitte Juni geschoren.  ;)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Roeschen1 am 07. Mai 2020, 19:48:53
Sind die 2 schwarzen Böcke neu?
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Waldschrat am 07. Mai 2020, 20:26:36
Meine Nachbarin berichtete von ihrem letztwöchigen Besuch in Celle. Dort saß ein Mann auf der Straße mit einem Schild 'Schäfer ohne Arbeit' und 3 schneeweißen Schäferhunden, von denen er sich keinesfalls trennen wolle. Sie gab ihm 20 E, nach dem Grund seiner Arbeitslosigkeit fragte sie nicht.  :-\
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 07. Mai 2020, 21:29:20
Oha

Nein, die schwarzen Böcke sind Mähphistos Söhne Autumn und Patrick. Leider nicht körfähig, weil noch aus Vorherdbuchzucht. Sind hübsche Jungs!

Schreck lass nach, die eine Düngerfabrik nimmt die Wolle nicht mehr. Ich werde jetzt Pellets im Lohnverfahren probieren. Ersteinmal 18 Probekilo. Was meint Ihr? Kommt die Optik besser mit schwarzer Wolle oder rein weiß (was wohl eher grau entspricht)?

Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Staudo am 07. Mai 2020, 21:47:07
Das ist egal, denke ich. Wichtiger ist das Marketing. Du bräuchtest nicht mal aufschneiden. Im Garten Schafwollpellets zu verteilen, ist doch wesentlich sympathischer als Hornspäne und Blutmehl.  ;)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Wühlmaus am 08. Mai 2020, 00:31:36
Die täte ich sofort für meine gekübelten Tomaten nehmen  :D
Und warum sollen die Pellets nicht "Bunte wie die Schafe" sein ???
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 08. Mai 2020, 07:36:05
Zumal mein Mann natürlich wieder nicht darauf geachtet hat die schwarze Wolle separart zu packen  ::)

Hintergrund ist natürlich nicht, dass die schwarze Wolle besser düngt  ;D Aber schwarze Wolle "loswerden" - ist noch schwieriger als weiße kratzige Wolle.

Dabei finde ich die Schwarze eigentlich bezaubernd. Also mein altes Strickerinnenherz jammert immer. Teilweise wirklich schöne Farbverläufe braun-schwarz. Oder wenn Pauline geschoren wird ist es ein tolles grau-schwarz. Tragen möchte ich die kratzige Wolle auch nicht. Aber zuweilen schwebt mit ein Teppich vor. Dann sieht man wieder was allein eine Kardiermaschine kostet und ist bedient  :-X

Es ist übrigens erschreckend: Heute morgen rausgeschaut... der Garten ist leergefressen. Nicht ohne Grund nennt mein Mann die Böcke Fressmaschinen. Gestern hat er 3 geschoren. Heute folgen die anderen 3. Das ist dann unsere diesjährige Bockgruppe. Wir hatten ja mal Befürchtungen, die würde ins Unermessliche wachsen. Stattdessen sind Mähphisto und Arne raus. 6 ist fast ein bisserl wenig.

Bei den Ziegen bahnt sich wieder mal Ungemach an. Herr Caramell versteht sich nicht mehr mit Leopold. Da muss jetzt flott der Schlachttermin her.  ::) Für Leopold fällt uns nichts anderes ein als seine Halbschwester als Gesellschaft  ::) hmpf. Das gibt ein Herbstlamm. Andererseits... die Ziegen überwintern ja eh drinnen.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Roeschen1 am 08. Mai 2020, 09:42:03
Webteppiche aus gewalkter Wolle sind wunderschön.
Mit dunkler Wolle könnte man Zebramuster kreieren.
Außerdem sieht man den Schmutz nicht so.
https://www.schafwollzentrum.tirol/teppich-manufaktur/
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 09. Mai 2020, 07:38:25
Aber die Zeiten der Flickerlteppich-Optik sind auch irgendwie vorbei  ::)

Böcke sind blöd. Wenn man eine neue Frisur trägt, ist man wer anders, weswegen die Rangordnung dringend neu ausgetragen gehört. Hier floss gestern Abend  reichlich Blut. Heute morgen liegen sie verkatert beinander  ::) Haben wohl Kopfweh.

Wie immer waren sie durch nichts ablenkbar. Erst als mein Mann heim kam und zwischen sie ging, waren sie so irritiert, dass sie aufhörten. Ich wäre nie dazwischen gegangen. Selbst wenn ich hätte können. Die Gefahr, dass sie sich gegen mich wenden würden, wäre mir zu groß. Aber seine Präsenz hat ausgereicht. Allerdings musste er dort auch länger verweilen. Jedes mal wenn er raus ging, nahm man die Kämpferei wieder auf.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 09. Mai 2020, 08:20:08
Auslöser war übrigens erneut der schwarze Patrick. Der reizt die WGH-Götter. Das sollte man als Skudde nicht tun, da liegen zu viele Kilos zwischen. Unangenehmerweise bilden die WGH´s aber Bündnisse, so das zwei gleichzeitig auf den Gegner eindreschen. Man kann echt nicht zusehen.
Das war aber nur der Anfang des Ganzen. Plötzlich mischten auch Knuth und Gero mit und schlussendlich rastete Ståtlig komplett aus, der aber wiederum der Kleinste WGH-Bock ist. Wenn das Ganze schon emotional over the top ist... sieht man spätestens bei Knuth und Ståtlig zusätzlich ein finanzielles Problem, wenn die kieloben lägen. Vom genetischen Schaden ganz zu schweigen. Denn Knuths Töchtern ist es bislang nicht vergönnt bei uns zu bleiben, weil sie so reißenden Absatz finden.

Mich hat es gewundert, dass kein Nachbar rebellierte, denn solche Machtkämpfe sind sehr laut. Wenn die Damen blöken, sind die Nachbarn genervt. Wenn sich die Böcke kloppen ist das mit Sicherheit genauso laut. Ich hatte Mühe den Fernseher gegen an zu regeln (Mein Mann steckte irgendwo ohne Empfang, ich damit macht- und hilflos). Das Blöken ist für mich eher der Gesang der Schafe. Aber dieses Krachen von Hörnern... brrrr  :P

Mein Mann fährt die Bagage jetzt auf die Weide. Die letzte Weide vor dem Biotopsteilhang. Leider noch mal vor vielen Leuten  :P Hoffentlich benehmen sich die Jungs jetzt. Sonst läuft das Telefon heiß. Die wenigsten werden so emotionslos wie unsere Nachbarschaft sein.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Roeschen1 am 09. Mai 2020, 10:55:22
Wie geht es Patrick?
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 10. Mai 2020, 07:22:56
Wohlauf, aber immer noch vor sich hin rebellierend. Gestern Abend hatte ich meinen wöchentlichen Ausgang. Da sind wir dran vorbei gefahren.

Das Ausflugsziel waren meine Büwiesen, wo ich in Begleitung meines Mannes die Blümchen erneut kartierte. Die Wiese ist ja im Blümchenprogramm. Es kamen Erinnerungen bei mir hoch. Vor 2 Jahren die gleiche Situation. Anderes Bein, Fuß statt Knie. Aber ebenfalls mit Schiene und Krücken diagonal über die Schläge.

Morgen ist der nächste Arzttermin. Man wird sehen...
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 10. Mai 2020, 07:32:10
Gut tat mir auch, dass mein Mann gestern zugab, dass auch er von der Intensität der Böckeauseinandersetzung überrascht war. Zuletzt war die Situation ja im Herbst dermaßen eskaliert. Da hat er mir ja kaum geglaubt, wie heftig so ein Streit werden kann. Na... nun ist das Schlimmste überstanden. Bis zum Herbst wird vermutlich Ruhe sein. Dann werden die Hormone wieder überschießen.

Erinnere mich an einen gestrigen Naturfilm, in dem 2 Steinböcke aufeinander losgingen. Der Sound, die Hingabe... identisch  :-X
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Staudo am 10. Mai 2020, 07:36:28
Du kannst das vom Küchenfenster aus sehen.  :D


 :-X
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 10. Mai 2020, 07:39:40
 :-X

Und die habe ich gestern auch besucht. Ich bin gespannt, ob sich mein Geheimschätzchen als das entpuppt, was ich glaube  8)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Staudo am 10. Mai 2020, 18:59:23
Fressen Schafe Arnica montana?
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 10. Mai 2020, 20:32:15
 ;D mir fehlt die Erfahrung. Aber ich freue mich darauf selbige zu sammeln.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 11. Mai 2020, 16:02:33
 :P Also das war heute.... nix. Es wird zwar ab 25.5. wieder operiert. Ich aber bin nicht dabei. Ich werde jetzt mal nach einer anderen Schiene googeln und dann versuchen damit selber wieder irgendwie um die Runden zu kommen. Die R Zahl wird m.M. nach wieder steigen, sprich... die erste OP-Charge wird Glück haben, danach wird´s wieder versiegen. Meine rechte Hand ist geschwollen wegen der Krücken. Da hatte ich vom letzten Unfall ja schon einen Vorschaden. Die Stimmung ist auf null.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Rosenfee am 11. Mai 2020, 16:44:05
So ein Mist!
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 11. Mai 2020, 19:38:01
So. Habe nun eine Orthese gefunden, die angeblich nicht rutschen kann. Die sieht auch gänzlich anders aus. Ich fürchte nur, dass die extrem teuer sein wird, habe jetzt schriftlich eine Anfrage gestellt. Wir schreiben den 11.5.2020. Der Unfall war Anfang März. Eben nachgesehen.... immer noch ist kein Verletztengeld eingetroffen. Letztes mal fehlte ja immer noch die Bescheinigung eines von zwei Arbeitgebern. Man lebt in Coronazeiten von Luft und Liebe. Das Steuerbüro arbeitet wegen Corona ja nicht voll. Passt nur schlecht mit einer teuren Schiene zusammen, oder?  :P
Die Haushaltshilfe habe ich gestrichen. Kein Geld für Eigenanteil, der Betriebshelfer ist wichtiger. Und dann werde ich wohl in den sauren Apfel beißen und mir diese Orthese kaufen. Mal sehen ob ich damit in den Job und ins Gelände humpeln kann. Weil ohne Moos - defintiv nix los. Oder wie meine Mutter gesagt hätte (und zwar nicht leichthin, sondern mit einer gewissen Schärfe in der Stimme): Hilf Dir selbst, dann hilft Dir Gott!
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Roeschen1 am 11. Mai 2020, 22:09:46
Keine OP-Termine
Das ist eine Gemeinheit, wie man im Stich gelassen wird in unserem Land.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 12. Mai 2020, 09:34:32
Es wird immer lächerlicher. Heute morgen habe ich erneut mit der Krankenkasse telefoniert, wo das Verletztengeld bleibt. Ergebnis: Die zweite Arbeitgeberbescheinigung liegt seit letzter Woche vor. Die KK prüft aber noch, ob es ein Arbeitsunfall war...

Dann prüfen Sie mal etwas schneller. Rechnungen wollen bezahlt werden!  >:(
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Irm am 12. Mai 2020, 10:24:28
so ein Mist, und ich hatte Dir fest die Daumen gedrückt  :-[ verstehen kann ich das mit der OP nicht nicht nicht.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 12. Mai 2020, 12:12:54
Das hat mir jetzt noch gefehlt. Es gibt tatsächlich doch noch wegen der FFH Gebietsausweisung Ärger mit einer Fläche. Und zwar dieser hier:
(also das, was nicht satt grün aussieht, sondern mit seiner bräunlichen Farbe zeigt, dass sie bis zum Kauf dieses Jahr ungenutzt vor sich hindümpelte, der Sukzession dargeboten)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 12. Mai 2020, 12:13:27
Kleines Ratespiel: Ist diese Fläche im Hang oder nicht? Damit befahrbar oder nicht?
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 12. Mai 2020, 12:19:47
Gut, das zeigt sie von oben an der Einfahrt. Da sieht man Treckerspuren. Das hat wohl den Kartierer vom Landkreis verleitet die Weide (war vor uns früher als Ziegenweide genutzt) die Weide, deren Kante zum Steilhang auf diesem Bild wohl ebenso deutlich erkennbar ist, als Mähwiese zu kartieren.

So. Nun diskutieren UNB und wir, ob die Weide nun also zum sterben verurteilt wird, oder ob sie weiter als Weide genutzt werden darf. Was unten grün ist, wird übrigens als Weide genutzt. Nicht dass einer meint, der Bach wäre hier Schuld.

Ja also sorry... wir können nicht mähen! Wir haben keine Technik. Wir haben zwar solche Technik im Harz auf Exkursion gezeigt bekommen. Schweizer Alpintechnik, in sich verdrehbar, damit man keine Kuhglocken mehr braucht, die Touristen stören könnten. Aber nein, wir haben keine 350000.- € und nein, wir haben auch keine Arbeitgeber, die uns mal eben kurzfristig im Sommer frei geben um Heu zu machen.

Also diskutieren wir jetzt, ob die vorkommenden Arten jetzt durch Sukzession verloren gehen müssen oder ob beweidet werden darf. Das ist doch echt Naturschutz. Pardon. Das ist es, wenn ich sage.... man sollte vielleicht mal die Praktiker fragen!  ::)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 12. Mai 2020, 12:20:45
Ach so... und die Treckerspuren sind entstanden, weil der vorgelagerte Flächenbesitzer auf seiner Fläche riesige Misthaufen ablegt und auf unserer Fläche dreht. Also nix Mähwiese.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Roeschen1 am 12. Mai 2020, 12:26:50
#859
Eine Frage,
wurde die Wiese mit Mist frisch gedüngt, so nah am Gewässer?
Mähwiese, oder nicht, du könntest ja mit der Motorsense ran, nein Spaß beiseite.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 12. Mai 2020, 12:52:18
Also ich habe nicht die Zeit 1 ha mit der Motorsense zu bearbeiten und das Schnittgut abzutransportieren wie vorgeschrieben. Im Hang hieße das das Heu auf Tuch und auf den Rücken binden und den Hang raufklettern. Wie oft...

Das ist der Misthaufen. Der liegt auf der vorgelagerten Ackerfläche und wird dort eingearbeitet. Hat mit uns nichts zu tun, außer dass deren Trecker auf unserer Fläche drehen.

Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 12. Mai 2020, 13:08:29
Ach so... das war auch noch missverständlich: Unten, das Grünland am Bach wird durch Beweidung genutzt. Aber nicht durch uns, sondern durch einen Rinderhalter. Wir kommen nie ganz an einen Bach ran, weil Wasser und Stromnetz nun mal nicht zusammen passen. Wir müssen also bei jeder Zäunung ein Starkregenereignis mit einplanen und halten deswegen respektvollen Abstand. "DurchdenBachDurchbeweidung" geht mit Schaf schlecht. Bei anderen kann man bei direkt Bachzäunungen dann hören, dass der Wolf durch den Bach hüpfte oder in der Leine oder der Weser ein Schafkadaver treibt - sie können nun mal nicht schwimmen.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 12. Mai 2020, 13:31:15
Ich bin ja gespannt wie sich das entwickelt. Habe nun auch schwungvoll berichtet, dass da geplant war Kirschbäume zu setzen, damit diese Wendemanöver zukünftig eine Ende fänden. Mich würde es nicht wundern, wenn auch das abgelehnt wird. Dem schönen Brennnesselurwald, der durch die Absflussverhältnisse des Misthaufens gefüttert wurde und wird, dürfen wir ja auch nicht mit Neueinsaat begegnen.

Also nach dem ersten Aufreger habe ich mich beruhigt. Mittlerweile finde ich es glatt zum lachen. Es hängt ja ein ganzes Tal dran. Nach der vordersten Rinderbeweidung fällt das Wiesental brach. Tutto, nicht mal der Weg ist noch existent. Fernziel hätte sein können, dass ein Nachfolger von uns von der gezeigten Weide startend zu Fuß mit den Tieren dieses Tal hätte durchziehen können. Wir hatten schon ein erstes Kaufangebot im Tal. Die Erfahrung lehrt, dass sich im Nachgang viele Eigentümer an ihren Besitz erinnert hätten, der dann Stück für Sück dazu gekauft hätte werden können. Na dann eben nicht. Spart uns Arbeit und Nerven. Muss man sich nicht so zu Herzen nehmen, das lässt einen nur altern  ;D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 15. Mai 2020, 11:25:21
Rohwolle im Balkonkasten: Wasserspeicher, Langzeitdünger und aus den Abflusslöchern spült es kein Erdreich  8)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Waldschrat am 15. Mai 2020, 12:38:02
Klasse  :D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Wühlmaus am 15. Mai 2020, 17:45:14
Sehr gut :D
.
Frauenschuh,  wie ist das denn mit den Pellets? Sind die denn irgendwann/irgendwo käuflich zu erwerben?
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 15. Mai 2020, 18:25:32
Dazu muss ich erstmal 18 kg nach Bayern schicken und weiß der Himmel wann die Lohnarbeit dann fertig ist  ::) Deswegen habe ich heute erstmal das Ausgangsprodukt verwendet.  8)

Wuchtet eine Kiste Sekt auf den virtuellen Tisch. Schleppt eine Palette Sektgläser an: Der Leader Bescheid ist da. Die Auszahlung ist angewiesen. Ufffffffffff. Damit ist die Scheunendachsanierung abgeschlossen.
;D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Waldschrat am 15. Mai 2020, 19:17:55
*gratuliert*
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: MissEd am 15. Mai 2020, 20:13:46
Prima :D! Glückwunsch!
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Wühlmaus am 15. Mai 2020, 21:19:22
Na dann mal prost :D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Wühlmaus am 15. Mai 2020, 21:22:36
Zitat
und weiß der Himmel wann die Lohnarbeit dann fertig ist
Dann gibst du Bescheid?
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Roeschen1 am 15. Mai 2020, 21:41:40
Schön, Positives zu lesen.
Darf denn Gero, ein hübscher Junge, weiterleben?
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Alstertalflora am 15. Mai 2020, 21:46:29
Rohwolle im Balkonkasten: Wasserspeicher, Langzeitdünger und aus den Abflusslöchern spült es kein Erdreich  8)

Ich überlege gerade, ob das auch für Kübelpflanzen gut wär 🤔?
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 16. Mai 2020, 08:22:09
Mit Sicherheit. Irgendjemand hatte das sogar schon mal geschrieben.

Gero hat ja mindestens bis zum Herbst Glück. Der ist gestern in den Steilhang gekommen (Einzeln erst Hang abwärts, dann über den Bach und dann in den Steilhang "entlassen"). Da steht er monatelang das Paradies. (Ergänzung: Also nicht dass einer auf die Idee kommt, dass ich da geholfen hätte. Das war der halsbrecherische Job meines Manns und meines Betriebshelfers)Zudem habe ich ja noch 4 Skuddenjungs, die auch noch in die Truhe hüpfen. Weil Truhe voll,dann in den Gefrierschrank. Aber mehr als 2 pro Charge schaffe ich nicht zu zerlegen. So lange kann ich noch nicht stehen und die dünnen Ärmchen sind die Arbeit auch nicht mehr gewohnt.

Der Bescheid kam bei immer noch ausstehendem Verletztengeld wie ein Geschenk des Himmels daher.  :D Ich muss mal nachsehen seit wann ich daran gearbeitet habe. Aber ich glaube... 2 Jahre lang ging diese Achterbahnfahrt bestimmt. Also ein 2. mal... mache ich das nicht mehr. Ich würde gerne - falls sich die Schäfer der Region aufmachen würden - "formulieren". Das kann ich. Auch vortragen. Auch Cofinanzierer auftun. Aber der Rest  :P nein. Ich denke für ein mobiles Schlachthaus wäre hier wirklich Bedarf. Aber nein. Ich setze das allein nicht mehr um. Wer weiß auch, ob es zukünftig in Corona Zeiten noch Geld fürs Land und Dorf geben wird.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Rosenfee am 16. Mai 2020, 11:46:27
Wie schön, dass es endlich mal positive Nachrichten für Dich gibt! :D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 16. Mai 2020, 19:00:28
So. Ich trainiere auf. Mit Schiene runter in ein flaches Bachbett - mit schieben und halten durch mein Töchterlein gelungen. Ich soll ja unruhige Untergründe "begehen". Warum das Ganze? Der Japan-Knöterich droht auf unsere Teichseite zu wechseln. Stadt und Landkreis haben dankend abgewunken. Also unsere Aufgabe. Mir tat es gut. Ich fasse Mut für die Wiedereingliederung inkl. Schiene. Selbige ist ja jetzt etwas umgebaut worden. Für Dauergebrauch war sie ja auch nicht gedacht. Jeden Tag zeitlich und im Gelände-Schwierigkeitsgrad steigern, dann wird das. Ich will zurück in den Job! Ich will zurück in die Tierhaltung!

Heute Abend knurrt der Körper, die Psyche grinst.

Und mein Wochenendbesuch beim "Schätzchen" gab es natürlich auch  ;D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Roeschen1 am 16. Mai 2020, 19:07:02
Perfekte Rasenmäher, zufriedene Schafe.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 16. Mai 2020, 19:47:54
Wollen wir hoffen, dass das in Deutschland wieder vermehrt zu sehen ist!
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Rosenfee am 16. Mai 2020, 20:48:10
So. Ich trainiere auf.
Du lebst Dein Motto: Aufgeben ist keine Option :D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Roeschen1 am 16. Mai 2020, 23:26:59
Perfekte Rasenmäher, zufriedene Schafe.
Auf der vorherigen Weide haben sie gute Arbeit geleistet, die Bäume gedüngt...
Fürs menschliche Auge und Wildbienen, weil sehr blütenreich, sorgt die gegenüberliegende Wiese.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Roeschen1 am 16. Mai 2020, 23:42:41
  :)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 20. Mai 2020, 07:52:10
... und das Auge kann auch flott sehen, wie zeitnah das grün wieder durchwächst. Gerade wenn nicht "unter die Grasnarbe" beweidet wird  ;)

So dala... gestern sind wir bei den Skudden "fertig" geworden. Der diesjährige Satz Lämmer ist fertig getackert und eindeutig zugeordnet. Es half am Ende nur vergleichsweiser großer Bahnhof: In Etappen ab in den Hänger. Die Mütter, die ihre bereits zugeordneten Lämmer vollständig dabei hatten, durften auf die neu gezäunte Teilfläche, der Rest wieder raus. Ab Emde hatten wir dann die scheuen Kandidaten, die es allein auf der Fläche dann doch auch blöd fanden. Nera bekam sofort ihr Riesenbocklamm getackert. Aber Cosima und Maike sind aus meinem letzten Unfalljahr. Die sehe ich immer nur von hinten. Dazu gleichen sie sich wie eineigige Zwillinge und auch deren Lämmer sind sehr ähnlich. Und wie der Teufel es wollte, hatte mein Mann alle grün links markiert. Da half nur noch Kriegsbemalung. Die eine Mutter bekam ein lila Gesicht,die andere ein Rotes. Und die Lämmer wurden so eifrigst bemalt, dass es etwas an Karneval erinnerte. So aber... war das Rätsel über die eindeutige Zuordnung dann auf der neuen Teil fläche rasch gelöst. Nächstes Jahr... werden die Gruppen kurz vor der Geburt halbiert. Da wird man ja affig.

Die Schnucken sind schon getackert - aber auch hier muss noch Kriegsbemalung letzte Restfragen klären. Das aber am Wochenende. Die Skudden haben 3 Abende gekostet  :P
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Wühlmaus am 20. Mai 2020, 16:19:14
Schafe mit Kriegsbemalung :o
Nicht, dass es noch Ärger mit dem Tierschutz oder Greenpeace gibt 8)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 22. Mai 2020, 20:25:08
Archepassagier

Spannend finde ich auch das außerordentlich gute Verhältnis von Omega-6- zu Omega-3-Fettsäuren. In dem Artikel habe ich so auch noch was dazu gelernt. Vielleicht hilft das ja doch noch die letzten 4 an den Kunden zu bringen. Wir können bestätigen, dass sie auch mit einem Jahr noch gut zu verwerten sind. So langsam neigt sich die Weide der 4 Letzjährigen zuende. Auf irgendeinen Teller müssen sie landen  ::)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Ingeborg am 25. Mai 2020, 21:57:14
Mit Interesse verfolge ich Deine Schafsgeschichten. Heute habe ich mich selber als Aushilfsschafjäger betätigt. In der Nähe meines Gartens hat jemand eine kleine Koppel mit Mutterschafen. als ich da heute vorbei kam stand ein Babyschaf außerhalb des Zauns. Braucht es noch Muttermilch - wann kommt der Eigentümer zur Kontrolle - war er gar schon da und kommt erst morgen wieder - zu Straße sind keine 200 m. Hm was tun?

ich steig also aus und nähere mich, gaaaaanz langsam aber bei 1 m setzt der Fluchtinstinkt ein. Ich bin auch nicht mehr willens mich aus ein Meter Entfernung auf ein Schaf zu werfen. Ob es das überleben würde? oder ist es weg bevor ich auf dem Boden einschlage? So trippeln wir außerhalb des Zauns etwas auf und ab. Die Familie hinter dem Zaun macht inzwischen die gaffende Meute und feuert uns mit mähhhhhhh an. Ein Spanngurt in der Hand ist auch nicht hilfreich. Auch nicht als Lasso tauglich. Aber dann springt es von mir weg und vierfüßig in den Zaun. Das ist meine Chance! Ich greif das Kleine mit einer Hand beim Kittel, mit der anderen fiesel ich den Zaun aus dem Fahrgestell und drücke ihn unter das strampelnde Baby. Und hopp ist die Familie vereint und zieht von dannen. Wenn auch kein Strom aufm Zaun is - ts. Und es war natürlich ein Böcklein.

Vielleicht wäre das alles gar nicht nötig gewesen aber mir war danach.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: MissEd am 25. Mai 2020, 22:14:32
 :D :D Prima, Ingeborg!
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Roeschen1 am 25. Mai 2020, 22:47:04
Doch, doch,
das war nötig,
Ingeborg,
da war Gefahr im Verzug.
Womöglich kommt eine Hundemeute.
Ich würde sogar dem Lammeigentümer bescheid geben, womöglich hat der Zaun eine Schadstelle, wo das Lämmlein durchgeschlüpft ist.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 26. Mai 2020, 06:51:03
Das war auf jeden Fall nötig, denn wenn das Lamm den Weg zurück gekannt hätte, hätte es diesen beim Druckaufbau beschritten. Ohne Strom kann es aber gut sein, dass es den bald lernt  :-X
Hast Du klasse gemacht!  :-*
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 26. Mai 2020, 06:52:24
Idealerweise sollte eben jeder Schaf- bzw. Ziegenhalter ein laminiertes Schild aufhängen: Telefonnummern können sehr hilfreich sein  ;)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Anke02 am 26. Mai 2020, 17:02:56
Herrlich, diese schöne bildhafte Beschreibung!  :D :-*
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Wühlmaus am 26. Mai 2020, 18:51:05
Ingeborg, ja das hast du gut gemacht :D und auch beschrieben  8)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Ingeborg am 27. Mai 2020, 20:24:10
Knuffig sehen sie aus die Schokogesichter. Heute alles innerhalb des Zauns.  ;D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Waldschrat am 27. Mai 2020, 21:01:27
Hier im Ort gibt es eine Herde nur mit schwarzen Schafen
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Roeschen1 am 27. Mai 2020, 21:56:21
Knuffig sehen sie aus die Schokogesichter. Heute alles innerhalb des Zauns.  ;D
Gefällt mir, die Rasse.
Haben die Heu zum Fressen, die Wiese gibt ja nichts mehr her?
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: fips am 28. Mai 2020, 00:07:19
Hier im Ort gibt es eine Herde nur mit schwarzen Schafen
Hier auch ;D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 28. Mai 2020, 08:44:02
Da würde ich auch ausbüchsen  ::) Das ist übrigens ein Coburger Fuchs. So eins, wie unser zugekauftes Lamm.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 28. Mai 2020, 16:56:53
Heute ging es weiter bei der Zuordnung der Schnucken.  :P Gut, wir sind wieder einen Schritt weiter gekommen, aber immer noch nicht durch. Aber absehbar. Für mich war es schön die Wiese, die umstrittene  ;D Wiese wieder zu sehen. Da muss ich jetzt allen Ernstes noch schriftlichen Einspruch einlegen. Gut. Bitte.

Hier also das wunderschöne Brennnessekmeer, bzw. Teile davon, das entstanden ist, weil der vorgelagerte Misthaufen Nährstoffe eingebracht hat. Das darf manalso zukünftig nicht neu einsäen, ganz ganz böse so was, weil FFH Gebiet. Mein Kenntnisstand war zwar, dass man damit verhindern will, dass artenreiche Wiesen in eingesäte Flächen von Deutschem Weidelgras wechseln. Aber wer bin ich schon  8) Schön zu sehen, dass in diesem Stadium die Brennnessel nicht verbissen wird. Später sieht das anders aus. Allerdings sind wir vermutlich dann woanders mit den Tieren unterwegs.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 28. Mai 2020, 16:58:25
vorher - nachher Beweidung  ;D

Vorm Zaun sind sie seit heute. Nach dem Zaun stehen nur noch Brennnesseln
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 28. Mai 2020, 16:59:10
jetzige Teilfläche in der Beweidung  8)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 28. Mai 2020, 17:00:40
Ameisenhügel nach der Beweidung. Hm, Quizfrage: Was passiert mit Ameisenhügeln bei einer Mahd  ::) ?
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Roeschen1 am 28. Mai 2020, 17:15:32
Weil unsere Wiese nur 2 Mal im Jahr gemäht wurde, waren da immer hohe Ameisenhügel, die geköpft wurden. Der Grünspecht hat sich gefreut.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 28. Mai 2020, 17:24:59
Ähm... ich wüsste nicht warum die geheiligte Wiesenameise hier nicht auch dem Grünspecht als Nahrung dienen könnte. Er braucht ja keinen Dosenöffner  ;D Der Bewuchs ist ja nach der Beweidung auch weg  8) Aber das Fahrwerk der Schafe macht weniger heftige Schäden  8)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 28. Mai 2020, 17:26:52
Zumal... wenn der normale Landwirt da Silage machen wollte (weil Heu heutzutage obsolet ist, das nehmen nur Aliens wie wir), plättet der im Frühjahr brav die Wiese, weil sonst die Tiere nach der Silagefütterung kieloben liegen  :-X
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 07. Juni 2020, 11:33:27
Wieder mal schlechte Nachrichten

Der Gastronom, der ein Probelamm von uns bekommen hat, ist insolvent
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 07. Juni 2020, 11:35:18
So dass diese Zibbenlämmer wirklich besser mal Käufer fänden. Denn auf Halde produzieren bei viiiiiiiiiiel zu geringem Absatz geht nun mal nicht
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Waldschrat am 07. Juni 2020, 11:48:08
Ach menno - ich wünschte wirklich, mal wieder gute Nachrichten von Euch zu hören  :-\
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Staudo am 07. Juni 2020, 12:54:44
Mist.  :P
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Wühlmaus am 07. Juni 2020, 18:04:01
Ja :-[
Hier haben die Schäfer auch große Probleme, da das "OstalbLamm"  auf den Speisekarten ganz vieler Restaurants...
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 08. Juni 2020, 08:53:34
Dafür ist es draußen wunderschön. Auch wenn ich mit Schiene über die Flächen hopse, jetzt ist die schönste Jahreszeit!

Dieses Jahr gibt es außerordentlich viele Kuckuckslichtnelken. Warum?! Keine Ahnung. Aber sogar auf einer Fläche, die dieses Frühjahr etwas länger durch Ziegen malträtiert wurde, sind sie zahlreich vorhanden. Sie gilt als nur bedingt weidefest  8)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 08. Juni 2020, 09:03:31
Hier das alljährliche Fliegenparadies. Zur Schur kommen sie da runter. Ein paar Tage später wieder rauf
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 08. Juni 2020, 09:06:48
Im Vordergrund pflegt eine 2. Gruppe.

Nach dem Motto: Findet den Fehler... bei den Schnucken befindet sich die schwarze Pauline, weil dort die Jungzibben vom letzten Jahr und die beiden Rentnerinnen mitlaufen. Auch Medea ist dort zuhause. Bislang ist sie gut integriert und zumindest die Schnucken interpretieren sie auch als weiblich. Da kommt es schon mal zu kleinen Meinungsverschiedenheiten, die in typisch weiblichem Einsatz ihrer Hörner ausgetragen werden. So imposant Medeas Hörner auch sind. Gegen die geballte Masse Schnucke kommt sie nicht an

Hier die Schnucken mit Kriegsbemalung. Die Zuordnung ist abgeschlossen.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 08. Juni 2020, 09:11:56
Was für eine Masse das ist, kann man auch hier sehen. Keine Bange, ihr geht es gut. Wieder mal rechtzeitig gefunden. Weil die Weiden im Juni so schneckenfett sind, sind es auch die Mütter. Heidi führt nur ein Lamm. Ähem... die Jungzibben bleiben bei ihren Müttern, nur die Jungböcke werden demnächst abgesetzt. Das wird bei Heidi dauerhaft greifen, denn wenn ich das Herdbuch richtig im Kopf habe, ist ihr Lamm weiblich. Da kann man nur hoffen, dass der Wollverlust den Schwerpunkt ändert. Mitte Juni ist Schur!
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 08. Juni 2020, 09:17:30
Ohne Foto: 3 tote Schafe, eher gesagt: Der Rest von Ihnen, nur wertvolle Teile ausgelöst, fanden sich in der Nähe. Der Fall ist auch der Polizei gemeldet worden.

Gab es etwa gerade große Feste, an denen auch der Abstand zu manchem Schaf nicht eingehalten wurde?  ::)

Unsere sind vollständig vorhanden. Es waren auch andere Rassen. So ich richtig gesehen habe, war aber auch ein Kameruner dabei. Was verwundert, dennan denen ist ja ähnlich wenig dran wie an einer Skudde. Kleinheit schützt vor Grobheit nicht  :P
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Roeschen1 am 08. Juni 2020, 20:07:10
Eine riesige Gemeinheit, Schafe schlachten und stehlen.
Weißt du wie sie getötet wurden?
Habt ihr Wildtierkameras?
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 09. Juni 2020, 20:59:10
Wir sind ja nicht betroffen. Ich vermute, dass wir durch die versteckten Weiden leidlich geschützt sind. Mag schon sein, dass hier ab und an Autos an unserem Haus vorbei fahren. Da steht aber keine Herde. Da kann man lange rumkurven und findet die Schafe dennoch nicht.

Nein, ich habe keine weiteren Details. Leider stand auch in der Zeitung nichts.  ::)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 10. Juni 2020, 07:32:43
Die Schur wurde wetterbedingt vorverlegt. Ab Freitag werden die Schäfchen nackig. Ich kann dieses Jahr nur zusehen. Unser Betriebshelfer ist am Ende Schäfer  ;D Der macht alles einmal mit.

Sonntag verlassen uns die ersten 5 Skuddenlämmer.

Im Juni schreitet das Jahr irgendwie in Siebenmeilenstiefeln fort  :-[
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Staudo am 10. Juni 2020, 07:41:29
Viel Arbeit, viel Tageslicht. Da bleibt kaum Zeit zum Innehalten.  ;)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Roeschen1 am 11. Juni 2020, 21:11:45
Habe vor kurzem hochwertige Erde mit Schafwollpellets gekauft....ökohum

Für Zier- und Nutzpflanzen in Beeten und Pflanzgefäßen.
Torffreie Erde aus nachwachsenden Rohstoffen wie Pflanzenfasern und Rindenhumus, mineralischen Strukturstoffen und Schafwoll-Pellets.
 Die naturbelassene, zerkleinerte Wolle von Schafen aus heimischer Weidehaltung optimiert das Wachstum während einer ganzen Saison.

    für Beeren, Obst und Gemüse
    für Töpfe, Pflanzkübel und Hochbeete
    mit natürlichen Schafwoll-Pellets

Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 12. Juni 2020, 21:31:51
Liest sich gut  ;D

Ich kann jetzt demnächst die Wolle zur Verarbeitung schicken. Heute wurden alle Schafe "nackig". Lief suuuuuuuuper, beste Schur ever. Wir sind erleichtert, dass das jetzt wieder für ein Jahr abgeha(r)kt ist  ;D
Die Wolle war schon gut am durchwechseln.
Die Hälfte wurde mit der Hand, die andere mit der Maschine geschoren.
Die Lämmer sind abgesetzt (Schnucken). Bis auf das Nachzüglerlamm von Grete.

Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Wühlmaus am 12. Juni 2020, 22:29:23
Zitat
Ich kann jetzt demnächst die Wolle zur Verarbeitung schicken
= Pellets  ???
.
Und prima, dass die Schur so gut lief :)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: MissEd am 12. Juni 2020, 22:59:41
Ja, toll, wenn das reibungslos klappt :).
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Roeschen1 am 13. Juni 2020, 14:49:16
Zitat
Ich kann jetzt demnächst die Wolle zur Verarbeitung schicken
= Pellets  ???
https://www.youtube.com/watch?v=DGwVlbjAcTU
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 13. Juni 2020, 20:11:51
So ist es  ;)

Bitte rot im Kalender eintragen: Erster Wollverkauf des Betriebs. Ganz aus Hildesheim angereist...

Mitte Juli hoffe ich wieder arbeiten zu können. Ich bekomme eine neue Schiene. Wie das damit in der landwirtschaft wird... wird man sehen.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: MissEd am 13. Juni 2020, 20:25:58
Toitoitoi :D!
Ich möchte auch gerne was von eurer Wolle :-\. Aber ich werde demnächst nicht die Zeit finden, vorbei zu kommen.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Rosenfee am 13. Juni 2020, 22:05:25
Ich bekomme eine neue Schiene. Wie das damit in der landwirtschaft wird... wird man sehen.
Wirst Du jetzt gar nicht mehr operiert?
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Wühlmaus am 13. Juni 2020, 22:40:27
Gratulation, Frauenschuh!
Pellets würde ich gerne für meine Tomaten verwenden.  Bisher bekommen sie Hornspäne in die Kübel.
.
Dann bleibt es bei Schiene statt Op :-\
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 14. Juni 2020, 07:40:08
Man hat mehrfach geäußert, dass ich den Betriebshelfer eventuell zurückzahlen muss. Weil ich BG light bin. Weil ich zwar BG zahle, aber keine landwirtschaftliche KK und keine landwirtschaftliche Rente, weil ich sozialversicherungspflichtig in meinem normalen Beruf arbeite. Nach der OP wäre ich bis zu 9 Monaten raus. Sorry, das kann ich mir nicht leisten und ohne Betriebshelfer geht es bei der Menge Tiere bei einem Totalausfall einer Kraft wirklich nicht. Ergo versuche ich es mit der neuen Schiene. Ist ein wenig speziell.... ich wäre jetzt endlich op fähig und es wäre trotz Coronapandemie endlich möglich. Aber das nutzt mir jetzt erst mal auch nichts mehr. Humor ist, wenn man es trotzdem macht. Oder zumindest versucht
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 14. Juni 2020, 11:56:07
 ::) heute ist mir irgendwie nicht gut. Na wie auch immer. Der Start war anstrengend aber extrem gut geglückt: In der ersten Hängerladung zum umstellen fanden sich 5 Hornlose und mehrere behornte Lämmer, so dass jetzt die bestellten 4 Hornlosen und ein Behorntes abholbereit im kleinen Hänger sitzen und da gemütlich Heu mümmeln.
Es ist halt das Sortieren ein ohrenbetäubendes Spektakel gewesen. Jedes Jahr zur Absetzzeit das Gleiche. Ein paar Mütter werden später ihren Nachwuchs ja wiederfinden. Aber der Großteil Böcke (alle die, die alte genug sind) verlassen heute die Herde und eben jene 5. Offensichtlich habe ich gut gewählt. Die 5. Hornlose war wohl von Maren, die Zwillinge hatte. Dann drückt das Euter nicht so, da eins verbleibt  ;) Die Nummern werden wir erst beim umladen notieren. Die Begleitpapiere liegen schon neben mir.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 14. Juni 2020, 11:59:49
Die sind groß geworden, gell? Das grün markierte Lamm ist deutlich später geboren, nicht etwa mickrig. Wir sind mit dem Jahrgang sehr zufrieden. Auch wenn wir jetzt noch eine Hornlose im Rest haben. Da aber noch 11 weitere vorbestellt sind (wovon aber eine Minette ist), bleibt für uns eh.... nüscht. Also falls ein Käufer abspringen sollte... würde ich es glatt feiern.

Bei den Schnucken ist weiterhin kein einziger Käufer in Sicht. Irre, oder? Gut, sie sind anspruchsvoller als Skudden. Aber Schaf sind und bleiben sie ja beide.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Irm am 14. Juni 2020, 16:10:07
Man hat mehrfach geäußert, dass ich den Betriebshelfer eventuell zurückzahlen muss. Weil ich BG light bin. Weil ich zwar BG zahle, aber keine landwirtschaftliche KK und keine landwirtschaftliche Rente, weil ich sozialversicherungspflichtig in meinem normalen Beruf arbeite. Nach der OP wäre ich bis zu 9 Monaten raus. Sorry, das kann ich mir nicht leisten und ohne Betriebshelfer geht es bei der Menge Tiere bei einem Totalausfall einer Kraft wirklich nicht. Ergo versuche ich es mit der neuen Schiene. Ist ein wenig speziell.... ich wäre jetzt endlich op fähig und es wäre trotz Coronapandemie endlich möglich. Aber das nutzt mir jetzt erst mal auch nichts mehr. Humor ist, wenn man es trotzdem macht. Oder zumindest versucht

Ob das nicht ein Fehler ist ? also, Deine Gesundheit sollte vorgehen. Du kannst doch nicht Dein restliches Leben mit einer Schiene verbringen ....  ::)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 14. Juni 2020, 16:46:28
Was ich psychisch definitiv nicht kann, ist den Betrieb aufgeben. Finanziell haben Schäfereien keine Polster. Wenn ich A und B zusammen zähle, dann bleibt: Weiter mit Schiene.
Der eine BG Arzt sagte: Wir müssen sehen, welche Fähigkeiten für sie essentiell sind.
Ich: Für mich ist der Hang esentiell.
Er: Sie verstehen nicht. Für Sie ist das Klo essentiell.

 :-X

Dann formuliere ich es mal drastisch: Nur noch auf Klo kommen zu können, ist für mich das Endziel mit 95. Nicht jetzt. Jemand sagte, ich solle aufpassen, dass ich mich nicht umbringen werde. Da werde ich doch stramm versuchen drauf zu achten. Aber ähnlich wie meine Mutter, die alle viere in den Boden rammte um nicht ins Heim zu kommen (ich gehe nicht von meinem Grund und Boden), ist es für mich keine Option hier den Schlussstrich zu ziehen. Man sollte seine Wünsche genauer definieren. Als ich sagte: Mein Ziel ist, dass ich wieder in den Hang komme - meinte ich natürlich ohne Schiene. Jetzt wird es halt mit. Aber ich werde Ende Juli wieder in den Hang gehen und dort arbeiten. Ich werde neuerdings brav hinterlassen in welchem abgeschiedenen Tal ich mich befinde. Denn... in denen ist nirgends Handyempfang. Das ist mein Zugeständnis. Aber ich lasse mir von so einem depperten Unfall und einer bekloppten Pandemie nicht mein ganzes Leben zerschiessen. No!

Jetzt bin ich erst einmal gespannt, wie die Schiene aussieht, die ich nächste Woche entere. Schritt für Schritt auf ein Ziel zu: Erhalt der Schäferei.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 14. Juni 2020, 16:49:03
Die 5 sind jetzt bestimmt schon daheim :) Die Übergabe lief problemlos.

Als Belohnung gab es mein erstes, selbstgemachtes Parfait.  8) Für so was habe ich in normalen Jahren keine Zeit  ;D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Waldschrat am 14. Juni 2020, 19:38:28
Ich drück Dir die Daumen für alles, was Du Dir wünscht - egal ob vernünftig oder nicht
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 14. Juni 2020, 21:56:00
Danke. Ich halte mich für dauerhaft resilient. Ich gehe durch tiefe Täler nach solchen Lebenskrisen, aber irgendwann greift der Trotz und dann bin ich schwer aufzuhalten  ;)

Hier noch ein Bild der diesjährigen Jungbockgruppe. 5 fehlen da noch, dann mümmeln sich 15 Jungs durch die Waldwiesen. Diese hier ist neu gepachtet. Nice.

Noch mal zur Erinnerung: Nein, wir wollen uns nicht endlos weiter aufblähen. Ziel ist es die weitesten Weiden dauerhaft (ich meine, die laufen 22 aus) abgeben zu können. Daher kamen 2020 noch weitere Flächen in den Bestand.

Ich habe heute einen Blick auf meine Eigentumswiese im Wald geworfen. Hossa! Die Fliegensaison hat begonnen. Wie gut, dass die Tiere zur Schur runter geholt wurden. Mein Mann hat heute bei strömendem Regen die Skudden wieder raus gefahren. Sehr zufrieden konnte ich abends feststellen, dass der erste Weideabschnitt schon durch ist - ohne überständiges Gras produziert zu haben. Die Höhenlage merkt man irrsinnig. Es war leider noch ein enormes Hupkonzert auf der Weide. Skudden sind normalerweise sehr leise. Aber das Absetzen der Lämmer lässt auch diese kleinen Schäfchen zu stattlichen Trompeten werden. 2 oder 3 Tage, dann ist der Trennungsschmerz vergessen. Dann werden vermutlich die nächsten abgeholt :-X Dennoch... beispielsweise Mina wird es gut tun, dass sie nicht mehr Milch geben muss. Ihr Bock ist abgesetzt. Letztes Jahr hatte sie Drillinge. Da bin ich froh, dass sie jett kein weibliches Lamm noch 2 Wochen länger säugt. Sie kann in der fettesten Phase des Jahres Speck ansetzen. Und dann folgt im Oktober der kritische Blick ins Gebiss  :-X Also nächstes Jahr müssen wir wirklich mal weibliche Skudden-Lämmer behalten. Sonst überaltert die Herde  :P

Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Wühlmaus am 14. Juni 2020, 22:55:57
Ich drück Dir die Daumen für alles, was Du Dir wünscht - egal ob vernünftig oder nicht
Dem schließe ich mich von Herzen an  :)
.
Das gibt es zur Zeit in der Mediathek und zeigt das Drumherum um unser Zuhause und die Gründe, warum wir uns hier so wohl fühlen :D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Staudo am 15. Juni 2020, 07:42:52
Deine Gesundheit sollte vorgehen.

Lebensfreude geht vor. Deshalb rauchen viele. Andere machen Weltumseglungen. Dritte halten Schafe.  ;)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 15. Juni 2020, 10:04:36
 ;D so sehe ich das auch.

Ah, na man siehe an. Der Kollege stemmt die Schafe noch mit 80.

;D

Den nehme man sich doch als Vorbild. Und Recht hat er. Das darf nur machen, wer Freude daran hat.

Die Schäferinnen waren ja auch mal ein mittlerweile typisches Beispiel: Es hat mehr weibliche Schäferinnen als Schäfer. Und das, obwohl es ja ein körperlich harter Beruf ist. Die angesprochene Sentimentalität - ist mit Sicherheit für die Tiere kein Nachteil.

Tja.... eine Menge Anregungen - auch wenn deren Merinos bzw. deren Gebrauchsmischungen weniger unsere Problematik haben von wegen klein, oder harte Wolle.

Schön ist es bei Euch!
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 22. Juni 2020, 23:53:05
Dass heute 5 Böcke ins Naturschutzgebiet im Nachbarlandkreis gebracht werden konnten, verdanken wir meiner Tochter und einem Freund. Vielen Dank!

Ein Bock wurde vor der Abreise noch geschoren, weil er sich vorher dem Zugriff entzogen hatte. Achtung, jetzt wird es bizarr:

Ein paar ältere Leute kamen und sahen sich die Schur an. Eine Dame sagte: Oh lass uns gehen, ich kann das gaaaar nicht mit ansehen!

 ??? ::)

Der Bock ist nicht verletzt worden. Es ist also vergleichbar mit einem Friseurbesuch beim Menschen. Da fragt man sich, wie weit sich Menschen von der Tierhaltung entfernen können, oder?

Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Staudo am 23. Juni 2020, 07:28:47
Viellicht geht die Dame nicht gern zum Friseur ???
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 23. Juni 2020, 19:41:08
 :-\ sie ist nicht über ihre Haare gestolpert  ???
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 25. Juni 2020, 23:03:54
Die sogenannte Pralinenobstwiese 😎
15 Böcke verschwunden im Dschungel
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Wühlmaus am 26. Juni 2020, 20:58:59
...
Ein paar ältere Leute kamen und sahen sich die Schur an. Eine Dame sagte: Oh lass uns gehen, ich kann das gaaaar nicht mit ansehen!

 ??? ::)

Der Bock ist nicht verletzt worden. Es ist also vergleichbar mit einem Friseurbesuch beim Menschen. Da fragt man sich, wie weit sich Menschen von der Tierhaltung entfernen können, oder?
Eine liebe und eigentlich recht realistische Bekannte vertritt seit neuestem die Meinung, dass man Wolle heute auch nicht mehr tragen dürfe: die Schafe wären für eine höhere Wollproduktionsleistung so gezüchtet, dass sie viele Hautfalten hätten und dadurch bei der Schur permanent verletzt würden. Hat ihr Sohn ihr erklärt. Und der hat prinzipiell recht :-X
.
Aber ernsthafte Frage von mir: gibt es Schafrassen, die kommerziell für die erhöhte Wollproduktion einen solchen "Faltenwurf" haben ???
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Roeschen1 am 26. Juni 2020, 22:51:11
Es ist wie immer die Massentierhaltung,
Merino aus Australien.
denen werden die Hautfalten ohne Betäubung geschnitten, weil sonst Parasiten sich dort einnisten.
An neuen Züchtungen wird gearbeitet.

https://www.zdf.de/dokumentation/zdfzoom/zdfzoom-350.html












Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 27. Juni 2020, 22:35:01
Merino Wollschaf? Es gibt ja wohl zwei verschiedene Rassen. Kann ich nicht mitreden. Unsere sind faltenlos  ;D

Anbei ein Bild von den letztjährigen, frisch geschorenen und faltenfreien Jungzibben sowie 3 weiblichen Lämmern, die ins Herdbuch sollen. Der Termin für den Gentest ist wegen der Temperaturen geplatzt. Deswegen stehen sie noch von den Müttern getrennt. Man beachte: Die Schaukel  ;D Nebenan ist eine Jagdhütte und auf unserer Weide wurde wohl gespielt...
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 27. Juni 2020, 22:48:30
Dem Arnikatourismus habe ich übrigens den Garaus machen können. Immernoch ziehen sich die Spuren durchs hohe Gras von einer Markierung zur nächsten. Indes... steckt an der Arnika keine Markierung mehr  ;D dumm auch. Da kommt der Vandale nicht mehr mit, hihi.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Staudo am 28. Juni 2020, 07:08:03
Man beachte: Die Schaukel  ;D Nebenan ist eine Jagdhütte und auf unserer Weide wurde wohl gespielt...

Schön!  :D Ich hoffe, Dich stört das nicht, solange kein Müll hinterlassen wird.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 28. Juni 2020, 07:22:26
Nicht die Bohne  ;D So eine Schaukel hätt sich doch jeder als Kind gewünscht. Mich besorgt nur, dass sie ausgerechnet an einem toten Ast angebracht wurde.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 28. Juni 2020, 21:22:24
 :) Happy End für Esther und das Schoggi Schaf.

Wir erinnern uns: Esther war das mickrige WGH-Lamm, das "fremdversorgt" werden musste wegen meines Unfalls. Und das das Coburger Fuchsschaf dazu bekam, damit es nicht alleine war. Später kamen zwei Böckchen dazu, weil die Mutter eine Euterentzündung hatte. Die Böckchen sind mittlerweile in der Jungbockgruppe. Zurück blieben das autistische Schaf Esther (hübsch, abet klein) und das Schoggischaf. Mittlerweile hellt sie auf. Erinnert, wie meine Freundin heute treffend meinte, an eine Cordcouch der 80er.  ;D Die Vergesellschaftung mit den Skudden verlief mäßig. Mina hat das Schoggischaf auf der Abschussliste, was selbiges wenig stört, weil ... deutlich schwerer. Esther mag mal wieder keiner wirklich. Was die geplante Abgabe von Esther erschwerte. Denn die profitiert von ihrer Coburgerin, die sie überall rausboxt. Wast tun?!

Jetzt kommen 4 Skudden zurück und im Tausch die beiden alleinigst dahin. Da ist die Haltung vorrübergehend aus privaten Gründen schwieriger und besser ums Haus rum als auf entfernten Flächen zu handeln. Na bingo. Die 4 Heimkehrerinnen sind Hosentaschenschafe, weil mehr Kontakt und Pflege als denen zu teil wurde, kann sich niemand wünschen. Und eben jene Freundin hat sich auch um Esther bemüht, als ich ausfiel. Alles easy. Sie freut sich riesig auf die beiden und die 4 Skudden werden ganz sicher Bocksprünge vollziehend ihre Mütter begrüßen. Es findet sich im Lebenvieles - man muss es nur abwarten können
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 01. Juli 2020, 08:20:57
Im Juli kommen zwei Söhne von Mäphisto zu uns. Also mal ganz davon abgesehen, dass ich unsere graue Eminenz sehr gerne wiedersehen werde, bleibt etwas Aktuelles von ihm bei uns. Und zwar farblich mal was anderes: Einer ist schwarz, einer braun. Damit sollte die ewig gleiche weiße Lämmerschar dann wirklich wieder Geschichte sein  ;D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 03. Juli 2020, 21:42:11
Dank unseres Betriebshelfers ist nunmehr auch das Naturschutzgebiet im Nachbarlandkreis gezäunt.  ;D Das wird er wohl so schnell nicht vergessen. Hanglage, Bremsen und Wespennest auf der einen Seite - Orchideen und Türkenbundlilien auf der anderen. Extremflächen in jeder Hinsicht.  8)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 09. Juli 2020, 20:01:20
Das Jahr zieht ins Land...

Die Jungböcke sind faktisch nur noch zu Fuß erreichbar. Ich richte mich darauf ein, dass sie bis September auf der Pralinenobstwiese im Wald verbleiben. und wenn der Jäger Handschlag-Überschlag macht, weil er nicht jagen kann. Durch Harvester und Rückeraupe ist der Weg schlicht unpassierbar. Hexen kann ich auch nicht.

Meine Abschlussuntersuchung war heute. Damit wechsel ich in den "gesund"-Modus - mit Schiene. Mei, das Leben ist kein Wunschkonzert. Der Betriebshelfer läuft aus, also sind meine Schiene und ich fortan eine Einheit und bewältigen - irgendwie - die Schäferei. Chakka, Du schaffst das  ;) Notfalls gönne ich mir 2 Monate den Betriebshelfer als Unterstützung vom Betriebskonto - solange kann ich mir das leisten. Es kann ja nicht verwundern, dass ich die Steilhanglagen noch schwer schaffe. Schafe fangen - I don´t know. Da muss wohl die Schafe-Umdrehmaschine her. Aber sonst... geht alles weiter mit uns. Weil: Aufgeben keine Option ist.

Ich will dankbar sein. Es hätte das aus sein können. So ist es auch nicht toll, aber es wird irgendwie gehen. Das sei das, was zählt. Nächste Woche geht es beruflich volle Lotte los. Ja Knie. 9 Stunden ist dann eben Standart. Wie erfreulich die Produkte der pharamzeutischen Industrie doch sein können  ;)

Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Waldschrat am 10. Juli 2020, 16:43:38
Ich drücke die Daumen, dass es möglichst wunschgemäß läuft und kein neues Ungemach eintritt.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Wühlmaus am 11. Juli 2020, 17:18:41
Der Betriebshelfer, wenn ihr den noch ein wenig halten könntet, das wäre wohl wirklich die beste Hilfe :-\
.
Für den "Neustart" wünsche ich dir alles Gute!!
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 12. Juli 2020, 08:09:07
Ganz lieben Dank  :-* Immerhin habe ich gestern schon 3/4 einer Zäung erledigt. Es braucht halt noch Kondition. Den Rest musste mein Mann stemmen.  ::) Heute ziehen die Jungzibben auf die Arnikafläche. Guten Appetit.

Ja, ich denke eine Unfallversicherung könnte wohl nicht schaden. So konsequent ich abr Stiefel zwecks rechtem Fuß trage, so konsequent trage ich Schiene. Das wäre ja sonst, äh, doch ziemlich leichtsinnig. Das verstehen vermutlich viele nicht. Die können sich nicht vorstellen wie uneben das Gelände und wie steil das ist. Ich hau da locker 15 mal im Jahr hin und zwar richtig. Es sieht ja so aus, als würde ich häufiger Unfälle erleiden. Die Wahrheit ist, dass ich meist erstaunlich elegant falle. Mich persönlich hat es ja gewundert, dass in den vielen Jahren der Tierhaltung noch kein Unfall aufgetreten ist. Vermutlich eben, weil man da so wachsam ist. Wenn da nicht gerade ein Tier dran beteiligt ist (die Zeitung der BG ist auch voll mit Forst- und Tierhaltungsunfällen). Aber die gehören eben dazu. Hier gilt es Risiken noch weiter zu minimieren. ich arbeite dran.

Derzeit indes am nächsten Einspruch Verodrnungstext FFH. Prust. Das klingt ja wie ein Paradoxon. Unseren Wanderschäfer habe ich schon angerufen. Man muss das Ganze ja durchführbar halten. Wenn es a) gewollt ist muss es b) auch praktisch umsetzbar sein  8) Auf der anderen Seite... nachdem die vorher diskutierte Fläche nun mit anderem Status versehen wurde... hat man ja auch das Gefühl noch was bewegen zu können. Und die 600 qm Narbenerneuerung ist jetzt mit Ausnahmegenehmigung der UNB bei der LWK beantragt. Die investierte Zeit lohnt. Fehl nur woanders  :-\
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Roeschen1 am 12. Juli 2020, 12:40:10
Viel Glück auf all deinen Wegen!
Wäre eine OP im Winter eine Option?
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 24. Juli 2020, 12:05:53
Nicht wirklich, weil bis 9 Monate danach Ausfall und solange zahlt die BG keinen Betriebshelfer. Ich muss auch ehrlich sagen... ich hab mich an die Schiene gewöhnt. Bei der schlechten Haltbarkeit künstlicher Bänder überlegt man sich dann schon, ob das nicht die sicherere Alternative ist.

Bis Mittwoch habe ich nun meine erste Vollzeit.Woche gearbeitet. Beide Haksen sind von 9 Stunden Diensten nicht begeistert. Ich noch weniger - doch der Rubel muss ja rollen.

Nervig ist, dass man im Anschluss ersteinmal Probleme vorfindet, die dringlich einer Lösung bedürfen. So hat sich dieses Jahr - wir vermuten aufgrund des späteren, unfallbedingten Weidezeitpunktes - das Johanniskraut als Problem manifestiert. Die Schnuckenmuttern sehen nicht mehr chick aus  :-X Ergo stand der heutige Vormittag ganz im Zeichen des Ausmähens. Mit einem Knoten im Hals, weil das natürlich auch beste Bienenweiden sind  :P Bei den Schnucken ist jetzt ein Drittel gemäht und abtransportiert. Die neue Skuddenzäunung ist komplett frei. Nun muss ich auch mal an die Schnucken appellieren, dass sie gerade erst in neuer Zäunung sind und es genügend anderes zu Fressen gibt. Leider sehen das Einzelne nicht ein und das sind dann auch prompt die, die in Kombi mit der Sonne dann Hautprobleme haben.  ::) Aber gut. Zerreißen können wir uns auch nicht. Nachmittags sollen zwei Ziegen ins NSG. Morgen haben wir einen Bockverkauf auf dem Programm - das wird aber noch Zeit lassen fürs 2. Drittel bei den Schnucken. Sonntag... landen hier Mäphistos Söhne. Einer braun und einer schwarz. Dann werde ich vermutlich wieder eher in den entstressten Zustand kommen.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 24. Juli 2020, 12:11:28
Da fehlte das Bild. Im Vordergrund die schmale Wiesenseite, auf der die Skudden gerade arbeiten. Vorderes Stück noch unausgemäht. Was da so wunderschön gelb blüht... ist leider ein Problem  ::) Auf der anderen Bachseite (Bach im Sommer nicht mehr da) ist bereits "abgegrast" und wächst schön nach. Dort gibt es auch keine größeren Johanniskrautbestände.
Ganz vorne sieht man übrigens die Pappelausschläge. Die Pappeln möchten wir gerne fällen, damit dieses Ausläuferspektakel ein Ende hat. Dafür hatten wir schon Eiche und Esskastanie gepflanzt. Nun wurde maschinell gepflegt - Nachpflanzung Geschichte, seufz. Immerhin habe ich den Landwirt ansprechen können, Er meldet sich vor der nächsten Pflegetour, die nur alle paar Jahre läuft. Und ich muss zu Metall greifen, damit auch im Falle des Pflegeregimewechsels meine "Nachzuchten" erhalten bleiben. Alles ist ein Lernprozess...
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 25. Juli 2020, 09:05:09
Wie gesagt... es knüppelt sich nach meinen Urlaubsvertretungen. Gestern waren wir um 21.30 Uhr auch endlich mal zuhause angekommen. Weil... die Crew im NSG im Landkreis Göttingen Verstärkung durch unsere beiden Ziegenkastraten bekommen hat. Anbei eine Kopfstudie unseres Kastraten "Pan", dessen Spitzname "Wasserbüffel" ist. Er dürfte so ziemlich die einzige Ziege sein, die ungeniert bis zum Bauch in Teiche latscht  ;)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 25. Juli 2020, 09:12:24
Heute soll übrigens ein Bocklamm verkauft werden. Man freut sich ja immer, wenn sie eine eigene Herde bekommen.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 25. Juli 2020, 16:20:04
Hat geklappt. Er hatzukünftig 9 eigene Muttern. In die Schuhe muss der kleine Mann aber erst noch reinwachsen, hihi
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Roeschen1 am 25. Juli 2020, 19:00:39
Hat geklappt. Er hatzukünftig 9 eigene Muttern. In die Schuhe muss der kleine Mann aber erst noch reinwachsen, hihi
War er einverstanden mit deiner Wahl?
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 26. Juli 2020, 22:19:44
Wenn nicht gleich, dann später.

Mähphistos Söhne sind 20.40 Uhr endlich im letzten Büchsenlicht angekommen. Ich habe mich scheckig gelacht, ich konnte nicht mehr! Schwarzer Hannibal und brauner Bruno lehrten den Jungböcken das Fürchten. Weil die größeren WGH Jungböcke nur weiße Schafe kennen. Die liefen panisch weg, was die zwei Neuen gar nicht toll fanden. Verzweiflung machte sich breit. Bis schließlich zwei Skuddenbocklämmer Erbarmen hatten. Deren Mutter war schwarz. Das kann doch eigentlich auch nur was schafartiges sein.... und so wurde nach 10 Minuten doch noch eine Gruppe aus den Bengels. Morgen sieht Die Welt bestimmt schon ganz anders aus  ;)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 26. Juli 2020, 22:21:41
Mäphisto sah aus wie eh und je. Eine gut gelaunte graue Eminenz
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 27. Juli 2020, 18:53:26
Gerade habe ich erst ein Buch über Beweidung gelesen. Schafe fressen keine Brennnessel und keine Disteln.
Gut. Im Mai fressen auch Landschftspflegerassen keine Brennnessel. Aber danach funktioniert das ohne Weidedruck. Und was um Himmels Willen spricht gegen den Verzehr von Disteln?
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 27. Juli 2020, 18:54:53
Und selbstverständlich werden kleine Rassen auf solcher Kost sattund rund
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 27. Juli 2020, 18:56:23
Wir pflegen Blühweiden.  8)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 27. Juli 2020, 19:05:02
Flatterbinsen sollen ein Zeichen von Überweidung sein. Aha. Die Hochstaudenflur am Bach wird nicht beweidet. Da tummelt sich aber enorm Flatterbinse
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 27. Juli 2020, 19:06:02
Nur zieht die Schäferin das Springkraut weg, damit Sumpfschafgarbe und Co ihre Chance haben
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 27. Juli 2020, 19:18:52
Und da kommt dann eben auch die Diskussion. Im Zuge der einwandernden Neophyten wäre ich für eine temporäre Beweidung des sommerwärts trockenen Bachs
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Staudo am 27. Juli 2020, 21:41:59
Warum nur neigen manche Praktiker dazu, die schönsten Theorien zu hintertreiben?
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Wühlmaus am 27. Juli 2020, 23:25:59
Würden/dürften Schafe das Springkraut fressen?
.
Die Bilder deiner Schafe wirken immer wieder entspannt und entspannend! Wenn wir durch deine Berichte nicht auch wüssten,  was da an Arbeit und Einsatz dahinter steht!!
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 28. Juli 2020, 08:03:53
Täusch Dich nicht, es ist trotz der Arbeit entspannend. Wenn ich nicht meine Arbeitseinheit da draußen habe, werde ich nervös  ;D

Springkraut wird ebenfalls gefressen.

Es ist wie so häufig im Leben. Man bewertet eine Momentaufnahme als das Maß der Dinge. Gut, wenn ich auf einer Rinderweide (wir reden jetzt nicht von wilden Landschaften, sondern von Weiden) den Bach drin lasse, wird es mit der Hochstaudenflur schwierig. Und ja, Rinder stehen bei Hitze gern im Bach. Aber zwischen keiner und temporärer Beweidung ist ja ein himmelweiter Unterschied.

Im Buch wurde beklagt, dass a) Schafe alles wegfresen b) selektieren und nicht alles wegfressen.
Da zieht sich meine Stirn das erste mal kraus. Also nehmen wir an, es liegt am Weidezeitpunkt oder/und Wahl der Schafsrasse. Am Ende würde bei optimaler Wahl tatsächlich die theoretische 100 % Verwertung des Aufwuchses liegen. Das ist ähm... für gewisse Arten sicher schwierig,will ich gar nicht bestreiten. Da kommen wir aber ohne Hutung nicht raus aus dem Dilemma. Und anstatt historisch zu argumentieren, dass Wisent und Co aber keine Schäfchen durch die Gegend gestriffen sind, würde ich dann doch sagen, dass gehütete Schafe und Ziegen häufig des kleinen Mannes (Weibleins) einziges Vieh waren und das auch sicher nicht erst seit der vorherigen Jahrhundertwende. Davon ausgehend müsste bei Anlehnung an historische Nutzungen die Hutung analog zur Schweiz mal mindestens in FFH Gebieten bezahlt werden. Und zwar so, dass man davon leben kann. Weil logischer Weise der ganze Tag verplant wäre.
Wenn das mit der theoretischen 100 % Verwertung indes unerwünscht wäre (Mosaikbildung, für viele Arten gut), dann frage ich mich, wieso gerade das in den hiesigen neuen FFH Gebietsverordnungen drin steht. Für Täler, die kaum noch Bewirtschafter haben. Also im Grunde... lässt man sein Grundstück brach fallen, hat man gegen nichts verstoßen. Hat man sein Grundstück extensiv beweidet, dann kommt der Zeigefinger auf den Paragrafentext. Das trifft jetzt zwar nicht uns. Wir erreichen auf unseren beiden Flächen im künftigen FFH Gebiet die nahezu 100 % Verwertung. Wir sind ja aber nicht das Allheilmittel für alle Wiesentäler hier. Ich träume ja gern und bereitwillig, dass wir den brach gefallenen Teil (fragt nicht, sind einige ha) eines Tals noch reaktiviert bekommen. Aber alles hat Grenzen und dementsprechend habe ich hier auch die wenigen anderen Beweider im Blick. Von denen einer aber nicht annährend die 100 % Verwertung erreicht. Was soll dann da die Lösung sein?!

Gut. Es soll ja alles dadurch rund werden, dass es einen Managementplan geben wird.

 :-X

Wieso bekomme ich da Gänsehaut? Wer nacht denn den mit wieviel Ahnung der einzelnen Tierarten? Also ich kann vergleichsweise viel zu Schafen sagen. Bei Rindern ist der Erfahrungshorizont jedoch sehr begrenzt. Wie abenteuerlich wird das werden, wenn einer nur solche Bücher konsultiert?

Man verstehe mich jetzt nicht falsch. Ich erkenne die Arbeit und den Willen durchaus an. Indes hätte es noch niemandem geschadet Praktiker ins Boot zu holen.

Ach so. Im Nachgang zur Hutung: Dazu müsste natürlich auch eine Pferchung erlaubt sein  ;D Mindestens die heutigen Schäfer schaffen die extremen Distanzen nicht an einem Abend zurück und morgens wieder raus. Das müsste so eine FFH Gebietsverordnung auch berücksichtigen.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 28. Juli 2020, 15:13:04
Meine Schafe sind zuweilen intelligenter als mir recht ist  :P Die Arnika war stabil geschützt. Eigentlich einbruchsicher. Wenn man sich natürlich auf das Konstrukt draufstellen bis der Korb nachgibt und dann genüsslich die Arnika zwischen den engen Maschen rausmümmelt...  >:( da ist noch nicht mal nenneswert Weidedruck auf der Fläche, Sakrament noch eins! Die Arnika indes... nahm es nicht so übel wie befürchtet, sondern schickt bereits eifrig neue Seitentriebe. Spätestens zum Wochenende sollen die einfallsreichen Jungzibben da weg! Ich hoffe, das reicht zeitlich gesehen um die Neutriebe nicht auch noch zwischen die Zähne geraten zu lassen. Beim Herrichten des Schutzes musste ich mal wieder feststellen, dass ich auf Korbblütler reagiere  ::) Die Natur schlägt zurück  8)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 28. Juli 2020, 18:48:29
Idyll.
Wir betreiben Wetteifern. Ich mäh verbissen Johanniskraut, sie fressen genauso schnell gegenan. Wenn ich da fertig bin kann ich drüben gleich weiter machen. Die Skudden ziehen kommende Woche spätestens zu Fuß hoch. Dann kommt zeitnah die Bildung der "großen Herde"
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 28. Juli 2020, 20:00:36
So sieht es jetzt aus, wenn der Bach bei den Rindern ausgezäunt ist. Ein rosa Springkrautmeer
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Staudo am 28. Juli 2020, 21:13:47
Dürfte der Bauer die Rinder in den Bach steigen lassen, würde das Springkraut zurückgedrängt?
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Rosenfee am 28. Juli 2020, 22:13:11
Warum dürfen Deine Tiere kein Johanniskraut?
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: MissEd am 28. Juli 2020, 22:22:03
Johanniskraut erhöht die Sonnenempfindlichkeit der Haut. Nicht nur beim Menschen.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 29. Juli 2020, 07:54:26
Genau so ist es, gerade im Gesichtchen sind die Schnucken jetzt betroffen. Der Rest weniger, weil die Wolle vor der Sonneneinstrahlung schützt. Einzelne sind mehr betroffen als andere wegen der Geschmacksvorlieben  ::) Wir sind später im Jahr dran als sonst. Jetzt geht das Kraut auch noch in Samenbildung, was wohl noch mal zum Fressen verleitet. Es hilft nur mähen, denn alles andere ist verboten. Und mähen geht auch nur mit der Motorsense, weil die Wilschweine jedes Jahr das Grünland verwüsten. Maschinelle Mahd somit unmöglich.

Ja Staudo, der Bach war sogar Springkraut frei, als die Rinder noch komplett durch durften. Nachteil indes... Hochstaudenflur hatte es folgerichtig auch nicht  ;) Dann haben die NLF Erlen gepflanzt um die Bachtemperatur zu senken. Deswegen und um die Rinder aus den Bach zu bekommen, kam dann der Zaun. Und dann kam sofort das Springkraut, das schon vor Ort vorhanden war. Am Weg haben wir und ein ehemaliger Förster die Anfänge gut im Griff gehabt. Jetzt sieht sieht man das Springkraut Jahr für Jahr Sprünge talaufwärts machen. Auf unserer Fläche ziehen wir es raus. Weiter oben, wo wir im Pflegevertrag tätig sind, ist es noch nicht. Aber begeistert da oben am Bach das Springkraut zu ziehen, werde ich mich teilweise nicht zeigen. Denn auch da sind Erlen gepflanzt worden. In Folge kamen Brombeeren. Und dazwischen... stakel ich nicht längs. Da ist auch eine temporäre Beweidung durch uns nicht mehr möglich. A) würden sie begeistert die Erlen schälen und B)in den Brombeeren festhängen. Ich habe gestern erst wieder eine Akkuladung Brombeeren ausgemäht. Wohlgemerkt waren wir das Anfang des Jahres schon, oder schon wieder, wie man´s nimmt  ;D
Nun kann man sich denken: Gut, wegen der Erlen war bzw. wird die Hochstaudenflur eh in Bedrängnis kommen. Sins ja dann komplett andere Lichtverhältnisse. Aber ich finde es schade. Neben der Sumpfschafgarbe blühen da auch mal vereinzelte Kuckuckslichtnelken. Flutender Hahnenfuß. Eine jetzt lila, klein blühende Pflanze, die ich, sorry, nicht kenne. Waldfelberich. Bestimmt noch mehr, was mir nur jetzt nicht einfällt. Auf jeden Fall bunt. Und es brummt.

Insgesamt - auch wenn wir dieses Jahr etwas Zeitverzug haben - ist es eine Wucht. Ich mähe derzeit immer etwas (Betonung auf etwas) nach. Wir haben da ein Gras, das sich ausbreitet. Bildet sehr harte, sehr kompakt kleine Horste. Die Schafe verbeißen das zwar, aber ich möchte das nicht in Reinkultur haben und auch hier greift der Satz - wir sind zu spät im Jahr, es blüht jetzt schon. Während sich andere also um Brennnesseln und Disteln sorgen, bin ich bei dieser Grassorte hinterher  ::) Das geht dann folgendermaßen. Mein Freischneider läuft durch Strom. An und aus sind daher wesentlich einfacher als bei einem knatternden Moped. Grasbusch erreicht: Anklopfen! Es springen Eidechsen heraus. Offensichtlich, weil dieser Grasbuschen jetzt aus dem Abgeweideten herausschauen und daher sonnenexponiert sind. Erst danach wird der Grasbüschel frisiert. Wir hatten immer schon Waldeidechsen vor Ort. Ich nehme an, dass ihnen die Beweidung hochgeradig entgegen kommt. A) hat es erheblich mehr Grashüpfer als früher. Man kann Vögel beobachten, die 1/4 Stunde an Ort und Stelle bleiben und immer nur wieder zuschnappen. B) ist Mahd natürlich das Ende unzähliger Kleintiere. Ob Insekten oder eben Eidechsen. Weswegen ich auch schon Pusteln bekomme, wenn ich nachmähe. Das sind natürlich im Vergleich nur punktuelle Störungen, tut mir aber schon weh.
Auf jeden Fall hat es eine sensationelle Eidechsendichte vor Ort. Das Johanniskraut harke ich zusammen und werfe es auf eine Plane, die ich hinterher von der Fläche runter bugsiere. Gestern ließ sich gleich als Erstes eine Eidechse auf der Plane nieder. Ich hab sie fast anfassen können, so nah ließ sie mich ran. Sssssst, flitze sie schließlich weiter. Und mein Lachen klang durchs Tal.

Wie gesagt: Es ist nicht nur Arbeit, es ist auch Privileg hier draußen hm, ja gestalten zu dürfen. Gerade in dem tal, wo wir so viele Flächen bewirtschaften, hat man ja fast das große Ganze im Blick. Niemand sieht die Veränderungen - in welche Richtung auch immer - so detailreich wie wir.

Heute muss ich wieder einmal ein Telefonat mit er LWK führen.  8) Dieses mal für den Verein, von daher bin ich höchst tiefenentspannt. Wir besitzen ein paar Handtuchgrundstücke, die durch einen Landwirt bewirtschaftet werden. Da plant eine Organisation (nein, nicht unsere!) ein Extensivierungsprogramm. Das sei völlig unschädlich für die Förderungen. Aha. Hab ich irgendwas falsch verstanden? AUM war nicht freiwillig?  ;) Ich hatte Anfang des Jahres schon wegen dieses Förderprogramms telefoniert. Von daher bin ich ziemlich sicher, welche Auskunft ich bekomme. Aber gut, natürlich kann ich bzw. die LWK irren.

Noch ein Beispiel: ich hatte beschrieben, dass uns 600 qm Brennnessel ärgern. Dieses brauchte einen Antrag bei der UNB und einen Antrag an die LWK und wäre bei der Letzteren auch beinahe abgelehnt worden. Jetzt dürfen wir fräsen und neu einsäen, der Bewilligungsbescheid kam. Allerdings nur mit Grassamen. Man könnte ja aus ökologischen Gründen sagen: Besser wäre doch autochtones Saatgut mit Blühpflanzen gewesen. Das hätte aber eben prompt wieder Ärger mit der Förderfähigkeit gegeben. Es ist eben weit komplizierter als uns seitens der Organisation zu schreiben: Das sind keine EU Mittel und deswegen ist es keine Doppelförderung. Ähm, also unser Verein achtet peinlich darauf, dass nicht Fördermöglichkeiten zerstört werden. Denn wir wissen, dass sich die Landwirtschaft nicht durch Fleischverkauf am Leben erhält. Das geht vielleicht (!) wenn man im Maststall Schweine produziert und nach China verschifft, aber nicht in der Landschaftspflege. Ergo werden wir einen Teufel tun und nachfolgenden Generationen das Wirtschaften unmöglich machen. Ich werde berichten  ;)



Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Staudo am 29. Juli 2020, 08:41:43
Danke für Deine erfrischenden Berichte. Dass man eine Brennnessel-Monokultur nicht so ohne weiteres durch eine artenreiche Wiese ersetzen darf, finde ich, nun ja, interessant. Gucke Dir mal im Spätsommer die Springkrautbestände an, die übrigens ähnlich artenreich sind wie oben genanntes Brennnesseldickicht. Du wirst viele Blütenbesucher finden.  ;)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 29. Juli 2020, 09:02:43
Mach ich gern. Weißt Du wie das mit den Kuckuckslichnelken sit? Überleben die das Überwachsen auch?

 ::) Ja was meinst, was ich dumm geschaut habe. Ich hatte schon von einer bekannten Firma nach dem Preis für autochtones Grünlandsaatgut gefragt. Haarscharf am Fettnäpfchen vorbei  :P

Auskunft LWK: Extensivierung ect. darf nicht im Grundbuch ect. festgeschrieben werden. Sonst entbehren die AUM Maßnahmen wieder der Freiwilligkeit.

Manchmal ist es furchtbar anstrengend das Sandkorn im Getriebe zu sein  ::) ich kann doch auch nichts dafür.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Staudo am 29. Juli 2020, 11:24:16
Weißt Du wie das mit den Kuckuckslichnelken sit? Überleben die das Überwachsen auch?

Ich denke, dass Kuckuckslichtnelken kurzlebig und auf offenen Boden angewiesen sind. Trittschäden sollten hilfreich sein.  ;)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 30. Juli 2020, 08:56:56
Der Nebel hat sich gelichtet. Auch jene Fläche kurz vor der Stadt wird FFH Gebiet. Sorry, da wir uns nur wie andere durch Minikarten im Internet clicken können, war mir das nicht bekannt. Es könnte helfen, wenn man uns zu Vorortterminen lädt  8) Das Thema Föderung hat sich damit erledigt. Von dem Erschwernisausgleich mag ich mangels Höhe nämlich nicht als Föderung reden.
Damit stellt sich dann ein anderes Problem. Wer wird unsere Flächen zukünftig bewirtschaften  :-X Also ich weigere mich da auch noch runter zu jetten. Einmal Tierkontrolle (da ist Lkr. Göttingen wohlgemerkt nicht dabei) sind täglich 35 km. Und zeitlich kann ich mich nicht zerteilen. Flächen, die nicht in unser örtliches Raster fallen, bedeuten x mal mit dem Hänger hin und her sausen.

Heute ist Bürokratietag  :P Ach gönnen wir uns einen Blick zurück auf gestern. Meine Jungzibben und die 3 WGHLämmer, die demnächst verkauft werden. Ich hatte da gestern meinen Sentimentalen. In der schönsten Abendsonne habe ich die Truppe über den Bach auf die neue Fläche geholt und mich dann einfach mal dazu gesetzt. Die eine knabberte am Hut, die nächste pustete ins Ohr, eine stand auf meinen Beinen, alle anderen Jungzibben standen in der 2. Reihe drumherum. Hirte zu sein ist ein Gefühl. Ein saugutes!  8)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Wühlmaus am 31. Juli 2020, 11:40:13
Da verstehe zumindest ich, wo du deine Kraft herkommst  :D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 01. August 2020, 21:02:39
Sie hat nun 3 Rosetten
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 01. August 2020, 21:07:39
Das war der Drahtkorb den die Jungzibben eingedrückt haben. Als Quendula zu Besuch war, hat sie die Fläche gesehen. Gab es eineNotwendigkeit auf dieser großen Fläche ausgerechnet diese eine Pflanze fressen zu müssen? 😎 die Verhaltenskreativität geht schon Richtung Ziege
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Staudo am 01. August 2020, 21:10:48
Welches Schaf hat schon mal Gelegenheit Arnika zu fressen?
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 01. August 2020, 21:14:05
Das Schönste aber war der Zug der Skudden hoch durchs Tal. Lämmi  blieb bei mir, der Fußkranken der Völker, pardon Schafwanderung. Was Mina, meine Flaschelammseniorin so empörte dass sie zu mir zurück lief. Der Rest trabte mit den diesjährigen verbliebenen Lämmern anstandslos talaufwärts und landete vollzählig au der Zielfläche. Ergab empörte Schnucken auf der anderen Bachseite. Mädels, in 3 Tagen spätestens seid ihr beinander
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 01. August 2020, 21:15:16
Ja, endlich mal eine andere Geschmacksrichtung    ;D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 01. August 2020, 21:22:13
Für mich heißt das Nacharbeiten. Ich habe da heute schon drei Akkus ausgemäht. Die Fläche war noch nicht komplett freigefressen. Das Risiko der kleinen Arnikapiranhas war mir aber zu hoch. Notfalls  Kegel ich sie nach der zweiten Seite wieder zurück. Aber vorher arbeite ich an der Fltterbinse u d dieser anderen nervigen Grassorte. Ich harke das da sogar runter. Die Fläche war ja vor Übernahme sehr verwahrlost. Unterpflege kann man sich hier nicht leisten
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 01. August 2020, 21:26:47
Ob ich es noch mal selber kann? Heute habe ich mich nicht getraut. Dazu müsste ich auf Schnelligkeit trainieren. So eine Herde ist flott! Die Bilder eines Zugs... gehen nicht aus dem Kopf. Da wir ja ohne Hund ziehen, zeigt sich hier wie gut das Verhältnis Schäfer/Herde ist. Das sind für uns immer Highlights
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 03. August 2020, 08:28:12
Gut ausgeschlafen geht es heute frisch ans Wer. Mutti saus in den Landkreis Göttingen zu Mäharbeiten. Morgen zäune ich dann die Naturschutzgbietstruppe weiter. An einem Tag mache ich das nicht mehr. Und wenn das erneut die Kosten nach oben schraubt, ist´s mir egal. ::) Ich freu mich auf die Jungs, nicht so sehr auf die beiden Ziegenkastraten. Wenn der Wasserbüffel mich sieht, schärft er genüsslich seine Hörner und die sind wie das ganze Tier leider nicht klein  :P Nicht, dass ich beim Rüberlassen morgen wie letzten Jahr von Ludwir angegeriffen werde. Manchmal täte mangelnde Erfahrung auch helfen  8) Denn das Bild von Ludwig und mir aus dem hang bekomme ich auch zeitlebens nicht mehr aus dem Kopf  :P
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Secret Garden am 03. August 2020, 09:20:03
Schön, dass Du wieder voller Tatendrang bist, frauenschuh.
.
Wenn der Ludwig mal das Zeitliche gesegnet hat, könnte man den Kopf mit den Hörnern präparieren lassen und an die Wand hängen. ;) ;D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 03. August 2020, 18:12:14
Der Ludwig ist schon verspeist. Es ist Wasserbüffel Pan, der mich ebenfalls nicht mag. Nein. Das ist falsch formuliert. Er mag mich sehr. Tolles Spielzeug auf der Weide  :P

Es lief heute sehr gut. ich finde, ich baue Kondition auf. Wenigstens war ich nicht toal erschlagen, als ich mit dem Mähen fertig war. Morgen zäune ich auf und ab. Das ist allerdings noch mal deutlich mehr als heute. Ich habe bei Beweidungsprojekte schon das heutige Blütenmeer gezeigt. Selbst wenn ich wollte... ich könnte das nicht aufhören. Was für ein Summen, Brummen und Flattern. Im Blühstreifen vorm NSG ist nichts. Stille.

Nein. Es muss da weiter gehen. Ich fahre noch mal los auf den Büwiesen nachmähen. Von daher werden wohl erst morgen Abend die weiteren Blühbilder eingestellt. Vorneweg nur noch ein Blick auf die 5 Jungs und einen brav aufgeräumten Magerrasen, Nordseite. Jenes Teilstück, was ursprünglich gar nicht in die Beweidung sollte, weil es sich gar nicht lohnen würde  ;D Da gab es mal Probleme mit Kanadischer Goldrute, lach...

Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 03. August 2020, 19:29:15
Schlittert nach der Mahd und vor der Fortbildung kurz an den PC:

Sachdienliche Hinweise erbeten. Höhe ca. 30 cm, blüht mit kleinen lila Blüten (hier verblüht noch aus braune Gebilde zu erkennen) in der Hochstaudenflur des trockenen Bachs... das nervt, wenn man ein Kraut nicht ansprechen kann!  >:(
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: MissEd am 03. August 2020, 21:01:54
Stell das mal bei "Quer durch" ein. Da lesen mehr Purler mit.

Es lief heute sehr gut. ich finde, ich baue Kondition auf.
:D :D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Staudo am 03. August 2020, 21:53:31
Stachys palustris? Wunderhübsch.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: ShirinM am 04. August 2020, 00:25:55
Vielleicht ist es das hier?
https://de.wikipedia.org/wiki/Sumpf-Helmkraut

Edit: Link ausgetauscht.



Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 04. August 2020, 06:57:11
Ja, defintiv Sumpf-Helmkraut  :-* War eben wieder mal eine interessante Lerneinheit. Es mag also meine Mahd und wartet logischer Weise noch auf den Abtransport des Schnittguts. Erst einmal trocknen lassen... dann kommt Mutti wieder mit der Sonnensegelplane und lädt auf. Wer wird das nach mir machen  ::) Da fehlt mir ja jeder Glaube. Wenn ich allein sehe, dass alle Mahdwiesen hier Flatterbinsenfrei sind... dann kommt man doch ins Grübeln, ob das "normal" sein kann. Ha! Am Wochenende haben wir einen Vereinstermin. Mit dabei ist ein Herr, der früher auf jenen Wiesen noch Arnika kannte und dort gesenst hat. Den werde ich interviewen  8)

Anbei ein Foto der ehemaligen Goldrute. Geschichte. Sie macht noch zaghafte Versuche... keine Chance der Ausbreitung.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 04. August 2020, 07:10:14
Nordseite
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 04. August 2020, 07:11:04
Blühaspekte 2020
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 04. August 2020, 07:12:35
Funktioniert mit Funk, daher auf Innenseite
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 04. August 2020, 07:14:32
Einfach schön!
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Staudo am 04. August 2020, 07:52:01
Wer wird das nach mir machen  ::)

Wahrscheinlich niemand. Maximal findet sich noch jemand, der von den blütenreichen Tälern und Bahndämmen der Vergangenheit schwärmt. Auch in dreißig Jahren wird vor dreißig Jahren alles besser gewesen sein.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 04. August 2020, 19:10:47
Was für ein Tag!

Fast 4 Stunden habe ich gebraucht. Bevor wer nöhlt, boah wie lange... bergauf, bergab hatte ich bei der letzten Zäunung ohne Betriebshelfer noch gar nicht geschafft. Heute musste ich wohlgemerkt auch abzäunen. Somit bin ich trotz totaler Erschöpfung auch stolz. Es geht vorwärts mit der Mutti.

Bild von heute ist dieses
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 04. August 2020, 19:13:32
Schärfer hätte ich ihn, vielmehr sie, nicht bannen können. Silbergrüner oder Himmelblauer?  :P
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 04. August 2020, 19:18:51
So unterschiedlich die Solling-Wiesentäler und dieser Magerrasen auch sind: Eidechsen flitzen hüben wie drüben. Im NSG sind es überwiegend Zauneidechsen. In dieses Jahr beachtlicher Menge, auch viel Nachwuchs. Und auch wenn man als Schäfer sich auf dem ersten Blick erschreckt, wenn man die abgegraste Fläche sieht... genau da sitzen sie und sonnen sich. Schade dass der Akku meiner alten Digicam schwächelt. Nur wenige Bilder... dann war schon wieder Ende. Das Handy (wohl eher meine alte Zwiebel) eignet sich für solche Bilder nicht. Das Männchen setzte sich nur gaaanz kurz. Es war leider wieder mal windig. So wird das nix mit der Schmetterlingsbestimmung  ::)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 08. August 2020, 09:10:34
Wir werden unseren Betriebshelfer vermissen, wenn er im Herbst sein Studium beginnt. Große Herde ist gebildet
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 08. August 2020, 09:12:00
Mit absolutem Grauen mussten wir im Nachbarort den Großbrand sehen. 1200 Schweine sind verbrannt
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Sternrenette am 08. August 2020, 10:37:48
 :( arme Viecher :-\
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 08. August 2020, 11:38:39
Wohl wahr  ::)

Wir haben heute morgen 3 Schnuckenlämmer verkauft. Die sollten mittlerweile im neuen Zuhause angekommen sein. Was gut ist. Ich baue gerade die Netze um und bin kurz vor Hitzschlag. Erstmal Pause machen.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 08. August 2020, 12:20:07
Wir waren uns da einig. Zu heiß für alles  ;D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 08. August 2020, 12:21:52
Nachdem ich beim Fang der 3 den Schäferstab volle Lotte auf den Kopf bekommen habe, belohne ich mich jetzt von all dem Trouble hiermit. Selbstgemacht
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Staudo am 08. August 2020, 20:32:27
Ist die Portion nicht etwas klein?
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 09. August 2020, 13:07:28
Kann nicht sein, denn Geschmacksrichtung Joghurt und Buttermilch verspachtel nur ich. Ich schleuse da enorme Mengen durch  :-X

Meine Sonnencreme hält was sie verspricht. Biste verrückt, ist das heiß. Jetzt reicht´s mir erst einmal. Ich habe die Jungböcke weiter gestellt. Brav vorher wieder ausgemäht und das Gerät versetzt. Wasser gebuckelt... ab zur Siesta. Aber glückliche Böckchen... sind es wert gewesen.  ;)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Wühlmaus am 09. August 2020, 13:11:43
Das Fell ist ja schon wieder unglaublich gewachsen!
Und deine Einsatzfähigkeit offenbar auch :o
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 09. August 2020, 15:48:37
Passt! Ich bin definitiv zurück in der Landwirtschaft, chakka! Das Ausschleichen des Betriebshelfers war ein weiser Entschluss. So kann ich in aller Ruhe Kondition aufbauen und das klappt.

Nö, das ist Lammwolle. Die anderen "bewollen" sich zwar auch, aber Lammwolle hat ja 3 Monate Vorsprung  ;D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 10. August 2020, 07:36:06
Abends war wieder mein Töchterlein da und hat mitgeholfen. Das beschert mir eine Fotographie der großen Herde alle hinter ihr. Es zeigt die Hierachie: Dieehemaligen Flaschenlämmer stehen alle vorn: Medea, Mina, Esther und Lämmi. Danach ist es ein Schnuckenhauptvorkommen, bis ganz am Ende die Skudden stehen. Das sagt uns: Größe ist nicht alles, aber es hilft ungemein.

Die Schnucken erholen sich vom Johanniskraut. Eine dagegen ist neu dabei, Esther. Und die... schaut jetzt aus wie... man frage besser nicht. Absuchen der ca. 1 ha großen Zäunung ergab dann prompt: Eine größere Staude haben wir beim Ausmähen übersehen. Grummel. Esther wird demnächst abgeholt. Sie landet bei einer Freundin, ohne Johanniskraut. Mit ihr geht Lämmi. Das wird Tränen bei uns geben und lachendes Gesicht bei unserer Freundin. Ich bin gespannt wie das autistische Schaf den Umzug verkraftet. Bei den beiden ist alles möglich. Sie bleiben dauerhaft oder sie kommen zurück. Die Freundin gab Esther seinerzeit die Flasche. Andererseits hat sich Esther mit Lämmi schließlich sehr gut in der Herde behauptet. Mal sehen, was ihr besser gefäällt
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Roeschen1 am 10. August 2020, 11:10:52
Herrlich, deine bunte Truppe.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Secret Garden am 10. August 2020, 11:27:04
Ja, und die erwartungsvollen Gesichter im Hintergrund. :D Jetzt bin ich etwas unsicher, ist vorne das zweite von links Medea?
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 11. August 2020, 14:19:12
Mittig vorn mit den gewaltigen Hörnern: Medea  8) Rechts neben ihr ihre Mutter Mina. Ich bin gespannt, ob in meinem alten, allerersten Flaschenlamm im Herbst noch alle Zähne vorhanden sind. Sonst wechselt auch sie dieses Jahr zu den Rentnerinnen. da ginge ein Aera zuende. Dass Mina übrigens da vorn steht, hat ihre Ursache in der Rangordnung. Die Schnucke müsste noch geboren werden, die Mina das Fürchten lehrt. Vorne bei Mama ist ihr Platz. Nur widerwillig teilt sie den Platz mit Esther und Lämmi
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Secret Garden am 11. August 2020, 21:58:53
Hui, dann ist die kleine Medea ja mächtig gewachsen. :D Interessant was für unterschiedliche Charaktere es bei den Tieren gibt.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 12. August 2020, 06:33:07
Ja, das ehemalige "Meerschwein" hat sich gemacht. Ich bin heilfroh, dass es trotz offensichtlich männlicher Hormone mindestens sommerwärts keine Unruhe in die Herde bringt und sich auch uns gegenüber friedlich verhält. Sonst müsste ich es verwerten und das würde mir hier doch schwer fallen. Flaschenlammwurst schmeckt doch eher begrenzt  :-X

Heute bekommen endlich die WGH Jungzibben vom letzten Jahr den Gentest. Ich habe sie gestern schon eng gestellt. Zudem wird mindestens ein Blick auf 3 Böcke geworfen. Darunter Hannibal und Bruno. Auch die sitzen schon separiert, damit in der Mittagshitze kein Riesenaufstand für die Tiere und uns erfolgen muss.

Wir hatten ja noch Glück, dass uns vorgestern ein Gewitter erquickte. Selbst die Waldflächen sind nämlich arg trocken. Ehrlich gesagt habe ich unterschwellig Angst vor Waldbrand. Ich sehe - vielleicht bin ich ja nur zu blind - nirgends Schneisen, sprich, das wäre gar nicht aufzuhalten. Ich muss immer an die 1200 Schweine denken. An die Geräuschkulisse, selbst wenn ich gar nicht vor Ort war. Und dabei haben wir noch Glück gehabt. Denn eine Meldung besagte prompt Solling-Waldbrand. Der hätte, wenn der Wind anders gestanden hätte, leicht auch betroffen sein können. Und ganz knapp ging der Brand an den Biogasanlagen vorbei, das war zwischendrin die größte Sorge. Von den Wohnhäusern gegenüber will ich gar nicht erst reden.  ::) Im Geiste überlege ich, wie man damals für so einen Komplex die Baugenehmigung bekommen hat.  ::) Das muss heutzutage anders aussehen.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 12. August 2020, 06:41:03
Ach so. Nachdem es heute einen furchtbaren Bericht zu einer Haltung in der Zeitung gab: Alle unsere Tiere haben ausreichend Schatten und Wasser. Aufgrund des Wetters haben wir auch eine Fläche extra komplett deswegen eingezäunt, damit zu jeder Tageszeit Schatten vorhanden ist. Da stehen sie zwar jetzt auf ca. 1 ha, also äh... sehr großzügig, auch wenn das die große Herde betrifft. Das ist der Komfort für die Schafe wert, selbst wenn die Fläche dann nicht sauber verbissen wird und die Jägerschaft mutmaßlich grummelt. Jedes Jahr ist anders und da muss man sich selbstverständlich drauf einstellen.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Staudo am 12. August 2020, 07:37:47
Im Geiste überlege ich, wie man damals für so einen Komplex die Baugenehmigung bekommen hat.  ::) Das muss heutzutage anders aussehen.

Ja. Ich weiß aus berufenem Mund, dass die Genehmigungen aus den Anfangszeiten des Biogasbooms heute nicht mehr erteilt würden. Die Anlagen stehen teilweise viel zu nah an der Wohnbebauung.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Sternrenette am 12. August 2020, 12:26:36
Eine Biogasanlage brennt einfach mit blauer Flamme ab, wenn die Folie beschädigt wurde. Das weiß ich von einem Stadelbrand, in dem ein Biogassack war. Entgegen landläufiger Meinung explodiert sie im Brandfall eher nicht.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Staudo am 12. August 2020, 13:06:41
Manchmal aber schon.  :D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Sternrenette am 12. August 2020, 15:16:01
Das mag in dem Fall tatsächlich so gewesen sein, dennoch sind 9 von 10 in der Zeitung "explodierten" Biogasanlagen nur deshalb havariert, weil ein Schieber falsch herum eingebaut wurde. Die folgende Überschwemmung ist dann sofort eine Explosion. Klingt einfach besser.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 14. August 2020, 07:11:37
Man kann sich das Ausmaß im Internet in der Bildersuche der Suchmaschinen unter Brand Relliehausen ansehen  :-X

Auch die letzte Zäunung im NSG habe ich allein gewuppt. Unser Freund hat am Ende kurz mitgeholfen. Gut war´s. Er hat den Ziegen das Zelt aufgebaut und dafür sind die 2 jetzt bei dem ganzen Regen natürlich sehr dankbar. 20.45 Uhr war ich endlich daheim. Wanne, Bett. Was soll´s. Die Bühne ist gerockt. Das Beweidungsergebnis ließ in Abschnitt 2 zu wünschen übrig. In dem Dürrejahr 18 ist die Vorderseite verbrannt und seitdem schwächelt dort die Grasnarbe. Hinten oben hat ein Scherzkeks eine Mischung ausgesät - also nicht das, was jetzt schön Lila auf der Damkrone und dem Damm blüht, Centaurea jacea und Centaurea scabiosa. Die sind nur in den letzten Jahren mehr geworden. Sondern eine Runde Färberkamille und Natternkopf. Der Verdacht besteht, weil das alles in Wurfweite von der Krone steht. Problem ... der Natternkopf ist schon durch - vermutlich, weil es dort eben so knallig heiß und exponiert ist. Bedeutet: Rohboden. Und da schick mal Tiere rüber. Da schaut´s jetzt aus wie Wüste, während der sogenannte Schmetterlingskorridor mit seinem Schattengras nur lieblos verbissen wurde.  >:(
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 15. August 2020, 10:14:04
Kurz zwischen Besichtigung einer potentiellen neuen Fläche und Abzäunen ein Eindruck vom Morgen. Selbst mein Mann sagt... die Wiesen haben einen einmaligen Blick.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 15. August 2020, 10:15:02
Heute Morgen beschlägt die Brille und irgendwas war anders.... hm... ah! Der Bach gluckst! Der ist normalerweise im Sommer ausgetrocknet  ;D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 15. August 2020, 17:50:52
Die beiden ziehen morgen aus: Lämmi und Esther
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 15. August 2020, 17:51:51
Für Kenner
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 15. August 2020, 17:53:12
Deshalb sehen die Büwiesen derzeit gelb aus  8)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 15. August 2020, 17:54:49
andere Blühaspekte der Bü... äh... besser Blühwiesen?!  ;D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 15. August 2020, 17:56:48
Diesen Herbst ist Abschied von Pauline. Wenn ich ehrlich bin: Es fällt mir extrem schwer. Und noch ehrlicher: Das hätte ich in den ersten Jahren mit ihr nicht gedacht. Noch ist Zeit. Die Verwertungsphase startet erst im Oktober...
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Alstertalflora am 16. August 2020, 17:57:54
Die beiden ziehen morgen aus: Lämmi und Esther

Oh man - die braune? Die finde ich so toll  :-\!
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 17. August 2020, 07:28:41
Sie dienen der Freundschaft. Gestern war "Schafhopping". Die 4 von einer Freundin zogen zu unserer ehemaligen Betriebshelferin. Esther und Lämmi bezogen dafür den Platz von den 4. Ich glaube, dass das für Lämmi sehr gut so ist. Die beiden haben nun Bauwagen-Komfort. Lämmis Wolle scheitelt bei Regen deutlich. Die Wolle ist einfach von der Struktur her anders. Dieses Jahr haben 2 nicht so schöne Wolle (für unsere Zwecke) geschoben. Das wird man im Herbst noch einmal kontrollieren müssen. Sonst droht der Abflug in die Wurst.

Verwertung ist dabei schon das andere Thema. Gestern gab es ein erstes Treffen wegen des Presseberichts. Vielleicht kommt noch der Durchbruch zwecks Vermarktung. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir in diesem Jahr der Fleischskandale deutlich darlegen können, wo die Unterschiede liegen.

Der gestrige Tag war trotz aller gemütlicher Pausen anstrengender als ein Zäunungstag. Das Autofahren über weitere Strecken liegt mir nicht mehr so. 21.15 Uhr war der Tag zuende. Öffz.

Anbei ein Bild von gestern: Schneckenschutz im Garten. Genau hinsehen. Der schwarze Rand im Hochbeet ist Rohwolle als Schneckenschutz  8)

Eine Solawi hat einen Teil der Wolle zu Mulchzwecken versuchsweise abgenommen. Es steht noch ein Bettbezug, den ich gar nicht heben kann, weil er so schwer ist. Geschweige denn ins Auto verladen. Die dunklen Vliese will ich daraus nun noch verarbeiten. Mal sehen, wie gut oder dumm ich mich anstellen. Dicke Zöpfe daraus flechten als Schneckenschutz. Der Nachteil soll ja sein, dass der Schutz nach Regen vorbei ist (die Düngung ja aber nicht). Zöpfe... stell ich mir vor, könnte man mit der Drahtbürste reaktivieren. Natürlich nicht unbegrenzt. Aber was sonst an Schneckenschutz empfohlen wird... Sägespäne und Co, ist ja auf jeden Fall kurzlebiger.

Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 17. August 2020, 11:29:16
Das erste Modell Zopf ging tutto in die Binsen. Rohwolle ist einfach nervig. Schurfeeling im August, pfui Spinne. Ich klebe voll Wollfett mit lauter Piekselhaaren drin. Auf dem Hof musste ich 1001 Kleinwollbüscheln hinterherrennen und das Endprodukt ist so schwer und voluminös, dass das maximal als Gewächshausuntergrund taugt. Wie gut, dass wir da diesen Herbst  das Erdreich austauschen wollen. Ja genau, wir wollen...  8)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 17. August 2020, 11:30:53
Ach so.... und wollte ich das mit der Bürste auftauen, kommen gleich Zopfbestandteile mit. Also nicht. Vielleicht anders  ;D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 23. August 2020, 08:30:27
Nach einer beruflich harten Woche, musste ich gestern nachmittag nach dem Dienst aber so was von "ran". Wie heißt es so schön: Einzelne schlechte Tage gefährden nicht das Gesamtprojekt.

Schwuppdi... schnell an der Scheune den WGH-Bock mit seiner Zibbe weiter gestellt (ja, haha, vorher mähen, also so schnell dann auch wieder nicht). Seine Wunde(n) ist abgeheilt, aber der liebe Kerl darf da jetzt bis zur Decksaison weiter seine Runden mit Isolde drehen.

Dann ganz kurz essen gehen - der Gastronom grinste schon. Wenn lokale Gastronomie zum Schnellimbiss wird, dann muss man da smit Humor nehmen. Weil... die Dunkelheit limitiert die Tage schon wieder  :-X

Anreise mit 2 Autos und Hänger im Landkreis Göttingen. Hopp, hopp, hopp, hopp, hopp, hopp und HOPP (letzterer war der Wasserbüffel, das klingt lauter). 7 Tier waren in Sekundeneile verladen. Übrig blieb ich und "mein" Steilhang. Bis sich die Knochen erst einmal eingegroovt hatten  ::) Nach einer Phase der Produktivität verblieb ein 50 m Netz im Hang (auf und abwärts) im Waldbereich. Wenn da nicht unser Freund kurz geschaut hätte... würde ich da vermutlich jetzt noch schnaubend wie ein rhinoceros im Hang hängen. An jedem Stubben hängst fest, jeder lose Ast kommt mit. Ich wusste schon beim Aufstellen, dass das Mist wird! War aber nichts anderes da  :-\

Der Sonnenuntergang war toll. Vermutlich deshalb, weil ich rechtzeitig fertig geworden bin  :-X

Die Eile war angebracht. Unser Freund hatte uns benachrichtigt, dass die Colchicum- Blüte begonnen hat. Chakka, auch wenn er sehr unbeholfen im Pflanzenbestimmen ist, das war ein Treffer  8)

Heute morgen... muss ich mir was Neues überlegen, denn mittlerweile habe ich an den Waden offene Stellen. Hintergrund war die Nachmahd. Weil... da ich Schiene trage, geht als "Unterkleid" nur Leggins. So darf ich nicht mähen. Und anstatt dass ich das verinnerlicht habe, greife ich eben noch den Freischneider und mähe ein paar Rosenausschläge nieder. Man glaubt nicht, wie sich diese Feinstbestandteile durch Leggings und Strümpfe arbeiten und sich zwischen Stiefelrand und Haut legen. Ich habe mir gerade erst Gamaschen gekauft. Aber nein, weil ich so tiefmüde war, habe ich natürlich nicht dran gedacht. Respektive nur an der Scheune, aber nicht mehr abends im NSG.  ::) Herrje.

Wie auch immer: 2020 ist die Bühne erneut gerockt, der Vorhang hat sich geschlossen. Das sei es, was zählt.

Heute morgen öffnet sich der Zaun und die rebellischen Jungböcke aus 2019 gehen zu den Altböcken. Man wird es vermutlich noch am Ende des Tals hören. Unser Freund ist froh, dass sie wieder bei uns sind. Diese "Charge" hat wirklich kein Fettnäpfchen ausgelassen. Inkl. Hörnerhakeln - die beiden Böcke musste händisch auseinander dividiert werden. Das Zelt der Ziegen haben sie mehrfach zerlegt (da wird der Wasserbüffel nicht schlecht gestaunt haben). Und zwar gleich so, dass sich die Hürden auf der Fläche verteilt hatten. Einmal ausgebrochen waren sie auch. Also... überall ist hier im Solling eine ruhige Weidesaison - da drüben steppte der Bär. Von daher... hält sich mein Mitleid in Grenzen, dass die 4 nun im Ernst des Lebens angekommen sind. 2 gehen demnächst auch in die Verwertung. Der Herbst naht.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Staudo am 23. August 2020, 08:41:00
Wasserbüffel und Ziegen sind in diesem Thread ot!  >:(
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 24. August 2020, 23:04:40
Er boxt sich halt immer wieder in den Vordergrund 8) OT: Ich glaube... Ziegenhaltung ist noch mal deutlich seltener als Schafhaltung. Da würde sich ein thread nicht rentieren.

So Leute. ich bin auch konditionell zurück. Knapp 7 Stunden im Steilhang... ich hab´s überlebt. Erstaunlich gut. 2 mal abgezäunt, 2 mal aufgezäunt. Zelt hängt, der Regen kann kommen. Ziegen waren happy. Ich auch - weil... es war sonst ein mistiger Tag. Ein Zeitungsartikel hat die Skudden als nicht gute Fleischlieferanten beschrieben. Noch mal ganz deutlich: Sie liefern keine Menge, aber Klasse. Sonst wäre sie ja nicht bei Slow Food in der Arche des Geschmacks gelandet  >:(

Egal. Die 7 Stunden habe ich gebraucht, damit ich wieder in mein inneres Gleichgewicht kam. In der Küche köchelt ein Schafstück... es duftet lecker. Und so wird es auch schmecken  :)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 25. August 2020, 21:20:20
Heute gab es mittags das bewusste Schaf - lecker. Abends... gab es Riesenbovistschnitzel. Auch lecker. Jetzt bin ich kugelrund und muss morgen unbedingt Kalorien abarbeiten. Dabei kommt Sturm. Pörks. Fast alle Gruppen stehen im Wald. Nur Isolde und Partner habe ich auf der Streuobstwiese so gezäunt, dass denen definitiv aber gar nichts aufs Haupt fallen kann. Dafür hat man 2 Tage keinen Schatten. das wird jetzt weniger ein Problem sein  ::)

Abends kam eine Anfrage nach einem WGH-Bock. Aha, es geht gen Herbst. Ja, wir haben noch Tristan. Ich habe brav alles geschickt. Wobei ich ihn selbst bei der Aussicht von 29 Böcken diesen Wintern gerne als Genreserve behalten hätte. Andrererseits überlege ich immer noch auf Auktion zu fahren. Weil... ob 29 oder 30 ist eigentlich schon egal. Würden wir da kaufen, hätten wir ja wieder einen Reservebock.  ::) Wenn es nur nicht so weit wäre...

Heute noch ein Bild von der Lummerke. Ich finde, da kann man die Hanglage ganz gut erkennen. Und... das eine Ziege Räuberleiter spielt
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 25. August 2020, 21:22:05
Und... ebenfalls von der Lummerke: Fichtenspargel. Die kleinen Nebenfreuden bei der Beweidung sind diese Sichtungen, an denen andere entweder vorbeilatschen. Oder aber nie zu Gesicht bekommen, weil sie den schönen Solling nicht besuchen  8)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 25. August 2020, 21:59:44
Pauline will es jetzt übrigens noch mal wissen. Kaum bin ich auf der Weide, fordert sie energischst Zusatzkost. Da wird schwungvoll über die Schnucken drüber gesetzt. Madam rundet sich jetzt zunehmend.  :-\ Na mal sehen. Entschieden wird im Oktober.

Dass es Herbst wird, merkt man auch im gesamten Verhalten der großen Herde. Selbst die Scheuen werden jetzt zutraulicher. Die Lämmer sind groß, man hat jetzt den Kopf frei für anderes. Man muss nicht mehr Helikoptermutter spielen. Die Skudden haben gelernt sich gegen die Schnucken zu behaupten. Auch die kochen nur mit... äh etwas größerem Äußeren. Ist man klein, muss man halt pfiffig sein. Bei den Böcken wird der Ton rauer. Ståtlig steht ja wie beschrieben mit Isolde extra. Seine Beulen heilen jetzt. Ganz in Rosa  ;D Das ist ganz typisch. Wenn es gen Herbst geht, verändert sich der Kopf etwas. Er hält zwar noch etwas Abstand zur lauten Isolde (da kann einem auch das Trommelfell platzen), aber er schaut doch sehr genau wohin sie geht und findet sie auf seine ja sehr zurückhaltende Art ausgesprochen "knorke". Nicht wie Grete letztes jahr. Die fand er ziemlich unheimlich. Na, im ersten Jahr muss jeder Bock erst seine Rolle finden. Er hat dafür etwas länger gebraucht  ::) Die Erinnerung kommt aber wieder  ;D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 26. August 2020, 21:34:33
Die gute Nachricht vorneweg: Es ist keines erschlagen worden.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Staudo am 26. August 2020, 21:36:51
War die Koppel belegt? Bei so etwas nervt die unerwartete Arbeit, wo die Tage ohnehin randvoll sind.  ::)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 26. August 2020, 21:38:23
Zweite gute Nachricht: Ich arbeite gerade nicht. Dritte gute Nachricht: Da es sprungfähige Skudden und Schnucken sind, sind sie alle wohlbehalten hoppladihopp auf der anderen Seite über den Zaun und haben sich dort auf der Fläche versammelt.

Hoffnung: Dass nicht morgen noch was gekippt vorgefunden wird.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 26. August 2020, 21:39:48
Alles gut. Es wirft uns zweifesohne zurück. Ich wollte heute eine andere Zäunung abbauen. Es kam anders. Was am Ende des Tages zählt: Alle sind wohlauf!
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 26. August 2020, 21:47:23
Vielleicht noch ein Rat an Wanderer: Ist im Harz Sturm angesagt, tobt der auch im Solling. Warum der in den Wetterberichten unterschlagen wird, wissen die Wettergötter. Wir wissen das auch ohne extra Erwähnung. Es bleibt gerade im Sommer eine besonders gefährliche Lage, weil eben nicht nur wie bei allen Stürmen die geschädigten Fichten kippen, sondern gerade die Fäulnis und Trockenheit geschädigten Buchen. Das war nicht die einzige Buche, die gebrochen ist. Eine weitere brach an einer Straßen-Hautverbindung zusammen. Da erwischte es auch eine Eiche. Wollen wir hoffen, dass die Wanderer am kommenden Wochenende ausbleiben.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 28. August 2020, 06:58:10
Manchmal weiß man auch nicht mehr, wie das weiter gehen soll. Hier ein Bild einer gebrochenen Eiche. Wer soll denn so was wie beseitigen? Also hintenrum an eine Fläche anfahren und dort die Netze aufladen... Augen zu und durch. Helfen wird da keiner. Der Weg ist aufgelassen. Weil... nicht zertifizierte Wege verusachsen Kosten und man riskiert keine Qualitätswanderregion zu sein. Hoffen wir auf einen Wintersturm, der den Baum "reinigt"  :-X
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Staudo am 28. August 2020, 08:23:44
Hängen die Äste über den Weg?
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 28. August 2020, 10:53:52
Weg nein, aber Nachbareinfahrt volle Lotte. Letztes Jahr war ja schon mal kein Durchkommen. Da lagen mehrere Bäume kreuz und quer. Dabei hat man schon mal eine Ahnung bekommen, wie sich das Holz dreht. Diese Kronenbrüche sind definitv unberechenbarer als wenn es 2 oder 3 Bäume nebeneinander mit Wurzelteller legt. Was macht man allein mit den abgebrochenen Bäumen. An dem auf die Fläche gefallenen Teil dteht der Rest der Krone nun auf einer Stammhälfte
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 31. August 2020, 07:19:36
Mehrere Dinge "geschehen" jetzt gleichzeitig. Ich fahre tatsächlich Stunden runter. Gewissermaßen war die Situation rund um Corona mit ausschlaggebend. Mir fehlt das Verständnis für Maskenverweigerer und die daraus notwendigen Diskussionen finde ich so anstrengend wie unnötig. Nachdem der schnöde Mammon die Welt regiert, hat die Situation vielleicht auch sein Gutes. Monatelang, eher jahrelang habe ich vom Runterfahren der Stunden gesprochen. Nun habe ich es getan.
Fast zeitgleich schwirrt unser Betriebshelfer Richtung Studium. Es kann also nur dienlich sein, wenn ich jetzt mehr Zeit habe.
Einen filigranen WGH-Deckbock zu haben, mag Vorteile haben. Überhaupt fallen mir jede Menge positive Merkmale bei ihm auf und ein. Allerdings... wissen wir ja schon seit vergangenem Jahr, dass er gut springen kann. Im Stall mal eben die Hürden überwinden - für den eleganten jungen Mann kein Hindernis. Er liebt Äpfelchen. Über alles. Weswegen er neuerdings auch über Zäune schwebt. Zwei Jungbäume hat er so geschrottet. Ich bin mit ihm einer Meinung, die waren verzichtbar und sollten durch bessere ersetzt werden. Allerdings geht das so auch nich wirklich weiter. Die anderen würde ich doch ganz gerne behalten. Immerhin steht er auf meiner Privatfläche und schrottet meine Bäume!  :-X Man wird ja für Kleinigkeiten dankbar. In dem nächsten Zäunungsabschnitt hat er zwar endlich wieder einen Altbaum drin - das sind aber Birnen. Die frisst er weniger gern. Es sei denn es handelt sich um Jungbäume  :-X Die dann gerne im Ganzen. Man weiß nicht ob man lachen oder weinen soll. Ein älterer Baum war mit 3 Paletten geschützt. Das ist bei ihm auch keine gute Idee, die hat er alle zerschlagen. Boah eh, für alle anderen den professionellen Baumschutz zu setzen... hatte ich mir mindestens bei der mittleren Reihe sparen wollen, da ich immer hälftig gezäunt habe. Das war ja so keine große Kunst die mittlere Reihe auszuzäunen. Statt dessen muss ich auf eine fliegende Schnucke hin planen  :P Nein, wieso haben die Schnucken bloss so eine schwierigen Ruf, ich kann es mir gar nicht erklären  ::)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 31. August 2020, 09:23:22
Vielleicht noch der Hinweis auf die daraus resultierende "BG-Problematik". Ich hatte eine Rechtsberatung, die dahingehend ausging, dass bei eindeutiger finanzieller Betonung des eigentlichen Berufs, die Priorität gegeben wäre. Derzeit überlege ich noch, ob ich um 3 oder 5 Stunden runter fahre. Aber dass ich runter fahre, habe ich bereits meiner Chefin angekündigt.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 31. August 2020, 21:07:00
Wenn Sabine an einem Tag 3Flächen entert... ist die Deckzeit nicht mehr fern. So kann unser Betriebshelfer noch das große Sortieren mitmachen. Welche fliegt raus aus der Zucht. Zähne? Wolle am Bauch? Klauen schneiden, 3 Gruppen bilden. Auch wenn mir etwas graut... das liegt an meinem Haksen . .. ist es doch so herum das mit Abstand beste. Zu dritt und als Wochenaufgabe sind die Schafe am Ende fertig für Oktober sortiert, wenn beide Böcke ihren Dienst aufnehmen wollen.

Irgendwie verkürzt das mein Jahr. 🙄
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Staudo am 31. August 2020, 22:02:33
Du findest sicher eine neue Beschäftigung, damit es nicht langweilig wird.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 01. September 2020, 18:46:13
Höchst wahrscheinlich  8)

So, der Anfang ist gemacht. 15 Tiere sind sortiert:

Medea (Zwitter) und Grete gehören zur Rentnerinnentruppe. Dazu kamen schon 4 Skudden-Jungzibben. 2 mit, 2 ohne Horn ( :P). Darunter aber auch das schönste Skuddenlamm 2020, eine Theatochter.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 01. September 2020, 18:53:35
Name muss ich noch schuldig bleiben. Man erkennt sie zwar sofort, aber die Namen der 4 kleinen Nachrückerinnen mit Horn muss ich mir erst noch einprägen.

Für einen imaginären Sektkorken reicht es heute aber schon auf jeden Fall. Denn... 9 Skuddenmuttern haben die Bewertung anstandslos bestanden: Alle haben Brustbehaarung (manachte mal auf das stattliche Brusttoupet des Lamms  ;D) und alle sind vollzahnig. Auch meine alte Mina darf im Oktober noch einmal den Kreislauf des Lebens starten. Ich hatte wahnsinnig Schiss, dass ich die Älteren berenten müsste. Aber alle verdächtigen Kandidatinnen, die Zwillinge Anne und Marie, Mina und Paula grinsten aus einem kompletten Gebiss, ich kann es kaum fassen. Supi. Es ist auch keine atrophiert oder sonst wie zu bemängeln gewesen.

Was total lustig war: Bis auf Grete (das war meine erste Schnucke) waren ausschließlich Skudden in der ersten Hängerladung, die dann eben einzeln wieder rausgepflückt, bewertet und pädikürt wurden. Da sage mir doch noch einer... Skudden sind total scheu und schwierig im Handling. Wo denn nur? Gut, etwas flippig bei der Pediküre. Aber wenn man ein Hörnchen unter den Arm klemmen kann, macht´s es das doch mehr als wett.

Also... ein Abend mit sehr zufriedenen Schäfern!

Es bleiben noch genügend Hängerladungen übrig  :-X Den Rest der Woche sind wir beschäftigt.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 02. September 2020, 10:26:04
 :) Demnächst ist Auktion. Wir werden wahrscheinlich hinfahren. Ein voller Katalog mit jede Menge geeigneten Böcken und das Ganze unter Corona Bedingungen... vielleicht können wir Zuchtmaterial bunkern. Nachdem diediesjährige Bockgruppe erstmal 29 köpfig in den Herbst startet, ist es ziemlich unerheblich ob eine oder zwei Fressnasen mehr dabei sind oder nicht. Es bleibt dabei, dass der gordische Knoten die Schlachttiere sind. Nicht die genetischen Reserven.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Staudo am 02. September 2020, 11:21:32
Von Ingo existieren nur noch Restbestände in der Kühltruhe. Ich komme vermutlich im Februar wieder vorbei. ;)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 02. September 2020, 14:02:02
Supi!  :)

Grete versteht ihren Job noch nicht so ganz. Wenigstens kann sich von ihrem lautstarken Getröte am Ende des Tals kaum einer belästigt fühlen
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 03. September 2020, 07:01:22
Das Herdbuch weiß alles. Das schönste Skuddenlamm heißt Tamina.  ;D

Gestern lief es absolut chaotisch (Holzlaster). 9 Schnucken sind allerdings fertig beurteilt un din der Zucht gelandet. 2 sind rausgeflogen. Darunter Heidi, auf ihre Art auch eine Legende. Muss man sehen wie die sich bei den Rentnerinnen anstellt, denn sie war nie die Zutraulichste. Da aber noch einige Zähne da sind, kann sie diesen Winter auf jeden Fall auch ohne unsere Mithilfe noch bleiben. Mit Isolde stehen damit schon 10 fest. 6 rücken ja nach, also selbst wenn jetzt aus igrendwelchen Gründen die restlichen alle zahnlos wären (was sie nicht sein werden), erreichen wir den zwecks Förderung unterschriebenen Stand von 15 Zucht-Schnucken locker.

Was sah man gestern auch: Ich kann keine Schnucken mehr fangen. Also wohl kurz fangen, aber dann muss sie mir einer mit Hechtsprung abnehmen. Sprich: Die Umdrehmaschine muss her. Diese Woche aber steht erst einmal die Sortierung weiter auf dem Programm. Heute und morgen nachmittag können wir noch zu dritt loslegen. Danach wird es bitter...
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 03. September 2020, 13:44:39
Man lernt Prioritäten setzen. Heute mittag wäre ich eingeladen gewesen... abgesagt. 2 Termine an einem Tag bekomm ich in dieser Phase nicht gebacken. Bin gerade erst mit der Tierkontrolle fertig und nachmittags gibt´s die nächste Sortierrunde. Hier ein Blick auf die ersten Zuchtschnucken
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 03. September 2020, 13:48:41
Dazu habe ich mich echt lang mit der Entscheidung geqäult welche 2 Jungibben aus 2019 mit Beowulf zusammen verkauft wurden. Damit es hüben wie drüben genetisch passt. Raus fliegen jetzt Jana und Gira. Die anderen 6 gehen bei uns in die Zucht. Auch da muss ich mal dringend Namen lernen. Wir behelfen uns seit diesem Herbst mit einem neuen Trick. Weil Ohrmarkenschielen wirklich nicht immer funktioniert, bekommen schlecht auseinanderzuhaltene Schnucken eine Gravur aufs Horn. Dazu habe ich -nicht lachen - ein Liebesschloss gekauft. Mit dem ich nichts anfangen kann. Aber der beiliegende Gravierstift eignet sich für diesen Zweck tiptop  ;D Die Tiere sind beim gravieren tiefenentspannt. Nur uns erinnert das Geräusch des Stifts furchtbar an Zahnärzte  :-X
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: MissEd am 03. September 2020, 14:34:43
 :o :D
Zeig mal ein Bild.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 03. September 2020, 19:31:49
Reich ich nach, versprochen.  ;D

Heute lief es absolut reibungslos. Husch war der ganze Hänger voll und im Sauseschritt ließen sie sich pflegen und sortieren. Weiter gibt es bei den Skudden noch keine "Verluste" am Zuchtstamm. Nur Afrodithe flog raus - wie im vergangenen Jahr. Es ist auch möglich, dass der 12 jährige, gemeinsame Weg dieses Jahr endet. Sie sieht an sich sehr gut aus. Aber die Wolle scheitelt derzeit. So kann sie nicht in den Winter. Aber das können wir auch in aller Ruhe Ende Oktober sehen und noch mal bewerten. Keine Eile. Sonst war nur rassendingt zu sortieren und ein Schwung Lämmer landete bei Afrodithe und Heidi (die war beim 2. Fang die einzige aus der Gruppe und war deswegen noch in der Herde verblieben).

Macht unterm Strich 20 Zuchtschnucken. Eine Hängerladung mit 13 Tieren steht zwar noch auf der Fläche, aber unter denen sind nur 2 ausgewachsene Schnucken, wovon eine auf jeden Fall rausfliegt. Bei der anderen werden wir kritisch abwägen... ob wir entgegen der Ansage auf 21 gehen oder die 20 nicht überschreiten. Ich würde es auch von den Skudden abhängig machen. Da sind wir erst bei 15. Unter den 13 sind noch alle weiblichen Schnuckenlämmer von denen aber dieses Jahr nur eine dauerhaft bleibt (das letzte Grete-Lamm). Sprich... dieses Jahr gehen auch weibliche Lämmer in die Schlachtung. Das ist in Ordnung. Wir wollen uns nicht aufblähen.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 04. September 2020, 19:13:33
Perfekter Tag - nur ist jetzt irgendwie die Luft raus  :P

Aber gut: 21 Zuchtschnucken (Versprechen gebrochen), 15 Zuchtskudden (man rechne irgendwie 20 maximal, 15 sind´s, ergibt eine Schnucke mehr - oder so ähnlich  ;D) Jetzt müsste mich noch mal die Bürokratie locken. Ich glaube aber eher... ich stehe morgen sehr früh auf.
Eine große Fläche kpmplett geräumt (Pflegevertrag somit erfüllt), die Pralinenobstwiese geräumt (sehr schönes Pflegeergebnis). Jungböcke sind jetzt bei den Böcken gelandet. Nur Beowulf ist raus, weil die Jungzibben aus 2019 (nunmehr Zuchtschafe) ebenfalls sortiert wurde. Er steht jetzt also mit 2 dieser Damen zusammen. Er findet es... ungewohnt. Die Zibben finden ihn noch doof. Was auffällt... er kommt nach seinem Großvater. Sehr stattlicher Kerl.

Eine Entscheidung überreaschte mich: Wir haben uns gegen Afrodithe entschieden und... für Pauline. Es gibt nicht zu bemängeln. Zwar wie letztes Jahr logischer Weise zahnlos ( ;D), aber ansonsten gibt es nichts zu bemängeln. Rund, keine Knochen tastbar, sehr gute Wolle. Also bitte, wir versuchen also einen weiteren Winter. Die Reißleine können wir ja sonst immer noch ziehen. Gönnen würden wir ihr ein weiteres Jahr. Aus der letzten Gruppe hat sie heute mal immerhin die Alttiere in den Hänger geführt. Dass die Zungzibben (alles Schnucken) eine Extraeinlandung benötigten... hmpf. Dass die letzte Schnuckenmutter ebenfalls eine Ehrenrunde drehte, wäre ihr ja zum Verhängnis geworden. Aber als Mutter von Beowulf... hatte sie einen Schutzengel über sich schweben und zog doch zu den Zuchtschnucken.

Jetzt such ich mal die Bilder...
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 04. September 2020, 19:18:38
"Die Gravur". Das Tier heißt Smilla. Gravur: SA (Anfangs- und Endbuchstabe)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 04. September 2020, 19:20:53
Auf der anderen Seite hat sie ein Kreuz, weil sie aus der Zucht gefallen ist. Smilla hatte eine Euterentzündung.

Hier die 3er Gruppe, die demnächst verkauft wird. Rechts Beowulf. Noch mal der Hinweis: Der ist von diesem März.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 04. September 2020, 19:23:14
Und unsere Pralinenobstwiese. Erinnert Ihr noch die Bilder, wie es da aussah? Der Abtransport war ein Abenteuer. Der Weg nach ständigem Harwester- und Rückeeinsatz total am Ende. Der Hänger saß fast auf.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 04. September 2020, 19:29:32
Das innere Bild des Tages war die Zusammenführung von Afrodithe und Pauline in der Jungzibben/Rentnerinnengruppe. 12 Jahre gemeinsamer Weg verbinden. Man schmiegte die Gesichtchen aneinander. Alles gut, Du bist auch hier. Dennoch... für uns steht der Entschluss: Afrodithe geht diesen Herbst raus. Scheitelnde Wolle geht unter den hiesigen Bedingungen nicht.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 05. September 2020, 08:54:42
Heute morgen bei den Decklisten erstellen flog es auf, beim Durchzählen vor Ort hat sich es auch bestätigt: Es sind 16 Zuchtskudden und 20 Zuchtschnucken. Damit liegen wir exakt auf der Solllinie bei den Schnucken. Das ist zwar eine selbst gesetzte Grenze, aber eine sehr vernünftige.

Das Bild zeigt die Zuchtskudden. Rechts außen eine Hornlose, Maren. Aber der Rest zeigt deutlich eines unserer Zuchtziele: Horn!
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 05. September 2020, 09:02:17
Da müssen wir übrigens das nächste mal auch gravieren. Siara und Anita... das flog erst heute morgen auf.... habe ich zweimal als Anita eingetragen gehabt.  ;D Zu ähnlich, was in diesem Fall besonders schön ist, denn 2 Jahre lang habe ich behauptet, Anita sei unsere schönste Skudde. Nun haben wir zwei Schönste. Es hat sich gelohnt Siara letztes Jahr gegen alle Kundenanfragen zu behalten. Dieses Jahr sind ja 7 nicht abgeholt, wovon 3 Hornlose in die Schlachtung gehen oder bei zu wenig Platz in der Tiefkühltruhe auf einen Frühjahrsverkauf warten. In die Zucht geht von 4 Hornlosen nur eine. Und die geht aus taktischen Gründen. Sie ist sehr hübsch - würde sie nicht retten. Sie ist aber sehr zutraulich und ihre Mutter war eine durchgeknallte Henne. Da ihr Lamm aber so distanzlos ist, musste sie sich immer überwinden. Ergo... rettet die Mutter dem Lamm sozusagen das Leben. Dass die horntragenden Lämmer nicht abgeholt wurden... rettet uns genetisch den Hintern. Irgendwie hatte ich nicht auf dem Schirm, wie alt viele unserer Skuddenmuttern schon sind. Das ist genau gegenläufig zu den Schnucken und lag an den guten Verkäufen der letzten Jahre. Reservieren... tu ich indes nichts mehr in dieser Größenordnung. Ein 2. Jahr möchte ich keine derartig große Jungzibbengruppe bilden. Auch wenn sie allerliebst sind und das Herz erfreuen.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 05. September 2020, 19:51:46
Es wurden 2. Ein Jährlingsbock und ein Bocklamm. Morgen mehr dazu. Heute nur ein Bild. Vorne rechts der Jährling. Links daneben die Flitzpiepe Thadeus. Pardon. Das Bocklamm
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 05. September 2020, 19:54:02
Ach so...wir waren auf Bräutigamschau in Verden. 😎
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 06. September 2020, 07:14:23
So, jetzt bin ich wieder Mensch. Verden ist ja toll. Aber für uns heißt die Auktion auch einen ganzen Tag auf der Achse zu sein.  :-X

Wir waren relativ entspannt auf Bräutigamschau, denn wir haben ja noch einen Deckbock. Warum also kauften wir? Letztes Jahr gab es genau noch einen genetisch passenden Bock für uns. Den 1er Bock wollten auch nicht viele haben. Glück gehabt. Dieses Jahr schien die Auswah groß. Vor Ort entpuppte sie sich aber auch nicht als riesig. 3 Böcke wären genetisch hip hoch 3 gewesen. Alles Lammböcke. Aber dass ich in einen spontanverliebt gewesen wäre... hätte ich beim besten Willen nicht sagen können. Vielleicht saß man auch zu lang vorm Siegerbocklamm. Das habe ich kaum richtig anschauen können. Wir sind wegen der langen Anreise und ewig Stau erst nach den Bewertungen gekommen.

Beim Durchschlendern stockte uns zwischendrin der Atem... ja SO einer.... SO einer wäre es doch gewesen.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Staudo am 06. September 2020, 07:33:07
Mit anderen Worten: Ihr habe keinen neuen Bock mitgebracht?
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 06. September 2020, 07:38:33
Der Inzuchtkoeffizient erschien mir aber zu hoch. Während wir erst einmal Stärkung und Gelegenheit zur Diskussion bei Essen suchten, kamen noch fachkundige Personen vom LSV vorbei und haben uns beraten.

Auf Auktion liefen wie jedes Jahr Spiralen nach oben - bei den Hornlosen Schnucken. Bei den WGH... kaum Nachfrage. Dazu komme ich gleich noch. Die Katalognummer 18 kam und ... wir haben den für 400 € plus Gebühren eingetütet. Ziemlich bald kam danach das Bocklamm. Eine Flitzpiepe, sorry. Ein Zwilling. 7/7/6 in der Bewertung... ist nichts dolles. Erwartungsgemäß wollte ihn keiner haben und ich habe ihn für Mindestgebot ersteigert. Manch ein überraschter Blick. Warum kauft man so was?

Das war durchaus mit Bedacht gewählt  ;D

Der 18er ist ein stattlicher Kerl. Man merkt die auch bei uns vertretene Linie. Vorteil von schnell wachsenden Lämmern - und deswegen will sie jeder haben - ist die schnelle Vermarktungsreife. Aber Achtung... auch die Schnucken wurden in den letzten Jahren immer größer. Das "liefern" die Biotopflächen aber nicht zwingend. Das geht gut, wenn man Stallgeburten hat und wohlmöglich noch mit Kraftfutter pimpt. Aber nicht, wenn die Geburten draußen laufen und die Aufwuchsphase aus natürlichem Biotopfutter besteht.

Also mit dem Kopf gewackelt und sich halb spontan entschieden den Zweiten noch mitzunehmen. Auch wenn der einen halbe Portion ist. Die Flitzpiepe erhielt den Namen Thadeus und stellte sich auf der Weide als mittleres Exemplar heraus. Beim 18er bin ich noch unsicher, was für einen Anfangsbuchstaben der haben muss. Da frage ich lieber noch mal nach.

Dass es keine Bilder der beiden im Hänger gab, lag am fliegenden Aufbruch. Aufgrund unserer Erfahrung mit WGH Böcken sind wir lieber vorsichtig. Ich muss die beiden aber total loben. Obwohl sie sich nicht kannten, gab es kein Gerangel. Der 18er lief auch jubelnd in die Bockgruppe. Die ihn allerdings sehr spröde empfing. Der hatte einen unruhigen Abend. Alle größeren Böcke wollten dem Riesen das Fürchten lehren. Bis auf: Tristan und Jonas. Die beiden haben es nicht nötig.

Tristan soll demnächst verkauft werden. Die machen mit ihm einen sehr guten Kauf. Einen solchen Bock hätten sie für das Geld da nicht bekommen. Dafür hatten wir jetzt einen kleinen Kapitalgrundstock, der die Einkaufstour gestern ermöglicht hat.

Jonas.... da möchte ich aber sehr gern noch ein Bild einstellen. Denn er war eben genau so ein Flitzpiepenlamm. Der LSV wollte ihn nicht ins Herdbuch nehmen, weil zu klein. Ich wiederum sehe mittlerweile zuverlässig wer Potential hat, und wer so gar nicht. Jonas ist gleichalt wie Tristan. Ebenfalls ein Zwilling, aber frohwüchsiger. Das Endprodukt indes... sieht man nicht auseinander. Jonas ist ein Prachtbock geworden, er hat halt nur 3 oder 4 Monaten länger im ersten Jahr gebraucht. Das kann wie oben beschrieben für uns auch ein Vorteil sein. Hauptsache, solche kommen vor der magischen Jahresgrenze auf Schlachtgewicht. Jonas blieb, weil er zu jener auffallend friedlichen Linie gehört. Das wiederum kann man auf diesem Bild bestens sehen. Das Verältnis meines Mannes zu Jonas ist ein ganz spezielles. Distanzlos, aber immer friedlich. Man darf sich durchs Anfassen nicht täuschen lassen. Der Bock bekommt wie alle nichts aus der Hand. ER mag schlicht den Kontakt zu seinem Schäfer und den sucht er auch aktiv. 2,5 Jahre ist er inzwischen alt und er darf hier auch uralt werden.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 06. September 2020, 07:42:59
Es wurden eben doch 2, obwohl wir es gar nicht nötig hatten. Und es fühlt sich auch am Tag danach noch sehr gut an. Mein Mann ist auch total happy. Man muss ja auch immer sehen... 2 Böcke brauchen wir auf jeden Fall, weil wir wegen der geringen Förderung immer einen Bock vorrätig halten müssen. Diese Reserve war immer Tristan. Dementsprechend musste mindestens einer her. Thadeus sehe ich gewissermaßen als Zugabe  ;D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 06. September 2020, 07:51:07
Zu Verden gehören auch immer interessanten Gespräche. So hat mir eine Familie erzählt, man habe sich für Hornlose entschieden, weil das ungefährlicher für die Kinder sei.

Ähm... ich kann zu Hornlosen Schnucken nichts sagen.

Zu WGH kann ich sagen: Das Risiko liegt nicht in den Hörnern. Auch Böcke ohne Hörner können lebensbedrohend sein. Jeder, der den Aufbau eines Schafschädels kennt, der weiß das. Dass bei den WGH´s Kämpfernaturen dabei sind, lässt sich nicht von der Hand weisen. Ich habe aber keinen Vergleich zu anderen unbehornten Rassen. Ich weiß aber sehr wohl, dass es beispielsweise bei den Leineschafen auch äh... sehr ausgeprägte Persönlichkeiten gab, die viel Ärger gemacht haben. Ich habe ja nur den einen Vergleich: Zu den Skudden. Skuddenböcke sind fast ausnahmslos zu Menschen friedfertige Tiere. Auffallend friedlich. Also wenn ich Rasenmäher gesucht hätte... wäre ich da gelandet. Die tauchen aber auf der Auktion fast gar nicht mehr auf.

Zur Erinnerung: Auch Skuddenböcke haben wunderschöne und sehr kräftige Schneckengehörne. Das widerlegt die Theorie, dass ein hornloser Bock der harmlosere ist.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 06. September 2020, 07:52:04
Na nun fehlt aber noch der Blick auf den gar nicht sooo kleinen Thadeus ;)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 06. September 2020, 19:38:54
Heute war meine Tochter da und ein Freund, der Fotos gemacht hat (weil hoffentlich bald ein Presseartikel folgt). Wir waren bei den Zuchtskudden, den Rentnerinnen/Jungzibben und bei der Bockgruppe. Die Bockgruppe wat zweigeteilt, was leider bedingt, dass ich von Thadeus und dem 18er leider keine aktuellen Bilder zeigen kann  ::) Der Fläche abwärts folgen... wollte meine Tochter partout nicht. Der Respekt vor den WGH Böcken ist zu groß. Auch meine Versicherung, dass Jonas seit 2,5 Jahren friedlich ist, nutzte nichts. Denn Jonas war selbstredend wie immer distanzlos. Wollte die Kamera untersuchen, lehnte sich an...
Nein Mama, ich weiß wie schnell die durchdrehen können  :-X
Na Mensch. So kenn ich sie gar nicht. Ja klar gab es mehr als einen WGH Bock, auf deren Weide auch ich konsequent nicht gegangen bin. Wenn die Böcke "knallen" gehe ich auch bei Jonas nicht auf die Fläche. Aber auch Vorsicht hat Grenzen.
Dafür hat Töchterlein beschieden: Jonas ist größer als Tristan und überhaupt... so einen Riesen hätte sie überhaupt noch nicht gesehen.
Also ich würde sagen... Ansgar war größer. Aber ja, ich halte Jonas auch für größer als seinen Vater Finn.  ;) So viel zu Flitzpiepen
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 06. September 2020, 21:13:52
Die Foto sind da
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 06. September 2020, 21:15:21
black and white, mit Horn oder ohne - die Skudde liebt Vielfalt
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 06. September 2020, 21:16:58
Jonas
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 06. September 2020, 21:19:35
Schau mir in die Augen Kleines.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 06. September 2020, 22:33:40
Und hier noch Medea. In Ihrer ganzen Ausdruckskraft.  8)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Secret Garden am 06. September 2020, 22:47:17
 :D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Rosenfee am 07. September 2020, 12:00:20
Wunderbare Fotos von wunderschönen Tieren :D

Ich denke, dass Deine Tochter durch Deinen Unfall vorsichtiger geworden ist ;)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 07. September 2020, 17:10:26
Die arme Zibbe hat doch nur einen Bocksprung bei der Entwurmung gemacht. Und ich sehe immer noch die betretene Miene der Schnucken vor mir, als ich da lag. Schäferin am Boden war denen ganz furchtbar ungeheuer :-X

Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Mufflon am 07. September 2020, 20:04:43
Die haben alle Charme, aber Jonas ist ja ein ganz Hübscher! :D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Rosenfee am 07. September 2020, 20:42:30
Die arme Zibbe hat doch nur einen Bocksprung bei der Entwurmung gemacht. Und ich sehe immer noch die betretene Miene der Schnucken vor mir, als ich da lag. Schäferin am Boden war denen ganz furchtbar ungeheuer :-X
Naja, das Ergebnis war dann aber ja auch sehr nachhaltig :-\
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 09. September 2020, 17:40:23
Die neuen Genteste sind da. Sehr schöne Ergebnisse. Allerdings ist Hannah eine G3 Zibbe. Ich fasse mal zusammen: War ein Anschubsfinanzierungslamm, musste Bolus gesetzt bekommen wegen Ohrmarke raus, ist eher klein geblieben, muss noch im Verhalten viel lernen ( :P) und hat Glück, dass wir Gnade vor Recht gesetzt haben. Ihr Glück, dass wir an G1 Böcken nunmehr frei wählen können  :-X Dennoch zeichnet sich im Gentest ab, dass wir uns erwartungskonform kontinuierlich verbessern. Da fällt das eine Tier nicht ins Gewicht. Und die Erfahrung lehrt: Dass sie selber klein ist, muss nicht heißen, dass sie auch kleine Lämmer bringt. Abwarten und Tee trinken...
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 10. September 2020, 22:22:06
Eine Aera geht zuende: Wir geben die Ziegenhaltung auf.

Wie kam´s?

Nun, dass ich hier häufiger schon kritische Töne zu Ziegen geäußert hatte, dürfte nicht entgangen sein. Wir hätten den Restbestand aber durchgezogen, wenn nicht... gestern vormittag ein Angriff auf meine Person erfolgt wäre. Ziegen sind im Herbst (Deckzeit) zickig. Das wäre eigentlich nicht das Problem, denn jene Ziege hat ein recht handliches Format. Sie hatte aber von jetzt auf eben raus, dass sie die Hörner in meine Schiene haken muss um mich zu Fall zu bringen. Ich weigere mich aber wie zu Ludwigs Zeiten die Netze nach dem Abbau hangabwärts zu tragen, an der neuen Fläche vorbei und dann wieder hanghoch, nur weil ich nicht zu den Ziegen auf die Fläche kann ohne mit dem Risiko zu leben im Hang geplättet zu werden.

Ein sehr gutes Plätzchen ist gefunden.

Wir konzentrieren uns fortan auf die Schafe. Der kleine, aber feine Unterschied bleibt eben: Keine Schafmutter würde uns absichtlich angreifen. Ziegen sind da eben anders. Dass bei Böcken beiderseits Restrisiken bestehen ist Fakt. Aber mir reicht eine Gruppe, die mit Bedacht zu handeln ist.

Es entfällt beispielsweise auch der ständige Zeltaufbau, sprich... es wird eine deutliche Zeitersparnis geben.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: MissEd am 10. September 2020, 22:25:49
 :o Wie geht es Dir? Hast Du Dir was getan?

Gute Entscheidung :)!
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 10. September 2020, 22:26:47
Von Ludwig existierte noch ein Teil seiner Leber in der Tiefkühltruhe. Die gab es heute als Pastete. Töchterlein war da. Sie hatte mal geäußert nie wieder Leber essen zu wollen. Sie hat bei einer Charge Leberwurst den Geruch "über" bekommen. Heute mittag musste sie probieren: Leberwurst, die ich gestern gemacht habe. Die fand sie mega lecker. Und so traute sie sich nachmittags an die Pastete. Und nahm prompt eine zweite Scheibe.  ;D Das Trauma ist kuriert, würde ich sagen.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 10. September 2020, 22:30:17
Nein, ist alles gut gegangen. Aber ich habe wirklich Panik bekommen. Ich musste eben ein weiteres Zelt aufhängen, weil die Hierachie in der Gruppe so ist dass nicht alle unter einem Zelt schlafen dürfen. Der Aufbau dauert länger als 5 Minuten (es sind freischwebende, wasserdichte Sonnensegel, die auf der Lummerke in den überhängenden Bäumen aufgehängt werden. Bis man da einen passenden hohen Ast erwischt und dann spannt... dauert) und das ist mega unangenehm, wenn eine Ziege erst von vorn, dann von hinten einhakelt und man schlicht die Bodenhaftung verliert. Jedes mal wenn ich die Schnüre in der Hand hatte, legte sie wieder los. Zimtzicke!
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 13. September 2020, 07:50:40
Morgen gehen 2 für uns in die Schlachtung. Nummero 3 sollte Afrodithe sein. Gestern rausgefangen... hat sie last minute korrekt Wolle geschoben. Das nenne ich mal dem Tod von der Schippe gesprungen. Sie kam auch brav ran um sich ihre Extraration zu holen, ergo... durfte sie wieder laufen und zog mit den anderen auf eine andere Fläche.

Wer dafür im Laufe des Winters rausfliegt ist Heidi. Erwartungsgemäß bringt sie mit ihrem Verhalten die Jungzibben durcheinander. Das ist nicht tolerabel. So flog auch Inken letztes Jahr raus.

Man sieht Afrodithe ihr Alter an. ich mach mal Fotos. Aber fit, bleibt fit. Und sie jetzt eine Ehrenrunde drehen zu lassen, heißt nicht, dass bei der ständigen Nachbewertung noch mal die Entscheidung folgt. Ob sie durch den ganzen Winter gehen wird, muss man vom Zustand abhängig machen. Die Muskulatur verändert sich beim so alten Schaf. Gleichzeitig führt sie aber eindeutig (ich muss immer an Toastie denken und kann mir ein Schmunzeln nicht erwehren) ein Fettpolster mit.

Große Veränderung stehen jetzt in der Bockgruppe an: A) Befinden wir uns in der Deckzeit. Es knallt und scheppert auf der Weide wo man nur hinschaut. B) geht heute Tristan raus in eine neue Herde.

Ergo setze ich mich jetzt gleich ans Begleitpapier  ::) Bürokratie am Sonntag morgen. Wie so oft  :P
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Waldschrat am 13. September 2020, 08:05:59
:o Wie geht es Dir? Hast Du Dir was getan?

Gute Entscheidung :)!

1. ist beantwortet
2. Ja, hast auch so genug zu tun.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Rosenfee am 14. September 2020, 15:41:48
Glück gehabt :) und ja - eine sehr gute Entscheidung!
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 18. September 2020, 08:46:19
Bis tief in die Nacht habe ich gebraucht - und ganz fertig bin ich immer noch nicht. Ich bin derzeit nicht ganz fit. Was kostet so viel Zeit? 2 Tiere zerlegen und einfrieren.

2 weibliche Tiere sind nun nahrhaft.

Min Mann hat es gut gemeint und hat lauter Minikoteletts daraus schneiden lassen. Ich war so enttäuscht. Wo sind die Rücken? Bis ich die veremintlichen Suppenknochen identifzierte. Nein. Grob zerlegt, Schatz!!!!

Also statt dessen hätte gerne einer die Schultern ausbeinen können. Das hasse ich am meisten.

Dieses mal habe ich Nägel mit Köpfen gemacht und gleich alle Knochen nacheinander in einen Resentopf springen lassen. Die daraus entstandene Brühe ist derartig aromatisch, dass einem das Wasser im Munde zusammen läuft.

Es ist sehr gutes Fleisch. Mit Fettanteil wie es sich gehört und nicht mehr.

Um mal einen Größenvergleich zu bekommen, habe ich dieses mal Fotos gemacht. Ich erinnere vor vielen Jahren eine Merinokeule, die mein Exmann gekauft hatte. Das Ding passte ungelogen nur diagonal in die Tiefkühltruhe. Von Ausbeinen hat er verstädnlicherweise kein Ahnung und so kappte er das Stück mit einem Beil, damit es ebenfalls diagonal in den Ofen kommen konnte. Der Geschmack sei gruselig gewesen. Womit ich davon ausgehe, dass es ein Alttier war. Also gleiche Bedingungen wie hier, ebenfalls 2 Alttiere. Aber von diagonal irgendwo hinein ist bei Skudden natürlich keine Rede. Und ich weiß schon jetzt, dass uns das Fleisch bestens munden wird. Was die Zeit bei der Verarbeitung verursacht, ist das fein säuberliche Ausschneiden von Fett und Sehnen sowie das Ausbeinen - weil ich hier sonst Platzprobleme in der Tiefkühltruhe anderer Art bekomme. Hier müssen demnächst noch ein Altbock und eine Altziege (Kastrat) hinterher hüpfen, das wird eng.


Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 18. September 2020, 08:52:57
Bewusst mit Absatz: Der Kastrat muss vor der Abgabe der Ziegen weg. Er hat übrigens gerade erst noch als Abschiedsgeschenk eine Altmutter zerboxt. Dabei ist er halb so groß gewesen. Die Bergung der großen alten Ziege (mindestens 8 Jahre, mein Mann und ich sind beide emotional noch stark betroffen) aus dem Steilhang  :-X wird zu den absoluten Negativerlebnissen der Tierhaltung gehören.

Drum also: Muss ich gut in der Tiekühltruhe puzzeln, damit der Mörder weg kommt. Wie gesagt. Diesen Herbst ist die Gruppe in einer schwierigen Stimmung  :P

Ich muss ehrlich sagen, auch unsere Stimmung ist deswegen schwer angeschlagen. Der Kastrat ist uralt und war nie auffällig.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Wühlmaus am 18. September 2020, 23:03:28
Mun habe ich einige Seiten am Stück nachgelesen und muss mal ganz deutlich sagen,  dass ich wirklich richtig beeindruckt bin, was ihr leistet und wie ihr euch in die "Materie" eingearbeitet habt! Du schreibst hier mittlerweile wahre Tutorials mit so viel Wissen in Theorie und vor allem Praxis und das in einer Form, die sich immer wieder mit Spannung liest. Danke!!!
.
Ich wollte gratulieren - zu den neuen Böcken, zu den fantastischen Fotos, zu den Ergebnissen der Gentests, zur Entscheidung gegen die Ziegen, zur vollen Kühltruhe.
Aber das Wichtigste ist wirklich, dass du die letzte Attacke unbeschadet überstanden hast!!
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 20. September 2020, 08:14:04
Danke. Darin liegt auch der Grund des Schreibens begraben. Frank und ich haben dieses Jahr mal zurück gedacht und dabei fetsgestellt, dass unerhört viel Wissen im Laufe der Jahre angeeignet wurde. Das Allermeiste davon wird man in keinem landwirtschaftlichen Lehrbuch finden, weil moderne Schafhaltung mit Ausmästung der Lämmer etwas komplett anderes ist. Jeder, der allein mal einen Kurs "Grünlandbewirtschafung" bei einer LWK gemacht hat, der wird das schon allein vom Futter her verstehen. Da kommen auch erklärbare Konfliktfelder ans Tageslicht: Ein Freund ist mal übelst beschimpft worden - weil die Biotopfläche nun mal kein Deutsches Weidelgras enthielt und die Tiere so hungern würden. Der Freund hat selber Landschaftspflegeschafe, also war von Hunger da keine Rede. Aber man bekommt auf solchen Flächen sicher kein 120 kg Schaf satt, weswegen die Kritik also einen gelernten Ursprung hatte, der immerhin nachvollziehbar ist. Umgekehrt gibt es Deppen, die irgendwie das Gefühl haben ein Schaf werde von Luft und Liebe satt und wetterfest ist es schließlich auch. Gerade die ganzjährige Haltung und der Zug über Biotopflächen als Hauptsnahrungsgrundlage stellt hohe Ansprüche an die Schafhalter. Wenn wir - selten genug - mal woanders sind, dann stellt es zwischendrin auch mal die Nackenhaare. Dann versteht man auch, warum manch ein Kollege einen schlechten Ruf hat. Langer Rede kurzer Sinn: Wir brauchen für die Landschaftspflege dringend Schafe und neue Schafhalter. Natürlich kann man sich vieles selber aneignen. Aber man kann auch von der Erfahrung anderer profitieren und kommt dann mit ganz anderen Grunderkenntnissen zur Tierhaltung. Ich habe es ja auch häufiger schon mal geschrieben: Wenn ich an die Anfänge zurück denke, dann ist es teilweise zum "vom Stuhl fallen vor Lachen", was ich damals geschrieben habe. Und auch da ist es gut, dass ich es geschrieben habe, weil das zeigt wie ahnungslos ich trotz Sachkundenachweis damals war. Und jemand anderes heute analog dazu wäre. Das bleibt mir immer im Hinterkopf, was gut ist.

Derzeit gibt es große Veränderungen bei uns: Wir haben begründete Hoffnung, dass im Herbst bei den Skudden der Verwertungsknoten platzt. Die Hoffnung darauf ist so groß, dass wir überlegen diesen Bereich aufzustocken. Schließlich fallen ja die Ziegen weg. Ich hoffe, dass wir uns heute einige Herdbuchskudden ansehen können, die genetisch, optisch, gesundheitlich und globalgalaktisch  ;D zu uns passen würden und man sich preislich einig werden könnte. Parallel gibt es etwas Stress um die Abholung einer Dreier Schnuckenzuchtgruppe. Beowulf und Co. Da konnte ich heute morgen ganz befreit schreiben, dass wir die 3 auch sehr gerne selber behalten.

Die BG beharrt nun übrigens doch auf meinen 20 Stunden. Sei es drum. Es hat alles Vor- und Nachteile. So haben wir etwas finanziellen Spielraum jetzt aufzustocken. Was genetisch für die Skudden vermutlich ein kleiner Quantensprung wäre. Ich bin gespannt woher die Gruppe ist. Es sind auf jeden Fall Hornträger dabei, was für uns höchst wünschenswert ist.

---------

Für die Zartbesaiteten ein Absatz (mein Mann ist so einer, der muss gedanklich strickt zwischen den Tieren und dem Fleisch trennen, sonst schmeckt es nicht)

Gestern gab es Schafsuppe Solianka-Style. Mein Mann futterte sich kugelrund.  ;D Das wäre Restaurant-tauglich. Naja, auf einer Harzer Bergütte vielleicht. Da würde sie bestens hinpassen. Sie war indes wirklich sehr gut und enthielt fast alles aus eigener Produktion. Der Garten hat dieses Jahr auch viel geliefert. Für mich war es wieder ein Beispiel dafür, was für einen Bockmist andere erzählen, dass man altes Schaf nicht essen könne. Das ist so schlicht inkorrekt. Es braucht halt nur mehr Zeit und Ahnung. Danach ist es super lecker. Sozusagen Fleisch für Fortgschrittene.

Wenn der wirtschaftliche Knoten platzt (es war der Auftrag für dieses Jahr hier Möglichkeiten zu erschließen), dann muss im kommenden Jahr der Zerlegeraum her. Dafür würde sich u.a. mein Rücken bedanken.

Im kommenden Jahr vergeben wir auch Patenschaften. Das gehört auch zu jenem Rundumschlag, der in diesem Herbst startet. Ich bin sehr gespannt, wie das laufen wird. Lange habe ich so was nicht in Erwägung gezogen, weil ich Bilder alter Schafe vor Augen hatte, deren Paten den letzten Gang nicht gehen lasen wollen. Bis mir jemand erzählt hat, dass das Patenschaft bis zur Schlachtung meint. Ach so  ;D Nachdem mir monatliche Berichte über die Entwicklung der Lämmer ja nun wirklich nicht schwer fallen und ich auch bereitwillig unsere Flächen samt Herden zeige, ist das eigentlich sogar eine optimale Lösung für unseren Betrieb. Respektive eine in einem "Gesamtpaket", in dem slow food eine bedeutende Rolle spielt.

Hoffen wir auf einen interessanten Sonntag, einen erfolgreichen Herbst und freuen wir uns auf die Fortsetzung der Herdbuchzuchten beider Rassen. Jeden Herbst ergreift uns dieses Fieber, wenn die Zuchtgruppen gebildet werden. Nicht mehr lange und die beiden Böcke nehmen ihre Arbeit auf.  :) Beowulf steht ja schon bei Gira und Jana. Aus der 2+1 Gruppe ist schon eine 3er Gespann geworden.  ;D

Ich bin so dankbar, dass es weiter geht!
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 20. September 2020, 19:06:13
Das scheint zu klappen! Übernahme soll kommendes Wochenende sein. Mindestens 7, eventuell mehr sollen dann zu uns wechseln. Davon sind 5 Hornträger. Der Rset ist genetisch aber eigentlich zu schade für die Wurst, so dass wir hier mal in den etwas säuerlichen Hornlosen-Apfel beißen werden. Wir fühlen uns hier der breiteren Genetik verpflichtet. Die Gruppe wird dann erst in Qurantäne gehen. Sicher ist sicher. Sie schlagen dann mit 2 Wochen Verspätung in der Deckgruppe auf. Knuth wird seinen Augen kaum trauen können. Er hat dann zweifelsohne eine stolze Harmensgröße an seiner Seite
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Thomas am 21. September 2020, 23:11:14
Was hat Yksi - unser Leitschaft - auf der Stirn?





Namen korrigiert. LG Nina
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Thomas am 21. September 2020, 23:11:45
Das haben die anderen nicht.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Thomas am 21. September 2020, 23:13:55
Des Rätsels Lösung: Yksi hat kaum noch Zähne. Also kann sie das aktuelle Fallobst kaum fressen. - Folglich zerstößt sie es mit ihrer Stirn und frisst dann das Mus.

Schlaue alte Dame!  :D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Albizia am 22. September 2020, 06:28:39
Schlaue alte Dame!  :D

Gute Idee! Sie weiß sich ja offensichtlich wirklich zu helfen. So vermatscht kann man die Zugabe-Leckerei auch zahnarm noch genießen.
.
Und so ein bißchen "Matsch" auf der Stirn kleidet ein Leitschaf darüberhinaus doch ungemein.  ;)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 23. September 2020, 09:16:21
 ;D und die Alten geben ihr Wissen weiter. Die hiesigen Lämmer sehen immer noch staunend zu, wie die Alten Äpfelchen und Birnchen fressen. Hier vom Seniorenteller. Jeden Morgen steht Mutti in der Futterküche...
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 27. September 2020, 12:38:02
So... hier ein erster Blick auf die Gruppe, die wir heute übernommen haben: 11 mal Herdbuchmuttern, bzw. Jungzibben. Endlich auch mal wieder mit vornehmen schwarz in der Gruppe  ;D die ehemaligen Besitzer und wir sind alle glücklich. Die Schafe sind aktuell noch etwas durch den Wind. Sie stehen jetzt erstmal in Quarantäne und sollen sich in Ruhe an uns gewöhnen. Da Liebe durch den Magen geht, werden sie wahrscheinlich nach 4 Wochen kugelrund sein. Aktuell gibt es Möhrchen  :) Die Alttiere werden erst in 6 Wochen zum Bock kommen, weswegen wir vermutlich auch Knuth erst dann zu den anderen Muttern geben werden. Damit sind wir dieses mal "zu spät" dran. Die Neuen werden die 2 Wochen solo noch benötigen. Da trinken noch unverschämter Weise die Jungzibben dran. Von daher tut diese "Vertrauen- durch- Zufütterung- Phase" ganz gut passen. Sonst fallen sie mir später zu früh aus der Zucht, wer wollte das.

Die Mädels wissen es nicht. Sie haben ja das große Los gezogen. Wo kann man schon so biblisch alt werden und sein Alter auch ohne Bock genießen?! Also entweder reproduzieren kleine Gruppen nicht mehr oder aber die Alten werden "ausgelutscht". Den Luxus so vieler Gruppen werden die Wenigsten leisten können. Wir gehen mit über 100 Tieren in den Oktober.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 27. September 2020, 20:27:01
Der Familienrat hat entschieden. Die 5 neuen Stammmütter (deren Nachwuchs jeweils mit dem Anfangsbuchtsaben idealerweise beginnt):

Ricarda
Nathalie
Käthe
Nathalie
Jolanthe

Noch... sind sie sehr verschüchtert. Die Liebe ging bedingt durch den Magen. Solange ich vor Ort war... nicht. Bis zum Abend war die Leckerei weg. Mein Mann wurde abends schon sehr aufmerksam beobachtet  8)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Secret Garden am 27. September 2020, 20:32:15
Wir gehen mit über 100 Tieren in den Oktober.
Wolltest Du nicht ursprünglich zwei oder drei Schafe als Rasenmäher? ;D
*
Toll, wie Ihr das alles schafft und Glückwunsch zu den neuen Mädels. :)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Waldschrat am 27. September 2020, 20:45:58
Der Familienrat hat entschieden. Die 5 neuen Stammmütter (deren Nachwuchs jeweils mit dem Anfangsbuchtsaben idealerweise beginnt):

Ricarda
Nathalie
Käthe
Nathalie
Jolanthe

Noch... sind sie sehr verschüchtert. Die Liebe ging bedingt durch den Magen. Solange ich vor Ort war... nicht. Bis zum Abend war die Leckerei weg. Mein Mann wurde abends schon sehr aufmerksam beobachtet  8)

2x Nathalie?

Ansonsten viel Glück mit den Neuzugängen und überhaupt
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 28. September 2020, 06:04:18
Gut aufgepasst!  ;D Einmal Nathalie weg und Yrsa dafür rein.

Nana... angefangen habe ich mit 7 Schafen und 2 Ziegen für die Landschaftspflege. Aber ich habe jahrelang gesagt, ich will nicht mehr als 50. Diese Grenze ist erst mit dem Kauf des großen Hängers gefallen. Würde ich Lotto spielen und gewinnen würde ich auch noch den Doppelstöckigen anschaffen. Aber wie mein Mann zu Recht sagt... der muss ja auch wieder irgendwo stehen und im Wald kannste gar nicht überall mit dem fahren - wegen der Höhe.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 28. September 2020, 06:17:36
Das ist übrigens so ein kunterbunter Namensmix, weil die neuen Stammmütter Namen mit einem anderen Anfangsbuchstaben brauchten. Sonst finden wir für die vielen Lämmer keine Namen mehr. Und die Namensgebung wollen wir unbedingt beibehalten, weil das wirklich erheblich bei der Pflege hilft. Bei Meldungen wie: Anne muss entwurmt werden, Britta hat Durchfall oder Mina muss die Klauen geschnitten bekommen weiß hier jeder gleich welches Schaf der andere meint.

Die 3 Schnucken verbleiben übrigens tatsächlich bei uns im Bestand, da der Verkauf geplatzt ist. Da bin ich gar nicht unglücklich drum. Ich gebe die 3 als eigene Zuchtgruppe an. Ich wette, da schlüpfen bildhübsche Lämmer raus. Und die Moral aus der Geschichte... manchmal braucht es - siehe Tristan - einfach etwas Zeit bis der exakt passende Platz gefunden ist. Aber für einen 7/8/8 bewerteten G1 genotypisierten Bock... sehe ich ganz sicher eine rosa Zukunft. Und ich freu mich, dass er uns mindestens 2 Lämmer hinterlässt. Er ist Nachfahre unseres prämierten Bocks Alexander, der auch ein Nachzuchtbock von uns war. Das Schöne ist ja, dass durch die eigene Bockgruppe überhaupt gar kein Druck mehr besteht. Wenn die Deckzeit vorbei ist, muss er halt dort hinein. Aber eben nicht in die Wurst oder raus aus dem Bestand.

Das sind die Vorteile einer gewissen Größenordnung. Und keine Bange... im Oktober geht die diesjährige Verwertungsrunde los. Wir gehen nicht mit über 100 in den Winter  ;D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Rosenfee am 28. September 2020, 11:49:24
.... Wir gehen nicht mit über 100 in den Winter  ;D
Nee, nur mit 99 ;D ;)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 28. September 2020, 19:58:04
Nö, glaube ich nicht. Ende Oktober spätestens gibt es einen großen Pressebericht in einer nahegelegenen Stadt in Zusammenarbeit mit Slow Food. Zeitnah gibt es einen anderen Artikel ala "Schäferei übernimmt wertvollen Skuddenbestand". Ich habe meine Tochter im Nacken. Wirtschaftlichkeit ist das Gebot der Stunde und ich arbeite hart daran! Damit all die wolligen kleinen Schafe auch eine Zukunft haben.

Zudem fliegen im Oktober die 5 Ziegen raus! Morgen geht´s an deren letzte Zäunung bei uns.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 29. September 2020, 13:30:22
Kurze Pause als moralische Unterstützung. Die letzte Zäunung auf der Lummerke ist immer fiese. Dieses mal doppelt. Dadurch dass man Bäume gerodet hat und den ganzen Verhau liegen gelassen hat, darf ich jetzt 100 m vorher über den Bach. Und die Netze ebenso, weil die letzte Zäunung die Größte ist  :P

Gönnen wir uns noch einen Blick auf die Neuen. Man kann mich auf der Fläche schon mal "aushalten". Das wird. Ich nehm mir morgen ein kleines Hockerchen mit und setz mich jeden Tag etwas näher an die "Tellerchen", die es derzeit täglich gibt. Das prinzip haben sie ja schon raus. Jetzt braucht es nur noch Geduld.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 29. September 2020, 13:34:47
Da standen sie noch recht bedrückt am Rande und heute: Eh, die Tellerchen kommen! Nix wie hin!
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 30. September 2020, 07:25:28
Ich muss mich korrigieren: 20 m nach der Fläche habe ich eine Übergangsmöglichkeit über den Bach gefunden. Das rettete mir den Abend. Die Vorstellugn die letzte widerliche Zäunung abzubauen und so weit zu tragen, war deprimierend.

Ändert aber nichts daran, dass es auch die letzte Zäunung gewesen sein kann. Immer noch nichts habe ich von unseren Einsprüchen zur FFH Gebietsverordnung gehört. Sollte die nicht geändert oder mit Ausnahmebestimmungen gespickt werden oder wie - und das wäre irre - wie die außerhalb der Wälder als LSG´s abgewandelt werden, wird es nicht mehr möglich sein dort zu beweiden. Ich bin gespannt ob mal irgendeine Resonanz dazu kommt. Unterschwellig stelle ich mich darauf ein, dass der Steilhang Geschichte sein wird. Dann hätten wir 5 Jahre umsonst gerackert.

Was nicht ginge, habe ich gestern noch mal vor meinem geistigen Auge Revue passieren lassen:

Dazu erst einmal ein Bild
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 30. September 2020, 07:57:38
1) Der Bach dürfte nicht mehr betreten werden. Damit wäre am Ende des Jahres das Zaunmaterial (im Bild nur ein klitzekleiner Teil davon) bis gaaaaaaanz hinten im Bild, respektive noch etwas weiter, weil das Ende gar nicht drauf ist, geschleppt werden. Ich bin da raus.

2) Es müsste Wasser für die Tiere von eben ganz dahinten bis nach hinter meinem Fotostandort in Kanistern geschleppt werden, weil ich nicht mehr die 20 l aus dem Bach nehmen dürfte. Sorry, auch da bin ich raus.

3) Jede Tierkontrolle müsste von ganz dahinten zu Fuß bis vorn (Akku- und Wasserkontrolle) geleistet werden, anstatt über den Bach zu gehen. Sorry, so viel Tageszeit gibt der Tag nicht her.

4) Vorne ist es so steil, dass ich den neuen Abstand zum Bach nicht einhalten könnte, es sei denn, ich riskiere munter, dass bei Nässe Tiere im Stromnetz verenden. Sorry, da bin ich komplett und überhaupt raus!

5) Sollte - wie dieses Jahr nun ja leider erlebt - ein Tier verenden (das war die vom Kastraten zerschossene Mutterziege), dürfte die nicht aus dem Hang übder den Bach, sondern müsste 500 m nach vorne geschliffen werden. Also sorry, auch hier ein absolutes nein

6) wegen der sogenannten wolfssicheren Zäunung müssen wir (jeder darf sich das mal bildlich im Hang vorstellen) für das Netz einmal rumherum mähen. Ja, mit Freischneider oder unten mit kleinem Rasenmäherlein. Neu müsste das Schnittgut abtransportiert werden. Nein, ich buckele nicht noch Schnittgut aus dem Hang und trage das 500 m weit nach vorne.

Noch mal weiter drüber nachgedacht: Wir sind die letzte Möglichkeit, die die NLF hier noch hatten. Außer uns wollte keiner die Fläche beweiden, eine Mahd ist wegen der Topographie nicht möglich. Insbesondere, da wie unter 6) erwähnt, das Schnittgut auch von der Fläche runter müsste.

Da bliebe bei mir dann die Frage, wie im Verordnungstext explizite genannte Arten dem Verschlechterungsverbot gegenüber vor einem Verschwinden bewahrt werden sollen. Da sind die Wiesen und ihre Arten mit benannt. Kümmelblättrige Silge ect. Also wie passt so was zusammen?

 :-X Oh ich merke schon... mir schwillt der Kamm. Warum kann man denn nicht die Praktiker mit ins Boot nehmen? Wir sind doch nicht unauffindbar. Muss denn erst wie im Nachbarlandkreis alles kaputt gehen, bevor es dann irgendwelche Positivverrückte wieder rückgängig machen? Nur dass wir drüben von einer überschaubaren Fläche reden, von der auch nur ein Teil reaktiviert wurde. Hier... gingen ja gleich ganze Wiesentäler verloren. Auch der Rinderkollege weiter vorne im Tal wäre betroffen. Oben gibt es keinen Weg, die Tiere werden traditionell über eine Furth auf die Flächen gebracht. Der letzte kleine Halter außer uns in diesem Tal. Ein anderes ist praktisch schon brach gefallen. Und das, in das der Wanderschäfer spät im Jahr zieht... äh... nein, auch der kann nicht von seinem etfernten Standort mit dem Wasserwagen in den Solling zuckeln. Also - Nullnummer an Beweidung?

Auf dem letzten Sück müsste nach der Abholung der Ziegen nachgemäht werden. Dafür werden wir wohlgemerkt nicht bezahlt. Mindestens die Brombeeren müsste ich rausschneiden, am besten auch noch die Pappeln, weil man denen sonst nie Herr wird. Aber ganz ehrlich... keinen Bock. So lustlos wie ich gestern gezäunt habe... auf diesem Stück, das nur scheinbar wie die vorherigen ist. Weil lauter grobe Steine unter der Grasnarbe liegen und kein normales Laufen möglich ist. Weil die Fläche größer ist als die vorderen, weil sie steiler ist und und und... Nein, dieses mal mag ich nicht. Ich verstehe nicht, wieso nicht einmal telefoniert oder geschrieben werden kann. Ich bin Mittfuffziger. Ich muss meine Knochen nicht für aussichtslose Projekte opfern. Wir lieben diese Fläche. Beide. Mein Mann hat vorne vieles nachgemäht, damit die Fläche für Schafe im kommenden Jahr ungefährlich ist (Brombeeren). Wir haben dieses Jahr 2 Weidegänge geleistet. Dazu wurden im Mai die Schafe einzeln über den Bach eskortiert. Da erwartet man irgendwie - ich weiß auch nicht wieso - dass einem nicht auch noch Knüppel zwischen die Beine geworfen werden. Also da, wo wir jetzt sind, wo dieses Jahr schon einmal die Schafe gepflegt hatten... diese Variante wäre zukünftig auch nicht mehr möglich, weil der Bach nicht betreten werden dürfte.

Ich erwarte unterschwellig, dass eine halbstaatliche Organisation die Täler entert. Mit ein paar Mio vom Staat geht so vieles. Auch Ausnahmegenehmigungen. Kleiner Haken: Wenn in Corona Zeiten die Kassen leer sind... sorry, mir fehlt der Glaube, dass die ausgerechnet für den Naturschutz ausgegeben werden. Und wie oft hat sich Deutschland über die Verschlechterungsverbote ein Ei gebacken?!

Es mag am trüben Morgen liegen, aber akut liegt die Stimmung danieder. Mein Mann gondelt derweil nach der Nachtschicht auf der Lummerke rum, weil ich die 4 verbundenen langen Erdungen nicht aus dem steinigen Untergrund bekommen habe und eine kleine Erdung über Nacht meine einzige Möglichkeit war. Und das Solar habe ich auch nicht mehr umsetzen können, es fehlte schlicht die Kraft. Das kommt also zu den 6,5 Stunden gestern noch on top. Ja, richtig gelesen. 6,5 Stunden. Ergo nein: Ich schleppe da nicht noch zusätzlich Wasser von vorn. Ich kann es auch gar nicht, dazu fehlt mir nach solchen Gewaltaktionen schlicht die Kraft. Warum kann man das nicht nachvollziehen?
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 30. September 2020, 08:10:19
Mit etwas wehmütigem Blick von unter dem Aufbau der letzten Zäunung. Der Abstand nach unten ist bedacht gewählt. Erstens wäre das eh der neue Abstand - weil auch 12 m zum Bach tabu sind, zweitens waren die Schafe schon im Mai da und die Ziegen werden im Oktober abgegeben. Damit sie konzentriert Verbiss leisten können, stehen sie jetzt in dem Bereich, der am meisten unter der Verbuschung leidet. Ich würde unten ja nachmähen. Aber nur wenn die Bedingungen für eine weitere Beweidung geklärt würden. Sonst... ist dies das letzte Foto in Beweidung der Lummerke.

PS: Das Foto ist vom Aufbau. Am Ende ist hier nach wie vor in jedem Segment ein Weidepfahl und Litze oben drüber. Das ist auf dieser Wildwechselreichen, topografisch extrem unruhigen und zudem sehr abgelegenen Fläche nicht anders möglich. Was haben wir hier nicht alles schon erlebt... 7 mal der Hirsch durch im ersten Jahr, das Wildschwein in WG mit den Ziegen, die wochenlange Umschleichung durch 2 Wölfe ect. Ja, Wehmut ist dabei. Wir hätten gerne diese vollkommen tollkühne Fläche weiter beweidet.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Staudo am 02. Oktober 2020, 20:57:15
Ich kann mir nicht vorstellen, dass es da keine Lösung im Sinne des Naturschutzes geben soll.  ;)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 04. Oktober 2020, 06:59:00
Ja, es ist jetzt mehr ein... welchen Schritt geht man als nächstes? Das aber wirklich nur, weil man auf leere Stastskassen hofft, die für Naturschutz im Zweifel dann doch eher nichts übrig haben. Denn irgendwelche Weidelandschaften eines "halbstaatlichen" Konstrukts sind durchaus denkbar. Für die dann solche Vorgaben nicht gekten würden, weil das ach so natürlich ist. Jeder mag dazu seine Meinung haben. Ich bin davon kein Fan. Zudem gibt es hier bäuerliche Strukturen. Der Wanderschäfer braucht das eine Tal zur späten Herbstweide. Was für andere also romantische paläontologische Landschaft ist (jetzt lacht nicht, man kann in einem Buch nachlesen, wie die Weidelandschaft mit Mammuts und Co ausgesehen haben solle), wäre für den beispielsweise ein kockdown. Also ich bin immer noch einer Lehrmeisterin dankbar, die mit mahnendem Zegenfinger am Anfang meines Engagements in einem Naturschutzverband sagte: Denk immer daran: Wenn Du etwas schaffst, zerstörst Du etwas anderes!
Das lässt sich auf vieles im Leben übertragen und dem ist wenig hinzuzufügen. Alles ist eine Abwägungssache.

Nur so kann man teilweise -zensiert - Kritik auch wegstecken. Gestern hüpfte mir an unserem Teich ein Grasfrosch über die Füße. Nanu. Wo kommst Du denn her? Angeblich haben wir Euch doch alle weggebaggert.  ;D Ein helles Lachen erklang - auch nur, weil der Teich in Absprache mit einer Herpetologin saniert und wir ebenso Fortbildungen zu diesem Thema besucht haben. Derzeit scheint der Teich fast leer - das hilft Kleinlibellen in der Konkurrenz. Woher soll man es wissen, wenn das nicht das eigene Thema ist, für das man brennt. Da hilft nur kundig machen. Ergo: Sprecht doch mal mit den Beweidern und ihren Bedürfnissen. Macht doch mal anstatt einmal im Moor zu entkusseln einen Tag bei denen mit. 3 Stunden beim Rinderhalter, 3 Stunden beim Wanderschäfer, 3 Stunden bei uns. Na meinetwegen auch 2, sonst ist es körperlich für viele nicht zu wuppen.  ;D Das bildet ungemein und hilft solche Verordnungen praxisnah zum Erhalt der dortigen Tier- und Pflanzenwelt zu stricken.

Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 04. Oktober 2020, 07:08:51
Anderes Thema:

„Jungzibben und Rentnerinnen“

Bevor Sie mit gerunzelter Stirn auf einige Schafe dieser Gruppe schauen: Diese Gruppe besteht aus Jungzibben (das sind die weiblichen Lämmer aus diesem Jahr, die sich derzeit im „Teenie-Alter“ befinden und noch wachsen) sowie aus „Rentnerinnen“. Diese, teilweise 12 Jahre alten Schafe, haben verständlicherweise einen anderen Körperbau, als Schafe in der Blüte ihres Lebens. Sie haben teilweise bis zu 14 Lämmer geboren und erfolgreich aufgezogen und genießen nunmehr zu Recht ihren Lebensabend. Was sie wegen Zahnverlust an Kalorien nicht mehr aufnehmen können, holen sie sich bei ihren Schäfern direkt aus der Hand. Deswegen sind sie nach wie vor fit genug für ihre Aufgabe: Die Erziehung der Jungzibben! Die Kleinen lernen von den Alten, wie man zieht, in den Hänger steigt, sich was aus der Hand holt ect. Sie sind deswegen für uns sehr wertvoll und werden von uns wertgeschätzt!

Ein Schaf füttern… darf nur der Schäfer! Anderen ist es verboten! Bekommen Schafe zu viel Leckereien, gehen sie elendig ein!


So weit das Schild, das schon am neuen Standort hängt. Da hier viele Leute vorbei spazieren, greift man Anrufen besser vor. Ich wollte ja auch endlich mal Bilder einstellen. Reiche ich nach, versprochen.
Ich weiß gar nicht, ob Laien den Unterschied sehen, aber ein Jäger meinte prompt: Oh, da sind aber alte Tiere dabei.
Ich hatte den Seniorenteller dabei und erzählte lächelnd von unseren zahnlosen Muttis. Ich bin sehr zufrieden mit den 3en, deren Muskulatur sich altersbedingt einfach verändert hat. Gestern habe ich sie den Weg hoch gezäunt, damit der Tandemhänger dort nicht aufsitzt. Da beginnt dann die Ratlosgikeit der Schafe: Kein Hänger am Ende des Gangs? Was soll das? Man läuft hin und her. Einmal verpasste Afrodithe den Anschluss und legte einen beachtliche Seniorensprint ein... solange sie so fit sind und sich so gut in ihrer Arbeit darstellen (Smilla blieb gelassen neben mir und knusperte, Pauline war ganz oben am Weg, Afrodithe hinten an der Gruppe), gönne ich denen und uns so ein Lebensabendidyll. Die Jungzibben sind schon sehr entspannt. Die Skudden wieder mal noch mehr als die Schnucken - also noch mal.... es glaube bloss keiner die Mär, der nicht zutralich werdenden Skudden.

Es ist derzeit meine Lieblingsgruppe
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 04. Oktober 2020, 07:15:32
Was sich heute ändern mag. Dann könnte die Lieblingsgruppe die Zuchtgruppe WGH sein. Während die Zuchtskudden mit erheblicher Verspätung gebildet den Bock dazu gesellt bekommen (Quarantäne der neuen Schafe), geht es bei den WGH´s ab heute rund. Dazu gibt es dann auch ein Schild:

Deckbock im Einsatz!

Seit dem 4.10.20 ist der Weiße Gehörnte Heidschnuckenbock Ståtlig im Deckeinsatz. Betreten der Weide verboten! Bitte achten Sie auf Ihre Hunde. Geben Sie einem Deckbock niemals Grund ihre Absichten fehl zu interpretieren! Sollte die Herde beispielsweise wegen Wilddurchbruch außerhalb der Umzäunung sein… rufen Sie die Schäfer an. Unternehmen Sie keine Versuche die Herde einzufangen!



Auf beiden Schildern gibt es dann auch die Kontakttelefonnummer.

Warum hier so eine "Übertreibung". Ståtlig ist ja ein ganz lieber Kerl. Er ist schon schweinchenrosa im Gesicht vor lauter Vorfreude. Weil ich leider weiß, was WGH-Böcke anrichten können, wird auch vor ihm gewarnt. Auch ich werde die Weide nach Möglichkeit nicht betreten, sprich: Das Wasser steht am Rand. Auch wenn er noch nie gegen uns gegangen ist - seine Vorgänger aber leider nur allzu häufig. Und da ich das "Kanllen" zweier Böcke kenne... kann ich auch wirklich nicht raten einen Hund an die Herde zu lassen. Wenn der Fifi zu Schaden kommt, droht Ungemach.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 04. Oktober 2020, 07:22:23
Gestern habe ich eine Fläche geräumt. Das waren knapp 2 Stunden Abzäunen inkl. leichten Rückschnittarbeiten. Dazu schleppt man auch hier in Hanglage die Netze hoch an den "Weg". Nur, dass es keinen offiziellen Weg mehr gibt. Die NLF hatten hier schon gefällte Bäume liegen lassen, die nur auf unsere Bitte hin beseitigt wurden, weil wir doch mindestens einen Gang brauchen, um die Schafe die 30 m zur Straße hin zu bekommen. Damit das auch weiterhin funktioniert, habe ich diese "Zuwegung" (Zufahrt kann man das leider nicht nennen) dieses Jahr schon 3 mal gemäht. Weil da wegen illegaler Gartenabfallentsorgung Brennnesseln wahre Festivals feiern und leider auch jede Menge Brombeeren einen Dschungel bilden wollen.

Kommt da gestern doch ein Pärchen und zieht lautsark darüber her, wie man auf einem Wanderweg parken könne  >:( Ja wahrscheinlich werde ich 150 m weiter oben im Waldweg parken und die Wagenladung Netze, Weidepfähle, Akku und Co dahin schleppen. Mein Hamster pfeift eh. Man kann da nur noch laufen, weil ich mähe. Und wenn mein Auto da an der Straße zum Verladen parkt... dann muss man es halt umrunden.  ::)

Das alte Schild muss da mal weg. Wenn Wanderwege aufgegeben werden, dürfen sie auch nicht mehr beschildert sein. Das macht einfach keinen Sinn.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 04. Oktober 2020, 09:52:55
Ersteinmal gibt´s Medea mit Sturmfrisur
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 04. Oktober 2020, 10:01:42
Die beiden 12 jährigen vor der Abolung. Rechts in schwarz: Pauline. 14 Lämmer, selbstverständlich alle erfolgreich großgezogen. Verdienter Unruhestand (die ein oder andere Kapriole schlägt sie immer noch. Heute gönnte sie sich beim Umstellen eine Ehrenrunde - um beim 2. Anlauf aber brav alle Jungzibben hinter sich her in den Hänger mitzunehmen. Pauline eben. Etwas zu intelligent für ein Schaf)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 04. Oktober 2020, 10:08:07
Und dies istder typische Körperbau eines Altschafs. Grete (kam schon als Jungzibbe belegt zu uns, so was kostet Kraft) mit der bewussten "Delle". Da weiß die Schäferin... raus aus der Zucht und unter Beobachtung. Hier kann man beobachten, dass sich das Schaf einen Speckbauch angefressen hat  ;D Grete ist handzahm, sprich: Holt sich täglich ihr Zubrot. Auch sie genießt in Ruhe ihren Lebensabend und fungiert als Erzieherin. Wir ziehen den imaginären Hut vor diesen Schafen und gönnen ihnen ihre deckfreie Lebenszeit in Gesellschaft der quirligen Teenies.

Rechts im Bild ist übrigens Smilla in der Blüte ihres Lebens. Wegen Euterentzündung ausrangiert, bereichert auch sie diese Gruppe und ist eines der Leittiere. Tja... und natürlich befindet sich auch Medea hier, denn nein, wir riskieren nicht, dass ein Deckbock sie aufgrund des äußeren Erscheinungsbild als Konkurrenz zerlegt. Nach wie vor zeigt sie sich vom Verhalten her ausgesprochen weiblich. Sprich auch friedlich. Was ihr ihren Platz bei uns sichert. Hätte ja auch anders kommen können.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 04. Oktober 2020, 21:03:59
Fallen in love
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 05. Oktober 2020, 08:02:11
Gestern ging übrigens irre viel Zeit fürs Netzeflicken drauf  :P Man reagiert nicht immer gleich, wenn unten eine Verbindung abreißt. Was ich egstern beim Abbau vorfand... verschlug mir aber die Sprache. Es waren 10 Netze, die ich auf allen Vieren bzw. sitzend im Gelände wieder zur Volltauglichkeit verholfen hatte. Davon war das Allerwenigste Schaden an Stromlitze. Da reagiert man nämlich umgehend. Aber das hilft ja alles nicht, wenn der Wolf bequem unter der untersten Litze durchrutschen kann. Meine Ziegen hätten so was mindestens genutzt.

Ich bin dankbar, dass das gestrige Pensum abgearbeitet ist - heute regnet es endlich in Strömen. Es war ja so trocken! Das kann gerne den ganzen Tag durch regnen.

Erwartungsgemäß hat - siehe Bild - der WGH Bock sofort Vollgas gegeben. Die Jungzibben spratzten noch etwas entgeistert davon - und wieder hin, weil man ja neugierig ist. Die älteren Zibben aber haben ihn offenbar schon erwartet und sind zufrieden mit ihm. Er treibt, ist dabei aber nicht ruppig. Abends grasten sie alle friedlich beieinander. Ich denke, die nächste Deckzeit wird bei den Schnucken komprimierter als dieses Frühjahr, dessen Lammzeit ehrlich etwas widerlich war. Das taugt nicht wirklich, wenn zwischen den Lämmern wochenlange Pause herrscht. Er war eben unerfahren und er ist ein defensiver Bock. Dieses Jahr ist er stattlich herangewachsen und er weiß, was er mit den Mädels machen soll. Er hat doch alle Schnucken "bekommen". Die Neuen lassen wir noch ein Jahr wo sie sind. Durch die Nichtabholung hat Beowulf ja 2 Jungzibben vom vergangenen Jahr. Das ist unser genetisches Guttie und Aufwand genug. Ich bin sehr zuversichtlich, dass auch Beowulf seinen Job vollzogen hat. Sie sind ebenfalls dieses Wochenende auf eine andere Fläche gekommen und zeigen sich als fest verwobenes Kleeblatt. Auch wenn die beiden Zibben Zutraulichkeit in dieser Phase eingebüßt haben, war der Umzug ein Kinderspiel. Einmal Eimer klappern (und das, obwohl sie seit Wochen nichts aus dem Eimer bekommen haben) und die 3 sausten an, den Gang zur Straße hoch und mit Vollspeed in den Hänger. Ähm... also das sind die Gründe, warum die jahrelange 50er-Regel gekippt ist. Der Hänger ist und bleibt eine Wucht und wird von Schäfern wie Schafen gleichermaßen geliebt. Das muss auch sehr witzig aussehen, wenn die Schafe seitlich die Nase rausstrecken und scheinbar die Landschaft "bewundern".

Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 05. Oktober 2020, 13:14:06
Das ergab heute erst einmal 3 Decklisten, die abzugeben waren. Ein Hoch auf die Bürokratie  ;D Deckliste 1,2 und 3: Zuchtgruppe WGH. WGH in Form von Isolde und Bock, weil die schon seit August zusammen stehen. Und Beowulf, der ja zwei Zibben bei sich hat. Am Ende schreibt man routiniert 12 stellige Nummern...
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Wühlmaus am 05. Oktober 2020, 13:47:13
War wieder eine spannende Lektüre :)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Staudo am 05. Oktober 2020, 13:49:52
Hier beweidet ein Schäfer mit Schafen, Ziegen und diesen riesigen Hütehunden das Vorland (den Bereich zwischen Ufer und Damm) der Schwarzen Elster. Neulich gab es große Aufregung. Eines Morgens lagen 76 tote Schafe und eine tote Ziege innerhalb der demolierten Zäunung bzw. im Flüsschen. Der Schäfer hat die Tiere ohne viel Theater zu machen eingesammelt und in die Tierkörperbeseitigung geschickt. Hier die Varianten, wie es zu diesem tragischen Vorfall kam:

- Eine aufgescheuchte Rotte Wildschweine ist durch die Zäunung gerast und hat unter den Tieren Panik ausgelöst. Die Hunde versuchten die Schafe zusammenzuhalten, so dass zu den Tieren, die ertranken noch welche kamen, die sich gegenseitig erdrückten. (Schäfer)
- Die Panik wurde durch Wölfe ausgelöst. Weil der Schäfer für den NABU unterwegs ist, hat er den Vorfall nicht gemeldet. (facebook 1)
- Die Panik wurde durch die Hunde ausgelöst. Weil sich mit deren Zucht ein Haufen Geld verdienen lässt, leugnet der Schäfer und Hundezüchter diese Ursache. (facebook 2)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Sternrenette am 05. Oktober 2020, 18:18:12
76 tote Schafe sind echt ein Schaden :-\
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 06. Oktober 2020, 08:27:42
Da fehlt meines Erachtens die größte Wahrscheinlichkeit: Hunde haben den Schaden verursacht und der Halter hat sich verpieselt. Ich will gar nichts sagen, wie oft wir Hunde am Zaun sehen, deren Besitzer erst dann in aktione treten, wenn wir auftauchen. Das ist für manchen Volkssport. Gerade Bordern und deren Mischungen "gönnt" man gerne mal das "Vergnügen". "Das haben sie doch im Blut" oder "dafür sind sie doch gezüchtet".

Davon ab: Wenn Wolf... müsste man Spuren nachweisen. Im Wasser unmöglich.

Mein Beileid.

PS: Wer meint Hunde würden ausscheiden, weil HSH drin waren... wer mal den Erlebnisberichten der Schäfer mit HSH lauschen darf, der weiß, dass manch ein Fifi es dennoch versucht. Was nie zu guten Ergebnissen führt. Und dann waren immer die HSH Schuld, nie die unangeleinten Fifis, deren Freiheit nicht beschnitten werden darf. Und noch mal.... wir hatten selber über 20 Jahre Hunde. Ich liebe Hunde. Immernoch freue ich mich wie ein Schnitzel, wenn ich Lucie sehe, die Labrdadormischung von Freunden. Die aber eben auch gut erzogen ist und es auch nicht nötig hat doofe Hobbys zu entwickeln. Was mich aber bis zum Anschlag nervt, sind Hundehalter, deren Hunde ohne Erziehung machen dürfen was sie wollen und wo weder spratzende Schafe, Kratzer am Auto (mein Eines hat welche von oben bis unten weil ich einen Hundebsitzer angesprochen hatte und glaubet bloss nicht, der hätte darauf reagiert), Kot mittig vorm Scheunentor und Einfahrten zu irgendeinem Erkenntnisgewinn führen würde, dass da etwas verkehrt liefe. Im Gegenteil. Dann kommt gerne noch ein Spruch wie man denn Strom auf den Zaun packen könne, das täte den Hunden weh. Respektive dem Kind, was am Ende der Leine stand. Da kann man als Schäfer absolut alles erleben und versteht es einfach nicht. Wir hatten in diesen 20 Jahren nach dem Tod meiner Mutter teilweise 3 Labbis. Die saßen wie die Orgelpfeifen auf Pfiff wenn der Trecker kam. Im Fahrradkorb standen die obligatorischen Säckchen. Und wenn ich Schafsköddel auf dem Weg sah - dann war klar dass der Wanderschäfer da war auch ohne dass ich ihn dazu sehen musste - wurde abrupt umgedreht. Denn selbst beim besterzogenen Hund gibt es 2 Sprüche: Sage niemals nie! und: Wenn Du Dich blamieren willst, schaffe Dir einen Hund an. Weil beispielsweise der Rüde meiner Mutter Katzenversessen war. Da flog man im hohen Bogen dem angeleinten Hund hinterher, weil er die Katze immer vor einem selbst sah. ect.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 06. Oktober 2020, 08:32:32
Heute müssen ein paar Tiere entwurmt werden. Aus der Bockgruppe ziehen zudem die bestellten Fleischkandidaten aus, damit sie morgen zum Schlachter können. Damit wird sich dort wenigstens etwas das Tempo reduzieren. Nachdem die Jungs überwiegend aber noch im Wachstum sind, wird´s nicht lange dauern und sie holen das wieder auf  :-X Ich bin allerweil ganz froh, wenn die kommenden Wochen muss ich mehr arbeiten. Da sind ein paar Tiere weniger "gern genommen"
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 07. Oktober 2020, 16:28:12
Bitte Sektkorken Knallen lassen:
PLOPP

Die Beweidung im zukünftigen FFH Gebiet wird für uns weiter gehen. Sabine schärft schon mal den Freischneider fürs Nachmähen des letzten Abschnitts an der Lummerke...

Nett war auch die Nachfrage aus dem Nachbarlandkreis. Ob wir denn trotz Coronazeit die Beweidung des NSG´s geschafft hätten. Na aber klaro. Trotz aller Hindernisse sind alle Aufgaben abgearbeitet worden. Zuletzt habe ich da vergangene Woche nach dem Rechten gesehen. Hübsche Colchicumblüte  :P
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Staudo am 07. Oktober 2020, 20:00:11
Darfste übern Bach?
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 07. Oktober 2020, 21:37:31
Jip! Und Wasser entnehmen. Wir brauchen ja auch nicht viel. Das sind ja keine Pferde  ;D Und der Rinderhalter wird auch keinen Hubschrauber benötigen  ;D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Staudo am 07. Oktober 2020, 22:04:47
Auch Pferde werden einen Bach nicht leersaufen.  ;) Außerdem kann ich mir vorstellen, dass durch die Beweidung gestutzte und z.T. auch zertretene Ufervegetation Platz für interessante Ruderalpflanzen machen kann.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 08. Oktober 2020, 06:37:19
Was man auch auf Exkursionen hören konnte  8) Da wird es immer kontroverse Diskussionen geben. Aber der Kompromiss wäre ja beispielweise der von der NLF begangene Weg auf den Bühwiesen: Bach teilweise auszäunen, aber einen Übertritt und zugleich Wasserstelle für die Rinder lassen. Bin ich auch kein wirklicher Fan von, weil wie schon mal beschrieben Neophyten dann Feste feiern, aber immerhin kann man so die Beweidung weiterhin ermöglichen und die Täler offen halten.
Und "Verwirbelungen im Bach vermeiden"... also ich kann nicht fetsstellen, dass in diesen doch eher stillen Tälern groß Tourismus am Bach herrscht. Dieses Jahr waren zwar ein paar wenige Touris da. Aber selbst die hatten kaum Hunde dabei, die eher noch als Kinder tatsächlich mal den Bach aufsuchen. Kinder müssten erst den steilen Hang abwärts rutschen um sich dort spielend zu betätigen. Also außerhalb von badenden Hunden würde mir keine Störung einfallen, maximal, dass die vorderste Furth am Riepenbach als Abkürzung von Fahrzeugen missbraucht wird. Selbst Angler habe ich nie gesehen. Das Gebiet schützt sich durch Unbekanntheit  :-X Im Ernst. Wer Lummerke googelt... wird nicht viel finden. Das mag ja auch einer der Gründe sein, warum ich mich riesig freue, dass es weiter geht. Diese stillen Zäunungen in dem Tal... die erden ungemein. Andere gehen Waldbaden, ich krabble halt durch den Steilhang. Schön, dass mir das erhalten bleibt.  :)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Waldschrat am 08. Oktober 2020, 20:27:43
Bitte Sektkorken Knallen lassen:
PLOPP

Die Beweidung im zukünftigen FFH Gebiet wird für uns weiter gehen. Sabine schärft schon mal den Freischneider fürs Nachmähen des letzten Abschnitts an der Lummerke...

Nett war auch die Nachfrage aus dem Nachbarlandkreis. Ob wir denn trotz Coronazeit die Beweidung des NSG´s geschafft hätten. Na aber klaro. Trotz aller Hindernisse sind alle Aufgaben abgearbeitet worden. Zuletzt habe ich da vergangene Woche nach dem Rechten gesehen. Hübsche Colchicumblüte  :P

Gratulation  :D
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 09. Oktober 2020, 07:15:32
Danke, und es mag mir zwar noch Verdruss bereiten, aber ich freue mich ebenso, dass der Rundwanderweg um die Büwiesen (das meint eben auch hinten im Tal die Wohlkopfswiesen) einen Wanderweg darstellen werden, der zur Qualitätswanderregion gehören soll. Ich finde den bislang völlig unterfrequentiert. Ja, ab und an reibt es mal mit ein paar Touris. Aber im allgemeinen haben wir da sehr nette Gespräche und freuen uns daran, dass andere sich sichtlich an der Beweidung freuen. Tipp: Beweidung hat es da vorwiegend im Sommerhalbjahr. Aber auch jetzt ist der Rundweg sicher eine kleine Wanderung wert. Insider gehen diesen Weg regelmäßig. Nordic Walking Gruppe und Co haben die Schönheit des Tals längst entdeckt. Und dennoch kann ich auch hier zäunen ohne kaum jemandem zu begegnen...

Anbei ein Bild aus diesem wunscherschönen Tal
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 09. Oktober 2020, 07:23:51
Ach so... und auch das Sandborntal wird dazu gehören. Ich bin noch nicht ganz sicher wie der Wegeverlauf sein wird. Aber er müsste eigentlich auch vorbei am Vosshaus gehen und damit an unserer Schaukelweide  ;D Auch in jenem Tal sind wir immerhin auf 3 Flächen als Beweider unterwegs. Und vorm Tal... stehen die Schnucken ebenso. Derzeit in der Deckzeit. In unserer - sorry - verschlafenen Ecke des Sollings kann man dort im Ort auch gut bürgerlich einkehren. Das muss man in unserer Ecke sonst mittlerweile suchen  ::) (wir sind nicht verwandt und nicht verschwägert mit dem Gastronom, wir verstehen nur nicht, warum unsere Ecke touristisch so unterrepräsentiert ist und freuen uns deswegen über jede vorhandene Möglichkeit)

Und um den "Werbereigen ohne Eigenutzen" zu vollenden: Wer kleine Kinder hat: Der Wichterpfad in Sievershausen - liebevoll gepflegt vom Sollingverein - ist mittlerweile schon fast kein Geheimtipp mehr und eine Reise wert. Da parken an sonnigen Tagen sogar Autos aus Hannover und Hameln. Also: Anstatt Tagesausflug lohnt doch mindestens mal ein Wochenende in der Region (nein, wir haben keine Zimmer zu vermieten  ;))
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Staudo am 09. Oktober 2020, 07:35:46
Hoffentlich steht beim Dorfgasthof Sollingschaf auf der Speisekarte.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 09. Oktober 2020, 08:55:40
Leider nein. Da wird geboten, was es schon immer gab. 2 Orte weiter nachgefragt... ja, eventuell zu Ostern. Äh... da sind unsere schon wieder über der 1 Jahres Grenze. Gut. 2022 hätten wir dann wegen der diesjährigen Verspätung mal Skuddenlämmer in passendem Alter. Aber das ist dann doch eher Zukunftsmusik. 
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Staudo am 09. Oktober 2020, 08:58:20
Triefnasen.  ::) Das Sollingschaf wäre für die Gasthöfe eine prima Gelegenheit, in die touristische Werbung zu kommen.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 09. Oktober 2020, 23:15:27
Was für ein Tag!  :o

Vielen Dank für den heutigen Kauf eines Forumsmitglieds  :D

5 Tiere aus der Schlachtung holen - eine logistische Herausforderung. Insbesondere, wenn der Schlachter verkündet: Kannst Du 2 Stunden später kommen?

 ::) :P >:(

Also nee. Mit einer Stunde Verspätung (das war die geplante Komfortzone) kommt man ja notfalls hin, 2 Stunden - nö!

Puh. Nun muss er mal Butter bei de Fische geben. Nach den heutigen Testtieren braucht´s Preise für Zerlegungen und dortige Abholung. Es wird ja nun wahrlich nicht jeder das Messer und die Säge virtuos ansetzen können bzw. wollen. Da liegt es jetzt an mir ihm verständlich zu machen, was die Tiere besonders macht. Und deren Kundschaft. Also die, die aus der nahen Großstadt kommen. Auf dem Land ist man äh... messerversierter? Ideenreicher für Artikel außerhalb von Keule und Filet? Da braucht´s ansprechende Lösungen.

Aber ich hoffe... dass wir den Verwertungsknoten zum plazen bekommen. Drückt uns die Daumen!!!!
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Dicentra am 10. Oktober 2020, 00:45:42
Daumen sind feste gedrückt!
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 10. Oktober 2020, 10:36:31
Danke!

Der zweite Wilddurchbruch innert 3 Tagen  :P Im Herbst, wenn der Mais geerntet wird, ist es eine schwierige Zeit. Einerseits sind die Tiere nach Wilddurchbrüchen ungeschützt, andererseits muss ich wieder Netze flicken. Der einzige Trost: Unsere Tiere gehen fast nie auf Wanerschaft. Die kann man in der direkten Umgebung grasend wieder auf die Fläche zurück bitten. Angesichts der Tatsache, dass dies aber die Bockgruppe traf... würde ich "Hunde ohne Grenzen" da doch eher an die Leine nehmen. Aber wer bin ich. So ein Bock kann sich auch umdrehen. Anlass: Der Jäger hat uns gerade erst berichtet, dass ein Auto mit Hundeanhänger spät abends vorfährt, auf Höhe unserer Tiere die Hunde rauslässt und dann gen Siedlung zurückfährt.  ::) Konnte ich nur die Augen rollen. Wie öfter beschrieben kennen wir die absurdesten Begebenheiten mit Hundehaltern. Der Jäger hat klargestellt, dass wenn er den zu fassen bekommt, es massiv Ärger gibt. Vom Ansitz aus ging das zwar schlecht. Aber derjenige ist schon mal innerlich angezählt....
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Secret Garden am 10. Oktober 2020, 11:01:36
Unglaublich. Hoffentlich werden diese verantwortungslosen Hundehalter überführt und empfindlich bestraft.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 14. Oktober 2020, 06:22:47
Hoffentlich ist die Zeit der Maisernte bald vorbei. Ein Wilddurchbruch nach dem anderen. Besonders an dem einen Standort, wo es schlicht weg mal viel zu viel Wild hat. Nach Dienstschluss habe ich dort umgezäunt und abgebaut, weil die Zäunung so nicht mehr haltbar war. Da war es logischer Weise dunkel, ich arbeite ja bis 19 Uhr. Und musste dort ziemlich laut werden, weil die refektierenden Augen durch meine Stirnlampe schon den nächsten Durchbruch in Aussicht stellten. Laut und schnell im Hang unterwegs.

Lieber Gesetzgeber: 20 Stunden Arbeit heißt auch: Man muss zur Arbeit kommen und von dort wieder wegfahren, verplempert dadaurch auch die Mittagszeit mit Tageslicht. Durch die nicht individuell angepasse 20 Stunden Regel sitzen nicht nur Nebenerwebslandwirte abends auf dem Bock und fahren sicher mit Scheinwerfern auf dem Acker umeinander. Nein, sie stolpern auch mit Schienen im Hang umeinander. Nur so als Tipp: Meiner fachkundigen Einschätzung nach, steigert so etwas die Unfallgefahr. Für jemanden, der brav seine Rentenschäfchen bereits so weit im Trockenen hat, dass er nicht über die Grundsicherung des Staates finanziert werden muss... wäre es da nicht kostengünstiger diese altersadaptiert arbeiten zu lassen? Nicht?

Na jetzt wisst Ihr, wieso ich eine furchtbar teure Unfallversicherung abgeschlossen habe. Meine Frisur gibt es nur noch mit Rasieraparat um Kosten zu sparen. Aber wenigstens geht der Betrieb nicht baden, wenn ich auf Vater Staats Geheiß ab Oktober wieder im Dunkeln arbeite. Gut, man erlebt sichtlich belustigte Schafe (huch, Du hier? Haste mal nen Apfel?), hört die Vögel der Nacht, sieht Einbeck hell erleuchtet und überlegt wo PS Speicher und Co sind... eine Kollegin meinte mal: Oh Gott, ich hätte so Angst!!!!
Das ist mir dem Himmel sei Dank nicht gegeben. Angst habe ich nicht. Sollte ich vielleicht. Wenn da hinterm strimlosen Netz ein Keiler stünde... weniger angenehm. Aber für mich bleibt einfach nur die Frage: Wie kann man so was gesetzlich wollen. Warum bekommt man diese Zeitschrift der BG zur Unfallverhütung? Das ist ja alles ganz nett. Aber die eigentlichen Risiken unserer seltenen Betriebsform sind da nie drin.

Mittwochs... hat mein Job nachmittags geschlossen. Sabine also brav mit einer Tüte Arbeitsklamotten dabei, denn... nach Dienstschluss geht es gleich weiter. Tageslicht ausnutzen. In diesem Fall: Eine Zäunung neu und.... Netze flicken.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: Staudo am 14. Oktober 2020, 07:45:46
verplempert dadaurch auch die Mittagszeit mit Tageslicht.

 ;D Das sind die Sorgen der Draußen-Arbeiter. Auch ich rechne (allerdings deutlich weniger dramatisch) die helle Zeit rückwärts. Zwei Stunden will ich jeden Tag draußen arbeiten. Das heißt, dass ich momentan spätestens 16 Uhr in Arbeitskleidung auf dem Hof stehen sollte.
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 18. Oktober 2020, 08:10:01
Du verstehst. was ich meine  8)

Töchterlein hat gestern geholfen. Dinkes Dankeschön dafür!  :-* Das war da schon eine regelrechte Mammutaufgabe. Zudem versteckten sich in der alten Zäunung 2 mal 50 m Netze. Die sind bestimmt mit die Ursache, dass manche die Tierhaltung wieder aufgeben. Ein Mann sagte mal spöttisch: Mädchennetze.

Töchterlein: Ja und? Darf ich nicht Mädchen sein?

Wahrer Spruch. Über den Bach werfen und dort den Hang wieder aufwärts - nein, man muss es sich nicht schwerer machen als nötig. Wir haben die 50er klammheimlich aussortiert. Man Mann mit Nachtschicht... wer wird da wohl weiter zäunen? Eben!

Bisdann die ganze Technik von ganz oben bis über den Bach gesetzt war... Jesses.

Töchterlein: Morgen habe ich bestimmt einen Muskelkater!

 ;D Wenn die das in ihrem Alter sagt... dann darf ich die katastrophale Nacht wohl unter völlig normal abbuchen.

Allerweil: Nun ist der Narrensprung vollzogen. Dies ist übrigens ein typischer Bachverlauf im Solling. Tald durch Bachverlauf eingeschnitten. Schmale Seite in Hanglage. So stellt sich das auch im künftigen FFH Gebiet da, was meinen Einspruch da sicher noch mal bildlich erläutert. Heil froh bin ich, dass wir da weiter machen können.

Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 18. Oktober 2020, 08:17:36
Diese Fläche wird übrigens der Anlass für einen Leserbrief sein. Umgang mit Grünland, dass es jetzt gemulcht gehört.  :-X

Ähm, nein. Also wo soll sich denn bitte das Rebhühnchen verbergen? Warum muss ich die armen Insekten schreddern?

Unbestritten ist, dass auch ich einzelne Teile nachpflegen muss. Schlehen sind allein durch extensive Beweidung nicht zu stoppen. Aber vollflächig? Nö. Allerdings gab es prompt die erste Kritik: Da steht doch so viel "Trockenes" auf der Fläche. Ja, wir waren mit den Tierenn im Mai zuletzt vor Ort. Natürlich hat es da Überständiges. Nur die Bewerrtung ist eine andere. Juckt uns nicht die Bohne, denn Schafe selektieren da höchst penibel das Fressbare raus. Und nein, wir haben keine Mäuseweltpopulation auf der Fläche. Es gibt natürlich auch Mäuse. Und Mauswiesel. Und Falken. So what.

Hier so ein "Insekt" von gestern auf einer Flatterbinse (sorry, Schmetterlingsbestimmung ist leider "nicht meins", sachdienlich Hinweise gern erbeten)
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 18. Oktober 2020, 08:24:40
Der Herrgott schenke mir zudem Helfer, die mal dem Stacheldraht zu Leibe rücken  :P Ein Netz steht im Hang nur um so eine alte Abgrenzung auszuzäunen. Extra mähen, extra zäunen...  ::) Mein Arm streikt aber bei dem schweren Bolzenschneider. Solange ich den nicht noch quer über Flächen tragen muss, kämpfe ich mich ja häppchenweise durch so einen Irrsinn. Aber hier wie auf der Lummerke geht es mir sprichwörtlich zu weit
Titel: Re: Schafe halten III
Beitrag von: frauenschuh am 18. Oktober 2020, 08:34:55
Ach ja: Und bei Beweidung nach Oktober wird die Grasnarbe zerstört.

Also ja, wenn die Tiere ständig auf einer Weide bleiben, ist das am Ende kein Grünland mehr, sondern Matschepampe.

Spontan nachgerechnet sind wir, glaube ich, zu dritt, die mit den schafen in dieser Region durch den Winter ziehen. Der Wanderschäfer, der Polderschäfer und wir. Keiner von uns hat das leiseste Interesse daran, dass unsere Schafe im Matsch stehen. Weswegen wir beherzt und tatkräftig zäunen. Dasses da Trittverletzungen gibt... ist sogar gut, denn da keimen die von den Schafen mitgebrachten Pflanzen aus.

Vor Schreck habe ich mich beim Lesen des Grünlandartikels am Kaffee verschluckt. Ich will jetzt hier gar nicht auf die Landwirtschaft näher eingehen. Aber es hat ja auch diverse Hobbypferdehalter, die jetzt losziehen um ihre Grünländereien vor "Schimmel" und "Mäusen" zu bewahren. Ersteren... kann ich nicht beurteilen. Mag sein, dass das die Grasarten des Intensivgrünlands eher trifft?! Mäuse... gehören zur Natur. Wer nicht mit Giftködern die Regelkreise stört und dank Bepflanzung oder meinetwegen Ansitzstangen ene Bejagung auch von Ansitzjägern ermöglicht, der sollte damit eigentlich nicht bis zum Totalausfall wirtschaften. Wir brauchen ein Umdenken. Das "Insektensterben" wird nicht mit einem "Insektenhotel" für 5 Eur aus dem Supermarkt aufgehalten.