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Pflanzenwelt => Arboretum => Thema gestartet von: tkleineidam am 25. Juli 2019, 18:47:08
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Hallo liebe Community,
ich bin seit kurzer Zeit stolzer Grundstückbesitzer, dass nun bald auch mit einem schönen Einfamilienhaus für mich und meine kleine Familie bebaut wird. Mein Grundstück liegt mit einer Seite angrenzend zu einem Mehrfamilienhaus (3,5 geschossig, ca. 12-14 Meter hoch). Um ein bisschen geschützt zu sein möchte ich nun zu dieser Seite hin immergrüne Bäume pflanzen. Da ich bisher noch nicht das passende Modell gefunden habe, hoffe ich auf ein paar wertvolle Tipps von Euch.
Das gesuchte Modell sollte eine Mindesthöhe von 6 Metern erreichen, aber nicht über 10 Meter groß werden. Es sollte möglich sein mehrere Bäume eng aneinander zu stellen, um einen Sichtschutz über eine gewisse Länge zu erreichen. Im besten Fall ist der Baum zum Stamm hin unten schmal und wird nach oben hin üppiger ("á la Kugelbaum"). Wie bereits erwähnt sollte der Baum immergrün sein, um auch im Winter einen geeigneten Sichtschutz zu gewährleisten. Es wäre auch gut wenn er keine giftigen Früchte trägt, da ich eine kleine Tochter habe.
Habt ihr Ideen? Dann gerne her damit... Ich freue mich über euer Feedback ;)
Mit besten Grüßen
tkleineidam
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Laubbaum oder Nadelbaum?
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Kugeliger, nicht endlos hoch wachsender Nadelbaum wird schwierig, zumal Eibe wegen der Giftigkeit ausscheidet.
Bei immergrünen Laubbäumen ist es genauso schwierig - die meisten sind nicht sehr winterhart.
In welcher Region/Klimazone ist der Garten?
Magnolia grandiflora geht in vielen Regionen ganz ordentlich.
Quercus ilex wäre in sehr wintermilden Gebieten möglich.
Kirschlorbeer ist hauptsächlich als immergrüne, recht winterharte Heckenpflanze und Strauch bekannt, große Sorten werden aber problemlos Kleinbäume, das könnte also gut passen.
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Bei der Beschreibung habe ich spontan an Apfeldorn, Crataegus lavallei 'Carrierei', gedacht. Der ist zwar nicht immergrün, behält das Laub aber sehr lange. Die Früchte sind wohl nicht allzu lecker, aber nicht giftig.
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Kirschlorbeer ist allerdings auch giftig, vielleicht nicht ganz so stark wie Eibe, aber dass nun reihenweise Kinder durch Eibenvergiftungen zu Schaden kamen, glaube ich nicht...
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mein Schwiegervater hat's sehr wichtig mit meinen Neffen, die waren viel im großelterlichen Garten mit jeder Menge Eibenhecken. Als er mir stolz vorführte, wie kindersicher er den Garten gemacht hatte, wies ich ihn auf die Eiben hin. Nun, der Landschaftsgärtner habe gemeint, an Eibe seien nur die "Beeren" giftig, ich konnte ihn nicht vom Gegenteil überzeugen (wobei ich sicher bin, der Landschaftsgärtner hat ihm das richtig gesagt und er hat nur nicht zugehört). Die Kinder haben's trotzdem überlebt...
zum Thema: ich nehme an, das Grundstück ist nicht sehr groß, da würde ich keine zehn Meter hohe grüne Wand an die Grundstücksgrenze pflanzen. Zumal das sicher auch recht schnell Ärger gibt, wenn das irgendwann den Nachbarn das Tageslich nimmt...
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Wie mir scheint, wird hier einmal wieder eine "eierlegende Wollmilchsau" gesucht. ;)
Die Auswahl an immergrünen Hochstämmen, die bei uns als "normal" winterhart gelten können, ist eh nicht so riesig.
Neben Sorten von Magnolia grandiflora (hier schon genannt), kommen vielleicht noch die Glanzmispel (Photinia fraserii 'Red Robin', Stechpalme (Ilex aquifolium in Sorten) und Portugisischer Lorbeer (Prunus lustianica 'Angustifolia) in Frage. Aber keiner der genannten Bäume wird alle der gewünschten Eigenschaften erfüllen. :-\
Ich würde raten, Abstriche an die Forderung nach "Immergrün" zu machen. Vielleicht eine Reihe von Säulenbuchen (Fagus sylvatica 'Dawyck'), die das absterbende Laub bis in den Winter hält?
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Oder doch Kirschlorbeer? Immergrün, schnellwüchsig, gut zu schneiden, billig, überall zu haben. Dass ein Kind an einem Kirschlorbeer nagt, glaube ich nicht. Man kann nur hoffen, dass mit der wachsenden Tochter und dem wachsenden Garteninteresse eines Tages Säge und Schredder kommen und der Kirschlorbeer wieder verschwindet. ;)
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Noch ist ja nicht bekannt, in welchen klimatischen Regionen dieses Grundstück liegt. Zumindest hier wären - bis auf den Ilex - die genannten Immergrünen Laubbäume eine Art von Gärtneralimentation :P
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Staudo,
wenn hier 6 m Höhe angepeilt werden, ist Kirschlorbeer kaum das richtige. Als Hochstamm veredelt, wirst du auch mit starkwüchsigen Sorten, wie 'Novita' kaum in absehbarer Zeit diese Höhe erreichen. Zudem sehen die auf welchen anderen Prunus auch immer veredelten Kirschlorbeer-Hochstämme aus wie immergrüne Reiserbesen. Wenn die eine halbwegs dichte Krone bekommen sollen, schnibbeltst du daran ewig herum. Und wer steigt schon gern auf eine 6 m hohe Trittleiter. ;)
Waldmeisterin,
die Frage nach der Größe des Grundstücks ist durchaus berechtigt. Vielleicht sind ganz andere Schtschutzmöglichkeiten sinnvoll. Weinberankte Pergola über der Terrasse und einige dicht- und breitkronige Einzelbäume auf dem Grunstück. Und muss man überhaupt ganzjährig einen Sichtschutz haben?
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Also ich würde das Grundstück wieder verkaufen und auf dem Land bauen wo mich keiner von Oben beobachten kann . Dann reicht ne Hecke Ringsherum. ;)
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Vielen Dank vorab für die tollen Vorschläge und netten Anekdoten :)
Klimatisch befinden wir uns im Raum Berlin und somit sind in der Regel auch nicht die ganz harten Winter (zumindest gemäß der letzten Jahren) zu erwarten.
Laubbaum oder Nadelbaum ist eigentlich egal. Gut wäre es halt wenn die Blätter über den Winter bleiben (aber da bewegen wir uns dann tatsächlich im Bereich eierlegende Wollmilchsau). Das Grundstück ist circa 700qm groß und es gibt keine Nachbarn die sich wegen einer Baumwand beschweren würden.
Ich hatte zwischenzeitlich auch mal an einen Typ Thuja gedacht, den man nicht als Hecke sondern separaten Baum pflanzt - wäre das auch eine Möglichkeit? Welcher Typ Thuja wird entsprechend groß?
Ich checke morgen mal in Ruhe die hier bereits gefallenen Baummodelle (alle habe ich noch nicht durch) und gebe mal ein Feedback in welche Richtung ich mir das vorstellen könnte.
Liebe Grüße
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Zu spät, aber trotzdem:
Drum warten wir mal geduldig auf die ersten Antworten ;) was für Baum; welche Region (es könnte das Grundstück ja auch am Mittelmeer liegen) und dann rantasten.
PS:Kugeliger, nicht endlos hoch wachsender Nadelbaum wird schwierig
man kann notfalls auch eine Strauchförmige Kiefer, Fichte, Tsuga... in drei Metern Höhe auf 'nen Stamm setzen.... ;)
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Welcher Typ Thuja wird entsprechend groß?
Thuja plicata in diversen Sorten. ('Atrovierens' ist denn mal richtig grün)
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Schau mal hier
https://www.gartenjournal.net/schnellwachsende-immergruene-baeume
LG Borker
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;D Die abgebildete 'Rotfichte' ist schon mal eine blaue Stechfichte - aber nich meckern - es geht ja hier um's Ideen sammeln!
Cupressocyparis ist da schon mal eine gangbare Idee! :D
(Rotfichte klappt derzeit in Berlin und Umland reihenweise wegen der Trockenheit zusammen, Weißtanne ebenfalls)
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Die Zeit der Fichten im Garten ist mittlerweile vorbei (Borkenkäfer) und größere Exemplare von Thuja oder Scheinzypressen (beides Flachwurzler) sollten in trockenen Sommer mehrmals intensiv gegossen werden.
Schaust du von deinem Grundstück eigentlich auf die Seite des Mehrfamilienhauses mi 3-4 Fenstern, oder befindet sich die gesamte Fenster-/Balkonfront neben deinem Grundstück?
Wenn du erst einmal Sichtschutz für die Terrasse haben willst, dann reicht es aus, wenn du in der Nähe der Terrasse Sträucher oder kleinere Bäume pflanzt.
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Also ich würde das Grundstück wieder verkaufen und auf dem Land bauen wo mich keiner von Oben beobachten kann . Dann reicht ne Hecke Ringsherum. ;)
So ungefähr geht mir das auch immer durch den Kopf, warum kauft man ein Grundstück, wo es Nachbarn gibt, wenn man nicht will, dass die einen sehen können? ;) Ein Sichtschutz an der Terrasse und meinetwegen da, wo man einen Liegestuhl hinzustellen gedenkt, das sehe ich ja ein, aber wenn man gleich ein dreistöckiges Haus "verstecken" will, war die Wahl doch nicht so gut, zumal kein Baum von jetzt auf gleich 6 Meter hoch wird.
700 qm sind jetzt auch nicht so groß, dass man bedenkenlos ein schnellwüchsiges Monster à la Thuja oder Leylandzypresse pflanzen kann, Schnittverträglichkeit hin oder her. Am ehesten kann ich mir noch etwas säulenförmiges wie einen Raketenwacholder vorstellen, auch der Grenzabstand will ja beachtet werden. Als Laubbaum würde dann eine Säulenhainbuche gehen, die behält das im Herbst abgestorbene Laub bis zum Frühling.
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Es gibt auch noch die Möglichkeit große Exemplare (4-7 Meter) schwachwüchsiger Bäume zu kaufen.
Das ist dann aber eine recht teure Angelegenheit (Kauf/Transport/Pflanzung).
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Wenn das Grundstück andere Vorteile hat, kann ich das schon nachvollziehen.
Im Hintergrund meine Haselnuss-Sichtschutzhecke zum Nachbarn, dreistöckiges Haus, die Giebelspitze kann man grad noch sehen.
Ist schnellwüchsig aber nicht immergrün.
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Mit Thujahecken, die hoch genug sind um ein hohes Nachbargebäude zu verstecken entsteht schnell ein grünes Guantanamo. Die Frage ist, ob du dich da drinnen selbst wohlfühlen könntest.
Besser finde ich es, wenn man unerwünschte Sichtachsen nur stört. So reicht eine lockere bunte Hecke aus allerlei laubabwerfenden Sträuchern in einer Höhe von 1,5m in der Regel aus um Passanten an allzu neugierigen Blicken zu hindern. An besonders sensiblen Stellen kann da auch der eine oder andere immergrüne und/oder höhere Strauch dazwischen stehen. Um den Familientisch am Haus auch von oben etwas abzuschirmen reicht ein einzelner Schattenbaum. Der spart irgendwann auch die teure Markise. Der Schatten unter einem Baum ist übrigens auch sehr viel angenehmer, als der unter einem Markisentuch. ;)
Im Winter werdet ihr kaum in Unterhosen auf der Terese am Kaffeetisch sitzen, daher ist immergrün nicht wirklich nötig. Die kahlen Zweige, die sich oft noch im Wind bewegen reichen völlig aus, um den ungehinderten Einblick zu stören.
Edit sagt noch:
An so einen Schattenbaum kannst du später für dein erstes Enkelchen sogar noch eine Schaukel aufhängen. ;)
... und im Frühling bist du froh über die ersten Sonnenstrahlen, die durch ein immergrünes Gehölz nicht durchkommen würden.
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Hallo Zusammen,
vielleicht ein kurzes Statement zum Grundstück, um die Diskussionen rund um dieses Thema einzudämmen. Es gab 1000 Argumente für das Grundstück, es hat aber den einen "kleinen" Nachteil und das ist die eine Front zum Mehrfamilienhaus. Ansonsten ist es wirklich ein tolles, sonniges Grundstück im Herzen Berlins.
Zurück zum eigentlichen Thema:
Also in der engeren Auswahl gelandet sind derzeit: Magnolia grandiflora (Nachteil: mglw. nicht groß genug und zu langsames Wachstum); Apfeldorn (ähnliche Nachteile wie Magnolia grandiflora - zudem verliert er die Blätter früher oder später); Säulenbuche - Fagus sylvatica 'Dawyck (einziger Nachteil: verliert die Blätter)
Alles was in Richtung Zypresse oder Thuja geht ist optisch nicht so optimal, da wir an der Zaunfront einen Hecke pflanzen wollen. Das wäre dann optisch "Hecke(nbaum)" hinter Hecke.
Zwei zusätzliche Kandidaten habe ich noch dazugewinnen können...
1. gemeiner Wachholder (wächst leider auch extrem langsam, daher wird der wahrscheinlich auch rausfallen)
2. UND da bin ich auf eure Reaktion gespannt: Grüner Pulver Bambus (Phyllostachys viridiglaucescens). Finde ich deshalb sehr interessant, da er grundsätzlich schnellwachsend ist, bis zu 10 Metern hoch wird und Winter- bzw. Frosthart ist. Ich konnte da bisher kaum Nachteile hins. meiner Anforderungen finden und finde den Bambus in der richtigen Anordnung sehr dekorativ. Oder was sagt ihr dazu?
Habt ihr zu meiner bisherigen engeren Auswahl noch Hinweise? Gibt es noch weitere immergrüne Bäume die in Frage kommen, die bisher noch unter unserem Radar waren?
Liebe Grüße
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Der Bambus ist sicher eine Option, muss natürlich optisch auch passen. Baue auf jeden Fall ein absolut ausbruchsicheres Gefängnis für die Wurzeln und 'nen Wasseranschluss daneben. ;)
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Lies bevor Du Bambus pflanzt unbedingt den Thread "Nie wieder Bambus", gestartet von Toto.
Ich finde Bufos Vorschläge sehr nachdenkenswert, habe mir beim Einzug auch eine Sichtschutzhecke (Fagus sylvatica) zur Straße gepflanzt. Man hat am Anfang so das Bedürfnis, sich abzuschirmen, wenn man einen Garten bzw Haus mit G. übernimmt. Letztes Jahr habe ich die Hecke auf ca. 1.30m gekürzt, im Herbst werde ich sie voraussichtlich roden. Mir ist das jetzt alles zu eng. So interessant bin ich nicht, dass alle schauen wollen was ich mache ;)
Nachträglich noch Herzlich willkommen hier, nimm die Umzugsratschläge nicht ganz ernst, die Purlern frozzeln einen manchmal recht gern ;) :)
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Salü tkleineidam
Lies bevor Du Bambus pflanzt unbedingt den Thread "Nie wieder Bambus", gestartet von Toto.
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Grüsse Natternkopf
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.... auch der Grenzabstand will ja beachtet werden.
Das solltest du unbedingt klären, da sind die Vorschriften sehr unterschiedlich.
Und selbst, wenn du derzeit das Gefühl hast, alles selber entscheiden zu können: Die Besitzverhältnisse könnten sich auch ändern...
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Von mir auch danke fürs Verlinken, Natternkopf! :D (ich kann das am smartie immer noch nicht :-[)
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Magnolia grandiflora (Nachteil: mglw. nicht groß genug und zu langsames Wachstum)
??? Eigentlich ist die Winterhärte eher grenzwertig. Wenn sie winterhart ist, wird sie eher zu groß!
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Ich habe im Schatten einen Gemüsebaum, Toona, der muss aber regelmäßig zurück geschnitten werden. Im Sommer ein prima Sichtschutz, im Winter lässt er die Sonne durch.
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Wenn das Grundstück in der Mitte von Berlin ist würde ich gleich viel Höher als die umliegenden Häuser bauen.
Dann vermietest Du die unteren Etagen und richtest Dir bei der obersten Etage eine schöne Dachterasse ein .
So hast Du sofort keinen Stress das Dich einer beobachten kann.
LG Borker